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REVUE DE PRESSE CRÉATION MONDIALE MÜNCHENER BIENNALE (MAI 2014)

Nommé

« Création de l’année

2014 » par le magazine Opernwelt

Musik: Hèctor Parra Libretto: Marie NDiaye Deutsche Übersetzung: Claudia Kalscheuer Musikalische Leitung: Peter Tilling Inszenierung: Vera Nemirova Ausstattung: Stefan Heyne Licht: Peter Mentzel Dramaturgie: Heiko Voss Mitwirkende Der Mann Alejandro Lárraga Schleske, Bariton Sein Tod Lini Gong, Koloratursopran Die Frau Sally Wilson, lyrischer Sopran Die Mutter Sigrun Schell, Sopran Ensemble Recherche Martin Fahlenbock, Flöte Shizuyo Oka, Klarinette Jaime González, Oboe Christian Dierstein, Schlagwerk Melise Mellinger, Violine Barbara Maurer, Viola Åsa Åkerberg, Violoncello Freiburger Barockorchester Beatrix Hülsemann, Violine Kathrin Tröger, Violine Werner Saller, Viola Heidi Gröger, Viola da Gamba Dane Roberts, Violone Andreas Arend, Theorbe Masako Art, Harfe Kinderstatisterie: Vincent Baur Musikalische Assistenz: Johannes Knapp Korrepetition: Alison Luz Regieassistenz und Abendspielleitung: Johann Michael Diel Ausstattungsassistenz: María José Gómez Inspizienz: Brigitte Schäfer Spieldauer: 90 Minuten Sprache: In deutscher Sprache mit Übertiteln Aufführungsrechte: Editions Durand, Paris


„ Für diese hat der katalanische Komponist seine Reflexion auf den antiken Orpheus-Mythos geschrieben. Das mag auf den ersten Blick verwundern, hat sich der Ernst-von-Siemens-Förderpresträger von 2011 und Kompoitionsprofessor am Pariser IRCAM (seit September 2013) doch nicht zuletzt einen Namen durch die intensive Auseinandersetzung mit elekroakustischen Klangarchitekturen gemacht. Und doch bleibt sich der Komponist treu. Im Umgang mit dem musikalischen Material lässt Parra nämlich stets, wie Markus Böggemann schreibt, « die sinnliche Fülle der verstreichenden Gegenwart erfahrbar warden, » “ Alexander Dick, OPERNWELT „Schon die grundsätzliche Idee garantierte ein spannendes Hörerlebnis, weil sich zwei Instrumentalgruppen begegnen ‒ eine Barockformation und ein Ensemble für neue Musik. [...] Parra hat es aber geschafft, beides sinnstiftend zu verschmelzen ‒ was das Ensemble Recherche und das Freiburger Barockorchester unter Peter Tilling virtuos ausgestalteten. [...] Die Oper von Parra, der für die Schwetzinger Festspiele 2015 ein weiteres Bühnenwerk schreibt, war ein Hörgenuss.“ Marco Frei, DIE WELT

„Dieses Finale wurde zur Überraschung. Parras Komposition ist ein wahrhaft sensationelles Gemeinschaftsexperiment, gestemmt vom ensemble recherche und vom Freiburger Barockorchester: eine verzaubernde, irritierende Melange aus alter und neuer Musik. […]Die musikalischen Erinnerungsräume, die der Komponist mittels einer Aktualisierung barocker Musik in die Partitur setzt, mobilisieren eine ungewöhnliche Zeiterfahrung. Souverän verschränkt und überlagert Parra, ein Ircam-Komponist mit Erfahrungen der elektronischen Klangformation, die Klangsprachen alter und neuer Musik, als würden die Zeiten, die sie trennen, sich verflüssigen.“ Barbara Zauber, FRANKFURTER ALLGEMEINE

„Während Komponist Parra in keinem Moment mit großer tragischer Geste komponiert. Seine nie tragische, aber immer detailreich unaufdringliche Musik erkennt den unaufhaltsamen Fluss des Lebens an, der sich wenig schert um Individuen, sondern nur das Recht auf einen anderen Körper formuliert.Vielleicht ist das auch der richtige Weg für die Biennale, auch in zwei Jahren, wenn sie unter Leitung der Komponisten Daniel Ott und Manos Tsangaris fortgesetzt wird: einen breiten Strom an Opernuraufführungen am Leben erhalten, gleichzeitig sich von allen alten Konzepten und Ideologien verabschieden und auf Vielfalt setzen – ohne Angst vorm Banalen, Erprobten oder angeblich Abgelebten. Gerade Parras Oper beweist, dass das alte Erzähltheater sehr wohl noch geht, dass der Zusammenschluss des anscheinend Unvereinbaren Neues gebären kann und dass Unterhaltung schon immer erster und bester Anspruch der Oper war. Da ist jetzt auch die Biennale (wieder) angekommen, und das ist doch ein beachtliches Vermächtnis.“

Reinhard j. Brembeck, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG


„Vive atrapado por la fascinación de la ópera y, aunque sigue cultivando otros géneros– el año pasado fue compositor residente del Festival de Huddersfield (Inglaterra) y estrenó L´absència en el Auditori de Barcelona por encargo de la Orquesta de Cadaqués-, Hèctor Parra (Barcelona, 1976) sigue explorando los recursos del arte lírico desde la más excitante vanguardia. De hecho, se ha convertido en el autor español que más óperas estrena en la escena europea y sigue su buena racha.“ Javier Perez Senz, EL PAÍS

„Schöne Klänge! [...] Die wohlgesetzte Harmonie: Diese führt beispielsweise beim Komponisten Hèctor Parra dazu, dass gleich zwei Orchester ein Ensemble bilden. Die Spezialisten des Freiburger Barockorchesters und jene des "modernen" ensemble recherche spielen gemeinsam; jedes in seiner Stimmung. Und im souveränen Umgang mit dem Material um der perfekten Balance der Komposition und ihrer feinen Poesie entsteht ein Meisterwerk: "Das geopferte Leben". Die Faszinieren eigensinnige Verschmelzung leuchtend eleganter barocker Gesten in Stimmen und instrumenten und packend expressiver Klangsinnlichkeit: das ist das Zeichen für eines der besten Werke nicht nur dieser 14. Biennale. […]“

Karl Harb, SALZBURGER NACHRICHTEN „Parra schafft immer wieder Allusionen an Barock- oder Renaissancemusik, ohne jedoch bloße Stilkopien zu schaffen. Und immer wieder brechen moderne Spieltechniken diese Sphäre auf, so wie auch Erinnerungen an vergangene Begebenheiten diese nie unverfremdet lassen. […] Überschwänglicher Applaus für die gelungene Verschmelzung von Neuer und Alter Musik.“ Elisabeth Schwind, SÜDKURIER

„Klangfantasie hat Maßanfertigungen.“

Hèctor

Parra

jedoch,

vor

allem

Markus Thiel, OBERBAYERISCHES VOLKSBLATT

„Sollte Parra die entsprechend rhythmisierte Passage tatsächlich als Beischlafmusik gemeint haben, so ist es die einzige, in der er dem in die Gegenwart gewendeten Orfeus-Mythos so etwas wie musikalischen Humor angedeihen lässt. Ansonsten versucht er, die Affektsprache der von ihm sehr geschätzten Barockoper ins 21. Jahrhundert herüberzuholen und mit zeitgenössischer Klangenergie aufzuladen.“ Juan Martin Koch, NEUE MUSIK ZEITUNG

aber

schreibt

er

Stimmband-


„Neu ist diese Idee nicht, aber: Parra machte vollends hörbar, wie sehr auch die neue Musik von der Originalklang-Praxis profitiert und beides zu einer sinnstiftenden Einheit verschmelzen kann. Das wurde vom Ensemble Recherche und das Freiburger Barockorchester unter Peter Tilling virtuos ausgestaltet. [...]“

Marco Frei, BAYERISCHE STAATSZEITUNG

„Hèctor Parra verfugt elegant und höchst konzentriert barocke Töne mit reduziert gegenwärtiger Textur, unter Peter Tillings umsichtiger Leitung harmonieren das Freiburger Barockorchester und das ensemble recherche aufs Feinste und trotz der oft sehr kulinarischen Couleurs nimmt einen dieses anregend gewürzte Klangbad bald gefangen.[...]“ DEUTSCHLAND FUNK

„Fette Emphase bot zu guter Letzt die Musik von Hector Parra zu seiner Oper „Das geopferte Leben“. Er vermischte darin das Freiburger Barockorchester und das Ensemble Recherche. Das leise alte Instrumentarium und die manchmal zeitgenössisch aufgeraut gespielten modernen Instrumente wurden eigentlich kaum getrennt eingesetzt, sondern verschmolzen unter der Leitung von Peter Tilling zu einem einzigartig romantischen Klangbogen. Das befremdete erst einmal ein paar Minuten, um so mehr später zu faszinieren. Das fand ich irgendwie sehr hinreissend, bewegend. In der letzten Vorstellung sitzend, ohne all die Hitze von Premierenstimmung einsaugend, war es ein richtiges Vergnügen, dem Orchestergraben zuzuhören.“ Alexander Strauch, BAD BLOG OF MUSICK

„Klar im Vordergrund steht aber die ungewöhnliche Musik von Hèctor Parra, die zwar von einem Barockorchester gespielt wird und durchaus auch Zitate von Barockstücken enthält, aber durch die eigenwillige Handhabung der Instrumente ganz moderne Klänge aufweist. Eigen zum Beispiel der flirrende Ton wie das Flügelschlagen einer Libelle in der Mittagshitze.] Das Libretto der französischen Schriftstellerin Marie NDiaye wurde extra auf Deutsch übersetzt, da diese Sprache dem katalanischen Komponisten besser zu liegen scheint. Peter Tilling leitete das Barockorchester ausgesprochen dynamisch. [...]“ Alice Matheson, DER NEUE MERKER

„Diese Idee ist nicht neu; dennoch machte Parra vollends hörbar, wie sehr auch die neue Musik von der Originalklang-Praxis profitiert und beides zu einer sinnstiftenden Einheit verschmelzen kann. [...]“ Marco Frei, NEUE ZURCHER ZEITUNG


„Der große Erfolg der Uraufführung zeigt, dass das Experiment geglückt ist. Ensemble-RechercheMusiker Fahlenbock hatnach der Uraufführung nur begeisterte Reaktionen erlebt. Auch die Presse lobt Parras Oper als „satztechnisch meisterlich, klanglich faszinierend“ (Die Deutsche Bühne) und stellt fest, dass die Produktion „in ihrem Willen zum Schöngesang und den Erlösungswonnen des 19. Jahrhunderts auch ganz normale Opernbesucher“ ansprechen dürfte (Münchner Abendzei- tung). Fahlenbock ist vor allem fasziniert davon, wie raffiniert der Komponist die beiden Ensembles miteinander verbindet beziehungsweise trennt: „Wie bei einem Lichtwechsel, bei dem man nicht merkt, dass es von grün nach blau geht, wechselt die Oper von der modernen Klangseite in die Alte Musik hinüber und wieder zurück. Das ist einfach sehr gut komponiert.“ Dabei wird das Vertraute mit modernen Spieltechniken gebrochen und verfremdet. Und die Welten begegnen sich, wenn die Musiker des ensemble recherche bestimmte, aus der Barockzeit überlieferte Verzierungen spielen oder die Streicher des Freiburger Barockorchesters mit hohen, pfeifenartigen Flagolett-Tönen eine ganz moderne Klangwirkung erzielen. Trotz aller instrumentalen Finesse stehen aber die Stimmen der Solisten im Mittelpunkt, erklärt Fahlenbock. „Das ist eine richtige Gesangsoper.“ Georg Rudiger, DER SONNTAG (Breisgau)

„Wie Parra mit dieser Differenz spielt, ist satztechnisch meisterlich, klanglich faszinierend und strukturell weit davon entfernt, nur auf wohlfeile Kontrastwirkungen zu setzen. […] Wenn hier einerseits die „barocke“ Sentimentalität der Frau scheitert und andererseits die „zeitgenössische“ Todin am Ende das Opfer annimmt und in die Unterwelt zurück muss, dann kann man das, abgesehen von der Frage nach der Glaubwürdigkeit traditioneller Liebeskonzepte, auch als musikalische Verhandlung über die Zukunft der Opernmusik verstehen, die Parra offenbar in einer Synthese aus (in diesem Fall barocker) Tradition und Avantgarde sieht.“ Detlef Brandenburg, DIE DEUTSCHE BÜHNE

„Freiburger Musik-Triumph in München: Die Oper "Das geopferte Leben. [...] Es ist ein großer ästhetischer Entwurf, den der katalanische Komponist und die französische Schriftstellerin Marie NDiaye da hingelegt haben. Eine Oper, die bewusst Oper sein will und nicht einfach Musiktheater. Eine Oper der klassischen Stoffe, die Kulinarik nicht meidet, sondern stattdessen bewusst nach neuen ästhetischen Utopien sucht. […] Parras Partitur schöpft ihre Kraft aus der Verbindung barocker Aufführungspraxis mit den Topoi zeitgenössischer Musiksprache. Das klingt viel theoretischer, als es ist, und genau das macht die Kraft dieses Werks aus. Wenn man nicht wüsste, dass die Ensembzwei, um einen Halbton differierenden Stimmungen spielen, man würde dessen nicht bewusst gewahr. Nichts an dieser linearen, sinnlichen Musik wirkt (de-)konstruiert, theoretisch; und wenn Parra mit Zitaten aus Werken des Barock, von Monteverdi über Händel bis Vivaldi und Bach, arbeitet, so hat man nie das Gefühl, dass hier einfach nur musikalisches Material herangezogen wird. [...] In München aber ist es ein Triumph der Musik. Man könnte auch sagen – einer für Freiburgs Kulturszene.“ Alexander Dick, BADISCHE ZEITUNG

„Erlösungswonnen, lieblich mild: Hèctor Parras Oper „Das geopferte Leben“ zum Abschluss der Biennale für Neues Musiktheater im CarlOrff-Saal am Gasteig. [...] Erträglich wird das alles nur durch Parras rauschhafte Musik, die mit dem ensemble recherche und dem Freiburger Barockorchester alte und neue Instrumente zusammen-bringt. Das ist so verblüffend wie zwingend, weil es das Kramen in der Vergangenheit sehr zwingend musikalisch illustriert und zwischen dem modernen und barocken Gesangsstil manche Gemeinsamkeit besteht. Parra zitiert bisweilen Gesten der Musik des 17. Jahrhunderts, was die Vergangenheitskrämerei so veredelt, dass sie fast genießbar wird.“ Robert Braunmüller, ABENDZEITUNG MÜNCHEN

„Ja, Hèctor Parra hat mit Das geopferte Leben eine moderne Sängeroper geschrieben. Der Gesang von blühender Emphase trifft dabei auf atmende, pulsierende, duftige, wo es sein muss auch wohldosiert wie wohl ausgehört harte Klänge aus dem doppelten Orchester. Die Verwebung von Freiburger Barockorchester und ensemble recherche nutzt der Katalane zu fesselnden, farbenschillernden Eingebungen. Und seine musikalische Genauigkeit, die Peter Tilling am Pult mustergültig umsetzt, trifft auf eine szenische Präzision der psychologischen Ausformung der Charaktere, für die Vera Nemirova verantwortlich zeichnet. Das koproduzierende Theater Freiburg darf sich glücklich schätzen über diese den Spielplan bereichernde Opernschöpfung. Die Münchener Biennale setzt ein Ausrufezeichen zum Abschluss einer Ära!“ Peter Krause, CONCERTI.DE


„En definitiva, con Das geopferte Leben Hèctor Parra ha logrado según nuestro criterio su trabajo escénico más redondo, en el que los elementos participantes –música, texto, espacio escénico y dramaturgia– dialogan con mayor naturalidad entre ellos y proporcionan un resultado artístico altamente unitario e imbricado. Además, esta cohesión no implica que el discurso fuese monolítico: la obra se muestra plástica y versátil en su transmisión de emociones de cara al público, sin necesitar el sacrificio de ninguno de sus aspectos para con ello enfatizar otros. No es de extrañar por tanto que la respuesta del público fuese desbordante, con prolongados minutos de aplauso a todos los miembros del equipo. Confiemos en que esta ópera de cámara, gracias a sus dimensiones relativamente asequibles en términos económicos, pueda ser exportada en un futuro a Francia –donde reside desde hace años el compositor– y a España. La obra lo merece. “ José L. Besada, AUDIO CLASICA

„Regardant vers le modèle baroque, dans la richesse de ses composantes et l’exubérance de son arabesque vocale, Hector Parra déploie les ressorts d’une ligne vocale qu’il n’avait encore jamais exploitée avec un tel lyrisme. Il conçoit pour les quatre personnages une partie chantée très exigeante dont les détours ornementaux relèvent de la virtuosité haendélienne autant que straussienne […] On est frappé par la pluralité d’une écriture flamboyante autant que contrôlée, qui renouvelle d’autant l’écriture d’un compositeur toujours à l’affût, exprimant ici, à sa manière inventive et prospective, sa passion pour l’opéra baroque. “ Michèle Tosi, RES MUSICA

„Doch dann dieses Finale. „Das geopferte Leben“ von Hèctor Parra – ein vor Toresschluss gerade noch uraufgeführte Versöhnungsaktion. Wieder ein Stück, das ohne Berührungsängste in die Vergangenheit blickt. Allein die instrumentale Besetzung: Freiburger Barockorchester und Ensemble Recherche reichen sich im Graben des Carl-Orff-Saales die Hand. Die unterschiedliche Stimmung (die Freiburger um einen Halbton tiefer) bleibt, ebenso die Konfrontation von alten und neuen Instrumenten, auch von Barockoper und Moderne. […]Ein schöner Abschluss des Premierenreigens also.“ Markus Thiel, MERKUR-ONLINE.DE

„Parras„ Kammeroper für vier Sänger und zwei Instrumentalensembles“ beginnt mit raffinierten Klängen, die faszinieren, weil sie zugleich modern und zeitlos, tonal und voller Reibungen sind – und weil sie stets im Fluss ist. […] Trotz aller Einwände entsteht ein paradoxer Effekt, wirkt Parras Musik nach, beginnt sie im Kopf ein Eigenleben zu entwickeln. Und das ist nicht das Schlechteste, was man von einer zeitgenössischen Oper sagen kann.“ KLASSIKINFO.DE

Parra "Das geopferte Leben" - revue de presse  

Revue de Presse de l'opéra d'Hèctor Parra "Das geopferte Leben" Press review of Hèctor Parra's opera "Das geopferte Leben".

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