

Deutsche BerlinOper Libretto
Mai 2026

Deutsche Oper Berlin, Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser , am Ende unserer Produktion von Wagners GÖTTERDÄMMERUNG steht ein Bild: Nachdem die Welt, deren Werden und Vergehen wir über vier Abende verfolgt haben, zugrunde gegangen ist, entsteht die Situation, mit der im RHEINGOLD alles begann. Das Spiel ist zuende, doch ein neues beginnt, sobald auf der Bühne der erste Ton angeschlagen wird. Bei den RING-Zyklen, die wir im Mai präsentieren, hat dieses Bild für mich eine persönliche Bedeutung: Mit den Aufführungen verabschiede ich mich nach 17 Jahren als Generalmusikdirektor von der Deutschen Oper Berlin, ihrem wunderbaren Orchester, den wundervollen Mitarbeitenden und auch von Ihnen, dem Pub likum. In der nächsten Spielzeit werden andere Künstler und Künstlerinnen hier ihre Visionen verwirklichen und Ihnen großes Musiktheater bieten. Ich bin mir sicher, dass Sie auch diesen Neuanfang mit der gleichen Leidenschaft und Begeisterung begleiten, die ich in all diesen Jahren erfahren durfte. Der Deutschen Oper Berlin werde ich als Gast verbunden bleiben. Über den RING sowie alles andere, was im Mai bei uns passiert, informiert Sie dieses Heft. Viel Vergnügen! Ihr Donald Runnicles
Sir Donald Runnicles, scheidender Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, im Orchesterprobensaal, der wie ein akustisch perfekt austarierter Hörsaal anmutet. Unzählige große und bewegende Opernmomente entstanden hier an den eng gestellten Notenpulten und Stuhlreihen

A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM im Mai > 2 im Spielplan
3 Fragen
Countertenor Iestyn Davies über Oberon, Benjamin Britten und die dunklen Seiten des Feenkönigs sowie seines Komponisten
Wie oft standen Sie schon als Feenkönig auf der Bühne?
Mein Auftritt in Berlin wird die achte Inszenierung sein. Ich war als Oberon in Houston, an der English National Opera, der Metropolitan Opera, in Aldeburgh, in Santa Fe, in Garsington, Madrid . . .
Wie fühlt es sich an, Oberon zu singen?
Man steht mit enormer Präsenz inmitten dieser wundervollen Musik und singt ironischerweise recht wenig. Ich bin wie eine Zwiebel, jede Produktion hat eine Schicht hinterlassen. Und je nach Inszenierung kann ich das Wohlwollende oder das Dunkle betonen.
Ted Huffmans Inszenierung thematisiert auch die unterdrückte Sexualität Brittens. Wie stehen Sie dazu?
Das ist wichtig und richtig, schließlich leben wir im Jahr 2026. Es gibt unsichtbare Grenzen, man spürt sofort, wenn sie verschoben werden. Es ist wichtig, dass wir uns für diese Themen sensibilisieren.
Online: Iestyn Davies erzählt, was er in Brittens Archiv entdeckt hat



Gleich passiert’s
Richard Wagner
DAS RHEINGOLD, 4. Szene
Mit seinem Hammerwurf vertreibt Gott Donner die Wolken und macht den Blick frei auf die neue Götterresidenz Walhall.
Weiße Tücher bilden ein Leitmotiv in Stefan Herheims Inszenierung des RING und sorgen immer wieder für spektakuläre Effekte.
Neu an unserem Pult

Die Finnin setzt sich intensiv mit der Musik Benjamin Brittens auseinander. Unter anderem leitet sie das Lahti Symphony Orchestra
A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM im Mai > 2 im Spielplan
Dalia Stasevska hat Benjamin Brittens
A
MIDSUMMER
NIGHT’S
DREAM
schon in Glyndebourne dirigiert. Nun gibt sie bei uns ihr Debüt in Berlin
Diese Oper ist wie Shakespeare lesen. Sie klingt sehr britisch, zurückhaltend, teilt ihre Raffinesse nach und nach mit. Ich brauchte eine Weile, um sie zu verstehen. Sie ist wie ein Theaterstück, fast wie ein Comic, Szene für Szene wird etwas mitgeteilt, wir selbst stellen die Verbindung zwischen den einzelnen Bildern her. Dabei hilft uns die Musik. Ich kenne wenige Opern, die so fein orchestriert sind, die Besetzung im Graben ist gar nicht mal so groß, aber die Kreativität, mit der Britten die Instrumente einsetzt, um eine Geschichte mit modernen Mitteln zu erzählen, ist atemberaubend. Britten ist einer der wichtigsten Komponisten meines Repertoires, ich durfte die Oper 2023 zum ersten Mal dirigieren, die legendäre Produktion von Peter Hall in Glyndebourne, dem britischen Festival schlechthin. Welch ein Privileg, das Werk in dem Land einzustudieren, wo sie entstand. Ted Huffmans Berliner Inszenierung ist anders, moderner – also entsteht etwas anderes. Musik kennt keinen Status quo, auch Oper ist fließend, lebendig. Wie Britten in Berlin klingt, werden wir gemeinsam gestalten.

Azzuro spielte den »Siegfried-Ruf« 2024 in Bayreuth, als erster französischer Hornist in der Geschichte der Festspiele. Ein großer Moment für den Musiker aus Marseille
Mein Instrument
Der Hornist Pierre Azzuro besitzt als Musiker Nervenstärke. Die braucht er vor allem für sein Solo in Richard Wagners SIEGFRIED
Das Horn wird auch die Seele des Orchesters genannt. Es zeichnet sich durch einen warmen, vielschichtigen Klang aus und baut Brücken zwischen den Holz- und den Blechbläsern sowie den Streichern. Ich bin für das Horn entflammt, als ich sieben Jahre alt war: Ich blies hinein und konnte gleich einen Klang erzeugen, welch ein Erfolgserlebnis! Fürs Spiel braucht es vor allem innere Ruhe, Nervosität wird sofort hörbar. Das gilt besonders für den »Siegfried-Ruf« in Wagners RING DES NIBELUNGEN, eines der exponiertesten Horn-Soli. Es dauert nur zwei Minuten, aber die können sich ewig lang anfühlen. Ich bereite mich vor, indem ich die Stelle visualisiere, wie ein Läufer, der die vor ihm liegende Strecke im Kopf durchmisst. Der Fehler wäre, es allen zeigen zu wollen, im Sinne von: »Ich bin der beste Hornist der Welt«. Ich versuche in der Intimität des Moments zu bleiben und diese innere Mischung der Siegfried-Figur zu spüren: eine Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und Heldenmut.
SIEGFRIED im Mai > 6 im Spielplan
Dr. Takts Zeitreisen

Dr. Takt ist ein Zeitwanderer durch die Opernwelt. So manchen Komponisten besucht er. Wer weiß, ob er hier und da nicht sogar ein bisschen nachhilft?
Dr. Takt trifft an der englischen Ostküste Benjamin Britten, während der Komponist an seiner Shakespeare-Oper schreibt: A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM
Selbst wenn wir grundverschiedener Auffassung waren, über Musik habe ich mit Benjamin Britten nie gestritten. Dafür war er zu sehr Gentleman. Ich bin durch die Schule Schönbergs geprägt, die radikale, »kontinentale Nachkriegsavantgarde«, wie Britten sie genannt haben mochte. Er stand für die britische Tradition, die einen anderen Weg in die musikalische Moderne einschlug. Ich erinnere mich an einen Besuch im Spätsommer 1959 in seinem Landhaus in der Nähe von Aldeburgh. Für sein Festival schrieb er an einer Oper, die auf Shakespeares »Sommernachtstraum« basiert. Zur Zwölftontechnik meinte er, sie sei »musikhistorisch bestimmt wichtig, hochinteressant geradezu«. Ich hielt ihm daraufhin einen Vortrag, dass die Schönbergsche Zwölftontechnik von Gegnern missverstanden, als mechanistisch und kalt diffamiert werde. Weder ihr expressives Potenzial noch die kompositorisch-technischen Möglichkeiten würden von den wenigsten Komponisten verstanden. Britten lächelte ironisch und meinte, mein Vortrag sei „quite enlightening“ – und wir haben beide lachen müssen. Und dann wandte er die Technik selber so an, dass durch sie, wie in einem musikalischen Glasperlenspiel, schwebende, nächtliche Traumwelten entstehen. Bei der Uraufführung hat es nur kaum jemand bemerkt.


Mein Seelenort
Matthew Newlin Das Tempelhofer Feld in Berlin
Matthew Newlin ist aus
einer Kleinstadt in den USA in die Welt aufgebrochen: ein Reisender.
Das verbindet ihn mit Wagners Siegmund
Mein Seelenort ist das Tempelhofer Feld, es steht für ein Gefühl, den Transitzustand, in dem ich mich bewege: das permanente Dazwischen. Zwischen Engagements, Ländern und Städten. Ich bin stets auf Reisen, lerne neue Menschen kennen, entdecke neue Musik. Das ist nun meine Komfortzone, beim Unterwegssein kommt meine Seele zur Ruhe.
Schon als Junge träumte ich davon, die Welt zu sehen. Aber ich hätte mir nie vorstellen können, eines Tages als Opernsänger nach Europa zu gehen, in Berlin zu leben. Ich wuchs in Georgetown auf, einer Kleinstadt im Bundesstaat Illinois. Meiner Familie gehörte ein Stück Ackerland, wir waren Farmer. Für einen Small Town Boy wie mich öffnete sich das Fenster zur Welt vor allem durch Filme und Serien, die ich mit meiner Großmutter schaute.
Ihr Haus lag außerhalb der Stadt, ich verbrachte dort viel Zeit, es war der Seelenort meiner Kindheit.
Zu dem Haus führte ein schmaler Fußweg aus Steinplatten. Wie die Piste eines Flughafens. Die erste Startbahn meines Lebens. Ich denke jedes Mal an diesen Pfad, wenn ich auf dem Tempelhofer Feld in Berlin bin. Einer meiner absoluten Lieblingsplätze! Ein guter Ort für erste Dates. Oder um einfach ganz bei mir zu sein. Wenn ich über das stillgelegte Rollfeld spaziere, steigen Erinnerungen in mir auf. Die Piste ist wie ein Portal, durch das ich in meine Kindheit blicke. Wie oft bin ich über den steinernen Weg zum Haus meiner Großmutter gegangen. Jedes Mal kam mir ihr Hund entgegen, warf sich auf den Rücken, um gekrault zu werden. Eine fiese Katze lauerte im Gebüsch, um mich anzuspringen. Ein Topf voller Nudeln wartete auf dem Herd, nach dem Essen übte ich Klavier. Damals war ich Kirchenmusiker in unserer kleinen Gemeinde. Das gefiel meiner Großmutter. Sie stammte aus Polen und war eine sehr religiöse Frau.
Bis zum Studium kam ich nie mit Oper in Berührung. Dass ich überhaupt studierte, war keine Selbstverständlichkeit. Meine Schwester, meine Cousins und ich gehörten zur ersten Generation der Familie, die von zuhause wegging. Eigentlich wollte ich an der Southern Illinois University einen Abschluss in Piano machen. Aber ich war nicht gut genug, mir fehlte die klassische Technik. Der Dozent schlug mir vor, stattdessen in den Chor einzutreten, ich hätte eine schöne Stimme. So fing meine Karriere als Sänger an.
Als Stipendiat kam ich 2013 an die Deutsche Oper Berlin. Bis zum Ende der Saison 2023/2024 war ich festes Ensemblemitglied, seitdem bin ich als Freiberufler unterwegs. Ich habe so viele prägende Momente in Berlin erlebt! Auch meinen ersten Wagner sang ich
hier: den Steuermann im FLIEGENDEN HOLLÄNDER, 2017 in der Regie von Christian Spuck. Eine kleine Rolle, aber mit einer schönen Arie zu Beginn. Damals dachte ich, ich hätte Wagner durchdrungen. Das war eine Täuschung. Erst mit der Zeit entdeckte ich wichtige Details. Zum Beispiel, dass Lautstärke nicht alles ist. Ja, Wagner verlangt Kraft in der Stimme. Aber er hat so fein komponiert. Das Orchester lässt den Sängerinnen und Sängern auch genügend Raum, ohne dass sie sich verausgaben müssen.
Als Künstler nähere ich mich den Rollen über Gemeinsamkeiten zwischen mir und der Figur. Bei Siegmund aus Wagners WALKÜRE bin ich noch auf der Suche. Er ist ein heroischer Typ, strotzt vor maskuliner Energie. Das unterscheidet uns. Aber auch Siegmund befindet sich in einem Zwischenzustand: Er ist zugleich ein Flüchtender und ein Suchender. Er sucht nach Liebe und Verständnis, muss zu Beginn aber seinen Verfolgern entkommen. Zuflucht findet er im Haus von Hunding. Vielleicht ist das meine Startbahn?
Das Haus meiner Großmutter existiert inzwischen nicht mehr. Es brannte kurz nach ihrem Tod vollständig nieder. Das ist rund 20 Jahre her. Aber den Fußweg gibt es noch. Während auf dem Gelände längst alles verwildert ist, liegen die Steinplatten nach wie vor frei. Sooft es mich nach Georgetown verschlägt, fahre ich dorthin. Ich schwelge in Erinnerungen, weine für eine Weile. Aber auf eine reinigende Art. Es tut immer gut, sich darauf zu besinnen, woher man kommt. Bevor man sich wieder auf den Weg macht.
Kaputter Asphalt, trockenes Gras, Weite und Himmel: Das Tempelhofer Feld erinnert den Tenor an den Garten seiner Großmutter, wo er einen Teil seiner Kindheit verbrachte

DIE WALKÜRE im Mai > 4 im Spielplan
Wusstest du, dass
wir hier Mäuse haben?
Fanny Frohnmeyer leitet die Junge Deutsche Oper und öffnet für die Opernmäuse Türen, die sonst verschlossen bleiben
Opernmäuse ist ein Freizeitangebot für Kinder von 6 bis 10 Jahren – und zugleich ein echter Entdeckerclub!
Eine Saison lang dürfen sie bei uns Mäuschen spielen und die Deutsche Oper Berlin spielerisch von innen erleben. Wir schauen hinter die Kulissen, lernen bei einer Führung das ganze Haus kennen, entdecken im Orchesterprobesaal die Instrumente und besuchen Proben. Dabei wird schnell klar, wie viele Abteilungen und Menschen an einer Produktion beteiligt sind – von der Technik bis zur Maske. Ein besonderes Highlight ist für viele die Kostümabteilung. Kinder lieben es, sich zu verkleiden, und natürlich wird dort jeder noch so riesige Hut einmal aufgesetzt. Und wenn die Kinder unsere Sänger*innen persönlich treffen, merken sie: Das sind Menschen mit Stimmen, die Geschichten erzählen. All das soll vor allem Lust auf Oper machen, Neugier wecken, Staunen und das Gefühl vermitteln: Hier gehöre ich dazu!

Info zum Freizeitangebot »Opernmäuse«

Der Castingaufruf klang spannend. Man solle alt sein, mindestens 65 Jahre. Mit Nacktheit dürfe man keine Probleme haben. Fünf Freunde erzählen von ihrer Erfahrung im Tischlereiprojekt ENDLICH

Fünf von neun Performer*innen, von denen jeweils sieben auf der Bühne stehen. Von links: Alexander Nagel (81), Edel Lettow (77), Eberhard Delius (81), VAL (69), Jürgen Linneweber (73)

Sie spielen mit dem Ende Was mich bewegt
Edel Eine Freundin schickte mir den Link zum Casting. Ich fand es spannend, habe mich beworben, wollte schauen, wie weit ich überhaupt komme. Es gehe um eine experimentelle Oper über Altern und Sterben, man dürfe kein Problem haben, nackt auf der Bühne zu sein. Das nahm ich erst mal nicht so ernst. Eberhard In meinem Alter sollte ich mit Nacktheit kein Problem mehr haben. Mich hat das Experimentelle gereizt. Als Kind auf dem Dorf und als Jugendlicher in der Kleinstadt stand ich in der Schule oft auf Bühnen. Ich kann mich noch heute an das intensive Gefühl erinnern, Theater zu spielen. Und jetzt interessieren mich meine ersten Jahrzehnte wieder besonders.
Alexander Als wir uns das erste Mal trafen, lernten wir die Musik kennen, auch das Bühnenbild war fertig konzipiert. Jürgen Es gleicht einem Spinnennetz, das sich über dem Raum aufspannt. Darin stehen drei Nornen auf hohen Stelen, sie weben, halten Seile – trennen sie plötzlich durch, worauf Lehmklumpen zu Boden fallen. VAL Man versteht alles intuitiv. Lehm, Gewebe, Nornen, Mythologie, das Archaische, alles ist miteinander verwoben. Ich sehe mich ein Leben lang als Fee oder Vampir. Beim ersten Treffen entstand große Spielfreude, wir probierten alles aus. Alexander Die Regisseurin Franziska Angerer fragte, was wir als Kinder gespielt haben. Nun gibt es eine Szene, wo wir »Reise nach Jerusalem« spielen. Schon komisch, wenn ein paar alte Leute wie Kinder spielen, verlangsamt – und sich dann auch noch mit Lehm beschmieren – bei den Proben in Badekleidung, später dann nackt.
VAL Ich bin Künstlerin, Fashionmodel, zeitgenössische Tänzerin, habe dreißig Jahre lang Aktmodell gestanden. Ich finde es wichtig, dass man das Alter sieht,
das Prozesshafte sichtbar macht. Unser aller Physis ist der Erdanziehungskraft unterworfen, darum geht es: die Darstellung des Lebenszyklus. Jürgen Zu Beginn ist jeder bei sich, zusammengekauert in der Hocke oder eingerollt wie ein Embryo. Wir erspüren, was uns umgibt, gehen allmählich nach außen, entdecken die anderen. Das Nacktsein gehört dazu. Edel Dabei bewegt sich jeder auf seine Art, folgt der eigenen Lebensmelodie. Alexander Franziska fragte uns nach einem Lieblingslied, eines, das uns wichtig sei. Meins ist »Chelsea Hotel« von Leonard Cohen. Edel Meins ist von Hildegard Knef, »Für mich soll’s rote Rosen regnen«. Ich mag die Haltung: alles oder nichts. Jürgen »Stand by Me«, mein Song, bedeutet für mich: Ich kann bestehen, egal was über mich hereinbricht, weil ich mich an jemanden wende und mich getragen fühle. Alexander Zum Ende werden unsere Bewegungen langsamer, brüchiger, passend zum Altern. Edel Sobald ein Lehmbatzen zu Boden fällt, verändert sich die Situation für einen von uns. Eberhard Man setzt sich hin, wird von den anderen mit Lehm eingebaut, kehrt zur Erde zurück, wird zum Monument, der Kreis schließt sich. Ich denke als Achtzigjähriger eh viel mehr über den Tod nach als noch mit Siebzig. Ich war vor nicht langer Zeit meinem Bruder in seiner letzten Lebensphase sehr nahe, man entkommt nicht der Auseinandersetzung. Aus der Nähe zu erleben, wie ein junges, kreatives Team ein ernsthaftes künstlerisches Experiment zum Thema der Endlichkeit stemmt, ist für uns »Senioren« eine Freude. Der Gesang ist ergreifend, mal dramatisch, mal abgeklärt, mal sehnsüchtig. Es gibt so viele Variationen und extreme Stimmungslagen in dieser Musik. Das hört nicht auf, zu berühren.

Edel Ich muss sagen, ich habe furchtbare Angst vor dem Tod. Ich denke, dass ich dann einsam bin, für immer allein in der dunklen Erde. Ich weiß, dass ist kindliches Denken, aber so ist es nun mal. Zum Thema Nacktheit: Ich habe beschlossen, mich dem anzunähern, Kleidungstück für Kleidungsstück. Wenn nackt auf einer Bühne, dann mit diesen Leuten! VAL Ich habe keine Angst vor dem Tod, mir gefällt die Idee, wieder eins mit dem großen Ganzen zu werden. Nur vor dem Siechtum fürchte ich mich, mir ist Selbstbestimmtheit wichtig, inklusive der Patientenverfügung. Die muss ich jetzt endlich mal aufsetzen.
Jürgen Ich wünschte, ich könnte das alt werden und das Sterben so erleben wie die Umkehr einer Geburt. George Tabori sagte mal: »Ich möchte sterben, wie ich geboren werde, nur umgekehrt, in einer Rose.« Aufblühen und vergehen: Wie schön, dass wir uns das erspielen. Edel Geht mir genauso. Eberhard Mir auch. Alexander Ich genieße die Arbeit sehr, sie ist aufregend und schön. Ich inhaliere die Theaterluft in vollen Zügen. VAL So geht es mir auch. Wir spielen. Und solange wir spielen, sind wir da.

ENDLICH von Asia Ahmetjanova
Musikalische Leitung
Leonard Weiss
Inszenierung
Franziska Angerer (Foto)
Berliner Premiere 22. Mai 2026

Tickets & Termine
Die Verwandlung
Mit Lust, Leidenschaft und schillernder Ambivalenz spielt Thomas Blondelle im RHEINGOLD den Loge. Er ist Mephisto und Hofnarr, Zyniker und Kommentator des kommenden Weltuntergangs

Loge ist ein Geschenk Richard Wagners an die Tenöre der Welt. Loge nimmt im RHEINGOLD eine Ausnahmerolle ein, musikalisch vergleichbar nur mit Alberich, bei beiden sind Anleihen aus der Komödie zu hören. Loge ist eine Mischung aus Clown, Narr und Mephisto. Wo alle Götter als Loser dargestellt werden – die Inszenierung von Stefan Herheim unterstreicht das, im RHEINGOLD laufen sie in Unterwäsche herum –, sticht Loge heraus: Ein finsterer Clown, niemand kennt seine Motive. Was will er? Was spielt er? Im operettenartigen RHEINGOLD hat er kaum schöne Phrasen, man spürt, er kann schön singen, aber will es nicht. Die Ambivalenz passt zum Kostüm. Ich trage einen Trainingsanzug, als käme ich aus einem Internetcafé der Neunziger; ein improvisierter Look, der sich nicht ändert, wenn die anderen nach und nach in ihre Rollen und Kostüme schlüpfen und das Welttheater aufführen, das ich vom Rand aus kommentiere.
DAS RHEINGOLD im Mai > 3 im Spielplan

Thomas Blondelle über den beschwingten Vorabend zum RING DES NIBELUNGEN : »Wagner hätte es gefallen, wenn wir das Stück nicht ganz so ernst nehmen«

Hinter der Bühne
Rüstmeister Andreas Krellmann über den brennenden Mann in der GÖTTERDÄMMERUNG . Der heiße Traum jedes Pyrotechnikers

Im zweiten Akt träumt Hagen, Siegfried umzubringen. Regisseur Herheim visualisiert das als brennenden Mann, der über die Bühne schreitet. Ein Stuntman spielt ihn, als Teil eines vierköpfigen Teams vom Studio Babelsberg, trägt Nomex-Unterwäsche wie Formel-Eins-Rennfahrer. Darüber ein normaler Overall, noch einen aus Nomex, dann Lederhose, Lederjacke, mit Brandpaste bestrichen. Den Kopf schützt eine Nomex-Kappe, das Gesicht ist dick mit Wassergel eingerieben, es kühlt, bis es verdunstet. Die Szene dauert 30 Sekunden, das Feuer brennt mit rund 470 Grad Celsius, in der Pyrotechnik gilt das noch als kalt. Auf der rechten Seitenbühne wartet eine große Unterlage, auf die lässt er sich fallen, breitet Arme und Beine aus, Kollegen löschen ihn mit CO2. Das ist leise, geruchlos, schont die Haut und ist sauber. Ich stecke die ganze Zeit im Kostüm von Chor und Statisten. Ist der Mann gelöscht, mische ich mich unters Bühnengeschehen, trete diskret Herde aus, wo noch etwas Paste brennt.
GÖTTERDÄMMERUNG im Mai > 7 im Spielplan
Der Operntherapeut
Patientin: Cleopatra (ca. 22 Jahre)

Sie ist Königin, Strategin, Verführerin. Doch wer ständig Rollen spielt, riskiert dabei, sich selbst zu verlieren. Als ihr Kalkül in Gefühl umschlägt, gerät Cleopatras Identität ins Wanken. Ein Fall für den Operntherapeuten
Fachärztlicher Bericht:
Überweisungsgrund Erschöpfung durch permanente Inszenierung, Angst vor Kontrollverlust in der Liebe
Anamnese Patientin erscheint selbstbewusst, rhetorisch versiert, berichtet von Bedrohung durch Bruder Tolomeo, fragiler Machtlage und der Notwendigkeit, »jederzeit mehrere Masken bereitzuhalten«. Gefühle beschreibt sie als taktische Instrumente. Dann der Schock: Mit Caesar verspüre sie erstmals Angst – nicht vorm Tod, sondern vor Wirkungslosigkeit. Händel spiegelt die Spaltung: In »V’adoro, pupille« inszeniert sich Cleopatra als göttliche Erscheinung: schwebende Streicher, sinnliche Holzbläser, Verführung als Klangstrategie. In »Piangerò la sorte mia« fällt die Fassade: c-Moll, kantable Linien, verletzliche Innigkeit.
Diagnostische Einschätzung Z73.1 Fatiguesyndrom bei dauerhafter Hochleistungsadaptation. F43.2 Anpassungsstörung nach Kontrollverlust. Tendenz: narzisstische Selbstwertregulation per Außenwirkung
Therapieplanung und Zielsetzung Entwicklung eines Selbstbildes jenseits von Rolle und Strategie, Klärung des Unterschieds zwischen Einfluss und Intimität
Prognose Günstig. Intelligenz und Reflexionsfähigkeit. Kritisch bleibt das Umfeld: Permanenter Machtkampf begünstigt Rückfall in performative Selbstsicherung. Stabilität möglich, sofern Nähe nicht als Risiko betrachtet wird. Challenge: Cleopatra muss lernen, dass sie auch dann existiert, wenn niemand zusieht.
GIULIO CESARE IN EGITTO im Mai > 1 im Spielplan

Da war was los!
Große Gefühle, bewegende Momente, Glück und Unglück. Wir blicken zurück auf die spektakulärsten Ereignisse an der Deutschen Oper Berlin. Diesmal: Der Tenor Hans Beirer stürzt
Am 4. Juli 1981 erlebt das Publikum, was es bedeutet, wenn ein Sänger sein Leben in den Dienst der Oper stellt. Auf dem Spielplan steht Wagners GÖTTERDÄMMERUNG mit dem damals 70-jährigen Hans Beirer als Siegfried. Der österreichische Heldentenor ist zu dem Zeitpunkt eine Legende, nicht nur als Wagnersänger, sondern auch weil er mit seinem streitbaren Charakter immer wieder polarisiert. An diesem Abend sind jedoch alle auf seiner Seite: Als Beirer am Ende des ersten Aufzugs den Brünnhildenfelsen erklimmen will, stürzt er und fällt aus über zwei Metern Höhe in die Kulisse. Mit fünf gebrochenen Rippen und einem Pneumothorax des rechten Lungenflügels, einer Verletzung, bei der Blut und Luft in die Brusthöhle gelangen, hätte Beirer die Vorstellung abbrechen müssen. Doch er singt weiter, wendet sich sogar persönlich ans Publikum: »Das ist wahrscheinlich meine letzte Aufführung als Siegfried, die lasse ich mir trotz des Unfalls nicht nehmen«, verkündet er und nimmt nach sechs Stunden sogar noch den Schlussapplaus des Publikums entgegen, bevor er ins Krankenhaus gebracht wird. Seinen wirklich letzten Siegfried wird Beirer fünf Jahre später an der Wiener Staatsoper singen.
Mehr Unerhörtes in der Foyer-Ausstellung »Skandal!«
Meine Liste
Es gibt Träume jenseits der Oper: Was Opernstars unbedingt noch schaffen wollen

1. Mit dem Motorrad von Berlin nach Portugal
Publikumsliebling: In kürzester Zeit hat sich Ya-Chung Huang mit seiner klaren Tenorstimme, feinem Humor und einer unbändigen Spielfreude in unsere Herzen gesungen. 2018 stieß er aus Taiwan zu unserem Ensemble, seit 2024 tourt er um die Welt. Nun kehrt er als Mime auf unsere Bühne zurück

Ohne Termin, ohne Probenplan und ohne Zeitdruck. Einfach losfahren, unterwegs entscheiden, wo ich bleibe. Für mich hat Motorradfahren etwas Romantisches, man ist ganz im Moment und gleichzeitig sehr frei.
2.
Einen Garten machen: lernen, still zu sein



Ich würde Gärtnern oder vielleicht auch etwas Handwerkliches lernen und einen Ort schaffen, an dem meine Familie und ich einfach sitzen können. Nichts planen, nichts erreichen müssen. Wirklich still zu werden, das übe ich noch.
3. Unter einem wirklich dunklen Himmel stehen

Als Jugendlicher habe ich mich sehr für Astronomie interessiert. In der Schule mochte ich die Themen über Sterne und das Universum besonders gern, bis heute bin ich neugierig geblieben. Ich möchte einmal an einen Ort reisen, wo es keine Lichtverschmutzung gibt und man die Milchstraße klar sehen kann. Wenn ich an das Universum denke, fühle ich mich klein, aber auf eine gute Weise. Es hilft mir, Dinge gelassener zu sehen.
DAS RHEINGOLD und SIEGFRIED im Mai > 3 6 im Spielplan
Rätselhaft
Ihnen ist Oper kein Geheimnis? Dann raten Sie mal, was wir hier suchen (von oben): Komponist*in, Werk, Regisseur*in. Ein Tipp: Beachten Sie, wie sich das, was Sie sehen, anhört – auch in unter schiedlichen Sprachen!

Bitte senden Sie die Lösungen bis zum 11. Mai 2026 an diese Adresse: libretto@deutscheoperberlin.de. Unter allen Einsendungen verlosen wir einmal zwei Eintrittskarten für die Vorstellung von DIE WALKÜRE am 17. Mai 2026 um 17.00 Uhr in der Deutschen Oper Berlin. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Lösung finden Sie wie immer im nächsten Heft.
Auflösung aus Libretto #7: Georg Friedrich Händel, GIULIO CESARE IN EGITTO, David McVicar
Impressum
Herausgeber Deutsche Oper Berlin – Stiftung Oper in Berlin
Intendant Christoph Seuferle
Geschäftsführender Direktor Thomas Fehrle
Generalmusikdirektor Sir Donald Runnicles
Konzept Grauel Publishing / Redaktion Ralf Grauel; Tilman Mühlenberg, Patrick Wildermann / Texte und Redaktion für die Deutsche Oper Berlin Jörg Königsdorf [verantwortlich], Kirsten Hehmeyer, Marion Mair, Wenke Vendt, Dramaturgie, Marketing / Gestaltung und Satz Sandra Kastl
Anzeigen und Vertrieb anzeigen@deutscheoperberlin.de
Druck PIEREG Druckcenter Berlin GmbH
Libretto erscheint zehnmal pro Spielzeit
Bestellung und Anregungen libretto@deutscheoperberlin.de
Bildnachweise
Cover Bernd Uhlig / Editorial SimonPauly / Drei Fragen Pablo Strong / Gleich passiert’s Bernd Uhlig / Neu an unserem Pult Veikko Kähkönen / Mein Instrument Nancy Jesse / Dr. Takts Zeitreisen Eva Hartmann / Mein Seelenort Nancy Jesse / Wusstest Du schon? Fanny Frohnmeyer / Was mich bewegt Max Zerrahn, Mirjam Stängl / Die Verwandlung
Max Zerrahn / Hinter der Bühne Bernd Uhlig / Operntherapeut Tristram Kenton / Da war was los Bart Sparnaaij / Meine Liste Peter Knutson / Das muss ich nochmal sehen privat, Bernd Uhlig / Spielplan Sandra Kastl und Ruth Tromboukis, Bettina Stöß [2], Alamy Stock
Cover: Szenenfoto DIE WALKÜRE mit Annika Schlicht u. John Lundgren
Wir danken unserem Medienpartner.
Das muss ich nochmal sehen!
Projektmanagerin Kathleen Krause muss unbedingt noch einmal SIEGFRIED sehen. Das hat mit Clay Hilley zu tun, der die Titelpartie singt

Ich muss aufpassen, dass dies nicht zum Fantalk wird, aber meine Begeisterung für SIEGFRIED hat mit Clay Hilley zu tun. Für mich der perfekte Siegfried. Die klare, kraftvolle Stimme unterstützt das Suchende, Heldenhafte; gleichzeitig bringt er eine Portion Selbstironie mit, sie passt perfekt in Herheims ironische Inszenierung. Es ist eine Freude, ihn mit Ya-Chung Huang zu erleben, der Mime singt. Ihr Zusammenspiel ist ein Genuss. Ich schaue den gesamten RING. Auf keinen Fall würde ich SIEGFRIED auslassen. Motive von DIE WALKÜRE werden aufgegriffen, GÖTTERDÄMMERUNG wird angekündigt. Ich freu mich schon.
SIEGFRIED im Mai > 6 im Spielplan
MaiSpielplan 2026
Premieren, Repertoire, Uraufführungen –Musiktheater im großen Saal und in der Tischlerei

Noch weiß Siegfried nicht, welches Spiel Mime mit ihm spielt. Doch er spürt, dass etwas nicht stimmt. Nuancenreich vollzieht Clay Hilley in der Titelpartie die Entwicklung des jungen Helden nach
Der Ring des Nibelungen
Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend von Richard Wagner
Musikalische Leitung Sir Donald Runnicles
Regie Stefan Herheim
16., 26. Mai 2026
Das Rheingold
Mit Iain Paterson, Thomas Lehman, Kieran Carrel, Thomas Blondelle, Michael Sumuel, Ya-Chung Huang, Albert Pesendorfer, Tobias Kehrer, Annika Schlicht, Martina Welschenbach, Lauren Decker, Lea-ann Dunbar, Arianna Manganello, Karis Tucker
Dauer 2:30 | Keine Pause | 16+
Eine Gruppe von Menschen trifft auf leerer Bühne auf einen Konzertflügel. Ein Ton wird angeschlagen und langsam entfaltet sich eine Welt der Fantasie, der Sehnsüchte und des Rausches, die alle in Bann zieht und zur Gemeinschaft verschmelzen lässt. So beginnt DAS RHEINGOLD in der Regie von Stefan Herheim.
Lesen Sie auch S. 7, 28, 36-37
17., 27. Mai 2026
Die Walküre
Mit Matthew Newlin, Tobias Kehrer, Jordan Shanahan, Elisabeth Teige, Annika Schlicht, Trine Møller, Martina Welschenbach, Felicia Moore, Maria Motolygina, Aleksandra Meteleva, Arianna Manganello, Karis Tucker, Stephanie Wake-Edwards, Lauren Decker, Eric Naumann
Dauer 5:15 | Zwei Pausen | 16+
Nachdem die Herrschaft der Götter am Ende des RHEINGOLD mit dem Einzug in die Burg Walhall ihren strahlenden Zenit erreicht hat, stehen in der WALKÜRE die Zeichen auf Sturm: Die Menschen sind in Machtgier, Misstrauen und Besitzdenken erstarrt, die Götter beschränken sich nur noch darauf, die Einhaltung der alten Gesetze zu überwachen.
Lesen Sie auch S. 14-19
23., 29. Mai 2026
Siegfried
Mit Clay Hilley, Ya-Chung Huang, Iain Paterson, Michael Sumuel, Tobias Kehrer, Lauren Decker, Elisabeth Teige u. a.
Dauer 6:00 | Zwei Pausen | 16+
Als »heroisches Lustspiel« bezeichnete Wagner seinen SIEGFRIED, der bis heute in der Balance zwischen komischen und tragischen Elementen die Herausforderung für seine Regisseurinnen und Regisseure ist. Für Herheim ist es der Akt des Spiels, der die Gegensätze zum Ganzen fügt. Die Grenzen zwischen Tier und Mensch verschwimmen ebenso wie die zwischen den Figuren und ihrem Schöpfer.
Lesen Sie auch S. 11, 36-37, 40
25., 31. Mai 2026
Götterdämmerung
Mit Clay Hilley, Thomas Lehman, Michael Sumuel, Albert Pesendorfer, Catherine Foster, Felicia Moore, Annika Schlicht, Lauren Decker, Karis Tucker, Nina Solodovnikova, Stephanie Wake-Edwards u. a.
Dauer 6:15 | Zwei Pausen | 16+
Im Schlussteil der Tetralogie vereinigen sich auch Herheims Theater mittel zum großen Finale: Der Konzertflügel ist ebenso präsent wie das weiße Tuch, das u. a. zum Leichentuch des gemordeten Helden mutiert, oder die Koffer, die immer wieder neue Landschaften und Spielsituationen geschaffen haben. Am Ende versinkt die Welt, nur um im nächsten Spiel wieder neu geboren zu werden.
Lesen Sie auch S. 31
Opern im Repertoire
1., 3., 10. Mai; 5., 8. Juli 2026
Giulio Cesare in Egitto
Georg Friedrich Händel
Dirigent Stefano Montanari
Regie David McVicar
Mit Vasilisa Berzhanskaya, Elena Tsallagova, Clémentine Margaine / Stephanie Wake-Edwards [Juli], Martina Baroni, Cameron Shahbazi / Ivan Borodulin [10. Mai, Juli], Michael Sumuel u. a. Dauer 4:30 | Zwei Pausen | 13+
Tiefste moralische Entrüstung steht direkt neben strategisch eingesetzter Koketterie, die Verzweiflung von schutzlosen Flüchtlingen ist verstrickt in das Ränkespiel der Mächtigen. Wir präsentieren Ihnen dieses Meisterwerk in der gefeierten Produktion David McVicars. Er nutzt die Elemente des barocken Soffittentheaters, um ein abwechslungsreiches Spiel zu entfalten, in dem Raum für die großen tragischen Gefühle ist, das aber auch mit Charme und Humor die Avancen Cleopatras gegenüber dem starken Mann aus Rom auskostet.
Lesen Sie auch S. 32-33
2., 9., 14. Mai; 4., 6. Juni 2026
A Midsummer
Night’s Dream
Benjamin Britten
Dirigentin Dalia Stasevska Regie Ted Huffman Mit Iestyn Davies, Alexandra Oomens, Jami Reid-Quarrell, Padraic Rowan, Lucy Baker, Kieran Carrel, Dean Murphy / Tom Nicholson [Juni], Stephanie Wake-Edwards, Maria Vasilevskaya, Patrick Guetti, Jared Werlein, Kangyoon Shine Lee, Joel Allison, Jörg Schörner, Benjamin Dickerson u. a. Dauer 3:00 | Eine Pause | 14+
Brittens Werk beschwört auf märchenhaft komödiantische Weise eine Gegenwelt zum Alltag. In der Inszenierung Ted Huffmans ist das Zauberreich des Elfenkönigs ein Ort der Poesie und des Geheimnisses, der Träume und des Theaters zugleich. Hier braucht es oft nur einfache Mittel, um die Fantasie zu wecken: einen Mond, eine Leiter oder auch den skurrilen dienstbaren Geist namens Puck, der in kurzen Hosen und Zylinder durch die Luft fliegt.
Lesen Sie auch S. 5, 9, 13
Premiere in der Tischlerei Kammermusik in der Tischlerei
22., 26., 28., 29., 30. Mai 2026
ENDLICH
Asia Ahmetjanova
Dirigent Leonard Weiss
Regie Franziska Angerer
Mit Constanze Jader, Lana Maletić, Jens Ginge Skov u. a.; ensemble mosaik Berlin Dauer 01:15 | Keine Pause | 15+
Drei Nornen sitzen am Stamm der Weltesche. Dort spinnen, knüpfen und durchtrennen sie den Lebensfaden und entscheiden so über das individuelle Schicksal der Menschen – In ihrem Musiktheater
ENDLICH meditieren die Komponistin Asia Ahmetjanova und die Regisseurin Franziska Angerer über unser Verhältnis zum Tod und unseren Umgang mit dem eigenen Verfall. Mit einer Gruppe von alten Menschen konfrontieren sie uns mit dem Blick auf die eigene Endlichkeit und das Alter mit all seinen Zuschreibungen. In poetischen Bildern entsteht ein gemeinschaftliches Ritual zwischen Mythologie und Performance, dass nach einer lustvollen Hingabe zu dieser letzten Konsequenz des Lebens sucht.
Lesen Sie auch S. 22-27
13. Mai 2026
Waldesrauschen
Die Natur zum Klingen bringen
Mit Lilit Davtyan, Musiker*innen des Orchesters
Dauer 2:00 | Eine Pause | 14+
Komponist*innen aller Jahrhunderte haben ihre Beziehung zur Natur und deren Geschöpfen in Musik übersetzt. Wie hören wir heute, in Zeiten von Klimakrise und Artensterben, diese Musik, und wie thematisieren jüngere Komponist*innen das Thema? Hören Sie Werke von Antonio Vivaldi, Franz Schubert, Robert Schumann, Sofia Gubaidulina und Gregor Mayrhofer.
Vorschau Juni, Juli 2026
20. [Premiere], 25., 27. Juni; 2., 9., 11. Juli 2026
Zar und Zimmermann
Albert Lortzing

In einem imaginären Zarentum Tschirikistan spielt die Inszenierung des Berliner Regisseurs Martin G. Berger: Stolz dieses Landes sind seine Kanuwerkstätten, die aber gegenüber der High-Tech-Konkurrenz anderer Länder zusehends ins Hintertreffen geraten sind. So betreibt der Zar Industriespionage im Westen und begegnet dabei nicht nur einem Deserteur, sondern auch einer forschen Aktivistin namens Marie.
7., 12. Juni 2026
Carmen Georges Bizet
Tandberg interessiert sich für die Offenheit seiner Titelfigur und für das Geheimnis, das sie umgibt, und er findet die Seherin, das Lustobjekt, die Anarchistin, vor allem aber den Menschen, der diese vorgefundenen Rollen aus Angst vor emotionaler Verletzung spielt.


26., 28., 30. Juni; 3. Juli 2026
La bohème
Giacomo Puccini
Götz Friedrichs Inszenierung mit ihren farbigen Schilderungen des Paris der Belle Époque und den großformatigen Bühnenbildern ist auch nach über 30 Jahren noch ein Publikums-Hit.
4. Juli 2026
Gran Gala de Zarzuela
Dem Vaudeville und der Operette verwandt, wurden innerhalb weniger Jahrzehnte hunderte kurzweilige Zarzuelas verfasst, die außerhalb Spaniens nur wenig bekannt sind. Starregisseur Christof Loy präsentiert nun einen Abend mit Highlights dieser Gattung.

Karten, Preise, Adressen
Unsere Adressen
Großes Haus
Bismarckstraße 35, 10627 Berlin
Tischlerei
Richard-Wagner-Straße / Ecke Zillestraße, 10585 Berlin [direkt an der Rückseite der Deutschen Oper Berlin]
Kartenverkauf
Webshop www.deutscheoperberlin.de
Am Telefon
T +49 30 343 84 343
Mo – Sa 9.00 – 20.00 Uhr
So, feiertags 12.00 – 20.00 Uhr
An der Tageskasse
[Bismarckstraße 35]
Fr – Sa 12.00 – 19.00 Uhr
So – Do, feiertags geschlossen
Abendkasse
[Bismarckstraße 35]
Für Vorstellungen im großen Haus ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.
Für Vorstellungen in der Tischlerei gibt es keine Abendkasse.
Sie wollen generelle
Ermäßigungen nutzen?
Deutsche Oper Card
Die Deutsche Oper Card 25/26 kostet einmalig € 75,00 und berechtigt Sie zum Kauf von bis zu zwei Karten für sich und Ihre Begleitung mit einer Ermäßigung von 30% je Vorstellung der Preiskategorien A bis E (ausgenommen DER RING DES NIBELUNGEN , Fremd- und Staatsballettveranstaltungen und Vorstellungen mit Einheitspreisen im Saal sowie in Tischlerei und Foyer).
Die Deutsche Oper Card können Sie an der Tageskasse, am Telefon oder im Webshop erwerben.
Unsere Operntage!
Oper zum Einheitspreis: Karten für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren kosten € 10,00, für alle anderen – unabhängig von der Platzwahl – € 34, 00. Die Operntage finden Sie in den Monatskalendarien vermerkt.
ClassicCard App
Für alle bis 30 Jahren: Im Vorverkauf kosten Karten für Oper und Ballett € 18,00, für Konzerte € 16,00 / an der digitalen Abendkasse Oper und Ballett nur € 13,00, Konzerte € 11,00. Die Jahresmitgliedschaft kostet einheitlich € 28,00: classiccard.de
Besucher*innen mit Behinderung
Unsere Oper ist barrierefrei. Informieren Sie sich im Detail
T +49 30 343 84 343
Kontakt
T +49 30 343 84 343 info@deutscheoperberlin.de www.deutscheoperberlin.de
Unser Service für Sie
Unser Newsletter
Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie mehrmals im Monat Spielplan-Updates und Highlights. Auf unserer Website finden Sie das Anmeldungsfeld im Footer.
Social Media
Ihre tägliche Portion Oper – frisch in den Timelines von Facebook, Instagram, TikTok, X [Twitter] und YouTube: Exklusive News, topaktuelle Infos, Veranstaltungshinweise und jede Menge Fotos und Videos. Näher an uns dran sind Sie nur vor Ort.


»Libretto« im Abo
Sie möchten Libretto und andere Publikationen der Deutschen Oper Berlin druckfrisch in ihrem Brief kasten?
Schreiben Sie eine E-Mail oder rufen Sie uns an: libretto@deutscheoperberlin.de oder T +49 30 343 84 343

Code scannen & »Libretto« abonnieren
Der zweite Zyklus des RING DES NIBELUNGEN [26., 27., 29., 31. Mai] wird ausschließlich als Vier-Vorstellungs-Paket verkauft.
Juni 2026
Führungen
2., 9., 16., 17. Mai; 7., 13., 20., 28. Juni; 4., 5., 12. Juli 2026 | 13.00 Uhr
Dauer 1:30 | Kosten € 10,00
Familienführungen
speziell für Kinder ab 6 Jahren
2., 9., 16., 17. Mai; 7., 13., 20., 28. Juni; 4., 5., 12. Juli 2026 | 14.30 Uhr
Dauer 1:00 | Kosten € 5,00
* Der Eintrittspreis wird noch bekanntgegeben.
Unsere Kartenpreise
Im Großen Saal
Im Kalendarium finden Sie in der letzten Spalte jeweils einen Buchstaben, der auf das geltende Preisgefüge verweist. Für den Saal erwerben Sie ein Ticket, das Ihren Sitzplatz präzise bezeichnet. Die Preise der jeweiligen Kategorien belaufen sich auf:
A: € 18,00–€ 74,00
B: € 24,00–€ 92,00
C: € 26,00–€ 108,00
D: € 30,00–€ 144,00
F: € 60,00–€ 240,00
In Foyer und Tischlerei
In der Tischlerei gelten Einheitspreise, wobei in der Darstellung des Kalenders der reguläre Preis zuerst genannt ist. Den niedrigeren Preis erhalten Ermäßigungsberechtigte. Mehr dazu auf unserer Website oder im telefonischen Kartenservice. In der Tischlerei sowie bei der Opernwerkstatt gilt freie Platzwahl.

