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Innend채mmung, aber richtig! 33 Fragen und Antworten f체r Fassaden-Profis

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Wenn es außen nicht geht Die energetische Modernisierung von Gebäuden ist nach wie vor ein lukratives Geschäftsfeld. Eine Außendämmung stellt dabei die effektivste Methode dar, doch nicht immer ist eine Dämmung der Außenfassade möglich. Bei der Sanierung ein­ zelner Wohneinheiten, von denkmalgeschützten und stark ge­ gliederten Fassaden oder bei einer Ausreizung der Bebauungs­ grenzen stellt die Innendämmung eine sehr gute Alternative dar. Auch für Gebäude, die nicht regelmäßig genutzt werden, wie beispielswei­ se Ferienwoh­ nungen, Kirchen und Sporthallen, ist eine Innen­ dämmung sinn­ voll, da sich von innen gedämmte Räume sehr schnell aufheizen lassen.

Räume gezielt sanieren Bei Gebäuden in Mischnutzung bietet sich eine Modernisierung einzelner Einheiten an. So lassen sich bei Gewerbeobjekten beispielsweise nur die beheizten Bürotrakte dämmen, während unbeheizte Bereiche ausgespart werden. Auch wenn sich eine Eigentümergemeinschaft nicht auf eine Fassadendämmung einigen kann, bietet die Innendämmung eine Lösung. Ebenso wie bei einer Außendämmung können mit einer fachgerecht 2

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ausgeführten Innendämmung Heizkosten gesenkt und das Wohnklima verbessert werden. Darüber hinaus lassen sich Räume durch eine systematische Innensanierung von Schim­ melpilz- und Feuchteschäden befreien und langfristig schützen. Im Gegensatz zu einer Außendäm­ mung können InnendämmMaßnahmen ohne lange Vor­ laufzeiten durch Einrüstung und unabhängig von der Jahreszeit aus­ geführt werden.

Gängige Vorurteile Einige Bauherren, Planer und Verarbeiter betrachten Innen­ dämmung noch mit einer gewissen Zurückhaltung. Ein unzureichender Schutz gegen Wärmebrücken ist ein häufig angeführtes Argument gegen eine Dämmung von innen. Einige Systeme bieten jedoch die Möglichkeit, mithilfe von Dämmkeilen flankierende Bauteile, die häufig Verursacher von Wärmebrücken sind, energetisch aufzuwerten. Die Befürchtung, mit einer Innendämmung viel Wohnraum zu verschenken, wird durch die Entwicklung immer schlankerer Systeme entkräftet. Diese nur wenige Zentimeter dicken Hochleistungs-Systeme lassen sich auch in Fensterleibungen und Heizkörpernischen problemlos aufbringen.

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Die richtige Lösung für jeden Anwendungsfall Die Auswahl des optimalen Innendämmsystems richtet sich immer nach dem individuellen Anwendungsfall. Je nachdem, ob der Fokus einer Sanierung auf der Wirtschaftlichkeit, auf Raumklima und Wohngesundheit oder auf maximaler Dämmleistung liegt, sollten unterschiedliche Systeme zum Einsatz kommen. Auch die Qualität des Dämm-Materials ist entscheidend. Mit den drei Innendämmsystemen von Saint-Gobain Weber sichern sich Planer und Verarbeiter nicht nur das Know-how eines erfahrenen Systemanbieters, sondern auch qualitativ hochwertige Produkte. Die optimal aufeinander abgestimmten Systemkomponenten sind verarbeitungsfreundlich und bieten für jeden Fall die richtige Innendämmlösung.

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Die richtige Lösung für jeden Anwendungsfall Übersicht der weber.therm Innendämmsysteme weber.therm Dämmputz Innendämmsystem

weber.therm Mineralschaum Innendämmsystem

weber.therm Vakuum Innendämmsystem

Wärmeleitfähigkeit 0,07 W/mK

Wärmeleitfähigkeit 0,042 W/mK

Wärmeleitfähigkeit 0,007 W/mK

Innendämmung der Außenwand

++

++

++

Geschossdecke

++

++

Fachwerk

++

++

Heizkörpernischen

+

+

++

Unebener Untergrund

++

+

+

Ökologisches Bauen

+

++

+

Feuchtesanierung

+

++

Schimmelgefährdete Wände

++

++

Raumweise Sanierung

++

++

Brandschutz

o

++

o

Dämmstoff

Anwendungsgebiet

Bewertung: ++ gut geeignet + geeignet o bedingt geeignet – nicht geeignet

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Ideal in der kalten Jahreszeit Eine Innendämmung ist technisch anspruchsvoller als eine Fassadendämmung mit WDVS. Bei falscher Ausführung kön­ nen Wärmebrücken entstehen, an denen sich Kondenswasser zwischen Dämmschicht und Wand ansammelt. In diesem Fall besteht die Gefahr von Schimmelbildung. Um dies zu vermei­ den, sollten auch erfahrene Fachbetriebe ihre Mitarbeiter schu­ len und ihre Leistungen zertifizieren lassen. Profis wie Stucka­ teure oder Maler verfügen hier über beste Voraussetzungen, da sie bereits Erfahrung mit Wärmedämm-Verbundsystemen gesammelt haben und somit auch bei der Innendämmung eine Verarbeitung auf hohem Qualitätsniveau gewährleisten.

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Saint-Gobain Weber empfiehlt seinen Kunden, nur umfassend geschulte und zertifizierte Verarbeiterbetriebe mit der Ausfüh­ rung von Innendämm-Maßnahmen zu beauftragen. So stellen Planer und Bauherren sicher, dass die Innendämmarbeiten fachlich korrekt ausgeführt werden. Eine Übersicht aller zerti­ fizierten Betriebe kann unter sg-weber.de/innendaemmung abgerufen werden.

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Einfach zu verarbeiten: weber.therm Mineralschaum Innendämmsytem Ein vollmineralisches Innendämmsystem sorgt dauerhaft für einen ausgewogenen Feuchtehaushalt und ein angenehmes Raumklima. Die Mineraldämmplatte weber.therm MD 042 Dämmboard und der systemeigene, vollflächig aufzutragende Kleber sind diffusionsoffen und wirken somit gleichzeitig wärme- und feuchteregulierend. Mit einem Kalk-Innenputz als Ober­be­schichtung bildet weber.therm MD 042 Dämmboard ein diffusionsoffenes System, das einen optimalen Feuchtehaushalt gewährleistet und zudem schimmelpilzhemmend wirkt. Aufgrund ihres geringen Gewichts ist die Dämmplatte leicht zu verarbeiten und bietet mit der Baustoffklasse A1 einen optimalen Brandschutz. Durch ihre geringe Wärmeleitfähigkeit von 0,042 W/mK wird die Oberflächentemperatur der Wand erheblich erhöht und der Wärmeverlust verringert. Da es sich um ein kapillaraktives System handelt, kann auf eine zusätzliche Dampfsperre verzichtet werden.

1.

Die Dämmplatten lassen sich einfach mit dem Fuchsschwanz zuschneiden und dem Schleifbrett egalisieren.

2.

Der Klebe- und Armierungsmörtel weber.therm 307 wird vollflächig auf das Dämmboard aufgetragen und durchgekämmt.

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3. Ansetzen und Einschwimmen des Boards mit leichtem Druck.

4.

Versatzstellen werden nach dem Abbinden mit dem Schleifbrett einfach egalisiert.

5. Die Armierungsschicht wird vollflächig mit der Zahntraufel aufgetragen, anschließend das Armierungsgewebe weber.therm 310 eingelegt.

6. Abschließend wird der Oberputz weber.cal 286/288 (Kalk-Strukturspachtel/ Kalk-Filzputz) aufgebracht und strukturiert.

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Fugenlos und planeben: weber.therm Dämmputz Innendämmsystem Für Sanierungen von ganzen Wohneinheiten stellt ein mineralisches Dämmputz-System eine der wirtschaftlichsten Varianten dar. Das weber.therm Dämmputz Innendämm­ system ist ein mineralisches System, das aus einem wärme­ dämmenden Unterputz, einer Armierungsschicht und einem mineralischen Oberputz besteht. Aufgrund der extrem flexiblen Auftragsstärke können Uneben­­heiten von bis zu 100 mm ausgeglichen und komplett fugen­ lose Dämmschichten hergestellt werden. Da das System kapillaraktiv und diffusionsoffen ist, kann es in Dicken bis zu 60 mm ohne weitere bauphysikalische Nachweise eingesetzt werden. Ein mineralisches Oberflächenfinish rundet das System ab und bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

1.

Aufbringen einer Rillenspachtelung mit weber.therm 300 auf die tragfähigen Altputzflächen.

2.

Aufbringen des Dämmputzes weber.therm 507 einlagig zweischichtig (2/3-1/3) oder zweilagig mit einem Tag Standzeit.

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3. Nach einem Tag Standzeit wird der Dämmputz vollflächig rabbotiert.

4.

Nach einer Standzeit von 1 Tag pro cm Dämm­ putzdicke erfolgt der Auftrag einer Armierungs­ schicht mit weber.therm 300.

5. Je nach Oberputz sollte der Unterputz z.B. weber.cal 286/288 (Kalk-Strukturspachtel/ Kalk-Filzputz) vorgenässt oder grundiert werden.

6. Abschließend wird der Oberputz in einer Dicke von 2 bis 3 mm aufgetragen und je nach gewünschter Struktur mit feinem oder grobem Schwammbrett gefilzt.

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Unschlagbar schlank: weber.therm Vakuum Innendämmsystem Für beengte Raumsituationen oder die Ausführung in schma­ len Fensterleibungen und Heizkörpernischen empfiehlt sich eine Dämmung mit Vakuum-Isolationspaneelen (VIP). Mit einem Wärmeleitwert von 0,007 W/mK erbringt das weber.therm Vakuum Innendämmsystem im Vergleich zu herkömmlichen Dämm­systemen bei gleicher Dicke eine vielfach höhere Dämmleistung. Der isolierende Kern der VIP wird unter Vakuum mit einer mehrschichtigen AluminiumKunststoff-Folie umschlossen und sicher verschweißt. Ein um­ laufendes elastisches Dichtband an den Kanten verschließt Stoßfugen und minimiert Wärme­brücken. Durch den beson­ ders schlanken Aufbau können auch kleine Räume problemlos gedämmt werden, und wertvoller Wohnraum bleibt erhalten.

1.

Dank einer Kaschierung aus putzbarem Styrodur C bzw. einer 6 mm Gipskarton-Beschichtung lassen sich Vorsatzschalen- und LeibungsVacuPads problemlos verlegen.

2.

Der Klebe- und Armierungsmörtel weber.therm 301 wird vollflächig auf das VacuPad aufgetragen und durchgekämmt.

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3. Da Vorsatzschalen-VacuPads nicht geschnitten werden, sind die Restflächen mit Styrodur C auszugleichen.

4.

Für die Innendämmung von Türen- und Fenster­ leibungen bietet sich das Leibungs-VacuPad an. Es lässt sich bequem zuschneiden.

5. Ergänzungsflächen werden mit den Restab­ schnitten oder Styrodur C ausgeglichen.

6. Nach Auftrag der Armierungsschicht erfolgt das Oberflächenfinish mit weber.cal 286/288 (Kalk-Strukturspachtel/Kalk-Filzputz).

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Welche Energieeinsparungen lassen sich erreichen?

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Speziell für innen gedämmte Außenwände gibt die aktuelle EnEV 2009 (Energieeinsparverordnung) für das Gesamt­bauteil (Außenwand inkl. Dämmung) einen max. U-Wert von 0,35 W/m²K vor. Daher kann die Frage nur unter Betrachtung des Bestandsmauerwerks eindeutig gelöst werden. Für einen durchschnittlichen Altbau mit Außenwänden aus 36,5 cm Vollziegel-Mauerwerk und Putzfassade lässt sich dieser Wert z.B. mit einem 10 cm starken weber.therm MD 042 Dämm­ board erreichen. Beispiel Wandaufbau mit weber.therm Mineralschaum Innendämmsystem Ungedämmtes Mauerwerk

Mauerwerk mit Innendämmung

1.

1.

2.

2.

3.

3.

4.

4. 5. 6.

U=1,48 W/m²K

U=0,32 W/m²K

1. Oberputz Edelputz (alt) 2. Außengrundputz Kalk-Zementputz (alt) 3. Mauerwerk Ziegel (alt) 4. Innenputz Kalk-Gipsputz (alt) 5. Innendämmung weber.therm MD 042 6. Armierung weber.therm 307 inkl. Armierungsgewebe weber.therm 310 und mineralischem Oberputz weber.cal 286/288 (Kalk-Strukturspachtel/Kalk-Filzputz)

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0,006 m 0,020 m 0,365 m 0,015 m 0,100 m 0,008 m

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Wie wirkt sich eine Innend채mmung auf das Raumklima aus?

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Generell positiv. Vollmineralische Systeme fördern die Wohngesundheit. Beim weber.therm Mineralschaum Innen­ dämmsystem wird anfallendes Tauwasser durch die Poren im Dämmstoff aufgenommen und durch das natürliche Austrocknungsverhalten der Raumluft wieder zugeführt. Der Dämmwert bleibt erhalten und der Feuchtehaushalt des Wohnraumes wird auf natürliche Weise reguliert. Die Verwendung von Kalkputzen als abschließende Gestaltungs­ lage unterstützt diese Effekte und liefert durch die alkalische Zusammensetzung eine gute Schimmelprävention. Darüber hinaus steigert sich die thermische Behaglichkeit im Raum durch eine höhere mittlere Temperatur der Umschließungs­ wände. Feuchteregulierung mit weber.therm Mineralschaum Innendämmsystem

Wasserdampf in der Luft hohe Luftfeuchtigkeit

Wasserdampf in der Luft

Putz und Tapete mit Anstrich Luftfeuchtigkeit Kondenströpfchen Spritzwasser Kapillarer Transport

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Kalkputz

Dämmboard

Mauerwerk

Tapete

Putz

Mauerwerk

niedrige Luftfeuchtigkeit

Wasserdampf in der Luft

Mineralisches Dämmboard/Kalkputz Überschüssige Feuchtigkeit wird aufgenommen und kontrolliert wieder abgegeben.

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Macht es Sinn, nur einzelne R채ume oder Wohnungen zu d채mmen?

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Bei Gebäuden in Mischnutzung bietet sich eine Innendäm­ mung einzelner Einheiten an. So lassen sich bei Gewerbe­ objekten Räume je nach Nutzung unterschiedlich thermisch sanieren. Bei der Modernisierung von Mehrfamilienhäusern und Wohnblöcken besteht außerdem die Möglichkeit, dem Wunsch einzelner Mietparteien nach einem verbesserten Wärmeschutz zu entsprechen, ohne dass die anderen Miet­ parteien davon berührt werden. Auch wenn sich eine Eigentümergemeinschaft nicht auf eine Fassadendämmung einigen kann, bietet die Innendämmung eine Lösung. Thermische Modernisierungen können so ggf. auch ohne Beschluss der Eigentümergemeinschaft durchge­ führt werden.

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Wie viel Wohnfl채che geht bei der Innend채mmung verloren?

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In Abhängigkeit vom gewählten System sowie den indivi­­du­­ellen Gegebenheiten vor Ort variieren die Flächenredu­­­zie­rungen um ca. 1 bis max. 5 Prozent. Unter beengten Verhält­nissen wie z.B. bei Heizkörpernischen, Leibungen oder Wandvorlagen, empfiehlt sich die Verwendung von Vakuum-Isolationspaneelen.

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Bei der energetischen Sanierung von schmalen Fluren oder kleinen Bädern lässt sich mit den minimalen Dämmstoffdicken von Vakuum-Isolationspaneelen zusätzlich Raum gewinnen.

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Welche Mieter­ beeinträchtigungen sind durch die Bauarbeiten zu erwarten?

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Es empfiehlt sich, Innendämm-Maßnahmen im Rahmen einer ohnehin geplanten Modernisierung durchzuführen. Anders als bei einer Außendämmung ist der Zeitaufwand bei einer Dämmung von innen deutlich geringer, da kein Gerüst benötigt wird. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer raumweisen Sanierung, wodurch die Arbeiten auf einen Raum beschränkt und die übrigen Wohnbereiche somit uneinge­ schränkt nutzbar bleiben. Maßnahmen wie das Aufstellen einer Staubwand und das Tragen einer Schutzausrüstung verhindern dabei, dass bewohnte Bereiche verschmutzt wer­ den. Mit den genannten Maßnahmen bleiben die Baustelle und die damit einhergehende Beeinträchtigung der Mieter begrenzt.

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Bei der raumweisen Sanierung ist sauberes Arbeiten unerlässlich.

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Ist eine Innendämmung förderfähig?

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Ja, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Innen­ dämm-Maßnahmen, wenn durch die Denkmalschutzbehörde oder das Bauamt bescheinigt wird, dass aus denkmalschutz­ rechtlichen, städtebaulichen oder architektonischen Gründen eine Außendämmung nicht durchführbar ist (siehe auch KfWMerkblatt Stand 07/2011).

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KfW Bankengruppe Palmengartenstraße 5-9 60325 Frankfurt am Main Tel. 069 74 31-0 Fax 069 74 31-29 44 info@kfw.de

www.kfw.de

Niederlassung Bonn Ludwig-Erhard-Platz 1-3 53179 Bonn Tel. 0228 8 31-0 Fax 0228 8 31-95 00 info@kfw.de 25

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Mit welchem Material erreicht man möglichst geringe Aufbaustärken?

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Für beengte Raumsituationen, oder die Ausführung in schma­ len Fensterleibungen und Heizkörpernischen empfiehlt sich eine Dämmung mit Vakuum-Isolationspaneelen (VIP), wie sie im weber.therm Vakuum Innendämmsystem verwendet werden. Mit einem Wärmeleitwert von 0,007 W/mK erbringt das Vakuum-System im Vergleich zu herkömmlichen Dämm­ systemen bei gleicher Dicke eine vielfach höhere Dämmlei­ stung. Durch den besonders schlanken Aufbau können auch kleine Räume problemlos gedämmt werden, und wertvoller Wohnraum bleibt erhalten.

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Für besonders enge Bereiche eignet sich eine Dämmung mit Vakuum-Isolationspaneelen.

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Wie d채mmt man eine Fachwerkfassade?

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Bei der Sanierung bestehender Fachwerksubstanz sind die Hinweise der entsprechenden WTA-Merkblätter (Referat 8, insbesondere Merkblatt 8-5-08/D) für die Planung und Ausführung zu berücksichtigen. Neben dem Gesamtzustand des Gebäudes und der Bewitterung der Fassade sind auch die Lage des Gebäudes und die Schlagregenzone zu beachten. Die maximale Dämmstoffdicke ist abhängig vom Gesamtaufbau der Wand. Mit der Mineraldämmplatte weber.therm MD 042 Dämmboard ist eine Dämmdicke bis 80 mm möglich. Für stär­ kere Dämmstoffdicken ist eine Detailabstimmung notwendig. Außerdem ist in einem solchen Fall unbedingt ein feuchte­ technischer Nachweis zu führen. Da Dämm-Maßnahmen an Fachwerkgebäuden häufig von den Anforderungen der EnEV befreit sind, gilt hier die Devise: soviel dämmen wie nötig und nicht wie möglich.

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Welcher D채mmstoff eignet sich f체r die Schimmelsanierung?

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Eine vollmineralische Dämmung, bestehend aus Mineral­ dämmplatten, mineralischem Armierungsmörtel und KalkInnenputz, ist antiseptisch und wirkt schimmelpilzhemmend. Sowohl Dämmboards als auch Oberputz sind diffusionsoffen, so dass überschüssige Feuchtigkeit aufgenommen und nach und nach wieder an die Raumluft abgegeben werden kann. Auf diese Weise sorgen sie dauerhaft für einen ausgewogenen Feuchtehaushalt und ein angenehmes Raumklima. Wird bei der Innendämmung der Taupunkt der Innenwände berück­ sichtigt, kann auch eine nachträgliche Schimmelbildung wirkungsvoll verhindert werden.

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Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Broschüre „Schimmel trocken legen“

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Welches System eignet sich f체r die D채mmung von Kellerdecken?

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Hier hat sich das vollmineralische weber.therm Mineralschaum Innendämmsystem als sehr wirtschaftlich und leicht zu verlegendes System bewährt. Das rein mineralische Dämm­ board weber.therm MD 042 ist schadstofffrei und lässt sich problemlos verkleben. Ein zusätzliches Verdübeln ist nicht erforderlich. Das System erfüllt die hohen Anforderungen der Baustoffklasse A und gilt somit als nicht brennbar.

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Mineralische Dämmboards sind handlich und lassen sich mit wenig Kraftaufwand über Kopf verkleben.

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Welchen Einfluss hat die Innendämmung auf die Außenfassade?

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Eine innen angebrachte Wärmedämmung verändert die Temperaturverhältnisse in der Wand. Die Temperaturschwan­ kungen im Bauteil werden vor allem im Winter deutlich größer. Die Oberflächentemperatur der Fassade wird deutlich redu­ ziert, da der gesamte Wandquerschnitt im kühlen Bereich liegt. Damit einhergehend ändern sich auch die Feuchteverhältnisse. Die Temperatur im Wandquerschnitt kann soweit sinken, dass eindiffundierender Wasserdampf kondensiert (Tauwasserbil­ dung). Dazu kommt, dass die Austrocknung der Wand nach Regenfällen langsamer vonstatten geht, da von innen weniger Wärme geliefert wird. Somit kommt dem ausreichenden Schlagregenschutz der Außenfassade eine hohe Bedeutung zu. Dieser muss vor allem bei Westfassaden überprüft werden. Falls Zweifel bestehen, müssen Zusatzmaßnahmen wie z.B. das außenseitige Aufbringen eines Putz- oder Anstrichsystems ergriffen werden. Oberflächentemperatur: Außen- und Innendämmung im Vergleich Ungedämmtes Mauerwerk

Mauerwerk mit Innendämmung Sommer

Sommer

Niedrigere Temperaturen im Wandquerschnitt bei innen gedämmten Mauerwerk

Winter

Winter

außen

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innen

außen

innen

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Welchen Beitrag leistet Innend채mmung zum sommerlichen W채rmeschutz?

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Keinen, da die gebäudeumfassenden Wände, die die Wärme vor der Dämmmaßnahme speicherten, dafür nicht mehr zur Verfügung stehen. Dieser Effekt ist jedoch nicht sehr aus­ geprägt, da der größte Teil der Speichermasse (Innenwände, Decken, Böden und Einrichtung) erhalten bleibt und weiterhin Wärme aufnimmt. Bei Verwendung einer mineralischen Dämmung fallen diese Beeinträchtigungen jedoch geringer aus als bei anderen Dämmmaterialien.

Sommerlicher Wärmeschutz: Außen- und Innendämmung im Vergleich Mauerwerk mit Außendämmung

Mauerwerk mit Innendämmung

Sommer

Sommer

Größerer Temperaturbereich auf der Oberfläche von innen ge­ dämmtem Mauerwerk

Winter

Winter außen

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innen

außen

innen

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Welche Anforderungen an den Brandschutz gibt es f체r Innend채mmung?

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Diese sind nicht per Norm geregelt, jedoch sollten grund­ sätzlich in Wohnräumen Baustoffe bevorzugt werden, die der Baustoffklasse A1 entsprechen und somit nicht brenn­ bar sind. Mineralische und natürliche Dämmstoffe wie die Mineraldämmplatte weber.therm MD 042 gehören gemäß DIN EN 13501-1 zur Baustoffklasse A1. Gleiches gilt für die mineralischen Leichtmörtel, so dass das Gesamtsystem als nicht brennbar eingestuft werden kann.

Übersicht der Brandschutzklassen Material

Baustoffklasse nach DIN EN 13501-1

Baustoffklasse nach DIN 4102-1*

weber.therm Mineralschaum Innendämmsystem

A1 nicht brennbar

A1 nicht brennbar

weber.therm Dämmputz Innendämmsystem

B1 schwer entflammbar

weber.therm Vakuum Innendämmsystem

B1 schwer entflammbar

*Seit der Veröffentlichung in der Bauregelliste 2002/1 wird bei neu-zugelassenen Baustoffen für die Einstufung nur noch die neue DIN EN 13501-1 verwendet.

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Wie kann man W채rmebr체cken reduzieren?

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Bei einer Innendämmung lassen sich Wärmebrücken auf­ grund durchdringender Bauteile wie Geschossdecken und einbindender Wände nicht vermeiden. Die ENEV 2009 sieht daher bei der Innendämmung von mehr als 50 % der Außen­ wandfläche eine pauschale Erhöhung der Wärmedurchgangs­ koeffizienden um ΔUW,b = 0,15 W/m²K ohne einen exakten Nachweis der Wärmebrücken vor. Um Schäden zu vermeiden, ist daher eine objektbezogene Analyse und Dämmung flan­ kierender Bauteile notwendig. Konstruktionsbeispiele Innendämmung Einbindende vorhandene Innenwand mit gerader Dämmplatte 1.

1.

2. 7. 6. 4. 3.

7. 6. 4. 3. 2. 1.

1. Mauerwerk 2. Innenputz (alt) 3. weber.therm 307 Klebe- und Armierungsmörtel leicht 4. weber.therm MD 042 Dämmboard

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Einbindende vorhandene Innenwand mit Dämmkeil 2. 7. 6. 4. 3.

7. 6. 4. 3.

2. 1.

5. weber.therm MD 042 Dämmkeil 6. weber.therm 310 Armierungsgewebe 7. weber.cal 286/288 (Kalk-Struktur spachtel/Kalk-Filzputz)

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Bei welchen D채mmstoffen ist keine Dampfsperre erforderlich?

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Bei den kapillaraktiven Systemen weber.therm Dämmputz und weber.therm Mineralschaum Innendämmsystem ist keine Dampfsperre notwendig, da der Wasserdampf aufge­ nommen und über den kapillaren Rücktransport zeitversetzt wieder abgegeben wird. Für die Funktionalität des gesamten Systems ist eine vollflächige Verklebung bzw. ein fugenloser Auftrag zwingend erforderlich. Mit Raumluft hinterströmte Dämmschichten sind als kritisch zu betrachten und unbe­ dingt zu vermeiden, da sich ansonsten Feuchte ansammelt die nicht mehr schadlos auftrocknen kann. Prinzip der Funktionsweise einer diffusionsoffenen Innendämmung Verlauf von Temperatur und Dampfdruck Außen

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Innen

Hoher Dampfstrom

Flüssigtransport 43

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Gibt es Probleme durch Tauwasser im Wandaufbau?

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Nein, sofern gesichert ist, dass die Ausführung fachgerecht erfolgt. Dies gilt besonders für die vollflächige Verklebung der Dämmstoffe bzw. den fugenlosen Antrag des Wärmedämm­ putzes. Bei allen Innendämm-Maßnahmen ist zunächst eine Tauwasserberechnung erforderlich, um eine spätere Durch­ feuchtung von Bauteilen zuverlässig auszuschließen. Auch kann auf der Wetterseite ein zusätzlicher Witterungsschutz nötig sein, um die Wand langfristig sicher zu dämmen. Diffusionsoffene und kapillaraktive Innendämmung außen

innen 1

Wasser­ dampf

Geringere Temperatur auf der Kaltseite der Dämmung

2

Temperatur

1

Kondensation durch eindringenden Wasserdampf

3

Wassergehalt

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3

2

Rückverteilung von Kondensat durch Kapillarkräfte

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Welche Berechnungs­ verfahren für den Feuchteschutz gibt es?

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Diffusionsoffene, kapillaraktive Systeme werden seit Jahren über geeignete instationäre Verfahren wie WUFI (Wärme und Feuchtigkeit instationär) bauphysikalisch nachgewiesen. Standardausführungen hinsichtlich Dämmstoffdicke und Wandaufbau müssen seitens des Herstellers freigegeben sein. Bei besonderen Randbedingungen sollte ein objekt­­­spezifischer Nachweis angefordert werden. Bei Schadensfällen kann mittels WUFI-Simulation die Abklärung eventueller hygrothermischer Ursachen unterstützt werden. Darüber hinaus lassen sich die Auswirkungen verschiedener Gegen­ maßnahmen untersuchen. Das herkömmliche Glaser-Verfahren ist hierfür nicht geeignet und liefert keine sicheren Werte bei Innendämm-Maßnahmen. Die Verwendung von Simulationsprogrammen wie WUFI hingegen entspricht mittlerweile dem Stand und den Regeln der Technik. Die DIN 4108, die das zur Prüfung des Feuchteschutzes vorgeschriebene Glaser-Verfahren regelt, lässt in der aktuellen Fassung ausdrücklich auch numerische Simulations-­ verfahren für Fälle zu, die mit dem Glaser-Verfahren nicht beurteilt werden können. Die Anforderungen, die ein Simulations­­programm erfüllen muss, sind in der DIN EN 15026 geregelt.

Fragestellungen bei der Untersuchung von Schadensfällen auf hygrothermische Ursachen: • die Austrocknungsdauer von Baufeuchte und ihre Auswirkungen auf den Wärmeschutz • die Wasseraufnahme bei Schlagregen und das Trocknungspotenzial • das Risiko für Tauwasserausfall, die Tauwassermenge und das Trocknungsvermögen.

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Wie muss der Untergrund beschaffen sein?

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Der Altputz muss tragfähig sein, andernfalls wird er entfernt. Außerdem ist die Gesamtfläche, besonders im Bereich von Rissen, auf Hohlstellen zu überprüfen. Hohlliegende Bereich müssen abgeschlagen werden. Wenn Beschichtungen wie Anstriche oder Putze bei der Sanierung nicht entfernt werden sollen, muss die alte Putzbasis auf Haftung und Verträglichkeit überprüft werden. Mithilfe einer Spritz- oder Wasserflasche muss außerdem das Saugverhal­ ten des Untergrunds überprüft werden. Handelt es sich um einen stark saugenden Untergrund, sollte eine Grundierung aufgetragen, der Untergrund vorgenässt und ggf. spezielle Mörtel mit verbesserter Haftung eingesetzt werden.

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Der Untergrund muss tragfähig und eben hergestellt werden, um eine voll­flächige Verklebung der Dämmboards zu ermöglichen.

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Welche Maßnahmen für eine saubere Baustelle kann man treffen?

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Eine Staubwand bietet eine schnelle und einfache Lösung für Schutz vor Staub und Schmutz. Optimale Ergänzungen für den Schutz der Zugangswege sind Schuhschutz und Abdeckfolie sowie Staub-Stopp-Matten. Ein Luftreiniger mit Unterdruck verhindert, dass Staub und Schmutz sich über die Raumluft verteilen.

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Was ist beim Umgang mit Mineralschaumplatten zu beachten?

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Die massiven und formstabilen Mineralschaumplatten sind sowohl handlich als auch leicht und lassen sich daher schnell, einfach und sauber verarbeiten. Palettierte Platten sind mit einer Folie vor Witterungseinflüssen geschützt. Diese sorgt gleichzeitig für Stabilität und sollte daher erst kurz vor dem Einbau entfernt werden. Hebewerkzeuge dürfen auf keinen Fall gegen die Mineralschaumplatten greifen oder sie pressen, noch dürfen die Paletten gestapelt werden.

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Wie wird ein D채mmputz innen aufgebracht?

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Mit Dämmputz können im Altbau auch bei schwerem Mauer­ werk U-Werte von ca. 0,6 W/m2K erreicht werden. Aufgrund der vorhandenen kapillaren Leitfähigkeit und der fugenlosen Dämmung ist diese Art der Innendämmung bis zu einer Dicke von 60 mm ohne Nachweis möglich. Bei größeren Dicken sollten zuvor feuchtetechnische Berechnungen, z.B. mit dem WUFI-Verfahren, vorgenommen werden. Tragfähiger Altputz muss stets bzgl. der Haftung der aufzubringenden minera­ lischen Haftbrücke beurteilt werden. Geschädigte Altputze werden abgeschlagen und schadhafte Fugen ausgekratzt. Nachdem die Installationen der Haustechnik ausgeführt wurden wird eine Rillenspachtelung auf die tragfähige Alt­ putzfläche aufgebracht. Anschließend kann der Dämmputz wie gewohnt verarbeitet werden.

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Dämmputz eignet sich ideal für stark unebene Untergründe.

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Wie plane ich die Verlegung von Vakuum-Paneelen?

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Für eine flexible Verlegung stehen verschiedene Formate des VacuPads zur Verfügung. Das VacuPad ist in den Abmes­ sungen 1000 x 600 mm und 300 x 600 mm verfügbar. Ein elastisches Dichtband verschließt Stoßfugen und verhindert Wärmebrücken. Ein Zuschnitt der VacuPad-Dämmplatten ist nicht möglich. Dadurch würde der isolierende Vakuumkern zerstört. Deshalb ist für die möglichst effiziente Verlegung ein exakter, spezifisch auf das jeweilige Objekt abgestimmter Plan erforderlich, um einen homogenen Wärmeschutz sicher­ zustellen. Rest- und Ergänzungsflächen sind mit anderen Dämmmaterialien wie XPS auszugleichen. Zusätzlich steht ein Leibungs-VacuPad zur Verfügung, das eigens für die Innen­ dämmung von Türen- und Fensterleibungen entwickelt wurde. Es ist in den vier Größen 100 x 250 mm, 200 x 250 mm, 500 x 250 mm und 1000 x 250 mm erhältlich. Die Leibungs­ platten sind mit einem 150 mm breiten XPS-Rand versehen, der einen flexiblen Zuschnitt ermöglicht. Für den objektspezifischen Verlegeplan inklusive Mengen­ ermittlung bietet Saint Gobain Isover mit VacuSoft ein Tool, das schnell eine optimale Ausnutzung der Flächen sichert. Die Software erhalten Sie kostenlos unter: www.isover.de

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Wie werden die BalkenkĂśpfe bei Holzbalkendecken eingebunden?

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Die Unterdecken werden geöffnet und die Balkenköpfe kom­ plett mit dem weber.therm MD 042 Dämmboard eingefasst. Stöße bzw. Anschlussfugen werden mit dem weber.therm Fugendichtband fachgerecht abgedichtet. Konstruktionsbeispiele Innendämmung Holzbalkendecke mit sichtbaren Balken/Außenwand mit Innendämmung

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1. Mauerwerk 2. Innenputz 3. weber.therm 307 Klebe- und Armierungsmörtel leicht 4. weber.therm MD 042 Dämmboard 5. weber.therm 310 Armierungs­ gewebe

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Holzbalkendecke ohne sichtbaren Balken/Außenwand mit Innendämmung

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6. weber.cal 288/286 Kalk-Filzputz/ Kalk-Strukturspachtel 7. Holzbalken 8. Entkopplungsstreifen, z.B. Hanf 9. Estrich/Bodenaufbau (alt)

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M체ssen flankierende Bauteile wie Geschossdecken oder Innenw채nde mit ged채mmt werden?

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Eine vollständige Dämmung der flankierenden Bauteile ist zu empfehlen, mindestens jedoch ist die konsequente Anwen­ dung des Dämmkeils umzusetzen. Bei einbindenden Innenwänden und Decken lassen sich diese im Anschlussbereich an die Außenwand 500 mm breit in den Raum hinein dämmen. Die Verarbeitung erfolgt analog der Mineraldämmplatte.

Bei der Dämmung von Geschossdecken sollten die flankierenden Wände ebenfalls gedämmt werden.

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Mit weber.therm Dämmkeilen lassen sich optische Beeinträchtigungen reduzieren.

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Muss der Estrich eingek체rzt bzw. der Bodenaufbau angeglichen werden?

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Der Estrich ist im Bereich der Dämmung bis auf die Roh­decke aufzunehmen. Nach Antrag der Dämmung ist auf die Tren­ nung von Estrich und Dämmung mittels Randdämmstreifen zu achten. Alternativ kann der Dämmstoff auf dem vorhan­ denen Estrich aufgesetzt werden. Hierbei ist dann ein Filz­ streifen zuvor auf dem Estrich zu applizieren. Auch hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass am Fußpunkt eine fugen­ lose Kleberschicht vorhanden ist. Konstruktionsbeispiele Innendämmung Stahlbetondecke mit Dämmkeil /Außenwand mit Innendämmung

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Querschnitt: Fundament/Außenwand mit Innendämmung

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1. Mauerwerk (alt) 2. Innenputz (alt) 3. weber.therm 307 Klebe- und Armierungsmörtel 4. weber.therm MD 042 Dämmboard 5. weber.therm 310 Armierungs-­ gewebe

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6. weber.cal 288/286 Kalk-Filzputz/ Kalk-Strukturspachtel 7. weber.therm MD 042 Dämmkeil 8. Schwimmender Estrich (alt) 9. Stahlbetondecke (alt) 10. Horizontale Abdichtung/Sperrschicht 63

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Wie werden Fensterleibungen ged채mmt?

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Verschiedene Varianten sind möglich. Die Auswahl richtet sich nach der vorhandenen Breite des Blendrahmens. Bei besonders schmalen Abmessungen empfiehlt sich der Einsatz des weber.therm Vakuum Innendämmsystems. Es stehen spezielle Leibungs-VacuPads zur Verfügung, mit denen sich die Oberflächentemperatur im Bereich von Fensterleibungen auch im Winter über den kritischen Wert heben lässt.

Dank einer Kaschierung aus putzbarem Styrodur C lassen sich Vorsatzschalen und Leibungs-VacuPads problemlos verlegen.

Für die Innendämmung von Türen- und Fensterleibungen bietet sich das LeibungsVacuPad an. Es lässt sich bequem zuschneiden.

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Ergänzungsflächen werden mit den Restab­ schnitten oder Styrodur C ausgeglichen.

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Wie können Heizkörpernischen gedämmt werden?

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Für diese engen Bereiche eignet sich eine Dämmung mit Vakuum-Isolationspaneelen. Hierbei ist zu beachten, dass zur Sicherung der Zirkulation zwischen Heizkörper und Wandauf­ bau ein Mindestabstand von 5 cm besteht. Spezielle Leibungsplatten mit einem schneidbaren XPS-Rand ermöglichen eine einfache Durchdringung von Heizkörper­ befestigungen. Um die Platten jedoch möglichst effektiv und großflächig verlegen zu können, empfiehlt es sich, neue Heizkörper nicht an der Wand, sondern direkt im Boden zu verankern.

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1. Mauerwerk (alt) 2. Innenputz (alt) 3. VIP Leibungsplatte 4. Heizkörper 5. Fensterbank gedämmt 6. weber.therm 301 Klebe- und Armierungsmörtel 7. weber.cal 286/288 (Kalk-Strukturspachtel/ Kalk-Filzputz) 67

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Ist eine Kombination von Innend채mmung und Wandheizung sinnvoll?

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Prinzipiell ja, da sich bei geringem Verlegungsaufwand eine Heizkostenersparnis von immerhin knapp 20 Prozent gegen­ über herkömmlichen Heizkörpern erzielen lässt. Der Verband der Flächenheizungshersteller empfiehlt ihren Einsatz jedoch nur dann, wenn die Außenwände einen Wärmedurchgangs­ koeffizient unter 0,5 W/m2K aufweisen. Andernfalls sind die Wärmeverluste durch die Wand zu groß und die angegebene Leistung der Wandheizung wird nicht erreicht. Eine Wand­ heizung spart aufgrund ihrer geringen Abmessungen wert­ vollen Wohnraum und sorgt durch gleichmäßige Wärmeab­ strahlung für ein behagliches Wohnraumklima. Unliebsame Staubaufwirbelungen werden reduziert und gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Hausstaub somit vermindert. Besonders in Kombination mit alternativen Energiequellen wie Erdwärme ist der Einbau einer Wandheizung bei gleich­ zeitiger Innendämmung empfehlenswert. Als Faustregel gilt, dass mindestens 30 bis 50 Prozent der Raumgrundfläche mit einer Wandheizung ausgelegt werden. Liegt der Wärmedurch­ gangskoeffizient der Wand unter 0,40 W/m2K, kann dies bis auf 25 Prozent reduziert werden.

Innenputz Wandheizung weber.therm MD 042 Dämmboard weber.therm 307 Klebe- und Armierungsmörtel leicht Innenputz

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Mauerwerk

weber.therm Schraubdübel 69

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Wie werden Heizungsleitungen integriert?

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Mineraldämmplatten lassen sich ganz einfach mit einem feinzahnigen Fuchsschwanz zuschneiden. Um vorhandene Leitungen zu integrieren, wird einfach ein Stück aus der Dämmplatte ausgeklinkt. Bei der Verwendung von VacuPads ermöglichen spezielle Leibungsplatten mit einem schneidbaren XPS-Rand eine einfache Durchdringung, z.B. von Heizleitungen.

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An vorhandene Leitungen oder Ausspa­ rungen an der Wand oder Decke lassen sich die Dämmplatten schnell anpassen und sorgen so für eine homogene Dämmebene.

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Wie werden Elektroleitungen integriert?

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Um Wärmebrücken und vor allem Konvektion zwischen Dämmschicht und Mauerwerk zu vermeiden, ist die Ausspa­ rung im Dämmstoff so gering wie möglich zu halten und die Verbundplatte hinter der Aussparung vollflächig zu verkleben. Als Elektrodosen werden luftdichte Hohlraumdosen (z.B. von KAISER) verwendet. Des Weiteren wird bei Dämmstoffdicken < 6 cm empfohlen, die Dosen mit einer Hinterdämmung zu versehen. Hierzu wird ein Dämmstreifen in die Wand einge­ lassen. Dieser Streifen sollte die Abmessung der Dosen um mindestens 4 cm überlappen. Die Ausschnitte für Elektrodo­ sen sind vor dem Ansetzen passgenau mit einem Stichling, einer Stichsäge oder einem Dosenschneider vorzusehen.

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3. 4. 5. 6. 7. min. 4 mm

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1. Mauerwerk (alt) 2. Innenputz (alt) 3. weber.therm 307 Klebe und Armierungsmörtel 4. weber.therm MD 042 Dämmboard 5. weber.therm 307 Klebe und Armierungsmörtel 6. weber.therm 310 Armierungs­­gewebe 7. weber.cal 286/288 (Kalk-Strukturspachtel/ Kalk-Filzputz) 8. Hinterdämmung 9. Hohlraumdose 73

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Welche Oberflächen­ beschichtung eignet sich besonders für die Innendämmung?

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Kalkputz trägt aufgrund seiner mineralischen Zusammen­ setzung zu einem besonders guten Raumklima bei. Da es sich um einen diffusionsoffenen Oberputz handelt, wird überschüssige Feuchtigkeit aufgenommen und nach und nach wieder an die Raumluft abgegeben. Auf diese Weise wird ein dauerhaft ausgewogener Feuchtehaushalt gewähr­ leistet. Durch seine antiseptische Wirkung hemmt Kalkputz außerdem die Ansiedlung von Schimmelpilz im Innenraum. Tapeten sollten generell nicht verwendet werden, da diese die Funktionalität des gesamten Systems erheblich einschränken und somit zu Schäden führen können.

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Kalkputz ist ein seit Jahrhunderten erprobter natürlicher Baustoff und sorgt für ein schadstofffreies und wohngesundes Raum­ klima. Hierfür besonders geeignet ist z.B. weber.cal 286/288 (Kalk-Strukturspachtel/ Kalk-Filzputz)

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Welche Wandbeläge sind für innen gedämmte Wände geeignet?

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Bei einem kapillaraktiven und diffusionsoffenen Systemauf­ bau, z.B. mit mineralischen Dämmboards und einem Kalk­ putz, muss auch die Putzoberfläche diffusionsoffen bleiben. Tapeten und handelsübliche Dispersionsfarben sollten generell nicht verwendet werden, da diese die Funktionalität des gesamten Systems erheblich einschränken und somit zu Schäden führen können. Für eine ansprechende Gestaltung der Wohnräume können statt dessen mineralische Farben verwendet werden, mit denen sich die Wände farbig und trotzdem diffusionsoffen gestalten lassen.

Für eine ansprechende Gestaltung kapillaraktiver und diffusionsoffener Innendämmsysteme steht eine große Vielfalt mineralischer Farben zur Verfügung.

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Kann man Bilder oder Ähnliches an die gedämmte Wand hängen?

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Leichte Anbauteile (ruhende Lasten bis 2,5 kg) können mit Spezialdübeln im System verankert werden. Dies gilt nicht für VacuPad-Aufbauten! Hier empfiehlt sich die Verwendung von Bilderleisten, die an der Decke montiert sind. Schwere bzw. sicherheitsrelevante Befestigungen müssen mittels Druck­ unterlagen im tragfähigen, massiven Untergrund verankert werden. Hierzu eignen sich die weber.therm Befestigungselemente.

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Flachdübel zur Verankerung von leichten Lasten in Mineralschaumplatten.

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In Deutschland bieten wir über 800 Produkte und Lösungen an. Unsere Kunden verlassen sich dabei zu Recht auf unsere kompromisslose Qualität und konsequente Kunden­orientierung. Über alle Aktivitäten hinweg haben wir uns das Ziel gesetzt, führend in Innovation, Nachhaltigkeit und Sicherheit zu sein. Saint-Gobain Weber GmbH Schanzenstraße 84 40549 Düsseldorf Technik-Hotline: 02363-399-332

sg-weber.de/innendaemmung

Fotos/Grafiken: mit freundlicher Genehmigung von HEYLO GmbH, Saint-Gobain Isover AG und Xella GmbH.

Saint-Gobain Weber ist international einer der führenden Anbieter von Bauprodukten. Ob Wärmedämm-Verbundoder Bodensysteme, Fassaden- oder Innenputze, Fliesenverlegung oder Bautenschutz – in 43 Ländern Europas, in Südamerika und Asien vertrauen Profis am Bau auf unsere Produkte.

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weber.therm Innendämmung  

Fragen & Antworten zur Innendämmung

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