Nachhaltige Stadtplanung

Page 56

268

Kapitel 7 —  Projekte

Energie Biobrennstoff Klärschlamm

Blockheizkraftwerk (BHKW) Fernwärme und Strom brennbarer Abfall

Biotreibstoff

Papier-, Glas-, Dosenmüll etc.

Recycling

Abfall

Biogas

Gebäude

neues Verpackungsmaterial

Erde

spezielle Entsorgung

Hammarby Heizwerk

Fernwärme, -kälte

umweltfreundl. Strom­produktion

organischer Abfall

Kompostier­ anlage

Felder

Sonnen-, ­Windenergie, Wasserkraftwerk

Trinkwasser Sondermüll, Elektroschrott Trinkwasser­ aufbereitungsanlage

öffentliche Busse und Pkws

Niederschlag Gebäude

Niederschlag versiegelte Flächen

Abwasser

aufbereitetes Abwasser

aufbereitetes Abwasser

Meer Meer

Biogas Klärwerk

Kanal

Hammarby See Sedimentierung

Wasser

Abb. diese Seite: oben  integriertes Energieund Stoffstrommodell von Energie, Abfall- und Wasser unten  Integration von Regenwasserversickerungsanlagen in das Freiraumkonzept – verschiedene Gestaltungen der Wasserkanäle Abb. rechte Seite: oben  unterirdisches Rohr­ leitungssystem für Müll rechts unten Müllsammelstellen an der Oberfläche ­ und Biogasleitungen

3  Foletta 2011, S. 43 4  Fränne 2007, S. 7 5  ebd., S. 24

eingeplant. Die be­­sondere Lage des Quartiers am Was­ser wird im Luma Park thematisiert. Hier läuft der Besucher über Holzstege durch hohes Schilf und kann sich an verschiedenen Aussichtsplattformen einen Überblick über den Park und die umliegende Bebauung verschaffen. Die Kanäle verfügen über 180 Bootsanlegestellen und dienen als Orte der Naherholung. Darüber hinaus fungieren sie auch als Puffer für Regen- und Sturmflut­ wasser, indem sie dieses langsam in den Hammarby See einleiten. Das Mobilitätskonzept des Viertels ist in vielerlei Hinsicht wegweisend und basiert auf einem ­dichten Fuß- und Radwegenetz, das an die um­­ gebenden Gebiete angeschlossen ist. Zusätzlich verbinden eine neue Straßenbahnstrecke und zwei neue Buslinien Hammarby Sjöstad mit an­­ deren Teilen der Stadt. Eine weitere öffentliche Verkehrsmöglichkeit stellt der Weg über das Wasser dar: Das ganze Jahr über bietet die Stadt einen Fährbetrieb an. Außerdem stehen den Bewohnern 46, mit Strom betriebene und mietbare ­Car­sharing-Fahrzeuge zur Verfügung, um auch Ziele außerhalb des ÖPNV-Netzwerks zu erreichen. Diese Maßnahmen haben einen wesent­

lichen Anteil daran, dass heute nur noch etwa 20 % der Bewohner auf den privaten Pkw zurückgreifen.3

Fokus Wasser, Stoffflüsse Hammarby Sjöstad verfügt über ein eigens entworfenes integrales Energie- und Stoffstrom­ modell, das im Quartier erprobt und stetig weiter­ entwickelt wird. Mittlerweile findet das Konzept auch in anderen Städten Anwendung. Kernidee ist, innerhalb des Quartiers einen natürlichen Kreislauf nachzuempfinden, bei dem es keinen Abfall gibt, sondern der Output eines Prozesses gleich dem Input eines anderen ist. So wird z. B. der brennbare Abfall mit einem Unterdruckleitungssystem zentral gesammelt und daraus in einem Blockheizkraftwerk Wärme und Strom für das Quartier generiert. Des Weiteren wird das bei der Abwasserklärung als Nebenprodukt gewonnene Biogas für den Betrieb der Busse und Pkws im Quartier sowie für die Wärme-, Kälte- und Stromerzeugung verwendet – unterstützt durch PV-Elemente und Solarkollektoren auf vielen


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.
Nachhaltige Stadtplanung by DETAIL - Issuu