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das magazin 2013

Natur, Kultur & Genuss am Fluss

unterwegs zur inspiration

DONAUKULTUR: Musikgenuss am Fluss // DONAUWandern: Über alle Berge // DONAUwege: Autofrei und doch mobil, Gärten & Parks // DONAUGENUSS: Sarah und der Waller // DONAUpersönlichkeiten: Gregor Seberg // LANDEPUNKTE:Tipps & Termine


© WienTourismus/Lukas Beck, Niederösterreich-Werbung/Robert Herbst, WGD Tourismus GmbH/Weissenbrunner, zero one film

INHALT

Coverfoto: Blick auf Dürnstein, © Steve Haider

// 5 Jahre gemeinsam für die Donau August 2008: Das Schiff „Anton Bruckner“ schaukelte auf den Donauwellen und die drei Landeshauptleute Josef Pühringer (Oberösterreich), Erwin Pröll (Nieder­ österreich) und Michael Häupl (Wien) bekräftigten mit ihrer Unterschrift das gemeinsame Ziel, die Marke „Donau Österreich“ als elementares österreichisches Tourismus-Angebot und erstrangige Erlebnisregion zu etablieren. Die „Arbeitsgemeinschaft Donau Österreich“ war aus der Taufe gehoben! Die ARGE – bestehend aus den fünf Partnern Donau Oberösterreich, Donau Niederösterreich, Oberösterreich Tourismus, Niederösterreich-Werbung und WienTourismus – beschäftigt sich seitdem mit überregional relevanten österreichischen Donau-Themen und -Produkten, mit Qualitätssteigerung und Marketing. Die Bedeutung der Donau ist für Österreich auch in wirtschaftlicher Hin­sicht groß: Immerhin gehört der österreichische Donauraum mit rund 14 Mio. Nächtigungen und 6,5 Mio. Ankünften zu einem Big Player im heimischen Tourismus. DONAU das Magazin zeigt ein paar Beispiele, warum das so ist. ARGE Donau Österreich

04 berührungspunkte Bilder von drei Bundesländern und ihrer Liebesbeziehung zur Donau 10 donaukultur Musikalische Ereignisse 14 donauwandern Gipfelerlebnisse am Fluss 16 donauwege Ganz ohne Auto 18 donaunatur Gärten & Parks an der Donau 20 donaugenuss Sarah Wiener und der Waller 24 DONAUPERSÖNLICHKEITEN Gregor Seberg im Gespräch 26 landepunkte Tipps und Veranstaltungen

ALLE INFOS ZUR DONAU ÖSTERREICH: Donau Oberösterreich WGD Tourismus GmbH, 4040 Linz, Lindengasse 9 T +43 732 7277-800, info@donauradweg.at, www.danube.at Donau Niederösterreich 3620 Spitz/Donau, Schlossgasse 3 T +43 2713 30060-60, urlaub@donau.com, www.donau.com WienTourismus Tourist-Info, 1010 Wien, Albertinaplatz/Maysedergasse T +43 1 24555, info@wien.info, www.wien.info Impressum Für den Inhalt verantwortlich: ARGE Donau Österreich, Lindengasse 9, 4040 Linz, T +43 732 7277-800, www.austria.info/donau | Projektleitung: Petra Riffert | Redaktion & Produktion: LWmedia, Ringstraße 44/1, 3500 Krems, T +43 2732 82000, www.lwmedia.at, Geschäftsführung: Erwin Goldfuss | Chefredaktion: Fritz Gillinger | Art-Direktion: Martin Bauer | Grafik: Christian Eckart | Text: Fritz Gillinger, Bernhard Mayerhofer, Anita Ericson, Thomas Rambauske, Barbara Hutter | Fotos: LWmedia-Archiv/shutterstock, zVg, WienTourismus/Lukas Beck, Donau Niederösterreich/Lachlan Blair, NiederösterreichWerbung/Robert Herbst, WGD Tourismus GmbH/Weissenbrunner, zero one film, OÖN/Volker Weihbold, Steve Haider, Donau Niederösterreich/Semrad, WienTourismus/Popp & Hackner, Alexander Haiden, Beyer, www.foto-schadauer.com, musical vienna elisabeth 2003, Gamma Presse Images, Werner Kmetitsch, Wiener Philharmoniker_Richard Schuster, kunsthistorisches museum wien, WienTourismus/Peter Rigaud, Österreich Werbung/Peter Burgstaller, WienTourismus/Heinz Angermayr, Donau Niederösterreich/Steve Haider, HDR/Gerhard Obermayr, Karl Ploberger, St. Florianer Sängerknaben, TVL/ Eckerstorfer, Renaissanceschloss Schallaburg, WienTourismus/Karl Thomas. Stand: November 2012. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Irrtümer und Änderungen vorbehalten.


© Donau OÖ/Weissenbrunner

oberösterreich // BERÜHRUNGSPUNKTE

Schlögener Schlinge

www.danube.at 04 // donau das magazin 2013

bierkulinarium bodenständig Donaufestwochen Donauradweg Donauschifffahrt Donausteig energievoll Entschleunigung fähren Gemüselust Lebensader Europas Linzer Klangwolke linzer torte Natur(t)raum regionale Küche Sagenhaftes Kultur­ leben sauwald-erdäpfel Schlögener Schlinge stiftskonzerte Strudengau donau das magazin 2013 // 05


© Donau Niederösterreich, Lachlan Blair

niederösterreich // BERÜHRUNGSPUNKTE

Weißenkirchen in der Wachau

www.donau.com 06 // donau das magazin 2013

carnuntum Donauradweg geniesserzimmer genuss heurige krems kultur marchfeld marille musik-festival grafenegg schifffahrt spargel stift melk sonnenwende tulln wachau gourmetfestival wachauer laberl wagram wein weinstrasse welterbesteig wachau weltkulturerbe wachau wirtshauskultur donau das magazin 2013 // 07


© WTV/Popp&Hackner

wien // BERÜHRUNGSPUNKTE

UNO-City, Donaupark

www.wien.info 08 // donau das magazin 2013

Alte Donau Donauinselfest Donau­kanal Donauschiff­ fahrt Donauturm Fiaker Genuss Grün Habsburger Heurige Hofburg Hundert­wasser Imperial Jugend­ stil Gustav Klimt Kultiviert Kultur Kunst Museen von Weltrang MuseumsQuartier Nationalpark Donau-Auen Neujahrs­konzert Prater RingstraSSe Sachertorte Egon Schiele Schönbrunn Sinnlich Spanische Hofreit­ schule Stephansdom Wassersport Wasserweg Wein Wiener Kaffeehaus Wiener Küche Wienerwald Zeitlos

www.wien.info

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tonangebend // DONAUKULTUR

Man muss gar nicht johann strauss und die „blaue donau“ bemühen, um die gewaltige musikalische inspirationskraft der donau zu dokumentieren. an der donau lässt es sich nicht nur hervorragend komponieren, sondern auch dem musikgenuss frönen. von avantgarde bis mainstream. Anita Ericson

10 // donau das magazin 2013

Oben: das neue Musiktheater Linz, links: Festivalstimmung auf Burg Clam, rechts: die Wiener Sängerknaben haben ein neues musikalisches Zuhause.

Bietet Weltklasse: Musikfestival Grafenegg

Europas modernstes opernhaus Unter dem bewährten Motto „Linz.verändert“ steht die Stadt 2013 ganz im Zeichen der Musik. Konzerte, Ausstellungen, Blicke hinter die Kulissen und faszinierende 3D-Film-Reisen in musikalische Welten sind Teil des Linzer Musikschwerpunkts 2013, der mit der Eröffnung des neuen 150-Millionen-EuroProjekts „Musiktheater Linz“ im April so richtig in Schwung kommt. Das „modernste Opernhaus Europas“ mit 970 Plätzen, für dessen Planung man sich von Opernhäusern von Frankfurt über Göteborg bis Lyon inspirieren ließ, wird mit der Urauf­ führung der Oper „Spuren der Verirrten“ von Philip Glass nach Peter Handkes gleichnamigem Text eingeweiht. Danach stehen die Richard-Strauss-Oper „Der Rosenkavalier“ und das Musical „Die Hexen von Eastwick“ auf dem Programm. Im Herbst 2013 kommen bei Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ Lieb­ haber bombastischer Inszenierungen auf ihre Rechnung. Spricht man von Linz und Musik, führt kein Weg vorbei am be­ rühmtesten musikalischen Sohn der Stadt, an Anton Bruckner. Als Orgelvirtuose übertrug Bruckner die Klangfülle seines Instru­ ments in gewaltige Symphonien. Sein Werk steht im Fokus des

© Alexander Haiden, Beyer, www.foto-schadauer.com, WienTourismus/Lukas Beck

musikgenuss am grossen fluss

jährlichen Brucknerfestes im Herbst, das darüber hinaus mit frischen Interpretationen großer Klassiker und Uraufführungen moderner Klänge aufwartet. Traditionellerweise beginnt es mit der Linzer Klangwolke: Unter freiem Himmel im Donaupark ver­ binden sich Musik und digitale Medien zu einem einzigartigen Erlebnis in Bild und Ton. Ein besonderer Leckerbissen für Freunde von Orgelmusik sind zudem die übers Jahr verteilten Konzerte im Alten Dom, ge­ spielt auf der imposanten Orgel, die seinerzeit nach Bruckners Plänen umgebaut wurde und die heute noch genauso klingt. Knapp außerhalb von Linz beherbergt Stift St. Florian eine weitere Brucknerorgel, die heute regelmäßig im Rahmen stim­ mungsvoller Stiftskonzerte erklingt. Hier, an der damals größten Orgel der Donaumonarchie, begann Bruckners Karriere, und auch als er danach die Stelle des Linzer Domorganisten antrat, blieb er dem Stift eng verbunden. gröSSen der musikszene unter freiem himmel Konträr der Rahmen am Festival-Gelände der Burg Clam, die sich donauabwärts in der Nähe von Grein auf einem wald­

reichen Hügel erhebt: Das große Areal am Fuße der mächtigen mittelalterlichen Burg wird in den Sommermonaten für Open Airs unter Beteiligung ganz großer Kaliber genutzt. Vor bis zu 10.000 Besuchern spielte hier Carlos Santana ebenso auf wie Eros Ramazzotti, Randy Crawford, Toto, Uriah Heep oder Hubert von Goisern. Die Burg Clam liegt im Strudengau, jenem Donauabschnitt, an dem der Fluss von Oberösterreich nach Niederösterreich fließt. Er ist auch Schauplatz der alljährlichen donauFEST­WOCHEN im Sommer, die Alte Musik an historischen Orten bieten – gewürzt mit Kontrapunkten aus der Moderne. Das Herz des Festivals schlägt auf Schloss Greinburg, wo Unbekanntes von großen Meistern sowie auf europäischen Opernbühnen ver­ nachlässigte Musiksprachen ein Podium finden. Für die Saison 2013 wird die spanische Barockoper „Júpiter y Danáe“ von Sebastián Durón inszeniert und als harmonische Komödie in zwei heiteren Akten gegeben. Ergänzt werden die Aufführun­ gen auf Schloss Greinburg von einer Konzertreihe an weiteren historischen Orten wie Stift Ardagger, am Vierkanthof Hauer oder in der Gießenbachmühle.

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tonangebend // DONAUKULTUR

Unvergleichliches „Open Air“-Gefühl im Wolkenturm in Grafenegg

12 // donau das magazin 2013

Singende Knaben und Indie-Rock In Wien – Welthauptstadt der Musik mit jährlich rund 15.000 Konzerten aller Genres – gibt es Neuigkeiten rund um eine mu­ sikalische Institution der Stadt: Im Dezember 2012 wurde das neue Musikzentrum Augarten mit dem Konzertsaal der Wiener Sängerknaben eröffnet. Der bietet dem Knabenchor Platz für Kinderopern, wird aber auch jenseits der weltberühmten Matro­ senanzugträger als Musik- und Theaterzentrum für Kinder und Jugendliche eingesetzt. Pro Saison sind in dem mit modernster Technik ausgestatteten Saal zwei bis drei Kinder­opern mit ins­ gesamt 50 Vorstellungen und rund 20 Konzerten der Sänger­ knaben-Chöre geplant.

Musiktheater Linz Blumauerstraße 3–5, 4020 Linz T +43 732 76110, www.musiktheater-linz.at Linz.verändert Musikschwerpunkt 2013 der Stadt Linz mit verschiedensten musikalischen Events im ganzen Jahr Tourist Information Linz T +43 732 707020-09, www.linz.at/tourismus Stiftskonzerte St. Florian Juni/Juli, auch in anderen Stiften Oberösterreichs Kartenbüro: T +43 732 776127, www.stiftskonzerte.at Open-Air-Festivalgelände Burg Clam T +43 732 7936790, www.clam.at donauFESTWOCHEN im Strudengau Ende Juli bis Mitte August T +43 7268 26857, www.donau-festwochen.at Kulturplattform fussfrei Musikalische und kulturelle Tipps für den Strudengau T +43 7268 21223, www.fussfrei.at Internationale Barocktage Melk 17.–20. Mai 2013 (Pfingsten) T +43 2752 54060, www.kultur-melk.at Donaufestival Krems 25. April bis 4. Mai 2013 T +43 2732 908033, www.donaufestival.at Glatt&Verkehrt 29. Juni bis 28. Juli 2013 Hauptfestival in der Sandgrube 13 vom 24.–28. Juli 2013 T +43 2732 908033, www.glattundverkehrt.at Musikfestival Grafenegg 16. August bis 8. September 2013 T +43 2735 5500, www.grafenegg.at Konzertsaal Sängerknaben Obere Augartenstraße 1c, 1020 Wien T +43 1 2163942, www.wienersaengerknaben.at Sommernachtskonzert Schönbrunn

Musical „Elisabeth“ Raimund Theater, Wallgasse 18–20, 1060 Wien T +43 1 58885, www.musicalvienna.at Musical „Natürlich blond“ ab 23. Februar 2013 Ronacher, Seilerstätte 9, 1010 Wien T +43 1 58885, www.musicalvienna.at

Und auch als Musical-Stadt erhält Wien frische Impulse. So steht – zwanzig Jahre nach seiner Premiere – „Elisabeth“, das erfolgreichste deutschsprachige Musical überhaupt, am Spielplan des Raimund­ Theaters. Und mit „Natür­lich blond“ präsentiert man 2013 im Ronacher den Broad­way­hit „Legally Blonde“, der 2001 als Hollywood-Komödie mit Reese Wither­ spoon zum Hit avancierte. Freunde stimmungsvoller Open-Air-Klassik haben im Frühjahr einen Fixtermin in Wien: die Sommernachtskonzerte der Wiener Phil­har­moniker im Schlosspark von Schönbrunn. 2013 lässt der von Lorin Maazel dirigierte weltberühmte Klangkörper mit Sicherheit wieder abertausende Zuhörer in den dann festlich illuminierten Schlosspark strömen. Trotz seines jugendlichen Alters (Pre­miere: 2008) gehört das Sommernachtskonzert bereits zu den Klassikern der Musikstadt Wien. Ebenfalls fixer Bestandteil im Wiener Kulturkalender: das Donau­insel­fest. Dieses mittlerweile größte Freiluftspektakel Europas feiert 2013 seine 30. Auflage. Bis zu drei Millionen Besuchern wird an drei Tagen direkt an den Ufern der Donau ein zeitgemäßes Programm aller aktuellen Musikgenres ge­ boten: vom Schlager bis zum Indie-Rock, vom Country bis zum Mainstream-Pop. Und das alles zum Nulltarif, denn der Eintritt zum Donauinselfest ist gratis!

Sommernachtskonzert Schönbrunn 30. Mai 2013 Telefonhotline am Veranstaltungstag +43 820 200166 www.sommernachtskonzert.at Donauinselfest 21. bis 23. Juni 2013 www.donauinselfest.at

// InfoBOX Kunstkammer Abseits des Musik­genusses bietet Wien, genauer gesagt das Kunst­ historische Museum, ab 1. März 2013 einen ganz besonderen Schatz: die Kunstkammer, die nach auf­ wändiger Renovierung nun die gesamte linke Seite des Hochparterres einnimmt. Ab dem späten Mittelalter waren solche Kammern an den euro­ päischen Höfen entstanden, wo Kaiser und Fürsten das gesamte Wissen ihrer Zeit zu erfassen versuchten. Dazu sammelten sie das Seltene und Kuriose und ließen sich von Künstlern virtuose Kunstkammerstücke anfertigen. Rund 2.200 Objekte aus den Sammlungsbeständen des Museums werden ab März dem staunenden Betrachter präsentiert.

Das berühmte Salzfass im Kunsthistorischen Museum: die Saliera von Benvenuto Cellini.

T +43 1 52524-0 www.khm.at

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© Wiener Philharmoniker_Richard Schuster, kunsthistorisches museum wien

Musikalische Weltreisen bei „Glatt&Verkehrt“ in Krems

// Musikevents an der Donau

© musical vienna elisabeth 2003, EPA/Paul Bergen, Werner Kmetitsch

Musical-Hit „Elisabeth“ wieder in Wien

Stift Melk, das prächtige Barock­ensemble am Eingang zur Wachau, ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Musiklieb­ haber zieht es aber insbesondere zu Pfingsten hierher, wenn man zu den Internationalen Barocktagen lädt – passend zum Ambiente der sakralen Anlage, in deren Zentrum die Stifts­ kirche mit Jakob Prandtauers gewaltiger Architektur und den Deckenfresken von Michael Rottmayr steht. 1991/92 aus den Melker Pfingstkonzerten hervorgegangen, waren die Inter­nationalen Barocktage Stift Melk eines der ersten und ein wegweisendes Festival der Alten Musik – 2013 sind sie den großen italienischen Meistern wie Antonio Vivaldi und Arcangelo Corelli gewidmet. Rund 30 km donauabwärts markiert die Stadt Krems das „Tor der Wachau“. An zwei Wochenenden im Frühling ruft man hier seit 1988 zum Donaufestival. Im Laufe der Jahrzehnte ist der Event gereift und profiliert sich als internationales Festival für zeitgenössische Kunstformen in popkulturellem Kontext. Dabei bewegen sich die Künstler oft genreübergreifend – Musik, Performance, Klangkunst, Videoinstallationen – und jedenfalls abseits des Mainstreams. Die Kunsthalle Krems sowie der Klangraum Krems Minoritenkirche sind die Hauptlocations. Etwas später im Jahr, im Juli, geht in Krems das renommierte Festival Glatt&Verkehrt über die Bühne, 2013 bereits zum 17. Mal. Künstler aus aller Herren Länder treffen sich hier, um das Phänomen der Weltmusik zu reflektieren und vielleicht sogar ein Stück weit neu zu definieren. Scheinbar unbekümmert werden unter dem Label „World Music“ überlieferte Weisen und Rhyth­ men zeitgenössisch und kulturübergreifend interpretiert. 2013 setzt man bei Glatt&Verkehrt einen Brasilien-Schwerpunkt und auch die beliebte musikalische Schifffahrt auf der Donau wird prolongiert. Als Spielstätte von Weltformat hat sich Schloss Grafenegg in der Nähe von Krems innerhalb weniger Jahre etabliert. Im weit­ läufigen Landschaftspark der Anlage, die von romantischem Historismus geprägt ist, hat man zwei moderne Bühnen er­ richtet, die in spannendem Kontrast zum alten Schloss stehen. Die Open-Air-Bühne Wolkenturm überragt wie eine Skulptur die imponierenden Baumkronen im Park, sie bietet Platz für mehr als 2.000 Zuhörer. Spezielle Schallmuscheln ermöglichen brillan­ tes Hörvergnügen auf den Tribünen, aber auch auf den Rasen­ plätzen, wo das Konzertpublikum beim Picknick lauschen darf. Bei Schlechtwetter steht das Auditorium zur Verfügung. Schloss und Park Grafenegg sind Spielstätte für zahlreiche Konzerte, allen voran das Musikfestival Grafenegg mit Starpianist Rudolf Buch­ binder als künstlerischer Leiter, das Spitzenorchester, Star­diri­gen­ ten und internationale Gastsolisten nach Niederösterreich lockt.


gipfelerlebnisse // donauwandern

Lohnenswerte Rast beim Donauwandern: erhebende Ausblicke vom Donausteig (li.), genussvolle Pause in den Wiener Weinbergen.

Weil’s so schön ist, marschieren wir zum Wirtshaus Gamshöhe und zum höchsten Punkt des Bisambergs, der Elisabeth­höhe (358 m). Hier zu erleben: ein famoser Ausblick auf Klosterneu­ burg, die Donau und die nördlichsten Kuppen des Wiener­waldes. Wir steigen wieder ab und setzen ans andere Ufer über, um ein Wahr­zeichen Wiens zu erkunden. Von Nussdorf aus steigen wir dem Leopoldsberg auf die Nase und flanieren von dort auf den Kahlenberg weiter. Sicher, die beiden Wiener Wahr­ zeichen lassen sich leicht per Auto erreichen, wer sich ihnen aber über den „Nasenweg“ nähert, nähert sich dem Wesen Wiens … Warum Nasenweg? Weil der Leopoldsberg – das „Nordkap der Alpen“ – auf dieser Seite des Berges steil und geformt wie eine Nase zur Donau abfällt. Beim Aufstieg bietet sich bei jeder Kurve eine imposante Rundschau über Wien und den Donaulauf. Ohne es recht zu wissen, sind wir hier dem Stadtwanderweg 1A gefolgt. Die 10 „Stadtwanderwege“ führen auf sämt­liche Wiener Stadtberge, aber auch zu Natur­ kostbarkeiten wie Lainzer Tiergarten, Dehnepark, Schwarzen­ bergpark, Maurer Wald oder Sophienalpe.

Über alle berge „... und seitwärts aus dem tiefen Grunde blitzte zuweilen die Donau zwischen den Bäumen zu mir herauf.“ Thomas Rambauske  Wer nahe an und über der Donau wandert, wird das Tremolo der Wellen vernehmen, die ans Ufer schlagen, den Gesang der Reiher und Möwen, die Stimme des Akkordeons aus manchen Heurigen oder das Lachen plantschender Kinder aus versteck­ ten Buchten. Aber es ist nicht nur ein Konzert der Klänge, son­ dern auch der Farben. Vom Weiß der Marillenblüte im Früh­ jahr über das satte Grün der Weinberge im Sommer bis zum Herbstgold der Laubwälder und zum Blau der Donau, das wirk­ lich blau ist, wenn sich der Himmel darin spiegelt – die Donau­ landschaft mit ihren Bergkulissen ist ein Gesamtkunstwerk, das passendste Instrument, um dieses Kunstwerk mit allen Sinnen zu erleben, sind die eigenen Füße.

14 // donau das magazin 2013

Wiener Stadtberge „Die Donau blitzt aus tiefem Grund, / Der Stephansturm auch ganz von fern, / Guckt übern Berg und säh’ mich gern“, schwärmt der wohl erste Aussteiger der Weltliteratur, der „Taugenichts“ aus Joseph von Eichendorffs berühmter Novelle vom Bisamberg am Eingang der Wiener Pforte. Der Müllerssohn kommt – wie sein Schöpfer Eichendorff – auf seiner Wanderung auch in Wien vorbei. Letzterer könnte auch den Bisamberg bestiegen haben, so nimmt man an, um sich vom Charme seiner Landschaft ins­ pirieren zu lassen. Die vielen Wege auf die kaum 360 m hohe Erhebung führen etwa durch das größte Weinbaugebiet der Bun­ deshauptstadt, durch die uralten Kellergassen von Stammersdorf und durch Maisfelder bis hinauf zur Lichtung der Eichendorffhöhe, dem zugleich höchsten Punkt der Etappe 22 des „Rundumadum“Wanderwegs. Apropos: Diese rund 120 Kilometer lange und in 24 Etappen unterteilte Tour führt am sogenannten Grüngürtel rund um die Metropole und lässt die Bundeshauptstadt von ihrer stillen, sanften und naturbelassenen Seite erleben.

© Niederösterreich-Werbung/Robert Herbst, WGD Tourismus GmbH, WienTourismus/Peter Rigaud

Ja, auch das ist Donauwandern! Wie hier auf dem Welterbesteig Wachau haben Österreichs Donauufer so manche Herausforderung zu bieten.

welterbesteig wachau Zurück zur Donau, besteigen wir eines der Donauschiffe und tu­ ckern stromaufwärts Richtung Wachau. Sie ist Flusslandschaft, Weinbau­gebiet, einzigartiges Ensemble und zugleich einer der wertvollsten Naturräume Europas, der sich dem Wanderer am „Wachauer Höhenweg“ erschließt. Anfangs die Ruine Dürnstein mit ihrem unvergleichlichen Blick auf die Donau und die maleri­ schen Orte an ihrem Ufer, dann die „Kanzel“ am Vogelberg und schließlich die Terrassen-Weingärten um Weißenkirchen. Wer die Traumregion Wachau bis ins letzte Detail entdecken will, begibt sich am besten auf den Welterbesteig Wachau, auf dem sich in 14 Etappen alle Naturschätze, Landschafts- und Kulturperlen der Gegend am Stück erwandern lassen. Pflicht ist der Jauerling, der Höchste aller Donau­berge. Die Aussicht von der Warte am Südgipfel ist jedenfalls gewaltig. „Seven summits“ am donausteig Auch am Haugstein, dem höchsten Berg des Innviertels, hätte es Eichendorff und seinem Taugenichts gefallen, geht’s hier doch recht ruhig und beschaulich zu. Nur wenige Wanderer zieht es auf den aus mächtigen Urgesteinsbrocken gebildeten Doppelgipfel. Von welcher Seite man ihm auch zu Leibe rückt, er lohnt die kaum redenswerte Mühe mit hübschen Lichtun­ gen, von denen sich ein schöner Blick über das Donau­tal ins

Mühlviertel und zum Bayerischen Wald öffnet. Mit Bächen, Wiesenwegen, Einkehrstationen und mit dem Trappistenklos­ ter Stift Engelszell auf der einen sowie der Burg Vichtenstein auf der anderen Seite. Den Berg nimmt man von Stadl aus unter die Füße. Der Haugstein liegt am 450 km langen und in 23 Etappen unterteilten Donausteig, der insgesamt auf sieben nennenswerte Gipfel verweisen kann. Weshalb man schon von den „Seven Summits am Donau­steig“ spricht. Auf abwechs­ lungsreichen Höhenrücken über der Donau durchwandert man Bilderbuchlandschaften mit traumhaften Panoramen. Ebenfalls am Donausteig liegt der Predigtstuhl bei Sarmingstein, dem letzten oberösterreichischen Ort im Donautal. Der letzte Berg Ein letztes Mal schultern wir den Rucksack in Sarmingstein. Über mehrere Bäche und durch den Wald, zuletzt über eine Wiese erreichen wir den östlichsten Punkt des Donausteiges, den Hof Bauerngruber. Von hier ist’s nicht mehr weit zum Pre­ digtstuhl, einem famosen Aussichtspunkt und DonausteigRastplatz. Auf abwechslungsreichen Wegen mit An- und Ab­ stiegen durch Wald und Kulturlandschaft geht es nun Richtung Norden nach Waldhausen. Beim Galgenberg erwartet uns noch ein Donausteig-Rastplatz, bevor wir in den ehemaligen Stiftsort absteigen. Von hier kehrt der Donausteig wieder ans Donauufer zurück … Dorthin, wo vielleicht auch Eichendorffs Taugenichts eines Sommerabends gestanden haben mag: „… die vergoldeten Wipfel neigten sich im Abendwinde vor mir, als wollten sie mich bewillkommen, und seitwärts aus dem tiefen Grunde blitzte zuweilen die Donau zwischen den Bäumen zu mir herauf.“ 

// InfoBOX Wandertermine Im August 2013 findet die traditionelle Sagen­wanderung am Donau­steig mit Märchenspezialist Helmut Wittmann statt. An besonders schönen Plätzen können die Mitwanderer den Erzählungen aus dem Donauraum lauschen, die von Wittmann stilecht und mit musikalischer Untermalung vorgetragen werden. www.donausteig.com Jedes Jahr Ende September findet der Wiener Weinwandertag statt. Für ein Wochenende ist dann der Wiener Weinwanderweg begehbar. Während des restlichen Jahres ist der Weg nicht zugänglich, da er durch private Weingärten führt. www.wien.info Ebenfalls im Herbst: das Herbstwandern am Welterbesteig mit verschiedenen Themenwanderungen und musikalischer Begleitung. www.welterbesteig.at

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autofrei // donauwege

Das Rad als logisches Verkehrsmittel entlang der Donau – wie hier beim E-Biken bei Grein.

Die Donau zeigt vor, wie’s geht. Ohne Hektik, ohne Stress plätschert der Strom in Richtung aufgehender Sonne. Ein gutes Vorbild also, das Auto stehen zu lassen und es den Donauwellen gleichzutun – per Zug, Rad, Schiff oder einfach nur zu FuSS. Barbara Hutter

16 // donau das magazin 2013

Kaum ein Fluss Europas bietet so reizvolle Ausblicke wie die Donau. Bereits ab Regensburg, noch lange ehe der Strom bei Passau ins Österreichische fließt, kreuzen die Flotten der Donauschiffer auf, neben den großen Passagierkreuzern mit Kurs aufs Schwarze Meer. So lässt sich’s von der Bischofsstadt Passau bis zur Schlögener Schlinge hinabgleiten, weiter bis zur Barock­stadt Linz. Auf dem Bordprogramm steht Kultur eben­ so wie Kulinarik, stets mit Blick auf das Wechselspiel zwischen dem Alpen­vorland und den böhmischen Granitblöcken. Praktisch: Die Anlegezeiten der Schiff­fahrtslinien sind mit Bahn und Bus abgestimmt. Grandios auch hier der Blick von den weißen Donauschiffen auf die Welterberegion Wachau, die mächtigen Benediktinerstifte Melk und Göttweig, die Ruinen Aggstein und Dürnstein. Stopps zwischen Melk und Krems: Emmersdorf, Spitz, Weißenkirchen und Dürnstein. Genuss­ vollen Perspektivenwechsel enthalten die Kombipackages, etwa mit der Bahn nach Emmersdorf und nach einem Besuch im Stift Melk retour mit dem Schiff.

© Österreich Werbung/Peter Burgstaller, Brandner Schiffahrt, Növog_Weinfranz

Autofrei und doch mobil Reisen am Fluss

Mit dem Schiff ...

... oder mit der Bahn.

strom-Radeln Viel besser als mit dem Vierrad lässt sich eine der wichtigsten Kulturregionen Europas mit dem Zweirad erkunden. Durchaus mit Trendfaktor: So wurden etwa 2012 ganze 150 km von Passau bis Grein im Strudengau für E-Biker mit perfekter Infra­- struktur versehen – von 41 Radrundrouten ins Hinterland bis zu Ladestationen für E-Bikes direkt am Donauradweg. Überhaupt ist Letzterer der unbestrittene Klassiker: Der Donauradweg führt entlang des großen Stromes von Deutschland über Österreich bis nach Ungarn, fast durchgehend am Süd- und Nordufer. Rückenwind aus der Steckdose macht auch „e-mobil in nieder­ österreich“. Infos halten die Verleihstationen bereit und den Landes-Fahrradhelm dazu. „Getankt“ wird an den öffentlichen Elektro-Ladestationen – Ökostrom und gratis. Insgesamt sind es 24 fahrradfreundliche Betriebe zwischen Passau und Kloster­ neuburg, die sich als „Top Rad Stop“-Betriebe qualifiziert haben – mit gesicherten Radabstellplätzen, „Erste Hilfe“-Werkzeug für Fahrräder und Trockenräumen. 2013 werden in Nieder­österreich rund 35 Beherberger nach den Qualitätskriterien des „Allgemei­ nen Deutschen Fahrradclubs“ (ADFC) als „Bett+Bike“-Betrieb ausgezeichnet. Natür­lich lässt sich das Radeln ebenfalls bestens kombinieren mit einer vergnüg­lichen Schiffs- oder Bahntour. Vergnüglich geht’s für den, der mal aufs Auto verzichten will, in Wien zu: Vom Donauradweg führen Radwege direkt in die Innen­ stadt und zum Ring-Rund-Radweg – auch als geführte Radtour. Wer die Landschaft rund um den Wiener Prater erkunden will, fin­ det als Donauradler auch eine Abzweigung dorthin. Weitere erfreu­ liche Meldung für Radfahrer: Mit dem City Bike verfügt Wien über ein überaus umweltfreundliches öffentliches Verkehrsmittel, das dank eines innovativen Leihsystems an insgesamt 90 Stationen rund um die Uhr für Mobilität sorgt. Apropos „umweltfreundlich“ und „öffentlich“: In der Donaustadt erfreut man sich einer weiteren Einrichtung, die autofrei von und zur Donau führt: die U-Bahn, die mit den Linien U1, U2 und U6 sozusagen direkt am Ufer hält.

Vierrad darf sein, in dem Fall der Radtramper Wachau, ein Bus mit Rad­anhänger. Für all jene, die sich vom Donauradweg in der Wachau zu einem Kurzaufenthalt verführen lassen, gibt es täglich die Möglichkeit, nach Oberösterreich zurückzukehren. Ein Bus fährt von Krems Bahnhof zweimal am Tag durch die Wachau bis nach Grein, zur Schiffsstation. Diese speziellen Busse können bis zu 14 Räder transportieren. Wenn die Sonne aber einmal gar nicht scheinen will, dann bleiben immer noch die be­ quemen Polstersitze der Bundesbahn. Da sorgen die regiona­ len Strecken für genussvolle Entschleunigung – allen voran die Wachau Bahn, die sich von Weinort zu Weinort durch die Rieden schlängelt, oder die Regionalbahn durch das Römerland Carnuntum bis Hainburg. Und noch etwas: Ganz sollten wir unsere Beine nicht vergessen, die uns auch hervorragend durch die Donaulandschaft tragen können. Donau­steig in Oberösterreich, Welterbesteig Wachau in Niederösterreich und zahlreiche Wanderwege in und um Wien bieten fantastische Wandererlebnisse (siehe auch Seite 14/15), die laufend attraktiviert und zusammengeführt werden. Nicht bös sein, liebe Autos, aber ihr werdet an der Donau in Zukunft wohl öfter am Parkplatz bleiben!

Einsteigen, Bitte! Und ja, natürlich, man muss nicht die ganze Strecke radeln. Vor allem, wenn statt Elektro- nur die eigene Wadlkraft zum Einsatz kommt. Für solche Fälle gibt’s den RadExpress Donau, mit dem sich Teilstrecken ganz bequem samt dem Drahtesel mit dem Zug zurücklegen lassen. Immer schön der Donau entlang, von Passau bis Wien und umgekehrt. Und auch ein bisschen

// InfoBOX SChiff www.brandner.at, www.donauschiffahrt.de www.ddsg-blue-danube.at, www.donautouristik.at RAD www.donauradweg.at, www.donau.com/e-mobil, www.wien.info www.leihradl.at, www.citybikewien.at ZUG/BUS www.ooevv.at, www.noevog.at, www.oebb.at www.vor.at, www.wienerlinien.at DanubeHIKE Die österreichischen Donau-Organisationen sind international mit allen zehn Donauländern vernetzt. Eine Studie wurde erstellt, die die bestehende Wander­infrastruktur entlang der Donau-Wanderwege in den Donauländern durchleuchtet. Ziel: Ein durchgängiges Wanderangebot an der Donau. Erste Maß­nahmen wurden bereits gesetzt. Etwa das EU-Projekt „DanubeHIKE“, das den Ausbau nachhaltiger und qualitätsvoller Wander­infra­struktur an der gesamten Donau – vom Ursprung im Schwarzwald bis zur Mündung ins Schwarze Meer – zum Ziel hat. www.donausteig.com/wanderstudie2012

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aufblühen // donaunatur

// InfoBOX Gärtnerei Stockenhuber, Engelhartszell www.klarlbau.at Klostergarten Pupping www.pupping.at Rosenhof Gruber, Fraham www.rosarium-gruber.at Botanischer Garten auf der Gugl, Linz www.linz.at/umwelt/botanischergarten.asp Sandner, Gärtnerei zum Stift St. Florian www.sandner-gaertnerei.at Gärtnerei Oberleitner, Pöchlarn www.gaerten-oberleitner.at Die Garten Tulln: Europas erste ökologische Gartenschau

Kittenberger Erlebnisgärten www.kittenberger.at Garten Stift Melk www.stiftmelk.at Die Garten Tulln www.diegartentulln.at

Begeistert von den „Donaugärten“: Biogärtner Karl Ploberger

Die Gärten Niederösterreichs www.diegaerten.at Wien www.wien.gv.at/umwelt/parks, www.wien.info Schloss Hof www.schlosshof.at Römische Gärten, Carnuntum www.carnuntum.co.at Biogärtner Karl Ploberger www.biogaertner.at

Die Seele baumeln lassen im Wiener Volksgarten

Gärten sind ein guter Ort, um den Kopf frei zu machen. Das wussten auch die Franziskaner in Pupping bei Eferding, als sie ihren bezaubernden Klostergarten mit akkuraten Kieswegen, Steinen und Blütenbeeten anlegten. Heute kann der Donau­ reisende nicht nur im Klostergarten Pupping lustwandeln, son­ dern auch – so es die Brüder erlauben – einen Blick in den neu gestalteten Innenhof des Klosters werfen. Gar nicht so weit von diesen stillen Gartenfreuden empfängt im Rosarium Gruber in Fraham die weni­ ger bescheidene Königin der Blumen ihre Verehrer: Rund 250 verschiedene Rosensorten – von der Kletterrose bis zur historischen Rarität – verwirren dort die Sinne der Besucher. „Das ist ein Kleinod für Rosen­lieb­haber“, schwärmt auch Karl Ploberger, Öster­ reichs wohl bekanntester Gärtner. Seine Gartenbücher „für intel­ ligente Faule“ sind Bestseller, ebenso wie sein Gartenreiseführer durch 400 Gärten und Parks in Öster­reich. Das Rosarium von Fraham zählt zu den Lieblingen des Gartenexperten, nicht zuletzt wegen der fast englisch anmutenden, üppigen Blütenpracht. „In den letzten 25 Jahren hat sich unglaublich viel bei uns ge­ tan“, freut sich der Experte, „früher bin ich ausschließlich nach England gefahren, jetzt wird’s schön langsam Zeit, dass die Engländer in unsere Gärten kommen.“ Beeindruckt wäre so ein Besucher aus „Good old England“ wohl auch vom Botanischen Garten auf der Gugl in Linz. Mit über vier Hektar Fläche und rund 10.000 verschiedenen Pflanzenarten gilt er als eine der schönsten Anlagen Europas. England inklusive. Unter dem schützenden Dach von fünf Ge­ wächshäusern gedeihen hier exotische Pflanzen wie die in Europa

Grüne OASEN am blauen Strom Zugegeben: Die Natur ist der Meister, wenn es um die gestaltung von auen und uferlandschaften entlang der donau geht. Aber: Die grünen oasen, die seit jahr­ hunderten entlang des stromes von menschenhand geschaffen wurden, haben auch ihren reiz. Barbara Hutter

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© WienTourismus/Heinz Angermayr, Donau Niederösterreich_Steve Haider, HDR_Gerhard Obermayr, Karl Ploberger

Einer der schönsten Europas: der Botanische Garten Linz

einzigartige Sammlung von Kakteen sowie seltene Wild­arten und faszinierende Züchtungen von Orchideen. Dazu machen Skulpturen österreichischer Künstler inmitten der Grünanlagen sowie Vorträge, Ausstellungen und Veranstaltungen den Garten zum Ort der Begegnung zwischen Mensch, Natur und Kultur. Ein machtvolles Zeichen barocker Bau- und Gartenkunst stellt die nächste Station unserer floralen Donaureise dar: Stift Melk. Der einzigartige, mit modernen Elementen gewürzte Stiftspark erstreckt sich über gleich drei Etagen. Absoluter Blickfang ist der um 1750 erbaute, barocke Pavillon. Davor blühen Rosen, drinnen verzaubern die exotischen Fresken von Johann Bergl, immerhin einer der Lieblingsmaler von Kaiserin Maria Theresia. Das Bepflanzungskonzept des „Paradiesgärtleins“ in Stift Melk stammt aus dem rund 1.200 Jahre alten Werk „De cultura hor­ torum“, dem ersten überlieferten Text zum Gartenbau in Europa. Zurück in die Gegenwart: Ein Leuchtturm heutiger Gartenkunst und „international fast unschlagbar“ (Karl Ploberger) ist wohl „Die Garten Tulln“. In der Donaustadt wurden – zur Inspira­tion und zur Rekreation gleichermaßen – über 50 Themengärten entwickelt. Einer davon stammt übrigens von Karl Ploberger. Wien hat Glück Mehr als die Hälfte des Wiener Stadtgebiets ist grün. Ein Rekord­wert unter Großstädten. Die Pracht der barocken Gär­ ten von Schloss Schönbrunn und Belvedere darf als bekannt vorausgesetzt werden, lohnend auch der Besuch von weiteren grünen Inseln: der Stadtpark an der Ringstraße – die älteste öffentliche Parkanlage Wiens –, der Volks­garten mit 400 Rosen­ sorten oder der Burg­garten, einst der Privatbereich des Kaiser­ paares, heute idyllischer Fleck mit Café im Palmenhaus. Ge­ schichtsträchtig und dennoch spannend zeitgemäß präsentiert

sich der Wiener Augarten, der älteste erhaltene Barockgarten Wiens mit der weltberühmten Porzellanmanufaktur. Der Park ist nicht nur Naherholungsgebiet, sondern auch Wirkungsstätte viel­ fältiger Kulturinstitutionen: etwa als Schauplatz für die Aktivitäten der Stiftung „Thyssen-Bornemisza Art Contemporary – Augarten“ (TBA 21) für zeitgenössische Kunst oder als Heimat der Wiener Sängerknaben, die hier zur Schule gehen und im Augarten ein neues Musikhaus erhalten haben. Gartenfreuden kann man auch ganz nah am Wiener Donauufer erleben: Der Donau­park im 22. Bezirk – der mit 800.000 m² Grünanteil grünste Bezirk Wiens – bildet mit dem Erholungsgebiet Neue Donau eine Leib und Seele erfreuende Einheit. Unter anderem warten dort im Rosa­ rium rund 35.000 Rosen auf die staunenden Besucher. gartenpracht – von römisch bis barock Etwas ganz Besonderes wird auch den Gästen der Marchfelder Barockschlösser Eckartsau und Hof geboten: Schloss Hof kann sich nach mehreren hundert Jahren wieder in jener Pracht zeigen, wie sie einst Prinz Eugen erlebte. Das große Revitalisie­ rungsprojekt ist abgeschlossen – ein prunkvoller Rahmen für eine Vielzahl an Festen und Veranstaltungen. Noch weiter zurück geht es auf der anderen Donauseite. Ehe der große Fluss Öster­ reich verlässt, zieht es Gartenlieb­haber zu den römischen Aus­ grabungen von Carnuntum in Petronell. Hier wurden römische Gärten rekonstruiert – charakteristisch mit rechtwinkeligen We­ gen, Viertel­kreis­bepflanzung an den Ecken, Solitärbüschen und Beeren­sträuchern in den Obstgärten. Auch Kräuter für Küche und Apotheke und duftende Zierpflanzen wie Rosen, Lilien und Veilchen durften in einem römischen Garten nicht fehlen. Eine Reise entlang der „Donaugärten“ ist also immer auch eine Reise durch die Zeit.

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aufgekocht // donaugenuss Beim letzten Netz war’s dann endlich so weit: Sarah Wiener und ihr Waller.

SARAH und der waller

Mit Franz A u auf Wallerfa er, dem Donaufischer v on ng bei der S .. chlogener S Alkoven, chlinge.

Es gibt ihn noch, den Waller in der Donau. Und weil der Waller – auch Wels genannt – reines Wasser benötigt, ist das auch ein gutes Zeichen für den Fluss. Und in ganz seltenen Augenblicken gibt es ihn auch in einem Gasthof an der Donau Österreichs. Zum Beispiel bei Christian Göttfried in Alkoven. Besonders, wenn er Sarah Wiener und ihr Kamerateam zu Gast hat. FRITZ GILLINGER

© zero one film

Sarah Wiener, in Deutschland lebende Starköchin aus Öster­ reich, die es im neuen und im alten Heimatland zu großer Popu­ larität und Medienpräsenz gebracht hat, ist viel unterwegs. Oft klappert sie für die ARTE/ORF-Sendung „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“ mit ihrem roten VW Käfer Cabrio die verstecktesten Plätze des Landes ab. Immer auf der Suche nach dem guten, regionalen Geschmack. In Folge 6 wurde sie an der Donau in Oberösterreich fündig: Wirt Christian Göttfried aus Alkoven, wenige Kilometer südlich der Donau, zeigte Wiener, wie man in seinem Gasthaus Schrot mit Zutaten, die „vor der Haustüre“ zu finden sind, ein extrafeines Menü zaubert. Kern­ stück des Ganzen: ein Donauwaller, auch Wels genannt, den Sarah sogar mit eigenen Händen aus der Donau ziehen wird.

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ich dachte schon, ich mach zander! Zugegeben: alleine hätte Sarah Wiener das nicht geschafft. Denn der Waller ist kein Massenfisch, und leicht fangen lässt er sich auch nicht. Da braucht es schon den erfahrenen Fischer Franz Auer, der Sarah in seiner Motorzille zu seinen erfolgver­ sprechendsten Plätzen in der Donau mitnimmt. „Am Boot ist man doch per Du!“, meint Sarah, als sie bei Franz forsch ins Boot hüpft. Also: „Servus Franz!“ „Servus Sarah!“ Den Waller fängt man nicht mit der Angel, sondern mit dem 50 Meter langen Netz. Netze auslegen. Fünf an der Zahl, alle an verschiedenen Plätzen, versteht sich. Ob es was gebracht hat, erfährt man erst am nächsten Morgen. Am sehr frühen Morgen, wie Sarah Wiener feststellen muss. Dann steigt die Spannung. Meter für Meter holt Sarah die Netze ein. Eine Blaunase. „Ist die selten?“, fragt Sarah. „Nein“, meint Franz trocken. Das bestätigt sich auch bald, denn: wieder eine Blaunase. Und wieder. Dann … ein Zander! Toller Fisch, aber eben doch kein Waller, der eigentlich auf dem Speiseplan steht. Fast auf dem letzten Meter Netz, klappt es dann doch: der ersehnte Waller. „Und ich dachte, ich mach jetzt Zander“, freut sich Sarah. Ein ordentlicher Bursche, gerade richtig für die Küche. Das bestätigt auch Wirt Göttfried, dem Sarah den Fisch stolz in seiner Küche präsentiert: „Fischer

Franz Auer hat sein Wasser auf der Höhe von Schlögen. Je nach Fang bekommen wir von ihm Schleien, wunderbaren Zander und eben auch Waller. Was die Fische auszeichnet? Ihr guter Geschmack durch die ausgezeichnete Wasser­ qualität und das feste Fleisch. Das kommt von der ständigen Strömung, gegen die sie anschwimmen müssen.“ was vor der haustüre wächst und schwimmt Nichts wie hinein in Göttfrieds Küche und das Menü der Sen­ dung zubereiten! Vorspeise: Erdäpfelknödel mit geröstetem Schwarzbrot und Speck gefüllt auf Biersuppe, mit Schwarz­ wurzeln und Rote-Rüben-Chips. Hauptspeise: Gebratener Waller mit geschmorten und mit Sauerrahm verfeinerten Efer­ dinger Gurken (Rezept S. 23). Eferding ist ein mit Fruchtbarkeit gesegneter Landstrich, ein Stück westlich von Alkoven, ebenfalls im förderlichen Einfluss der Donau ge­legen. Hier gibt’s nicht nur die berühmten Efer­ dinger Gurken, die meist zu Gewürzgurken verarbeitet werden, hier werden auch 29 verschiedene Erdäpfelsorten angebaut. Eine davon kommt bei der Vorspeise, den Erdäpfelknödeln, zum Einsatz. Erdäpfelbauer, Gurkenbauer, Fischer, Brauer … für ihre Sendung besucht Sarah Wiener alle Produzenten und setzt sich zuletzt mit ihnen an einem Tisch zusammen, um gemeinsam die Früchte der Region zu genießen. Der fruchtbare Einfluss der Donau lässt all diese Köstlichkeiten an ihren Ufern nur so sprießen. Auf den Wein von Wachau über Nussberg bis Carnuntum wurden ja schon viele Loblieder gesun­gen, ebenso auf das Obst und Gemüse. Die Fische aus der Donau sind eine Besonderheit aus diesem prallen Ange­ bot. Nach einem Schattendasein in den letzten Jahrzehnten wird dem Fisch aus der Donau wieder die Achtung zuteil, die er verdient. „Muskulös, geschmackvoll und wunderschön – ein Karpfen aus einem Teich verhält sich gegenüber einem Donau­ karpfen ungefähr so, wie ein Kleinwagen gegenüber einem Formel-1-Auto!“, bringt Norbert Payer einen griffigen Vergleich. Payer ist Wirt in Zeiselmauer an der Donau und ausgewiesener

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aufgekocht // donaugenuss

Sarah Wiener kocht ihr ob .. Menu.. mit Waller-Beteiligu erosterreichisches ng.

Für die Biersuppe Butter erhitzen, Mehl darin goldgelb anrösten und mit Rindsuppe und hellem Bier aufgießen; Lorbeerblätter, Zimtstange, Salz und Pfeffer dazugeben. 30 Minuten kochen lassen und durch ein Sieb passieren; Eidotter mit Schlagobers vermischen und unter die Suppe ziehen. Nicht mehr kochen!

Christian Petz Holy-Moly! Restaurant am Badeschiff (Wien)

Thomas Dorfer Landhaus Bacher (Niederösterreich)

Meine Schwiegermutter Lisl Wagner-Bacher hat immer von den tollen Donau-Huchen erzählt. Wir sind sehr stolz auf die Fische, die wir aus der Region bekommen können! Ganz besonders freuen wir uns, wenn wir das Glück haben, dass der Fisch aus der Donau stammt.

Christian Göttfried Gasthaus Schrot (Oberösterreich)

Was Donau-Fische auszeichnet? Ihr guter Ge­ schmack durch die ausgezeichnete Wasserqualität und das feste Fleisch. Das kommt von der ständigen Strömung, gegen die sie anschwimmen müssen.

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Es gibt sie, die Spezialisten, die gut mit Donaufisch und Co. umgehen können. Zum Beispiel Wirtshauskultur-Wirt Norbert Payer (Lustiger Bauer, Zeiselmauer/NÖ).

7 Eidotter, 270 g Mehl (griffig) Salz, Muskat 50 g zerlassene Butter Schwarzbrot für Croûtons Speck, Bachkresse

Experte in Sachen Fisch. „Zander, Hecht, Barsch, Huchen, alle fühlen sich in der Donau wohl und entwickeln sich dort präch­ tig“, erzählt er und bleibt gleich bei letzterem Fisch hängen. „Der Huchen, der Donaulachs, ist der einzige Salmonide, der nicht ins Salzwasser geht“, erklärt er. Deshalb auch sein zwei­ ter Name: Donaulachs. Für Payer ist dieser Fisch etwas ganz Besonderes. „Wenn man weiß, wie man ihn zubereitet“, fügt er hinzu. Klar, davon kann man ausgehen, bei Experten wie Payer, Göttfried und Co. Christian Petz, seines Zeichens Koch am Wiener Gourmettreff, dem Holy-Moly!, ist mit seiner Liebe zum Fisch noch einen Schritt weitergegangen. Der Starkoch hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt und für kurze Zeit sogar den Wiener Fischmarkt am Donau­kanal wieder aufleben lassen. Aber nicht nur rund um den Fisch stehen in Wien alle Zeichen auf Genuss: Unter dem Motto „Die Kunst des Ge­nießens“ lädt die Bundeshauptstadt 2013 zu umfassend sinn­lichen Erlebnis­ sen ein: Die Wiener Küche steht dabei ebenso im Blickpunkt wie das Kaffeehaus und der Wiener Wein. Und weil Genuss nicht bei Kulinarik endet, reihen sich auch die Kulturschätze in den Wiener Genussreigen 2013 ein. Genusskultur auf höchster Stufe ist auch beim wachauGOURMETfestival (4. bis 18. April) zu erwarten, wenn die besten Köche der Weltkulturerbe-Region und internationale Kollegen zu kulinarischen Top-Events laden. „Selbst gefangen, selbst zubereitet, selbst gegessen!“, meint Sarah Wiener zufrieden und genießt die Köstlichkeiten, die da im Einfluss der Donau entstanden sind. Wobei: Man kann ja die ersten beiden Punkte auslassen und gleich beim Essen an­ fangen. Glücklicherweise hält die Donau in Österreich vielerorts wieder guten Fisch und guten Boden für Gemüse, Hopfen und Wein bereit. Und glücklicher­weise gibt es entlang des Flusses auch genug Wir­ tinnen und Wirte, die mit diesen Schätzen umgehen können. „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“ ist eine Koproduktion von ARTE und ORF, hergestellt von der zero one film/Berlin, Regie führt Florian Schewe.

it ihren G..enussm ah ar S : es ag Am Ende des T r ..uber Fisch bis Erdapfel) Bie lieferanten (von hristian G..ottfried. C und Koch-Pate

// gourmet-tipps

© citronenrot, Robert Herbst, OÖN/Volker Weihbold, Wulz, Shutterstock, zero one film, zVg

Ich kann mich noch gut erinnern, dass wir im Gasthaus meiner Eltern in Grein/Donau Donaufisch hatten, meistens Weißfische wie Nasen, Rotfedern, Rotaugen und Näslinge. Heute hätte ich gerne wieder solche Fische, und ich bin auf der Suche nach einer guten Quelle. Denn ein Fisch aus der Donau ist schon etwas Besonderes.

60 g Butter, 60 g Mehl ½ l Rindsuppe, ½ l helles Bier 3 Lorbeerblätter, ½ Stange Zimt Salz, Pfeffer, 2 Eidotter ½ l Schlagobers

oberösterreich Christian Göttfried, Alkoven, www.gasthofschrot.at Brauerei Hofstetten, St. Martin im Mühlkreis, www.hofstetten.at Stefan Hamedinger, Eferdinger Gemüselust, www.gemueselust.at Hans u. Annemarie Ecker, Fraham, www.eferdinger.landl-erdaepfel.at Landgasthof Dieplinger, Pupping, www.langmayr.at Fischgasthof Aumüller, Obermühl, www.fischgasthof.at Gasthof Gierlinger, Obermühl, www.gasthof-gierlinger.at Gasthof-Pension Ernst, Neuhaus, www.gasthof-ernst.at Gasthof Luger, Kramesau, www.gasthof-luger.co.at Hotel Donauschlinge, Schlögen, www.donauschlinge.at Hotel Rest. Faustschlössl, Feldkirchen/Aschach, www.faustschloessl.at niederösterreich Landhaus Bacher, Mautern, www.landhaus-bacher.at Zum lustigen Bauern, Zeiselmauer, www.zumlustigenbauern.at Donaurast, Persenbeug, donaurast@wvnet.at Weingut Haimel, Traismauer, www.weingut-haimel.at Gerhard u. Gerlinde Heinzle, Weißenkirchen, www.heinzle.at Josef Fischer, Rossatz, www.huchenfischer.at wien Holy-Moly! Restaurant, www.badeschiff.at Umar am Naschmarkt, www.umarfisch.at Konoba, www.konoba.at Restaurant Kornat, www.kornat.at Fischvierterl am Naschmarkt, T +43 1 890 51 98

1 EL Butter 1 Schalotte (klein, geschält, in feine Ringe geschnitten) 500 g Schmorgurken (oder Salatgurken, in Stücke geschnitten) 100 ml Gemüsebrühe etwas Zitronenschale 1 TL Weizenmehl 1 TL Butter (Beurre manier) 2 EL Sauerrahm 1 EL Schlagobers Pfeffer (frisch gemahlen) etwas Dille Wallerfilet mit Salz, Kümmel und weißem Pfeffer würzen. Ein­ schneiden, mehlieren und nur auf der Hautseite kross braten. Die Butter in einem Topf schmelzen. Die Schalottenringe darin andünsten, die Gurkenstücke dazugeben und kurz mitdünsten. Mit dem Gemüsefond aufgießen, etwas Zitronen­ schale dazugeben und 5 Minuten im geschlossenen Topf bei milder Hitze gar dünsten. Die Zitronenschale entfernen. Mit Beurre manier binden und nochmals 2 Minuten leicht köcheln lassen. Den Sauerrahm mit dem Schlagobers verrühren und die Schmorgurken damit verfeinern. Zum Schluss mit Pfeffer, Salz und Dille würzen.

VINARIA-Getränketipps Niederösterreich: Grüner Veltliner, Knoll, Schütt Smaragd 2009 Wien: Gemischter Satz, Edlmoser, Dorflage 2011 Oberösterreich: Hofstettner Kräuterwürzbier

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interview // DONAUpersönlichkeitEN

gregor Seberg Die Donau ist sein Arbeitsplatz: Seit 2006 ist Gregor Seberg in der TV-Serie „SOKO Donau“ als Oberst­ leutnant Helmuth Nowak im Ein­ satz. Seitdem nimmt er das Wasser ernst und träumt von einer Fluss­ reise bis ans Schwarze Meer.

fällt Ihnen Nettes zu den drei Donaubundesländern Wien, Niederösterreich und Oberösterreich ein? Gregor Seberg Wenn mir eines davon nicht mehr gefällt, ist das nächste nicht weit. – Nein, im Ernst: Alle drei haben ihre Vorzüge. Vom verträumten Oberösterreich übers überbordende Niederösterreich ins urbane Wien. Die Strecke ist wie eine Fahrt auf dem Amazonas. Hinter jeder Kurve was Neues.

Gefragt von FRITZ GILLINGER

Sie haben für die Serie „SOKO Donau“ den Boots­führer­ schein gemacht. Nennen Sie uns ein paar LieblingsBootslandeplatzerl an der Donau in Österreich. Ihre spontane Assoziation zu „Donau Österreich“?

Gregor Seberg Ich kenne zeitnotbedingt nur den Platz in Kor­ neuburg bei der Wasserfähre. Aber der ist grandios!

Gregor Seberg Arbeit. Wann muss ich aufstehen? Welchen Platz sollte man sich unbedingt anschauen?

Gregor Seberg Nicht wirklich an das erste Mal. Aber ich er­ innere mich sehr wohl daran, wie ich sie zum ersten Mal bewusst gesehen habe. Als ich bei strömendem Regen ein kleines Boot gesteuert habe. Durch starken Wind gab es auch hohe Wellen. Kein Schmäh, hohe Wellen auf der Donau! Und in eine solche geriet ich auch. Zur Gänze. Waschelnass, aber am Leben. Sozusagen ein zweites Mal getauft. Kann’s passieren, dass eine tolle Kulisse wie die Donau von den Schauspielern ablenkt? Gregor Seberg Ich habe ja schon länger das Gefühl, dass unsere Kameraleute fieberhaft nach schönen Landschaften, schönen Kindern und schönen Hunden Ausschau halten, um von der Misere, die von uns Schauspielern ausgeht, abzu­ lenken. Deshalb wohl die vielen Außendrehs …

Gregor Seberg Jenen unter der Reichsbrücke beim DDSGGebäude. Da haben wir unsere Wache, sind oft dort. Das ist Zirkus pur! „Donau so blau“ heißt es im Walzer. Welche Farbe hat denn die Donau Ihrer Erfahrung nach? Gregor Seberg Graubraunblaunebeligfinster. Kommt für Sie manchmal so etwas wie Hafenstimmung oder Fernweh an der Donau auf? Gregor Seberg Und wie! Wenn die großen Schubverbände von ewig weit her vorbeifahren, geht die Fantasie mit mir durch. Die kommen vielleicht aus dem Schwarzen Meer, haben etliche Sonnenuntergänge erlebt, den Balkan durchquert, auf die ist geschossen worden, es wurde geliebt und gestritten an Bord, ein herrliches Sprachengewirr tut sich auf. Wasser, Sonne, Schiffe. Da ist Österreich plötzlich gaaaanz groß.

// InfoBOX

Gibt’s Besonderheiten für Drehs am Wasser? Gregor Seberg Das Wasser ernst nehmen. Nicht Angst haben, aber wissen, dass dieses Element sehr viel stärker ist als du. Mein Kollege Stefan Jürgens und ich haben einmal ein Pärchen aus Seenot gerettet. Sie hatten kein Benzin mehr. Das war sehr heldenhaft von uns.

Gregor Seberg Ich würde gerne die ganze Donau befahren. Von Deutschland bis ins Schwarze Meer. In der Wachau könnte es ein bissi dauern wegen der Zwischenstopps … Die Donau ist weiblich. Warum?

In Ihrem Programm „Oh, du mein Österreich?!“ gehen Sie nicht immer liebevoll mit den Bundesländern um. Was

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Gregor Seberg Sind nicht alle schönen Dinge weiblich?

© photo-graphic-art.at; Daniela Matejschek

Welche Orte an der Donau wollen Sie besuchen?

GREGOR SEBERG, Jahrgang 1967, wuchs in Graz auf und übersiedelte im Alter von 14 Jah­- ren nach Wien. Er arbeitet als freier Schauspieler, Regisseur und Autor. Neben seiner Hauptrolle in „SOKO Donau“ spielt er in ORFSerien wie „Schnell ermittelt“, ist von Volkstheater Wien bis Wiener Volksoper im Theater engagiert. Sein aktuelles Kabarettprogramm: „Oh, du mein Österreich?!“

SOKO-Donau-Team (v. l.): Sandra Cervik, Gregor Seberg, Stefan Jürgens, Lilian Klebow

www.gregorseberg.at

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© ORF/Petro Domenigg

Können Sie sich an den Moment erinnern, als Sie die Donau zum ersten Mal sahen?


landepunkte // DONAULEBEN

// Donau in Flammen

// Bryan Adams und die Sängerknaben Kunst und Kultur verschiedener Genres an besonderen Plätzen: Das Kulturnetzwerk fussfrei beflügelt das kulturelle Angebot der Region. Opernraritäten aus Barock und Frühklassik bieten die donauFESTWOCHEN im Schloss Greinburg. Burg Clam wiederum ist berühmt für Open-Air-Konzerte mit Legenden wie Carlos Santana, Bryan Adams oder Herbert Grönemeyer. Faszinierend: die Stiftskonzerte im Stift St. Florian mit den Florianer Sänger­knaben (Foto).

// Rad-Weltstadt Wien „The Sound of Cycling“: Wien, die Stadt der Musik und der Kultur, wird 2013 die Welt-Hauptstadt der Rad­fahrer, zumindest vom 11. bis 14. Juni 2013: Rund 1.500 Teilnehmer aus aller Welt werden bei der VeloCity, der größten internationalen Kon­ ferenz zum Thema Radverkehr, nach Möglichkeiten suchen, den Radver­ kehr weiter zu forcieren. Rund­herum gibt es ein breites Programm, zum Beispiel die Wiener Rad-Woche vom 8. bis 15. Juni am Rathausplatz – mit Shows, Wettbewerben, Workshops, Bike-Messe und den schönsten Bike-Regionen Österreichs.

// Kultur vom Feinsten Als Draufgabe zum Naturerlebnis gibt es beim Wachauer Osterreigen ein geballtes Kultur- und Genussprogramm mit traumhaften Wanderungen, festlichen Konzerten und Verkostungen. Qualitätsvolles Programm wird auch im Renaissanceschloss Schallaburg mit seinen ährlichen Ausstellungen und zahlreichen Festen geboten. Hochkarätiges auch bei kultur-melk – von der von Schauspielerin Ursula Strauss (Foto) kuratierten Ver­ anstaltungsreihe „Wachau in Echtzeit“ bis zu den beliebten Melker Sommerspielen.

© www.kultur-melk.at

www.donauinflammen.com | 18. Mai, 31. Mai, 9. August 2013 www.radtotal.at, www.danube.at | 14. April 2013

© St. Florianer Sängerknaben

Die Donau steht im Mittelpunkt von zwei außer­gewöhn­ lichen Veranstaltungen: Bei Donau in Flammen werden am Ufer bengalische Feuer und Feuerwerke zu klassi­ scher Musik entzündet, während die Gäste regionale Schmankerln ge­nießen. Bei Rad Total werden Tausende Radfahrer erwartet – alle Donaugemeinden zwischen Passau und Waldkirchen beteiligen sich mit einem attraktiven Rahmenprogramm an diesem Event.

www.osterreigen.at | 23. März bis 1. April 2013 www.schallaburg.at | März bis November 2013 www.kultur-melk.at | ganzjährig

www.velo-city2013.com 11. bis 14. Juni 2013

www.fussfrei.at www.donau-festwochen.at | 26. Juli bis 15. August 2013 www.clamconcerts.at www.stift-st-florian.at

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© TVL/Eckerstorfer

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// Gartenkultur und Musikgenuss Diese Gärten garantieren Erlebnisse: Die Garten Tulln ist auf 10 Hektar und mit über 50 Themen­gärten ein beeindruckendes, begehbares Bilderbuch natür­licher Gartenkultur. Ein Gartenerlebnis der anderen Art öffnet sich Jahr für Jahr bei der sommerlichen Konzertsaison in Grafenegg. Das traumhafte Schloss­areal wird für mehrere Wochen zum „Konzertsaal“ mitten in freier Natur.

// Linz im Zeichen des Hörens Die Kulturhauptstadt Europas 2009 lässt 2013 wieder mit einem Highlight aufhorchen! Im April bekommt die Stadt einen spektakulären neuen Klangraum und Musikort: das neue Musiktheater am Volksgarten mit großen Opern, bester Akustik, höchstem Komfort. Dies rückt die BrucknerStadt ganz ins Zeichen der MUSIK und des HÖRENS. Klingt nach Linz – wo Wolken musikalische Klänge zaubern!

www.diegartentulln.at | 13. April bis 6. Oktober 2013 www.grafenegg.at | 24. Juni bis 8. September 2013

www.linz.at/tourismus

Linienverkehr Passau–Linz–Wien www.donauschiffahrt.de 02 F  lughafen Linz www.flughafen-linz.at 03 Linz  Hauptbahnhof www.oebb.at 04 D  onauuferbahn Linz–Grein www.oebb.at

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Mobil in Wien 11 Donaukanal,  Twin-City-Liner-Station www.twincityliner.com 12 Hafen  Wien/Handelskai (DDSG) Linienverkehr Wien–Wachau www.ddsg-blue-danube.at 13 Donauinsel  www.donauinsel.at 14 Flughafen  Wien www.viennaairport.com 15 Hauptbahnhof  www.hauptbahnhof-wien.at 16 Westbahnhof  www.bahnhofcitywienwest.at

// Donauinselfest wird 30 © WienTourismus/Karl Thomas

Mobil in Oberösterreich 01 Donauschiffahrt  Wurm+Köck

Mobil in Niederösterreich 05 Brandner  Schiffahrt Linienverkehr Krems–Melk www.brandner.at 06 Wachau  Linien www.n-mobil.at 07 Bahnhof Krems  www.oebb.at 08 Wachau  Bahn www.noevog.at 09 Radexpress  Donau www.erlebnisbahn.oebb.at 10 E-Bike-Verleihstation  www.roemerland-carnuntum.at

Kinder, wie die Zeit vergeht! Ende Juni 2013 steigt die bereits 30. Auflage des Wiener Donauinselfestes. Die Planungen für das Fest, das noch besser werden soll, laufen längst. Musikalisch wird es einen Querschnitt durch die letzten drei Jahrzehnte geben, einer der Höhepunkte ist der Auftritt von Volksmusikstar Andreas Gabalier. www.donauinselfest.at | 21. bis 23. Juni 2013

// Endlich: Kunstkammer wieder offen Zehn Jahre lang war sie geschlossen, am 1. März 2013 öffnet die Kunstkammer im Kunst­historischen Museum aber wieder ihre Pforten. In der bedeutendsten Kunstkammer der Welt – die Habsburger haben rund 2.200 Exponate zusammengetragen – ist unter anderem die „Saliera“ von Cellini zu sehen. www.khm.at | 1. März 2013

// Carnuntum entdecken Als wäre die Zeit vor 1.700 Jahren einfach stehen­ geblieben: Carnuntum ist die wiedergeborene Stadt der Kaiser. Ein ganzes römisches Stadtviertel wurde im historischen Kontext restauriert. Lohnenswert: Carnuntum Experience, eine Veranstaltungsreihe rund um den Wein, die alle Stückln spielt. Nicht weit entfernt von der Stadt der Römer: Schloss Hof, wo man auf den Spuren von Maria Theresia und Prinz Eugen wandelt, und der Nationalpark Donau­-Auen, die einzigartige Flusslandschaft zwischen den Weltstädten Wien und Bratislava. www.carnuntum-experience.at | August bis September 2013 www.schlosshof.at | www.donauauen.at

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Donau. Das Magazin 2013  

Donau. Das Magazin 2013

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