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Filmmuseum November 2015 Kinoprogramm Ausstellungen 路 Projekte


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Information & Ticketreservierung ≥ Tel. 069 - 961 220 220

Impressum Herausgeber: Deutsches Filminstitut – DIF e.V. Schaumainkai 41 60596 Frankfurt am Main Vorstand: Claudia Dillmann, Dr. Nikolaus Hensel Direktorin: Claudia Dillmann (V.i.S.d.P.) Presse und Redaktion: Frauke Haß (Ltg.), Flemming Feß, Sarah Hujer Texte: Carolin Beinroth, Flemming Feß, Natascha Gikas, Monika Haas, Sarah Hujer, Urs Spörri, Treppe 41 Vorführer/innen: Christian Appelt, Michael Besser, Pramila Chenchanna, Hans-Peter Marbach, Günther Volkmann Gestaltung: Optik — Jens Müller www.optik-studios.de Druck: Fißler & Schröder – Die Produktionsagentur 63150 Heusenstamm Anzeigen (Preise auf Anfrage): Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 069 - 961 220 222 E-Mail: presse@deutsches-filminstitut.de Abbildungsverzeichnis: Alle Abbildungen stammen aus dem Bildarchiv des Deutschen Filminstituts, sofern nicht anders verzeichnet. Titelmotiv: Aus dem Film LES PLAGES D´AGNès (FR 2008)

WOODY ALLEN

ANNIE HALL ≥ Seite 16


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INHALT Sonderausstellung Film und Games Filmvermittlung: Projekt Multimedia-Guide Ein lebendiges Archiv FILMTHEATER on Tour Projektion zu Stummfilmmusik

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Filmprogramm Israelisch-deutsches Jugendfilmprojekt 2015 Woody Allen Pedro Costa Klassiker & Raritäten: 50 Jahre „Sentana Film“ Verso Sud 21 Lecture & Film: Agnès Varda Días de Cine Human Rights Watch: LA BUENA VIDA Junger Filmclub Treppe 41 Jugendfilmfestival Cinéfête Jüdische Kinder- und Jugendfilmtage Kinderkino

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Specials Ein Abend für Katja Riemann Was tut sich: OVERGAMES NOSFERATU Harry Smith – Underground Ethnographer Jonas Mekas Deleuze (wieder) sehen Let's talk about Syria Kino & Couch: TOUCH OF EVIL

40 42 43 44 45 46 47 47

Service Programmübersicht Eintrittspreise/Anfahrt Rückblick und Vorschau

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VERSO SUD I nostri ragazzi ≥ Seite 28


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AUSSTELLUNG: FILM UND GAMES

Bild- und Klangräume in Film und Videospiel First-Person-Kamera im Film und filmreife Spiele-Soundtracks Waren Computerspiele aufgrund der begrenzten technischen Möglichkeiten in den 1980er Jahren noch sehr minimalistisch, was Bild und Ton angeht, haben sie sich heute enorm weiterentwickelt, sodass sie sich in Ästhetik und auditiver Gestaltung mit dem Film messen können. Beim Entwurf von Bild- und Klangräumen bedienen sich Filme und Videospiele zwar ähnlicher Stilmittel, Game-Designer sind allerdings beim genauen Aufbau von Spiel und Soundtrack auf eine Art BaukastenPrinzip angewiesen. Sie entwerfen einzelne Soundabschnitte und variable Perspektiven. Der endgültige Weg der „Kamera“ und der dynamische Soundtrack werden dann maßgeblich vom Spieler und seinem Gameplay beeinflusst. Dennoch orientierten sich die Kreationen immer wieder auch an filmischen Vorbildern, während Filme bei der ästhetischen Gestaltung zunehmend Anleihen bei Videospielen machen. Dieses Wechselspiel der Bild- und Klangräume von Filmen und Games

bildet einen der Schwerpunkte der aktuellen Sonderausstellung Film und Games. Ein Wechselspiel im Deutschen Filmmuseum. Oft greifen Spiele auf eine filmische Sichtweise zurück, so etwa in Heavy Rain (2010) und Beyond – Two Souls (2013). Im Gegensatz dazu wird die aus Videospielen bekannte First-Person-Perspektive in jüngster Zeit häufiger auch in Filmen eingesetzt und mit einer in der Handlung vorhandenen Kamera kombiniert. Beispiele hierfür sind BLAIR WITCH PROJECT (US 1999, R: Daniel Myrick, Eduardo Sánchez), CLOVERFIELD (US 2008, R: Matt Reeves) oder REC (ES 2007, R: Jaume Balagueró, Paco Plaza). Die Perspektiven im Spiel sind weitaus stärker als im Film vom jeweiligen Genre abhängig: Die FirstPerson-Sicht ist häufig bei Shootern anzutreffen, Action-Abenteuer greifen auf die Third-Person-Perspektive zurück, während in Strategiespielen die aufsichtige Kamera dominiert.


Die Ausstellung wird gefördert von: Stadt Frankfurt am Main, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Gamescom/BIU, Hessische Kulturstiftung, Georg und Franziska Speyer’sche Hochschulstiftung Medienpartner: Frankfurter Allgemeine Zeitung, TV Spielfilm, Journal Frankfurt, Intro, Retro Gamer, Gamers Global

RABATT-AKTION Musik und Soundeffekte tragen im Kino wie im Spiel gleichermaßen zur Atmosphäre der Erzählung bei. Aufwändige Soundtracks begleiten längst nicht mehr nur Filme, sondern auch Spiele wie Dragon Age: Origins (BioWare 2009) und Jade Empire (BioWare 2005). Die unheimlich knisternden Störgeräusche in Silent Hill 2 (Konami 2001) schaffen eine gruselige Stimmung und warnen den Spieler gleichzeitig vor im Nebel lauernden Gefahren. Inzwischen haben es Videospielsoundtracks sogar schon in angesehene Aufführungshäuser geschafft: Im November präsentiert ein Symphonieorchester mitsamt Chor in der Alten Oper Frankfurt live die Soundtracks aus erfolgreichen Games: Video Games Live!

VIDEO GAMES LIVE Konzert Samstag, 14. November 20:00 Uhr · Alte Oper Tickets zu diesem Konzert mit GameMusik sind im Deutschen Filmmuseum mit 5 % Rabatt auf den Vorverkaufspreis erhältlich. Vom 13. bis 15. November erhalten Museumsbesucher bei Vorlage ihres Video-Games-LiveTickets 25 Prozent Rabatt auf den Eintritt in die Ausstellung Film und Games. Am Samstag, 14. November um 17 Uhr gibt es für Inhaber eines Video-Games-Live-Tickets eine Führung mit Ausstellungskurator Andreas Rauscher.


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Film und Games: Begleitprogramm

Film und Games After Work Zu einem entspannten Feierabend in der Ausstellung Film und Games lädt das Deutsche Filmmuseum während der Laufzeit der Ausstellung ein. Immer am zweiten Mittwoch im Monat führen fachkundige Mitarbeiter durch die Film- und Videospielwelt und erzählen Hintergrundgeschichten zu den Exponaten. Bei einem Glas Wein gibt es im Anschluss die Gelegenheit zum Austausch mit den anderen Teilnehmern und Museumsmitarbeitern. Nächster Termin Mittwoch, 11. November, 19 Uhr Mit freundlicher Unterstützung von

Wechselspiele cineludischer Formen — Workshop in Kooperation mit der AG Games Der Workshop ermittelt in mehreren Vorträgen formale und ästhetische Schnittstellen zwischen Filmen und Games. Ausgangspunkte bilden zum einen zeitgenössische Filme, die von Levelstrukturen und GamesÄsthetik geprägt sind. Zum anderen spielt der Einfluss von Filmen auf Games eine Rolle, etwa in Bezug auf Standardsituationen, Kameraarbeit, Set Design und Montage. Termin Freitag, 20. November, 10 bis 20:30 Uhr und Samstag, 21. November, 10 bis 18 Uhr · Seminarraum Anmeldung und Informationen: rauscher@deutsches-filminstitut.de

Öffentliche Filmvorführung zum Workshop im Kino THE CABIN IN THE WOOD USA 2012. R: Drew Goddard D: Chris Hemsworth, Fran Kranz. 95 Min. DCP. OmU

Einführung am 20.11.: Markus Rautzenberg (Freie Universität Berlin)

Freitag, 20.11. 18:00 Uhr Samstag, 21.11. 22:30 Uhr

Eine Gruppe Jugendlicher verbringt ein Wochenende in einer entlegenen Hütte. Der Schauplatz gibt das Programm vor, von Sam Raimis EVIL DEAD (US 1989) und den Teenie-Horrorserien der 1980er Jahre bis hin zum aktuellen Videospiel Until Dawn (Supermassive Games 2015): Meta-Horror, der Spannung und Selbstironie gekonnt kombiniert, und zugleich eine originelle Reflexion von Genreregeln und Spielstrukturen.


Adventure-Day Samstag, 7. November 12 bis 20 Uhr (Ausstellungsfoyer Film und Games)

Exponate, Spielstationen und Fanprojekte 20:00 Uhr (Museumsfoyer)

Podiumsdiskussion mit Boris Schneider-Johne (LucasArts, Übersetzer des Computerspiels Indiana Jones 3) und Norman Cöster (Miterfinder, Drehbuch­ autor und Schauspieler der Serie Bernd das Brot) Moderiert von Retroblah (Retro Hunter und Senad) 21:30 Uhr

Autogrammstunde mit Boris Schneider-Johne und Norman Cöster

Boris SchneiderJohne

22:30 Uhr INDIANA JONES AND THE LAST CRUSADE Indiana Jones und der letzte Kreuzzug USA 1988. R: Steven Spielberg D: Harrison Ford, Sean Connery, Alison Doody. 125 Min. DCP. OF

Einführung am 07.11.: Boris SchneiderJohne

Im dritten Teil der erfolgreichen Abenteuerreihe wird Indiana Jones gebeten, bei der Suche nach dem Heiligen Gral zu helfen. Jones ist zunächst abgeneigt, willigt aber ein, da sein Vater auf der Suche nach dem Gral verschollen ist. Seine Erkundungen führen ihn nach Venedig. Dort wird schnell klar, dass auch die Nazis und eine geheimnisvolle Bruderschaft dem Gral auf der Spur sind.

Samstag, 07.11. 22:30 Uhr Zusätzlicher Termin: Samstag, 14.11. 22:30 Uhr

LateNight zur Sonderausstellung Film und Games BEYOND THE BRIDGE Deutschland/Schweiz 2015. R: Daniel Schenk D: Marla Schenk, Thomas Koch. 103 Min. DCP. engl. OmU

Nach zwei Jahren im Ausland kehrt die Kunststudentin Marla Singer in ihre schweizerische Heimatstadt zurück, um den Verkauf des alten Familienhauses zu betreuen. Ihre Eltern starben bei einem Autounfall und sie will die Zeit nutzen, um Abschied zu nehmen. Doch eine Willkommensparty mit alten Freunden und eine mysteriöse Droge schicken Marla auf eine alptraumhafte Reise.

Freitag, 20.11. 22:30 Uhr


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PROJEKTE

Kinder und Jugendliche erforschen das Deutsche Filmmuseum! Gemeinsam mit Heranwachsenden erarbeitet das Haus bis 2017 einen Multimedia-Guide durch die Dauerausstellung Ganz eng rücken die Kinder zusammen, um im Trubel zu hören, was der Vormittag für sie bereithält: Im Kinofoyer des Deutschen Filmmuseums herrscht Hochbetrieb, zum Kinderfilmfestival LUCAS wimmelt es im ganzen Haus von jungen Filmfans. Mittendrin scharen sich die Kinder der Klasse 4c der Günderrodeschule im Frankfurter Stadtteil Gallus um ihre Lehrerin Doris Bracht und Mitarbeiter/innen des Filmmuseums. Die Schüler/innen sind jedoch keine gewöhnlichen LUCAS-Besucher, auch wenn sie sich heute das LUCAS-Kurzfilmprogramm anschauen. Sie absolvieren außerdem einen speziell auf sie zugeschnittenen Workshop bei den russischen Regisseurinnen Olga und Tatiana Poliektova und lernen die Direktorin des Hauses, Claudia Dillmann, kennen. Der Besuch der Kinder steht im Zusammenhang mit einem neuen Projekt der Filmbildung und -vermittlung im Deutschen Filmmuseum: der Erstellung eines Multimedia-Guides von jungen Menschen für junge Menschen und Familien. Eines der Ziele des innovativen Modellprojektes ist es, von den jungen Teilnehmer/innen zu erfahren, wie sie das Museum und seine Inhalte wahrnehmen. Ein

Die Kinder bei ihrer Erkundungstour in der Dauerausstellung.

halbes Jahr lang kommt die Klasse nun immer freitags ins Museum und lernt nach einem gemeinsamen Frühstück mit Blick auf den Main das Haus mit den dazugehörigen Archiven und Abteilungen kennen. Ein wichtiger Teil des langfristig angelegten Bildungsprojekts ist, dass die Schüler/innen sich selbst erschließen, was ein Museum ausmacht, und wer dort hinter den Kulissen arbeitet. Dafür nehmen sich die jungen Forscher/innen das Museumsteam vor und befragen die Mitarbeiter/innen ausführlich. Beim Treffen mit Claudia Dillmann sprudeln die Schüler/innen geradezu über vor Fragen: „Haben Sie auch einmal als Praktikantin im Filmmuseum angefangen?“, „Schauen Sie alle Filme, die im Kino laufen, selbst vorher an?“ oder „Haben Sie auch mal frei?“ Als Claudia Dillmann berichtet, in welche Länder sie ihre Arbeit schon geführt hat, wird der multikulturelle Hintergrund der Klasse deutlich: Immer wieder jubeln Kinder bei der Nennung von Ländern auf, weil sie selbst oder ihre Eltern und Großeltern aus diesen stammen. Claudia Dillmann hat sichtlich Spaß an der Begegnung mit den


Kindern und sieht der zukünftigen Zusammenarbeit gespannt entgegen: „Seit der Eröffnung des Deutschen Filmmuseums 1984 sind hier unzählige Schulklassen ein und aus gegangen und haben immer viel über Film gelernt. Aber jetzt gehen wir in unserer Vermittlungsarbeit noch deutlich weiter“, betont die Museumschefin. „Wenn wir es ernst meinen mit gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengleichheit durch kulturelle Bildung, dann brauchen wir dafür neue Formate.“ Zwei weitere Gruppen von Jugendlichen werden sich 2016 im Zuge des Projekts mit dem Haus beschäftigen und Beiträge für den MultimediaGuide produzieren. 2017 wird der Multimedia-Guide dann das Filmmuseum und seine Dauerausstellung mit Audiomaterial, Bewegtbild, Text und interaktiven Funktionen vorstellen, Inhalte vertiefen und den

Besuch des Hauses noch attraktiver machen. Ermöglicht wird das auf zwei Jahre angelegte Projekt durch die Unterstützung von Stiftungen: neben der Art Mentor Foundation Lucerne engagiert sich die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. 2016 kommt als weiterer Förderer auch die Aventis Foundation hinzu. Kooperationspartner sind das Gallus Zentrum und die Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim. Von den Ergebnissen der „Forschungsarbeit“ der Klasse 4c sowie von den weiteren, dann außerschulischen Projekten mit Jugendlichen von zwölf bis 18 Jahren profitieren am Ende alle Museumsbesucher/innen. Interessierte Jugendliche für die zweite (16- bis 18-Jährige) und dritte Projektphase (Zwölf- bis 14-Jährige) können sich bei Friederike Christoph: christoph@deutsches-filminstitut.de melden.

Claudia Dillmann stellt sich den zahlreichen Fragen der Klasse 4c.


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ARCHIVE

Ein lebendiges Archiv Neue Vor- und Nachlässe eingetroffen Das Arbeitsarchiv von Oscar-Preisträger Pepe Danquart (SCHWARZFAHRER, DE 1992) ist umgezogen. Und zwar so, wie es sich für einen richtigen Umzug gehört: Die Einzelteile wurden in Umzugskartons verpackt, von fleißigen Helfern in einen Transporter geladen und von Berlin nach Frankfurt gefahren. Hier stehen sie nun in der Abteilung „Sammlungen und Nachlässe" des Deutschen Filminstituts und warten darauf, in ihrem neuen Zuhause den richtigen Platz zugewiesen zu bekommen. Sammlungsleiter Hans-Peter Reichmann und sein Team sind geübt in Vorgängen wie diesem. Ungefähr alle zwei Monate unternehmen sie eine Fahrt in unterschiedliche Regionen Deutschlands, um neue Nach- und Vorlässe sowie Ergänzungen bereits im Archiv gelagerter Sammlungen abzuholen. Aktuell eingetroffene Bestandserweiterungen sind unter anderem Materialien der Regisseure Reinhard Hauff (MESSER IM KOPF, BRD 1978; STAMMHEIM, BRD 1986) und Pepe Danquart, der Nachlass der Schauspie­lerin Winnie Markus (1921 – 2002), ergän­zende Dokumente zum

Arbeitsarchiv der Kostümbildnerin Barbara Baum sowie mehr als 2.000 Synchronbücher der Degeto. Auch ganze Produktionsfirmen überlassen dem Deutschen Filminstitut ihre Unterlagen, wie beispielsweise die Münchner Bioskop-Film oder X Filme Creative Pool. Der Schwerpunkt der Sammlungen und Nachlässe des Deutschen Filminstituts liegt auf dem bundesdeutschen Nachkriegsfilm, darunter unter anderem das Archiv Artur Brauners und seiner Produktionsfirma CCC. Besondere Beachtung findet der Neue Deutsche Film nach dem Oberhausener Manifest (1962), vertreten etwa durch das Arbeitsarchiv von Volker Schlöndorff. Die Kontakte zu den Filmschaffenden sind oft über Jahre in einem stetigen Austausch gewachsen. Das gegenseitige Vertrauen ist dabei ein wichtiger Aspekt. Schließlich handelt es sich um einen bedeutenden Teil des eigenen Lebens, den man in guten Händen wissen will. Und das ganz im wörtlichen Sinn, gehen die


Links: Ein Foto aus dem Arbeitsarchiv von Volker Schlöndorff: David Bennent, Günter Grass und Schlöndorff beim Dreh von DIE BLECHTROMMEL (BRD/FR 1979). Rechts: Barbara Baum führte während der Dreharbeiten akkurat Buch über die Kostüme und deren Zustand am Anfang und Ende einer Szene.

Unterlagen doch nach ihrer Ankunft im Archiv durch die Hände der kundigen Mitarbeiter, die alles sichten, sortieren und archivarisch erfassen. Ein großes Anliegen des Deutschen Filminstituts und des Deutschen Filmmuseums ist es, die Schätze des Archivs nicht wegzusperren, sondern für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Erschließung der Objekte kommt also eine große Bedeutung zu, sollen sie doch nicht nur von den Mitarbeitern, sondern auch für im Archiv recherchierende Studenten, Wissenschaftler, Journalisten und Kuratoren auffindbar sein. So sind die Archivräume nach Absprache als Recherchepool zugänglich, die Objekte werden aber auch in Publikationen und Ausstellungen weltweit präsentiert und sollen nach und nach über das Internet zugänglich gemacht werden. Ein Pilotprojekt war hier die virtuelle Ausstellung zu Volker Schlöndorff (schloendorff.deutsches-filminstitut. de). Im Moment wird mit Hochdruck an der Online-Ausstellung „Curd Jürgens – der Nachlass“ gearbeitet, die am 13. Dezember dieses Jahres, zum 100. Geburtstag

des Schauspielers und Lebemannes, zugänglich sein wird (curdjuergens. deutsches-filminstitut.de). Sind die neu angelieferten Objekte geordnet, aufgelistet und in Archivkartons verstaut, werden die Leihgeber zu einem Besuch ins Archiv eingeladen. Die persönlichen Erinnerungen der Vorlassgeber erwecken viele Objekte zu neuem Leben. Eine talentierte Erzählerin mit exzellentem Gedächtnis ist etwa Kostümbildnerin Barbara Baum, die Polaroid-Fotos anfertigte und sich Notizen in ihren Drehbüchern machte, auch um die Kontinuität einer Filmhandlung zu gewährleisten: So schrieb sie auf, wie die Krawatte gebunden war und wo sich nach einer Szene welche Schweißflecken auf einem Hemd befanden – damit diese Schweißflecken für die im Film folgende Szene durch Anfeuchten der Kleidung nachempfunden werden konnten. Solche Geschichten finden sich zuhauf im Sammlungsarchiv und nicht zuletzt im Gedächtnis der Sammlungsmitarbeiter, die, wie Reichmann es nennt, einen „Biocomputer“ bilden, Querverbindungen zwischen Sammlungsobjekten und Hintergrundgeschichten ziehen und das Archiv so lebendig halten.


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AKTUELLES

FILMTHEATER – on Tour Bis 3. Januar 2016 im Caermersklooster in Gent Nach dem großartigen Erfolg der Ausstellung FILMTHEATER in Frankfurt am Main (26. November 2014 bis 31. Mai 2015) startet die vom Deutschen Filmmuseum kuratierte Schau nun ihre Tournee. Erste Station ist das Caermersklooster im belgischen Gent, wo FILMTHEATER bereits am 8. Oktober eröffnete. Nach STANLEY KUBRICK und ANIME! HIGH ART – POP CULTURE ist es bereits das dritte Mal, dass eine Sonderausstellung des Deutschen Filmmuseums in Gent gastiert (bis 3. Januar 2016). In dem alten Karmeliterkloster haben die 30 großformatigen Fotografien verfallener oder umgenutzter US-Kinopaläste der französischen Fotografen Yves Marchand und Romain Meffre einen wunderbaren Ausstellungsort gefunden. Die historische Bausubs-

Am 8. Oktober eröffnete die vom Deutschen Filmmuseum kuratierte Ausstellung im Caermersklooster im belgischen Gent.

tanz des Gebäudes harmonisiert in besonderer Weise mit der Wirkung der Bilder. Der Ausstellungsteil, der sich im Deutschen Filmmuseum mit der Geschichte der Frankfurter Filmtheater befasst hat, wurde unter Beteiligung der Universität Gent, Centre for Cinema and Media Studies, ersetzt durch einen Abschnitt über die Kinogeschichte Gents. Kuratiert wurde dieser Ausstellungsteil vom langjährigen Leiter des Internationalen Film Fests Gent, Jacques Dubrulle, und von der belgischen Filmwissenschaftlerin Lies Van de Vijer, die zur Kinogeschichte Gents promovierte. Somit wird befeuert durch die Ausstellung nun auch in Gent die lokale Kinogeschichte aufbereitet und sichtbar gemacht.


Hilfsmittel der frühen Filmmusik: Eine Melodiensammlung zur Begleitung von Stummfilmen, eine Edison-Tonwalze und eine Papierwalze für mechanische Instrumente.

Phonograph, Grammophon und Kinematograph – Musik zum Stummfilm Projektion zur Biennale für Moderne Musik vom 26. bis 29. November im Hessischen Rundfunk und in der Alten Oper Stummfilme waren nur selten wirklich stumm. Bereits seit den Anfängen des Films gab es Bemühungen um eine akustische Begleitkulisse. Anlässlich der Biennale für Moderne Musik präsentiert das Musikarchiv des Deutschen Filminstituts einige seiner Schätze aus der Stummfilmzeit als Projektion. Von Donnerstag, 26., bis Sonntag, 29. November, macht diese in der Goldhalle des Hessischen Rundfunk sowie im Foyer der Alten Oper die Ära anhand von Originalpartituren, historischen Kinoprogrammen sowie zahlreichen Hörbeispielen audiovisuell lebendig. Ergänzend werden restaurierte Tonbilder aus dem Filmarchiv des Deutschen Filminstituts gezeigt. Die Projektion kann von den Besuchern über ein Tablet gestartet werden. Die Praktiken der Stummfilmmusik variierten abhängig von den finanziellen Kapazitäten und dem Interesse des jeweiligen Kinobesitzers sowie dem Können und Repertoire der Musiker. Ebenso variabel war das Instrumentarium im Stummfilmkino:

neben Pianisten, Harmoniumspielern und Orchestern kamen auch mechanische Instrumente wie Orchestrien, selbstspielende Klaviere, und Grammophone zum Einsatz. Apparaturen wie das Kinetophon ermöglichten bereits 1895 das synchrone Erklingen von Ton zu Bildern. Aufgrund ihres rhythmischen Charakters wurden vielfach Marsch- oder Tanzszenen mit Musik unterlegt. Weitere Synchronisationsmechanismen zielten auf die Verbindung von Film und Oper ab. Einer der frühesten Versuche hierzu sind die Tonbilder: abgefilmte Musikdarbietungen und synchron dazu erklingender Ton vom Phonographen oder Grammophon. Termine Donnerstag, 26.11., 18.30 – 22.30 Uhr Foyer der Alten Oper Frankfurt Freitag, 27.11., 14 – 21.30 Uhr Samstag, 28.11., 10 – 13.30 Uhr Sonntag, 29.11., 15 – 18 Uhr Goldhalle im Hessischen Rundfunk, Bertramstraße 8, Frankfurt


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AKTUELLES

„Deutschland/Israel: Gestern, heute, morgen“ Israelisch-deutsches Jugend-Filmprojekt 2015 Zum dritten Mal begegnen sich vom 1. bis 8. November wieder Jugendliche aus Ayanoth (Israel) und der Max-Beckmann-Schule (Frankfurt) im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt. Sie produzieren gemeinsam Kurzfilme zu ihrer Sicht auf die Geschichte der beiden Länder, mit Blick auf die Gegenwart und auf die Wünsche für die Zukunft. Die Ergebnisse werden zu einem vierteiligen Episodenfilm zusammengefasst und sind am Sonntag, 8. November, um 11 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Jüdische Kinderund Jugendfilmtage (4. bis 8. November) ≥ Mehr auf Seite 38.

Teilnehmer/innen des israelischdeutschen Jugendfilmprojekts 2014 beim Dreh und bei der Montage.

Das interkulturelle Filmprojekt wird vom Deutschen Filminstitut und der Kinder- und Jugend-Aliyah veranstaltet. Ermöglicht wird es durch die Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Stadt Frankfurt am Main.


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WOODY ALLEN New York und Woody Allen sind untrennbar miteinander verbunden: „Für mich ist New York immer der Ort der Verzauberung, der Erregung und Lebensfreude; ich möchte niemals irgendwo anders leben“, sagt der vielbewunderte Regisseur über seine Heimatstadt, in der er am 1. Dezember 1935 als Allen Stewart Konigsberg im Stadtteil Brooklyn geboren wurde. Erst seit der Jahrtausendwende, in der Spätphase seiner Karriere, wandte sich der notorische New Yorker Allen dem Kontinent Europa zu und machte Barcelona, London und Paris zu den Schauplätzen seiner Filme. Seine Musen Diane Keaton, Mia Farrow und später auch Scarlett Johansson trieb er zu vielfach preisgekrönten Höchstleistungen. Woody Allens Karriere startete als Klarinettist und Gagschreiber. Seit er sich in den 1960er Jahren dem Film verschrieben hat, ist er hier meist in mehreren Funktionen aktiv – als Regisseur, Drehbuchautor und oft auch als Hauptdarsteller. Als Schauspieler verköpert er laut Filmwissenschaftlerin Melanie Bossen „den Anti-Typus der modernen Maskulinität“. Durch Parodien und Zitate, durch Vermengung von komischen und tragischen Elementen verfremdet Allen stets aufs Neue Erzählkonventionen und steht dem europäischen Autorenfilm seit jeher näher als dem Hollywoodkino. Mehr als 40 Regiearbeiten zählen inzwischen zum Oeuvre Woody Allens, vier Mal erhielt er den Oscar®. Thematisch erfand sich Woody Allen immer wieder neu, häufig getrieben von allzu Menschlichem wie Sexualität, Neurosen und unglücklichen Beziehungen bis hin zur Angst vor dem Tod. Bis heute beschäftigen ihn diese Grundfragen nach dem Sinn des Lebens, so auch in seinem zauberhaften Film MAGIC IN THE MOONLIGHT aus dem Jahr 2014, der den Schlusspunkt der Filmreihe setzt, die das Kino des Deutschen Filmmuseums anlässlich Allens 80. Geburtstag zusammengestellt hat.


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WOODY ALLEN ANNIE HALL Der Stadtneurotiker USA 1977. R: Woody Allen D: Woody Allen, Diane Keaton. 94 Min. 35mm. OF

Mittwoch, 04.11. 20:30 Uhr Donnerstag, 05.11. 18:00 Uhr

Der Film, mit dem Woody Allen in die Riege der Stars und großen Regisseure aufstieg, ist gleichzeitig derjenige, der die immer wieder variierte Figur des New Yorker Stadtneurotikers etablierte. Die autobiografische Liebesgeschichte liefert eine Fülle von Gags und pointierten Merksätzen über Sex, New York, Politik, Neurosen und das Judentum. Woody Allen, für Regie und Drehbuch mit dem Oscar® ausgezeichnet, trat am Abend der Preisverleihung lieber mit seiner Jazzband auf, als die Trophäen entgegenzunehmen.

MANHATTAN USA 1979. R: Woody Allen. D: Woody Allen, Diane Keaton, Mariel Hemingway. 96 Min. 35mm. OF

Freitag, 06.11. 18:00 Uhr Samstag, 07.11. 20:30 Uhr

Der New Yorker Schriftsteller und Fernsehautor Isaac Davis ist vom Pech verfolgt: Seine Ex-Frau Jill lebt inzwischen mit ihrer lesbischen Freundin zusammen und schreibt an einem Enthüllungsbuch über ihre gescheiterte Ehe. Jetzt ist er mit der erst 17-jährigen Tracy zusammen und auch diese Beziehung ist für den neurotischen Intellektuellen unerfreulich: Zu unterschiedlich sind die Interessen, zu groß ist der Altersunterschied. Als Mary in Isaacs Leben tritt, beginnt seine Suche nach Romantik und sexueller Erfüllung von Neuem. Die Frankfurter Rundschau schrieb seinerzeit: „MANHATTEN ist ohne Zweifel der Gipfel seiner Karriere; MANHATTEN ist Woody Allens LICHTER DER GROSSTADT.”


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BULLETS OVER BROADWAY USA 1994. R: Woody Allen. D: John Cusack, Dianne Wiest, Chazz Palminteri. 99 Min. 35mm. OmU

Es sind die Roaring Twenties in New York. Der erfolglose Theaterautor David Shayne sehnt seinen Durchbruch herbei. Um sein erstes Stück am Broadway herauszubringen, geht er sogar einen Pakt mit dem Mafiaboss Nick Valenti ein. Dieser finanziert ihm eine Starbesetzung, wenn David dafür Valentis unbegabter Geliebten die Hauptrolle gibt. Die Proben des blutleeren Stücks gestalten sich in der Folge unerträglich. Als ein begnadeter Ghostwriter David unter die Arme greift, kommt die Wende.

Freitag, 06.11. 20:30 Uhr

MIGHTY APHRODITE Geliebte Aphrodite USA 1995. R: Woody Allen. D: Woody Allen, Mira Sorvino, Helena Bonham Carter, F. Murray Abraham. 95 Min. 35mm. OF

Eine hinreißende Großstadtkomödie mit einem Schuss griechischer Tragödie: Sportjournalist Lenny und seine Frau Amanda haben einen Sohn adoptiert, der sich rasch als Wunderkind entpuppt. Das lässt Lenny eines Tages keine Ruhe mehr – er will die richtigen Eltern des Kindes finden. Als sich herausstellt, dass die Prostituierte und Pornodarstellerin Linda Ash die Mutter seines Adoptivsohnes ist, bricht für Lenny eine Welt zusammen. Doch dann kommen die beiden sich näher und lösen damit ein heilloses Chaos aus. Mira Sorvino gewann für ihren Auftritt als naives Blondchen einen Oscar® als beste Nebendarstellerin.

Sonntag, 08.11. 20:30 Uhr Donnerstag, 19.11. 18:00 Uhr


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WOODY ALLEN CELEBRITY Celebrity – Schön. Reich. Berühmt USA 1998. R: Woody Allen. D: Kenneth Branagh, Judy Davis, Joe Mantegna, Leonardo DiCaprio. 114 Min. 35mm. OmU

Mittwoch, 11.11. 20:30 Uhr Freitag, 13.11. 18:00 Uhr

In brillanten Schwarzweiß-Bildern erzählt Woody Allen in CELEBRITY eine bitterböse Satire auf den Promiwahn in der modernen Gesellschaft. Lee Simon ist ein Klatschreporter in New York, seine Geschichten über prominente Persönlichkeiten verkaufen sich wie von selbst. Auf der Jagd nach Ruhm und Erfolg lauert Lee den Schönen, Reichen und Berühmten auf. Doch er ist mit seiner Existenz unzufrieden und leidet unter mangelndem Erfolg als Schriftsteller. In der Glitzerwelt der Stars möchte er nun endlich selbst ein Stück vom Kuchen abbekommen. Leonardo DiCaprio spielte in CELEBRITY seine erste Rolle nach dem Welterfolg mit TITANIC. CASSANDRA’S DREAM Cassandras Traum Großbritannien/Frankreich 2008. R: Woody Allen D: Ewan McGregor, Colin Farrell, Hayley Atwell. 108 Min. 35mm. OmU

Samstag, 14.11. 20:30 Uhr Dienstag, 17.11. 18:00 Uhr

Die Londoner Brüder Ian und Terry leiden unter akuter Geldnot: Ian will die Wünsche der luxusliebenden Angela erfüllen, Terry hat sich beim Pokern in horrende Schulden verstrickt. Die Lösung scheint der reiche Onkel Howard aus Amerika zu sein, der als Schönheitschirurg zum Millionär geworden ist und zu Besuch in die britische Hauptstadt kommt. Er fordert von seinen Neffen einen unmoralischen Gefallen. CASSANDRA’S DREAM ist der dritte Film, den Woody Allen in London inszenierte. Filmkritiker Wolfgang Höbel verglich den Film im Spiegel mit einem Stück von Dostojewski, das „mit schauspielerischer Brillanz“ umgesetzt wurde.


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YOU WILL MEET A TALL DARK STRANGER Ich sehe den Mann deiner Träume USA/Spanien/Großbritannien 2010. R: Woody Allen. D: Naomi Watts, Josh Brolin. 98 Min. Blu-ray. OmU

Woody Allen stellt in dieser Liebeskomödie zwei Paare in den Mittelpunkt. Alfie ist Rentner. Nach 40 Ehejahren verlässt er seine ständig nörgelnde Ehefrau Helena und heiratet eine andere. Doch damit ist Alfie seine Sorgen nicht los, da sich Helena in die Fänge einer durchtriebenen Wahrsagerin begibt. Sally, die Tochter von Alfie und Helena, steht durch ihre Ehe mit einem gescheiterten Schriftsteller vor dem finanziellen Ruin. Sie beginnt einen Job in einer Kunstgalerie, während ihr Gatte den Gitarrenklängen der neuen Nachbarin verfällt.

Freitag, 20.11. 20:30 Uhr Sonntag, 22.11. 17:00 Uhr

MAGIC IN THE MOONLIGHT USA/Spanien 2014. R: Woody Allen D: Eileen Atkins, Colin Firth, Emma Stone. 98 Min. DCP. OmU

1928 an der Côte d’Azur: Der gefeierte Magier Stanley wird beauftragt, die vermeintliche Wahrsagerin Sophie des Betruges zu überführen. Mit ihren Prophezeiungen zieht sie den Reichen und Schönen der Oberschicht das Geld aus der Tasche. Sophie behauptet, Kontakt zu den Seelen verstorbener Familienangehöriger aufnehmen zu können. Doch Stanleys Versuche, die Hochstaplerin mit seinen Zauberkünsten zu entlarven, scheitern allesamt. Der britische Gentleman stürzt sich mehr und mehr in das ausschweifende Leben der dekadenten Oberschicht und kommt dabei Sophie näher. Ist sie vielleicht doch keine Betrügerin?

Samstag, 21.11. 20:30 Uhr Freitag, 27.11. 20:30 Uhr


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PEDRO COSTA Der Portugiese Pedro Costa ist einer der radikalsten und eigenwilligsten Filmemacher unserer Zeit. Seit 1997 hat er es zu seiner Aufgabe gemacht, das Leben der Ausgestoßenen der Gesellschaft, die im Lissaboner Armenviertel Fontainhas leben, filmisch zu dokumentieren. Ohne vorherbestimmte Strukturen beruhen die Filme von Pedro Costa auf Erinnerungssplittern seiner (Laien-) Darsteller aus Fontainhas – reflektiert durch Costas Blick auf die (Film-)Geschichte. So gelingen ihm einfühlsame Einblicke in eine Gemeinschaft am Rande der Gesellschaft. „We make films on high seas, and as we do not have a book of laws, we work in a very dark area, which is memory.“ — Pedro Costa OSSOS Haut und Knochen Portugal 1997. R: Pedro Costa. D: Vanda Duarte, Nuno Vaz, Maria Lipkina, Isabel Ruth. 94 Min. 35mm. OmeU

Freitag, 13.11. 20:30 Uhr

„Tina [...] ist abgestumpft durch die Armut und Enge ihrer Existenz und kämpft mit psychischen Problemen. Auch ihre neue Rolle als Mutter überfordert sie: Sie dreht den Gashahn auf. Für das Baby ist diese Kurzschlussreaktion nur die erste von vielen Gefahren, denen es ausgesetzt ist. OSSOS erzählt nicht nur von materieller Not und Armut, sondern auch von der Armut der Gefühle, von der Unfähigkeit zu kommunizieren, zu lieben und Liebe anzunehmen. Dabei kommentiert, wertet oder moralisiert Costa nicht: In schonungslosen und zugleich poetischen Bildern beobachtet er seine Figuren, [...] die weder ihre innere noch äußere Enge ihrer Herkunft überwinden können.“ Birgit Kohler


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NO QUARTO DA VANDA In Vandas Zimmer Portugal 2000. R: Pedro Costa D: Vanda Duarte, Zita Duarte, Lena Duarte. 178 Min. 35mm. OmeU

„Pedro Costa drehte NO QUARTO DA VANDA mit einer Digitalkamera, die es ihm ermöglichte, Vanda allein zu begegnen. In Abwesenheit eines Filmteams entstand zwischen den beiden eine gleichgültig-vertraute Atmosphäre, die daran zweifeln lässt, ob sich Vanda der Gegenwart der Kamera überhaupt bewusst war. Ob sie dealt, ihre Freunde empfängt oder Erdbeeren putzt, es vergehen nie zehn Minuten, ohne dass sich Vanda einen Schuss setzt, ein minutiöses Ritual, das ihren Alltag prägt.“ Fréderic Mermoud

Mittwoch, 18.11. 20:00 Uhr

JUVENTUDE EM MARCHA Jugend voran! Portugal 2006. R: Pedro Costa D: Ventura, Vanda Duarte, Beatriz Duarte. 154 Min. 35mm. OmeU

„Pedro Costa begleitet Ventura bei seinen Wegen durch einen Slum und ein Neubauquartier am Rande von Lissabon. Der Slum wird abgerissen, die Bewohner werden umgesiedelt, was der Film jedoch nicht zeigt, sondern über die Erzählungen der Figuren einfängt. Mit großer Geduld hört Pedro Costa diesen Geschichten zu. Wenn etwa die einst heroinsüchtige Vanda davon erzählt, wie sie ihre Tochter zu Welt brachte, dann weiß man genau, warum kein Schnitt das Mäandern ihrer Sätze unterbricht: Die Dauer der Einstellung ist das Einzige, was Vandas Schmerzen gerecht werden kann.“ Christina Nord

Samstag, 21.11. 17:30 Uhr


PEDRO COSTA

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CAVALO DINHEIRO Horse Money Portugal 2014. R: Pedro Costa. D: Ventura, Vitalina Varala, Tito Furtado, Benvindo Tavares. 104 Min. DCP. OmU

Mittwoch, 25.11. 20:30 Uhr Freitag, 27.11. 18:00 Uhr

Ventura, bereits der Held in JUVENTUDE EM MARCHA, wird in einer Nervenheilanstalt behandelt. In einer atemberaubenden Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm, Realem und Halluziniertem, Begreifbarem und Unbegreifbarem und mit einer einzigartigen Bildsprache wird die Vergangenheit Venturas beleuchtet. Ein komplexer und meisterhafter Kinotrip, der Ventura als Gefangenen des eigenen Geistes und der portugiesischen Geschichte zeigt. Pedro Costa wurde für diesen Film 2014 mit dem Regiepreis in Locarno und mit dem internationalen Hauptpreis vom Filmfest München ausgezeichnet.

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KLASSIKER & RARITÄTEN 50 Jahre „Sentana Film“ Der junge Arzt, aufstrebende Schauspieler und Regisseur Michael Verhoeven meldete am 12. Juli 1965 die „Sentana Film“ als Gewerbe an. Es war der Beginn einer inzwischen 50-jährigen Erfolgsgeschichte in Kino und Fernsehen, gekrönt von vielerlei Preisen bis hin zum Bundesverdienstkreuz. An seiner Seite war von Beginn an Verhoevens Ehefrau Senta Berger, die auch in zahlreichen Produktionen der Sentana mitwirkte. Im Kino des Deutschen Filmmuseums ist Michael Verhoeven am Sonntag, 22. November, zu Gast und präsentiert seinen 1990 entstandenen Film SCHLARAFFENLAND über die deutsche Wiedervereinigung. DAS SCHRECKLICHE MÄDCHEN Deutschland 1990. R: Michael Verhoeven D: Lena Stolze, Monika Baumgartner, Michael Gahr. 92 Min. 35mm

Der Film beruht auf einem authentischen Fall im niederbayerischen Städtchen Passau. Nachdem die Klosterschülerin Sonja einen internationalen Aufsatzwettbewerb gewonnen hat, macht sie sich an ein neues Thema: Sie will sich mit der Rolle ihrer Heimatstadt im Dritten Reich beschäftigen und den lokalen Widerstand dokumentieren. Bei ihren Recherchen stößt sie auf klare Ablehnung. Doch so leicht lässt sich Sonja nicht aufhalten. DAS SCHRECKLICHE MÄDCHEN gewann 1990 bei der Berlinale den Silbernen Bären und Lena Stolze erhielt das Filmband in Gold für die beste darstellerische Leistung beim Deutschen Filmpreis.

Dienstag, 03.11. 18:00 Uhr


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KLASSIKER & RARITÄTEN SEMMELWEIS IGNAZ – ARZT DER FRAUEN Österreich/Deutschland/Ungarn 1988. R: Michael Verhoeven D: Heiner Lauterbach, Friedrich von Thun, Franz Stoß. 117 Min. DigiBeta

Dienstag, 10.11. 18:00 Uhr

Wien im 19. Jahrhundert: Zahlreiche Frauen sterben im Kindbettfieber, die Ursache ist rätselhaft. Der ungarische Gynäkologe Ignaz Philipp Semmelweis macht schließlich eine epochale Entdeckung: Die behandelnden Ärzte bringen den Schwangeren den Tod – durch mangelnde Hygiene. Mit seiner Erkenntnis macht sich Semmelweis die Ärzte zu Feinden, die ihn ins Exil nach Budapest vertreiben. Auch dort stößt Semmelweis auf Unverständnis. Michael Verhoeven konnte den Film nur durch die Unterstützung des ungarischen Staatspräsidenten Jozsef Antall realisieren, der auf historische Genauigkeit und Heiner Lauterbach als Semmelweis bestand. SCHLARAFFENLAND Deutschland 1990. R: Michael Verhoeven. D: Cornelia Lippert, Johannes Terne, Sissi Perlinger. 102 Min. DigiBeta

Vor dem Film spricht Urs Spörri (Deutsches Filminstitut) mit Michael Verhoeven

Samstag, 17.11. Gespräch: 20:30 Uhr Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr

Unmittelbar nach der Wende gedreht, war SCHLARAFFENLAND der erste Film zum Mauerfall und der Wiedervereinigung. Dabei wendet sich der Spielfilm sehr direkt und kritisch den Schattenseiten der ersten Goldgräberstimmung zu. Die DDR-Bürger Karin und Jürgen scheitern bei ihrer Flucht über die Prager Botschaft, können jedoch kurz danach mit offizieller Genehmigung nach München übersiedeln. Der Überfluss auf dem Viktualienmarkt verschlägt ihnen den Atem. Über einen Unterhändler nehmen sie einen Kredit für den Einstieg in eine marode Firma auf und ruinieren damit beinahe sich und ihre Ehe. Michael Verhoeven sagt über SCHLARAFFENLAND: „Ich glaube, es war mein bester Film.“


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MENSCHLICHES VERSAGEN Deutschland 2008. R: Michael Verhoeven Dokumentarfilm. 91 Min. DigiBeta

Es war einer der größten Raubzüge des 20. Jahrhunderts: Die sogenannte „Arisierung“ war eine flächendeckende Enteignung jüdischer Bürger in Nazi-Deutschland. Dabei waren es in der Regel weder die Gestapo noch die SS, sondern deutsche Finanzbeamte, die in jüdische Häuser einbrachen und den gesamten Besitz beschlagnahmten. Größere Wertgegenstände gingen an die Behörden, alles andere wurde unter den Nachbarn versteigert. Michael Verhoeven geht in seinem vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilm MENSCHLICHES VERSAGEN der Frage nach, inwiefern die deutsche Zivilbevölkerung zum Profiteur dieses systematischen Raubs wurde.

Hessische Löwen für beste Amateurfilmer Bei »Hessen film(t)« am Sonntag, 1. November, von 10 bis 14 Uhr werden die drei besten Amateurfilme hessischer Filmautoren prämiert. Schirmherr dieser Veranstaltung des Bundes Deutscher Filmautoren Hessen e.V. ist der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Staatssekretär Ingmar Jung überreicht in Vertretung die Hessischen Löwen an die Preisträger, die sich zuvor in mehreren Wettbewerben durchsetzen mussten.

Samstag, 24.11. 18:00 Uhr


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VERSO SUD 21 Das Gesamtprogramm von Verso Sud liegt von Mitte November an im Deutschen Filmmuseum aus und ist im Internet unter verso-sud.deutschesfilmmuseum.de nachzulesen.

Festival des italienischen Films Zum 21. Mal bringt Verso Sud vom 28. November bis 9. Dezember eine Auswahl aktueller italienischer Spielund Dokumentarfilme nach Frankfurt. Die Hommage ist in diesem Jahr Francesco Rosi gewidmet, der im Januar im Alter von 92 Jahren gestorben ist. Eröffnet wird Verso Sud am Samstag, 28. November, mit dem Mafia-Drama LA TERRA DEI SANTI (IT 2015), einem Film des aus Kalabrien stammenden Regisseurs Fernando Muraca, der sein Debüt persönlich vorstellen wird. LA TERRA DEI SANTI Das Land der Heiligen Italien 2015. R: Fernando Muraca. D: Valeria Solarino, Lorenza Indovina, Ninni Bruschetta. 89 Min. DCP. OmU

Zu Gast: Fernando Muraca

Samstag, 28.11. 19:00 Uhr Eröffnung Verso Sud 21 Samstag, 28.11. 22:30 Uhr

Caterina, die Ehefrau des untergetauchten 'NdranghetaBosses Alfredo, hat ihren Sohn Pasquale für eine Zukunft an der Spitze des Mafia-Clans erzogen. Auch ihre jüngere Schwester Assunta, die im Bandenkrieg bereits ihren Mann verloren hat, plant dies für ihren Sohn Giuseppe. In diese geschlossene Gesellschaft bricht Vittoria ein, eine Staatsanwältin aus Norditalien, die versucht, das Schweigen der Frauen, das die Grundlage der einflussreichsten kriminellen Vereinigung der Welt bildet, zu brechen. Der Debütfilm des aus Kalabrien stammenden Regisseurs Fernando Muraca ist ein Mafia-Drama, erzählt aus der ungewohnten Perspektive der Frauen.


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CHE STRANO CHIAMARSI FEDERICO Federico Italien 2013. R: Ettore Scola. D: Tommaso Lazotti, Maurizio De Santis, Giulio Forges Davanzati, Ernesto D’Argenio. 93 Min. DCP. OmU

Ettore Scola, selbst einer der einflussreichsten Regisseure Italiens, drehte 20 Jahre nach Federico Fellinis Tod ein sehr persönliches Porträt seines Freundes – in einer Mischung aus Spiel- und Dokumentarfilm und angefüllt mit Erinnerungen, Spielszenen, Archivaufnahmen und Ausschnitten aus Fellini-Filmen. Im Zentrum steht der Beginn von Fellinis Karriere, zunächst als Karikaturist bei der einflussreichen Satirezeitschrift Marc' Aurelio, später dann als Drehbuchautor und Regieassistent. Zwischen 1950 und 1993 drehte Fellini mehr als 20 Filme, die ihn zu einem der wichtigsten Autorenfilmer des 20. Jahrhunderts machten.

Sonntag, 29.11. 17:00 Uhr

BUONI A NULLA Pechvögel Italien 2014, R: Gianni Di Gregorio. D: Gianni Di Gregorio, Marco Mazzocca, Valentina Lodovini. 87 Min. DCP. OmU

Zu Gast: Gianni Di Gregorio

Gianni Basani wird vom Pech verfolgt: Kurz bevor er seinen Ruhestand antreten will, erhöht die Regierung das Renteneintrittsalter und er muss nun nicht nur zwei Jahre länger arbeiten, sondern wird zudem in ein modernes Büro außerhalb Roms versetzt. Auch seine Ex-Frau, seine Kinder, die neuen Kollegen und sogar die Nachbarn scheinen sich gegen ihn verschworen zu haben. Doch irgendwann entscheidet er, sich nicht mehr alles gefallen zu lassen. Sechs Jahre nach seinem Überraschungserfolg IL PRANZO DI FERRAGOSTA (Das Festmahl im August) drehte Gianni Di Gregorio als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller erneut eine charmante und unterhaltsame Komödie.

Sonntag, 29.11. 19:00 Uhr


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VERSO SUD I NOSTRI RAGAZZI Unsere Kinder Italien 2014. R: Ivano De Matteo. D: Alessandro Gassman, Giovanna Mezzogiorno, Luigi Lo Cascio, Barbora Bobulova. 92 Min. DCP. OmU

Montag, 30.11. 20:30 Uhr

Zwei unterschiedliche Brüder, der Kinderchirurg Paolo und der Anwalt Massimo haben einander eigentlich nichts zu sagen. Paolos Sohn Michele und Massimos Tochter Benny hingegen gehen oft gemeinsam auf Partys. Als eine Obdachlose von Jugendlichen misshandelt wird und die Aufnahmen einer Überwachungskamera im Fernsehen gezeigt werden, vermuten die Brüder und ihre Ehefrauen, dass es sich bei den Tätern um ihre eigenen Kinder handeln könnte – und ein erbittertes Ringen um die Wahrheit und die Konsequenzen beginnt.

Hommage Francesco Rosi LA TREGUA Die Atempause Italien/Frankreich/Deutschland/Schweiz 1997, R: Francesco Rosi D: John Turturro, Rade Serbedzija, M. Ghini. 118 Min. 35mm. OmU

Samstag, 28.11. 16:00 Uhr

Am 27. Januar 1945 befreit die Rote Armee Auschwitz und die letzten Überlebenden des von den Nationalsozialisten fluchtartig verlassenen Vernichtungslagers. Einer der Befreiten ist Primo Levi, ein junger italienischer Chemiker. Für ihn und für einige seiner Kameraden beginnt ein langer Weg zurück ins Leben, eine Monate dauernde Odyssee durch das vom Krieg gezeichnete Europa. Francesco Rosis letzter, mehrfach preisgekrönter Film entstand nach einem autobiografischen Roman von Primo Levi, der 1987, gezeichnet von seinen Erlebnissen im Konzentrationslager, Selbstmord beging.


Hommage Francesco Rosi

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CRISTO SI È FERMATO A EBOLI Christus kam nur bis Eboli Italien/Frankreich 1979, R. Francesco Rosi. D: Gian Maria Volenté, Paolo Bonacelli, Alain Cuny. 150 Min. 35mm. OmeU

Carlo Levi, ein Arzt, Maler und Schriftsteller aus Turin, wird 1935 aufgrund seiner antifaschistischen Aktivitäten vom Mussolini-Regime in ein süditalienisches Bergnest verbannt, wo er ein von Zeit und Geschichte gleichsam vergessenes Leben führt. Seine Erlebnisse in dieser für ihn fremden Welt verarbeitete Levi zehn Jahre später in einem Roman, der die Grundlage für Francesco Rosis poetische und melancholische Adaption bildete – eine Verbeugung vor der faszinierenden Landschaft und vor den Not leidenden, doch aufrechten Bewohnern dieser Region, getragen von einem großartig agierenden Hauptdarsteller.

Sonntag, 29.11. 11:30 Uhr

TRE FRATELLI Drei Brüder Italien/Frankreich 1981. R: Francesco Rosi. D: Charles Vanesi, Michele Placido, Philippe Noiret. 111 Min. 35mm. OmeU

Nach dem Tod der Mutter treffen sich drei Brüder erstmals seit Jahren wieder. Raffaele ist Richter in Rom, Rocco leitet in Neapel ein Heim für kriminelle Jugendliche, Nicola ist Arbeiter in Turin. In der Nacht vor der Beerdigung geraten sie aufgrund ihrer unterschiedlichen politischen Meinungen in Streit, finden aber am Grab ihrer Mutter wieder zueinander. In stillen Bildern, ganz bewusst auf laute Töne verzichtend, erzählt Francesco Rosi in seiner freien Adaption einer Erzählung von Andrej Platonov von drei Menschen, in deren Leben und Weltanschauungen sich die Existenzfragen Italiens am Beginn der 1980er Jahre widerspiegeln.

Montag, 30.11. 18:00 Uhr


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LECTURE & FILM Selbstporträts von Anderen: Das Universum von Agnès Varda

„Es ist, als würde ich dein Selbst-Porträt filmen“, sagt Agnès Varda zu Jane Birkin in JANE B. PAR AGNÈS V. aus dem Jahr 1988. Varda, geboren 1928 in Brüssel, Spielfilmregisseurin, Dokumentaristin, Installationskünstlerin und Filmtheoretikerin, ist eine der großen Künstlerpersönlichkeiten der Filmgeschichte. Ihr Werk umspannt mittlerweile sechs Jahrzehnte. Varda bildete – zusammen mit Godard, und im Dialog und Widerstreit mit diesem – das intellektuelle Gravitationszentrum der Nouvelle Vague. Die entscheidende Frage ist für sie nicht, was Kino ist, sondern was es bedeutet, Kino zu machen – für sie selbst, für andere, und im Zusammenspiel mit anderen. Vardas Kino ist entsprechend offen und erfinderisch, oft autobiografisch und zugleich universell, vielgestaltig und stets changierend zwischen Formen, Formaten und Gattungen. In der Reihe Lecture & Film entwerfen namhafte internationale Experten bis Juli 2016 eine Kartographie des vielschichtigen Werks von Varda. Die Vorträge werden ergänzt durch eine begleitende Filmreihe, die Werke präsentiert, die in Verbindung mit der Arbeit Vardas stehen. Im November sind dies Frühwerke von Claude Chabrol und Chris Marker, die die Nouvelle Vague (wie auch Agnès Varda) maßgeblich beeinflusst haben. Nennung der an der Veranstaltung beteiligten Institutionen auf Seite 53.


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LES PLAGES D’AGNÈS: Selbstporträt einer Filmemacherin Lecture von Kelley Conway Vortrag in englischer Sprache In ihrer langen Karriere als Regisseurin, Fotografin und bildende Künstlerin stellte Agnès Varda immer Figuren ins Zentrum, die sich nur schwer ergründen ließen. Von der verschlossenen Landstreicherin in SANS TOIT NI LOI (FR 1985) zu den schweigsamen Ladeninhabern in DAGUERRÉOTYPES (FR 1978) hat Varda ihren Protagonisten und Orten gegenüber immer eine Haltung des Respekts und der Neugier eingenommen. Das wirft die Frage auf, wie Varda sich selbst als Figur konstruiert, wenn sie sich der Herausforderung stellt, ihre eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Am Leitfaden dieser Frage erkundet der Vortrag die erzählerischen und stilistischen Techniken in Vardas autobiographischem Dokumentarfilm LES PLAGES D’AGNÈS (FR 2008). Kelley Conway ist Professorin für Filmwissenschaft an der University of Wisconsin-Madison. Zu ihren Publikationen zählen die Monographien Chanteuse in the City (2004) und Agnès Varda (2015).

LES PLAGES D’AGNÈS Die Strände von Agnès Frankreich 2008. R: Agnès Varda D: Agnès Varda, André Lubrano, Blaise Fournier. 110 Min. DCP. OmeU

„Könnte man in die Menschen hineinblicken, fände man Landschaften. Würde man in mich hineinsehen, wären es Strände.“ Agnès Vardas poetische Selbstbeschreibung spiegelt sich wider in diesem autobiografischen Dokumentarfilm, der ihr vom César bis zum Preis der amerikanischen Filmkritik zahlreiche Auszeichnungen einbrachte. Varda, geboren 1938 in Brüssel, kehrt zurück an die Strände, die in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielten. Dabei streift sie ihren persönlichen Werdegang von den Anfängen als Theaterfotografin über die bewegten Zeiten der Nouvelle Vague bis zu ihrem Leben mit Jacques Demy und ihren Begegnungen mit „The Doors“-Sänger Jim Morrisson.

Donnerstag, 05.11. 20:15 Uhr Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr Zusätzlicher Termin ohne Vortrag: Mittwoch, 11.11. 18:00 Uhr


LECTURE & FILM

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Küstensehnsüchte: Das Meer, die Lieder und die Sonne in Vardas DU CÔTÉ DE LA CÔTE (1958) und DOCUMENTEUR (1980-81) Lecture von Delphine Bénézet Vortrag in englischer Sprache Der Reichtum und die Vielgestaltigkeit des Werks von Agnès Varda stellt für Kritiker und Filmwissenschaftler eine Herausforderung dar. Dieser Vortrag zeigt Verlaufslinien in Vardas Werk auf, indem er zwei Filme miteinander kontrastiert, die in ihrer Entstehung mehr als 20 Jahre auseinander liegen: DU CÔTÉ DE LA CÔTE aus dem Jahr 1958, ein überschäumender Reisebericht, der an der französischen Riviera gedreht wurde, und DOCUMENTEUR (1981), der fiktionale und eher melancholische Teil von Vardas kalifornischem Dyptichon. Besondere Beachtung findet hierbei Vardas innovativer Umgang mit Montage, Musik und Stimme. Das poetische Motiv der Küstenlandschaft verfolgt der Vortrag schließlich weiter zu neueren künstlerischen Arbeiten wie LES VEUVES DE NOIRMOUTIER (2005), PING PONG TONG ET CAMPING (2006) und LES PLAGES D'AGNÈS (2008). Delphine Bénézet ist Filmwissenschaftlerin und Literaturwissenschaftlerin und arbeitet derzeit an der London School of Economics. Sie veröffentlichte das Buch The Cinema of Agnès Varda: Resistance and Eclecticism (2014). DOCUMENTEUR Menschengesichter Frankreich 1981. R: Agnès Varda. D: Sabine Mamou, Mathieu Demy, Lisa Blok-Linson. 65 Min. DCP. OmeU

Vorfilm DU CÔTÉ DE LA CÔTE Frankreich 1958 R: Agnès Varda Dokumentarfilm 25 Min. OmeU

Donnerstag, 19.11. Lecture: 20:15 Uhr Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr

„Ein falscher Dokumentarfilm über Dokumentarfilm dokumentiert den Dokumentarfilm“, schreibt Medienwissenschaftlerin Wenke Wegner über DOCUMENTEUR. Agnès Varda filmt Passanten wie in einem Dokumentarfilm und lässt die Bilder in eine fiktive Geschichte einfließen. Eine Frau lebt und leidet im Exil unter Identitätsverlust. Ihr Sohn kann nicht einschlafen. Gemeinsam versuchen die beiden, sich zu erholen und die Schatten der Vergangenheit loszuwerden. Dabei sind es die Alltagsaufnahmen der Fischer, geheimnisvollen Nachbarn und wartenden Frauen, durch die sich die Gefühle der Protagonistin vermitteln.


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LE BEAU SERGE Die Enttäuschten Frankreich 1958. R: Claude Chabrol D: Gérard Blain, Jean-Claude Brialy, Michèle Mérit. 98 Min. Blu-ray. OmeU

Claude Chabrols Debütfilm gilt als erster Film der Nouvelle Vague, die das Weltkino nachhaltig verändert hat. Der Student François ist an Tuberkulose erkrankt und soll sich in seinem Heimatdorf von seinem Leiden erholen. Dort angekommen erkennt er schnell, dass sich vieles verändert hat: Sein alter Freund Serge ist dem Alkohol verfallen, dessen Frau Yvonne hat eine Fehlgeburt erlitten. François will den beiden helfen, kommt dabei jedoch seinem persönlichen Abgrund immer näher. LE BEAU SERGE wurde beim Filmfestival in Locarno 1958 für die beste Regieleistung ausgezeichnet.

Samstag, 14.11. 18:00 Uhr Mittwoch, 18.11. 18:00 Uhr

LETTRE DE SIBÉRIE Ein Brief aus Sibirien Frankreich 1957. R: Chris Marker Dokumentarfilm. 62 Min. Blu-ray. OmeU

Vorfilm DIMANCHE À PEKIN Frühstück in Peking Frankreich 1956 R: Chris Marker Dokumentarfilm 22 Min. OmeU

Sibirien sei für die meisten nur das größte Ödland der Welt, kritisiert Chris Marker. Mit seinem ethnografischen Essayfilm LETTRE DE SIBÈRIE widerlegt der Regisseur diese Annahme. Er lässt eine sibirische Welt entstehen, die bis heute frisch und aktuell daherkommt. Es ist eine Kombination aus fantastischen Animationen von Mammuts und fotografisch-dokumentarischen Elementen, die den Film prägt und richtungsweisend für die Ästhetik der Nouvelle Vague machte. Auch eine Frühform des Videospiels lässt sich finden: Zu einer Filmsequenz werden ähnlich einem Quiz drei unterschiedliche Kommentare vorgeschlagen. Was ist wahr? Was ist Traum, was Realität?

Mittwoch, 25.11. 18:00 Uhr


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Días de Cine Herausragende aktuelle Filme aus Lateinamerika zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums in Kooperation mit Café Azul vom 30. Oktober bis 01. November. Mit freundlicher Unterstüztung von

PRINCESAS ROJAS Costa Rica/Venezuela 2013. R: Laura Astorga Carrera. D: Valeria Conejo, Aura Dinarte, Fernando Bolanos. 100 Min. DCP. OmeU

Zu Gast: Laura Astorga Carrera

Sonntag, 01.11. 18:00 Uhr Unterstützt durch

In den 80er-Jahren in Nicaragua: Durch das Autofenster erleben die elfjährige Claudia und ihre jüngere Schwester den Straßenkampf hautnah mit. Ihre Eltern sind sandinistische Aktivisten. Die Familie flüchtet ins benachbarte Costa Rica. Knappe Kommandos bestimmen den elterlichen Umgangston, die Mädchen werden zu Verwandten verfrachtet. Eines Tages verschwindet die Mutter. Nur in Ausschnitten eröffnet sich den Kindern die Tragik im Leben ihrer Eltern, die politischen Kampf und Familienleben unter einen Hut zu bringen versuchen. MATEO Kolumbien/Frankreich 2014. Regie: Maria Gamboa Darsteller: Carlos Hernandez, Felipe Botero. 86 Min. Blu-ray. OmeU

Sonntag, 01.11. 20:30 Uhr

Unterstützt durch

Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt Regisseurin Maria Gamboa in elektrisierenden Bildern von einem Jugendlichen in Kolumbien: Der 16-jährige Mateo sammelt im Auftrag seines kriminellen Onkels Schutzgeld ein. Weil er den Auftrag erhält, die politischen Aktivitäten einer Laienspieltruppe am örtlichen Theater auszuspionieren, schließt sich Mateo einem Tanztheater-Ensemble an – und findet Gefallen am Lebensstil der Künstler. Als sein Onkel von Mateo die Herausgabe intimer Informationen fordert, gerät der Junge in einen Loyalitätskonflikt.


SPECIAL

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HUMAN RIGHTS WATCH Überall auf der Welt setzen sich Filmschaffende in ihren Arbeiten für die Menschenrechte ein. Zusammen mit HUMAN RIGHTS WATCH gibt das Deutsche Filmmuseum ihnen ein Forum. LA BUENA VIDA – DAS GUTE LEBEN Deutschland 2014. R: Jens Schanze Dokumentarfilm. 94 Min. DCP. OmU In Kooperation mit

H U M A N

H U M A N R I G H T S W A T C H

R I G H T S W A T C H

Der Film erzählt die Geschichte des kolumbianischen Dorfes Tamaquito vor dem Hintergrund des weltweit steigenden Energiekonsums. Das im Nordosten des Landes inmitten von Wäldern gelegene Dorf soll dem näher rückenden Kohleabbau der multinationalen Firma Cerrejón weichen. Die 30 Familien vom Stamm der Wayúu sollen in eine 30 Kilometer entfernt gelegene Siedlung umgesiedelt werden. Zwar sind die Häuser komfortabler eingerichtet, doch der Wasserzugang fehlt. In zähen Verhandlungen fordert das Dorfoberhaupt, diesen ein. Jens Schanze hat diese moderne Form der Vertreibung über einen längeren Zeitraum filmisch begleitet.

Dienstag, 10.11. 20:15 Uhr

• Empanadas • Tamales • Hallacas • Pão de queijo • • Ají amarillo • Maseca • Harina pan • Rincón Latino

Tel. 0176 90 75 45 10 • • Hasengasse 2 • 60311 Frankfurt • 10:30 a 19:00 • de dos sába a es Mart • Horarios:


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Junger Filmclub TREPPE 41 Das Kino des Deutschen Filmmuseums gibt monatlich zwei Programmplätze in die Hände des jungen Filmclubs Treppe 41. Hier die Auwahl für November. RATCATCHER Großbritannien/Frankreich 1999. R: Lynne Ramsay. D: William Eadie, Tommy Flanagan, Mandy Matthews. 93 Min. 35mm. OmU

Vorgestellt von: Eva Salomon Nach dem Film: Treppengespräch mit Bier und Wein

Freitag, 13.11. 22:30 Uhr

Lynne Ramsays Erstlingswerk führt in das Glasgow ihrer Kindheit, dessen Straßen durch einen Müllabfuhrstreik unter Bergen von Abfall begraben liegen. Von Verwesung und Tod umgeben versucht ein zwölfjähriger Junge seine Träume mit der Realität zu vereinbaren. Fern von jeglichem Kitsch vermag es Ramsay (WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN, GB/USA 2011), in eindringlichen, poetischen Bildern und kleinen Momentaufnahmen ohne viele Worte den Gemütszustand ihrer Protagonisten fühlbar zu machen. ARCHIPELAGO GB 2010. R: Joanna Hogg. D: Tom Hiddleston, Kate Fahy, Christopher Baker. 114 Min. Blu-ray. OmU

Vorgestellt von: Eva Szulkowski Nach dem Film: Treppengespräch mit Bier und Wein

Freitag, 27.11. 22:30 Uhr

Mutter, Tochter und Sohn machen Ferien auf einer einsamen britischen Insel. Die Abwesenheit des Vaters ist ständig spürbar und legt sich drückend über die drei verlorenen Charaktere. Sie scheitern bei dem Versuch, ein Gefühl der Gemeinsamkeit zu beschwören, das vielleicht irgendwann einmal da gewesen ist. In ruhigen, melancholischen Bildern zeigt Joanna Hoggs ARCHIPELAGO eine Familie, die sich nicht im Urlaub befindet, sondern im Prozess eines langen Abschieds.


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Jugendfilmfestival Cinéfête Zum 16. Mal präsentiert das Deutsche Filmmuseum von Donnerstag, 12., bis Mittwoch, 18. November, das französische Jugendfilmfestival Cinéfête. Das Programm bietet die Gelegenheit, sieben Filme aus Frankreich im Original mit deutschen Untertiteln zu sehen. Schüler werden an die französische Sprache und Kultur heran­ geführt und nehmen so teil am gegenseitigen Dialog.

Filmauswahl 2015 Weitere Informationen unter cinefete.deutschesfilmmuseum.de

BANDE DE FILLES Girlhood Frankreich 2014. R: Céline Sciamma 10. bis 13. Klasse LA COUR DE BABEL Frankreich 2014. R: Julie Bertuccelli. Dokumentarfilm 10. bis 13. Klasse L’ENFANT EN HAUT Winterdieb Frankreich/Schweiz 2012. R: Ursula Meier 10. bis 13. Klasse DES TOUTES NOS FORCES Mit ganzer Kraft Frankreich 2014. R: Nils Tavernier 6. bis 10. Klasse LA FAMILLE BÉLIERS Verstehen Sie die Béliers? Frankreich 2014. R: Eric Lartigau 6. bis 10. Klasse

Die Veranstaltungen im CineStar Metro­ polis finden statt mit freundlicher Unterstützung der

In Zusammenarbeit mit

UN MONSTRE À PARIS Ein Monster in Paris Frankreich 2011. R: Bibo Bergeron. Animationsfilm 1. bis 6. Klasse LES GARÇON ET GUILLAUME À TABLE Maman und Ich Frankreich 2013. R: Guillaume Gallienne 10. bis 13. Klasse JAPPELOUP – EINE LEGENDE Frankreich 2012. R: Christian Duguay 6. bis 10. Klasse


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Jüdische Kinderund Jugendfilmtage 4. bis 8. November 2015 An die 200 Kinder und Jugendliche der Jüdischen Gemeinde machen sich anlässlich der Jüdischen Kinderund Jugendfilmtage an die Arbeit und durchdringen in Workshops das Prinzip Film. Vor den öffentlichen Kinovorstellungen präsentieren sie ihre Ergebnisse. KADDISCH FÜR EINEN FREUND Deutschland 2011. R: Leo Khasin D: Ryszard Ronzewski. 94 Min. DCP. Empfohlen ab 12 Jahren

Begrüßung: Claudia Dillmann, Marc Grünbaum

Mittwoch, 04.11. 17:30 Uhr Eintritt frei!

Aufgewachsen in einem palästinensischen Flüchtlingslager, hat der 14-jährige Ali Messalam von klein auf gelernt, Juden zu hassen. Nach der Flucht aus dem Libanon ist er mit seiner Familie in Berlin untergekommen. Um seine Freunde zu beeindrucken, bricht Ali in die Wohnung seines 84-jährigen russisch-jüdischen Nachbarn ein. Doch dann wird er geschnappt... MAX MINSKI UND ICH Deutschland 2007. R: Anna Justice. D: Zoe Moore, Adriana Altaras, Emil Reinke. 99 Min. 35mm. Empfohlen ab 10 Jahren

Freitag, 06.11. 14:30 Uhr Sonntag, 08.11. 15:00 Uhr

Die 13-jährige Nelly schwärmt für den luxemburgischen Prinzen Edouard. Als das Basketball-Team ihrer Schule nach Luxemburg eingeladen wird, steht für sie fest: Sie muss in die Mannschaft! Gut, dass es den Nachbarsjungen Max Minsky gibt, der ihr Basketball beibringt. WIEDERSEHEN MIT BRUNDIBÁR Deutschland/Tschechien 2012-2014. R: Douglas Wolfsperger Dokumentarfilm. 88 Min. DCP. Empfohlen ab 14 Jahren

Zu Gast: Trude Simonsohn, Zeitzeugin der ersten Brundibár-Aufführung und Überlebende des KZ Theresienstadt, im Gespräch mit Cornelia Maimon-Levi Sonntag, 08.11. 18:00 Uhr

Die Jugendtheatergruppe der Berliner Schaubühne probt die Kinderoper „Brundibár“, die 1942 von inhaftierten Kindern im KZ Theresienstadt uraufgeführt wurde. Zunächst sind die Schüler wenig begeistert von dem Projekt. Doch das ändert sich nach der Begegnung mit einer der letzten Überlebenden der Uraufführung. Greta Klingsberg.


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KINDERKINO Eindrucksvolle Naturaufnahmen, eine verpasste Schiffsreise und eine Verfolgungsjagd auf dem Wasser: Das Kinderkino im November. DER JUNGE UND DIE WELT Brasilien 2013. R: Alé Abreu Animationsfilm. 80 Min. DCP. o.D. Empfohlen ab 8 Jahren

Sonntag, 1.11. 15:00 Uhr

≥ Filmbeschreibung im Kinoprogrammheft Oktober DIE NEUE WILDNIS Niederlande 2013. R: Mark Verkerk, Ruben Smit Dokumentarfilm. 97 Min. DCP. DF. Empfohlen ab 10 Jahren

Oostvaardersplassen ist ein Naturschutzgebiet von internationalem Rang bei Amsterdam: Neben Europas größter Wildpferdkolonie kann man hier Rothirsche, Füchse, unzählige Wasservögel und den majestätischen Seeadler beobachten. Der Film zeigt dieses Ökosystem durch alle vier Jahreszeiten hindurch in eindrucksvollen Bildern.

Freitag, 13.11. 14:30 Uhr Sonntag, 15.11. 15:00 Uhr

OOPS, DIE ARCHE IST WEG Deutschland/Luxemburg/Belgien/Irland 2014. R: Toby Genkel Animationsfilm. 87 Min. DCP. 3D. DF. Empfohlen ab 7 Jahren

Eine große Flutwelle droht den Urwald mitsamt den Tieren zu überfluten! Gut, dass es die große Arche gibt, die alle Bewohner in Sicherheit bringt. Wirklich alle? Nein! Finny und Leah versäumen den Stapellauf des Schiffes und bleiben allein zurück. Nun müssen die beiden zusammenarbeiten, um die Arche doch noch einzuholen.

Freitag, 20.11. 14:30 Uhr Sonntag, 22.11. 15:00 Uhr

FLUSSFAHRT MIT HUHN BRD 1983. R: Arend Agthe. D: Julia Martinek, David Hoppe, Fedor Hoppe. 86 Min. DCP. Empfohlen ab 7 Jahren

KLASSIKER

Als Johanna die Ferien bei ihrem Opa verbringen muss, macht sie sich gemeinsam mit ihrem Cousin Robert und den beiden Nachbarskindern heimlich mit dem Boot auf den Weg: Die Reisegemeinschaft will auf der Weser einen geheimen Zugang zum Meer finden. Als Opa am nächsten Tag entsetzt bemerkt, dass die Kinder weg sind, nimmt er mit dem Boot der Nachbarn die Verfolgung auf.

Freitag, 27.11. 14:30 Uhr Sonntag, 29.11. 15:00 Uhr


SPECIALS

Foto: Mirjam Knickriem

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EIN ABEND FÜR KATJA RIEMANN In Kooperation mit

In Zusammenarbeit mit

Katja Riemann ist eine der facettenreichsten Schauspielerinnen des aktuellen deutschen Filmgeschehens. Mühelos gelingt ihr der Spagat zwischen der biestigen Direktorin in FACK JU GÖHTE und Charakterrollen wie in Margarethe von Trottas DIE ABHANDENE WELT, der am 26. November in Frankfurt seinen DVD-Start feiert. Das Kino des Deutschen Filmmuseums ehrt Katja Riemann mit einem Filmabend, der mit ihrem Wunschfilm ABGESCHMINKT (DE 1993) beginnt und bei dem die Darstellerin über ihre Karriere, ihre Arbeitsmethoden und die Rolle von Frauen im Film spricht. Beide Vorführungen finden zum diesjährigen Schwerpunktthema „Frauen. Macht. Filme.“ des Mainzer FILMZ – Festivals des deutschen Kinos statt, das sich vom 24. bis 29. November dem Geschehen im aktuellen deutschen Film widmet.

Katja Riemann, geboren 1963 in Kirchweyhe bei Bremen, studierte Tanzpädagogik, ehe sie sich dem Schauspielstudium in Hannover und München zuwandte. Bereits während ihres Studiums wurde sie von den Münchner Kammerspielen engagiert, parallel zu ihrer Bühnenlaufbahn begann ihre Karriere als Film- und Fernsehschauspielerin: Der Durchbruch gelang Riemann 1993 mit EIN MANN FÜR JEDE TONART und ABGESCHMINKT. Seitdem wirkte Katja Riemann in zentralen Werken der jüngeren Filmgeschichte mit – darunter DER BEWEGTE MANN (DE 1994), DIE APOTHEKERIN (DE 1997), oder AGNES UND SEINE BRÜDER (DE 2004). An ihrer Seite wurde Elyas M’Barek zum Star, von TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER (DE 2012) bis zu den beiden Teilen von FACK JU GÖHTE (DE 2013/2015). Nicht wegzudenken ist Katja Riemann zudem aus der Filmographie von Margarethe von Trotta, für die sie nach Filmen wie ROSENSTRASSE (DE 2003) und ICH BIN DIE ANDERE (DE 2006) nun wieder eine Hauptrolle in DIE ABHANDENE WELT übernommen hat.


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ABGESCHMINKT Deutschland 1993. R: Katja von Garnier D: Katja Riemann, Nina Kronjäger, Gedeon Burkhard. 54 Min. 35mm

Nach dem Film spricht Kirsten Liese (Deutschlandfunk, WDR) mit Katja Riemann.

Um ihre Schaffenskrise zu überwinden, stürzt sich die Comiczeichnerin Frenzy in ein Wochenende mit ihrer Freundin Maischa. Dabei lernen beide ihren „Mr. Right“ kennen: Während Maischa sich auf einer Party mit dem überaus attraktiven René einlässt, verliebt sich Frenzy in den sympathischen Mark. Beide Frauen schweben im siebten Himmel, bis Maischa René im Bett erlebt. Katja von Garnier inszenierte ihren Abschlussfilm an der HFF München mit einer Mischung aus Intimität und Lockerheit. ABGESCHMINKT löste durch den Erfolg an den Kinokassen einen deutschen Komödien-Boom aus.

Donnerstag, 26.11. 18:00 Uhr

DIE ABHANDENE WELT Deutschland 2015. R: Margarethe von Trotta D: Katja Riemann, Barbara Sukowa, Matthias Habich. 101 Min. DCP

Nach dem Film spricht Kirsten Liese (Deutschlandfunk, WDR) mit Katja Riemann.

Der Witwer Paul Kromberger lebt mit seiner erwachsenen Tochter Sophie in Deutschland. Eines Tages entdeckt er im Internet zufällig ein Foto einer US-amerikanischen Opernsängerin, welches das Leben der beiden gewaltig durcheinanderbringt: Paul glaubt nämlich, in der Dame seine verstorbene Frau zu erkennen. Sophie (Katja Riemann) macht sich daraufhin auf den Weg nach New York, um die Wahrheit herauszufinden. Die Deutsche Film- und Medienbewertung begründete das Prädikat „besonders wertvoll“ für DIE ABHANDENE WELT: „Mit ihrem Film gelingt Margarethe von Trotta erneut ein Meisterwerk – persönlich erzählt und doch von allgemeiner Gültigkeit.“

Donnerstag, 26.11. 20:30 Uhr


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SPECIALS

WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM? GAMES SPECIAL In der Reihe WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM? präsentiert das Kino des Deutschen Filmmuseums einmal im Monat ein aktuelles Werk. Im November ist Lutz Dammbeck mit seinem Dokumentarfilm OVERGAMES zu Gast, den er als Preview mehrere Monate vor Kinostart präsentiert. Ausgangspunkt des Films ist die Historie von Spielshows im deutschen Fernsehen – was den Film in Bezug auf die aktuelle Sonderausstellung Film und Games. Ein Wechselspiel besonders interessant macht.

Lutz Dammbeck, geboren 1948 in Leipzig, ist Bildender Künstler und Filmemacher. Seine Karriere begann er als Maler und Grafiker, von 1976 an realisierte er als Autor, Regisseur und Produzent überwiegend Animations- und Experimentalfilme für die DEFA. 1986 stellte Dammbeck einen Ausreiseantrag aus der DDR und zog nach Hamburg. Er gründete 1990 seine eigene Filmproduktion und drehte vielbeachtete Dokumentarfilme wie DAS NETZ (DE 2004).

OVERGAMES Deutschland 2015. R: Lutz Dammbeck Dokumentarfilm. 163 Min. DCP. OmU

Vorfilm LUFT Deutschland 2008 R: Natalia Stürz 27 Sek. Digital

Sonntag, 22.11. 19:00 Uhr Nach dem Film spricht Rudolf Worschech (epd Film) mit Lutz Dammbeck.

Den Ausgangspunkt für OVERGAMES lieferte Joachim „Blacky” Fuchsberger: In einer Talkshow im Jahr 2005 sagte er, die Spiele seiner 1960 erstmals ausgestrahlten Fernseh-Gameshow „Nur nicht nervös werden“ seien in US-amerikanischen Psychiatrien entwickelt worden – mit dem Ziel der Umerziehung der Deutschen, einer „psychisch gestörten Nation”. Regisseur Lutz Dammbeck begibt sich auf eine weltweite Spurensuche und entwickelt wichtige Fragen: Inwieweit können Spiele die Welt verändern? Kann ein Mensch umerzogen werden? Und was hat das mit der Idee einer permanenten Revolution zu tun?

Foto: Bettina Brach

In Kooperation mit


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NOSFERATU und das Ensemble »Open Source Guitars« Stummfilm mit Musikbegleitung NOSFERATU Deutschland 1921. R: F. W. Murnau. D: Max Schreck, Alexander Granach, Gustav von Wangenheim. 84 Min. 35mm

Live-Musikbegleitung: Ensemble „Open Source Guitars“ Leitung: Prof. Michael Hampel

„Eine Sinfonie des Grauens“ heißt die erste bedeutende Verfilmung von Bram Stokers berühmtem Dracula-Roman im Untertitel. Bis heute ist Murnaus NOSFERATU die wohl kunstvollste und beeindruckendste Adaption des Stoffes geblieben. Mit seiner poetischen Bildsprache, revolutionären Naturaufnahmen, dem Spiel von Licht und Schatten und dem unvergesslichen Titeldarsteller Max Schreck repräsentiert NOSFERATU den deutschen Expressionismus. Der Film reflektiert auf psychologischer Ebene die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs und die Wirren der Nachkriegszeit.

Samstag, 07.11. 18:00 Uhr

Das zehnköpfige Ensemble „Open Source Guitars“ lässt in seiner Livevertonung eine vielschichtige Klangwelt entstehen, gespielt auf klassischen Konzertgitarren, Western- und E-Gitarren, historischen und präparierten Instrumenten und unter Verwendung digital erzeugter Klänge. Die Musik, die die expressive Gestik der Bilder und die filmischen Kontraste aufgreift, wechselt zwischen komponierten und improvisierten Abschnitten. Die so entstehende Klangkulisse korrespondiert mit der bedrohlich-grauenhaften und mystischen Grundstimmung des Films. Als Projekt der Musikhochschule Trossingen 2008 entstanden, gehen die „Open Source Guitars“ seit einiger Zeit neue (Klang-)Wege, um die Vielseitigkeit der Gitarre einem breiten Publikum zugänglich zu machen und die Vernetzung mit anderen Kunstformen voranzutreiben. Weitere Informationen unter open-source-guitars.de.


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SPECIALS

HARRY SMITH – Underground Ethnographer Die Aktivitäten und Interessen von Harry Smith waren vielseitig und sind nur schwer auf einen gemeinsamen inhaltlichen Nenner zu bringen. Er beschäftigte sich mit Filmanimation, Malerei, Bebop-Jazz und mit der Enthologie der Küsten-Salish in Nordwest-Amerika, mit kosmologischen Spekulationen, der Kabbalah und dem Buddhismus. Smiths künstlerische Arbeit kann als ästhetischer Schöpfungsprozess, akademische Forschung und spirituelle Suche gleichermaßen verstanden werden. In Kooperation mit der Temporary Gallery in Köln

Im Gespräch zu Smiths FILM #12 im Kino des Deutschen Filmmuseums diskutieren Dr. Henning Engelke, Kunsthistoriker an der Goethe Universität und Rani Singh, Assistentin und enge Begleiterin von Harry Smith, dessen Werk unter Berücksichtigung der ästhetischen Forschung und seiner Bezüge zu seinem künstlerischen Umfeld. FILM #12, HEAVEN AND EARTH MAGIC USA 1957-62. R: Harry Smith Experimentalfilm. 62 Min. 16mm. OF

Zu Gast: Rani Singh im Gespräch mit Dr. Henning Engelke (Goethe Universität)

Dienstag, 03.11. 20:15 Uhr

„Der erste Teil beschreibt die Zahnschmerzen der Protagonistin als Folge des Verlusts einer wertvollen Wassermelone, die Zahnbehandlung der Heldin und ihren Transport in den Himmel. Darauf folgt eine ausführliche Darstellung des himmlischen Landes als Israel und Montreal. Der zweite Teil des Films schildert die Rückkehr der Protagonistin zur Erde, nachdem sie von Max Müller aufgegessen wurde – just am Tag der Einweihung der Großen Kanalisation von London durch König Edward II. im 13. Jahrhundert." Harry Smith Dazu werden die EARLY ABSTRACTIONS N° 1,2,3,4,5,7,10 gezeigt.


Foto: © Gideon Bachmann

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Jonas Mekas: Buchpräsentation und Filmvorführung Andy Warhol, Susan Sontag, John Lennon und Yoko Ono – Jonas Mekas war mit vielen New Yorker Künstlern eng vertraut. Er entwickelte eine Form des Tagebuchfilms, in dem er seine alltäglichen Beobachtungen festhielt. Von 1958 an veröffentlichte er wöchentlich in der Village Voice seine Kolumne „Movie Journal“, in der er (nicht nur) über Filme schrieb. Er führte zahlreiche Künstlergespräche, die nun im „Scrapbook of the Sixties“ bei Spector Books (Leipzig) erscheinen. Das Buch enthält 37 Texte, die Jonas Mekas als aufmerksamen Tagebuchschreiber und einzigartigen Chronisten der Gegenwart zeigen – und das mittlerweile seit mehr als 50 Jahren.

In Kooperation mit Spector Books, Raum 121 e.V., Städelschule und dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin

OUTTAKES FROM THE LIFE OF A HAPPY MAN USA 2013. R: Jonas Mekas Dokumentarfilm. 68 Min. DCP. OF

Zu Gast: Jonas Mekas Moderation: Natascha Gikas (Deutsches Filmmuseum) und Anne König (Spector Books)

Jonas Mekas reflektiert anlässlich seines 90ten Geburtstag des Nachts, allein an seinem Schneidetisch sitzend, über das Verhältnis zwischen Erinnerungen und den auf Film festgehaltenen Bildern. Der Pionier des Tagebuchfilmes greift in diesem Film auf Material zurück, das er seit über 50 Jahren sammelt und das bisher in die anderen Filme nicht eingeflossen ist.

Dienstag, 24.11. 20:15 Uhr


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SPECIALS

Deleuze (wieder) sehen 1996 bis 2015 Weitere Informationen auf der Homepage der Hochschule für Gestaltung Offenbach.

Die Film- und Vortragsreihe „Deleuze (wieder) sehen: 1996 bis 2015“ zeigt vom 6. bis 15. November in verschiedenen Kinos in Offenbach und Frankfurt Filme, über die der Philosoph Gilles Deleuze, so die Annahme, gerne nachgedacht hätte. An jedem Abend werden zwei Filme gezeigt, dazwischen referieren Experten zu einem der beiden Werke. BOYHOOD USA 2014. R: Richard Linklater. D: Ellar Coltrane, Patricia Arquette, Ethan Hawke, Lorelei Linklater. 163 Min. DCP. OmU

Anschließend: Vortrag von Chris Tedjasukmana: „Zeit unseres Lebens – Kleine Medien­ anthropologie des Films BOYHOOD“

Sonntag, 15.11. 17:00 Uhr

BOYHOOD ist ein Biopic des realen, alltäglichen Körpers. Es ist ein Film über das Kino, weil Kino geteilte Lebenszeit ist. Mit und gegen die Philosophien von Henri Bergson, Gilles Deleuze und Martin Heidegger zeigt der Vortrag nach dem Film, wie der Kinogänger mit der größten Ungerechtigkeit des Lebens konfrontiert wird, die darin besteht, nur ein einziges Leben leben zu können.

Chris Tedjasukmana ist Film- und Medienwissenschaftler an der FU Berlin und veröffentlichte 2014 das Buch Mechanische Verlebendigung – Ästhetische Erfahrung im Kino. Derzeit arbeitet er an einer Habilitationsschrift zu Protestvideos im Web 2.0. EISENSTEIN IN GUANAJUATO Niederlande/Mexiko/Finnland/Belgien 2015. R: Peter Greenaway D. Elmer Back, Luis Alberti. 105 Min. DCP. OmU

Sonntag, 15.11. 21:00 Uhr

EISENSTEIN IN GUANAJUATO zeigt vermeintlich biografisch die Mexikoreise der sowjetischen Regie-Größe Sergei Eisenstein. 1931, auf der Höhe seines Erfolgs, begibt er sich nach Guanajuato, um seinen (nie fertiggestellten) Film QUE VIVA MÉXICO zu drehen. Plötzlich sieht er seine Heimat mit neuen Augen und entdeckt die eigene Homosexualität. Peter Greenaways bildgewaltiger Film über sein großes Vorbild lief 2015 im Wettbewerb der Berlinale.


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Let´s talk about Syria MA’AL AL-FIDDA Silvered Water – Syria Self Portrait Frankreich/Syrien 2014. R: Ossama Mohammed, Wiam Simav Bedirxan. 92 Min., DCP OmeU

Zu Gast: Ossama Mohammed

Der syrische Filmemacher Ossama Mohammed lebt seit 2011 im Pariser Exil, doch die Bilder aus seiner Heimat, gefilmt von Aktivisten, lassen ihn nicht los. Als ihn die junge kurdische Regisseurin Wiam Simav Bedirxan aus Homs kontaktiert, die die Bombenangriffe auf die Stadt dokumentiert hat, beginnt ein Austausch der beiden Filmemacher. Entstanden ist ein so aufwühlender wie wahrhaftiger Film, der in einem Mosaik aus Youtube-Videos und Dokumentaraufnahmen einen Dialog in Bildern entwirft. Der ergreifende Monolog über das Exil lädt zum Nachdenken über die Kraft der Bilder ein.

KINO & COUCH: Das BÖSE

Donnerstag, 12.11. 17:30 Uhr Ab 19:30 Uhr: Künstlergespräch, unter anderem mit Ossama Mohammed und Khaled Barakeh in der Städelschule, Dürerstr. 10. Dazu gibt es aus der Kochwerkstatt syrische Spezialitäten.

In Kooperation mit

Die Faszination des Bösen ist in Film und Kino genauso präsent, wie in der Literatur. In der Reihe Kino & Couch zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums zusammen mit dem Frankfurter Psychoanalytischen Institut ausgewählte Filme, die sich mit der dunklen Seite des Lebens auseinandersetzen. TOUCH OF EVIL Im Zeichen des Bösen USA 1958. R: Orson Welles D: Charlton Heston, Janet Leigh, Orson Welles. 95 Min. DCP. OF

Eigentlich wollten der Drogenfahnder Mike Vargas und seine Frau Susan ihre Flitterwochen in einer mexikanischen Kleinstadt verbringen. Doch als auf der US-amerikanischen Seite der Grenze eine Autobombe explodiert, schaltet sich Vargas in die Ermittlungen ein. Er stößt dabei auf Polizeichef Hank Quinlan, der seine ganz eigenen Vorstellungen von Recht und Ordnung hat. TOUCH OF EVIL war Orson Welles’ letzte Hollywood-Regiearbeit.

Donnerstag, 12.11. 20:00 Uhr Filmkritischer Kommentar: Werner SchneiderQuindeau Psychoanalytischer Kommentar: Jörg Scharff


Im Kino 01.-15. November 2015

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tagsüber

18.00 Uhr PRINCESAS ROJAS ≥ S. 34 CR/VE 2013. Laura Astorga Carrera 100 Min. OmeU. Zu Gast: L. A. Carrera

01

So

DER JUNGE UND DIE WELT ≥ S. 39 BR 2013. Alé Abreu 80 Min. o.D. 15:00 Uhr

02

Mo

KEINE VORSTELLUNGEN

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Di

DAS SCHRECKLICHE MÄDCHEN ≥ S. 23 DE 1990. Michael Verhoeven 92 Min.

04

Mi

KADDISCH FÜR EINEN FREUND ≥ S. 38 DE 2011. Leo Khasin. 94 Min. 17:30 Uhr

05

Do

ANNIE HALL ≥ S. 16 Der Stadtneurotiker US 1977. Woody Allen. 94 Min. OF

06

Fr

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Sa

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So

MAX MINSKI UND ICH ≥ S. 38 DE 2007. Anna Justice 99 Min. 14:30 Uhr

MANHATTAN ≥ S. 16 USA 1979. Woody Allen 96 Min. OF NOSFERATU ≥ S. 43 DE 1921. F. W. Murnau. 84 Min. Musikbegleitung: Ensemble „Open Source Guitars“ WIEDERSEHEN MIT BRUNDIBáR ≥ S. 38 DE/CZ 2014. D. Wolfsberger 88 Min. Zu Gast: Trude Simonsohn

Abschlussveranstaltung AliyahProjekt ≥ S. 14 60 Min. 11:00 Uhr MAX MINSKI UND ICH ≥ S. 38 DE 2007. Anna Justice. 99 Min. 15:00 Uhr

09

Mo

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Di

SEMMELWEIS IGNAZ – ARZT DER FRAUEN ≥ S. 24 AT/BRD/HU 1988 Michael Verhoeven. 117 Min.

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Mi

LES PLAGES D’AGNÈS ≥ S. 31 Die Strände von Agnès FR 2008. Agnès Varda. 110 Min. OmeU

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Do

MA’AL AL-FIDDA ≥ S. 47 Silvered Water – Syria Self Portrait FR/SY 2014. O. Mohammed, Wiam Simav Bedirxan. 92 Min. OmeU 17.30 Uhr Zu Gast: Ossama Mohammed

13

Fr

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Sa

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So

KEINE VORSTELLUNGEN

DIE NEUE WILDNIS ≥ S. 39 NL 2013. Mark Verkerk, Ruben Smit 97 Min. DF 14:30 Uhr

CELEBRITY ≥ S. 18 Celebrity – Schön. Reich. Berühmt US 1998. Woody Allen 114 Min. OmU LE BEAU SERGE ≥ S. 33 Die Enttäuschten FR 1958. Claude Chabrol. 98 Min. OmeU

DIE NEUE WILDNIS ≥ S. 39 NL 2013. Mark Verkerk, Ruben Smit 97 Min. DF 15:00 Uhr W. Allen

P. Costa

BOYHOOD ≥ S. 46 US 2014 Richard Linklater. 163 Min. OmU. Vortrag: Chris Tedjasukmana (Berlin) 17.00 Uhr Días de Cine

Verso Sud

Film+Games

OF Originalfassung DF Deutsche Fassung o.D. Ohne Dialog OmU Original mit deutschen UT


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20.30 Uhr

22.30 Uhr So

01

Mo

02

FILM #12, HEAVEN AND EARTH MAGIC ≥ S. 44 US 1957-1962 Harry Smith. 62 Min. 20.15 Uhr Anschließend: Rani Singh im Gespräch mit Henning Engelke

Di

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ANNIE HALL ≥ S. 16 Der Stadtneurotiker US 1977. Woody Allen. 94 Min. OF

Mi

04

LES PLAGES D’AGNÈS ≥ S. 31 Die Strände von Agnès FR 2008. Agnès Varda. 110 Min. OmeU 20:15 Uhr Lecture: Kelley Conway

Do

05

BULLETS OVER BROADWAY ≥ S. 17 US 1994. Woody Allen 99 Min. OmU

Fr

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Sa

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So

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Mo

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LA BUENA VIDA – das gute Leben ≥ S. 35 DE 2014 Jens Schanze. 94 Min. OmU 20:15 Uhr

Di

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CELEBRITY ≥ S. 18 Celebrity – Schön. Reich. Berühmt US 1998. Woody Allen 114 Min. OmU

Mi

11

TOUCH OF EVIL ≥ S. 47 Im Zeichen des Bösen US 1958 Orson Welles. 95 Min. OF 20:00 Uhr Mit Gästen

Do

12

MATEO ≥ S. 34 CO/FR 2014. María Gamboa 86 Min. OmeU

MANHATTAN ≥ S. 16 US 1979. Woody Allen 96 Min. OF

INDIANA JONES AND THE LAST CRUSADE ≥ S. 7 Indiana Jones und der letzte Kreuzzug US 1988. Steven Spielberg. 125 Min. OF Mit Einführung

MIGHTY APHRODITE ≥ S. 17 Geliebte Aphrodite US 1995. Woody Allen. 95 Min. OF

OSSOS ≥ S. 20 Haut und Knochen PT 1997. Pedro Costa 94 Min. OmeU

RATCATCHER ≥ S. 36 GB/FR 1999. Lynne Ramsay. 93 Min. OmU Einführung: Eva Salomon

Fr

13

CASSANDRA'S DREAM ≥ S. 18 Cassandras Traum GB/FR 2008. Woody Allen. 108 Min. OmU

INDIANA JONES AND THE LAST CRUSADE ≥ S. 7 Indiana Jones und der letzte Kreuzzug USA 1988. Steven Spielberg. 125 Min. OF

Sa

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So

15

EISENSTEIN IN GUANAJUATO ≥ S. 46 NL/MX/FI/BE 2015. Peter Greenaway. 105 Min. OmU 21:00 Uhr Klassiker

Lecture & Film

OmeU Original mit engl. UT

TREPPE 41

Kinderkino

Specials


Im Kino 16. - 30. November 2015

50

tagsüber

18.00 Uhr

16

Mo

17

Di

CASSANDRA'S DREAM ≥ S. 18 Cassandras Traum GB/FR 2008. Woody Allen. 108 Min. OmU

18

Mi

LE BEAU SERGE ≥ S. 33 Die Enttäuschten FR 1958. Claude Chabrol. 98 Min. OmeU

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Do

MIGHTY APHRODITE ≥ S. 17 Geliebte Aphrodite US 1995. Woody Allen. 95 Min. OF

20

Fr

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Sa

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So

OOPS, DIE ARCHE IST WEG ≥ S. 39 DE/LU/BE/IR 2014. Toby Genkel 87 Min. 3D. DF 15:00 Uhr

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Mo

KEINE VORSTELLUNGEN

24

Di

MENSCHLICHES VERSAGEN ≥ S. 25 DE 2008. Michael Verhoeven 91 Min.

25

Mi

LETTRE DE SIBÉRIE ≥ S. 33 Ein Brief aus Sibirien FR 1957. Chris Marker. 62 Min. OmeU Vorfilm: DIMANCHE À PEKIN (Frühstück in Peking)

26

Do

ABGESCHMINKT ≥ S. 41 DE 1993 Katja von Garnier. 55 Min. Zu Gast: Katja Riemann

27

Fr

FLUSSFAHRT MIT HUHN ≥ S. 39 BRD 1983. Arend Agthe 86 Min. 14:30 Uhr

CAVALO DINHEIRO ≥ S. 22 Horse Money PT 2014. Pedro Costa 104 Min. OmU

28

Sa

La tregua ≥ S. 28 Die Atempause IT/FR/DE/CH 1997. Francesco Rossi. 118 Min. OmU 16:00 Uhr

ERöffnung Verso Sud 21 ≥ S. 28

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So

CRISTO SI È FERMATO A EBOLI ≥ S. 29 Christus kam nur bis Eboli IT/FR 1979. F. Rosi. 150 Min. OmeU. 11:30 Uhr

CHE strano chiamarsi federico ≥ S. 27 Federico IT 2013. Ettore Scola. 93 Min. OmU 17:00 Uhr

KEINE VORSTELLUNGEN

OOPS, DIE ARCHE IST WEG ≥ S. 39 DE/LU/BE/IR 2014. Toby Genkel. 87 Min. 3D. DF 14:30 Uhr

JUVENTUDE EM MARCHA ≥ S. 21 Jugend voran! PT 2006 Pedro Costa. 154 Min. OmeU 17:30 Uhr

FLUSSFAHRT MIT HUHN ≥ S. 39 BRD 1983. Arend Agthe 86 Min. 15:00 Uhr

30

THE CABIN IN THE WOOD ≥ S. 6 US 2012. Drew Goddard 95 Min. OmU Mit Einführung

YOU WILL MEET A TALL DARK STRANGER ≥ S. 19 Ich sehe den Mann deiner Träume US/ES/GB 2010 Woody Allen. 98 Min. OmU 17:00 Uhr

Tre Fratelli ≥ S. 29 Drei Brüder IT/FR 1981 Francesco Rosi. 111 Min. OmeU

Mo

W. Allen

P. Costa

Días de Cine

Verso Sud

Film+Games

OF Originalfassung DF Deutsche Fassung o.D. Ohne Dialog OmU Original mit deutschen UT


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20.30 Uhr

22.30 Uhr Mo

16

SCHLARAFFENLAND ≥ S. 24 DE 1990. Michael Verhoeven. 102 Min. Zu Gast: Michael Verhoeven

Di

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NO QUARTO DA VANDA ≥ S. 21 In Vandas Zimmer PT 2000 Pedro Costa. 178 Min. OmeU 20:00 Uhr

Mi

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DOCUMENTEUR ≥ S. 32 Menschengesichter FR 1981. Agnès Varda. 65 Min. OmeU 20:15 Uhr Vorfilm: DU CÔTÉ DE LA CÔTE

Do

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YOU WILL MEET A TALL DARK STRANGER ≥ S. 19 Ich sehe den Mann deiner Träume US/ES/GB 2010 Woody Allen. 98 Min. OmU

BEYOND THE BRIDGE ≥ S. 7 DE/CH 2015. Daniel Schenk. 103 Min. engl. OmU

Fr

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MAGIC IN THE MOONLIGHT ≥ S. 19 US/ES 2014. Woody Allen 98 Min. OmU

THE CABIN IN THE WOOD ≥ S. 6 US 2012. Drew Goddard 95 Min. OmU

Sa

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Buchpräsentation, Film und Gespräch ≥ S. 45 20:15 Uhr. Zu Gast: Jonas Mekas

Di

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CAVALO DINHEIRO ≥ S. 22 Horse Money PT 2014. Pedro Costa 104 Min. OmU

Mi

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DIE ABHANDENE WELT ≥ S. 41 DE 2014. Margarethe von Trotta 101 Min. Zu Gast: Katja Riemann

Do

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OVERGAMES ≥ S. 42 DE 2008. Lutz Dammbeck. 163 Min. OmU 19:00 Uhr Vorfilm: LUFT Zu Gast: Lutz Dammbeck

MAGIC IN THE MOONLIGHT ≥ S. 19 US/ES 2014. Woody Allen 98 Min. OmU

ARCHIPELAGO ≥ S. 36 GB 2010. Joanna Hogg. 114 Min. OmU Einführung: Eva Szulkowski

Fr

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LA TERRA DEI SANTI ≥ S. 26 Das Land der Heiligen IT 2015. Fernando Muraca. 89 Min. OmU 19:00 Uhr Zu Gast: Fernando Muraca

LA TERRA DEI SANTI ≥ S. 26 Das Land der Heiligen IT 2015. Fernando Muraca. 89 Min. OmU

Sa

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BUONI A NULLA ≥ S. 27 Pechvögel IT 2014 Gianni Di Gregorio 87 Min. OmU. 19:00 Uhr Zu Gast: Gianni Di Gregorio

So

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I Nostri Ragazzi ≥ S. 28 Unsere Kinder. IT 2014. Ivano de Matteo 92 Min. OmU.

Mo

30

Klassiker

Lecture & Film

OmeU Original mit engl. UT

TREPPE 41

Kinderkino

Specials


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SERVICE Kino des Deutschen Filmmuseums Schaumainkai 41 · 60596 Frankfurt am Main Information & Ticketreservierung: Tel.: 069 - 961 220 220 Kino kino-des-deutschen-filmmuseums.de Eintrittspreise Regulär: 7,- Euro Ermäßigt (Schüler/Studenten – gilt nicht für Studierende der Universität des 3. Lebensalters U3L): 5,- Euro, Schwerbehinderte: 3,50 Euro Filme mit Gästen, Musikbegleitung, Lecture, 3D: 2,- Euro Zuschlag Für Frankfurt-Pass-Inhaber ermäßigen sich die regulären Preise um die Hälfte. Kinderkino Für Kinder und begleitende Erwachsene: 3,50 Euro; 3D: 1,- Euro Zuschlag Kinocard Ermäßigter Eintritt zu allen Kinoveranstaltungen Jahresbeitrag: 30,- Euro · ermäßigt: 20,- Euro Ticket: je 4,- Euro · ermäßigt: 3,- Euro Für Sonderveranstaltungen: 1,50 Euro Zuschlag Freundeskreis Freunde des Kinos erhalten die Kinocard, Vorzugskarten bei ausgewählten Filmveranstaltungen und bekommen das aktuelle Programm sowie den wöchentlichen Newsletter zugeschickt. · Jahresbeitrag: 30,- Euro · unter 30-Jährige: 20,- Euro. Freunde des Museums erhalten freien Eintritt in alle Ausstellungen, Einladungen zu den Eröffnungen, den Newsletter und exklusive Informationen zu den Ausstellungen. Jahresbeitrag: 65,- Euro · unter 30-Jährige: 55,- Euro. Informationen: freunde-deutsches-filmmuseum.de freunde@deutsches-filminstitut.de Freunde von Kino und Museum erhalten zusätzlich: Einladungen zu exklusiven Veranstaltungen und zehn Prozent Ermäßigung auf Kataloge zu aktuellen Ausstellungen Jahresbeitrag: 95,- Euro · unter 30-Jährige: 80,- Euro Special für zwei Personen: 160,-Euro · unter 30-Jährige: 130,- Euro Förderkreis Die Mitglieder des Förderkreises tragen entscheidend dazu bei, dass das Deutsche Filminstitut neue attraktive Projekte initiieren kann. Bisher sind im Förderkreis rund 70 Persönlichkeiten engagiert, die die Vermittlung von Filmkultur im Haus am Schaumainkai besonders großzügig unterstützen. Der Jahresbeitrag beträgt für Privatpersonen 500 Euro, für Unternehmen mindestens 1000 Euro. Kontakt: 069 - 961 220 226 oder foerderkreis@deutsches-filminstitut.de Newsletter Unser wöchentlicher Newsletter informiert per E-Mail über Kino- und Ausstellungs-Programme. Anmeldung unter newsletter.deutsches-filmmuseum.de Programmheft Das monatlich erscheinende Programmheft liegt aus im Deutschen Filmmuseum sowie an ausgewählten Orten in Frankfurt und der Region.

Mobilitätspartner des Deutschen Filminstituts

Gegen Vorlage eines ŠKODA-Autoschlüssels erhält der Autobesitzer freien Eintritt in unsere Dauer- und Sonderausstellung.


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Museum deutsches-filmmuseum.de Di /Do-So 10:00 - 18:00 Uhr · Mi 10:00 - 20:00 Uhr · Mo geschlossen Dauerausstellung Eintrittspreise: 6,- Euro · ermäßigt: 3,- Euro Sonderausstellung Film und Games. Ein Wechselspiel (1. Juli 2015 bis 31. Januar 2016) Eintrittspreise: 8,- Euro · ermäßigt: 6,- Euro Kombiticket Dauerausstellung und Sonderausstellung: 11,- Euro · ermäßigt: 8,- Euro Für Studierende der Goethe-Universität Frankfurt sowie für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt in die Ausstellungen frei Offenes Filmstudio am Wochenende (Ort: 4. Stock) Samstags und sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr Kostenfreies Angebot, Anmeldung nicht erforderlich Aktiv im Filmmuseum Nach Absprache: Führungen für Privatpersonen und Unternehmen (60,- Euro · ermäßigt: 35,- Euro), Filmanalyse (60,- Euro · ermäßigt: 35,- Euro), Seminare, Workshops (35,- bis 120,- Euro) und Kindergeburtstage (90,- Euro), jeweils plus ermäßigter Eintritt pro Person Nähere Informationen, Preise und Anmeldung unter: museumspaedagogik@deutsches-filminstitut.de Tel.: 069 - 961 220 223 · mupaed.deutsches-filmmuseum.de Öffentliche, kostenfreie Führungen (Anmeldung nicht erforderlich; die Teilnehmer bezahlen lediglich den reg. Eintritt) Dauerausstellung: jeden Sonntag, 15:00 Uhr, Treffpunkt: 1. Stock Sonderausstellung: jeden Samstag, 15:00 Uhr, Treffpunkt Erdgeschoss filmcafé Das filmcafé ist bis zum Beginn der letzten Kinovorstellung geöffnet. Flaschengetränke können mit ins Kino genommen werden. Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln U1, U2, U3, U8 (Schweizer Platz) · U4, U5 (Willy-Brandt-Platz) Straßenbahn 15/16 (Schweizer-/Gartenstraße) Buslinie 46 (Museumsuferlinie 46) Lecture & Film Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft und des Exzellenzclusters „Normative Orders“ der Goethe-Universität mit dem Kino des Deutschen Filmmuseums und im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA). In Kooperation mit dem Institut français pour l’Histoire en Allemagne, dem Masterstudiengang „Curatorial Studies“, der Städelschule und dem Institut für Filmwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Mitglieder und Förderer


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VORSCHAU: DEZEMBER 2015

Virtuelle Ausstellung: Curd Jürgens Brigitte Bardot nannte ihn den „normannischen Sch­rank“, er war ein großer Schauspieler, ein großer Lebemann, ein Weltstar: Curd Jürgens wäre am 13. Dezember 100 Jahre alt geworden. Das Deutsche Filminstitut ehrt ihn mit einer virtuellen Ausstellung, die Teile seines Nachlasses zugänglich macht. Fotos von seiner Arbeit und seinem – öffentlich zelebrierten – Privatleben, Texte zum Werk des Schauspielers, Filmausschnitte, Briefe und Tagebucheinträge versammelt das umfangreiche Archivprojekt. „Curd Jürgens. Der Nachlass“ ist von Sonntag, 13. Dezember, an abrufbar unter curdjuergens.deutsches-filminstitut.de

HIGHWAY TO HELLAS Sieht Christoph Maria Herbst nicht ein bisschen so aus wie der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis? Ein Zufall? Vielleicht, denn in Aron Lehmanns Komödie HIGHWAY TO HELLAS (DE 2015) spielt er einen deutschen Bankangestellten. Der reist allerdings auf eine griechische Insel, um einen vermeintlichen Kreditbetrug aufzudecken. Im Dezember stellt Lehmann seinen Film in der Reihe „Was tut sich – im deutschen Film?“ im Kino des Deutschen Filmmuseums vor. Zur Einstimmung ist ein Videoclip zu sehen, der es in kürzester Zeit zum Kultstatus gebracht hat: Jan Böhmermanns „V for Varoufakis“.


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Unser Leben, unser Schwung, unsere Frankfurter Sparkasse „Man muss nicht immer das Rad neu erfinden, um mit Innovationen Erfolg zu haben. Manchmal genügt eine gute Idee und der richtige Finanzpartner, der mit anschiebt.“ Die Frankfurter Sparkasse – Ihr Partner für individuelle Beratung.

Wolfgang Momberger, Helge von Fugler | Unternehmer Ebike Advanced Technologies GmbH | Kunde seit 2013


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Deutsches Filmmuseum Deutsches Filminstitut Schaumainkai 41 60596 Frankfurt am Main www.deutsches-filmmuseum.de

Filmmuseum November 2015  

Kinoprogramm, Ausstellungen, Projekte des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main.

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