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aktiv 2012


inhalt

DIAKONIEWERK . aktiv 2012

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diakoniewerk vorwort diakoniewerk aktiv für menschen thema 2012: aktiv altern aktiv für menschen mit behinderung aktiv für menschen im alter aktiv für ausbildung aktiv für gesundheit aktiv in der vielfalt aktiv im ausland aktiv mit spenden aktiv als soziales unternehmen diakoniewerk aktiv 2012


vorwort

diakoniewerk neue konzepte für ein positives morgen, die diakonischen werte als basis eines gehaltvollen lebens für alle. Im Diakoniewerk sind 2012 mehr als 3.200 MitarbeiterInnen in rund 100 Einrichtungen in Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Wien und Tirol sowie in Rumänien und Bosnien-Herzegowina aktiv.

Alle Menschen sind gleich an Rechten und Würde geboren und wollen das Leben nach individuellen Vorstellungen gestalten. Alle verdienen die gleichen Chancen, um ihre Talente und Fähigkei­ ten einzusetzen und ihren Platz in der Gemeinschaft zu erfüllen. „aktiv für menschen” bedeutet die Begegnung miteinander in einer Welt, die reich an Werten ist. Für das Recht auf ein ganz normales Leben.

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v.l.n.r: Dr. Heinz Thaler, Rektorin Mag.a Christa Schrauf, Mag. Josef Scharinger

Durch die Arbeit des Diakonie­ werkes werden wichtige Ent­ wicklungen initiiert und un­ terstützt: Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung setzt sich zu­ nehmend durch. Menschen im Alter verbringen ihren letzten Lebensabschnitt menschen­ würdig und immer mehr in der von ihnen gewünschten Form. Medizinische Angebote werden ständig weiterentwickelt und PatientInnen erleben in den Krankenhäusern Respekt und eine Begegnung auf Augenhöhe. Die Solidarität mit Menschen in Bosnien-Herzegowina und Rumänien ist zu einem unver­ zichtbaren Teil unseres Wir­ kens geworden. Diakonie muss immer wieder neu gedacht werden, um sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Das hält frisch und lebendig!

Wir haben uns 2012 intensiv mit der Idee der Inklusion beschäf­ tigt und die Auseinandersetzung darüber auch in den öffentlichen Diskurs eingebracht. Die vielen engagierten MitarbeiterInnen des Diakoniewerkes sind täglich bemüht, das Bekenntnis zur Vielfalt der Gesellschaft in ihrer Arbeit sichtbar zu machen. Damit tragen wir zu einem neuen Bild des Miteinanders bei, nach dem ausnahmslos alle Menschen Teil der einen Gesellschaft sind und deshalb das Recht auf Partizipation haben. Das entspricht auch unse­ rem biblischen Auftrag und Men­ schenbild. Jesus hat Menschen unabhängig von ihrer Lebenssitu­ ation vorbehaltlos angenommen und so exklusiven Ansprüchen widersprochen. Unsere Beteiligung am EU-Jahr 2012 des Aktiven Al­ terns und der Solidarität zwischen den Generationen ist auch ein logischer Schritt auf diesem Weg.

Den diakonischen Auftrag in den heute notwendigen Facet­ ten umzusetzen, ist eine heraus­ fordernde Arbeit. Die Entschei­ dung des Vorstandes und des Kuratoriums im Jahr 2012 zur Ausgliederung der DiakonissenKrankenhäuser in jeweils eine eigene gemeinnützige Gesell­ schaft mit beschränkter Haftung im 100%-Eigentum des Diako­ niewerkes ist eine Herausforde­ rung, die den Bereich Gesund­ heit zukunftssicher machen soll. Dieser Schritt unter dem neuen Auftritt „Klinik Diakonissen“ ab 2013 legt die Basis für den langfristigen Erfolg der Kliniken Diakonissen durch Profilierung der medizinischen Qualität, Optimierung der strategischen Ausrichtung und der Abläufe, unter klarem Bekenntnis zum diakonischen Wertebild.

Heinz Thaler

Christa Schrauf

Josef Scharinger


diakoniewerk aktiv für menschen

partnerschaft

toleranz chancengleichheit

inklusion

nächstenliebe verantwortung

teilhabe

menschenwürde

wohlbefindenzuversicht

integration

engagement sinnerfüllung

selbstbestimmung

mitgefühl

unterstützung

begleitung

aktiv für menschen mit behinderung

aktiv für menschen im alter

aktiv für ausbildung

aktiv für gesundheit

aktiv in der vielfalt

aktiv im ausland

Das Diakoniewerk engagiert sich in der zeitgemäßen Begleitung von Menschen mit Beeinträch­ tigungen. Als modernes Sozial­ unternehmen sind wir in fol­ genden Bereichen aktiv: Lernen, Wohnen, Arbeit und Beschäf­ tigung, Therapie, Kunst und Kultur, Freizeit, Sport, Bildung und mobile Begleitung und Hilfe. Mit computerunterstützter Kommunikation trägt LIFEtool dazu bei, die Lebensqualität von Menschen mit Beeinträchtigung zu erweitern und ihnen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Die Arbeit mit Menschen im Alter, die in ihrem letzten Lebensabschnitt vor neuen Herausforderungen stehen, ist ein weiterer Schwerpunkt. Mit fachlich bestens ausgebildeten und engagierten Mitarbeite­ rInnen soll „Nächstenliebe in unserer Zeit“ wieder erlebbar sein, vor allem auch für Men­ schen mit Demenz. Als christlich geprägtes Unternehmen fördern wir dabei Selbstbestimmung und Normalität, vom Bereich Wohnen und Pflege bis hin zu Tageszentren, mobilen Diensten und (Demenz-)Beratung.

In der Ausbildung für Sozialund Gesundheitsberufe hat das Erzielen bestmöglicher Quali­ fikation für die speziellen Auf­ gaben oberste Priorität. Unser Ausbildungsnetzwerk umfasst neben der Gesundheits- und Krankenpflege im Bildungs­ zentrum Diakonissen Linz die Sozialbetreuungsberufe Behin­ dertenbegleitung und -arbeit sowie Altenarbeit an Schulen in Gallneukirchen, Mauerkirchen, Ried, Wels und Salzburg. Die Diakonie-Implacementstiftung, die Diakonie Akademie (DiAk) und die Johann Sebastian Bach Musikschule in Innsbruck ergän­ zen das Angebot.

Zum Diakoniewerk gehören ein allgemein öffentliches Diakonis­ sen-Krankenhaus in Schladming sowie zwei Privatkrankenhäu­ sern in Linz und Salzburg, wo zusätzlich ambulante Leistungen im Rahmen der gesetz­lichen Krankenversicherung geboten werden. Hochtechnikmedizin und modernste Diagnostikgerä­ te verbinden wir dabei mit der persönlichen Orientierung am Patienten und der ganzheitli­ chen Betrachtung von Medizin, Pflege, Therapie und Seelsorge. Die strategische Weiterentwick­ lung des Gesundheitsbereichs zeigt sich ab 1.1.2013 im neuen Auftritt Kliniken Diakonissen.

Das soziale Engagement des Diakoniewerks zeigt sich in einer Vielzahl von weiteren Tätigkeitsfeldern. Gemeinsam mit der Stadt Salzburg führt das Diakoniewerk drei Bewohner­ servicestellen. In Gallneukirchen gehören das Hotel Waldheimat, die Bücherinsel, die Gärtnerei Friedenshort sowie Garten & Landschaft zum vielfältigen An­ gebot, in Wien das Studenten­ heim Albert Schweitzer Haus und in Deutschfeistritz ein Haus für Flüchtlinge.

Das umfassende Know-how in der Hilfe für Menschen mit Behinderung und Menschen im Alter stellt das Diakoniewerk seit über 10 Jahren auch Menschen im Ausland zur Verfügung. In Mostar/Bosnien-Herzegowina gründeten wir einen integrati­ ven multiethnischen Kindergar­ ten. In Rumänien wurden eine Werkstätte in Sibiu-Hermann­ stadt und das Soziale Bera­ tungszentrum mit ambulanter Hauspflege in Sebeş- Mühlbach eröffnet. Das Beratungs­zentrum wurde später um eine kleine Werkstätte erweitert.

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ich bin dabei

DIAKONIEWERK . thema 2012: AKTIV ALTERN

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diakoniewerk thema 2012: aktiv altern

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ie Europäische Kommission hat das Jahr 2012 zum „Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ erklärt. Das Diakoniewerk ist mit zahlreichen Angeboten für Menschen im Alter in vier Bundesländern aktiv.

Altern in Würde – Solidarität im Zentrum diakonischer Arbeit „Im EU Jahr 2012 stellt sich das Diakoniewerk selbstkritisch die Frage, ob und wie es der Beglei­ tung von Menschen im Alter gerecht werden kann. Ausge­ hend von unserem diakonischchristlich geprägten Menschen­ bild, das den Menschen immer in seiner Ganzheitlichkeit sieht, wollen wir zu neuen Bildern des Alter(n)s und der Generationen­ solidarität beitragen!“, betont Magistra Christa Schrauf. Für die Rektorin des Diakonie­ werkes ist es dabei wichtig, gerade auch jene Menschen im Alter in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken, die, weil sie einen hohen Pflegebedarf haben oder von Demenz betrof­ fen sind, von vielen als nicht gesellschaftsfähig angesehen werden: „Das Alter darf nicht als Leistungsakt verstanden werden. Das birgt die Gefahr, die Würde alter Menschen von ihren Leistungen und Fähig­ keiten abhängig zu machen. Menschen im Alter dürfen nicht auf ihren ökonomischen Wert

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reduziert werden. Sie bleiben Menschen in einem umfassen­ den Sinn, mit Bedürfnissen und Wünschen, wie andere sie auch haben. Sie haben ein Recht auf ein menschenwürdiges, selbst­ bestimmtes Leben bis zuletzt“, so Rektorin Schrauf. Deshalb ist es gesellschaftliche Pflicht, Menschen im Alter in ihrer Würde zu schützen und für sie die Voraussetzungen zu schaf­ fen, die sie brauchen, um die Herausforderungen des Alterns annehmen und bewältigen zu können. Dazu gehört professio­ nelle Begleitung in der Situation des Alltages und der Pflege.

Lebensqualität mit Ablaufdatum? Dass sich die europäische Bevöl­ kerung in einem demografischen Wandel befindet und sinkende Geburtenraten wie steigende Le­ benserwartung den Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung wachsen lassen, ist ein Faktum. Dazu wird die lange Lebensdau­ er durch weit fortgeschrittene

medizinische Versorgung als eine der größten zivilisatorischen Errungenschaften gesehen. Der Umgang der Gesellschaft mit Menschen im Alter weist große Defizite auf. Ganz im Sinne des EU-Jahres hat das Diakoniewerk daher auch die „soziale Teilhabe“ als Schwerpunktthema definiert. So werden im Diakoniewerk mehr als 1.200 Menschen im Alter in Hausgemeinschaften, Wohnungen mit speziellem Service, Tageszentren oder Cafés sowie durch mobile Dienste und Besuchsdienste betreut. Alle die­ se Menschen haben, trotz unter­ schiedlicher Einschränkungen, das Recht auf gesellschaftliche Partizipation und Selbstbestim­ mung. Diese Leitprinzipien in der Altenarbeit des Diakoniewerkes bilden die Grundlage für zahlrei­ che Aktivitäten, die eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen im Alter fördern, etwa mit Ausstellungen und Konzerten in den Hausgemeinschaften, gar­ tentherapeutischer oder künstle­ rischer Arbeit sowie mit zahlrei­ chen spirituellen Angeboten.

Pro Aging - Altern ist Teil des Menschseins

Solidarität zwischen den Generationen

Kosmetikindustrie und Schön­ heitschirurgie haben dafür gesorgt, dass der Begriff „Anti Aging“ heute in aller Munde ist. Mit dem Menschenbild, das dahinter steckt, wird das Ideal der ewigen Jugend und Leis­ tungsfähigkeit suggeriert. Ganz im Gegensatz dazu setzt das Diakoniewerk auf den Begriff „Pro Aging“ und trifft damit auch eine der Kernaussagen des EUJahres 2012, nämlich das eigene Leben proaktiv zu gestalten und die Vorteile des höheren Lebens­ alters zu genießen, wie Ent­ schleunigung oder das bewusste Auskosten von Zeit, Ruhe und Muße. Für das Diakoniewerk ist das Motto des „Europäischen Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Genera­ tionen“ ein selbstverständlicher Auftrag. Dieser wird auch nach außen kommuniziert, um die Gesellschaft für die Bedürfnisse der Betroffenen nachhaltig zu sensibilisieren.

Dabei ist entscheidend, die Diskussion rund ums Altern als Dialog der Generationen zu führen. Dass Menschen im Alter über viele wertvolle Erfahrun­ gen und Fertigkeiten verfügen, die sie an die nachkommenden Generationen weitergeben, ist eines der Erfolgsrezepte der Menschheitsgeschichte. „Es braucht die Solidarität zwischen der jüngeren und der älteren Generation, die sich nicht nur auf die finanziellen Aspek­ te reduziert, sondern die den Zusammenhalt, den Austausch und damit das gegenseitige Ver­ ständnis zwischen den Genera­ tionen fördert“, erklärt Rektorin Christa Schrauf und vermittelt damit auch klar den Standpunkt des Diakoniewerks. Für jun­ ge Leute im Alter von durch­ schnittlich 18 Jahren, die ein freiwilliges soziales Jahr oder den Zivildienst im Diakoniewerk leisten, ist diese Erfahrung ein wesentlicher Lernprozess. Nicht

nur als Berufsorientierung oder Überbrückung bis zum Beginn einer Ausbildung, sondern vor allem als Entwicklungsphase der sozialen Kompetenz. So lernen junge Menschen die speziellen Bedürfnisse der Menschen im Alter kennen und verstehen. Umgekehrt erhalten die Älteren Einblick in die Denkweisen und das Leben der Jungen. Somit entstehen ein Austausch zwi­ schen den Generationen und eine Förderung der Zusammen­ arbeit zwischen Jung und Alt, die auch als bewusst gelebte Solidarität verstanden wird. Das Diakoniewerk wird sich auch in Zukunft verstärkt engagieren, um mit dem Motto des „Europäischen Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012“ ein bewusstes Umgehen mit diesem gesellschaftlich so wichtigen Thema zu forcieren. Denn eine bessere Teilhabe von Menschen im Alter an der Gesellschaft ermöglicht, ein Leben trotz Einschränkungen lebenswert zu erhalten und die eigene Würde zu bewahren.


diakoniewerk thema 2012: aktiv altern

Kinder bringen Leben ins Haus Im Haus für Senioren Linz haben die BewohnerInnen eine beson­ dere Freundschaft geschlossen – mit den Kindern vom Kinder­ garten Reischekstraße. Die Klei­ nen lernen einen natürlichen Umgang mit „dem Alter“, Hilfs­ bereitschaft, Respekt und Verant­ wortung und bringen gleichzeitig Lebensfreude mit, die anste­ ckend auf die BewohnerInnen wirkt. Zum Laternenfest kamen sie mit selbstgebastelten Later­ nen und einigen Liedern, die sie auf jeder Hausgemeinschaft vor­ getragen haben. Zu Weihnach­ ten bastelten die Kinder kleine Geschenke, welche sie persön­ lich überreicht haben. Einmal monatlich geht eine Bewohnerin oder ein Bewohner in den Kin­ dergarten und liest den Kindern eine Geschichte vor. „Die Kinder bringen Leben in unser Haus. Ihr Lachen ist für uns alles!“ freut sich eine Bewohnerin.

Erinnerungspflege via Internet Ende Februar haben Schüle­ rInnen der 6. Klasse aus dem benachbarten Dr. Schauer-Gym­ nasium ihren Informatik-Unter­

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richt ins Haus für Senioren Wels verlegt, um dort interessierten BewohnerInnen die Möglichkei­ ten des Internets näher zu brin­ gen. Etwa 10 SeniorInnen ergrif­ fen die Gelegenheit beim Schopf, um via Google Maps einen Blick auf ihren Heimatort zu werfen, eine beliebte Volksliedmelodie auf Youtube zu entdecken, in einer Bildergalerie Erinnerungen an früher aufzufrischen oder mit dem Mitbewohner am Nachbar­ tisch zu skypen. Dabei wurde das Gesehene oder Gehörte zum Ausgangspunkt für eine Reise in die Vergangenheit, an der sie die aufmerksam zuhörenden Schü­ lerInnen teilhaben ließen.

Spatenstich für die ROSA ZUKUNFT Am 30. Mai fand der offiziel­ le Start des Wohnbauprojekts ROSA ZUKUNFT in SalzburgTaxham statt. Das Diakoniewerk ist gemeinsam mit der Firma Myslik in der Lebenswelt Woh­ nen GmbH Bauträger, außerdem war es beauftragt, das inhaltliche Konzept für das gesamte Pro­ jekt zu erarbeiten. In der Folge wird das Diakonie-Zentrum Salzburg mit einer Wohnkoor­ dination ein gutes Miteinander der verschiedenen Generationen

gegangen. Im Salzburger Stadtteil Aigen werden in den nächsten Jahren südlich des Diakonie-Zen­ trums auf einer Fläche von rund 19.200 m2 ca. 170 Wohneinheiten sowie Allgemeinflächen errichtet. Neben differenzierten Wohnfor­ men für Menschen im Alter sind altersgemischtes sowie klassisches Wohnen geplant. Teil des Gesamt­ projekts ist darüber hinaus ein Wohnkonzept für Menschen mit Behinderung sowie das Angebot von Gesundheitsleistungen. Auch dort war das Diakoniewerk beauf­ tragt, das inhaltliche Konzept zu erarbeiten und wird das Projekt auch begleiten. Das DiakonieZentrum Salzburg steht in der Fol­ ge als Anbieter qualitätsvoller und zielgruppenorientierter Dienstleis­ tungen zur Verfügung. Geplanter Baubeginn: Herbst 2013. ermöglichen und als Anbieter qualitätsvoller Dienstleistungen für Menschen im Alter zur Ver­ fügung stehen. Insgesamt entste­ hen 129 Wohneinheiten, 59 da­ von geförderte Mietwohnungen mit Schwerpunkt Mehrgenera­ tionenwohnen. 40 Miet- bzw. Mietkaufwohnungen stehen für betreutes Seniorenwohnen zur Verfügung. Darüber hinaus sind 30 Eigentumswohnungen bzw. Reihenhäuser für „junges Woh­ nen“ und „Wohnen für Senio­ ren“ geplant. Fertigstellung und Wohnungsübergabe voraussicht­ lich Winter 2013/2014.

Weiteres innovatives Wohnbauprojekt Am 9. Juli erreichte das Wohn­ bauprojekt „Lebenswelt AigenOlivierstraße“ ein wichtiges Etappenziel. Aus 16 Einreichun­ gen im zweistufigen Architek­ turwettbewerb ist der Entwurf des Architektenbüros Aicher aus Lustenau als Siegerprojekt hervor­

Kalender Erinnerungsschätze Unter dem Titel Erinnerungs­ schätze – Leben in Vielfalt und Fülle hat das Diakoniewerk einen Kalender herausgegeben, der Menschen im Alter, die im Diakoniewerk begleitet werden, mit ihren „Erinnerungschätzen“ – besonderen Lebensmomenten, die ihnen wichtig sind – in den Mittelpunkt stellt. Der Fotografin

Karin Hofbauer ist es auf ein­ drucksvolle Weise gelungen, die Vielfalt und Fülle dieser besonde­ ren Lebensmomente einzufangen.

Generationenprojekt mit Spedition Die Lehrlinge vom Speditionsun­ ternehmen Kühne+Nagel erfah­ ren – neben ihrer Fachausbildung zu Speditionskaufleuten –, wel­ che Möglichkeiten es zur aktiven gesellschaftlichen Mitgestaltung gibt und was es heißt, soziales Engagement zu übernehmen. Ca. 15 Lehrlinge besuchen seit dem Sommer jeden zweiten Mittwoch die BewohnerInnen der Hausge­ meinschaften Erdbergstraße in Wien und unternehmen gemein­ same Spaziergänge, führen Ge­ spräche oder spielen Karten. Der Kontakt mit den Jugendlichen ist eine Bereicherung für die Be­ wohnerInnen, und die Vorfreude auf die jungen Besucher ist im­ mer groß. Das Projekt läuft noch bis Mitte März 2013.

Aktiv Altern: Themennachmittag in Graz Das Europäische Jahr „Aktiv Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ bot Anlass für einen ersten Themennach­ mittag im Haus am Ruckerlberg in Graz am 1. Oktober. Univ.Prof.in Dr.in Irene Dyk-Ploss befasste sich mit der gesellschaft­ lichen Diskussion zum Thema Alter. Mit Stolz präsentiert wurde auch der Bildkalender „Erinnerungsschätze - Leben in Vielfalt und Fülle“, der 13 ausgewählte Lebensgeschichten von Menschen im Alter, die im Diakoniewerk begleitet werden, porträtiert. Das Kabarettpro­ gramm „Lustig ist das Senioren­ leben“ brachte eine humorvolle Perspektive in das vielfältige Pro­

aktivitäten 2012 Pressekonferenz zum „EU-Jahr 2012 für aktives Altern“ im Haus für Senioren Linz

Spatenstich des Wohnbauprojekts „Rosa Zukunft“ in Salzburg-Taxham

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Workshop für Journalisten „Worte schaffen Wirklichkeit“ mit Mag.a Dr.in Margit Scholta im OÖ. Presseclub in Linz

Aktionstag „Aktiv Altern: Anspruch oder Widerspruch?“ im Haus am Ruckerlberg in Graz

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gramm. Weitere Themennach­ mittage zu wichtigen gesellschaft­ lichen Anliegen werden folgen.

Generationenprojekt „J.A! Jung trifft Alt“ Seit Ende September 2012 läuft im Diakonie-Zentrum Salzburg das Projekt „J.A! Jung trifft Alt“: Drei Jugendliche – zwei Schüler des Bundesgymnasiums Zau­ nergasse und ein Schüler des Ausbildungszentrums St. Josef – kommen einmal wöchent­ lich ins Haus für Senioren, um jeweils eine Bewohnerin bzw. einen Bewohner, die/der wenig Kontakt zu Angehörigen oder Freunden hat, zu besuchen. Am Programm können Spaziergän­ ge und Einkäufe, gemütliche Gespräche und Spiele oder aber ein Besuch im hauseigenen Café Dialog stehen. „J.A! Jung trifft Alt“ wird konzeptgeleitet durch­ geführt und auch begleitet. In diesem Projekt geht es darum, junge Patinnen und Paten für Menschen im Alter zu finden, die mit ihnen reden, lachen oder auch von ihrer Lebenser­ fahrung lernen.


sowieso so wie du

DIAKONIEWERK . AKTIV FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

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diakoniewerk aktiv für menschen mit behinderung

Professionelle Unterstützung

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or 19 Jahren entstand das Theater Malaria aus einer Eigeninitiative von künstlerisch tätigen Menschen mit Behinderung im Diakoniewerk. Das Ensemble besteht derzeit aus zehn SchauspielerInnen aus dem Diakoniewerk, die von externen Profis der freien Szene unterstützt werden.

Experiment Leben - Das Leben auf die Bühne bringen: Ein Porträt des Theater Malaria

Die Zusammenarbeit mit Profis bereichert nicht nur inhaltlich die Theaterstücke, sie ist gleich­ zeitig auch eine Art Schauspiel­ schule. „Wie schaffe ich es, auf der Bühne Präsenz auszustrah­ len, wie betrete und verlasse ich die Bühne wirkungsvoll - all das haben unsere Schauspiele­ rInnen durch die Kooperation mit den Profis schon sehr gut gelernt“, erklärt Theaterpädago­ gin Iris Hanousek-Mader. „Was aber die Mischung von verschie­ denen Theaterformen angeht, die den Schauspielern auf der Bühne ermöglicht, sich auf ihre Art auszudrücken und die ganz individuell auf die jeweiligen Stärken eingeht, da kann die freie Szene durchaus von uns lernen“, ist sie überzeugt und erzählt weiter: „Die Profis sind oft überrascht vom komischen Talent, vom tänzerischen oder sprachlichen Ausdruck unserer Schauspieler.“

Nahe am Leben Von der Idee bis zur Aufführung benötigt jedes Stück rund zwei Jahre Vorbereitungszeit. Im ers­ ten Schritt wird ein Thema grob umrissen und Material dazu gesammelt, wobei die Themen „Experiment Leben – Winkler­ gasse 43“, so hieß das Stück, das am 9. Mai 2012 im Rahmen des Theaterfestivals „sicht:wechsel“ im Linzer Posthof Premiere hatte. Auch wenn das Ensem­ ble schon einige Theaterstücke erarbeitet und zur Aufführung gebracht hat, war es doch etwas Besonderes, auf der renommier­ ten Linzer Bühne auftreten zu können. „Den Posthof haben

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wir gewählt, da er den An­ spruch einer Zeitkultur am Ha­ fen hat. Und wir sind ein Stück Zeitkultur“, erklärt die Theater­ pädagogin Iris Hanousek-Mader. Als Regisseurin und Drama­ turgin ist sie seit den Anfängen beim Theater Malaria dabei. Mit Profis aus der freien Szene arbeiten zu können, empfindet sie dabei als enorm hilfreich. So wird seit zwei Jahren ge­

meinsam mit dem bekannten Theatersport-Ensemble „Im­ propheten“ zwei Vormittage im Monat Improvisationstheater trainiert. Im kleinen Saal des Posthofs wurde geübt, um den SchauspielerInnen des Theaters Malaria ein Gefühl für Raum, Licht und Wege zu geben sowie das Stück wirkungsvoll in Szene zu setzen.

immer ganz nahe am Leben der SchauspielerInnen angesiedelt sind. Wie etwa das Thema „Äl­ ter werden“, das vom Ensemble ins Stück „Experiment Leben – Winklergasse 43“ eingearbeitet wurde. Als nächster Schritt der Theaterarbeit beginnt die Im­ provisation. Hier werden die in­ dividuellen Stärken der Schau­ spielerInnen in Workshops mit Clowntheater, Figurentheater und anderen Theaterformen er­ arbeitet, um alle Teilnehmenden mit einzubeziehen. Die so ent­ standenen Puzzleteile werden gemeinsam mit den externen Schauspielern zu einem roten

Faden zusammengefügt. Dar­ aus wird schließlich ein fertiges Stück erarbeitet. Auch für die Anfertigung von Kostümen und Bühnenbild sowie für Musik hat das Theater Malaria Profis zur Unterstützung angeheuert. Mit seinem erfolgreichen Auf­ tritt im Posthof hat das Ensem­ ble des Theater Malaria einen großartigen Erfolg verzeichnet und einen wichtigen Schritt in Richtung inklusive Gesellschaft gesetzt.

Theater Malaria sind: Kurt Engleder, Florian Gerstl, Herwig Hack, Herbert Kastner, Brigitte Koxeder, Niki Kroiss, Josef Landl, Stefan Mann, Ruth Oberhuber, Sabine Schiffler (SchauspielerInnen), Iris Hanousek-Mader (Regie), Martina Kornfehl (Bühne), Ursula Buttinger (Choreografie)


diakoniewerk aktiv für menschen mit behinderung

Kichererbse goes Kleine Zeitung

Für ein barrierefreies Bad Leonfelden

Vierteljährlich erscheint die Zeitschrift Kichererbse – gestaltet mit großem Einsatz von einem

SchülerInnen der Tourismus­ fachschulen Bad Leonfelden waren Anfang Mai gemeinsam

aktivitäten 2012

Solidaritätspreis für I-Treff STUWE Der I-Treff STUWE, ein ge­ meinsames Projekt vom Verein Jugendzentrum STUWE und vom Zentrum für Freizeit-SportBildung (FRISBI) des Diako­ niewerks, hat einen der mit je 2.000 Euro dotierten Solidari­ tätspreise der KirchenZeitung für Oberösterreich gewonnen. Die Preisverleihung fand am 15. Mai im Steinernen Saal des Linzer Landhauses (Sitz der OÖ. Landesregierung) statt. Die Jury hatte aus rund 130 Einreichun­ gen insgesamt neun Projekte in unterschiedlichen Kategorien mit einem Solidaritätspreis aus­ gezeichnet. Der I-Treff STUWE

Besuch der serbischen Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Erziehung, Dr.in Tinde Kovač-Cerovič, in der Martin-Boos-Schule

Kauf angeboten. Der Natur­ laden bietet 4 Menschen mit einer Beeinträchtigung einen qualitätsvollen Arbeitsplatz. Weiters werden von der Werk­ stätte Oberneukirchen Dienst­ leistungen wie Getreide mahlen, Zwetschgen dörren, Nüsse kna­ cken und vieles mehr, die auch von MitarbeiterInnen mit schwe­ rer Beeinträchtigung bewältigt werden können, den bäuerlichen Lieferanten angeboten.

FRISBI feiert 30. Geburtstag

Redaktionsteam aus der Tages­ stätte Moserhofgasse in Graz. Es entstand bald der Wunsch, RedakteurInnen einer Tages­ zeitung über die Schultern zu schauen. Eine Einladung der Kleinen Zeitung machte es möglich: Die KichererbseRedakteurInnen schnupperten einen Vormittag lang Redak­ tionsluft. Monika Schachner von der Steiermark-Redaktion beantwortete Fragen zum Alltag eines Journalisten und zur Ent­ stehung der Zeitung. Danach nahm das Kichererbse-Team an der Redaktionssitzung teil und erlebte die Spannung in der Nachrichtenredaktion live mit. Abschließend übergab Kichererbse-Chefredakteur Pas­ cal Schantl eine Ausgabe der Kichererbse an Kleine-ZeitungChefredakteur Hubert Patterer. aktiv 2012

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mit BewohnerInnen und Mitar­ beitenden des Wohnhauses Bad Leonfelden auf „Feldforschung“ in Sachen Barrierefreiheit un­ terwegs. „Jetzt, wo in Bad Leon­ felden in der Vorbereitung der Landesausstellung 2013 einiges umgebaut wird, möchten wir Barrieren in der Stadt ausfor­ schen und Verbesserungsvor­ schläge machen. Barrierefreiheit ist ja nicht nur für Menschen mit Behinderung ein Thema sondern auch für Familien mit Kinderwagen und Menschen im Alter“, beschreibt Projekt­ leiter Mag. Andreas Reichl von den Tourismusfachschulen den Hintergrund des Schulprojektes. Gemeinsam mit Wohnhaus-Lei­ terin Marion Reichenberger und ihren MitarbeiterInnen und Be­ wohnerInnen wurde das Projekt geplant und durchgeführt.

bietet seit 2007 14-tägig Jugendli­ chen mit und ohne Behinderung ein von MitarbeiterInnen von FRISBI und vom STUWE beglei­ tetes Freizeitangebot in einem of­ fenen Jugendzentrum – ein gutes Beispiel für gelungene Inklusion!

Neu: Naturladen in Oberneukirchen In Zusammenarbeit mit der Ortsbauernschaft und der „Ge­ sunden Gemeinde“ startete die Werkstätte Oberneukirchen für Menschen mit Behinderung ein neues Angebot mitten im Ort. Im Naturladen werden Säfte, Most, eingelegtes Obst und Gemüse, Marmeladen, Tees, Öle, Getreide, Teigwaren, Frischgemüse und -obst nach Saison – ergänzt um weitere Produkte von Bio- und Fair-Trade-Lieferanten – zum

Seit 30 Jahren gibt es im Dia­ koniewerk Bildungs- und Frei­ zeitarbeit für Menschen mit Behinderungen im Zentrum für Freizeit-Sport-Bildung (FRISBI). Heute sind es 90 Angebote und 550 TeilnehmerInnen pro Jahr, die FRISBI begleitet. FRISBI sieht sich als Inklusionsgestalter, -begleiter und als Informations­ drehscheibe. Zum Jubiläum fand am 30. Oktober im OK Centrum in Linz die Enquete „Sackgasse - Inklusive Bildung?“ statt. Gastreferent Prof. Dr. KarlErnst Ackermann von der Ge­ sellschaft Erwachsenenbildung und Behinderung in Berlin erklärte, dass der Anspruch auf inklusive Erwachsenenbildung Grenzen hat. Diese liegen zum einen darin, dass Menschen mit und ohne Behinderungen ein großes Bedürfnis nach „Eigen­ kultur“ haben und dass Ange­ botsformate für Menschen mit mehrfacher Behinderung wenig „nichtbehinderte“ Anhänger

finden. Erst zielgruppenbezo­ gene Angebote schaffen das für Inklusion nötige Empowerment. Trotz allem sei es wichtig, hin­ aus zu gehen aus der Institution. „Dort wo aktuell Erwachsenen­ bildung für Menschen mit Be­ einträchtigungen stattfindet, ge­ hört sie nicht hin, sie gehört in die Verantwortung des Staates und muss Teil der allgemeinen Erwachsenenbildung sein.“

„Leichte Sprache“ auf dem Prüfstand Clara Leibetseder, Gabi Binder, Matthias Fröschl, Daniela We­ nigwieser, Alexander Hartl und Sarah Eibensteiner von der Me­ diengruppe in der Werkstätte Linzerberg in Gallneukirchen, haben seit März eine spezielle Aufgabe. Als „Prüfgruppe Leich­ te Sprache“ achten sie nicht nur in den Texten ihrer Zeitschrift ICH & WIR auf eine verständ­ liche Sprache, sondern auch in anderen Publikationen des Diakoniewerks, z.B. in den Bro­ schüren zu den Themen Arbeit, Wohnen sowie Gesundheit- und Pflegeberatung, die das Kompe­ tenzmanagement Behinderten­ hilfe für Menschen mit Beein­ trächtigung erstellt hat. Bereits seit 2006 gibt es eine Prüfgruppe in der Werkstätte Hagenberg, die immer wieder Texte und Broschüren, unter anderem vom Land Oberösterreich, über­ prüft.

Premiere des Theaterstücks „Experiment Leben – Winklergasse 43“ des Theater Malaria im Rahmen des Kulturfestivals „sicht:wechsel“

APR

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Eröffnung Zubau Hort an der Martin-Boos-Schule Verleihung Solidaritätspreis für I-Treff STUWE Diakoniewerk und Volkshochschule laden zur Freundeskreisparty in den Wissensturm ein

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10 Jahre Behindertenhilfe in Schladming im Rahmen des Diakoniefestes Schladming Wohnhaus Ried feiert 10. Geburtstag Eröffnung der Werkstätte St. Pantaleon Ausstellungseröffnung der AtelierKünstlerin Jutta Steinbeiß beim Forum Alpbach

AUG

Münchens Oberbürgermeister Ude besucht das Kulinarium Salzburg 15 Jahre Garten & Landschaft

SEP

Besuch einer Delegation von „Brot für die Welt“-Partnerorganisationen Werkstätte Oberneukirchen eröffnet Naturladen Segensfeier der neu gestalteten Werkstätte ERLE

OKT

Jubiläumsfeier 30 Jahre FRISBI im Linzer OK Verleihung des Ehrenpreises beim Literaturwettbewerb „Ohrenschmaus“ an Herwig Hack

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ich bin wer ich bin DIAKONIEWERK . AKTIV FÜR MENSCHEN IM ALTER

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diakoniewerk aktiv für menschen im alter

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in neues Wohnkonzept des Diakoniewerks mit individueller Begleitung und Betreuung wurde im Wohnpark Diakonissen Linz das erste Mal realisiert. In unmittelbarer Nachbarschaft von Diakonissen-Krankenhaus und Haus für Senioren erfolgte am 28. September 2012 die Schlüsselübergabe an die ersten MieterInnen.

Betreutes Leben im Alter: Hier lässt es sich gut einrichten

Frau Künz hat bereits viel Erfahrung beim Umsiedeln, immer wieder musste sie sich neu einrichten. Ihr Vater war Gendarmeriebeamter und wegen seiner mehrmaligen Versetzungen zog sie bereits als Kind oft mit ihren Eltern um. Auch nach England zog es die 77-jährige Dame, die während dieses viereinhalbjäh­ rigen Aufenthaltes die Mental

aktiv 2012

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Nursing School absolvierte. Ende September ist sie nun ein weiteres Mal übersiedelt, um sich im Wohnpark Diakonissen in Linz neu einzurichten. Das neue Wohnkonzept des Diako­ niewerks „Betreutes Leben im Alter“ bietet 22 frei finanzierte, barrierefreie Mietwohnungen in gehobener Qualität sowie ein Betreuungs- und Service­ paket inklusive 24-Stunden-

Notruf. Zur Verfügung stehen ein gemütlicher Salon mit Bibliothek und Teeküche sowie ein Bewegungsraum, dazu ist die Rezeption in den gemein­ schaftlich genutzten Bereich integriert. Fachlich qualifizierte Mitarbeiterinnen haben dort tagsüber für die Anliegen und Wünsche der BewohnerIn­ nen stets ein offenes Ohr. Das Betreuungs- und Servicepaket

ist fixer Bestandteil, weitere Serviceleistungen wie mobile Dienste, Mittagstisch, Einkaufsund Wäscheservice werden auf Wunsch vermittelt.

auf den Park sowie die Gesell­ schaft des Betreuungsteams.

Für sicheres und selbstbestimmtes Wohnen im Alter

Einen Wunsch verbindet Frau Künz innig mit der Zukunft im Wohnpark Diakonissen: Sie möchte noch viele Jahre unter Gleichgesinnten leben. Dabei

Umfragen zeigen, dass selbst­ bestimmtes Wohnen im Alter an Bedeutung gewinnt, wobei ergänzende Hilfen im Haushalt und Unterstützung bei der Pfle­ ge als wesentlich erachtet wer­ den. Weiters haben eine gute Anbindung an öffentlichen Ver­ kehr, Gesundheitsdienstleistun­ gen und Geschäfte in der Nähe hohe Priorität. Alle diese Wün­ sche erfüllt das neue Angebot des Diakoniewerks, sind die Wohnbedürfnisse älterer Men­ schen doch genauso vielfältig wie von jüngeren Menschen. So argumentiert auch der Schweizer Soziologie und Ge­ rontologe François Höpflinger: „Die enormen Unterschiede der Alterungsprozesse implizieren die Notwendigkeit einer Vielfalt an Wohnformen für das Alter. Eine altersadäquate Wohnung kann je nach Verlauf des Al­ terns sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen voraus­ setzen.“ Unter den ersten, die in den Wohnpark Diakonissen Linz eingezogen sind, ist auch das Ehepaar Lakitsch: „Für uns war es eine Vernunftentschei­ dung. Wir beide werden nächs­ tes Jahr 85 Jahre und das Haus mit dem Garten wurde uns langsam zu viel. Es war zwar keine leichte Entscheidung, da man sich nach 22 Jahren, die wir in unserem Haus verbracht haben, nur schwer davon trennt.“ Nun genießt das Ehe­ paar im Wohnpark Diakonissen neben der barrierefreien Woh­ nung einen wunderbaren Blick

Viele Jahre unter Gleichgesinnten leben

schätzt sie besonders die kluge Aufteilung ihrer barrierefreien Wohnung, das Essen in netter Gesellschaft beim gemeinsa­ men Mittagstisch, die Nähe zum Stadtzentrum mit den kultu­ rellen Angeboten und die per­ manente Unterstützung durch das Betreuerteam. „Mich freut auch, dass ich meinen Hund mitnehmen konnte. In dieser Wohnform bin ich keineswegs in meinem Freiraum eingeschränkt, habe aber das Betreuungsteam und die Gemeinschaft um mich, falls ich Unterstützung benötige“, fasst Frau Künz die Gründe für ihre Entscheidung zusammen.

Gemeinschaft, Barrierefreiheit, Freiraum Die Hauptmotive für den Um­ zug der fünf Ehepaare, der 13 alleinstehenden Frauen und

eines alleinstehenden Mannes in den Wohnpark Diakonissen lassen sich mit drei Stichwör­ tern zusammenfassen: Ge­ meinschaft, Barrierefreiheit, Freiraum. Dass sich die Ge­ meinschaft gut entwickelt und zusammenwächst, dafür sind Silvia Ehrengruber und ihre beiden Kolleginnen verant­ wortlich: „Zu Beginn war viel

Organisatorisches zu erledigen. Nicht nur die Möbel mußten ihren richtigen Platz finden, vor allem die MieterInnen sollten bei uns gut ankommen können.“

Vielfalt an Wohnformen Generell bietet das Diakonie­ werk in den Bundesländern unterschiedliche Wohnformen für Menschen im Alter an. Vergleichbare Angebote wie je­ nes in Linz sind zur Zeit in der Stadt Salzburg im Entstehen, wo in Anbindung an das be­ stehende Diakonie-Zentrum in Aigen ebenfalls die Wohnform „Betreutes Leben im Alter“ rea­ lisiert werden soll.


20 Jahre Tageszentren in Salzburg

diakoniewerk aktiv für menschen im alter

Fotoband über Menschen im Alter In den Hausgemeinschaften Erdbergstraße in Wien wird seit Jahren der intergenerative Aus­ tausch mit dem benachbarten Evangelischen Gymnasium aktiv betrieben. Im Zuge eines Prakti­ kums der SchülerInnen im Fach Geragogik entstanden durch die Fotografin Angelika Klampfer Fotos, die diese auch in ihrem neuen Fotoband über Menschen im Alter verwenden wird. Im Buch wird den Kooperationen der Hausgemeinschaften Erd­ bergstraße mit SchülerInnen des Gymnasiums, koptischen Jugendlichen und MitarbeiterIn­ nen der Firma PwC ein eigenes Kapitel gewidmet. An der ger­ agogischen Praktikumswoche und den Praktikumstagen nah­ men insgesamt 27 SchülerInnen der Oberstufen teil.

Stimmungsvolles Sommerfest Anlässlich des 5-jährigen Be­ stehens luden die Hausgemein­ schaften Erdbergstraße in Wien zum Sommerfest in die Aula des Evangelischen Gymnasiums

aktiv 2012

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ein. Es war ein Fest für und mit BewohnerInnen, Angehörigen, MitarbeiterInnen und FreundIn­ nen. Musikalisch wurde das Fest von der „Wienerberger Stuben­ musi“ schwungvoll begleitet. „Die Hausgemeinschaften Erd­ bergstraße sind auch noch nach fünf Jahren ein Aushängeschild am Wiener Sozialmarkt“, beton­ te Mag. Andreas Achrainer, Ge­ schäftsführer der Region Wien.

Neu in Linz: Diakonie.mobil Das Diakoniewerk ist in Salzburg und Oberösterreich an mehreren Standorten mit mobilen Angebo­ ten für Menschen im Alter aktiv. Mit Jänner 2012 bekam Diako­ nie.mobil Zuwachs in Linz. Die bisher vom Evangelischen Diako­ nieverein angebotene Betreuung und Pflege zuhause verstärkt nun als Diakonie.mobil optimal das Kompetenz-Netzwerk des Diako­ niewerks für Menschen im Alter am Standort Linz.

Aktivierung für die grauen Zellen „Good morning!“ tönt es fröh­ lich aus einem Raum im Erd­

geschoss des Haus für Senioren Wels. Dort sitzt nicht etwa eine Schulklasse, die mit dem Eng­ lischunterricht beginnen will, sondern eine Gruppe von sechs Bewohnerinnen des Hauses, die entweder vorhandene Kennt­ nisse ein wenig auffrischen oder einfach etwas Neues kennen lernen wollen. Die gebürtige Südafrikanerin Elaine Pichler, die die Liebe vor 25 Jahren nach Wels gebracht hat, bietet eh­ renamtlich Unterricht in ihrer Muttersprache an. „Es geht darum, die Teilnehmerinnen zu aktivieren, ihre grauen Zellen in Schwung zu bringen, ihnen eine schöne Abwechslung zu bie­ ten – und nicht so sehr um das Erlernen der Sprache“, erklärt

Vor 20 Jahren stellte die Stadt Salzburg erstmals finanzielle Mit­ tel für geriatrische Tageszentren zur Verfügung und übernahm damit österreichweit eine Vorrei­ terrolle. Das Diakonie-Zentrum Salzburg betreibt zwei Tageszent­ ren und lud am 18. Oktober – gemeinsam mit dem Roten Kreuz – ehemalige MitarbeiterInnen, Freiwillige, VertreterInnen aus Politik und Verwaltung, Netz­ werkpartner und Angehörige zu einem Jubiläumsabend ein. Im Namen des Diakoniewerks bedankten sich sowohl Diakonie­ werks-Vorstand Mag. Josef Scha­ ringer als auch Salzburgs Bürger­ meister-Stellvertreter Dr. Martin Panosch bei den MitarbeiterIn­ nen für ihr tägliches Engagement und ihre qualitätsvolle Arbeit. Auf dieser Grundlage baut der Erfolg dieses wichtigen Angebo­ tes in der Seniorenarbeit auf. Für viele Menschen im Alter sind die Tageszentren eine unverzichtbare Alternative zum Seniorenheim.

Wohlfühlgarten für Menschen im Alter Ein Wohlfühlgarten für Bewoh­ nerInnen und Tagesgäste er­ möglicht nun eine noch bessere Betreuungsqualität im Haus für

die Möglichkeit, ungehindert und sicher den oft erhöhten Bewe­ gungsdrang auszuleben und die Tages- und Jahreszeiten zu genie­ ßen. Im Rahmen dieser Baumaß­ nahmen wurde auch für die Gäs­ te des Tageszentrums Aigen ein befestigter, barrierefreier Außen­ bereich gestaltet. Eröffnet wurde der Wohlfühlgarten bei einem Grillfest mit BewohnerInnen, Angehörigen, MitarbeiterInnen und Gästen am 7. September.

Generationen gehen aufeinander zu Im Rahmen eines Sinnespro­ jektes initiierte die Evangelische Volksschule des Diakonievereins in Salzburg begleitete Treffen zwischen Kindern und Bewohne­ rInnen des Haus für Senioren. An zwei Tagen boten jeweils zwölf SchülerInnen ein vielfältiges Pro­ gramm: Märchen vorlesen, mit­ einander singen und musizieren. In das Programm wurden auch Kinderzeichnungen eingebaut. Um die Generationen ordentlich in Bewegung zu bringen, bot die Ergotherapie Aktivierungsübun­ gen an – und siehe da, die Kinder machten eifrig mit! Beim Gegen­ besuch in der Volksschule konn­ ten an drei Tagen jeweils vier bis sechs SeniorInnen am Unterricht teilnehmen und erleben, wie abwechslungsreich Schule heut­

aktivitäten 2012 Die Salzburger Landesrätin Mag.a Cornelia Schmidjell und die Bürgermeister der Gemeinden Werfen, Pfarrwerfen und Werfenweng informieren sich über das Hausgemeinschaftskonzept im Haus für Senioren Wels Lesung mit Rudolf Dietl im LiteraturCafé Haus für Senioren Wels Mundart-Lesung mit Hildegard Mair und Reinhold Imböck im LiteraturCafé Haus für Senioren Wels 18. Diakonie-Dialoge zum Thema „Normal ist zu vergessen. Betreuung und Förderung von Menschen mit Demenz“ im Bildungshaus St. Virgil, Salzburg

Senioren Salzburg – auch für die steigende Anzahl von an Demenz erkrankten Menschen. Der neue „Wohlfühlgarten“ bietet insbe­ sondere Menschen mit Demenz

zutage sein kann. Es waren für beide Generationen sehr schöne Begegnungen!

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Sommerfest in den Hausgemeinschaften Erdbergstraße Wien 1. Sommerfest im Haus Abendfrieden, Gallneukirchen Informationstag „Leben mit Demenz“ im Rahmen des Weltalzheimertages im Haus für Senioren Wels 20 Jahre Tageszentrum im DiakonieZentrum Salzburg

AUG SEP

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Der oö. LAbg. Michael Strugl besucht das Haus Abendfrieden Eröffnung Wohnpark Diakonissen Linz 1. Adventmarkt im Haus Abendfrieden

sie. Zwischen 3 und 9 Bewoh­ nerInnen nehmen daran teil. Eine Unterrichtseinheit dauert 75 Minuten.

FEB

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sie und er für dich und mich DIAKONIEWERK . AKTIV FÜR AUSBILDUNG

aktiv 2012

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diakoniewerk aktiv für ausbildung

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it knapp 10% aller Beschäftigten ist der Gesundheits- und Sozialsektor in Österreich nicht nur von sozialer Bedeutung, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Komplexe Arbeitsfelder und das geringe Image vor allem im Bereich der Langzeitpflege und -betreuung tragen jedoch dazu bei, dass qualifiziertes Personal entsprechend schwierig zu gewinnen ist.

Absicherung des Lebensrisikos „Pflegebedürftigkeit“ scheint daher in gleichem Maße wie für die Bereiche Krankheit und Arbeitslosigkeit notwendig und gerechtfertigt. Demographische Daten zeigen deutlich, dass sich die Zahl der älteren Menschen in Europa durch ein Zusammenspiel von sinkenden Geburtenraten und steigender Lebenserwartung kontinuierlich vergrößert. Statis­ tischen Berechnungen folgend wird sich der Anteil der EUBürgerInnen über 65 Jahre von 17,4% im Jahr 2011 auf 30% im Jahr 2060 erhöhen. Vor diesem Hintergrund sind AbsolventInnen der Schulen für Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufe heute besonders gefragt.

Gesundheits- und Sozialbetreuung: Beruf mit attraktiven Einstiegsmöglichkeiten

Der Weg in den Sozialund Pflegeberuf

„Wir brauchen Sie mehr denn je“, mit diesen Worten lässt sich die momentane Situation im Bereich der Gesundheits- und Sozialbetreuung wohl am besten beschreiben. Aufgrund der demo­ graphischen Entwicklung ist ein verlässliches Betreuungsangebot für alte und hochbetagte Men­

Dass die Hemmschwelle für den Berufseinstieg hoch ist, lässt sich nicht leugnen. Oft tauchen Fragen und Unsicherheiten auf, ob die Entscheidung zum Sozial- und Pflegeberuf richtig ist. Um Klarheit zu gewinnen oder gar Zweifel und Ängste abzulegen, dafür gibt es jedoch viele Möglichkeiten. So bietet das freiwillige Sozialjahr jungen Menschen die Chance, die Arbeit konkret kennen zu lernen und vielleicht sogar als Wunschberuf zu entdecken. Als MitarbeiterIn­ nen oder TeilnehmerInnen an einer der Ausbildungen bleiben jährlich immerhin über 50% der AbsolventInnen im Dia­ koniewerk. Weiters ergreifen zahlreiche TeilnehmerInnen des Sozialjahres auch außerhalb des Diakoniewerks einen Beruf im Sozial- und Gesundheitsbereich. „Es war eines der schönsten Jahre in meinem Leben bisher. Ich wusste nach dem Sozial­ jahr, dass ich die Ausbildung im

aktiv 2012

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schen mehr denn je erforderlich. Für ein Leben in Würde, das auch im Alter von vielen Möglichkei­ ten der Teilhabe geprägt ist. So ist es in der heutigen Zeit eine der größten Herausforderungen an unser Gemeinwesen, diese kul­ tur- und wertsensible Altenarbeit in Zukunft verstärkt zu leisten.

Pflegebedürftigkeit darf nicht allein auf hochbetagte Menschen reduziert werden. Grundsätzlich kann jeder Mensch in unserer Gesellschaft durch Krankheit, Un­ fall, Invalidität, geistige und kör­ perliche Beeinträchtigungen oder eben aufgrund des Alters pflege­ bedürftig werden. Die solidarische

Bereich der Behindertenhilfe mache“, erzählt Verena Leitner, die nach absolviertem Sozialjahr und abgeschlossener Ausbildung mittlerweile im Diakoniewerk tätig ist. So wird durch das Frei­ willigengesetz seit Juni 2012 die gesetzliche Grundlage für Rah­ menbedingungen und Strukturen zur Förderung von Freiwilligen­ tätigkeiten in Österreich definiert. Damit ist sichergestellt, dass die TeilnehmerInnen Sozialversiche­ rung, geregeltes Taschengeld und Anspruch auf Familienbeihilfe erhalten. Zudem gibt es die Ver­ pflichtung für Unternehmen, ihre Freiwilligen während des Sozial­ jahres entsprechend zu begleiten.

nen auf diese Art ein realistisches Bild der Arbeit erhalten und ihren Weg in den Sozialbereich leichter finden.

Zivildienst und Berufserfahrung

PraktikantInnen herzlich willkommen!

Da der Pflegeberuf traditionell weiblich dominiert ist, bleibt die Hemmschwelle junger Männer für den Einstieg in einen Sozialoder Gesundheitsberuf eher hoch. In Gesprächen mit Zivildienern im Diakoniewerk zeigt sich, dass viele erst durch die Praxis erken­ nen, wie erfüllend und sinnstif­ tend die Arbeit mit Menschen ist, die besondere Bedürfnisse haben. Jährlich entscheiden sich rund zehn Prozent aller Zivildiener da­ für, im Diakoniewerk zu bleiben und eine Karriere im Sozial- und Gesundheitsbereich zu starten. Für einige junge Männer waren die gesammelten, positiven Erfah­ rungen ausschlaggebend für diese Entscheidung. Ob die Ausbildung im Sozial- oder Gesundheitsbe­ reich der individuell richtige Weg ist, lässt sich auch durch ein Prak­ tikum herausfinden, wie etwa Schnuppertage in einem Haus für Senioren oder die Begleitung von Menschen mit Beeinträchti­ gungen während der Ferienzeit. Die Erfahrung im Diakoniewerk jedenfalls zeigt, dass PraktikantIn­

Entscheidet man sich für einen beruflichen Weg im Sozial- und Gesundheitsbereich, stehen an fünf Standorten in Österreich zahlreiche Ausbildungsmöglich­ keiten zur Wahl. Das Diakonie­ werk ermöglicht in den Schulen für Sozialbetreuungsberufe die Ausbildung zu Fach- und Diplom-SozialbetreuerInnen für Altenarbeit, Behindertenarbeit und Behindertenbegleitung. Am Standort Linz kann an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege zusätzlich eine Qualifizierung im Gesundheits­ bereich absolviert werden. Alle Ausbildungen werden in Tages­ form oder berufsbegleitend an­ geboten. Schließlich wird in den Ausbildungszentren des Diako­ niewerks jenes Wissen vermit­ telt, das für zeitgemäße Beglei­ tung, Förderung, Unterstützung und Pflege von Menschen mit besonderen Bedürfnissen erfor­ derlich ist.


diakoniewerk aktiv für ausbildung

fang März bei einer Veranstal­ tung der Innsbrucker Kommu­ nalbetriebe eine erste Kostprobe ihres Könnens gegeben.

im Rahmen seiner Abschlussar­ beit an der Schule für Sozialbe­ treuungsberufe/Behindertenbe­

Tag der offenen Tür und Info-Abend in den Ludwig-Schwarz-Schulen

Mehr Platz zum Spielen und Lernen

Von der Pflegehilfe zur Sozialbetreuung Als PflegehelferIn findet man einen erfüllenden Beruf im Gesundheitsbereich, ist jedoch auf diesen beschränkt. Mit der Weiterqualifizierung in den Ludwig-Schwarz-Schulen in Gallneukirchen können sich jetzt PflegehelferInnen zum/ zur Fach-SozialbetreuerIn/Al­ tenarbeit weiterbilden und sich damit ein neues, interessantes und zukunftsweisendes Berufs­ feld erschließen. Aufbauend auf der vorhandenen PflegehelferQualifikation werden Inhalte der Fach-Sozialbetreuer-Ausbildung/ Altenarbeit berufsbegleitend in 2 Semestern vermittelt. Die Un­ terrichtszeiten sind so gewählt (ein bis zweimal pro Woche am Spätnachmittag und Abend bzw. monatlich ein Samstag), dass die TeilnehmerInnen neben der Ausbildung berufstätig sein und sogar bereits im neuen Berufs­ feld arbeiten können.

„Sanfter“ Einstieg in die Sozialausbildung Seit Februar ist es an der Schule für Sozialbetreuungsberufe im Diakonie-Zentrum Salzburg mit einer eigenen „Stiftungsklasse“ möglich, mit den vorteilhaften Rahmenbedingungen einer Stif­ tung die Ausbildung zum/zur aktiv 2012

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FachsozialbetreuerIn/Altenar­ beit oder Behindertenarbeit zu erwerben. Im ersten Semester steht die Ausbildung in Heimhil­ fe auf dem Programm. So ver­ fügen die Studierenden bereits nach einem halben Jahr über eine solide Grundausbildung, die sie auch in ihren Praxisstel­ len einbringen können. Der „sanfte Einstieg“ mit zunächst nur einem Tag Theorie-Unter­ richt pro Woche und 200 PraxisStunden kommt den Quer­ einsteigerInnen einer Stiftung besonders entgegen, denn in der Regel ist das Feld der Sozialbe­ rufe für sie Neuland. Qualifizier­ te AbsolventInnen des ersten Ausbildungsabschnittes können danach in weiteren drei Semes­ tern in berufsbegleitender Form den Fachabschluss erwerben.

Diakoniewerk beim „Fit for life“-Infotag Liferadio Oberösterreich veran­ staltete im März in der Arkade in Linz einen Informationstag rund um Ausbildungen im Sozi­ al- und Gesundheitsbereich. Das Diakoniewerk bewarb mit einem Info-Stand die Ausbildungen im Bereich Behindertenhilfe, Al­ tenhilfe und Gesundheits- und Krankenpflege sowie das Diako­ nische Jahr. Abends gab es ein spezielles Angebot für Wieder­ einsteigerInnen bzw. Umsteige­

rInnen, sich über die Ausbildun­ gen im Rahmen einer Stiftung zu informieren. Hier war das Diakoniewerk mit der DiakonieImplacementstiftung vertreten. Das Interesse war groß, zahl­ reiche Interessierte nahmen die Möglichkeit von detaillierten Be­ ratungsgesprächen in Anspruch.

Erstes Konzert der JSBM Die neue Johann Sebastian Bach Musikschule JSBM des Diakonie­ werks gab in ihrem ersten Musik­ schulkonzert am 21. Juni in der Innsbrucker Christuskirche, eine vielversprechende Kostprobe ih­ res Könnens. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer gestalteten dieses Konzert mit unterschiedlichen Instru­ menten und zeigten dadurch die Bandbreite des Lehrangebots in der Praxis. Das Jazz-Ensemble bot einen Einblick in sein Re­ pertoire und der Kinderchor der Musikschule, die „Bach Kids“ gab einen lustigen musikalischen Streich zum Besten geben. Die „Bach Kids“ hatten bereits An­

Am 11. Mai wurde der integra­ tive und heilpädagogische Hort in der Martin Boos-Schule mit einem Festakt und einer Segnung offiziell eröffnet. „Die Qualität der Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung hängt auch von der Qualität der Räume ab“, erklärte Rektorin Mag.a Christa Schrauf und betonte, dass die neuen hellen Räumlichkeiten mit viel Platz fürs Lernen und Spielen ein großer Gewinn sind. Wichtig sei auch, dass durch das Hortangebot die Berufstätigkeit beider Elternteile gleichberechtigt möglich werde. Ein gutes und flä­ chendeckendes Hortangebot ma­ che jungen Menschen das Ja zu Kindern einfacher. „Wir möchten die Eltern in der Bildungs- und Erziehungsarbeit unterstützen“, bekräftigte die oberösterreichische

Bildungslandesrätin Mag.a Doris Hummer. Sie wies darauf hin, dass Inklusion von Kindern mit Beeinträchtigung in Oberöster­ reich eine lange Tradition habe, dabei sei das Diakoniewerk ein wichtiger Partner.

Schulprojekt Barfußweg Achim Greil, Mitarbeiter der Werkstätte Mauerkirchen, hat

aktivitäten 2012 FEB

Vortrag von Christa Bauer vom Mauthausen-Komitee über Rechtsextremismus und Zivilcourage in den Ludwig-Schwarz-Schulen

gleitung ein wertvolles Projekt in seiner Werkstätte umgesetzt. Gemeinsam mit Klienten der Werkstätte hat er einen soge­ nannten Barfußweg geschaffen, der aus unterschiedlichen Ma­ terialien gestaltet ist und beim Barfußgehen die taktile Wahr­ nehmung schult.

Altenarbeit in Bewegung Unter dem Motto „Altenarbeit in Bewegung“ liefen Schüle­ rInnen und MitarbeiterInnen der Gallneukirchner LudwigSchwarz-Schulen beim LinzMarathon im April die ViertelMarathondistanz. Die fünf

Läuferinnen und zwei Läufer nutzten diese Gelegenheit mit 400 pfiffigen, mit Textilien aus­ gestalteten Karten Werbung für ihre Ausbildung zu machen. Durch ihre orangefarbenen Stirnbänder mit der Aufschrift „Schule Altenarbeit“ waren die LäuferInnen weithin sichtbar und als zusammengehörig er­ kennbar. Außerdem trugen alle einen Button mit dem Diako­ niewerks-Logo.

Tag der offenen Tür in der Allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Diakonissen-Krankenhaus Linz

Diakoniewerk informiert am „Fit for life’“-Informationstag von Liferadio über die Ausbildungen und die Diakonie Implacementstiftung

SchülerInnen, LehrerInnen und MitarbeiterInnen des Diakoniewerks nehmen am Linz-Marathon teil Wechselseitige Schulhospitation der Ludwig-Schwarz-Schulen mit der Schule für Sozialbetreuungsberufe Ebensee

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tun was mir gut tut DIAKONIEWERK . AKTIV FÜR GESUNDHEIT

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diakoniewerk aktiv für gesundheit

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ls eine der ersten Abteilungen weltweit hat die Unfallchirurgie im Diakonissen-Krankenhaus Schladming im März 2012 erstmals die neuen „Unity Knie Systems“ bei PatientInnen mit Kniegelenksproblemen eingesetzt.

Freuen sich, dass mit den neuen Kniegelenken die Lebensqualität der PatientInnen verbessert werden kann (v.l.n.r.): OA Dr. Christian Kaulfersch, die MitarbeiterInnen der CORIN Group Erich Reiter, Andy Sutcliffe, Frau Simran Sabharwal, Gianlucca Girotti, Wolfgang Felgitscher sowie Orthopäde Dr. Thomas Paszicsnyek (Mitte).

Schnellere Genesung und bessere Haltbarkeit: Kniegelenke der neuesten Generation Aktivitäten, wie etwa Skifahren rascher wieder möglich“, er­ klärt Dr. Paszicsnyek. OA Dr. Christian Kaulfersch ergänzt: „Wir sind stolz, als eine der ersten Abteilungen weltweit an diesem wegweisenden Projekt beteiligt zu sein. Damit können wir die Lebensqualität unserer Patienten mit Kniegelenksersatz weiter verbessern.“

Mehr Lebensqualität

Ein Chirurgenteam von Weltruf hat in einem Zeitraum von drei Jahren die künstlichen Kniege­ lenke der englischen Firma CO­ RIN entwickelt. Darunter auch der Orthopäde Dr. Thomas Pas­ zicsnyek aus Kapfenberg, der u. a. im Diakonissen-Krankenhaus als Ausbildner tätig ist. Gemein­ sam mit OA Dr. Christian Kaul­ fersch, Leiter des Departments für Unfallchirurgie, hat er die

aktiv 2012

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ersten künstlichen Kniegelenke der neuesten Generation Pati­ entInnen im Diakonissen-Kran­ kenhaus eingesetzt. „Mit der Verbesserung des Implantates ist nicht nur die Haltbarkeit gestie­ gen, unsere Patienten gewinnen auch schneller die alltägliche Mobilität zurück. Durch die Rekonstruktion des Kniegelen­ kes um die vorhandenen Weich­ teile werden auch sportliche

Bereits vor über 20 Jahren wur­ den zahlreiche konventionelle Knie-Systeme entwickelt. Durch das bessere Verständnis der Bewegungsprinzipien wurde mit der Zeit ein System entwickelt, das noch optimaler im Einklang mit den bestehenden Weichtei­ len im Kniegelenk funktioniert. Zeigt sich doch, dass die neue Prothese deutlich länger haltbar ist. Für PatientInnen mit fortge­ schrittener Knorpelschädigung des Kniegelenkes bringt das Ein­

setzen des neuen Knie-Systems eine enorme Verbesserung der Lebensqualität. Dies betrifft pro Jahr mehr als 300.000 Patien­ tInnen mit Abnützungserschei­ nungen in ganz Europa.

Beste Beratung für die Betroffenen Neben PatientInnen mit Ab­ nützungserscheinungen der Kniegelenke werden europa­ weit noch mehr Menschen mit künstlichen Gelenken der Hüfte versorgt. Auch im DiakonissenKrankenhaus Schladming, wo Hüft-Endoprothesen der neu­ esten Generation zum Einsatz kommen. Für Menschen, die unter unfallbedingten Folge­ schäden am Knie- und Hüft­ gelenk leiden, ist umfassende Beratung und Aufklärung von großer Bedeutung. So werden PatientInnen mit entsprechen­ den Beschwerden in der Knieund Hüftambulanz des Diako­

nissen-Krankenhauses nach Terminvereinbarung mittels kli­ nischer und röntgenologischer Abklärung individuell beraten. Um mit künstlichen Kniegelen­ ken der neuesten Generation für schnellere Genesung und mehr Lebensqualität zu sorgen.


diakoniewerk aktiv für gesundheit

Erfolgsrezept der Inneren Medizin Mit einer Kapazität im Bereich Stoffwechselerkrankungen hat das Diakonissen-Krankenhaus Linz sein InternistInnenteam er­ weitert. Zusätzlich zu Dr.in Ange­ lika Hengstschläger, Schwerpunkt Kardiologie und Vorsorgemedizin, und Dr. Maximilian Hinterreiter, Schwerpunkt Gastroenterologie, Endoskopie und Rheumatologie, konnte mit Dr. Bernhard Schme­ kal eine Fachgröße auf dem Gebiet der Diabetes und Stoff­ wechselerkrankungen gewonnen werden. „Störungen des Stoff­ wechsels oder Stoffwechselkrank­ heiten, wie z.B. Diabetes, hohes Cholesterin oder Übergewicht betreffen einen immer größer werdenden Teil unserer Bevölke­ rung“, informiert der erfahrene Diabetologe Dr. Schmekal. „Ich betrachte es als meine Aufgabe, das Stoffwechselgeschehen mei­ ner PatientInnen zu verbessern bzw. im Rahmen des Möglichen zu normalisieren.“

tenstation im DiakonissenKrankenhaus Salzburg eine besondere Aufmerksamkeit. Noch im Wochenbett erhalten alle Frauen einen trendigen, knallgrünen Rucksack – gefüllt mit vielen nützlichen Kleinig­ keiten, die den Alltag mit dem Baby erleichtern sollen: Stil­ lauflage, Fläschchenwärmer, Baby-Lätzchen, hochwertige Produktproben, Informations­ materialen und selbstgestrickte Baby-Söckchen. Die bunten Söckchen fertigt übrigens die Mutter einer Pflegemitarbei­ terin der Geburtenstation in liebevoller Kleinarbeit selbst an. Der neue Baby-Rucksack wird begeistert angenommen.

Patient seit vielen Jahren ver­ bunden, übernahm die Gesamt­ kosten von über 42.000 Euro für den Ankauf einer neuen Mukosektomie-Einheit. Mit dem neuen ERBEJet 2 können nahezu im gesamten MagenDarm-Trakt Läsionen, Krebs­ frühstadien oder Polypen in EMR-Technik (Endoskopische Mukosa Resektion in Schlin­ gentechnik) oder ESD-Technik (Endoskopische Mukosa Dis­ sektion mittels Endo-Knife) endoskopisch entfernt werden. Die Leitung des DiakonissenKrankenhauses Salzburg dankt Senator Schaufler herzlich für die große Unterstützung.

medizinische Hypnosethera­ peutin, und Dr. Kambiz Yazdi, Facharzt für Neurologie. Das am Diakonissen-Krankenhaus Linz seit Jahren etablierte Schmerz­ management unter der Leitung von Prim. Dr. Josef F. Macher beruht auf einem individuel­ len, durch und durch auf den Patienten abgestimmten The­ rapiekonzept und umfasst eine Kombination verschiedenster Methoden. „Durch die Einbezie­ hung von Frau Dr. Marek, ist es uns möglich, ein völlig neuar­ tiges Verfahren zur Schmerzre­ duktion und –modulation anzu­ bieten“, freut sich Macher. „Mit der Pasha-Elektrode wird eine flexible Sonde unter örtlicher Betäubung in den Wirbelkanal eingeführt. Dort wird das Ge­ webe mittels der gepulsten Ra­ diofrequenztherapie erhitzt, so dass künftig kein Schmerz oder nur mehr in stark abgeschwäch­ ter Form weitergeleitet werden kann und es zu einer langfris­ tigen Schmerzreduktion oder Schmerzfreiheit kommt.“

Bulgarische Delegation im DKH Schladming

Senator Peter Friedrich Eugen

Die Schmerzexperten am Diako­ nissen-Krankenhaus Linz wurde

Eine hochrangige Delegation von Ärzten, Professoren, Tou­ rismusverantwortlichen und Politikern aus Bansko (Bulgari­ en) besuchte am 17. September das Diakonissen-Krankenhaus Schladming. Im Vordergrund stand der Erfahrungsaustausch,

Schaufler, dem DiakonissenKrankenhaus Salzburg als

verstärkt durch Dr.in Andrea Marek, Schmerzexpertin und

denn die Gemeinde Bansko möchte ihr Angebot im Gesund­

Mukosektomie-Einheit für Endoskopie

Pasha-Sonde – Novität in Oberösterreich

Baby-Rucksack für WöchnerInnen Seit Ende August erwartet Wöchnerinnen der Gebur­ aktiv 2012

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heitswesen, der Erstversorgung und Pflege erweitern. Bansko ist, wie Schladming, ein Touris­ musskiort und auch Ski-Welt­ cup-Austragungsstätte.

Optimierte Schlaganfallbehandlung Wurden früher PatientInnen mit neurologischem Behand­ lungsbedarf von einem einmal wöchentlich im Krankenhaus anwesenden Konsiliararzt ver­ sorgt, so ist seit Dezember 2011

aktivitäten 2012 DiakonieArt: Eröffnung der Ausstellung „15 Jahre 30 KünstlerInnen“ im Diakonissen-Krankenhaus Salzburg

Gesundheitstag „Auf Herz & Nieren“ im Diakonissen-Krankenhaus Salzburg

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DiakonieArt: Eröffnung der Ausstellung „Unsichtbar – Sichtbar“ von Anton Nussbichler im DiakonissenKrankenhaus Salzburg

Gesundheitstag „Fokus Magen & Darm“ im Diakonissen-Krankenhaus Salzburg

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MedBrunch „Sport bewegt – Wie viel Fitness braucht der Mensch?“ im Diakonissen-Krankenhaus Linz

DiakonieArt: Eröffnung der Ausstellung „LIMETED“ von Heidegrit Satke im Diakonissen-Krankenhaus

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Bulgarische Delegation besucht das Diakonissen-Krankenhaus Schladming

Dr.in Elisabeth Gruber als Konsi­ liaroberärztin im Team der Inter­ nen Abteilung des DiakonissenKrankenhauses Schladming für die interdisziplinäre neurologi­ sche Erstversorgung verantwort­ lich. Bilanz nach einem Jahr: Ein enormer Gewinn für die PatientInnenversorgung! Spezi­ ell bei Schlaganfällen, wo eine gute Versorgung oft nur über Te­ lekonferenz mit einem auswär­ tigen Facharzt möglich war, ist die Behandlung durch eine an­ wesende Ärztin optimiert wor­ den – der dadurch ermöglichte Zeitgewinn ist beim Schlaganfall entscheidend! Darüber hinaus bietet Dr.in Gruber auch tages­ klinisch die Behandlung mit Bo­ tulinumtoxin (Botox) bei mus­ kulärer Spastik, bedingt durch neurologischen Erkrankungen bzw. Verletzungen, an.

MedBrunch „Schmerz – Sinnloses Phänomen des Lebens“ im Diakonissen-Krankenhaus Linz

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Diakoniewerk und WAG Linz eröffnen das Praxiszentrum „medz“

DiakonieArt: Eröffnung der Ausstellung „Zum 90. Geburtstag“ von Erli Beutel-Windischbauer im Diakonissen-Krankenhaus Salzburg

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wir sind da wo wir sind

DIAKONIEWERK . aktiv in der vielfalt

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diakoniewerk aktiv in der vielfalt

bleme der StadtteilbewohnerIn­ nen, aber auch von Vereinen und Organisationen aufgezeigt, thematisiert und einer Lösung zugeführt.

Raum für Begegnung

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eit über 10 Jahren leistet das Bewohnerservice Itzling & Elisabeth-Vorstadt als Anlauf-, Informations- und Beratungsstelle in Salzburg umfassende Stadtteilarbeit. Damit beweisen die Einrichtungen des Diakoniewerks einmal mehr ihre Bedeutung für die Verbesserung individueller Lebenssituationen.

In guter Nachbarschaft: Bewohnerservice für mehr Lebensqualität sich, wurde in den letzten Jah­ ren doch ein deutlicher Besu­ cheranstieg verzeichnet. Dieser beweist, dass BewohnerInnen die gesamte Bandbreite der Ser­ vice-Angebote immer häufiger positiv für ihre Zwecke nutzen.

Flexibel, rasch und individuell

Je begrenzter der öffentliche Raum ist, desto eher kommt es zu Konflikten in der Nachbar­ schaft. Prallen unterschiedliche Interessen aufeinander, können notwendige Kompromisse nur durch Verhandeln geschlos­ sen werden. Demnach sind die städtischen Bewohnerservice­ einrichtungen auch für den Bürgermeister-Stellvertreter Martin Panosch in Salzburg

aktiv 2012

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nicht mehr wegzudenken: „Das Bewohnerservice des Diako­ niewerks ist für die Menschen nicht nur erste Anlaufstelle bei großen und kleinen Problemen, sondern vor allem eine wichtige Säule der Prävention. Das zahlt sich gleichermaßen für den Ein­ zelnen wie für die Gemeinschaft aus und fördert die Lebensqua­ lität in unseren Stadtteilen.“ Auch die Zahlen sprechen für

In Zeiten knapper Geldmittel steigt die Bedeutung von Ein­ richtungen, die BürgerInnen nicht nur in ihrer Eigeninitia­ tive fördern. Zudem bietet das Bewohnerservice eine Platt­ form für sozialen Austausch. Unentgeltliche Besuchsdienste, gemeinsame Essen für SeniorIn­ nen und viele andere Initiativen schaffen regelmäßige Kontakte und wirken der Vereinsamung entgegen. Ob Gespräche beglei­ ten, Ideen aufgreifen, vermitteln oder einfach nur zuhören, für die MitarbeiterInnen der An­ laufstellen hat jedes Ansuchen gleiche Bedeutung. Auf diese Art werden soziale Themen, Nöte und gesellschaftliche Pro­

Verändert sich die Gesellschaft, müssen sich auch Dienstleistun­ gen anpassen. So wurden mit dem Anstieg der SeniorInnen neue Angebote für Menschen im Alter entwickelt und die Vernetzung mit Hilfsdiensten und Betreuungseinrichtungen deutlich verbessert. Wo ver­ schiedene Generationen und Gruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebensplänen zusammenleben, müssen zudem Konflikte gelöst und Missver­ ständnisse bereinigt werden. Neben individuellen Einzelge­ sprächen werden dabei gezielte Aktivitäten veranstaltet, die das

Miteinander und die gute Nach­ barschaft fördern. Wie etwa ein Handy- und Internetworkshop, bei dem Jung und Alt für ein besseres Verständnis zwischen den Generationen gemeinsam Erfahrungen sammeln. Auch zahlreiche weitere Veranstal­ tungen, Märkte oder Feste im Jahreskreis werden mittlerweile von den BewohnerInnen über­ aus positiv angenommen.

Netzwerk mitten im Leben Die positive Resonanz aus den Stadtteilen hat dazu geführt, dass zwischen den einzelnen Anlaufstellen ein regelmäßi­ ger Austausch stattfindet. Um gemeinsam neue Aktionen zu planen, stadtteilspezifische Prob­ lemstellungen zu diskutieren oder ganz einfach vorhandene Synergien zu nutzen. So be­

treibt das Diakoniewerk neben dem Bewohnerservice Itzling & Elisabeth-Vorstadt im Auftrag der Stadt Salzburg noch zwei weitere Bewohnerservicestellen in Aigen & Parsch sowie Gnigl & Schallmoos. In sechs Stadttei­ len werden somit jährlich rund 600 Veranstaltungen organisiert, dazu werden knapp 60.000 SalzburgerInnen beraten und unterstützt. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig die soziale Stadt­ teilarbeit des Diakoniewerks ist, das mit dem Bewohnerservice ein wichtiges Sprachrohr für alle Anliegen der BewohnerInnen geschaffen hat.


diakoniewerk aktiv in der vielfalt

Neuer Vorsitzender Wolfgang Winkler Nach 20-jährger Tätigkeit als Vorsitzender im Kuratorium des Diakoniewerks hat Ing. Folkmar Alzner diese Funktion zurück­ gelegt. Alzner ist seit 28 Jahren Mitglied im Kuratorium und

red dot award für IntegraMouse Plus Die IntegraMouse Plus von LIFEtool ist Gewinnerin des „red dot award: product design“ 2012 und hat sich in einem der weltweit renommiertesten Designwettbewerbe gegen eine anspruchsvolle Konkurrenz durchsetzen können. 1.800 Her­ steller und Designer aus 58 Län­ dern waren auf die Jagd nach dem anerkannten red dot – dem Qualitätssiegel für ästhetische Formen und nachhaltige Trends gegangen. 4.515 Produkte hatte die 30-köpfige Jury internatio­ naler Experten zu begutachten. red dot Initiator und CEO Prof. Dr. Peter Zec lobte vor allem

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die durchdachte und innovative Produktgestaltung, die sich mit den Besten der Branche messen könne.

Treffpunkt Klosterleben Die oberösterreichischen Or­ den luden ab 13. Juni zu einer umfangreichen Schau ein, die sowohl im Schlossmuseum Linz als auch in den Stiften, Klöstern und Orden des Landes präsen­ tiert wurde. In diesem auf Initi­ ative der Oberösterreichischen Landesmuseen entstandenen und vom Land Oberösterreich unterstützten Ausstellungs­ projekt war auch die Schwes­ ternschaft des Diakoniewerks als einzige nicht katholische Gemeinschaft vertreten. An­ hand assoziativer Objekte und Videoporträts in den TreffpunktVitrinen an über 40 Standorten in ganz Oberösterreich wurden Fragen nach der Entscheidung, ins Kloster zu gehen und den Möglichkeiten der persönlichen Entfaltung beantwortet, neben den spirituellen Aufgaben auch ökonomische Aspekte beleuch­ tet und anhand von Objekten aus der Lebens- und Arbeitswelt anschaulich thematisiert. Treff­ punkt-Vitrinen der Diakonis­

senschaft standen im Haus für Senioren Wels und im Diakonis­ sen-Krankenhaus Linz.

Landessonderausstellung im Diakoniewerk

2015 wird das DiakonissenMutterhaus Mittelpunkt einer Oberösterreichischen Landes­ sonderausstellung rund um das Thema „Kultur des Helfens“ (Arbeitstitel) sein. Mitte Juli fand eine Jurysitzung zum Ar­ chitektenwettbewerb für den Umbau des Mutterhauses für diese Landesausstellung und sei­ ne Nachnutzung statt. Es haben sich insgesamt (inkl. Referenz­ projekte) mehr als 60 Architek­ turbüros beworben. Aus den schließlich verbliebenen 18 Pro­ jekten wurde das des Architek­ turbüros Luger & Maul aus Wels zum Sieger gekürt. Mit Luger & Maul hat das Diakoniewerk be­ reits das Haus für Senioren Wels sowie das Servicecenter in Gall­ neukirchen gebaut.

wird in dieser Rolle weiterhin die Anliegen des Diakoniewer­ kes vertreten. Als neuer Vor­ sitzender wurde Kuratoriums­ mitglied Wolfgang Winkler, bis Ende 2012 Vorstandsdirektor der Linzer Veranstaltungsge­ sellschaft (LIVA), von den Ku­ ratoriumsmitgliedern gewählt. Vorstand und Kuratorium des Diakoniewerks dankten Ing. Folkmar Alzner für die langjäh­ rige, hervorragende und konst­ ruktive Zusammenarbeit.

Flüchtlingshilfe Gelebte Integration Meeting Points nennt sich ein Projekt des Polytechnischen Lehrgangs Deutschfeistritz, in dessen Rahmen die Schüle­ rinnen und Schüler originelle Sitzgelegenheiten anfertigten. Mit an Bord des Projektes waren auch Jugendliche, die von der Flüchtlingshilfe Deutschfeistritz

des Diakoniewerks betreut wer­ den. Im Sensenwerk Deutsch­ feistritz präsentierten sie voll Stolz und mit sichtlichem Spaß die von ihnen entworfenen Kunstwerke.

Neu: LIFEtool auch in Tirol Im Oktober startete LIFEtool mit einer Beratungsstelle für Unter­ stützte Kommunikation und As­ sistierende Technologien im slw Elisabethinum in Axams. Es ist die erste Beratungsstelle dieser Art in Tirol. Die offizielle Eröff­ nung fand am 15. November im Beisein von Landesrat Gerhard Reheis statt. Die Beratungsstelle ist ein kostenloses Angebot für Menschen mit Einschränkun­ gen, für ihre Angehörigen und FreundInnen, für TherapeutIn­ nen sowie für PädagogInnen in ganz Tirol. www.lifetool-tirol.at

10 Jahre Diakoniewerk in Wien Seit nunmehr 10 Jahren gibt es Angebote des Diakoniewerks auch in Wien. Beginnend mit der Beratungsstelle LIFEtool Wien hat das Diakoniewerk drei weitere Projekte in der Haupt­ stadt realisiert und beschäftigt heute rund 90 MitarbeiterIn­ nen. Im Albert Schweitzer Haus wurde dieses Jubiläum am 14. November im Rahmen eines Konzertabends mit PartnerIn­ nen und Freunden des Diako­ niewerks in Wien gefeiert. Es kamen rund 100 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sozialem. Geschäftsführer Mag. Andreas Achrainer blickt hoffnungsvoll in die Zukunft und freut sich, mit weiteren Angeboten den Bedürfnissen der StadtbewohnerInnen nach­ zukommen.

aktivitäten 2012 Bücherinsel: Lesung „Wandlung im Raum der Göttin“ von Dr. Roland Steidl

Kronenkreuz in Gold der Diakonie Österreich für Dr. Franz Schrank

FEB

MÄR

Bücherinsel: Vortrag „LÖWEnzahn – BÄRlauch – GÄNSEblümchen“ von Waltraud Bousquet

Bücherinsel: Kräuterwanderung mit Waltraud Bousquet

APR

Bücherinsel: Lesung „Ungeschminkt“ von Barbara Rohrhofer Der oberösterreichische Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger besucht mit Diakonie-Präsident Dr. Roland Siegrist Einrichtungen in Gallneukirchen Bücherinsel: Vortrag „Effektive Mikroorganismen helfen in Garten und Haushalt“

MAI

LIVA-Direktor Wolfgang Winkler wird zum neuen Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt Eröffnung der Ausstellung „Treffpunkt Klosterleben“, in der auch die Diakonissen vertreten sind

JUN

1. Musikschulkonzert der Johann Sebastian Bach Musikschule Innsbruck Start der Beratungsstelle von LIFEtool Tirol in Axams

OKT

Bücherinsel: Vortrag „Traditionelle europäische Medizin“ von Dr. Martin Spinka Kronenkreuz in Gold der Diakonie Österreich für SI i.R. Mag.a Luise Müller

NOV

Bücherinsel: „Ende des Gehorsams“ – Lesung von Anneliese Rohrer und Diskussion mit Pfarrer Mag. Herbert Rolle Der neue Sozial-Landesrat von Salzburg, Walter Steidl, besucht das Diakonie-Zentrum Salzburg

DEZ


u svakom sluÄ?aju smo sretni

sowieso sind wir froh

DIAKONIEWERK . aktiv im ausland

aktiv 2012

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diakoniewerk aktiv im ausland

S

eit einem Jahrzehnt setzt sich das Diakoniewerk für Kinder mit Behinderung in Mostar ein: ein langer Weg mit allen Höhen und Tiefen. Im April 2012 wurde das 10-jährige Bestehen mit einem internationalen Symposion zum Thema „Inklusion durch (computer)unterstützte Kommunikation“ gefeiert.

Eine Erfolgsgeschichte in Bosnien-Herzegowina Integrativer Kindergarten Sunčani most Mirza ist fünf Jahre alt. Er leidet an Zerebralparese und kann sich daher nur im Rollstuhl fortbe­ wegen. Seit September vergan­ genen Jahres besucht der Junge den integrativen, multi-ethni­ schen Kindergarten Sunčani most, was übersetzt Sonnen­ scheinbrücke bedeutet. Mirza ist eines von mehr als 400 Kindern, die seit 2002 den integrativen Kindergarten des Diakoniewerks in der Stadt Mostar in BosnienHerzegowina besucht haben. Seit zehn Jahren ist man hier um Toleranz zwischen Menschen unterschiedlicher Konfessionen und ethnischer Zugehörigkeit be­ müht. Dafür wurde nun das Pro­ jekt, das ein selbstverständliches Miteinander von Kindern mit

aktiv 2012

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und ohne Beeinträchtigungen verwirklicht, mit dem von der Raiffeisenlandesbank Oberöster­ reich mit 10.000 Euro dotierten Diakonie-Preis ausgezeichnet.

Schwerpunkt unterstützte Kommunikation Seit Mirza den Kindergarten des Diakoniewerks besucht, wurden bereits sichtbare Erfolge erzielt, insbesondere die Interaktion mit anderen Kindern sowie sein soziales und kommunikatives Verhalten haben sich verbessert. Ermöglicht wurde das mit Hilfe von Soft- und Hardware zur com­ puterunterstützten Kommuni­ kation von LIFEtool. Die Technik hilft dem Kind, das geistig völlig

verwendet. Erfahrungen, die das Kindergartenteam seither sammeln konnten, wurden im April anlässlich des 10-jährigen Bestehens bei einem internati­ onalen Symposium zum Thema „Inklusion durch (computer) unterstützte Kommunikation“ erörtert. Unter den 150 Teilneh­ merInnen aus sechs Nationen befanden sich auch Nadija Bandić und Enes Hasanagić als Vertreter der lokalen Ministerien. Zu den Ehrengästen des Symposiums zählte ebenso Amira Omanović von der Austrian Development Agency (ADA), die den Kinder­ garten in Mostar bis Ende 2012 teilfinanzierte. „Die Tagung hat gezeigt, dass Inklusion von Kin­ dern mit Beeinträchtigung nun auch in Bosnien-Herzegowina zunehmend thematisiert wird. Es freut mich, dass wir bereits auf ein Jahrzehnt erfolgreicher Inte­ gration und Inklusion zurückbli­ cken können“, erklärt Kindergar­ tenleiterin Biljana Čelan über die Entwicklungen in ihrem Land.

Es ist noch viel zu tun! altersgemäß entwickelt ist, die Schriftsprache zu erlernen, sich auszudrücken und mit anderen Kindern am Computer zu spielen. Mirza lernt dabei nicht nur die Fähigkeiten des Schreibens und Lesens, er entwickelt dabei auch soziale Kompetenz. Seine Freunde können auf diesem Weg mit ihm spielen und erfahren, dass spasti­ sche Lähmungen Mirza nicht am Spielen und Lernen hindern.

Symposium mit Erfahrungsaustausch Bereits seit 2008 werden Hardund Software sowie spezielles Know-how für computerunter­ stützte Kommunikation gezielt im Kindergarten Sunčani most

Der integrative Kindergarten Sunčani most erhält sowohl von städtischer als auch von ministerieller Seite viel Aner­ kennung. Die lokalen Behörden sind von der Qualität der Arbeit überzeugt. Für das Diakonie­ werk bleibt dennoch viel zu tun. Auch 17 Jahre nach Kriegsende ist Bosnien-Herzegowina ein Land mit schlechter Wirtschafts­ lage, hoher Arbeitslosigkeit, ethnisch unterteilten Gebieten und einer stark zersplitterten Verwaltung. Diese Situation bestärkt das Diakoniewerk jedenfalls in der Fortführung der multi-ethnischen integra­ tiven Arbeit vor Ort. Für die finanzielle Absicherung ist noch einiges an Überzeugungsarbeit

zu leisten, lokale Politiker und Behörden zeigen aber Interes­ se. So wurde das Diakoniewerk vom Bildungsminister der För­ deration Bosnien-Herzegowina sowie vom Bürgermeister der Stadt Mostar Mitte Juni besucht, um sich über Integration von Menschen mit Behinderung zu informieren. Für Rektorin Mag.a Christa Schrauf gehört das internationale Engagement des

Diakoniewerks schließlich zum Unternehmensauftrag: „Gut, wenn unsere Initiative viele in der Region ermutigt, ebenfalls den Schritt hin zu integrativen und multi-ethnischen Angebo­ ten zu wagen. Diakonie bedeu­ tet, die Nöte der Menschen zu erkennen und aktiv zu werden. Daher betätigt sich das Diako­ niewerk auch im Ausland!“

3 Fragen an Biljana Čelan Leiterin des Kindergartens Sunčani most Wo steht die Integration von Kindern mit Beeinträchtigungen in BiH? „Aktuell auf keinem zufriedenstellenden Niveau. Wir haben noch immer getrennte Kindergärten und Schulen für Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen. Es gibt zwar vereinzelt Beispiele für integrative Angebote, wie unseren Kindergarten „Sunčani most“, doch keine generelle Lösung im Bildungsangebot.“ Was sind die Herausforderungen in Ihrem Kindergarten? „Wir sind ein kleines, sehr gut organisiertes Team. Elternbefragungen bestätigen die Zufriedenheit mit unseren MitarbeiterInnen und mit unseren Leistungen. Die Anmeldezahlen steigen von Jahr zu Jahr und übersteigen mittlerweile unsere Raum- und Budgetmöglichkeiten. Die Her-

ausforderung ist, unser Kindergartenangebot und damit auch die Raumsituation zu erweitern.“ Hätten Sie einen Wunsch frei, welchen würden Sie uns nun gerne mitgeben? „Nach 10 Jahren haben wir bewiesen, dass Inklusion und Multiethnizität möglich und für alle Kinder von Vorteil sind. Lange Wartelisten beweisen, dass Eltern an unserem Angebot interessiert sind. Betrachtet man allerdings die wirtschaftliche Situation in BiH, könnte der Kindergarten ohne die finanzielle Unterstützung des Diakoniewerks nicht überleben. Im Moment gibt es nur einen Wunsch, nämlich die weiterführende Unterstützung durch das Diakoniewerk. Bis wir eine dauerhafte Finanzierungslösung für die Zukunft gefunden haben.“


diakoniewerk aktiv im ausland

Wunsch nach weiterführender Zusammenarbeit in der Integra­ tion von Menschen mit Beein­ trächtigungen.

Sunčani most auf facebook

Hochrangiger Besuch aus Bosnien Vom 18. bis 21. Juni war im Diakoniewerk eine Delegati­ on aus Bosnien-Herzegowina (BiH) zu Gast. Bildungsminis­ ter Damir Mašić (Föderation BiH), Bildungsminister Zlatko Hadžiomerović (Kanton Herze­ gowina-Neretva), Mostars Bür­ germeister Ljubo Bešlić, Univ. Prof.in Dr.in Lidija Pehar (Univer­ sitäten Mostar und Sarajewo) und weitere leitende Beamte interessierten sich besonders für Einrichtungen der Behinderten­ hilfe des Diakoniewerks, aber auch generell für das Sozialsys­ tem in (Ober-)Österreich. Auch ein Termin beim OÖ. Landes­ hauptmann Dr. Josef Pühringer

stand auf dem Programm. Bür­ germeister Bešlić versicherte, den Kindergarten weiterhin zu unterstützen. Die Vertreter der Ministerien signalisierten den aktiv 2012

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Seit dem Frühjahr 2012 verfügt der integrative multiethnische Kindergarten in Mostar Sunčani most über ein eigenes facebook Profil. Der Kindergarten nutzt das neue Medium um auf sich aufmerksam zu machen, seine innovative Arbeit zu präsentie­ ren und wichtige Informationen in Umlauf zu bringen. Neben

der Homepage www.suncanimost.com erhofft man sich zusätzlich mit der Präsenz auf facebook vermehrtes Interesse, auch von Personen, die mit her­ kömmlichen Kontakten nicht erreicht werden können.

Zusammenarbeit mit Universitäten Aufgrund seiner mehr als 10-jährigen Erfahrung in In­ tegration und Multiethnizität im Vorschulalter nimmt der Kindergarten Sunčani most die Stelle eines Kompetenzzentrums in der Region rund um Mostar ein. Die Universitäten in Mostar schätzen die Expertise der Kin­ dergartenleiterin und ihrer Kindergartenpädagoginnen sehr und suchen immer wieder den Austausch. Im November 2012 war das Fachpersonal des Kin­ dergartens für die Präsentation

aktivitäten 2012

„The structure of non-profit or­ ganizations“ an der Universität für Wirtschaftswissenschaften als Vortragende eingeladen. Mehr als 70 Studierende lausch­ ten dem Wissen und den Erfah­ rungen der Kindergartenpäda­ goginnen. Der Kindergarten gilt aber auch als wichtige Prakti­ kumsstelle. Jedes Jahr absolvie­ ren mehrere StudentInnen im Kindergarten ein Praktikum.

Fachsymposion „Inklusion durch (Computer)Unterstützte Kommunikation“ und Feier anlässlich 10 Jahre Kindergarten Sunčani most in Mostar Besuch von Regierungsmitgliedern aus Bosnien-Herzegowina im Diakoniewerk Besuch von Caritas-MitarbeiterInnen im Kindergarten Sunčani most in Mostar

Ausbau der Angebote in Rumänien Seit 2011 führt der Verein Di­ akoniewerk International eine Sozialberatungsstelle mit Werk­ stätte in Sebeş/Mühlbach. Die Beratungsstelle richtet sich nicht nur an Menschen mit Behin­ derung, sondern auch an deren Angehörige. Da die soziale Not groß ist, sind über die Sozialbe­ ratungsstelle – neben kompe­ tenter Beratung – auch mate­ rielle Güter wie Medikamente oder Pflegehilfsmittel erhältlich. Zusätzlich zu Beschäftigungs­ angeboten der Werkstätte ver­ suchen die MitarbeiterInnen vor Ort auch eine entgeltliche Beschäftigung für Menschen mit Beeinträchtigung zu fin­ den. Obwohl die wirtschaftliche Situation schlecht ist, konnte bereits ein Mann erfolgreich vermittelt werden. Mit Dezem­ ber 2012 wurde ein weiteres Angebot ins Leben gerufen. Im Raum Sebeş ist nun eine Pfle­ geperson als mobile Hauskran­ kenschwester unterwegs. Neben den medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten wie Blutdruck- oder Blutzuckermessen, unterstützt sie auch im Haushalt, berät die KundInnen zu weiteren Un­ terstützungsmöglichkeiten und fungiert als Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der Sozial­ beratungsstelle.

Verleihung des Diakoniepreises 2012 an den Kindergarten Sunčani most in Mostar Start von Diakonie.mobil in Sebeş

Teilhabe und Selbstbestimmung Die Auseinandersetzung mit der UN-Behindertenrechtskon­ vention, in Österreich 2008 ratifiziert, ist im Diakoniewerk ein zentrales Thema. Klausu­ ren, Symposien, Fortbildungen thematisieren selbstbestimmtes Leben und gleichberechtigte Teilhabe am gemeinschaftli­ chen Leben für Menschen mit Beeinträchtigung. Rumänien hat die UN-Konvention 2011 ratifiziert. Die Werkstätte Sibiu versucht die Entwicklungen in

Österreich und das Know-how des Diakoniewerks in ihre Ar­ beit einfließen zu lassen und ist damit in Rumänien fortschritt­ lich und richtungweisend. 2012

veranstaltete die Werkstätte eine Klausur zum Thema „Teilhabe und Selbstbestimmung“. Dazu stellte der Behindertenbereich des Diakoniewerks sein Wissen und seine Unterlagen zur Ver­ fügung. Die MitarbeiterInnen der Werkstätte profitierten von diesem Wissenstransfer und be­ kamen neue Aspekte für ihre Arbeit.

Erfolgreiches 
 Theaterprojekt Eine schöne Herausforderung war für die Werkstätte Sibiu die

Teilnahme an einem Theaterfes­ tival, wo sie die Möglichkeiten hatten ihre schauspielerischen Talente vorzuzeigen. Mit Hilfe einer Theaterpädagogin wurde

APR

JUN JUL

OKT

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im März das Theaterstück „Das Mädchen mit roten Haaren“ eingeübt und beim Theaterfes­ tival zur Aufführung gebracht, mit großem Erfolg! Zum Ge­ lingen des Projektes hat neben den KlientInnen auch das gute Netzwerk unterschiedlich in­ volvierter Personen beigetragen – Eltern, freiwillige HelferIn­ nen, eine Schneiderin für die Kostümierung, KünstlerInnen zur Bühnengestaltung, Freun­ dInnen und letztendlich die Zu­ schauerInnen.


diakoniewerk aktiv mit spenden

M

it Hilfe von Spenden kann das Diakoniewerk Leistungen erbringen, die einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten, jedoch nicht von der öffentlichen Hand finanziert werden. Spenden an den „Diakoniewerk Gallneukirchen Spendenverein“, dem auch im Jahr 2012 wieder das Spendengütesiegel verliehen wurde, sind seit dem Jahr 2009 steuerlich absetzbar.

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar! Das gesamte Spendenein­ kommen betrug im Jahr 2012 1.408.924,39 Euro. Die zweck­ gebundenen allgemeinen Spen­ den betrugen 821.017,38 Euro. Die nicht zweckgebundenen allgemeinen Spenden von

aktiv 2012

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587.907,01 Euro wurden für die vielfältigen Aufgaben des Diakoniewerks, die nicht aus anderen Mitteln finanziert wer­ den konnten, eingesetzt. Damit konnten die Spendeneinnah­ men gegenüber dem Vorjahr um

136.069,83 Euro gesteigert wer­ den. Einzelspenden erreichten das Diakoniewerk, der Spenden­ schnitt über alle Spenden stieg von 21,76 Euro im Jahr 2011 auf 23,58 Euro im Jahr 2012.

Sinnliche Angebote fördern die Wahrnehmung „Snoezelen“ mit seinen ver­ schiedenen Sinnesangeboten fördert die Wahrnehmung und Entspannung von Menschen mit schwerer Behinderung und

ermöglicht somit Kommuni­ kation. Mit Hilfe der Spenden konnten für Fördergruppen und Wohnhäuser solche „Erlebnis­ räume für alle Sinne“ gestaltet werden.

Lagerhalle für die Werkstätte Bad Wimsbach Die Werkstätte Bad Wimsbach errichtet mit Hilfe von Spenden eine Lagerhalle. Dort werden künftig die in der Werkstätte hergestellten Produkte sowie

Arbeitsmaterialien der Werk­ gruppe „Garten & Landschaft“ sachgerecht gelagert.

Therapiegarten für Menschen mit Behinderung Für die 60 Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnhauses Martinstift in Gallneukirchen entsteht ein barrierefreier und rollstuhlgerechter Therapiegar­

ten – ein großer Schritt zu mehr Lebensqualität. Dieses kleine Paradies wird vor allem mit Hilfe von Spenden möglich.

Kindergarten Sunčani most Der integrative Kindergarten in Mostar für Kinder mit und ohne Behinderung ist einzigartig in Bosnien-Herzegowina – ein Modell für die Inklusion von Kindern mit Behinderung und für Toleranz und Versöhnung zwischen den Volksgruppen.

Spenden sichern gemeinsam mit Förderungen der Entwicklungs­ zusammenarbeit und der Stadt Mostar den laufenden Kinder­ gartenbetrieb.

Neue Sanitäreinrichtungen im Haus Emmaus Für die im Wohnhaus Emmaus in Gallneukirchen lebenden 52 Menschen mit Behinderung konnten mit Hilfe von Spenden die über 30 Jahre alten Bäder

und Toiletten saniert werden. Damit werden wir dem erhöhten Pflegebedarf der immer älter wer­ denden BewohnerInnen besser gerecht werden.

Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz Im Haus Elisabeth in Gallneu­ kirchen konnten aus dem Spendenerlös der ErntedankSäckchensammlung 2012 Räumlichkeiten für die Tages­ betreuung von Menschen mit Demenz geschaffen werden.

Damit wird es noch besser möglich, auf deren Bedürfnisse nach Orientierung, Gesellschaft, Rückzugsmöglichkeit und Geborgenheit einzugehen.


diakoniewerk aktiv als soziales unternehmen

U

nternehmerisches Denken und Handeln sind Voraussetzung für ein ökonomisch starkes Fundament. Unsere solide wirtschaftliche Basis und das vorbildliche Engagement von mehr als 3.000 MitarbeiterInnen ermöglichen dem Diakoniewerk, ein breites Spektrum an Leistungen anbieten und nachhaltig in der Gesellschaft wirken zu können.

Das Jahr 2012 in Zahlen Vielfalt und Umfang der Aufgaben des Diakoniewerks lassen sich unter anderem in der Anzahl von Betreuungsplätzen und Leistungstagen ablesen.

Anzahl der Plätze

Leistungen/Leistungstage

Behindertenhilfe Arbeit

601

143.159

Wohnen

478

165.173

Wohnen und Pflege

503

183.457

Tageszentren

64

14.403

MitarbeiterInnen nach Arbeitsfeldern

Erträge und Aufwendungen

Um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, waren im Jahr 2012 insgesamt 3.113 Mitarbeite­rInnen im Diakoniewerk und in dessen Institutionen beschäftigt. Dazu kommen 392 Belegärzte in den Diakonissen-Krankenhäusern, LehrerInnen, 54 Diakonische HelferInnen und 48 Zivildienst­ leistende in verschiedenen Ar­ beitsfeldern. Zudem waren vor allem in der Altenhilfe, Behin­ dertenhilfe und in den Kran­ kenhäusern weitere rund 260 Menschen freiwillig tätig.

Zahlreiche Aufgaben wie etwa die Betreuung und Begleitung von Menschen im Alter oder Menschen mit Behinderung, werden vom Diakoniewerk in Zusammenarbeit mit der öffent­ lichen Hand erfüllt. Im Jahr 2012 lag der Ertragsanteil der

Diakonie.mobil Gesundheit

83.985 291

89.049

944

179.360

608 644

Ausbildung (Gesundheits- und Krankenpflege, Behindertenbegleitung,

39

Kinder (Kindergärten, Hort, Schule)

82

13.586

261

49.590

Therapie

24.263 Leistungsstunden

Beratung

6%

Behindertenhilfe Altenhilfe

9% für Material

9%

73

24.954

Studentenheim

177

64.419

68%

68% Personalaufwand

Diakonissen-Krankenhäuser Kindergärten, Hort, Schule Schule und Ausbildung

Therapie, Beratung

19

Flüchtlingshilfe

1% Spenden

4% Subventionen

Sonstige

Das Diakoniewerk hat insgesamt 141.270.000 Euro für seine Arbeit eingesetzt.

67% öffentliche Hand

1%

28% Kostenersatz durch Private

Grundlagenarbeit, Management, Verwaltung

116

230

Flüchtlingshilfe

52 / 53

199

16%

21.726 Beratungen

(Familienberatung, Bewohnerservice, LIFEtool)

aktiv 2012

58

1% Finanzsaldo 1%

6% für Abschreibungen

Behindertenarbeit, Altenarbeit) Hotels

Diese Einnahmen wurden für folgende Aufwendungen benötigt:

16% für betriebliche Aufwendungen

Altenhilfe

1.200

öffentlichen Hand bei 67%. 28% entfielen auf Kostenersatz durch Private (z.B. Beiträge, die für Pflege von betreuenden Perso­ nen selbst geleistet werden), 4% wurden durch öffentliche Sub­ ventionen und 1% der E ­ rlöse durch Spenden lukriert.

4% 28% 67%


diakoniewerk aktiv 2012

Kuratorium*

Vorstand

Wolfgang Winkler (Vorsitzender) Dr. Karl Wiesinger (stv. Vorsitzender, Kassier) Ing. Folkmar Alzner Ing. Volkmar Angermeier Lore Beck Dr. Ludwig Beurle Dr. Werner Beutelmeyer Superintendentialkurator Johannes Eichinger Dr.in Erika Heinrich Superintendent Dr. Gerold Lehner Mag. Dr. Gerd-Dieter Mirtl Superintendentin Mag.a Luise Müller (bis Juni 2012) Mag. Artur Roth OKR Prof. Mag. Karl Schiefermair Direktor Frank Schneider Diakonissen-Oberin Schw. Helga Sikora Mag.a Monika Stoisser-Göhring

Mag.a Christa Schrauf, Rektorin Mag. Josef Scharinger Dr. Heinz Thaler Sitz des Vorstandes: Martin-Boos-Straße 4 4210 Gallneukirchen Tel.: +43 (0)7235 / 63251

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Kommunikation und PR Martin-Boos-Straße 4 4210 Gallneukirchen Tel.: +43 (0)7235 / 63251-127 Fax: +43 (0)7235 / 63251-201 office@diakoniewerk.at www.diakoniewerk.at

GeschäftsführerInnen* Region 1: Dr.in Eva Oberbichler Region 2: Mag. Dr. Johann Stroblmair Region 3: Dr. Robert Schütz Region 4: MMag. Michael König Region 5: Mag. Peter Stückelschweiger Region 6: Mag.a Claudia Paulus Region 7: Mag. Andreas Achrainer

Impressum Herausgeber: Vorstand des Evangelischen Diakoniewerks Gallneukirchen Inhalt: Mag.a Andrea Brummeier und Mag.a Daniela Scharer, MBA Gestaltung und Produktion: wanted werbeagentur GmbH, Linz Fotos: Image- und Reportagefotos Thomas Smetana Weitere Fotos: Doris Wild (S. 12), Karin Hofbauer (S. 13), Joe Putz (S. 18 rechts), Kleine Zeitung Kanizaj (S. 18 links), Diakonissen-Krankenhaus Linz (S. 37 links), LIVA/Andreas Röbl (S. 43 oben), LIFEtool (S. 42, links), alle anderen Diakoniewerk * Stand: Juni 2013

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Evangelisches Diakoniewerk Gallneukirchen Martin-Boos-Straße 4 4210 Gallneukirchen Tel. +43 (0)7235 / 63251 Fax +43 (0)7235 / 63251-201 office@diakoniewerk.at www.diakoniewerk.at www.facebook.com/Diakoniewerk www.twitter.com/Diakoniewerk Das Diakoniewerk ist Mitglied der Diakonie Österreich, einem der fünf großen Wohlfahrtsverbände in Österreich.


Jahresbericht 2012