

Deutsche BerlinOper Libretto #7
Magazin April 2026

Deutsche Oper Berlin, April 2026

Liebe Leserinnen und Leser, in unseren Produktionen treten oft Menschen auf, die Sie dort nicht unbedingt erwarten. Ob Erotikdarsteller*innen, Performer*innen oder die Schwertkämpfer in unserer Premiere GIULIO CESARE IN EGITTO: Sie alle stellen ihr Können in den Dienst der Oper und werden dafür von Ihnen oft mit einem Extra-Applaus belohnt. Wenn man versucht, die Wünsche eines Regieteams nach solchen Spezialist*innen zu erfüllen und sich auf die Suche begibt, merkt man, wie reich und vielfältig Berlin ist: Für fast jede Kunst und jede Sportart gibt es eine eigene Szene, die sich in Gruppen und Vereinen trifft und manchmal global vernetzt ist. Auch auf der Suche nach Wrestlern für unsere Produktion von L’ITALIANA IN ALGERI bin ich in eine Welt eingetaucht, in der Pose und Kostüm ebenso wichtig sind wie bei uns auf der Opernbühne, und habe dabei so tolle Typen wie Rambo (links) und Pascal Spalter gefunden. Diese Auftritte sind für uns aber weit mehr als bloße Farbtupfer – sie sind auch ein Signal für die kontinuierliche Austauschbeziehung mit der Stadt und ihren Menschen, die die Kunstform Oper am Leben erhält. Und über alles, was wir im April für Sie geplant haben, informiert Sie dieses Heft. Viel Vergnügen! Ihre Christiane Pesendorfer
Christiane Pesendorfer zeigt im Künstlerischen Produktionsmanagement viel Spürsinn. Der erweist sich bei einer anderen für sie wichtigen Tätigkeit als wertvoll. Unter dem Pseudonym »Chris Staedter« schreibt sie Kriminalromane

TOSCA im April > 3 im Spielplan
3 Fragen
Mittendrin einspringen, über Nacht zum TenorStar werden: Freddie De Tommasos Karriere nahm mit Puccinis TOSCA rasant Fahrt auf
Erinnern Sie sich an den Abend des 8. Dezember 2021?
Oh ja. Ich war in London die zweite Besetzung für Cavaradossi. Bei der Premiere ging es dem Tenor nicht gut, also bin ich ab dem zweiten Akt eingesprungen.
»A new star is born« schrieben die Zeitungen tags darauf. (Lacht) Sie waren sehr nett zu mir. TOSCA ist die Oper, die ich bislang am häufigsten gesungen habe, bestimmt fünfzig Vorstellungen in zehn bis zwölf Inszenierungen. Ich habe das Glück, einige der schönsten Tenorpassagen singen zu dürfen in einer der schönsten Opern, die je geschrieben wurden.
Die Inszenierung, in der Sie nun singen, ist von 1969, fast sechzig Jahre alt. Wie gefällt sie Ihnen?
Ich muss gestehen, ich liebe Tradition über alles. Und ich liebe diese Produktion ganz besonders. Sie ist nah an dem, was Puccini sich vorgestellt haben könnte: die historischen Kostüme, das klare Bühnenbild.
Online: De Tommaso über Cavaradossi, Liebhaber und Kämpfer

Gerade passiert’s
Giacomo Puccini
GIANNI SCHICCHI
Buoso Donati hat all sein Geld dem Kloster hinterlassen. Nun überlegen seine Verwandten, durch welchen Trick sie dennoch an sein Vermögen kommen könnten.
Mit GIANNI SCHICCHI zeigt sich Puccini als Meister musikalischer Komik. Und in Pınar Karabuluts Inszenierung wird jeder Gag mit Vergnügen ausgekostet.

GIANNI SCHICCHI im April > 2 im Spielplan

Gerade ist’s passiert
Giacomo Puccini
TOSCA , 2. Akt
Leblos liegt der Schurke Scarpia am Boden. Doch wo ist bloß der Passierschein, den er eben noch für Tosca und Cavaradossi unterzeichnet hatte?
Gibt es einen packenderen Opernthriller als TOSCA? In Boleslaw Barlogs klassischer Inzenierung braucht es nur drei charismatische Sängerdarsteller, damit das Verhängnis seinen Lauf nimmt.

TOSCA im April > 3 im Spielplan


Gleich passiert’s
Richard Wagner
PARSIFAL , 3. Aufzug
»Die Taufe nimm und glaub an den Erlöser«, verkündet Parsifal der widerstrebenden Kundry und zeigt damit, wer ab jetzt bei den Gralsrittern das Sagen hat.
Zum letzten Mal steht Philipp Stölzls bildstarke Inszenierung auf dem Spielplan – und Ensemblemitglied Attilio Glaser gibt sein Rollendebüt in der Titelpartie.

PARSIFAL im April > 1 im Spielplan
Wieder auf unserer Bühne

Die Sopranistin sang von 2021 bis 2022 in unserem Ensemble. Seit 2023 lebt sie mit ihrem Mann, dem Dirigenten Roberto Kalb, in Detroit
SUOR ANGELICA / GIANNI SCHICCHI im April > 2 im Spielplan
Unser Publikum war schockverliebt, als die Armenierin vor fünf Jahren in unser Ensemble kam. Als Suor Angelica kehrt Mané Galoyan nun nach Berlin zurück
Ich habe das große Glück, die Premierenarbeit zu IL
TRITTICO mit der Regisseurin Pınar Karabulut mitgemacht zu haben. Es war extrem lustig, kreativ, insgesamt ein interessanter Prozess. Jeder von uns durfte sich einbringen. Ich mag es nicht, choreografiert zu werden, ich mag es, angestoßen zu werden. Pınar kommt vom Schauspiel, gibt Richtungen vor, Ideen –und darauf bauten wir Sängerinnen und Sänger auf.
Wir alle haben die Arbeit sehr genossen. Ich bin vor ein paar Monaten Mutter geworden und singe die Suor Angelica und auch Lauretta in GIANNI SCHICCHI.
Besonders freue ich mich auf den Part der Suor Angelica, auf die farbenfrohen, fantasievollen Kostüme. Die Bühne dreht sich langsam im Kreis, ein Reigen der Weiblichkeit, aber auch eine Falle, ich muss stets aufpassen, wo ich schreite. Erst am Ende steht alles still, bei meiner Schlussarie. Und ich freue mich auf Berlin, die babyfreundlichste Stadt, die ich kenne. Mein Baby und meine Mutter werden mich begleiten, gemeinsam werden wir die Stadt erkunden, Freunde treffen. Ich kann es kaum erwarten.

Alcàcer kam schon im Studium in Mexiko Stadt mit alten Instrumenten in Berührung. »In ganz Lateinamerika ist die Tradition des Barocks sehr präsent«, erzählt der Gitarrist
Mein Instrument
Pedro Alcàcer ist Spezialist für Zupfinstrumente. Darunter fällt die Theorbe, ein Lauteninstrument, dass in GIULIO CESARE IN EGITTO eine warme Grundstimmung schafft
Die Musik des Barock lässt mir als Instrumentalist viele Freiheiten. Was ich in Händels GIULIO CESARE IN EGITTO spiele, nennt sich Basso continuo: eine harmonische Grundlinie, die viele Instrumente gemeinsam anstimmen. Ich kann mir aussuchen: Nehme ich die Barockgitarre – oder die Theorbe? Händels Partitur legt das nicht fest. Nur an einer Stelle im zweiten Akt ist ausdrücklich die Theorbe vorgesehen. Ein spannendes Instrument! Die Langhals-Laute wurde während der Renaissance entwickelt, sie besitzt sechs Saitenpaare, die sogenannten Choräle. Im Gegensatz zur Gitarre ist sie nicht von tief nach hoch gestimmt, sondern ihre ersten zwei Saiten sind um eine Oktave tiefer gesetzt. Das verlangt ganz andere Fingersätze als bei der Gitarre. Die Theorbe hat einen warmen, gehaltvollen Klang, drängt sich aber nie in den Mittelpunkt. Sie schafft vor allem Verbindungen zwischen den anderen Instrumenten. Nimmt man sie kaum wahr, habe ich als TheorbenSpieler alles richtig gemacht.
GIULIO CESARE IN EGITTO im April > 4 im Spielplan
Dr. Takts Zeitreisen

Dr. Takt ist ein Zeitwanderer durch die Opernwelt. So manchen Komponisten besucht er. Wer weiß, ob er hier und da nicht sogar ein bisschen nachhilft?
Dr. Takt trifft in London Georg Friedrich Händel, schlichtet einen Streit mit einem kastrierten Scheusal und verhilft einer Mezzosopranistin zu einer Traumpartie
Ende 1723 besuche ich Händel in London und es gibt mal wieder Ärger mit Senesino. Er ist der erste Kastrat in Händels Ensemble der »Royal Academy of Music«, ein begnadeter Sänger, dem ganz London zu Füßen liegt. Händel hatte ihm gerade die Hauptpartie von GIULIO CESARE auf den Leib geschrieben. Aber Senesino ist leider ein richtiges Ekel: eitel, selbstsüchtig, rücksichtslos. Ständig streitet er sich mit Händel, obwohl der sein Chef ist. Senesino lässt seine Launen auch an den Kollegen und Kolleginnen aus. Darunter die Mezzosopranistin Anastasia Robinson, die als Cornelia besetzt ist, als »Seconda donna«. Robinson ist zu der Zeit schon heimlich mit dem Earl of Peterborough verheiratet, der soeben Senesino ordentlich verprügelt hat, nachdem der Sänger seine Anastasia beleidigt hatte. Und nun verlangt Senesino Rache: Händel solle ihr keine fünf virtuosen Bravourarien schreiben – wie für eine zweite Dame üblich, sondern stattdessen nur ein paar kurze Ariosos. Ich habe mit Händel lange gesprochen und schlage vor, abseits der virtuosen Bravourarie, gerade im vermeintlich kleineren Arioso doch eher psychologisch differenziert zu arbeiten. Und genau das macht Händel dann auch und schreibt für Anastasia Robinson eine seiner emotional tiefsten und bewegendsten Opernpartien.
GIULIO CESARE IN EGITTO im April > 4 im Spielplan


Vasilisa Berzhanskaya Ristorante Galleria in Mailand
Vasilisa Berzhanskaya über ein Restaurant nahe der Scala. Und über ihre Titelrolle in Händels GIULIO
CESARE IN EGITTO
Mein Seelenort ist das Ristorante Galleria in der Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand, ein paar Schritte von der Scala entfernt. Machen wir uns nichts vor, die Galleria ist ein Touristenmagnet und auch das Restaurant kein Geheimtipp. Aber für mich ist es ein Zuhause auf Zeit, ein Ort, an dem sich Opernleben in seiner schönsten, menschlichsten Form bündelt.
Wir Sängerinnen und Sänger leben aus dem Koffer, kommen irgendwo an, arbeiten den ganzen Tag, stehen abends auf der Bühne, voll Adrenalin, und wenn der Vorhang gefallen ist, suchen wir einen Ort, an dem wir wieder zu uns finden. In Mailand ist das für mich das Galleria. Wenn in der Scala eine Vorstellung stattfindet, bleibt die Küche hier bis spät in die Nacht offen, für das Publikum, für die Künstler, für alle, die das Bedürfnis haben, den Abend nicht sofort enden zu lassen.
Die Wände des Restaurants erzählen davon. Sie sind bedeckt mit Fotografien großer Sängerinnen und
Sänger, mit Autogrammen, mit Plakaten von Aufführungen. Ich liebe solche Orte: alt, italienisch, ein wenig kokett. Oper ist hier nicht Dekoration, sondern gelebte Leidenschaft. Wenn ich an meinem Platz in der Ecke sitze, sehe ich nun auch mein eigenes signiertes Foto an der Wand – und staune. Ich kenne das Restaurant seit fast zehn Jahren. Ich kam als Studentin aus Moskau an die Accademia Teatro alla Scala, lief durch die Stadt, sah das Lokal und dachte: Das muss etwas Besonderes sein. Es war der erste Ort, an dem ich in Mailand gegessen habe. Ich ahnte nicht, dass ich Jahre später immer wieder hierher zurückkehren und erkannt werden würde, begrüßt, umsorgt von denselben Menschen, die ich vor vielen Jahren zum ersten Mal traf.
Italien bedeutet mir viel. Meine Stimme, mein Repertoire, meine musikalische Sprache sind tief mit der italienischen Kultur verbunden. Mein internationaler Weg begann beim Rossini Opera Festival, ich fühle mich hier zu Hause, in der Sprache, der Musik und im Essen. In der Galleria bestelle ich am liebsten Ossobuco mit Risotto alla Milanese. Ich freue mich Wochen im Voraus. Gut zu essen, gut zu schlafen, das sind für mich Voraussetzungen, um singen zu können.
Kurz nach meiner Zeit in Italien wurde die Deutsche Oper Berlin mein neues Zuhause, 2017 kam ich ins Ensemble. Gerade als junge Sängerin bedeutet es alles, wenn ein Theater an dich glaubt. Deshalb wird meine Rückkehr für Händels GIULIO CESARE IN EGITTO so emotional. Es ist mein Debüt in dieser fantastischen Rolle und außerdem das letzte große Opernprojekt des langjährigen Operndirektors Christoph Seuferle – eines Menschen, der meinen Weg entscheidend geprägt hat und dem ich so vieles verdanke.
Giulio Cesare ist eine Hosenrolle, für mich ungewöhnlich, denn ich stehe gern als Frau auf der Bühne, mit einer klar weiblichen Präsenz. Wenn ich eine Männerrolle singe, versuche ich gar nicht erst, einen Mann zu verkörpern. Das wäre für mich die falsche Richtung. Ich arbeite nicht an einer männlichen Pose, sondern an der inneren Logik der Figur. Cesare ist eine historische Persönlichkeit, eine ikonische Gestalt, politisch aufgeladen, ein Herrscher, den jeder zu kennen glaubt. Gerade deshalb ist es wichtig, ihn nicht als Karikatur zu zeigen. Ich nähere mich ihm über seine Haltung, seine Energie, seine Beziehung zu den anderen Figuren. Niemand im Publikum glaubt ernsthaft, einen Mann zu sehen – meine Stimme ist weiblich. Entscheidend ist, dass die Figur glaubwürdig wird.
Im Barock entsteht Glaubwürdigkeit aus der Musik. Die Da-Capo-Arie, eine zentrale Form dieser Epoche, hat daran großen Anteil. Auf den ersten Blick wirkt sie streng und schematisch: ein erster Teil, ein kontrastierender Mittelteil, dann die Wiederholung des Anfangs. Doch in der Wiederholung liegt eine große Freiheit. Wenn der A-Teil zurückkehrt, wird er verziert, verändert, neu gedacht. Ich arbeite diese Verzierungen lange im Voraus aus, schreibe sie auf, probiere sie mit Coaches und Dirigenten, denke sie durch wie eine Komponistin. Dadurch entsteht Raum für Improvisation bei den Proben. Es ist genau diese Freiheit innerhalb einer klaren Form, die mich an der Barockmusik so fasziniert. Und vielleicht ist es auch das, was mein Seelenort mir schenkt: das Gefühl von Verankerung und Offenheit. Die Gewissheit, dass mich eine Tradition nicht einengt, sondern trägt.
Wenn in der Scala Vorstellungen sind, bleibt die Küche von Vasilisa Berzhanskayas Lieblingsrestaurant bis nachts geöffnet. Künstler und Fans lassen hier den Abend ausklingen

GIULIO CESARE IN EGITTO im April > 4 im Spielplan
Wusstest du, dass
bei uns Kinder auf die Pauke hauen?
Benedikt Leithner ist 1. SoloPauker in unserem Orchester und zeigt bei »Krawumm«, was das Schlagwerk alles kann
Der Name »Krawumm« ist lautmalerisch. Schlaginstrumente machen erstmal Krach und begeistern sofort.
Im Projekt stelle ich Kindern unter anderem Pauken und Becken vor, kleine und große Trommel, Xylophon, Glockenspiel, Marimba, Triangel und Tamburin. Ich zeige, wie man die Instrumente spielt, und alle dürfen eines ausprobieren – unterstützt von der Gruppe, die dazu klatscht und stampft. Das macht am meisten Spaß! Besonders überraschen oft die Röhrenglocken und die Body Percussion, wenn der eigene Körper Beats erzeugt. Trommeln ist etwas Archaisches. Laut sein, etwas spüren, Rhythmen erzeugen, das existiert in jeder Kultur. »Krawumm« zeigt darüberhinaus, dass man für Rhythmus auch Disziplin braucht, Gefühl und Balance: Die Übung macht den Meister. Und dazu ist die sinnliche Erfahrung wichtig: learning by doing.

Info und Anmeldung zu »Krawumm«


Liebe unter Palmen: Feldherr und Eroberer Julius Caesar betört die ägyptische Königin Cleopatra mit den Insignien seiner Herrschaft
Raubtiere der Macht Was mich bewegt

Mit GIULIO CESARE IN EGITTO brachte Händel eine populäre Geschichte auf die Bühne – und erzielte seinen größten Opernerfolg. Chefdramaturg Jörg Königsdorf über den Welthit der Barockoper
Schon die ersten Worte, die der Titelheld von Händels spektakulärster Oper auf der Bühne spricht, machen klar, was gespielt wird. »Cäsar kam, sah und siegte«, verkündet der Titelheld den soeben eroberten Ägyptern, nachdem sie ihn pflichtschuldig jubelnd begrüßt haben. GIULIO CESARE erzählt keine verwickelte Geschichte, bei der man dauernd vergisst, wer in wen verliebt ist. Stattdessen erleben wir eine Story, die wir aus dem Geschichtsunterricht, dem Kino oder aus »Asterix in Ägypten« kennen.
Das »veni, vidi, vici« verspricht Faktentreue, die Händel und sein Librettist Nicola Haym insoweit einlösen, als alle wesentlichen Figuren historisch verbürgt sind. Anders als bei Händel-Opern wie TOLOMEO, FLAVIO und RADAMISTO kennen wir den Grundriss und so besteht ein Teil des Vergnügens darin, Händels Version der Liebesgeschichte zwischen dem römischen Feldherrn und der Pharaonin mit den Bildern abzugleichen, die im Gedächtnis sind.
GIULIO CESARE ist Händels beliebteste Oper und ein Türöffner für Barockoper. Das Stück verschmilzt die Qualitäten, die sich Händel im Lauf seiner Lehrjahre angeeignet hatte, zu einer großen Show: die Spielfreude der deutschen Barockoper, wie sie am Hamburger Gänsemarkt gepflegt wurde, die heroische Gefühlstiefe der italienischen Oper und die praktischen Anforderungen des Londoner Opernmarkts, wo italienische Oper eine kostbare Distinktion für die Oberschicht war, die gerne Gesangsstars und eingängige Arien hörte, aber möglichst wenig langatmige Rezitative in einer Sprache, die sie ohnehin kaum verstand.
Nirgendwo ist Händel so sehr Theatermann wie hier: GIULIO CESARE zieht alle Register orchestraler
Klangmöglichkeiten. Vom unsichtbaren Bühnenorchester über effektvolle Solopassagen bis hin zu Spezialinstrumenten für besondere Klangeffekte. In keiner anderen Oper mutet er dem Publikum so grelle Stimmungsumschwünge zu. Schon in der Eingangsszene erlauben sich Händel und Haym einen radikalen Coup: Kaum hat Caesar den Boden Ägyptens betreten, bekommt er als Empfangsgeschenk den abgeschlagenen Kopf seines Rivalen Pompeius präsentiert. Die Feststimmung ist im Eimer. Wo eben noch der glänzende Sieger gefeiert wurde, wird schlagartig bewusst, was die Besiegten zu erwarten haben.
Der Moment ist die Schlüsselszene, hier entwickeln sich zwei parallele Erzählungen, die im Verlauf der Oper wie im Film immer wieder gegeneinander geschnitten werden: Die Lovestory von Caesar und Cleopatra und die Geschichte vom Überlebenskampf, den Pompeius’ Witwe Cornelia und ihr Sohn Sesto führen. Und während der Flirt zwischen Römer und Ägypterin sich im Verlauf der Oper zur echten Liebe auswächst, erleben Cornelia und Sesto, was es heißt, hilflos den Gelüsten der Mächtigen ausgesetzt zu sein.

GUILIO CESARE von Georg Friedrich Händel
Musikalische Leitung
Stefano Montanari (Foto)
Inszenierung
David McVicar
Berliner Premiere 25. April 2026

Tickets & Termine
GIULIO CESARE erzählt von der hellen und der dunklen Seite der Macht, packend und wahrhaftig, wenn sich die beiden Sphären immer wieder annähern. Das Tragische besitzt oft auch einen tragikomischen Zug, etwa wenn Sesto zwar koloraturreiche Rachearien abfeuert, ihm aber nur die unzulänglichen Kräfte eines Teenagers zur Verfügung stehen.
Aber auch die Mächtigen sehen sich plötzlich in existenzgefährdenden Situationen und müssen erleben, dass auch ihr Schicksal sich jeden Moment wenden kann. Wie in einem Thriller führen Händel und Haym ihre beiden Helden bis knapp an den Abgrund, um ihren schlussendlichen Sieg umso erleichternder und glanzvoller zu gestalten – aber auch, um beiden die Möglichkeit zu geben, zu tragödientauglichen Figuren heranzuwachsen. Die Arie, in der Cleopatra den totgeglaubten Caesar und ihr Schicksal beklagt, markiert den emotionalen Gravitationspunkt des Abends. Sie demonstriert zugleich den atemberaubenden menschlichen Reifeprozess, den diese Frau im Verlauf von insgesamt acht Arien durchmacht.
Zur Wahrheit der Geschichte gehört aber auch, dass sich am Ende von GIULIO CESARE, anders als in den allermeisten Barockopern, eben nicht alle wieder vertragen und zum Schlusschor die Hände reichen. Stattdessen feiern die Sieger mit allem Prunk, den die Barockoper zu bieten hat. Und wie zu Beginn bleiben die Unterlegenen tot auf der Strecke. »Vae victis«, wehe den Besiegten, hätte Caesar wohl dazu gesagt.
GIULIO CESARE IN EGITTO im April > 4 im Spielplan

Sesto wird von der Erinnerung an die Ermordung seines Vaters Pompeius verfolgt. Aber bei seiner Rache ist der Teenager auf sich allein gestellt
Die Verwandlung
In Puccinis verrückter Kurzoper GIANNI SCHICCHI spielt Andrei Danilov Rinuccio. Der ist arm, verliebt, verzweifelt, hat eine Idee – und setzt eine irre Intrige in Gang

GIANNI SCHICCHI ist die ungewöhnlichste Produktion, an der ich je mitgewirkt habe. Allein schon unser Look: Wir sehen aus wie eine Comicversion der »Addams Family«, sind ständig in Bewegung und Interaktion. Ich muss auf meine Kollegen achten, sobald wir einander berühren, würden unsere Masken abfärben, wir sind ja in unterschiedlichen Farben geschminkt. Ich bin blau, viele sind grün, Gherardo und Lauretta (in sie bin ich verliebt) sind knallrot, hinzu kommen große, farbige Perücken – es ist ein Spaß. Mimik und Spielstil haben wir bei den Proben mit Regisseurin Pınar Karabulut entwickelt. Ich kann meiner albernen Seite freien Lauf lassen, ich komme ja vom Musical. Musik und Inszenierung sind so energetisch, dass wir alle nach den Aufführungen schnell in die Kantine gehen, um zu reden und weiter Spaß zu haben. Die meisten von uns haben dann noch den einen oder anderen Fleck auf der Haut – Theaterschminke ist hartnäckig.
GIANNI SCHICCHI im April > 2 im Spielplan

Danilov ist Fan der Inszenierung. Bei Laurettas Arie an Gianni Schicchi würde er sich gern zum Publikum in den Saal setzen, um von dort aus einen der musikalischen wie komödiantischen Höhepunkte zu erleben
Hinter der Bühne
Mirjam Stängl hat das Bühnenbild für ENDLICH entwickelt. Eine zentrale Rolle spielt Lehm, ältester Baustoff der Menschheit

In ihrer Komposition thematisiert Asia Ahmetjanova die Endlichkeit des Lebens; Franziska Angerers Inszenierung lädt dazu ein, die eigene Sterblichkeit zu reflektieren. Wir alle sind Teil einer großen Lebenslotterie, der Tod ist unvorhersehbar. Auffällig viele Kulturen der Welt gleichen sich im Überbau, es tauchen ähnliche Materialien, Bilder, mythische Figuren auf, wenn es um Leben und Sterben geht: schicksalsbestimmende Frauen, Gewebe, Lehm, Weben und Bauen. Aus diesen ältesten Handwerken haben wir das Szenario für ENDLICH entwickelt. Auf drei hohen Stelen stehen übergroße Figuren, Nornen, von denen sich ein Geflecht aus Gurten und Ketten in den Raum spinnt. In diesem Geflecht hängen mit Lehm gefüllte Säcke, angelehnt an die archaischen Webgewichte. Aus diesen Säcken fallen während des Abends Lehmklumpen zu Boden, plötzlich wie der Tod. Spieler*innen verarbeiten den Lehm weiter, wer eben noch lebte, wird von dem Material eingenommen, eingebaut.
in der Tischlerei im Mai > 5 im Spielplan

Praktikantin Amber Jäger und Bühnenbildassistent Noah Ebert Gómez mischen kosmetische Heilerde mit Wasser und Korkgranulat zu volumigem Theaterlehm
Der Operntherapeut
Patient: Amfortas (ca. 45 Jahre)

Er ist Gralskönig, moralisch zerrissen, überlastet, verletzt und chronisch krank. Seit Jahren trägt Amfortas eine Wunde, die nicht heilen will. Doch sein Leiden ist mehr als nur körperlich. Ein klassischer Fall für den Operntherapeuten
Fachärztlicher Bericht:
Überweisungsgrund Chronisches Leid, Erschöpfung, Schuldgefühle, psychische Dekompensation
Anamnese Patient erscheint körperlich stark gezeichnet. Im Verlauf fällt eine offen blutende Stichwunde im Oberbauch auf. Dringende Empfehlung zur medizinischen Abklärung. Patient winkt ab. Die Wunde sei bekannt, seit Jahren. Das körperliche Leid scheint eng mit einem moralischen Selbsturteil verknüpft. Patient berichtet von früh übernommener Führungsrolle innerhalb einer stark ritualisierten Männergemeinschaft (Gralsritter). Zentrale Belastung: normativ überhöhtes Ideal von Reinheit und Selbstdisziplin, dem er nicht genüge. Auch Wagners Komposition kennt für Amfortas keine Erlösung. Seine Klagen sind fragmentiert, harmonisch schwebend, kreisen um Schmerz und Schuld. Die Wunde ist das Zentrum seiner Identität.
Diagnostische Einschätzung F43.2 Anpassungsstörung, chronische Belastung. Z73.1 Erschöpfungssyndrom mit Somatisierungsneigung
Therapieplanung und Zielsetzung Wunde versorgen. Psychotherapeutische Behandlung nach Stabilisierung. Ziel: Trennung von Schuld, Amt, Leid. Selbstbild jenseits ritueller Selbstaufopferung entwickeln.
Prognose Zurückhaltend optimistisch. Amfortas zeigt Einsicht, ist aber an sein Symptom gebunden. Größte Hürde ist nicht die Wunde, sondern die Angst vor ihrem Vergehen: Wer ist er, wenn sein Leiden endet?
PARSIFAL im April > 1 im Spielplan

Da war was los!
Große Gefühle, bewegende Momente, Glück und Unglück. Wir blicken zurück auf die spektakulärsten Ereignisse an der Deutschen Oper Berlin. Diesmal 1982: das Kanzlerfest
Ob Helmut Schmidt wohl für einen Abend seine Sorgen um den NATO-Doppelbeschluss vergessen wollte? Der Kanzler selbst regt an, dass an der Deutschen Oper Berlin eine Gala stattfinden soll – zum ersten Mal seit 1961. Mit Berlins Regierendem Bürgermeister Richard von Weizsäcker lädt er für den 20. Februar 1982 zum Kanzlerfest, ganz berlinerisch unter dem Titel »Haste Töne« . Die Resonanz ist überwältigend: Von Hans-Dietrich Genscher und Herbert von Karajan über Rudi Carrell, Hildegard Knef, Loriot und Axel Springer bis hin zu Lokalgrößen wie Ingrid Steeger und Brigitte Mira tummelt sich in den Foyers und auf der Hinterbühne bis in den frühen Morgen nahezu die gesamte Prominenz der alten Bundesrepublik. Und wie die BUNTE zu berichten weiß, kommt am Abend »die enorme Summe von 600.000 Mark« für die Aktion »Ein Herz für Kinder« zusammen, zu der Bundespräsident Karl Carstens »spontan noch 200 Mark extra« spendet. Kulinarisch bleibt der Abend auf dem Teppich: Statt Hummer und Kaviar gibt es Kassler, Matjes, Bockwurst, statt raffinierter Desserts Rote Grütze und Streuselkuchen. Dem Erfolg tut das keinen Abbruch. die nächste Gala findet schon einen Monat später statt.
Mehr Glamouröses in der FoyerAusstellung »Skandal!«
Meine Liste
Es gibt Träume jenseits der Oper: Was Opernstars unbedingt noch schaffen wollen

1.
Über die Alpen wandern
Theater, Oper, Kino: Regisseur Philipp Stölzl ist bekannt für seine weiten, szenischen Bilder. Oft gleichen sie Tableaux vivants, wie zum Beispiel im Medicus II, der im Dezember in den Kinos lief und in seiner ikonischen Inszenierung von Wagners PARSIFAL

Nach der Schule wollte ich Latein studieren, an der Uni gab es einen Professor, der angeblich jeden Sommer mit seinen Studenten von München nach Rom wanderte, unterwegs durfte nur Latein gesprochen werden. Ich stellte mir tiefgründige Konversationen über Cicero vor. Latein ist es nicht geworden. Aber die Sehnsucht, wochenlang über windige Bergrücken, durch finstere Täler, entlang von Nebelmeeren zu wandern, die blieb.
Die Welt hinter der Welt bereisen

Ich habe in den wilden Neunzigern in Berlin gelebt, bin für Musikvideos durch die Welt gejettet, es ist bizarr, dass ich nie wirklich mit Drogen in Berührung gekommen bin. Wahrscheinlich bot die Kunst ausreichend Rausch. Jetzt, auf die sechzig zugehend, habe ich das vage Gefühl von Versäumnis. Je mehr Mortalität und Endlichkeit spürbar werden, interessiert mich, ob es eine Welt hinter der Welt für mich gibt. Und wie die sich anfühlen mag. Meditation in Tibet, holotropes Atmen am Bodensee, geführte Ayahuasca-Erfahrungen in Brandenburg, whatever. Ich würde gerne die Türen aufreißen zum Spirituellen – und beherzt eintreten.
3. Mit dem Vaporetto zur Arbeit fahren
Venedig ist magisch, besonders im Winter. Was ich besonders liebe, ist die Absenz von Autos, die ständige Gegenwart von Wasser. Mein Traum ist, dort mal zu inszenieren, am legendären Teatro La Fenice. Ich würde mir morgens an einer kleinen Piazza einen Espresso holen, den Gemüsehändlern beim Plausch zuhören – und dann mit dem Vaporetto zur Arbeit fahren.
PARSIFAL im April > 1 im Spielplan
Rätselhaft
Ihnen ist Oper kein Geheimnis? Dann raten Sie mal, was wir hier suchen (von oben): Komponist*in, Werk, Regisseur*in. Ein Tipp: Beachten Sie, wie sich das, was Sie sehen, anhört – auch in unter schiedlichen Sprachen!

Bitte senden Sie die Lösungen bis zum 16. März 2026 an diese Adresse: libretto@deutscheoperberlin.de. Unter allen Einsendungen verlosen wir zwei mal zwei Eintrittskarten für die Premiere von GUILIO CESARE am 25. April 2026 , um 18 Uhr, in der Deutschen Oper Berlin. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Lösung finden Sie wie immer im nächsten Heft.
Auflösung aus Libretto #6: Gioacchino Rossini, L’ITALIANA IN ALGERI, Rolando Villazón
Impressum
Herausgeber Deutsche Oper Berlin – Stiftung Oper in Berlin
Intendant Christoph Seuferle
Geschäftsführender Direktor Thomas Fehrle
Generalmusikdirektor Sir Donald Runnicles
Konzept Grauel Publishing / Redaktion Ralf Grauel; Tilman Mühlenberg, Patrick Wildermann / Texte und Redaktion für die Deutsche Oper Berlin
Jörg Königsdorf [verantwortlich], Kirsten Hehmeyer, Marion Mair, Wenke
Vendt, Dramaturgie, Marketing / Gestaltung und Satz Sandra Kastl
Anzeigen und Vertrieb anzeigen@deutscheoperberlin.de
Druck PIEREG Druckcenter Berlin GmbH
Libretto erscheint zehnmal pro Spielzeit
Bestellung und Anregungen libretto@deutscheoperberlin.de
Bildnachweise
Cover Eike Walkenhorst / Editorial Max Zerrahn / Drei Fragen Agentur / Gleich passiert’s Eike Walkenhorst, Bettina Stöß [2] / Wieder auf unserer Bühne Agentur / Mein Instrument Max Zerrahn / Dr. Takts Zeitreisen
Eva Harmann / Mein Seelenort Isabella De Maddalena / Wusstest Du schon? Nancy Jesse / Was mich bewegt Tristram Kenton [2], Roberto Cifarelli / Die Verwandlung Nancy Jesse / Hinter der Bühne Nancy
Jesse / Operntherapeut Bettina Stöß / Da war was los Bart Sparnaaij / Meine Liste David Heerde / Das muss ich nochmal sehen privat, Bettina Stöß / Spielplan Bernd Uhlig [4]
Cover: Szenenfoto aus SUOR ANGELICA
Wir danken unserem Medienpartner.
Das muss ich nochmal sehen!
Setdesignerin Silke Voigtländer geht noch einmal in die klassische TOSCA – wegen der Bühnenbilder von Filippo Sanjust

TOSCA im April > 3 im Spielplan
An der Oper faszinieren mich Bilder mindestens so sehr wie die Musik. In der TOSCA-Inszenierung von 1969 tragen die drei Bühnenräume die Geschichte mit ungeheurer Klarheit: große Raumausschnitte, viel Luft, starke Perspektiven, angerissene Szenen, die sich im Kopf fortsetzen. Alles ist klassisch, fast museal, und deshalb so wirksam. Besonders im dritten Akt: Wenn auf der Plattform der Engelsburg langsam die Sonne aufgeht, sich der Himmel allein durch Licht von Dunkelblau zu Türkis, schließlich zu hellem Morgenblau wandelt, erlebt man das Drama buchstäblich in Echtzeit. Die perfekte Illusion. Muss ich unbedingt nochmal sehen!
Spielplan April 2026
Premieren, Repertoire, Uraufführungen –Musiktheater im großen Saal und in der Tischlerei

Floria Tosca ist für ihren Geliebten Cavaradossi bereit, fast alles zu tun. Aber sich der Gewalt des Tyrannen Scarpia auszuliefern, übersteigt ihre Kräfte – deshalb greift sie zum Messer
Unsere Premiere Opern im Repertoire
25., 28. April; 1., 3., 10. Mai 2026
Opernwerkstatt: 20. April 2026
Giulio Cesare in Egitto
Georg Friedrich Händel
Dirigent Stefano Montanari
Regie David McVicar
Mit Vasilisa Berzhanskaya, Elena Tsallagova, Clémentine Margaine, Cameron Shahbazi / Ivan Borodulin, Martina Baroni, Michael Sumuel, Edu Rojas, Jared Werlein u. a. Dauer 4:30 | Zwei Pausen | 13+
Tiefste moralische Entrüstung steht direkt neben strategisch eingesetzter Koketterie, die Verzweiflung von schutzlosen Flüchtlingen ist verstrickt in das Ränkespiel der Mächtigen. Wir präsentieren Ihnen dieses Meisterwerk in der gefeierten Produktion David McVicars. Er nutzt die Elemente des barocken Soffittentheaters, um ein abwechslungsreiches Spiel zu entfalten, in dem Raum für die großen tragischen Gefühle ist, das aber auch mit Charme und Humor die Avancen Cleopatras gegenüber dem starken Mann aus Rom auskostet.
Lesen Sie auch S. 15, 17, 18-23, 26-31
19., 23. April 2026
Tosca
Giacomo
Puccini
Dirigent Giampaolo Bisanti Regie Boleslaw Barlog
Mit Anastasia Bartoli, Freddie De Tommaso, Amartuvshin Enkhbat, Volodymyr Morozov u. a. Dauer 3:15 | Zwei Pausen | 13+
Mit unerbittlicher Konsequenz entwickelt Puccini in seiner TOSCA aus dem Aufeinander prallen menschlicher Leidenschaften eine Spirale der Gewalt. In der Inszenierung von Boleslaw Barlog, die bildkräftig die römischen Originalschauplätze beschwört, gastieren seit über 50 Jahren immer wieder die großen Sänger und Sängerinnen der Opernwelt.
Lesen Sie auch S. 5, 8, 44
* Opernwerkstatt / Das kommt … Besuchen Sie im Vorfeld einer Premiere oder Wiederaufnahme eine Einführung und eine Probe und kommen Sie danach mit Mitwirkenden ins Gespräch. Im April: GIULIO CESARE IN EGITTO: 20. April
A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM: 27. April
2. April 2026
L’Italiana in Algeri
Gioacchino Rossini
Dirigent Alessandro De Marchi
Regie Rolando Villazón
Mit Tommaso Barea, HyeYoung Moon, Lucy Baker, Benjamin Dickerson, Nadezhda Karyazina, Jonah Hoskins, Misha Kiria u. a.
Dauer 3:00 | Eine Pause | 13+
Nach LA RONDINE und DIE FLE
DERMAUS kehrt Rolando Villazón als Regisseur an die Bismarckstraße zurück, um mit einer der großen Opernkomödien des Belcanto sein humoristisches Talent unter Beweis zu stellen: Die satirische Handlung um die Gelüste Mustafas, der seiner Gattin Elvira überdrüssig geworden ist, und um die intrigenreichen Befreiungsversuche Lindoros und Isabellas, vermengt mit dem exotistischen Flair des Sujets, trafen einen Nerv der Zeit. Villazón verlegt die Handlung in konkurrierende Lucha LibreClubs, in denen Masken, inszenierte Kämpfe und große Theatralik zu Hause sind.
Letzte Vorstellungen
3., 11. April 2026
Parsifal
Richard Wagner
Dirigent Tarmo Peltokoski
Regie Philipp Stölzl
Co-Regie Mara Kurotschka Mit Thomas Lehman, Tobias Kehrer, Albert Pesendorfer, Attilio Glaser, Philipp Jekal, Irene Roberts u. a. Dauer 5:30 | Zwei Pausen | 16+
Großes Wagner Kino bietet Philipp Stölzl in seiner Inszenierung des »Bühnenweihfestspiels«: Mit ebenso detaillierten wie eindringlichen Bildern erzählt schon das Vorspiel die Geschichte des Heiligen Grals, jener Schale, in der nach der Legende das Blut des ans Kreuz geschlagenen Christus aufgefangen wurde, und der Palast des Zauberers Klingsor entfaltet die exotische Verführungskraft alter Hollywood Filme. Zugleich aber betont Stölzl die Zeitlosigkeit der Erlösungssuche: Am Ende landet der Held in einer verrohten Gegenwart, in der die Menschen im trüben Lichtschein von Parkplatzlaternen vegetieren.
Lesen Sie auch S. 11, 36-37, 40-41
Opern im Repertoire Staatsballett Berlin
5., 10., 15., 17. April 2026
Suor Angelica / Gianni Schicchi
Giacomo Puccini
Dirigent Giulio Cilona
Regie Pınar Karabulut
Mit Mané Galoyan, Lauren Decker, Stephanie WakeEdwards, Misha Kiria, Maria Vasilevskaya, Andrei
Danilov, Michael Bachtadze, Dean Murphy, Arianna Manganello u. a.
Dauer 2:20 | Eine Pause | 13+
In der knallbunten Inszenierung von Pınar Karabulut kehren zwei Teile des zur Premiere gefeierten Triptychons auf unseren Spielplan zurück: SUOR ANGELICA , ein rein weiblich besetztes Stück, ist ein Solitär in der Operngeschichte und kreist um die Fragen von Leben und Tod und den Möglichkeiten dazwischen. GIANNI SCHICCHI hingegen stellt in der Tradition der Commedia dell’arte den Menschen als Spieler und habgierigen Betrüger ins Zentrum. Mit ihrem großen Gespür für Timing zeigt Karabulut die skurrilen Abgründe einer heuchlerischen Verwandtschaft, die sich um das Totenbett ihres Familienoberhaupts versammelt.
Lesen Sie auch S. 6, 13, 32
1., 4., 6., 7., 12., 18., 24., 26. April 2026
Nurejew
Musik von Ilya Demutsky
Choreographie Yuri Possokhov
Inszenierung Kirill Serebrennikov
Dirigent Dominic Limburg Mit Tänzer*innen des Staatsballetts Berlin, Odin Lund Biron, Ivan Borodulin / Edu Rojas, Navasard Hakobyan / Artur Garbas / Joel Allison, Stephanie WakeEdwards / Aleksandra Meteleva, Joel von Lerber u. a.; Vocalconsort Berlin, Orchester der Deutschen Oper Berlin
Dauer 2:20 | Eine Pause | 16+
Das vielfach preisgekrönte Ballett NUREJEW feierte seine Premiere im Dezember 2017 am Bolschoi und erregte erneut internationales Aufsehen, als es 2022 vom Spielplan gestrichen wurde. Jetzt bringt das Staatsballett Berlin dieses monumentale Tanzereignis erstmals außerhalb Russlands auf die Bühne. Ballett, Schauspiel und Gesang verschmelzen zu einer eindrucksvollen Hommage an das Leben und die Karriere von Rudolf Nurejew, ein Künstler, der nicht nur die Ballettwelt revolutionierte, sondern auch für künstlerische Freiheit und individuelle Selbstbestimmung stand.
In Foyer und Tischlerei
11., 12. April 2026 | Tischlerei
Jazz & Lyrics III
Hymn to Freedom
Dirigent Wolfgang Köhler
Rezitation Caroline Lux
Vocals Fola Dada
Mit Christian Grabant, Falk
Breitkreuz, Sebastian Krol, Peter Nitsch, Rüdiger Ruppert
Dauer 1:30 | Keine Pause
Hören Sie in diesen Konzerten Musik von Gospel bis Abbey Lincoln. Caroline Lux wird der Sprache berühmter Reden von Nelson Mandela bis Václav Havel auf den Grund gehen. Im Anschluss lädt die Artists’ Lounge zum Verweilen.
29., 30. April 2026 | Foyer
Expedition Tirili
Ein ForscherTheater für Kinder
Regie Franziska Seeberg
Mit Cathrin Romeis, Pauline Jacob
Dauer 0:30 | Keine Pause | 3+
Wie entstehen Töne? Wie klingt unser Raum? Woraus besteht Musik? Und wer oder was ist dieses geheimnisvolle TIRILI? Zwei Performerinnen erkunden gemeinsam mit den Kindern die Klänge im Raum.
Premiere: 22. Mai | Tischlerei 26., 28., 29., 30. Mai 2026
ENDLICH
Asia Ahmetjanova
Dirigent Leonard Weiss
Regie Franziska Angerer
Mit Constanze Jader, Lana Maletic, Jens Ginge Skov, Performer*innen und ensemble mosaik Berlin Dauer 1:15 | Keine Pause | 15+
In ihrem Musiktheater ENDLICH meditieren die Komponistin Asia Ahmetjanova und die Regisseurin Franziska Angerer über unser Verhältnis zum Tod und unseren Umgang mit dem eigenen Verfall. Mit einer Gruppe von alten Menschen konfrontieren sie uns mit dem Blick auf die eigene Endlichkeit und das Alter mit all seinen Zuschreibungen. Koproduktion mit der Münchener Biennale
Lesen Sie auch S. 34
Der Ring des Nibelungen Mai 2026
16., 26. Mai 2026
Das Rheingold
Richard Wagner

Eine Gruppe von Menschen trifft auf leerer Bühne auf einen Konzertflügel, ein Ton wird angeschlagen, und langsam entfaltet sich eine Welt der Fantasie, der Sehnsüchte und des Rausches, die alle in Bann zieht und zur Gemeinschaft verschmelzen lässt. So beginnt DAS RHEINGOLD in der Regie von Stefan Herheim.
17., 27. Mai 2026
Die Walküre
Richard Wagner
Nachdem die Herrschaft der Götter am Ende des RHEINGOLD mit dem Einzug in die Burg Walhall ihren strahlenden Zenit erreicht hat, stehen in der WALKÜRE die Zeichen auf Sturm: Die Menschen sind in Machtgier, Misstrauen und Besitzdenken erstarrt, die Götter beschränken sich nur noch darauf, die Einhaltung der alten Gesetze zu überwachen.

25., 31. Mai 2026
Götterdämmerung
Richard Wagner
Im Schlussteil der Tetralogie vereinigen sich auch Herheims Theatermittel zum großen Finale: Der Flügel ist ebenso präsent wie das Tuch oder die Koffer. Am Ende versinkt die Welt, nur um im nächsten Spiel wieder neu geboren zu werden.

23., 29. Mai 2026
Siegfried
Richard Wagner
Als »heroisches Lustspiel« bezeichnete Wagner seinen SIEGFRIED. Für Herheim ist es der Akt des Spiels, der die Gegensätze zum Ganzen fügt. Die Grenzen zwischen Tier und Mensch verschwimmen wie die zwischen den Figuren und ihrem Schöpfer.

Karten, Preise, Adressen
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Großes Haus
Bismarckstraße 35, 10627 Berlin
Tischlerei
RichardWagnerStraße / Ecke Zillestraße, 10585 Berlin [direkt an der Rückseite der Deutschen Oper Berlin]
Kartenverkauf
Webshop www.deutscheoperberlin.de
Am Telefon
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Mo – Sa 9.00 – 20.00 Uhr
So, feiertags 12.00 – 20.00 Uhr
An der Tageskasse
[Bismarckstraße 35]
Fr – Sa 12.00 – 19.00 Uhr
So – Do, feiertags geschlossen
Abendkasse
[Bismarckstraße 35]
Für Vorstellungen im großen Haus ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.
Für Vorstellungen in der Tischlerei gibt es keine Abendkasse.
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Deutsche Oper Card
Die Deutsche Oper Card 25/26 kostet einmalig € 75,00 und berechtigt Sie zum Kauf von bis zu zwei Karten für sich und Ihre Begleitung mit einer Ermäßigung von 30% je Vorstellung der Preiskategorien A bis E (ausgenommen DER RING DES NIBELUNGEN , Fremd und Staatsballettveranstaltungen und Vorstellungen mit Einheitspreisen im Saal sowie in Tischlerei und Foyer).
Die Deutsche Oper Card können Sie an der Tageskasse, am Telefon oder im Webshop erwerben.
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Führungen
5., 12., 18., 25. April 2026
2., 9., 16., 17. Mai 2026
jeweils 13.00 Uhr
Dauer 1:30 | Kosten € 10,00
Familienführungen
speziell für Kinder ab 6 Jahren
5., 12., 18., 25. April 2026
2., 9., 16., 17. Mai 2026
jeweils 14.30 Uhr
Dauer 1:00 | Kosten € 5,00
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Im Großen Saal
Im Kalendarium finden Sie in der letzten Spalte jeweils einen Buchstaben, der auf das geltende Preisgefüge verweist. Für den Saal erwerben Sie ein Ticket, das Ihren Sitzplatz präzise bezeichnet. Die Preise der jeweiligen Kategorien belaufen sich auf:
A: € 18,00–€ 74,00
B: € 24,00–€ 92,00
C: € 26,00–€ 108,00
D: € 30,00–€ 144,00
E: € 36,00–€ 184,00
F: € 60,00–€ 240,00
In Foyer und Tischlerei
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