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Filmmuseum November 2017 Kinoprogramm Ausstellungen ¡ Projekte


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Information & Ticketreservierung Tel. 069 - 961 220 220

Impressum Herausgeber: Deutsches Filminstitut – DIF e.V. Schaumainkai 41 60596 Frankfurt am Main Vorstand: Dr. Nikolaus Hensel Presse und Redaktion: Frauke Haß (Ltg.), Jenni Ellwanger Texte: Andreas Beilharz, Jonas Ebling, Jenni Ellwanger, Natascha Gikas, Winfried Günther, Tania Hernandez, Urs Spörri, Laura Teixeira, Treppe 41 Vorführer / innen: Christian Appelt, Michael Besser, Pramila Chenchanna, Hans-Peter Marbach, Günther Volkmann Gestaltung: Optik — Jens Müller optik-studios.de Druck: FISSLER & SCHRÖDER GbR – Kompetenz in Print und Medien, 63571 Gelnhausen Anzeigen (Preise auf Anfrage): Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 069 - 961 220 222 E-Mail: presse@deutsches-filminstitut.de Abbildungsverzeichnis: Alle Abbildungen stammen aus dem Bildarchiv des Deutschen Filminstituts, sofern nicht anders verzeichnet. Bilder S. 4-7, 9: DIF / Uwe Dettmar Bild S. 8: DIF / Frauke Haß Bilder S. 10: DIF / Hannah Schreier Bild S. 52: DIF / Sabine Imhof Bilder S. 53: DIF / Christian Schuller Titelmotiv: JULES ET JIM (FR 1962. R: François Truffaut)

Gordon Parks

stromboli ≥ Seite 13


INHALT

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In den Kulissen von Abgedreht! Michel Gondry zu Gast in Frankfurt Begleitprogramm im November MiniFilmclub on Tour

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Filmprogramm I Am You. Die Filme von Gordon Parks Jeanne Moreau Klassiker & Raritäten: Deutscher Herbst 5. Dias de Cine 100 Jahre Ufa Lecture & Film: Tropical Underground Kinderkino Filmclub Treppe 41 Late Night Kultkino

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Specials Was tut sich – im deutschen Film? I Am A Problem Kino & Couch: BODY Human Rights Watch Solidarität mit Oleg Sentsov 18. Cinéfête Bilder finden – Bruno Schulz

40 41 42 42 43 44 45

Service Programmübersicht Eintrittspreise / Anfahrt Rückblick Vorschau

46 50 52 54 KLASSIKER & RARITÄTEN

DEUTSCHLAND IM HERBST ≥ Seite 22


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AUSSTELLUNG


In den Kulissen von Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry Ein Rundgang mit Kulissengestalter Holger Müller Hinter der Tür im 3. Obergeschoss des Deutschen Filmmuseums beginnt eine andere Welt. Auf verhältnismäßig kleinem Raum eröffnet sich eine spektakuläre Kulissenlandschaft voller Kontraste und überraschender Blickwinkel: Vom ratternden Frankfurter U-Bahn-Waggon geht es nur wenige Schritte weiter in ein städtisches Ödland, in dem die Überreste menschlicher Behausung von Existenzen im düsteren Schatten der Gesellschaft erzählen. Zum Glück ist gleich nebenan das heimelige Licht eines Oma-Cafés mit Frankfurt-Touch auszumachen. Vielleicht traut sich hier ein schüchterner Bankangestellter, endlich die hinreißende Frau anzusprechen, die immer wieder vom Tisch am anderen Ende zu ihm herüberblickt.

einem Parcours teilnehmen, der sie in drei Stunden von der Konzeption zur Fertigstellung ihres eigenen Films führt.

In den Kulissen von Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry scheint so ziemlich alles möglich. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt der einzigartigen Umsetzung durch Kulissengestalter Holger Müller. Der Diplom-Architekt und erfahrene Szenenbildner weiß: „Wenn du in den Kulissen stehst – dann fängt der kreative Prozess meist erst an. Optik spielt eine ganz entscheidende Rolle – das ist hier nicht anders als bei der Erkundung einer neuen Stadt oder beim Gang durch ein Möbelhaus. Die Ideen kommen dann von selbst.“ So stellt sich das im Idealfall wohl auch der französische Regisseur Michel Gondry vor, der sich das Projekt ausgedacht hat, das seit Mitte September und noch bis zum 28. Januar erstmals in Deutschland Station macht. Einzelpersonen können bei Abgedreht! kostenlos und ohne Voranmeldung an

Gerade mal sechs Wochen im Vorfeld hatte Holger Müller Zeit für Konzept und Entwicklung der Sets sowie die Zusammenstellung der Requisiten. Weitere drei, um die Kulissen mit seinem Team fertig zu stellen. Einmal in Fahrt, war der Gestaltungseifer nicht mehr zu stoppen. Messebauer, Patineure – Fachleute für die realistische Gestaltung der Oberflächen –, Maler und Ausstatter/innen verwandelten den leeren Ausstellungsraum in eine Filmlandschaft mit mehr als 20 verschiedenen Sets – viel mehr, als Gondrys Konzept eigentlich vorsieht. Vom Friedhof über die Gummizelle, das Straßencafé, voll eingerichtete Wohnräume, eine Vespa inmitten Frankfurts auf Leinwand projizierter Straßen bis hin zur Garage, einem Vorgärtchen und einem Platz mit dem Bornheimer Uhrtürmchen: Für jede denkbare und undenkbare Filmszene steht ein

„Die Teilnehmer/innen lernen dabei, was eine Kulisse eigentlich ist. Sie verstehen den Unterschied zwischen dem, was das Auge sieht, und dem Bildausschnitt der Kamera.“, erklärt Holger Müller. Was das für die Setgestaltung bedeutet? „Du kannst mit Anschnitten arbeiten, Elementen, die nur teilweise im Bildausschnitt erscheinen. Dadurch erhält der Raum Tiefe und erscheint größer als er eigentlich ist. Das heißt auch, dass alles, was außerhalb des Blickfelds der Kamera liegt, gar nicht mitbehandelt werden muss – eine spannende Einstellung kannst du auf kleinstem Raum realisieren.“


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AUSSTELLUNG

Welche Geschichte könnte sich hier wohl abspielen?

fantasievolles Setting bereit. „Erstens hatten wir den Ansporn, die Kulissen auf Frankfurt zu münzen. Außerdem sollte nicht alles einfach nur schön werden, sondern auch mal extra dreckig und alt, das hat unheimlich Spaß gemacht“, beschreibt Holger Müller die Besonderheiten. Zeit, Platz und Budget waren dabei gleichermaßen enge Grenzen gesetzt. „Eine gewaltige Herausforderung, die sich dann doch als Freiheit entpuppt hat. Gondrys Vorgaben mussten wir gezwungenermaßen äußerst kreativ umsetzen“. Diesem Umstand verdanken die Frankfurter Kulissen von Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry einige ihrer Raffinessen. Begrüßt werden die Gruppen schon im Foyer des Filmmuseums, wo mit verschroben wirkendem Mobiliar die amtliche Empfangsstelle der Filmfabrik eingerichtet ist – die eigentlichen Kulissen, sowie die zugehörige Videothek und das eigene kleine Kino befinden sich drei Stockwerke höher. Die Sets gehen fließend ineinander über und bilden eine

zusammenhängende Landschaft, die unzählige Möglichkeiten für Gegenschüsse, Kameraschwenks und Durchblicke bietet. „An einem Bürotisch vorbei kann die Kamera das Geschehen auf dem Dorfplatz einfangen und dahinter vielleicht noch ein Augenpaar, das dieselbe Szene aus der Wohnung gegenüber beobachtet.“ All das ermöglicht ein Erlebnis, wie es Michel Gondry im Sinn hatte. In den Worten von Holger Müller: „Man kann ganz einfach in eine andere Welt abtauchen“. Wer Lust bekommen hat, seine kreativen Einfälle in den Kulissen der Filmfabrik zum Leben zu erwecken, der braucht dafür nichts weiter als drei Stunden Zeit. Gruppen aus bunt zusammengewürfelten Teilnehmer/innen werden mehrmals täglich spontan zur Crew ihres eigenen Films, den sie sich am Ende auf der Kinoleinwand der Filmfabrik anschauen können.

Im Rahmen von


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Betriebszeiten der Filmfabrik: Einzelbesucher / innen Dienstag bis Freitag: 11:15 Uhr (Start 1. Tour) bis 18:00 Uhr (Ende letzte Tour) Samstag und Sonntag: 10:15 Uhr (Start 1. Tour) bis 17:45 Uhr (Ende letzte Tour) Die Touren starten im 45-MinutenTakt Schulklassen Dienstag bis Freitag: (zwei Schulklassen pro Tag) 8:15 Uhr bis 12:00 Uhr (Schulklasse 1) 9:45 Uhr bis 13:30 Uhr (Schulklasse 2)

Wir danken unseren Förderern

Exklusive Gruppen- und Firmenevents Dienstag bis Sonntag nach Absprache (vorzugsweise ab 16:30 Uhr) Buchung erforderlich! Beratung und Buchung Online unter abgedreht.deutschesfilmmuseum.de sowie telefonisch unter 069 / 961 220 585

thehomemoviefactory.com #ufagondry #hmfgondry


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AUSSTELLUNG

Michel Gondry zu Gast in Frankfurt Der Schöpfer der Filmfabrik zu Besuch in den Kulissen von Abgedreht! Der französische Filmemacher und kreative Kopf hinter Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry war am 10. Oktober zu Gast im Deutschen Filmmuseum. Der Regisseur von Filmen wie ETERNAL SUNSHINE OF THE SPOTLESS MIND (US 2004) und BE KIND REWIND (US/UK 2008) verbindet Hollywood und Autorenfilm mit äußerst originellen Spielfilmen, die für ihre handgemachten Special Effects und das herausragende Gespür für filmischen Rhythmus bekannt sind. Eine Filmreihe im Kino des Deutschen Filminstituts begleitete im Oktober das Programm zum Gastland Frankreich der Frankfurter Buchmesse, die der Erfolgsregisseur ebenfalls besuchte. Nach der Vorführung seines Jugendfilms MICROBE ET GASOIL (FR 2015) nahm Gondry sich die Zeit für einen Plausch mit seinem

begeisterten Publikum. Dutzende drängten sich in den engen Kulissen der Filmfabrik, um amüsiert zuzuhören, wie Gondry über die Faszination des Jungseins parlierte, wie alt er sich fühle, wenn er „einem jungen Mann wie dem französischen Staatsschef Macron“ gegenüberstehe und sich an sein erstes Filmprojekt erinnerte, das leider verloren ist, „weil mein Bruder später ein Fußballspiel auf der Videokassette aufgenommen hat.“ Von der fantasievollen Gestaltung der Frankfurter Filmfabrik durch Szenenbildner Holger Müller war Michel Gondry sichtlich beeindruckt: „eine der schönsten Filmfabriken überhaupt!“, urteilte er hochzufrieden. MICROBE ET GASOIL (FR 2015), Gondrys autobiografische Geschichte zweier Außenseiter, die sich in den Sommerferien auf eine verrückte Reise machen, ist diesen Monat erneut im Kinderkino zu sehen. (≥ Seite 37)

Michel Gondry verweilte zum ausgiebigen Gespräch mit den Gästen.


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BEGLEITPROGRAMM IM November Einen exklusiven Blick in die Kulissen von Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry (bis 28. Januar 2018) werfen und dabei spannende Hintergründe entdecken? Mit der Mittagspause CUT! und dem abendlichen after-work-Format bietet das Deutsche Filmmuseum die Gelegenheit zur Führung durch die Kulissen. Wer will, kann dabei Ideen für einen eigenen Dreh in der Filmfabrik entwickeln. Filmmuseum after work Mittwoch, 8. November, 19:00 Uhr Immer am zweiten Mittwoch eines Monats lädt das Deutsche Filmmuseum zum gemeinsamen Feierabend mit Kulturprogramm und Wein. Nach einer thematischen Führung durch die Dauerausstellung und einem exklusiven Kulissenrundgang durch die Filmfabrik mit Hintergrundinformationen zum Thema Kulissenbau verweilen die Gäste bei Gesprächen und Wein. Eintrittspreis: 7 Euro (5 Euro ermäßigt) In Kooperation mit Jacques' Weindepot in der Schweizer Straße, Frankfurt-Sachsenhausen

CUT! Die Mittagspause im Filmmuseum Kulissenführung & Snack Seine Mittagspause kann man in der Kantine verbringen, am Schreibtisch … oder im Museum! Im Anschluss an eine exklusive Kulissenführung durch Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry erhalten die Gäste ein Sandwich und ein alkoholfreies Getränk im filmcafé. Eintrittspreis: 8 Euro (nur Führung ohne Snack: 2,50 Euro)


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AKTUELLES

MiniFilmclub on Tour Filmvermittlung für die Allerjüngsten Avantgarde- und Experimentalfilme für Vorschulkinder? Na klar! Kinder sind offen für Bilder, in denen Dinge nicht festgelegt sind, Formen fließen und Überraschendes passiert. Die kindliche Neugier auf das bewegte Bild steht seit 2013 im Zentrum des MiniFilmclub im Deutschen Filmmuseum. Mit Augen und Ohren, Händen und Füßen erkunden sie kurze Avantgarde-, Kunstund Experimentalfilme – und das Kino selbst. Vom Besuch im Vorführraum mit seinen riesigen Projektoren bis zur Herstellung eigener Trickfilme ermöglicht der MiniFilmclub ungewohnte Zugänge zur Kunstform Film und ist mit seinem innovativen Konzept bundes- und europaweit auf Tour.

25. blicke filmfestival des ruhrgebiets 15. – 19.11.2017 www.blicke.org

Weitere Infor­mationen und Buchung: 069 961 220 223

Der MiniFilmclub beim blicke-Festival in Bochum Im November ist der MiniFilmclub bei den „Kinder-blicken“ des 25. blicke-Festivals in Bochum zu Gast und präsentiert an zwei Tagen ein interaktives Experimentalfilmprogramm für Kinder ab vier. Unter dem Titel „Schauen, fragen, selber machen – und das Kino entdecken!“ sehen Kinder einen Film aus der MiniFilmclubEdition und lernen in einer Kreativeinheit anhand einzelner Filmstreifen das analoge Filmmaterial (35mm) und seine Projektionsform kennen. Auch Hochschulen interessieren sich für das Format: Während der Summer School Filmbildung 2017 an der Universität Hildesheim diskutierte am 22. September Britta Yook, Projektkoordinatorin vom MiniFilmclub, mit Vertreter/innen aus Filmvermittlung, Filmpädagogik und Filmkunst verschiedene Ansätze der Filmvermittlung unter dem Oberthema „Kino der Kindheit“.

Der MiniFilmclub ist Teil des Projekts „Kunst und Spiele“ der Robert Bosch Stiftung und kann regulär im Deutschen Filmmuseum gebucht werden.


Lesen, was das Kino zeigt Dieses Buch unternimmt gemeinsam mit dem Kabarettisten / Schauspieler / Drehbuchautor / Regisseur eine Reise von den Anfängen bis zu den aktuellen Höhepunkten in seinem Schaffen. Ein ausführliches Gespräch mit Josef Hader und mehrere Textbeiträge (u.a. von Doris Knecht) geben Einblick in die Vielschichtigkeit seiner Kunst.

192 S. | Pb. | zahlr. teils farb.Abb. | € 19,90 ISBN 978-3-89472-850-2 Der aktuelle Erfolg von La La Land zeigt, dass Tanzszenen im Film immer noch und immer wieder funktionieren, seit dem erotischen Tanz der Stummfilmdiva Asta Nielsen über John Travolta in Saturday night Fever bis zu BiLLy eLLiot – i wiLL dance Begleitet die Ausstellung im Filmmuseum Potsdam 240 S. | geb. | viele farb. Abb. |€ 24,90 ISBN 978-3-89472-617-1 Wg.-Nr. 1-960

Erinnerung an den Regisseur Wolfgang Staudte [roSen Für den StaatSanwaLt (1959), der untertan (1951)]. Er gehörte zu den wenigen, die das Kartell des Vergessens in der Nachkriegszeit durchbrechen wollten. 225 S. | Pb. | zahlr. Abb. | € 24,90 ISBN 978-3-89472-969-1 Was haben Samuel L. Jackson, Stanley Kubrick, John Carpenter, Tim Burton und Zoë Bell gemeinsam? Genau, sie werden als Geburtstagskinder in der aktuellen Ausgabe des Filmkalenders gewürdigt. Des weiteren erinnern kurzweilige Texte an besondere Filmereignisse aus dem Jubiläumsjahr ‚8’.

208 S. | Fadenheftung und Lesebändchen | zahlr. farb Abb. | € 9,90 | ISBN 978-3-89472-949-3 www.schueren-verlag.de

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Foto: Gordon Parks Foundation

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I AM YOU. DIE FILME VON GORDON PARKS In Kooperation mit

Ausstellung: "Gordon Parks. I Am You. Selected Works 1942 – 1978" Ort: The Cube, Eschborn Termine und Voranmeldung: deutscheboersephotographyfoundation.org

Gordon Parks (1912-2006) war Fotoreporter und Autor und schuf darüber hinaus ein vielfältiges Werk als Lyriker, Komponist und Filmregisseur. Die Deutsche Börse Photography Foundation zeigt noch bis zum 5. Januar 2018 rund 180 seiner fotografischen Arbeiten. Im November widmet das Kino des Deutschen Filmmuseums Gordon Parks‘ Filmschaffen die europaweit erste umfassende Retrospektive. Das facettenreiche Werk des ersten afroamerikanischen Regisseurs, der für Hollywoodstudios drehen durfte, reicht von dokumentarischen über autobiografische Filme bis zu Blaxploitation-Erfolgen. Begleitend ist eine kleine Auswahl an Fotografien aus dem Bestand der Deutsche Börse Photography Foundation im Foyer des Deutschen Filmmuseums zu sehen. FLAVIO + THE WORLD OF PIRI THOMAS USA 1964 + 1968. R: Gordon Parks. 12 + 60 Min. 16mm. OF

Einführung zum Werk Gordon Parks’: Sebastian Knoll (Kunsthistoriker, Deutsche Börse Photography Foundation)

Dienstag, 07.11. 20:15 Uhr

FLAVIO, Parks' erster Film, ist eine kurze dokumentarische Arbeit über den täglichen Überlebenskampf in einem von Armut geprägten Viertel in Brasilien und knüpft an seine populären LIFE-Fotoreportagen an. Nachfolgend THE WORLD OF PIRI THOMAS: Der farbenprächtige Essayfilm kreiert eine soghafte Atmosphäre aus Dichtung, Musik und den Straßengeräuschen von Spanish Harlem und setzt dabei der Perspektivlosigkeit des Ghettos etwas entgegen.


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THE LEARNING TREE Hass USA 1969. R: Gordon Parks D: Kyle Johnson, Alex Clarke, Estelle Evans. 107 Min. 35mm. OF

Gordon Parks‘ Spielfilmdebüt basiert auf seinem gleichnamigen semi-autobiografischen Roman und ist der erste große Hollywood-Studiofilm, der von einem afroamerikanischen Regisseur realisiert wurde. Parks führte nicht nur Regie, sondern zeichnete als Drehbuchautor, Komponist und Produzent verantwortlich. Im Zentrum steht ein Jahr im Leben zweier sehr unterschiedlicher schwarzer Jugendlicher, die Ende der 1920er Jahre im ländlichen Kansas aufwachsen. Ihren von Rassismus geprägten Alltag inszeniert Parks packend und atmosphärisch dicht. Die visuelle Gestaltung des Films zeugt vom großen fotografischen Gespür des Regisseurs.

Freitag, 10.11. 20:15 Uhr Sonntag, 12.11. 18:00 Uhr

STROMBOLI Italien/USA 1950. R: Roberto Rossellini. D: Ingrid Bergman, Mario Vitale, Renzo Cesan. 106 Min. 35mm. OmeU

Die Ehe mit einem Fischer von der Vulkan-Insel Stromboli bringt dem litauischen Flüchtlingsmädchen Karin nicht die erhoffte Befreiung aus ihrer Lage. Den fortwährenden Demütigungen durch ihren Mann und die Dorffrauen auf der kargen Insel begegnet sie mit Beharrlichkeit und festem Glauben. Die erste Zusammenarbeit zwischen dem Neorealisten Roberto Rossellini und dem Hollywoodstar Ingrid Bergman ist ein ergreifendes Melodram über die Ablehnung des Fremden. Aufgrund der Skandal-Affäre zwischen Rossellini und Bergman war Gordon Parks der einzige am Set des Films zugelassene Fotograf.

Samstag, 11.11. 20:15 Uhr


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GORDON PARKS SHAFT USA 1971. R: Gordon Parks D: Richard Roundtree, Moses Gunn, C. Cioffi. 100 Min. 35mm. OF

Mittwoch, 15.11. 20:30 Uhr Freitag, 17.11. 20:30 Uhr

Gordon Parks‘ berühmtester Film brachte dem Blaxploitation-Genre den Durchbruch im Mainstream, machte den Regisseur und seinen Hauptdarsteller Richard Roundtree zur Legende und bescherte Isaac Hayes einen Oscar® für den besten Filmsong. Mit der Figur des Privatdetektivs Shaft, der die Tochter eines afroamerikanischen Gangsterbosses aus den Händen der Mafia befreien soll und dabei zwischen alle Fronten gerät, eroberte erstmals ein schwarzer Leinwandheld ein breites Publikum. Rasant und spannend in Szene gesetzt, lebt der Kultfilm auch vom New Yorker Zeitkolorit der 1970er Jahre und dem mitreißenden Funk-Soundtrack.

SHAFT'S BIG SCORE! Liebesgrüße aus Pistolen USA 1972. R: Gordon Parks, D: Richard Roundtree, Moses Gunn, Drew B. Brown. 104 Min. 35mm. OF mit schwed. UT

Freitag, 17.11. 22:30 Uhr Mittwoch, 22.11. 20:30 Uhr

Nach dem weltweiten Erfolg von SHAFT ließ die Fortsetzung nicht lang auf sich warten und hatte es in sich. Autoverfolgungsjagden, Explosionen und Schusswechsel quer durch die Stadt lassen kaum eine Atempause zu. Antrieb der Story ist die Ermordung eines Freundes von Shaft. Als der Mordverdacht auf Shaft fällt, sieht der sich veranlasst, in der Stadt kräftig aufzuräumen und eine ganze Gangsterbande im Alleingang auszuschalten.


15 THE SUPER COPS Die Supercops – Zwei irre Hunde USA 1973. R: Gordon Parks D: Ron Leibman, David Selby, Sheila Frazier. 90 Min. 35mm. OF

Inspiriert von der wahren Geschichte der beiden geradezu aberwitzig erfolgreichen Polizisten Dave Greenberg and Robert Hantz alias Batman und Robin, zeigt sich Parks auf der Höhe seines Könnens: Mühelos gelingt ihm eine stilprägende Mischung aus Gangsterfilm und Polizeigroteske, die stets zwischen hartem Actionkrimi und comichaften Übertreibungen pendelt.

Freitag, 24.11. 20:30 Uhr

LEADBELLY USA 1976. R: Gordon Parks D: Roger E. Mosley, Paul Benjamin, Madge Sinclair. 126 Min. 35mm. OF

Huddie „Leadbelly“ Ledbetter war ein brillanter BluesGitarrist und Folk-Sänger. Die intensiv gespielte MusikerBiografie erzählt mitreißend seinen leidgeprägten Werdegang von den 1920er bis 1940er Jahren. Die Liebe zur Musik war dabei sein Widerstand gegen Unterdrückung, Haft und Zwangsarbeit.

Sonntag, 26.11. 20:00 Uhr

MOMENTS WITHOUT PROPER NAMES USA 1988. R: Gordon Parks D: Gordon Parks, A. Brooks, Roscoe L. Browne. 60 Min. 16mm. OF

Vorfilm DIARY OF A HARLEM FAMILY (USA 1968. R: Gordon Parks. 20 Min. 16mm. OF)

Parks‘ letzter Film, ein von Gedichten und Musik begleiteter Streifzug durch sein Leben und Werk. Rares Archivmaterial, Nachrichtensendungen und viele seiner Fotografien setzen Parks‘ Lebensgeschichte dabei in Bezug zur gesellschaftlichen Entwicklung der USA. Ein filmischer Essay, persönlich und universell zugleich.

Mittwoch, 29.11. 20:30 Uhr


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JEANNE MOREAU Sie war das prägende Gesicht der Nouvelle Vague: Die Karriere der französischen Schauspielerin Jeanne Moreau bestimmte ein hoher Anspruch an sich selbst und das Kino, für das sie die Arbeit an den renommierten Schauspielhäusern Comédie-Française und Théâtre National Populaire bald hinter sich ließ. Eine Hommage an die im Juli mit 89 Jahren verstorbene Schauspielerin zeigt die Diversität ihres Schaffens in der Zusammenarbeit mit François Truffaut, Michelangelo Antonioni oder Luis Buñuel. Die Pariserin, die besonders für ihr distanziertes Spiel bekannt war, verkörperte mit der Expressivität ihrer Augen und einem markanten Stimmtimbre eine Mischung aus subtiler Erotik, Kälte und Unnahbarkeit, welche sie für komplexe Charakterstudien prädestinierte. TOUCHEZ PAS AU GRISBI Wenn es Nacht wird in Paris Frankreich/Italien 1954. R: Jacques Becker D: Jean Gabin, Jeanne Moreau, D. Doll, R. Dary. 94 Min. 35mm. OmeU

Mittwoch, 01.11. 18:00 Uhr Mittwoch, 08.11. 20:30 Uhr

Eines der Meisterwerke von Jacques Becker zeigt drei Tage im Milieu der Pariser Unterwelt. Jean Gabin spielt einen alternden Ganoven, der sich nach einem gelungenen Raubüberfall mit einer konkurrierenden Bande auseinandersetzen muss, die ihm die Beute abnehmen will. Berühmt wurde die Szene, in der Gabin vor dem Spiegel seine Gesichtsfalten zählt. Jeanne Moreau ist in einer frühen Rolle als Nachtclubsängerin zu sehen, und Lino Ventura gab in diesem Film sein Debüt als Schauspieler.


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LES AMANTS Die Liebenden Frankreich 1958. R: Louis Malle D: Jeanne Moreau, Alain Cuny, Jean-Marc Bory. 93 Min. Blu-ray. OmU

Louis Malles zweiter Spielfilm (nach L’ASCENSEUR POUR L’ÉCHAFAUD aus demselben Jahr), erzählt von einer Frau, die eine fade Ehe mit einem Verleger führt und eine ebenso fade Liaison mit einem Polospieler unterhält. Dann trifft sie ihre große Liebe und bricht aus ihrem großbürgerlichen Milieu aus. Malle romantisiert diese Liebe mit allen filmischen Mitteln, um sie den bürgerlichen Konventionen scharf gegenüberzustellen.

Donnerstag, 02.11. 18:00 Uhr Sonntag, 12.11. 20:30 Uhr

LES LIAISONS DANGEREUSES Gefährliche Liebschaften Frankreich/Italien 1959. R: Roger Vadim D: Jeanne Moreau, G. Philipe, A. Stroyberg. 95 Min. 35mm. OmU

Juliette de Merteuil und der Vicomte de Valmont pflegen eine exzentrische Beziehung: Ihr Vergnügen speist sich vor allem daraus, Intrigen anzuzetteln, Seitensprünge einzufädeln und sich genüsslich davon zu berichten. Je delikater die Begleitumstände, desto größer die hämische Freude des dekadenten Paares. Bei seiner Veröffentlichung Ende des 18. Jahrhunderts löste der zugrunde liegende Briefroman "Gefährliche Liebschaften" von Choderlos de Laclos einen Skandal aus. Roger Vadims elegant fotografierte Verfilmung verlegt den Stoff ins Paris der Jazzclubs und Partys der späten 50er.

Freitag, 10.11. 18:00 Uhr


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JEANNE MOREAU LA NOTTE Die Nacht Italien/Frankreich 1961. R: Michelangelo Antonioni D: Marcello Mastroianni, J. Moreau, M. Vitti. 122 Min. Blu-ray. OmeU

Donnerstag, 16.11. 18:00 Uhr Samstag, 18.11. 20:15 Uhr

Ein Tag und eine Nacht aus dem Leben eines Schriftstellers und seiner Frau in Mailand – Stunden, die vielleicht das Ende ihrer Liebe bedeuten. Es gibt kaum eine äußere Handlung, aber es geht viel in den Figuren vor, was jedoch weder beredet noch psychologisiert wird. Antonioni seziert stattdessen die Oberfläche der Ereignisse und der Szenerien: Die Bilder des Films mit ihren komplizierten Kamerabewegungen kontrastieren mit der äußeren Bewegungslosigkeit des vorgeführten sozialen Milieus. Einer von Antonionis ganz großen Filmen.

JULES ET JIM Jules und Jim Frankreich 1962. R: François Truffaut D: Jeanne Moreau, Oskar Werner, Henri Serre. 110 Min. 35mm. OmeU

Freitag, 17.11. 18:00 Uhr Dienstag, 21.11. 20:30 Uhr

Truffauts Adaption des gleichnamigen Romans von Henri-Pierre Roché ist eine Hymne auf die Freundschaft und auf die Liebe zu dritt. Eine Liebe allerdings, die in verschiedenen Konstellationen und keineswegs ohne Probleme verläuft. Der Franzose Jim und der Deutsche Jules lernen sich vor dem Ersten Weltkrieg in Paris kennen. Sie teilen die gleichen künstlerischen Vorlieben und verlieben sich in dieselbe Frau, bis der Kriegsausbruch sie für einige Jahre trennt … Eine Utopie, zugleich fest in den zeitlichen Kontext eingebettet.


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LE JOURNAL D’UNE FEMME DE CHAMBRE Tagebuch einer Kammerzofe Frankreich/Italien 1964. R: Luis Buñuel D: Jeanne Moreau, Michel Piccoli, G. Geret. 97 Min. 35mm. OmU

Das Dienstmädchen Célestine arbeitet auf dem Landgut der Monteils und hat es dort mit einer Ansammlung von Neurotikern und sexuell Frustrierten zu tun, ist aber wild zum sozialen Aufstieg entschlossen. Buñuels Adaption des gleichnamigen Romans von Octave Mirbeau aus dem Jahre 1900 (zuvor bereits von Jean Renoir verfilmt) verlegt die Handlung in die 1920er Jahre, betont die antibürgerlichen Aspekte der Vorlage und weist auf die Gefahr des aufkommenden Faschismus hin.

Sonntag, 19.11. 18:00 Uhr Samstag, 25.11. 20:30 Uhr

MONTE WALSH USA 1970. R: William A. Fraker D: Lee Marvin, Jeanne Moreau, Jack Palance. 106 Min. 35mm. OmU

Ein alternder, beschäftigungslos gewordener Cowboy sieht sich vor die Entscheidung gestellt, entweder die neuen Arbeits- und Lebensbedingungen der Gesellschaft zu akzeptieren oder ein Außenseiter-Dasein jenseits von Gesetz und Ordnung zu führen. Seine Weigerung, den Wandel der Zeiten zu akzeptieren, führt zunehmend zu Vereinsamung. Eine melancholische Erzählung vom Ende des Wilden Westens, die ein realistisches Bild vom Cowboy-Dasein zeichnet. Das Zentrum des lyrisch gestimmten Films ist die berührend gespielte, innige Beziehung der von Lee Marvin und Jeanne Moreau dargestellten Figuren.

Donnerstag, 23.11. 18:00 Uhr Dienstag, 28.11. 20:30 Uhr


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JEANNE MOREAU L’ADOLESCENTE Mädchenjahre Frankreich/BRD 1979. R: Jeanne Moreau D: Laetitia Chauveau, S. Signoret, E. Clever. 90 Min. 35mm. OmeU

Freitag, 24.11. 18:00 Uhr

Sommer 1939. Marie ist zwölf Jahre alt und verbringt die Ferien mit ihren Eltern bei ihrer Großmutter in der Auvergne. Sie erkundet die neue Umgebung, registriert aufmerksam die Konflikte auch in ihrer Familie und beginnt sich für einen jungen Landarzt zu interessieren. Jeanne Moreaus zweite Regiearbeit ist das feinfühlige Portrait eines Mädchens in der beginnenden Pubertät und beschwört atmosphärisch dicht die ländliche Stimmung, in die bereits Vorzeichen des kommenden Unheils eindringen. UNE ESTONIENNE À PARIS Eine Dame in Paris Frankreich/Estland/Belgien 2012. R: Ilmar Raag D: Jeanne Moreau, Laine Mägi, Patrick Pineau. 95 Min. DCP. OmU

Sonntag, 26.11. 18:00 Uhr Donnerstag, 30.11. 18:00 Uhr

Die Estin Anne ist einsam, geschieden und die Kinder sind schon lange aus dem Haus. Als auch noch ihre Mutter stirbt, folgt sie einem Ruf nach Paris: Dort soll sie sich um Frida, eine ebenfalls aus Estland stammende alte Dame kümmern – doch die scheint darauf keinerlei Wert zu legen. Geduldig erträgt Anne die Bösartigkeiten von Frida und imponiert dieser damit. Allmählich entsteht zwischen den beiden Frauen eine besondere Verbundenheit. In diesem vom Publikum begeistert aufgenommenen goEast-Eröffnungsfilm von 2013 hat Jeanne Moreau ihren letzten großen Kino-Auftritt als alternde Diva und beweist einmal mehr ihre Vielseitigkeit.


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Ein Projekt des Deutschen Filminstituts zusammen mit

KLASSIKER & RARITÄTEN Deutscher Herbst 2017 jährt sich der Deutsche Herbst zum 40. Mal. Die Zeit zwischen September und Oktober 1977, in der die Anschläge der Terrorgruppe „Rote Armee Fraktion“ (RAF) ihren Höhepunkt erreichten, war von heftigen politischen und medialen Auseinandersetzungen begleitet. Nachdem der deutsche Film auf die Anfänge der RAF-Bewegung zunächst kaum reagiert hatte (eine Ausnahme bildet Klaus Lemkes BRANDSTIFTER (BRD 1969)), setzte sich eine ganze Reihe Filmschaffender seit den späten 70er Jahren und bis heute mit den Geschehnissen des Deutschen Herbstes und ihren Folgen auseinander. Die Filmreihe zeigt im November ausgewählte deutsche Dokumentar- und Spielfilme von 1969 bis 2015. UNE JEUNESSE ALLEMANDE Eine deutsche Jugend Frankreich/Schweiz/Deutschland 2015. R: Jean-Gabriel Périot Dokumentarfilm. 93 Min. DCP. OmU

Der Konflikt zwischen Staat und RAF, der zugleich ein Krieg der Bilder war, wurde auch in der Filmszene hitzig diskutiert. Unter ausschließlicher Verwendung von Archivmaterial – Fernsehinterviews, Tonbandaufzeichnungen und Filmausschnitten – ganz ohne Kommentar schneidet Jean-Gabriel Périot die Positionen kunstvoll gegeneinander und entwickelt das intensive Kaleidoskop einer Gesellschaft vor der Zerreißprobe. UNE JEUNESSE ALLEMANDE liefert mit distanziertem Blick und subtiler Montage eine ungeahnte Perspektive auf eine hoffnungsvolle Generation und ihre gescheiterte Revolution.

Gefördert von Alfred von Cläre Pott-Stiftung, Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung, Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität; Dr. Bodo SponholzStiftung für Wohlfahrt, Kunst und Wissen

Nach dem Film Diskussion mit Gabriele von Lutzau (Zeitzeugin) Prof. Ingrid GilcherHoltey (Historikerin, Universität Bielefeld) Jean-Gabriel Périot Moderation: Steffen Bruendel (Goethe-Universität) Frankfurt

Mittwoch, 01.11. 20:00 Uhr Empfang und Eröffnung: 19:00 Uhr


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KLASSIKER & RARITÄTEN BRANDSTIFTER BRD 1969. R: Klaus Lemke D: Margarethe von Trotta, Iris Berben. 65 Min. Digital

Vorfilm IHRE ZEITUNGEN (BRD 1968 R: Harun Farocki 18 Min.)

Einführung: Prof. Rembert Hüser (Medienwissenschaftler, GoetheUniversität) Dienstag, 07.11. 18:00 Uhr

Die in der APO aktive Studentin Anka glaubt nicht mehr daran, mit Worten allein die Welt verändern zu können und lässt Taten sprechen. In einer militanten Aktion deponiert sie eine Bombe in einem Kölner Kaufhaus. BRANDSTIFTER entstand Anfang 1969 und bezieht sich unmittelbar auf die Kaufhausbrandstiftungen des Frühjahrs 1968 durch die späteren RAF-Gründer/innen. Für Lemke selbst ist BRANDSTIFTER „der einzige authentische Film zu Baader-Meinhof, gedreht zu einem Zeitpunkt, wo [...] der Prozess bevorstand“. Er setzt dabei vor allem auf Dialoge, in denen Überzeugung und Aufbruchsstimmung der Studentenbewegung ebenso zum Ausdruck kommen wie Verdruss und unüberwindliche Konflikte. DEUTSCHLAND IM HERBST BRD 1978. R: Rainer W. Fassbinder, A. Brustellin, A. Kluge, M. Mainka, E. Reitz, K. Rupé/H. P. Cloos, V. Schlöndorff, B. Sinkel. 123 Min. 35mm

Mit Einführung

Dienstag, 14.11. 18:00 Uhr

Kurz nach den Ereignissen des Deutschen Herbstes 1977 – die Geiselnahme von Hanns Martin Schleyer, die Entführung des Lufthansa-Flugzeugs Landshut, schließlich die Selbstmorde in Stammheim – fanden sich elf deutsche Regisseure in diesem Omnibusfilm zusammen, um ein Stimmungsbild der Republik festzuhalten. Fassbinders Episode ist die persönlichste von allen und damit zugleich die radikalste: Anhand eines Interviews mit seiner Mutter und mittels selbstentblößender Szenen von Verzweiflung und Ratlosigkeit macht er deutlich, dass das Private nicht vom Politischen getrennt werden kann.


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DIE DRITTE GENERATION BRD 1979. R: Rainer Werner Fassbinder D: Volker Spengler, Bulle Ogier, Hanna Schygulla. 105 Min. 35mm

Einführung: Prof. Christopher Daase (Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt)

Mit zwei Jahren Abstand zu den Geschehnissen des Deutschen Herbstes setzte sich Fassbinder auf komödiantische Weise mit dem deutschen Terrorismus auseinander. Die zur Entstehungszeit noch fiktionale Dritte Generation der RAF besteht hier aus gelangweilten jungen Leuten, die nicht aus politischer Überzeugung, sondern aus unbedachtem Aktionismus heraus gewalttätig werden. Von der zeitgenössischen Kritik überwiegend als hochaktuelles politisches Statement aufgefasst, gibt der Film auch einen Eindruck vom speziellen, derben Humor Fassbinders.

Dienstag, 21.11. 18:00 Uhr

BLACK BOX BRD Deutschland 2001. R: Andres Veiel Dokumentarfilm. 102 Min. 35mm

Mit Einführung

Am 30. November 1989 wurde Alfred Herrhausen, Vorstandschef der Deutschen Bank, von der RAF ermordet. Vier Jahre später kommt bei einem Schusswechsel mit der Polizei RAF-Terrorist Wolfgang Grams in Bad Kleinen ums Leben. Offizielle Erklärung: Selbstmord durch Kopfschuss. Andreas Veiels Dokumentarfilm stellt die Lebensläufe und Überzeugungen dieser beiden gegensätzlichen Männer nebeneinander. Interviews mit Hinterbliebenen und politischen Weggefährten verwebt Veiel mit privaten Filmausschnitten, zeitgenössischen Fernsehaufnahmen und nachgestellten Szenen zu einem komplexen Zeitdokument.

Dienstag, 28.11. 18:00 Uhr


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dias-de-cine.de In Kooperation mit

Förderer:

Sponsoren: Stadtmobil Carsharing, 25hours Hotel, Sparda Bank, Cafuchico, Sapo Rey

5. Días de Cine

Lateinamerikanisches Filmfest Seit 2013 bietet Días de Cine – Lateinamerikanisches Filmfest ein Forum für die Verbreitung des zeitgenössischen lateinamerikanischen Kinos. Zum 5. Geburtstag zeigt das Filmfest dem Frankfurter Publikum einmal mehr ein Panorama der vielfältigen und qualitativ hochwertigen Filmproduktion Lateinamerikas. Die Besucher/innen erwarten Filme die von Musik, Poesie und Fotografie handeln und sich mit den Themen Erinnerung und Identität auseinandersetzen. Neben Produktionen aus Brasilien, Chile, Mexiko, Paraguay, Argentinien und Guatemala sind Regisseur/innen von Filmen aus Costa Rica, Peru und Kolumbien mit ihren Beiträgen im Kino des Deutschen Filmmuseums zu Gast. THE BOOK OF LIFE Manolo und das Buch des Lebens USA 2014. R: Jorge R. Gutiérrez Animation. 95 Min. DCP. DF

KINDERKINO Freitag, 03.11. 14:30 Uhr Sonntag, 05.11. 15:00 Uhr

In einer auf mexikanischem Volksglauben basierenden Geschichte entwickelt sich ein Abenteuer um ein Liebesdreieck. Als die schöne María am Tag der Toten („Día de los muertos“) nach einer langen Reise zum Ort San Ángel zurückkehrt, buhlen die Jungen Manolo und Joaquín um ihre Zuneigung. Die Geister La Muerte, Herrin des Reiches der Erinnerten, und Xibalbá, Herr des Reiches der Vergessenen, sind als Beobachter dabei und schließen Wetten darüber ab, welchem der beiden Jungs María ihr Herz schenken wird.


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LOS NADIE The Nobodies Kolumbien 2016. R: Juan Sebastián Mesa. D: Maria Angélica Puerta, Luis Felipe Álzate, Maria Camila Castrillón. 84 Min. DCP. OmeU

Zu Gast: Juan Sebastián Mesa

Fünf Teenager – Camilo, Mechas, Manu, Ana und Pipa –leben und überleben in einem der Randbezirke Medellíns, der zweitgrößten Stadt Kolumbiens. Monochrome Bilder setzen einen Ort in Szene, der mal als großer Spielplatz lockt, und dann wieder wegen seiner Härte und Gleichgültigkeit abstößt. Freundschaft, Punkmusik und Straßenkunst sind die Waffen der Jugendlichen gegen die täglichen Widrigkeiten und geben ihnen Hoffnung auf ein besseres Leben. Frei nach dem Gedicht „Los Nadie“ (dt: „Die Niemande“) des uruguayischen Schriftstellers Eduardo Galeano.

Freitag, 03.11. 18:00 Uhr

In Kooperation mit Kino Latino Köln

MALA JUNTA Bad Influence Chile 2016. R: Claudia Huaiquimilla. D: Andrew Bargsted, Francisco Pérez-Bannen, Eliseo Fernandez. 89 Min. DCP. OmeU

Tano, ein rebellischer Teenager aus Santiago, wird in den Süden Chiles zu seinem Vater geschickt, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Dort trifft er Cheo, einen schüchternen Mapuche-Jungen, der wegen seiner indigenen Herkunft gemobbt wird. Der rätselhafte Tod eines Mapuche-Führers entfesselt eine Welle von Brutalität und Gewalt in der Gegend und zwingt Tano und Cheo, sich gegen diese Gewalt in ihrer Umgebung zusammenzutun.

Freitag, 03.11 20:15 Uhr

In Kooperation mit


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DíAS DE CINE AQUARIUS Brasilien/Frankreich 2016. R: Kléber Mendonça Filho. D: Sonia Braga, Maeve Jinkings, Irandhir Santos, H. Carrão. 146 Min. DCP. OmeU

Freitag, 03.11. 22:00 Uhr

Clara ist eine 65-jährige pensionierte Musikkritikerin. Die Witwe wohnt seit Jahrzenten im Aquarius, einem zweistöckigen Haus am Meer in einer großbürgerlichen Gegend von Recife. Alle anderen Wohnungen wurden schon von einem großen Bauunternehmen aufgekauft, das dort ein modernes Hochhaus errichten will. Clara hat sich geschworen, ihre Wohnung nie im Leben aufzugeben, und ist fest entschlossen, den Kampf mit den Immobilienspekulanten aufzunehmen.

OTROS CUATRO LITROS The 4 Beers Guatemala 2016. R: Rodolfo Espinosa. D: Carlos el Gordo Hernández, Carlos del Valle, Elvin Santiagos. 85 Min. Blu-ray. OmeU

Vorfilm ESTAMOS PARA COLABORARLE (CO 2017 R: Camilo Jiménez Varón. 19 Min.)

Samstag, 04.11. 16:00 Uhr

In Kooperation mit

Um den letzten Wunsch ihres verstorbenen Freundes zu erfüllen, fahren drei junge Männer zum Lago de Atitlán: Sie sollen seine Asche in den See werfen und dann vier Liter Bier in seinem Namen trinken. Aber auf dem Weg setzt ein Autounfall eine Reihe unglücklicher Zwischenfälle in Gang. Für jeden von ihnen beginnt ein Abenteuer, das ihn im Verlauf des Tages zu sich selbst und zur gemeinsamen Freundschaft zurück führt.


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EJERCICIOS DE MEMÓRIA Memory Exercises Paraguay/Argentinien/Frankreich/Deutschland 2016. R: Paz Encina Dokumentarfilm. 70 Min. DCP. OmeU

Vorfilm KAT WAJ (GT 2017 R: Teresa Jiménez. 18 Min.)

Paz Encina widmet sich in ihrem dokumentarischen Essay der 35 Jahre andauernden Diktatur in Paraguay zwischen 1954 und 1989. Mit Agustín Goiburú verschwand 1976 der prominenteste Kritiker des StroessnerRegimes ins argentinische Exil. Wiederum 35 Jahre später begeben sich seine Kinder Rogelio, Rolando und Jazmin auf Spurensuche: In einer intimen Erinnerungsübung zeichnen sie ein Schicksal nach, das beispielhaft über mehrere Jahrzehnte hinweg für die Geschichte eines ganzen Landes steht.

Samstag, 04.11. 18:00 Uhr

LA ÚLTIMA TARDE One Last Afternoon Peru/Kolumbien 2016. R: Joel Calero D: Katerina D’Onofrio, Lucho Cáceres. 81 Min. DCP. OmeU

Zu Gast: Joel Calero

Nach 19 Jahren treffen sich Laura und Ramón in Lima wieder, um ihre Scheidungsdokumente zu unterschreiben. Während sie auf den Scheidungsanwalt warten, verbringen sie einen Nachmittag mit Gesprächen über die Vergangenheit. Die aus großbürgerlichem Milieu stammende Laura hatte sich in ihrer Jugend gemeinsam mit dem militanten Universitätsaktivisten Ramón einer links-subversiven Bewegung im Andenhochland angeschlossen. Als Laura die Beziehung schließlich abrupt abbrach, entwickelten sich ihre Lebenswege auseinander.

Samstag, 04.11. 20:15 Uhr

In Kooperation mit


DíAS DE CINE

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LA IDEA DE UN LAGO The Idea of a Lake Argentinien/Schweiz/Katar 2016. R: Milagros Mumenthaler D: Carla Crespo, Rosario Bléfari, Malena Moirón. 82 Min. DCP. OmeU

Sonntag, 05.11. 17:00 Uhr

In Kooperation mit

Das Familienhaus am See im Süden Argentiniens, wo die Zeit stillzustehen scheint, weckt bei Inés viele Erinnerungen. Die 35-jährige Fotografin bereitet ein neues Buch vor und wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert: besonders mit der Beziehung zu ihrer Mutter und mit der Abwesenheit ihres Vaters, der 1977 inmitten der Diktatur verschwand. Die Hoffnung, Antworten auf viele Fragen zu finden, gibt Inés während einer schwierigen Phase ihres Lebens Kraft.

ABRÁZAME COMO ANTES Hold Me Like Before Costa Rica 2016. R: Jurgen Ureña. D: Jimena Franco, Natalia Porras, Camilo Regueyra. 63 Min. DCP. OmeU

Zu Gast: Jurgen Ureña

Sonntag, 05.11. 19:00 Uhr

Verónica arbeitet als Prostituierte in der costa-ricanischen Hauptstadt San José, wo sie trotz einiger Freundschaften ein einsames Leben führt. Sie wird Zeugin, als bei einem Unfall der junge Obdachlose Tato verletzt wird, und nimmt ihn zu sich nach Hause. Plötzlich mit der Herausforderung des Mutterseins konfrontiert, muss Verónica nicht nur lernen, sich um andere zu kümmern, sondern auch die schmerzliche Erfahrung machen, loszulassen.


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EN EL OMBLIGO DEL CIELO In the Middle of Heaven Mexiko 2012. R: Carlos Gómez Oliver. D: Magali Boysselle, Noé Hernández, Montserrat de León. 90 Min. Blu-ray. OmeU

Andrea ist erfolgreiche Mitarbeiterin einer Werbeagentur in Mexico City, aber der Erfolg bei der Arbeit geht auf Kosten ihres Privatlebens. Ausgerechnet, als sie eine wichtige Werbekampagne vorbereiten muss, schließt sie sich versehentlich in Begleitung des Gebäudereinigers Gualberto auf dem Dach des Hochhauses der Agentur aus. Gestrandet in einem Meer aus Beton und Glas müssen die beiden das Wochenende zusammen verbringen und sich die Frage stellen, was im Leben wichtig ist.

Sonntag, 05.11. 21:00 Uhr

In Kooperation mit


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100 JAHRE UFA Im Dezember 1917 gegründet, ist die Geschichte der Universum Film AG (Ufa) eng mit der deutschen Filmhistorie verbunden. Die bedeutendste Ufa-Phase der 1920er bis 40er Jahre brachte ein breites Spektrum an Produktionen, von Stummfilm-Klassikern über experimentierfreudige frühe Tonfilme und zahlreiche Unterhaltungsfilme bis hin zu NS-Propagandawerken hervor. Eine Auswahl ist im November und Dezember im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen. Geld und Film - Die Gründung der Ufa vor 100 Jahren Vorträge der Filmwissenschaftler Professor Thomas Elsässer und Michael Töteberg. Mit: Hans Joachim Mendig, HessenFilm und Medien GmbH, und Dr. Günter Winands, BKM. Moderation: Claudia Dillmann Montag, 20.11. 18:00 Uhr Deutsche Bank-Türme Forum 1 und 2 Taunusanlage 12 60325 Frankfurt Anmeldung bis zum 13. November 2017 unter: historische. gesellschaft@db.com

Aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Ufa, an deren Gründung die Deutsche Bank wesentlichen Anteil hatte, lädt die Historische Gesellschaft der Deutschen Bank zu einer Vortragsveranstaltung und Gesprächsrunde zur Geschichte der Ufa sowie zu den Themen Filmfinanzierung und Strukturwandel der Filmindustrie ein. Melodie des Herzens Deutschland 1929. R: Hanns Schwarz D: Willy Fritsch, Dita Parlo, Gerö Mály. 92 Min. 35mm

Mittwoch, 08.11. 17:45 Uhr Vor dem Film: Lesung von Heike Goldbach: "Ein Feuerwerk an Charme Willy Fritsch. Der Ufa Schauspieler. [...]" Filmbeginn: ca. 18:40 Uhr

Der erste deutsche Tonspielfilm erzählt die Geschichte des Bauernmädchens Julia Balog, das in Budapest eine Stellung als Dienstmagd gefunden hat. Sie verliebt sich in den Husaren János Garas, der auf ein Pferd spart, um damit später ein Transportgeschäft zu gründen. Doch mit dem Verlust ihrer Stellung zerbricht das Glück und Julia rutscht in die Prostitution ab. Der Kinematograph feierte MELODIE DES HERZENS 1929 als Durchbruch des „Talkies“: „Die Existenzberechtigung und die Erfolgsmöglichkeit des singenden und sprechenden Bildes ist nunmehr auch für Deutschland klar erwiesen.“


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GEHEIMNISSE EINER SEELE Deutschland 1926. R: G. W. Pabst D: Werner Krauß, Ruth Weyher, Ilka Grüning. ca. 75 Min. 35mm

Musikbegleitung: Jeferson Ulbrich

Ein Ehemann steigert sich durch scheinbar unzusammenhängende Ereignisse in eine schwere seelische Krise. Er wird von Angstträumen gepeinigt, die von Eifersucht und Gewaltausbrüchen gegenüber seiner Frau handeln. Erst ein Psychoanalytiker kann schließlich helfen, indem er Kindheitserlebnisse, die im Unterbewusstsein schlummerten, als Ursache erkennt. Einer der ersten Filme zum Thema Psychoanalyse, der der damals noch jungen Wissenschaft mit großer Faszination begegnet und von G. W. Pabst mit eindrucksvollen, vom filmischen Expressionismus beeinflussten Trick- und Traumsequenzen gestaltet wurde.

Samstag, 11.11. 18:00 Uhr

F.P.1 ANTWORTET NICHT Deutschland 1932. R: Karl Hartl. D: Hans Albers, Sybille Schmitz, Peter Lorre, Erik Ode. 114 Min. 35mm

Der berühmte Ozeanflieger Ellissen will die Welt auf ein großartiges Projekt seines Freundes Droste aufmerksam machen. Mitten im Ozean soll die schwimmende Plattform F.P.1 entstehen – als Zwischenstation mit Landeplatz und Hotel auf dem Flug von Europa nach Amerika. Als Ellissen von einer gescheiterten Weltumrundung zurückkehrt, erreicht ihn ein Hilferuf von der Insel seines Freundes. Der starbesetzte Abenteuerfilm-Klassiker F.P.1 ANTWORTET NICHT wurde auch als englische und französische Version gedreht: Die Rolle des von Hans Albers brillant verkörperten Ellissen spielen dort Conrad Veidt bzw. Charles Boyer.

Mittwoch, 15.11. 18:00 Uhr Samstag, 18.11. 18:00 Uhr


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100 JAHRE UFA APRIL, APRIL! Deutschland 1935. R: Detlef Sierck (= Douglas Sirk). D: Erhard Siedel, Werner Finck, Lina Carstens, Carola Höhn. 83 Min. 35mm

Mittwoch, 22.11. 18:00 Uhr

Dem reichen Nudelfabrikanten Julius Lampe ist sein Erfolg zu Kopf gestiegen. Freund Finke ärgert sich schon lange über dessen Angebereien und beschließt, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Am 1. April lässt er den Besuch eines Prinzen ankündigen, der Lampes Nudelerzeugnisse auf eine Afrikaexpedition mitnehmen will. Selbst die Zeitung annonciert den hohen Besuch. Unter der Last seines Gewissens gesteht Finke den Scherz ein, doch um das Ansehen des Hauses zu retten, muss ein neuer Plan her. Eine satirische Komödie des Melodramen-Meisters Detlev Sierck, der 1939 in die USA emigrierte und fortan als Douglas Sirk Karriere machte. EIN MÄDCHEN GEHT AN LAND Deutschland 1938. R: Werner Hochbaum D: Elisabeth Flickenschildt, Alfred Maack, Heidi Kabel. 97 Min. 35mm

Samstag, 25.11. 18:00 Uhr

Als ihr Verlobter auf See verunglückt, findet sich die junge Erna Quandt, seit Jahren mit ihrem Vater und den Brüdern auf einem Frachter tätig, an Land nicht mehr zurecht. In ihrer Trauer flüchtet sie zunächst zu Verwandten, ehe sie ihr Schicksal in die Hand nimmt und eine Arbeit bei einem reichen Reeder in Blankenese antritt. Alles scheint gut zu verlaufen, bis sie sich erneut verliebt und ausgerechnet auf den Heiratsschwindler Jonny Hasenbein hereinfällt. Gelingt ihr ein zweiter Neuanfang? Nach dem Melodram mit präzisem Gespür für das Hafenmilieu wurde Hochbaum bei seinem nächsten Film zum NS-Treuebekenntnis verpflichtet.


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DIE GROSSE LIEBE Deutschland 1942. R: Rolf Hansen D: Zarah Leander, Paul Hörbiger, Grethe Weiser. 100 Min. 35mm

Während eines kurzen Heimaturlaubs in Berlin sieht der junge Fliegeroffizier Paul Wendlandt einen Auftriit der berühmten Varieté-Sängerin Hanna Holberg und verliebt sich in sie. Obwohl ihm die glitzernde Welt des Showgeschäfts völlig fremd ist, beschließt Paul, seine Angebetete zu erobern. Zum großen Glück verhilft ihm ein Fliegeralarm, bei dem Hanna ihm Unterschlupf gewährt. Der Propagandafilm wurde zur kommerziell erfolgreichsten Produktion im Dritten Reich, nicht zuletzt dank Zarah Leanders Darbietungen von „Davon geht die Welt nicht unter“ und „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“.

Mittwoch, 29.11. 18:00 Uhr

MINISTERIUM FÜR WISSENSCHAFT, WEITERBILDUNG UND KULTUR


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Lecture & Film

LECTURE & FILM TROPICAL UNDERGROUND — DAS BRASILIANISCHE CINEMA MARGINAL UND DIE REVOLUTION DES KINOS

Wer die kulturelle Globalisierung der Gegenwart verstehen will, kann von der brasilianischen Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre lernen. Mit deren Verbindung von Anthropologie und Avantgarde befasst sich die Campus-Veranstaltung „Tropical Underground“, die neben der „Lecture & Film“-Reihe im Filmmuseum auch die Fotoausstellung „Variationen des wilden Körpers“ im Weltkulturen Museum und weitere Veranstaltungen zwischen Oktober 2017 und Juli 2018 umfasst. Die „Lecture & Film“-Reihe setzt den Akzent dabei auf das Cinema Marginal der späten 1960er und 1970er. Das Cinema Marginal war zunächst ein Zufallsprodukt der nationalistischen Kulturpolitik der brasilianischen Militärdiktatur. Ein Drittel aller Kinofilme sollte nach dem Wunsch der Junta aus Brasilien stammen, eine den Kinos auferlegte Quote, die von der heimischen Filmindustrie gar nicht erfüllt werden konnte. In der Not wurden die Kinobetreiber zu Produzenten und gaben jungen Regisseur/innen Geld für Low-Budget-Filme. Und genau in dieser Quotennische kam es zu einer kreativen Explosion. Noch neuer als die neue Welle des Cinema Novo wollte das Cinema Marginal sein und stand diesem durchaus kritisch bis polemisch gegenüber. Filmschaffende machten Anleihen beim Horrorfilm und beim Melodram und knüpften – zeitgleich mit der Tropicália-Bewegung in der brasilianischen Musik – an die Themen und Strategien der brasilianischen Avantgarde der 1920er Jahre an. Als einer deren Hauptvertreter hatte Oswald de Andrade in seinem einflussreichen „Anthropophagischen Manifest“ von 1928 die „karibische Revolution“ ausgerufen. Damit begründete er eine eigene, von den Kunstbewegungen der Metropolen Paris und New York verschiedene, brasilianische Moderne. Mit seiner Mischung aus Genrefilm und Avantgarde trägt das Cinema Marginal diese Revolution ins Kino.


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Der Meister des Terrir: Ivan Cardosos O SEGREDO DA MÚMIA (1982) Lecture von Stefan Solomon (University of Reading) Ivan Cardoso, Rätselgestalt des brasilianischen Kinos, schuf sich seine eigene Nische mit dem Genre des terrir – einer Art Horror-Komödie (terrir setzt sich aus „terror“ und „rir“ (lachen) zusammen). Sein erster Langspielfilm O SEGREDO DA MÚMIA (Das Geheimnis der Mumie, BR 1982), ist mehr als die komische Neuinterpretation des Universal-Horror-Klassikers von Karl Freund. Der Star des Films ist der Künstler Hélio Oiticica, eine Schlüsselfigur der brasilianischen Moderne der 1960er Jahre, der mit seinem Werk „Tropicália“ zum Namensgeber der gleichnamigen Musikrichtung wurde. Zugleich basiert Cardosos Film auf einer Idee des Ethnologen Eduardo Viveiros de Castro und einem Drehbuch des Groschenroman- und Comicbuch-Autors Rubens Francisco Lucchetti. O SEGREDO DA MÚMIA wird durch seine komplexen Bezüge selbst zum Geheimnis, das es zu enthüllen gilt. Stefan Solomon ist Postdoktorand im Forschungsprojekt „Towards an Intermedial History of Brazilian Cinema“. Für die Tate Modern kuratiert er derzeit das Filmprogramm „Tropicália and Beyond: Dialogues in Brazilian Film History“. O SEGREDO DA MÚMIA The Secret of the Mummy Brasilien 1982. R: Ivan Cardoso D: Joel Barcellos, Rubem Barra, Carla Bayton. 85 Min. 35mm. OmeU

Professor Expedito Vitus hat das „Elixier des Lebens“ entdeckt. Doch als er diese wissenschaftliche Sensation öffentlich verkündet, wird er von seinen Kollegen nur verspottet. Gekränkt wendet er sich der Rekonstruktion einer in acht Teile geteilten Karte zu, deren Besitzer der Reihe nach auf geheimnisvolle Weise ums Leben gekommen sind. Mithilfe der Karte gelingt Vitus die wichtigste archäologische Entdeckung des Jahrhunderts: das Grab des Runamb in der ägyptischen Wüste. Daraufhin beschließt der Professor, den ultimativen Beweis für die Wirksamkeit seines Elixiers anzutreten: Er will die Mumie wieder zum Leben erwecken.

Donnerstag, 02.11. 20:15 Uhr Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr


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LECTURE & FILM THE RED LIGHT BANDIT (1968) – Der Angriff des Marginalen auf das übrige Kino Lecture von Martin Schlesinger (Bochum) Mit O BANDIDO DA LUZ VERMELHA (THE RED LIGHT BANDIT) präsentierte der gerade mal 22-jährige Rogério Sganzerla 1968 nach eigener Aussage einen „Western über die Dritte Welt“; einen Film, der zugleich als wilder Krimi, poetisches Musical, sensationssüchtiger Dokumentarfilm und blutige Komödie betrachtet werden kann. Mit seiner unkonventionellen Vermischung von Genres zählt er zu den stilgebenden Werken des brasilianischen Cinema Marginal. Wegen der Darstellung von Gewalt und Erotik wurden viele Filme des Cinema Marginal zensiert und marginalisiert. Auf klare politische Botschaften und eine zusammenhängende Narration verzichtet indes THE RED LIGHT BANDIT. Darin zeigt sich eine Auseinandersetzung mit filmischen Vorbildern, die mit den Mitteln einer „instabilen“ Filmästhetik zugleich von sozialer Instabilität erzählt. Martin Schlesinger ist Medienwissenschaftler, Autor, Musiker und Filmemacher. Er studierte Medienkultur an der Bauhaus-Universität Weimar und Comunicação Social an der Universidade Federal de Minas Gerais in Belo Horizonte. Er promoviert derzeit in Bochum mit einer Arbeit über Bilder der Enge im brasilianischen Film. O BANDIDO DA LUZ VERMELHA The Red Light Bandit Brasilien 1968. R: Rogério Sganzerla D: Helena Ignez, Paula Villaça, Pagano Sobrinho. 92 Min. 35mm. OmeU

Donnerstag, 30.11. 20:15 Uhr Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr

O BANDIDO DA LUZ VERMELHA zeichnet anhand von Polizeiakten den Aufstieg des legendären Verbrechers Jorge nach: Eine Serie von Raubüberfällen auf Luxusvillen in São Paulo machte den von der Boulevardpresse bald als „Red Light Bandit“ betitelten Gauner berühmt und berüchtigt. Jorge ist ein absoluter Anti-Held: Er arbeitet allein und vergewaltigt seine weiblichen Opfer. Mit der Femme fatale Janete Jane hat er eine Affäre, von anderen Einbrechern und korrupten Politikern wird er übers Ohr gehauen. 2010 entstand das Sequel LUZ NAS TREVAS – A VOLTA DO BANDIDO DA LUZ VERMELHA unter der Regie von Ícaro Martins und Helena Ignez, der einstigen Hauptdarstellerin und Witwe von Regisseur Rogério Sganzerla.


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KINDERKINO Wie leben Kinder auf der ganzen Welt? Gondrys autobiografischer Jugendfilm, eine Reisedoku und zwei starke Filme der Festivals LUCAS und Días de Cine erzählen animierte, fantasierte und dokumentarische Geschichten. MANOLO UND DAS BUCH DES LEBENS USA 2014. R: J. Gutiérrez. Animationsfilm. 95 Min. DCP. DF. Empf. ab 8

≥ Días de Cine, Filmbeschreibung auf Seite 24 MIKRO & SPRIT Frankreich 2016. R: Michel Gondry D: Ange Dargent, Théophile Baquet. 104 Min. DCP. DF. Empf. ab 12 J.

Der schmächtige Daniel wird Mikro genannt - Théo, weil er gerne an Motoren schraubt, Sprit. Gondrys autobiografischer Jugendfilm über zwei Außenseiter in der Klasse, die in den Ferien ihre durchgeknallten Familien verlassen und in einer Hütte auf Rädern auf große Fahrt gehen.

Freitag, 03.11. 14:30 Uhr Sonntag, 05.11. 15:00 Uhr

Freitag, 10.11. 14:30 Uhr Sonntag, 12.11. 15:00 Uhr

JULIANA Peru 1988. R: Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi. D: Edward Centeno, Guillermo Esqueche. 90 Min. DF. Empfohlen ab 10 Jahren

Juliana lebt in einem der Armenviertel von Lima und will weg von zuhause. Als „Julian“ schließt sie sich der Jungsbande um den Gauner Don Pedro an. Als ihre Täuschung auffliegt, hat Juliana nichts mehr zu verlieren. NICHT OHNE UNS Deutschland 2016. R: Sigrid Klausmann-Sittler Dokumentarfilm. 97 Min. DCP. Empfohlen ab 10 Jahren

16 Kinder aus weltweit 15 Ländern erzählen aus ihrem Leben. Ganz gleich wo sie leben, überall haben Kinder ähnliche Ängste, Träume und Wünsche für die Zukunft. Für ihre Dokumentation bereiste Sigrid Klausmann-Sittler fünf Kontinente und gab diesen Kindern eine Stimme.

Freitag, 17.11. 14:30 Uhr Sonntag, 19.11. 15:00 Uhr

Freitag, 24.11. 14:30 Uhr Sonntag, 26.11. 15:00 Uhr


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Filmclub TREPPE 41 Treppe 41 ist ein offener Filmclub. Alle sind willkommen, einen selbst ausgewählten besten Film vorzustellen. Ihn gemeinsam zu sehen und darüber zu reden. An zwei Freitagen pro Monat. Bei Limo, Bier, Wein oder Wasser auf Spendenbasis. Wenn es warm ist, draußen auf der Treppe (Schaumainkai 41).

TERROR 2000 Deutschland 1992. R: Christoph Schlingensief. D: Peter Kern, Margit Carstensen, Alfred Edel, Udo Kier. 79 Min. 35mm

Vorgestellt von: Helena Gering und Janosch Steinel Nach dem Film: Austauschen und trinken

Freitag, 10.11. 22:30 Uhr

In Kooperation mit

Zwei Gangster belästigen Asylbewerber in einer Kleinstadt in Ostdeutschland. Deutsche Nachwendezeit und die Zutaten einer radikalen politischen Abrechnung: eine nach Sensation lechzende Medienschar, Kriminalbeamte, Neonazis und eine Wunderheilerin. Angelehnt an das Gladbecker Geiseldrama ist dies gewissermaßen der Anti-Film für die ganze Familie. Der Abschluss von Christoph Schlingensiefs Deutschland-Trilogie ist noch roher, wilder und vulgärer als seine Vorgänger. THE ANGELIC CONVERSATION Großbritannien 1985. R: Derek Jarman. D: Paul Reynolds, Phillip Williamson, Judi Dench. 78 Min. 35mm. OmU

Vorgestellt von: Jan Wetzel Nach dem Film: Austauschen und trinken

Freitag, 24.11. 22:30 Uhr

Zwei junge Männer finden und verlieren sich in den Ruinen Englands. Gärten, Höhlen und Meer versprechen Zuflucht vor einer Welt der Gewalt. Aus weiter Ferne die homoerotischen Liebesverse Shakespeares. Befreit von Story und Dialog erhalten die Bilder in Jarmans Herzensfilm Raum zum Atmen. Zugleich tragen sie als Übersetzung von Super-8 auf Video und 35mm die Spuren der Anstrengung, die es kostet, der tickenden Uhr und dem strafenden Blick von „Heterosoc“ einen kurzen Moment der Schönheit abzutrotzen.


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Late Night Kultkino Seit mehr als 60 Jahren fungieren die Godzilla-Filme als Seismograph der Entwicklungen in der japanischen Gesellschaft. Vor allem das kollektive Trauma der atomaren Bedrohung wurde in den Filmen verarbeitet. Passend zur angespannten weltpolitischen Lage zeigen wir den allerersten und den jüngsten Godzilla-Film. GOJIRA Godzilla Japan 1954. R: Ishirō Honda. D: Akira Takarada, Momoko Kōchi, Akihiko Hirata. 96 Min. 35mm. OmeU

Durch Atombombentests wird die prähistorische Riesenechse Godzilla aufgescheucht. Sie geht in der Bucht von Tokio an Land und versetzt die Stadt in Angst und Schrecken - bis ein Wissenschaftler eine neue Bombe entwickelt, um das Monster zu erledigen. Die Verarbeitung des japanischen Atombombentraumas als düsterer und poetischer Monsterfilm. Dank seiner mythischen Kraft und innovativen Spezialeffekte wurde der Film zum Welterfolg und hat seither unzählige Fortsetzungen sowie oftmals skurrile Plagiate nach sich gezogen.

Samstag, 11.11. 22:30 Uhr

SHIN GOJIRA Shin Godzilla Japan 2016. R: Hideaki Anno, Shinji Higuchi. D: Hiroki Hasegawa, Yutaka Takenouchi, Satomi Ishihara. 120 Min. DCP. OmU

Katastrophale Ereignisse erschüttern die Bucht von Tokio. Ein Heer von Experten diskutiert die möglichen Ursachen, bis sich herausstellt, dass eine durch atomare Strahlung mutierte Urzeitechse die Metropole zu zerstören droht. Die neueste Adaption des Godzilla-Stoffs entfesselt die bislang spektakulärste Inkarnation des langlebigen Monsters. Die als politischer Katastrophenfilm angelegte Neuinterpreation lässt sich auch als beißende Kritik am Krisenmanagement der Regierung, insbesondere vor dem Hintergrund des Fukushima-Traumas, deuten.

Samstag, 18.11. 22:30 Uhr Samstag, 25.11. 22:30 Uhr


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SPECIALS

WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM? In Kooperation mit

Einmal pro Monat widmet sich die Reihe „Was tut sich – im deutschen Film?“ dem aktuellen deutschen Kinogeschehen. Im November stellt Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Jan Henrik Stahlberg sein provokantes Werk FIKKEFUCHS vor, das beim Filmfest München 2017 die Sektion Neues Deutsches Kino eröffnete. Mit FIKKEFUCHS knüpft Stahlberg in Radikalität und Kompromisslosigkeit an den Erfolg von MUXMÄUSCHENSTILL an. Die bitterböse Satire wurde 2004 mit dem Hessischen Filmpreis, dem Deutschen Filmpreis für den Besten Schnitt sowie gleich vier Preisen beim Max-Ophüls-Filmfestival ausgezeichnet und bedeutete für Stahlberg den Durchbruch.

Jan Henrik Stahlberg (geboren 1970 in Neuwied) wurde bekannt durch seine Rolle als selbstgerechtphilosophischer Rächer Mux in Marcus Mittermaiers MUXMÄUSCHENSTILL (DE 2004), für das Stahlberg auch das Drehbuch schrieb. Es folgte sein Regiedebüt 2006 mit der Politsatire BYE BYE BERLUSCONI, ehe er 2007 gemeinsam mit Mittermaier Regie bei SHORT CUT TO HOLLYWOOD führte. Als Schauspieler war Stahlberg bereits in mehr als 50 Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. FIKKEFUCHS Deutschland 2017. R: Jan Henrik Stahlberg. D: Jan Henrik Stahlberg, Franz Rogowski, Susanne Bredehöft. 104 Min. DCP

Vorfilm KERNSEIF Deutschland 2004. R: Alexander Kiesl, Sebastian Stolle. DCP. 4 Min

Sonntag, 19.11. 20:15 Uhr Nach dem Film spricht Ulrich Sonnenschein (epd film) mit Jan Henrik Stahlberg.

Rocky war ein echter Frauenheld. Doch heute, mit beinahe 50 Jahren, hat er seine besten Zeiten hinter sich. Eines Tages steht Thorben vor der Tür und behauptet, er sei sein Sohn. Ratsuchend fordert er den MöchtegernCasanova noch einmal heraus: Wie kriegt man am einfachsten eine Frau ins Bett? Gemeinsam ziehen die beiden los auf eine schwarzhumorige Odyssee zu den Höhen und Tiefen des männlichen Begehrens, die sie bis zum skurrilen Workshop einer Pick-up-Artistin führt. Jan Henrik Stahlberg spielte nicht nur die Figur des Rocky, sondern führte zudem Regie und schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Wolfram Fleischhauer.


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I AM A PROBLEM Begleitend zu der Ausstellung im MMK 2 Museum für Moderne Kunst "I AM A PROBLEM" (23. September 2017 bis 18. Februar 2018), die von dem Theaterregisseur und Bühnenbildner Ersan Mondtag inszeniert wird, zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums in den nächsten Monaten einige von ihm ausgewählten Filme. POESÍA SIN FIN Endless Poetry Chile/Frankreich/Großbritannien 2016. R: Alejandro Jodorowsky D: Adan + Brontis Jodorowsky, J. Herskovitz. 125 Min. DCP. OmeU In Kooperation mit

Wunschfilm von Ersan Mondtag

Nach LA DANZA DE REALIDAD arbeitet der chilenische Kultregisseur Alejandro Jodorowsky auch in seinem neuesten Film weiter an einer autobiographischen Nacherzählung seines Lebens. POESÍA SIN FIN beginnt mit dem Wegzug der Familie aus dem idyllischen Kindheitsdorf und erzählt vom Leben in der Hauptstadt, der Emanzipation von familiären Erwartungen und Jodorowskys stärker werdendem Wunsch, Künstler zu werden. Jodorowsky inszeniert dies als surrealistisches Farben- und Formenspiel mit großer Lust am Fabulieren. Die Zusammenarbeit mit Kameramann Christopher Doyle erweist sich dabei als sehr produktiv.

Samstag, 04.11. 22:30 Uhr Donnerstag, 23.11. 20:30 Uhr

Verleihung der Hessischen Löwen „Hessen film(t)“ prämiert am Sonntag, 12. November 2017, erneut die drei besten Amateurfilme hessischer Filmautoren von der BDFA Hessen e.V. Die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier präsentiert im Deutschen Filmmuseum eine Auswahl preisgekrönter Filme aus den Kategorien: Dokumentarfilm, Spielfilm, Reportage, Lokales, Natur- und Reisefilm. Das Projekt wird gefördert von:

Sonntag, 12.11. Beginn: 10:30 Uhr Eintritt frei


SPECIALS

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KINO & COUCH In Kooperation mit

In der Reihe „Kino & Couch“ zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums zusammen mit dem Frankfurter Psychoanalytischen Institut Filme, die sich mit der „Wiederkehr des Verdrängten“ auseinandersetzen. CIAŁO Body Polen 2015. R: Małgorzata Szumowska D: Janusz Gajos, Maja Ostaszewska, J. Suwała. 90 Min. DCP. OmU

Donnerstag, 09.11. 20:15 Uhr Filmkritischer Kommentar: Klaus Dorff Psychoanalytischer Kommentar: Christiane Schrader

Als Psychotherapeutin und Medium hilft Anna einem magersüchtigen Mädchen dabei, mit dem Verlust der Mutter umzugehen. Szumowska arbeitet mit Elementen der schwarzen Komödie, um von der Schwierigkeit zu erzählen, den Verlust geliebter Menschen zu verarbeiten. Eine komplexe Reflexion über die Einsamkeit des Herzens und den Konflikt zwischen Rationalität und Glauben.

Human Rights watch Weltweit setzen sich Filmschaffende für Menschenrechte ein. Zusammen mit HUMAN RIGHTS WATCH gibt das Deutsche Filmmuseum ihnen ein Forum. NOWHERE TO HIDE Norwegen/Schweden 2016 R: Zaradasht Ahmed. Dokumentarfilm. 86 Min. DCP. OmeU

In Kooperation mit H U M A N

H U M A N R I G H T S W A T C H

R I G H T S W A T C H

Dienstag, 14.11. 20:30 Uhr

Der Film folgt über einen Zeitraum von 5 Jahren dem Krankenpfleger Nouri im sogenannten „Dreieck des Todes“, einer der gefährlichsten Gegenden im ZentralIrak. In dieser Zeit änderte sich die Situation vor Ort dramatisch. Die Region, die mit dem Abzug der Amerikaner 2011 noch auf eine friedliche Zukunft hoffte, wurde von Machtkämpfen und Attentaten erschüttert, bis 2014 der IS weite Teile unter seine Kontrolle brachte. Nouri dokumentiert die gesamte Zeit mit seiner Kamera, die zunächst die Geschichten der Opfer des Irakkrieges erzählt und die er dann immer mehr auch auf sich selbst richtet.


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Solidarität mit oleg sentsov In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen, dem goEast Filmfestival und dem Zentrum Liberale Moderne präsentiert das Kino des Deutschen Filmmuseums eine Solidaritätsveranstaltung für den seit mehr als drei Jahren in Russland inhaftierten Regisseur Oleg Sentsov.

In Kooperation mit:

PROTSESS: VENEMAA RIIK OLEG SENTSOVI VASTU Der Prozess: Der russische Staat gegen Oleg Sentsov Estland/Polen/Tschechische Republik 2017. R: Askold Kurov Dokumentarfilm. 70 Min. OmeU

Der ukrainische Filmemacher Oleg Sentsov hatte sich aktiv während des Euromaidans engagiert und an den friedlichen Protesten gegen die völkerrechtswidrige Krim-Annexion teilgenommen. Im Mai 2014 wurde er auf der Krim festgenommen und nach Russland verschleppt. 2015 verurteilte ihn ein Militärgericht im russischen Rostow-am-Don wegen angeblicher „Bildung einer terroristischen Vereinigung“ zu 20 Jahren Lagerhaft. Der in Russland lebende usbekische Dokumentarfilmer Askold Kurov hat das Gerichtsverfahren filmisch begleitet und macht sowohl dessen Absurdität wie auch die Instrumentalisierung von Staat und Justiz zur Unterdrückung jeglicher Kritik deutlich. Zudem beleuchtet der Film in beeindruckender Art und Weise die Solidarität berühmter Filmemacher/innen sowie die Bemühungen von Familie, Freund/innen und Anwält/innen im Kampf um Sentsovs Freiheit. Die Dokumentation DER PROZESS: DER RUSSISCHE STAAT GEGEN OLEG SENTSOV feierte ihre Weltpremiere 2017 auf der Berlinale.

Donnerstag, 16.11. 20:15 Uhr Der Eintritt ist frei

Filmvorführung und Diskussion Moderation: Heleen Gerritsen (Leiterin des goEast Filmfestivals, Wiesbaden)

Zu Gast: Marieluise Beck (MdB a.D., Zentrum Liberale Moderne, Berlin), Anna Veronika Wendland (Herder-Institut für historische Ostmitteleuropa­ forschung, Marburg, angefragt), Askold Kurov via Skype


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SPECIALS

CINÉFêTE Das französische Jugendfilmfestival Zum 18. Mal präsentiert das Kino des Deutschen Filmmuseums von Donnerstag, 9., bis Mittwoch, 15. November, das französische Jugendfilmfestival Cinéfête. Das Programm bietet die Gelegenheit, acht aktuelle Filme aus Frankreich im Original mit deutschen Untertiteln zu sehen. Die Schülerinnen und Schüler werden an die französische Sprache herangeführt und treten so in den Dialog mit der französischen Kultur.

Filmauswahl 2017

Les Malheurs de Sophie Frankreich 2016. R: Christophe Honoré 1. bis 10. Klasse

Weitere Informationen unter cinefete.deutschesfilmmuseum.de Die Veranstaltungen im CineStar Metro­ polis finden statt mit freundlicher Unterstützung der

In Zusammenarbeit mit

Ma Vie de Courgette Mein Leben als Zucchini Frankreich 2015. R: Cyril Dion, Mélanie Laurent 3. bis 8. Klasse Jamais Contente Frankreich 2016. R: Émilie Deleuze 5. bis 10. Klasse Quand on a 17 ans Mit Siebzehn Frankreich 2016. R: André Téchiné 11. bis 13. Klasse Le Ciel Attendra Der Himmel wird warten Frankreich 2016. R: Marie-Castille Mention-Schaar 11. bis 13. Klasse Merci, Patron! Frankreich/Belgien 2016. R: François Ruffin 9. bis 13. Klasse Swagger Frankreich/Belgien 2016. R: Olivier Babinet 11. bis 13. Klasse

Frantz Deutschland/Frankreich 2016. R: François Ozon 11. bis 13. Klasse


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Bilder Finden – 100 Kinos erinnern an Bruno Schulz

Anlässlich des 125. Geburtstags und des 75. Todestags von Bruno Schulz (1892 – 1942) erinnern Kinos weltweit am Sonntag, 19. November 2017, an den polnischjüdischen Künstler. Mit Vorführungen von Benjamin Geisslers Dokumentarfilm BILDER FINDEN würdigt die internationale Aktion den Schriftsteller und Maler, der die Schrecken der deutschen Besatzung 1941/42 in der galizischen Stadt Drohobycz nicht überlebt hat. Das literarische Werk von Bruno Schulz wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und von zeitgenössischen Schriftstellern wie Witold Gombrowicz hoch geschätzt. BILDER FINDEN Deutschland 2002. R: Benjamin Geissler Dokumentarfilm.106 Min. DCP

Während der deutschen Besatzung fertigte der polnischjüdische Schriftsteller und Maler Bruno Schulz im Auftrag eines SS-Führers mehrere Wandfresken für dessen Villa an, um so sein Leben zu retten. Am 19. November 1942 aber wurde er von der SS erschossen. Benjamin Geissler dokumentiert die Suche nach eben diesen Wandgemälden, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als verschwunden galten. Die Recherchen werden dabei zum Ausgangspunkt der Erinnerungsarbeit an das Leben eines einflussreichen, in der breiteren Öffentlichkeit aber wenig bekannten Künstlers. Zugleich zeugen sie von aktuellen Konflikten um die Erinnerungskultur im Zusammenhang mit dem Holocaust.

Sonntag, 19.11. 12:00 Uhr


Im Kino 01.-15. November 2017

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tagsüber

18:00 Uhr

01

Mi

TOUCHEZ PAS AU GRISBI ≥ S. 16 Wenn es Nacht wird in Paris FR/IT 1954. Jacques Becker. 94 Min. OmeU

02

Do

LES AMANTS ≥ S. 17 Die Liebenden FR 1958. Louis Malle. 93 Min. OmU

03

Fr

MANOLO UND DAS BUCH DES LEBENS ≥ S. 24 US 2014. Jorge R. Gutiérrez. 95 Min. DF 14:30 Uhr

LOS NADIE ≥ S. 25 The Nobodies CO 2016. Juan S. Mesa. 84 Min. OmeU Zu Gast: Juan S. Mesa

04

Sa

OTROS 4 LITROS ≥ S. 26 The 4 Beers GT 2016. Rodolfo Espinosa. 85 Min. OmeU 16:00 Uhr Mit Vorfilm

EJERCICIOS DE MEMORIA ≥ S. 27 Memory Exercices PY/AR/FR/DE 2016. Paz Encina. 70 Min. OmeU Mit Vorfilm

LA IDEA DE UN LAGO ≥ S. 28 The Idea of a Lake AR/CH/KA 2016. Milagros Mumenthaler. 82 Min. OmeU 17:00 Uhr

05

So

MANOLO UND DAS BUCH DES LEBENS ≥ S. 24 US 2014. Jorge R. Gutiérrez. 95 Min. DF 15:00 Uhr

06

Mo

KEINE VORSTELLUNGEN

07

Di

BRANDSTIFTER ≥ S. 22 BRD 1969. Klaus Lemke. 65 Min. Einführung: Rembert Hüser Mit Vorfilm

08

Mi

Melodie des herzens ≥ S. 30 DE 1929. Hanns Schwarz. 92 Min. Lesung: Heike Goldbach 17:45 Uhr

09

Do

10

Fr

11

Sa

KEINE VORSTELLUNG

LES LIAISONS DANGEREUSES ≥ S. 17 Gefährliche Liebschaften FR/IT 1959. Roger Vadim. 95 Min. OmU

MIKRO & SPRIT ≥ S. 37 FR 2016. Michel Gondry. 104 Min. DF 14:30 Uhr

GEHEIMNISSE EINER SEELE ≥ S. 31 DE 1926. G. W. Pabst. ca. 75 Min. Mit Musikbegleitung

12

So

MIKRO & SPRIT ≥ S. 37 FR 2016. Michel Gondry. 104 Min. DF 15:00 Uhr

13

Mo

KEINE VORSTELLUNGEN

14

Di

DEUTSCHLAND IM HERBST ≥ S. 22 BRD 1978. R. W. Fassbinder, Alexander Kluge, Edgar Reitz, Volker Schlöndorff u.a.. 123 Min. Mit Einführung

15

Mi

F.P.1 ANTWORTET NICHT ≥ S. 31 DE 1932. Karl Hartl. 114 Min. Gordon Parks

THE LEARNING TREE ≥ S. 13 Hass US 1969. Gordon Parks. 107 Min. OF

Jeanne Moreau

UFA

Días de Cine

Lecture

OF Originalfassung DF Deutsche Fassung o.D. Ohne Dialog OmU Original mit deutschen UT


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20:30 Uhr

22:30 Uhr

UNE JEUNESSE ALLEMANDE ≥ S. 21 Eine deutsche Jugend FR/CH/DE 2015. Jean-Gabriel Périot. 93 Min. OmU 20:00 Uhr Mit Diskussion

Mi

01

O SEGREDO DA MÚMIA ≥ S. 35 The Secret of the Mummy BR 1982. Ivan Cardoso. 85 Min. OmeU 20:15 Uhr Lecture: Stefan Solomon

Do

02

MALA JUNTA ≥ S. 25 Bad Influence CL 2016. Claudia Huaiquimilla. 89 Min. OmeU 20:15 Uhr

AQUARIUS ≥ S. 26 BR/FR 2016. Kléber Mendonça Filho. 146 Min. OmeU 22:00 Uhr

Fr

03

LA ÚLTIMA TARDE ≥ S. 27 One Last Afternoon PE/CO 2016. Joel Calero. 81 Min. OmeU 20:15 Uhr Zu Gast: Joel Calero

POESÍA SIN FIN ≥ S. 41 Endless Poetry CL/FR/GB 2016. Alejandro Jodorowsky. 125 Min. OmeU

Sa

04

ABRÁZAME COMO ANTES Hold Me Like Before ≥ S. 28 CR 2016. Jurgen Ureña. 63 Min. OmeU 19:00 Uhr Zu Gast: Jurgen Ureña

EN EL OMBLIGO DEL CIELO In the Middle of Heaven ≥ S. 29 MX 2012. Carlos Gómez Oliver. 90 Min. OmeU 21:00 Uhr

So

05

Mo

06

Flavio + The World of Piri Thomas ≥ S. 12 US 1964-68. Gordon Parks. 72 Min. OF 20:15 Uhr Mit Einführung

Di

07

TOUCHEZ PAS AU GRISBI Wenn es Nacht wird in Paris ≥ S. 16 FR/IT 1954. Jacques Becker. 94 Min. OmeU

Mi

08

CIAŁO ≥ S. 42 Body PL 2015. Malgorzata Szumowska. 90 Min. OmU 20:15 Uhr Mit Gespräch

Do

09

THE LEARNING TREE ≥ S. 13 Hass US 1969. Gordon Parks. 107 Min. OF 20:15 Uhr

TERROR 2000 ≥ S. 38 DE 1992. Christoph Schlingensief. 79 Min. Vorgestellt von: Helena Gering und Janosch Steinel

Fr

10

STROMBOLI ≥ S. 13 IT/US 1950. Roberto Rossellini. 106 Min. OmeU 20:15 Uhr

GOJIRA ≥ S. 39 Godzilla Japan 1954. Ishirō Honda. 96 Min. OmeU

Sa

11

So

12

Mo

13

NOWHERE TO HIDE ≥ S. 42 NO/SE 2016. Zaradasht Ahmed. 86 Min. OmeU

Di

14

SHAFT ≥ S. 14 US 1971. Gordon Parks. 100 Min. OF

Mi

15

LES AMANTS ≥ S. 17 Die Liebenden FR 1958. Louis Malle. 93 Min. OmU

Klassiker

Late Night

OmeU Original mit engl. UT

Treppe 41

Kinderkino

Omd / eU Original mit dt. und engl. UT

Specials


Im Kino 16.-30. November 2017

48

tagsüber

16

Do

17

Fr

18

Sa

19

So

18:00 Uhr LA NOTTE ≥ S. 18 Die Nacht IT/FR 1961. Michelangelo Antonioni. 122 Min. OmeU

JULIANA ≥ S. 37 PE 1988. Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi. 90 Min. DF 14:30 Uhr

JULES ET JIM ≥ S. 18 Jules und Jim FR 1962. François Truffaut. 110 Min. OmeU F.P.1 ANTWORTET NICHT ≥ S. 31 DE 1932. Karl Hartl. 114 Min.

BILDER FINDEN ≥ S. 45 DE 2002. Benjamin Geissler. 106 Min. OmU 12:00 Uhr. JULIANA ≥ S. 37 PE 1988. Fernando Espinoza, Alejandro Legaspi. 90 Min. DF 15:00 Uhr

LE JOURNAL D'UNE FEMME DE CHAMBRE ≥ S. 19 Tagebuch einer Kammerzofe FR/IT 1964. Luis Buñuel. 97 Min. OmU

20 21

Mo Di

DIE DRITTE GENERATION ≥ S. 23 BRD 1979. Rainer Werner Fassbinder. 105 Min. Mit Einführung

22

Mi

APRIL, APRIL! ≥ S. 32 DE 1935. Detlef Sirk. 83 Min.

23

Do

MONTE WALSH ≥ S. 19 US 1970. William A. Fraker. 106 Min. OmU

24

Fr

25

Sa

26

So

NICHT OHNE UNS ≥ S. 37 DE 2016. Sigrid Klausmann-Sittler. 97 Min. 15:00 Uhr

27 28

Mo

KEINE VORSTELLUNGEN

Di

BLACK BOX BRD ≥ S. 23 DE 2001. Andres Veiel. 102 Min. Mit Einführung

29

Mi

DIE GROSSE LIEBE ≥ S. 33 DE 1942. Rolf Hansen. 100 Min.

30

Do

UNE ESTONIENNE À PARIS ≥ S. 20 Eine Dame in Paris FR/EE/BE 2012. Ilmar Raag. 95 Min. OmU

KEINE VORSTELLUNGEN

NICHT OHNE UNS ≥ S. 37 DE 2016. Sigrid Klausmann-Sittler. 97 Min. 14:30 Uhr

L'ADOLESCENTE ≥ S. 20 Mädchenjahre FR/BRD 1979. Jeanne Moreau. 90 Min. OmeU EIN MÄDCHEN GEHT AN LAND ≥ S. 32 DE 1938. Werner Hochbaum. 97 Min.

Gordon Parks

Jeanne Moreau

UNE ESTONIENNE À PARIS ≥ S. 20 Eine Dame in Paris FR/EE/BE 2012. Ilmar Raag. 95 Min. OmU

UFA

Días de Cine

Lecture

OF Originalfassung DF Deutsche Fassung o.D. Ohne Dialog OmU Original mit deutschen UT


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20:30 Uhr

22:30 Uhr

PROTSESS: VENEMAA RIIK OLEG SENTSOVI VASTU ≥ S. 43 Der Prozess: Der russische Staat gegen Oleg Sentsov EE/PL/CZ 2017. Askold Kurov. 70 Min. OmeU 20:15 Uhr Zu Gast: Marieluise Beck, A. Kurov (Skype)

Do

16

SHAFT ≥ S. 14 USA 1971. Gordon Parks. 100 Min. OF

SHAFT'S BIG SCORE ≥ S. 14 Liebesgrüße aus Pistolen US 1972. Gordon Parks. 104 Min. OmseU

Fr

17

LA NOTTE ≥ S. 18 Die Nacht IT/FR 1961. Michelangelo Antonioni. 122 Min. OmeU 20:15 Uhr

SHIN GOJIRA ≥ S. 39 Shin Godzilla JP 2016. Hideaki Anno, Shinji Higuchi. 120 Min. OmU

Sa

18

So

19

Mo

20 21

FIKKEFUCHS ≥ S. 40 DE 2017. Jan Henrik Stahlberg. 104 Min. 20:15 Uhr Zu Gast: Jan Henrik Stahlberg. Mit Vorfilm.

JULES ET JIM ≥ S. 18 Jules und Jim FR 1962. François Truffaut. 110 Min. OmeU

Di

SHAFT'S BIG SCORE ≥ S. 14 Liebesgrüße aus Pistolen US 1972. Gordon Parks. 104 Min. OmseU

Mi

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POESÍA SIN FIN ≥ S. 41 Endless Poetry CL/FR/GB 2016. Alejandro Jodorowsky. 125 Min. OmeU

Do

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Fr

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Sa

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So

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Mo

27 28

THE SUPER COPS ≥ S. 15 Die Supercops - Zwei irre Hunde US 1973. Gordon Parks. 90 Min. OF

LE JOURNAL D'UNE FEMME DE CHAMBRE ≥ S. 19 FR/IT 1964. Tagebuch einer Kammerzofe Luis Buñuel. 97 Min. OmU

THE ANGELIC CONVERSATION ≥ S. 38 GB 1985. Derek Jarman. 78 Min. OmU Vorgestellt von: Jan Wetzel SHIN GOJIRA ≥ S. 39 Shin Godzilla JP 2016. Hideaki Anno, Shinji Higuchi. 120 Min. OmU

LEADBELLY ≥ S. 15 US 1976. Gordon Parks. 126 Min. OF 20:00 Uhr

MONTE WALSH ≥ S. 19 US 1970. William A. Fraker. 106 Min. OmU

Di

MOMENTS WITHOUT PROPER NAMES ≥ S. 15 US 1988. Gordon Parks. 60 Min. OF. Mit Vorfilm

Mi

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O BANDIDO DA LUZ VERMELHA ≥ S. 36 The Red Light Bandit BR 1968. Rogério Sganzerla. 92 Min. OmeU 20:15 Uhr Lecture: Martin Schlesinger

Do

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Klassiker

Late Night

Treppe 41

Kinderkino

OmeU Original mit englischen UT OmseU Original mit schwedischen UT

Specials


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SERVICE Kino des Deutschen Filmmuseums Schaumainkai 41 · 60596 Frankfurt am Main Information & Ticketreservierung: Tel.: 069 - 961 220 220 Kino · kino-des-deutschen-filmmuseums.de Eintrittspreise Regulär: 7,- Euro Ermäßigt (Schüler / Studenten – gilt nicht für Studierende der Universität des 3. Lebensalters U3L): 5,- Euro, Schwerbehinderte: 3,50 Euro Filme mit Gästen, Musikbegleitung, Lecture, 3D: 2,- Euro Zuschlag Für Frankfurt-Pass-Inhaber / innen ermäßigen sich die Preise um die Hälfte. Kinderkino Für Kinder und begleitende Erwachsene: 3,50 Euro; 3D: 1,- Euro Zuschlag Kinocard Ermäßigter Eintritt zu allen Kinoveranstaltungen Jahresbeitrag: 30,- Euro · ermäßigt: 20,- Euro Ticket: je 4,- Euro · ermäßigt: 3,- Euro Für Sonderveranstaltungen: 1,50 Euro Zuschlag Freundeskreis Freunde des Kinos erhalten die Kinocard, Vorzugskarten bei ausgewählten Filmveranstaltungen und bekommen das aktuelle Programm sowie den wöchentlichen Newsletter zugeschickt. · Jahresbeitrag: 35,- Euro  /  Unter-30-Jährige: 25,- Euro Freunde des Museums erhalten freien Eintritt in alle Ausstellungen, Einladungen zu den Eröffnungen, den Newsletter und exklusive Informationen zu den Ausstellungen. Jahresbeitrag: 65,- Euro · unter 30-Jährige: 55,- Euro. Informationen: freunde-deutsches-filmmuseum.de freunde@deutsches-filminstitut.de Freunde von Kino und Museum erhalten zusätzlich: Einladungen zu exklusiven Veranstaltungen und zehn Prozent Ermäßigung auf Kataloge zu aktuellen Ausstellungen Jahresbeitrag: 95,- Euro · unter 30-Jährige: 80,- Euro Special für zwei Personen: 160,-Euro · unter 30-Jährige: 130,- Euro Förderkreis Die Mitglieder des Förderkreises tragen entscheidend dazu bei, dass das Deutsche Filminstitut neue attraktive Projekte initiieren kann. Bisher sind im Förderkreis rund 70 Persönlichkeiten engagiert, die die Vermittlung von Filmkultur im Haus am Schaumainkai besonders großzügig unterstützen. Förderkreis-Mitglieder erhalten freien Eintritt in die Ausstellungen und ins Kino. Der Jahresbeitrag beträgt für Privatpersonen 500 Euro, für Unternehmen mindestens 1000 Euro. Kontakt: 069 - 961 220 226 oder foerderkreis@deutsches-filminstitut.de Newsletter Unser wöchentlicher Newsletter informiert per E-Mail über Kino- und Ausstellungs-Programme. Anmeldung unter newsletter.deutsches-filmmuseum.de Programmheft Das monatlich erscheinende Programmheft liegt aus im Deutschen Filmmuseum sowie an ausgewählten Orten in Frankfurt und der Region.

Mobilitätspartner des Deutschen Filminstituts

Gegen Vorlage eines ŠKODA-Autoschlüssels erhält der/die Autobesitzer/in freien Eintritt in unsere Dauer- und Sonderausstellung.


Museum · deutsches-filmmuseum.de Di / Do-So 10:00 - 18:00 Uhr · Mi 10:00 - 20:00 Uhr · Mo geschlossen Dauerausstellung: Eintrittspreise: 6,- Euro · ermäßigt: 3,- Euro Für Studierende der Goethe-Universität Frankfurt sowie für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt in die Ausstellungen frei Abgedreht! Die Filmfabrik von Michel Gondry (14. September 2017 bis 28. Januar 2018) Eintritt frei Geschlossene Gruppen können das Angebot kostenpflichtig exklusiv buchen. Museumspädagogik und Filmvermittlung Offenes Filmstudio am Wochenende (Ort: 4. Stock) Samstags und sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr Kostenfreies Angebot, Anmeldung nicht erforderlich Aktiv im Filmmuseum Nach Absprache: Führungen für Privatpersonen und Unternehmen (60,- Euro · ermäßigt: 35,- Euro), Filmanalyse (60,- Euro · ermäßigt: 35,- Euro), Seminare, Workshops (35,- bis 120,- Euro) und Kindergeburtstage (90,- Euro), jeweils plus ermäßigter Eintritt pro Person Nähere Informationen, Preise und Anmeldung unter: museumspaedagogik@deutsches-filminstitut.de Tel.: 069 - 961 220 223 · mupaed.deutsches-filmmuseum.de Öffentliche, kostenfreie Führungen (Anmeldung nicht erforderlich; die Teilnehmer / innen bezahlen den reg. Eintritt) Dauerausstellung: jeden Sonntag, 15:00 Uhr, Treffpunkt: 1. Stock Service filmcafé Das filmcafé ist bis zum Beginn der letzten Kinovorstellung geöffnet. Flaschengetränke können mit ins Kino genommen werden. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln U1, U2, U3, U8 (Schweizer Platz) · U4, U5 (Willy-Brandt-Platz) Straßenbahn 15 / 16 (Schweizer- / Gartenstraße) Buslinie 46 (Museumsuferlinie 46) Lecture & Film: Eine Veranstaltungsreihe des Deutschen Filmmuseums und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA), in Kooperation mit dem Museum Angewandte Kunst und mit Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main, des Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie der Dr. Marschner Stiftung. Kontakt zu den Archiven Filmarchiv und Filmverleih: 0611 - 9700 010 filmarchiv@deutsches-filminstitut.de · filmverleih@deutsches-filminstitut.de Bildarchiv: 069 - 961 220 454 · bildarchiv@deutsches-filminstitut.de Sammlungen und Nachlässe  /  Plakat- und Musikarchiv: 069 - 961 220 451 sammlungen@deutsches-filminstitut.de · plakatarchiv@deutsches-filminstitut.de

Mitglieder und Förderer


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Rückblick

Das war LUCAS #40! Im Oktober feierte das Internationale Festival für junge Filmfans seine 40. Ausgabe Weltweit herausragende Kinder- und Jugendfilme eroberten im Oktober beim 40. LUCAS, Deutschlands ältestem Festival für junge Filmfans, die Kinoleinwand. Zwischen der Eröffnung am 1. Oktober und der Preisverleihung am 7. Oktober lag eine Festivalwoche voller kleiner und großer Filmhöhepunkte. Mehr als 1500 Kinder und ihre Eltern, Tanten und Freund/innen strömten allein am Dienstag, 3. Oktober, zum Familientag ins Deutsche Filmmuseum, an dem die 40. Ausgabe von LUCAS ausgiebig gefeiert wurde. Neben zahlreichen Film- und Mitmachangeboten lockte ein mit Spannung erwarteter Auftritt: LUCAS-Jurymitglied Tobias Krell, besser bekannt als „Checker Tobi“ vom KiKA, machte den Festivalcheck mit dem LUCAS-Team. Vom vielschichtigen Filmkunstwerk bis zur Komödie mit hinreißendem Soundtrack waren mehr als 70 Filme abseits des Mainstreams aus 35 Ländern auf der großen Leinwand zu sehen. Aufregend waren nicht nur die Begegnungen mit zahlreichen Filmschaffenden aus aller Welt. Viele Kinder und Jugendliche hatten unter

dem Motto Mitmischen! selbst einen großen Auftritt: Als Moderator/innen begrüßten sie zu Filmvorstellungen, erprobten sich als Festivalreporter oder Nachwuchskritikerin und führten durch selbst kuratierte Filmabende. Gewonnen haben als beste Langfilme in der Alterssektion 13+ AVA (FR 2017), das charmante und wilde Debüt der Französin Léa Mysius und in der Sektion 8+ OSKARS AMERIKA (NO/SE 2016, R: Torfinn Iversen), in dem ein kurzsichtiges Pony eine wichtige Nebenrolle spielt. In seiner Dankesrede versprach Regisseur Torfinn Iversen vor Freude dem Film-Pony eine extra Portion Heu. Sieben weitere Filmschaffende freuten sich über einen Preis oder eine lobende Erwähnung für ihren Kurz- oder Langfilm. Noch bis Januar 2018 zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums eine Filmreihe mit Höhepunkten aus 40 Ausgaben LUCAS – Internationales Festival für junge Fimfans. Auf die nächsten 40!

Seit mehr als 40 Jahren ist LUCAS dem Kinder- und Jugendfilm verschrieben


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Besucherandrang am Familientag

oben: Filmstill aus OSKARS AMERIKA links: Mitmischen!

Alles zur Festivalwoche 2017 und den Gewinnerfilmen unter www.lucasfilmfestival.de


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VORSCHAU: DEZEMBER 2017

Verso Sud – 23. Festival des italienischen Films Eine Auswahl aktueller italienischer Filme bringt die 23. Ausgabe von Verso Sud vom 1. bis 12. Dezember erneut nach Frankfurt, darunter die neuesten Werke von Altmeistern wie Gianni Amelio oder Marco Bellocchio. Auch der von Italien jüngst für den Auslands-Oscar® eingereichte A CIAMBRA von Jonas Carpignano (DE/FR/IT/ US 2017) wird auf dem Festival als Vorpremiere vor dem Kinostart zu sehen sein. Abgerundet wird das vielfältige Programm wie gewohnt mit einer Hommage und dem Besuch zweier Gäste an den Eröffnungsabenden.

Jerry Lewis Vergangenes Jahr feierte er noch seinen 90. Geburtstag, im August dieses Jahres starb er schließlich an Herzversagen: Jerry Lewis war Komiker, Schauspieler, Sänger, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur. Im Kino des Deutschen Filmmuseums ist um Weihnachten eine Auswahl der Filme des Slapstick- und Grimassen-Königs zu sehen, die von der Zusammenarbeit mit Dean Martin über eigene Regiearbeiten bis hin zu Martin Scorseses THE KING OF COMEDY (US 1982) verschiedene Phasen seines Schaffens abdeckt.


Agil

Karl-Heinz Unkelbach Geschäftsführer der Brandt & Partner GmbH Kunde seit 2005

„Beweglich sein, flexibel bleiben, immer vollen Einsatz bringen – diese Eigenschaften machen mich als Unternehmer erfolgreich. Gut, dass mein Private BankingBerater sie mit mir teilt.“ Das 1822 Private Banking der Frankfurter Sparkasse. Seit 1822. Wenn’s um Geld geht. frankfurter-sparkasse.de


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Filmmuseum November 2017  

Kinoprogramm, Ausstellungen, Projekte des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main. (c) Deutsches Filminstitut