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Filmmuseum Oktober 2014 Kinoprogramm Ausstellungen 路 Projekte


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Information & Ticketreservierung ≥ Tel. 069 - 961 220 220

LECTURE & FILM Impressum Herausgeber: Deutsches Filminstitut – DIF e.V. Schaumainkai 41 60596 Frankfurt am Main Vorstand: Claudia Dillmann, Dr. Nikolaus Hensel Direktorin: Claudia Dillmann (V.i.S.d.P.) Presse und Redaktion: Frauke Haß (Ltg.), Michaela Braun Texte: Isabelle Bastian, Natascha Gikas, Caroline Goldstein, Winfried Günther, Monika Haas, Frauke Haß, Vinzenz Hediger, Jürgen Kindlmann, Hans-Peter Reichmann, Urs Spörri, Gary Vanisian, Thomas Worschech Gestaltung: Optik — Jens Müller www.optik-studios.de Druck: Fißler & Schröder – Die Produktionsagentur 63150 Heusenstamm Anzeigen (Preise auf Anfrage): Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 069 - 961 220 222 E-Mail: presse@deutsches-filminstitut.de Abbildungsverzeichnis: Alle Abbildungen stammen aus dem Bildarchiv des Deutschen Filminstituts – DIF e.V., sofern nicht anders verzeichnet. Titelmotiv: Aus dem Film LICHTER DER VORSTADT (FI 2006)

Uccellacci e uccellini ≥ Seite 37


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INHALT Digitalisierung des Deutschen Filmerbes Crowdfunding für die SummerGames Virtuelle Ausstellung Curd Jürgens Sonderausstellung: Bewusste Halluzinationen

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Filmprogramm Bewusste Halluzinationen: Die Filmreihe Finnland. Cool. Kaurismäki und von Bagh Alain Resnais Light Cone Screenings Klassiker & Raritäten Lecture & Film: Pier Paolo Pasolini Kinderkino

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Specials Was tut sich – im deutschen Film? Wolfgang Kohlhaase zu Gast Importing Asta Nielsen Armut ist eine Frau: DIE FREUDLOSE GASSE Happy Birthday Lilo Pulver Matinée für Heinz Rühmann Kino & Couch: ADORATION Nicoló Bassetti präsentiert SACRO GRA Welttag des audiovisuellen Erbes Filmgespräch mit Zeitzeuge

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Service Programmübersicht Eintrittspreise/Anfahrt Gästebuch und Vorschau

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PROJEKTE

Peter Lorres beeindruckendes Regiedebüt DER VERLORENE (BRD 1950/51) gehört zu den Filmen, die das DIF digitalisiert.

Digitalisierung des Deutschen Filmerbes Deutsches Filminstitut erhält 250.000 Euro Förderung vom Bund Die Digitalisierung des Kinos stellt die Institutionen des deutschen Filmerbes vor neue Herausforderungen: Die flächendeckende Ausrüstung der Kinos mit hochauflösenden digitalen Filmprojektoren (bei gleichzeitiger Abschaffung der alten Geräte) verdrängt die analogen Filmkopien – damit droht derzeit das deutsche Filmerbe „unsichtbar“ zu werden. Denn die meisten Kinos sind nicht mehr in der Lage, analoge Filmkopien zu zeigen. Nur durch eine hochaufgelöste Digitalisierung von analog vorliegenden Filmen ist es möglich, das deutsche Filmerbe so zu bewahren, dass es vom Publikum weiter gesehen werden kann. Die aktuelle Förderung der Beauftragten für Kultur und Medien in Höhe von 250.000 Euro ermöglicht es dem Deutschen Filminstitut (DIF), ausgewählte Filme zu digitalisieren. „Wir begrüßen diese Entscheidung des Bundes sehr“, betonte Claudia Dillmann, Direktorin des DIF, „das ist ein bedeutender Schritt für die Erhaltung des nationalen Filmerbes.“ Um die Filme für die Öffentlichkeit verfügbar zu halten und in den digitalen Kinos auch projizieren zu können, ist es notwendig, hochauf-

gelöste digitale Verleihkopien, sogenannte Digital Cinema Packages (DCP), und Blu-rays herzustellen. Dabei wird das DIF die thematische Schwerpunktsetzung der Digitalisierungsoffensive 2013 fortsetzen: Neben häufig nachgefragten Klassikern werden auch Filme berücksichtigt, die das gesamte künstlerische Spektrum des deutschen Films dokumentieren. Digitalisiert werden Titel wie Fritz Langs letzte Arbeit vor seiner Emigration, DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE (D 1932/33), Peter Lorres grandioses Regiedebüt DER VERLORENE (BRD 1950/1951) oder NACHTS, WENN DER TEUFEL KAM (BRD 1957, R: Robert Siodmak), einer der wichtigsten deutschen Nachkriegsfilme. Ebenfalls fortgesetzt wird die Digitalisierung von Tonbildern, die vom Zerfall bedroht sind – eine einzigartige Sammlung des DIF mit einaktigen Filmen, die zwischen 1907 und 1909 hergestellt wurden und synchron mit SchellackSchallplatten abgespielt wurden.


Crowdfunding für die Ferienworkshops zur Sonderausstellung Film & Games. Ein Wechselspiel Ab 5 Euro Unterstützung erhalten Sie ein Dankeschön

Machen Sie mit bei unserer Crowdfunding-Initiative vom 10.10. bis zum 11.11.2014 auf startnext.de/summergames und ermöglichen Sie die SummerGames 2015!

Bei den SummerGames entdecken Jugendliche mit Hilfe von Videospielen neue, kreative Möglichkeiten: Sie werden aktiv und programmieren Spiele, machen Filme und trainieren wie die Superhelden.

In Kooperation mit


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PROJEKTE

Weltstar Curd Jürgens im Internet studieren Der werkbezogene Nachlass des Schauspielers und Regisseurs (1915 – 1982) als virtuelle Ausstellung – ab Dezember 2015 1997 übergab Margie Jürgens dem Deutschen Filmmuseum die werkbezogenen Dokumente und Objekte aus dem Nachlass ihres Mannes, des Schauspielers und Regisseurs Curd Jürgens, der Mitte der 1950er Jahre ein Weltstar wurde. Vor allem seine Rollen, auf der Bühne und im Film, rufen ihn in Erinnerung: sein Harras in DES TEUFELS GENERAL (1954/55), sein Bruno Mechelke in DIE RATTEN (1955), sein Werner von Basil in DIE SCHACHNOVELLE (1960), seine Offiziersrollen, der James Bond-Bösewicht Stromberg in THE SPY WHO LOVED ME (1977) oder sein Jedermann bei den Salzburger Festspielen... Der umfangreiche Nachlass enthält mehr als 3000 Szenen- und Werkfotos, rund 70 Drehbücher und Skripte, Plakate, Programmhefte, werkbezogene Schriftwechsel, aber auch sämtliche Preise und Auszeichnungen. Nach der Erschließung des Archivs sowie den Ausstellungen in Frankfurt am Main (2000) und Wien (2001) inklusive Katalog, digitalisiert das Deutsche Filminstitut (DIF) die wertvollen Dokumente nun, um sie zu Curd Jürgens‘ 100. Geburtstag, am 13. Dezember 2015, im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Per Mausklick können sie abgerufen und intensiv studiert werden.

Das DIF ermöglicht damit – nun schon zum zweiten Mal nach der Veröffentlichung des Schlöndorff-Archivs unter schloendorff.deutsches-filminstitut.de – online eine vertiefende inhaltliche Erschließung, Aufarbeitung und Kontextualisierung einer seiner bedeutenden Sammlungen. Die kuratorisch ausgewählten Materialien werden filmwissenschaftlich eingeordnet. Neben Bild und Text präsentiert die virtuelle Ausstellung Spielfilmausschnitte und Dokumentaraufnahmen. Die Realisierung des Projekts wird ermöglicht durch die großzügige Unterstützung von Miriam Duncan, der Tochter von Margie Jürgens. curdjuergens.deutschesfilminstitut.de


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Curd Jürgens in Hollywood, 1951

Links: Curd Jürgens mit Brigitte Bardot beim Dreh zu ET DIEU... CRÉA LA FEMME (FR 1956). Unten: In seinem Haus Domaine de la Trappe in Frankreich, um 1970.

Roger Moore, Margie und Curd Jürgens in einer Drehpause zum Film THE SPY WHO LOVED ME (GB 1977), Dezember 1976.


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AUSSTELLUNG

Bewusste Halluzinationen. Der filmische Surrealismus nur noch bis 2. November Letzte Gelegenheit, in surreale (Film-) Welten einzutauchen: Noch bis 2. November unternimmt die aktuelle Ausstellung Bewusste Halluzinationen. Der filmische Surrealismus eine surrealistische Reise um die Welt; und zwar in den 1920er und 1930er Jahren, der Zeit der frühen Surrealisten mit ihrer großen Begeisterung für das Kino. Exponat des Monats Film: KIJKJES IN DE DIERENTUIN (R: Emiel van Moerkerken, NL 1936) Sommer, Sonne, Strandidylle: Auf den Titel „Tiere im Zoo“ folgen erst einmal dokumentarische Aufnahmen von Badegästen an der niederlän-

dischen Küste. Zwischen diese Szenen werden Aufnahmen von sich aalenden Schweinen oder den Hinterteilen von Eseln geschnitten. Ein Bischof reitet über den Strand; kurz darauf bleibt von ihm lediglich ein Kleiderhaufen im Sand zurück. In amateurhafter Ästhetik fängt Emiel van Moerkerken Alltägliches – Menschen in ihrer Freizeit – mit der Kamera ein und gibt ihnen dann einen surrealistischen Dreh. Das gelingt ihm mittels verschiedener Experimente mit den technischen Möglichkeiten des Films – Zeitlupen, Zeitraffer oder Montage. So verfremdete er das Alltägliche und stellte den Begriff der Realität in Frage, eines der zentralen Anliegen des Surrealismus.


Die atmosphärische Gratwanderung zwischen scheinbar klaren Bildmotiven und unterschwelliger Bedrohung unternimmt van Moerkerken auch in seinen fotografischen Arbeiten, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind: Die Fotografie „Le Pianiste manqué (Der verhinderte Pianist)“ greift die Faszination der Surrealisten für Insekten (hier eine Fliegenleiche auf der Hand) auf, die auch in Luis Buñuels Filmen UN CHIEN ANDALOU (Ameisen) und L’ÂGE D’OR (Skorpione) auftaucht. Der um das Handgelenk gewickelte Filmstreifen wirkt aus dem Zusammenhang gerissen – vielleicht ein Hinweis auf die Technik der Collage (hier als dreidimensionales Objekt), vielleicht aber auch richtungsweisend für van Moerkerkens Interesse am (surrealistischen) Film. Emiel van Moerkerken gehörte keiner surrealistischen Gruppe an, beschäftigte sich in den 1930er und 1940er Jahren aber intensiv mit Gedanken und Ästhetik sowie der Geisteshaltung der Surrealisten. Er las surrealistische Zeitschriften und reiste mehrfach nach Paris. Dort lernte er André Breton kennen, fand Stills aus Emiel van Moerkerkens Kurzfilm KIJKJES IN DE DIERENTUIN (NL 1936): Aufnahmen von Badegästen, ironisch kommentiert.

„Le Pianiste manqué (Der verhinderte Pianist)“, Fotografie von Emiel van Moerkerken in der Ausstellung

jedoch offenbar nicht dessen volle Anerkennung: Zur surrealistischen Ausstellung 1938 in Amsterdam wurde er nicht eingeladen. Zum Glück hinderte das Emiel van Moerkerken nicht daran, in seinen Kurzfilmen surrealistische Motive und Ideen weiterzutragen – bis in die 1980er Jahre hinein. KIJKJES IN DE DIERENTUIN blieb unvollendet und wurde bisher erst wenige Male in den Niederlanden gezeigt. In der Ausstellung Bewusste Halluzinationen. Der filmische Surrealismus ist er in voller Länge (neun Minuten) zu sehen.


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AUSSTELLUNG

Erfolgreiche Online-Angebote beim Surrealismus-Sommer 2014 André Kirchner und Alexander Scherer setzen sich bei Kurzfilmwettbewerben durch Der Surrealismus-Sommer war interaktiv und ist es noch: Beim Kurzfilmwettbewerb „Bewusst halluzinieren“ wurden 15 sehr unterschiedliche surrealistische Kurzfilme eingereicht. Den Preis der Jury gewann André Kirchners BALKONIEN; das Publikum stimmte außerdem einen Monat lang online für seine Favoriten ab. Den ersten Platz erreichte dabei Alexander Scherers DIE NSA, DIE STADT UND DER TOD, dicht gefolgt von Andreas Fenskes I’M SORRY und Julian Weinerts CINEMATIC DRIFTER. Alle Beiträge sind unter

Blick in die Ausstellung

bewusste-halluzinationen.de/kurzfilmwettbewerb zu sehen. Aktuell kann das surrealistische Spiel „Cadavre Exquis“ online auf zwei Arten erprobt werden: So entsteht zum einen eine lange zufällige Geschichte, zum anderen hilft die neue surreale Satzmaschine der kreativen Textproduktion auf die Sprünge. Weitere Informationen unter bewusste-halluzinationen.de surrealismus-sommer-2014.de


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LATE NIGHT KULTKINO: Bewusste Halluzinationen In der Late Night bringt das Kino des Deutschen Filmmuseums anlässlich der aktuellen Sonderausstellung surrealistisch anmutende Filme auf die große Leinwand. Zu sehen gibt es unter anderem eine Regiearbeit des spanisch-französischen Schriftstellers Fernando Arrabal sowie eine Verfilmung eines seiner Theaterstücke. Arrabals Arbeiten zeigen surrealistische Einflüsse, er selbst gehörte drei Jahre der surrealistischen Gruppe um André Breton an. VIVA LA MUERTE Frankreich/Tunesien 1971. R: Fernando Arrabal D: Mahdi Chaouch, Nuria Espert, Anouk Ferjac. 90 Min. 35mm. DF

Fernando Arrabal drehte diesen Film nach seinem autobiographischen Roman „Baal Babylone“ von 1959, welcher seine Kindheit im Spanisch-Marokko der 1930er Jahren schildert. Im Film lebt der zwölfjährige Fando mit seiner Mutter, seiner Tante und seinen Großeltern zusammen; sein Vater ist als Republikaner verhaftet worden. Fandos zunehmende Auflehnung gegen die Mutter, welche den Vater bei den Faschisten denunzierte, äußert sich in wilden, surrealen Phantasien, in denen das traumatische Erleben des Spanischen Bürgerkriegs in einer Folge von erotisch, religiös und gewalttätig aufgeladenen Bildern ausgedrückt wird.

Freitag, 03.10. 22:30 Uhr Samstag, 11.10. 22:30 Uhr


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Bewusste Halluzinationen SUSPIRIA Italien 1977. R: Dario Argento. D: Jessica Harper, Stefania Casini, Joan Bennett, Alida Valli. 97 Min. Blu-ray. engl. OF

Samstag, 04.10. 22:30 Uhr Freitag, 10.10. 22:30 Uhr

Susy Bannion, eine junge US-Amerikanerin, kommt nach München, um dort eine Tanzakademie zu besuchen, und wird gleich am ersten Abend in einen Mordfall verwickelt. An der Akademie setzen sich die geheimnisvollen Vorgänge fort... Mit SUSPIRIA kreierte Dario Argento endgültig eine neue Form des Horrorkinos: grell und synthetisch in seinen Effekten, dabei von starkem Stilwillen erfüllt und von großer visueller Eleganz. Logik und Wahrscheinlichkeit müssen demgegenüber in den Hintergrund treten, was diesem Film eine ausgesprochen surreale Qualität verleiht.

© 2007 ABKCO Films, a division of ABKCO Music & Records Inc.

FANDO Y LIS Mexiko 1968. R: Alejandro Jodorowsky D: Sergio Kleiner, Diana Mariscal. 96 Min. DVD. OmU

Freitag, 17.10. 22:30 Uhr Samstag, 25.10. 22:30 Uhr

Entstanden als freie Bearbeitung des gleichnamigen Theaterstücks von Fernando Arrabal, erzählt FANDO Y LIS von einem Paar, das in einer gebirgigen Landschaft nach der mythischen Stadt Tar sucht, in der sich die Träume der beiden verwirklichen werden. Durch die Begegnungen mit merkwürdigen Gestalten nimmt diese Suche selbst die Form eines Traums an. FANDO Y LIS ist zugleich ein Road-Movie, eine Reise ins Innere, ein anarchischer Exzess und eine surrealistische Vision, die direkt an den frühen Luis Buñuel anschließt.


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PETER IBBETSON USA 1935. R: Henry Hathaway D: Gary Cooper, Ann Harding, John Halliday. 88 Min. 16mm. OF

Peter und Mary sind Freunde seit ihrer Kindheit. Als Peters Mutter stirbt, zieht sein Onkel mit ihm weg, und die Kinder werden getrennt. Erst als Erwachsene sehen sie sich zufällig wieder... PETER IBBETSON ist eine ungewöhnliche romantische Phantasie über ein Paar, das von Anfang an und für immer füreinander bestimmt ist, auch wenn sich diese Liebe im Diesseits nicht erfüllen kann. Die Idee, dass wahre Liebe Zeit und Raum zu transzendieren vermag, enthusiasmierte die Surrealisten, für die dieser Film zu einem veritablen Kultfilm avancierte; noch 1951 hat sich André Breton lobend über ihn geäußert.

Samstag, 18.10. 22:30 Uhr Freitag, 24.10. 22:30 Uhr

ADAPTATION USA 2002. R: Spike Jonze D: Nicolas Cage, Meryl Streep, Chris Cooper. 115 Min. Blu-ray. OF

Nach BEING JOHN MALKOVICH war ADAPTATION die zweite Zusammenarbeit von Spike Jonze mit dem Drehbuchautor Charlie Kaufman. Letzterer wird angeheuert, das Buch „The Orchid Thief“ von Susan Orlean für den Film zu adaptieren, womit er seine Schwierigkeiten hat – ganz im Gegensatz zu seinem sorglosen Zwillingsbruder Donald, der sich schließlich an die Arbeit macht. Außerdem begegnen wir der Autorin Orlean und ihrer Hauptfigur, die alles über Orchideen weiß. Das alles wird geschickt zu einer surrealen Phantasie verwoben.

Freitag, 31.10. 22:30 Uhr


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Finnland. Cool. Aki Kaurismäki und Carte blanche Peter von Bagh In Kooperation mit National Audiovisual Institute KAVI KANSALLINEN AUDIOVISUAALINEN INSTITUUTTI NATIONELLA AUDIOVISUELLA INSTITUTET NATIONAL AUDIOVISUAL INSTITUTE

The Finnish Film Foundation FILI - Finnish Literature Exchange

Foto: Heini Lehvasaho

Midnight Sun Film Festival

Peter von Bagh

Finnland. Cool. lautet das Motto des diesjährigen Ehrengasts der Frankfurter Buchmesse. Im Kino des Deutschen Filmmuseums gibt es dazu einige Programmpunkte. Zum einen wird die Retrospektive Aki Kaurismäki weitergeführt und beschließt am Mittwoch, 8.Oktober, mit Aki Kaurismäki persönlich, der gemeinsam mit Peter von Bagh im Kino zu Gast sein wird. Der 1943 in Helsinki geborene Peter von Bagh ist Filmhistoriker und Filmemacher. Er hat mehr als 20 Bücher publiziert und mehr als 50 Filme realisiert. Er war Herausgeber der Zeitschrift Filmihullu, Programmdirektor des Finnish Film Archive (1967-1985) und ist gemeinsam mit den Kaurismäki-Brüdern Mitbegründer des Midnight Sun Film Festivals. Seit 2001 ist von Bagh künstlerischer Leiter des Il Cinema Ritrovato Festivals in Bologna. Für seine Carte blanche hat Peter von Bagh sieben Klassiker des Finnischen Films ausgewählt, die auf literarischen Werken basieren. Die Literatur und das Kino sind in Finnland seit je eng miteinander verbunden und prägen die Finnische Filmproduktion in der ersten Hälfte des 19 Jahrhunderts. Zusätzlich zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums drei der eigenen Arbeiten Peter von Baghs aus den vergangenen Jahren, dokumentarische Essays, Kompilationsfilme, in die das Kunsthistorische Wissen sowie die Liebe zur Filmgeschichte und der Musik mit einfließen. Peter von Bagh war Mentor von Aki Kaurismäki und hat das Buch Kaurismäki über Kaurismäki geschrieben, dessen deutsche Ausgabe zur Buchmesse erscheint. Als weiteres Buch erscheint die englische Ausgabe des Buches über das legendäre Filmfestival Sodankylä Forever – Masters of Cinema Under the Midnight Sun.


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MIES VAILLA MENNEISYYTTÄ Der Mann ohne Vergangenheit Finnland/Deutschland/Frankreich 2002. R: Aki Kaurismäki D: Markku Peltola, Kati Ouitinen. 97 Min. DCP. OmU

Ein Mann kommt auf der Suche nach Arbeit nach Helsinki, wo er am Bahnhof überfallen und ausgeraubt wird. Er überlebt den Angriff, kann sich jedoch an nichts mehr erinnern. Er lässt sich in der Containersiedlung Vyborg nieder und beginnt ein neues Leben – dabei muss er auch grundlegende ethische Werte neu erlernen. Als er Irma kennenlernt, die bei der Heilsarmee arbeitet, findet er zur Liebe zurück und bald auch zu seiner wahren Identität. Der Film ist der zweite Teil der „Trilogie der Verlierer“ und mutet an wie ein phantastischer Traum.

Donnerstag, 02.10. 18:00 Uhr Freitag, 03.10. 20:30 Uhr

LAITAKAUPUNGIN VALOT Lichter der Vorstadt Finnland/Deutschland/Frankreich 2006. R: Aki Kaurismäki D: Janne Hyytiäinen, Maria Järvenhelmi. 80 Min. DCP. OmU

Koistinen, ein einsamer Wachmann in einer modernen Shopping Mall, lernt in einer Bar Mirja kennen. Sie ist von einer Verbrecherbande auf ihn angesetzt worden, um ihm Informationen zu einem Juwelierladen zu entlocken. Obwohl er mitbekommt, wie ihm der Schlüssel geklaut und der Laden ausgeräumt wird, verrät er sie nicht, sondern geht für sie in Gefängnis. Nach seiner Entlassung will er sich an den Dieben rächen. Der letzte Teil der „Trilogie der Verlierer“ zeigt seinen Protagonisten, der die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgibt, voller Mitgefühl.

Sonntag, 05.10. 18:00 Uhr Dienstag, 07.10. 20:30 Uhr


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FINNLAND. COOL. SODANKYLÄ IKUISESTI: ELOKUVAN VUOSISTA Sodankylä Forever: The Century of Cinema Finnland 2010. R: Peter von Bagh. D: Francis Ford Coppola, Samuel Fuller, Milos Forman, Jacques Demy. 90 Min. DCP. OmeU

Zu Gast: Peter von Bagh und Aki Kaurismäki

Mittwoch, 08.10. 18:00 Uhr

Das legendäre Midnight Sun Filmfestival findet jeden Juni im kleinen finnischen Sodankylä oberhalb des nordischen Polarkreises statt. Gegründet 1985 von Peter von Bagh, den Kaurismäki-Brüdern Aki und Mika sowie Anssi Mänttäri, begrüßte das Festival bereits viele hochkarätige Filmregisseure. Jeder Tag beginnt mit einer Diskussion zu einem bestimmten Thema – zum 25. Jubiläum schnitt Peter von Bagh einen vierteiligen Dokumentarfilm aus den Highlights der Gespräche zusammen, von denen das Kino des Deutschen Filmmuseums nun den ersten Teil präsentiert. Zur Buchmesse erscheint außerdem die englischsprachige Version des Buches zum Festival. LE HAVRE Finnland/Frankreich/Deutschland 2011. R: Aki Kaurismäki D: André Wilms, Kati Outinen, Jean-Pierre Darroussin. 93 Min. DCP. OmU

Zu Gast: Peter von Bagh und Aki Kaurismäki

Mittwoch, 08.10. 20:15 Uhr

Der ehemalige Autor Marcel Marx hat sich in die Hafenstadt Le Havre zurückgezogen und arbeitet als Schuhputzer. Dank seines unerschütterlichen Optimismus und der glücklichen Ehe mit seiner Frau Arletty führt er ein zufriedenes Dasein. Alles ändert sich, als seine Frau schwer erkrankt und Marcel dem afrikanischen Flüchtlingsjungen Idrissa begegnet, der von der Polizei gesucht wird. Er nimmt den Jungen auf und ermöglicht ihm trotz vieler Widrigkeiten die Weiterfahrt nach England. Der Film verbindet Gesellschaftskritik mit einem lebensbejahenden Gestus und wird von vielen Kritikern als einer der besten Filme Kaurismäkis bezeichnet.


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HELSINKI, IKUISESTI Helsinki Forever Finnland 2008. R: Peter von Bagh. 74 Min. 35mm. OmeU

HELSINKI, IKUISES zeichnet ein visionäres Bild der finniDonnerstag, 09. 10. schen Hauptstadt – kompiliert aus vielerlei Material, von 18:00 Uhr Wochenschauen über Ausschnitten aus Spielfilmen bis hin zu Liedern und Kunstwerken. Der Film folgt keiner strengen chronologischen Ordnung, sondern einer sehr persönlichen emotionalen Logik. Chris Marker zählt HELSINKI FOREVER zu den großen Stadtsymphonien der Filmgeschichte. MITTSOMMERNACHTSTANGO Deutschland/Argentinien/Finnland 2012. R: Viviane Blumenschein. 82 Min. Musik-Dokumentarfilm. DCP

Finnland, Land der Saunen, Seen und schweigsamen Menschen – laut Aki Kaurismäki aber auch Heimat des Tangos. Viviane Blumenschein begleitet drei argentinische Tango-Musiker auf ihrem Trip durch Finnland, auf der Suche nach den wahren Ursprüngen des Tangos. Auf ihrer Reise treffen sie die finnischen Größen des Tangos.

Freitag, 10.10. 20:30 Uhr

JUHA Finnland 1937. R: Nyrki Tapiovaara D: Hannes Närhi, Irma Seikkula, Walle Saikko. 101 Min. 35mm. OmeU

Der Roman „Juha“ (1911) stammt aus der Feder Juhani Ahos und wurde insgesamt viermal verfilmt. Die zweite Verfilmung stammt von Nyrki Tapiovaara, einem vielversprechenden Talent, der jedoch als Soldat im Zweiten Weltkrieg im Alter von 29 Jahren fiel. In seinem Filmdebüt entwickelt sich die klassische Dreiecksgeschichte zur Tragödie: Die junge verheiratete Bäuerin Marja lässt sich von einem wortgewandeten reisenden Händler verführen.

Sonntag, 12.10. 17:30 Uhr


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FINNLAND. COOL. IHMISET SUVIYÖSSÄ People in the Summer Night Finnland 1948. R: Valentin Vaala. D: Eila Pehkonen, Marti Katajisto, Emma Väänänen. 66 Min. 35mm. OmeU

Dienstag, 14.10. 20:30 Uhr

Die Adaption der gleichnamigen Novelle des finnischen Nobelpreisträgers F.E. Sillanpää (1934) erzählt von den Erlebnissen einer Gruppe von Menschen während einer Sommernacht. „In dem Film vollzieht sich eine gewisse ‚Dedramatisierung‘, gleichsam ein erstes Anzeichen für den Schatten des Zweifels, der über dem agrarischen Finnland aufzieht. Sillanpääs Welt und sein pantheistischer Kosmos werden kongenial interpretiert in dem Film, der an die zwanzig Hauptpersonen hat. Das Gruppenbild ist ebenso vielschichtig wie in Robert Altmans entsprechenden Musikfilmen.“ (Peter von Bagh) MUISTEJA – PIENI ELOKUVA 1950 IUVUN Remembrance - A Small Movie About Oulu in the 1950s Finnland 2014. R: Peter von Bagh. 69 Min. DCP. OmeU

Donnerstag, 16.10. 18:00 Uhr

Peter von Bagh nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in seine Heimatstadt Oulu in den 1950er Jahren, wo er als Sohn eines Nervenarztes aufwuchs. Kaleidoskopartig entwirft er das Bild einer arktischen Stadt und ihres Geistes, erweckt die Ära seiner Jugend und zeigt die turbulenten Veränderungen, die die Stadt im Laufe des 20. Jahrhunderts erlebt hat. Der Film ist persönlich und universell zugleich.


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JUHA Finnland/Deutschland/Frankreich 1999. R: Aki Kaurismäki D: Sakari Kuosmanen, Kati Outinen, André Wilms. 78 Min. DCP. o.D.

Kaurismäkis JUHA ist die vierte Adaption des gleichnamigen Klassikers von Juhani Aho aus dem Jahr 1911, den er als klassischen Stummfilm ganz in Schwarzweiß inszeniert. Im Gegensatz zu den anderen Verfilmungen siedelt Kaurismäkis Adaption die Geschichte der tragischen Liebesgeschichte von Juha und Marjain einer unbestimmten, traumähnlichen Gegenwart in der ländlichen Idylle Finnlands an. Als Shemeikka in seinem Sportwagen auftaucht, lässt Marja sich von seinen Schmeicheleien einwickeln, folgt ihm und findet sich schließlich in einem Bordell wieder. Der verlassene Juha plant derweil ein blutiges Ende.

Freitag, 17.10. 20:30 Uhr

SININEN VIIKKO Blue Week Finnland 1954. R: Matti Kassila. D: Gunvor Sandkvist, Matti Travisto, Toivo Mäkelä. 79 Min. 35mm. OmeU

Vor dem Hintergrund einer sommerlichen nordischen Meereslandschaft, einem zentralen Mythos im skandinavischen Film der 1950er Jahre, entspinnt sich die Geschichte einer älteren verheirateten Frau und ihrem jugendlichen Liebhaber. Der Film entstand nach einer Kurzgeschichte von Jarl Hemmer (1928). „Konfrontiert werden die Möglichkeiten der Sinnesfreude und ein christlich geprägtes Schuldgefühl. Die Landschaft, die Kassila und sein Kameramann Osmo Harkinmo zeigen, bildet eine Parallele zur Gemütsverfassung. Die zentralen Bilder – Meer Felsen, Seerosen auf einem Teich – implizieren den Wechsel von Glück und Tod.“ (Peter von Bagh)

Sonntag, 19.10. 18:00 Uhr


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FINNLAND. COOL. TUNTEMATON SOTILAS The Unknown Soldier Finnland 1956. R: Edvin Laine. D: Kosti Klemelä, Heikki Savolainen, Reino Tolvanen. 180 Min. 35mm. OmeU

Dienstag, 21.10. 20:00 Uhr

TUNTEMATON SOTILAS gilt in Finnland bis heute als einer der bedeutendsten Filme. „Das Werk ist ein ,instant classic’ des finnischen Films, eine realistische Schlachtenmalerei und ein Gruppenbild Finnlands und der finnischen Männer im Fortsetzungskrieg (1941-44) und zugleich eine Studie über die finnische Art, dem Tod zu begegnen. (...) Der Spannungsbogen des Werkes ist beeindruckend, er reicht von den ruhigen Momenten des Stellungskrieges bis zu den vernichtenden Kämpfen, in denen die Menschen und die Natur blinder Zerstörung anheimfallen. Die fast idyllische Stimmung schlägt um, Neurosen, Ängste und Psychosen werden sichtbar.“ (Peter von Bagh) EVAKKO Finnland 1956. R: Ville Salminen. D: Santeri Karilo, Linda Lampinen, Aino-Maija Tikkanen. 98 Min. 35mm. OmeU

Donnerstag, 23.10. 18:00 Uhr

In Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Unto Seppänen (1954) erzählt der Film vom Schicksal eines Dorfes in Karelien, das durch den Ausbruch des Krieges 1939 erschüttert wird: Die Bewohner werden vertrieben. „Der Film behandelt gerade diesen Stoff, die erzwungene Abwanderung der Menschen aus Karelien. Es ist ein intimes Werk, das große Ereignisse im Kleinen zeigt. Ein Boot und große Schneeflocken, eine Katze im Schnee: Von dieser Art sind die Schlüsselbilder des Filmes. Mit bildlichen Mitteln wird eine alptraumhafte Stimmung evoziert – eine Traurigkeit, von der immer gesagt wird, sie sei so tief wie die Nacht.“ (Peter von Bagh)


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JÄNIKSEN VUOSI The Year of the Hare Finnland 1977. R: Risto Jarva. D: Antti Litja, Kauko Helovirta, Markku Huhtamo. 128 Min. 35mm. OmeU

JÄNIKSEN VUOSI basiert auf dem Roman von Arto Paasilinna und ist der bekannteste Film Risto Jarvas, der als der renommierteste und experimentierfreudigste Vertreter der finnischen "Neuen Welle" gilt. Voller Witz und Ironie nimmt er sich eines globalen Themas seiner Zeit an: Ein erfolgreicher Werbefachmann zieht einfach eines Tages in den Wald, wo er sich eines verwundeten Hasens annimmt. „Das ökologische Thema, das Jarva seit jeher am Herzen lag, durchzieht den Film wie eine ungefesselte Naturgewalt, die Variante der Aussteigergeschichte ist ergreifend und originell, denn der zweite Held des Filmes… ist ein kleiner Hase.“ (Peter von Bagh)

Freitag, 24.10. 20:15 Uhr

VALKOISET RUUSUT White Roses Finnland 1943. R: Hannun Leminen. D: Helena Kara, Tauno Palo, Aku Korhonen. 105 Min. 35mm. OmeU

VALKOISET RUUSUT ist eine von fünf Verfilmungen der bekannten Novelle „Brief einer Unbekannten“ (1922) von Stefan Zweig und entstand bereits vier Jahre vor der Max-Ophüls-Verfilmung LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN (1948). „Leminens Film ist eine der verborgenen zersplitterten Familiengeschichten der Kriegszeit oder auch die Geschichte einer Familie, die nie entstand. Zugleich ist es eine Erzählung über Liebe und Lieblosigkeit, über ein ewiges Gefühl und Gefühlsschwankungen, über das Leben und die Kunst – also ein stilreines Melodram.“ (Peter von Bagh)

Dienstag, 28.10. 20:30 Uhr


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ALAIN RESNAIS Im Februar dieses Jahres präsentierte Alain Resnais seinen 20. Spielfilm AIMER, BOIRE ET CHANTER (FR 2014) auf der Berlinale und die Filmwelt hoffte, auch in den kommenden Jahren noch neue, verspielte Werke des 92-jährigen Regisseurs zu sehen – doch am 1. März 2014 starb Resnais. Das Kino des Deutschen Filmmuseums erinnert mit einer Auswahl von neun Spielfilmen an das vielschichtige Werk eines der innovativsten und einflussreichsten Regisseure des französischen Kinos des 20. Jahrhunderts. Alain Resnais wurde 1922 in der westfranzösischen Küstenstadt Vannes geboren. Früh begann er sich für Film und Theater zu interessieren, er trat mit einer Theatergruppe auf und machte eine Ausbildung zum Schnittmeister an der Filmhochschule IDHEC. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann seine Regiekarriere mit essayistischen Dokumentarfilmen über Künstler (VAN GOGH, FR 1948) und Kunstwerke (GUERNICA, FR 1950). 1955 folgte der erste Höhepunkt seiner Karriere – NUIT ET BROUILLARD, ein unvergängliches Meisterwerk der Erinnerung und Mahnung an den Holocaust. Mit HIROSHIMA, MON AMOUR (FR 1959) schuf er, was neben ihm nur Regisseuren vom Format eines Jean-Luc Godard, Orson Welles oder Wsewolod Pudowkin gelang: ein Spielfilmdebüt, das die Möglichkeiten des Mediums Kino neu auslotete und es in seiner Entwicklung voranbrachte. Für seine Verdienste um die Filmkunst erhielt er 1995 den Goldenen Löwen in Venedig und 2007 den Silbernen Bären.


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HIROSHIMA MON AMOUR Frankreich 1959. R: Alain Resnais D: Emmanuelle Riva, Eiji Okada. 89 Min. DCP. OmeU

Eine Französin reist für einen Filmdreh nach Hiroshima, vierzehn Jahre nach dem verheerenden Atombombenabwurf auf die Stadt. Dort beginnt sie eine Affäre mit einem japanischen Architekten, der wie sie ebenfalls verheiratet ist. Als erstem Menschen überhaupt offenbart sie ihm ihre Geschichte: Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war sie wegen ihrer Beziehung zu einem Deutschen als Kollaborateurin gefangen genommen worden. Resnais’ Debütfilm entstand nach einem Drehbuch von Marguerite Duras, das in der Off-Erzählung Vergangenes, Unbewusstes und Gegenwärtiges so fließend verbindet wie Resnais’ Inszenierung, die den Tonfilm in die Moderne überführte.

Mittwoch, 01.10. 20:30 Uhr Freitag, 03.10. 18:00 Uhr

L’ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD Letztes Jahr in Marienbad Frankreich 1961. R: Alain Resnais. D: Delphine Seyrig, Giorgio Albertazzi. 94 Min. Blu-ray. OmU / 35mm. DF

Neben Marguerite Duras fand Resnais in Alain RobbeGrillet einen weiteren Partner, der als Pionier der französischen Gegenwartsliteratur gilt. Sein zweiter Spielfilm – sofern man ihn ob des Bruchs mit Spielfilmkonventionen als solchen bezeichnen kann – stellt eine virtuose Überführung des nouveau roman in den Film dar. Die reale Welt existiert nur an der Oberfläche der Dinge, die Grenzen zwischen Realität und Traum sind aufgehoben: Ein Mann versucht während eines Aufenthaltes in einer schlossartigen Anlage eine Frau davon zu überzeugen, dass sie sich bereits im vorigen Jahr getroffen und einander versprochen haben.

Donnerstag, 02.10. 20:30 Uhr (Blu-ray. OmU) Samstag, 04.10. 20:30 Uhr (35 mm. DF)


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ALAIN RESNAIS LA GUERRE EST FINIE Der Krieg ist vorbei Frankreich 1966. R: Alain Resnais D: Yves Montand, Ingrid Thulin. 121 Min. 35mm. OmU

Sonntag, 5.10. 20:30 Uhr Freitag, 10.10. 18:00 Uhr

Der spanische Untergrundkämpfer Diego führt den Kampf gegen das faschistische Franco-Regime im Pariser Exil fort. Allmählich kommen ihm Bedenken ob der Methoden und nicht zuletzt auch der Ziele seiner Aktionen. Über die junge Nadine kommt er mit einer revolutionären Gruppe in Kontakt, die eine bewaffnete Aktion in Spanien plant. Seine Versuche, sie davon abzubringen, misslingen. Als der spanische Geheimdienst Diego enttarnt, kommt ihm seine Geliebte Marianne zu Hilfe. Resnais, der sich selbst stets als unpolitisch bezeichnete, gestaltet Jorge Semprúns Vorlage zu einer virtuos-üppig inszenierten Eloge auf den revolutionären Geist. STAVISKY Frankreich 1974. R: Alain Resnais D: Jean-Paul Belmondo, Charles Boyer. 120 Min. 35mm. OmeU

Samstag, 11.10. 20:30 Uhr Mittwoch 15.10. 20:30 Uhr

Der titelgebende Alexandre Stavisky war eine schillernde Figur im Frankreich der Zwischenkriegszeit: ein charmanter Hochstapler, der sich durch Finanzbetrügereien ein Millionenvermögen verdiente. Er erwarb Nachtclubs und organisierte Glücksspiele, mit denen er großen Einfluss auf die französische Gesellschaft nahm. Resnais‘ Film, ursprünglich von Jean-Paul Belmondo bei Jorge Semprún in Auftrag gegeben, zeigt die letzten Monate im Leben Staviskys auf dem Höhepunkt seines Einflusses. Flashbacks und Vorausdeutungen auf seinen skandalumwitterten Tod 1934 sowie die Ankunft Leo Trotzkis in Frankreich bilden den Rahmen für das Geschehen.


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MON ONCLE D’AMERIQUE Mein Onkel aus Amerika Frankreich 1980. R: Alain Resnais D: Gerard Dépardieu, Nicole Garcia. 126 Min. 35mm. OmeU

Der Wissenschaftler Henri Laborit, der auch am Drehbuch mitwirkte, stellt Forschungserkenntnisse vor, wonach das menschliche Verhalten im Kern von den vier Elementen Konsum, Belohnung, Strafe und Handlungshemmung bestimmt wird. Zur Veranschaulichung dienen die Lebensläufe dreier Menschen, eines Radioprogrammdirektors, einer Schauspielerin und eines katholisch erzogenen Bauernsohnes, der an seiner führenden Position in einer Textilfabrik scheitert. Der starren Versuchsanordnung zum Trotz schuf Resnais berührende menschliche Porträts, in die er dokumentarische Aufnahmen und Szenen mit den Lieblingsschauspielern der jeweiligen Protagonisten einstreut.

Freitag, 17.10. 18:00 Uhr Samstag, 18.10. 20:15 Uhr

SMOKING Frankreich 1993. R: Alain Resnais D: Sabine Azéma, Pierre Arditi. 140 Min. 35mm. OmU

Mit SMOKING / NO SMOKING adaptierte Resnais das Bühnenstück „Intimate Exchanges“ von Alan Ayckbourn für das Kino. Er erzählt in jedem der beiden Filmteile sechs Varianten einer Geschichte aus dem Leben von insgesamt neun verschiedenen Charakteren – fünf Frauen, alle gespielt von Resnais‘ Ehefrau Sabine Azéma, und vier von Pierre Arditi verkörperten Männern. Ausgangspunkt beider Teile ist die Frage, die sich Celia Teasdale, verheiratet mit dem Leiter einer Schule im englischen Dorf Hutton Buscel, bei der Gartenarbeit stellt, nämlich ob sie eine Zigarettenpause einlegen soll. In SMOKING entscheidet sie sich dafür und trifft so auf den Hausmeister der Schule, Lionel Hepplewick.

Sonntag, 19.10. 20:30 Uhr


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ALAIN RESNAIS NO SMOKING Frankreich 1993. R: Alain Resnais D: Sabine Azéma, Pierre Arditi. 144 Min. 35mm. OmU

Mittwoch, 22.10. 20:30 Uhr

In NO SMOKING verzichtet Celia Teasdale auf ihre Zigarettenpause und begegnet so anstelle des Hausmeisters Lionel einem Freund ihres Mannes, Miles Coombes. Dieser teilt ihr mit, dass ihr Mann Toby wegen seiner Alkoholsucht entlassen werden soll. Miles selbst ist mit der untreuen Rowena verheiratet und heimlich in Celia verliebt. NO SMOKING konzentriert sich auf das Verhältnis zwischen Miles und Rowena. Der Film, mit dem Resnais sein Alterswerk einläutete, wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem César für die beste Regie.

VOUS N'AVEZ ENCORE RIEN VU Ihr werdet Euch noch wundern Frankreich 2012. R: Alain Resnais D: Sabine Azéma, Hippolyte Girrardot. 115 Min. DCP OmU

Donnerstag, 23.09. 20:30 Uhr

Der Film ist eine Adaption der Theaterstücke „Eurydice“ und „Cher Antoine ou l'amour raté“ von Jean Anouilh, die ineinander verschränkt werden. Nach dem Tod des Theaterautors Antoine d’Anthac erhalten seine Freunde eine Einladung zur Totenwache. Per Video teilt ihnen der Verstorbene seinen letzten Wunsch mit. Sie sollen für ihn eine Entscheidung treffen: Eine junge Theatertruppe möchte von Antoine die Erlaubnis zur Aufführung seines Stücks „Eurydice“. Alle der Versammelten haben über die Jahre hinweg einmal in seinem Stück mitgewirkt, und schon bald schlüpfen sie in ihre alten Rollen. Eine Hommage Resnais‘ an die Schauspieler, die über die Jahre mit ihm zusammengearbeitet haben.


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ON CONNAÎT LA CHANSON Das Leben ist ein Chanson Frankreich 1997. R: Alain Resnais D: Sabine Azéma, André Dussolier. 120 Min. 35mm. OmU

Der Film ist eine Ode an Paris und ein Abgesang auf die moderne Architektur und Stadtplanung. Mehrere Figuren verlassen ihr Büro und durchqueren einen kleinen Friedhof. Bausünden werden abgerissen und neue, modernere gebaut. Resnais zeigt seine Ehrerbietung für den französischen Chanson, indem seine Figuren an jeweils passenden Stellen lippensynchron zu einem kurzen Ausschnitt aus bekannten Liedern singen. Die Handlung führt verschiedene Personen zusammen, eine davon ist die Fremdenführerin und Geschichtsstudentin Camille, die sich in einen Immobilienmakler verliebt.

Freitag, 24.10. 18:00 Uhr Sonntag, 26.10. 20:45 Uhr

LES HERBES FOLLES Vorsicht Sehnsucht Frankreich 2009. R: Alain Resnais D: Sabine Azéma, André Dussolier. 104 Min. 35mm. OmU

Ein Dieb stiehlt der Zahnärztin und begeisterten Pilotin Marguerite auf offener Straße die Handtasche. Kurz darauf findet der arbeitslose Georges das leere Portemonnaie. Darin entdeckt der verheiratete Mann zwei Ausweisfotos von Marguerite: mit ernstem Blick auf dem Personalausweis, fröhlich lächelnd auf ihrem Pilotenschein. Seine Versuche sie zu kontaktieren scheitern, doch eines Abends ruft sie selbst bei ihm an. Er lehnt ein Treffen ab. Doch die Tatsache, dass er sie nicht vergessen kann, steigert sich schon bald zur Besessenheit. Resnais‘ erste Romanverfilmung ist von eleganter Leichtigkeit und löst sich von allen Konventionen des ernsten Erzählens.

Donnerstag, 30.10. 17:45 Uhr Freitag, 31.10. 20:30 Uhr


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Präsentation des Experimentalfilm-Archivs LIGHT CONE Filmprogramme 25. – 26. Oktober 2014 Eine Veranstaltung des Filmkollektiv Frankfurt e.V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filminstitut. Mit besonderem Dank an Christophe Bichon, Light Cone Unterstützt mit Mitteln der

Nähere Informationen auf www.filmkollektivfrankfurt.de Dauerkarte: 35/25 €

Das Pariser Archiv Light Cone gehört zu den größten und bekanntesten Experimentalfilm-Archiven Europas – es vertritt etwa 650 Filmemacher und lagert etwa 5000 Filme. Der von Yann Beauvais und Miles McKane gegründete gemeinnützige Verein fördert, verleiht und bewahrt seit 1982 den experimentellen Film. Light Cone versammelt Filme aus der ganzen Welt von 1905 bis heute, die Sammlung spiegelt dabei die bedeutendsten Epochen der Geschichte des Experimentalfilms wider. Archiviert werden 35mm- und 16mm-Filme, aber auch Videos und digitale Dateien, die in ihrem jeweiligen Originalformat verliehen werden. Das Filmkollektiv Frankfurt – Projektionsraum für unterrepräsentierte Filmkultur e.V. zeigt nun erstmals in Frankfurt am Main den reichen Archivbestand von Light Cone. Schwerpunkte der sechs Programme sind einerseits die Geschichte des Archivs und die dadurch abgebildete Geschichte des internationalen Experimentalfilms, andererseits dessen aktuelle Entwicklung, wie sie anhand der jüngsten Sammlungsergänzungen zu verfolgen ist. Dabei wird jeweils deutlich, wie Light Cone die Karrieren einzelner Filmemacher gefördert hat und dadurch selbst an internationaler Anerkennung gewann. Zu jedem Programm gibt es eine Einführung. Eine Broschüre (3 €) enthält das vollständige Programm, Interviews mit Vertretern von Light Cone und Artikel zu einzelnen Filmen.


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16:00 Uhr Die Geschichte von Light Cone anhand seiner Filme 1930-2001. zusammen 65 Min. 16mm und 35mm. OF Die Geschichte der Sammlung von Light Cone ist in ihrer Entstehung und Entwicklung von zahlreichen Werken und Künstlern geprägt. Filme aus verschiedenen Ländern und Epochen, etwa von Len Lye, Robert Breer, Stan Brakhage und Maurice Lemaître, haben Light Cone beeinflusst und bereichert. Einführung: Christophe Bichon (englisch) 18:00 Uhr Der Schnitt im Avantgarde-Film USA 1968-1970. zusammen 75 Min. 16mm. OF Schnitte werden im Avantgarde-Filme häufig benutzt, um die Sprache und ihre Bedeutung außer Kraft zu setzen, so geschehen beim Filmemacher Paul Sharits, der seine Filme hauptsächlich als non-verbale Experimente verstanden hat, wie z.B. T,O,U,C,H,I,N,G (1968). Mit ZORN’S LEMMA (1970) schlägt Hollis Frampton eine langsame, aber unerbittliche Zerstörung des Alphabets vor. Zwei Klassiker des filmischen Strukturalismus. Vortrag und Diskussion: Vincent Deville (englisch) 20:30 Uhr Das 16mm-Format in den 2000er Jahren (I) 2001-2013. zusammen 77 Min. 16mm. OF Nur wenige Regisseure arbeiten heute noch mit Zelluloid und noch weniger mit dem Format 16mm. Dieses Programm stellt verschiedene Aspekte der Produktion der vergangenen Jahre vor; eine Arbeit über die Materialität des Films und dessen Zerstörung, die K-Serie von Frédérique Devaux, zwei Werke von Peter Miller, eine Animation und Collage von Francien Van Everdingen, einen früheren Film von Mary Helena Clark, einen experimentellen Thriller von Deborah Stratman und schließlich eines der letzten Werke von Nathaniel Dorsky. Einführung: Louise Burkart

Samstag, 25.10.


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LIGHT CONE

Sonntag, 26.10.

12:00 Uhr Paris in den 1970er Jahren FR 1975-1980. zusammen 80 Min. 16mm. OF und OmU Die ersten Filme von Gisèle und Luc Meichler, Pamphlet-Essays und visuelle Gedichte, ermöglichen eine filmische Reise in die Zeit der Experimentalfilm-Genossenschaften im Paris der 1970er Jahre. Einführung: Gisèle Rapp-Meichler. 17:00 Uhr Rose Lowder und Cécile Fontaine FR 1982-2011. zusammen 70 Min. 16mm. OF Vorgestellt werden zwei Künstlerinnen, die sich den Konventionen des Kunstmarkts verweigern. Die Filme von Rose Lowder und Cécile Fontaine sind phantastische und auf subtile Weise spektakuläre Filme. Hierzulande wurden sie bisher kaum gezeigt. Einführung: Karola Gramann und Heide Schlüpmann 19:00 Uhr Das 16mm-Format in den 2000er Jahren (II) 2002-2014. zus. 75 Min. 16mm, 35mm und DCP. OF Erfolge auf Festivals feierten COSMETIC SURGERY, die Collage-Filme von Larry Jordan, eine Arbeit des australischen Filmemachers Richard Tuohy, die Stadtportraits ANOTHER VOID und QUEEN’S QUAY sowie durch Farbmalerei abstrahierte Werke. UN RÊVE, der letzte Film von Patrick Bokanowski, beschließt die ArchivSchau. Einführung: Louise Burkart


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Kino lesen! Unser Taschenkalender bietet mehr als nur ein reines Kalendarium: Spannende Texte erinnern an Ereignisse aus Jahren mit einer „5“ und an Filmschaffende, die in 2015 einen runden Geburts- oder Todestag haben. „Der perfekte Filmfreund!“ Sächsische Zeitung 208 S. | Pb. | zahlr. Abb. in Farbe | € 9,90 Mit Lesebändchen | ISBN 978-3-89472-882-3 Produzentinnen, Schauspielerinnen, Cutterinnen, Redakteurinnen und Festivalmacherinnen erzählen in diesem Buch, wie sie „zum Film“ kamen, welche Wünsche und Visionen sie damit verbinden und wie sie die herausfordernden Seiten ihrer Arbeit erleben. Achtzig Stimmen vom historischen Aufbruch 1968 bis zum Stand der Dinge 2014 sind von den Herausgeberinnen zu einer Collage deutscher Film- und Frauengeschichte zusammen geführt worden. 500 S. | Pb. |viele Abb. |E 29,90 | ISBN 978-3-89472-881-6

Das Buch bietet eine lose, lustige Sammlung von Trouvaillen, Fakten und Anekdoten rund um Kino und Film. Es ist ein Buch zum Durchblättern, zum Zwischendurchlesen und Stöbern. „Reisebegleiter in den schier unendlichen Weiten des Filmwissens“ Filmdienst 256 S. |Pb. | € 16,90 | ISBN 978-389472-770-3 Im Museumsshop erhältlich

Mit seinem Filmzyklus Dekalog rückte Kieslowski ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit, mit seiner Drei Farben-Trilogie begeisterte er die Kinowelt. Die vorliegende Monographie stellt Leben, Werk, und Wirken des Künstlers vor und prüft, welche Spuren er hinterlassen hat. 432 S. |Pb. | € 48,00 ISBN 978-389472-729-1 www.schueren-verlag.de


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KLASSIKER & RARITÄTEN Gefangene Bilder Die Ausstellung „Gefangene Bilder. Wissenschaft und Propaganda im Ersten Weltkrieg“ (11. September bis 15. Februar) im Historischen Museum Frankfurt zeigt großformatige Nahaufnahmen von kolonialen Kriegsgefangenen aus Nord- und Westafrika und thematisiert die Rolle von Politik und Wissenschaft im Ersten Weltkrieg. Die begleitende Filmreihe erweitert den Blick auf die Rolle der Kolonialsoldaten auf beiden Seiten. Zwei Filme thematisieren die Kriegsgeschehnisse direkt, die anderen beiden begeben sich von heute aus auf Spurensuche in die Vergangenheit. GALLIPOLI Australien 1981. R: Peter Weir D: Mark Lee, Mel Gibson. 111 Min. 35mm. OF

Dienstag, 07.10. 18:00 Uhr

Peter Weirs Film zeigt die Ereignisse der Schlacht von Gallipoli aus der Sicht zweier junger australischer Kriegsfreiwilliger, die den Krieg als Herausforderung sehen und voller Erwartung auf Abenteuer für England in den Kampf ziehen. Er folgt ihnen von der ländlichen Heimat aus bis zu ihrem Einsatz in der Schlacht von Gallipoli vor Istanbul. Hier wurden 1915 Hunderttausende unerfahrene australische und neuseeländische Soldaten in türkische Kreuzfeuer geschickt, verletzt oder starben. Peter Weir behandelt mit dem Film ein nationales Trauma der Australier.


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THE HALFMOON FILES Deutschland 2007. R: Philip Scheffner 87 Min. Blu-ray. Dokumentarfilm

In Wünsdorf bei Berlin waren während des Ersten Weltkrieges im Gefangenenlager „Halbmond“ mehr als 30.000 Kolonialsoldaten und Muslime interniert, die auf Seiten der Alliierten gekämpft hatten und nun für den Aufstand gegen ihre Kolonialherren indoktriniert werden sollten. Darüber hinaus diente das Lager auch als Labor für ethnologische Feldforschung. Ausgehend von historischen Tonaufnahmen aus dem Lager zeigt Philip Scheffner die Verflechtungen von Politik, Kolonialismus, Wissenschaft und Medien. Dabei geht er über das reine Dokumentieren hinaus und erweckt in seiner experimentellen Spurensuche die Geister der Vergangenheit zum Leben.

Dienstag, 14.10. 18:00 Uhr

NIEMANDSLAND Deutschland 1931. R: Viktor Trivas. D: Ernst Busch, Hugh Stephens, Louis Douglas. 82 Min. 35mm. engl./frz./dt./russ. OF

Durch den Ersten Weltkrieg werden fünf Männer ganz unterschiedlicher Herkunft aus ihrem Umfeld gerissen und finden sich in einem verfallenen Unterstand mitten im Niemandsland an der Westfront wieder: ein Berliner Tischler, ein Pariser Monteur, ein britischer Angestellter, ein jüdischer Schneider und ein schwarzer Artist, der als einziger mehrere Sprachen spricht. Während um sie herum der Krieg tobt, kommen sich die Fünf trotz anfänglicher Meinungsverschiedenheiten näher und trotzen gemeinsam der Absurdität des Krieges. Ein eindrücklicher Anti-Kriegsfilm, der zeigt, dass Verständigung möglich ist.

Dienstag, 21.10. 18:00 Uhr


KLASSIKER & RARITÄTEN

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MAJUBS REISE Deutschland 2013. R: Eva Knopf 45 Min. Dokumentarfilm

Zu Gast: Eva Knopf (angefragt)

Dienstag, 28.10. 18:00 Uhr

In der Kolonie Deutsch-Ostafrika geboren, wird Majubbin Adam Mohamed Hussein mit neun Jahren Soldat für die Deutschen im Ersten Weltkrieg. Zehn Jahre nach dem Krieg beschließt er, nach Deutschland zu reisen, um seinen ausstehenden Sold abzuholen. Im nationalsozialistischen Deutschland wird aus dem Kolonialsoldaten des Ersten Weltkriegs ein vielbeschäftigter Statist und Kleindarsteller im deutschen Kino. Trotz der schwierigen Materiallage gelingt es Eva Knopf, sein Leben auf der Grundlage von Dokumenten aus den Archiven der Nationalsozialisten, aus Unterlagen des Auswärtigen Amtes sowie aus Propagandafilmen zu rekonstruieren und in einem essayistischen Dokumentarfilm zu erzählen.

ROLLEN SIE DEN ROTEN TEPPICH AUS... … im Deutschen Filmmuseum Ob für Firmenjubiläum, Tagung, Galaveranstaltung, gemütliches Get Together oder private Veranstaltung – wir bieten für jeden Anlass ein exklusives und individuelles Konzept am Frankfurter Museumsufer. Sprechen Sie uns an!

Tel. 069 - 961 220 540 events@deutsches-filminstitut.de


LebensLanges

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Aus- und Weiterbildung

Kunst und Kultur

Lesen und Hören

Gesellschaft und Umwelt

Gesundheit und Fitness

Reisen und Erleben Aktuelle Beiträge zu diesen Themen finden Sie unter

www.lebenslangeslernen.net Hermannstraße 54-56, 63263 Neu-Isenburg, Telefon 0 61 02 / 883 6020


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Die Revolution findet trotzdem statt Das Kino von Pier Paolo Pasolini In nur vierzehn Jahren, zwischen 1961 und 1975, schuf der Dichter, Romancier und Regisseur Pier Paolo Pasolini 22 Filme, die fast ausnahmslos zu den Schlüsselwerken des Weltkinos zählen. Höchstens bei Rainer Werner Fassbinder gibt es in der Filmgeschichte einen vergleichbaren künstlerischen Schaffensdrang, und ähnlich wie bei diesem ist jeder Film Pasolinis eine Herausforderung der gesellschaftlichen Ordnung und meist auch Anlass für einen Skandal. Von seinem Erstling ACCATTONE (IT 1961), einem schonungslosen Lebensbericht über die Armen der Vorstädte Roms, über seine Version der Passionsgeschichte IL VANGELO SECONDO MATTEO (IT/ FR 1964) bis hin zu seinem letzten Film SALÒ O LE 120 GIORNATE DI SODOMA (IT 1975), eine Adaption von de Sades „Die 120 Tage von Sodom oder die Schule der Libertinage“ über die letzten Stunden des faschistischen Regimes in Italien – Pasolinis Filme werfen auf immer neue Weise die Frage nach dem Zusammenhang von Sexualität, Spiritualität und Macht auf und machen das Kino zum Ort einer luziden Erkundung der Abgründe der herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Pasolini wurde im Alter von nur 53 Jahren ermordet, die Umstände seines gewaltsamen Todes wurden niemals vollständig aufgeklärt. Doch die revolutionäre Energie, mit der er sein Unbehagen an der italienischen und europäischen Nachkriegskultur formulierte, hat von ihrer Kraft bis heute nichts verloren. In der Vortragsreihe setzen sich namhafte internationale Experten wie Rembert Hüser, Klaus Theweleit oder Thomas Waugh mit Filmen Pasolinis auseinander. Die Reihe wird vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, dem Institut für Kunstgeschichte und dem Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Kino des Deutschen Filmmuseums als Teil der hessischen Filmund Medienakademie durchgeführt. Begleitend zu den Lectures zeigt das Kino jeden Mittwoch und Samstag Werke, die sich mit den Themen Pasolinis beschäftigen.


LECTURE & FILM

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Hat seinen Ruf aufs Spiel gesetzt: Pasolini, Totò und die Frage der Kultur Lecture von Prof. Vinzenz Hediger Warum hat der Dichter, Regisseur und linke Intellektuelle Pier Paolo Pasolini die Hauptrolle von UCCELLACCI E UCCELLINI von 1966 mit Totò besetzt, einem neapolitanischen Sänger, Dichter und Komödianten und dem größten Star des populären italienischen Kinos der ersten Jahrhunderthälfte? Und was genau meint Pasolini, wenn er Totò mit einer Stradivari vergleicht? Eine Nachforschung über das Kino und das Populäre in der Kultur. Vinzenz Hediger ist Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, zuvor lehrte er an der Universität Zürich und der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Filmphilosophie, die Geschichte der Film- und Medientheorie sowie die Erforschung nicht-kanonischer Filmformate.

UCCELLACCI E UCCELLINI Große Vögel, kleine Vögel Italien 1966. R: Pier Paolo Pasolini D: Totò, Ninetto Davoli, Femi Benussi. 89 Min. 35mm. OmU

Totò und sein Sohn Ninetto treffen sich auf einer Landstraße in der Umgebung von Rom und diskutieren über Gott und die Welt. Da gesellt sich ein sprechender Rabe zu ihnen, der Rabe der Ideologie, der intellektuelle Reden schwingt und marxistische Parolen von sich gibt. Er ermuntert die beiden, als Mönche verkleidet, den Spatzen und Falken das Evangelium zu predigen, ganz wie der Heilige Franziskus. Das Ergebnis ist jedoch überraschend. UCCELLACCI E UCCELLINI ist ein Film zwischen christlicher und kommunistischer Ideologie – und zugleich das letzte Mal, dass sich Pasolini in einem Film eingehend mit dem Subproletariat auseinandersetzt.

Donnerstag, 30.10 Lecture 20:15 Uhr Filmbeginn: ca. 21:15 Uhr


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LECTURE & FILM REQUIESCANT Mögen sie in Frieden ruh’n Italien/Deutschland 1967. R: Carlo Lizzani D: Pier Paolo Pasolini, Lou Castel, Mark Damon. 84 Min. 35mm. DF

Mittwoch, 01.10. 18:00 Uhr Samstag, 04.10. 18:00 Uhr

Requiescant, der Sohn eines ermordeten Revolutionsführers, rächt den Tod seiner Eltern, die von einer Bande skrupelloser Gangster umgebracht wurden. Gleichzeitig macht er sich auf die Suche nach seiner verschwundenen Stiefschwester. Pier Paolo Pasolini spielt in diesem realistisch gehaltenen Italo-Western den Priester Don Juan, einen Revolutionär und Underdog. Gemeinsam mit Requiescant probt er den Aufstand. Leider ist nur die aufgrund der brutalen Gewaltdarstellungen stark gekürzte deutsche Verleihfassung des Films verfügbar, das schauspielerische Können Pasolinis wird jedoch auch in dieser Fassung deutlich. L’AMORE Amore Italien 1948. R: Roberto Rossellini D: Anna Magnani, Federico Fellini, Peparuolo. 69 Min. 35mm. OmU

Samstag, 11.10. 18:00 Uhr Mittwoch, 15.10. 18:00 Uhr

L’AMORE ist eine gemeinsame Drehbucharbeit von Roberto Rossellini, Tullio Pinelli, Jean Cocteau und Federico Fellini, der auch vor der Kamera zu sehen ist. Der Film besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Episoden: UNA VOCE UMANA (Eine menschliche Stimme) ist ein Kammerspiel im Schlafzimmer und IL MIRACOLO (Das Wunder) im Freien, in der rauen Landschaft der Amalfi-Küste. In beiden Teilen spielt Anna Magnani die Hauptrolle – zunächst als verlassene Geliebte, dann als einsame Schäferin, die auf einen blonden Schäfer (Fellini) trifft. Nicht nur für Pier Paolo Pasolini waren Rossellini, Fellini und die Magnani prägende Persönlichkeiten des italienischen Films.


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LA NOTTE BRAVA Wir von der Straße Italien 1959. R: Mauro Bolognini. D: Rosanna Schiaffino, Tomas Milian. 95 Min. 35mm. OmeU. Drehbuch & Romanvorlage: Pier Paolo Pasolini

Die beiden Arbeitslosen Scintillone und Ruggeretto genießen die Freuden eines geglückten Diebstahls, bis sie von zwei Prostituierten um ihr gesamtes Geld erleichtert werden. Auf der Suche nach den beiden Mädchen kommt es zu einem weiteren Einbruch, der jedoch überraschend eine Einladung in eine luxuriöse Villa bringt. Der Weg zum ganz großen Geld scheint für die beiden frei – jedoch mit ungeahnten Folgen. Pier Paolo Pasolini schrieb sowohl die Romanvorlage „Ragazzi di Vita“ und arbeitete mit Laurence Bost gemeinsam an dem Drehbuch für Mauro Bologninis LA NOTTE BRAVA.

SAMMLUNG

VOLKER SCHLÖNDORFF Online-Aussstellung unter

schloendorff.deutsches-filminstitut.de

Mittwoch, 22.10. 18:00 Uhr Mittwoch, 29.10. 18:00 Uhr


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KINDERKINO Im Oktober geht es um die Rettung einer kleinen Dorfschule, die Bedrohung des Mumintals durch einen Kometen, zwei ungleiche Freunde, ein Haus voller verzauberter Spielsachen und um Alfie, der ein Geheimnis hütet. ELLA UND DAS GROSSE RENNEN Finnland 2012. R: Taneli Mustonen. D: Freika Teijonsalo, Jury Kortelainen, Artturi Auvinen. 81 Min. DCP. DF. Empfohlen ab 6 Jahren.

Freitag, 03.10. 14:30 Uhr Sonntag, 05.10. 15:00 Uhr

Weil der reiche Herr Yksi eine neue Formel-1-Rennstrecke bauen will, soll Ellas kleine Dorfschule abgerissen werden und alle Schüler in eine riesige Schule wechseln. Ella und ihre Freunde sind bereit zu kämpfen: Sie müssen ein Rennen gegen den zukünftigen Formel-1-Weltmeister und so ihre Wette mit Herrn Yksi gewinnen. Aber wie soll das mit einem motorlosen VW-Bus klappen? DIE MUMINS AUF KOMETENJAGD Finnland 2010. R: Maria Lindberg. Animation. 75 Min. Blu-ray. DF. Empfohlen ab 5 Jahren

Freitag, 10.10. 14:30 Uhr Sonntag, 12.10. 15:00 Uhr

Als der kleine Troll Mumin eines Morgens aufwacht, ist alles grau. Was ist geschehen? Mit Muminpapas Hilfe macht er sich auf den beschwerlichen Weg zur Sternwarte in den einsamen Bergen. Dort angekommen, müssen die Trolle erfahren, dass ein glühend roter Komet direkt auf das Mumintal zusteuert. Schnell treten sie die Rückreise an – schaffen sie es noch rechtzeitig, sich in Sicherheit zu bringen? Und was wird aus dem Mumintal?


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RICO, OSCAR UND DIE TIEFERSCHATTEN Deutschland 2014. R: Neele Leana Vollmer. D: Anton Petzold, Juri Winkler, Karoline Herfurth. 95 Min. DCP. Empfohlen ab 8 Jahren.

Rico und Oskar sind anders. Und obwohl auf ganz unterschiedliche Art, der eine tief-, der andere hochbegabt, ist dieses Anderssein das feste Band ihrer Freundschaft. Als Oskar von einem Kidnapper entführt wird, will Rico, der schon Schwierigkeiten beim Finden des eigenen Kinderzimmers hat, seinen Freund retten und begibt sich auf eine abenteuerliche Tour durch die Großstadt Berlin.

Freitag 17.10. 14:30 Uhr Sonntag 19.10. 15:00 Uhr

DAS MAGISCHE HAUS Belgien 2013. R: Ben Stassen, Jeremie Degruson. 85 Min. DCP. DF. Animation. 3D. Empfohlen ab 8 Jahren.

Auf der Flucht vor einem Sturm findet Kater Thunder Unterschlupf im Haus des Zauberers Lawrence, der ihn freundlich aufnimmt. Bei seinen neuen Mitbewohnern, einer Truppe verzauberter Spielsachen, fühlt Thunder sich sehr wohl. Doch als Lawrence ins Krankenhaus muss und sein zwielichtiger Neffe das harmonische Miteinander im magischen Haus bedroht, halten alle zusammen.

Freitag 24.10. 14:30 Uhr Sonntag 26.10. 15:00 Uhr

ALFIE, DER KLEINE WERWOLF Niederlande 2012. R: Joram Lürsen. D: Ole Kroes, Maas Bronkhuyzen, Remko Vrijdag. 89 Min. DCP. DF. Empfohlen ab 8 Jahren.

Alfie, ein zarter, etwas ängstlicher Junge, wurde als Findelkind von den Vriends adoptiert. An seinem siebten Geburtstag wacht er um Mitternacht auf und erschrickt beim Blick in den Spiegel: Plötzlich hat er spitze Ohren und ein Fell – Alfie hat sich in einen Werwolf verwandelt. Von diesem Tag an hütet Alfie ein Geheimnis, das bei jedem Vollmond gelüftet werden könnte...

Freitag 31.10. 14:30 Uhr Sonntag 02.11. 15:00 Uhr


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SPECIALS

WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM? In Kooperation mit

In der Reihe WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM? präsentiert das Kino des Deutschen Filmmuseums einmal im Monat ein aktuelles Werk mit anschließendem Filmgespräch. Im Oktober zeigt das Kino mit dem mutigen Genrestoff DER SAMURAI von Till Kleinert ein Werk, das beispielhaft für die Bemühungen junger Regisseure um neue deutsche Genrefilme ist. DER SAMURAI überzeugte Kritiker wie Publikum bei der diesjährigen Berlinale in der neugeschaffenen Reihe „Midnight Movies“ der Perspektive Deutsches Kino.

Till Kleinert, geboren 1980 in Berlin, zeichnete bereits in seiner Jugend Comics und drehte mit Freunden Videound Knet-Animationsfilme. Seit 2004 studiert er Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Während des Studiums drehte er als Autor und Regisseur mehrere preisgekrönte Kurzfilme, sein Langfilmdebüt DER SAMURAI ist zugleich sein Abschlussfilm. Seit 2005 gehört Kleinert dem Filmemacherverbund Schattenkante an.

DER SAMURAI Deutschland 2014. R: Till Kleinert D: Pit Bukowski, Michel Diercks, Katja Blachnik. 79 Min. DCP

Vorfilm HIGH WOOL Deutschland 2013. R: Moritz Mugler, Nikolai Maderthoner. 3 Min. DCP

Mittwoch, 29.10. 20:15 Uhr Im Anschluss spricht Rudolf Worschech (epd film) mit Till Kleinert über den Film.

Ein Wolf streift durch die brandenburgischen Wälder und bedroht ein kleines Dorf. Der junge Polizist Jakob ist ihm auf der Spur und begegnet einem drahtigen Mann mit wildem Blick und einem japanischen Schwert. Der Fremde versucht Jakob zu einem Kreuzzug gegen das Dorf zu verführen und bringt ihn damit an seine Grenzen. Doch das Unheil nimmt bereits seinen Lauf – erst unter Gartenzwergen und Wachhunden, dann unter den Bewohnern des Dorfes. Im Morgengrauen nach dieser rabenschwarzen Nacht ist nichts mehr, wie es einmal war. DER SAMURAI ist ein alptraumhafter Thriller mit so mysteriösen wie fantastischen Verwicklungen.


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LESUNG & FILM: Wolfgang Kohlhaase zu Gast Lesung aus „Um die Ecke in die Welt“ Wolfgang Kohlhaase gilt als einer der wichtigsten Drehbuchautoren der deutschen Filmgeschichte. So erhielt er den Goldenen Ehrenbären auf der Berlinale 2010 und den Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk 2011. Kohlhaase liest im Deutschen Filmmuseum aus seinem zur Buchmesse erschienenen Essayband „Um die Ecke in die Welt“, in dem er Anekdoten aus der deutschen Filmbranche, von Stars und Sternchen erzählt sowie Gedanken und Erinnerungen zu Kollegen, Freunden oder früheren Filmarbeiten schildert.

Zu Gast: Wolfgang Kohlhaase

Wolfgang Kohlhaase, geboren 1931 in Berlin, lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR und ist seit 1952 freischaffender Schriftsteller und Drehbuchautor. Sein Durchbruch gelang ihm Mitte der 1950er Jahre mit einer Reihe von neo-realistischen Filmen unter der Regie von Gerhard Klein. 1967 markierte das antifaschistische Kriegsdrama ICH WAR NEUNZEHN den Beginn einer langjährigen kreativen Partnerschaft von Kohlhaase mit dem Regisseur Konrad Wolf, mit dem er bis zu dessen Tod herausragende Filme wie DER NACKTE MANN AUF DEM SPORTPLATZ und SOLO SUNNY realisierte. Seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Frank Beyer überdauerte gar den Fall der Berliner Mauer. Kohlhaase schrieb seit der Wende Drehbücher für so herausragende Regisseure wie Volker Schlöndorff und Andreas Dresen und lehrt an verschiedenen Hochschulen. SOMMER VORM BALKON Deutschland 2005. R: Andreas Dresen. Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase D: Inka Friedrich, Nadja Uhl.105 Min. 35mm

Nike und Katrin wohnen in einem alten Mietshaus im Berliner Osten und sind beste Freundinnen. Die schlagfertige Nike arbeitet als Altenpflegerin, die geschiedene Katrin sucht schon lange einen Job und kümmert sich um ihren Sohn Max. Die lauen Sommernächte indes verbringen die beiden Frauen gemeinsam auf Nikes Balkon, teilen ihre Erlebnisse und ihre Träume auf der Suche nach dem Glück. Trotz getrennter Wohnungen leben sie so irgendwie zusammen, doch als der LKWFahrer Ronald auf der Bildfläche erscheint, droht sich dieses Leben grundlegend zu ändern.

Donnerstag, 09.10. 20:15 Uhr: Lesung aus „Um die Ecke in die Welt“ von Wolfgang Kohlhaase Ca. 21:00 Uhr: Filmbeginn Nach dem Film: Publikumsgespräch & Wolfgang Kohlhaase signiert sein Buch


SPECIALS

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Importing Asta Nielsen: The International Film Star in the Making 1910–1914

importing asta nielsen Importing Asta Nielsen: The International Film Star in the Making 1910–1914 Editors: Martin Loiperdinger and Uli Jung

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Samstag, 18.10. 18:00 Uhr Klavierbegleitung: Ulrich Rügner Die Datenbank „Importing Asta Nielsen“ sammelt Zeitungsanzeigen zu Asta-Nielsen-Filmen und gewährt so Einblicke ins frühe Filmbusiness am Beispiel der ersten Diva des Kinos: www.importingasta-nielsen. deutschesfilminstitut.de

Asta Nielsen wird internationaler Filmstar Buchvorstellung und Filmpräsentation von Martin Loiperdinger (Universität Trier) Nach den großen Erfolgen ihres Debütfilms ABGRÜNDE (DK 1910) engagierte die Frankfurter Projektions-AG „Union“ die dänische Theaterschauspielerin Asta Nielsen 1911 exklusiv für drei Jahre: Bis 1914 musste sie mit ihrem Regisseur Urban Gad in Berlin und Babelsberg 30 Spielfilme drehen: Drei Asta-Nielsen-Serien kamen weltweit in den Vertrieb. Mit dem Beinamen „Duse der Kino-Kunst“ wurde die Dänin international zum ersten weiblichen Star des langen Spielfilms. Die Trierer Filmhistoriker Martin Loiperdinger und Uli Jung gaben kürzlich in der Reihe KINtop den Konferenzband „Importing Asta Nielsen“ heraus. Die gleichnamige Tagung ging im September 2011 im Kino des Deutschen Filmmuseums über die Bühne. Fallstudien aus mehr als 20 Ländern erforschen in dem Band den Beginn des Starsystems mit der „Marke“ Asta Nielsen. Martin Loiperdinger erläutert in seinem Vortrag die Grundlagen von Asta Nielsens steilem Aufstieg. Im Anschluss wird ein Film aus der ersten Asta-Nielsen-Serie gezeigt, DIE ARME JENNY (DE 1912, R: Urban Gad).

ARMUT IST EINE FRAU DIE FREUDLOSE GASSE Deutschland 1925. R: Georg Wilhelm Pabst D: Asta Nielsen, Greta Garbo. 145 Min. 35mm. In Kooperation mit

Freitag, 31.10. 17:30 Uhr Klavierbegleitung: Maud Nelissen Eintritt frei

Das Kino im Deutschen Filmmuseum zeigt in Kooperation mit dem Frauenreferat Frankfurt und der Kinothek Asta Nielsen e.V. das restaurierte Meisterwerk Die freudlose Gasse als Abschluss der Filmreihe zur Kampagne „Armut ist eine Frau“. Das so faszinierende wie niederschmetternde Gesellschaftsdrama kreist um das Schicksal von vier Frauen unterschiedlicher sozialer Schichten vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise. Der Film thematisiert die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Frauen – heute wie damals ein hochaktuelles Problem.


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Happy Birthday Lilo Pulver Liselotte Pulver zum 85. Geburtstag DIE ZÜRCHER VERLOBUNG BRD 1957. R: Helmut Käutner. D: Liselotte Pulver, Paul Hubschmid, Bernhard Wicki, Wolfgang Lukschy. 106 Min. 35mm

Zum 85. Geburtstag von Liselotte „Lilo“ Pulver zeigen wir einen ihrer schönsten Filme: DIE ZÜRCHER VERLOBUNG, eine mit zahlreichen ironischen Seitenhieben auf die Filmbranche gewürzte Komödie von Helmut Käutner nach einem Bestsellerroman von Barbara Noack. Liselotte Pulver spielt darin die begabte junge Schriftstellerin Juliane Thomas, die sich gerade von ihrem langjährigen Freund getrennt hat. Sie verliebt sich in einen charmanten Schweizer Arzt, und als auch noch eine Filmfirma ihr neuestes Drehbuch kauft, scheint ihrem Glück nichts mehr im Wege zu stehen...

Samstag, 11.10. 16:00 Uhr

Matinée für Heinz Rühmann Heinz Rühmann zum 20. Todestag QUAX, DER BRUCHPILOT Deutschland 1941. R: Kurt Hoffmann D: Heinz Rühmann, Lothar Firmans, Karin Himboldt. 92 Min. DCP

Anlässlich des 20. Todestages von Heinz Rühmann zeigen wir mit QUAX, DER BRUCHPILOT einen Film, in dem Rühmann in seiner Paraderolle als liebenswürdiger Tollpatsch glänzt. Der 1941, zur NS-Zeit, entstandene QUAX wurde nach Kriegsende von den Alliierten zunächst verboten, in der BRD dann jedoch wieder freigegeben. Der kleine Angestellte Otto Groschenbügel, genannt Quax, gewinnt eine Ausbildung zum Sportflieger. Trotz vieler Streiche und Missgeschicke auf der Fliegerschule entgeht er immer wieder dem Rauswurf, bis der „Bruchpilot“ seine Kameraden und die nette Marianne beeindrucken will. Der begeisterte Sportflieger Rühmann drehte alle Stunts selbst, darunter auch die Kunstflugeinlagen.

Sonntag, 05.10. 12:00 Uhr


SPECIALS

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KINO UND COUCH Auf der Suche nach sich selbst – Erwachsenwerden im Kino In der Reihe Kino & Couch zeigt das Deutsche Filmmuseum zusammen mit dem Frankfurter Psychoanalytischen Institut ausgewählte Filme, die sich mit dem Erwachsenwerden beschäftigen. An die Vorführung schließt sich ein Dialog aus psychoanalytischer und filmwissenschaftlicher Perspektive sowie eine Diskussion mit dem Publikum an. ADORATION Simons Geheimnis Kanada 2008, R: Atom Egoyan. D: Scott Speedman, Rachel Blanchard, Kenneth Welsh. 100 Min. 35mm. OmU

Donnerstag, 16.10. 20:00 Uhr Filmwissenschaftlicher Kommentar: Heike Kühn Psychoanalytischer Kommentar: Hanna Gekle

Simon ist Sohn muslimisch-christlicher Eltern, die bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Seitdem lebt der schwer traumatisierte Junge bei seinem Onkel. Als er sich in der Schule mit den Ereignissen des 11. September 2001 befasssen soll, behauptet Simon, der Sohn eines Terroristen zu sein, der ein Flugzeug in die Luft zu sprengen versuchte. Simon verstrickt sich zwischen Vergangenheitsbewältigung und Identitätssuche immer mehr in einem Netz aus Wahrheit und Lügen.

SACRO GRA Nicolò Bassetti präsentiert SACRO GRA: Ein Projekt, ein Buch, ein Film Zu Gast: Nicolò Bassetti

Nach der Idee von Nicòlo Bassetti entstand SACRO GRA, der beim 70. Filmfestival von Venedig 2013 als erster Dokumentarfilm überhaupt mit dem Goldenen Löwen als Bester Film ausgezeichnet wurde und die Menschen an Roms Peripherie porträtiert. SACRO GRA Das andere Rom Italien 2013. R: Gianfranco Rosi. Dokumentarfilm. 93 Min. DCP. OmU

Sonntag, 12.10. 19:45 Uhr In Kooperation mit

Es gibt das Rom der Paläste, Gärten und historischen Sehenswürdigkeiten. Und es gibt ein ganz anderes Rom, abseits vom Zentrum und allen Touristenattraktionen, das Rom der Vororte, entlang des riesigen Autobahnrings, des „Grande Raccordo Anulare“ (GRA), der die italienische Hauptstadt auf 70 Kilometern Länge umkreist. Aus einer Wanderung entlang dieses Gürtels aus Beton entwickelte Nicòlo Bassetti das Projekt „Sacro Gra“, bestehend aus dem gleichnamigen Film, einem Buch, einer Website und einer Ausstellung, die derzeit noch in Vorbereitung ist.


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WELTTAG DES AUDIOVISUELLEN ERBES Der „Tag des audiovisuellen Erbes“ erinnert an die „Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder“, die die UNESCO am 27. Oktober 1980 verabschiedet hat. Der Welttag soll auf die Notwendigkeit hinweisen, das audiovisuelle Kulturerbe zu schützen.

Einführung: Thomas Worschech

HARRY WIRD MILLIONÄR Deutschland 1918 R: Emil Albes. D: Harry Lambertz-Paulsen, Emil Sondermann, Trude Papst. 39 Min. DCP Der Film wurde im EFG1914 Projekt digitalisiert, Ausgangsmaterialien für die Restaurierungsarbeit waren historische Kinokopien aus der Sammlung des DIF und des Dänischen Filminstituts.

HARRY WIRD MILLIONÄR ist ein Titel der fast in Vergessenheit geratenen Spielfilm-Serie mit Harry LambertzPaulson in der Hauptrolle als charmant-naiver Nichtsnutz. Harry wird, gänzlich unverdient, zum Millionär. Aber nicht nur Reichtum ist sein Ziel, auch die Hand der Millionärstochter – dies zum Schrecken seines Schwiegervaters in spe. Als Vorfilme zu sehen: FRÄULEIN ZAHNARZT (DE 1918) und DER ERFINDER (DE/FR 1911).

Montag, 27.10. 20:00 Uhr Klavierbegleitung: Ulrich Rügner

FILMGESPRÄCH MIT ZEITZEUGE MEINE MUTTER, DIE MANDSCHURISCHE PRINZESSIN Eine deutsch-chinesische Kindheit im alten Shanghai Deutschland 2014. R: Frank Sieren, Martin Gronemeyer, Anke Redl. 45 Min.

Zu Gast: Theodor Heinrichsohn

Die WDR-Produktion porträtiert Theodor „Teddy“ Heinrichsohn, der als Kind eines deutschen Missionars und einer mandschurischen Prinzessin im Shanghai der 1930er bis frühen 1950er Jahre aufwuchs. Er wurde Zeuge der japanischen Invasion in China und erlebte mit, wie die Stadt in den Sog des Zweiten Weltkriegs geriet. 1955 wurde er des Landes verwiesen – seine Mutter sah er nie wieder, da sie das Land nicht verlassen durfte. Der Filmemacher Frank Sieren begleitete Heinrichsohn bei seiner Reise nach Shanghai, wo er alte Schulfreunde wiedertrifft und von seinen Erinnerungen erzählt.

Montag, 20.10. 19:00 Uhr Eintritt frei In Kooperation mit


Im Kino 01.-15. Oktober 2014

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tagsüber

18.00 Uhr

01

Mi

REQUIESCANT ≥ S. 38 Mögen sie in Frieden ruh'n IT/DE 1967. Carlo Lizzani. 92 Min. DF

02

Do

MIES VAILLA MENNEISYYTTÄ ≥ S. 15 Der Mann ohne Vergangenheit FI/DE/FR 2002. Aki Kaurismäki. 97 Min. OmU

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Fr

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Sa

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So

ELLA UND DAS GROSSE RENNEN ≥ S. 40 FI 2012. Taneli Mustonen. 81 Min. DF 14:30 Uhr

HIROSHIMA MON AMOUR ≥ S. 23 FR 1959. Alain Resnais. 89 Min. OmeU

REQUIESCANT ≥ S. 38 Mögen sie in Frieden ruh'n IT/DE 1967. Carlo Lizzani. 92 Min. DF QUAX, DER BRUCHPILOT ≥ S. 45 DE 1941. Kurt Hoffmann. 92 Min. DCP 12:00 Uhr

LAITAKAUPUNGIN VALOT ≥ S. 15 Lichter der Vorstadt FI/DE/FR 2006. Aki Kaurismäki. 80 Min. OmU

ELLA UND DAS GROSSE RENNEN ≥ S. 40 FI 2012. Taneli Mustonen. 81 Min. DF 15:00 Uhr

06

Mo

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Di

GALLIPOLI ≥ S. 32 AU 1981. Peter Weir. 111 Min. OF

08

Mi

SONDANKYLA IKUISESTI: ELOKUVAN VUOSISTA ≥ S. 16 Sodankylä Forever: The Century of Cinema FI 2010. Peter von Bagh. 90 Min. OmeU Zu Gast: A. Kaurismäki + P.v. Bagh

09

Do

HELSINKI, IKUISESTI ≥ S. 17 Helsinki Forever FI 2008. Peter von Bagh. 74 Min. OmeU

10

Fr

DIE MUMINS AUF KOMETENJAGD ≥ S. 40 FI 2010. Maria Lindberg. 75 Min. DF 14:30 Uhr

LA GUERRE EST FINIE ≥ S. 24 FR 1966. Alain Resnais. 121 Min. OmU

11

Sa

DIE ZÜRCHER VERLOBUNG ≥ S. 45 BRD 1957. Helmut Käutner. 106 Min. 16:00 Uhr

L'AMORE ≥ S. 38 Amore IT 1948. Roberto Rossellini. 69 Min. OmU

12

So

DIE MUMINS AUF KOMETENJAGD ≥ S. 40 FI 2010. Maria Lindberg. 75 Min. DF 15:00 Uhr

JUHA ≥ S. 17 FI 1937. Nyrki Tapiovaara. 101 Min. OmeU 17:30 Uhr

13

Mo

KEINE VORSTELLUNGEN

14

Di

THE HALFMOON FILES ≥ S. 33 DE 2007. Philip Scheffner. 87 Min.

15

Mi

L'AMORE ≥ S. 38 Amore IT 1948. Roberto Rossellini. 69 Min. OmU

KEINE VORSTELLUNGEN

Kaurismäki DF Dt. Fassung

Bewusste Halluzinationen OF Originalfassung

o.D. Ohne Dialog

Marseille

LUCAS


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20.30 Uhr

22.30 Uhr

HIROSHIMA MON AMOUR ≥ S. 23 FR 1959. Alain Resnais. 89 Min. OmeU

Mi

01

L'ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD ≥ S. 23 FR 1961. Alain Resnais. 94 Min. OmU

Do

02

MIES VAILLA MENNEISYYTTÄ ≥ S. 15 Der Mann ohne Vergangenheit FI/DE/FR 2002. Aki Kaurismäki. 97 Min. OmU

VIVA LA MUERTE ≥ S. 11 FR/TN 1971. Fernando Arrabal. 90 Min. DF

Fr

03

L'ANNÉE DERNIÈRE À MARIENBAD ≥ S. 23 FR 1961. Alain Resnais. 94 Min. DF

SUSPIRIA ≥ S. 12 IT 1977. Dario Argento. 97 Min. engl. OF

Sa

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So

05

Mo

06

LAITAKAUPUNGIN VALOT ≥ S. 15 Lichter der Vorstadt FI/DE/FR 2006. Aki Kaurismäki. 80 Min. OmU

Di

07

LE HAVRE ≥ S. 16 FI/FR/DE 2011. Aki Kaurismäki. 93 Min. OmU 20:15 Uhr Zu Gast: A. Kaurismäki + P.v. Bagh

Mi

08

Wolfgang Kohlhaase liest aus seinem Buch Um die Ecke in die Welt Im Anschluss: SOMMER VORM BALKON ≥ S. 43 DE 2005. Andreas Dresen. 105 Min. 20:15 Uhr

Do

09

LA GUERRE EST FINIE ≥ S. 24 FR 1966. Alain Resnais. 121 Min. OmU

MITTSOMMERNACHTSTANGO ≥ S. 17 DE/AR/FI 2012. Viviane Blumenschein. 82 Min.

SUSPIRIA ≥ S. 12 IT 1977. Dario Argento. 97 Min. engl. OF

Fr

10

STAVISKY ≥ S. 24 FR 1974. Alain Resnais. 120 Min. OmeU

VIVA LA MUERTE ≥ S. 11 FR/TN 1971. Fernando Arrabal. 90 Min. DF

Sa

11

So

12

Mo

13

IHMISET SUVIYÖSSÄ ≥ S. 18 People in the Summer Night FI 1948. Valentin Vaala. 66 Min. OmeU

Di

14

STAVISKY ≥ S. 24 FR 1974. Alain Resnais. 120 Min. OmeU

Mi

15

SACRO GRA ≥ S. 46 Das andere Rom IT. 2013. Gianfranco Rosi. Dokumentarfilm. 93 Min. OmU 19:45 Uhr

Kinderkino

Klassiker & Raritäten OmU Original mit dt. Untertiteln

Late Night Kultkino

Specials

OmeU Original mit engl. Untertiteln


Im Kino 16. - 30. Oktober 2014

50

tagsüber

18.00 Uhr

16

Do

17

Fr

18

Sa

19

So

20

Mo

MEINE MUTTER, DIE MANDSCHURISCHE PRINZESSIN ≥ S. 47 DE 2014. Frank Sieren. 45 Min. Zu Gast: Theodor Heinrichsohn 19:00 Uhr

21

Di

NIEMANDSLAND ≥ S. 33 DE 1931. Viktor Trivas. 82 Min. OF

22

Mi

LA NOTTE BRAVA ≥ S. 39 Wir von der Straße IT 1959. Mauro Bolognini. 95 Min. OmeU

23

Do

EVAKKO ≥ S. 20 FI 1956. Ville Salminen. 98 Min. OmeU

24

Fr

DAS MAGISCHE HAUS ≥ S. 41 BE 2013. Ben Stassen, Jeremie Degruson. 85 Min. DF 14:30 Uhr

ON CONNAIT LA CHANSON ≥ S. 27 FR 1997. Alain Resnais. 120 Min. OmU

25

Sa

Filme von Len Lye, Robert Breer, Stan Brakhage und Maurice Lemaïtre ≥ S. 29 1930-2001. 65 Min. OF 16:00 Uhr Einführung: Christophe Bichon (engl.)

Der Schnitt im Avantgarde, Filme T.O.U.C.H.I.N.G, ZORNS LEMMA ≥ S. 29 US 1968-1970. 74 Min. OF Vortrag: Vincent Deville (engl.)

26

So

Paris in den 1970er Jahren - Filme von Gisèle und Luc Meichler ≥ S. 30 FR 1975-1980. 80 Min. 12:00 Uhr Einführung: Christophe Bichon (engl.)

Filme von Rose Lowder und Cécile Fontaine ≥ S. 30 FR 1982-2011. 70 Min. OF 17:00 Uhr Einführung: K. Gramann & H. Schlüpmann

DAS MAGISCHE HAUS ≥ S. 41 BE 2013. Ben Stassen, Jeremie Degruson. 85 Min. DF 15:00 Uhr

16mm in den 2000er Jahren ≥ S. 30 2002-2014. 75 Min. OF 19:00 Uhr Einführung: Louise Burkart

MUISTEJA - PIENI ELOKUVA 1950 IUVUN ≥ S. 18 Remembrance A Small Movie About Oulu in the 1950s FI 2014. Peter von Bagh. 69 Min. OmeU RICO, OSCAR UND DIE TIEFERSCHATTEN ≥ S. 41 DE 2014. Neele Leana Vollmer. 95 Min. 14:30 Uhr

MON ONCLE D'AMERIQUE ≥ S. 25 FR 1980. Alain Resnais. 126 Min. OmeU Buchpräsentation: KINtop: „Importing Asta Nielsen“ Im Anschluss: DIE ARME JENNY ≥ S. 44 DE 1912. U. Gad. 31 Min.

RICO, OSCAR UND DIE TIEFERSCHATTEN ≥ S. 41 DE 2014. Neele Leana Vollmer. 95 Min. 15:00 Uhr

SININEN VIIKO BLUE WEEK ≥ S. 19 Blue Week FI 1954. Matti Kassila. 79 Min. OmeU

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Mo

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Di

MAJUBS REISE ≥ S. 34 DE 2013. Eva Knopf. 45 Min. Zu Gast: Eva Knopf

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Mi

LA NOTTE BRAVA ≥ S. 39 Wir von der Straße IT 1959. Mauro Bolognini. 95 Min. OmeU

30

Do

LES HERBES FOLLES ≥ S. 27 FR 2009. Alain Resnais. 104 Min. OmU 17:45 Uhr

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Fr

ALFIE, DER KLEINE WERWOLF ≥ S. 41 NL 2012. Joram Lürsen. 89 Min. DF 14:30 Uhr Bewusste Halluzinationen DF Dt. Fassung

OF Originalfassung

DIE FREUDLOSE GASSE ≥ S. 44 DE 1925. Georg Wilhelm Pabst. 145 Min. 17:30 Uhr Mit Klavierbegleitung Finnland o.D. Ohne Dialog

Alain Resnais

Light Cone


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20.30 Uhr

22.30 Uhr

ADORATION ≥ S. 46 20:00 Uhr Simons Geheimnis CA 2008. Atom Egoyan. 100 Min. OmU Mit Gespräch

Do

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JUHA ≥ S. 19 FI/DE/FR 1999. Aki Kaurismäki. 78 Min. Ohne Dialog

FANDO Y LIS ≥ S. 12 MX 1968. Alejandro Jodorowsky. 96 Min. OmU

Fr

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MON ONCLE D'AMERIQUE ≥ S. 25 FR 1980. Alain Resnais. 126 Min. OmeU 20:15 Uhr

PETER IBBETSON ≥ S. 13 US 1935. Henry Hathaway. 88 Min. OF

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TUNTEMATON SOTILAS ≥ S. 20 The Unknown Soldier FI 1956. Edvin Laine. 180 Min. OmeU 20:00 Uhr

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NO SMOKING ≥ S. 26 FR 1993. Alain Resnais. 144 Min. OmU

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VOUS N'AVEZ ENCORE RIEN VU ≥ S. 26 FR 2002. A. Resnais. 115 Min. OmU

Do

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SMOKING ≥ S. 25 FR 1993. Alain Resnais. 140 Min. OmU

JÄNIKSEN VUOSI ≥ S. 21 The Year of the Hare FI 1977. Risto Jarva. 128 Min. OmeU 20:15 Uhr

PETER IBBETSON ≥ S. 13 US 1935. Henry Hathaway. 88 Min. OF

Fr

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Filme von Frédérique Devaux, Franciebvan Everdingen, Nathaniel Dorsky ≥ S. 29 2001-2013. 77 Min. OF

FANDO Y LIS ≥ S. 12 MX 1968. Alejandro Jodorowsky. 96 Min. OmU

Sa

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ON CONNAIT LA CHANSON ≥ S. 27 FR 1997. Alain Resnais. 120 Min. OmU 20:45 Uhr

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HARRY WIRD MILLIONÄR ≥ S. 47 DE 1918. Emil Albes. u.a. 39 Min. 20:00 Uhr Einführung: Thomas Worschech

Mo

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VALKOISET RUUSUT ≥ S. 21 White Roses FI 1943. Hanun Leminen. 105 Min. OmeU

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DER SAMURAI ≥ S. 42 DE 2014. Till Kleinert. 79 Min. 20:15 Uhr Zu Gast: Till Kleinert. Vorfilm: High Wool

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UCCELLACCI E UCCELINI ≥ S. 37 Große Vögel, kleine Vögel IT 1966. Pier Paolo Pasolini. 89 Min. OmU 20:15 Uhr Lecture: Prof. Vinzenz Hediger

Do

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LES HERBES FOLLES ≥ S. 27 FR 2009. Alain Resnais. 104 Min. OmU Lecture & Film

ADAPTATION ≥ S. 13 US 2002. Spike Jonze. 115 Min. OF

Klassiker & Raritäten OmU Original mit dt. Untertiteln

Kinderkino

Specials

OmeU Original mit engl. Untertiteln


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SERVICE Kino des Deutschen Filmmuseums Schaumainkai 41 · 60596 Frankfurt am Main Information & Ticketreservierung: Tel.: 069 - 961 220 220 Kino kino-des-deutschen-filmmuseums.de Eintrittspreise Regulär: 7,- Euro Ermäßigt (Schüler/Studenten): 5,- Euro, Schwerbehinderte: 3,50 Euro Filme mit Gästen, Musikbegleitung, Lecture, 3D: 2,- Euro Zuschlag Für Frankfurt-Pass-Inhaber ermäßigen sich die regulären Preise um die Hälfte. Kinderkino Für Kinder und begleitende Erwachsene: 3,50 Euro; 3D: 1,- Euro Zuschlag Kinocard Ermäßigter Eintritt zu allen Kinoveranstaltungen Jahresbeitrag: 30,- Euro · ermäßigt: 20,- Euro Ticket: je 4,- Euro · ermäßigt: 3,- Euro Für Sonderveranstaltungen: 1,50 Euro Zuschlag Freundeskreis Freunde des Kinos erhalten die Kinocard, Vorzugskarten bei ausgewählten Filmveranstaltungen und bekommen das aktuelle Programm sowie den wöchentlichen Newsletter zugeschickt. Jahresbeitrag: 30,- Euro · unter 30-Jährige: 20,- Euro. Freunde des Museums erhalten freien Eintritt in alle Ausstellungen, Einladungen zu den Eröffnungen, den Newsletter und exklusive Informationen zu den Ausstellungen. Jahresbeitrag: 65,- Euro · unter 30-Jährige: 55,- Euro. Informationen: freunde-deutsches-filmmuseum.de freunde@deutsches-filminstitut.de Freunde von Kino und Museum erhalten zusätzlich: Einladungen zu exklusiven Veranstaltungen und zehn Prozent Ermäßigung auf Kataloge zu aktuellen Ausstellungen Jahresbeitrag: 95,- Euro · unter 30-Jährige: 80,- Euro Special für zwei Personen: 160,-Euro · unter 30-Jährige: 130,- Euro Förderkreis Die Mitglieder des Förderkreises tragen entscheidend dazu bei, dass das Deutsche Filminstitut neue attraktive Projekte initiieren kann. Bisher sind im Förderkreis rund 70 Persönlichkeiten engagiert, die die Vermittlung von Filmkultur im Haus am Schaumainkai besonders großzügig unterstützen. Kontakt: 069 - 961 220 226 oder foerderkreis@deutsches-filminstitut.de Newsletter Unser wöchentlicher Newsletter informiert per E-Mail mittwochs über Kino- und Ausstellungs-Programme. Anmeldung unter newsletter.deutsches-filmmuseum.de Programmheft Das monatlich erscheinende Programmheft liegt aus im Deutschen Filmmuseum sowie an ausgewählten Orten in Frankfurt und der Region.

Kulturpartner des Deutschen Filminstituts

Gegen Vorlage eines Škoda-Autoschlüssels erhält der Autobesitzer freien Eintritt in unsere Dauer- und Sonderausstellung.


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Museum deutsches-filmmuseum.de Di /Do-So 10:00 - 18:00 Uhr · Mi 10:00 - 20:00 Uhr · Mo geschlossen Dauerausstellung Eintrittspreise: 6,- Euro · ermäßigt: 3,- Euro Sonderausstellung Bewusste Halluzinationen. Der filmische Surrealismus 25. Juni bis 2. November 2014 Empfohlen ab 16 Jahren Eintrittspreise: 7,- Euro · ermäßigt: 5,- Euro Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt in die Ausstellungen frei. Kombitickets Dauerausstellung und Sonderausstellung: 10,- Euro · ermäßigt: 7,- Euro Offenes Filmstudio am Wochenende Samstags und sonntags sowie am Freitag, 5. September, von 14:00 -18:00 Uhr; Kostenfreies Angebot, Anmeldung nicht erforderlich Ort: 4. Stock Aktiv im Filmmuseum Nach Absprache: Führungen für Privatpersonen und Unternehmen (60,- Euro · ermäßigt: 35,- Euro), Filmanalyse (60,- Euro · ermäßigt: 35,- Euro), Seminare, Workshops (35,- bis 120,- Euro) und Kindergeburtstage (90,- Euro), jeweils plus ermäßigter Eintritt pro Person Nähere Informationen, Preise und Anmeldung unter: museumspaedagogik@deutsches-filminstitut.de Tel.: 069 - 961 220 223 mupaed.deutsches-filmmuseum.de Öffentliche, kostenfreie Führungen (Anmeldung nicht erforderlich; die Teilnehmer bezahlen lediglich den regulären Eintritt) Dauerausstellung: jeden Sonntag, 15:00 Uhr, Treffpunkt: 1. Stock Sonderausstellung: jeden Samstag, 15:00 Uhr, Treffpunkt: Erdgeschoss filmcafé Das filmcafé ist bis zum Beginn der letzten Kinovorstellung geöffnet. Flaschengetränke können mit ins Kino genommen werden. Anfahrt Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln U1, U2, U3, U8 (Schweizer Platz) · U4, U5 (Willy-Brandt-Platz) Straßenbahn 15/16 (Schweizer-/Gartenstraße) Buslinie 46 (Museumsuferlinie 46)

Mitglieder und Förderer


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Gästebuch

Dieter Hallervorden Am 26. August war der mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete Schauspieler Dieter Hallervorden zu Gast im Deutschen Filmmuseum. Vor ausverkauftem Kino erzählte der 78-Jährige von den intensiven Vorbereitungen und körperlichen Anstrengungen zum Film SEIN LETZTES RENNEN (DE 2013,

R: Kilian Riedhof), berichtete von den actionreichen Zeiten der Didi-Filme und gab einen interessanten Ausblick auf sein nächstes Projekt mit Til Schweiger. Seinen Besuch schloss er wie zu Zeiten von „Nonstop Nonsens“ mit einem gespielten Witz.

VORSCHAU NOVEMBER 2014

Dokumentarfilme von Michael Glawogger, Peter Liechti und Harun Farocki Der Österreicher Michael Glawogger, der Schweizer Peter Liechti, der Deutsche Harun Farocki – drei (Dokumentar-) Filmemacher, die vieles gemeinsam hatten: Einen sehr persönlichen Blick auf die Welt, das Pendeln zwischen verschiedenen filmischen Formen und Genres, die Suche nach immer neuen Ausdrucksformen, die Freude am filmischen Experiment, einen unabhängigen Geist und die grenzenlose Lust am Filmemachen. Alle drei sind in diesem Jahr viel zu früh gestorben – und hinterlassen eine große Lücke. Zur Erinnerung an diese filmischen Grenzgänger zeigen wir im November eine Auswahl ihrer Filme.


Deutsch

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gabe!

KAURISMÄKI ÜBER KAURISMÄKI Herausgegeben von Peter von Bagh Aus dem Finnischen von Helmut Diekmann 288 Seiten, 188 farbige Abbildungen Gebunden, Fadenheftung ISBN 978-3-89581-342-9 | 38,00 €

Erstmals Aki Kaurismäki im O-Ton. Die Gespräche des finnischen Autors und Filmhistorikers Peter von Bagh mit Aki Kaurismäki sind eine Reise in das Kaurismäki-Universum. Kaurismäkis pointierter Gesprächsstil verschafft überraschende Einblicke in sein Werk und sein Leben. Essays von Peter von Bagh zu allen Filmen, kurze Abrisse zentraler Motive des Regisseurs, ein Film- und Namensregister und knapp 200 farbige Abbildungen runden den Band ab.

TheaterFilmLiteratur seit 1983

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Deutsches Filmmuseum Deutsches Filminstitut Schaumainkai 41 60596 Frankfurt am Main www.deutsches-filmmuseum.de


Filmmuseum Oktober 2014 57

Kinoprogramm Ausstellungen 路 Projekte

Filmmuseum Oktober 2014  

Kinoprogramm, Ausstellungen, Projekte des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt am Main

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