Diskurs Oktober 2017

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Gesellschaftliches Engagement


AutorInnen

Seite 04 – 06 Prof. em. Dr. phil. Theo Wehner ist Professor der ETH Zürich, Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie.

Impressum Medieninhaber, Herausgeber: koje - Koordinationsbüro für Offene Jugendarbeit und Entwicklung, Bregenz und aha - Jugendinformation Vorarlberg, Dornbirn | Redaktions­ leitung: Regina Sams | Redaktionsteam: Thomas Müller, Michael Rauch, Sabrina Schuetz, Isabel Baldreich redaktion@jugend-diskurs.at | Lektorat: Margit Schneider Gestaltung & Illustrationen: chilidesign.at | Coverbild: shutterstock | Druck: Hugo Mayer GmbH, Dornbirn | Finan­ zierung: Land Vorarlberg - Fachbereich Jugend & Familie Diskurs kostenlos bestellen: abo@jugend-diskurs.at Aktuelle und weitere Infos im Netz: www.jugend-diskurs.at Im Diskurs haben Menschen als AutorInnen Gelegenheit, ihre Interpretationen von Zahlen und Fakten sowie persönliche Meinungen und Haltungen als redaktionellen Beitrag darzustellen.

Seite 07 – 09 Judith Lutz, MA und Mag. Michael Lederer arbeiten im Büro für Zukunftsfragen in den Bereichen Freiwilliges Engagement und Beteiligung.

Seite 10 – 12 Mag.a (FH) Barbara Österle arbeitet im aha und ist Projektleiterin von aha plus.


Inhalt 04-06 Freiwilligenarbeit

Wo liegen die Unterschiede zu anderen Tätigkeiten? Anmer kungen aus Sicht der Arbeits- & Organisationspsychologie

07-09 Freiwilliges Engagement in Vorarlberg

10-16 aha plus

Anerkennung für engagierte Jugendliche

17-19 Interviews 20-21 So macht man sich junge FreundInnen im Verein!

Neue Wege in der Vereinsarbeit – ein Unterstützungsangebot für die Verbandliche und Offene Jugendarbeit.

22-23 Infos & Weiterbildungen

Die ersten Worte „Freiwilliges Engagement leistet, auf verschiedenen Ebenen, einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft. Der Stellenwert bürgerschaftlichen Engagements ist in Österreich allgemein hoch. Auch VorarlbergerInnen sind engagierte Menschen!“ so schreiben Judith Lutz und Michael Lederer vom Büro für Zukunftsfragen. Wir gehen in dieser Diskurs-Ausgabe unterschiedlichen Fragen zum gesellschaftlichen Engagement und der Freiwilligenarbeit nach, z.B. wie sich diese von der Lohnarbeit unterscheidet, welche Motive für Ehrenamtliche eine Rolle spielen oder welche Unterstützung Vereine bekommen? Ebenso beschäftigen wir uns mit der zentralen Frage: Wie können mehr junge Menschen motiviert werden, sich freiwillig einzubringen? „aha plus“ – ein neu entwickeltes Anerkennungssystem (S. 10) für 12- bis 24-jährige Ehrenamtliche in Vorarlberg – könnte darauf eine Antwort liefern. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Diskurs-Ausgabe einen breiten Einblick zum gesellschaftlichen Engagement in Vorarlberg bieten können und wollen uns an dieser Stelle bei allen Freiwilligen für ihre wertvolle Arbeit bedanken – Vielen Dank! Regina Sams und Sabrina Schuetz für das Redaktionsteam

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Freiwilligenarbeit

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Wo liegen die Unterschiede zu anderen Tätigkeiten? Anmerkungen aus Sicht der Arbeits- & Organisationspsychologie


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Was ist Freiwilligenarbeit? Bevor man über die Motive oder den Nutzen und die Herausforderungen der Freiwilligenarbeit spricht, sollte eine Definition bzw. Umschreibung vorangestellt werden: „Frei-gemeinnützige Tätigkeit ist unbezahlte, organisierte, soziale Arbeit; gemeint ist eine gemeinnützige Leistung, die persönlich und unter regelmäßigem Zeitaufwand erbracht wird, die prinzipiell von einer dritten Person geleistet und potenziell bezahlt werden könnte1“. Mit dieser Umschreibung sind sowohl die Haus- oder Eigenarbeit, das Hobby oder auch die Mithilfe in der Familie und Verwandtschaft genauso ausgeklammert, wie das Spenden für Hilfsaktionen oder die Beteiligung an politischen Wahlen und Abstimmungen. Die Definition verweist vielmehr auf drei wesentliche Merkmale von Freiwilligenarbeit, auf welche auch die Forschung ihr Augenmerk richtet: (1) Frei: Freiwillige Arbeit ist frei, autonom, unabhängig. Hieraus ergibt sich: Die Koordination von Freiwilligenarbeit mit Erwerbsarbeit ist nicht trivial; diese Koordination kann nicht nur nach der Logik der Erwerbsarbeit funktionieren. (2) Gemeinnützigkeit: Freiwilligenarbeit ist gemeinnützig, sie leistet einen gesellschaftlichen Mehrwert und gilt als soziales Kapital. Eine zentrale Frage hierbei ist: Wie lassen sich diese Art von Leistungen und ihr Mehrwert erfassen, ohne lediglich an Geldwerte zu denken? (3) Tätig-Sein: Freiwillige Arbeit ist eine sinnorientierte Tätigkeit, wobei zu fragen ist: Welche Motive liegen ihr zugrunde? Was können wir von frei-gemeinnütziger Tätigkeit für Arbeit im Generellen und für die Erwerbsarbeit im Besonderen lernen?

Für die Erwerbsarbeits- bzw. Lohnarbeitspsychologie ist es also interessant herauszufinden, was die besonderen Motive jener sind, die sich neben ihren anderen Tätigkeitsfeldern, wie etwa der Hausarbeit, Weiterbildung, Hobbys und der bezahlten Arbeit, zusätzlich noch in einem Verein, der Nachbarschaft oder einer Non-Profit-Organisation (vom Roten Kreuz bis hin zu Greenpeace) unentgeltlich engagieren?

Die Motive der Freiwilligenarbeit sind vielfältig

sondern ermittelt statistisch, was bzw. welche Faktoren hinter einem ganzen Bündel von Motivfragen stecken. Der Deutsche Freiwilligensurvey3 (leider gibt es für Österreich kein vergleichbares Produkt) zeigt zum wiederholten Male, dass es den meisten Freiwilligen darum geht: „die Gesellschaft im Kleinen mit zu verändern“. Das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas 4) hat 2016 eine Befragung zum Freiwilligenengagement durchgeführt und folgende Motivfaktoren, die ich an anderer Stelle 5 kommentiert habe, ermittelt: Zum einen fügen sich die Motive: „Ansehen und Einfluss in meinem Lebensumfeld gewinnen“, „beruflich vorankommen“, „Qualifikationen erwerben“, „etwas dazuverdienen“ zu einem Faktor, den wir „persönliches Ansehen und beruflicher Qualifikationserwerb“ nennen. Zum anderen bilden die Motive: „Gesellschaft mitgestalten“, „mit anderen Menschen zusammenkommen“, „Spaß beim Engagement erleben“, „mit anderer Generation zusammen sein“ den Faktor: „gesellschaftliche Mitgestaltung und soziales Beisammensein“.

Die Motive der Freiwilligen sind, wie die Forschung übereinstimmend und seit langer Zeit zeigen konnte, multifaktoriell. Sie sind keinesfalls in Altruismus bzw. Selbstlosigkeit vs. Egoismus zu trennen, sondern erfüllen verschiedene, sich über die Zeit verändernde Funktion (Gestaltungswille, Lernabsichten, Gerechtigkeitsempfinden, soziale u/o politische Verantwortungsübernahme etc.). Konsequenterweise betrachtet man heute nicht einzelne Motivvariablen,

Betrachtet man auf dieser Grundlage den Zusammenhang zwischen den Faktoren und den Betätigungsfeldern der Freiwilligen, so zeigt sich: Eher persönliche und berufsqualifikatorische Motivlagen sind bei Personen zu finden, die ein freiwilliges Engagement in den Bereichen Sport/Bewegung, Schule/ Kindergarten sowie Rettungsdienst ausüben. Eher soziale und gesellschaftliche Motivlagen sind bei Personen anzutreffen,

„... für mich, für uns, für alle, oder noch einfacher: Bürger für Bürger“

Die Unterschiede erkennt man – wie die aus einer Vielfalt von Selbstdarstellungen gewählte Abbildung zeigen soll – schon sehr gut auf der Ebene des jeweiligen Mottos, welches die Verantwortlichen für Bürgerschaftliches Engagement wählen bzw. für sich in Anspruch nehmen: Nicht nur das Wohl der Shareholder oder des Unternehmens, der KundInnen oder sonstiger Stakeholder steht im Zentrum, einbezogen sind immer auch die Freiwilligen selbst: ... für mich, für uns, für alle, oder noch einfacher: Bürger für Bürger2


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die ein freiwilliges Engagement in den Bereichen Kultur/Musik, sozialer Bereich, außerschulische Jugendarbeit, Politik/Interessensvertretung sowie im kirchlich/religiösen Bereich erfüllen. Praxisrelevant werden diese Befunde, wenn es darum geht in NonProfit-Organisationen einerseits Freiwillige zu gewinnen und andererseits herausfordernde Aufgaben gezielt zu benennen. Praxisrelevant sind die Ergebnisse aber auch im Hinblick auf die theoretisch-konzeptionelle Arbeit: Es ist zu allgemein, einfach von den Freiwilligen zu sprechen, ohne die Passung der Motive und die Betätigungsfelder und Aufgaben zu berücksichtigen.

Wo liegen die Herausforderungen? Der Gründer der MIGROS (Gottlieb Duttweiler) war davon überzeugt: „Freiwilligkeit ist der Preis der Freiheit“. Diese Freiheit erlangt man nicht nur durch eine humane Einstellung und Interesse am Gemeinwesen, sondern in erster Linie durch ein Einkommen, das einem ein gutes Auskommen ermöglicht. Wer also von der Freiwilligenarbeit spricht, der spricht immer auch über die Arbeitsge-

sellschaft, in der sie stattfindet. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass sog. randständige Mitglieder einer Gesellschaft, aber auch Arbeitslose oder MigrantInnen so gut wie keine Freiwilligenarbeit leisten und der größte Teil der Freiwilligen aus der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft entstammt, sich meist auch im mittleren Lebensalter befindet, eher gebildet und sozial gut eingebunden ist: Unbezahlte Freiwilligenarbeit muss man sich leisten können, selbstverständlich muss man auch – aber erst in zweiter Linie – Zeit haben. Und wer kann sich nun, neben der Erwerbsarbeit auch die Freiwilligenarbeit leisten: In empirischen Befunden ausgedrückt sieht der Zusammenhang wie folgt aus: 35% der von der Körber Stiftung 2016 6 befragten Erwerbstätigen gaben an, nicht zivilgesellschaftlich tätig zu sein, obwohl sie sich engagieren würden, wenn es die Vereinbarkeit mit der Arbeit erlauben würde. Entsprechend dazu zeigt der Deutschen Freiwilligensurvey (FWS) 2014 sehr deutlich, dass der Arbeitgeber kein Auslöser für frei-

williges Engagement ist, sondern berufliche Gründe der häufigste Auslöser dafür sind, das Engagement zu beenden7.

Was bedeutet das für junge Menschen? In persönlichen Gesprächen und auch in empirischen Studien zeigt sich über Jahre hinweg, dass Jugendliche (bis zu 80%) sehr wohl von der Notwendigkeit gesellschaftlichen Engagements überzeugt sind, bei den Beteiligungsquoten jedoch unterrepräsentiert sind. Die Gründe hierfür sind rasch aufgelistet: Hohe Mobilität, strenge Ausbildungsverpflichtungen, berechtigte Freizeitaktivitäten, etc. Andererseits zeigt sich aber zunehmend auch, dass viele junge Menschen in ihren Bewerbungsunterlagen, so sie dies tun, auch ihr freiwilliges Engagement auflisten. Damit wird Druck auf jene ausgeübt, die aus den oben genannten Gründen (noch) inaktiv sind. Druck jedoch ist selten bis nie ein guter Motivator. Was es braucht sind gute Rahmenbedingungen, die Gemeinden, Hochschulen, Arbeitgeber u.v.a. ausarbeiten sollten. Prof. em. Dr. phil. Theo Wehner ETH Zürich

unsplash

Kontakt

Die Definition entstammt aus: Wehner, T. & Güntert, S.T. (2015) (Hrsg.): Psychologie der Freiwilligenarbeit (S.5). Berlin: Springer. 2 https://www.bagfa.de 3 Simonson, J., Vogel, C., Tesch-Römer, C. (2016) (Hrsg.) 1

Freiwilliges Engagement in Deutschland – Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014. Wiesbaden: Springer VS. 4 https://www.infas.de 5 https://www.infas.de/service/lagemass/ 6 https://www.koerber-stiftung.de/pressemeldungen-fotos-

Prof. em. Dr. phil. Theo Wehner ETH Zürich Weinbergstrasse 56 CH-8092 Zürich E: twehner@ethz.ch

journalistenservice/deutsche-wollen-helfen-koennenaber-nicht-935.html. 7 Simonson, J.: Das Verhältnis von Engagement und Erwerbsarbeit. Erkenntnisse aus dem FWS Vortrag am 7.2. 2017 anlässlich des 8. BBE-AK-Treffens engagementfördernde Stiftungen.


Yoann Boyer, unsplash

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Freiwilliges Engagement in Vorarlberg Freiwilliges Engagement leistet, auf verschiedenen Ebenen, einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft. Einerseits trägt es wesentlich zum Aufbau sozialen Kapitals und Gemeinschaftsbildung bei, andererseits beteiligen sich freiwillig Engagierte bei politischen Entscheidungen und gestalten so lebendige Demokratie mit. Der Stellenwert bürgerschaftlichen Engagements ist in Österreich allgemein hoch. Auch VorarlbergerInnen sind engagierte

Menschen! Laut einer Studie vom Land Vorarlberg ist fast jedeR zweite (48,3%) in Vereinen oder privat organisiert aktiv. Interessant ist, dass das Engagement im privaten Sektor immer stärker zunimmt: Gaben 2009 noch 43,7% der Befragten an, in Vereinen engagiert zu sein, waren es 2015 über 10% weniger (32,4%). Daraus lässt sich erkennen, dass Engagierte sich weniger oft an Vereine binden möchten, sondern lieber in Bereichen des Informellen Engagements tätig sind. Das sind jene Tätigkeiten, die auf privater Basis, beispielsweise in der Nach-

barschafshilfe oder im Rahmen von Initiativen, erbracht werden.

Besonders aktiv sind VorarlbergerInnen in den Bereichen Sport und Kultur Am häufigsten sind die VorarlbergerInnen in den Bereichen Sport (46,6%), Kultur (29,3%) und im allgemeinen Freizeitbereich (28,4%) engagiert. Insgesamt ist das Engagement in Vorarlberg aber auf viele Bereiche gut aufgeteilt, worin sich eine kulturelle Vielfalt widerspiegelt. Zwischen drei und sechs Stunden investieren Engagierte wöchentlich


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in ihre freiwilligen Tätigkeiten. Des Weiteren gab mehr als die Hälfte (ca. 53%) an, ihr Engagement regelmäßig auszuüben. Der hohe persönliche Zeitaufwand spiegelt auch die individuelle Bedeutung von Engagement wider: Für 41% der befragten Personen ist Engagement (institutionell und privat) ein (sehr) wichtiger Bestandteil ihres Lebens.

Laut einer Studie vom Land Vorarlberg ist fast jedeR zweite (48,3%) in Vereinen oder privat organisiert aktiv.

Das zeitaufwendigste Engagement der Bevölkerung findet zumeist im Verein, meist mit einer kleinen Anzahl von Mitgliedern (1 - 99 Personen), statt. Inhalte des zeitintensiven Engagements sind etwa persönliche Hilfeleistungen, Organisation von Veranstaltungen und anfallende praktische Tätigkeiten.

Es soll Spaß machen! Warum engagieren sich Menschen überhaupt freiwillig, was sind ihre Beweggründe? Am häufigsten genannt: Spaß an der Tätigkeit (63%). Weitere Gründe: Das Bedürfnis, anderen zu helfen (52%), sich für das Gemeinwohl zu engagieren (47%), mit Menschen zusammenzukommen (43%) und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten (41%). Ebenfalls häufig genannte Motivationen sind die eigenen Kenntnisse zu erweitern (34%) und Neues zu lernen (33%). Auffallend dabei ist, dass individuelle Motive, wie persönliche Weiterentwicklung und Wissenserweiterung, deutlich zunehmen.

Auch junge Menschen engagieren sich Auch der Anteil junger Menschen, die sich freiwillig in Österreich engagieren, ist mit 43% recht hoch.1 Freiwilliges Engagement bietet nicht nur jungen Menschen Chancen, sich einzumischen und mitzugestalten. Man hilft anderen und entwickelt sich auch selbst weiter. Mitunter dienen Erfahrungen, die engagierte Jugendliche bei ehrenamtlichen Tätigkeiten machen, auch der Ausbildungsund Berufswahl. Die Bereiche Sport (knapp 29 %), Katastrophenhilfe- und Rettungsdienste (27 %) sowie Umwelt- und Tierschutz (22 %) verzeichnen die höchsten Beteiligungsquoten bei Menschen unter 19 Jahren. Motive für das freiwillige Engagement liegen bei Jugendlichen vor allem darin, anderen zu helfen, etwas für das gesellschaftliche Wohl zu tun, Zeit mit FreundInnen zu verbringen und Spaß zu haben.

Je höher der Bildungsabschluss, desto größer Bereitschaft für freiwilliges Engagement Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Bereitschaft zu freiwilligem Engagement bei Jugendlichen stark vom Bildungsgrad abhängt. So haben laut einer BertelsmannStudie2 aus dem Jahr 2009 61% der engagierten Jugendlichen Matura oder besuchen ein Gymnasium. In manchen Bereichen, beispielsweise im politischen Engagement, ist die Zahl sogar noch höher (71%). Auch hinsichtlich des Geschlechts lassen sich Unterschiede feststellen. Für junge Männer sind vor allem Tätigkeiten bei der freiwilligen Feu-


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erwehr und Rettungsdienst attraktiv (79%). Weitere Bereiche: Sport und Bewegung (66%) sowie Politik oder berufliche Interessensvertretung (65%). Junge Frauen dagegen engagieren sich häufiger im kirchlichen Bereich (55% weibliche Engagierte) sowie im Sozialbereich (55%). Außerdem sind etwas mehr Mädchen als Jungen in den Bereichen Umwelt,- Natur- und Tierschutz engagiert. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind bisher in vielen Engagementbereichen unterrepräsentiert. Gesamtgesellschaftlich betrachtet, liegt ein großes Potential im freiwilligen Engagement von Jugendlichen. Dabei werden nicht nur soziale Fähigkeiten, Ideenreichtum und Kreativität gefördert, es wird Fachwissen

erlernt und erste Erfahrungen im Bereich Leadership gemacht. Dies sind wichtige Qualitäten, die prägend für den weiteren Lebenslauf sein können. In erster Linie geht es aber darum, mit Gleichgesinnten eine gute Zeit zu verbringen und das Gefühl zu haben, etwas Sinnstiftendes für das Gemeinwohl zu erbringen!

Was sollten Vereine dabei beachten? Nicht-engagierte Jugendliche gaben zu einem sehr hohen Prozentsatz (73%) an, sich nicht zu engagieren, weil sie schlichtweg nicht gefragt wurden. Daraus könnte geschlossen werden, dass in dieser Gruppe noch ein sehr hohes Potential auf weitere Engagierte schlummert. Vereine, die auf der Suche nach Nachwuchs sind, sind gut damit beraten, ak-

tiv auf ihre neue Zielgruppe zuzugehen und altersentsprechend zu kommunizieren.3 Die direkte Ansprache von Jugendlichen und insbesondere flexible und zeitlich begrenzte Engagementmöglichkeiten, beispielsweise im Rahmen von Projekten, spielen zunehmend eine größere Rolle. Viele Vereine zeigen bereits, wie neue Wege in der Vereinsarbeit gegangen werden können, siehe dazu auch: www.issuu.com/burofurzukunftsfragen Judith Lutz, MA und Mag. Michael Lederer

Sozialministerium (2013): Freiwilliges Engagement in Österreich. Bundesweite Bevölkerungsbefragung 2012. 2 Bertelsmann Stiftung (Hg): Jugend in der Zivilgesellschaft. Freiwilliges Engagement Jugendlicher von 1999 bis 2009 3 Quelle: Sozialministerium (2015): Bericht zur Lage und zu den Perspektiven des Freiwilligen Engagements in Österreich. 2.Freiwilligenbericht. 1


aha - Jugendinformation Vorarlberg

aha plus Anerkennung für engagierte Jugendliche

aha plus ist ein Anerkennungssystem für Jugendliche, die sich freiwillig engagieren. Zukünftig können 12- bis 24-jährige mit Wohnsitz in Vorarlberg, die sich über die normale Mitgliedschaft hinaus in einem Verein, einer Organisation, Initiative oder der Gemeinde einbringen, mit aha plus Punkte für ihr Engagement sammeln und diese gegen eine wertvolle Anerkennung einlösen. Freiwilligentätigkeit ist eine zentrale Säule für die hohe Lebensqualität im Land Vorarl­ berg. aha plus will freiwilliges Engagement

– besonders von jungen Menschen – noch attraktiver machen. Denn wer sich bereits in jungen Jahren engagiert, integriert sich in die Gemeinschaft, identifiziert sich mit der Region und gestaltet diese maßgeblich mit.

Wie ist aha plus entstanden? Im Januar 2015 wurde die Studie „Bürger­ schaftliches Engagement und Sozialkapital in Vorarlberg 2014“ 1 präsentiert. Sie weist u.a. darauf hin, dass sich die Anteile des privaten und über Institutionen organisier­ ten freiwilligen Engagements verschoben haben. So ist der Anteil von Personen, die

sich in einem organisierten Rahmen (z.B. in einem Verein) engagieren von 43,7% auf 32,4% gesunken, der Anteil an Personen, die sich privat engagieren jedoch von 9,8% auf 15,9% gestiegen. Diese Tendenz hat natür­ lich Auswirkungen auf das Vereinswesen. Weiters sehen die StudienautorInnen bei der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen das höchste Engagementpotential. Die Frage ist, wie dieses Potential aktiviert werden kann. Gleichzeitig prägen Erfahrungen, die als junger Mensch gemacht werden, fürs Leben. Wenn sich also Menschen bereits in jungen Jahren engagieren, werden sie dies auch


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mit hoher Wahrscheinlichkeit im Erwachse­ nenleben tun. Somit liegt es nahe, speziell junge Menschen für ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen.

Wie kann freiwilliges Engagement bei Jugendlichen funktionieren? Auf der Suche nach Beispielen, wie Freiwilli­ gentätigkeit bei Jugendlichen Anklang finden kann, fiel die Aufmerksamkeit auf das Pro­ jekt Bre!ak. Das Jugendsozialprojekt wurde bereits 2004 in Bregenz initiiert. Jugendli­ che können sich dabei in städtischen Insti­ tutionen wie Sozialzentren, Kindergärten, Büchereien etc. engagieren, dafür Punkte sammeln und diese gegen Gutscheine in der Stadt einlösen.

Jugendliche, die sich freiwillig engagieren, machen ihr Engagement sichtbar und er­ halten dafür Punkte – sogenannte points. Die gesammelten points können sie gegen unbezahlbare Erlebnisse (z.B. Training mit Sportprofis) oder sinnvolle Produkte (z.B. Veranstaltungstickets) eintauschen. Vereine, Organisationen, Gemeinden ma­ chen durch aha plus ihre wertvolle Jugend­ arbeit noch besser sichtbar und Freiwilligen­ tätigkeit bei Jugendlichen attraktiv. Indem sie ihre Tätigkeiten – sogenannte quests – auf aha plus online stellen, erreichen sie mehr und „neue“ Jugendliche. Und: Enga­ gierte Jugendliche hal­ ten Vereine und Orga­ nisationen lebendig!

sowie Jugendliche aus ganz Vorarlberg sind in dieses partizipativ angelegte Projekt in­ volviert. Besonderen Dank gilt dabei Bre!ak Bregenz, SC Graf Dornbirn Hatlerdorf, der Pfadfindergruppe Hard, Offenen Jugendar­ beit Lustenau und Harmoniemusik Bartho­ lomäberg, die als heterogenes Kernteam in zahlreichen Workshops wesentliche Merk­ male von aha plus erarbeitet und das Aner­ kennungssystem gestaltet haben.

Nachvollziehbare Entscheidungen sorgen für Akzeptanz Dem Projektteam unter der Federführung von Nicole Manser und Dietmar Übelher war es wichtig, nach­ vollziehbare Entschei­ dungen, die von mög­ lichst vielen getragen werden, zu erlangen und ein System zu entwickeln, das in der Praxis funktioniert und angenommen wird. So wurden im Projekt­ verlauf insgesamt 16 Treffen organisiert, bei denen gemeinsam mit Jugendlichen und Organisationen Funk­ tionalitäten, Design, Abläufe usw. diskutiert wurden. Flankiert wurden diese Treffen von Feedbackschleifen, um weitere Rückmel­ dungen zukünftiger NutzerInnen von aha plus einzuholen. Natürlich mussten auch manche Kompromisse geschlossen werden, die durch den partizipativen und transpa­ renten Projektansatz jedoch meist auf Ver­ ständnis gestoßen sind.

Wenn sich Menschen bereits in jungen Jahren engagieren, werden sie dies auch mit hoher Wahrscheinlichkeit im Erwachsenenleben tun.

Etwa zur gleichen Zeit erfuhr das aha-Team durch Kooperationen auf europäischer Ebe­ ne von einem Reward System in Schottland, das von Young Scot bereits erfolgreich be­ trieben und zur Gänze onlinebasiert ist. All diese Faktoren und Ideen mündeten in einen Auftrag des Büros für Zukunftsfragen in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich IVa Jugend & Familie beim Amt der Vorarl­ berger Landesregierung an das aha, ein onlinebasiertes Anerkennungssystem für Jugendliche in Vorarlberg zu entwickeln und zu etablieren.

SponsorInnen er­ öffnen Jugendlichen Chancen, indem sie so­ genannte rewards zur Verfügung stellen. Das kann ein Jobshadowing in einem Unternehmen sein, ein Treffen mit einer interessanten Per­ sönlichkeit oder ein sinnvolles Produkt wie z. B. Veranstaltungstickets. Dadurch steigern SponsorInnen ihre Bekanntheit und pflegen die Beziehung zu jungen Menschen.

Was bietet aha plus?

Beteiligung möglichst vieler AkteurInnen

Wie funktioniert nun dieses Anerkennungs­ system und welchen Nutzen hat es für Ju­ gendliche, Vereine, Organisationen, Ge­ meinden und SponsorInnen?

aha plus wird seit Jänner 2016 in einem in­ tensiven Beteiligungsprozess entwickelt und konzipiert. Fast 40 Organisationen – Vereine, Institutionen, Gemeinden, Unternehmen –


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Funktionalität aha plus ist als Desktop- und Mobile-Version sowie als App kostenlos verfügbar. Um das Online-Tool nützen zu können, muss man sich registrieren. Für Jugendliche ist die aha card (www.aha.or.at/card) die Eintrittskar­ te zu aha plus. Vereine und Organisationen registrieren sich unter www.aha.or.at/plus und haben danach die Möglichkeit, ihre eh­ renamtlichen Tätigkeiten einzupflegen und bequem zu verwalten. Um den NutzerInnen die Funktionen und Möglichkeiten von aha plus näher zu bringen, sind Workshops in allen Regionen Vorarlbergs geplant (siehe Factbox).

Ausbaustufe – Lebenslauf aha plus bietet neben der Basisversion, die bereits jetzt verwendbar ist, zahlreiche Möglichkeiten zur Erweiterung. Für 2018 ist der weitere Ausbau des Engagement-

Lebenslaufs geplant. Die Erfahrungen, die ein junger Mensch bei der Ausübung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit sammelt, werden in einer übersichtlichen Grafik dargestellt. Dieser Nachweis über Freiwilligenarbeit, In­ teressen und Kompetenzen kann beispiels­ weise Bewerbungen beigefügt werden.

Veranstaltungen Startveranstaltung, Landhaus Bregenz: 06.11.2017, ab 18 Uhr Montafon: 20.11.2017, ab 18.30 Uhr Dornbirn: 29.11.2017, ab 18.30 Uhr Lauterach: 04.12.2017, ab 18.30 Uhr

aha plus stellt sich vor! Infos, Anmeldung und weitere Termine: www.aha.or.at/plus

Der Startschuss von aha plus findet am 6. November 2017 im Landhaus Bregenz mit Landeshauptmann Markus Wallner statt. Da­ zu sind alle Projektbeteiligten und Interes­ sierten eingeladen. Gleichzeitig steht dann aha plus offiziell online zur Verfügung. Nach dem Startschuss tourt das aha plusTeam durch Vorarlberg und stellt das An­ erkennungssystem vor. Eine Auflistung der Tourdaten ist in der Factbox zu finden.

aha plus – Fakten - kostenlose Desktop-und Mobile-Version sowie App - für Jugendliche und Vereine, Organisa tionen, Gemeinden - Auftrag und Finanzierung: Büro für Zukunftsfragen (Amt der Vorarlberger Landesregierung), kofinanziert durch Erasmus+ - www.aha.or.at/plus

Barbara Österle Projektleiterin aha plus

Kontakt aha plus Mag.a (FH) Barbara Österle Poststraße 1, 6850 Dornbirn T: 05572/52212 E: barbara.oesterle@aha.or.at www.aha.or.at SC Graf Dornbirn Hatlerdorf ist eine der fünf Pilotorganisationen im partizipativ angelegten Entwicklungsprozess von aha plus.

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Die Studie steht zum Download zur Verfügung unter: htt­ ps://www.vorarlberg.at/pdf/studiesozialkapitalundbue.pdf


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Pfadfindergruppe Hard, Sandra Harrer „Seit meiner frühen Kindheit bin ich eine Pfadfinderin. Ich liebe die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen! Es ist schön zu sehen, wie sie groß werden! Die Pfadis sind eine Gemeinschaft, in der man Freundschaf­ ten schließt, die ewig halten.

Pfadfindergruppe Hard, Sandra Harrer

Mit aha plus können wir für unsere vielen Projekte HelferInnen suchen. Auch außer­ halb der Gruppe. Das finde ich super! Es ist aber auch eine Motivation für unsere Jung­ leiterInnen, ehrenamtlich zu arbeiten. Für mich persönlich ist das Besondere an aha plus, dass die Jugendlichen endlich auch eine Anerkennung bekommen. Sie arbeiten sehr viele Stunden ehrenamtlich. Ich finde, da sollten sie auch mal ein Lob nicht nur in Form von Worten bekommen.“


Culture Factory Y, Roman Zöhrer „Bei der Planung des Pilotprojektes von aha plus gab es einige Hürden und Stolpersteine, die aber durch intensive Kommunikation und konstruktive Problembewältigung aus dem Weg geräumt werden konnten. Der Prozess war lang, aber alles in allem sehr fruchtbar. Es war für uns eine tolle Erfahrung, ein so großes Projekt wie aha plus gemeinsam mit der Ver­ bandlichen Jugendarbeit mit zu entwickeln. Freiwillige Tätigkeit ist eine der Handlungs­ prinzipien in der Offenen Jugendarbeit und hat somit eine sehr große Bedeutung in

unserer täglichen Arbeit mit Jugendlichen. Wir können aha plus bei diversen Veranstal­ tungen einsetzen. Zum Beispiel bei Konzerten, Projekten und auch in den offenen Betrieben, sowie beim offenen Sportangebot. Das Besondere für mich ist, dass wir mit aha plus ehrenamtlich engagierte junge Menschen aus unseren Reihen aber auch von außerhalb unseres Wirkungskreises in unsere Aktivitäten einbinden können und durch dieses Anerkennungssystem attrak­ tive Anreize dafür schaffen.“

Culture Factory Y

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Harmoniemusik Bartholomäberg, Magdalena Maier „Die Musik und gemeinsam mit anderen zu musizieren, das ist eine der schönsten Sa­ chen, die man erleben kann. Für mich ist es wichtig, bei einem Verein dabei zu sein, denn man lernt in einem Verein nicht nur das Leben in einer Gemeinschaft kennen, son­ dern noch viele weitere Fähigkeiten, die im ganzen Leben immer wieder von Vorteil sind.

Harmoniemusik Bartholomäberg

Wir sehen bei aha plus eine Chance, nicht nur vereinseigene Jugendliche, sondern Jugendli­ che aus der ganzen Gemeinde zu freiwilligem Engagement motivieren zu können. Noch da­ zu ist das Anerkennungssystem eine Möglich­ keit ‚ganz fleißigen‘ Mitgliedern auch einmal ein kleines Dankeschön zu überreichen. Ehrlich gesagt war der Entwicklungsprozess von aha plus für mich mühselig und verwir­ rend. Ich bin aber gespannt, wie aha plus schlussendlich ist und wie wir es nützen können!“

Harmoniemusik Bartholomäberg, Matthias Vallaster „Musik ist mein Hobby und Ausgleich vom ‚Tagesgeschäft‘. Jedoch funktioniert jeder Verein nur, wenn Menschen Verantwortung und Herausforderungen übernehmen und zusammenarbeiten. Mit aha plus werden wir unseren Jugend­ lichen die Möglichkeit geben, Punkte zu sam­ meln. Weiters ist geplant, dass wir mit aha plus einzelne Tätigkeiten planen. Ich finde auch die Idee vom Engagement-Lebenslauf sehr gut.“


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Jugendservice Bregenz, Bre!Ak, Johannes Feurstein

Wenn Jugendliche in ihrer Freizeit eine sinn­ volle Beschäftigung haben, stärkt das ihren Selbstwert und bietet ihnen eine Hilfe zur späteren beruflichen Orientierung. Durch die soziale Tätigkeit bauen die Jugendlichen neue Kontakte auf und bekommen bei re­ gelmäßiger Mithilfe Fixpunkte in ihrem Leben. Das gibt dem Projekt aha plus auch Präventionscharakter. Darüber hinaus ler­ nen junge Menschen soziale Einrichtungen und gemeinnützige Tätigkeiten der Stadt Bregenz kennen. Der Bezug zur Stadt Bre­ genz und die Verbundenheit mit ihr werden gestärkt.

Wir konnten in den letzten Jahren bei Pro­ jekten und Veranstaltungen auf die tatkräftige Unterstützung von Jugendlichen zählen. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit mit engagier­ ten Jugendlichen möchte die Stadt Bregenz mittels aha plus auch zukünftig fortführen. Geplant ist beispielsweise die stärkere Einbin­ dung der Stadtteilbüros. Das Jugendservice der Stadt Bregenz wird das Anerkennungssy­ stem für die Organisation und Durchführung von Projekten und Veranstaltungen nutzen. Besonders spannend bei diesem Projekt ist die Einbindung verschiedener Institutionen und Vereine in den Entwicklungsprozess. Den Anforderungen und Bedürfnissen aller Institu­ tionen und Einrichtungen gerecht zu werden, war mit Sicherheit die größte Herausforde­ rung bei der Installierung von aha plus.“

Bre!Ak Bregenz

„Die vorarlbergweite Implementierung von aha plus ist für die Stadt Bregenz die Be­ stätigung und Wertschätzung des Konzeptes vom Projekt Bre!Ak.


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Interviews

Frage: Warum engagierst du dich freiwillig (wann, wie, wo) und wenn nein, warum nicht, was würde dich motivieren?

Michael Summer, 19 Jahre, Weiler Derzeit leiste ich meinen Zivildienst beim Roten Kreuz und habe daher leider nur we­ nig Zeit für sonstige ehrenamtliche Aktivi­ täten. Ich könnte mir aber gut vorstellen, nach dem Zivildienst ehrenamtlich als Ret­ tungssanitäter weiterzumachen.

Sarah Fessler, 19 Jahre, Dornbirn

Jakob Himmer, 21 Jahre, Schwarzach

Warum engagiere ich mich freiwillig? Obwohl es eine sehr einfache Frage ist, brauchte ich wirklich lange, zu überlegen. Es gibt viele tolle Gründe. Ich zum Beispiel wirke beim aha und bei der Offenen Jugend­ arbeit Dornbirn mit. Mir gefällt es, neue Menschen kennenzulernen, zu helfen und tolle Erfahrungen zu sammeln. Auch ins Aus­ land bin ich wegen meiner Beteiligung in der Offenen Jugendarbeit gekommen und habe unvergessliche Erfahrungen gesammelt. Ich bin wirklich froh über die vielen tollen Momente, die ich durch das aha und die OJAD erlebt habe und würde sie für nichts und niemanden tauschen.

Ich denke, dass es in einer funktionierenden Gesellschaft elementar wichtig ist, sich für das Wohl aller einzusetzen und einen Bei­ trag zu leisten. Aus diesem Grund bin ich Rettungssanitäter beim Roten Kreuz.

Marc Ganahl, 19 Jahre, Bildstein Aktuell engagiere ich mich nicht freiwillig, da ich aufgrund meiner zwei Studien nicht viel Zeit habe. Ich engagiere mich freiwillig, wenn ich der Auffassung bin, dass ich einen sinnvollen Beitrag zu einer Sache leisten kann, hinter der ich auch mit meinen Werten und möglicherweise sogar Interessen stehe.


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Janik Fuchsberger, 18 Jahre, Lorüns

Daniel Bayer, 18 Jahre, Au

Madeline Maul, 17 Jahre, Lustenau

Seit einiger Zeit engagiere ich mich freiwil­ lig beim „aha-Jugendinformationszentrum“ als Info-Peer, wo ich als direkte Anlaufstelle der SchülerInnen meiner Schule bezüglich Informationen zum Jugendservice fungiere und ein Info-Board an der Schule betreue. Ebenso helfe ich ab und zu beim Repara­ turcafé im „carla Möslepark Altach“ mit, bei welchem unter fachkundiger Anleitung Elektroaltgeräte selbst repariert werden können. Das soziale Engagement habe ich durch mei­ nen Vater in die Wiege gelegt bekommen. Er selbst übt einen sozialen Beruf aus und wirkt dadurch als direktes Vorbild auf mich. Diese Tätigkeiten bereiten mir auch ungeheuren Spaß, da die Dankbarkeit derer, denen ge­ holfen wird, der größte Lohn ist, den man für seine Arbeit bekommen kann. Ebenso bereitet mir die Teamarbeit in den freiwilli­ gen Organisationen eine große Freude und bietet immer wieder Gelegenheit, neue Kon­ takte zu knüpfen. Ich hoffe, dieses Interes­ se auch in meinem späteren Berufsleben in irgendeiner Form verwirklichen zu können.

Ich habe es mir in meiner Freizeit zur Auf­ gabe gemacht, die SchülerInnen Vorarlberg und bundesweit alle BMHS-Schulen zu ver­ treten. In meiner Aufgabe als Landesschul­ sprecher und als Stv. Bundesschulsprecher verschaffe ich der gesamten Schülerschaft ein Gehör und setze mich für ein fortschritt­ licheres und kompetenzreicheres Schul­ system ein.

Mein Name ist Madeline Maul und ich enga­ giere mich freiwillig im aha in Dornbirn. Ich bin Teil des Info-Teams und übermittle so spannende Nachrichten an die SchülerInnen meiner Schule. Ich stehe auch für diese be­ reit, um ihnen Fragen zu beantworten. An­ sonsten engagiere ich mich noch nicht frei­ willig, jedoch möchte ich nach der Matura ein soziales Jahr im Ausland machen. Ich möchte mich für andere Menschen, denen es nicht so gut geht, einsetzen und ihnen helfen. Ich möchte denen helfen, die nie die Chance ha­ ben werden, in die Schule gehen zu können, geschweige denn, einen guten Job zu finden. Viele sagen, wenn nur sie etwas verändern, ändert das nichts an der Welt, aber ich fin­ de genau das ist der Fehler. JedeR Einzelne kann seinen/ ihren Beitrag dazu leisten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wir müssen es nur wagen, den ersten Schritt zu machen. Wenn wir ihn nicht machen, macht ihn keiner. Die Interviews wurden geführt von Pius Himmer, 19 Jahre.


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Bettina Graf, 20 Jahre, Bürs Kurz zu mir, ich bin 20 Jahre alt und bei der Bergrettung und beim Roten Kreuz als frei­ willige Mitarbeiterin in Bludenz tätig. Nicht immer wird verstanden, weshalb ich mich sozial engagiere – man könnte ja seine Freizeit für sich selbst nutzen, anstatt nach einem harten Arbeitstag noch 11 Stunden in der Nacht im Dienste des Roten Kreuzes oder an einem Feiertag als Pistenretter unentgeltlich zu arbeiten. Es gibt viele ver­ schiedene Gründe, weshalb man sich sozial einbringen sollte und deshalb erläutere ich meine. Einer der vielen Gründe, warum ich mich sozial engagiere ist, etwas Sinnvolles zu bewirken. Ich hab mich nach einer Aufgabe gesehnt, da ich es leid war, die Abende mit Fernsehen oder faulenzen zu verbringen. Allein schon im Rettungsdienst hat man das Gefühl, dass man etwas bewegen kann. Bei

einem Fahrradunfall z.B. kann man dem Patienten/der Patientin schon durch die richtige Lagerung einen Teil der Schmerzen nehmen. Allein durch eine kleine Maßnahme können wir schon viel bewirken und bekom­ men zum Teil auch etwas zurück – z.B. durch ein kleines Lächeln oder einen Dank – was einen selbst freut und bestätigt. Ebenso arbeitet man mit Leuten zusammen, deren Motivation und Überzeugung die glei­ chen sind. Es ist wirklich schön zu sehen, wie einen die Einsätze verbinden und dadurch auch echte Freundschaften entstehen. Dann ist der Aufwand, der während dem Dienst entsteht, den Einsatz wert. Arbeit ist nicht immer gleich Arbeit. Man macht genau das, was man gerne tut – anderen zu helfen, ge­ meinsam etwas zu schaffen, gemeinsam Zeit zu verbringen – genau das lässt die Menschen näherkommen und baut Freundschaften auf.


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So macht man sich junge FreundInnen im Verein! Neue Wege in der Vereinsarbeit – ein Unterstützungsangebot für die Verbandliche und Offene Jugendarbeit. Viele Angebote der Jugendarbeit organisieren sich über die Rechtsform eines Vereines. Oftmals plagen diese jedoch Sorgen: schwer zu besetzende Vorstandsfunktionen und immer weniger junge Menschen, die bei den Vereinsaktivitäten mitmachen wollen. Das Büro für Zukunftsfragen bietet hier Unterstützung. Alexandra Abbrederis-Simpson und Martina Eisendle begleiten dieses Angebot.

unter Jugendlichen als „Kinder der Wachstumsgesellschaft“ ist eine hohe Nutzen- und Output-Orientierung. Diese schafft eher Akzente in Richtung extrinsischer Motivation: die Jugendlichen überlegen sich genau, wo sie sich engagieren, es muss „etwas bringen“, zum Beispiel eine Erfahrung, die später am Arbeitsmarkt verwertbar ist.

Warum engagieren sich immer weniger Jugendliche in Vereinen?

Es hilft, im Fokus zu haben: „Wie können wir die Jugendlichen sowohl in die Entscheidung, also auch in die Umsetzung stärker miteinbeziehen?“ Das heißt aber auch, dass dies von den Vorständen auch gewollt ist und diese zur Veränderung bereit sind. Die Jugendlichen brauchen Erwachsene, die sie anleiten und unterstützen, damit ihre Kreativität zur Geltung kommt. Der sachliche Veränderungsspielraum muss sichtbar werden. Das Gefälle von Macht und Wissen zwischen Jugendlichen und Erwachsenen darf nicht manipulativ missbraucht werden. Bevormundung schafft Mutlosigkeit, Initiativ­losigkeit oder Trotz. Jugendliche haben ein anderes Verhältnis zum Thema „Zeit“ – sie wollen innerhalb kurzer Zeit Er-

Einerseits gibt es viel weniger Jugendliche, die demografische Entwicklung wirkt hier stark hinein. Und es haben sich die Motivationslagen von jungen Menschen verändert. Früher waren Menschen grundsätzlich stärker intrinsisch motiviert: in der Reinform heißt dies, dass die „Sache“ als wichtig eingestuft wird und deshalb viel Engagement aufgebracht wird. Das „mitgestalten und mitentwickeln“ motiviert, es gibt eine hohe Identifikation mit dem Inhalt. Auch heute gibt es viele Jugendliche, die eine hohe intrinsische Motivation haben, diese sind, laut Institut für Jugendkulturforschung 1 eher bildungsnah und weiblich. Jedoch: eine generelle Tendenz

Die Grundhaltung der VerantwortungsträgerInnen ist entscheidend!

gebnisse sehen. Je jünger, desto kürzer der Abstand von der Planung zur Umsetzung. Es darf nie schon im Voraus das Ergebnis festgelegt werden.

Zehn Aussagen, um Jugendliche, die sich freiwillig engagieren wollen, loszuwerden 1. Was willst du denn hier? Eine offene und wertschätzende Organisationskultur ist eine Grundvoraussetzung für die Nachwuchsarbeit. Gerade in gewachsenen Strukturen haben es Neulinge vielleicht schwerer, Fuß zu fassen. Insbesondere junge Menschen brauchen einen Menschen vor Ort, der ihnen Beziehung bietet. Zudem müssen sich die Vorstände klar machen, dass jedeR Neue wertvolle Impulse für die Arbeit im Verein einbringen kann und ihn/ sie entsprechend willkommen heißen. 2. Bist du denn auch Mitglied? Jugendliche wollen sich punktuell engagieren und nicht ein Leben lang binden. Die Bindung an einen Verein bzw. einen Verband ist für viele Jugendliche mit einer Hemmschwelle verbunden. Auch ein Mitgliedsbeitrag kann das Engagement erschweren.


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Deshalb sollte erstes Engagement nicht direkt mit der Forderung nach einer langfristigen Verpflichtung verbunden sein, es sei denn, dies wird gewünscht. Dafür müssen Möglichkeiten geschaffen werden, die Engagierten helfen, die Organisation kennenlernen zu können, bevor sie sich für eine Mitgliedschaft entscheiden. 3. Eigentlich sind alle Aufgaben schon vergeben! Wenn Jugendliche schon den ersten Schritt gemacht haben, dann sind sie voller Einsatzbereitschaft, die sie sogleich in die Tat umsetzen wollen. EinE AnsprechpartnerIn vor Ort sollte wissen, welche Aufgaben bestehen und welche von Engagierten übernommen werden können. 4. Wenn, dann aber richtig! Insbesondere junge Menschen möchten sich zeitlich flexibel in der Vereinsarbeit engagieren. Dies erfordert zugleich mehr Flexibilität vom Verein und den AkteurInnen vor Ort. Man muss zulassen können, dass sich einige nur zeitlich befristet oder in bestimmten Projekten engagieren können oder wollen, nicht aber jederzeit abrufbar zur Verfügung stehen für Aufgaben, für die sich sonst keineR findet.

deutet nicht „besser“. Vereine können sich nur dann weiterentwickeln und bleiben nah an den Bedürfnissen und Wünschen ihrer Mitglieder, wenn jedeR dazu bereit ist, seine/ ihre eigene Arbeit in Frage zu stellen und immer wieder einmal zu überprüfen. 7. Da muss man sich erst hocharbeiten! Flache Hierarchien sind notwendig für neue Engagementformen. So kann man Jugendlichen eigene Gestaltungsmöglichkeiten geben. Engagierte wollen nicht als Lehrlinge oder Lückenbüßer für unliebsame Aufgaben zuständig sein. Es ist ihnen wichtig, aktiv die Arbeit mitzugestalten. Der Erfahrungsaustausch und die Wissensvermittlung müssen dabei im Vordergrund stehen. 8. Dafür sind wir nicht zuständig! Freiwillige brauchen Unterstützung und Bestätigung, damit sie ihre Arbeit weiter verfolgen können. Wenn sie keineN AnsprechpartnerIn haben und über die Vereinsstrukturen nicht genügend informiert werden, dann wenden sie sich mit ihren Anliegen auch an Personen innerhalb des Vereines, die nicht direkt in deren Aufgabenbereich fallen. Diese Anfragen dürfen nicht abgeblockt werden. Schwerpunkt des Freiwilligenmanagements ist es, die Anliegen der Jugendlichen zu eigenen Anliegen zu machen.

Positionen zwar deutlich zu machen, aber auch in einen offenen Diskurs mit den Jugendlichen zu treten. Die Pluralität der Meinungen ist genau das, was Vereine zu lebendigen Organisationen werden lässt. Freiwilligenarbeit braucht hin und wieder auch professionelle Unterstützung: Auch für die Jugendarbeit gilt: Holt euch externe Begleitung! Das Programm der vorarlberg akademie2 bietet Unterstützung, etwa in den Workshops „Strategieentwicklung im Verein“ das Angebot „Leadership im Verein“ und „Mitglieder gewinnen und neue Zielgruppen ansprechen“ sowie in der regelmäßig stattfindenden „Projektschmiede“. Zielgruppenspezifische, altersgerechte und vielseitige Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, etwa zum Umgang mit Social Media bietet „Facebook für Vereine“. Auch für einen längeren Prozess kann über das Büro für Zukunftsfragen ein Zuschuss für die professionelle Begleitung erstattet werden. Martina Eisendle Organisationsentwicklerin, www.dieeisendle.com

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Beate Großegger, Institut für Jugendkultur Wien http://www.vorarlberg.at/vorarlberg/umwelt_zukunft/zukunft/buerofuerzukunftsfragen/weitereinformationen/ buergerschaftlichesengage/projektebuergerschaftlich/ aus-undweiterbildung/vorarlbergakademie_dasakt.htm

5. Du musst dich mehr an der Vereinsarbeit beteiligen! Die Arbeit im Verein geht oft mit festgefügten Ritualen einher, wie etwa regelmäßigen Gremiensitzungen. Jugendliche haben wenig Interesse an Sitzungen, für sie steht die Arbeit an Sachthemen im Vordergrund. Die Teilnahme an der Gremienarbeit sollte nicht obligatorisch sein. Das Engagement selbst sollte Wertschätzung erfahren und Freiwillige bei Interesse Schritt für Schritt an den Verein mit seinen Strukturen, Routinen und Ritualen herangeführt werden.

9. Die Unkosten können aber nicht erstattet werden! Engagierte stellen Vereinen ihre Einsatzkraft unentgeltlich zur Verfügung. Zugunsten der ehrenamtlichen Tätigkeit verzichten sie auf Freizeitaktivitäten oder auf Zeit mit Peer Group oder Familie. Wenn sie – neben ihrem Mitgliedsbeitrag – auch noch einen finanziellen Beitrag leisten müssen, um ihre freiwillige Arbeit durchzuführen, fühlen sie sich schnell ausgenutzt. Deshalb ist es wichtig, dass ihre Auslagen erstattet werden.

Termine!

6. Das haben wir schon immer so gemacht! Junge Mitglieder und neue Engagierte bringen auch neue Ideen. Dieser frische Blick auf den Verein sollte als Bereicherung und nicht als Bedrohung empfunden werden. Dies fällt manchmal schwer. Doch: „schon immer“ be-

10. Das entspricht nicht der Vereinslinie! Gerade Jugendliche, die über Sachthemen zum Verein gefunden haben, können dem in der Organisation vorherrschenden Konsens über andere Punkte kritisch gegenüber stehen. Umso wichtiger ist es, die eigenen

Newsletter, Facebook & Co im Einsatz für die Vereinsarbeit: 29.11.17, 18.30 - 21.30 Uhr

Programm der vorarlberg akademie: www.vorarlberg.at/zukunft Mitglieder gewinnen und neue Zielgruppen ansprechen: 08.11.17, 18.30 – 21.30 Uhr Leadership im Verein - Zusammenarbeit auf Augenhöhe: 11.11.17, 9.00 – 12.30 Uhr Facebook für Vereine: 24.11.17, 18.30 – 22.00 Uhr

Termine der Projektschmiede: www.aoh-vorarlberg.at


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Infos Jugendliches Engagement und Kreativität gewinnt! Junge Menschen zwischen 13 und 24 Jahren aus Vorarlberg trafen sich beim regionalen Präsentationsabend zum 23. Jugendprojektwettbewerb am 14. Oktober 2017 im ORF Dornbirn. Sie nutzten die Gelegenheit, ihre Projekte dem Publikum zu präsentieren, Ideen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln.

Die GewinnerInnen erhielten ein Preisgeld von insgesamt € 4.500,– und sind zum interregionalen Bewerb zwischen Vorarlberg, Liechtenstein und St. Gallen eingeladen. Für Kurzentschlossene: der interregionale Wettbewerb findet am Samstag, 11. November im Spielboden in Dornbirn statt. Alle Infos unter www.vorarlberg.at/jugend

Mach mit beim 66. LandesJugendrede­ wettbewerb! Wer seine Gedanken klar und präzise formulieren kann, der hat’s oft leichter. Beim Redewettbewerb kannst du öffentlich zu wichtigen nationalen und internationalen Gesellschafts- und Jugendfragen Stellung nehmen. Und dabei auch noch gewinnen! Anmeldeschluss ist der Freitag, 9. März 2018, der Bewerb findet Ende März/Anfang April statt. Alle Infos unter www.vorarlberg.at/jugend


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Weiterbildungen Veranstaltungen im Herbst 2017

FuckUp Night Jugend­ beteiligung aha plus startet los! Event am 6. November 2017 aha plus ist ein neues Anerkennungssystem für Jugendliche, die sich freiwillig engagieren. Seit 2016 wird aha plus in einem partizipativen Prozess mit rund 40 Organisationen und Vereinen, mit Jugendlichen und ExpertInnen gestaltet und entwickelt. Ab November 2017 ist aha plus unter www. ahaplus.at für alle in Vorarlberg verfügbar. Dieses Ereignis wird mit einer Startveranstaltung am 6. November 2017 im Landhaus Bregenz gefeiert, zu der Landeshauptmann Mag. Markus Wallner und das Projektteam alle Interessierten herzlich einlädt! aha plus – Startveranstaltung Montag, 6. November 2017, Einlass: 18 Uhr, Start: 18.30 Uhr Ort: Landhaus Bregenz Anmeldung: veranstaltung@vorarlberg.at

Partizipation ist wertvoll, stärkt die Selbstwirksamkeit und ist ein grundlegendes Arbeitsprinzip der Offenen Jugendarbeit. Prinzipien sind so eine Sache und im Alltag oft schwierig zu leben. Wie gelingt es, junge Menschen zu beteiligen? Dazu braucht es immer wieder Inspiration, Know-how, Frustrationstoleranz und Austausch. Auch das Scheitern will gelernt sein. Bei der FuckUp Night erzählen Menschen Geschichten von Partizipationserlebnissen, bei denen nicht alles wie am Schnürchen gelaufen ist. Sie erzählen auch, was sie daraus gelernt haben, tauschen sich darüber aus, schärfen ihren Blick und schöpfen neuen Mut. Jetzt erst recht! Gemeinsam wollen wir einen Impuls für eine lebendige Beteiligungskultur in der Jugendarbeit setzen und das Scheitern salonfähig machen. Dienstag, 14. November 2017 ab 18.30 Uhr Ort: Offene Jugendarbeit Dornbirn, Schlachthausstr. 11 Speakers: Tina Rittmann, Julia Krepl und Sebastian Mischitz Anmeldung: ampuls@koje.at Anmeldeschluss: 6. November 2017

Das liebe Geld Finanzierungsmöglichkeiten für (Jugend)Projekte Kompakte Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten für Projekte von und mit Jugendlichen. Vom lokalen Fördertopf bis zum EU-Programm, von der Unterstützung für kleine Initiativen bis zur Kofinanzierung für grenzüberschreitende Kooperationsprojekte im Jugendbereich werden anhand von konkreten Beispielen Finanzierungsmöglichkeiten vorgestellt. Wenn ihr schon eine Projektidee mitbringt, unterstützen wir beim Entwickeln und Konkretisieren. Donnerstag, 16. November 2017, 18.30 – 21 Uhr Ort: Rathaus Feldkirch, Schmiedgasse 1, 4. Obergeschoss Referentinnen: Veronika Drexel, aha Vorarl­berg und Virginie MeusburgerCavassino, aha Liechtenstein Anmeldung: ampuls@koje.at, T:05574/45838 oder veronika.drexel@aha.or.at, T: 05572/52212 Anmeldeschluss: 13. November 2017


DVR 0662321

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Sollten Sie keine Zusendung des Jugend-Fachmagazins Diskurs wünschen, melden Sie sich bitte unter abo@jugend-diskurs.at oder im aha unter 05572/52212.

Der nächste Diskurs erscheint im Frühjahr 2018.

Kostenloses Diskurs-Abo bestellen: abo@jugend-diskurs.at Aktuelle und weitere Infos im Netz: www.jugend-diskurs.at

Ausgabe 27, November 2017 www.jugend-diskurs.at


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