23. Jahrgang
Nr. 160
November 2015
R E T I E S N E S s U A R D IN
BLICK
NACH OBEN
0,90 e für den Verkäufer
1,70 e
Foto: Deborah Keser
Z A G A M N E S S A STR R E N L Ö K S A D
INTERVIEW
Kardinal Woelki
HINTERGRUND Straßenkinder
BEKENNTNIS Renee Breuer
Anzeige
Liebe Leserinnen und Leser, sie engagiert sich ehrenamtlich und hilft aus, wo sie kann: Für Renée Breuer ist diese Lebenseinstellung untrennbar mit ihrem christlichen Glauben verbunden, der ihr selbst schon über schwere Zeiten hinweg geholfen hat. Ganz offen hat sie mit uns darüber gesprochen (S. 8-9).
S.4
S.8
S.14
S.22
Foto: C. de Haar
Inhalt Wohnungslose, die ihre Nächte häufig draußen verbringen müssen, empfinden den Blick in den Himmel oft als Trost. Gibt es dort oben Jemand, der über sie wacht?
Die tätige Nächstenliebe „Caritas“, so sagt auch Rainer Maria Kardinal Woelki im Interview mit Linda Rennings und Jens Hüttenberger, bezeichnet eine Grundhaltung gegenüber Menschen in Not (S. 5-7). Zu bedenken gibt er mit klaren Worten, dass man die Hilfe nicht nur hier, sondern auch in den Krisengebieten selbst vorantreiben sollte, um Armut und Flucht von vornherein zu verhindern. Ganz konkret haben wir ihn auch nach der diesjährigen Winterhilfe, den Kältebussen und den Notschlafstellen für Wohnungslose in Köln befragt.
Eine gute Lektüre wünscht – im Namen der Redaktion –
Vorwort, Inhalt ������������������������������������������������������ 3 Themenschwerpunkt: Glaube Interview mit Rainer Maria Kardinal Woelki ����������������� 5-7 Mit Gott sprechen: Renée ���������������������������������������8-9 Leben / Teilen ������������������������������������������������������� 13 Straßenkinder: Martin ����������������������������������������� 14-15 Foto: Haste ma nen Euro? ����������������������������������������� 16 Gedicht: Selbstvertrauen ������������������������������������������ 17 Foto: Für den Dom ������������������������������������������������� 18 Buchtipp von Ingrid Müller-Münch ����������������������������� 19 Meinung: Comic und Kolumne �����������������������������������20 Neue Reihe: Kurzgeschichte ��������������������������������������� 21 Aus den Einrichtungen ���������������������������������������� 22-23 Köln umsonst / Comic ����������������������������������������������24 Vorschau ������������������������������������������������������������� 25 Adressen ���������������������������������������������������������26-27
Christina Bacher
Öffnungszeiten der OASE Kontakt- und Beratungsstelle Montag und Freitag: 9.00 – 13.00 Uhr Dienstag und Donnerstag: 9.00 – 16.00 Uhr Mittwoch: 13.00 – 16.00 Uhr 3
glaube
Mir ist es ein
Anliegen,
den Menschen Mut zu machen! Seit dem 20. September 2014 ist Rainer Maria Kardinal Woelki Erzbischof von Köln. Zum Thema Armut und Flüchtlingspolitik positioniert er sich von Anfang an klar und deutlich, auch im Gespräch mit DRAUSSENSEITERVerkäuferin Kölsche Linda und -Redakteur Jens Hüttenberger.
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glaube
Draussenseiter: Papst Franziskus bemängelt regelmäßig die Missstände zwischen Arm und Reich. In seinem ersten Apostolischen Lehrschreiben „Evangelii gaudium“ schrieb er, dass sich niemand „von der Sorge um die Armen und um die soziale Gerechtigkeit freigestellt fühlen“ dürfe. Wie will die katholische Kirche ganz allgemein dazu beitragen, die Armut zu überwinden? Kardinal Woelki: Die tätige Nächstenliebe, die Caritas, ist der Auftrag eines jeden Christen. Caritas bezeichnet eine Grundhaltung gegenüber Menschen in Not. Die Caritas der Kirche ist die Antwort auf das Gebot Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Mit sehr vielen Einrichtungen und Diensten im Erzbistum Köln und in ganz Deutschland stellt die katholische Kirche armen oder von Armut bedrohten Menschen Hilfen in ihren schwierigen Lebenssituationen zur Verfügung. Es geht um personelle, aber auch finanzielle Hilfe etwa für Flüchtlinge – zum Beispiel über unsere „Aktion Neue Nachbarn“, mit der wir gezielt Flüchtlingsinitiativen fördern. Oder wir helfen – zum Beispiel mit dem Projekt Mamica – auch bei der gesellschaftlichen Integration von schwangeren Roma-Frauen und Roma-Müttern mit kleinen Kindern in Wuppertal; diese Frauen sind oft besonders ausgegrenzt und arm. Ein anderes Projekt nennt sich www.gewaltlos.de und hilft Frauen und Kindern, die unter häuslicher Gewalt leiden. Es gibt eine Stelle im MatthäusEvangelium, die diese Beispiele sehr schön beschreibt. Dort sagt Jesus selbst „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir Foto: Jochen Rolfes/Erzbistum Köln
gekommen.“ Und weiter: „Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Daran orientieren wir uns. Draussenseiter: Armut finden wir vor der eigenen Haustür, hier in Köln. Etwa 5.000 Obdachlose leben in der Domstadt.
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Foto: Bernhardt Ridel/ Erzbistum Köln
glaube
Inwieweit versucht das Erzbistum Köln,
sam auf den ganzen Menschen in seiner
che, sie besitzt doch unzählige Immobili-
diesen Missstand zu beheben?
individuellen Notsituation und bieten
en? Könnte sie nicht Wohnraum für
Kardinal Woelki: Glücklicherweise lebt
Hilfen an, die ihm schließlich wieder ein
Obdachlose zur Verfügung stellen?
die Mehrzahl dieser Menschen nicht
eigenständiges Leben in der Mitte der
Kardinal Woelki: Die Unterstützung von
schutzlos auf der Straße. Es gibt in Köln
Gesellschaft ermöglichen sollen. Oder
Flüchtlingen ist mir in der Tat ein großes
viele verschiedene Hilfsangebote für
lassen Sie es mich so ausdrücken: Wir
Anliegen. Wir dürfen als Kirche nicht
Frauen und Männer ohne festen Wohn-
sehen den Einzelnen und die Einzelne
wegsehen, wenn Menschen ihre Heimat
sitz. Mit seinem Angebot an Notunter-
an, um ihm und ihr wieder gesellschaft-
verlassen müssen, oft unter Lebensge-
künften und ambulanten Diensten liegt
liches Ansehen zu verschaffen.
fahr, und bei uns Zuflucht suchen. Dafür ist unsere eigene Religionsgeschichte zu
Köln weit über dem Bundesdurch-
6
schnitt. Aber es ist ja nicht allein die
Draussenseiter: Ein aktuelles Thema in
sehr geprägt von Not und Vertreibung.
Obdachlosigkeit, die diese Menschen an
Köln sind die Flüchtlinge. Unter den
Mit der „Aktion Neue Nachbarn“ haben
den Rand der Gesellschaft gedrängt hat.
Obdachlosen herrscht der Eindruck, dass
wir ein Programm ins Leben gerufen,
Der Verlust der Wohnung steht meist
alle Energie für die Unterbringung der
das die Willkommenskultur und das
am Ende einer Reihe schwerster, unge-
Flüchtlinge eingesetzt wird und die
Engagement in den Gemeinden stärkt.
löster Probleme. Insbesondere kirchliche
Obdachlosen vom Schirm fallen. Beide
Das eine tun und sehen heißt aber nicht,
Dienste schauen achtsam und aufmerk-
brauchen Unterkünfte: Wie hilft die Kir-
dass wir das andere übersehen. Die
glaube
Immobilien der Kirche sind zurzeit alle
an ihre Fähigkeiten und die Zukunft
vergeben – übrigens auch an Menschen
ihrer Heimat zu glauben. Daran werden
und Familien in besonderen Lebensla-
auch wir als Kirche mit unserer Caritas
gen. Im sogenannten „Wohnungsversor-
weiterarbeiten und den Menschen auf
gungsprogramm“ für Wohnungslose des
dem Balkan Zuversicht und Perspekti-
Erzbistums Köln bemüht sich die katho-
ven vermitteln.
lische Kirche um zusätzlichen Wohnraum für Menschen, die aufgrund ihrer
Draussenseiter: Der nächste Winter
persönlichen Situation keine Möglich-
steht vor der Tür. Sind Kältebusse oder
keit haben, eine Wohnung auf dem
mobile Essensangebote geplant?
regulären Immobilienmarkt zu finden.
Kardinal Woelki: Der Sozialdienst Katho-
Bislang konnten auf diese Weise rund
lischer Männer (SKM) in Köln und weite-
100 Wohnungen im Erzbistum Köln für
re Einrichtungen und Dienste der katho-
ehemals wohnungslose Menschen
lischen Kirche im Erzbistum Köln bieten
erworben und zur Verfügung gestellt
gemeinsam mit den Städten und
werden. Da es sich hier um eine gesamt-
Gemeinden auch in diesem Jahr voraus-
gesellschaftliche Aufgabe handelt, sind
schauende Winterhilfen an. Allein der
sicherlich weitere Anstrengungen not-
SKM in Köln versorgt mehr als 120 Perso-
wendig, um gerade diesen bedürftigen
nen pro Nacht mit existentiellen Hilfen
Menschen und vielen anderen bezahlba-
wie Nahrung, Kälteschutz und Obdach.
ren Wohnraum zu vermitteln.
Auf so genannten Kältegängen suchen unsere Mitarbeitenden, unterstützt von
Draussenseiter: Viele Flüchtlinge sind
Ehrenamtlichen, wohnungslose Men-
so genannte Armutsflüchtlinge: Ist Armut
schen auf und bieten ihnen Hilfen an. Im
nicht ein berechtigter Grund aus seinem
Erzbistum Köln muss niemand verhun-
Heimatland zu fliehen? Wie sieht das Bis-
gern oder erfrieren. Bitte helfen auch Sie
tum Köln das?
uns dabei, entsprechende Anlauf- und
Kardinal Woelki: Ich habe im August
Kontaktstellen bekannt zu machen.
2015 gemeinsam mit unserem Weihbischof Ansgar Puff und dem Präsidenten
Draussenseiter: Insbesondere Obdach-
des Deutschen Caritasverbandes, Prälat
lose mit Tieren haben es schwer, Unter-
Dr. Peter Neher, eine Reise auf den Bal-
künfte zu finden. Wir würden gerne in
kan unternommen, um mich vor Ort
Köln – wie in anderen Städten – mehr
über die Arbeit der Caritas und die
Unterkünfte und Anlaufstellen sehen. Sind
Lebensbedingungen der Bevölkerung zu
solche Anlaufstellen geplant?
informieren, die dort zum Teil in tiefster
Kardinal Woelki: Grundsätzlich ver-
Armut lebt. Mit großem Erschrecken
schließen sich immer weniger Einrich-
habe ich wahrgenommen, dass viele jun-
tungen und Dienste der Mitaufnahme
ge und gut ausgebildete Menschen aus
von Tieren. Zum Teil wird sogar neben
Perspektivlosigkeit Albanien und den
einer ärztlichen Versorgung von Woh-
Kosovo verlassen. Das ist verständlich,
nungslosen ein ambulanter veterinär-
die Gründe sind gut nachvollziehbar.
medizinischer Dienst in unseren Einrich-
Nur muss man auch sagen: So kann der
tungen angeboten. Allerdings sind wir
Aufbau einer solidarischen Gesellschaft
natürlich für alle Bedürftigen gleicher-
nicht gelingen.
maßen verantwortlich. Das Zusammen-
Die Caritas sagt hier sehr deutlich:
treffen von Wohnungslosen mit und
„Bleibt in Euren Ländern und baut eine
ohne Tier und zum Teil auch das der
Zivilgesellschaft auf, die von sozialer
Tiere untereinander, führt immer wie-
Gerechtigkeit geprägt ist. Mir ist es ein
der zu Konflikten. Außerdem stellen Tie-
Anliegen, diesen Menschen Mut zu
re oft ein Problem dar, wenn es um die
machen und sie darin zu unterstützen,
Vermittlung von Wohnraum geht.
Schon von Weitem fielen den Passanten in den letzten Wochen die bunten Plakatwände rund um die Kirche St. Agnes ins Auge. Mit ganz unterschiedlichen graphischen Darstellungen erzählten sie persönliche Geschichten über Flucht, Asyl und Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Auch, wenn die Ausstellung nun abgebaut wurde, kann man die berührenden Statements noch auf dem dazu gehörigen Blog nachlesen: http://ourstoriescologne.tumblr.com Fotos: Christina Bacher
lll
info
www.aktion-neue-nachbarn.de/fluechtlingen-einestimme-geben www.gewaltlos.de http://caritas.erzbistum-koeln.de/dicv-koeln/hilfe_beratung/ krisen_besondere_lebenslagen/wohnungslosenhilfe www.wohnungslos-in-koeln.de 7
glaube
Porträt
Gott macht meine Seele gesund Text und Fotos: Sabrina Burbach
Sie engagiert sich ehrenamtlich in der Obdachlosenhilfe, wird in ihrer Freizeit poetisch und geht regelmäßig zu Gebetskreisen. Die 41-jährige Kölnerin Renée Breuer hat mit uns über ihr Leben und ihre „ernste Beziehung zu Gott“ gesprochen.
A
n den Torbögen des Bahnhofs Köln-Ehrenfeld drängen sich die Fahrräder dicht an dicht. Ab und zu rauscht ein Zug über die Gleise. Ansonsten ist es ruhig. Gegenüber auf dem Spielplatz,
zwischen Schaukel und Rutsche, laden zwei Bänke zum Verweilen ein. Auf der einen sitzt Renée Breuer und genießt die Sonne. Es ist einer ihrer Lieblingsplätze. Hier kann sie entspannen und ihre Gedanken sortieren, sagt sie. Gleich um die Ecke befindet sich die Ehrenfelder Caritas. Dort hilft die 41-jährige zwei Mal im Monat in der Kleiderkammer aus. Auch sonst ist sie viel ehrenamtlich unterwegs. Dienstags geht sie beispielsweise zur Obdachlosenseelsorge der katholischen Kirche im Gubbio und hilft, wo sie gerade gebraucht wird. „Mal sortiere ich Obst von Essensspenden, kontrolliere die Haltbarkeit von Joghurts oder putze die Böden“, erzählt sie. „Das geht von ein Uhr bis um fünf. Und bis sechs Uhr spreche ich dann mit Gott.“
Die jungen Jahre Was für eine junge Frau ungewöhnlich klingt, ist für Renée normal. Sie war einfach schon immer sehr gläubig, machte sich darüber keine weiteren Gedanken. Vielleicht hat es etwas mit ihrem bisherigen Lebensweg zu tun. Geboren wurde die Kölnerin in Lindenthal; mit sechs Monaten in St. Kolumba katholisch getauft – ihr erster Kontakt mit der Kirche. Eigentlich heißt sie Susanne Barbara Renée. Doch ihr Drittname gefällt ihr besser, weil den nicht jede hat und man ihn nicht auf Susi oder Babsi abkürzen kann. Auch das war schon immer so. Ihre Kindheit verbrachte sie in Köln-Weidenpesch und in der Eifel, wo ihre Großeltern lebten. Ihre Oma hieß gebürtig Hennes – deshalb
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glaube
Renée Breuer hat zwei große Leidenschaften: Sport und ihr Engagement für die Kirche.
9
glaube
ist Renée FC-Fan. Viele ihrer Vorlieben
bierte viel aus. „Ich hab drei Jahre viele
sivieren. Erst mal ist sie aber mit dem
sind ähnlich entstanden. Auch die für
Gespräche mit Christen von der Mormo-
zufrieden, was sie hat. Auch mit ihrem
Tiere, vor allem Pferde: „Der Freund mei-
nenkirche geführt. Die schauen aber
Ein-Zimmer-Apartment in Humboldt/
nes Vaters hatte früher ein Gestüt und
nicht über den Tellerrand ...“, sagt sie. „Im
Gremberg. Dort wohnt sie seit 18 Jahren.
war völlig pferdeverrückt“, sagt sie. „Ich
Gubbio bin ich gerne. Da ist jeder gleich,
Den ganzen Weg hierher auf die linke
bin es auch. Vor allem streichele ich sie
deshalb fühle ich mich gleich.“ Außerdem
Rheinseite zum Spielplatz ist sie geradelt.
gerne. Reiten hat sich nie ergeben. Ich
geht sie regelmäßig zum Gebetskreis
In knapp 30 Minuten. Jetzt lehnt ihr Fahr-
mag einfach Tiere. Manche Pfarrer reden
ihrer Taufkirche St. Kolumba und nimmt
rad neben ihr an der Bank. Sport und Kir-
für die Katz.“ Ihr letzter Satz bringt sie
an Taizé-Gebeten in St. Agnes teil. Letz-
che ergänzen sich sehr gut, findet Renée.
zum Lachen. Dann erinnert sie sich plötz-
tere gefallen ihr besonders gut – eine
Regelmäßig geht sie zum Lauftraining und
lich an einen der Heiligen, Franz von
beruhigende Mischung aus Meditation,
pilgert auch mal mit dem Gubbio von
Assisi, dem Begründer des Franziskaner-
Gesang, Stille und Hoffnung, wie Renée
Beyenburg nach Aachen. Eine schwarz-wei-
ordens: „Er liebte Vögel, hielt ihnen sogar
es nennt.
ße Baseballjacke gehört zu ihren Lieblingskleidungsstücken. Die trägt sie auch
eine Predigt.“ Kurz rückt sie ihre Baseballkappe zurecht, als würde die Erinne-
Die große Liebe
in der Kirche. Doch was sie dort mit dem
rung an diese Legende dadurch klarer.
Wenn sie allein ist, kanalisiert sie ihre
Herrn dienstags zwischen fünf und sechs
Das macht sie oft – ein Gespräch ganz
Gedanken auf andere Weise – mit Lyrik
Uhr bespricht, möchte sie nicht verraten:
unvermittelt auf Heilige oder die Kirche
und Poesie. Sie schreibt gerne Reime –
„Für mich ist die Zeit mit Gott eine sehr
lenken. Es gibt immer irgendeine Verbin-
„direkt aus dem Herzen“ – und drückt mit
persönliche Sache. Ich ordne meine
dung. Doch die wichtigste ist sie selbst.
ihnen sehr persönliche Gedanken aus.
Gedanken, genieße die Stille und es geht
„Gott macht meine Seele gesund“, ist sie
Etwa die ihrer Liebe zu Jesus. „Er steht bei
mir gut dabei.“
überzeugt. Und es mag stimmen. Offen-
mir in Sachen große Liebe an erster Stel-
bar hat sie durch ihren Glauben eine
le“, daran lässt sie keinen Zweifel. An zwei-
Möglichkeit gefunden, sich zu erden. Das
ter kommt eine verflossene Jugendliebe.
war nicht immer so.
Der, von dem sie wusste, „der isses!“. Freisein bedeutet Renée aber auch sehr viel.
Zurück in die Gegenwart
Jetzt sieht sie das Ganze praktisch: „Da ich
Nach einem Internatsbesuch in Trier mit
nicht verheiratet bin, kann ich nicht
Realschulabschluss, musste sie sich Mitte
geschieden werden.“ Wieder lacht sie. Und
der 90er Jahre in einem Arbeitstherapie-
fast sieht es aus, als hätte sie gerade eine
zentrum im Saarland zum ersten Mal
neue Idee für einen Vers. Dass sie auch mit
einem Belastungstest unterziehen. Sie
Poesie nicht reich werden wird, weiß sie.
erinnert sich noch an die Zeit nahe der
Doch das ist ihr nicht wichtig. Ihr State-
französischen Grenze, wo es viel Natur
ment: „Man braucht Geld um zu leben,
gab und sie während dieser Zeit einen
aber es bedeutet nix. Sterben müssen wir
Teddy genäht hat. Auf diese Handarbeit
alle.“ Wichtiger ist es für sie, positiv zu
ist sie heute noch stolz. Genau wie auf
leben, arm und bescheiden, eben wie die
ihren IHK-Abschluss als Bürokauffrau,
Heiligen aus den Legenden.
den sie 2002 bekam. Danach arbeitete sie
10
zwei Jahre im Verkauf. 2009 folgte eine
Kirche und Sport
zweite Belastbarkeitsprüfung. Renée kam
Auf keinen Fall möchte sie ein Banker
kurzzeitlich in eine Tagesklinik – Diagno-
sein. Doch „nix zu tun“ kommt für sie trotz
se: Borderline (Bipolare Störung). Die
Frührente auch nicht in Frage. Lieber als
psychischen Gründe führten am Ende zur
Ärztin in einem Entwicklungsland arbei-
Frühverrentung. Seitdem lebt die Kölne-
ten. Oder in einem Hospiz. Dort hat sie
rin von Erwerbsunfähigkeitsrente und
mal über vier Monate lang einen jungen
Wohngeld. Auch einen Schwerbehinder-
Mann besucht, der an einem Hirntumor
tenausweis hat sie. Den Weg ins Gubbio
litt. Als seine Patin. Und das hat ihr so viel
und in die OASE fand sie, als ihr Vater vor
gegeben, dass sie es gerne nochmal
neun Jahren starb. Da nahm sie sich erst
machen würde. Gleichzeitig ist es eine
mal eine „Auszeit“, wie sie es nennt, pro-
Möglichkeit, ihr Leben mit Gott zu inten-
lll
TIPPS VON Renée
TAIZÉ: Eine Andacht/gemeinsames Gebet mit Gesängen/Elementen der Communauté de Taizé in Burgund. Bekannt sind vor allem die Lieder, im Zentrum stehen Stille und der meditative Charakter. www.taize.fr/de St. Agnes, Neusser Straße Taizé-Gebet: jeden ersten Sonntag im Monat um 18 Uhr St. Kolumba, Kolumbastraße 4 Öffnungszeiten: Mo - So 8 - 19 Uhr
Hartz IV
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Arbeiten
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Pflegewohnheim
begleiten und fördern I beraten und anleiten
Pflege & Betreuung I Lebenszufriedenheit I Wohlbefinden I Menschlichkeit I Zu Hause
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glaube
Leben / Teilen Z
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u den wichtigsten, heilsamsten und
menschenwürdige Behandlung. Hilfe und
Gerechtigkeit. Teilen könnte jedoch ein
zugleich schwersten Erfahrungen des
Mitmenschlichkeit können nicht an den
Mindest-Ziel haben, das unserer Gesell-
Kindseins gehört es, teilen zu lernen:
Staat delegiert werden. Unsere Gesell-
schaft gut anstünde: Für alle Menschen
„Das ist meins, ich will nicht, dass meine
schaft geht zu Grunde, wenn der ethische
genug zum Leben, um ein Leben in Würde
Schwester (Bruder, der da, die da…) damit
Sinn vor die Hunde geht. Lange hat
und Selbstbestimmung zu ermöglichen.
spielt.“ Wie schwer ist es für das Kind, tei-
Deutschland geglaubt auf einer Insel der
Um eine Chance zu haben.
len zu müssen. Aber fällt es Erwachsenen
Seligen zu leben, reich und sicher, unbe-
Teilen ist bei vielen Menschen mit Vor-
leichter? Nun, nach meiner Erfahrung tun
rührt und glücklich, fern der Kriege und
behalten und Ängsten verbunden. Wird
sie sich oft noch schwerer damit als die
Bürgerkriege vor den Rändern Europas,
genug für einen selbst übrigbleiben? Hole
Kinder. Teilen können kann man auch
fernab der wirtschaftlichen, sozialen, reli-
ich mir Konkurrenz im Kampf um knappe
wieder verlernen. Und doch: Wir werden
giösen Probleme um uns herum. Doch der
Lebensressourcen ins Haus? Hat der Ande-
es neu lernen müssen, zu teilen – als
Krieg, der überall vor unseren Grenzen
re (der Grieche, der Flüchtling, der Obdach-
Gesellschaft und als Einzelne. Äußere
tobt, treibt Menschen zu uns, auf der
lose …) meine Hilfe wirklich verdient? Die
Umstände zwingen uns dazu, lassen uns
Suche nach Sicherheit, Frieden, Zukunft.
Einwände höre ich jeden Tag. Und ich bin
eigentlich keine Wahl, als neu über
Menschen wie wir.
überzeugt: Teilen ist nur möglich, wenn
Gemeinsinn nachzudenken. Immer mehr
Teilen lernen ist schwer, denn welchen
wir innerlich die Freiheit und das Selbst-
Menschen sind auf die Solidarität anderer
Maßstab können wir anlegen? Allen Men-
bewusstsein erlangen, dass uns nichts weg-
angewiesen. Die Schlangen vor den Tafeln
schen das Gleiche? Diese Utopie hat zur
genommen wird, wenn wir abgeben.
in allen Städten zeigen es deutlich. Die
Diktatur geführt. Jedem das Seine? Doch
Manchmal kann Glauben dabei wirklich
Zahl derer, die abgehängt werden, nimmt
was ist das, was einem zusteht? Nach wel-
dem Leben helfen. Nach christlichem Ver-
zu. Die Flüchtlinge, die bei uns unterge-
chem Maßstab können wir Verdienste
ständnis ist unser Leben vor allem anderen
bracht werden, haben einen Anspruch auf
messen? Nichts ist umstrittener als
ein Geschenk Gottes. Und eine mögliche
glaube
Foto: Christoph de Haar
Antwort des Menschen vor allen Sorgen
Verlustängste. Wer das Leben bejaht, kann
und Probleme wäre die Haltung einer tie-
sich leichter den oft harten Herausforde-
fen Dankbarkeit dafür, leben zu dürfen,
rungen stellen. Wer sich vor aller Leistung
sich angenommen zu wissen, das Urver-
fundamental beschenkt weiß, wird groß-
trauen zu haben: es ist – eigentlich – genug
zügiger denken und handeln. Wer sich
für alle da. Vor allem „Nein“ das Leben
geliebt weiß, überwindet sich leichter zur
mit allen Herausforderungen zu bejahen.
Nächstenliebe. Wer im Angesicht des
Das Ethos der Nächstenliebe – „Liebe Gott
anderen Menschen, im Bedürftigen, im
und deinen Nächsten wie dich selbst“ und
Fremden, sogar im Feind, zugleich ein
mit ihm verbunden die „Goldene Regel“:
Kind Gottes entdecken kann, mit Würde
„Behandle die Menschen so, wie du von
beschenkt, sieht sich immer auch an seiner
ihnen behandelt werden willst“ – sie sind
Stelle: er ist wie du. Und wer dann teilt,
fundamentale Haltungen, die das Leben
beschenkt auch sich selbst. Ein paradoxer
als Ganzes in den Blick nehmen und tra-
Gedanke? Nur scheinbar. Denn Leben gibt
gen wollen. Kein moralischer Appell Gutes
es nur als gemeinsames Leben, im Ange-
zu tun – Appelle bringen selten etwas. Sie
wiesen-Sein und Bleiben. Was wir mit
sind vielmehr die Erinnerung, dass uns
anderen teilen, kann durchs Teilen wach-
eine Fülle des Lebens anvertraut und
sen und groß werden. Geben und Nehmen
geschenkt ist, die wir allzu selten wahrneh-
– beide verbindet das Geheimnis des
men und bemerken. Wie heilsam kann
Lebens, das uns allen gemeinsam
dieser Blick sein. Wer das Grundvertrauen
geschenkt und anvertraut ist.
hat, dass genug für alle da ist, hat weniger
Till Hüttenberger
Till Hüttenberger, geboren in Mönchengladbach, ist evangelischer Pfarrer in der Evangelischen Friedenskirche in Mönchengladbach. Der Gedanke des Teilens, bis hin zum Wohnraum, sei von vielen neu entdeckt worden, hat der zweifache Familienvater beobachtet, in dessen Gemeinde in Kürze fünf Flüchtlingsunterkünfte entstanden sind.
lll
info
www.koeln-freiwillig.de www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/soziales/ koeln-hilft-fluechtlingen 13
lebenszeichen
Die letzte Chance Der junge Martin aus Köln wurde, nachdem er alle Stufen der Jugendhilfe mitgemacht hat, zum Straßenkind. Nach vielen Anläufen ist er jetzt wieder auf dem Weg in ein normales Leben, wie es scheint.
M
artin sieht aus wie man sich
Er ging zu dieser Zeit auf die Mar-
einen Fußballspieler des FC St.
tin-Luther-King-Hauptschule. 40 Schüler in
ernst genommen und respektiert.
Pauli vorstellt. Er trägt Vollbart,
einer Klasse. Martin, schon damals ein rede-
Im Rahmen des Projekts wurde er nach
einen Undercut an den Schläfen, auf dem
gewandter Junge, wurde zum Klassenspre-
seiner Rückkehr nach Deutschland in
Kopf einen dichten Irokesenschnitt. Dazu
cher gewählt. Er legte sich aber mehrere
Bückeburg, Niedersachsen, weiter vom
Tattoos an Armen und Hals.
Male mit Mitschülern an und sogar mit den
selben Sozialarbeiter betreut.
Er hat sich den Schriftzug „Mama“
Lehrern. Bis er von der Schule flog.
Dann, zwei Wochen vor den Prüfungen
unter das linke Ohr stechen lassen. Das
„Wie weit kann ich gehen?“ Diese Frage
zur mittleren Reife, flog Martin schon wie-
stimmt umso nachdenklicher, wenn man
bestimmte Martins Leben seit er ein klei-
der von der Schule. Da war ein Mitschüler,
seine Familiengeschichte hört: Der 23-jäh-
ner Junge war. Er kenne keine Grenzen,
der von allen gemobbt wurde, so erzählt
rige Kölner hat einiges durchlitten in sei-
weil sie ihm zu Hause selten aufgezeigt
es Martin. Der Junge ging mit einem Tisch
nem noch jungen Leben. Er hat praktisch
wurden, sagt er.
auf Martin los, wollte ihn nach ihm wer-
alle Maßnahmen der Jugendhilfe mitma-
Martin kam auf die Hauptschule in der
fen. „Da ist er an den Falschen geraten. Da
chen müssen. Er war obdachlos und hat
Mommsenstraße und wurde im Kinder-
hab’ ich ihm eben eine gegeben“, sagt
Drogen genommen. Er war aggressiv und
heim in Köln-Sülz untergebracht. Nach-
Martin und es wirkt nicht so, als tue ihm
gewalttätig. Am Ende hat er nun die Kur-
dem er aber auch dort immer wieder
das im Nachhinein leid.
ve gekriegt. Hoffentlich.
aggressiv wurde, landete er schließlich in
Martin wuchs in Köln-Weiden auf. Sein
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Erinnerungen an diese Zeit, er fühlte sich
der Kinderpsychiatrie in Wuppertal.
Martin ging zurück nach Köln, wohnte zwei Wochen bei seiner Mutter, ehe er im
Vater hatte die Familie schon lange verlas-
„Es war schrecklich dort. Lauter schwer
Kolpinghaus in Köln-Mülheim unterge-
sen, mit der Mutter war es oft schwierig. Sie
Gestörte, lauter schräge Leute. Und ich
bracht wurde. Dort ging es immerhin zwei
leidet am Messie-Syndrom sowie an Depres-
mittendrin. Ich wollte nur wieder raus“,
Jahre gut, von 2008 bis 2010 wohnte er in
sionen. Martin musste einmal mit ansehen,
sagt Martin im Rückblick.
der Einrichtung, machte ein von der ARGE
wie sein älterer Bruder die Mutter mit
Es folgte die Eins-zu-Eins-Betreuung für
vermitteltes Werkstatt-Jahr. „Aber mir
einem Messer bedrohte. Das Jugendamt
Martin, das letzte Mittel, wenn die Jugend-
fehlte es eindeutig an Halt“, analysiert
sprach von „unhaltbaren Zuständen“. Als
hilfe keinen Rat mehr weiß. Martin wurde
Martin die Situation damals selbst.
Martin zehn wurde, kam er das erste Mal
für ein halbes Jahr nach Schweden
Mit Drogen war Martin schon früh in
in ein Kinderheim. „Ich war wohl schon
geschickt und dort von einem Sozialarbei-
Kontakt gekommen, den ersten Joint hatte
damals ein Rebell. Ein schwieriger Fall“, sagt
ter des „Projekt Husky“ individualpäda-
er mit zehn Jahren geraucht. Es konnte
er selbst mit einer selbstironischen Note.
gogisch betreut. Martin hat sehr gute
nicht lange gut gehen: Seine erste eigene
lebenszeichen
Für Menschen unter 27 Jahren können Einrichtungen wie die Off Road Kids ein rettender Strohhalm sein. Sie müssen nur – wie Martin – Hilfe annehmen wollen. Foto: Christoph Wörle
Wohnung in der Südstadt wurde schnell zur
Schließlich wurde Martin dauerhaft
er nichts mehr zu tun. Selbst mit dem Alko-
Drogenhöhle, wo die Kumpels ein- und aus-
obdachlos, schlief entweder bei Kumpels
hol hat er aufgehört. „Martin hat gut mit-
gingen und mit Martin wild Partys feierten.
oder auf der Straße. Er flog im Dezember
gemacht. Er ist schlau und weiß, was er will.
Einmal stand der Vermieter morgens
des vergangenen Jahres dann wieder von
Ich glaube, dass es diesmal klappen wird“,
um halb fünf vor der Türe, es war mal wie-
der Tages- und Abendschule (TAS), nach-
sagt Colin Emde, Leiter der Kölner Street-
der zu laut geworden. Martin schlug dem
dem er Ärger mit seiner Englisch-Lehrerin
work-Station von Off Road Kids. Wichtig
Mann völlig im Rausch mit der stumpfen
gehabt und ihr Schläge angedroht hatte.
sei, dass Martin auch vom Kiffen weg sei,
Seite einer Axt aufs Knie.
Er war wiederholt zu spät gekommen. Da
denn das mache „tranig und lustlos“.
Die Wohnung verlor er, natürlich, aber das mit den Drogen ging weiter. Bis er so
die Lehrerin selbst auch oft zu spät kam, empfand er die Kritik als ungerecht.
„Ich sehe das mit der Abendrealschule als meine letzte Chance an“, sagt Martin.
Als alles viel zu vertrackt schien, fand
Mit 23 Jahren müsse er sein Leben jetzt
Martin schließlich wieder Hilfe, er ging zu
im Griff behalten und endlich einen Schul-
2010 hatte Martin den ersten Drogen-
den Streetworkern der Off Road Kids Stif-
abschluss erwerben. Englisch und Mathe
entzug gemacht, mit 18 Jahren dann den
tung. Die Stiftung hat seit ihrer Gründung
quälen ihn zwar immer noch, aber er
zweiten. Er fing eine Kochlehre an, arbei-
vor 23 Jahren mehr als 3.500 junge Leute
kämpft für seine Zukunft.
tete manchmal 16 Stunden am Tag, nur
dauerhaft von der Straße geholt – davon
Und er hat er einen Plan: Er möchte
die Drogen hielten ihn wach, er hatte
mehr als 650 allein in Köln seit 2006. Es
gerne als Sportassistent die Kölner Sport-
längst wieder damit angefangen. Im Streit
sind private Spenden und Gelder von För-
plätze managen. Die Stadt bietet eine
schlug er seinen Chef mit einer Gusseisen-
derern, die die Arbeit mit Geld- und Sach-
schulische Ausbildung für diesen Beruf an.
pfanne und verlor die Arbeit wieder.
spenden überhaupt erst möglich machen.
„Ich organisiere gut und habe gerne das
Zwischen 2011 und 2013 lebte Martin
Martin bat um Unterstützung und be-
Heft in der Hand“, sagt er und grinst dabei.
wieder bei seiner Mutter, ging wieder zur
kam sie, erst einmal bei Ämtergängen, An-
Am Ende wird alles davon abhängen, ob
Schule. Aber es kam zum Streit, als die
trägen und Formularen. Er lebt heute von
Martin seinen Jähzorn in den Griff be-
plötzlich 200 Euro Miete monatlich von
BAföG und dem Kindergeld, das er bezieht.
kommt. Wenn ihm das gelingt, kann alles
ihm haben wollte. „Wenn du mir nicht
Off Road Kids half ihm auch bei der
hilfst, verkacke ich die Schule“, sagte er. Er
Wohnungssuche. Seit Januar geht er auf
räumte für sie die vermüllte Wohnung auf,
die Abendrealschule in der Dagobertstraße
aber Dankbarkeit erntetet er nicht dafür
und wohnt in einer Einzimmer-Wohnung
– die Mutter warf ihn mehrmals raus.
in der Kölner Innenstadt. Mit Drogen hat
viel LSD und Magic Mushrooms nahm, dass er regelrecht abstürzte.
gut werden. lll
Christoph Wöhrle
info
http://offroadkids.de 15
bonse
Haste ma’ nen Euro? Das Trio der etwas anderen ART (Straßenmusikerin und Frührentnerin Claudia (47), der Jack Russel Fluffy (16) sowie das Minnesotaschwein Amanda (2) fährt an schönen Tagen mit der U-Bahn von Ossendorf zum Neumarkt und begeistert Kölner und Touristen in der Fußgängerzone so sehr, dass viele stehen bleiben und ein Foto als Souvenir nach Hause mitnehmen. „Das gibt es auch nur in Köln !!!“, hört man mehrfach voller Bewunderung. Amanda hat für ihre Fans inzwischen einen Facebook-Link „Amandaminischwein“ und darf auch dort bewundert werden. Mit Amanda an der Seite kann Claudia ihre karge Rente etwas verbessern und Amanda spielt ihre Rolle als „Sparschwein“ perfekt. Foto und Text: Gerd Bonse
16
Gedicht
Selbst(ver)trauen Mich zu lieben So wie ich bin Bedeutet für mich Mich zu kennen. Mich zu kennen So wie ich bin Bedeutet für mich Über mich zu wissen. Über mich zu wissen So wie ich bin Bedeutet für mich Mir selbst zu begegnen. Mir selbst zu begegnen So wie ich bin Bedeutet für mich Mich so anzunehmen So wie ich bin. Mich so anzunehmen So wie ich bin Bedeutet für mich Allein meinem Herzen Zu vertrauen und zu folgen. Wolfgang Hübner-Bergfeld
17
street-fotografie
Reiner Girsch, 1975 in Köln geboren, liebt das Lesen und Wandern. Außerdem fotografiert er sehr gerne. Im Oktober 2011 besuchte er seinen ersten Workshop zum Thema Street-Fotografie, seitdem hält der gelernte Zerspannungsmechaniker seinen Alltag mit der
18
Kamera fest. Als Herausgeber des STREETMAGAZINS hat er sich inzwischen einen Namen in der Szene gemacht – dieses Foto entstand im Rahmen der Tamron Fotorallye in Köln zum Thema „Traditionsreich“
buchtipp / leserbrief
buch-tipp ausgewählt von Ingrid Müller-Münch Leo Kanaris
„Inseltod“ Griechenland. Die schärfsten Kritiker des Schlendrians im eigenen Land sind immer noch die griechischen Schriftsteller. Petros Markaris geht schon in mehreren Bücher-Folgen um seinen Kommissar Charitos streng mit seinen Landsleuten zu Gericht. Und nun Leo Kanaris, Grieche und Ire gleichermaßen. Bei beiden ist es nicht die Troika, sind es nicht die ausländischen Geldgeber, Merkel oder Schäuble, die EZB oder der IWF; bei beiden sind es die Griechen selbst, die durch Korruption und Vetternwirtschaft ihr Land zugrunde gerichtet haben. Und bislang nichts dazu lernten. Dies muss George Zafiris, ein in Athen lebender Privatdetektiv, immer wieder bitter erfahren. Auch diesmal wieder, als er engagiert wird, den Tod eines Professors für Alte Geschichte zu klären.
Leserbrief Sehr geehrte Frau Bacher, als ich am letzten Donnerstag in Köln Hbf umgestiegen bin, stand auf dem Bahnsteig eine Gruppe von Männern die versucht hat, an die Wartenden Zeitungen zu verkaufen. Das Magazin hieß Querkopf. Sie waren nicht aufdringlich, aber viele (ca. 5 Personen auf nur einem Bahnsteig). Die Situation kam mir sehr merkwürdig vor. Keiner hatte einen Verkäuferausweis und ich bin es auch ansonsten eher gewohnt, dass die meisten Verkäufer von Obdachlosenzeitungen feste Plätze oder Strecken haben und sich gegenseitig eher wenig in die Quere kommen. Da ich nicht aus dem Rheinland komme, dachte ich „Querkopf“ sei das offizielle/etablierte Obdachlosen-Magazin in Köln und ich hatte mir vorgenommen, dieser Redaktion zu schreiben, um sie auf den eventuellen Missbrauch ihrer Zeitung aufmerksam zu machen, bis ich auf meiner Suche nach dem entsprechenden Kontakt erst darauf gestoßen bin, dass es scheinbar
Der Mann wurde auf der Insel Ägina durch einen gezielten Schuss getötet. Und in Verdacht gerät ein ehemaliger Militär, mit dem Toten zerstritten. Der ehemalige Oberst ist zwar ein guter Schütze, leidet aber unter wachsender Demenz und käme für so eine Tat gar nicht infrage. Doch das schert die Polizei nicht. Die ist faul, desinteressiert, wunderbar vernetzt mit Politikern und Wirtschaftsbossen - sicherlich nicht zum eigenen Schaden. Was dazu führt, dass die Ermittlungen eigentlich gar nicht stattfinden; dass aber auch George Zafiris immer wieder Beinchen gestellt werden. Akten verschwinden, werden einfach an Polizeistationen geschickt, die gerade umziehen und alles in Kartons verpacken. Polizisten spielen sich als kleine Despoten auf, wohlwissend, dass ihnen Minister den Rücken decken. Denn Leute, die nicht mitmachen im Spiel des Gebens und Nehmens, sind gar nicht gerne gesehen. Es ist 2010, als es zu Streiks und Protesten gegen die damalige Regierung von Georgios Papandreou kam. Als die Politik ständig dazu
das ganze Magazin gar nicht gibt. Ich denke aber, dass es für Sie dennoch hilfreich ist, denn vielleicht haben Sie eine Möglichkeit, etwas dagegen zu unternehmen. Ich finde das Prinzip von Obdachlosenzeitungen sehr gut und denke, es wäre sehr schade, wenn diese aufgrund von Betrügern in Verruf gerieten.
Ingrid Müller-Münch, Autorin und ehemalige Korrespondentin der Nachrichtenagentur „Reuters“ und der „Frankfurter Rundschau“, Redakteurin beim „Stern“ und Mitarbeiterin beim „WDR“ unterstützt den DRAUSSENSEITER seit vielen Jahren als freie Mitarbeiterin.
aufforderte, man müsse Opfer bringen, ohne an die Geldsäcke der Reichen und Superreichen zu gehen. Weil sie eben mit all denen verbandelt und vernetzt war. Wie nur soll da ein kleiner Privatdetektiv in diesem Sumpf herausfinden, wer den Professor für Alte Geschichte erschoss. Informativ, locker daher erzählt - ein Krimi, der wie die Faust aufs Auge zur derzeitigen politischen Lage passt. Leo Kanaris: „Inseltod“ – Ein Fall für Detektiv Zafiris. Aufbau Taschenbuch Verlag, 9,99 Euro, ISBN 9783746631257, Ü. engl. Bela Wohl, 2015.
arbeiten an dem Produkt nach Möglichkeit aktiv mit. Die DRAUSSENSEITER-Verkäufer kennen die Regel vom Gebietsschutz und werden getragen von dem Gemeinschaftsgefühl des INSPs, einem international kooperierenden Netzwerk. Durch (prominente) Unterstützung und viel Lobbyarbeit betreiben wir seit Jahren diesbezüglich Aufklärung,
Mit freundlichen Grüßen Eva Barrenberg
ohne die Schuld bei den Querkopf-Verkäufern zu suchen: Sie nutzen ja nur – aus ihrer Not heraus – die Struktur des QUERKOPFs, die ihnen Bettelei leicht macht und unseriösen
Liebe Frau Barrenberg,
Machenschaften Tür und Tor öffnet. Umso
natürlich sind die Machenschaften des
herzlicher bedanken wir uns für Ihre diffe-
QUERKOPFs auch für uns Draussensei-
renzierte Zuschrift, die uns darin bestärkt,
ter seit Jahren ein Problem: Während hinter
unseren Weg weiter zu verfolgen: Vielleicht
dem Blättchen, das in Berlin produziert wird,
ja noch intensiver Hand in Hand mit den
weder Sozialarbeiter noch eine Einrichtung
Zuständigen der Stadt Köln, bzw. den Mitar-
stehen, möchte der DRAUSSENSEITER ein
beitern des Ordnungsamts, mit denen wir in
niedrigschwelliges Beschäftigungsangebot
gutem Einvernehmen sind.
bieten für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt zur Zeit keine Chancen haben. Unsere
Mit herzlichem Gruss,
Verkäufer müssen einen Ausweis tragen und
Christina Bacher
19
comic/kolumne
Illustration: Heiko Sakurai
Kolumne
Der Einfluss des Wetters
versprühen, die die Regenwolken weit
Feinden demnächst vielleicht anstatt
vor der Hauptstadt abregnen ließen.
mit Waffen mit schlechtem Wetter dro-
Ein anderes Experiment ging allerdings
hen. Etwa mit einer hiesigen Über-
gründlich in die Hose: ihr Versuch,
schwemmung oder einem tobenden
Regen gegen eine anhaltende Dürre zu
Hurrikan, der die Infrastruktur des geg-
produzieren. Der löste mal eben einen
nerischen Landes verwüstet ... Nun
lles lässt sich ändern, nur das
verheerenden Schneesturm aus, der
kommen solche Katastrophen weltweit
Wetter nicht – das dachten jeden-
den Menschen mehr zu schaffen mach-
ja immer häufiger vor. Da frage ich
falls unsere Vorfahren. Doch
te, als die Dürre selbst. Inzwischen
mich doch besorgt, ob diese Naturge-
schon sind Experimente im Gang, die
unterhalten die Chinesen ein staatli-
walten vorsätzlich manipulierte Atta-
das vermeintlich Unabänderliche
ches „Wetteränderungsamt“. Ähnliche
cken sind, oder ob sie durch den Klima-
ändern. Mit allen Tricks wird partiellen
Bestrebungen gibt es in Südamerika
wandel hervorgerufen werden. Wer
Wetterkapriolen der Garaus gemacht.
und Russland. Allerdings warnen For-
weiß? Vorsorglich sollten wir besser
So schafften es die Chinesen zum 60.
scher vor der Gefahr, dass gezielte Wet-
nicht mehr die Verletzungen der Men-
Gründungsjahr ihrer Volksrepublik im
termanipulation als Waffe verwendet
schenrechte in Russland anprangern,
Jahr 2009 im wahrsten Sinne des Wor-
werden könnte. Es müssen also Gefahr
sonst droht uns demnächst eine sibiri-
tes für „Schönwetter“ zu sorgen. Dazu
und Nutzen gegeneinander abgewogen
sche Kälte.
ließen sie Chemikalien von Flugzeugen
werden. So könnte man potenziellen
A
20
Astrid Hülser
kurzgeschichte
Im
Tal des
roten Bären
A
Teil 1
uf einem Hügel, der einem Kegel
sich da im Gebüsch? Er möge herauskom-
ähnlich sah, ritten zwei Männer
men, wenn er kein Feind ist. Sonst werde
durch die Hitze der Prärie. Einer
ich schießen.“
von ihnen war ein Indianer und der ande-
Die Zweige raschelten. Hervor kam ein
re ein Weißer. Beide trugen die gleiche
kleiner Indianerjunge von ungefähr 14
Indianerkleidung und einen Gürtel mit
Jahren. Adlerauge, der vom Stamm der
zwei schweren Pistolen. Außerdem ein
Apachen kam, wiederholte die Frage sei-
Bowie-Messer. Der Indianer war ungefähr
nes Freundes in seiner Sprache. Doch der
20 Jahre alt. Ihn schmückte eine rote
Junge erwiderte selbstsicher: „Ich verste-
Adlerfeder. Der Weiße trug einen blon-
he den weißen Mann. Ich bin Kleiner
den Vollbart und einen Hut mit breiter
Hirsch, der Häuptlingssohn des Stammes
Krempe. Es waren die Western-Männer
der Komantschen.“
„Adlerauge“ und „Großer Bär“. Plötzlich schnaubten die Pferde und
„Ich bin Adlerauge und das ist mein Bruder Großer Bär“, sagte der Indianer. Er
sträubten sich, weiterzutraben. Adlerauge
wollte gerade weitersprechen, da hörten
stieg von seinem Pferd und hielt sein
die drei ein lautes Brummen aus dem
Winchester-Gewehr schussbereit. Auch
Gebüsch. Gleichzeitig war ein schwarzer
Großer Bär machte sein doppelläufiges
großer Schatten zu erkennen. Die Pferde
Gewehr scharf. „Mein Bruder! Sieh, hin-
wurden wieder scheu.
ten im Gebüsch wackeln die Zweige!“ Der Indianer behielt die angesprochene Richtung im Auge, während er sprach. „Ich sehe es“, sagte Großer Bär und
man aufhören … Kleiner Günter
Foto: Silmairel/fotolia
fragte in die Prärie hinein: „Wer versteckt
So, meine lieben Leser: Wenn es spannend wird, soll
21
Aus den Einrichtungen
Willi Does ist
Präsident von
Foto: Privat/Gubbio
Emmaus Europa
Kurztrip in die Eifel
A
22
ls das Angebot der Obdachlosen-
Decken fehlten, um diese abzudecken.
seelsorge Gubbio an mich herange-
Clayd geht nämlich nachts auf Wander-
tragen wurde, ein paar Tage mit in
schaft und legt sich überall mal hin. Doch
die Eifel zu fahren, war ich heilfroh. Eine
diesmal war er brav und legte sich in die
Auszeit konnte ich gut brauchen und durf-
Ecke, in der seine Hundedecke lag.
Sehr stolz sind wir, dass der Kölner Kollege Willi Does aus dem AK Umbruch von der Regionalversammlung in Manchester zum Präsident Emmaus Europa gewählt wurde. Der Verband besteht aus 300 Gruppen in 17 Ländern. Weitere Themen der Tagung waren u.a. die Weiterentwicklung und Stabilisierung der „solidarischen und nachhaltigen Ökonomie“ sowie die politische Auseinandersetzung in einem Europa der sozialen Spaltung. Emmaus Köln betreibt neben einer Wohngemeinschaft das größte Kölner Gebrauchtmöbellager in Niehl und hat vor über 20 Jahren die Suppenküche am Appelhofplatz ins Leben gerufen, die sich täglich ab 21 Uhr großer Beliebtheit erfreut. (cb) >> http://emmaus-koeln.de >> http://emmaus-europe.org
Adventsfeier im Planetarium –
te sogar meinen Hund Clayd mitnehmen
Nach einem Spaziergang waren wir alle
– die Freude war groß! Urlaub in einer
hungrig. Ich merkte, wie ich langsam wie-
auch für Draussenseiter-Leser
Selbstversorger-Unterkunft, das heißt ja
der zu Kräften kam nach den stressigen
erst einmal selbst einkaufen und selbst
Wochen zu Hause und bereit war, mich
kochen – da war ich schon gespannt drauf.
um Abendessen und Frühstück zu küm-
Planeten und Astronomie sind die Steckenpferde von Tim Ruster, der neuerdings mit seinen Astro-Comics Furore macht. Exklusiv für DRAUSSENSEITER-Mitarbeiter bietet der angehende Jurist nun am Abend des 3.12.2015 eine Führung durch das Planetarium in Nippes an. Im Anschluss wollen wir unsere Adventsfeier in einem nahe gelegenen Café veranstalten. Erstmals laden wir interessierte Leserinnen und Leser ein, sich der Gruppe anzuschließen.
Schon eine Stunde nach der Abfahrt
mern. Was zu Hause immer viel Arbeit
kamen wir an einen idyllisch gelegenen
bedeutet, ging mir hier sehr leicht von der
See, wo wir ein Picknick machten. Jeder
Hand. Was natürlich auch an den tollen
hatte sich was eingepackt. Ich natürlich
gemeinsamen Ausflügen in die Stadt und
meinen heiß geliebten Kaffee in der Ther-
in die nahe Umgebung lag; zum Beispiel
moskanne und Wasser für meinen Hund.
ging es in ein Bergwerk oder auch in ein
Der fand auch gleich Anschluss, denn es
Handwerksmuseum. Romantisch klang
war noch ein Vierbeiner dabei – wir waren
der Tag mit einem Lagerfeuer aus – und
also eine wirklich bunte Reisegruppe, wie
das war besonders schön für mich, weil
sich schnell herausstellte.
ich so gerne unter freiem Himmel bin!
Nach der Ankunft wurden erst mal die
Es war ein erholsamer Kurzurlaub mit
Zimmer und Betten verteilt. Wir hatten
einer tollen Gruppe von netten Leuten.
Glück, Clayd und ich hatten gemeinsam
Danke, Gubbio, ganz speziell an Bruder
ein Zimmer, aber mit vielen leeren Betten.
Markus und Schwester Franziska, es war
So war das erste Problem schon da, weil
super mit euch!
Kölsche Linda
Unter allen Einsendungen bis zum 20.11.2015 mit dem Stichwort „Blick in die Sterne“ verlosen wir 2 x 2 Eintrittskarten für diese Exklusiv-Führung mit gemeinsamen Ausklang. verlosung@draussenseiter-koeln.de
Aus den Einrichtungen
liebe freunde,
Platz im Bett – mit eigenem Kissen. Da
ich habe mich gut von meinem letzen
marschiere ich sofort hin, wenn ich mer-
Krankheitsschub erholt. Jetzt bekomme
ke, es ist Heia-Zeit. Frauchen braucht gar
ich Vitamine, um meinen Darm nach
nix zu sagen. Es reicht, wenn sie den
den Antibiotika wieder aufzupäppeln.
Fernseher ausmacht. Manchmal schlafe
Die wirken gut. So war heute mein ers-
ich auch in meinem Bett oder einfach
ter Tag mit dem Spezialtraining. Das
auf dem Teppich – so, wie ich Lust habe.
hatten wir verschoben, weil es mir so schlecht ging. Mann, war ich gespannt darauf. Wir waren am Enten-
Moment. Es geht mir einfach gut, ich halte mein Gewicht und ich habe
teich und haben dort
schon länger nicht
trainiert. Das war total
mehr gespuckt. Frau-
klasse. Nun werden Frauchen und ich ein wenig üben, bis die Trainerin wieder aus dem Urlaub zurückkommt. Jeden Tag
chen ist sehr froh darüber. Das ist ein gutes Natürlich bekomme ich jeden Tag meine Medikamente. Und es gibt auch mal Leckerlis, was ich
Das gefällt mir und das mit meiner neu-
total super finde. Die mag ich so gerne.
en Fressstation klappt auch super. Habe
Ich hoffe und wünsche euch, dass ihr
mich schon total daran gewöhnt, jetzt
auch das bekommt, was ihr gerne mögt. Euer Clayd
abends habe ich dann meinen super
Hallo, ich bin Clayd aus Rumänien. Von dort bin ich mit einem halben Jahr zu meinem Frauchen, der Draussenseiter-Verkäuferin Kölsche Linda, gezogen. Nun habe ich ein gutes Zuhause und ein schönes Hundeleben. In meiner Kolumne erzähle ich euch, wie mein Alltag so aussieht, und was ich alles erlebe.
lll
Steve Hackett, der frühere Gitarrist von Genesis war zu Besuch im Vringstreff. In der Runde zum Mittagessen u.a. dabei: Wolf Maahn, Hartmut Priess von den Bläck Fööss, Cornel Wachter, Alessandro Palmitessa, Vringstreff-Vorstand Pfarrer Hans Mörtter. „Solch menschliche Begegnungen sind wichtig“, so der prominente Musiker, der am Abend noch einen Auftritt im E-Werk hatte und begeistert von der Begegnungsstätte in der Südstadt war. Foto: Schmitz & Hartmann
Zeichen, sagt unser Doc.
gehen wir Gassi und sind viel unterwegs.
wieder nur in der Küche zu futtern. Für Foto: Kölschen Linda
Tja, das Leben ist echt toll im
Hackett rockt den Vringstreff mit seiner Herzlichkeit
fussballwitz Nach einer erneuten Niederlage der Trainer zu seinen Spielern: „Am besten fangen wir nochmal ganz von vorne an... Also: Das hier ist ein Fußball...“ Zwischenruf aus der letzten Reihe: „Kann ich das Teil nochmal sehen???“
23
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köln umsonst
05. November 2015 15 bis 16:30 Uhr, Eintritt frei, 6 bis 99 Jahre
09. November 2015 19 Uhr, Eintritt frei
14. November 2015 18 Uhr, Eintritt frei, für Jung und Alt
minibib im Wasserturm: Gaming - Kalk spielt! Spiel mit! Gemeinsames gamen in einer tollen Atmosphäre, wo ginge das besser als in der Minibib im alten Wasserturm in Kalk? Einmal im Monat wollen wir uns gemeinsam ein Spiel anschauen, miteinander und gegeneinander spielen und eine Menge Spaß haben. Die Kolleginnen und Kollegen vom Spieleratgeber-NRW wählen jeden Monat ein aktuelles Spiel aus und stehen mit Rat und Tat zur Verfügung. Eingeladen sind alle Spielerinnen und Spieler sowie Nichtspielerinnen und Nichtspieler von 6 bis 99 Jahren. minibib im Wasserturm Kalker Hauptstraße 55 51103 Köln - Kalk
Zentralbibliothek: Gute Gesundheit – digital und smart? Gesundheitskarte, Wellness-Apps, Fitness-Armbänder – Alles digital, aber: Wie smart gehen wir in Zukunft mit unserer Gesundheit tatsächlich um? Ein Streitgespräch mit Expertinnen und Experten. Moderiert wird von Ekkehart Gerlach. Sind die digitalen Technologien, smarten Produkte und Dienste eher Gadget (kleine raffinierte Geräte) oder eine Chance, die Qualität und vielleicht auch die Preise von Gesundheitsprodukten deutlich zu verbessern? Andererseits ist die Frage mehr als gerechtfertigt, ob nicht Anteile der Kosten mit Informationen über die Nutzerinnen und Nutzer bezahlt würden. Stadtbibliothek Köln Josef-Haubrich-Hof 1 50676 Köln - Altstadt/Süd
Ich lad mir gerne Gäste ein Die Regionalschule Nord, Schulstandort Turmstraße, feiert ihr 20jähriges Jubiläum: Musik und Tanz unter einem Dach seit 1995! Im Rahmen der Jubiläumsfeier konzertieren Lehrerinnen und Lehrer der Regionalschule Nord für Freunde, Partnerinnen und Partner sowie Gäste. Wir laden Sie herzlich zu dem Konzert im Raum 304 ein. Rheinische Musikschule Köln Vogelsanger Straße 28-32 50823 Köln - Ehrenfeld
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IMPRESSUM Redaktionsleitung Christina Bacher (cb), bacher@draussenseiter-koeln.de www.draussenseiter-koeln.de
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Redaktionsassistenz Sabrina Burbach, burbach@draussenseiter-koeln.de Redaktion Marie Breer, Renée Breuer, Thomas Dahl, Kleiner Günter, Ingeborg Helling, Astrid Hülser, Jens Hüttenberger, Lothar Kappes, Elisabeth Molitor, Anika Pöhner, Linda Rennings Lektorat Barbara Feltes Titelgestaltung Deborah Keser Titelfoto Deborah Keser Fotos Christina Bacher, Gerd Bonse, Sabrina Burbach, Christoph de Haar, Reiner Girsch, Kölsche Linda, Bernhardt Ridel/ Erzbistum Köln, Jochen Rolfes/Erzbistum Köln, Schmitz & Hartmann, Silmairel/fotolia, Frank Tölle, Christoph Wörle Illustrationen Heiko Sakurai Gestaltung Innenseiten Petra Piskar, de haar grafikdesign, www.dehaar.de Druck druckdiscount24.de Abos Martina Jühlke, juehlke@oase-koeln.de Vertrieb Ali Baran Herausgeber Benedikt-Labre e.V. – OASE Alfred-Schütte-Allee 4, 50679 Köln Tel.: 0221/989353-0, Fax: 0221/98935316 Depots (nur für Verkäufer) Kiosk Amer, Gürzenichstraße 30, 50667 Köln Kiosk Orman, Salierring 15, 50677 Köln OASE, Alfred-Schütte-Allee 2-4, 50679 Köln
Das Duo „Stutenbissig“ schreibt exklusiv im nächsten DRAUSSENSEITER, warum sie Glück im Unglück hatten. Foto: Frank Tölle
I
m Monat Dezember freuen sich viele schon auf Weihnachten, genießen den Advent und fiebern der Jahreswende entgegen. Andere lässt die kalte Jahreszeit eher melancholisch werden, vor allem, wenn das Jahr vielleicht nicht so gelaufen ist wie erhofft. „Glück ist, wenn man trotzdem lacht“, finden Suse und Fritzi, die mit ihrem Programm „Stutenbissig“ am 2. Dezember im Stollwerck auftreten und eigens für den DRAUSSENSEITER einen Text zum Thema verfasst haben. Wir wollen ein ganzes Heft voller Glück verschenken. Mal sehen, ob uns das gelingt ...
Verkauf öffentlich Agnesbuchhandlung, Neusser Straße 63, 50670 Köln Buchladen Neusser Straße, Neusser Str. 197, 50733 Köln Bunt Buchhandlung, Venloer Straße 338, 50823 Köln Kontoverbindungen IBAN: DE66 3705 0198 0016 5020 31 SWIFT-BIC: COLSDE33, Sparkasse KölnBonn draussenseiter ist das Sprachrohr für alle Obdachlosen, deren Freunde, ehemals Obdachlose und andere Betroffene. Leserbriefe sind immer herzlich willkommen. Für namentlich gekennzeichnete Artikel und Leserbriefe sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Bedürftigen wird für veröffentlichte selbstgeschriebene Artikel, Interviews und Fotos ein kleines Honorar gezahlt, wenn dies der Autor ausdrücklich wünscht. Nachträgliche Forderungen werden nicht akzeptiert. Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 1.1.2009. draussenseiter ist Mitglied des
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Emmaus Geestemünder Str. 42, 50725 Köln, Tel.: 971 17 31, info@emmaus-koeln.de, www.emmaus-koeln.de
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26
Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trockner, Tagesschlafraum, Kleiderkammer: Di und Fr 15-17 Uhr, Postadressen, Caféteria mit Frühstück und Snacks, Beratungsangebote, Internetzugang, Kunstausstellungen, Handyladestation Mo bis Fr 6-13 Uhr u. 15-22 Uhr, Wochenende, Feiertage 10-18 Uhr
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GUBBIO Obdachlosenseelsorge Ulrichgasse 27-29, 50577 Köln, www.gubbio.de Öffnungszeiten: Di, Mi 14 – 17 Uhr Angebote: Raum zum Gespräch, Bibelstunde, Meditation, thematische Gesprächskreise, religiöse Filme
service
Vringstreff e.V. Für Menschen mit und ohne Wohnung Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 278 56 56, info@vringstreff.de, www.vringstreff.de Mo bis Do 11.30-17 Uhr, Fr 9-12 Uhr Jeden 2. und 3. Sonntag Obdachlosenfrühstück 9-11 Uhr, Café, Freizeitangebote, Veranstaltungen, Beratung Dienstleistungsagentur „Huddel und Brassel im Veedel“ Im Ferkulum 42, 50678 Köln, Tel.: 3377706-17 huddelundbrassel@vringstreff.de Bürger für Obdachlose e.V. Basislager Gebrauchtwarenkaufhaus Bürger für Obdachlose e.V. Basislager: Silcherstr. 11, 50827 Köln Tel.: 640 22 68, info@bfoev.de Kleiderkammer, Gebrauchtwaren-Kaufhaus für Jedermann, Arbeitsprojekt und Suppenküche. Obdachlose können gerne auch Kleidung, Schlafsäcke etc. in unserem Gebrauchtwaren-Kaufhaus kostenlos bei uns beziehen. Gemeinsam mit Emmaus betreibt der Verein die Suppenküche am Appelhofplatz. Initiative Bauen Wohnen Arbeiten e.V. Peter-Michels-Str. 1-9, 50827 Köln Tel.: 0221/ 9535301, Fax: 0221/ 5948789 ibwa@netcologne.de www.bauenwohnenarbeiten.de Angebot: Arbeitsgelegenheiten, Beschäftigung, Wohnen, Betreutes Wohnen
OASE-Benedikt Labre e.V. Alfred Schütte Allee 4, 50679 Köln, Tel. 0221/9893530 kontakt@oase-koeln.de www.oase-koeln.de
Kontakt- und Beratungsstelle: Montag und Freitag 9 – 13 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 – 16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr
Offener Treff: Montag 10.30–13 Uhr, Dienstag 13–16 Uhr, Mittwoch 13–16 Uhr, Donnerstag 13–16 Uhr, Freitag 11.30–13 Uhr Frühstück: Montag 10.30–13 Uhr
Sprechstunde Mobiler Medizinischer Dienst: Montag 10.30–11.30 Uhr Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für Leute auf der Straße: Dienstag 13-16 Uhr, Mittwoch 13-16 Uhr, Donnerstag 13-16 Uhr;
Kleiderkammer/Duschmöglichkeit für alle: 9.30-12 Uhr Computer-Nutzung: nach Vereinbarung Redaktionssitzung DRAUSSENSEITER: Alle zwei Wochen, montags um 12.30 Uhr
Nur für Frauen agisra e.V. Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Martinstr. 20a, 50667 Köln, Tel.: 0221/124019 oder 1390392, www.agisra.org
Haus Rosalie Gocher Straße 45, 50733 Köln-Nippes, Tel.: 0221/97 30 88 88, haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Wohnprojekt für Frauen
Beratung nach Terminvereinbarung, Telefonische Sprechzeiten: Mo, Di und Do 10-15 Uhr
LOBBY FÜR MÄDCHEN e.V. für Mädchen und junge Frauen Beratung und Begleitung bei Problemen und in Krisensituationen
Café Auszeit Kontakt -und Beratungstelle für wohnungslose Frauen Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695310, cafe-auszeit@skf-koeln.de
Mädchenberatung linksrheinisch Fridolinstr. 14, 50823 Köln-Ehrenfeld Tel.: 0221/45 35 56 50 maedchenberatung-linksrhein@lobbyfuer-maedchen.de
Tägl. Essensangebot, Duschen & Baden, Wäschepflege, Kleiderkammer, Postadresse, Schließfachnutzung, Beratung und Soforthilfe, Mo, Di, Do, Fr 11-15 Uhr, Mi 15-19 Uhr, u. nach Vereinbarung Café Auszeit, Schäl Sick SKF e.V., Buchheimer Str. 36, 51063 Köln, Tel.: 0221/946 96 24, Fax: 0221/2855199 cafe-auszeit.schaelsick@skf.koeln.de Beratung, Hilfe und Unterstützung bei allgemeinen Fragen, Vermittlung an weiterführende Hilfen, Rechtsberatung, Frauenfrühstück, Postadresse Mo und Fr 10-12 Uhr, Mo, Mi, Do 15-17 Uhr Do 10-12 Uhr Frauenfrühstück Comeback Notschlafstelle für Frauen, Sozialdienst kath. Frauen e.V., Mauritiussteinweg 77-79, Nähe Neumarkt, 50676 Köln, Tel.: 0221/12695-210 Täglich geöffnet von 20 bis 10 Uhr. Angebot für wohnungslose Frauen und Frauen in Notlagen: Schutz, Übernachten, Essen, Duschen, Wäsche waschen, Kleiderkammer, PC und Internetnutzung. Tiere sind erlaubt. Beratung und Vermittlung an weiterführende Hilfen sind möglich. Elisabeth-Fry-Haus Albert-Schweizer Straße 2, Nähe Südfriedhof, 50968 Köln, Tel.: 99 56-43 00, efh@diakonie-michaelshoven.de www. diakonie-michaelshoven.de Notaufnahmeheim für Frauen und Frauen mit Kindern, Schutz, Übernachtung, Verpflegung, Wohnen, Beratung und Begleitung. Das Haus ist rund um die Uhr geöffnet. Frauen gegen Gewalt e.V. – Notruf und Beratung für vergewaltigte Frauen Tel.: 56 20 35, mailbox@notruf-koeln.de www.notruf-koeln.de Beratung telefonisch, persönlich und per E-Mail, Begleitung und Unterstützung nach sexualisierter Gewalt; Prozessvorbereitung und -begleitung; Rechtsberatung; Gruppenangebote
Mo bis Do: ganztägig nach Vereinbarung Mi 14-16 Uhr: ohne Anmeldung Di 10-11 Uhr, Do 14-15 Uhr: telefonische Beratung, Di 16-18 Uhr: kostenlose Betreuung Ess-Störungen 0800 5 03 58 85 Mädchenberatung rechtsrheinisch Buchheimer Str. 56, 51063 Köln-Mülheim Tel.: 0221/890 55 47 maedchenberatung-rechtsrhein@lobbyfuer-maedchen.de Mi bis Fr ganztägig nach Vereinbarung Fr 14-18 h ohne Anmeldung Mäc-Up Treffpunkt für Mädchen von 14-27 Jahren Gereonstr. 13, Nähe Bahnhof, 50670 Köln, Tel.: 0221/13 35 57 Essen, Trinken, Dusche, Wäsche waschen, Second-Hand-Kleidung, medizinische Versorgung, Beratung Öffnungszeiten: Mo., Mi., Do. und Fr. von 12-15.30 Uhr Di. von 10-13 Uhr, Frühstück gibt es Di. und Mi., gekocht wird Mo. und Fr.
Nur für Männer Notschlafstelle für Männer Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54 (tagsüber) und -26 (ab 18 Uhr), jhk-notaufnahme@johannesbund.de Sozialarbeiterische Beratung, Erarbeitung einer Perspektive, Vermittlung in weiterführende Hilfen Aufnahme: Täglich (auch Sonn- u. Feiertags) ab 18 Uhr für wohnungslose Männer ab 18 Jahren „Reso“ – Resozialisierungsabteilung Johanneshaus Köln, Annostr. 11, 50678 Köln, Nähe Chlodwigplatz, Tel.: 931221-54, th.klahr@johannesbund.de Hilfe für wohnungslose Männer mit sozialen Problemlagen nach § 67 SGB XII: Unterbringung, Verpflegung und Selbstversorgung, individuelle Einzelfallhilfen, Beschäftigungsangebote, Mo bis Fr.: 8-16.30 Uhr
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