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L e hr er Innen- In formation d er Ste irisch en Indus t r ie, w w w.dieindus t r ie.at

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BRANCHEN-CHECK „METALL“

Christian Knill im Gespräch, Obmann des Fachverbandes der Maschinenund Metallwaren­industrie in der WKO

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METALL & INNOVATION

Herausragende Leistungen der steirischen Metallindustrie

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DIE STARS UNTER DEN METALLEN Was wir schon immer über Metalle wissen wollten

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LIEBE LEHRERINNEN UND LEHRER! Mit dem aktuellen Future halten Sie den ersten Teil einer Serie über verschiedenste Branchen steirischer Industriebetriebe in Händen. Den Auftakt bildet der „Branchen-Check Metall“. Die Steiermark hat eine lange Tradition in der Metallver- und -bearbeitung und so geben wir Ihnen einen Einblick in den Stellenwert von Metall für die Steiermark und stellen Ihnen Menschen, Unternehmen und Produkte vor. Ganz besonders freut es mich, Ihnen „Explore Industry“ erstmals präsentieren zu dürfen. Ihre Anregung, Betriebserkundungen auch für jüngere Altersgruppen anzubieten, wurde von der Andritz AG in Graz aufgegriffen und so gibt es nun die Möglichkeit, sich Fragen „Wie der Strom in die Steckdose kommt“ oder „Wie Papier erzeugt wird“ spielerisch zu nähern. Die Ausschreibung zum Teacher’s Award, heuer erstmals mit Spezialwertung für Lehrende im Grazer Stadtgebiet, hat zur Einreichung von 19 Grazer Projekten geführt. Mit diesen und weiteren Einrei­ chungen aus unserem Bundesland ist die Steiermark hinter Wien jenes Land mit den meisten Einreichungen. Das ist ein kräftiges Lebenszeichen herausragender pädagogischer Leistungen für die Steiermark! Wir danken Ihnen für Ihr Feedback im Rahmen der LehrerInnen-Befragung. Vor Weihnachten hatten Sie Studierende der FH Campus 02 eingeladen, Ihren Einschätzungen zur steirischen Industrie und zu den Inhalten der „Kooperation Schule-Industrie“ Ausdruck zu verleihen. Ihre Rückmeldungen bestätigen uns auf unserem Weg und sind wertvolle Inputs zur weiteren Ausgestaltung unserer Angebote! Sollten Sie darüber hinaus Feedback deponieren wollen, haben Sie unter office@dieindustrie.at Gelegenheit dazu. Spannende Unterhaltung wünscht Ihnen

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Angelika Kresch Vorsitzende von „Die Industrie” Vorstand REMUS-SEBRING Holding AG

METALL Wussten Sie, dass ... ... über 50% der MitarbeiterInnen steirischer Industriebetriebe im Bereich Metall beschäftigt sind?

METALL

EIN ROHSTOFF MIT ZUKUNFT IM BRANCHENCHECK GESPRÄCH MIT MAG. CHRISTIAN KNILL

OBMANN DES FACHVERBANDES DER MASCHINEN- UND METALLWAREN­ INDUSTRIE IN DER WIRTSCHAFTSKAMMER SOWIE CEO DER KNILL GRUPPE, EIN INTERNATIONALER ANBIETER FÜR KOMPONENTEN DER ENERGIE- UND TELEKOMMUNIKATIONSBRANCHE SOWIE DER MASCHINENINDUSTRIE Sehr geehrter Herr Knill, Sie sind Obmann der Ma­ schinen und Metall­ warenindustrie in Österreich. Was produzieren die Un­ ternehmen des Bereichs „Metall“ und wie kann man sich einen metallverar­ beitenden Betrieb im Jahr 2015 vorstel­ len? Die Metallindustrie fertigt eine große Breite an Produkten: Von der Schraube bis zur Präzisionsmaschine, vom Rohr bis zum Karosserieteil und vom Motor bis zur Dachkonstruktion des Wiener Hauptbahnhofs. So unterschiedlich wie die Produkte, so unterschiedlich sind auch die Betriebe. Zwei Erfolgsfaktoren haben sie aber alle gemein: Sie arbeiten mit hochwertigen Fertigungsmaschinen, die sowohl Großserien als auch die Produktion von Einzelstücken bewerkstelligen können. Und sie arbeiten mit gut ausgebildeten, selbstständig und wirtschaftlich denkenden MitarbeiterInnen in möglichst schlanken Strukturen. Nur so kann man im internationalen Wettbewerb bestehen, preislich und qualitativ, und – worauf es immer mehr ankommt – auch schneller als die Konkurrenz aus aller Welt! Seit Jahrhunderten ist Metall einer der Wirtschaftsfaktoren für die Steiermark – warum ist das in einem rohstoffarmen Land so? Zur Verarbeitung von Metallen gehörten neben dem Rohstoff Eisen (Stichwort Erzberg) auch der Wald zur Befeuerung der Öfen und das Wasser zum Antrieb der Hämmer. Das alles hatte die Steiermark zu bieten – eine

gute Basis für unsere lange Tradition. Um auch heute innovativ und wettbewerbsfähig zu sein, braucht es aber mehr: Entscheidend ist das Know-how, das über Generationen weitergegeben wurde und wird. Auch hier haben wir eine lange Tradition: Erzherzog Johann hat das Land industrialisiert und mit der Montanuniversität und der Technischen Universität Graz die Grundsteine für eine kontinuierliche Weiterentwicklung gelegt. Wie schätzen Sie die Zukunftssicher­ heit von Berufen in der Metallbranche, über alle Ausbildungsstufen hinweg, ein? Beinahe die Hälfte aller steirischen Arbeits­ plätze im produzierenden Sektor ist der Metallver- und -bearbeitung zuzurechnen. Die Betriebe sind vielfach Familienunterneh­ men, die bereits seit Generationen in der Steiermark beheimatet sind. Das langfristige und nachhaltige Denken der Unternehmen wird dafür sorgen, dass es auch in Zukunft eine starke Nachfrage nach SpezialistInnen in den verschiedenen Metallberufen geben wird. Und es wird zunehmend nach kombiniertem Wissen gesucht werden. Zum Beispiel nach Kombinationen von Metallkompetenzen mit Wissen in den Bereichen Automatisierungstechnik, Elektro, Elektronik, anderen Werkstoffen oder auch Wirtschaft. Wir werden auch in Zukunft Fachkräfte in der Produktion brau­ chen, genauso wie WissenschaftlerInnen in den Forschungs- und Engineeringabteilungen. Ein hohes Qualifikationsniveau in allen Bereichen ist eine der Stärken unseres Standortes. Was entgegnen Sie jenen die sagen, dass Metall über kurz oder lang von

... 56% der Lehrlinge in steirischen Industriebetrieben eine Ausbildung in Metall ver- und bearbeitenden Berufen machen? ... Beinahe 90% der steirischen Metallerzeugnisse exportiert werden? Typische Lehrberufe: Maschinenbautechnik, Produktionstechnik, Mechatronik, Industriekauffrau/-mann und Metalltechnik sowie Konstruktion. Wichtigste Exportmärkte: Deutschland, Italien, Frankreich, Schweiz, Russland, Amerika und China Kunststoffen o.ä. abgelöst wird? Das faszinierende am Metall sind die Verformbarkeit, die Härte, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, die elektrische Leitfähigkeit und natürlich die Möglichkeit, ein Stück Metall mehrmals zu bearbeiten und immer wieder zu verformen. Nicht zuletzt wegen der Recyclingmöglichkeiten bin ich davon überzeugt, dass Metall niemals von Kunststoffen abgelöst werden kann. Der Metallindustrie wird nachgesagt sehr energieintensiv zu sein. Ist das so? In der metallerzeugenden Industrie ist es notwendig, Temperaturen bis zu 1.400°C zu erreichen. Im Sinne der Kostenoptimie­ rung, aber natürlich auch ganz besonders im Sinne einer nachhaltigen Produktion, ist Ener­gieeffizienz im Interesse jedes einzelnen Betriebes. Dieses Wissen wird weltweit verwertet: Durch den Einsatz von in der Steiermark entwickelten energieeffizienten Kompressoren, Turbinen und Generatoren für Windräder oder Wasserkraftwerke, spritsparenden Motoren, um nur einige Beispiele zu nennen. So können wir auch als kleine Region echte Bei­ träge zur Lösung globaler Umweltprobleme leisten. Wir wechseln das Thema: Welchen Ratschlag geben Sie Ihren Kindern mit auf den Weg? Mein Ratschlag an meine vier Kinder ist: „Sei begeistert von dem was du „angehst“ – und was immer du angehst, zieh es durch!“ Außerdem ist es mir wichtig, dass sie sich für einen Beruf entscheiden, von dem sie auch leben können!


AUS METALL WIRD WIEDER METALL Vom Erzberg zum Stahl-Design Kupfer – Bronze – Eisen: Die Nutzung dieser Metalle führte die Mensch­heit aus der Steinzeit. Einer steirischen Sage nach bot uns ein gefangener Wassermann „Eisen für immerdar“ im Gegenzug für seine Freiheit. Tatsächlich begann der Erzabbau am Erzberg im 6. Jahrhundert – der Startpunkt einer steirischen Industriegeschichte, die unser Land heute noch entscheidend prägt. Unser gesamter Wohlstand gründet letztlich darauf, dass wir etwas, dass wir der Natur entnehmen, bearbeiten und damit Werte schaffen – seien es Metall, Kohle, Holz, Salz, Erdöl, Erdgas oder auch landwirtschaftliche Produkte. Bei den Me­tallen lag der Schwerpunkt lange darauf, Erze abzubauen, daraus Metalle zu gewinnen und diese zu verarbei­

ten. Mit dem Entstehen der ersten Hammerwerke im 15. Jahrhundert entlang der MurMürzfurche prägte dieser Prozess auch die steirische Wirtschaftsgeschichte bis ins 21. Jahrhundert. In den letzten 100 Jahren hat sich die Welt verändert: Erze werden auf der ganzen Welt abgebaut und dort eingekauft, wo sie am gün­ stigsten sind. Die Wertschöpfung hat sich längst vom Abbau hin zur möglichst intelligenten Verarbeitung verlagert. Dass die Steiermark – obwohl der Abbau von Eisenerz praktisch Geschichte ist – nach wie vor eine weltweit führende Rolle spielt, ist Erzherzog Johann zu verdanken, der die Montanuniversität Leoben und die TU Graz gründete und die Industrialisierung der Steiermark voran­

trieb. Der Erfolg der steirischen metallverarbeitenden und Stahlindustrie gründet heute auf außergewöhnlichem ExpertInnenwissen, das unterschiedlichste Ziele verfolgt: • Optimierung der Eigenschaften (z.B. Härte, Biegsamkeit, Formbarkeit, Lang­ lebigkeit) von Metallen für spezielle Anwendungen durch das gezielte Design der atomaren Struktur von Werkstoffen und durch die Entwicklung immer neuer Legierungen • Verringerung des Energieeinsatzes in der Metallerzeugung und –bearbeitung • Optimierung der Wiederverwertung von Metallen

Steiermark und Metall – eine bewegte Geschichte 718 Beginn des Eisenabbaus am Erzberg 15. Jhdt. Entstehung der Hammerwerke in der Mur-Mürzfurche 1837 Gründung des 1. Stahlwerks, der Franzenshütte, in Donawitz 1840 Gründung der Montanuniversität Leoben 1881 Mayr-Melnhof gründet die Österreichisch-Alpine Montangesellschaft 20. Jhdt. Die steirischen und Linzer Stahlerzeuger werden in der NS-Zeit fusioniert und nach dem Krieg wieder getrennt 1952 Entwicklung des revolutionären LD-(Linz-Donawitz)Verfahrens 1973 Fusion der Österreichisch-Alpine Montangesellschaft mit der VOEST Linz zur verstaatlichten VOEST-Alpine AG 1985 Höhepunkt der Verstaatlichten-Krise und Beginn der Neuorganisation 2001 Privatisierung der voestalpine AG 21. Jhdt. Wandel der voestalpine AG zum innovativen Hightech-Unternehmen mit steiri­ schen Schwerpunkten in Leoben (Metal Engineering), Kapfenberg (Special Steel) und Zeltweg

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Die Wiederverwertung von Metallen spart Rohstoffe und Energie, verringert die Abhängigkeit von Monopolstellungen und leistet einen Beitrag zu aktivem Klima- und Umweltschutz. Allerdings ist das Recycling mancher Metalle gar nicht so einfach: Hinter diesem Thema verbirgt sich ein eigener Forschungs- und Wirtschaftszweig, in dem besonders viel Know-how und Innovationskraft liegt. An der Montanuniversität Leoben wurden zu diesem Thema am Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie im Rahmen von Christian-Doppler-Labors und Research Studios umfangreiche Forschungsprojekte unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Helmut Antrekowitsch ins Leben gerufen. ENERGIESPAREN BEI EISEN, KUPFER UND ALUMINIUM Alltägliche Metalle, die in großen Mengen verfügbar sind, können auch einfach gesam­ melt und wiederverwertet werden. Eisen, Stahl, Aluminium und Kupfer sind dafür die besten Beispiele. Sie werden von den privaten Haushalten ebenso gesammelt wie von Altstoffverwertern, etwa in Form von Altautos oder Baureststoffen. Bei diesen Metallen kann mithilfe des Recyclings vor

allem sehr viel Energie eingespart werden: So spart man etwa beim Aluminiumrecycling 95% des Energieeinsatzes im Vergleich zur Primärerzeugung, bei Kupfer 85% und bei Stahl immerhin noch 74%. RECYCLING VON EDELMETALLEN UND „SELTENEN ERDEN“ Edelmetall wie Gold, Silber und Platin, vor allem aber die Metalle der „seltenen Erden“ sind auf der Welt sehr ungleich verteilt, was durch die damit verbundenen Monopolstellungen etwa von China zu einer starken Versorgungs- und Kostenabhängigkeit führt. Gleichzeitig steigt der Bedarf an diesen Metallen, da sie unabdingbar für moderne Produkte von der Solarzelle über Abgaskatalysatoren bis hin zu LED’s, Touchscreens und Elektronikbauteilen sind. Da der Bedarf an diesen Produkten ständig steigt, ist das Recycling dieser Metalle zu einem „Muss“ geworden. So enthält eine Tonne Elektroschrott aus Computern und Laptops Kupfer, Silber, Gold und Palladium im Wert von 1.500 Euro. Noch wertvoller sind alte Han­dys: Die verbauten Edelmetalle sind pro Tonne Handyschrott rund 10.000 Euro wert.* Um diese teuren Metalle tatsächlich wie-

derverwerten zu können, sind zwei Schritte notwendig: Der erste Schritt besteht darin, die Produkte, in denen sie verwendet werden, getrennt zu sammeln bzw. aus dem Restmüll herauszufiltern. Derzeit finden aber nur etwa 5% der jährlich verkauften Handys ihren Weg in die Wiederverwertung. Der zweite Schritt ist noch viel schwieriger. Denn es ist gar nicht so leicht, die sehr geringen Mengen an Me­tallen je Gerät wiederzugewinnen. Hier gilt es, bestehende Verfahren zu optimieren und neue zu entwickeln – nur einer der Arbeits­schwerpunkte am Lehrstuhl für Nichteisenmetallurgie an der Montanuniversität Leoben.

WUSSTEN SIE, ... … dass in Österreichs Schubladen elf Millionen Althandys vermutet, davon aber nur 5% recycelt werden?

*Quelle: https://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/ werkstoffe/metallroh­stoffe/elektroschrott.jsp

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Faszination Metall: das Beste der steirischen Metallindustrie

Präzisrohre

voestalpine Rotec stellt alleine in der Zentrale in Krieglach jährlich 30.000 Tonnen kaltgezogene Präzisstahlrohre und mehr als 30 Millionen Stück Präzisrohrteile her. Anwendungen: Gasflaschen, Motorradrahmen, Pumpen, Airbagrohre, Gurtstrafferrohre und vieles mehr. Auch die Fertigung basiert auf Metall: Auf einer bis zu über 100 m langen Stahlbaukonstruktion sind viele Maschinenelemente angebracht, die ebenso wie die Werkzeuge im Wesentlichen aus Metall bestehen. Unternehmen: voestalpine Rotec GmbH, Krieglach Anzahl der MitarbeiterInnen: rund 900 | Anzahl der Lehrlinge: 20 Niederlassungen: Krieglach (Österreich), Deutschland, USA, UK, Polen, Spanien, Schweden

Warmwasserspeicher

Austria Email, ältestes börsen­ notiertes Unternehmen Österreichs, ist einer der führenden europäischen Hersteller von hochwertigen Warmwasserbereitern. Der Kern jedes Warmwasserbereiters ist aus Stahl. Bei Trinkwasserspeichern wird der Behälter innen emailliert, um die Metalloberfläche korrosionsbeständig, schlagfest sowie strapa­zierfähig zu machen und einen Schutz vor Bakterien zu bilden. Unternehmen: Austria Email AG, Knittelfeld Anzahl der MitarbeiterInnen: 350 | Anzahl der Lehrlinge: 9 Niederlassungen: 4x Österreich, 2x Deutschland

Reinraummöbel

Es gibt viele Räume, in denen absolute Hygiene oberstes Gebot ist – etwa in Krankenhäusern, in Blutbanken, der pharmazeuti­schen, der Elektro- und Elektronikindustrie. Das Unternehmen Kiefer technic produziert aus Stahl hoch­wertige Einrichtungen wie Wand- und Deckensysteme, Schrank- und Sondermöbel oder Strahlenschutzund Operationssaaltüren. Alle Oberflächen müssen extrem glatt sein, damit sich Staub und Keime nicht absetzen können, diese aber auch leicht zu reinigen und widerstandsfähig gegen aggressive Reinigungsmittel sind. Unternehmen: Kiefer technic GmbH, Bad Gleichenberg Anzahl der MitarbeiterInnen: 75 | Anzahl der Lehrlinge: 5

Biomasseaufbereitung

Komptech entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen für die mechanische und mechanisch-biologische Behandlung fester Abfälle sowie die Aufbereitung holziger Biomasse als erneuerbare Energieträger. Eine der neuesten Maschinen ist etwa der Axtor 6010, der bis zu 310 m³ Holz und Grünschnitt pro Stunde zerkleinern kann. Unternehmen: Komptech GmbH, Frohnleiten Anzahl der MitarbeiterInnen: 549 | Anzahl der Lehrlinge: 5 Niederlassungen: Österreich, Deutschland, Slowenien

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Moderne Architektur wie die Grazer Murinsel oder das Kunsthaus basieren auf gewagten Stahlkonstruktionen wie sie von SFL technologies realisiert werden. Neben der komplexen Statik derartiger Gebäude werden auch Aufgaben rund um Licht- und Energietechnik auf Basis nachhaltiger Konzepte gelöst. Unternehmen: SFL technologies GmbH, Stallhofen Anzahl der MitarbeiterInnen: 700 | Anzahl der Lehrlinge: 24 Weitere Produktionsstandorte: Ungarn, Rumänien

Die Tunnelvortriebsmaschine MT720 von Sandvik wird in New York/ Manhattan eingesetzt, um die „Grand Central Station“ der Metro zu erweitern. Diese Maschine arbeitet erschütterungsfrei, was für den Abbau unter Wohngebieten von entscheidender Bedeutung ist. Die spezielle Hartmetall-Bestückung des Schneidkopfes spielt dabei neben dem hohen Maschinengewicht eine entscheidende Rolle. Die 20 m lange und 4,6 m hohe Maschine hat ein Gewicht von 120 Tonnen. Unternehmen: Sandvik Mining and Construction GmbH Zeltweg Anzahl der MitarbeiterInnen: 450 | Anzahl der Lehrlinge: 20 Exportanteil: 99%

Extrem harte Werkzeuge

Immer wenn es darum geht, besonders harte Materialien wie besondere Stahllegierungen oder etwa Titan zu bearbeiten, benötigt man Werkzeuge, deren Oberflächen noch härter sind und die den extremen Belastungen standhalten. Jedes neu entwickelte Material braucht auch ein Werkzeug, mit dem dieses Material bearbeitet werden kann. Böhlerit ist einer der weltweit führenden Hersteller von Schneidstoffen aus Hartmetall für Werkzeuge zur Metall-, Holzund Kunststoffbearbeitung. Unternehmen: Boehlerit GmbH & Co KG, Kapfenberg Anzahl der MitarbeiterInnen: 500 | Anzahl der Lehrlinge: 25 Weitere Produktionsstandorte: Spanien, Deutschland, Türkei

Strom- und Datenfluss

Damit Energie und Daten fließen – sei es elektrischer Strom in Leitungen oder Daten in Glasfasernetzen – baut die Knill Gruppe in 12. Generation im Bereich Knill Technology die Fertigungsanlagen der Batterie-, Kabel- und Draht- sowie Glasfaserindustrie und im Bereich Knill Energy beispielsweise Armaturen und Dämpfungssysteme für Hochspanungsleitungen sowie hochspezifische Produkte für Freiluftschaltanlagen, Verteilungssysteme und Kabelverteilerschränke. Unternehmen: Knill Gruppe Anzahl der MitarbeiterInnen: 1.830, davon 600 in Österreich Anzahl der Lehrlinge: 26 Niederlassungen: 31 Unternehmen in 16 Ländern

Starke Werkzeuge

Stählerne Architektur

Maschinenriese aus der Steiermark

Gedore produziert Zangen, Blechwaren wie z.B. Werkstatt­wägen, Werkzeugkoffer, Werkzeugkisten, rückschlagfreie Hämmer und Sechskant-Stiftschlüssel. Eine Weltneuheit ist der Drahtseilschneider, der Drahtseile bis zu einem Durchmesser von 6 mm durchtrennt. Solche Drahtseile kommen im Heizungs-/Lüftungsbau, bei Bau­ schlossern, bei Licht- und Tonanlagen, auf Segelschiffen, im Radsport, bei Fahrzeugen und Baumaschinen zum Einsatz. Unternehmen: Gedore Austria GmbH, Birkfeld Anzahl der MitarbeiterInnen: ca. 100 | Anzahl der Lehrlinge: 3 Niederlassungen: Stammsitz: Remscheid, Deutschland; Produktionsstätten: Deutschland, Österreich, Brasilien, Südafrika; Vertriebgesellschaften: 15

Öffnen und schließen von Fenstern und Türen

Unterschiedlichste Beschlagteile aus Metall sorgen dafür, dass man Fenster und Türen drehen und kippen, öffnen und schließen und natürlich auch versperren kann. Da es tausende verschiedene Modelle an Fenstern und Türen gibt, müssen die Hersteller auch viele tausend verschiedene Teile produzieren. Mit Roto Frank in Kalsdorf und MACO in Trieben gibt es in der Steiermark gleich zwei Unternehmen, die weltweit führend aktiv sind. Unternehmen: MACO Produktions GmbH, Trieben Anzahl der MitarbeiterInnen: 1.000 in Trieben, 2.300 weltweit Anzahl der Lehrlinge: 48 in Trieben Niederlassungen: 3 Produktionswerke in Ö ­ sterreich (Trieben, Salzburg, Mauterndorf), 1­ Montagewerk in Russland, 16 internationale Niederlassungen Unternehmen: Roto Frank Austria GmbH, Kalsdorf Anzahl der MitarbeiterInnen: 394 in Kalsdorf, über 4.000 weltweit Anzahl der Lehrlinge: 39 Niederlassungen: Stammsitz: Deutschland, 13 Produktionsstätten, 40 Vertriebsniederlassungen weltweit

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AUF MEINER VISITENKARTE STEHT... WIR STELLEN AUF DIESER SEITE ZWEI PERSONEN VOR, DIE IN FORM EINER FACH­ KARRIERE EINEN WEG GEFUNDEN HABEN, PERSÖNLICHE INTERESSEN UND BERUF­ LICHEN ERFOLG MITEINANDER ZU VERBINDEN. FACHKARRIEREN IN DER INDUSTRIE BEGINNEN MIT NEUGIER AN EINEM SPEZIALGEBIET UND PERSÖNLICHEN TALENTEN. BASIS SIND EINE TECHNISCHE LEHRE, EINE HTL-AUSBILDUNG ODER EIN HOCHSCHULSTUDIUM UND DIE BEGEISTERUNG, DASS MAN IN EINEM FACH LETZTLICH ZU DEN BESTEN GEHÖRT.

Metall rockt Metalle müssen, bevor sie bearbeitet werden können, erst einmal gewonnen und veredelt werden. Die Verarbeitung zu Endprodukten (Geräte-, Maschinen- und Fahrzeugbaubau) allein beinhaltet eine Vielzahl an Berufen (Metalltechnik, Maschinenbautechnik, Werkzeugbautechnik, Oberflä­chen­technik). Die rasche technologische Entwicklung lässt diesen Berufsbereich eng mit der Elektrotechnik/Elektronik (Mechatronik, Telematik, Mikrotechnik) zusammenwachsen. Rund um das Thema „Metall“ ist daher die Auswahl an Berufen und Ausbildungsmöglichkeiten so groß wie bei keinem anderem: Lehrberufe Anzahl: 85 Beispiele: Maschinenbautechnik, Luftfahrzeugtechnik, Metallbearbeitung, Werkzeugbautechnik, Konstruktion, Oberflächentechnik, Gießerei, Mechatronik, ... Berufe mit schulischer Fachausbildung (HTL, Kolleg) Anzahl: 27 Beispiele: Maschinenbau, Anlagenbautechnik, CAD-Technik, ... Akademische Berufe (Fachhochschulen, Universitäten) Anzahl: 38 Beispiele: Fahrzeugbautechnik, Ma­ schinenbautechnik, Werkstofftechnik, Aviation, Metallurgie, ...

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www.bic.at www.metallbringts.at

Entwicklungsingenieur Ing. Martin Teichmann, Siemens AG Österreich, Graz Ing. Martin Teichmann ist Entwicklungsingenieur für Fahrwerke. Die Siemens AG Österreich produziert in Graz – Eggenberg Fahrwerke für Schienenfahrzeuge. Unter einem Fahrwerk wir alles zusammengefasst, was es braucht, damit der Zug auf den Schienen fahren kann (Räder, Federn, Dämpfer, Drehgestell, usw.). Als Entwicklungsingenieur beschäftigt er sich heute mit Fahrwerken, die in 3 bis 10 Jahren dann tatsächlich in Betrieb sind. An meinem Beruf fasziniert mich, dass… … es immer wieder neue technische Herausforderungen zu lösen gibt. … Schienenfahrzeuge nach wie vor große Entwicklungspotenziale haben und einen großen Beitrag für Umweltschutz und Nachhaltigkeit leisten können. … ein Schienenfahrzeug viel komplexer und komplizierter als ein Flugzeug ist. Diese Eigenschaften brauche ich unbedingt: • Identifikation mit dem Produkt • Kommunikationsfähigkeit • Kreativität – Technik als Ausdrucksmittel von Kreativität mit der Möglichkeit etwas zu verändern • Freude, Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen • die Fähigkeit zu langfristigem Denken, Kontinuität und Durchhaltevermögen

Geschäftsführer Gottfried Halwachs, Stahl- und Fahrzeugbau Grabner GmbH, Hartberg Diese Entwicklung hätte ich gerne umgesetzt: Ich würde den Energiebedarf von Zügen gerne drastisch reduzieren. Meine Ausbildung: Nach der Hauptschule besuchte ich die HTL Fachrichtung Maschinenbau-Betriebstechnik in Hallein bei Salzburg. Nach der HTL zog es mich für das Maschinenbaustudium an die TU nach Graz. Das Studium stellte für mich eine enorme Horizonterweiterung dar. Ich begriff, was technisch alles gedacht werden kann und habe die technische Forschungsarbeit kennen­gelernt. Neben meinem Studium war ich immer schon in Kontakt mit Siemens. Nach sechs Semestern an der Universität wechselte ich zu Siemens. Ich stellte mir öfters die Frage, was ich mit „Technik“ tatsächlich bewegen konnte – und stieß auf die Schienenfahrzeuge. Für mich Technik in ihrer positivsten Form – nachhaltig und komfortsteigernd.

Welchen Stellenwert hat Metall für meinen Beruf? Ohne Metall gäbe es mein Produkt nicht. Schienenfahrzeuge bestehen aus verschiedensten Metallen. Was mich an Metallen fasziniert, ist ihre Vielfalt. Sie sind veränderbar, verformbar, recycelbar und sie haben spannende Eigenschaften. Mein Lieblings­ werkstoff unter den Metallen ist Stahl. Er ist einer der komplexesten Werkstoffe, bietet eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten und kann vielfältig behandelt werden.

Gottfried Halwachs machte seinen Weg vom Lehrling zum geschäftsführenden Gesellschafter, der gesamtverantwortlich für das Unternehmen ist. Der Betrieb ist in den Bereichen Stahlbau (Projekte im Gewerbe- und Industriehallenbau, Speziallösungen im Anlagenbau bis hin zum anspruchsvollen architektonischen Projektbau im hochalpinen Gelände), Auftragsfertigung, CNC-Blechbearbeitung und Landma­ schinen tätig. Ich bin dafür verantwortlich, dass… wir im Unternehmen einen qualifizierten Mit­ arbeiterstand haben und alle technischen und kaufmännischen Abläufe wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden. Ich bin auch für die Zukunft und Ausrichtung sowie Investitionen des Unternehmens verantwortlich. An meinem Beruf fasziniert mich, dass … ... ich mit Menschen, Maschinen und Technik zu tun habe. ... dass ich und viel Kreativität brauche, um erfolgreich zu sein. ... dass ich ständig mit neuen Herausforde­ rungen konfrontiert werde.

Meine Ausbildung: 9 Jahre Pflichtschule, 3 Jahre Lehre als Stahlbautechniker, 2 Meisterprüfungen und viele Kurse im technischen, kaufmännischen und Kommunikationsbereich, Konfliktma­ nagement, Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, Marketing und Werbung. Zusätzlich Kurse und Seminare, um ständig am neuen Stand von Technik, Normen und Gesetzen zu sein. Die Ausbildung ist nie abgeschlossen, es ist ein ständiges Lernen. Was würde ich meinem jungen “Ich” raten: Für jede Ausbildung, egal ob Lehre, Höhere Schule oder Studium gilt: immer die Theorie mit der Praxis verbinden. Es hat die beste Ausbildung nur dann seinen Wert, wenn sie in der Wirtschaft erfolgreich umgesetzt werden kann, dazu braucht man Praxis. Fremdsprachen sind jetzt und für die Zukunft sehr wichtig.

Welchen Stellenwert hat Metall für meinen Beruf? Die Nummer Eins. Metall ist in meinem Beruf der Grundwerkstoff für alle Produkte, die wir in unserer Produktion herstellen. Die Produkte bestehen aus normalem Baustahl, Edelstahl oder Aluminium. Mit normalem Baustahl und Edelstahl in Form Diese Eigenschaften brauche ich un- von Blechen, Stabstahl und verschiedenen Formstählen arbeite ich am liebsten, da bedingt: • Technisches und menschliches Verständnis diese Materialien für unsere Produkte sehr gut und leicht zu ver­arbeiten und vielseitig • bereit sein für laufende Veränderungen einsetzbar sind. • offen sein für ständiges Lernen

Weitere MitarbeiterInnen aus Industriebetrieben im Gespräch finden Sie unter

Videos, in denen Lehrlinge ihre Berufe vorstellen finden Sie unter

http://www.dieindustrie.at/ausbildung/futurejobs/ praktikerinnen-am-wort/auf-meiner-visitenkarte-steht/

Videolink Lehrberuf Metall: http://www.futurejobs.at

Heavy Metall – Lehrberufe mit Metall Modullehrberuf Metalltechnik Für MetalltechnikerInnen dreht sich alles um Metalle, Maschinen und Werkzeuge. Als Modullehrberuf bietet die Metalltechnik die Möglichkeit, sich nach einem Basismodul (2 Lehrjahre) mit einer Grundausbildung je nach persönlichen Neigungen auf einen oder zwei Fachbereiche zu spezialisieren. Damit dauert die Ausbildung insgesamt 3,5 Jahre (1 Fachbereich) oder 4 Jahre (2 Fachbereiche). Tätigkeitsfelder der Metalltechnik MetalltechnikerInnen bearbeiten unterschiedliche Eisen- und Nichteisen­ me­ talle, um daraus Maschinen und Ma­ schinenteile, Werkzeuge, Stahlbauteile, Fahrzeugteile, Behälter, Fenster, Fassaden, usw. herzustellen. Dabei wenden sie Techniken wie z. B. Schmieden, Schweißen, Löten, Biegen, Feilen, Kleben oder Zerspanungstechniken an. Sie fertigen Einzelbauteile und bauen diese in den Werkhallen oder auf Baustellen zusammen. Sie arbeiten mit Handwerkzeugen, programmieren und steuern rechnergestützte Maschinen. Im Rahmen von Wartungs- und Service­arbeiten tauschen sie schadhafte Ma­schinenteile und Komponenten aus und stellen Ersatzteile her. Ausbildungsübersicht Die Basis für die Karriere als MetalltechnikerIn legt das Grundmodul mit zwei Jahren Lehrzeit. Daran anschließend folgt eine eineinhalbjährige Ausbildung in einem der folgenden Hauptmodule: • Maschinenbautechnik • Fahrzeugbautechnik • Metallbau- und Blechtechnik • Stahlbautechnik • Schmiedetechnik • Werkzeugbautechnik • Schweißtechnik • Zerspanungstechnik Zusätzlich kann in einem weiteren halben Ausbildungsjahr ein zweites Hauptmodul oder eines der folgenden Spezialmodule gewählt werden: • Automatisierungstechnik • Designtechnik • Konstruktionstechnik • Prozess- und Fertigungstechnik Informationen über die Modullehre Metalltechnik finden Sie auf www.dieindustrie.at www.bic.at

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Bildquelle: Andritz AG/Melbinger

UNSERE HITPARADE: DIE STARS UNTER DEN METALLEN Das wichtigste Metall Reines Eisen wird selten verwendet, da es relativ weich ist. Hingegen entfallen 95% aller Metallanwendungen auf Stahl, der aus Eisen durch die Beigabe von Kohlenstoff erzeugt wird. Es gibt tausende verschiedene Stähle, die jeweils für spezielle Anwen­ dungen designt werden. Diese Spezialstähle enthalten weitere Legierungselemente wie Chrom, Nickel, Molybdän, Titan, Niob, Wolf­ ram, Vanadium oder Kobalt. Einsatzgebiete sind Stahlbau, elektrische und elektronische Bauteile. Die Jahresweltproduktion beträgt 1,3 Mrd t. Hauptstahlproduzenten sind China, USA und Deutschland. Recycling: 50% der Stahlproduktion in der EU beruhen auf dem Einsatz von Stahlschrott. Flugzeuge und Getränkedosen Aluminium ist ein leichter Konstruktions­ werkstoff (Fahrzeugbau, Hochbau, Ma­ schinenbau) und wegen seiner absoluten Dichtigkeit gegenüber Licht und Luft ein

Was ist ein Metall? Als Metalle bezeichnet man chemische Elemente, deren Atome sich unterei­ nander zu einer Kristallstruktur mit freien Elektronen verbinden. Damit sind etwa 80% der chemischen Elemente Metalle. Wie viele Metalle gibt es? Es gibt 85 Metalle und weitere 7 Ele­ mente, die man zu den Halbmetallen zählt. Was ist eine Legierung? Eine Legierung ist ein metallischer Werkstoff, der aus mindestens zwei Elementen besteht. Die bekanntesten Legierungen sind Bronze (Kupfer, Zinn) und Messing (Kupfer, Zink) und natürlich Stahl (Eisen, Kohlenstoff).

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ideales Verpackungsmaterial (Tuben, Dosen, Folien). Wege seiner hohen elektrischen und Wärmeleitfähigkeit ist Aluminium auch in der Elektronik, Klima- und Solartechnik unverzichtbar. Einsatzgebiete sind Konstruktion, elektrische und elektronische Bauteile. Die Jahresweltproduktion beträgt 57 Mio. t (2013). Hauptproduzenten sind Russland, China, Kanada und USA. Recycling: 16% des Alu-Angebots stammen aus recyceltem Aluminium

ermagnet-Rotoren von Windkraftanlagen, aber auch in Lautsprechern und Kopfhörern. Hauptproduzenten: China (97%), Australien

Leuchtend rot Damit Verkehrsampeln rot werden können, braucht es Selen, denn mit diesem Metall wird Glas rot gefärbt. Selen ist aber auch ein Spurenelement, das in über 20 Proteinen im menschlichen Körper enthalten ist. Strontium hingegen ist für das rote Leuchten von Feuerwerksraketen verantwortlich. Das schönste Metall Jahresweltproduktion: 2500 t an Selen bzw. 70-80% des Goldes werden von der wenige Tonnen an Strontium. Schmuckindustrie beansprucht. Durch seine hohe Leitfähigkeit und Korrosionsbeständig- Die gefährlichen Metalle keit wird es auch in der Elektronik benötigt, Arsen ist eine unverzichtbare Zutat, um in zusätzlich in der Zahntechnik und als Zah- Krimis als Gift zum Einsatz zu kommen. Als lungsmittel. Die Minenproduktion beträgt Legierung mit Blei findet es als Munition 2.770 t/Jahr (2013), weitere 1.500 t stam- Verwendung. Viel gefährlicher ist natürlich men aus Recycling. das radioaktive Uran. Seine wichtigste AnHauptproduzenten: China, Australien, USA, wendung liegt in der Kernspaltung in AtomSüdafrika, Russland, Peru kraftwerken. Es wird aber auch als Kern von Munition verwendet, die panzerbrechend ist. Metallischer UV-Schutz Arsen wird meist als Oxid aus Kupfer- und Die Gläser hochwertiger Sonnenbrillen sind Bleierzen gewonnen, die Jahresproduktion mit Iridium als UV-Schutz bedampft. Auf­ beträgt ca. 50.000 t. Hauptproduzenten sind grund seiner großen Härte und Beständigkeit China und Chile. findet sich Iridium gemeinsam mit Platin in Uranminen finden sich vor allem in KaLegierungen für Füllfederspitzen, Injektions­ sachstan, Kanada und Australien. nadeln und chirurgischen Instrumenten. Jahresproduktion: ca. 50.000 t Die Jahresweltproduktion beträgt 3-5 t. Hauptproduzenten: Südafrika, Ural, Nord-/ Südamerika Weich und hart Caesium ist das weichste Metall. Da es Kalium – das „Power“-Metall mit Wasser explosionsartig und mit Luft Kalium ist Teil der Kühlflüssigkeit in sehr schnell reagiert, muss es unter LuftKernreaktoren, aber als Elektrolyt auch abschluss aufbewahrt werden. Die größten Steuerelement für unsere Muskeltätigkeit. Caesiumvorkommen liegen in Kanada. Auch Jahresproduktion: 5 bis 10 t pro Jahr. Natrium ist so weich, dass man es mit einem Messer schneiden kann. Das härteste Neodym macht den Sound Metall hingegen ist Osmium, das zur Gruppe Neodym zählt zu den „seltenen Erden“, die der Platinmetalle gehört. eigentlich alle Metalle sind. Es wird für die Osmium tritt nur in Begleitung von Platin Herstellung stärkster Magneten verwendet. auf und stammt vorrangig aus Südafrika und Neodym findet sich in Festplatten, Dau- Russland.

Leicht und schwer Das leichteste aller Metalle ist Lithium. Ein Kubikzentimeter wiegt nur 0,534 g. Zum Vergleich: ein gleich großer Würfel aus Eisen ist beinahe 15 mal schwerer (7,87 g). Die wichtigsten Lithium-Produzenten sind Australien, Argentinien und China, Jahresproduktion: etwa 20.000t, Verwendung: Glasindustrie, Batterien. Das schwerste Metall ist Osmium: Unser Osmium-Würfelchen wiegt 22,59 g und ist damit 42 mal schwerer als der Lithium-Würfel. Einsatzgebiete: medizinische Implantate und Herzschrittmacher Die flüssigen Metalle Nur Quecksilber und Gallium sind bei Raumtemperatur flüssig. Rund 1.300 t Quecksilber pro Jahr werden vor allem in China und Kirgistan produziert. Einsatzgebiete: Elektrolyse, Lampen, Batterien. Die Jahresweltproduktion an Gallium beträgt ca. 100 t, wichtigste Produktionsländer sind China, Deutschland und Kasachstan. Einsatzgebiet: Halbleitertechnik Welches Metall hat den höchsten Schmelzpunkt? Wolfram schmilzt erst bei 3.422°C, des­ halb kommt es überall zum Einsatz, wo extrem hohe Temperaturen entstehen, etwa für Glühfäden von Glühbirnen oder für Oberflächen von Schneidwerkzeugen in der Metall-, Minen- und Ölindustrie. Weltweit werden jährlich 58.000 t Wolfram in Minen produziert (2009), davon 1.500 t in Österreich. Wichtigste Produzenten: China, Russland und Kanada. 25% des Bedarfs werden durch Recyc­ling gedeckt. Die Wolfram Bergbau und Hütten AG in St. Martin gehört zu den qualitativ führenden Anbie­ tern von Wolfram Produkten.

EXPLORE ANDRITZ

DIE SPANNENDSTE ART, EIN

UNTERNEHMEN ZU ENTDECKEN

Explore Andritz ist das Pilotprojekt der neuen Dachmarke Explore Industry der Industriellenvereinigung Steiermark. Dieses Projekt versammelt ein Gesamtpaket an Maßnahmen, das darauf abzielt Kinder ab 8 und Jugendliche bis 14 Jahre für Technik und Naturwissenschaften zu inte­ressieren und ihnen neue Einblicke hinter die Kulissen eines steiri­schen Industriebetriebs zu geben. Auf diesem Weg wird eine andere Art der Le­bens- und Berufsorientierung geboten, bei der das Entdecken und Kennenlernen von Technik spielerisch und früher als bisher ermöglicht und die Bildungs- und Berufswahl aktiv unterstützt wird. Um das Projekt über den Standard einer durchschnittlichen Unternehmensführung hinauszuheben, folgt Explore Andritz klaren Standards in inhaltlicher, didaktischer und organisatorischer Hinsicht, um Kindern und Jugendlichen Technik und den Werkstoff Metall adäquat näher zu bringen. Auf dieser Basis realisierte ANDRITZ gemeinsam mit einer externen Kuratorin eine neue Art der Werksbegleitungen mit interaktiven Stationen, einem neuen Schulungslabor, Spie­ len, Medien und Vermittlungsunterlagen für zwei verschiedene Altersgruppen. Didaktische Standards: • Hands-On und Minds-On Didaktik: Begreifen und Erfahren stehen im Vordergrund (selbst Hand anlegen, Erfahrungen mit allen Sinnen sammeln) • Lernen wird als aktiver, selbständiger und individueller Prozess verstanden und gefördert; • Der Zugang soll spielerisch und unbefangen, niederschwellig und interaktiv sein; • Raum für selbstständiges Erkunden und Ausprobieren

• Kinder und Jugendliche in reale Arbeits­ abläufe einbeziehen • Motivieren statt erklären • Gemeinsam Werkstücke herstellen • Fragen statt antworten • Herausfordern statt Lösungen anbieten • Weniger ist mehr! Konzentration auf ein Themengebiet • VermittlerInnen werden geschult auf spezielles Alter der jungen Besucher einzu­ gehen Kinder und Jugendliche entdecken gemeinsam mit Werksbegleitern und Lehrlingen aus ANDRITZ den Fertigungsweg eines Produkts (Peltonrad oder Papiermaschine) vom Roh­ material bis zum Einsatzort. Sie stellen den Bezug zwischen diesem Industrieprodukt und ihrem Alltag her, schlüpfen in die Rollen von Sicherheitsbeauftragten, Qualitäts­che­ ckerInnen, WerkstoffexpertInnen oder LogistikerInnen und lernen an vielen interaktiven Stationen den Werkstoff Metall kennen. Wesentlich ist die Ankoppelung an Bekanntes – z.B. das Einbetten der Turbine in den Stromherstellungsprozess, oder die unzähligen Vergleiche, die angestellt werden, um Größe, Gewicht, Kennzahlen der Herstellung fassbar zu machen. Ebenso wichtig ist die emotionale Einbindung der Kinder und Jugendlichen in die gesamte Erlebnistour. Dies gelingt aufgrund des besonderen Ablaufs, der spielerischen Herangehensweise und eines konsequent geführten Dialoges während des gesamten Programms. Kontakt und Detailinformationen: www.explore-industry.at oder www.andritz.com/explore

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LICHT AN VON ZAUBERHAND Ein Experiment präsentiert von: Anton Liebich, Lehrer für E, TW und BO an der NMS Engelsdorf Schwerpunkt Technik

www.licht-blicke.co.at Zum „Jahr des Lichts“ bauen die Schü­ lerInnen des Technik-Schwerpunkts eine Elektronikschaltung mit Foto­­­wi­derstand. In der Praxis benützt man diese Schaltung zum automatischen Steuern von Straßenbeleuchtungen: Wird es dunkel, schalten sich die Lampen ein. Ist der LDR (Fotowiderstand) beleuchtet, hat er wenig Widerstand und der Strom fließt vom Potentiometer über den LDR zum Minuspol. Die Basis des Transistors bekommt zu wenig Strom. Ist der LDR abgedunkelt, so ist er hochohmig und es kann genügend Strom zur Basis fließen. Der Stromkreis läuft somit über die Verbraucher. Mit dem Potentiometer lässt sich die Empfindlichkeit steuern. Bauteile: Drehpotentiometer 5 kΩ, Fotowiderstand (LDR), Transistor NPN BC 337, Widerstand 1 kΩ, Relais 6V 55 mA, Fassung E10, LED E10, Schalter, Summer, Flachbatterie 4,5 V, Messingnägel 10mm, Silberdraht 1. Grundplatte schwarz streichen. Lötpunkte nach Plan vorstechen. 2. Plan abnehmen, Messingnägel bündig einschlagen. 3. Bauteile und Leiterbahnen (Silber­ draht) laut Plan löten, Schalter einbauen. 4. Batteriehalterung (Metallwinkel, Polystyrol) anfertigen. 5. Lampenfassungen (+/- beachten!) – ev. Summer – parallel geschaltet aufbauen. 6. Wenn es dämmert: LICHT AN! – AUTOMATISCH!

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EIN MUSS 1 FÜR SCHULEN

IYL 2015 ist das „internationale Jahr des Lichts“! Das ganze Jahr über finden steiermarkweit Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Licht statt. Der Kalender mit allen Terminen ist unter www.licht-blicke.co.at zu finden.

Fabelhafter Buchtipp

Mit ihrem neuen Buch „Pionierinnen. Die fabelhafte Welt der Frauen in der Technik“ präsentiert die Herausgeberin und Journalistin Gerlinde Knaus 15 faszinierende Frauenpersönlichkeiten, ihre Motivation und ihren Werdegang rund um die Eroberung eines Platzes in männlich dominierten Berufsfeldern. Erhältlich im Buchhandel oder bei gerlinde.knaus@mussekunst.com. Wir verlosen zwei Exemplare die­ ses Buches. Senden Sie uns eine E-Mail an office@dieindustrie.at.

TAG DER OFFENEN TÜR AN DEN STEIRISCHEN UNIVERSITÄTEN 9. April, 9–16 Uhr Die vier Grazer Universitäten informieren über Studienangebote und Weiterbildungsmöglichkeiten. In über 60 Workshops gibt es die Möglichkeit, Studien und Institute kennenzulernen, Forschung und Wissenschaft auszu­ probieren. Shuttlebusse verbinden die Hochschulen.

KLICK MAL

FASZINATION TECHNIK CHALLENGE 19. Mai, 10–15 Uhr, WKO Steiermark, Europasaal Schul- und Ausbildungsinformations­ messe die Lust auf Technik macht: Hochschulen, Ausbildungsinstitutionen und Technik-Initiativen stellen sich vor (inklusive Wissens-Check). SchülerIn­nen-Teams präsentieren ihre Experi­ mente als Ergebnis ihrer Betriebsbe­suche in Leitbetrieben ihrer Region. Die Teilnahme ist kostenlos. Infos: www.faszination-technik.at Anmeldung: info@faszination-technik.at

Wir freuen uns über Ihre Rückmel­ dung an office@dieindustrie.at in Form von Lob, Kritik, Wünschen, Anregungen und Bestellungen von „FUTURE” .

www.technical-experts.at

Lehre NACH der Matura – Informations­ offensive für MaturantInnen, die sich in Metalltechnik und Mechatronik qualifizieren möchten.

FEEDBACK

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IMPRESSUM: „FUTURE” wird kostenlos an LehrerInnen der Schultypen NMS, PTS und AHS versandt. Ziel der Publi­ kation ist die Information zu aktuellen Themen aus Industrie und Wirtschaft. Herausgeber: IV-Steiermark und Sparte Industrie der WKO Steiermark Für den Inhalt verantwortlich: „Die Industrie”, Hartenaugasse 17, 8010 Graz, Tel. 0316 321 528-0, Mail: office@dieindustrie.at Konzept & Text: Dr. Carola Lang; Textagentur Andreas Braunendal Layout: www.thinkprint.at, Karin Guerrier Fotos: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss; dieindustrie.at/Lindtner; Fotolia, istock


future 01/2015 BRANCHEN-CHECK „METALL“