security insight – expertentalk
MICHAEL HAAS Regional Vice President Central Europe bei WatchGuard Technologies
feld – wobei jeder im gegenseitigen Wettrüsten die Nase vorn behalten möchte. Die fortschreitende Professionalisierung zeigt sich auf beiden Seiten. So arbeiten Cyberkriminelle beispielsweise bereits daran, mithilfe von multimodaler KI ganze Angriffsketten aufzubauen. Durch Integration von Text, Bild, Sprache und ausgeklügelten Codes via KI lässt sich die gesamte Pipeline eines Cyberangriffs rationalisieren und automatisieren. Dies beginnt bei der Profilerstellung von Zielpersonen über soziale Medien, umfasst die Erstellung und Verbreitung täuschend echter Phishing-Inhalte einschließlich Voice-Phishing (Vishing) oder das Aufspüren von ZeroDay-Exploits. Zudem kann Malware generiert werden, die gezielt Schutzmechanismen auf dem Endgerät aushebelt – inklusive der Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur. Last but not least wird die Automatisierung von Seitwärtsbewegungen in kompromittierten Netzwerken und die Exfiltration gestohlener Daten erleichtert.
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Proaktive Abwehr
Gleichzeitig erkennen jedoch auch Unternehmen, wie sie Feuer mit Feuer bekämpfen können. Gerade im Zuge der fortschreitenden Verschmelzung von Betriebstechnologie (OT) und Informationstechnologie (IT) gewinnen Verteidiger durch KI-gestützte Anomalieerkennung deutlich bessere Kontrollmöglichkeiten. Neue Bedrohungen können so proaktiv und technologieunabhängig erkannt und abgewehrt werden. Für Cybersecurity-Teams ersetzen KI-gestützte Kontrollen zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten zunehmend protokoll- oder anwendungsspezifische Abwehrfunktionen, die komplex einzurichten und zu verwalten sind. Insofern lässt sich die Frage nach Fluch oder Segen von KI wohl niemals eindeutig und abschließend beantworten. Klar ist dagegen, dass die KI-Spielwiese immer größer wird. •
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• KI ist ein wirkungsvolles Werkzeug im IT-Security-Um-
Michael Haas Bild: Watchguard
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