Diskurs 16 - Geld

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Themenschwerpunkt „money, money“


Autorinnen / Autoren Dr.in Michaela Moser engagiert in der Armutskonferenz und im European Anti Poverty Network Seite 04 − 07

Mag.a Claudia Mäser Öffentlichkeitsarbeit OJAD Seite 16 − 17

DSA Peter Kopf IfS-Schuldenberatung Vorarlberg Seite 08 − 09

Birgit Pleikner, LLB.oec. Referentin Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Vorarlberg Seite 18 − 19

Impressum Medieninhaber, Herausgeber: koje - Koordinationsbüro für Offene Jugendarbeit und Entwicklung, Bregenz und aha - Tipps & Infos für junge Leute, Dornbirn | Redaktionsleitung: Regina Sams | Redaktionsteam: Thomas Müller, Michael Rauch, Monika Paterno, Johannes Grabuschnigg, Raphaela Dünser - redaktion@jugend-diskurs.at | Lektorat: Daniela Egger | Gestaltung & Illustrationen: chilidesign.at | Druck: VVA GmbH, Dornbirn | Finanzierung: Land Vorarlberg - Jugend Diskurs kostenlos bestellen: abo@jugend-diskurs.at

Im Diskurs haben Menschen als AutorInnen Gelegenheit, ihre Interpretationen von Zahlen und Fakten sowie persönliche Meinungen und Haltungen als redaktionellen Beitrag darzustellen. Hinweis: Allgemeine männliche Bezeichnungen im Diskurs inkludieren die weibliche Form.


Die ersten Worte “Ich wär‘ so gerne Millionär” (Die Prinzen)

Hast du was,dann bist du wer!? Hintergründe zu und Wege aus der Jugendarmut

Fit fürs Geld?

04-07

08-09

Inhalt jung sein ...

Interviews mit jungen Menschen

10-13

Zum Rausnehmen: Methodenkarussell im Finanzdschungel

Check’ die Kohle!

14-15

Der Start ins eigene Geld

16-17

Achtung Schuldenfalle!

18-19

Ich brauch Kohle Aus der Jugendarbeit

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„Auch wenn euch das nicht so gefällt. Das wichtigste auf dieser Welt ist nun mal Geld.“ (Ärzte) Oder ein Klassiker dazu: „Money, money, money Must be funny In the rich man‘s world” (ABBA) Zahlreiche Liedertexte beschäftigen sich mit dem Thema Geld. Doch was tun, wenn man nicht Millionär ist, kein üppiges Taschengeld bekommt? • Können Jugendliche überhaupt mit Geld umgehen bzw. wie können sie im Umgang mit Geld unterstützt werden? • Ist „Schaffa, schaffa Hüsle baua“ – auch für Jugendliche ein wichtiges Motto? • Was tun, wenn der Überzugsrahmen des Kontos nur noch rot aufblinkt? Diese und noch mehr Fragen werden uns durch diesen Diskurs begleiten. Viel Spaß beim Schmökern und überrascht sein!

21-23 Mag.a Regina Sams, für das Redaktionsteam

Alle bisherigen Diskurs-Ausgaben und Abo kostenlos bestellen unter www.jugend-diskurs.at


Hast du was,

dann bist du

wer!?

HintergrĂźnde zu und Wege aus der Jugendarmut


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Quelle: EU-SILC, Statistik Austria 2011. Als einkommensarm gilt wer weniger als 60% des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, das sind derzeit 1.013 Haushalt für einen Einpersonenhaushalt. Für Mehrpersonenhaushalte erhöht sich der Betrag um 516 Euro pro Erwachsenen bzw. um 309 Euro pro Kind/Jugendlichen. Weitere Informationen, Daten und Fakten unter: www.armutskonferenz.at 2 Vgl u.a. die aktuelle Studie von Johann Bacher und Dennis Tamesberger: Junge Menschen ohne (Berufs-)Ausbildung. Ausmaß und Problemskizze anhand unterschiedlicher Sozialindikatoren. WISO, 2011 (4), 95-112. Zum Download auf www.armutskonferenz.at verfügbar.

Mehr als eine Million Menschen in Österreich sind laut offizieller Statistik von Einkommensarmut betroffen, jede/r vierte davon ist ein Kind oder abhängiger Jugendlicher unter 27 Jahren. Somit leben 238.000 Kinder und Jugendliche unter der Armutsgrenze, 142.000 – also mehr als die Hälfte davon – sind akut von Armut und damit von schwerwiegenden Benachteiligungen in zentralen Lebensbereichen betroffen.1 Das bedeutet, dass beispielsweise die Wohnung, in der sie leben, nicht angemessen geheizt oder abgetragene Kleidung nicht ersetzt werden kann. Während Kinderarmut in den letzten Jahren als Thema zunehmend Raum und Aufmerksamkeit in Politik und Medien bekommen hat, werden Armuts- und Ausgrenzungserfahrungen von Jugendlichen vor allem unter dem Aspekt der Jugendarbeitslosigkeit diskutiert. An detaillierten Studien zu Armut im Jugendalter mangelt es genauso wie an differenzierten politischen Maßnahmen, die mehr als den Zugang zu Erwerbsarbeit in den Blick nehmen.

Matthias Riens

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Armut ist Mangel an Verwirklichungschancen Dabei muss Armut auch und vor allem als Mangel an Verwirklichungschancen verstanden werden. Wer in einem von Armut betroffenen Haushalt aufwächst, hat weniger Ressourcen und damit meist weniger Möglichkeiten, sich dem eigenen Potential gemäß zu entfalten, sie oder er hat u. a. geringere Bildungschancen, schlechteren Zugang zu guter Ernährung und Gesundheitsversorgung, erfährt meist sehr früh Ausgrenzung und Stigmatisierung, hat wenig/er Gelegenheiten den eigenen Lebensraum mitzugestalten und eigene Zukunftsvorstellungen zu verwirklichen. Zusätzliche Barrieren werden nicht zuletzt im derzeitigen österreichischen

Schulsystem aufgestellt. Wie zahlreiche Studien belegen2, ist der Einfluss sozialer Herkunft groß und wiegt hinsichtlich des schulischen „Erfolgs“ mehr als Fähigkeiten und Begabung.

Haben und Sein Auch wenn es also um mehr als um rein materielle Ressourcen geht, gilt – nicht nur für Jugendliche – in heutigen Konsumgesellschaften dennoch über weite Strecken der Grundsatz: „Hast du was, dann bist du wer“. Die für ein gutes Leben maßgebliche Frage was ich „tun und sein kann“, wird stark davon bestimmt, was ich „habe“. Ob und wie viel Anerkennung ich bekomme, welchen Einfluss ich auf Entscheidungen, die mich und meine Lebenswelt betreffen,


Vgl. dazu: Richard Wilkinson, Kate Pickett, „Gleichheit ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind“, aus dem Englischen übersetzt von Egdar Peinelt und Klaus Binder, Tolkemitt Verlag bei Zweitausend, 2010. 3

habe, hängt maßgeblich vom eigenen sozialen Status ab. Letzter wiederum wird entscheidend von der eigenen bzw. familiären Einkommens- und Vermögenssituation beeinflusst.

Ungleichheit schadet fast allen Dabei gilt: Je ungleicher in einer Gesellschaft Einkommen und Vermögen verteilt sind und je größer also die Kluft zwischen arm und reich, desto mehr bestimmt das Haben das Sein und desto stärker wachsen Status- und mit ihm Konsumdruck, Versagensängste und in der Folge psychische und physische Krankheiten, Unsicherheit, Drogenmissbrauch, Kriminalität und damit Probleme, die die gesamte Gesellschaft belasten.3 Wer Jugendarmut nachhaltig bekämpfen will, muss deshalb also auch für die gerechtere Verteilung von Ressourcen eintreten. Derzeit besitzen die reichsten zehn Prozent der Österreicher/innen mehr als die Hälfte des gesamten privaten Geld- und Immobilienvermögens, das oberste Promille – also einer von Tausend – besitzt genau so viel wie

die ganze untere Hälfte – also die „ärmeren“ 50 Prozent der Bevölkerung.

Ausgrenzung, Ohnmacht, Riots Wohin die wachsende Ungleichheit, steigender Konsumdruck und zunehmende Ohnmachtserfahrungen Jugendlicher führen können, haben zuletzt u.a. die Londoner Riots im letzten Sommer gezeigt. In einem Beitrag für eine britische Tageszeitung hat Camila Batmanghelidjh von der NGO Kids-Company die wiederholten Angriffe auf die Würde von Jugendlichen in den betroffenen Gegenden und deren Gefühl, schon lange nichts mehr zu verlieren zu haben, eindrücklich beschrieben. Den Ju-

gendlichen in Tottenham und Co fehlten nicht nur die Perspektiven, erklärt sie, nach der Schließung von Jugendzentren fehlten auch die letzten eigenen Räume und damit die Möglichkeit gemeinsame Aktivitäten und Projekte zu entwickeln, Respekt, Anerkennung und Zugehörigkeit zu erfahren. In einem anderen Artikel berichtete zur gleichen Zeit eine Lehrerin aus Tottenham, dass die Hälfte ihrer Klasse erstmals im Rahmen einer Exkursion mit ihr am Trafalgar Square und damit im Stadtzentrum von London war. Leute wie Camila und die nicht namentlich genannte Lehrerin kämpfen für ein Ende der Getthoisierung, NGOs wie die Kids-Company suchen nach Wegen, die


Mariesol Fumy

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Teilhabe jener zu stärken, die aktuell die geringsten Einflussmöglichkeiten haben und arbeiten gemeinsam mit den betroffenen Jugendlichen an der Entwicklung neuer, tragfähiger Communities als auch an Lösungsstrategien für wirtschaftliche, soziale, politischen und persönliche Fragen.

Einkommen, Arbeit, Infrastruktur, Partizipation Welche Mittel und Maßnahmen es braucht, um Armut und Ausgrenzung – auch die von Jugendlichen – zu bekämpfen ist hinreichend und schon lange bekannt. Es braucht existenzsichernde Einkommen, sinnvolle und ausreichend be-

zahlte Erwerbsarbeit, gute soziale Infrastruktur - dazu gehören konkret gute Bildungsmöglichkeiten, gute Gesundheitsversorgung, Möglichkeiten der Mobilität, aber auch Jugendzentren, Beratungsstellen usw. – und es braucht echte Partizipation, also die Einbeziehung von Jugendlichen in die Suche nach Lösungen und Perspektiven. Auf all diesen Gebieten gibt es in Österreich noch sehr viel zu tun. Die jüngst eingeführte bedarfsorientierte Mindestsicherung, die sich ohnehin unter vielen Gesichtspunkten als kritikwürdig und unzureichend erweist, muss auch im Hinblick auf den Zugang Jugendlicher und junger Erwachsener analysiert und deutlich verbessert werden. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen dürfen nicht auf die Vermittelbarkeit in (irgend-) einen Job fokussieren, sondern müssen auch die Lust am und das Recht auf sinnvolles Tätigsein berücksichtigen. Investitionen in Jugendzentren und andere Formen offener Jugendarbeit müssen erhöht anstatt gekürzt, Projekte, die ein Mehr an gesellschaftlicher Mitgestaltung Jugendlicher unterstützen, speziell gefördert werden. Wer Statusdruck, Kriminalität, physische und psychische Krankheiten verringern und den Sinn für Gemeinwohl stärken möchte, muss wirksame Maßnahmen zur Reduzierung sozio-ökonomischer Ungleichheit treffen, z.B. durch die Einführung von Vermögenssteuern auf der

einen und sanktionslosen und qualitätsvollen Sozialleistungen auf der anderen Seite. Gleichzeitig muss durch die Förderung partizipativer Prozesse, Demokratie weiter entwickelt und die Beteiligung aller an einem grundlegenden gesellschaftlichen Umbau ermöglicht werden. Dr.in Michaela Moser

Stopp! Jetzt reden wir! Unter dem Titel „Stopp! Jetzt reden wir“ findet derzeit in der Steiermark ein von InterACT, der Werkstatt von Theater und Soziokultur, gemeinsam mit der Armutskonferenz konzipiertes Forumtheaterprojekt statt, das junge Frauen und Männer mit Armuts- und Ausgrenzungserfahrungen zur Artikulation ihrer Interessen und Erfahrungen ermutigen will. Mit partizipativer Theaterarbeit wird dabei die Beteiligung an politischen Prozessen gefördert, können alternative Lebens(bewältigungs-)modelle erprobt werden und sollen Vorschläge und Forderungen an Entscheidungsträger/innen herangetragen werden. Weitere Informationen: www.interact-online.org

Zur Autorin Dr.in Michaela Moser ist seit vielen Jahren in der Armutskonferenz und im European Anti Poverty Network engagiert und Co-Autorin des Buches „Es reicht! Für alle! Wege aus der Armut“, Deuticke 2010.


IfS Schuldenberatung

Fit fürs Geld? Sokrates (469 bis 399 v. Chr.) schrieb vor über 2.000 Jahren, dass: „...die Jugend heute den Luxus liebt, schlechte Manieren und keinen Respekt vor älteren Menschen hat und darüber hinaus Autorität verachtet.“ Ist das ein alter Hut? Oder ist auch heute etwas dran? Zumindest, dass wir Älteren uns häufig Gedanken und Sorgen um das Konsumverhalten von Jugendlichen machen. Mit großem Erstaunen beobachten die Einen und mit großem Ärger die Anderen den scheinbar sorglosen Umgang junger Menschen mit Geld und Ressourcen. Für viele stellt die „heutige Jugend“

ein Paradebeispiel an falschen materiellen Werten dar. Dabei vergessen wir eines: Nämlich, dass Kinder nicht als „Homo Konsumicus“ auf die Welt kommen. Sehr schnell aber lernen sie von uns Erwachsenen, dass Konsum – vermeintlich – viel zum Wohlbefinden beiträgt. Ganz perfide tritt das in Fernsehsendungen für Kleinkinder auf. Dort wird schon ganz gezielt für Dinge geworben, die ein „Must Have“ sind. Für unsere Kleinsten, wohlgemerkt! Und die wunderbaren Produkte, die in Supermärkten genau auf Augenhöhe der Kids stehen, wurden ja auch nicht von den Kindern ins Regal geräumt.


09 Es sind hochbezahlte Werbeagenturen und Werbepsychologen, die tagtäglich damit beschäftigt sind an die mehrere hundert Millionen Euro zu gelangen, über die Kinder und Jugendliche in Österreich verfügen. Noch nicht gerechnet die wahrscheinlich mindestens noch einmal so hohe Summe, die Eltern für das Wohlbefinden ihrer noch kleinen Nachkömmlinge ausgeben. Wenn Jugendliche als Lieblingsbeschäftigung „Shoppen“ angeben und wenn einer Österreichischen Tageszeitung vor einigen Wochen als empfohlene Tagesbeschäftigung ebenfalls nichts Besseres als Shoppen eingefallen ist, dann haben diese Werbeagenturen und Werbepsychologen einen guten Job gemacht.

Pyramide steht Kopf Aber das Ganze ist noch komplizierter. Stellen Sie sich eine Pyramide vor. Stark und fest auf ihrem Fuße ruhend. Das war früher auch das Bild der Generationen.

Großeltern (das sind die ganz oben auf der Pyramide) hatten mehrere Kinder (das sind die in der Mitte) und diese auch wiederum mehrere Kinder (das sind die unten). Und die – finanziellen – Wohltaten haben sich anteilsmäßig von oben nach unten verteilt. Die Gefahr, dass unten zu viel ankommt, war nicht sehr groß. Ganz einfach darum, weil jede Familie viele Kinder und Enkel hatte. Heute ist es umgekehrt. Die Pyramide steht auf dem Kopf. Mehrere Großeltern (Patchworkfamilien sind auch dort schon angekommen) haben weniger Kinder und diese oft nur noch ein Kind. Die familiären Wohltaten konzentrieren sich auf diese wenigen Kinder. Und die gewöhnen sich daran, dass sie alles, was sie sich wünschen, bekommen.

Achtung: Vorbildwirkung Aber es gibt noch einen Unterschied zu früher. Damals war auch die Pädagogik bei weitem schwärzer. Schon minimales

Kontakt: DSA Peter Kopf IfS-Schuldenberatung Vorarlberg peter.kopf@ifs.at www.ifs.at; www.fitfuersgeld.at

Fehlverhalten wurde mit Strafen oder sogar körperlicher Züchtigung geahndet. Sehr zum Schaden der damals Betroffenen. Heute reden wir mit unseren Kindern und Jugendlichen (und nicht zu ihnen). Wir versuchen junge Menschen durch Miteinbeziehung zu überzeugen. Gleichzeitig wissen wir, dass uns Kinder zwar nicht immer zuhören, aber sehr genau beobachten und es darum auf unser Vorbild ankommt. Das ist unsere Chance in der Erziehung. Und auch die Möglichkeit, um vielleicht schon jahrelang eingeübte Verhaltensweisen neu zu gestalten. Das gilt auch bei Fehlverhalten im Umgang mit Geld oder Konsumgütern.

Finanzführerschein

IfS Schuldenberatung

Lieblingsbeschäftigung Shoppen

Der „Vorarlberger Finanzführerschein“ ist ein zusätzliches Angebot außerhalb der Familie und des Freundeskreises, um die Konsumerziehung zu ergänzen. Ziel dabei ist es, mit Kindern und Jugendlichen einen anderen, kritischen Umgang mit Geld einzuüben und sie „Fit fürs Geld“ zu machen. Wie wir dabei konkret arbeiten und was in der Verbandlichen oder Offenen Jugendarbeit umgesetzt werden kann, das finden Sie im Mittelteil dieser Ausgabe. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme. DSA Peter Kopf IfS-Schuldenberatung Vorarlberg


Stefan Franke | Youthmedia.eu

jung sein ... Interviews mit jungen Menschen

Pascal, Altach, 19 Jahre In Zeiten wie diesen ist Geld sehr wichtig, man könnte sich die Grundbedürfnisse und auch einen gewissen Luxus nicht mehr leisten. Einmal habe ich mir bei einem Kollegen etwas für einen Tag ausgeliehen. Ein paar Euros, weil ich meine Geldtasche vergessen habe. Aber das

sind ja nicht wirklich Schulden. Schulden würde ich eventuell für ein Haus, ein Auto oder jetzt aktuell vielleicht gerade für einen Swimmingpool oder Ähnliches machen. Ob mir Gesundheit, Geld oder Freundschaft wichtiger ist? Ja, da gibt es einen Unterschied zwischen: Kein Geld, oder: Geld, um überleben zu können, und: Viel Geld. Mir ist eigentlich Gesundheit schon wichtiger. Obwohl ich jetzt zwischen Freundschaft und Gesundheit schwanke. Hmmm … Ich würde das Geld an letzter Stelle setzen. Sagen wir so, dann ist die Frage beantwortet.


11 Fabienne, Laterns, 17 Jahre Geld ist sehr wichtig, um sich etwas leisten zu können. Am Wichtigsten ist für mich aber Gesundheit, denn ohne Gesundheit kann man gar nichts tun und das Leben auch nicht so genießen. Danach kommt ganz klar die Freundschaft! Denn was bringt mir das Geld,

wenn ich keine Freunde habe, mit denen ich etwas unternehmen kann? Geld steht bei mir dann erst an dritter Stelle. Ich persönlich habe noch nie Schulden gemacht. Also ehrlich gesagt, wäre es mir total unangenehm, wenn ich Schulden machen müsste, außer ich würde ein Haus bauen, von dem ich wirklich weiß, dass ich mein ganzes Leben lang etwas davon habe. Oder wenn ich z. B. für meine Ausbildung Geld brauche. Ob ich für einen Laptop Schulden machen würde? Dafür ginge ich eher arbeiten!

Nicole, Tschagguns, 15 Jahre Also mit Geld kann man sich alles kaufen. Trotzdem ist Geld für mich nicht so wichtig. Halt einfach, wenn man es einmal braucht. Aber sonst eigentlich nicht so wichtig. Gesundheit ist für mich wichtiger als Geld. Aber wieso eigentlich? Ja, hmm, gute Frage – damit man

halt gesund ist. Dann lebt man einfach länger. Ja, ich habe auch schon mal Schulden gemacht. Für einen Kakao oder so, um mir irgendetwas zu kaufen, als ich gerade nicht genug Geld dabei hatte. Also noch keine extrem hohen Schulden.

Nicolas, Altach, 17 Jahre Ich weiß nicht was Geld für mich ist. Es ist ein notwendiges Mittel zum Überleben, denn ohne Geld ist man in unserer heutigen, westlichen Welt nichts wert. Viele Menschen kennen nur noch den Preis eines Produkts und nicht seinen Wert. Mir ist Geld wichtig, weil ich es brauche. Denn wenn ich Geld hätte, würden die Probleme (Bsp.: Autokauf, Studium, …) nicht mehr derartig präsent sein. Das Wichtigste im Leben ist für mich aber Freundschaft. Geld kommt an zweiter

Stelle, weil man sich meiner Meinung nach mit Geld Gesundheit kaufen kann. Ich schulde derzeit einem Schulkollegen zwei Euro, ansonsten hatte ich jedoch noch nie Schulden. Müsste ich Schulden machen, so wäre das fürs Studium und generell für Bildung. Auch für meine Familie und später für meine eigenen Kinder könnte ich es mir vorstellen, Schulden zu machen, wenn sie irgendwas brauchen. Was ich kurz und knapp noch sagen möchte: Geld regiert die Welt!


Birgit, Doren, 18 Jahre Für mich bedeutet Geld Sicherheit. Wer Geld hat muss sich keine Sorgen darüber machen, was morgen ist, weil man sich einfach das, was man zum Leben braucht, leisten kann. Jedoch verglichen mit beispielsweise Gesundheit oder Freundschaft ist Geld sicher unwichtig. Natürlich ist es wichtig eine gesicherte Arbeit zu haben, aber viel

wichtiger ist es doch, zu wissen, dass man Freunde hat, die immer zu einem stehen. Und Freunde oder Gesundheit kann man sich nun mal nicht mit Geld kaufen. Schulden habe ich bis jetzt noch nie gemacht. Wenn ich mich einmal verschulden würde, dann höchstens für Essen oder Kleidung und das nur, wenn mir keine andere Wahl bleiben würde.

Teresa, Dornbirn, 16 Jahre Geld wird definitiv überbewertet, obwohl wir es brauchen. Für mich ist wichtig, dass ich mir auch manchmal etwas gönnen kann und nicht am Existenzminimum leben muss. Es müssen ja nicht die neuesten und teuersten Designerklamotten sein. Heutzutage wird für alles

Geld verlangt, wobei ich finde, dass es nicht im Mittelpunkt des Lebens stehen sollte. Dinge wie Freundschaft und Gesundheit sind viel wichtiger, da sie nicht materiell sind und auch nicht mit Geld gekauft werden können. Jedoch sollte man natürlich schon in der Lage sein, sich Medikamente leisten zu können, wenn man krank ist. Schulden habe ich bisher nur innerhalb meiner Familie beziehungsweise in meinem Freundeskreis gemacht. Aber nie im großen Rahmen, sondern für Mopedreparaturen, meine Haustiere oder Essen.

Christian, Feldkirch, 19 Jahre Geld symbolisiert für mich Macht. Leider wird Geld oft missbraucht. Man spricht ja nicht umsonst von Schmiergeld. Wer reich ist, hat schnell einmal die Chance, einen Führungsposten zu erreichen, auch wenn derjenige nicht unbedingt der geeignetste für diesen Job ist. Auf lange Sicht macht Geld nicht glücklich. Freunde, Liebe und Gesundheit sind meiner Meinung nach die Grundvoraussetzungen, um glücklich zu sein. Wer glücklich ist, für den ist Geld

kein großes Thema. Bisher habe ich noch keine Schulden gemacht, glaube aber, dass man heutzutage gar nicht mehr ohne Schulden auskommt. Wenn man beispielsweise ein Haus baut, kann ich mir nicht vorstellen, dass viele Familien das können, ohne einen Kredit aufzunehmen. Außerdem hat man es nie in der Hand, ob man krank wird oder nicht. Für eine lebensnotwendige Operation würde ich daher sicher auch Schulden machen.


Methodenkarussell

im Finanzdschungel Das Motto des Vorarlberger Finanzführerscheins lautet: Kochen, Englisch und Autofahren kann man lernen. Sparen und Geldausgeben auch. Dabei ist es sinnvoll, diese Kenntnisse immer wieder aufzufrischen und auf den neuesten Stand zu bringen. Denn wie wir mit Geld umgehen, haben die meisten von uns bereits als Kinder gelernt. Oft ist uns das nicht bewusst und nicht immer sind die angeeigneten Verhaltensweisen zu unserem Vorteil. Zum Beispiel, wenn wir es als unser Recht ansehen, dass wir alles jederzeit bekommen – auch dann, wenn es auf Pump ist.

Oder, wenn ich beim Mitbewohner abgeschaut habe, dass ich meine Post nicht aufmache und Rechnungen aus Prinzip nicht vor der zweiten Mahnung bezahle. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn das bisher Gelernte mit neuen Anregungen versehen oder manche Handlungsweise in Frage gestellt wird. Mit den Angeboten des Vorarlberger Finanzführerscheins, aber auch mit der Tätigkeit der Jugendarbeit besteht die Möglichkeit, zusätzliches Wissen und Handlungsalternativen zu vermitteln.


Je nach Umständen (Raum, Zeit, Ort, Gruppengröße, Budget, …) können passende Methoden ausgewählt werden. Hier einige praktische MethodenBeispiele:

Kosten schätzen Ein Bild mit verschiedenen Waren des täglichen Lebens (z.B. Frühstückstisch) wird auf ein Plakat geklebt. Nun notieren die Teilnehmer/innen rundum die Antworten zu den Fragen: Was glaubt ihr, wie viel kosten die abgebildeten Lebensmittel insgesamt? Welches ist wohl am billigsten? Welches ist am teuersten? Was könnte hier noch dazu gehören? Im Anschluss an die Bearbeitungsphase werden die einzelnen Antworten besprochen. Die Lösungen werden natürlich auch preisgegeben. Ziel: Tatsächliche Kosten kennenlernen, Bewusstsein für Preise im Alltag stärken. Vorbereitung: Fotos oder Bilder von Warentischen, genaue Kosten auflisten. Material: Fotos/Bilder, Plakate, Plakatstifte, Lösungsliste

Kreatives ABC Diese Methode wurde von Vera F. Birkenbihl entwickelt. Sie kann als Einstimmung auf das Thema dienen oder als Abschluss, um eine kunterbunte Zusammenfassung zu erhalten. Zu Beginn wird das ABC von oben nach unten auf einem Blatt Papier notiert. Im nächsten Schritt sollen in zwei bis drei Minuten alle Assoziationen mit dem vorgegebenen Thema (z.B. Geld, Schulden, Einkommensmöglichkeiten, …) notiert werden. Nachdem jede/r für sich selbst eine Liste erstellt hat, werden Kleingruppen gebildet und die Ergebnisse zusammengeführt. Neue Einfälle dürfen ebenfalls festgehalten werden. Schlussendlich werden dann alle Listen in einem gesamten ABC (Plakat) gesammelt. Die Fülle ist immer wieder verblüffend! Ziel: Einstimmung auf ein Thema oder abschließende Zusammenfassung in Schlagworten, vorhandenes Wissen sichtbar machen. Vorbereitung: Evtl. vorgedruckte ABCs zur Verfügung stellen. Material: Papier und Stifte, Plakat für Gruppen-ABC


Rollenspiel – Bankgespräch Es werden zwei Gruppen gebildet, die Kund/innen und die Bankberater/innen. In der Vorbereitungsphase sollen in jeder Gruppe wichtige Fragen und Fakten geklärt werden, damit im Anschluss ein Bankgespräch zu einem festgelegten Thema (z.B. Eröffnung eines Sparkontos) geführt werden kann. Nach dieser Vorbereitung setzen sich je eine Kundin/ ein Kunde und eine Bankberaterin/ein Bankberater zusammen und führen selbständig die Verhandlung. Im Anschluss werden in der Großgruppe die Ergebnisse besprochen. Ziel: Geschäftsgespräche üben, Herangehensweise an wichtige Entscheidungen lernen. Vorbereitung: Fragen, Unterlagen und Anregungen für die Vorbereitung in den beiden Gruppen, evtl. mehrere Räume. Material: Vorbereitungsunterlagen, evtl. Produktinfos für die Bankberater/ innen, Papier und Stifte für Notizen. Beispiel für vorbereitende Fragen: Kund/innen - Wie lange will ich das Geld sparen? - Was ist mein Sparziel? - Wie bezahle ich Geld ein? - Wie will ich Geld beheben? - Kenne ich die Konditionen? Bankberater/in - Wofür ist das Konto geeignet? - Welche Vorteile bietet die Bank dem Kunden an? - Welche Informationen über Konditionen muss ich kennen?

Projekt planen, umsetzen und abrechnen Selbstverständlich stellen auch viele Tätigkeiten im Alltag ein natürliches Lernfeld dar. So kann jedes Projekt oder jede Aktion für die Jugendlichen transparent gemacht werden. Sie können aktiv in den Planungs- und Budgetierungsprozess eingebunden werden, sie können die Verwaltung des zur Verfügung stehenden Geldes übernehmen und schlussendlich bei der Endabrechnung die Einnahmen- und Ausgaben-Seite klar vor Augen geführt bekommen. Wichtig dabei ist, dass die einzelnen Schritte und das Projekt insgesamt gemeinsam reflektiert werden. Ziel: Den finanziellen Aspekt von Projekten kennen lernen und aktiv daran mitarbeiten. Vorbereitung: Teamsitzungen und Besprechungen Material: Je nach Anlass.

Vorarlberger Finanzführerschein – ein kostenloses Workshopangebot für Kinder- und Jugendgruppen Unser Anliegen ist, Heranwachsenden die Möglichkeit zu geben, sich mit dem Thema Geld auseinander setzen und so Erfahrungen und Informationen zu sammeln, wie man verantwortungsvoll mit Geld umgeht. Einzigartig ist die große Beteiligung von Partnern, die für dieses Projekt ihre Arbeit ganz ins Zeichen der Schuldenprävention stellen: Land Vorarlberg, Arbeiterkammer Vorarlberg, Wirtschaftskammer Vorarlberg, Berufsinfozentrum des AMS, aha – Tipps und Infos für junge Leute, Verein Südwind, Hypo Landesbank, Raiffeisenbank, Sparkasse, Volksbank, Vorarlberger Volkswirtschaftliche Gesellschaft.


Praxisbeispiel Das kreative ABC in seiner Anwendung zum Thema „Methoden zur Vermittlung von Finanzkompetenzen“: A: ABCs, Aktion planen/umsetzen/abrechnen, Alternativen suchen (Fallbeispiele) B: Bankgespräch, Budget für Wohnungseinrichtung einteilen, Bedürfnisse herausfinden, Blog erstellen C: Collage erstellen, Checkliste D: Durststrecken (Tipps, zusätzliche Einnahmequellen, …) E: Einnahmemöglichkeiten für Jugendliche recherchieren/sammeln F: Fragen rund um ein Thema/einen Film sammeln, Fotos zum Thema machen, Ferialjob (Infos einholen), Finanzierungsmöglichkeiten vergleichen, Freizeitmöglichkeiten ohne Geld sammeln, Fallbeispiele bearbeiten G: Geschichten schreiben, Gedichte schreiben H: Handy-Tarife vergleichen, HandyErlebnisse erzählen

I: Interviews führen J: Jokes > Witze erfinden/sammeln K: Kosten berechnen, Kaufsucht (Kennzeichen, Heilung) L: Lehrlingsentschädigungen recherchieren, Lebenspläne aufstellen, Lieder zum Thema sammeln M: Magazine (Artikel) zum Thema (Ansichten vergleichen) N: Nachahmung, Nachnahme (> Finanzierungsmöglichkeiten) O: Optionen (Fallbeispiele), OutdoorAktion P: Prozesse durchdenken (Schritte vor einem Vertragsabschluss), Plakate/Poster entwerfen, (finanzieller) Puffer Q: Quelle (Versandhaus) > Ratenangebote durchrechnen R: Rollenspiele, rechnen, Recherche, Radiosendung gestalten, Ratenangebote vergleichen

S: Song dichten/schreiben, Spiele testen/reflektieren, Sparplan erstellen, Sparmöglichkeiten erheben T: Theater inszenieren, Top 10 Tipps zusammenstellen, Top 10 Schuldenfallen herausfinden, Taschengeld-Umfrage U: Urlaubsplanung (mit vorgegebenem Budget), Umfragen V: Verbraucherbildung (> Materialsammlung), Vorbilder suchen/benennen/definieren, „Vertrauen ist gut …“ (Zitate sammeln) W: Werbung analysieren, Werbetricks aufdecken, Wissen sammeln, Wünsche formulieren, Warnzeichen definieren, Wissensspiele entwerfen/erfinden X: X-beliebig neue Querverbindungen und schräge Zusammenhänge herstellen > irritieren (> lustig!) Y: 5 vor 12 (Warnhinweise) Z: Ziele planen, Zukunftsvisionen entwickeln, Zitate sammeln

Wer nun Lust bekommen hat, die eine oder andere Methode auch persönlich kennenzulernen oder gar auszuprobieren, der kann sich bei uns melden. Auf Anfrage bieten wir gerne Schulungen zu Methoden und Fakten für Jugendorganisationen an.

Kontakt und Informationen: Maga. Marga Muxel-Moosbrugger IfS-Schuldenberatung Mehrerauerstraße 3, 6900 Bregenz T: 05574/46 185 E: marga.moosbrugger@ifs.at www.fitfuersgeld.at


13 Daniel, Hohenems, 20 Jahre Also für mich persönlich bedeutet Geld einfach Sicherheit. Wer Geld hat, hat’s definitiv einfacher im Leben. Für mich spielt es aber keine Rolle, ob jetzt jemand reich oder arm ist, ich such mir meine Freunde nicht nach ihrem Vermögen aus. Viel wichtiger als Geld sind die immateriellen Dinge, die man mit Geld ja nicht kaufen kann. Wer eine tolle Beziehung führt, ein gutes Verhältnis

mit seiner Familie und verständnisvolle Freunde hat, braucht kein Geld, um glücklich zu sein. Schulden habe ich bisher nur gemacht, um meine Handyrechnung bezahlen zu können und ich möchte auch keine mehr machen. Die einzige Ausnahme wäre, wenn ich ein Haus bauen würde, da müsste ich wahrscheinlich dann einen Kredit aufnehmen.

Die folgenden Namen wurden von der Redaktion geändert: Sabine, 17 Jahre Ja, ich habe Schulden. Ich habe ein paar Mal die 1000 Minuten beim Telefonieren überschritten und dann war meine beste Freundin auch noch für eine Saison im Ausland. Insgesamt sind jetzt ca. 1200,– Euro offen und ich habe schon Mah-

nungen vom Handybetreiber bekommen. Ich möchte aber auf keinen Fall, dass meine Eltern etwas davon erfahren. Darum bin ich zur Schuldenberatung gegangen. Ich möchte einen Weg finden, wie ich diese Situation selbst lösen kann.

Wir werden versuchen eine Ratenvereinbarung zu treffen. Mit meinem Lehrlingsgehalt kann ich zwar nicht viel anbieten, doch ich hoffe, es gibt eine Einigung. Jetzt bin ich auf Wertkarte umgestiegen. Da kann mir das nicht mehr passieren.

Tanja, 20 Jahre Ich wollte nie Schulden machen und ich fahre auch nur ein altes, dafür aber abbezahltes, Auto. Doch dann bin ich mit meinem Freund zusammengezogen. Für die Möbel und ein paar Renovierungsarbeiten wurde auf meinen Namen ein Kredit über 19.000,– Euro aufgenommen. Er war Leasingarbeiter und hat

das Geld damals nicht bekommen. Es hat alles ganz gut geklappt, doch als wir uns trennten, bin ich auf den Schulden und der ganzen Miete alleine sitzen geblieben. Ich bekomme zwar Mietbeihilfe, doch viel bleibt am Ende des Monats nicht übrig. Wenn mit dem Auto etwas ist, dann gibt das ein Problem.

Theo, 16 Jahre Als ich zwölf Jahre alt war, wurde ich beim Klauen erwischt. Das war wegen meiner Clique damals. Alle haben geklaut. Dann hatte ich 3.000,– Euro Schulden. Ich hab

dann damit aufgehört, also, ich musste. Ich habe mir andere Freunde gesucht. Schulden hab ich immer noch, aber es wird schon besser. Jetzt klaue ich nichts mehr.

Die Interviews führten die aha/360 Reporterinnen Mirjam Schiffer, Sabine Kohlgrüber, Melanie Wittwer und Sarah Köfler sowie Maga. Marga Muxel-Moosbrugger, IfS-Schuldenberatung


Verein Amazone

Check’ die Kohle! Spielerisch den Umgang mit Geld erlernen und dabei Rollenklischees überwinden, die heute längst überholt sein sollten (es aber noch nicht sind) – das alles kann die Toolbox Einkommensschere. Methoden für Coaching, Training und Beratung. Das Projekt job.plan, gefördert aus Mitteln der Gemeinschaftsinitiative Equal und des Bundes, beschäftigt sich mit der Verringerung der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern in Vorarlberg. Eine Analyse der geschlechtsspezifischen Einkommenssituation stand am Anfang des Projektes. Maßnahmen zur Sensibilisierung und Förderung von Chancengleichheit von Männern und Frauen im Arbeitsmarkt und das Em-

powerment von Mädchen und Jungen wurden in der Toolbox umgesetzt. In Kooperation mit dem Fraueninformationszentrum FEMAIL entwickelte das Mädchenzentrum Amazone diese Toolbox für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. In deren Auftrag entwarf die AG Jungenarbeit der koje (Koordinationsbüro der Offenen Jugendarbeit und Entwicklung) die Methoden für Jungen. Die Toolbox ist eine umfassende Arbeitsmappe mit Übungen, Spielen und theoretischen Inputs zu relevanten Themen wie Arbeit, Berufsorientierung, Lebens- und Karriereplanung und Finanzkompetenz. Besonders Jugendliche profitieren von der Arbeit mit der Toolbox, denn die Einkommensschere öffnet sich mit der Taschengeldfrage bereits in jungen

Jahren. Anhand dieser geschlechtssensiblen Methodenbox können Jugendliche ihr Berufswahlspektrum erweitern, differenzierter an Lebens- und Karriereplanung herangehen und ihre Finanzkompetenz erhöhen.

Geschlecht und Finanzen Gerade beim Thema Finanzen fallen im Vergleich der Geschlechter Unterschiede auf. Geld wird mit Macht assoziiert und ist damit männlich konnotiert. Begriffe wie Rechnen, Mathematik und Statistik sind damit verbunden – eindeutig Bereiche, die der männlichen Seite zugeschrieben werden. Mädchen wählen ihre Berufe jedoch selten aufgrund des zu erwartenden Verdienstes. Um Mädchen zu erreichen, ist es erforder-


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Verein Amazone

lich, sie in ihren Lebensrealitäten anzusprechen und eine grundlegende Finanzkompetenz zu vermitteln: Umgang mit Banknoten, Kontoüberzug und Anlagemöglichkeiten wie Bausparvertrag oder Wertpapiere. Den Jungen muss die Finanzkompetenz auf einer emotionalen Ebene zugänglich gemacht werden. Hier können Aspekte wie die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Gesundheit oder soziale Perspektiven anstelle von Gehalt und Prestige in den Vordergrund rücken.

Wer gewinnt? Spiele sind eine geeignete Methode, um einerseits eine trockene Materie interessant und spannend zu vermitteln und sich gleichzeitig Fähigkeiten spielerisch anzueignen. Basierend auf den Erfahrungen aus der Arbeit mit Mädchen und Jungen wurde das Spiel „Check’ die Kohle!“ entwickelt. Es ist optimal in der Jugendarbeit einsetzbar und dreht sich um Themen wie • Wissen über die verschiedenen Verdienstmöglichkeiten in Berufen • Know-how rund um Bankomatkarte, Kredit, Bürgschaft, etc. • Wissensaustausch über Schuldenfallen aus der Lebensrealität von Mädchen und Jungen Das Brettspiel kann mit Einzelpersonen oder mit verschiedenen Teams gespielt werden. Alle starten als Lehrling im 3. Lehrjahr in einem selbst ausgewählten Beruf. Startkapital ist der Lehrlingslohn für einen Monat – anhand der Spiel-, Lebens-, Handy- und Jokerkarten werden die Spielenden mit verschie-

denen finanziellen Anforderungen wie Miete oder Handykosten konfrontiert. Wem das Geld während des Spiels ausgeht, scheidet aus und wem am Schluss am meisten bleibt, der gewinnt.

Tipps, Erfahrungen & Coaching Um einen fundierten Austausch mit praktischen Erfahrungswerten zu ermöglichen, sollten die begleitenden Erwachsenen darauf achten, dass alle Fragen der Jugendlichen unter Beteiligung aller Teilnehmenden so gut wie möglich beantwortet werden. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass beispielsweise der Umgang mit Bankomatkarten nicht für alle selbstverständlich ist, Zinshöhen, Bankgebühren und Familieneinkommen sind großteils unbekannt, „Mieten“ und „Leasen“ werden oft gleichgesetzt, Ratenkäufe sind durchaus gebräuchlich. Viele dieser Unklarheiten sind in „Check’ die Kohle!“ spielerisch erklärt.

Der eingebaute Wettbewerbsfaktor spornt an und es empfiehlt sich, spontane Ideen der Jugendlichen in das Spiel einzubauen. Zur optimalen Anwendung und Umsetzbarkeit der Toolbox Einkommensschere bietet der Verein Amazone ein Toolbox Coaching für Multiplikator/ innen an, indem Theorie und Praxis verbunden sowie Methodik und Didaktik erfahrbar gemacht werden. Die Toolbox Einkommensschere. Methoden für Coaching, Training und Beratung kann im Verein Amazone ausgeliehen werden. Mag.a (FH) Olivia Mair

Weitere Infos: Amazone – Verein zur Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit Kirchstraße 39, 6900 Bregenz T: 05574/45801 E: maedchenzentrum@amazone.or.at www.amazone.or.at


OJAD

Der Start

ins eigene Geld

Hartnäckig hält sich die Behauptung, dass Jugendliche nicht mit Geld umgehen können und zunehmend Probleme mit ihren zur Verfügung stehenden Finanzmitteln haben. Doch was ist dran an diesen Behauptungen? Wir haben uns in den Jugendhäusern in Dornbirn und Höchst umgehört. Grundsätzlich ist es für Jugendliche sehr schwer, sich auf das neue Leben mit eigenem Geld umzustellen. Zumal die Hintergründe und Lebenssituationen bei Jugendlichen untereinander sehr verschieden sind. Während die einen schon arbeiten, gehen die anderen noch in die Schule. Gehalt und Taschengeld lässt hier riesige Unterschiede entste-

hen. Die einen wohnen noch bei den Eltern und die anderen müssen schon ihre eigene Wohnung finanzieren. Wir wollten nun wissen, wie die Jugendlichen mit diesen Unterschieden umgehen. Was bewirken sie? Wie wirken sie sich auf die Wünsche und die finanziellen Zukunftsvorstellungen aus? Wird auch noch ein Teil davon gespart?

Job Ahoi Nach Beendigung der Schulpflicht wünschen sich viele Jugendliche den schnellen Start ins Berufsleben und dadurch natürlich auch ein stückweit finanzielle Unabhängigkeit. Manchmal ist dieser Schritt schwerer als erwartet und der gewünschte Start ist mit vie-

len Hindernissen verbunden. Job Ahoi der Offenen Jugendarbeit Dornbirn unterstützt die Jugendlichen. Wenn der Eintritt in die Arbeitswelt nicht so recht klappen will, finden Jugendliche hier eine Beschäftigung in der hauseigenen Bootswerkstatt. Wem das Arbeiten mit Holz und Booten nicht so liegt, hat auch die Möglichkeit, an der Umsetzung von Designerprodukten in der Nähwerkstatt mitzuarbeiten. Der Eintritt in dieses Beschäftigungsprojekt ist unbürokratisch, einfach und schnell. Bezahlt wird die tatsächlich geleistete Arbeit und dies geschieht wöchentlich. So können sich die Jugendlichen auch gut einteilen, wie viel Geld sie brauchen und wie lange sie in diesem Fall dafür


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arbeiten müssen. Job Ahoi ist aber nicht gedacht als Aufbesserung des Taschengeldes. Vielmehr soll es gesehen werden als eine sinnvolle Übergangszeit, bis der Übertritt in den ersten Arbeitsmarkt – also im Idealfall eine Lehrstelle – erfolgen kann. Und dabei helfen und unterstützen die Jugend- und Sozialarbeiter/innen der OJAD.

Handy und Kleidung ganz oben Bei Nachfragen, wofür sie ihr Geld brauchen, ist bei den Buben das Handy ganz oben auf der Liste. Aber auch Party machen hat seinen Preis, welcher eher von den Jungen in Kauf genommen wird. Mädchen hingegen legen mehr Wert auf Kleidung und ein weiterer kleiner Teil geht in die Kosmetik. Handy folgt etwas später, mehr gezwungenermaßen.

Sparen liegt im Trend Überraschend war, dass alle Jugendlichen (bis auf einen) auch einen Teil ihres Geldes freiwillig sparen. Und hierbei hat der Wunsch nach einem eigenen Auto den größten Anreiz sowohl für die Jungen als auch für die Mädchen. Natürlich wird auch gleichzeitig auf den heiß ersehnten Führerschein gespart. Zweitrangig ist hierbei das Sparen auf größere elektronische Geräte oder Rücklagen für Notfälle.

Realistische Einstellung zu Gehaltsvorstellungen Die Vorstellungen der Jugendlichen, wie viel Geld sie benötigen würden, sind sehr unterschiedlich und reichen von 100 Euro bis 1.000 Euro. Trotzdem ließ sich erkennen, dass sie alle sehr bescheidene Wünsche hatten. Es ging hierbei keinem um Luxus oder andere Ausschweifungen, sondern lediglich um Auskommen, welches ihre grundsätzlichsten Bedürfnisse abdecken sollte. Die bereits berufstätigen Jugendlichen sind mit ihrem momentanen Gehalt zufrieden und kommen gut damit aus. Man kann erkennen, dass die von uns befragten Jugendlichen grundsätzlich eine sehr realistische Vorstellung ihres Gehalts und der Größenordnung eines finanziellen Rahmens haben, mit dem man sein Auskommen finden muss. Sie teilen sich ihr Geld gut und richtig ein. Und wenn das Geld einmal wirklich nicht reichen sollte, gaben alle an von der Familie finanzielle Unterstützung zu erhalten. Bei den Mädchen ist die oftmals an eine Gegenleistung wie zum Beispiel Babysitten gekoppelt. Wir freuen uns für jeden Jugendlichen, der mit dem kleinen Rückhalt von Job Ahoi den Start ins finanzielle Neuland stressfrei bewältigen kann! Maga. Claudia Mäser, Assistentin, Öffentlichkeitsarbeit OJAD, in

Dipl. JA Janine Schweiger, Jugendarbeiterin, Interviews

Kerim, 17: „Einen Teil meines Geldes lege ich zurück, um damit meinen Führerschein machen zu können. Und später vielleicht ein Auto zu kaufen.“ Sara, 17: „Durch Babysitten kann ich mir ab und zu etwas dazuverdienen.“ Akif, 18: „Ich mache eine Lehre und komme gut mit meinem Lohn aus.“ Janine Schweiger, Jugendarbeiterin: „Positiv ist zu sehen, dass das Sparen bei Jugendlichen wieder im Trend ist. Auch ist schön zu beobachten, wie die Jugendlichen es schätzen, im Jugendtreff einen Platz gefunden zu haben, in dem kein Konsumzwang herrscht.“

Kontakt Offene Jugendarbeit Dornbirn T: 05572 36508 www.ojad.at Job Ahoi: Angelika Widmer E: angelika.widmer@ojad.at


AK Vorarlberg

Achtung

Schuldenfalle! In der Welt der Jugendlichen lauern zahlreiche Gefahren, die sehr rasch in die Schuldenfalle führen können. Ein wesentlicher Schutz dagegen ist das Wissen um gesetzliche Bestimmungen, aber auch der bewusste Umgang mit Geld, Verträgen und Verbindlichkeiten.

Geschäftsfähigkeit Kinder unter sieben Jahren sind völlig geschäftsunfähig. Eine Ausnahme sind kleinere Geschäfte, die nur eine geringfügige Angelegenheit des täglichen Lebens betreffen. Darunter fällt zum Beispiel der Kauf eines Kaugummis. Mit Bezahlung des Kaufpreises wird der

Kauf rückwirkend rechtswirksam. Dasselbe gilt auch für unmündige Minderjährige zwischen sieben und 14 Jahren, diese können zudem ein bloß zu ihrem Vorteil gemachtes Versprechen annehmen und dürfen somit ein Geschenk annehmen, das mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden ist, wie beispielsweise eine CD – nicht aber ein Haustier, da für das Tier langfristig Fütterungskosten anfallen.

Taschengeld ist kein Einkommen Mündige Minderjährige zwischen 14 und 18 Jahren können darüber hinaus über Sachen, die zur freien Verfügung


19 überlassen werden, (wie Taschengeld oder übliche Geldgeschenke und Einkommen aus eigenem Erwerb) selbst verfügen, wenn dadurch die Befriedigung der Lebensbedürfnisse nicht gefährdet wird. Jugendliche können sich somit nicht für das gesamte Monatseinkommen verpflichten und auch nur in gewissem Ausmaß über künftiges Einkommen. Taschengeld wird freiwillig von den Eltern gewährt, ist widerrufbar und ist nicht gleichzusetzen mit Einkommen. Geschäfte über künftiges Taschengeld sind daher unwirksam. Ratenvereinbarungen bei eigenem Einkommen sind je nach Ausmaß der monatlichen finanziellen Belastung und Dauer der Leistungen zu beurteilen. Wird ein größerer Geldbetrag zu einem bestimmten Zweck überlassen und wird dieser entgegen dem Zweck verwendet, ist der Vertrag unwirksam. Volljährige, ab vollendetem 18. Lebensjahr, können grundsätzlich alle Rechtsgeschäfte in Eigenverantwortung abschließen. Verträge, die Minderjährige ohne Geschäftsfähigkeit abschließen, sind schwebend unwirksam und können durch nachträgliche Genehmigung des gesetzlichen Vertreters wirksam werden bzw. kann der volljährig gewordene selbst diesen schriftlich genehmigen.

Bankomatkarte Wenn man beim Shoppen in der Stadt mit Karte bezahlt, am Abend beim Weggehen regelmäßig Nachschub holt, o.ä. ist schnell der Überblick verloren. Plastikgeld hat viele Vorteile, aber schnell ist der monatlich zur Verfügung stehende Betrag aufgebraucht bzw. mehr Geld ausgegeben als das Konto hergibt. Beim Bezahlen mit Karte sollte man

regelmäßig einen Blick auf den Kontostand werfen, nur so viel Geld abheben wie tatsächlich gebraucht wird und bei Überziehungsmöglichkeit ein möglichst geringes Limit vereinbaren.

Mobiltelefon Für Jugendliche ist es nicht mehr vorstellbar, ohne Handy auszukommen. Oft wird bereits durch die Eltern ein Vertragshandy angemeldet oder bei eigenem Einkommen vom Jugendlichen selbst. Die aktuellen Tarife bieten großteils inkludierte Freiminuten, SMS und Datenvolumen. Die Rechnung kommt immer erst im Nachhinein. Eine Überschreitung, auch wenn nur gering, ist bei Rechnungsstellung oft eine böse Überraschung. Problematisch sind vor allem Abos für Klingeltöne, Logos, App Käufe etc. Alternativ wäre ein Wertkartenhandy denkbar, volle Kostenkontrolle, dafür höhere Telefongebühren. Man sollte gut überlegen welche Variante bzw. welcher Tarif für einen am besten geeignet ist. Es empfiehlt sich auch regelmäßig mit Hilfe einer Kostenabfrage die Freimengen zu prüfen.

Internet Auch hier werden unzählige Tarife angeboten. Aber Vorsicht – das Datenvolumen ist schnell überschritten durch Musik hören, Videos schauen, Chatten, etc. Aber auch Updates oder ein Virus können enorme Datenmengen verbrauchen. Auch wenn es nur eine geringe Überschreitung ist, verrechnet wird letztlich ein Vielfaches des Preises des inkludierten Datenvolumens. Es gilt gleiches wie fürs Handy, den richtigen Tarif zu wählen, Kostenabfragen zu tätigen…

Fitnessstudio Es gibt viele Studios, die mit günstigen Tarifen, oft Beträge um die 20 Euro pro Monat, werben. Doch die Mitgliedsbeiträge sind Monat für Monat fällig und die Verträge laufen oft länger als zwölf Monate. Die Belastung ist für einen Auszubildenden oder Studenten doch beträchtlich. Vor Abschluss sollte einem bewusst sein, welche Verpflichtung man eingeht und auch bedenken, dass Zusatzkosten mit dem Vertrag verbunden sind, wie Sportbekleidung, etc. Birgit Pleikner, LLB.oec., Referentin Konsumentenberatung der Arbeiterkammer Vorarlberg, berät folgende Bereiche: Allgemeines Vertragsrecht, Reiserecht, Versicherungsrecht und Bankenrecht.


aha - Tipps & Infos für junge Leute

Ich brauch Kohle Ferien- und Nebenjobs Bis zu den Sommerferien ist es noch eine Weile hin. Für Jugendliche hat die Ferienjobsuche bereits begonnen. Die wichtigste Voraussetzung, um einen der begehrten Ferienjobs zu ergattern, ist selbst aktiv zu werden. Der Info-Folder „Tipps für die Ferienjobsuche“ liefert Ideen, wie bei der Jobsuche vorgegangen werden kann. Der Info-Folder sowie die Broschüre „Ferien- und Nebenjobsuche“, die arbeitsrechtlichen Bestimmungen enthält, sind kostenlos im aha erhältlich. Großen Anklang bei Jugendlichen und Unternehmen in ganz Vorarlberg findet die aha-Ferienjobbörse, die vor 16 Jahren in Kooperation mit dem AMS ins Leben gerufen wurde. Mit 870 Ferienjobs konnten 2011 so viele Stellen angeboten werden wie nie zuvor. Fotograf/in bei Fußballevents? Betreuer/in bei Englischcamps? Oder doch

lieber Servicekraft oder Briefträger/in? Diese und ähnliche Ferienjobs fanden Jugendliche bereits heuer in der ahaOnlinebörse. Unter http://ferienjob. aha.or.at kann die Ferienjobbörse nach freien Stellen durchsucht werden. Nebenjobs und Praktikumsplätze können ganzjährig im aha gemeldet werden. Firmen können die freien Stellen kostenlos in die Online-Datenbank eintragen oder direkt im aha melden (E: aha@aha. or.at, T: 05572-52212).

Zusatzverdienste Die aha-Nachhilfebörse ermöglicht Jugendlichen, sich als Nachhilfelehrer/ in einzutragen und so die eigene Geldbörse etwas aufzupeppen. Eine weitere Möglichkeit dazu bietet auch Vorarlbergs Babysittervermittlung „Frau Holle“, bei der sich Jugendliche als Babysitter/innen melden und entsprechende Kurse machen können.

Auf Arbeitssuche Arbeitssuchende Jugendliche sollten sich unbedingt beim AMS (Arbeitsmarktservice) melden. Einen Überblick über freie Stellen/Lehrstellen bietet der Jobroom des AMS und die Lehrstellenbörse des aha. Auch hier gilt: Eigeninitiative lohnt sich! Andrea Fercher, aha – Tipps & Infos für junge Leute

Geld sparen 360 – Vorarlberger Jugendkarte bietet Jugendlichen von 14 bis 20 Jahren Ermäßigungen bei über 300 Partner/ innen in Vorarlberg. Jugendliche können die Ermäßigungskarte kostenlos in ihrem Gemeindeamt oder im aha beantragen. Infos und 360-Angebote erhalten Interessierte unter www.360card.at


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Aus der Jugendarbeit 360 ist Altersnachweis

Urlaub ohne Eltern Unter dem Titel „Ländle goes Europe“ werden heuer im Sommer wieder spannende Camps für Jugendliche angeboten. Bei Kunst- und Kreativ-Workshops, Ausflügen, Klettern oder Wassersport, Kultur und Natur erleben Jugendliche unvergessliche Tage, die ihnen Land und Leute näher bringen. Heuer stehen Deutschland, Luxemburg und Estland zur Auswahl: „Castle of Art“ Deutschland: 22. bis 28. Juli Alter: 12 bis 15 Jahre Kosten: 450,– Euro, alles inklusive „Culture Point 2012“ Luxemburg: 26. Juli bis 4. August Alter: 15 bis 18 Jahre Kosten: 400,– Euro, alles inklusive „The Story of My Life!“ Estland: 30. Juli bis 8. August Alter: 17 bis 25 Jahre Kosten: 400,– Euro, alles inklusive Für 360-Inhaber/innen gibt es 20,– Euro Ermäßigung auf die Campkosten. Weitere Infos unter www.aha.or.at/ laendle Anmeldung: clemens.ruedisser@aha.or.at, T: 05572-52212-24

Die 360 – Vorarlberger Jugendkarte – gilt jetzt im E-Werk, Opal und K-Shake offiziell als Altersnachweis. Das heißt für 360-Inhaber/innen, dass sie für die Alterskontrolle am Eingang keinen Ausweis mehr brauchen, sondern ihre 360 vorweisen können. Die 360 gilt dann als Altersnachweis, wenn das Foto ganz aktuell ist. Wer noch keine 360 mit neuem Foto hat, kann sie bis September gratis in allen Gemeindeämtern und im aha in Dornbirn, Bregenz und Bludenz ausstellen lassen. Alle Infos dazu unter www.360card.at.

Jugend & Politik Land fördert Generationenprojekte Anlässlich des Europäischen Jahres des aktiven Alterns und Solidarität zwischen den Generationen unterstützt die Initiative Kinder in die Mitte Projekte, die sich für ein Miteinander der Generationen in Vorarlberg einsetzen, mit bis zu 1.500,– Euro. Alle Infos dazu: www.vorarlberg.at/ kinderindiemitte

Mit der Wahlaltersenkung werden Jugendliche vor neue Herausforderungen gestellt. Die Jugendlichen wünschen sich eine „objektive“ und „neutrale“ Unterstützung, wenn es darum geht, sich eine eigene politische Meinung zu bilden. Zu diesen Ergebnissen kommen mehrere Studien sowie Erhebungen unter Jugendlichen in Vorarlberg. Aufgrund dieser Ergebnisse stehen für das Jahr 2012 vom Land Vorarlberg Gelder zur Verfügung, um Angebote zur Stärkung der Informationskompetenz im Bereich der Politischen Bildung in der außerschulischen Jugendarbeit zu fördern. Diese Förderschiene wird von invo – service für kinder- und jugendbeteiligung begleitet: www.invo.at


am.puls „Into The Wild“ Auf diesem Seminar soll das Abenteuer Natur im Mittelpunkt stehen. Mit wenig Material und einfach umzusetzenden Ideen erleben die Teilnehmer/ innen unter anderem eine Nacht in der Jurte (Zelt) oder unter freiem Himmel, Essen und Kochen in der Natur und am offenen Feuer, gruppendynamische Übungen und vieles mehr. Programmideen und Impulse für ihre Arbeit mit Jugendlichen lassen sich nach dem Seminar unmittelbar umsetzen. Isabel Bischofberger, BA, Sozialarbeiterin (FH) und langjährige Pfadfinderleiterin Tobias Bischofberger, zertifizierter Controller, langjähriger Erwachsenentrainer und Ausbildner bei den Vbg. Pfadfindern Michael Degenkolb, zertifizierter Outdoorpädagoge und langjähriger Pfadfinderleiter Das Seminar findet bei jedem Wetter statt – auf die notwendige Ausrüstung wird nach Anmeldung hingewiesen! Eingeladen sind alle in der Verbandlichen und Offenen Jugendarbeit Tätigen und an Erlebnispädagogik mit Jugendlichen Interessierten! Achtung: begrenzte Teilnehmer/innenzahl. Termin: Sa. 23.06.2012, 15:00 Uhr So. 24.06.2012, vormittags Ort: Landespfadfinderheim Neuburg, Koblach im Naturschutzgebiet Schlosswald Selbstbehalt: 45,– Euro bzw. 35,– Euro (ermäßigt) Anmeldung: Bitte bis 1.6.2012 an JUGENDINITIATIV - T: 05522-8534 7140, per Mail: anita.bonetti@kath-kirchevorarlberg.at

Jugendprojektwettbewerb Eure Ideen sind gefragt! Gesucht werden die besten Jugendprojekte aus den Bereichen Jugendkulturen, Lebensraumgestaltung, Soziales usw. Es können Jugendinitiativen, Freundeskreise, offene und verbandliche Jugendarbeit, Jugendorganisationen, Vereine, erwachsene Initiatorinnen und Initiatoren sowie

Gemeinden teilnehmen. Beim regionalen Bewerb am 20. Oktober 2012 gibt es insgesamt 4.500,– Euro zu gewinnen. Die besten Projekte können am interregionalen Jugendprojektwettbewerb teilnehmen. Anmeldeschluss ist der 18. Juni 2012. Alle Infos unter: www.jugendprojekte.at

Kinder und Jugendliche haben Rechte! Um vorbildliche Beispiele bekannt zu machen und auszuzeichnen, verleihen Kinder in die Mitte und der Kinder- und Jugendanwalt heuer zum vierten Mal den „Vorarlberger Kinderrechtepreis“. Mit ihm werden Projekte und Initiativen ausgezeichnet, welche die Rechte von Kindern und Jugendlichen sichtbar machen und stärken. Neben Vereinen und

Institutionen, Gemeinden sowie Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindergärten und Schulen, werden auch Projekte von Kindern, Jugendlichen und Privatinitiativen ausgezeichnet. Als Preisgeld winken insgesamt 5.000,– Euro! Einsendeschluss ist der 27. Juli 2012. Weitere Infos unter: www.kija.at oder www.vorarlberg.at/kinderindiemitte

EU-Förderungen im Jugendbereich Drei Millionen Euro stehen österreichischen Jugendlichen und Jugendorganisationen heuer an Fördermitteln für internationale Projekte und lokale Projekte mit europäischer Dimension zur Verfügung: Das EU-Programm JUGEND IN AKTION fördert Jugendbegegnungen, kleine lokale Jugendinitiativen, Freiwilligendienste für 18- bis 30-jährige, Jugenddemokratieprojekte, Begegnungen zwischen Jugendlichen und Politiker/innen und die Vernetzung

von Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten. Die nächsten Antragsfristen: 1. Mai 2012 für Projekte, die ab 1. August 2012 starten 1. Oktober 2012 für Projekte, die ab 1. Jänner 2013 starten Weitere Informationen und Unterstützung bei der Antragsstellung: veronika.drexel@aha.or.at


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Symposium Research Chemicals & Legal Highs

Nachhilfe gesucht Rasche und unkomplizierte Hilfe bietet die Online-Nachhilfebörse vom aha. Unter http://nachhilfe.aha.or.at kann selbstständig nach Schüler/innen von höheren Schulen, Studierenden bzw. Berufstätigen gesucht werden, die in ihrer Freizeit Nachhilfe anbieten. Wer lieber ein professionelles Nachhilfe-Institut in Anspruch nehmen möchte, kann sich ebenfalls ans aha wenden. Im Info-Folder „Nachhilfe“ sind Kurzinfos zu verschiedenen Nachhilfeeinrichtungen und zu Sommerintensivkursen in Vorarlberg zusammengefasst. Der Folder kann kostenlos im aha angefordert werden (T: 05572-52212, aha@aha.or.at).

Im Festivalfieber Nada Surf, Marilyn Manson, Regina Spektor, Clueso und viele mehr … sie alle kommen nach Vorarlberg! Einen Überblick mit allen wichtigen Infos über die Festivals in Vorarlberg und Umgebung erhalten Jugendliche im Info-Folder „Festivals“. Gratis im aha. Auch heuer wieder im aha erhältlich: Festivaltickets fürs Szene Openair Lustenau, Woodrock Festival und Freakwave. Ohne Vorverkaufsgebühren & mit 360-Ermäßigung! Sprich: bis zu 8,– Euro billiger!

In den letzten Jahren gehen Schlagzeilen über „Mephedrone“ – Badesalz zum Schnupfen? - und „Spice“ – legaler Cannabisersatz? - durch die Medien. Fachleute warnen vor dem Konsum dieser Substanzen, dennoch greifen immer mehr Konsument/innen auf diese scheinbar „legale“ Alternative zurück. Referenten: Alexander Bücheli (SA. FH): Stv. Betriebsleiter Jugendberatung Streetwork Zürich Ao.Univ.-Prof. Dr. Rainer Schmid: Institut für medizinische und chemische Labordiagnostik AKH Wien, Check IT Univ.-Prof. Dr. Klaus Schwaighofer, Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Nach dem fachlichen Input findet ein Austausch gemeinsam mit den Referent/innen zur aktuellen Situation in Vorarlberg statt. Moderation: Martina Eisendle und Konrad Steurer Termin: 04. Juni 2012: 09:00 – 17:30 Ort: Conrad Sohm, Dornbirn Kosten: 50 Euro (inklusive Mittagessen und Jausenverpflegung) Anmeldung: Andrea Fridrich, E: andrea. fridrich@koje.at, T: 05574-45 838 Veranstalter: Koje – Koordinationsbüro für Offene Jugendarbeit und Entwicklung im Auftrag des Landes Vorarlbergs. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Referat für Substitutionsfragen der Vorarlberger Ärztekammer durchgeführt.

con:act – die Jugendmesse in Bregenz Am 12. und 13. Juni ist es wieder soweit – die Bregenzer Jugendeinrichtungen präsentieren in der Werkstattbühne eine Fülle an Angeboten für Jugendliche unter dem Motto „Respekt“. Aber aufgepasst – mitmachen ist angesagt! Jugendliche werden in der Werkstattbühne des Bregenzer Festspielhauses zwei Tage lang zu Akteur/innen. Bei all den Aktionen und faszinierenden Workshops, die zum Mitmachen einladen, bleibt niemand unbewegt. Termin: 12.-13. Juni 2012,
jeweils von 09:00 bis 17:00 Uhr
 Ort: Werkstattbühne, Festspielhaus Bregenz
 Eintritt frei! Voranmeldung größerer Gruppen erbeten.

 Eröffnung: Dienstag, 12. Juni 09:00 Uhr
Breakdance und HipHop Aufführung von move4style - Modern Jazz Dance von Terpsichore - „RespektSzene“ - feierliche Eröffnung!
 Kontakt:
Jugendservice Bregenz Jasmin Dreher, T: 05574-410 1663,
 E: jasmin.dreher@bregenz.at


Ausgabe 16, Mai 2012 www.jugend-diskurs.at

DVR 0662321

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Der nächste Diskurs... aha - Tipps & Infos für junge Leute

Sollten Sie keine Zusendung des Jugend-Fachmagazins Diskurs wünschen, melden Sie sich bitte unter abo@jugend-diskurs.at oder im aha unter 05572/52212.

... erscheint im Herbst 2012. Kostenloses Diskurs-Abo: abo@jugend-diskurs.at

Auf den Punkt gebracht.


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