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Demokratische Gemeinde | Einzelpreis 7,00 | 65 JG. | A 02125

Ausgabe S-3 | 2013

Wirtschaftsstandort Kommune

Alles, nur nicht klein Exklusiv mit SGK-Regionalbeilage


Schwäbisch Hall ist Bildungsstadt mit einem breiten Spektrum an Bildungseinrichtungen. Informieren Sie sich über die flexiblen Möglichkeiten im Haus der Bildung sowie über die neuen Management-Studiengänge am Campus Schwäbisch Hall der Hochschule Heilbronn.

Schwäbisch Hall ist Tagungsstadt mit ideal vernetzten Tagungsstätten, die auf kurzen Wegen in der malerischen Innenstadt erreichbar sind. Für Tagungen mit Charme und Seele ist die historische Altstadt bestens geeignet.

Schwäbisch Hall ist Freizeitstadt mit einer Vielzahl an Freizeiteinrichtungen und Angeboten für Wellness, Sport, Erholung und Gesundheit. In unserer Stadt ist attraktives Wohnen in einer schönen Landschaft Wirklichkeit. Das Szeneangebot ist riesig und unsere besondere Altstadtkulisse hat Flair!

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Wirtschaftsförderung

Inhalt

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Standort mit Zukunft – Zukunft des Standorts Eine Kleinstadt zeigt Präsenz auf der Expo Real

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Das Militär mit Kunst austreiben Das Berliner Tacheles zieht um

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Geld ist da – doch wo sind die Investoren? Zum Zusammenspiel von öffentlicher Hand und Privaten

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Mit Köpfchen (er)sonnen Wissenschaft trifft auf Ökonomie und Ökologie

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Aus dem Westen was Neues!? Auf dem ehemaligen Quelle-Gelände in Nürnberg tut sich was

20 Kommunale Brücken bröckeln Flickschusterei muss ein Ende haben

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25 Euro vom Bürgermeister Eine hessische Kleinstadt setzt voll auf Zusammenhalt

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Biomasse zur Stadtentwicklung „CultNatur“ statt Industriebrache

22 Sächsisches Monopoly Kommunale Wohnungswirtschaft in Dresden

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Die Selbstläufer Erfolgreiche Konversion im Landkreis Verden

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Familienglück statt militärischer Drill Konversion im Hohen Norden – selbst ist die Kommune

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Region Leipzig pusht sich Eine Messestadt hebt ab

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Konversion auf die holzige Art Mittelständler befeuert die Region

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Das Ende einer fast schönen Geschichte Ein hoffnungsvolles Projekt in Minden wird eingestellt

Von kreativ bis produktiv Zwischennutzung schwer im Kommen

IMPRESSUM Demokratische Gemeinde Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH Stresemannstraße 30, 10963 Berlin Postfach 61 03 22, 10925 Berlin Telefon: (030) 2 55 94 - 100 Telefax: (030) 2 55 94 - 192 Internet: www.demo-online.de Redaktion: Barbara Behrends Chefredakteurin Nils Hilbert Redakteur Layout: Heidemarie Lehmann Schlussredaktion: Monika Koepp

Verlagsleitung: Guido Schmitz Anzeigen: Henning Witzel (Verkaufsleiter) Anzeigendisposition: Christine Kluge Vertrieb: Nike Rasche, Tel. (030) 2 55 94 - 130 Litho: metagate Berlin, Litfaß-Platz 1, 10178 Berlin, Tel. 030-28306-0 Druck: Braunschweig-Druck GmbH, Ernst-Böhme-Str. 20, 38112 Braunschweig Titel: Igor Kovalchuk - Fotolia Erscheinungstermin: 8. Oktober 2013

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Wirtschaftsförderung

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Standort mit Zukunft – Zukunft des Standorts Eine Kleinstadt präsentiert sich auf Europas größter Gewerbeimmobilienmesse Expo Real

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ennen Sie Pfaffenhofen a. d. Ilm? Wahrscheinlich, wenn Sie öfter die Autobahn A9 zwischen München und Nürnberg fahren. Anders gesagt: Wir liegen mitten in Deutschlands Wachstumsregion, zwischen München, Ingolstadt, Augsburg und Regensburg – bei bester Verkehrsanbindung. Pfaffenhofen ist laut Focus Money Ranking der Landkreis mit der größten Wirtschaftsdynamik in Deutschland. Der Finger muss auf der Landkarte stoppen

Doch eine gute Lage allein bringt nicht automatisch Erfolg bei der Ansiedlung von Unternehmen. Es muss uns gelingen, den Finger des Standortsuchenden auf der Landkarte zu stoppen. Es muss uns gelingen, dass Investoren den Blick nicht nur auf die Schatzkammer München, sondern auch auf die kleineren Perlen im Umland richten. Dazu müssen wir uns bekannt machen. Die Expo Real ist hierfür ein gutes Pflaster: Nirgendwo sonst sind so viele Verantwortliche aus dem Gewerbeimmobilienbereich anzutreffen. Denn eines ist klar: Wir müssen weitere Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Zwar haben wir nahezu Vollbeschäftigung, jedoch ist unsere Auspendlerquote enorm hoch. Wir beteiligen uns als Mitglied der Europäischen Metropolregion München an deren Gemeinschaftsstand. Damit rücken wir automatisch ein wenig mit in den Fokus derer, die sich mit München und seinem Umland befassen. Zusätzlich machen wir auf uns aufmerksam, indem wir auf Podiumsdiskussionen präsent sind. So kann ich dieses Jahr mitdiskutieren zum Thema „Metropolregion München: Stadt und Land! – Wo finden sich die besten Standortfaktoren für Wirtschaft und Bevölkerung,

Thomas Herker.

und was kann Stadt- und Regionalplanung zu einer ausgewogenen Entwicklung beitragen?“ Für uns ist ein gesteuertes Stadtwachstum die größte Herausforderung. Mit der Messeteilnahme stellen wir uns also dem Wettbewerb mit anderen Städten. Und wir nutzen sie auch, um voneinander zu lernen. Lebensqualität erlebbar machen

Pfaffenhofen kann besonders mit seinen „weichen“ Standortfaktoren punkten – mit Lebenswert und Nachhaltigkeit. Für uns sind sie ein harter Erfolgsfaktor. Denn uns wurde unser Lebenswert offiziell bestätigt. Eine internationale Jury zeichnete Pfaffenhofen bei den „International Awards for Liveable Communities – LivCom“ im Herbst 2011 als „lebenswerteste Kleinstadt“ aus. In Sachen Nachhaltigkeit sind wir ebenfalls top: Bei den LivCom-Awards gab es einen Sonderpreis für „Environmental Best Practices“. Pfaffenhofen ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013 nominiert und

Foto: PRODUQTIV werbung & public relations Pfaffenhofen

damit unter den Top 3. Bereits 2012 standen wir auf dem Siegertreppchen in den Kategorien „Nachhaltigste Kleinstädte“ sowie „Lebensqualität und Stadtstruktur“. Die Auszeichnungen sind ein guter Aufhänger für unsere Standortvermarktung. Auch auf der Expo Real spielen wir diese Trümpfe aus. Denn Lebensqualität lässt sich immer noch am besten vermitteln in einem Gespräch von Mensch zu Mensch, in den Geschichten, die wir bei Begegnungen erzählen können. Oder die wir in unserem Standortmagazin zusammenfassen. Konkrete Projekte vorwärts bringen

Nach drei Teilnahmen bei der Expo Real wissen wir aber auch: Bekanntheit und Sympathie sind für Investoren nicht genug. Die Messe dient in erster Linie dazu, Geschäfte anzubahnen. Daher haben wir jedes Jahr ein konkretes Projekt dabei, das aktuell in der Vermarktung ist. Dazu tun wir uns auch mit lokalen Pro-

jektentwicklern zusammen. Zurzeit richten wir den Fokus auf die kleine Landesgartenschau, die wir 2017 ausrichten werden. Im Zuge der damit verbundenen Umgestaltungen werden am Rande eines neuen Bürgerparks hochwertige Flächen für Wohnbebauung frei. Für einen Investorenwettbewerb wollen wir Kontakte auf der Expo Real knüpfen. Und natürlich wollen Kontakte gepflegt sein. Bei Ansiedelungen ist selten in kurzer Zeit etwas erreicht. Erst jetzt ergeben sich Investitionen aus unserer ersten Messeteilnahme im Jahr 2010. Das erwarten wir auch für 2013: Ein wenig Aufmerksamkeit, ein paar weitere Sympathiepunkte und den einen oder anderen Euro, der in unsere Stadt fließt. Denn Pfaffenhofen bietet Unternehmern alle Voraussetzungen für einen Standort mit Zukunft – wir müssen aber auch aktiv etwas dafür tun, dass der Standort eine Zukunft hat. Thomas Herker 1. Bürgermeister von Pfaffenhofen a. d. Ilm


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Wirtschaftsförderung

Geld ist da – doch wo sind die Investoren? Häufig hapert es am Zusammenspiel zwischen öffentlicher Hand und privaten Akteuren

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igentlich ist ja mehr als genug Geld da in Deutschland. Allein das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland überschreitet in diesem Jahr die Grenze von fünf Billionen Euro. Banken, Versicherungen und Fonds wissen angesichts der niedrigen Zinsen im wahrsten Sinne nicht, wohin mit dem vielen Geld. Auch die Kassen vieler Unternehmen im Land sind gut gefüllt, doch diese halten sich derzeit mit Investitionen merklich zurück. Geld wäre da, nur wofür ausgeben? Ganz anders stellt sich die Situation in den allermeisten Kommunen dar. Gähnende Leere im Stadtsäckel, Löcher in den Straßen und Defizite in den doppischen Bilanzen sind längst zum Dauerzustand in vielen Städten und Gemeinden geworden. Dass sie selbst kein Geld haben ist daher für viele Kommunalpolitiker schon ein vertrautes Problem. Öffentliche Investitionen zum Strukturwandel und damit zur Schaffung neuer Arbeitsplätze fallen deshalb meist bescheiden aus. Leider sieht es bei den privaten Investitionen häufig nicht viel besser aus. Viele Kommunen sitzen seit Jahren auf bestens erschlossenen Industrie- und Gewerbeflächen, ohne dass es zu nennenswerten Ansiedlungen käme. Mancherorts werden die Flächen mittlerweile zu Solarparks umgewidmet. Ein weiteres Problem sind lokale bzw. regionale Defizite in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Versorgung/Infrastruktur. Vielerorts fehlt es beispielsweise an einem attraktiven Angebot für Hotelgäste, obwohl die Kommunen schon große Vorleistungen in die touristische Infrastruktur erbracht haben und ein erhebliches Nachfragepotenzial vorhanden ist.

Beispiel Bostalsee

Auch bei Großprojekten, wie beispielsweise dem Bau eines Ferienparks am saarländischen Bostalsee, gelang es trotz Einbeziehung des europäischen Marktführers CenterParcs trotz monatelanger Bemühungen nicht, in ausreichendem Maß privates Kapital für die Investition bereitzustellen. Am Ende musste der Landkreis als Garant mit einspringen, um die Realisierung zu ermöglichen. Nach Fertigstellung des Projektes läuft der Verkauf von Ferienhäusern, die zu einer garantierten Verzinsung in die Vermietung gehen, an private und institutionelle Anleger dagegen sehr gut. Im Umfeld der Saarland Therme, die vor einem Jahr mit großem Erfolg in der Nähe von Saarbrücken eröffnet wurde, wartet man immer noch auf das zugesagte private Investment in ein Hotel.

Tatsächlich stellt sich die Frage, warum das Zusammenspiel zwischen öffentlicher Seite und privaten Investoren häufig so schwierig ist, bzw. warum sie so oft erst gar nicht zusammenkommen. Zwar können Projektentwicklungsunternehmen wie die Landesentwicklungsgesellschaften, Wirtschaftsförderungsgesellschaften oder private Projektentwickler zwischen den Partnern vermitteln. Doch oft bewegen sich die Kommunen einerseits und Investoren bzw. Konzerne andererseits in so unterschiedlichen Welten, dass man sich nicht nur nicht kennt, sondern auch den Weg zueinander nicht findet.

sich die meisten Verwaltungschefs doch sehr schwer damit, diesem Anspruch in der Praxis gerecht zu werden.

Grenzen überwinden

Eigentlich der richtige Ort, um die Kontakte zwischen öffentlicher Hand und Privatinvestoren zu vertiefen.

Auch wenn es noch so oft in den Rathäusern heißt: „Ansiedlungsund Wirtschaftsförderungspolitik ist bei uns Chefsache“, so tun

Teils privat finanziert, teils öffentlich: der Ferienpark am Bostalsee.

Veranstaltungen wie die Messe EXPO REAL in München bieten jedenfalls Gelegenheit, die Grenzen zwischen der Kommunalpolitik und den Investoren zu überwinden. Viele Kommunen und Regionen präsentieren sich dort selbstbewusst als attraktive Standorte. Daneben sind Banken, Versicherungen und Investorengruppen ebenso vertreten wie europaweit engagierte Konzerne aus den Bereichen Wohnen, Einzelhandel, Tourismus, Gesundheit und Infrastruktur.

Magnus Jung

Foto: Projektgesellschaft Bostalsee mbh

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Wirtschaftsförderung

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Aus dem Westen was Neues!? Portugiesischer Immobilien-Entwickler sichert sich Zugriff auf das Quelle-Gelände in Nürnberg

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as zweitgrößte leerstehende Gebäude Deutschlands befindet sich derzeit im fränkischen Nürnberg. Es ist das ehemalige Versandzentrum der Firma Quelle, die 2009 in die Insolvenz ging. Bis vor Kurzem war unklar, ob das 6,5 Hektar große Grundstück, das zuletzt der ebenfalls insolventen Valbonne Real Estate gehörte, zwangsversteigert werden muss. Nun jedoch zeichnen sich neue Nutzungsperspektiven ab – wenn auch noch mit einigen Fragezeichen. Der portugiesische Immobilienentwickler und Shoppingcenter-Betreiber Sonae Sierra hat Anfang September

einen Kaufvertrag für die Liegenschaft abgeschlossen. Dieser lässt jedoch noch Ausstiegsmöglichkeiten offen. Zur weiteren Zukunft des Geländes äußert sich der Käufer bislang nur recht vage. „Sonae Sierra arbeitet zur Zeit aktiv daran, ein Immobilienkonzept mit gemischter Nutzung, das auch ein Shoppingcenter umfasst, auf dem sogenannten Quelle-Areal in Nürnberg zu entwickeln“, heißt es in einer ersten Stellungnahme. Die definitive Abwicklung der Transaktion, darauf weist das Unternehmen hin, hänge jedoch noch von „aufschiebenden Bedingungen“ ab, die im Kaufvertrag enthalten sind. Derzeit stehen die Gebäude

auf dem Quelle-Areal zu neunzig Prozent leer – lediglich zehn Prozent der Fläche sind bis zum Jahr 2017 vermietet. Unter den Zwischennutzern finden sich unter anderem Modeateliers und Cateringanbieter. Endlich einen Ansprechpartner für die Sadt

Bei der Stadt Nürnberg, die das Planungsrecht für das Gelände hat, freut man sich, nun endlich einen konkreten Ansprechpartner zu haben. „Mit dem Verkauf ist ein Meilenstein erreicht, wir müssen nun noch klären, wie die konkreten Modalitäten sind“, erklärt Michael Ruf vom

Bürgermeisteramt. Nach Rufs Ansicht ist Sonae Sierra primär an den 20 000 Quadratmetern Einzelhandelsfläche interessiert, die auf dem Gelände früher vorhanden waren und für die Bestandsschutz vorgesehen ist. Eine Reihe weiterer Flächen, so mutmaßt Ruf, werde der Erwerber vermutlich rasch weiterreichen wollen. Denn das ehemalige Quelle-Kaufhaus macht nur rund ein Zehntel der Nutzfläche des gesamten Geländes aus, dazu kommen das ehemalige Versandzentrum sowie umfangreiche Park- und Stellflächen. Einen Teil dieser Flächen möchte die Stadt Nürnberg in eine

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Grünanlage umwandeln. Auch ein neues Wohngebiet auf dem Gelände ist angedacht. Im April 2011 wurde für das QuelleAreal, das insgesamt über rund 250 000 Quadratmeter Nutzfläche verfügt, ein städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb vom Baureferat der Stadt ausgelobt. Dieser förderte für die Freiflächen bereits konkrete Vorschläge für Wohnlösungen zu Tage. Nur ein schöner Klotz am Bein?

Für das Kerngebäude, das ehemalige Versandzentrum, jedoch handelte es sich um einen reinen Ideenwettbewerb. Der Stahlskelettbau – vom Architekten Ernst Neufert und dem Ingenieurbüro Gherzi von 1955–1958 erbaut – mit seinen durchlaufenden Fensterbändern, den Klinker-

brüstungen und der freitragenden Fassade steht nämlich unter Denkmalschutz. Die Stadt steht bereits mit dem Kölner Professor Johannes Kister in Kontakt, der die Rechte von Neufert wahrt. „Er hat schon Konzeptionen und Vorschläge entwickelt, wie eine Umnutzung und Revitalisierung der Gebäudesubstanz möglich wäre, beispielsweise für eine Hochschulnutzung“, berichtet Michael Ruf. Die CSU im Nürnberger Stadtrat freilich sieht den Denkmalschutz als Klotz am Bein. So forderte der CSUStadtratsfraktionsvorsitzende Sebastian Brehm, ebenso wie Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU), im vergangenen Jahr einen Abriss des denkmalgeschützten Gebäudes, um dort einen High-Tech-Campus entstehen zu lassen. Ein mög-

Wirtschaftsförderung

licher Abriss, erläutert Ruf, ist durch den Erwerb des Geländes durch Sonea Sierra jedoch sehr unwahrscheinlich geworden. Eine überwiegende Nutzung des Gebäudes für Wissenschaft und Forschung, insbesondere durch die Universität ErlangenNürnberg und die TH Nürnberg, strebt allerdings auch die Stadt an. „Hier sind wir jedoch eigentlich gar nicht zuständig. Wir können nur versuchen, die verschiedenen Akteure, das Wissenschafts- und das Finanzministerium, die Stadt und den neuen Eigentümer, an einen Tisch zu bekommen“, sagt Ruf. Dies wolle man nun in den nächsten Monaten angehen. Fürs Erste gibts Kunst

Die Revitalisierung des großen Areals wird aus seiner Sicht abschnittweise erfolgen – der Zeit-

horizont dafür liegt bei mehreren Jahren. Obgleich somit noch unklar ist, wie das Quelle-Areal in fünf Jahren genutzt wird, fest steht, was dort in den kommenden Monaten passiert: Vom 12. Oktober bis zum 26. Januar wird auf dem Gelände die Ausstellung „Tutanchamun – sein Grab und die Schätze“ präsentiert. Die Ausstellungsinitiatoren wollen damit auch ein Signal dafür setzen, den Gebäudekomplex, der direkt am Übergang zwischen Nürnberg und Fürth liegt, stärker kulturell zu nutzen. Ein Beispiel, wie so etwas funktionieren kann, findet sich in der Nachbarschaft – auf dem ehemaligen Nürnberger AEG-Gelände blühen Kunst und Kultur. Rainer Heubeck www.tut-ausstellung.com Anzeige

Als Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft sind wir für Unternehmen der öffentlichen Hand und vornehmlich mittelständische private Unternehmen in den Bereichen Prüfung, Beratung, Planung, Gestaltung und Organisation tätig.

Gute Beratung hat Tradition – bei uns seit 1913 Unsere Kompetenz

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Wir haben spezielles praxisnahes Know-how auf den Gebieten:

Wir unterstützen, prüfen und beraten kommunale und private Unternehmen wie z.B.

t Prüfung des Jahresabschlusses t Erstellung von Eröffnungsbilanz, Jahresabschluss und Gesamt- (Konzern-)abschluss

t Energieversorger, Entsorgungsunternehmen und Stadtwerke

t Gesellschafts-, Wirtschafts- und Steuerrecht

t Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Projektentwicklungsgesellschaften

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t Beratung und Unterstützung bei der Einführung des Neuen Kommunalen Haushaltsrechts

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Wirtschaftsförderung

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25 Euro vom Bürgermeister Eine kleine Stadt im Hessischen zeigt, was mit ordentlich „Wir-Gefühl“ alles zu machen ist

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Ein Beispiel für diese Mentalität fällt sogar Besuchern auf: Mit 150 knallroten Blumentöpfen und der Aufschrift „…aus gutem Grund“ werben lokale Unternehmer vor ihren Geschäften für ihre Dienstleistungen und Produkte. Sie zeigen, dass es auch in ihrer ländlichen Gemeinde viel zu kaufen gibt.

bsdorfergrund ist eine kleine Gemeinde mit rund 9 000 Einwohnern, zwischen den beiden Universitätsstädten Gießen und Marburg gelegen. Sie hebt sich in vielerlei Hinsicht von anderen Kommunen ab: Keine Finanznot, mehr Haben als Soll und unterdurchschnittliche Grund- und Gewerbesteuern. Ab 2014 soll die Grundsteuer B sogar noch gesenkt werden. Mit vollem Einsatz für die Straße

Im Sommer schloss die Gemeinde obendrein eine Verwaltungsvereinbarung mit dem Land Hessen. Ihr Inhalt: Die Gemeinde finanziert dem Land die dringend benötigte Ortsumgehung für den Ortsteil Heskem-Mölln in Höhe von fast vier Millionen Euro vor. Somit leiht die kleine Gemeinde dem Geberland Hessen im Länderfinanzausgleich bis zum Jahr 2030 Geld. Doch handelt man in Ebsdorfergrund nicht völlig selbstlos. Mit der neuen Straße will die Gemeinde Leerstand in zwei Ortslagen vermeiden und junge Familien in die Gemeinde holen. Dabei rechnet sie mit höheren Schlüsselzuweisungen und wachsenden Lohn- und Einkommenssteueranteilen. Obendrein werden gleich mehrere Dörfer an das Straßennetz angebunden. Mit dem Bau der Umgehungs-

„…aus gutem Grund“... ist die SPD vor Ort die stärkste Kraft.

straße soll außerdem ein neues Gewerbegebiet in der Gemeinde geschaffen werden.

lem Internet versorgt werden. Neue Erdgasleitungen und ein eigenes Stromnetz sind ebenfalls

Dieses Gemeindebranding wird von zahlreichen weiteren Maßnahmen flankiert. Dazu gehört etwa der alljährliche Unternehmerabend, zu dem die Gemeinde alle Gewerbetreibenden einlädt. Zuletzt hat Bürgermeister Schulz einen „GrundGeldGutschein“ eingeführt. Mit diesem will er die Kaufkraft in der Gemeinde halten und obendrein für die

„Wir investieren und bauen für unserer Zukunft“

Seit 21 Jahren setzt sich Andreas Schulz als Bürgermeister für die Gemeinde ein. Und das mit Erfolg: Seit 17 Jahren regiert der Sozialdemokrat nun schon mit absoluter Mehrheit. „Wir investieren, um zu sparen und um die Zukunft der Gemeinde zu bauen“, erklärt Schulz. Mehr als 75 Unternehmer haben sich am „GrundGeldGutschein“ beteiligt.

So will die Gemeinde beispielsweise schon im Jahr 2020 energieautark sein und mit dem Bau eigener Windkraftanlagen Geld verdienen. Bereits 2014 soll die komplette Gemeinde mit schnel-

Großprojekte, die auf der Agenda der Gemeinde stehen. Nur 19 Beschäftigte in der Verwaltung, darunter mehr als die Hälfte in Teilzeit, sorgen zusammen mit Schulz dafür, dass in der Stadt alles rund läuft. Ein „Branding“ für die Gemeinschaft

„GrundGeldGutschein“ für Engagierte aus „dem Grund“.

Die ehemals hochverschuldete Gemeinde hat mit hoher Identifikation und einem starken Wir-Gefühl der Bürger und Unternehmen geschafft, was sich andere nur wünschen können.

Unternehmen werben. Solche Aktionen stimmt Schulz stets eng mit den Vertretern aus Handel, Handwerk und Gewerbe ab. „Wir ziehen an einem Strang. So lassen sich Synergien für beide Seiten herausholen“, meint der Verwaltungschef. In diesem Sinne bekommen die 250 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Beschäftigten einen Gutschein im Wert von 25 Euro überreicht – als „Bonus“ für ihr Engagement. Ein kleines „Dankeschön“, das von den Beschenkten freudig entgegengenommen wird. Nils Hilbert


DEMO Sonderausgaben:

»MehrWert für die kommunale Praxis« Zusätzlich zu den zweimonatlich erscheinenden DEMO-Ausgaben werden jährlich auch bis zu vier Sonderausgaben der DEMO veröffentlicht, in denen wir uns – anders als in den regulären Ausgaben – zentral mit einem Thema oder einer Veranstaltung beschäftigen.

Bisher erschienene DEMO Sonderausgaben: SD1/2011:

Kommunale Gesundheitspolitik

SD2/2011:

„Zusammenhalt und Zukunft“ zur Hauptversammlung DST 2011

SD3/2011:

„Steuern im Konzern Kommune“ zum KGST Forum 2011

SD4/2011:

Dokumentation DEMO Kommunalkongress 2011

SD1/2012:

Kommunalpolitik 2.0

SD2/2012: Ländlicher Raum SD3/2012: Moderne Kommune SD4/2012: Wahlen gewinnen SD1/2013:

Deutscher Städtetag 2013

SD2/2013: Erneuerbare Energie SD3/2013: Wirtschaftsstandort Kommune

DEMO Sonderausgaben Ich bestelle: Die Ausgabe(n) zum Einzelpreis von EUR 7,- inkl. MwSt., zzgl Versand/Porto Alle vier DEMO Sonderausgaben des Jahres zum Jahrespreis von EUR 14,- inkl. MwSt., zzgl Versand/Porto

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Biomasse zur Stadtentwicklung Industriebrachen zu Parklandschaften umbauen – schön. Doch das Projekt „CultNature“ will noch viel mehr

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rbane Brach- und Freiflächen für Bioenergie und Stadtentwicklung nutzen? Geht! Behauptet zumindest das Institut für Arbeit und Technik (IAT) aus Gelsenkirchen. Mit „CultNature: Bio-Montan-Park NRW“ tritt das IAT den Beweis an. Gestörte Landschaften

„Integrierte Sozialwissenschaft“ nennt der emeritierte Professor Franz Lehner sein Forschungsgebiet. „CultNature“ heißt ein konkretes Projekt, an dem er trotz Ruhestand arbeitet. „Es ist ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zur Nutzung von Industriebrachen und anderen Flächen für eine ökologische Stadtentwicklung. Es macht in alten Industriegebieten, wie dem Ruhrgebiet, aus gestörten Landschaften attraktive Stadträume“, schwärmt Lehner. Sein großes Ziel: Industriebrachen zu Parklandschaften entwickeln, die zudem landwirtschaftlich genutzt werden können. Gerade im Ruhrgebiet, wo zehntausende Hektar ehemaliges Grubengelände brachliegen, wäre die

Möglichkeit, Biomasse zur Energiegewinnung zu produzieren, reizvoll. Der Nebeneffekt: Das Areal wird optisch aufgepeppt und steigert die Attraktivität einer Region, die nach wie vor mit ihrem Wandel befasst ist. Anderswo konkurrieren Bioenergie- und Nahrungsmittelproduktion um landwirtschaftliche Nutzflächen, die Pachtpreise steigen. Das spielt auf solchen teils vergifteten Böden keine Rolle: Von diesen Brachflächen will und darf ohnehin niemand Lebensmittel ernten. Allein die RAG Montan Immobilien-Gesellschaft verwaltet laut Prof. Lehner 12 000 Hektar Land, das in diesem Sinne genutzt werden könnte. „Die Flächen, über die wir reden, sind insgesamt natürlich noch viel größer.“ Von den offiziell in den Ruhr-Flächennutzungsplänen stehenden Gewerbeflächen seien nur ein Drittel bebaut. „Die Gelände hintendran sind Grünflächen in Brachenform“, fasst Lehner seine Recherchen in zwei beispielhaften Ruhrgebietsstädten zusammen.

Kein reines „Pott“-Konzept

CultNature lässt sich prinzipiell auf jede Brachfläche, so etwa einstige Truppenübungsplätze, anwenden. Bislang, so der ehemalige Chef des IAT, hätten Kommunen und Firmen vor allem die hohen Kosten konventioneller Stadtentwicklung vor Augen. Aber dank der geringen Investitionen „könnte man leerstehende Industriebranchen ein paar Jahre auch zwischennutzen.“ Lehner erkennt also riesige Bioenergieflächen. Und das beileibe nicht nur im „Pott“. Bio-Parklandschaften, die nach dem CultNature-Konzept wirtschaftlich nutzbar gemacht wurden, sollen also auch im Sinne der Stadtentwicklung hochwertige Flächen abgeben. Die möglichen Einkünfte könnten wiederum die Kosten für die Errichtung und Pflege der Parks ganz oder teilweise decken. Lehner ist von seinen Ideen überzeugt. Mit einem Projekt, das bereits seit einem Jahr läuft, wollen die Forscher Realisierbarkeit und

wirtschaftlichen Betrieb nachweisen. Lehner erläutert: „Wir erstellen keine Studie, sondern wir machen das konkret.“ Aktuell geht es um vier Flächen, die zu ökonomisch attraktiven Standorten umgewandelt werden sollen. Aber Professor Lehner weiß auch: „Wenn nur Wissenschaftler dabei sind, dann versandet es. Deshalb bauen wir Akteursnetzwerke auf, damit es weitergeht.“ So müssten beispielsweise öffentliche Organisationen und die Landwirtschaftsindustrie eingebunden werden: „Mit deren bestehenden Maschinenparks kann die Ernte durchgeführt werden. Das senke die Investitionskosten.“ Denn eigene Produktionsmittel kaufen zu müssen, war das Ende vieler ähnlicher Ideen, mahnt der Wissenschaftler. Derlei Negativ-Beispiele liste eine Studie des Bundesbauministeriums aus dem Jahr 2010 auf, die er ausgewertet hat. Sicheres Wirtschaften

Nun will er mit der energielandwirtschaftlichen Zwischennutzung die Flächen erst einmal soweit verbessern, dass Sanierungsmittel überflüssig werden. Denn oft fehle bei öffentlich geförderten Projekten hinterher das Geld für den Folgebetrieb. Prof. Lehner nennt das Gelände der Internationalen Bauausstellung Emscherpark als ein solches Problem-Beispiel. Was CultNature außerdem ausmacht: Monokulturen müssen nicht sein. „Auf jeder der Flächen können wir andere Erneuerbare Energien nutzen.“ Und ganz am Ende erwähnt Prof. Franz Lehner fast beiläufig: „Gesichert Wärme und Strom liefern – das ist auch Energiesicherheit für Firmen.“

Dortmund-Gneisenau, eine der beiden Flächen in Bearbeitung.

Foto: IAT

Heinz Wraneschitz


Energetische Quartiersentwicklung. Wir machen es.

Weitere Informationen: www.rag-montan-immobilien.de/exporeal

/RAGMontanImmobilien

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Wirtschaftsförderung

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Die Selbstläufer Einst gab es im Landkreis Verden die größten Militärstandorte im Nordwesten Deutschlands. Mittlerweile blickt man auf eine gelungene Flächenkonversion zurück

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nfangs standen sie ratlos da. Was sollte man bloß mit den riesigen Arealen anfangen, die bislang von Bundeswehr und britischer Armee in Beschlag genommen wurden? Typische Fragen, die sich die Verantwortlichen im Landkreis und der Stadt Verden stellten, als sie sich mit dem Thema Konversion konfrontiert sahen. Anlässe dazu gab es genug, als die Militärs in den frühen 1990er Jahren nach und nach ihre Kasernen räumten. Nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation hatten somit erst die Logistiker alle Hände voll tun. Sie hinterließen wie überall im gerade wiedervereinigten Deutschland riesige Flächen, für die es galt, neue Nutzungen zu finden – so auch in Verden. Dann war es an der Politik, die neue Situation zu gestalten. Selbermachen als Schlüssel zum Erfolg

Während man sich anderswo allerdings oft schwer tat, machte man in der Kreisstadt an der Aller einen guten Job. Vor allem für die Kaserne der britischen Garnison an der Lindhooper Straße gab es rasch eine vielschichtige Perspektive. Und so findet sich dort heute nicht nur die Kreisverwaltung: Eine Grundschule, eine Deckstation für Rinder, Ställe, die Kreisvolkshochschule und eine Außenstelle der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) sind ebenfalls auf dem Areal untergebracht. Alles in allem fand dergestalt auf 21 Hektar Fläche gelungene Konversion statt. Der Schlüssel für den Erfolg des Projekts sei es gewesen, dass die Ex-Kaserne nicht an einen privaten Investor verkauft wurde, sondern die NLG ihre Hand da-

Unglaubliche Dynamik bei der Nachnutzung

Allein in den Umbau von der Kaserne zur Kreisverwaltung flossen 25 Millionen Euro. Dafür hatten sich die Planer für vier der einstmals fünf Unterkunftsgebäude Verbindungen erdacht. Auch ein moderner, mit allen notwendigen Medien ausgestatteter Kreistagssaal entstand. Später kam der Umbau des fünften Blocks als neuer Standort der Kreisvolkshochschule hinzu. Und die überaus zahlreichen Parkplätze werden überdies nicht nur für die Kreisverwaltung genutzt, sondern natürlich auch von den benachbarten Institutionen sowie den Gewerbetreibenden. Ein Bild aus den frühen Tagen der neuen Kreisverwaltung Ende der 1990er Jahre: Aus der ehemaligen britischen Kaserne wurde eine moderne Verwaltung. Foto: Landkreis Verden

rauf hatte. Dieser Überzeugung sind Peter Bohlmann, Landrat des Kreises Verden, und Lutz Brockmann, Bürgermeister der Allerstadt, beide SPD. Private Investoren seien bei Konversionsprojekten eher fehl am Platze, findet Bohlmann. Die Stunde der Verwaltung hat geschlagen

An der Lindhooper Straße ging es denn auch schnell ans Eingemachte. Im Jahr 1993, schon kurze Zeit nachdem die Briten die Auflösung ihres Garnisonsstandortes bekanntgegeben hatten, ließ die zuständige Stadt Verden städtebauliche Konzepte erarbeiten. Unter allen Interessenten war die Kreisverwaltung am schnellsten: Der damalige Oberkreisdirektor Werner Jahn sah die Chance, seine über mehrere Standorte verteilte Verwaltung zusammenzu-

fassen. Hinzu kam, dass auch der benachbarte Reiterverband und die Rinderzüchter Platz brauchten. Und noch ein Glücksfall begleitete die Bemühungen um die Nachnutzung der Fläche dort: Die 3 000 Briten, die in ihre Heimat zurückgingen, machten Platz für Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion – Wohnraum, der dringend benötigt wurde. Der nächste Schritt war die Unterzeichnung einer Rahmenvereinbahrung. Sie ersetzte den Bebauungsplan, dessen Verabschiedung sich wohl noch mehrere Jahre hingezogen hätte. Diesen Zeitverlust wollte und konnte sich keiner leisten. Inhalt dieser Rahmenvereinbarung war unter anderem, dass die NLG die Erschließung übernahm. Gleichzeitig wurden mehrere städtebauliche Verträge unter Dach und Fach gebracht, sodass noch im Jahr 1996 die Bagger anrücken konnten.

„Für viele Gebäude hat man eine Nachnutzung gefunden“, freut sich Verdens Bürgermeister Brockmann. Ausschlaggebend dafür sei jedoch nicht nur das schnelle Handeln der Stadt gewesen. Auch die citynahe und verkehrsgünstige Lage mit Direktanbindung zur Autobahn, die Flächenbedarfe und die allgemeine wirtschaftliche Stärke der Kommune hätten ihr Übriges dazu beigetragen. Brockmann zieht folgende Bilanz: „Vor allem der Umzug der Kreisverwaltung hat eine unglaubliche Dynamik ausgelöst.“ Entstanden ist auf dem einstigen militärischen Gelände auch ein Kompetenz-Cluster für nachhaltiges Bauen. Dort wird unter anderem das höchste Strohballenhaus Europas gebaut. Dies geschieht am Zentrum für nachhaltiges Bauen, das sich ebenfalls auf dem Kasernengelände befindet. Es liegt gleich neben einem kleinen Gewerbegebiet. Ulf Buschmann


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Wirtschaftsförderung

Familienglück statt militärischer Drill Mit dem Investor ging es nicht voran. Also kaufte die Gemeinde Tarp im Norden Schleswig-Holsteins ihm das ehemalige Militärgelände ab, entwickelt es selbst und sorgt so für einen Bauboom

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m Rathaus unter der Decke hängt eine mattschwarze Reminiszenz: das Modell eines Tornado-Düsenjets. Erinnerung an das, was Tarp von 1956 bis 2006 war: Standort für die 1 900 Soldaten des Marinefliegergeschwaders 2. Das Aus für die FriedrichWilhelm-Lübke-Kaserne traf die Gemeinde ins Mark. Die hatte bis dahin von der Bundeswehr gut gelebt und war deshalb schnell gewachsen – von einem Bauerndorf mit 900 Einwohnern Ende der 1950er Jahre auf knapp 6 000 im Jahr 2007. Inzwischen sind es „nur“ noch 5 200. Die Schülerzahlen haben sich halbiert von 1 200 auf 600. Die Bertelsmann Stiftung zählt Tarp in ihrer Bevölkerungsprognose zu den schrumpfenden Kommunen. Ein Ex-Soldat im Kampf gegen die Demografie

Trotzdem blickt Bürgermeister Peter Hopfstock (SPD), im Mai gewählt und Ex-Berufssoldat, optimistisch in die Zukunft. Fast jede Woche, manchmal sogar mehrmals in der Woche, kommt ein Notar in sein Rathaus. Dann hat die Gemeinde wieder ein Grundstück auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne verkauft, Bürgermeister und Käufer treffen sich zur Unterzeichnung des Kaufvertrags und die Neu-Tarper erhalten als Gastgeschenk die Dorfchronik. „Schellenpark“ heißt das 38 Hektar große Baugebiet. 450 Wohneinheiten für 1 000 bis 1 500 Neu-Bürger sollen hier in den nächsten Jahren entstehen. Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, sowie barrierefreier Wohnraum, Wohnungen für Bewohner mit Pflegebedarf und für zwei Hausgemeinschaften in denen Demenzerkrankte leben sollen. Sie sollen zusammen mit der Paritätischen Pflege Schleswig-

Holstein betrieben werden. Von den 56 Grundstücken im ersten Bauabschnitt sind 53 verkauft, die größten mit 1 200 Quadratmetern gingen als erste weg. „Im Moment können wir die Nachfrage gar nicht schnell genug bedienen“, so Hopfstock. Angesichts der negativen Bevölkerungsprognosen verwundert das zwar, aber es gibt gute Gründe für den Bauboom in Tarp. Erstens: Die Stadt liegt nur knapp 20 Kilometer von der „Boomtown“ Flensburg entfernt, in der die Nachfrage nach Wohnraum noch schneller steigt als in Hamburg. Zweitens: Tarp liegt an der Autobahn und es gibt einen Bahnhof, so dass man in weniger als 15 Minuten in Flensburg ist. Drittens: „Tarp ist Unterzentrum für einen Versorgungsraum von 20 000 Menschen“, sagt Stefan Ploog, leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Oeversee, zu dem auch Tarp gehört. Tarp habe alle notwendigen Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Fachärzte, Kindergärten – all das,

was in den kleinen Gemeinden auf dem Land immer weniger vorhanden ist. Das macht Tarp attraktiv, nicht nur zum Einkaufen sondern auch zum Wohnen. Tatkraft, keine schönen Worte

All die Vorteile würden allerdings wenig nützen, hätte die Gemeinde nicht eine so zupackende Verwaltung. „Konversion ist ein schönes Wort“, sagt Bürgermeister Hopfstock. Das klingt kritisch und so ist es auch gemeint. „Als feststand, dass der Bundeswehr-Standort aufgelöst wird, kam von allen Seiten ‚natürlich lassen wir euch nicht allein’, aber unterm Strich kommt man zu dem Ergebnis: Da kommt nicht viel Hilfe.“ Dabei sah es zuerst ganz gut aus. Ein Investor erwarb das Gelände, riss die maroden Gebäude ab, die alten Leitungen heraus und sanierte die Böden. Doch danach herrschte Stillstand. Also kaufte die Gemeinde dem Investor Ende 2009 das Gelände ab und

Bürgermeister Peter Hopfstock (links) und Amtsleiter Stefan Ploog.

entwickelt es nun selbst. „Das Heft selbst in die Hand nehmen“, nennt Peter Hopfstock das. Ein Fulltimejob für den ehrenamtlichen Bürgermeister, der 2011 bei der Bundeswehr in den Ruhestand ging. Als kleine Entschädigung für den Verlust des Standorts erhielt Tarp 200 000 Euro für ein neues Touristenzentrum und fünf Prozent zusätzlich für den Bau einer Verbindungsstraße. Ein schlechtes Geschäft hat die Gemeinde dennoch nicht gemacht. Die Grundstückspreise sind so kalkuliert, dass sie alle Kosten decken und noch ein bisschen was über ist. Demnächst soll der zweite Bauabschnitt in den Verkauf gehen. Hopfstock: „Im zweiten Quartal 2014 können die Bauwilligen den Spaten in die Hand nehmen, das ist versprochen.“ So kann es sein, dass die demografische Entwicklung in Tarp doch noch für Überraschungen gut ist. Susanne Dohrn

Foto: Dohrn

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Wirtschaftsförderung

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Region Leipzig pusht sich Im dritten Anlauf gelang es den Wirtschaftsförderern in der Messestadt, die beiden tangierenden großen Landkreise mit ins Boot zu holen. Auf der Expo Real in München zeigt man erstmals gemeinsam Flagge

City Tunnel Leipzig, Herz des neuen mitteldeutschen S-Bahnnetzes.

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in Hauch New York weht seit Kurzem durch Leipzig. Direkt neben dem Neuen Rathaus wächst ein attraktiver Neubau gut 30 Meter himmelwärts, der Architekturkenner in seiner markanten Dreikantform an das Flatiron-Building am Broadway erinnert. Mitte September war Richtfest am Trias-Haus, so dass Lutz Thielemann auf der Expo Real schon ein wenig protzen kann. Vermutlich wird er in München aber zunächst Marketing in eigener Sache betreiben müssen. Denn der 44-Jährige ist erst seit wenigen Tagen Chef einer Gesellschaft, die ebenfalls erst vor wenigen Tagen ihr Geschäft aufnahm – die Wirtschaftsförderung Region Leipzig GmbH (WRL). Die WRL ist eine Promotionagentur, in der die Metropole mit

der IHK zu Leipzig sowie den beiden Landkreisen Nordsachsen und Leipzig ihre Kräfte und Strategien bündelt. Man will endlich – national wie international – mit einer Stimme sprechen. Eine Marke mit Strahlkraft

Drei Anläufe waren nötig, ehe die fraglos ungleichen Partner diese Zusammenarbeit besiegelten. Die Messestadt selbst dominiert mit 51 Prozent der Anteile klar. Dieser Fakt war es auch, der für das lange Zögern im Leipziger Umland sorgte. Die kleineren Anrainer in Borna, Delitzsch, Eilenburg, Geithain, Grimma, Markkleeberg, Oschatz, Torgau oder Wurzen fürchteten, untergebuttert zu werden. So musste erst die Einsicht obsiegen, dass jede (Ex-)Kreisstadt alleine erst recht chancenlos ist, wenn es

Foto: Lachmann

gilt, in den weltweiten Standortwettbewerb einzutreten. Das einzige, was sie mehr als alles andere eint, ist die weithin strahlende Marke „Leipzig“. Das Einzugsgebiet der WRL umfasst nun praktisch das komplette Territorium, das noch vom einstigen starken DDRVerwaltungsbezirk Leipzig übrig geblieben ist. Erst waren zur Länderneugründung 1990 im Osten die beiden Kreise des Altenburger Landes gegen den erklärten Mehrheitswillen der Bewohner dem neuen Freistaat Thüringen zugeschlagen worden. Dann löste die Dresdner Administration 2008 auch noch den industriestarken Landkreis Döbeln aus dem Leipziger Territorialverbund und gliederte ihn der Chemnitzer Regionaldirektion an. So schien im verbliebenen

Rumpfrevier ein trotzig-energisches Zusammenrücken zu einer starken Metropolregion unvermeidbar. Mit einem Jahresetat von 1,7 Millionen Euro sowie acht festen Mitarbeitern startet Thielemann, der zuvor die deutsch-polnische Europastadt Görlitz-Zgorzelec GmbH gemanagt hatte, nun das gemeinsame Zukunftsprojekt. Die Expo Real ist sein erster richtiger Auftritt, gleichwohl hier Leipzig zuvor schon elfmal präsent war. Und um richtig Power zu erzeugen, schlägt die WRL gleich noch einen Bogen ins sachsen-anhaltische Halle. Damit vertritt er an einem großen Gemeinschaftsstand 23 Aussteller aus dem länderübergreifenden Ballungsraum. Wie er versichert, will er die Münchener Immobilienmesse „in erster Linie


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Wirtschaftsförderung

rung des Leerstandes seit 2003 auf rund elf Prozent. Sprich: Es sind ausreichend bezahlbare Fläche vorhanden, die den Messebesuchern schmackhaft gemacht werden sollen.

als Kontaktbörse nutzen, viele Gespräche führen, Netzwerke knüpfen“. Netzwerken für den starken Neuling

Auf drei Foren, die die neue GroßLeipziger Wirtschaftsförderung auf der Messe organisiert, liegt der Fokus auf den thematischen Schwerpunkten der künftigen Akquisitionsarbeit. Eins widmet sich der internationalen Logistik – ein Feld, auf dem im Leipziger Nordraum dank 24-Stunden-Airport, Autobahnkreuz und neuen Bahntrassen bereits Weltmarken wie Porsche, BMW, Amazon und DHL Wurzeln schlugen. „Die Logistik ist unser Zugpferd“, so Uta Schladitz, Chefin der Wirtschaftsförderung im Landkreis Nordsachsen. In Sachen Luftcargo sei der Flugplatz Leipzig/

„Zugpferd” der Region: Flughafen Leipzig/Halle.

Halle bereits die Nummer zwei in Deutschland. Die beiden anderen Foren widmen sich dem künftigen Binnenhafen in Leipzig-Lindenau, wo

Foto: Guido Vrola - Fotolia.com

ab 2014 eines der extravagantesten Wohnungsquartiere im Osten Gestalt annimmt, sowie dem Gewerbeimmobilienmarkt in der Region. Trotz jährlich steigender Preise und einer Halbie-

Auch Thielemann lobt die sehr gute Infrastruktur rund um Leipzig, die einen hervorragenden Ruf bei deutschen Unternehmen genieße. Doch er macht sich nichts vor: „Außerhalb Deutschlands weiß das kaum einer.“ So seien etwa die Kapazitäten des Luftdrehkreuzes beileibe nicht erschöpft. Sein Job in München bestehe auch darin, ausländische Investoren von diesen Vorzügen zu überzeugen. Das sei nun leichter geworden – jetzt, da die Region mit einer Stimme spreche. Harald Lachmann Anzeige

Zu viel Papier?

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Wirtschaftsförderung

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Konversion auf die holzige Art Holzheizungen statt Panzer, Heizomat statt Hahnenkamm-Kaserne. Die „Mobilmachung“ eines mittelfränkischen Familienunternehmens befeuert die ganze Region

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ür die Marktgemeinde Heidenheim in Mittelfranken war es schlichtweg die Katastrophe: 2003 wurde die Kaserne auf der weithin sichtbaren Erhebung namens Hahnenkamm geschlossen. Als Teil einer Bundeswehrreform wurden die Panzerbataillone aufgelöst, die Soldaten abgezogen. Schlagartig war es vorbei mit der Nachfrage bei der heimischen Wirtschaft, welche die Bundeswehr nach sich zog. Dabei war die HeeresKaserne erst in den 1970er Jahren gebaut worden.

prägsame Wege – nicht, ohne die Typenreihen weiter auszubauen: Heizomat steht für Feuerungsanlagen. Als „Heizohack“ werden Holzhackmaschinen angeboten. Die HackschnitzelTransportsysteme heißen „Heizoschneck“ oder „Heizotrans“. „Heizogreif“ sind Greifzangen für Stamm- und Wipfelholz, die an Frontlader von Traktoren angebaut werden. Was es nicht gab, „haben wir selbst entwickelt“, erläutert Herrmann die Geschäftspolitik. Eine gute Entscheidung, hat sie doch dazu geführt, dass

Niederlande, Italien, Schweden, Russland, Weißrussland, Südafrika“, zählt Geschäftsführer Herrmann spontan als weitere Abnehmerländer auf. Dort überall werden Häuser und Firmengebäude dank fränkischem Know-how und Unternehmergeist mollig warm. In der Region, für die Region

Gegründet wurde Heizomat von Robert Bloos. Mit seinem Sohn Robert Bloos jun. und Ernst Herrmann bildet der Senior-

Die Idee der Gemeindeverwaltung, den Militär- in einen Energiegewerbe-Park umzubauen, fand zwar das Interesse von Ministerien und Behörden. Aber obwohl Mittelfranken das Leitbild Energieregion definiert hat, wollte die kleinteilige Heidenheimer Wirtschaft nicht so recht mitziehen. Und so lag das Militärlager mit zugehörigem Standortübungsplatz ziemlich still und verlassen da. Bis die Heizomat GmbH aus der wenige Kilometer entfernten Kreisstadt das Gelände kaufte. Das Familienunternehmen brauchte mehr Platz für die stetig steigende Produktion von Holzheizsystemen.

rum ungefähr 100 Hektar Wald.“ Aus dessen Durchforstung kommt nun das Brennholz, mit dem die Nahwärmeversorgung der ehemaligen Kaserne betrieben wird – natürlich in einem Heizomat-Kessel. Neben Kesseln und Häckslern entwickelt das Unternehmen auch Heizstoffe weiter. So wachsen nun am Hahnenkamm Schnellumtriebsplantagen für Hackschnitzel. Senfstroh wird ebenfalls getestet: Die Pflanze wächst im Herbst, gefriert im Winter, wird im Frühling mit einer speziellen Maschine geerntet und anschließend verpresst. Die Halme müssen nur noch in fünf Zentimeter lange Stücke geschnitten werden, dann kann das Senfstroh verbrannt werden. „Alle unsere Kessel vertragen das“, grinst Ernst Herrmann und nennt außerdem noch „ein Alleinstellungsmerkmal: Wegen des Naturzugs lässt sich jede Anlage mit der Hand notbedienen“ – ein zusätzliches Gebläse wird nicht benötigt. Gerade in Zeiten, in denen die verängstigte Atomkraftlobby Horrorszenarien von Stromlücken an die Wand malt, kein schlechtes Argument. Heizen geht auch dann, wenn das Netz ausgefallen ist.

Stolzer Mittelstand Heizen mit Holz – ein Thema, das alt und jung fasziniert.

Ausbilden – das tut auch Heizomat selbst sehr intensiv. Mechaniker, Schweißer oder Kaufleute. Denn bei dem fränkischen Unternehmen, das sich als einer der Großen im Bioheizmaschinensektor sieht, gibt es „keine Automaten, sondern menschliche Handarbeit. Die Menschen haben ihre Arbeit hier in Franken“. Darauf ist Geschäftsführer Ernst Herrmann stolz. Auch bei den Produktbezeichnungen geht man hier seit über 30 Jahren eigenwillige aber ein-

Heizomat heute „pro Jahr 1 500 Feuerungsanlagen, 200 Hackmaschinen und eine ganze Menge Zubehör herstellt“. Wärme weltweit

Die Produktion findet großteils auf dem Ex-Bundeswehrgelände statt. Doch nur ein Viertel der Geräte werden für die naheliegenden Biowärmemärkte Deutschland, Österreich und Schweiz produziert. „Frankreich,

Foto: Wraneschitz

Chef heute das Führungstrio für aktuell 220 Mitarbeiter. Dass es heute so viele sind, liegt auch an besagtem Bundeswehrrückzug aus Heidenheim. Denn mit dem Kauf der ganzen Kaserne inklusive der 380 Hektar Grund, gab es plötzlich jede Menge Platz. Platz, der genutzt wurde, um die Fertigung zu intensivieren. Ernst Herrmann schwärmt: „Auf den 60 Hektar eingezäuntem Gelände sind viele super gepflegte Hallen und Freiflächen. Und außen

Eine Kritik an der allseits propagierten Energiewende schiebt Herrmann noch hinterher: „An Wärme denkt niemand. Außerdem arbeiten Öl und Gas mit aller Macht daran, dass Bioenergie nicht hochkommt. Die ,Großen der alten Energien‘ hängen den Politikern in den Ohren.“ In der früheren Hahnenkammkaserne wird gezeigt, was clever ist: Konversion und WärmeEnergiewende wird hier zusammen gedacht. Heinz Wraneschitz


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Wirtschaftsförderung

Das Ende einer fast schönen Geschichte Ursprünglich sollte in Minden vorbildliche Planung dank frühzeitiger und offener Bürgerbeteiligung demonstriert werden. Doch nun wurde das Projekt eingestellt

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er gemeinsame Planungsund Beteiligungsprozess der Stadt Minden und des Hamburger Investors ECE zur Quartiersentwicklung Wesertor mit integriertem Einkaufszentrum wurde eingestellt. Das teilte Bürgermeister Michael Buhre (SPD) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz Anfang September mit: „Die Planungsgrundlage für ein Einkaufszentrum, so wie wir es angedacht haben, ist zur Zeit nicht gegeben“, erläutert Buhre. Lieber ein Ende mit Schrecken

In der vorherigen Woche hatte ECE Schwierigkeiten bei der Projektentwicklung bekannt gegeben. Als Grund führte ECEProjektleiter Nikolaus Thätner die zu hohen Grundstückspreise an, die „keine risikoadäquate Wirtschaftlichkeit des Projektes“ zuließen. Thätner kündigte Nachverhandlungen mit den Grundstückseigentümern an, die sich allerdings auf unabsehbare Zeit hinauszögern können. „Eine Hängepartie auf ungewisse Zeit kann sich Minden nicht leisten“, erklärte Buhre die Entscheidung, den Prozess zu beenden. Jetzt sei es für die Perspektive der Innenstadt entscheidend, „Klarheit zu schaffen“ und Minden für andere Entwicklungen nicht zu blockieren. Das Ende des Projektes sei „enttäuschend, aber das einzig Verantwortbare vor dem Hintergrund der aktuellen Situation“. Umfangreicher Prozess

Das Vorhaben mit 23 000 m2 Verkaufsfläche, das ein leerstehendes, ehemaliges HertieKaufhaus mit einbezieht, wurde von der Projektmanagement-Gesellschaft seit etwa drei Jahren geplant. Der gemeinsame Planungs- und Beteiligungsprozess zwischen der Stadt Minden und dem Hamburger Unternehmen

Die „Quartiersentwicklung Wesertor“ stieß auf Interesse und Willen zur Mitsprache bei den Bürgern. Foto: Stadt Minden

wurde im Juni 2012 gestartet, mit dem Prozess wurde ein konsensuales Quartiers- und Centerkonzept im Dialog erarbeitet.

fentlichkeit an Mitbestimmung entsprochen werden.

Erstmalig gab es in Deutschland einen derart frühzeitigen und offenen Beteiligungsprozess im Rahmen einer Shoppingcenterentwicklung. Auch der Projektentwickler hat am Standort Minden zum ersten Mal einen derartigen Prozess mitgestaltet. In vier Workshops und fünf weiteren großangelegten Dialogveranstaltungen sowie über das Internet haben sich Bürger in das Großprojekt einbringen können.

Städte wie Minden stehen vor schwierigen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung, zu der auch eine wettbewerbsfähige Einzelhandelslandschaft als eines der wichtigen Elemente gehört. Schwierigkeiten auf dem Grundstücksmarkt sind hier nur eine der zahlreichen Facetten, denen sich eine Stadt gegenüber sieht. Auch die Mieten in den 1a-Lagen sind mittlerweile so hoch, dass es im Prinzip nur national und international tätigen Einzelhandelsketten möglich ist, diese zu tragen. Einer endogenen Einzelhandelsentwicklung wird so der Boden entzogen, gerade inhabergeführte Geschäfte haben es schwer, Fuß zu fassen. Auch der immer weiter zunehmende Online-Handel stellt die Städte und auch Immobilienentwickler vor neue Herausforderungen.

Bürgermeister Michael Buhre betont, dass das Projekt ein Schlüsselprojekt im Rahmen des städtischen Masterplans zur Innenstadtentwicklung und eine großartige Chance gewesen sei. „Wir haben einen tollen Prozess zusammen mit dem Investor, den Bürgerinnen und Bürgern, Verwaltung und Politik auf die Beine gestellt, auf den wir alle stolz sein können.“ Auch der frühe Zeitpunkt der Bürgerbeteiligung sei richtig gewesen, nur so konnte dem Interesse der Öf-

Kommunale Herausforderung

Durch die unzureichende Finanzierung der kommunalen Haushalte können viele Kommunen

die ihnen zustehende Planungshoheit nur noch eingeschränkt ausüben und sind vielfach von Investoren und Immobilieneigentümern abhängig. „In diesem Spannungsfeld versuchen wir täglich, Chancen für unsere Stadt zu nutzen. Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, neue Projekte anzugehen. Verwaltung und Politik arbeiten sofort engagiert daran weiter, neue Zukunftschancen zu schaffen und Möglichkeiten zu suchen, unsere Stadt zu entwickeln“, so Buhre. Partner für eine Entwicklung seien dabei genau zu betrachten. Auch eine weitere Zusammenarbeit mit ECE, die sich als sehr „vertrauensvoller Partner auf Augenhöhe“ herausgestellt hat, sei keineswegs ausgeschlossen. Nach wie vor zeigt der CenterEntwickler großes Interesse am Standort. Trotz schwieriger Grundstücksverhältnisse habe Minden eine gute Zentralität und ein großes Einzugsgebiet, was die Stadt als „hervorragenden Standort“ auszeichne, betonte Projektentwickler Thätner. André Gerling Stadt Minden

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Wirtschaftsförderung

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Das Militär mit Kunst austreiben Marzahn mit seinen Wohnmaschinen aus DDR-Zeiten ist nicht gerade der coolste Stadtteil von Berlin. Da wundert es schon, wenn in einer Berliner Boulevardzeitung kürzlich zu lesen war: „Marzahn ist geiler als Mitte“. Wie das?

D

ie Erkundung eines der ungewöhnlichsten Konversionsprojekte in Deutschland beginnt bei zwei Baracken im Schatten eines Hochhausriegels. Das Tor ist mit einer Kette verschlossen, dafür steht die Haustür offen. Willkommen bei den „Kunstbaracken“, willkommen bei Roman Hillmann und Ankelina Möller. Vor ein paar Monaten sind die beiden vom quirligen Stadtteil Berlin Mitte ins „bodenständige“ Marzahn gezogen. Nur 15 Minuten vom Alexanderplatz entfernt wohnen sie nun mitten im Grünen und so ländlich, dass sich kürzlich sogar eine ausgewachsene Ringelnatter in ihre Dusche verirrte. „Wir sind hier die Hausmeister“, sagt Hillmann und grinst, weil das nicht wirklich stimmt. Er hat für das Fernsehen gearbeitet, seine Freundin ist Fotografin. In der Berliner Kulturszene sind sie gut vernetzt und machen nun die Pressearbeit für Peter Kenzelmann und seine „Kunstbaracken“. Die entstehen gerade auf

dem Gelände der „Alten Börse Marzahn“, nur wenige Gehminuten entfernt vom S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost. Kühe, Schweine und Soldaten

1903 gebaut war die „Alte Börse“ ursprünglich ein Handelszentrum für Rinder, Pferde, Schweine, Schafe und Geflügel. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Gebäude der NS-Luftwaffe und der Unterbringung von französischen Kriegsgefangenen. Inschriften an einigen Wänden zeugen noch davon. Nach 1945 zogen die Nationale Volksarmee und die Staatssicherheit der DDR ein. Die großen Militärparaden für den 1. Mai und den 7. Oktober, Tag der DDR-Gründung, wurden auf dem weitläufigen Areal vorbereitet. „Ich habe das Gelände beim Vorbeiradeln entdeckt. Es war verlassen. Die Vögel zwitscherten. Es war fast so wie Liebe auf den ersten Blick“, sagt Peter Kenzelmann. Vor einigen Mo-

naten kaufte der 34-Jährige die 32 Hektar große Brachfläche mit den denkmalgeschützten Gebäuden. Kenzelmann, der auch als Autor, Coach und Verleger arbeitet, will die alten Gebäude restaurieren und eine „Verbindung von Tagungsort und Kunst- und Kulturstätte“ schaffen. Mit dem Gewerbe will er die Kunst subventionieren. Der Stier des TACHELES

Die Besichtigungstour führt zu zwei Meter hohen rostigen Buchstaben. Sie bilden das Wort „TACHELES“ und stehen für eine Berliner Legende: Das Kunsthaus „Tacheles“ entstand 1990 in einem besetzten Haus in Berlin Mitte. 2012 wurde es geräumt. Nun ist ein Teil der Künstler nach Marzahn gezogen, samt einiger Stahlskulpturen, darunter ein riesiger Stier aus der Metallwerkstatt von Hüseyin Arda. Weiter führt der Rundgang zu alten Gebäuden aus rotem Backstein. Kenzelmann erklärt, wo

demnächst das „Marzahner Bier“ gebraut und ausgeschenkt wird und wo ein Restaurant eröffnen soll. Er führt in eine hohe Halle, die für Veranstaltungen genutzt werden kann und erzählt, wer schon alles eingezogen ist: ein Töpfer, eine Goldschmiedin, ein Silberschmied, ein Instrumenten- und ein Cembalobauer, eine Filmgesellschaft, eine Grafikerin. Roman Hillmann ergänzt: Dass auf diesem ehemaligen Militärgelände heute Kunst stattfindet, dass dort Künstler aus aller Welt arbeiten, sei wie eine Bereinigung des Ortes. Neues „Mitte“? Wird schon!

Knapp fünf Millionen sollen Umbau und Restaurierung der Gebäude kosten. Zuschüsse bekommt Kenzelmann keine, will er auch nicht. „Ich bin der Meinung, dass der Ort sich selbst tragen kann, wenn die Verbindung Tagungsort und Kunst-Kulturstätte funktioniert“, sagt er. Aber er weiß auch, dass er sich viel vorgenommen hat. Wasser, Strom, Telefon, alles muss neu verlegt werden, die Löschwasserpumpen aus DDR-Zeiten waren nur Attrappen. So marode hatte er sich die Infrastruktur nicht vorgestellt. Ruhig schlafen könne er derzeit eher nicht, gibt er zu. Schließlich soll es im Herbst mit den ersten Veranstaltungen losgehen. Auf dem Rückweg zum Bahnhof stoppen Roman Hillmann und Ankelina Möller kurz bei einem italienischen Restaurant. Die „Antica Pizzicheria“ ist ebenfalls kürzlich aus der schicken Reinhardstraße in Berlin-Mitte nach Marzahn umgezogen. Wenn jetzt noch ein Biolanden kommt, ist Marzahn wirklich bald so geil wie Mitte.

„Alte Börse Marzahn“ (v. l. n. r.): Roman Hillmann, Ankelina Möller und Peter Kenzelmann.

Foto: Thomas Lebie

Susanne Dohrn


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Mit Köpfchen (er)sonnen Das darmstadtium leistet einen Beitrag für Darmstadt und die Metropolregion FrankfurtRheinMain. Umgekehrt ist die Lage entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Nebenbei setzt man hier energetische Maßstäbe der Ausstellung wird der Bereich für seine finale Nutzung als Kongresssaal hergerichtet und wird Platz für bis zu 380 Personen bieten. Ende 2014 soll der zusätzliche Veranstaltungsraum regulär zur Verfügung stehen. Zentraler Ort

Alt trifft neu: Staatsarchiv, Stadtmauer und darmstadtium.

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icht umsonst wurde das darmstadtium als erstes deutsches Kongresszentrum von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) mit Silber zertifiziert. Die Gesamtperformance überzeugte bei den rund 40 verschiedenen Bewertungskriterien – das sind z. B. thermischer Komfort, Barrierefreiheit oder Schallschutz. Das DGNB-Zertifizierungssystem ist im Vergleich zu anderen internationalen Auszeichnungen ein System der zweiten Generation: Die Bewertungsgrundlage basiert nicht nur auf ökologischen Aspekten, sondern auf einer ganzheitlichen Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. In Darmstadt wurde also mit planerischer Weitsicht gehandelt. Sonne, Hackschnitzel & Co.

Ein vielschichtiges Zusammenspiel von Maßnahmen macht den Bau aus technischer und architektonischer Sicht zu einem Veranstaltungsort mit Vorbildcharakter für nachhaltiges Bau-

Foto: darmstadtium

en. Technologische Raffinessen sind zum Beispiel Erdkanäle, ein Biomasseheizkessel, der mit Holzhackschnitzeln aus der Region geheizt wird und eine Photovoltaikanlage, die rund 70 000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugt. Im zusätzlich „Green Globe“zertifizierten Konferenzzentrum legt man außerdem Wert auf eine umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsweise. Durch die Kompensation der unvermeidbaren stationären CO2-Emissionen wird sein „carbon footprint“ weiter reduziert. Zudem ergänzen weitere Maßnahmen wie der Bezug von Ökostrom den Umweltschutzansatz. Das Kongresszentrum ist stolz, das erste seiner Art in Deutschland zu sein, dass sich mit einem DGNB-Zertifikat schmücken kann. „Silberstatus zu erreichen ist ein sehr hohes Niveau, wenn man bedenkt, dass das Gebäude vor neun Jahren geplant wurde. Das ist der Beweis für eine sehr gute Führung und Nutzung“, merkt Architekt Talik Chalabi in diesem Zusammenhang an.

Erweiterte Kapazitäten

Steigende Besucherzahlen und immer mehr Veranstaltungen führen bei den Betreibern des Wissenschafts- und Kongresszentrums zum Ausbau eines bisher wenig genutzten Saales. Das Projekt steht bereits in den Startlöchern. Vom 13. Oktober 2013 bis zum 16. Februar 2014 findet hier die große Landesausstellung „Georg Büchner. Revolutionär mit Feder und Skalpell“ anlässlich des 200. Geburtstags des Autors statt. Nach

Das Zentrum mit seinen 18 000 Quadratmetern ist ein wichtiger Treffpunkt für Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur mitten in der Metropolregion Frankfurt RheinMain. Verkehrsgünstig in der Wissenschaftsstadt gelegen, ist es nur ein paar Schritte von der Fußgängerzone entfernt. Mit einem multifunktionalen Raumangebot – 21 Konferenzräume, teilbare Räume und modernste Kommunikations- und Tagungstechnik – und lichtdurchfluteten Foyerflächen für begleitende Ausstellungen hat das darmstadtium einiges zu bieten. Die avantgardistische Architektur und das dadurch erzeugte Raumgefühl machen dieses Zentrum zu einem zeitgemäßen urbanen Ort. Wissenschafft, Ökonomie und Ökologie finden hier auf eine neue Art zusammen. Hanno Benz Anzeige

In der Stadt Kehl/Rhein (34000 Einwohner), der deutschen Nachbarstadt von Straßburg, findet am 02.02.2014 die Neuwahl

DES/DER OBERBÜRGERMEISTER/IN statt. Die Amtszeit beträgt 8 Jahre. Der Stelleninhaber (SPD) bewirbt sich nicht erneut. Erfahrungen in verantwortlicher Stelle in der kommunalen Verwaltung sind wünschenswert. INTERESSENTINNEN WENDEN SICH AN DEN ORTSVEREINSVORSITZENDEN CHRISTIAN MAU,

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Wirtschaftsförderung

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Kommunale Brücken bröckeln Es heißt, frage man zwei Experten, so erhalte man drei Meinungen. Beim Thema Infrastruktur sind sich leider alle einig: Sie geht salopp formuliert vor die Hunde – vor allem im kommunalen Bereich, wo oft schlicht das Geld fehlt

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er Zustand unserer Infrastruktur bietet eine ausreichende Grundlage für die gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland!“ Diese Meinung vertritt laut einer AllensbachUmfrage die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Die Wahrheit ist jedoch, dass jede Infrastruktur eine Lebensdauer hat – und diese ist vielerorts erreicht bzw. längst überschritten. Der gewaltige Rückstau bei öffentlichen Infrastrukturinvestitionen ist auf allen staatlichen Ebenen sichtbar. Er ist das Resultat einer Politik, die die Infrastruktur als sicher geglaubtes Gut nur stiefmütterlich behandelt hat. Dabei investieren wir seit zehn Jahren weniger, als allein für den Erhalt nötig wäre. Es staut sich vor Ort

Besonders betroffen sind die Kommunen, deren Investitionsstau laut KfW-Kommunalpanel

2012 128 Milliarden Euro beträgt. 33,6 Milliarden Euro und somit über 25 Prozent entfallen alleine auf die kommunale Straßen- und Verkehrsinfrastruktur. Für den kommunalen Straßenbereich hat die Kommission „Zukunft der Verkehrswegefinanzierung“ auf der Basis dieser Zahlen einen kumulierten Nachholbedarf von 22 bis 23 Milliarden Euro errechnet. Um diesen zu befriedigen, müssten die kommunalen Verkehrsinvestitionen jährlich um 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro angehoben werden. Trotz steigender Steuereinnahmen wird dieser Kraftakt von den Städten und Gemeinden jedoch nicht allein gemeistert werden können. Noch besorgniserregender wird es, wenn man die Ergebnisse einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) zum Thema „Ersatzneubau Kommunaler Straßenbrücken“ hinzuzieht: Bis 2030 müssen 10 000

15 Prozent der kommunalen Brücken sind baufällig.

Foto: don57 - fotolia.com

Brücken – das sind 15 Prozent der 66 700 kommunalen Straßenbrücken in Deutschland – ersetzt werden. Den Ersatzneubaubedarf schätzt das Difu auf etwas mehr als zehn Milliarden Euro, einschließlich Teil-Ersatzneubaubedarf sogar auf 16 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Investitionsbedarf von 630 bzw. 930 Millionen Euro jährlich, der aber derzeit allenfalls zur Hälfte gedeckt wird. Erst leidet die Infrastruktur, dann Bürgerinnen und Bürger

Mit der Schätzung des Ersatzneubaubedarfs bildet das Difu jedoch lediglich die Spitze des gesamten Sanierungs- und Ausbaubedarfs im Bereich der kommunalen Brücken ab, denn knapp die Hälfte aller kommunaler Brücken weist einen schlechten Zustand auf. Nehmen wir uns dieser Herausforderung nicht an, führt dies nicht nur zu einem weiter steigenden Investitionsstau, sondern auch zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Dies haben uns die Sperrungen auf der Rheinbrücke Leverkusen in NRW und der Rader Hochbrücke in Schleswig-Holstein eindrücklich vor Augen geführt. Die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der kommunalen Verkehrswege und insbesondere die der kommunalen Brücken kann aber nur eine Gemeinschaftsanstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden sein. Hierzu gehört es zum einen, dass die Länder den Rückgang ihrer Investitionszuweisungen an die Kommunen unter das Niveau der Jahre vor der Kapitalmarktkrise unverzüglich ausgleichen sollten. Mehr noch: Die Länder sind aufgerufen, die Kommunen durch eine Aufstockung der In-

vestitionszuweisungen beim Abbau ihres Investitionsstaus aktiv zu unterstützen. Zum anderen ist es notwendig, dass der Bund bei der kommunalen Verkehrswegefinanzierung „im Boot“ bleibt. Sonderprogramm vom Bund

Wir begrüßen ausdrücklich, dass sich Bund und Länder auf die Verlängerung der Ausgleichszahlungen nach dem Entflechtungsgesetz verständigt haben. Jedoch wurde gleichzeitig die Zweckbindung der Mittel für kommunale Verkehrsinvestitionen aufgehoben; hier besteht die Gefahr, dass die Mittel in den Landeshaushalten versickern. Diesen Webfehler des BundLänder-Kompromisses gilt es zu korrigieren. Der Bund sollte sich außerdem um die Brücken im Zuge „seiner Bundesstraßen“ kümmern, soweit deren Ersatz Sache der Kommunen ist. Wir schlagen vor, dass der Bund die Möglichkeiten des § 5a Bundesfernstraßengesetz nutzt, und die Kommunen beim Ersatzneubau von Brücken unterstützt – am besten mit einem Sonderprogramm. In jedem Fall müssen öffentliche Mittel effizienter und nachhaltiger eingesetzt werden als bisher. Mit der heutigen Flickschusterei sehen wir uns in 20 Jahren erneut mit denselben Problemen konfrontiert. Dies setzt nicht nur ein kosten- und terminsicheres sowie wirtschaftlicheres Bauen voraus, sondern auch, dass die Infrastruktur langfristig instand gehalten wird. Modelle wie Öffentlich-Private Partnerschaften verfolgen genau diesen Ansatz. Michael Knipper Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauindustrie


Titel

DEMO-S-3 | 2013

Von kreativ bis produktiv Immer mehr Kommunen erkennen den Wert einer professionellen Zwischennutzung. Auf dem Hafengelände in Bremen hat sich diese Erkenntnis schon lange durchgesetzt auch in anderen Kommunen eine Rolle spielt. Bisweilen lassen sie sich von den Hansestädtern inspirieren. Doch oftmals gehen sie dabei auch eigene, andere Wege. Auf ähnlichen Pfaden wie an der Weser wandeln etwa die Wirtschaftsförderer am Neckar. Im Ländle wird die Zwischennutzzungs-Agentur indes ein Teil der Wirtschaftsförderung Stuttgart sein und wohl keinen ressortübergreifenden Ansatz bekommen. In Hamburg arbeitet die Kreativagentur, die sich in erster Linie um die Kreativwirtschaft kümmert. Hilfe zur Selbsthilfe

Die ungenutzten ehemaligen Bremer Hafenflächen inspirierten zur Gründung der ZwischenZeitZentrale (ZZZ). Foto: Buschmann

S

arah Oßwald, Oliver Hasemann, Daniel Schnier und Michael Ziehl setzen alles daran, Leerstände wieder mit Leben zu erfüllen. Dieses Beispiel macht zunehmend Schule. So fragen inzwischen nicht nur andere Kommunen bei den Bremern an, sondern auch Immobilienbesitzer und Unternehmen sind auf die ZZZler aufmerksam geworden. So trägt sich nach Auskunft Schniers unter anderem auch die Stadt Stuttgart mit der Idee, eine Zwischennutzungs-Agentur zu gründen. Am Anfang stand das Kreative

Das spezielle Bremer Modell ist ein ressortübergreifender Ansatz: Dabei sind Wirtschaft, Bau, Umwelt und Stadtentwicklung und die Kultur. Am Anfang soll-

te es in erster Linie darum gehen, Raum für die auch an der Unterweser aufkommende und selbstbewusster werdende Kreativwirtschaft mit all ihren Facetten zu schaffen. Dies, so die damalige Annahme, sei eine besondere Form der Wirtschaftsförderung: Das Bauressort tue so etwas gegen die zahlreichen Leerstände und die Soziokultur komme ebenfalls zu ihrem Recht. Inspiriert waren die ersten Initiatoren unter anderem von der Entwicklung der Überseestadt. In Europas flächenmäßig größtem innerstädtischen Hafenentwicklungsprojekt gab es nämlich nicht nur diverse Bau- und Sanierungsprojekte, sondern auch noch zahlreiche Leerstände sowie brachliegende Flächen. Darum kümmerten sich die ZZZler. Und sie sind seitdem mit ih-

rer Arbeit zunehmend erfolgreicher geworden. Die öffentliche Hand macht den ersten Schritt

Anfangs kümmerten sie sich zu 80 bis 90 Prozent um öffentliche Leerstände, doch inzwischen haben eben auch Immobilienbesitzer, Betreiber von Einkaufszentren und Unternehmen die Vorteile und Kenntnisse des ZZZ-Angebots für sich enteckt. „Zu uns kommen Privatleute mit Leerständen von zehn bis 5 000 Quadratmetern“, sagt Daniel Schnier. Zwischennutzung schwer im Kommen

Der spezielle Bremer Ansatz darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass Zwischennutzung

Und dann ist da noch der Graswurzel-Ansatz: In einigen mittelgroßen Kommunen gibt es selbstorganisierte Gruppen, die sich darum bemühen, ungenutzte Flächen wieder mit Leben zu erfüllen. Hierzu gehören zum Beispiel die Städte Mainz und Osnabrück. Allerdings haben noch nicht alle Kommunen das Thema für sich erkannt, sodass die Unterstützung für diese Art von Basisgruppen oftmals fehlt. Dafür gibt es die Möglichkeit, in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht genutzte Immobilien und Flächen bekannt zu machen. Dieses geschieht – wie sollte es anders sein – über das Internet – die Adresse: www.leerstandsmelder.de. Ulf Buschmann www.zzz-bremen.de Weitere Informationen zum Thema finden sich unter: www.difu.de/dokument/ moeglichkeiten-derzwischennutzung-vonflaechen-und.html

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Wirtschaftsförderung

DEMO-S-3 | 2013

Sächsisches Monopoly Endlich schuldenfrei, freute Dresden sich 2006. Doch der Verkauf aller städtischen Wohnungen an einen US-Finanzinvestor geriet schnell in die Kritik. Jetzt ist wieder Licht am Ende des Tunnels

E

s war der wohnungspolitische Deal des Jahrzehnts: Im Frühjahr 2006 beschloss der Dresdner Stadtrat mit Mehrheit, wenn auch fast ohne SPD-Stimmen, alle 48 000 Wohnungen und gut 1 300 Gewerbeeinheiten der stadteigenen „Woba“ an eine „Heuschrecke“ zu veräußern. Denn der Käufer – die luxemburgische Gagfah S.A. mit ihrer deutschen Hauptvertretung in Essen – gehört mehrheitlich dem US-Finanzinvestor Fortress. So fehlte es nicht an mahnenden Worten quer durch die deutsche Kommunalpolitik – einerseits mit Blick auf die verunsicherten Mieter, andererseits vor dem Hintergrund, dass das Rathaus nun über fast keine wohnungspolitische Steuermasse mehr verfügte. Nicht zuletzt waren auch 492 Mitarbeiter betroffen. Der schnöde Reiz des Mammon

Doch die Chance, angesichts des Kaufpreises – 982 Millionen Euro – Dresden zur ersten schuldenfreien Großstadt in Deutschland zu machen, wog schwerer. Zudem glaubte sich die Elbmetropole auf der sicheren Seite: Man meinte, sich über eine „Sozialcharta“ im Vertrag auch weiterhin Einwirkungsrechte gesichert zu haben. Hierzu gehörten ein lebenslanges Wohnrecht für über 60-Jährige, das Verbot von Luxussanierungen sowie fünf Jahre Kündigungsschutz für Arbeitnehmer. Für 8 000 Wohnungen behielt sich die Stadt überdies bis 2026 das Belegungsrecht vor. Immerhin handelte es sich zumeist um einfache, aber gut vermietete Plattenbauten. Aber die Unkenrufer sollten bald Recht behalten. Zunächst verschmolz die Woba schon 2008 namenstechnisch mit dem Mutterkonzern Gagfah. Und danach

nahm es die Käuferin wohl mit dem zugesagten Mieterschutz nicht mehr so genau. So soll Gagfah nicht, wie vereinbart, bei geplanten Veräußerungen von Wohnungen in jedem Fall zuerst den bisherigen Woba-Mietern ein Kaufangebot gemacht haben – wohl aber Dritten. Feigenblätter mit Folgewirkung

Die Stadt verklagte daraufhin den Immobilienkonzern auf eine Schadenssumme von gut einer Milliarde Euro. Und obwohl Gagfah diese Praxis bis zuletzt bestritt, verglich man sich schließlich 2011 kurz vor der Verhandlung am Landgericht Dresden außergerichtlich auf eine Summe von 40 Millionen Euro. Beiden Seiten war es dabei erkennbar auch darum gegangen, ihr Gesicht zu wahren: Die sächsische Kapitale suchte so, ihre riskante Entschuldungsaktion zu rechtfertigen. Die Luxemburger wollten sich nicht wegen

des Verdachts möglicher Unseriosität künftige Geschäfte in anderen deutschen Großstädten verbauen.

Darlehen, die 2013 fällig wurden, die Schulden strecken. Einer dieser beiden Kredite betraf die Woba.

Dennoch schien seither ein Fluch über dem spektakulären Kontrakt zu liegen. Endgültig offenbarte sich dies im Mai letzten Jahres, als eine Wirtschaftszeitung durchsickern ließ, Gagfah wolle sich nunmehr wieder von rund 38 000 Dresdener Wohnungen trennen. Die Immobiliengruppe hatte demnach die Investmentbank Leonardo & Co. beauftragt, jene Quartiere für knapp 1,8 Milliarden Euro an einen neuen Interessenten zu verkaufen. Gesucht wurden diesmal aber eher strategische Partner statt weitere Finanzinvestoren.

Neuer Chef, neue Strategie – neuer Optimismus?

Den Hintergrund dafür bildeten auch schwere interne Finanzprobleme bei Gagfah. Denn ihr langwieriger Rechtsstreit hatte die Gespräche mit den Banken über die Refinanzierung des Dresdner Großdeals belastet. So musste der ohnehin stark verschuldete Immobilienkonzern für zwei

Mithin schlugen erneut an der Elbe die Wogen hoch. Es folgte eine monatelange Hängepartie – und im Februar dieses Jahres schließlich eine Kehrtwende: Die Fortress-Gewaltigen bliesen den milliardenschweren Verkauf ab. Ganz überraschend kam das aber nicht. Denn die Aktionäre hatte die Aussicht auf die größte diesjährige Transaktion am deutschen Wohnungsmarkt ohnehin nie erfreut. So war die Gagfah-Aktie – der Konzern war erst 2006 nach dem Dresdner Großgeschäft an die Börse gegangen – spürbar eingebrochen. Drum zeigte sich auch GagfahChef Stephen Charlton sichtlich zufrieden mit der neuen Entwicklung. Die Refinanzierung sei die bessere Alternative zum Verkauf, versichert er. Denn sie schaffe den größten Wert für die Shareholder. Immerhin machen die Dresdener Plattenbauten ein Viertel des gesamten GagfahPortfolios aus. In der Tat zog die Gagfah-Aktie seither wieder an, womit auch neuer Optimismus im Konzern einkehrte – und mit diesem übrigens auch ein neuer CEO: Thomas Zinnöcker, zuvor beim Mitbewerber GSW in Lohn und Brot. Er erwartet nun vom nach wie vor anziehenden Aktienkurs auch starke Gewinne, mit denen Gagfah die Dresdener Wohnungen weiter modernisieren will. Für die Mieter bedeutet das freilich vor allem eins: auch höhere Mieten.

Bunter Zankapfel: Einer der Gagfah-Blöcke in Dresden.

Foto: Lachmann

Harald Lachmann


Wie heißt der Bürgermeister von Weeeeesel?

Ulrike Westkamp

Anschrift und Kontaktdaten von Frau Westkamp sowie anderen Bürgermeistern, Dezernenten, Fraktionsvorsitzenden und viele weitere kommunale Ansprechpartner finden Sie im neuen Deutschland Kommunal 2014. Erscheinungstermin 02.12. 2013

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Seine reiche Windernte macht selbst Gurken grün vor Neid: Mitten im Spreewald produziert er klimaneutralen Strom für 60.000 Menschen. Und er ist nur einer von mehreren Windparks der Erneuerbaren Energien Gesellschaft der Thüga-Gruppe, einem Joint Venture von derzeit 46 Unternehmen der Thüga-Gruppe.   Die Thüga Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG ist eine von vielen Lösungen, mit denen die über 100 in der ThügaGruppe organisierten Stadtwerke die Energiewende vorantreiben. Gemeinsames Ziel ist der Ausbau der erneuerbaren Energien. Für ein entscheidendes Plus für Mensch, Natur und Umwelt. Für das große Plus für alle.

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