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Liebe Leserinnen, liebe Leser, Und in Töpen, der älteren Generation vielleicht noch als Töpen-Juchee bekannt, wächst einer von Deutschlands größten Biohändlern über die Ortschaft hinaus. Dass die Mickey-Mouse Hefte von einer Oberfränkin übersetzt wurden, das glauben Sie auch nicht? Dr. Erika Fuchs hat nicht nur übersetzt, sondern

den

typischen

Slang

von

Mickey, Donald und Co. erfunden und so manches oberfränkische Örtchen in die Geschichten mit einJetzt sind wir mitten drinnen in der genussvollen Weihnachts- und Winterzeit. Feste stehen an und wenn das Wetter nicht mehr nach draußen lockt, die Tage kurz, die Nächte lang sind, dann denkt man gerne an ein gutes Essen, am besten gemütlich zusammen mit Freunden, denn dann macht auch das Kochen richtig Spaß. Sie planen ein Weihnachtsmenue oder auch etwas Besonderes für Silvester? Wir haben im Oktober schon Weihnachten gespielt und uns mit einem veganen Menue im Gasthaus „Goldener Adler“ in Mürsbach verwöhnen lassen. Vegan, Sie wissen schon, ein Trend seit einigen Jahren: Essen ganz ohne tierische Produkte, also auch ohne Milch, Käse und Eier. Vegan essen zu Weihnachten? Doch,

gebaut. In unserer Heimat gibt es sogar eine Kultcomic-Serie im Stil

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der 60er Jahre. Hauptfigur: Zimbus von Döllnitz.

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nach interessanten Menschen, Unternehmen und Aktivitäten, um Sie kurzweilig zu informieren. Und das

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Kulinarische soll auch nie zu kurz kommen, schließlich leben wir in einer Genussregion. In diesem Sinne wünschen wir uns,

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dass Sie auch 2014 treue Leser bleiben. Und Ihnen und Ihren Familien wünscht das Team von ECHT Oberfranken freudvolle Weihnachten und ein gesundes und erfolgrei-

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es geht. Und es schmeckt! Probieren Sie es einfach mal aus, muss ja nicht gleich zum Familienfest sein, wo nie-

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mand kritische Blicke ernten will. Dass der größte Marzipanfigurenhersteller in Oberfranken ansässig ist, halten Sie für unwahrscheinlich? Wir haben ihn in Bayreuth gefunden.

Cornelia Masel-Huth, Chefredakteurin

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Editorial

papier ist unsere

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P&H Gestaltungsmanufaktur


inhalt wirtschaft

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Vom Potenzmittel zur Luxussüßigkeit – Figuren aus Edelmarzipan kommen aus Bayreuth

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Thomas Greim – ein Kind aus dem Frankenwald, das auszog, der größte Biohändler Europas zu werden

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ideen und perspektiven Dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien – Mario Münch verwirklicht den „Energiepark Rugendorf“ als Modellprojekt 22 Der Landkreis Lichtenfels macht auf sich aufmerksam

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Hochschule und Bildung Die Netzwerker mit gutem Geschmack – KErn wertet Lebensmittelstandort Kulmbach auf

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Ereignis Veranstaltungskalender 26 FOTOSTRECKE Licht und Leben – Weihnachten feiert die Hoffnung

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A  usflugsziele

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Zu Gast bei einem imaginären Kunstsammler – Das Kleine Museum in Weißenstadt

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Einzigartiger Raum für zerbrechliche Kunstwerke – Europäisches Museum für Modernes Glas

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Museen in Oberfranken – Tipps für spannende Familienausflüge

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Vanessa-Anastasia Merten liebt es frugal: Sie ist Mitglied in der Vebu-Regionalgruppe Bamberg. Fotografiert hat sie Joachim Hartmann.

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Ob  erfranken – eine spannende geschichte Der Kurpark in Bad Steben – Ein Gartendenkmal in Oberfranken

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menschen

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Von ostpreußischen Tugenden und fränkischer Lebensart – Dr. Willy Sander lebt mit 103 Jahren als ältester Bürger in der Domstadt Bamberg 62

menschen und kultur Der Zauber des Pling-Plong – Franz Tröger, Europas einziger Spieluhr-Virtuose, lebt in Bamberg 66 Oberfranken in der Sprechblase – Dr. Erika Fuchs aus Schwarzenbach a.d. Saale lehrte Donald Duck deutsch. 68 Kultcomic aus Bamberg – Promis als Mittelalterhelden 72

Glosse: Man ist, was man isst. Außer in Oberfranken!

55

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lebensart Neue Lebensmittel und Gerichte entdecken – Und dabei ein bisschen den Planeten retten

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kulinarik Konsequent regional – Der Gasthof „Goldener Adler“ in Mürsbach

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Die Gans lacht – Vegane Weihnacht nach Andrea Schneider

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68

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Rubriken Editorial 03 Inhalt 04 ECHTgemixt 49 Impressum 27 Kolumne: Essigs Essenzen 14 – Die Schokoladenseiten Oberfrankens 86

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Serie: Aus Oberfranken – für die Welt


wirtschaft

Vom Potenzmittel zur Luxussüßigkeit – Figuren aus Edelmarzipan kommen aus Bayreuth von Cornelia Masel-Huth

Fotos: Monika Limmer


Nikolai Frisorger befüllt die Formen mit Marzipanmasse.

M

.a.r.z.i.p.a.n – schon das Wort zergeht auf der Zunge und erweckt Ahnungen von Orient. Wer hat nicht schon einmal genüsslich eine Marzipankugel auf der Zunge zergehen lassen oder mit einem rosigen Marzipanschweinchen die Versprechung von Glück für das neue Jahr in sich aufgenommen. Andere wiederum bekommen so künstlerisch geformte Marzipanfiguren geschenkt, dass sie sich einfach nicht

Süße neue Existenz: Hans-Peter Zürner hat sich mit der Unternehmensübernahme einen Lebenstraum erfüllt.

Ella Zimbelmann, Anna Hebel und Olga Heinrich verpacken die Figuren.

überwinden können, dem süßen Kunstwerk den Kopf abzubeißen und es deshalb lieber in die Wohnzimmervitrine stellen. Oberfranken ist eine Genussregion, das ist hinlänglich bekannt. Meistens wird damit die Bier-, Brot- und Wurstvielfalt verknüpft. Dass es in der Region aber auch den weltweit größten und leistungsfähigsten Marzipanfigurenhersteller gibt, der die Süßigkeit in Lübecker Qualität und sogar als Bioware herstellt, das ist kaum bekannt. Das will einer jetzt ändern, der sich mit der Übernahme der Funsch Marzipanmanufaktur in Bayreuth den Lebenstraum der Selbstständigkeit mit einem eigenen Unternehmen erfüllt hat: Hans-Peter Zürner aus Ammerndorf im Landkreis Fürth ist seit Juni Inhaber und Geschäftsführer von Funsch. Zu ihm gleich mehr, doch zunächst noch einmal zurück auf den Namen Marzipan. Das Internetlexikon Wikipedia weiß dazu Folgendes: Einer Theorie zufolge leite sich marzapane letztlich von der birmanischen Stadt Martaban ab, die für dort hergestellte Keramiktöpfe bekannt war und ist, in denen verschiedene Gewürzwaren und Süßigkeiten aufbewahrt und verkauft wurden. Im Persischen, Arabischen und Urdu sei der Ortsname martaban zum Begriff für Krüge geworden und im Spätmittelalter in dieser und ähnlichen Bedeutungen auch in verschiedene romanische Sprachen entlehnt worden. Kulturhistoriker sind sich weitgehend einig, dass Mar-

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zipan seinen Ursprung im Orient hat, wo die Mandelbäume wuchsen und in Indien schon Zuckerrohr angebaut wurde, auch wenn es der Legende nach 1407 in Lübeck entstanden sein soll. Dort soll nach einer Hungersnot dieses „Brot“ erfunden worden sein. Gleiches wird jedoch auch 1409 aus Königsberg berichtet. Doch Marzipan wurde vermutlich in Persien, dem heutigen Iran („Haremskonfekt“) zuerst hergestellt. Es kam im Mittelalter mit

Katharina Wajant bemalt Marzipan-Mannderln.


Ella Zimbelmann muss einige Geduld beim Verpacken aufbringen.

den Arabern nach Europa. Im 14. Jahrhundert war Marzipan beim gehobenen europäischen Adel als Konfekt sehr beliebt. Es wurde zunächst wie andere Süßwaren von Apothekern hergestellt. In dieser Zeit wurde der aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser bestehende Süßteig als Arzneimittel gegen Verstopfungen, Blähungen sowie als Potenzmittel verkauft. Zur Zeit des Barock entdeckten die Zuckerbäcker Marzipan als Modelliermasse für kunstvolle Der neue Geschäftsführer Zürner will verstärkt auf Bioqualität setzen.

Erna Frick verpackt die Schweinchen, die 2014 Glück bringen sollen.

Schaustücke. 1514 verbot die Stadt Venedig das Vergolden von Marzipan als übertriebenen Luxus. Laut Mercks Warenlexikon von 1920 findet sich die Bezeichnung Marzipan in Lübecker Zunftrollen um 1530. Als die Rübenzuckerproduktion in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die entsprechende Rohstoffbasis bot, begann die Verbürgerlichung des Marzipans. Die Mandeln wurden aus Übersee geliefert, man verarbeitete sie frisch, und so waren schon 1820 das Lübecker und das Königsberger Marzipan berühmt, weil die Konditoren die günstige Lage in den Hafenstädten nutzten. – Soweit Wikipedia.

gründet und die Marzipanherstellung, die zur Ausbildung eines Konditoren gehörte, erfolgte in der Bäckerei-Konditorei. Das Unternehmen expandierte nach dem Zweiten Weltkrieg, und so erwies sich das Getreidesilo in der Karl-von-Linde-Straße als idealer neuer Standort, der mit 7.000 Quadratmetern ausreichend Platz bietet auch für das umfangreiche Lager an Tausenden von Dekoartikeln und vor allem für die Formen. Sie sind der gut gehütete Zu schade zum Essen, dieser nette Weihnachtsmann.

Wer nun die Funsch Marzipanmanufaktur aufsucht, träumt erst einmal nicht mehr vom Orient, sondern stößt auf einen etwas abweisend und wehrhaft wirkenden Bau im Bayreuther Südosten. Tatsächlich war das 1936 errichtete Bauwerk ein Getreidespeicher der Wehrmacht. Der eignet sich gut für die Marzipanherstellung, weil die meterdicken Mauern für ein gleichmäßig kühles Klima sorgen. Das Familienunternehmen Funsch wurde ebenfalls 1936 geAus dem geschmeidigen Marzipan kann alles geformt werden, auch essbare Zigarren.

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Schatz der Manufaktur. Über 1.200 unterschiedliche Figuren können hergestellt werden. Auf Wunsch werden auch Sonderfiguren gefertigt. Ein „Wagner“ aus Marzipan kam im Jubiläumsjahr des Komponisten bei der Kundschaft aber nicht an. Zunächst wird die nach Hausrezept angelieferte geschmeidige Rohmasse – 120 Tonnen Rohmasse werden im Jahr verarbeitet – nach geheimer Hausrezeptur veredelt. Solches Edelmarzipan muss mindestens 70 Prozent aus Mandelrohmasse

Klassische Marzipanfigurenherstellung: Hier entstehen Osterhasen. Unten das ehemalige Getreidesilo, von dem aus heute Marzipanfiguren in weite Teile der Welt reisen.

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und höchstens aus 30 Prozent Zucker bestehen. Bei Gütemarzipan beträgt das Verhältnis 90 zu 10 Prozent. Konventionell erzeugte Mandeln bezieht Funsch wegen ihrer gleichmäßigen Qualität aus Kalifornien, biologische Mandeln kommen aus dem Mittelmeerraum. Die Bioqualität der Zutaten hat Zürner eingeführt und will sie noch ausbauen. Auch alle Lebensmittelfarben sind aus biologischen Grundstoffen. Kurkuma wird für Gelb verwendet, Rote Beete für Rot, Spinat für Grün, Kakao für Braun. Deshalb sind die Farben der Figuren blasser als diejenigen von konventionellen Lebensmittelfarben. In der Auspressabteilung füllen hauptsächlich Männer die Masse in die Negativformen. Hier warten bereits im Spätsommer auf Metallregalen nackte Weihnachtsmänner und Schweinchen auf ihre Belebung zum putzigen Figürchen. Dafür sind hauptsächlich Frauen zuständig. Per Airbrush oder mit feinen Pinseln werden die nackten Figuren „bekleidet“ und mit Schleifchen, Glöckchen usw. aufgeputzt. „Es steckt also sehr viel Handarbeit in der Produktion unserer Figuren“, betont Zürner. Als er die Manufaktur übernahm, hat er alle Mitarbeiter ebenfalls übernommen, die Zeitarbeit abgeschafft und bereits weitere Kräfte eingestellt. Derzeit sind es ca. 30 Beschäftigte. Hans-Peter Zürner ist Diplom-Kaufmann und war 23 Jahre als Vertriebler unter anderem im Naturkostbereich beschäftigt. Deshalb war es für ihn klar, dass er ein Unternehmen mit Lebensmittelproduktion übernehmen wollte. „Hier kenne ich die Vertriebswege und weiß, wie der Markt tickt. Es geht hier völlig anders zu als im Investitionsgüterbereich.“ Funsch beliefert hauptsächlich Fachgeschäfte, den Lebensmittelein-

Die Negativformen für die Figuren sind der Schatz der Manufaktur.

zelhandel oder auch Tankstellen nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, Österreich, USA, Dänemark, Kanada, Italien und Frankreich und allmählich auch in Osteuropa. Zürner will jetzt vor allem den Namen Funsch zu einer eigenständigen Marke im höchsten Preis- und Qualitätssegment aufbauen. Während der neue Chef hauptsächlich mit Betriebswirtschaftlichem beschäftigt ist, tüftelt Designerin Ellen Schell an neuen Figuren für 2014. Da stehen ja einige Großereignisse an. Was sie sich dafür schon ausgedacht hat, darf aber natürlich noch nicht verraten werden. n


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WIRTSCHAFT

Jan Kriegel, Dualer Studiengang Maschinenbau, Daniela Schlichting, studiert im 5. Semester Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Grundstudium Elektrotechnik, und Andreas Giesert, angehender Technischer Produktdesigner (von links).

Als Azubi die Welt entdecken

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00 junge Menschen starten bei Brose derzeit als Auszubildende oder Duale Studenten in ihr Berufsleben. Etwa 25 von ihnen erhalten jedes Jahr die Gelegenheit, einen Teil der Ausbildung an einem der 44 Auslandsstandorte des Familienunternehmens zu absolvieren. Unter ihnen Andreas Giesert (21), Jan Kriegel (20) und Daniela Schlichting (21), die in diesem Jahr auf drei verschiedenen Kontinenten Berufserfahrung sammeln durften.

Wertvolle Erfahrung Die kürzeste Anreise hatte Andreas Giesert, der sich im dritten Lehrjahr als Technischer Produktdesigner befindet. Rund 760 Kilometer liegen zwischen Coburg und seinem Einsatzort dem tschechischen Ostrava. Hier befindet sich das größte Werk des Automobilzulieferers. Andreas Giesert arbeitete dort für sechs Wochen in der Fertigung von Seitentürund Heckklappenschlössern. „Die

Zeit in Tschechien war eine wertvolle Erfahrung für mich. Ich bin froh, dass ich diese Chance bekommen habe“, sagt er rückblickend. Noch immer ist ihm die Begeisterung anzusehen, wenn er von seinem Auslandsaufenthalt in Ostrava erzählt. Dabei war ihm vor Antritt seiner Reise schon etwas mulmig zumute, denn schließlich handelt es sich um ein anderes Land, neue Kollegen und dann noch Englisch als Arbeitssprache. Foto: I. Kroon-Lottes

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Echt Oberfranken


Anzeige Ausbildung bei Brose Brose ist als Partner der internationalen Automobilindustrie an weltweit 58 Standorten in 23 Ländern tätig. Im September und Oktober haben 35 neue Duale Studenten und 73 neue Auszubildende bei Brose ihre berufliche Laufbahn begonnen. Einige von ihnen erhalten die Chance auf einen Auslandsaufenthalt.

Bei diesen Herausforderungen hat ihn sein Arbeitgeber bestmöglich unterstützt: „Wir wurden auf den Einsatz im Ausland gut vorbereitet und erhielten unter anderem intensives Sprachtraining“, erklärt Siegert. Hilfreich sei für ihn vor allem, dass er bei Brose schon sehr früh gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen: „Dadurch wird man selbstständiger, das kam mir auch in Tschechien zugute.“ Für Brose-Ausbildungsleiter Michael Stammberger steht die Persönlichkeitsentwicklung bei den Auslandsaufenthalten der Auszubildenden ganz klar im Vordergrund: „Unsere Nachwuchskräfte bilden sich nicht nur fachlich fort, sondern lernen Land und Leute kennen und sammeln vor allem viele Eindrücke, die sie menschlich weiterbringen und von denen sie ihr ganzes Berufsleben profitieren werden.“

Exportschlager Die Duale Ausbildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell, das einzigartig ist. In vielen Ländern wie beispielsweise den USA gibt es noch keine vergleichbaren Angebote. Brose unterstützt ein Pilotprojekt in den USA: Gemeinsam mit weiteren deutschen Automobilzulieferern sowie Behörden und Kammern soll in der Nähe von Detroit im Bundesstaat Michigan ein Ausbildungsmodell nach deutschem Beispiel für Mechatroniker etabliert werden.

Allerdings sind die Plätze für Azubis im Ausland begrenzt. Deshalb gelten die internationalen Einsätze als Anerkennung für besonders gute Leistungen. „Das ist ein großer Ansporn für unsere jungen Leute, sich in der Ausbildung kräftig ins Zeug zu legen“, verrät Michael Stammberger. Für die rund 100 Dualen Studenten hingegen ist die Zeit im Ausland integraler Bestandteil der Ausbildung. So packte auch Jan Kriegel im Mai dieses Jahres seine Koffer für eine Dienstreise, die ihn auf die andere Seite des Atlantiks führte. Sieben Wochen arbeitete der Maschinenbaustudent im BroseWerk London in Kanada. Seine Aufgabe bestand darin, den Umzug eines Maschinenparks zu begleiten und nach dem Wiederaufbau die korrekte Einstellung der Maschinen sicherzustellen: „Die Parameter müssen hier bis auf den Tausendstel Millimeter stimmen, das war ein ganz schön kniffliger Job“, berichtet der 20-Jährige. In dieser Situation war es für ihn besonders wichtig, dass das Umfeld stimmt: „Ich hatte überhaupt keine Probleme, mich einzuleben, denn die Kollegen waren sehr hilfsbereit und Brose hatte neben der Anreise auch die Unterkunft in London gut organisiert. Gemeinsam mit anderen Studenten und Auszubildenden habe ich dort ein ganzes Haus bewohnt“, erinnert er sich. Für Brose erfüllen die Auslandseinsätze eine wichtige Funktion: „Ich betreue schon seit vielen Jahren Studenten, aber es beeindruckt mich immer noch, was der Auslandsaufenthalt bei den jungen Leuten bewirkt“, erklärt Werner Ehnes, Fachkoordinator für das Duale Studium. „Interkulturelle Kompetenz wird in unserem weltweit tätigen Unternehmen immer wichtiger. Denn wir haben 58 Standorte in 23 Ländern und machen den allergrößten Teil unseres Geschäftes außerhalb von Deutschland. Man erwirbt die dafür notwendigen Fähigkeiten aber nicht im Hörsaal oder Klassenzimmer, sondern vor Ort und zwar je früher desto besser.“

Interkulturelle Kompetenz Bei ihren Auslandseinsätzen sind die jungen Brosianer „Botschafter“ der Kultur und Arbeitsweise ihres Heimatlandes im Ausland. Nach der Rückkehr ist es dann umgekehrt: Mit ihren Erfahrungen tragen die jungen Mitarbeiter dazu bei, dass die deutschen Kollegen die Mentalität an anderen Standorten besser verstehen. Besonders spannend sind dabei natürlich jene Kenntnisse, die sich die Studenten und Auszubildenden in einem völlig anderen Kulturkreis aneignen; so wie Daniela Schlichting, die in Shanghai, im Asien Headquarters von Brose, eingesetzt wurde. Die 21-Jährige studiert im fünften Semester Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Grundstudium Elektrotechnik. Auf ihren 14-wöchigen Aufenthalt in der chinesischen Metropole bereitete sie ein Kurs „Interkulturelle Kompetenz“ an der Dualen Hochschule vor: Sie lernte dabei einfache chinesische Vokabeln, um sich im Alltag verständlich zu machen und erhielt Grundinformationen über Religion, Werte sowie Umgangsformen in China. Auch wenn ihre Chinesischkenntnisse nur rudimentär geblieben sind, fand sie sich in Shanghai gut zurecht. Die Erinnerungen an die Millionenstadt sind bei ihr auch fast drei Monate nach ihrer Rückkehr noch frisch: „Die Stadt boomt und bietet eine faszinierende Kombination aus Tradition und Zukunft.“ Beeindruckt war Schlichting von der Gastfreundschaft und großen Hilfsbereitschaft der Chinesen: „Meine chinesischen Kollegen haben mich hervorragend unterstützt“, sagt Daniela begeistert, und es klingt fast ein wenig Fernweh aus ihren Worten. Will sie nach Shanghai zurückkehren? „Ich kann mir sehr gut vorstellen, nach dem Studium noch mal ein oder zwei Jahre dort zu arbeiten. Es wäre doch zu schade, wenn ich mein Chinesisch wieder verlernen würde“, sagt die zukünftige Wirtschaftsingenieurin n

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Ideen und Perspektiven

Thomas Greim – ein Kind des Frankenwaldes, das auszog, der größte BioHändler Europas zu werden von Cornelia Masel-Huth

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Echt Oberfranken


Wirtschaft

E

r ist in Bad Steben geboren, kommt aus einem selbstständig tätigen Elternhaus, das eine Brauerei mit Gasthof und Landwirtschaft betrieb, und bezeichnet sich als sehr naturverbunden: Thomas Greim, 61, Geschäftsführer einer der größten Biowarenhändler in Deutschland und dem benachbarten Ausland, der Dennree-Gruppe mit Sitz im Örtchen Töpen dicht an der Grenze zu Thüringen. Seine Vision schon zu Beginn seiner unternehmerischen Karriere: Der größte Biohändler Europas zu werden. Mit 15 Jahren hat er auf einem Bauernhof gearbeitet, mit Pferd und Traktor. Schon damals war seine Sehnsucht nach der Landwirtschaft dominant. Den Eltern zuliebe hat er aber zunächst eine kaufmännische Lehre absolviert, und weil dann „die Fachhochschulen erfunden wurden“, sollte er ein Studium beginnen. „Glücklicherweise hatte ich aber zuvor 1971 schon einen Biolandwirt in Schwarzenbach am Wald kennen gelernt. Er war jung, dynamisch und geistig, seelisch und mental verwurzelt. Wir verstanden uns auf Anhieb.“ Dieser Freund sagte ihm als guter Menschenkenner: „Du bist nicht zum Landwirt geboren, du bist ein Händler.“ Für Thomas Greim war sein Lebensweg schlicht schicksalhaft. 1974 startete er einen Handel mit Demeter-Milchprodukten, nach sechs Wochen hatte er bereits einen Mitarbeiter und begann auch Obst und Gemüse in ganz Deutschland zu verkaufen. 3.000 Kilometer fuhr er wöchentlich mit einem Opel Blitz nach Stuttgart, nach Hamburg, bald auch nach Berlin. Kunden waren hauptsächlich Reformhäuser, Waldorfschulen, Heime. „Die ablehnende Haltung des Establishments, wie es damals hieß, gegenüber Bioprodukten hat mich nie beeinflusst.“ Erleichtert hat das damals die noch kleine Bioszene, wo handwerklich arbeitende Molkereien, Bauern und Händler sich wie in einer großen Familie fühlten und einander gegenseitg in ihrem Tun bestärkten. Die Nachfrage nach Bioerzeugnissen stieg, Naturkostläden schossen wie Pilze aus


Ideen und Perspektiven

Bei der Weinlese in Italien.

dem Boden, zunächst mit dem Image von Körnerfressern und BirkenstockSchuhträgern. Längst ist Bio Ausdruck von Lifestyle geworden, verbunden mit Genuss, gesunder Ernährung, Freude am Leben und – und einem guten Gewissen. 1991 kam die EG-Bioverordnung mit einem eigenen Prüfsiegel, das kontrollierte Betriebe erhielten. Greim hält das nicht für bürokratischen Übereifer. „Wir brauchten für unsere

Mit Demeter-Milchprodukten startete Thomas Greim seinen Biohandel.

städtischen Kunden eine hieb- und stichfeste Aussage, dass die Produkte so erzeugt wurden wie versprochen. Lebensmittelgesundheit und Hygienegesetzte mussten messbar und garantiert werden.“ Dass die Landwirtschaftsbehörden und -verbände zunächst misstrauisch biologische Höfe beobachteten und zugleich die Direktvermarkung propagierten, ist für den Unternehmer kein Widerspruch. „Die

Zahlen zur Dennree-Gruppe •D  as Tochterunternehmen denn’s Biomarkt tritt aktuell mit 120 Bio-Supermärkten auf, un-ter zehn Prozent davon werden als Franchise betrieben. Schwerpunkte sind Gesamt-Deutschland und Österreich. • L ivingCrafts aus Selbitz stellt seit mittlerweile 28 Jahren Naturtextilien unter umweltfreundlichen und sozialen Bedingungen her. •S  aisonales Gemüse, vor allem Kartoffeln, wer auch aus der Region bezogen. • In Töpen sind ca. 1.000 Mitarbeiter beschäftigt; In der Gruppe ca. 2.800 Mitarbeiter. •1  1.000 Artikel bietet der Vollsortimenter an, vom hochwertigen Wein bis zur Babywindel. •Z  irka 200 LKW sind im Einsatz; pro Tag fahren sie 80.000 Kilometer, also zwei Mal um die Erde. •D  as Lager in Töpen, inklusive der Erweiterung, umfasst 70.000 m², was in etwa zehn Fußballfeldern entspricht. Auf 30.000 Palettenplätzen stehen 11.000 Artikel. Im Wareneingang werden täglich ca. 1.700 Paletten bearbeitet. •D  ie dennree Gruppe hat 2012 einen konsolidierten Umsatz von ca. 535 Mio. Euro erzielt. Das Wachstum zum Vorjahr betrug 10%. •S  eit über zehn Jahren spendet Dennree regelmäßig an die ökologische Saatgutforschung. 2013 gründete das Unternehmen die „Zukunftsstiftung BioMarkt“, um größere gemeinnützige Projekte, zusammen mit Kunden und Partnern, durchführen zu können. Mit einem Aufruf zur Soforthilfe für flutgeschädigte Biobetriebe konnten beispielsweise 60.000 € übergeben werden.

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Echt Oberfranken

ältere Generation hatte den Krieg mit seinen Hungerjahren erlebt. Für sie war die moderne Landwirtschaft Fortschritt und Segen. Außerdem ist es normal, dass die Alten nichts Neues wollen und die Jungen noch nicht wissen, wo es hingeht.“ Und Greim weiter: „So wie wir leben, hauptsächlich in Städten, muss die Lebensmittelversorgung geregelt sein. Gleichzeitig darf nicht alles Alte ausgerottet werden. Was wäre eine Region wie Oberfranken ohne die urigen, kleinen Gasthöfe, die zu Ostern auch mal ein Zicklein anbieten, was die Stadt ohne den Wochenmarkt, wo das Bäuerlein auch weiterhin selbst gemachte Butter anbietet? – In der kleinen Landwirtschaft gibt es einen kleinen Underground-Markt, der geduldet wird.“ Dennree ist übrigens bayerisches Referenzunternehmen, die Türen für behördliche Kontrolleure stehen immer offen. „Das dient unserer qualifizierten Arbeit, immerhin arbeiten wir mit Tausenden Lieferanten und über 300 Verarbeitern zusammen. Massenvorgänge brauchen Sicherheit.“ – Doch woher kommt der Name Dennree überhaupt? Er stammt aus dem Französischen und bedeutet Grundnahrungsmittel, Lebensmittel. Auch hierbei hatte Greim ein glückliches Händchen. Denn der Begriff hat sich in 39 Jahren zu einer „wunderbar eigenständigen und einprägsamen Marke entwickelt. Was wäre dagegen eine Thomas-GreimGmbH gewesen?“


Wirtschaft Die Grenzöffnung war ein weiterer Glücksfall für den oberfränkischen Biohändler, denn im entlegenen Töpen stagnierte die Entwicklung wegen mangelnder Mitarbeiter. „Wir konnten nicht mehr wachsen, Töpen hatte damals 500 Einwohner, Dennree 600 Angestellte.“ Greim, der Erfolgreiche – hatte er nie Rückschläge, machte er nie Fehler? „Ach“, sagt er schnell, „darüber könnte ich Bücher schreiben, zehn Bücher voll all meiner Fehler.“ Fehler bei der Buchhaltung, bei Gebäudeerweiterungen, bei Kundenverhandlungen, bei Mitarbeitergesprächen … „Man muss machen, schauen, wie es gelingt, versuchen, es besser zu machen. Das ist wie mit einer Mauer, die nach vielen Rückschlägen dann doch 100 Meter lang und fünf Meter breit wird. Natürlich hängt der Erfolg auch am Geld, am Umfeld, aber das ist bei jeder Firma so.“ Er selbst habe früher einen Audi 100 gefahren, der nach zwei Jahren rostete. „Aber das Unternehmen lernte aus dieser Tatsache.“ Was also macht Erfolg aus? Für Thomas Greim ist es vor allem die große Energie, die ihm zur Verfügung steht, und

Das Firmenareal in Töpen wächst weiter und ist fast größer als der Ort.

das kaufmännische Talent, das ihm in die Wiege gelegt worden sei. Und ein bisschen Glück gehöre natürlich immer dazu. Letztlich sagt er, ist das „wie bei einem Sämann, der 100 Körner in die Erde legt und am Ende sieht man nur die, die wirklich gewachsen sind. Wie viele Eicheln hat eine 300-jährige Eiche abgeworfen? Gestrandete sieht man nicht.“ Hat Greim denn nie nostalgische Gefühle an die Anfangszeit seiner Karriere und der Biobewegung? Auch hier antwortet er spontan: „Erinnerung ist nur eine Essenz des Gewesenen. Man muss sich mit seiner Zeit positiv auseinander setzen und die Gegenwart immer konstruktiv angehen und immer seinen Visionen treu bleiben. Die Welt ist größer als wir selbst, wir können nie sehr weit über unseren Horizont hinaus blicken, aber das Schöne am Menschen ist doch, das er sich eine Überblickssituation verschaffen kann und an allem rege interessiert bleibt.“ – Da ergibt sich folgerichtig die Frage nach Gott. „Gott, das ist ein volkstümlicher Begriff. Insofern glaube ich an Gott. Aber wer sich die Welt, die Natur anschaut, der begreift doch, dass das nicht alles Zufall sein

kann.“ Für ihn besteht der Sinn des Lebens in seiner persönlichen Entwicklung und darin, dass er immer bereit bleibt, zu lernen. Thomas Greim hat acht Kinder aus zwei Ehen, vier sind bereits im Unternehmen tätig. Schon deshalb bleibt ihm keine freie Zeit. „Es ist doch angenehm, einen Platz im Leben gefunden zu haben. Warum soll ich auf einen 3.000 Meter hohen Gletscher klettern, wenn es auch unterhalb der Baumgrenze wie hier bei uns im Frankenwald so viel Schönes zu entdecken gibt? Je langsamer man unterwegs ist, zum Beispiel mit dem Fahrrad, desto mehr erschließt sich einem diese Landschaft. Jeder hat hier seine Mission. Für mich passt’s.“n

Mit diesem Opel Blitz tourte Greim 3.000 Kilometer in der Woche durch ganz Deutschland.

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Ideen und Perspektiven

Bildung ist eine zentrale Aufgabe des KErn. In der Kinder-Uni lernen die Kleinsten schon jede Menge Wissenswertes über Lebensmittel.

Die Netzwerker mit gutem Geschmack – KErn wertet Lebensmittelstandort Kulmbach auf von Stefan Linß

U

m Lebensmittel und unser Essen noch gesünder zu machen, vernetzt das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) die Spezialisten aus Forschung, Industrie und Handwerk und ermöglicht einen Wissensaustausch. Bald gibt es am Standort Kulmbach auch die deutschlandweit erste Ausbildung für GewürzSommeliers.

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Echt Oberfranken

Wer auf einem orientalischen Basar mit all seinen Sinnen der bunten Vielfalt der Gewürze begegnet, der denkt wohl kaum daran, dass es sich dabei nur um nutzbare Teile verschiedener Pflanzen handeln soll. Diese schlichte Begriffsdefinition greift zu kurz, denn Gewürze sind Kulturgut, Genuss und in der Küche einfach unverzichtbar. Um sie zu erleben, braucht es keine

weite Reise in den Orient. Mitten in Oberfranken widmet sich das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) in Kulmbach verstärkt der Welt der aromatischen Geschmackswunderpflanzen und bildet künftig die deutschlandweit ersten Sommeliers in diesem Bereich aus. Damit erweitert das KErn im dritten Jahr seines Bestehens das Angebot der


Hochschule und Bildung Kampagnen und Projekte um einen weiteren Punkt. Die bislang größte Resonanz erzielen die Ernährungsexperten immer noch mit den bayerischen Ernährungstagen, die jährlich stattfinden. Die gesamte Fachwelt trifft sich im Wechsel in Kulmbach und München. Die 16 Mitarbeiter der Einrichtung, die zum bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gehört, verknüpfen neueste Erkenntnisse der Wissenschaft und Forschung mit der Praxis aus Industrie und Handwerk. Ernährungsminister Helmut Brunner hat nun auch die Vernetzungsstelle Schulverpflegung von München in das KErn verlagert. Sie startet in Kulmbach am 1. Januar 2014 und hilft den bayerischen Bildungseinrichtungen, ein gesundes Pausen- und Mittagessen anzubieten.

Gewürz-Seminare sind für den Leiter des KErn, Dr. Wolfram Schaecke (links), und den Bereichsleiter Ernährungswirtschaft, Dr. Michael Lüdke, ein Schwerpunktthema für 2014.

High-Level-Nasen: Gewürzsommeliers Das neueste Projekt, die Ausbildung zum Gewürzsommelier, soll Profis aus dem Handel, der Gastronomie, dem Bäcker- und Metzgerhandwerk und der Lebensmittelindustrie schulen. Der Bereich Lebensmittel ist enorm vielfältig und umfangreich. Welches Potenzial allein die Welt der Gewürze bietet, erklärt der Bereichsleiter Ernährungswirtschaft am KErn, Dr. Michael Lüdke. Der Wissenschaftler ist gleichzeitig der Geschäftsführer des Clusters Ernährung, der ebenfalls dem KErn in Kulmbach angeschlossen ist. Gewürze können aus Wurzeln gewonnen werden, aus Blüten, Früchten oder Kräutern. Sie können den Eigengeschmack von Lebensmitteln unterstreichen und verbessern mit ihrem Aroma die Speise. Nicht zu unterschätzen seien auch die gesundheitsfördernden Eigenschaften und Heil-

wirkungen. Es ist deshalb an der Zeit, dass es Fachleute mit einer echten Qualifizierung in diesem Bereich gibt, sagt Lüdke. Sommeliers waren ursprünglich nur die Weinkenner, die in Gastronomie und Handel die Gäste fachkundig beraten können. Daneben gibt es noch die Sommeliers für Bier und Schokolade, Käse und Zigarren, auch für Wasser, Tee und Saft. „Nur einen GewürzSommelier gab es bisher nicht“, sagt der KErn-Bereichsleiter. Die neuen Experten sollen sich zurechtfinden im unüberschaubaren Markt altbekannter und exotischer Gewürze. Sie erfahren viel über Curry,


Chili oder Wildkräuter. Und natürlich darf das Gewürz Nummer eins nicht fehlen: der Pfeffer. Jetzt zur Winterzeit hat der Lebkuchen Hochkonjunktur, der früher Pfefferkuchen genannt wurde. Alle möglichen Gewürze finden sich in dem Gebäck – überwiegend Zimt und Nelken, auch Ingwer, Koriander, Kardamom – nur eben kein Pfeffer. Der Begriff „Pfefferkuchen“ stammt aus dem Mittelalter. Damals bezeichneten die Menschen alle Gewürze aus dem Orient als „Pfeffer“. Der schwarze Pfeffer, der heute sehr vielen Speisen die richtige Schärfe verleiht, war im Mittelalter äußerst kostbar und selten. Heutzutage ist Pfeffer das der Menge nach weltweit meistverwendete Gewürz. Es ist so selbstverständlich geworden, dass viele den Pfeffer etwas unbedacht einsetzen. Dabei lässt sich so viel damit anfangen, sagt Ernährungsexperte Lüdke. „Die meisten kennen noch die grobe Unterscheidung zwischen schwarzem, weißem und grünem Pfeffer.“ Wer tiefer in die Materie einsteigt, erfährt noch wesentlich mehr.

Der passende Pfeffer zum heimischen Bier Der Spezialist weiß, dass die einzelnen Pfeffersorten am feinen Geschmack zu erkennen sind. Der japanische Bergpfeffer unterscheide sich beispielsweise vom bengalischen Stangenpfeffer. Je nach Anbaugebiet und spezieller Lage – die Plantagen stehen in Asien und Südamerika – bildet die Kletterpflanze für ihre Früchte auch einen eigenen Schärfegrad heraus. Das Fachwissen können die angehenden Sommeliers einbringen in ihre tägliche Arbeit in der oberfränkischen Gastronomie, im Handwerk und der Industrie, ist Lüdke überzeugt. „Sie sehen, welcher Pfeffer besonders gut zu einer Speise passt oder mit Bier und Wein harmoniert.“

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Echt Oberfranken

In Kochkursen vermitteln die Mitarbeiter des KErn den Schülern das Wissen um gute Ernährung.

Die große Vielfalt der Gewürze biete die Möglichkeiten, traditionelle Speisen aufzupeppen und zudem Innovationen zu kreieren. Der Phantasie der Lebensmittelproduzenten seien kaum Grenzen gesetzt, sagt Lüdke und erinnert an einen Wildkräuterleberkäse, den ein oberfränkischer Metzger erfunden hat. „Wenn die Kunden auch wieder zu ihrem Bäcker um die Ecke gehen, weil sie nur dort ihre spezielle Pfeffersemmel bekommen, dann haben wir schon viel erreicht.“ Für ihren Gewürz-Sommelier-Lehrgang haben die Wissenschaftler in Kulmbach eigene Standards entwickelt, nach denen sie das Wissen vermitteln und anschließend prüfen. Der KErn-Bereichsleiter ist zuversichtlich, dass die Ausbildung auf genauso großes Interesse stößt wie die Kurse zum Käse-Sommelier, die das Kompetenzzentrum seit zwei Jahren anbietet. Das Gewürzmuseum, das 2014 neben dem KErn-Standort in der Hofer Straße in Kulmbach entstehen soll, ermögliche eine willkommene Symbiose. Doch Lüdke betont, dass das Thema Gewürze nur eines von sehr vielen ist, die das Kompetenzzentrum bearbeitet. Die Kooperation des KErn mit der Universität Bayreuth wächst. Schnittmen-

gen gibt es viele. Die richtige Ernährung und der Bereich Sport passen gut zusammen, meint der KErn-Bereichsleiter. Das Kompetenzzentrum arbeitet auch eng mit der Hochschule Coburg zusammen, treibt mit Vorträgen, Kochkursen und der KinderUni den Wissenstransfer in Schulen voran und unterstützt Initiativen wie „Essbares Fichtelgebirge“. Ein Werkzeug, das ein noch engeres Netzwerk zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden schmieden soll, ist der F&E-Atlas des KErn. Die Datenbank für Forschung und Entwicklung ist im Internet unter www.kern. bayern.de zu finden. Mit der interaktiven Plattform haben Forscher, Produktentwickler und andere Fachleute im Bereich Lebensmittel die Möglichkeit, sich auszutauschen. Oft arbeiten Experten parallel an einer Sache, ohne voneinander zu wissen, erklärt Lüdke. „Der F&E-Atlas schafft Transparenz, damit Wissenschaft und Wirtschaft Partnerschaften eingehen können.“ Das Netzwerk für den guten Geschmack wird immer enger. n


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IDEEN UND PERSPEKTIVEN

Dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien – Mario Münch verwirklicht den „Energiepark Rugendorf“ als Modellprojekt

von Margarethe Glück


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Ü

ber das EEG, das Erneuerbare Energien Gesetz, wird derzeit wieder heftig gestritten, weil 2014 die Strompreise erneut steigen sollen. Für den durchschnittlichen Bürger ist diese Diskussion hochkompliziert und wie die eigene Stromrechnung kaum zu verstehen. Fast könnte man Absicht dahinter vermuten. Einige Zahlen: Bei 28,73 Cent je Kilowattstunde zahlen Privathaushalte 14,32 Cent für Erzeugung, Transport und Vertrieb, 5,277 Cent Ökostrom-Umlage, 4,59 Cent Mehrwertsteuer, 2,05 Cent Stromsteuer, 1,79 Cent Konzessionsabgabe, 0,329 Cent Umlage für Netzentgelt-Rabatte der Industrie, 0,250 Cent Haftungsumlage für Offshore-Windparks und 0,126 Cent Kraft-Wärme-Kopplungsaufschlag. In den letzten zehn Jahren sind die Strompreise um 11,5 Cent je KWh gestiegen, die Ökostromumlage um 4,9 Cent. Der Ölpreis ist seit 2009 um 300 Prozent gestiegen, der Strompreis um 60 Prozent. Die Einspeisevergütung für das EEG betrug seit 2000 60 Milliarden Euro, Kohle- und Atomenergie wurden in 60 Jahren mit 500 Milliarden Euro subventioniert. Die Zahl, der von der EEG-Vergütung befreiten Unternehmen stieg von ursprünglich 500 auf etwa 2.500 Betriebe. In Oberfranken betrifft das u. a. die Glasund Porzellanindustrie oder die Hersteller technischer Keramik. Bis zu 15 Prozent des Umsatzes betragen in diesen Industrien die Stromkosten. Sie fürchten um ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten. 100% unabhängig von Öl und Gas, umweltschonend und energiesparend! Umweltbewusst heizen mit kostenloser Energie aus der Natur Minimale Betriebs- und Wartungskosten

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Anlagen werden zudem so installiert, dass sie als Demonstrationsobjekte für Seminare und Vorlesungen dienen können. „Genau diese Kombination von Praxis, Entwicklung, Forschung und Bildung ist notwendig, damit die Energiewende zu einer Entwicklungschance für die ganze Region werden kann“, davon ist der Jungunternehmer überzeugt. Mit dem „Energiepark Rugendorf“ soll eine Musteranlage entstehen, die zeigt, wie Städte, Dörfer, öffentliche Anlagen wie Schulen und Schwimmbäder und auch Unternehmen sich komplett mit eigener Wärme und Strom versorgen können.

Umgekehrt leiden z. B. Solarfirmen unter der Planungsunsicherheit der Vergütung. Einer, den die sinkende Vergütung für Solaranlagen betrifft, und dessen Unternehmen mit der steigende Nachfrage nach Photovoltaik und Solaranalgen gewachsen ist, und wo über 60 qualifizierte Arbeitsplätze entstanden sind, ist Mario Münch. Die Energiewende ist ihm eine Herzensangelegenheit. In Rugendorf im Landkreis Kulmbach entsteht zur Zeit der „Energiepark Rugendorf“ als das energieeffizienteste Industriegebäude Deutschlands mit angegliederter Schulungs- und Forschungsstätte. Seine Vision: Der „Energiepark Rugendorf“ als Modell für die dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien. „Die Energiewende fordert neue, intelligente Lösungen und bringt Chancen für Unternehmen“, davon ist er überzeugt. Sogar energieintensive Unternehmen könnten sich selbst mit Energie aus erneuerbaren Energie versorgen, wenn sie auf intelligente Eigenverbrauchs-Photovoltaikanlagen und -systeme setzen, die sich durch Lastprofilanalysen und daraus resultierende, verbrauchsoptimierte Anlagenkonzipierung auszeichnen. Münch: „Durch langfristige Planbarkeit aufgrund niedriger Energiekosten würde flächendeckend für viele unserer deutschen Unternehmen ein global entscheidender Wettbewerbsvorteil entstehen.“ Strom, der dezentral produziert werde, müsse nicht aufwändig transportiert werden und schaffe einen

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Echt Oberfranken

Mehrwert für die Region. Der Energiepark soll als Leuchturmprojekt vormachen, wie die Vision durch die Verknüpfung modernster Technologien verwirklicht werden kann. Heizen über Eisspeicher gehört beispielsweise dazu, neue Wärmepumpenkonzepte, Elektromobilität als günstige Fortbewegungsenergie für betriebsinterne Abläufe: Gabelstapler, Fuhrpark, Mitarbeiterfahrzeuge. Oder Energieeinsparung über Dämmung, LED-Beleuchtung, Wärmerückgewinnung, kontrollierte Raumbelüftung, verlustoptimierte Transformatorstation. Die Liste intelligenter Stromerzeugung vor Ort ist lang.

Wachstum, Planbarkeit, Arbeitplätze Sein Projekt will beweisen, dass die dezentrale Energieversorgung Wachstum, Arbeitsplätze und Nachhaltigkeit erzeugt. „Nicht nur Genuss-Region“, ist sein Motto, „sondern günstige Energie-Region Oberfranken.“ Das Projekt soll durch eine Langzeitstudie begleitet werden und die Umsetzbarkeit der dezentralen Energieversorgung als autarkes Inselsystem mit Erfahrungswerten belegen. Es könnte als Vorbild für Kommunen, Industrie- und Gewerbeparks dienen. Außerdem sollen öffentliche Forschungseinrichtungen, Erfinder und weitere Akteure in das Projekt einbezogen werden. Dafür will Münch sogar eigenes Geld investieren. Alle

Er lobt sogar die Politik: „Unsere Politik gepaart mit deutschem Erfindergeist und Unternehmertum hat es in kürzester Zeit geschafft, uns Deutsche mit den Erneuerbaren unabhängig von Monopolen, Rohstoffen und ständig steigenden Energiekosten zu machen. „Zahlte ein deutscher Unternehmer bisher – weitestgehend alternativlos – ständig steigend zwischen 16 und 20 Cent je kWh für seinen Strom, so könnte er mit Hilfe einer Photovoltaikanlage auf seinem Firmendach die nächsten 20 Jahre seinen eigenen Strom für unter 8 Cent je kWh selbst erzeugen. Nach dem 20. Jahr gäbe es diesen selbst erzeugten Strom, aus einem dann abgeschriebenen Kraftwerk, für Ihn nahezu zum Nulltarif.“

Kein Geld mehr für die Ölscheichs So könnten sich Unternehmer und alle Bürger schon heute über die enormen Wettbewerbsvorteile freuen, die damit erarbeitet wurden und über all die ökonomischen und ökologischen Vorteile, die deutsche Spezialfirmen mit diesem Exportschlager der Welt bieten können. Die höchsten Einspareffekte können laut Münch in Bezug auf die Elektromobilität erreicht werden. Hier kann man an der eigenen Photovoltaikanlage eine Tankfüllung für 500 km Reichweite für umgerechnet 7,20 Euro selbst zapfen. Bei einer Flotte von zehn Außendienstlern, die jährlich jeweils 30.000 km zurücklegten, entspräche das einem jährlichem Einsparpotenzial von über 40.000 Euro. „Das wäre alles Geld, das nicht mehr


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Grundsätzlich ist jedem klar, dass sich keiner etwas von seinen Gewinnen wegnehmen lassen will. „Dennoch ist der sofortige Umstieg auf erneuerbare Energien für alle Unternehmen und die ganze Bevölkerung Deutschlands keine Last – sondern die größte ökonomische und ökologische Chance, die unsere Volkswirtschaft jemals hatte.“ Für die will sich Mario Münch aus dem kleinen Frankenwalddörfchen Gössersdorf mit aller Kraft einsetzen – wie David gegen Goliath. n

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Veranstaltungskalender November noch bis 30.11.2013

ZWEITE NATUR. Farbholzschnitte – Ausstellung

von Bernd Zimmer Ort: Foyer, E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg Öffnungszeiten: Di – Sa 10 – 13 Uhr, Mi 16 – 18 Uhr sowie jeweils eine Stunde vor Theaterbeginn

noch bis 07.12.2013

Ausstellung mit Werken

von Jürgen Görg Ort: Glaserei Späth, Galerie in der Remise, Coburg Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 13 Uhr & 14 – 18 Uhr | Sa 10 – 13 Uhr

noch bis 23.02.2014

Gelebtes neu belebt – Ausstellung

von Katrin Schinner Ort: Ökologisch-Botanischer Garten, Ausstellungsraum in den Gewächshäusern, Bayreuth Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertage 10 – 16 Uhr sowie Di – Do 10 – 15 Uhr

18.11.2013

HEIDI – Schauspiel

für die ganze Familie nach dem Roman von J. Spyri Ort: Landestheater Coburg, Großes Haus Beginn: 9 Uhr + 12 Uhr

Piotr Plawner – Konzert

noch bis 15.12.2013

Violine Solo – Gesellschaft der Musikfreunde Ort: Kongresshaus Rosengarten, Coburg Beginn: 20 Uhr

mit Werken von Barbara Illmer und Katharina Lewonig Ort: Oberfränkisches Textilmuseum Helmbrechts

Bolero – Schauspiel

Verknüpfen – Vernetzen – Verweben – Sonderausstellung

noch bis 23.12.2013

19.11.2013

Choreografien von M. McCain, J. Renshaw, M. Spradling Ort: Landestheater Coburg, Großes Haus Beginn: 19.30 Uhr

MON€YFEST – Comedy/ Kabarett mit Bernd Regenauer Ort: Junges Theater-Forchheim e.V. Beginn: 20 Uhr www.jtf.de

„häisd’n däisd vomm mee“ – „Frängisch glacht“ – Fränkischer Folk

Ort: Gasthof „Grüner Baum“, Bad Staffelstein Beginn: 19.30 Uhr Eintritt: VVK 18 € | AK 20 €

22. – 24.11.2013

Tödliche Partitur – Eine Kriminalkomödie

TOBAK – Theatergruppe der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg Ort: E.T.A.-Hoffmann-Theater, Bamberg, Studio Beginn: 20 Uhr Dauer: ca. 60 min.

23.11.2013

Basar zum Advent

Ort: Im Garten des Mutterhauses, Franziskusschwestern, Vierzehnheiligen Beginn: 15 Uhr Dauer: 6 Std.

20.11.2013

Lance Man, Abteilungsleiter – Episode 1 – Schauspiel

„Die Nacht der leckenden Toten“ von T. Köhler Ort: Landestheater Coburg, Reithalle Beginn: 20 Uhr

Schon vergessen? Friedrich Hebbel – Vortrag

„… das Himmelblau in uns …“: Zeichnungen und Malerei

zu Jean Pauls Werk von Gertrud Plescher-Fahnler, Coburg Ort: Stadtbücherei Coburg Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 12 – 17.30 Uhr Mi 9 – 13 Uhr | Sa 9 – 12 Uhr | Eintritt frei!

noch bis 31.12.2013

Bewacher der Grenze – Sonderausstellung

von Willi Kaufmann Ort: Europäisches Flakonmuseum, Kleintettau Öffnungszeiten: Mo – Fr 8 – 17 Uhr | Sa 10 – 16 Uhr

noch bis 15.01.2014

von Linde Kunstmann Ort: Kunstverein Coburg, Park 4a Beginn: 20 Uhr

20. + 21.11.2013

West-Östliches Sofa – Lesungstage

Ort: Otto-Friedrich-Universität Bamberg, An der Universität 5, Raum 00.25 Beginn: jeweils um 20 Uhr

21.11.2013

Der Liebestrank – Komische Oper

von G. Donizetti Ort: Landestheater Coburg, Großes Haus Beginn: 19.30 Uhr

Tatort Coburg – 2 Engel für Tomis – SCHLEMMERKABARETT

heilSam & Leander – Wir sind mehr als nur ein Ton – MUSIK Ort: Junges Theater-Forchheim e.V. Beginn: 20 Uhr www.jtf.de

Duo Mozaik – Konzert

mit Marie Louise Lutz und Alon Wallach Ort: Schockofabrik, St. Georgen, Bayreuth Beginn: 20 Uhr Eintritt: VVK 6 € | AK 8 €

Ort: Restaurant Kräutergarten, Rosenauer Str. 30c, Coburg | Beginn: 19.30 Uhr

Sounds of the Orient: Musik aus 1001 Nacht – Konzert Ort: Europäisches Museum für Modernes Glas, Rosenau 10, Rödental Beginn: 19.30 Uhr

Farbenfreude – Ausstellung

von Conny Zeitler Ort: Sitzungstrakt des Landratsamtes Bamberg

noch bis 09.02.2014

Horst Antes: Arbeiten auf Papier – Motiv- und Farbvariationen

aus der Prof. Dr. Klaus Dettmann Kunstiftung und sowie aus der Sammlung Klaus Dettmann Ort: Kunstmuseum Bayreuth Öffnungszeiten: Di – So 10 – 17 Uhr

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Echt Oberfranken

Rapunzel – Premiere

nach den Gebrüdern Grimm Ort: E.T.A.-Hoffmann-Theater, Bamberg, Großes Haus | Beginn: 9 Uhr

22.11.2013

Beethovens 9. Sinfonie in Bildern – Sonderkonzert

von Tobias Melle – Hofer Symphoniker Ort: Freiheitshalle, Großes Haus, Hof Beginn: 19.30 Uhr

Jazul – Zwischen Pop und medokiösem, druckvollem Groove-Jazz

Ort: Oberfränkisches Textilmuseum Helmbrechts Beginn: 20 Uhr Eintritt: VVK 17 € | AK 20 €


Veranstaltungskalender Anzeigen

Kunst, Technik und Design | Vier Museen für Porzellan Selb Europäisches IndustrieMuseum für Porzellan

Donnerstag, 14. November 2013, 20.00 Uhr 11. A-Cappella-Nacht mit den Gruppen Six Pack, Delta Q und Latvian Voices Freitag, 29. November 2013, 20.00 Uhr Afrika Night – das magisch sinnliche Ereignis vom schwarzen Kontinent mit Tanz, Akrobatik, Gesang und Percussion

Pracht der Farben – Glanz der Kulturen

Europäisches Museum für Technische Keramik

Eine Ausstellung mit zeitgenössischem Porzellan aus Yingge in Taiwan

Hohenberg Deutsches PorzellanMuseum

Sonntag, 22. Dezember 2013, 17.00 Uhr Festliches Adventskonzert mit Gunther Emmerlich u.a.

Rosenthal Museum

gefördert durch:

Samstag, 28. Dezember 2013, 18.00 Uhr Der Nußknacker – Ballett von P. J. Tschaikowky Ausstellung gefördert durch: Ministry of Cultural Affairs Republic of China (Taiwan)

Freitag, 7. Februar 2014, 20.00 Uhr Humor in Concert Gogol & Mäx – die Musikakrobaten

New Taipei City Yingge Ceramics Museum

Freitag, 14. Februar 2014, 19.00 Uhr Valentinskonzert der Hofer Symphoniker

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Freitag, 7. März 2014, 20.00 Uhr Die Harry Belafonte Story – seine Songs, sein Leben mit Ron Williams u.a.

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Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Nachdruck von Berichten und Fotos nur nach vorheriger Genehmigung. Redaktion, Autoren und Verlag übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit des Inhalts.

13. Dezember 2013 bis 16. März 2014

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr sowie n. Vereinbarung, Führungen nach Voranmeldung (auch fremdsprachig)

7. + 8. Dezember 2013

Herausgeber und Verleger: Rainer Kober Chefredaktion/Projektleitung: Cornelia Masel-Huth Verantwortlich i.S.P.: Cornelia Masel-Huth Verantwortlich für Anzeigen: Cornelia Masel-Huth Mitarbeit: Claudia Gareis Projektassistenz: Irina Leontev Texte und Fotos dieser Ausgabe: Dieter Blechschmidt, Martin Brandl, Dr. Rolf-Bernhard Essig, Joachim Hartmann, Andrea Herdegen, Iris Kroon-Lottes, Monika Limmer, Stefan Linß, Peter Maierhofer, Gudrun Schury, Klaus Wührl, Cornelia Masel-Huth; Pressestellen von Landkreisen, Städten, Gemeinden, Vereinen, Verbänden und Unternehmen, Uni Bamberg, Uni Bayreuth, Hochschule Coburg, Hochschule Hof.

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Veranstaltungskalender 24.11.2013

Evergreen-Abend – Kurkonzert

mit dem Kurensemble Ort: Prinzregent-Luitpold-Saal, Bad Steben Dauer: 19.30 – 20.45 Uhr

Bamberger und Camminer Schrein – Archäologisches Kolloquium

Prof. Dr. Jörn Staecker, Universität Tübingen Ort: Hochzeitshaus, Am Kranen 12, Hörsaal 02.01, Bamberg | Beginn: 19.15 Uhr

27.11.2013

Quadro Nuevo – Schöne Kinderlieder – Konzert

Ort: Bürgersaal, Helmbrechts | Beginn: 17 Uhr Eintritt: 9 €

24.11. – 21.12.2013

KKV-Ausstellung – Jahresausstellung mit Rahmenprogramm

Eröffnung: 24. November um 17 Uhr Ort: Kronach, Galerie des Kronacher Kunstvereins

25.11.2013

Denis Scheck mit Matthias Göritz – Lesung und Gespräch live

Ort: Lichtspielkino, Untere Königstr. 34, Bamberg Beginn: 20 Uhr | Eintritt frei!

26.11.2013

Märchenabend für Erwachsene – Alter und Weisheit im Märchen

mit Sieglind Dreyer Ort: Vortragssaal im Kurhaus, Bad Steben Beginn: 19 Uhr

Zimt & Zauber – Weihnachtsvariete

Ort: Zauberwelt Kleinkunsttheater, Rosengasse 19, Grub am Forst | Beginn: 20 Uhr

Gesundheitsforum: Je älter, umso mehr Medikamente – muss das sein?

Vortrag von Chefarzt Dr. med. Christian Pohlig vom Klinikum Coburg Ort: Am Stieglein 5, Bad Rodach | Beginn: 18.30 Uhr

28.11.2013

Unternehmensgespräch Hochfranken

mit interessanten Themen und festlichen Abendessen im „Alten Brennhaus“ Ort: Porzellanikon, Selb | Dauer: 16.30 – 18.30 Uhr

28.11.2013 – 12.01.2014

Weihnachtsausstellung

Vernissage: 27. November um 19 Uhr Ort: Historisches Badhaus, Kulmbach

Afrika-Night – das magisch sinnliche Ereignis vom schwarzen Kontinent

Ort: Fichtelgebirgshalle Wunsiedel | Beginn: 20 Uhr

30.11.2013

Winterzaubernacht – Feuer & Eis

Kunst- und Einkaufserlebnis Ort: Innenstadt Coburg | Geöffnet: bis 24 Uhr

Advent im Barock – Konzert

mit dem Ensemble Movimento Ort: Elsa 47, Walburer Weg 10, Bad Rodach Beginn: 19 Uhr

Stadt- und Krippenführung

Treffpunkt: Tourist Information Marktredwitz Beginn: 14 Uhr

Adventskonzert

mit den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben, Handel’s Company Continuo und asilikaorganist Georg Hagel. Leitung: Rainer Johannes Homburg mit Werken von Eccard, Praetorius, Hammerschmidt, Bach, Brahms u. a. Ort: Basilika Vierzehnheiligen | Beginn: 16 Uhr Karten unter: 09571 18418

Charleys Tante – Premiere

Komödie von Brandon Thomas Ort: E.T.A.-Hoffmann-Theater, Bamberg, Großes Haus | Beginn: 19.30 Uhr

29.11.2013

Barbara Kuster – Die Eiserne Lady – Kabarett

Ort: Junges Theater-Forchheim e.V. | Beginn: 20 Uhr www.jtf.de

Dezember 01.12.2013

02.12.2013

Historische Führung zur Lagerstätte des Original Burgkeller Stollens, mit anschließender Verkostung

Alloplastische Materialien und Allergien – Vortrag von Dr. med. Peter Ohnsorge Ort: Hochschule Coburg, Fr.-Schreib-Str. 2 Beginn: 19 Uhr

Treffpunkt: an der Rathaustreppe in Kulmbach um 17 Uhr

03.12.2013

Weihnachtsmarkt

Ort: Kurpark Bad Steben | Dauer: 13 – 20 Uhr

Vocals & Vibes – Jazz-Konzert Die fröhliche Kinderbühne – Elli und der Weltraumtraum

Referenten: Franziska Fröhlich, Siggi Michl, Weidenberg Ort: KUKUK, Alter Kindergarten, Kirchenring 34, Bad Berneck | Dauer: 16 – 17 Uhr | Gebühr 5 €

01.12.2013 – 06.01.2014

mit Stefanie Schlesinger und Wolfgang Lackerschmidt Ort: Kunstmuseum Bayreuth | Beginn: 20 Uhr Eintritt: 18 € | erm. 14 €

The Cavern Beatles – Konzert

Ort: Dr.-Stammberger-Halle, Kulmbach Beginn: 20 Uhr

04.12.2013

Schaurige Weihnacht überall – Adventslesung mit Friederike Schmöe Ort: Stadtbücherei, Herrngasse 17, Coburg Beginn: 19 Uhr

06.12.2013

MaxXL – Holzschnitt

Frau Holle – Schauspiel

Weihnachtsmärchen von Gunnar Kunz nach den Gebrüdern Grimm Ort: Studiobühne Bayreuth | Beginn: 15 Uhr

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Echt Oberfranken

Über Neuensee leuchtet der Stern – Krippenschau

Ort: Neuensee, Pfarrsaal Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertage 13.30 – 16.30 Uhr | Eintritt frei!

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7. Kulmbacher Gospelweihnacht – Konzert Ort: Dr.-Stammberger-Halle, Kulmbach Beginn: 20 Uhr


Veranstaltungskalender One Cue Big Band – fränkischer BigBand-Jazz mit Spielwitz

Ort: Junges Theater-Forchheim e.V. | Beginn: 19.30 Uhr | www.jtf.de

Tag der offenen Tür

Ort: Europäisches Museum für Modernes Glas, Rödental | Öffnungszeiten: 11 – 18 Uhr

30. Adventskonzert

Uwaga! – Classical-Crossover-Experience

Konzert im Rahmen der Kulturwelten Ort: Oberfränkisches Textilmuseum Helmbrechts Beginn: 20 Uhr | Eintritt: VVK 16 € | AK 19 €

06. – 08.12.2013

24. Weihnachtstöpfermarkt Thurnau

Ort: Schloss Thurnau | Öffnungszeiten: ab 11 Uhr Eintritt frei!

07. + 08.12.2013

in feierlicher Atmosphäre und mit einem Kinderund Spatzenchor Ort: St. Hedwig Kirche Bayreuth, Schwindtstr. 14 A Beginn: 17 Uhr

Transparente Klänge – 4. Symphoniekonzert

Hofer Symphoniker Ort: Freiheitshalle, Festsaal, Hof | Beginn: 19.30 Uhr

13.12.2013 – 16.03.2014

10.12.2013

Die frühzeitlichen „Fürsten“ und ihr Umland – Naturraumanalysen zu einem alten Streitthema Archäologisches Kolloquium mit Dr. Axel Posluschny, Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Frankfurt a. M. Ort: Hochzeitshaus, Am Kranen 12, Hörsaal 02.01, Bamberg | Beginn: 19.15 Uhr

Weihnachtsmarkt

Pracht der Farben – Glanz der Kulturen – Ausstellung

Ort: Am Pavillon beim Markgräflichen Schloss, Bad Alexandersbad Öffnungszeiten: jeweils 14 – 19 Uhr

Ort: Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger www.porzellanikon.org

07.12.2013

14.12.2013

Schokoladen-Weihnachts-Konzert

Lesung mit Alban Nikolai Herbst

ein Genuss für Ohr und Gaumen im Rahmen der Kirchehrenbacher Kulturwochen Ort: Brennerei Gasthof Sponsel, Kirchehrenbach Beginn: 20 Uhr | Eintritt: 54 €

Ort: Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Bamberg | Beginn: 19 Uhr | Eintritt frei!

Helmut A. Binser – Der Junge mit der Harmonika – Musikkabarett

Ort: Junges Theater-Forchheim e.V. | Beginn: 20 Uhr www.jtf.de

FisFüz feat. Gianluigi Trovesti – Eine Begegnung von Nationen, von Kulturen und von Generationen – Konzert

Jazzforum Bayreuth Ort: Becher-Saal, Bayreuth | Beginn: 20.30 Uhr

Musik bei Kerzenschein – Konzert

Orgelimprovisationen über Advents- und Weihnachtslieder Ort: Moritzkirche Coburg | Beginn: 18 Uhr

Die lustige Witwe – Operette – Premiere von Franz Lehár Ort: Landestheater Coburg, Großes Haus Beginn: 19.30 Uhr

Der Legationsrat Jean Paul & die Rollwenzelin von Eberhard Wagner Ort: Studiobühne Bayreuth | Beginn: 20 Uhr

11.12.2013

FORUM Naila: The Wonderfrolleins – Wirtschaftswundersongs

Mit Witz, Charme und Temperament fegen die drei gestandenen Profimusikerinnen durchs deutsche Wirtschaftswunder der 50er und 60er Jahre. Ort: Bad Steben, Reha-Zentrum Auental, Frankenwaldstr. 33 | Beginn: 19.30 Uhr

12.12.2013

Berichte aus dem Christstollen – Audibook live! Die acht Frauen – Kriminalkomödie

von Robert Thomas Ort: Studiobühne Bayreuth | Beginn: 20 Uhr

08.12.2013

FORUM Naila: Damals an Weihnachten – Prosa und Geschichten

mit Gerd Anthoff (Rezitation) und Thomas Bogenberger (Gitarre) und Jost H. Hecker (Cello) Ort: Naila, Sparkasse, Weststr. 1, Vortragssaal Beginn: 19 Uhr

Weihnachtsgeschichten mit Jan Weiler, Journalist, Autor, Icking, Reinbek Ort: Evang. Gemeindehaus, Großer Saal, Richard-Wagner-Str. 24, Bayreuth Beginn: 20 Uhr | Gebühr: VVK 13,20 € | AK 15 €

13.12.2013

Deutschlands erfolgreichste Kickboxerin macht Schluss“ – Abschiedskampf

von Dr. Christine Theiss Ort: Oberfrankenhalle, Bayreuth | Beginn: 23.15 Uhr

Bluegrass Jamboree! – Festival of Bluegrass & Americana Music

Ort: Bürgersaal, Helmbrechts | Beginn: 20 Uhr Eintritt: VVK 18 € | AK 20 €

Lichtbildervortrag zur Kunstgeschichte mit Helge Jost Kienel, Coburg Ort: Kunstverein Coburg | Beginn: 16 Uhr

15.12.2013

FORUM Naila: LaLeLu – a cappella-Comedy Perfekter Mix aus Gesang, Komik, Show und Parodie der Hamburger a-cappela-Gruppe Ort: Bad Steben, Großer Kurhaussaal | Beginn: 19.30 Uhr

16.12.2013

Sabine Meyer in Coburg – 3. Sinfoniekonzert mit Werken von F. Schubert, C.-M. von Weber, R. Schumann Ort: Landestheater Coburg, Großes Haus Beginn: 20 Uhr

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Veranstaltungskalender 22.12.2013

Aschenputtel – Das Musical

Das Musical-Erlebnis für die ganze Familie Ort: Kongresshaus Rosengarten | Beginn: 15 Uhr

Nora oder Ein Puppenheim – Schauspiel – Premiere

von H. Ibsen Ort: Landestheater Coburg, Großes Haus Beginn: 19.30 Uhr

Festliches Adventskonzert Nikita Alexeev – Bildende Kunst

Vorstellung seiner Werke Ort: Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Bamberg Beginn: 19 Uhr

21.12.2013

Nie Sollst du mich befragen – Komödie – Premiere

Mit Gunther Emmerlich u.a. Ort: Fichtelgebirgshalle, Wunsiedel Beginn: 17 Uhr

23.12.2013

Das Grippenspiel – Schauspiel

Ort: Theater DAS BAUMANN, Kulmbach Beginn: 20 Uhr Weitere Termine: www.das-baumann.de

28.12.2013

Der Nußknacker – Ballett

Von P. J. Tschaikowsky Ort: Fichtelgebirgshalle, Wunsiedel Beginn: 18 Uhr

31.12.2013

Acht Frauen – Kriminalkomödie

von Robert Thomas Ort: Studiobühne Bayreuth | Beginn: 20 Uhr Spieldauer: 2 Stunden 15 Minuten. Eine Pause.

Die weiße Nacht 2013

Ort: Kongresshaus Rosengarten | Beginn: 19 Uhr

SILVESTER Schauspiel

„Nie sollst du mich befragen“ um 17 Uhr und „Die acht Frauen“ um 20 Uhr nach der Vorstellung: Silvester-Büfett Ort: Studiobühne Bayreuth

von Paul Barz Ort: Studiobühne Bayreuth, Studio | Beginn: 20 Uhr

Januar 01.01.2014

„SOGNI D’AMORE – Träume der Liebe“ – Festliches Neujahrskonzert

mit dem Bayreuther Opern- und Operetten-Ensemble Ort: Bad Alexandersbad | Beginn: 16 Uhr

02.01.2014

Die kleine Meerjungfrau – Das Musical für Kinder ab 4 Jahren und Kindgebliebene Ort: Stadthalle Bayreuth, Großes Haus Beginn: 15.30 Uhr

03.01.2014

Das Phantom der Oper – Theater

Die große Originalproduktion von Arndt Gerber (Musik) und Paul Wilhelm (Text) über den Mann mit der Maske Ort: Stadthalle Bayreuth, Großes Haus | Beginn: 20 Uhr

04.01.2014

06.01.2014

Neujahrskonzert der Stadt Coburg

mit Musik des Walzerkönigs Johann Strauss Sohn Ort: Kongresshaus Rosengarten, Coburg | Beginn: 11 Uhr

11.01.2014

50. Ball der Stadt Bayreuth

50 Jahre Ball der Stadt! Bayreuth feiert! Auftakt der ballsaison 2014 Ort: Stadthalle Bayreuth, alle Räume | Beginn: 20 Uhr

MiniMax – Winterliche Stempelbilder

für Kinder von 3 – 5 Jahren | Wir stellen Stempel selbst her und gestalten ein eigenes Bild Leitung: Susanne Seebauer | Gebühr: 2,50 € | Anmeldung: 0921 7645310 Ort: Kunstmuseum Bayreuth | Dauer: 11 – 12.30 Uhr

12.01. – 26.02.2014

HD Schrader Cubes and Cracks – Ausstellung

Eröffnung: 12. Januar 2014 um 11 Uhr Ort: Ausstellungshalle im Neuen Rathaus, Bayreuth www.kunstmuseum-bayreuth.de

Hofer Symphoniker meets Heißmann & Rassau

Das etwas andere Neujahrskonzert Ort: Dr. Stammberger Halle, Kulmbach | Beginn: 20 Uhr

Fotoworkshop Fotokalender Fotoserie

Bei unseren Streifzügen durch die Stadt, nehmen wir uns jedes Mal ein Einzelteil (z. B. Türklinke, Postkasten, Schlösser etc.) vor. Besser fotografieren durch serielles Arbeiten. Ort: Kunstmuseum Bayreuth | Dauer: 9 – 10.30 Uhr

05.01.2014

15.01.2014

Sekretärinnen – Liederabend

Battlefield Band – Scottish Folk – Kulturwelten Ort: Oberfränkische Textilmuseum Helmbrechts Beginn: 20 Uhr | Eintritt: VVK 17 € | AK 20 €

18.01.2014

Stadterkundung „Afrika in Bayreuth“ – Stadtführung

mit Gilbert Ndi Shang, Peter Narh und Katharina Fink (Uni Bayreuth) Startpunkt: Iwalewahaus, Bayreuth Beginn: 14 Uhr | Dauer: ca. 1,5 Std.

19.01.2014

„Das war 2013“ – Vielfalt im Kunstmuseum Bayreuth

Wir blicken in einem Vortrag zurück auf die Ausstellungen des Jahres 2013! Leitung: Dr. Beatrice Trost | Gebühr: 2,50 € Anmeldung: 0921 7645310 Ort: Kunstmuseum Bayreuth Dauer: 14 – 15 Uhr

von Franz Wittenbrink Ort: Stadthalle Bayreuth, Kleines Haus Beginn: 19.30 Uhr

16.01.2014

Oberst von Huhn und andere Geschichten – Lesung von Axel Hacke Ort: Porzellanikon, Selb | Beginn: 20 Uhr

Neujahrskonzert

mit dem Alt-Wiener-Strauss-Ensemble Musikalische Leitung: Ralph Kulling Ort: Evangelisches Gemeindehaus, Richard-WagnerStrasse, Bayreuth | Beginn: 17 Uhr | Konzertkarten unter: www.theaterkasse@bayreuth-tourismus.de

Wir möchten den Veranstaltungskalender in ECHT Oberfranken gerne weiter ausbauen. Veranstalter können uns ihre Termine gerne unverbindlich mitteilen! Email-Adresse: info@echt-oberfranken.de. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit der veröffentlichten Daten. 30

Echt Oberfranken


Ereignis

Zu Gast bei einem imaginären Kunstsammler – Bis 1. März 2014: 10. Ausstellung im Kleinen Museum in Weißenstadt

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rivate Sammlungen bilden den Grundstock so mancher Museen, und Kunstkäufe ermöglichen Künstlern, von ihrem Können zu leben. Die positiven Effekte des Sammelns auf die Kunstwelt sind ersichtlich. Doch wie orientieren sich Liebhaber zeitgenössischer Kunst in einem weiten, noch nicht katalogisierten und normierten Feld und wie richten sie sich ein, wie bestimmt die Ästhetik des Objekts ihr Wohnen? Von dieser Frage inspiriert zeigt die Ausstellung „Zu Gast bei einem imaginären Kunstsammler“ bis 1. März 2014 im Kleinen Museum – Kultur auf der Peunt in Weißenstadt die Werke von 14 renommierten Künstlern und Architekten aus Großbritannien, USA, Deutschland, Japan und der Schweiz. Damit spannt die Gründerin des Museums, Dr. Laura Krainz-Leu-

poldt, einen Bogen von Kunst zu Architektur, von Ästhetik zu Wohndesign: „Wir haben lange an dieser Ausstellung gearbeitet und überlegt, wie wir die Werke der Künstler so präsentieren, dass neben der Ausstrahlung des einzelnen Objekts das Lebensgefühl in einem ästhetischen Wohnraum zu spüren ist. Durch die dargestellte Einfachheit und Reinheit soll der Besucher Impulse für das eigene Leben bekommen.“ Denn Laura Krainz-Leupoldt ist überzeugt: „Gut gestaltete Räume, ästhetische Werke und Objekte, die Ruhe ausstrahlen, haben eine positive Wirkung auf unser Wohlbefinden.“ Der im puristischen Schwarz-Weiß gestaltete Museumsbau bietet den Kunstwerken diesmal eine ganz eigene Bühne, um eine ganzheitliche Installation zu zeigen, die die Ausstellungsräume in ein häusliches Umfeld verwandelt. Geleitet von der Idee eines Gesamtkunstwerks stellt die Ausstellung die ethisch-ästhetische Haltung eines Sammlers heraus, der stark von der Gedankenwelt Mies van der Rohes und der ZEN-Ästhetik geprägt ist. Die Ausstellung zeigt Werke von Adam Barker-Mill, Jill Baroff, Deborah Berke, Hartmut Böhm, Anna Dickinson, Henrik Eiben, Alan Johnston, Julia Mangold, Mike Meiré, Stefana McClure, Shinichi Ogawa,

Kate Shepherd, Joan Waltemath und Beat Zoderer. Kuratiert wurde die Ausstellung von Niklas von Bartha, London.

KM – Magazin für moderne Impulse aus Weißenstadt Begleitet wird die Ausstellung nicht einfach von einem Katalog, sondern von der ersten, limitierten Ausgabe des Magazins „KM“. Über die ausgestellten Werke hinaus werden andere Arbeiten der präsentierten Künstler ebenso gezeig, wie deren Lebensumfelder. So gibt das Magazin Einblicke in die Arbeits- und Lebensweise der Künstler. Erworben werden kann KM – solange der Vorrat reicht – im Kleinen Museum und auf schriftliche Bestellung (Postweg oder eMail) für 10 Euro. n Das Kleine Museum – Kultur auf der Peunt Goethestraße 15 · 95163 Weißenstadt Tel. 09253 954672 oder 09253 89-24 · Fax 09253 89-60 eMail info@kleinesmuseum-weissenstadt.de www.kleinesmuseum-weissenstadt.de Öffnungszeiten:

Donnerstag, Freitag 14:00 – 16:30 Uhr Samstag 10:00 – 12:30 Uhr Gruppen ab 6 Personen nach telefonischer Vereinbarung.

Eintrittspreise: Normalpreis 4,00 € · Ermäßigt 2,00 € Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren frei.

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Ideen und Perspektiven

Einzigartiger Raum für zerbrechliche Kunstwerke – Europäisches Museum für Modernes Glas von Iris Kroon-Lottes

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esonders eindrucksvoll sieht das Europäische Museum für Modernes Glas in der Abenddämmerung aus: dann liegt es wie ein leuchtender Quader inmitten der jahrhundertealten Parkanlage rund um Schloss Rosenau in Rödental bei Coburg, in der sogar schon Queen Victoria, Königin des Vereinten Königreichs von Großbritannien und Irland sowie Kaiserin von Indien, spazierend die liebliche Landschaft genoss. Auch

Großzügige Spende: Otto Waldrich ermöglichte 2008 den Bau des markanten Museums.

wenn der Standort nicht als traditionelle Glasproduktionsstätte gilt, profitieren die Coburger Kunstsammlungen, zu denen das Europäische Museum für Modernes Glas gehört, von antiken Reichtümern aus Zeiten, als Coburg noch zum damaligen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha gehörte. „Herzog Alfred von SachsenCoburg und Gotha sorgte Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner Sammlung vene-zianischen Glases für einen einzigartigen Schatz, der heute noch auf der Veste Coburg zu sehen ist“, erklärt Museumsleiter Dr. Sven Hauschke. Aber nicht nur deshalb ist das Museum eine Besonderheit und einzigartig in Europa. „Seit den 1970er Jahren wurde in Coburg schon zeitgenössisches Glas gesammelt und 1977 mit dem „Coburger Glaspreis“ ein inter-

nationaler Wettbewerb für moderne Glasgestaltung ins Leben gerufen, der in West- und insbesondere Osteuropa für Furore gesorgt hat“, so Hauschke rückblickend. Bis zum zweiten Coburger Glaspreis vergingen acht Jahre, die Veranstaltung wurde 1985 wieder ein Erfolg und verhalf dem Standort Coburg zu internationalem Ansehen unter Glaskünstlern in ganz Europa.

Mäzen: Otto Waldrich Die Sammlung entwickelte sich stetig weiter, die Zahl der gläsernen Kunstobjekte stieg. In der alten Orangerie, einem historischen Glaspavillon aus dem Jahre 1820 zu herzoglichen Zeiten als Gewächshaus für exotische Pflanzen erbaut, wurde das erste Museum in Mitteleuropa eröffnet, das ausschließlich modernem Glas gewidmet war. Bereits damals gehörte der Coburger Unternehmer Otto Waldrich zu den wichtigsten Mäzenen und Unterstüt-


Weg vom Gefäß hin zur Glasskulptur: Tendenzen moderner Glaskunst.

zern des Projekts. Über Jahrzehnte engagierte sich der leidenschaftliche Kunstkenner für sein Steckenpferd, die moderne Glas- und Keramikkunst. Seit Jahren den Kunstsammlungen der Veste Coburg durch Stiftungen und Schenkungen eng verbunden, gipfelte das Engagement von Otto Waldrich 2008 in der Errichtung eines Neubaus in direkter Nachbarschaft zur alten Orangerie, der heute das Glasmuseum im Schlosspark Rosenau beherbergt. Ein Glücksfall für die Region: „Unsere zahlreichen Besucher – seit dem Umzug des Museums in den Neubau des Europäischen Museums für Modernes Glas im Jahr 2008 haben sich die Besucherzahlen ungefähr verdoppelt – kommen zu 70 Prozent aus der Region. Das heißt, das Museum ist mit seinen vielfältigen Veranstaltungen wie Sonderausstellungen, Workshops, Konzerten und Lesungen ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens von Oberfranken geworden“, bestätigt Sven Hauschke.

Coburger Glaspreis 2014 Dr. Sven Hauschke leitet seit Dezember 2009 das Europäische Museum für Modernes Glas in Rödental. Derzeit beschäftigt er sich intensiv mit den Vorbereitungen zum vierten Coburger Glaspreis, der am 12. April 2014 unter der Schirmherrschaft von Androulla Vassiliou als Mitglied der Europäischen Kommission vergeben wird. Die von einer internationalen Jury

Museumsleiter Sven Hauschke sorgt für Sonderausstellungen und begleitende Veranstaltungen im Glasmuseum.

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Ideen und Perspektiven

Der moderne Museumsbau im Park von Schloss Rosenau ermöglicht die großzügige Präsentation der Kunstwerke aus Glas und Keramik.

ausgewählten Objekte werden vom 13. April bis zum 14. September 2014 in den Räumen der Veste Coburg und des Europäischen Museums für Modernes Glas in Rödental präsentiert. Rund 200 Künstlerinnen und Künstler haben sich mit den Materialien Glas und Keramik beschäftigt und Beiträge zum Wettbewerb kreiert. Die begleitende Ausstellung des seit 1977 nun zum vierten Mal ausgerichteten Coburger Glaspreises zeigt in einer europäischen Gesamtschau aktuelle Tendenzen und Strömungen der modernen Glas- und Keramikkunst. Zu sehen sind Werke von europäischen oder in Europa geborenen Künstlern.

Sonderausstellung „Feuer und Flamme“ Noch bis Februar läuft die Ausstellung „Feuer und Flamme“ als Sonderausstellung im Europäischen Museum für Modernes Glas. Dabei werden Sammlerstücke der Unternehmerfamilie Otto Waldrich gezeigt, deren herausragendes Engagement eng mit dem Museum verbunden ist. Der Titel der Sonderausstellung Europäisches Museum für Modernes Glas „Feuer und Flamme“ Glas und Keramik aus den Sammlungen der Familie Otto Waldrich bis 9.Februar 2014 Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 13:00 – 16:00 Uhr (montags geschlossen) www.kunstsammlungen-coburg.de

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Echt Oberfranken

Ausstellung beschreibt auch die Begeisterung und die Leidenschaft des Coburger Kunstmäzens Otto Waldrich und seiner Familie für die Werkstoffe Glas und Keramik. Otto Waldrich begeistert sich seit Jahrzehnten für moderne Keramik und modernes Glas. Als Ergebnis kamen nicht nur viele Kunstwerke zusammen, sondern auch viele persönliche Kontakte mit den Künstlern, aus denen sich nicht selten Freundschaften entwickelten. „Die Bedeutung privater Förderer ist gerade in der heutigen Zeit knapper öffentlicher Kassen nicht genug zu würdigen. Ihre selbstlose, uneigennützige Unterstützung ermöglicht eine Flexibilität bei musealen Projekten oder Erwerbungen, die sonst nicht zu realisieren wären“, weiß auch Sven Hauschke aus Erfahrung. Die Freude an Glas und Keramik übertrug Otto Waldrich, der in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag feierte, auch auf seine Kinder: Christiane Waldrich eröffnete eine Galerie für modernes Glas mit den Schwerpunkten Amerika Formvollendete Einzelobjekte

Drei Glaspreise wurden bereits ins Leben gerufen, der vierte steht im kommenden Jahr an. Was erwartet Teilnehmer und Besucher 2014? Es wird eine hochkarätige Ausstellung mit den 150 führenden internationalen Künstlern im Bereich Glas zu sehen sein, bei der die ungemeine Bandbreite der Techniken verblüffen wird. Es werden Skulpturen, Installationen, Videoarbeiten, Glasgemälde, auffallend viele Wandobjekte und natürlich auch klassische Glasarbeiten zu bestaunen sein. Wie hat sich die Glaskunst seit ihren Anfängen in den 1960er Jahren entwickelt und verändert? Grundsätzlich gibt es eine starke Tendenz vom schönen Gefäß hin zum künstlerischen Objekt, das heute mehr und mehr skulptural und konzeptionell in Erscheinung tritt. Glas hat sich als traditionelles, eher handwerklich verarbeitetes Material emanzipiert. Heute verwenden Künstler Glas als ein Material unter vielen und setzen ganz gezielt seine besonderen Eigenschaften und Möglichkeiten für ihre Ziele und Intentionen ein.

und Italien und Joachim Waldrich begann, moderne Keramik zu sammeln, wobei er das Augenmerk auf europäische Künstler richtete. Seine Vorliebe liegt auf skulpturalen Keramiken mit stark strukturierter Oberflächengestaltung. Die Ausstellung vereint den Kunstsammlungen der Veste Coburg gestiftete und geliehene Werke der Familie mit Objekten aus den Sammlungen von Otto, Christiane und Joachim Waldrich. Zu sehen sind internationale, noch nie im Kontext gezeigte Kunstwerke. Im Mittelpunkt stehen Künstler aus Japan, Amerika, Italien, Spanien und Deutschland. n


Ausflugsziele

Museen in Oberfranken – Tipps für spannende Familienausflüge Das Fichtelgebirgsmuseum ist mit 2.900 m2 das größte Regionalmuseum in Bayern. Es ist eine wahre Schatzkammer der sagenhaften Region Fichtelgebirge. Von steinzeitlichen Funden bis zu Kunstwerken der Gegenwart reicht das Spektrum der Ausstellungsstücke. Die Geschichte des Fichtelgebirges, vor allem aber das Leben und die Kultur der Menschen in diesem faszinierenden Landstrich wird in lebendigen Inszenierungen erzählt.

Glasherstellung im Frankenwald Die Glasherstellung im Frankenwald blickt auf eine lange Tradition zurück: Bereits 1661 kamen Glasmacher aus Thüringen und gründeten die erste Kleintettauer Dorfglashütte – zur Flakonglasfertigung. Der Verein „Glasbewahrer am Rennsteig“ möchte anhand des Flakon-Glasmuseums die Geschichte der fast 350-jährigen Glasmacher-Tradition im Frankenwald auf lebendige Art und Weise darstellen und vermitteln.

Fichtelgebirgsmuseum

Europäisches Flakonglasmuseum

Spitalhof 5-7, Wunsiedel

Glashüttenplatz 1-7, 96355 Kleintettau

Eckstein (1868 – 1947) gewidmet, die weltweit mehrere Millionen Unterschriften zur Abschaffung des Krieges zwischen den Staaten gesammelt hatte.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag jeweils 8.00 – 17.00 Uhr

Öffnungszeiten: sonn- und feiertags

Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr

Samstag 10.00 – 16.00 Uhr, Sonntag geschlossen

14.00 – 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung

Tel. 09232 2032, www.fichtelgebirgsmuseum.de

Das Flakonglasmuseum hat am

Verein Friedensmuseum Meeder e.V.

Weihnachtsmarktsonntag (1.12.) geöffnet

Hirtenhof 13, Meeder, www.frieden-feiern.de

In spannender Weise zeigt das Museum im restaurierten Fachwerkkomplex „Judenhof” alle Aspekte des faszinierenden

(13.00 – 17.00 Uhr).

Fränkische Schweiz Museum

Landschaftsraums Fränkische Schweiz. Die umfangreiche Sammlung bietet Einblicke in die Geologie, Archäologie und in die geschichtliche Entwicklung der Region. Lebendige Eindrücke von bäuerlichem Wohnen und Arbeiten, Handwerk und Zunftwesen vermitteln ohne falsche Romantik ein Bild vergangener Zeiten. Eine original erhaltene Synagoge aus dem 18. Jahrhundert sowie Zeugnisse evangelischer und katholischer Volksfrömmigkeit spiegeln die tief verwurzelte Religiosität der Region wider. Fränkische Schweiz Museum Pottenstein-Tüchersfeld Am Museum 5 jeden Sonntag 13.30 – 17.00 Uhr Tel. 09242 1640, www.fsmt.de

Friedensmuseum Meeder

Flakon Glasmuseum Tettau

Die Einrichtung heißt Lernwerkstatt Frieden, Träger ist der Verein Friedensmuseum Meeder e.V. Das Museum zum Gedenken an den Frieden entstand 1982 und hat seinen Ursprung 1650, als der Coburg regierende Herzog Friedrich Wilhelm II. anordnete, dass fortan das Ende des Dreißigjährigen Krieges gefeiert werden sollte. Eine Sonderausstellung ist der Coburger Pazifistin und Friedensaktivistin Anna B.

Zu besinnlichen Adventsnachmittagen lädt wieder ein kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt in den Räumen der Alten Schäferei ein. Ausgesuchte Händler bieten eine Vielzahl hochwertiger Waren für jeden Geschmack feil. Das Marktangebot umfasst gestrickte Socken und Kinderpullis für die kalte Jahreszeit, Hüte und exklusive Mode. Teddybären mit Zubehör für die Gestaltung ganzer Teddy-Stuben, Plüschtiere und Holzspielwaren lassen Kinderaugen leuchten. Mineralien und Edelsteinschmuck, Holzschmuck,Holzfiguren für den Garten sowie Flechtund Filzwerk verzaubern als individuelle Geschenke liebe Mitmenschen. Marmeladen und Liköre, Gewürze, Käsespezialitäten, Imkereiprodukte und duftende Seifen schmeicheln Leib und Seele. Zudem erinnern Krippen und Krippeninventar an die Kernbotschaft des bevorstehenden Weihnachtsfestes. Adventsnachmittage: Samstag, 07.12.2013, 15.00 – 18.00 Uhr Sonntag, 08.12.2013, 12.00 – 18.00 Uhr Gerätemuseum des Coburger Landes Alte Schäferei 2, Ahorn, Tel. 09561 1304 www.geraetemuseum-ahorn.de

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Ausflugsziele

Kameramuseum Plech

Das Deutsche Kameramuseum in Plech, Ende 2011 eröffnet, gehört heute schon zu den bedeutendsten Foto-Museen Deutschlands. Über 15.000 Exponate – darunter 5.000 Fotokameras und hunderte von Filmkameras – wurden zusammengetragen. Highlights: Riesen-Reprokamera Falz & Werner (gut vier Meter lang, Negativformat: 70 x 70 cm), 1.500 verschiedene Pocketkameras aus aller Welt, Crass-Trickfilmtisch, eine Hochgeschwindigkeitskamera Pentacon Pantazet 35 ZL 1 (die bis zu 40.000 Bilder in einer Sekunde schafft), über 16.000 Bedienungsanleitungen und Fachbücher ... Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat Kamera- und Filmbörse und Bewertungsnachmittag, nach Ankündigung oder auf Vereinbarung Vorführung von privaten Schmalfilmschätzen.

Das Volkskundliche Gerätemuseum ist seit 1992 in einem ehemals landwirtschaftlich genutzten Anwesen in Bergnersreuth, einem Vorort von Arzberg, untergebracht. Der Museumshof entstand 1908 durch die Zusammenlegung zweier Höfe. Anstelle der Vorgängerbauten wurden dabei modernere und funktionellere Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet, so dass der Besucher einen Bauernhof aus der ersten Hälfte des 20. Jh. vorfindet. Für Bayern außergewöhnlich in Umfang und Qualität ist die Schablonenmalerei der 1920er Jahre, mit der alle Räume im Wohngebäude dekoriert sind; sogar zwei Fußböden sind mit Teppichmustern schabloniert. Dokumentationsräume erläutern die Hof-, Wirtschafts- und Familiengeschichte der Bewohner des Anwesens. Besonders erwähnenswert ist die neue Dauerausstellung der „Weiss’schen Krippe“. Ludwig Weiß begann bereits mit sieben Jahren Krippenfiguren zu sammeln, die es in Marktredwitz bei den Hafnern zu kaufen gab. Seine Sammlung umfasste zuletzt 1.773 Figuren. Während der Wintermonate (November – März) gilt eine gesonderte Winterregelung. Führungen sind während des ganzen Jahres nach Voranmel-

Öffnungszeiten:

dung möglich.

Sonntags 11.00 – 17.00 Uhr

Volkskundliches Gerätemuseum

Kameramuseum Plech, Schulstraße 8

Arzberg-Bergnersreuth, Wunsiedler Straße 14

www.kameramuseum.de

Arzberg - Tel. 09233 5225

nicht nur was – seit der erfolgreichen Nacherfindung des Porzellans in Europa vor 300 Jahren – im deutschsprachigen Raum manufakturell und industriell produziert wurde, sondern auch wie und unter welchen Bedingungen. Porzellanikon Selb Werner-Schürer-Platz 1, Selb Tel. 09287 91800-0, www.porzellanikon.org. Porzellanikon Hohenberg Schirndinger Straße 48, Hohenberg Tel. 09233 77221, www.porzellanikon.org Öffnungszeiten für beide Museen: Dienstag – Sonntag, 10.00 – 17.00 Uhr

Spielzeugmuseum Neustadt

Um eine Puppe herzustellen, waren Anfang des 20. Jahrhunderts 16 Berufe nötig. Viele dieser Berufe sind im Spielzeugmuseum in Neustadt bei Coburg nachvollziehbar. Das Museum zeigt eine Vielzahl von zeitaufwendigen Arbeitstechniken, wie beispielsweise das Herstellen von Puppenperücken mit der Hand. Neben der Puppenherstellung ist auch zu sehen, wie Teddybären entstehen und welche Stimmen es für sie gibt. Öffnungszeiten im Dezember:

Die Internationale Spitzensammlung wurde 1986 als Teil der Nordhalbener Klöppelschule eröffnet. Auf einer Fläche von ca. 120 m2 werden den interessierten Besuchern Spitzen des 18. bis 21. Jahrhunderts gezeigt. Die Sammlung umfasst mehr als 400 Exponate und wird nach und nach erweitert.

Dienstag – Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr Museum der Deutschen Spielzeugindustrie Hindenburgplatz 1, Neustadt bei Coburg Tel. 09568 5600 www.spielzeugmuseum-neustadt.de

Volkskundliches Gerätemuseum

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 16.00 Uhr, November, Dezember, Januar und Februar an Samstagen, Sonn- und Feiertagen nicht geöffnet. Von Heiligabend bis Neujahr geschlossen, außerdem am Karfreitag und Faschingsdienstag. Klöppelschule Nordhalben Klöppelschule 4, Nordhalben Tel. 09267 375, www.kloeppelschule.de

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Echt Oberfranken

Lust auf Porzellan? Oder neugierig auf das erste Industriemuseum Bayerns? Interessiert an High Tech? Oder ein Fan deutscher Tisch- und Wohnkultur? Die Stärke des Porzellanikons ist seine Vielfalt – und damit ist es einzigartig in Europa. Und außerdem mit 10.000 Quadratmetern das größte Spezialmuseum für Porzellan in Europa. Gezeigt wird

Die modernen Dauerausstellungen des Naturkundemuseums Bamberg wurden 1992 eröffnet. In mehreren Abteilungen werden Themen aus den Bereichen Geologie, Mineralogie, Bodenkunde, Paläontologie und Zoologie präsentiert. Regionale Gesichtspunkte finden besondere Berücksichtigung. Öffnungszeiten: 10.00 – 16.00 Uhr, geschlossen: Montags, 1. Nov., 24., 25., 31. Dez., 1. Jan., Faschingsdienstag. Fleischstraße 2, Bamberg, Tel. 0951 863 1248


Ideen und Perspektiven zur Weihnachtszeit sind eine böhmische Kirchenkrippe mit Figuren aus Eger sowie eine Marktredwitzer Landschaftskrippe. Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 14.00 – 17.00 Uhr Egerland-Museum, Fikentscherstraße 24

Egerland-Museum

95615 Marktredwitz, Tel. 09231 3907 www.egerlandmuseum.de

Zu sehen sind Objekte zur Geschichte und Kultur des Egerlandes, wie Trachten, Porzellan, Gläser, Zeugnisse der religiösen Volkskultur, Andenkenstücke von Bäderreisen nach Karlsbad, Marienbad und Franzensbad, Musikinstrumente und vieles mehr. Attraktionen

Das Naturkunde-Museum Coburg hat mit seinen 700.000 Sammlungstücken und einer Ausstellung von 2.400 m2 den Rang eines Landesmuseums. Sein Ursprung liegt in der Sammeltätigkeit der Coburger Herzöge seit dem 18.

Der Landkreis Lichtenfels macht auf sich aufmerksam

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as neue Geoportal des Landkreises Lichtenfels bietet eine Fülle von Wissenswertem für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises und weit darüber hinaus. Im Laufe der Jahre ist eine Vielzahl von Datenbanken geschaffen worden. Sie berichten aus dem Bereich des Tourismus oder auch des Bauwesens oder sie standen nur beschränkt der Öffentlichkeit zur Verfügung. Mit dem neuen Geoportal werden nun all diese Einzelbereiche zusammengeführt und anhand einer einzigen Karte darlegt. Das Geoportal wird so damit für die Landkreisbewohner, Unternehmen sowie Gäste an einer zentralen Stelle und bildlich in Kartenform zusammengeführt. Das Geoportal ist noch nicht fertig, sondern entwickelt sich Zug um Zug weiter, so dass es immer wieder einen guten Anlass gibt, sich über die Inhalte des Geoportals zu informieren. Eingebunden sind die elf Städte, Märkte und Gemeinden und heimische Unternehmen, die ihre Informationen, etwa im Bereich Arbeitsmarkt, einstellen. So wird ein Anknüpfpunkt geschaffen für die Jugendlichen und Jobsuchende, damit sie in der Heimat (wieder) Fuß zu fassen. Über die Homepage des Landkreises www.landkreis-lichtenfels.de gelangt man zum Geoportal.

Jahrhundert. Offiziell gegründet wurde das Museum 1844. Seit 1914 ist es im eigens dafür erbauten Gebäude im Hofgarten untergebracht, seit 1919 im Besitz der Coburger Landesstiftung. Nach der Erweiterung 1996 zeigen wir in neu gestalteten Ausstellungen Mineralien, Fossilien, heimische Tiere und Pflanzen, Urmenschen, Völkerkunde und vieles mehr. Öffnungszeiten: 9.00 – 17.00 Uhr Weihnachten (24./25./26.12.), Silvester (31.12.) und Neujahr (1.1.) ist geschlossen. Naturkunde-Museum Coburg Park 6, Coburg, Tel. 09561 8081-11 www.naturkunde-museum-coburg.de

„MyLif“ – bleib mit deiner Heimat in Verbindung Der Landkreis Lichtenfels begegnet dem drohenden Fachkräftemangel aktiv, indem er seinen Schulabsolventen das Potenzial des Landkreises aufzeigt, um sie für eine berufliche und private Zukunft in ihrer Heimat zu begeistern. Was der Landkreis Lichtenfels alles zu bieten hat, erfahren Interessierte jetzt über die FacebookSeite www.facebook.com/MyLichtenfels. In unregelmäßigen Abständen werden Beiträge über die Unternehmenslandschaft – hier insbesondere zu Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen – und Freizeitangebote veröffentlicht oder auch über Persönlichkeiten aus dem Landkreis berichtet bzw. interessante Nachrichten und Veranstaltungen mitgeteilt. Mit einem Image-Paket für Absolventen lädt der Landkreis ein, mit der Heimat in Verbindung zu bleiben bzw. qualifizierte Fachkräften mit dem Landkreis Lichtenfels in Kontakt zu treten. Dieses Image-Paket enthält Einleger, die durch exemplarisch ausgewählte Themen das Interesse für die Facebook-Seite MyLichtenfels wecken sollen. Außerdem sind Give-Aways mit einem eigens entwickelten Logo enthalten. So unterstützt der Waldklettergarten Banz das Projekt „MyLif“ mit einem Gutschein im Wert von zwei Euro, den alle diesjährigen Absolventen in dem Paket finden werden. Andere kleine Geschenke sind Touch-Pens, Smartphone-Halter oder Like-it-Anhänger. Eine Broschüre soll das Interesse der jungen Menschen an der Facebook-Seite wecken. Hinter dem Projekt „MyLif“ steht das Team des Landrats-amtes Lichtenfels mit dem Regionalmanagement, Zukunftscoach und Kreisentwicklung. Gefördert wird das Projekt über das LEADER-Programm des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

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Inhalt

Geburt Jesu, Stank Michaelis, Hof

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Echt Oberfranken


Licht und Leben – Weihnachten feiert die Hoffnung

Heilige Familie, Lichtenfels

Alle Religionen dieser Welt feiern das Wunder des Lebens, der ewig sich erneuernden Natur und das Wunder der menschlichen Geburt. Weihnachten ist das christliche Umfeld der Ausdruck von Hoffnung auf die wiederkehrende Sonne und das immer neue und ewige Leben. Auf den Fenstern unserer Kirchen haben KĂźnstler und Handwerker ihrem Glauben und ihrer Hoffnung Ausdruck gegeben.

Sankt Johanniskirche, Forchheim

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Wormser Reichstag, Sankt Johanniskirche, Forchheim


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Selb

Altarfenster Sankt Georg, Neustadt b. Coburg

Selb


Lichtenfels (Foto:Stefan Klump)

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Bergpredigt, Stankt Michaelis, Hof


Inhalt

Taufe Jesu, Petrikirche, Kulmbach

Herrenhuter Stern in der Petrikirche, Kulmbach


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Der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht: Die Wallfahrtsbasilika Gößweinstein im Weihnachtsschmuck.

Wir danken allen Pfarreien und Dekanaten für ihre Unterstützung!


ECHTgemixt 3,2 Millionen Besucher belegen den Erfolg

EU-Gütesiegel für „Bamberger Hörnla“

Seit 20 Jahren bereichert die Konzert- und Kongresshalle das kulturelle und wirtschaftliche Leben der Welterbe-Stadt Bamberg. Rund 3,2 Millionen Besucher und beinahe 6.000 Veranstaltungen belegen eindrucksvoll den Erfolg.

Die „Bamberger Hörnla“ stehen unter Schutz. Die Bamberger Kartoffelsorte darf künftig das EU-Gütesiegel „Geschützte geographische Angabe“ tragen. Die Europäische Kommission hat den Antrag auf Eintragung in das entsprechende Register gebilligt. So wird eine Kartoffel als regionale Besonderheit geschützt. Die Eintragung gilt auch für die Namen „Bamberger Hörnchen“ und „Bamberger Hörnle“. Um das blau-gelbe EU-Siegel zu tragen, müssen die Kartoffeln in Franken angebaut worden sein. Auch die Pflanzkartoffeln müssen von dort stammen.

Dass er mit dieser Einschätzung Recht hatte, haben die vergangen 20 Jahre auf eindrucksvolle Weise unter Beweis gestellt. Bei einem Pressegespräch in der „Regnitz-Lounge“ würdigten Oberbürgermeister Andreas Starke, Hallen-Geschäftsführer Horst Feulner und der Intendant der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie, Marcus Axt, die hervorragende Entwicklung des „Geburtstagskindes“ und die positiven Folgewirkungen der damaligen Großinvestition (60 Mio. DM) für das wirtschaftliche und kulturelle Leben in der gesamten Region.

Gesamtnote „sehr gut“ – Laura Pflaum vom Baur Versand ist Bayerns beste Kauffrau im Groß- und Außenhandel 2013 Im Ausbildungsberuf Kauffrau im Groß- und Außenhandel ist Laura Pflaum, 22, vom Baur Versand in diesem Jahr Bayerns beste Absolventin. Mit 98 von maximal 100 erreichbaren Punkten und der Gesamtnote „sehr gut“ konnte sie allein im Freistaat Bayern ganze 2.361 andere Kaufleute dieses Ausbildungsberufs hinter sich lassen. Das Besondere an Laura Pflaums Werdegang: Seit September 2010 hat sie nicht nur Kauffrau im Groß- und Außenhandel mit der Fachrichtung Großhandel gelernt, sondern als Duale Studentin

Mit dem Kinderwagen durch die Fränkische Schweiz – Wandern mit den Kleinsten Wandern ist eine dieser kleinen Freuden, die uns Glücksmomente bescheren können – und das noch dazu kostenlos. Es müssen keine schweißtreibenden, anstrengenden Tagesmärsche sein. Auch kleine kurze Routen, mit einem an die eigenen Bedürfnisse angepassten Tempo können das Wohlfühlbarometer in die Höhe zu treiben. Nun können auch Eltern/Großeltern von Babys oder Kleinkindern diesen kleinen Freuden nachgehen. Seit kurzem

gleichzeitig auch an der Fachhochschule Hof Betriebswirtschaftslehre studiert. „Dieses kombinierte Bildungsmodell ‚Berufsabschluss und Hochschulstudium‘ hat mich aufgrund des starken Praxisbezugs und des hohen Stellenwerts, den eine IHK-Ausbildung in Deutschland genießt, gereizt. In nur rund 4,5 Jahren kann ich also eine IHK-Ausbildung und ein Bachelor-Studium abschließen.

gibt es ein Kinderwagen-Wanderbuch für Bamberg und die Naturparks Fränkische Schweiz, Haßberge und Steigerwald mit einer Vielzahl an kinderfreundlichen Angeboten. Auch familiengerechte Radtouren sind dabei. Es sind diese „Natur“-Ziele, die kleinen Erholungsgebiete, die – ohne viel Aufwand und große Kosten – ein bisschen Urlaub in den Alltag mit einem Baby hereinholen. Neben den klassischen Frühlings- und Herbstrouten, die üblicherweise in Wanderbüchern zu finden sind, findet man hier Vorschläge für jede Witterungslage. Bernd Deschauer Kinderwagen-Wanderungen Fränkische Schweiz | Bamberg ISBN: 978-3-902939-03-6 Wandaverlag | 14,90 Euro

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Coburger Kongresshaus Rosengarten feiert Doppeljubiläum

Motor-Nützel übernimmt drei Autowelt König-Betriebe Die Motor-Nützel Unternehmensgruppe übernimmt ab Oktober 2013 die Betriebe der insolventen Autowelt König in Hof und Himmelkron. Motor-Nützel übernimmt das Volkswagen Zentrum Hof in der Erlhofer Straße, das Audi Zentrum Hof in der Kulmbacher Straße und auch die Niederlassung in Himmelkron in der Bahnhofstraße. Die Hersteller Audi und VW hatten sich ebenfalls für eine Übernahme der insolventen Autowelt König Standorte im Marktgebiet Hochfranken durch die Motor-Nützel Gruppe ausgesprochen. Die organisatorische und personelle Neuausrichtung der Betriebe und die Investitionen, die die Hersteller erwarten und die nun mit der Übernahme entstehen, kann nur ein stabiler und starker Partner schultern.

Nachwuchs im Tierpark Röhrensee Erstmals die Nachzucht eines Rosaflamingos gelungen Eigentlich gehören die Flamingos schon seit den Anfangszeiten des Tiergeheges zum gewohnten Bild des Röhrenseeparks – auf Nachwuchs ließen die eleganten Vögel jedoch über viele Jahre warten. Jetzt freuen sich die Mitarbeiter des Stadtgartenamtes über den ersten in Bayreuth aufwachsenden Flamingo.

Startschuss für Regiomino – besser von hier In Bamberg und Umgebung startete im September mit www. regiomino.de ein innovatives Regionalvermarktungsprojekt. Verbraucher können die regionalen Spezialitäten verschiedener Erzeuger auf einer Internetplattform einkaufen und sich diese einfach und bequem liefern lassen. Damit startet in Bamberg ein innovatives Vermarktungsinstrument für regionale Lebensmittel, das zusammen mit der Regionalkampagne Bamberg umgesetzt wird: www.Regiomino.de, die Internet-Handels plattform für regionale Erzeugnisse. 50

Echt Oberfranken

Doppel-Jubiläum am Berliner Platz in Coburg: 1962 wurde das erste Kongresshaus im Rosengarten eingeweiht; 1987 wurde das Kongresshaus Rosengarten im heutigen Gewand eröffnet. Drei Jahre dauerte der Umbau, rund 22 Millionen D-Mark betrugen die Baukosten. Seitdem beweist das kleine, aber feine Haus, dass man auch außerhalb der Ballungsräume komfortabel tagen kann. In neun unterschiedlich großen Tagungsräumen, die sich zum Teil miteinander verbinden lassen, fühlen sich kleine Konferenzgruppen ebenso wohl wie 1.000 Besucher einer Großveranstaltung. „Wir können durch unsere Flexibilität für nahezu jedes Ereignis ein maßgeschneidertes Konzept anbieten“, macht Kongresshaus-Leiterin Karin Schlecht deutlich.

Schon 2012 wurde überraschend ein Ei gelegt, das jedoch beschädigt war. In diesem Jahr hatten die Tierpfleger des Stadtgartenamtes aber rechtzeitig Vorkehrungen getroffen und im Schutzhaus einen Bruthügel aus Erde errichtet. Flamingos brüten in freier Natur auf selbst errichteten Erdhügeln, die die Eier und Jungvögel vor Wasserstandsschwankungen am Gewässerrand schützen. Am Röhrensee wurde die Mühe der Pfleger Anfang August belohnt: der Hügel wurde angenommen und ein Ei gelegt, aus dem nach genau einem Monat Brutzeit der lang ersehnte Nachwuchs schlüpfte. Das Jungtier entwickelte sich unter der Fürsorge seiner Eltern prächtig. Flamingos füttern ihre Jungen in den ersten Wochen mit einer Nährflüssigkeit, die in der Speiseröhre gebildet wird und auch Blut enthält.

Wie Volker Heise, Geschäftsführer von Regiomino erläuterte, kann man die Plattform als das virtuelle Schaufenster der kleinen und mittelständischen Erzeuger in der Region bezeichnen. Der besondere Nutzen für den Verbraucher liegt auf der Hand: „Früher hat man alle Erzeuger einzeln nach ihren einzigartigen Produkten abklappern müssen. Bei Regiomino findet man ein attraktives, regionales Angebot, aus dem man bequem von zu Hause aus auswählen, bestellen und sich liefern lassen kann“, meint Volker Heise.


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Der Jazz geht mit dem Verein in den Keller Im August 1974 wurde der bis heute bestehende Bamberger Jazzclub gegründet. Einen Monat später veröffentlichte Frank Zappa sein Live-Album „Roxy & Elsewhere“. Auch der amerikanische Konzeptmusiker wandte sich zu einer Zeit dem Jazz zu, als dieser schon mehrfach totgesagt war und ließ per Platte wissen: „Jazz ist nicht tot, er riecht nur komisch.“ – Jetzt hat Oliver van Essenberg die Geschichte des „Jazz Keller Bamberg“ verfasst. Auf 128 Seiten mit 88 Abbildungen werden bestimmt viele Erinnerungen an spektakuläre Konzert wieder lebendig. Zu dem Buch gehört eine Audio-CD. Selekt Verlag Bamberg, ISBN 978-3981379945, 19,95 Euro.

Erste Süßholz-Ernte in der Domstadt Drei Jahre nach dem Anbau wurde das erste Bamberger Süßholz geerntet. Es handelt sich mit rund 250 Quadratmetern um das kleinste der momentan vier Felder der Bamberger Süßholzgesellschaft und bietet so eine gute

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Sensationsfund auf der Frankenalb – Bamberger Archäologen erforschen erste unberührte Schachthöhle Deutschlands Auf der Nördlichen Frankenalb wurde eine bislang unberührte Höhle entdeckt, deren Funde nun vom Team um Dr. Timo Seregély von der Professur für Ur- und frühgeschichtliche Archäologie der Universität Bamberg untersucht werden. Eins steht jetzt schon fest: Die Erkenntnisse werden für die Forschung beispielhaften Charakter besitzen – ist die Höhle doch die erste, die unberührt in Deutschland mit modernster Technik erforscht wird. Entdeckt wurde die Kirschbaumhöhle mit ihren zahlreichen menschlichen und tierischen Knochen im Jahr 2010 von zwei Mitgliedern der Forschungsgruppe Fränkischer Karst e.V.

Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln. Es ist laut Information des Zentrums Welterbe Bamberg die erste Ernte einer größeren Menge des Produkts, für das Bamberg einst europaweit bekannt war, seit mindestens sechs Jahrzehnten. Die Wurzeln werden nach der Ernte zum Gemüsebauversuchsbetrieb der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Galgenfuhr 21, gebracht und dort gewaschen und später getrocknet. Danach werden die Süßholzstangen von Mitarbeitern der Lebenshilfe Bamberg geschnitten und verpackt. Ein Teil des Süßholzes soll auch zu Lakritze weiterverarbeitet werden.

Hofer Wirtschaftspreisvergeben Auszeichnung für Claus Lippert von „Getränke Lippert“

„Kul(tur)-Kids“-Projekt – Studierende betreuen Kinder mit Migrationshintergrund

Der Wirtschaftspreis 2013 der Stadt Hof wurde an Claus Lippert vom Unternehmen Getränke Lippert vergeben. Anlass war das Hofer Wirtschaftsforum am Theresienstein, das die Stadt Hof bereits zum siebten Mal veranstaltete. Das Unternehmen Lippert gehört heute zu den „Big Five“ in seiner Branche in Deutschland. Das Familienunternehmen ist eingespannt in ein Netz von 120 Partnern und vertreibt mehr als 3.000 Artikel in Hof, in Hochfranken, in der Metropolregion Nürnberg und in weiteren fünf Bundesländern. Insgesamt sorgen 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen täglichen optimalen Betriebsablauf. 400 Getränkefachmärkte sind dem Unternehmen angeschlossen.

Erstmals lobt die Oberfrankenstiftung einen Förderpreis aus, der neben dem Kultur- und Denkmalpflegepreis verliehen wird: Das „Kul(tur)-Kids“-Projekt, das am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur/Didaktik des Deutschen als Zweitsprache entwickelt wurde, um bilingualen Schülerinnen und Schülern zusätzliche Förderung zuteil werden zu lassen, und ihnen Chancengleichheit in Schule und Beruf zu gewährleisten. Das hohe Engagement der Mentorinnen sowie der Projektleiterin, Annette Pöhlmann-Lang, hätte die Durchführung erst ermöglicht.

Echt Oberfranken


Patricia Alberth ist neue Leiterin des Zentrum Welterbe Bamberg (ZWB) Die 36-jährige Patricia Alberth übernimmt die Leitung des Zentrum Welterbe Bamberg (ZWB). Zuvor war sie mehrere Jahre im UNESCO-Welterbezentrum in Paris tätig, wo sie für die Umsetzung der Welterbekonvention in Westeuropa und Nordamerika einschließlich Deutschland zuständig war. Vorab war sie maßgeblich an der Vorbereitung der UNESCO-Nominierung des Fagus-Gropius-Werks beteiligt. Der berufliche Werdegang der studierten Ökonomin und Welterbespezialistin, weist zudem Stationen beim Asien-Pazifik-Büro der UNESCO in Bangkok, bei McKinsey/startsocial in Berlin und beim ZEIT-Verlag in Hamburg auf. Mit auf dem Foto: Bambergs Bürgermeister Werner Hippelius.

Vierhundertstes MORELO Reisemobil Überzeugen mit dem Besonderen Zum 400. Mal verließ Anfang Oktober ein neues First Class Reisemobil, ein MORELO LOFT 79 LX auf Iveco Daily 65C17, die MORELO Fertigungshalle im oberfränkischen Schlüsselfeld. Damit hat MORELO seinen Anspruch, binnen kürzester Zeit nach der Firmengründung vor zwei Jahren einen Spitzenplatz im heiß umkämpften Feld der Luxusreisemobile einzunehmen, eindrucksvoll bestätigt. Mit fünf Modellreihen und einem Marktanteil von über 20 Prozent im Bereich der Reisemobile ab 130.000 Euro steht MORELO heute auf Platz zwei der Herstellerliste.

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Für ein lebendiges Bayern. Wir machen uns stark für die Menschen in der Region und engagieren uns für Gesellschaft, Kultur und Ökologie. www.bayernwerk.de


ECHTgemixt

Seit 1986 vergibt die Stadt Hof im Rahmen der nunmehr seit 47 Jahren von Heinz Badewitz (rechts im Bild) geleiteten Internationalen Hofer Filmtage den Filmpreis der Stadt Hof an eine Persönlichkeit des deutschen Films, die mit dem Festival in besonderer Weise verbunden ist. Die im Festsaal der Freiheitshalle Hof von Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner verliehene Auszeichnung ging dieses Jahr an die österreichische Filmemacherin („Nordrand“), Drehbuchautorin und Produzentin Barbara Albert. In seiner Laudatio verwies der österreichische Autor und Filmemacher Peter Kern (links im Bild), der zwei Jahre zuvor selbst den Filmpreis erhielt, auf die Bedeutung des österreichischen Filmschaffens für sein Land wie auch für das Programm der Hofer Filmtage. Zugleich hielt er ein glühendes Plädoyer gegen

Jobst-von-Brandt-Schule gewinnt bei MICKY MAUS 3.000 € und Finanzstar Dirk Müller kommt nach Waldershof Die Klasse 1/2c der Jobst-von-Brandt-Grundschule Waldershof mit ihrer Lehrerin Daniela Faltenbacher setzte sich mit einer kreativen und eindrucksvollen Bewerbung deutschlandweit gegen über 100 weitere Schulen durch bei einem Wettbewerb der MICKY MAUS-Redaktion und gewann 3.000 Euro.

Bundesweit erster BachelorStudiengang für MTRA Medau-Schule Coburg ist neues Studienzentrum der IB-Hochschule Berlin. Die IB-Hochschule Berlin bietet bundesweit berufs- und ausbildungsbegleitende sowie VollzeitStudiengänge im Bereich der Gesundheitswissenschaften an. In enger Kooperation mit der MedauSchule und berufspraktisch unterstützt durch das Klinikum Coburg und der Praxis für Radiologische

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Echt Oberfranken

Foto: Holger Twele

Filmpreis der Stadt Hof an Barbara Albert

die Übermacht des amerikanischen Mainstream und der großen Kinoketten, gegen die es Filme mit kritischem Blick auf die gesellschaftliche Realität wie die von Barbara Albert immer schwerer haben. Der diesjährige Filmpreis ist nach Doris Dörrie, der Nachwuchsdarstellerin Laura Tonke, Caroline Link und der Schauspielerin Jessica Schwarz der fünfte, der an eine Frau ging.

„MICKY MAUS macht Schule“ – unter diesem Motto fand das bundesweite Gewinnspiel des bekannten Kinderheftes statt. „Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrer Klasse, für welches Projekt oder welchen Zweck Sie das Geld brauchen. Sie können die Bewerbung basteln, malen oder einfach aufschreiben“, so lautete die Teilnahmebedingung. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Dirk Müller, alias Mr. Dax, bezeichnete es auf seiner Internetseite als spektakuläre Bewerbung, die ihn fast vom Hocker gerissen hätte. Ein liebevoll gebastelter Geldsack mit Dagobert Duck und ein eigens geschriebener MICKY MAUS-Song, der von den Kindern gesungen, aufgenommen und auf CD gebrannt wurde, stieß sowohl beim Finanzexperten als auch bei der Redaktion auf Begeisterung. Neben dem 3.000 €-Gewinn für das Einrichten einer Mathewerkstatt an der Grundschule Waldershof kommt der Finanzexperte nach Waldershof und hält für die Klasse 1/2 c von Daniela Faltenbacher eine Doppelstunde zum Thema Geld.

Diagnostik, Strahlentherapie und Radioonkologie, DiaCura, können sich am Studienzentrum Coburg, bundesweit erstmalig, Medizinisch-Technische Radiologie-Assistenten zum Bachelor of Science weiterqualifizieren. Zum Portfolio der IB Hochschule gehören, neben Angewandter Therapiewissenschaft, Gesundheitspädagogik und Medizinischer Radiologie-Technologie die VollzeitStudiengänge Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie sowie ab dem Sommersemester 2014 Angewandte Psychologie / Gesundheitspsychologie.


„Weiber gleich Schnee scheinen am festesten, wenn sie schmelzen.“ Jean Paul

Foto: Eberhard Lantz


OBERFRANKEN – EINE SPANNENDE GESCHICHTE

Der Kurpark von Bad Steben – Ein Gartendenkmal in Oberfranken Nach dem Buch von Dieter Blechschmidt und Martin Brandl, herausgegeben vom Landkreis Hof.

Die erste Wandelhalle von 1837.

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paziergänger, Wanderer und Flaneure sowie neuerdings auch Sportler aller Art schätzen ihn seit über eineinhalb Jahrhunderten: den Kurpark von Bad Steben. Daneben dient er nach wie vor seinem ursprünglichen Zweck, nämlich dem Kurgast und Erholungsuchenden in Bad Steben einen möglichst angenehmen und entspannenden Aufenthalt in wohlgeplanter, aber trotzdem natürlicher Umgebung zu bieten. Wenn auch heute die eng mit der Allee verbundene Funktion des Verdauungsspaziergangs nach der Einnahme der Heilwässer nicht mehr an vorderster Stelle steht, so ist doch der ganzheitliche Ansatz, der Gesundung und Erholung durch Naturaufenthalt zum Ziele hat, aktueller denn je. Im Januar 2010, also genau 200 Jahre nach der Wiederanlage der bis heute in Teilen erhaltenen Allee in der Badstraße, konnte das Verfahren zum Eintrag des Kurparks in die bayerische Denkmalliste im Benehmen mit dem Markt Bad Steben erfolgreich abgeschlossen werden. Der Freistaat Bayern hat damit ein Gartendenkmal gewonnen, das sich

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Echt Oberfranken

würdig in die große Zahl der Baudenkmäler Bayerns (rd. 115.000) einreiht. Eine Besonderheit aber ist schon vorweg zu nennen: In der durchaus überschaubaren Zahl von Gartendenkmälern nehmen speziell die Kurparks einen sehr kleinen Teil ein. Die bayerische Denkmalliste kennt derzeit nur acht Kurparks, die den Status eines Einzeldenkmals, genauer gesagt eines Gartendenkmals, aufweisen. Denkmalrechtlich sind Letztere den Bau- und Kunstdenkmälern gleichgestellt. Vom fachlichen Standpunkt aus müssen dieselben Kriterien vorliegen. Ein Gartendenkmal hat künstlerische, geschichtliche, volkskundliche, städtebauliche oder wissenschaftliche Bedeutung in dem Maße aufzuweisen, dass seine Erhaltung im Interesse der Allgemeinheit liegt. Hinzu kommt, dass natürlich auch ein Garten- oder Parkdenkmal eine „vom Menschen geschaffene Sache“ sein muss, anders als bei einem Naturdenkmal. Konkret bedeutet dies, dass Geländemodellierungen, Wegenetze oder auch charakteristische Parkbauten vorhanden sein müssen.


OBERFRANKEN – EINE SPANNENDE GESCHICHTE

All dies weist der Kurpark von Bad Steben auf. Es ist nachvollziehbar, dass die am Materiellen orientierte Begrifflichkeit auf die Bepflanzung eines Gartens oder Parks nur in sehr beschränktem Umfang Anwendung finden kann. Alle Pflanzen sind dem natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehens unterworfen. Der historische Zustand eines Parks soll trotzdem erhalten bleiben. Anders als bei herkömmlichen Baudenkmälern ist daher der Teilaustausch (Rekonstruktion) bei Bepflanzungen hinzunehmen, er ist anerkannte Methode der gartendenkmalpflegerischen Praxis. Gleichwohl gilt das Augenmerk aber auch der Bestandserhaltung von bauzeitlichen Pflanzungen, die bei entsprechender Pflege gut und gerne mehrere Jahrhunderte überdauern können. Blickt man z. B. auf den Park von Schloss Seehof in Memmelsdorf bei Bamberg, so kann man anschaulich nachvollziehen, wie durch eine über Jahrzehnte währende konsequente Pflegearbeit die Charakteristika des an französischen Vorbildern orientierten Barockgartens trotz gravierender Veränderungen wieder hervorgebracht werden können. Fällarbeiten und

Entfernungen von nicht in das Konzept passenden Bäumen gehörten ebenso dazu wie der Rückschnitt z. B. von Hainbuchenhecken aus dem 18. Jahrhundert, die stark verwildert die Zeiten überdauert hatten und durch ein angepasstes Pflege- und Schnittkonzept im wahrsten Sinne des Wortes wieder in Form zu bringen waren. Bad Stebens Kurpark ist aus geschichtlichen, gartenkünstlerischen und städtebaulichen Gründen ein Gartendenkmal. Diese drei Hauptgründe zu beleuchten und zu erklären, ist ein Kernanliegen dieses Buches, dem wir im Jahr 2011 anlässlich des in Bad Steben abgehaltenen Bayerischen Heimattages einen knappen Artikel in der Zeitschrift „Schönere Heimat“ vorausschicken konnten. Das dabei geweckte Interesse, auch die Nachfrage nach Führungen und Vorträgen zum Kurpark hat uns ermutigt, tiefer in das Thema einzusteigen. (…) Es ist einigermaßen überraschend zu sehen, dass in der Anfangszeit des Bades

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OBERFRANKEN – EINE SPANNENDE GESCHICHTE

in Steben, also um etwa 1780, der Gedanke eines Parks noch überhaupt keine Rolle spielte. In der Romantik schätzte man freilich schon bald den Reiz der Landschaft, denn man hatte ja Zeit, spazieren zu gehen, und Badegäste sollten dies ja auch tun. Diesem Bedürfnis entsprach die Anlage der Allee, die mit Fug und Recht als das Rückgrat des späteren Kurparks bezeichnet werden darf. Mit dem steigenden Erfolg des Bades stiegen auch die Erwartungen der zunehmend in größerer Zahl anreisenden Kurgäste. Rasch kam die gesellschaftliche Komponente des Sehens und Gesehenwerdens und der Repräsentation hinzu. (…) Damit war die Idee eines Kurgartens geboren. Elegante Paare in Biedermeiertracht vor dem klassizistischen Badehaus Leo von Klenzes, durch zeitgenössische Stiche publik gemacht, vermittelten etwas vom Glanz des jungen Badeortes und seinem ersten, nach 1840 angelegten

Kurgarten. Entwicklung und Aufschwung des Bades, das zwischenzeitlich verpachtet war, aber 1890 wieder in den Schoß des bayerischen Staates zurückkehrte (bei dem es bis heute geblieben ist), erkennt man auch an den schrittweisen Erweiterungen des Parks. Diese sind, wie die zahlreichen Archivbelege beweisen, im Wesentlichen dem schon erwähnten Arthur Singer und seinem Sohn Wolfgang aus Bad Kissingen zu verdanken. Beide dürfen heute zu Recht als die Hauptschöpfer des Kurparks betrachtet werden. Die Singers formten ihn nach Ideen des englischen, aber auch des spätromantischen Landschaftsparks. Die Wiederentdeckung dieser beiden Gartenkünstler ist auch vor dem Hintergrund ihrer Verantwortlichkeit für die Kurparks von Bad Kissingen und Bad Brückenau von hoher Bedeutung für die Geschichte des Parkbaus in Bayern und wird hier erstmals dargelegt. Der Blick auf die Geschichte

Auf dem Plan vom Juli 1889 ist das Wegesystem modifiziert und erweitert. Der Alleegedanke ist zugunsten von Baumgruppen reduziert.

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Echt Oberfranken


OBERFRANKEN – EINE SPANNENDE GESCHICHTE des 20. Jahrhunderts zeigt schließlich, wie nachfolgende Generationen mit dem Kurpark umgingen, wo Probleme beim Erhalt und in der Pflege auftauchten und wie die Singer’schen Konzepte modifiziert wurden. Trotz dieser wechselvollen Geschichte lassen sich die Entstehungsphasen des Parks gut in die Hauptrichtungen der Gartengeschichte einordnen. (…) Natürlich wird der Kurpark nicht nur durch seine Geschichte geprägt. Man versteht den Park mit seinen Heilquellen nicht ohne die Grundlagen der Geologie, mit der daher unsere Darstellung beginnt. Von hoher Bedeutung ist die Bepflanzung, die naturgemäß das prägendste Element eines Parks bildet. So weit als möglich werden daher historische Bepflanzungslisten zitiert, aber auch der aktuelle Baumbestand wird im Anschluss an die Parkgeschichte exemplarisch dargestellt. Der Blick für den Wert und die Besonderheit der Topografie und der Gehölze soll so geschärft werden. Im Weiteren ist es ebenso lehrreich wie spannend zu verfolgen, wie der Kurpark in der Bäderund Reiseführerliteratur beworben wurde. (…) Die Betrachtungen des Badelebens und der Badegebräuche, die immer eng mit dem Park im Zusammenhang standen, sowie die Würdigung zweier ganz besonderer Kurgäste, Jean Paul und Bert Brecht, runden das Gesamtbild ab. Die Bauten des Kurwesens, also das Badehaus, die Therme, die Wandelhalle, das Kurhaus sowie die Hotelanlagen werden hier vor allem aus Platzgründen nicht eingehender behandelt. Wo nötig, wird aber auf Entstehungszeit und Architekt hingewiesen. (…)

Wolfgang Singer mit Familie (Mitte 1926)

Die Väter des Kurparks Arthur Andreas und Wolfgang Singer, die (…) Schöpfer des Unteren Kurparks, werden in dem Bildband ausführlich vorgestellt. Da man sich auch bei der Anlage des Oberen Kurparks an ihrem Stil orientierte und Wolfgang Singer (…) später den Kurgarten überformte und bereicherte, ist ihnen mit Fug und Recht die heutige Parkgestaltung im Wesentlichen zu verdanken. Andreas Arthur und Wolfgang Singer eint der frühe und unmittelbare Kontakt zu

Beliebtes Bildmotiv: Die „Brunnenmadla“ reichten das Heilwasser.

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OBERFRANKEN – EINE SPANNENDE GESCHICHTE landschaftlich harmonisch gestalteten Räumen, sei es Wiesentheid oder Bad Brückenau. In beiden Orten waren es die großzügig angelegten, mit eben dieser Landschaft verschmelzenden Parkanlagen, die ihnen die ersten beruflichen Prägungen verliehen. Beim Vater musste die handwerklich orientierte Ausbildung noch genügen. Ihm gelang es aber durch Kontakte mit den großen Vertretern seiner Zunft entweder auf persönlicher Ebene (Carl von Effner) oder durch Umsetzung von Parkplänen (Peter Joseph Lenné) Wissen und Erfahrung dergestalt zu vertiefen, dass man ihm mit Fug und Recht seitens des bayerischen Staates die Verantwortung für die unterfränkischen Kurparkanlagen übertragen konnte und diese später auch auf Bad Steben ausweitete. Der Sohn erhielt die besten Ausbildungsmöglichkeiten seiner Zeit und nutzte systematisch die sich ihm bietenden Weiterbildungsmöglichkeiten. Er trat zunächst in die Fußstapfen des Vaters, erarbeitete sich aber bald ein größeres Aufgabenspektrum (z. B. Sport- und Golfanlagen), was in den Notwendigkeiten einer langsam sich entwickelnden „Freizeitgesellschaft“ lag. Wolfgang Singer kommt für Franken das Verdienst zu, die großen Traditionen der Landschaftsparkgestaltung, genährt aus preußischen, aber auch bayerischen Quellen, in das frühe 20. Jahrhundert getragen zu haben. n

auf einer Postkarte um 1930.

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Echt Oberfranken

Arthur Andreas Singer, wohl um 1900.

Der Kurpark von Bad Steben Ein Gartendenkmal in Oberfranken Dieter Blechschmidt, Martin Brandl, Landkreis Hof ISBN-10: 3795427568, 32,90 Euro


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Von ostpreußischen Tugenden und fränkischer Lebensart – Dr. Willy Sander lebt mit 103 Jahren als ältester Bürger in der Domstadt Bamberg von Iris Kroon-Lottes


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in hohes Lebensalter ist auch für Wissenschaftler etwas Besonderes. Viele Hundertjährige leben noch selbstständig und selbstbestimmt. Sie sind heute geistig und körperlich fitter als frühere Generationen, das belegt eine repräsentative Untersuchung von Forschern der Universität Heidelberg. So sind etwa im Vergleich zu einer ersten Studie vor zehn Jahren mehr von ihnen in der Lage, selbstständig zu essen, Mahlzeiten zuzubereiten oder Geldangelegenheiten zu regeln. Mehr als 80 Prozent der Hundertjährigen sind mit ihrem Leben zufrieden. Einer von ihnen ist Dr. Willy Sander aus Bamberg. Bereits als junger Mann verschrieb er sich ganz der Wissenschaft. Heute lebt er mit 103 Jahren noch immer in seiner eigenen Wohnung. Dr. Willy Sander sitzt aufrecht auf einem Stuhl am Fenster in seinem geräumigen Wohnzimmer. Sobald er mich sieht, steht er auf, um mich zu begrüßen. Interessiert mustert er meine Kamera-Ausrüstung und das Aufnahmegerät. Technische Geräte interessieren ihn heute noch. Auch wenn Willy Sander schon lange nicht mehr in seinem ehemaligen Beruf und seiner großen Leidenschaft, dem Vermessungswesen, tätig ist, spürt man den Wissenschaftler in ihm. Eine ehrgeizige, berufliche Laufbahn liegt hinter ihm, mit 103 Jahren gilt er als ältester männlicher Bürger Bambergs. Doch das Privileg des hohen Alters scheint ihn wenig zu beeindrucken. Er hat viel erlebt in seinem langen Dasein, Weltkriege, Entbehrungen, Neuanfänge und eine beeindruckende berufliche Karriere haben sein Leben bestimmt. Er sei immer ein bodenständiger Mensch gewesen, sagt er heute. Für sein persönliches Wohl und sein hohes Alter gebe es kein Spezialrezept: „Ich habe immer sparsam und nie über meine Verhältnisse gelebt. Alkohol gab es nur selten und geraucht habe ich kaum, außer in meiner Studentenzeit“, erinnert er sich bedächtig. Wenn Willy Sander auf sein langes und bewegtes Leben zurückschaut, denkt er oft genau nach, bevor er auf Fragen antwortet. Hätte er noch einmal die Chance dazu, würde er vielleicht ein anderes Lebensmotto wählen: „Könnte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich mehr auf meine Gesundheit achten und meine Kräfte besser verteilen“, erklärt er nachdrücklich. Doch vielleicht ist genau das das Geheimnis von Menschen, die ein hohes Alter erreichen: Sie zehren von ihrer Geradlinigkeit, einer bemerkenswerten Zielstrebigkeit und der Fähigkeit, Situationen und Schicksalsschläge anzunehmen, ohne daran zu zerbrechen. Ernste Erinnerungen löst Willy Sander mit Humor und einem charmanten Lächeln auf, Gefühle behält er lieber für sich. Wenn er von seiner beruflichen Laufbahn als Diplom-Ingenieur für Geodäsie erzählt, strahlen seine Augen und er erinnert sich an viele Details. „Beruflicher Erfolg war mir von Anfang an sehr wichtig. Dafür habe ich viel gearbeitet in meinem Leben.“

 Willy Sander mit seiner Tochter Helga in seiner Bamberger Wohnung.

Zum 100. Geburtstag würdigten viele Freunde, Bekannte und ehemalige Weggefährten den Ehrentag von Willy Sander: die Bamberger Bäcker (Foto oben), Anton Hepple, Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung Oberfranken (Foto Mitte, links), und Dr. Franz Schlosser, Vorsitzender des Deutschen Vereins für Vermessungswesen e.V. in Bayern, und Jutta Ebeling, Tochter seines bereits verstorbenen Freundes und Fachkollegen Dipl.-Ing. Kurt Ebeling (Foto unten).

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Inhalt

Willy Sander bei seiner Hochzeit 1950 in Bamberg mit seiner – in schwarz gekleideten, da verwitweten – Braut Irmgard Neller, im Flurbereinigungsamt Bamberg als Spezialist des Fachgebietes der Luftbildvermessung, beim Kinderfasching 1957 mit seinen Kindern und seiner Frau, sowie im Hause Neller, wo Willy Sander nach dem Krieg eine Wohnung bezog und viel und gerne musizierte.

Von Preußen nach Bamberg Als ältestes von drei Kindern wird er 1910 in Groß Nattatsch im äußersten Nordosten in Ostpreußen geboren. Preußische Tugenden wie Bescheidenheit, Disziplin und Fleiß wurden ihm sozusagen in die Wiege gelegt. Sein Vater arbeitet als Lokomotivführer, seine Mutter kümmert sich um die Erziehung der Kinder und führt den Haushalt. In den Wirren des Ersten Weltkrieges zieht die Familie nach Allenstein, der heutigen polnischen Stadt Olsztyn um, wo Willy Sander sein Abitur am Kopernikus-Gymnasium absolviert. Seine Stärken liegen im mathematischen und technischen Bereich, deshalb beginnt er 1930 das Studium an der Technischen Universität in Berlin und belegt Geodäsie. Dieses Fachgebiet gehört auch heute noch zu den Ingenieurswissenschaften, die sich mit der Auswertung und Abbildung der Erdoberfläche beschäftigen. „Das hat mir gelegen, in der Schule wurde ich immer gelobt für meine Leistungen in Mathematik; da lag es nahe, mich für ein technisches Fachgebiet zu entscheiden“, erinnert sich Sander. Er macht seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur, bekommt im Berliner Reichsamt für Landesaufnahme im Vermessungs-, Luftbild-

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Echt Oberfranken

und Kartenwesen eine Anstellung. Gleichzeitig bereitet er seine Promotion vor. Die kann er gerade noch beenden, bevor er 1941 in den Kriegsdienst eingezogen wird. Als Soldat muss er die Grundausbildung absolvieren und wird wegen seiner besonderen Ausbildung zum Offizier befördert. „Wir haben Karten erstellt und ausgewertet. Das war natürlich eine sehr wichtige Tätigkeit im Krieg. Was heute Satelliten vorgeben, haben wir früher mit unseren technischen Geräten erarbeitet. Aber ich habe mich immer nur für die wissenschaftlichen Hintergründe interessiert und nicht für die politischen Verhältnisse“, sagt er nachdenklich. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs gerät er in Kriegsgefangenschaft der Amerikaner und landet schließlich in Bamberg. Die damals feindlichen Alliierten erkennen das Talent und die Fähigkeiten des jungen Gefangenen und setzen ihn wieder in seinem Fachgebiet ein. „Die haben uns gleich kassiert und uns im ,Land Survey Office‘ wo das Kartenmaterial der Amerikaner verwaltet wurde, arbeiten lassen“, erinnert sich Sander. Als Fachmann für die Auswertung von Kartendaten ist er ein wichtiger Spezialist für die Verbündeten. Als sich das amerikanische Amt einige Jahre später auflöst, beschließt Willy Sander, in seiner neuen Heimat Bamberg zu bleiben. „Ich


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bin langsam Franke geworden.“ Er lernt seine Frau Irmgard Neller kennen, die in der Unteren Königsstraße den HefeGroßhandel ihres Vaters Joseph Neller, der bereits vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gestorben ist, gemeinsam mit ihrer Mutter führt. Willy Sander bezieht ein Zimmer im sogenannten „Nellers Haus“, wo seine zukünftige Schwiegermutter manchmal kulturelle Abende mit bekannten einheimischen Musikern und Solisten veranstaltet. „Meine Frau hatte eine sehr schöne Stimme und gerne bei solchen Veranstaltungen gesungen“, sagt er und lächelt. Das Paar bekommt drei Kinder und Willy Sander startet seine Karriere im Flurbereinigungsamt in Bamberg, während seine Frau weiterhin den Großhandel für Hefe und später auch für Bäckereibedarf betreibt. An seinen Feierabenden hilft er ihr bei den Abrechnungen und steuerlichen Fragen. Er spezialisiert sich auf das Fachgebiet der Photogrammetrie und schafft es, mit Hilfe der Luftbildmessung die Flurbereinigung gerade in den ländlichen Bereichen schneller neu zu strukturieren. 1973 tritt er als Leitender Baudirektor in den Ruhestand und bekommt vier Jahre später für sein berufliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Doch statt seine freie Zeit zu genießen, steigt er in das Familiengeschäft ein und wirkt dort bis vor wenigen Jahren. Noch heute erkundigt er sich bei seinem Sohn Harald, der die Leitung des Großhandels übernommen hat, nach den geschäftlichen Fortschritten.

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Als seine Frau Irmgard Sander 2001 stirbt, hat er bereits eine lebensbedrohliche Gehirnblutung überstanden. Auch einen Schlaganfall vor zwei Jahren verkraftet er ohne größere gesundheitliche Nachteile. Dr. Willy Sander lebt auch mit 103 Jahren in seiner eigenen Wohnung nahe der Bamberger Innenstadt. Bis vor zwei Jahren bereitete er sich noch selbst sein Frühstück und Abendessen, heute sorgt eine Köchin für sein leibliches Wohl und eine Pflegekraft hilft ihm im Haushalt. „Mein Vater war immer sehr hart mit sich selbst und hat nach seinen Vorstellungen und Vorsätzen gelebt. Er ist auch heute noch diszipliniert und bodenständig“, sagt seine Tochter Helga Sander. Wie fast jeden Samstag kommt sie den weiten Weg von ihrem Wohnort in Tuttlingen nach Bamberg gefahren, um Zeit mit ihrem Vater zu verbringen. Beide sind ein eingespieltes Team, trinken gemeinsam Kaffee und machen auch noch kleine Ausflüge. „Erfolg stand bei mir immer im Vordergrund“, gibt Willy Sander zu, „ich wollte immer ausprobieren, was ich erreichen kann.“ Seit 1973 hat er keinen Urlaub mehr gemacht; zu groß war die Angst, davon einen beruflichen Nachteil zu erleiden. „Könnte ich mich heute noch einmal entscheiden, dann würde ich mich nicht für den Beruf, sondern für das Leben entscheiden“, lautet sein Resümee. Für diese Einsicht hat er sich viel Zeit gelassen. n

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Der Zauber des Pling-Plong – Franz Tröger ist Europas einziger Spieluhrvirtuose von Gudrun Schury

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pieluhren gibt es in Souvenirläden oder im Spielwarenhandel. Sie besitzen ein Spielwerk, dazu einen Aufziehmechanismus oder eine kleine Kurbel. Wenn man diese betätigt, erklingt z. B. „Eine kleine Nachtmusik“. Oder die Spieluhr ist in einem Plüschmond versteckt und begleitet das Baby mit Wiegenliedern in den Schlaf. Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass eine Spieluhr ein anspruchsvolles Instrument sein kann, mit dem sich poeti-

sche, lustige, verträumte oder sogar wilde Musik erzeugen lässt. Franz Tröger, studierter Pianist, Komponist, Musikwissenschaftler und Historiker, ist der Einzige in Europa, der Stücke für dieses Instrument zugleich komponiert und aufführt. Der gebürtige Kemptener lebt seit einigen Jahren in Bamberg, und das gern, wie er versichert. Für ECHT Oberfranken plaudert er aus dem Nähkästchen.


Menschen und kultur Ich sage so einfach „Stücke komponieren“ … Wie schreibt man Musik für eine Spieluhr? Hm, man muss eher sagen: Wie stanzt man Musik? Denn sie wird nicht, wie beim Komponieren sonst üblich, erst auf Notenpapier oder am PC notiert. Also, zuerst braucht man eine Idee. Das ist etwas metaphysisch, und der Weg dahin ist immer anders. Begleiter auf diesem Weg sind Aus-dem-FensterSehen, Herumklimpern auf dem Klavier, Ablenkungen wie Kühlschrank, tagesschau.de oder Aufräumen. Irgendwann nimmt dabei im Kopf eine Idee zaghaft Form an. Dann nehme ich mir eine Lochkarte und fange an, die Löcher für die ersten Takte mit Bleistift vorzuzeichnen – jedes Loch ein Ton. Die paar Takte stanze ich zur Probe, dann zeichne ich den Rest vor und stanze den dann auch.

Du hast viele Solostücke auf Lager mit so poetischen Titeln wie „Zungenparade“; eine Serie heißt „99 Zugaben für alle Gelegenheiten“. Damit trittst du überall auf, besonders gern hier in der Region, ob in Bamberg, Bayreuth, Kulmbach, Weismain, Königsfeld oder Heroldsbach. Überall lieben die Zuhörer das Schauspiel, wenn du mit Pokerface einen Streifen einlegst, die „Zugabe Nr. 37a“ ankündigst und dann die Kurbel antreibst, bis der Streifen mit leisem Rascheln zu Boden fällt. Beim Auftritt vor Kindern hört man dann gelegentlich: „Jetzt noch mal schneller!“ Geht das überhaupt? Wie werden denn bei dir Tempo und Rhythmus erzeugt? Den Rhythmus stanze ich mit den verschiedenen Abständen der Löcher. Das Tempo aber ist das einzige, womit ich beim Kurbeln Abwechslung erzeugen kann. Wie Gas und Bremse.

Wie lang und breit ist denn so ein Streifen? Meine sind je nach Spieluhr zwischen 4 und 7 cm breit. Die Länge hängt vom Stück ab. Ich habe welche mit 15 cm und welche mit 10 m. Das eine dauert 10 Sekunden, das andere eine Viertelstunde.

Außer als Soloinstrument dient die Spieluhr auch als Begleiter von Liedern. Ich könnte mir vorstellen, dass sich eine Ballade von Schiller nicht so zum Vertonen eignet, oder? Schiller – warum nicht? Habe ich noch nie probiert. Ich bevorzuge eigentlich kurze, prägnante Texte von modernen Autoren. Mit Pointe. Robert Gernhardt geht da gut, F. W. Bernstein, Karlhans Frank. Ich schreibe für meine Programme auch fast immer einen Kanon für alle zum Mitsingen.

Das stelle ich mir lustig vor, wenn du – wie früher die Zugschaffner – mit deiner Zange lauter Löcher stanzt. Ja, und die Negativtöne, die dabei runterfallen, muss man hinterher zusammenfegen. Es ist auch nicht ganz leise; ein paar Mal habe ich in der Eile was im ICE stanzen müssen, das Knipsen nervt die Mitfahrer. Und wenn der Streifen fertig ist, geht es an die Korrekturen. Falschlöcher werden mit Tesa überklebt. Ich habe eine 33-tönige Spieluhr, bei der die Linien sehr eng beieinander liegen. Wenn man da nur um Millimeterbruchteile verrutscht, passt es nicht mehr. Dementsprechend steigt der Tesa-Verbrauch. Neuerdings zwinge ich mich sogar zu einer Brille. Kannst du eigentlich jedes Stück auf deiner Spieluhr spielen, auch einen Wiener Walzer? Tja, da gibt es ziemlich enge Grenzen. Die meisten meiner Spieluhren haben nur 20 Töne. Und die sind nur diatonisch, die schwarzen Tasten vom Klavier gibt es sozusagen gar nicht, nur weiße. Die Lautstärke ist immer dieselbe, und so etwas wie Artikulation gibt es auch nicht. Aber genau das reizt mich: Was lässt sich aus einem Instrument, das wenig kann, herausholen? Noch mal genauer zur Erzeugung der Töne: Du hast einen Streifen gelocht mit der von dir komponierten Melodie. Was passiert im Inneren der Spieluhr, damit wir dann dieses „Pling-Plong“ hören? Das ist gewissermaßen geheim, zumindest kann man es nicht sehen. Die Löcher der Lochkarte greifen innen in ein Zahnrad, das vier Zähne hat. Einer hängt im Loch, einer reißt an einer von 20 Metallzungen – das Pling – und zwei laufen leer und sind nur dafür da, damit auf das nächste Loch wieder ein Zahn warten kann.

 Foto: Sebastian Hopp

Man konnte dich bereits auf verschiedenen Bühnen sehen, so im Bamberger E.T.A.-Hoffmann-Theater. Ist die Spieluhr nicht zu leise für das große Haus? Ach, mit einem fetten Verstärker dran geht das. Ich spiele da aber nicht nur Spieluhr, sondern auch Klavier. Und für Neues bin ich immer zu haben. Neulich habe ich in der Bamberger Alten Hofhaltung Akkordeon gespielt. Und bei einer Lesung in Coburg zu Luther-Flüchen zusammen mit Rolf-Bernhard Essig hat er zur Blockflöte gegriffen und ich zur Posaune, und wir haben Choräle geblasen. Und du singst auch bei deinen Auftritten. Nur wenn es sich nicht vermeiden lässt. Lieber nehme ich mir gute Sänger mit, zum Beispiel Patrick L. Schmitz oder Nadine Panjas vom Bamberger Theater. Wenn ich nicht Spieluhr spiele, mache ich lieber etwas mit Requisiten. Bei einer Wilhelm-Tell-Lesung habe ich eine Bauklötzchenburg mit großem Getöse niedergerissen. Oder ich rasple Zwieback, wie bei einer Lesung mit Nora Gomringer. Du hast Auftritte bei Festivals, Hochzeitsfeiern, Fernsehund Rundfunksendungen, in Theatern, Schulen, Museen, Buchhandlungen, und das in ganz Deutschland … Was bedeutet es dir, in Bamberg zuhause zu sein? Ich bin jetzt erst fünf Jahre hier und fühle mich trotzdem schon sehr heimisch. Diese Stadt hat mich mit offenen Armen aufgenommen, und ich bin ihr dankbar dafür. n

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Oberfranken in der Sprechblase – Dr. Erika Fuchs aus Schwarzenbach an der Saale lehrte Donald Duck deutsch. Jetzt wird der Comic-Übersetzerin und ihren gezeichneten Stars ein Museum gewidmet. von Andrea Herdegen


Hier entsteht das Erika-Fuchs-Haus.

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m nordöstlichen Zipfel von Oberfranken liegt Entenhausen. Schwarzenbach an der Saale nämlich ist die deutsche Heimat der aufgeweckten Entenfamilie und ihrer Freunde aus den Donald-Duck-Comics. Das liegt an einer prominenten Bürgerin der Kleinstadt: Dr. Erika Fuchs (1906 – 2005) lehrte Donald Duck deutsch. Die kreative Wortschöpferin legte dem lustigen Enterich im Matrosenanzug deutschen Sprachschatz in die Sprechblase. Mehr als fünf Jahrzehnte lebte Fuchs in Schwarzenbach im Landkreis Hof und übersetzte ab 1951 sämtliche DisneyComics, die in Deutschland erschienen. Oberkotzau, Schnarchenreuth, Wurlitz, der Ochsenkopf, der Waldstein und das Höllental sind von Erika Fuchs in die Duck-Geschichten geschmuggelt worden. Auch heimische Bäckereien, Metzgereien, Wirtshäuser und Handwerker sowie die „Wattefabrik“ Sandler wurden darin verewigt. Um ihre Leistung zu würdigen und einen Einblick in die Welt der Comics zu geben, wird nun an ihrer langjährigen Wirkungsstätte ein ungewöhnliches Museum gebaut, das den Namen von Dr. Erika Fuchs trägt. Bereits zum Wiesenfest im Juli war die Grundsteinlegung mitten in der Altstadt. 4,4 Millionen Euro wird das Projekt kosten, allerdings gibt es eine Förderung von 90 Prozent. Im Frühsommer 2014 soll das Erika-Fuchs-Haus eröffnet werden. Die zukünftige Museumsleiterin, Dr. Alexandra Hentschel, hat bereits Anfang des Jahres ein Büro im Rathaus bezogen. „Es ist eine tolle Aufgabe und eine große Chance für mich, dieses neue Haus mit aufzubauen.“ Grund genug, mit ih-

Erika Fuchs hat den berühmten Mickey-Mouse-Figuren ihren deutschen Slang verpasst.

rer ganzen Familie aus Hamburg ins beschauliche Schwarzenbach zu ziehen. „Ich fühle mich hier wohl“, sagt sie. „Es ist eine lebenswerte Stadt.“

Lautere Donaldisten Unterstützung erhält Hentschel von Gerhard Severin, einem begeisterten Donaldisten. Der Richter ist 33. Präsident von D.O.N.A.L.D. (Deutsche Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus). 2008 ließ er sich von Ingolstadt ans Hofer Amtsgericht versetzen, zog nach Schwarzenbach, um hier das Museum aufzubauen. „Ich wollte meine private Ausstellung, die aus etwa 3.000 Figuren und Sammelstücken sowie aus 6.000 Heften und Literatur aus dem DuckKosmos besteht, öffentlich zeigen.“


Menschen und kultur

Gerhard Severin ist unverbesserlicher Donaldist.

Er sammelt seit Jahren die ausgefallensten Utensilien.

Seit 19 Jahren sammelt Severin alles rund um die DuckFamilie. Seine Schätze sind Donalde in allen Größen und aus allen möglichen Materialien – aus Plüsch, Gummi, Porzellan, Blech, Zinn, Holz und sogar mit funkelnden Bleikristallen verziert. Über Kuriositäten und Raritäten, wie etwa Donald als dicken Buddha oder als Schallplattenspieler, kann sich der 58-Jährige freuen wie ein Kind. Im neuen Museum wird für seine Kostbarkeiten genügend Platz sein.

Keuch! – Stöhn! – Kreisch! Einen „Mäusebereich“ wird es außerdem geben, denn Erika Fuchs hat ja nicht nur den Duck-Kosmos, sondern die gesamten Mickey-Mouse-Hefte übersetzt. Dabei schuf sie eine ganz eigene Sprachwelt. Ihre sogenannten Erikative (keuch!, stöhn!, kreisch!) sind inzwischen Sprach-Standard, ihre Bezüge zur Literatur sind Meilensteine in der Comic-Welt. „Frau Fuchs hat die jeweilige Stimmung mit nur einem Wort treffend beschrieben“, stellt Gerhard Severin heraus. Ihre Leistung werde nun im Museum gewürdigt. Wann begann die Geschichte des Comics? Diese Frage wird am Anfang der 500 Quadratmeter großen Ausstellung gestellt. Dann kommt die Welt von Entenhausen, die die Besucher selbstverständlich begehen können. Wenn die Gäste möchten, dürfen sie sogar in einen echten Geldspeicher – zum Moneten zählen. Im Zentrum des neuen Hauses steht selbstverständlich Erika Fuchs. Ihr Leben wird von Simon Schwartz aus Hamburg als Comic dargestellt. „Der größte Raum ist der Arbeit von Dr. Fuchs, ihrer Übersetzung, ihrer Lautmalerei und ihrem Arbeitsstil gewidmet. Sie musste ja erst übersetzen und dann das Ganze in die Sprechblase bringen“, erklärt Alexandra Hentschel.

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Am schwersten war wohl, das amerikanische Leben an das deutsche anzupassen. „Sie hat alles für uns verständlich übertragen. Halloween etwa war in den 1960er Jahren bei uns total unbekannt. Deshalb hat sie die Handlung auf den Rosenmontag gelegt. Und schon hat es wieder gepasst.“ Eine Besonderheit von Erika Fuchs war, dass sie Alliterationen liebte: Der „Hallersteiner Henkel-Humpen“ ist ein Beispiel dafür. Wie hat die Arbeit von Erika Fuchs die deutsche ComicSzene geprägt? Was machen ihre Erben? Diese Fragen solle in einer speziellen Abteilung beantwortet werden. Sowohl Kinder als auch Erwachsene dürfen dort einen Comic selber gestalten. Eine Comic-Bibliothek bildet den Abschluss des Museumsrundgangs. „Davon gibt es in Deutschland nur einige wenige“, berichtet die Museumsleiterin. Natürlich dürfen Interessierte dort nicht in den wertvollen Micky-MausHeften aus den 50er-Jahren blättern, aber zumindest in Nachdrucken. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Entenhausen, aber auch Klassiker wie „Asterix“ und „Tim und Struppi“ werden nicht fehlen. Hier geht es vor allem um deutsche Zeichner. „Wer über Erika Fuchs forschen will, der kann das in dem neuen Museum hervorragend tun“, stellt Hentschel fest. Eine Wanderkarte „Rund um Entenhausen“ zeigt außerdem alle Orte aus der Region, die in den Heften vorkommen. Dazu ist auch noch ein Fußweg quer durch Schwarzenbach geplant – zu allen Stätten, die in den Donald-Duck- und Micky-Maus-Geschichten vorkommen. Das neue Museum möchte Anlaufpunkt für alle Interessierten aus der Region und natürlich für Urlaubsgäste sein –


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Museumsleiterin Alexandra und Donaldist Gerhard Severin mit der kindheitsprägenden Comicfigur Donald Duck.

egal welchen Alters. Mit einem abwechslungsreichen Programm sollen auch Schulklassen angelockt werden. „Es gibt in ganz Deutschland keine vergleichbare Sammlung. Das Thema Comic ist bisher noch nicht museal gewürdigt worden“, weiß Alexandra Hentschel und hofft auf viele Besucher. Architekt Dominik Burkhardt aus Zimmern, der als Sieger aus dem Wettbewerb hervorging, wird das Gebäude und auch den Vorplatz so auffallend gestalten, dass niemand das neue Museum übersehen kann.

Sponsoren: Club der Milliardäre Froh sind Alexandra Hentschel und Gerhard Severin, dass die Schwarzenbacher Bevölkerung stark hinter dem Projekt steht. Sogar der Förderkreis „Klub der Milliardäre“ besteht zu einem Drittel aus Einheimischen. Einmal im Monat löhnen sie die donaldische Zahl von 3,13 Euro. n

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Kult-Comic aus Bamberg – Promis als Mittelalterhelden Zimbus von Döllnitz ist ein blonder, bärtiger Recke, der leider seine Burg in Döllnitz verloren hat und nun heimatlos von Burg zu Burg zieht. Dabei muss er natürlich gefährliche Abenteuer bestehen und seinen Mut, seine Schläue und seine Kampfkraft unter Beweis stellen. Die Burg in Döllnitz, das im Landkreis Kulmbach liegt, gab es tatsächlich. Zimbus allerdings ist eine Erfindung von Michael Kreiner. Der 55-jährige Reprofotograf liebt die Comic-Heftchen aus den 60er Jahren, die Geschichten von Prinz Eisenherz, Sigurd, Ivanhoe und Co. Und er ist ein großer Mittelalter-Fan. So kreierte er kurzerhand eine eigene Comic-Serie.

von Margarethe Glück Im Oktober 1982 erschien sein erster Zimbus-Band. Und wurde gleich ein Geheimtipp in der Szene. Mittlerweile sind die Heftchen Kult. Kreiner denkt sich die Geschichten aus und für die Burgenbilder und Zeichnungen hat er sich Mitstreiter aus der Szene gesucht: den Nürnberger Maler Horst Thumer beispielsweise. Er malt akribisch und verwunschen zugleich die Burgen, auf denen die Zimbus-Abenteuer spielen. 350 Burgen, hauptsächlich in Franken, hat Kreiner dafür besucht und 4.000 Detailfotos geschossen. Meist gehen die Episoden auf überlieferte Geschichten, Orte und Personen ein. Das Besondere an Kreiners Konzept ist es jedoch, dass immer Promis mit-

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Mit Jürgen von der Lippe.

Mit Gabriele Pauli. Selbst ZimbusBier ist mittlerweile auf dem Markt.

Mit Karl-Theodor zu Guttenberg.

spielen. Da tritt zum Beispiel Thomas Gottschalk im Band „In der Folterkammer der Plassenburg“ auf oder die Politik-Promis Günther Beckstein, Gabriele Pauli und der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly in „Ritter Becksteins Plan“. Oder Dieter Bohlen, Uschi Glas, Jürgen von der Lippe, Guildo Horn u. a. in „Die Drachenballade“. Selbst Papst Benedikt war Akteur in „Die Waffenschmiede des Papstes“. „Alle Promis habe ich natürlich vorher angefragt, alle haben bisher gerne mitgemacht“, erzählt Michael Kreiner. Auf diese Weise haben sich Türen für ihn geöffnet in eine völlig unbekannte Welt. „Aber ich bleibe auf dem Boden“, ist er sich sicher. Übrigens werden 40 Prozent der Zimbus-Abenteuer von Frauen gelesen. Kreiner führt das hauptsächlich auf den Promi- und Heimateffekt zurück. 2014 zur Weltmeisterschaft wird der 11. Band mit dem Titel „Turnier ohne Gnade“ erscheinen. Mit dabei: Sir Roger Moore, Lieblingsschauspieler Kreiners, als Hector, Ritter ohne Furcht und Tadel, ein Boxweltmeister und einige sehr bekannte Sportgrößen. n

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Mit Thomas Gottschalk.


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Zeichnung: Peter Maierhofer

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Man ist, was man isst. Außer in Oberfranken! von Klaus Wührl, dem Hausmann

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er Oberfranke ist bescheiden. Es sei denn, er isst. Dann isst er nicht, was er ist, sondern was geht. Er wirft alle Bescheidenheit über Bord und ist und isst vollkommen hemmungslos. Das kann zwar mitunter durchaus Freude bereiten, doch ist es zumeist und vor allem ziemlich doof. So regt sich zwar das Herz des Oberfranken, wenn mal wieder irgendwo vor einem unserer schönen oberfränkischen Schlachthöfe Tiere im Transporter stehen und brüllen. Seien es niedliche Kälber oder prächtige Sauen. Dann erhebt sich der Oberfranke (und hier steht ihm die Oberfränkin in nichts nach) und prangert an, was das für eine Gemeinheit und für eine Sauerei wäre, dass da diese armen Viecher auf dem Transporter stehen müssen und keiner streichelt sie oder singt ihnen ein Lied oder quatscht sie einfach tot, weil wir uns dann das Schlachten sparen könnten. „Veggie-Day!“ So schießt es einem da als Lösung durch den Kopf. Weil, wenn wir die Viecher nicht essen würden, müssten wir sie auch nicht schlachten, und wenn wir sie nicht schlachten müssten, müssten die nicht im Lkw aufs Schlachten warten und rumbrüllen.

Da aber hat, wer so denkt, die Rechnung ohne den Wirt, respektive die Oberfranken gemacht. Tiere schützen – schön und gut. Aber es hat ja auch Grenzen. Ein Veggie-Day ist doch praktisch die Negation der fränkischen Ernährungsphilosophie, der direkte Weg in den Hungertod, quasi die In-Vitro-Amputation unserer mühsam angefressenen Wampe. Diese Exorzistin der oberfränkischen Lebensgrundlage, diese posthume Schäufeleschänderin wollte uns doch tatsächlich wie weiland Mutti mit’m Spinat vorschreiben, dass wir uns gesund zu ernähren hätten. Da kann ja der gestandene Brodwärsch-Franke nur lachen! Wir ernähren uns so ungesund wie wir wollen und sind seit 1000 Jahren nicht ausgestorben. Gut, im Augenblick geht’s schon ein bissel dahin mit uns, mit diesem demografischen Wandel, aber daran ist auf keinen Fall das Schäufele schuld, sondern bestenfalls die Windräder oder die oberbayerische Weißwurschtinfiltration der hiesigen Gastronomie. Und da kommt diese Künast daher und will uns einen Veggie-Day vorschreiben, einen ganzen Tag – also vom 10-Uhr-Leberkäs bis zum 4er Seidla

mit Speckwurscht – sollten wir Blumen fressen. Blumen und Körner. Das ist doch kein ernährungs- oder umweltpolitischer Vorschlag, das ist ein terroristischer Angriff auf die Volksgesundheit. Leute, die solche Ideen haben, scheuen doch auch vor einem Tempolimit nicht zurück. Wer Pflanzen zur Pflicht macht, hat auch Spaß am Bremsen! So schreit der Oberfranke, bindet sich sein Lätzlein um, greift sich Messer und Gabel und haut wahlweise noch ein paar Klöße, ein Pfund Presssack, ein Paar heimatnah aus holländischem Fleisch in iranischen Schafsdärmen gefertigte Bratwürste oder einen warmen Leberkäse rein. Bevor du isst, was du denkst, lieber Oberfranke, denk lieber mal nach, was es ist, das du isst und wer du bist, wenn du das vergisst. Statt sieben Mal die Woche FF Fränkisches Fleisch, wäre ein köstlicher Salat aus heimischem Anbau mal ein echtes Statement. Denn auch der Oberfranke ist, was er isst. P.S.: Und die Oberfränkin? Bei der ist es ebenso. Aber leider ist die, wenn’s um die Ernährung geht, ihrem männlichen Pendant zumeist um einige Sellerielängen voraus. n

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Lebensart

Vanessa-Anastasia Merten, Jürgen Dicker, Initiator der Vebu-Regionalgruppe Bamberg, und Stefan Voit leben aus Überzeugung und mit Begeisterung vegan.

Neue Lebensmittel und Gerichte entdecken – Und dabei ein bisschen den Planeten retten von Cornelia Masel-Huth

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anessa-Anastasia Merten, 29, lebt in Strullendorf und unternimmt gerne Zeitreisen ins Rokoko. Gemeinsam sitzen wir mit Stefan Voit, 23, Student, und Jürgen Dicker, 54, Standesbeamter, in Bamberg im VitamiX und schlürfen Fruchtcocktails und Säfte, die so verheißungsvolle Namen haben wie „Forever Young“ (Kiwi, Banane, Zitrone, Ananassaft) oder „Entgifter“ (Ananas, Apfel, Ingwer). Dann gibt’s eine „Tsampa-Suppe“, tibetanisch, bio und vegan, aus geröstetem Gerstenmehl, Gemüse, Leinöl, Zitrone, Ingwer, Kräutern und Sonnenblumenkernen – regional, saisonal, frisch und vital. Gute-Laune-Versprechen an einem regnerischen Tag. Kann man ein Vormittagsmeeting gesünder verbringen? Jürgen Dicker ist der Initiator der VebuRegionalgruppe (Vegetarierbund) Bamberg, seine beiden Begleiter Aktivisten der Gruppe, in der es keine festgelegten Funktionen und Regeln gibt. Dicker lebt seit 12 Jahren vegetarisch und seit

zwei Jahren vegan. „Für mich gibt es keinen rational nachvollziehbaren Grund mehr, Fleisch zu essen und schon gar keinen geschmacklichen.“ Trotzdem, niemand in der Gruppe, die je nach Aktion aus 30 bis 50 Mitgliedern im Alter zwischen 15 und 75 Jahren besteht und sich aus allen sozialen Schichten und Berufen rekrutiert, will missionarisch oder gar dogmatisch wirken. Alle betonen, dass sie gerne beraten, aufklären und diskutieren, niemandem aber eine Lebensform aufdrängen wollen. „Mir geht es um Bewusstseinsbildung“, betont Dicker, „ich war selbst 42 Jahre Fleischesser und kann jeden verstehen, der darauf nicht verzichten will.“ Aber bedeutet es tatsächlich Verzicht, Fleischprodukte zu meiden? Die Tsampa-Suppe war köstlich. Die Veggie-Buddys, die Gruppenmitglieder, die anderen zum Beispiel beim Einkaufen zur Seite stehen, geben in ihren Statements alle an, dass sie sich fitter, gesünder, auch zufriedener fühlen, dass sie neue

Lebensmittel und neue Arten der Zubereitung entdeckt und oft dabei auch kochen gelernt haben. So treffen sie sich zwanglos jeden ersten Donnerstag im Monat zu einem Veggie-Dinner, nehmen mit Info-Ständen an Veranstaltungen wie dem Bamberger Sporttag teil und tauschen sich über Facebook aus. Die Garten- und Gärtnerstadt Bamberg ist für sie prädestiniert für ihre Aktivitäten. „Ohne Gärtner kein Kulturerbe“, sagt Dicker. Die „Gemüsekulturstadt“ könnte ein neues Markenzeichen werden, und so arbeiten die Vebu-Leute mit Gärtnern zusammen, um Gemüse als Hauptgericht in all seinen kulinarischen Facetten bekannt zu machen. Selbstbewusst wird in Facebook als Ziel formuliert: „Unsere ,mission possible‘ lautet, unsere Kinder und Enkel, nebenbei die Gärtner als Welterbe der Gemüse-Kulturstadt Bamberg und den ganzen Planeten geschmackvoll und nachhaltig zu retten – interessiert?“ n

www.facebook.com/bamberg.vebu.de, www.vebu.de 78

Echt Oberfranken


Lebensart Claudia Michaela Potsch, 22, ist Studentin der Germanistik und Anglistik/Amerikanistik. Seit einem Jahr ist sie Veganerin, davor war sie fast sechs Jahre lang Vegetarierin. „Ich fühle mich fitter und gesünder und habe beim Kochen und Genießen ein besseres Gewissen. Beim Zubereiten meiner Speisen achte ich mehr auf Gesundheit und Ausgewogenheit als früher. Nachdem ich meinen Eltern den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und einer Reihe an Krankheiten, wie beispielsweise verschiedenen Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erklärt habe, kocht meine Mutter nun oft und gerne selbst vegan und vegetarisch. Mein Verlobter und ich sind gemeinsam Veganer geworden. Bei Vegan-Buddy-Einsätzen beantwortet Claudia meist Fragen per Mail oder sie trifft sich mit den Interessierten mal gemütlich auf einen veganen Shake. „An mich wenden sich meistens junge Frauen

und Männer unter 30, die Fragen haben zu bestimmten Nährstoffen und in welchen Lebensmitteln sie stecken, zu Rezepten, bestimmten Lebensmitteln oder Zubereitungs- und Einkaufsmöglichkeiten. Ich gebe auch gerne Buchtipps zum Veganismus.“ In der Vebu-Regionalgruppe findet sie Gleichgesinnte und feiert mit ihnen beispielsweise vegane Faschingsfeiern und vegane Grillfeste. Und sie hofft, dass allmählich mehr Menschen anfangen, bewusster über ihr Konsumverhalten nachzudenken. „Super“ fände sie es, wenn vegane Lebensmittel und Gerichte als solche gekennzeichnet würden. „Manche Restaurants und Firmen fangen ja schon langsam damit an.“ Das Bild zeigt Claudia Michaela Potsch mit dem veganen Starkoch Attila Hildmann.

Dr. rer. nat. Elke Puchtler, 50, ist Heilpraktikerin in Adelsdorf. Ersten Kontakt zu Vegetariern hatte sie schon während der Studienzeit. Seit einem Kochkurs ernährt sie sich vollwertig. Elke gehört zu den sogenannten Flexitariern, denn ab und zu isst sie Fleisch oder Fisch, aber auch fleischlos liebt ihr Mann ihre Küche. Als Buddy war sie zum Beispiel am „Tag des Sports“ in Bamberg im Einsatz. Es gab gesunde Ernährung und Ernährungswissen zum Anfassen mit Spiel und Spaß für Kinder und ihre Familien. Die Regionalgruppe ist einer ihrer wichtigsten Kooperationspartner in Sachen gesunde Ernährung. Für welche Ernährungsform sich Menschen entHeike Behrens, 34, auf dem Foto mit ihrer Tochter Aurelia zu sehen, ist Dipl.-Kunsttherapeutin/-Pädagogin und wohnt in Stegaurach. Seit ihrem 12. Lebensjahr lebt sie vegetarisch, seit zehn Jahren beschäftigt sie sich mit veganer Ernährung. „Ein Hasenbraten zu Weihnachten hat zuerst meinen Bruder und dann die ganze Familie den Verzehr von Fleisch in Frage stellen lassen.“ Außerdem führte ihr Schulweg am Schlachthof Erlangen vorbei und Heike sah täglich die Tiertransporte und das Heraustreiben der Tiere. Mit 25 Jahren pachtete sie mit einer Freundin einen Demeterhof mit zwei übrig gebliebenen Milchkühen und deren Kälbchen, sieben Hühnern und einem Hund. „Es war der Traum eines Selbstversorgerhofes ... hm ... und leckeren Käse selber machen, das war der Plan. Durch die unmittelbare Nähe zum Werdegang von der Kuh zur Milch zum Käse ist mir erst so richtig bewusst geworden, was das bedeutet. Erst einmal besamen lassen ... völlig unnatürlich und eine Vergewaltigung der Kuh. Dann wird in der Regel der Mutter das Kind direkt nach der Geburt entzogen, was

für Mutter und Kind ein ziemliches Trauma bedeutet. Ist das Kalb männlich, wird es innerhalb von sechs Monaten dem Schlachter zugeführt ... ein ähnliches Drama vollzieht sich mit allen Nutztieren.“ Ihre eigene Schwangerschaft ließ sie da ziemlich empathisch werden. „Meiner Tochter wurde mit zwei Jahren eine Laktoseunverträglichkeit diagnostiziert, so dass an Milchprodukten lediglich Schafs- und Ziegenkäse im Haus waren. Alles andere wurde mit Hafer- und Sojaprodukten ersetzt.“ Das schlussendliche Aus brachte Heikes rheumatisches Leiden, dass sie seit bereits zehn Jahren hohe Dosen an Schmerzmitteln einnehmen ließ. „Seit über einem Jahr lebe ich konsequent vegan – und habe seitdem keinerlei Schmerzen mehr.“ Die Vebu-Regionalgruppe ist für sie eine Art Wahlfamilie, die ihr Selbstverständnis stärkt. In der Entscheidung über die eigene Ernährung liegt für Heike einer der wenigen Hand-

scheiden, das hält die Heilpraktikerin für eine Privatangelegenheit. Gesundheitliche Aspekte, Überlegungen zum Klimaschutz, zu Nachhaltigkeit in der Ernährung, zum Tierschutz, ausgelöst durch Massentierhaltung und respektlosen Umgang mit Tieren, hält Elke für Auslöser des Trends zu fleisch- oder tierproduktloser Kost. Sie wünscht sich, dass jedes Restaurant und auch die Betriebsverpflegung ein leckeres vegetarisches Gericht oder Menü mit regionaler, saisonaler Küche anbietet, am besten in Bioqualität – genussreich und gesund.

lungsspielräume eines jeden Einzelnen, etwas in der Welt zu verändern. „In Supermärkten kann ich getrost an dem meisten Schund vorbeigehen, den eh niemand braucht, und mich auf frisches Gemüse und Obst, Getreide, Nüsse etc. konzentrieren.“

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Lebensart Dietmar Vetter, 58, ist Heilpraktiker in Hirschaid, Es gehört zu den Flexitariern: „Ich esse vegetarische Speisen nicht immer, aber immer öfter.“ Dietmar hatte keinen konkreter Anlass, seine Ernährung zu hinterfragen, vielmehr war es die Einsicht, dass bei der heutigen modernen Lebensweise eine fleischreduzierte Ernährung gesundheitliche Vorteile bringen kann. Und: Immer häufiger fragen Patienten nach. Sie berät er

Marc Hohrath, 37, Dipl.-Pädagoge (Univ.) und Lehrer für Pflegeberufe lebt in Düsseldorf. Dort ist er beruflich gelandet, hält aber immer noch Kontakt zur Vebu-Regionalgruppe Bamberg, der er lange angehörte. Vegetarier ist er seit 2003, Veganer seit 2004. „Meine vegan lebende Nachbarin hat mir bei diversen Kaffeetrink-Treffen nach und nach die Flausen des Fleischkonsums ausgetrieben“, sagt er augenzwinkernd. Seither hat sich sein Lebensgefühl zum Positiven gewendet. „Ich bin agiler, fitter, mein Gewissen ist besser und mein Horizont wei-

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Echt Oberfranken

ebenfalls zu den ungesunden Lebensmitteln ... Moralisch kann und will ich nicht zusehen und akzeptieren, dass wegen mir Tiere, also LEBEwesen, sterben müssen.“ Wenn sie etwas kocht oder backt, dann isst ihre Familie gerne mit. In der Regionalgruppe Bamberg nimmt Sabrina öfters an Treffen teil, verteilt Flyer, macht am Infostand mit. Aber missionieren möchte sie auf keinen Fall. Dass ein Hype für fleischlose Ernährung entsteht, ist für die junge Frau fast zwingend. „Besonders wenn ich an den Klimawandel denke und daran, dass jede vierte Sekunde ein Kind an Unterernährung stirbt, weil wir so unverantwortlich mit unserem Essen umgehen.“ In Restaurants wünscht sie sich sehr viel mehr vegetarische und vegane Angebote.

„Der Wunsch, klimafreundlich und ethisch ter. Zudem habe ich endlich kochen geverantwortlich zu leben, schlummert in sehr, lernt. Meine Freunde fanden es spannend, sehr vielen Menschen. Nicht zuletzt durch sind sehr offen für das Thema. Meine Eltern den immensen Erfolg der Vegan-Köche Atleben mittlerweile ebenfalls – bis auf geletila Hildmann und Björn Moschinski. Aus gentlichen Fischkonsum – vegetarisch. Bei der Körner-Tristesse ist die Bewegung ein seinen Buddy-Einsätzen wird Marc nach für allemal herausgeholt. Nun sind auch Einkaufsmöglichkeiten gefragt, nach guten Genuss und Stil ein Riesenfaktor. Endlich!“ Kochbuchempfehlungen, Restaurants und Weihnachtsgerichten. Aber auch von Tierleid freie Kosmetik und SchuVegetarisch und vegan liegen im Trend he ohne Leder werden • Nach neuesten Erhebungen ernähren sich bis thematisiert. Zur Weih7 Millionen Menschen in Deutschland vegetarisch nachtszeit macht ihm die oder vegan, Tendenz steigend. „Vegan-Beratung“ beson• Über 1 Milliarde Tiere werden jedes Jahr in Deutschders Spaß, denn „Weihland für Nahrungszwecke getötet. nachten ist das Fest der Veganer, da kann ich gute • Deutsche essen in ihrem Leben durchschnittlich Tipps geben, da es sehr 1.094 Tiere, darunter 4 Kühe. viele „essbare“ Dinge • Eine Legehenne wird maximal 1,5 Jahre alt; gibt wie Spekulatius, Doin freier Natur würde sie 20 Jahre leben; minosteine, Maroni und Hähnchen leben nur wenige Minuten. Marzipanstollen ...“ Marc ist überzeugt, dass das Ernährungsthema „eine schon länger laufende Kaskade von Trends, Zeitgeistphänomenen und logischen Folgerungen ist, die aber in den letzten fünf Jahren richtig angeschoben wurde.

• Zur Produktion von 1 Kilo Rindfleisch werden 15.500 Liter Wasser gebraucht. • Auf einen „Alles-Esser“ kommen 566 kg CO2; auf einen Veganer 75 kg CO2. • 60 Prozent der Futtermittel in der Massentierhaltung werden aus sog. Entwicklungsländern importiert. • 1 Milliarde Menschen hungert, jeder siebte.

(Zahlen: Vebu)

Sabrina Schmauz, 24, Lehramtsstudentin für Mittelschule und Gruppentrainerin für Gesundheits- und Fitnesskurse, wohnt in Bamberg. Seit knapp fünf Jahren lebt sie vegan. „Das ist manchmal ein bisschen schwer“, gesteht sie, „vor allem, wenn ich eingeladen bin. Als Vegetarierin mit Laktoseintoleranz komme ich ganz gut durch, ohne fragende und mittleidige Blicke zu erhaschen.“ Und Sabrina fährt fort: „Kein Mensch braucht Fleisch, und Milch gehört

zum Beispiel bei Schmerzen und Entzündungen wie Rheuma auf der wissenschaftlichen Basis von kontrollierten Stu-dien. In der Vebu-Regionalgruppe findet Dietmar angenehme persönliche Kontakte, Horizonterweiterung und hat eine Informationsquelle. Auch er wünscht sich, dass mehr Restaurants vegetarische und vegane Alternativen zu herkömmlichen Gerichten anbieten.


Inhalt

Konsequent regional – Der Gasthof „Goldener Adler“ in Mürsbach

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as Fachwerkdorf Mürsbach im Landkreis Bamberg ist derzeit das schönste Dorf in Bayern: Es hat im Sommer 2012 im Landesentscheid „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ gewonnen und wurde mit Gold ausgezeichnet. Mitten im Zentrum, Am Marktplatz 12, liegt der „Goldene Adler“. Auch dies ein prämiertes Kleinod: 2008 wurde die Familie Andrea und Stefan Schneider für die aufwendige Restaurierung mit dem Staatspreis des Bayrischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten prämiert. Das Haus Am Marktplatz 12 wurde wohl 1758 unter Verwendung von Teilen eines Vorgängerbaus errichtet. 1770 gehörte es dem Paulus Schmitt, 1853 besaß das Anwesen der Gastwirt Nikolaus Schmitt, 1882 erwarb Johann Feiler die Gastwirtschaft. Er baute das Gasthaus um, im Zuge dieser Maßnah-

me entstand auch der noch heute bestehende Saalanbau. 1912 erwarb schließlich der Gastwirt Johann Eusebius Feiler das Nachbarhaus Mürsbach 3 von dem Lahmer Kaufmann Heinrich Schönmann. Dieses Haus, erbaut 1752, spielt eine besondere Rolle in der Mürsbacher Dorfgeschichte. Ursprünglich war es eine Bäckerei, was auch heute noch das Brezelwappen im Keilstein über der Haustür anzeigt. Hier wurde als Sohn des Bäckers, Landwirts und Schankwirts Johann Georg Schad der Mönch und spätere Philosoph Johann Baptist Schad geboren. Der letzte Besitzer aus der Familie Feiler, wie seine Vorväter Johann getauft (1922 – 2002), führte das Brauereianwesen im traditionellen Sinne weiter. Dabei übte er die Berufe des Gastwirtes und Landwirtes, des Brauers, Mälzers und Schnapsbrenners aus.

Die Hofanlage war in einem ursprünglichen, wenn auch in stark schadhaften Zustand erhalten, als die Schneiders sie nach dem Tod von Hans Feiler im Dezember 2002 erwarben. „Unser Ziel war es, eine behutsame Instandsetzung durchzuführen, um die mittlerweile sehr selten gewordene Atmosphäre einer fränkischen Dorfwirtschaft um die Mitte des 20. Jahrhunderts zu bewahren“, sagt Steffan Schneider. So wurde eine alte Dorfwirtschaft mit Tanzsaal wiederbelebt. Die Lieferanten, zum Teil auch Biolandwirte, sind ausschließlich Familienbetriebe aus der Umgebung, die zum überwiegenden Teil auch mit dem Siegel „Region Bamberg – weil’s mich überzeugt“ zertifiziert sind. Und auf der stets wechselnden Speisekarte stehen immer jeweils zwei vegetarische Gerichte. Neu seit einigen Monaten: vegane Gerichte. n

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Kulinarik

Die Gans lacht – Vegane Weihnacht nach Andrea Schneider

De-Luxe-Walnut-Energizer mit I-Love-Salad-Dressing Die Salatsorte kann nach Saison und/oder eigenem Belieben gewechselt werden. Statt des Grillgewürzes für den Tofu einfach eine Weihnachtsgewürzmischung benutzen.

F ür den Energizer 520 g fester Tofu natur 8 EL Walnussöl 2 TL Grillgewürz 2 TL Agavendicksaft 160 g Feldsalat 80 g Rucola 80 g Radicchio 2 Rote Beete 2 Zucchini 4 Möhren 240 g Maiskörner 2 TL Currypulver 120 g Walnusskerne Meersalz

Für das Dressing 160 g getrocknete Tomaten in Öl 80 ml Olivenöl 4 EL gehackte Petersilie 2 EL Limettensaft 2 TL Agavendicksaft 4 TL Cashewmus Meersalz Schwarzer Pfeffer

Zubereitung Tofu in 1 cm große Würfel schneiden. Walnussöl in Pfanne erhitzen und Tofu anbraten. Gewürze, Agavendicksaft und Salz unterrühren. Salate waschen, trocknen, schleudern. Rote Beete in kleine

Würfel schneiden, Zucchini und Möhren schälen, in dünne Streifen schneiden. Mais in Walnussöl und Currypulver 3 Minuten anbraten, salzen. Walnüsse ohne Fett 2 Minuten rösten. Für

das Dressing alle Zutaten mit 50 ml Wasser im Mixer glatt pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alle Zutaten mischen, Dressing unterheben und mit Tofuwürfeln und Walnüssen anrichten. Fotos: Joachim Hartmann

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Kulinarik

Andrea und Stefan Schneider legen Wert auf die regionale Herkunft der Lebensmittel, die sie in ihrer Gastwirtschaft verarbeiten. Zwei vegetarische Gerichte stehen ebenso auf der Speisekarte wie ein veganes.

Erbsen-Mandel-Creme-Suppe mit Walnuss-Minz-Pesto Für die Suppe 4 Zwiebeln 6 EL Olivenöl 1250 ml stilles Mineralwasser 600 g TK-Erbsen 120 g weißes Mandelmus 2 rote Chilischoten zum Garnieren Walnussöl Meersalz Schwarzer Pfeffer

Für das Pesto 80 g glatte Petersilie 20 g Minzeblätter 240 g Walnusskerne 200 ml Walnussöl 4 EL Zitronensaft Meersalz Schwarzer Pfeffer

Zubereitung Gehackte Oliven in Öl erhitzen, Mineralwasser und Erbsen hinzufügen, ca. 12 Minuten kochen lassen. Glatt pürieren und Mandelmus unterheben, mit Salz und Pfeffer würzen. Für das Pesto Petersilie und Minze mit gerösteten Walnüssen und den weiteren Zutaten pürieren. Mit Chiliringen, Minze und Walnussöl servieren.

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Kulinarik

Omas Rouladen Veggie-Style F ür 8 Stück 8 Soja Big Steaks (gibt es bei den meisten Discountern) 1 kleines Glas Gewürzgurken 1,5 l pflanzliche Brühe 3 mittelgroße Zwiebeln 100 g Räuchertofu 50 ml Gurkenwasser von den eingelegten Gurken 100 ml trockener veganer Rotwein 3 EL Sojasauce 3 TL Tomatenmark 2 Nelken

Senf und etwas Bratöl Hafersahne oder Sojasahne Paprika edelsüß Knoblauch frisch (fein gewürfelt) Kümmel Curry Petersilie Muskat Lorbeerblatt Majoran Meersalz Schwarzer Pfeffer

Zubereitung Sojasteaks in eine hohe Schüssel legen, mit kochender Brühe übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, danach sehr gut ausdrücken. In der Zwischenzeit die Zwiebeln in kleine Streifen schneiden und die Gurken halbieren. Räuchertofu mit einem Sparschäler in feine Scheiben schneiden, in heißem Fett anbraten. Sojasteaks auf eine Arbeitsfläche legen und mit Senf von beiden Seiten bestreichen. Dann jeweils ein Stück Zwiebel, Gurke und eine gebratene Scheibe Räuchertofu hineinlegen, zusammenrollen und mit Bratenbinder oder Zahnstochern fixieren. Den Brattopf anheizen und Rouladen von allen Seiten gut anbraten. Rouladen herausnehmen. Zwiebeln

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und Knoblauch fein würfeln und in Öl anbraten.Tomatenmark hinzugeben und so lange anbraten, bis es bräunlich geworden ist, dann mit Mehl bestäuben und mit dem Rotwein, Gurkenwasser und etwas Brühe ablöschen und glattrühren. Sojasauce, Salz, Pfeffer, Paprika, Kümmel, Curry, Petersilie, Muskat, Nelken, Lorbeerblatt hinzugeben und abschmecken. Die angebratenen Rouladen hineinsetzen. Deckel drauf und das Ganze bei 180° C Temperatur und geschlossenem Deckel 30 Minuten im Backofen (Umluft) garen. Zum Schluss etwas Hafersahne hinzugeben. Dazu schmecken ganz herkömmlich Kartoffelklöße und Rotkohl.

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Mousse au Chocolat

Bäckerei – Konditorei – Café

00 ml Sojasahne zum Aufschlagen 8 4 Pck. Sahnesteif 400 g Blockschokolade, zartbitter 2 EL Vanillezucker evtl. Agavendicksaft Zubereitung Schokolade im Wasserbad schmelzen. Gekühlte Sahne aufschlagen. Sahnesteif und Vanillezucker dazugeben. Nun langsam und vorsichtig die flüssige Schokolade dazugeben. Weiter mixen, bis eine homogene Masse entsteht. Je nach Belieben mit Agavendicksaft süßen. Im Kühlschrank fest werden lassen. Meisterliche Lebkuchen frisch aus der Manufaktur

„Die Mousse ist sehr gehaltvoll und mit Sicherheit nichts für den Diätplan, aber wir lieben sie und essen dazu gern rote Beeren oder Früchte. Ich habe die Mousse auch schon als Topping für eine Torte benutzt, ist sehr gut angekommen.“ (Andrea Schneider) Die Rezepte für den Salat und die Erbsensuppe hat Andrea Schneider nachgekocht aus dem Buch „Vegan for fit“ von Vegan-Koch Attila Hildmann.

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Zu guter Letzt

Essigs Essenzen 14

Die Schokoladenseiten Oberfrankens

Das erinnert immer noch entfernt an das Pulvergetränk, aus dem unser Kinderkakao war, schmeckt aber um vieles kremiger, schokoladiger. Dass ich mich da recht erinnere, ist alles andere als sicher. Denn in der Kinderzeit waren Kaba und Nesquick ja für uns unübertrefflich, Göttertrank eben. Man wird so alt wie’n Haus und lernt nie aus. Das gilt für das Liebesleben wie für den Geschmack. Wenn ich heute Süßigkeiten der Kindheit äße, mundeten sie mir immer noch? Fände ich sie nicht billig, pappsüß, mehlig? Da die Familie wenig Geld und viele Kinder hatte, konnten wir uns keine teuren Näschereien leisten. Ein Negerkuss war schon eine schöne Ausnahme, Lebkuchen zu Weihnachten großartig, Dominosteine aus dem Supermarkt das Feinste vom Feinen. Dass in punkto Qualität nach oben viel Luft war, erfuhr ich bei einem Ausflug in den 70ern mit Verwandten aus Kanada, als wir Richtung Kronach und noch weiter in den Norden fuhren bis Ludwigstadt. Da lag dann über Lauenstein die eindrucksvolle Burg. Die war aber nicht das Spannendste dort, denn ich kannte längst die heimische Plassenburg, die Veste in Coburg, die in Kronach. Oberfranken hat viel schöne Bausubstanz! Viel prächtiger als die Burg, deren Namen sie tragen, erschienen mir die dortigen Süßwaren. Pralinen solcher

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Echt Oberfranken

Schönheit, solcher Vielfalt und solchen Geschmacks: unglaublich! Die entzückten Kanadier deckten sich mächtig ein, und wir Kinder durften gratis probieren. Was für eine Offenbarung! Lange Zeit noch zogen mich die Geschwister mit dem Hinweis durch den Kakao, ich hätte Stunden nach dem Besuch des Werkverkaufs immer wieder mit der Zunge sehnsüchtig nach den Mundwinkeln geleckt, ob da nicht noch winzige Pralinenreste zu finden wären.

Mit den Jahren wuchs die Süßigkeitenkompetenz natürlich. Die Lieblingssorten wechselten von „Vollmilchnuss“ über „Toblerone“ und „Ganze Mandel“ bis hin zur dunklen Schokolade mit gesalzenen Erdnüssen. Wie schön, dass ich in meiner aromageschwängerten Naschlaufbahn immer wieder auf die Schokoladenseiten Oberfrankens traf! Zum Beispiel in Stübig bei Scheßlitz. Freunde nahmen mich dorthin mit zu einer Pralinenverkostung samt Schokoladenseminar. In der dortigen Confiserie verbrachte ich gute drei Stunden, und die Geschmackssensationen kamen peu à peu. Richtige Pausen zwischen MohnWalnuss, Rosmarin-Honig, Himbeertöpfchen und Bambergerin sind wichtig, um jeder Praline gerecht zu werden. Ich hatte sie alle zum Fressen gern!

Manche halten die Verbindung von Schokolade mit Thymian, Chili, Bergkäse, Basilikum ja für eine Geschmacksverirrung, aber ein Versuch lohnt sich fast immer. Schließlich lernen die Zunge und das Hirn erst im regelmäßigen Training. Hier Konsequenz zu zeigen, gelingt mir leichter als beim Sport. Wie nur sollen Süßigkeiten und Maßhalten, Schwelgen und Maßbandandiehüftenhalten zusammenpassen? Höhepunkt des kindlichen Genusshimmels war wohl die Marzipantorte, komplett selbstgemacht von meinem Vater, einschließlich der großen Rose obendrauf. Er brachte dieses Geschenk heil von Kulmbach nach Bayreuth, wo meine Mutter ihr Studium beendete. Kurios, dass er damals quasi Eulen nach Athen brachte, denn just an diesem Ort entstehen schon seit 1936 ähnliche Rosen. „Funsch“ stellt in Bayreuth Marzipanfiguren aller Art her; inzwischen als der weltweit größte Anbieter und Hersteller. Viel kleiner sind die vielen weiteren oberfränkischen Pralinenmanufakturen. Zu ihnen gehört die „Confiserie Esther“ in Grafendobrach bei Kulmbach, und weil die Bierstadt nah ist, produziert man neben Schokoladensorten mit kandierten Rosen- oder Minzblütenstücken auch Bier-Pralinen. Die muss ich demnächst unbedingt probieren. Näher liegt momentan freilich die „Confiserie Pieger“ in Schlaifhausen bei Wiesenthau. Deren süße Früchtchen versuchte ich sehr gern und möglichst bald. Bei „Fränkische Mirabelle Trüffel“, „Fränkische Quitte Trüffel“, „Fränkische Wildkirsch Trüffel“, da wird man doch glatt und mit Lust zum Trüffelschwein.

Foto: Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag

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angsam ist wieder Kakaozeit. Ab und zu wird es dann bei uns echte Trinkschokolade geben. Die nährt und wärmt, und ich schwärme davon nicht weniger als früher die Markgräfin Wilhelmine oder die Fürstbischöfe in Bamberg. Ein kleiner Luxus ist das, wenn ich mir das dunkelbraune, nicht zu süße, gehaltvolle Getränk Schluck für Schluck gönne.


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