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i e mDAHOAM

KOSTENLOS

2|2014

♦ DAS HEIMAT-MAGAZIN FÜR DAS BAYERISCHE OBERLAND ♦

Ab in die Fluten Die schönsten Badeseen im Oberland

Die Schafe von Mittenwald Auf den Spuren einer alten Tradition

Frisch auf den Tisch Unterwegs zu den Märkten der Region

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der untergegangen.


editorial Liebe Leserinnen und Leser, Sommerzeit ist bei uns im Oberland auch immer

Kreuth am Leonhardstoana Hof und den folgen-

Waldfestzeit. Besonders die traditionellen Feier-

den zwölf – meist mehrtägigen – Veranstaltungen

lichkeiten rund um den Tegernsee sind seit vielen

auch schon losgehen. Unser Tipp: Auf keinen Fall

Jahren nicht mehr nur für uns Oberländler, son-

verpassen sollten Sie das traditionsreiche Trachten-

dern auch für viele Münchner und Touristen ein

Waldfest der Hirschbergler am Fuße des Wallbergs.

beliebtes Ausflugsziel.

Vielleicht treffen wir dort ja den ein oder anderen

Und auch wenn Dirndl und Lederhosen inzwischen nicht mehr Alltagsgewand sind, gehören

von Ihnen zu einer kühlen Maß Tegernseer Bier und einem knusprigen Hendl vom Grill?

sie zu den geselligen Festen auf jeden Fall dazu.

Wer vor lauter Feiern eine Abkühlung nö-

Falls die Damen unter unseren Lesern noch auf

tig hat, bekommt in unserem Artikel „Badespaß

der Suche nach dem richtigen Kleid sind, sollten

mit Bergblick“ Tipps für sommerliches Badever-

sie unbedingt einen Blick hinter die Kulissen un-

gnügen in der Region. Ob erfrischender Bergsee

seres Titel-Fotoshootings werfen. Das Dirndl, das

oder verträumter Moorweiher – bei uns werden

die Gewinnerin unserer Titelmadl-Wahl (Aufruf in

Sie fündig! Also flink die Badetasche gepackt und

Ausgabe 1/2014) trägt, könnte hilfreiche Inspirati-

los geht’s. Das Wetter verspricht zum Zeitpunkt

on in Sachen Dirndlmode 2014 liefern. Auch un-

unseres Redaktionsschlusses glücklicherweise bes-

ser Special rund um die Tegernseer Waldfeste hält

te Aussichten. Wir drücken die Daumen, dass es

wichtige Informationen wie Termine und aktuelle

so bleibt!

Accessoires für die passende Garderobe bereit. Wer

Nun wünschen wir Ihnen viel Freude beim

alles beisammen hat, braucht nur noch die nöti-

Lesen und einen guten Start in eine griabige

ge Portion Feierlaune, und dann kann es ab dem

Waldfestsaison 2014.

20. Juni mit der Auftaktveranstaltung des FC Real

Ihre Redaktion

TITELBILD: BERNHARD HASELBECK

Unser Titelmadl Unser Titelmadl Stephanie Danner, ausgestattet von Trachten Fröstl aus Egling (Dirndl, Schürze und Bluse aus dem Hause WENGER), wurde fotografiert in Gmund am Tegernsee vom Münchner Fotografen Bernhard Haselbeck. Um Haare und Make-up kümmerte sich Hauptsache Friseure aus Wolfratshausen, das Styling übernahm Katharina Huber von Trachten Fröstl. Mehr zum Shooting auf den Seiten 22 bis 23.

MEI DAHOAM

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inhalt

2/2014 REGION & LEUTE Wutbürger aus Heimatliebe mei Dahoam im Gespräch mit Schriftsteller Peter Probst................ 12 Sommerzeit heißt Waldfestzeit Alle Termine aus dem Tegernseer Tal auf einen Blick.............. 24 Kochen Generation 2.0 Die Erfolgsgeschichte des Gastronomen Florian Lechner...................... 33 Impressionen aus dem Oberland Daheim in Bad Tölz................................................... 34

NATUR & FREIZEIT

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Badespaß mit Bergblick Fünf Tipps für sommerliches Badevergnügen im Oberland.... 08

KUNST & HANDWERK Kulturgut auf vier Hufen Die Bergschafe von Mittenwald............................. 28

TRADITION & BRAUCHTUM Goaßlschnalzen oder: das Geheimnis der liegenden Acht Über die Bewahrung eines alten Brauchs .......... 16

LEBEN & GENIESSEN Pasta-Rezept von ToscAnna-Inhaberin Anna Stumpf Linguine mit toskanischer Schweinswurst............ 27

12

Mit Genuss in den Sommer Unterwegs zu den Wochenmärkten der Region......................... 40

NEUES & INTERESSANTES Neues aus dem Oberland Das sollten Sie wissen........................................... 06 Hinter den Kulissen der mei Dahoam Titelmadl-Wahl Die schönsten Bilder und Geschichten............... 22 Das trägt man zur Waldfestsaison 2014 Trachtlerische Produkttipps aus der Redaktion... 26

VERANSTALTUNGEN & TERMINE Sehenswertes im Bayerischen Oberland Veranstaltungstipps.............................................. 46

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MEI DAHOAM

STANDARDS Editorial.....................................................................................................03 Vorschau / Impressum...........................................................50


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mberger Optik kennt man in Süddeutschland und Österreich als den An­ sprechpartner schlechthin, wenn es um das Wohl der eigenen Augen geht. Und das ist auch kein Wun­ der – obwohl es Emberger Optik schon seit fast 40 Jahren gibt und es mit mittlerweile 17 Fachgeschäften erfolgreich ist, spüren die Kunden stets die Vorteile und Herzlichkeit eines inhabergeführten Familien­ betriebes. Emberger Optik bietet Brillen­ liebhabern traditionell alles, was sie sich nur wünschen kön­ nen: Kunden werden dort mit einer riesigen Auswahl an mo­ dischen Fassungen und den besten Qualitätsgläsern von Weltmarktführern verwöhnt.

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NEUES & INTERESSANTES

Neue Broschüre für Familien-Erlebnis-Angebote im Tölzer Land

ORFF: CARMINA BURANA Open-Air-Aufführung am Originalfundort der Schriftrollen

Es sind die besonderen Sinneserlebnisse, die Familien den Sommer über ins Tölzer Land locken. Ob Bergwandern, Fledermausbeobachtung, Klangpfad, Melkkurs, Schwammerlsuche oder Wellenreiten, das Angebot zwischen Isar und Loisach ist vielfältig. Um Familien die Wochenend- und Ferienplanung zu erleichtern, steht seit Kurzem eine umfassende Familienbroschüre unter www.toelzer-land. de/familie-kinder kostenlos zum Download bereit.

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HEIMSPIEL NR. 1 // AUGUST 2014

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DANIEL HEIDEMANN Die Bayernliga im Visier PORTRAIT SV EURASBURG „Ein richtig guter Dorfverein“

WIGGERL KÖGL „Es geht kein Talent verloren“

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Spannend und unterhaltsam, mal begeisternd, mal zum Verzweifeln: Das ist unser geliebter Amateurfußball. HEIMSPIEL, unser neues Magazin, berichtet über die schönste Nebensache der Welt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. In Reportagen und Hintergrundberichten informiert das Magazin auch über die Erfolge und Nöte der kleinen Clubs und zeigt in interessanten Interviews manche unbekannte Seite von Spielern, Trainern und Funktionären. HEIMSPIEL – ab Mitte Juli erhältlich – befasst sich mit allem, was der Amateurfußball außer Tabellen und aktuellen Spielberichten noch zu bieten hat.

Hochbegabte auf Talfahrt

BCF Wolfratshausen Bilder einer Saison Antonio Mancusi

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MEI DAHOAM

Erfrischende Erdbeerbowle à la Hirschkuss Mit steigenden Temperaturen steigt auch die Lust auf erfrischende Cocktails. Unser Tipp für Ihre nächste Party: Erdbeerbowle à la Hirschkuss Zutaten: • 1 Kilo Erdbeeren • 1 – 2 Limetten • 5 Minzblätter • 200 – 300 g Zucker • 250 ml Kernlos (aus dem Hause Hirschkuss) • 1 Flasche Prosecco • 1 Flasche Weißwein • 1 Liter Zitronenlimonade Zubereitung: Arbeitszeit: ca. 30 Min. / Ruhezeit: ca. 2 Std. Erdbeeren waschen, entstielen, putzen und vierteln. Limetten waschen und achteln. Früchte in ein Bowlegefäß geben, Zucker drüberstreuen und mit Kernlos übergießen. Die Bowle etwa 2 Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen. Kurz vor dem Servieren den gekühlten Wein, Prosecco und die Limonade dazugießen, Minzblätter hinzugeben und einmal kurz vorsichtig umrühren. Prost!

FOTOS: PR; INGRID VERSEN; ISTOCK; ARCHIV TÖLZER LAND TOURISMUS

enediktbeuern begeistert nicht nur durch seine reizvolle Naturlandschaft, sondern auch als kultureller Mittelpunkt. Vor allem das 1200 Jahre alte Kloster verfügt über eine traditionsreiche Geschichte; im Sommer bietet der Maierhof mit seiner außergewöhnlichen Atmosphäre eine hervorragende Kulisse für Open-Air-Veranstaltungen. Beim diesjährigen Benediktbeurer Konzertsommer gastiert dort am 6. August die Venezia Festival Opera mit einem der ganz großen Meilensteine der Musikgeschichte: Carl Orffs Carmina Burana. Lassen Sie sich von einem großen Orchester mit Chor, stimmgewaltigen Solisten, Ballett und beeindruckenden Lichteffekten begeistern. Dirigiert wird das Konzert von Nayden Todorov, der vergangenes Jahr in Bulgarien die begehrte Auszeichnung „Musiker des Jahres“ erhielt, was etwa dem hiesigen „Echo Klassik“ entspricht.


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Summer Village in Bad Tölz

kunst und mehr – DIGITALE ONLINE GALERIE eröffnet Neue Wege, Kunst fernab großer Ausstellungen in ungezwungener Atmosphäre zu betrachten, können Besucher seit dem 29. März in der digitalen Online-Galerie kunst & mehr in Bad Wiessee gehen. Auf rund 20 Quadratmetern erwartet Interessierte keine große Galerie mit wechselnden Ausstellungen, sondern neben Original-Objekten von derzeit acht unter Vertrag stehenden Künstlern auch rund 400 hochwertig digitalisierte Werke. Neben namhaften Künstlern, wie z. B. Hans Schneider, bekom-

men in der Galerie kunst & mehr auch junge Künstler die Chance, ihre Werke einem breiten Publikum zu präsentieren. Wer mit einem speziellen Werk (in der digitalisierten Fassung) liebäugelt, kann das Original zur Begutachtung in die Galerie, direkt nach Hause oder ins Büro bestellen. Auch das Anmieten bestimmter Bilder für Veranstaltungen oder die wechselnde Gestaltung von Firmen- oder Hotellobbys ist möglich. Mehr Informationen unter www.kunstundmehr.de

Zum ersten Mal veranstaltet das Jailhouse-Team samt Mitorganisatoren vom 24. bis 27. Juli das „Summer Village“ auf dem Festplatz am Moraltpark mit vielen Attraktionen und hochkarätigen Veranstaltungen. Den Besucher erwarten bunt leuchtende Zelte, Hütten und Stände mit Kleidung, Schmuck und kulinarischen Spezialitäten sowie ein abwechslungsreiches Kinderprogramm. Im eigens angemieteten Zirkuszelt treten Monika Gruber, Da Huawa, da Meier und I, die Bananafishbones & Friends, Donikkl sowie Hans Söllner & Bayaman´ Sissdem auf. Mehr Informationen unter www.summer-village.de

Goldschmiedekunst in Wolfratshausen

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THEMA & THEMA

BADESPASS MIT BERGBLICK Um die zahlreichen Badeseen im Oberland beneidet uns der Rest der Welt. Ob glasklarer Bergsee oder verträumter Moorweiher – an warmen Tagen ziehen sie Einheimische wie Touristen magisch an. Wir stellen fünf besonders schöne vor

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Die Bilderbuchkulisse und das kristallklare Wasser machen den malerisch zwischen Kranzberg und Grünkopf in die Landschaft gebetteten Lautersee und den nahe gelegenen Ferchensee zu einem beliebten Ziel für Wanderer und Wasserratten

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MEI DAHOAM

ichts für Weicheier ist der Lautersee bei Mittenwald. Wie es sich für einen echten Gebirgssee gehört, erreicht das kristallklare, türkisgrün schimmernde Wasser des 1014 Meter hoch gelegenen Sees nur selten „Badewannentemperatur“. Aber an heißen Sommertagen ist der Sprung ins kühle Nass eine fantastische Erfrischung. Am Nordende gibt es ein kleines Strandbad samt Sprungturm, in dem sich Familien wohlfühlen. Hier finden sich auch ein Bootsverleih sowie ein Imbiss mit Kaffee, Kuchen und Grillspezialitäten. Ansonsten erstrecken sich Badeplätze fast über das gesamte Süd-

ufer (teilweise schöner Sandstrand) sowie am Ostufer. Wem das Wasser zu kühl ist, der kann den See per Ruder- oder Tretboot erkunden. Zur Einkehr lädt der Hotelgasthof Lautersee mit sonniger Aussichtsterrasse und Liegewiese. Der Ausflug zum Lautersee (dorthin gelangt man übrigens nur zu Fuß, per Linienbus oder mit der Pferdekutsche) lässt sich wunderbar verbinden mit dem etwas höher gelegenen Ferchensee (1060 m), der nach gemütlichen 20 Minuten erreicht ist. Weitere Informationen: Kurverwaltung Mittenwald, Tel. 08823/33981, www.alpenweltkarwendel.de/mittenwald

FOTOS: BERNHARD HASELBECK; R. POHMANN; W. EHN; ARCHIV TÖLZER LAND TOURISMUS

LAUTERSEE UND FERCHENSEE: BERGSEEN AUS DEM BILDERBUCH


NATUR & FREIZEIT

KIRCHSEE: BADEN, BERGE UND BIERGARTEN

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in echtes Idyll ist der kleine Kirchsee bei Sachsenkam im Tölzer Land. Er liegt mitten im Naturschutzgebiet Ellbach-Kirchseemoor, sein Wasser ist wohlig warm (bis zu 26 Grad wurden schon gemessen) und von sehr guter Qualität (Güteklasse I). Sehr begehrt sind die wegen des strengen Naturschutzes im gesamten Gebiet begrenzten Badeplätze. Weil es große Liegewiesen nicht gibt und das Ufer abseits der ausgewiesenen Plätze nicht betreten werden darf, sind die Holzstege von Badegästen belagert. Wer sich ein Plätzchen auf den Holzstegen sichern möchte, ist gut beraten, früh aufzustehen. Denn der zauberhafte See ist nicht nur bei den Einheimischen, sondern auch bei Ausflüglern aus München und Umgebung recht beliebt. In jedem Fall ist es

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ratsam, eine Isomatte oder eine Luftmatratze mitzubringen, denn Handtücher sind auf dem weichen und feuchten Untergrund abseits der Stege schnell durchnässt. Ein kleiner Kiosk ist in der Nähe des Badeplatzes am nördlichen Ufer ebenso vorhanden (Grillen ist nicht erlaubt) wie Toiletten und kostenpflichtige Parkplätze. Im Osten des Sees lugt der Kirchturm des Klosters Reutberg über den Baumwipfeln hervor. Dort kann man einen entspannten Badetag im herrlich gelegenen Biergarten des Bräustüberls mit süffigem Bier aus der Klosterbrauerei und tollem Blick auf Blomberg und Benediktenwand ausklingen lassen. Weitere Informationen: Fremdenverkehrsverein Sachsenkam, Tel. 08021/7608; kostenfreies Infotelefon 0800/8635937

Nur an einigen wenigen Stellen ist in dem zauberhaften Moorsee das Baden erlaubt


NATUR & FREIZEIT

SOIER SEE: EIN BAD IM MOOR kokoschatzkästchen Wieskirche beispielsweise liegt nur elf Kilometer entfernt. Gleich um die Ecke lohnt das Augustiner-Chorherrenstift in Rottenbuch einen Besuch. Weitere Informationen: Kur- und Touristinformation Bad Bayersoien, Tel. 08845/703062-0, ammergauer-alpen.de/bad-bayersoien Die Idylle trügt: Eine junge Frau treibt im Schilf am Ufer des Sees, ermordet – gottlob nur im Heimatkrimi „Hundsleben“ der Autorin Nicola Förg

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er kleine Kurort Bad Bayersoien ist für seine wohltuenden Mooranwendungen bekannt. Ein Bad im Moor können Wasserratten und Badenixen auch im verträumten Soier See gleich am Ortsrand genießen. Das Wasser des kleinen Sees, der auch im Sommer selten überlaufen ist, erwärmt sich sehr schnell. Am südseitigen Ufer des rund 810 Meter hoch gelegenen Gewässers befindet sich ein Badebereich mit großer Liegewiese. Ein Kiosk bietet Erfrischungen und Snacks sowie einen Bootsverleih, bei dem Ruderboote stundenweise geliehen werden können. Der stille See ist auch ein beliebtes Revier für Sportangler, die hier Hechte, Schleie, Karpfen und Aale aus dem Wasser ziehen. Eine unterhaltsame Abwechslung in den Badetag speziell der jüngsten Gäste bringt der Naturlehrpfad, der 2,5 Kilometer rund um den See führt und den Kleinen auf spielerische Weise viel Wissen über die Flora und Fauna der Region vermittelt. Der Badespaß im Soier See lässt sich übrigens wunderbar mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten im Pfaffenwinkel verbinden – etwa bei einer gemütlichen Radltour (Leihräder gibt’s in „Edis Radlstall“) und das Ro-


STAFFELSEE: EINFACH MALERISCH

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er Staffelsee mit seinen sieben Inseln ist nicht nur einer der beliebtesten, sondern auch einer der schönsten Seen im Oberland. Anfang des 20. Jahrhunderts suchten die Maler Wassily Kandinsky und Gabriele Münter sowie andere Künstler des „Blauen Reiter“ hier Inspiration. Der Schriftsteller Ödön von Horváth beschrieb ihn einst als „schönsten Platz am nördlichen Rand der Alpen“. Malerische Flecken, wo man die Seele baumeln lassen kann, finden sich auch heute noch einige rund um den See, des-

sen mildes, moorhaltiges Wasser sich schon im Frühjahr schnell erwärmt. Auch schöne Badeplätze gibt es viele: Eine große Liegewiese erwartet Familien im Strandbad Seehausen (mit Rutsche und Sprungturm) am Ostufer. Alter Baumbestand sorgt für besonderes Flair im Staffelsee-Freibad in Murnau, an dessen 210 Meter langem Strand auch Teenager und junge Leute gerne „chillen“. Hier gibt es einen Sand-Volleyballplatz sowie kostenlose Liegestühle. Im Seerestaurant Lido kann man am Abend den schönsten Sonnenuntergang am

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See bestaunen. Ein fantastischer Blick über den See, die Insel Buchau und die Alpenkette im Hintergrund bietet sich vom Strandbad (flach abfallender Kieselstrand) in der Uffinger Bucht am Nordufer. Zur Einkehr lädt hier das Restaurant Alpenblick mit schönem Biergarten. Tipp: eine Seerundfahrt mit der MS Seehausen mit Zwischenstopp auf der Insel Wörth. Weitere Informationen: Tourist-Information Murnau, Geschäftsstelle Das Blaue Land, Tel. 08841/6141-0, www.dasblaueland.de  Rudi Stallein

Ein Überbleibsel der letzten Eiszeit ist das Badeparadies im hügeligen Voralpenland


♦♦♦ REGION & LEUTE

WUTBÜRGER AUS

HEIMATLIEBE

Ein freundliches Gesicht mit wachen, neugierigen Augen: Wer dahinter automatisch einen harmoniebedürftigen, vielleicht sogar konfliktscheuen Mann erwartet, irrt.

Denn statt übertriebener Harmonie und falsch verstandener Heimatliebe pflegt der Dietramszeller Autor Peter Probst einen kritischen Geist und eine ordentliche Portion Wut – und damit urbayerische Tugenden

Empörung als Antrieb Dabei ist es nicht so, dass Probst bewusst nach Konflikten suchen würde. Er sucht vielmehr unterbewusst nach Gegebenheiten und Geschehnissen, die ihn bewegen und aufwühlen. Heimat bedeutet für ihn eben nicht, in einer heilen Welt zu leben. „Heimat ist für mich auch immer das, was mich aufregt“, erklärt er mit ruhiger Stimme. „Die Bindung an meine Heimat entsteht vielleicht gerade aus der Entrüstung darüber, dass diese Umgebung nicht so ist, wie ich sie mir erträume.“ Dieser Heimatbegriff ist es auch, der Probst bei seiner Arbeit inspiriert. Seine Romanreihe um den Ermittler Anton Schwarz nährt sich aus Themen, die ihm im Alltag begegnen, und den Fragen, die sich für ihn daraus ergeben. „Als damals herauskam, dass Neonazis einen Anschlag auf die Grundsteinlegung der Synagoge am Jakobsplatz geplant hatten, war ich entsetzt. Darüber, dass das in einer so schönen Stadt wie München möglich ist, darüber, dass die Behörden es fast zu spät bemerken. Das führt dann bei

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mir dazu, dass ich recherchiere, über die Menschen, die so etwas planen, über die Motive dahinter. Um zu verstehen, warum so etwas passieren kann.“ Ergebnis dieser Arbeit: Probsts erster Roman „Blinde Flecken“, in dem es um rechte Gewalt in Deutschland geht. Das Makabre: Vieles von dem, was Probst recherchiert oder auch auf Basis seiner Recherchen erdacht hatte, kam wenige Jahre später noch einmal an anderer Stelle ans Licht – im Rahmen des NSU-Prozesses in München.

„Schreiben ist für mich ein physisches Bedürfnis“ Wie sein politisches Engagement ist auch die Arbeit für Peter Probst kein Job, sondern ein Lebensinhalt. „Schreiben ist für mich ein natürlicher Vorgang, ein physisches Bedürfnis. Ich arbeite jeden Tag, auch am Wochenende und im Urlaub“, erzählt Probst, der mit über 100 verfilmten Drehbüchern als einer der fleißigsten und zugleich angesehensten Drehbuchautoren in Deutschland gilt, und gibt zu: „Meine Familie beschwert sich da oft, und das zu Recht. Aber diese Arbeit ist mir einfach sehr wichtig. Ich kann mir auch nicht vorstellen, irgendwann in Ruhestand zu gehen, wenn ich das nicht unbedingt muss.“ Den Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch findet der Autor in der Natur, beim Spazierengehen oder beim Laufen. „Das muss ich allerdings mittlerweile einschränken, da meine Knie nach 22 Marathons langsam sagen, dass es reicht. Ich sollte aufs Rad umsteigen, aber das fällt mir im Moment noch sehr schwer“, grinst Probst. Die Natur und Ruhe sind es auch, die Peter Probst an seinem Leben in Dietramszell so liebt – das kulturelle Angebot der Großstadt vermisst der Autor aber zugleich. „Wir sind damals aus einem Brutpflegeimpuls aus München weggezogen. Wir wollten, dass unsere Kinder in einer schönen Umgebung aufwachsen.“ Jetzt, da die Kinder aus dem Haus sind, kann er sich auch vorstellen, irgendwann wieder nach München zu ziehen. „Es gibt einfach verschiedene Lebensphasen, und diese geht jetzt langsam vorbei. Wo ich dann letztendlich alt werden will, weiß ich noch nicht.“ Muss er ja auch nicht. Themen zum Aufregen gibt es schließlich sowohl hier als auch dort. Sebastian Klug

FOTO: BERNHARD HASELBECK

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enn Peter Probst ist genau das: Bayer durch und durch. Geboren in München, aufgewachsen in Obermenzing, seit fast einem Vierteljahrhundert wohnhaft in Dietramszell. Doch Probst ist zugleich Querdenker: Als Gründungsmitglied des Münchner Lichterkette e.V. setzt er sich seit mehr als 20 Jahren leidenschaftlich gegen Intoleranz und Fremdenhass ein, als Bürger seiner Heimatgemeinde stellt er sich auch den Teilen der Vergangenheit Dietramszells, die manch einer gerne unter den Teppich gekehrt hätte – so wie jüngst die Frage, ob man den (mittlerweile ehemaligen) Ehrenbürgern Paul von Hindenburg und Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde posthum aberkennen müsse oder nicht. Ein Schlüsselmoment für Probst und seine Frau, die Autorin und Fernsehmoderatorin Amelie Fried. „In dieser Zeit habe ich mich manchmal merkwürdig fremd in meinem Dorf gefühlt. Dass uns dann auch noch alteingesessene Dietramszeller in der Presse als Zugereiste bezeichnen, nach 23 Jahren, die wir bereits hier leben, hat uns dann schon auch getroffen“, erzählt der Schriftsteller.


FOTOS: BERNHARD HASELBECK

mei Dahoam Autor Sebastian Klug traf Schriftsteller Peter Probst im Klosterbräustüberl Reutberg

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Oben: Die Fährhütte 14 kann auch als außergewöhnliche Event-Location gebucht werden. Ein Barbecue am Privatstrand, ein Open-Air-Dinner auf der Seeterrasse oder eine sommerliche Party im Lounge-Bereich machen jeden Anlass unvergesslich Unten: Die Spa-Suiten des 4 elements spas by Althoff verfügen über ein eigenes Badezimmer, Ruhe- und Behandlungsbereich sowie Kamin und Balkon

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rlaubsfeeling pur bietet ein Besuch der neu eröffneten Fährhütte 14 mit eigener Liegewiese und Bootsanlegestelle. Die Fährhütte am Tegernsee, die unter Regie der Althoff Hotels geführt wird, ist sowohl Beach Lounge als auch gemütliches Restaurant, bietet herzlichen Service und gehobene Küche, hat ihren ursprünglichen Charme bewahrt und setzt gleichzeitig mit modernem Design neue Maßstäbe. So außergewöhnlich wie die Location ist auch das kulinarische Angebot: Von Bouillabaisse bis zum Fleischpflanzerl, von Kalbstatar über Austern bis hin zum Wiener Schnitzel ist für jeden Geschmack etwas dabei. Natürlich können in der Fährhütte 14 nicht nur Hotelgäste des Althoff Seehotel Überfahrt, sondern auch alle anderen Besucher die Füße in den Sand strecken. Weitere Informationen unter www.faehrhuette14.de. Wem der Sinn nach Wellness steht, kann als Tagesgast das Wohlfühlprogramm des 4 elements spa

by Althoff mit Blick auf den See genießen. Auf 3.000 Quadratmetern und zwei Etagen erwarten Wellnessfans nicht nur sechs Saunen- und Dampfbäder sowie ein großzügiger Fitness-Bereich, sondern auch einer der größten Indoor-Hotelpools in Deutschland. In den mindestens 38 Quadratmeter großen Spa-Suiten stehen Besuchern darüber hinaus verschiedene Anwendungen auf der Basis der vier Elemente zur Auswahl. Kümmern muss sich der Gast um nichts, sondern kann schon vor der Abreise ins Spa in die Entspannung starten, denn eine Tasche mit allem, was Erholungssuchende für den Tag benötigen, steht ebenso bereit wie Vitalsnacks und Getränke. Von Montag bis Freitag kostet der Tageseintritt 75 Euro pro Person, am Wochenende 85 Euro. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, bucht die zweitägige „Spa-Auszeit“ ab 495 Euro pro Person mit zwei Übernachtungen, Frühstücksbüffet und 3-Gänge-Menü im Althoff Seehotel Überfahrt. Mehr Infos unter www. seehotel-ueberfahrt.com

FOTOS: PR

Fährhütte 14, oder lassen Sie sich im 4 elements spa by Althoff verwöhnen


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Traditionshaus mit Charme „Erleben Sie Bayern in seiner schönsten Form“, das ist das Credo des Park-Hotels Egerner Höfe

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er einmal im eigentümergeführten Relais & Châteaux Park-Hotel Egerner Höfe in Rottach-Egern zu Gast war, kommt gerne wieder, gehört das Hotel mit seinen rund 130 Mitarbeitern doch zu einer der besten Adressen Oberbayerns. Den Urlaubs- und Tagungsgast erwartet ein 98 Zimmer und Suiten umfassendes Wohlfühl-Resort inmitten eines 20.000 Quadratmeter großen Anwesens mit altem Baumbestand, das sich durch seinen nobelalpenländischen Charme, persönliche Gastfreundschaft und einen gelungenen Mix aus Spitzenküche bis hin zu bayerischen Schmankerln auszeichnet. Eine großzügige Bade- und Saunalandschaft sowie die Gesundheitsvorsorge-Praxis von Dr. Beckenbauer im „Guggnhof“, der zum Refugium gehört, runden das Angebot ab. Mehr Informationen unter www.egerner-hoefe.de

Seit 2013 gehören die „Egerner Höfe“ zur weltweiten Vereinigung luxuriöser Hotels und exzellenter Restaurants „Relais & Châteaux“ Links: Eigentümer Klaus-Dieter Graf von Moltke mit Sternekoch Michael Fell, Direktor der Küchen und Restaurationen: Dichterstub´n, Hubertusstüberl und Egerner Alm

Innehalten und Genießen

Kulinarische Gaumenfreuden auf höchstem Niveau genießen – das können Feinschmecker im Gourmetrestaurant Schwingshackl ESSKULTUR

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eit Mai 2012 führt Sternekoch Erich Schwingshackl gemeinsam mit Lebensgefährtin Katharina Krauß die Gastronomie der „Villa am See“ in Tegernsee. Im „Schwingshackl ESSKULTUR“ bietet der Südtiroler seinen Gästen klassisch-französische Kreationen mit mediterranen Einflüssen. Feinschmecker lassen sich von den Gourmetmenüs des Sternekochs verwöhnen, Sonnenhungrige lockt im Sommer der Seepavillon mit anliegen-

dem Restaurantschiff und zugehöriger Bistroküche an. Katharina Krauß, die aktuell zu den 50 besten Sommelières Deutschlands zählt, kreiert zu den Gaumenfreuden ihres Lebensgefährten wunderbare Weinbegleitungen und berät die Gäste in Weinfragen. Die Übernahme des Vier-SterneHotels Villa am See mit traumhaftem See- und Bergblick im Jahr 2014 ergänzt das gastronomische Konzept. Mehr Informationen unter www.schwingshackl-esskultur.de

Links: Die Sonnenterrasse des „Seepavillons“ lädt zum Verweilen ein Rechts: Die „Villa am See“ ist eine gefragte Event-Location für Hochzeiten und Familienfeiern

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TRADITION & BRAUCHTUM

GOASSLSCHNALZEN ODER:

DAS GEHEIMNIS DER LIEGENDEN

FOTOS: HIAS KRINNER

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Jedes Jahr bei der Leonhardifahrt holen um die 20 Männer in Bad Tölz die Goaßln raus – und es wird geschnalzt, bis die ganze Marktstraße hallt. Franz und Thomas Schwaighofer sowie Michael Kramer sind seit Jahren Bewahrer des alten Brauchs

FOTO: HIAS KRINNER (4); HARRY KÜBLER (1)

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igentlich gehört zur Ausrüstung eines Goaßlschnalzers nichts als die Tracht und der eigens angefertigte Fichtenstecken mit dazugehöriger Schnur. Bei Michael Kramer, 42, war vor rund zehn Jahren aber auch der Motorradhelm mit von der Partie. „Den hab ich aufgesetzt, als ich zu üben angefangen habe“, erinnert er sich. Wer als Anfänger mit dem Brauch beginnt, haut sich nämlich die Schnur um die Ohren – und wenn er Pech hat auch auf die Ohren. Das schnalzt dann im wahrsten Sinne des Wortes g'scheid; und tut auch ziemlich weh. „Ein bisschen Schmerzbereitschaft braucht jeder Goaßler“, sagt Kramer. Um Goaßl-Körperkontakt zu vermeiden, braucht es also viel Training und

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die richtige Technik. Die Tölzer Goaßlschnalzer haben sie – Franz Schwaighofer schon seit Jahrzehnten: „Es geht einfach darum, eine schön liegende Acht in die Luft zu zeichnen.“ Wer das schafft, bei dem knallt's irgendwann, genauso wie an diesem Samstag beim Goaßln hoch über Tölz: Es hallt zwischen den Bäumen, es knallt minutenlang in lauten Folgen, abgefeuert von Franz Schwaighofer, Thomas Schwaighofer und Michael Kramer. Die Schnüre drehen sich um die Köpfe und Körper der drei Männer in weiten Achtern. Gegenseitig berühren sie sich nicht. Dabei läuft eine Folge, so lange sie eben läuft – wenn der Takt nicht mehr stimmt, hören die Männer auf. Für Untrainierte ist das Goaßln nichts – Ausdauer und Kraft sind Voraussetzung.

Beim Goaßln geht es darum, die Schnur in einer Acht um den Körper zu führen, ohne dass sie ihn berührt – so wie bei Michael Kramer (siehe Foto oben)

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er klassische bayerische Schnalzer ist nichts anderes als der Knall, den ein Düsenflugzeug erzeugt, wenn es die Schallmauer durchbricht. Durch die schnelle Gegenbewegung beim Achterdrehen gibt es eine enorme Beschleunigung der Schnur, und dann knallt es irgendwann. Das

kann man bei der Leonhardifahrt zigfach hören, ausnahmslos Männer halten diesen Brauch aufrecht. Dabei gibt es die „Oberen“ und die „Unteren“ in Tölz, zwei Gruppen, die sich aufeinander abgestimmt haben und jeweils die „Dreier“- oder „Vierer“-Klangfolgen goaßln. Denn wahllos ist das alles nicht, was in der Marktstraße am 6. November schallt. „Der Erste fängt an, und die anderen müssen dann in den jeweiligen Sekundenbruchteil einstimmen. Das ist wie in einem Orchester und funktioniert nur mit Sichtkontakt“, sagt Franz Schwaighofer, 65, der seit Ende der 60er-Jahre dabei ist und das Goaßlschnalzen von seinem Vater gelernt hat. Der war schon in den 20er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts ein begeisterter Goaßler, damals noch mit kürzerem Strick und etwas anderer Technik. Mittlerweile hat sich die Ausrüstung weiterentwickelt, die Grundzüge sind aber gleich geblieben. Da ist zum einen der knapp hüfthohe Stecken aus Fichtenholz – er hat um die fünf Zentimeter Durchmesser und muss langsam gewachsen sein, sagen Kramer und die beiden Schwaighofers. Wobei auch bei diesem Thema


TRADITION & BRAUCHTUM nicht immer Einigkeit herrscht: Die einen bevorzugen lieber einen Stecken, der leicht mitschwingt beim Goaßln, die anderen einen, der die Spannung stärker hält. Die Schnur – sie hat sich aus den alten Zugstricken von Ochsen und Pferden entwickelt – besteht aus Hanffasern. Sie werden dreifach oder vierfach aufgedreht, die Schnur wird zum Schluss hin immer dünner. Alles ist Handarbeit, vor allem der „Schmitz“ ganz am Ende der Schnur, der mit weiß-blauem Faden fixiert ist. „Das ist das Verschleißteil und muss immer wieder ausgetauscht werden“, erklärt Franz Schwaighofer. Der Schmitz franst nämlich beim Goaßln stark aus, was er aber auch soll, erzeugt er doch den wichtigen Knall. Am Schmitz erkennt man übrigens die gute Technik: Wenn er dreckig ist, muss noch ein bisschen geübt werden – denn dann hat der Goaßler die Schnur zu oft am Boden entlanggezogen und den Achter in der Luft nicht geschafft. Der Schmitz Broschuere_2014n:Layout 1

14.02.2014

9:57 Uhr

GOASSLN IS A LEBENSGFUI, UND A MITEINAND, DES MACHT MA FÜR'D HOAMAT, DO IS MA ECHT UND DAHOAM STATT GSCHEID UND WICHTIG. verbindet bei einigen Tölzer Goaßlern die Tradition mit der Moderne: Er besteht mittlerweile bei manchen Goaßln aus einer Nylonschnur, die auch Fallschirmspringer benutzen, und wird ebenfalls mit der Technik aus diesem Sport ohne Knoten angenäht. So lässt sich noch viel besser schnalzln, sagt Franz Schwaighofer, denn das Vernähen ohne Knoten bringe noch bessere Ergebnisse, weil so die Flugbahn der Schnur optimiert wird.

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ntstanden ist das Goaßlschnalzen aus den Warnungen der Fuhrmänner: Wenn sie um eine unübersichtliche Kurve bogen, schnalzten sie mit ihrer Peitsche, um entgegenkommende Wagen zu informieren. Auch gehört das laute Knallen zu den Vertreibungsbräuchen – böse Geister haben bei dem Lärm keine Chance. Zwei bis drei Goaßln haben alle Schnalzer in Reserve daheim; manchmal hält eine der Belastung nicht stand und

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geht kaputt. Thomas Schwaighofer, 35, hat mehr: Seit er 17 ist, goaßlt er – und er will das alte Brauchtum auf alle Fälle weitergeben. In seinem Keller lagert deshalb ein beachtlicher Goaßl-Vorrat. Zehn stammen noch von seinem Vater, um die 20 Stück hat er sich vorsorglich gekauft. Das alte Handwerk der Seilerei gibt es nämlich nicht mehr in vielen Städten. In Bad Tölz ist der alte Kirner-Seiler mittlerweile verstorben; es gibt zwar noch die alten Maschinen, aber gerade keinen, der die Seile drehen würde. Dafür müssen die Goaßler mittlerweile nach Garmisch-Partenkirchen oder Traunstein fahren, wo noch ein Seiler am Ort wohnt.

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or Publikum treten die Goaßler traditionell eigentlich nur an Leonhardi in Bad Tölz auf. Ausnahmen machen sie nur ab und zu: So zum Beispiel bei der Expo in Hannover

2000 oder in Kairo. Da stand Michael Kramer einmal mit Freunden in Tracht und goaßelte ein paar Runden – zur Verwunderung aller Ägypter und auch der Polizei, die prompt wegen der Goaßlschüsse anrückte. „Die haben dann aber nur geschaut und schnell gemerkt: Das sind einfach welche von einem anderen Planeten“, erinnert sich Kramer.

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inen Verein haben die Goaßlschnalzer nicht gegründet, sie rufen sich einfach „z'samm“, wenn es Ende August, Anfang September wieder so weit ist, um für Leonhardi zu trainieren. Ein großes Tamtam machen sie nicht darum. Da leben sie ganz nach dem Motto, das manch andere Tölzer auch haben: Das beste Brauchtum ist das, über das man nicht großartig spricht – sondern das man einfach macht.  Eva Hirsch

In der Tölzer Marktstraße schnalzt es jedes Jahr an Leonhardi. Und zwar nur dann – sonst goaßln die Männer nur in seltenen Ausnahmefällen

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7 . 6 . - 2 . 11 . 2 01 4 Eine Retrospektive in den drei

kulturhistorischen Museen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen


REGION & LEUTE

TITELSHOOTING

Ein Blick hinter die Kulissen Stephanie Danner aus Reichersbeuern ist die Gewinnerin unserer mei Dahoam Titelmadl-Wahl. Für die Titelaufnah-

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Links: Tabea und Birgit Schmitz, die Mitinhaberin des Friseurgeschäfts „Hauptsache“ in Wolfratshausen, kümmern sich um Frisur und Make-up von Stephanie. Unser Titelmadl zeigte sich dabei geduldig wie ein echter Profi Rechts: Man mag kaum glauben, dass es sich bei dem fröhlichen Duo um Mutter und Tochter handelt, haben sie doch nicht nur die gleiche Leidenschaft zum Beruf gemacht, sondern sehen auch noch aus wie Schwestern

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men trafen wir uns mit ihr in Gmund am Tegernsee


Fotograf Bernhard Haselbeck aus München hatte wahre Freude an der Arbeit mit Naturtalent Stephanie. Die Stimmung am Set war fröhlich und ausgelassen – kein Wunder, kam doch zum ersten Mal seit Wochen wieder die Sonne heraus. Und der atemberaubende See- und Bergblick tat sein Übriges ...

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Sommerzeit heißt Waldfestzeit Was für München das Oktoberfest, ist für die Region Tegernsee

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die Waldfestsaison: Geselliges Beisammensein von Einheimischen und Gästen inmitten von bayerischem Brauchtum und gelebter Tradition. Bei uns bekommen Sie alle Termine auf einen Blick 1

Waldfest FC Real Kreut Leonhardstoana Hof, Kreuth 20.06.2014 – ab 17 Uhr 21.06.2014 – ab 15 Uhr

Trachten-Waldfest der Hirschbergler Hirschbergler Trachtenhütte Kreuth 29.06.2014 – ab 10 Uhr

2 Waldfest des SC Bad Wiessee Sonnenbichl, Bad Wiessee 27.06.2014 – ab 17 Uhr 28.06.2014 – ab 15 Uhr

3 Waldfest der Gebirgsschützen Tegernsee Gebirgsschützenhütte Rottach-Egern 06.07.2014 – ab 9:30 Uhr

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2 Waldfest TSV Bad Wiessee Kurpark Abwinkl, Bad Wiessee 11.07.2014 – ab 17 Uhr 12.07.2014 – ab 15 Uhr 1 Waldfest des SC Kreuth Leonhardstoana Hof, Kreuth 11.07.2014 – ab 17 Uhr 12.07.2014 – ab 15 Uhr

Waldfest der Tegernseer Vereine Schmetterlingsgarten, Stadt Tegernsee 18.07.2014 – ab 17 Uhr 19./20.07.2014 – ab 15 Uhr

3 Waldfest SC Rottach-Egern Waldfestplatz Lori-Feichta, Rottach-Egern 01.08.2014 – ab 17 Uhr 02.08.2014 – ab 15 Uhr 2 Waldfest des Trachtenvereins Bad Wiessee Kurpark Abwinkl, Bad Wiessee 03.08.2014 – ab 10 Uhr

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1 Trachten-Waldfest der Leonhardstoana Waldfestplatz am Leonhardstoana Hof, Kreuth 27.07.2014 – ab 10 Uhr

Waldfest SC Ostin Skilift Ostin, Gmund am Tegernsee 07.08.2014 – ab 17 Uhr 08./09.08.2014 – ab 15 Uhr 5

3 Trachtenwaldfest der Wallberger Waldfestplatz Lori-Feichta, Rottach-Egern 10.08.2014 – ab 10 Uhr

ILLUSTRATION: WWW.LARIKA.NET; FOTOS: TEGERNSEER TAL TOURISMUS GMBH, MANFRED MANKE

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NEUES & INTERESSANTES

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Geräumig Die „Kramertasche“ aus der Handdruckerei Gistl ist absolut praktisch – in gefülltem wie im leeren Zustand. Der Leinen-Baumwollbeutel ist nicht nur stabil genug, um vielerlei Schätze zu beherbergen, sondern kann gefaltet auch im Janker oder der Dirndltasche verstaut werden. Mit dem langen Griffhenkel kann man die Tasche über der Schulter tragen. Zum Preis von 26 Euro erhältlich bei Martina Gistl, Gasse 16 in Gmund, sowie in den Touristinformationen im Tegernseer Tal.

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Wer statt im Dirndl gerne auch mal mit Jeans und Shirt geht, peppt die Garderobe mit dem Trachtenschal von Striessnig waldfesttauglich auf. Der Schal besteht aus 100 % Modal und besticht durch eine gelungene Kombination aus glänzendem Farbmix gepaart mit alpenländischen Mustern. Gesehen zum Preis von 79,95 Euro bei www.almliebe.com.

FOTOS: BERNHARD HASELBECK; PR

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LEBEN & GENIESSEN

Pasta e Basta! Anna Stumpf, Inhaberin des italienischen Delikatessengeschäftes

ToscAnna in Bad Tölz, stellt uns ihr Lieblings-Pastarezept für den Sommer vor

WEINTIPP: Jacques’ Wein-Depot in Wolfratshausen empfiehlt einen CARPINETO Dogajolo Rosso 2011

LINGUINE MIT TOSKANISCHER SCHWEINSWURST ZUTATEN (FÜR 4 PORTIONEN): 500 g Linguine ♦ 200 g Panna da Cucina (Sahne) ♦ 4 Stück Salsiccie toscane (Schweinswurst mit Fenchel), gepellt ♦ 1 Zwiebel (geschält und fein gehackt) ♦ 1 Knoblauchzehe (geschält und fein gehackt) ♦ 2 Essl. Pesto ♦ Pfeffer oder Chiliflocken ♦ Pinienkerne, geröstet ♦ frisches Basilikum (eine Handvoll in Streifen schneiden) ♦ Parmesan oder Pecorino (frisch gerieben)

FOTOS: BETTINA KRINNER

ZUBEREITUNG: Das Olivenöl bei mittlerer Hitze in einer Pfanne mit schwerem Boden erhitzen und die Zwiebel mit Knoblauch etwa 5 Minuten unter Rühren anschwitzen. Das Wurstbrät dazugeben, 4 Minuten rundherum anbraten und dabei mit der Gabel zerkrümeln. Die Sahne hinzugießen, mit Pfeffer oder Chiliflocken würzen und die Zutaten einige Minuten verrühren. Bei leichter Hitze das Pesto unterrühren.

Die Linguine etwa 8 Minuten in reichlich Salzwasser kochen, abgießen, vorsichtig mit der Soße mischen, mit Parmesan oder Pecorino bestreuen. Dann die Pinienkerne und Basilikumstreifen über die Pasta verteilen und sofort servieren.

Alle genannten Zutaten sowie eine große Auswahl an exquisiten Weinen sind natürlich bei ToscAnna, August-Moralt-Straße 3 in Bad Tölz, erhältlich.

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Saisonarbeiter: Wo im Winter die Skifahrer ihre Schw端nge ziehen, weidet im Fr端hjahr eine Herde Werdenfelser Bergschafe


KUNST & HANDWERK

KULTURGUT AUF VIER HUFEN Die Mittenwalder hegen und pflegen ihr Werdenfelser Bergschaf – aus gutem Grund, denn die Schafwollprodukte haben unglaubliche Eigenschaften

FOTOS: BERNHARD HASELBECK

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om Schlafzimmerfenster aus hat Josef Hornsteiner einen direkten Blick auf seinen Arbeitsplatz in den nächsten Monaten. Der Mittenwalder Schafhirte schaut hinauf zu den verschneiten Steilwänden des Karwendels und zeigt auf den Wörnersattel in knapp 2000 Metern Höhe. „Im Frühjahr freue ich mich jedes Mal, wenn ich endlich mit den Schafen hinaufgehen kann“, erzählt der 53-Jährige, der in diesem Jahr zum 21. Mal die Tiere zu ihrer Sommerfrische ins Hochgebirge begleiten wird. Im Winter arbeitet der Mittenwalder als Gemeindearbeiter. Doch für die kommenden Monate tauscht er seine leuchtend orangefarbene Arbeitsjacke gegen einen dunklen Wetterfleck aus Loden und zieht die gut eingelaufenen Bergschuhe an, die schon auf seiner Terrasse zum Lüften stehen. Anfang Mai, wenn der Schnee noch in den Bergflanken liegt, vertrauen die Schafbesitzer aus Mittenwald ihre 450 Werdenfelser Bergschafe dem erfahrenen Gemeindehirten an. Auch zehn „Gemeindeböcke“ begleiten die Herde. Die ausgewählten Zuchtböcke werden von der Kommune gestellt und sorgen für Nachwuchs, der im Herbst auf die Welt kommen wird. In den ersten Wochen zieht Josef Hornsteiner mit den Tieren zu den niedrig gelegenen Weidegründen im Kranzberggebiet und an den Lautersee. „Abends bringe ich die Tiere dann zurück in den großen Pferch“, erklärt der Hirte den Ablauf. Erst wenn Mitte Juni die meisten Schneefelder im Hochgebirge weggeschmolzen sind, führt er die Tiere zu höher gelegenen Weidegründen bis in 2200 Metern Höhe. „Die älteren Damen in der Herde werden ganz nervös, wenn es in die Berge geht. Sie kennen die saftigsten Weideflecken und wollen nur noch hinauf“, erzählt Hornsteiner. Oben angekommen, verteilen sich die Schafe im weitläufigen Gebiet. Bis Mitte September

genießen die Tiere ihre Freiheit, dann werden sie wieder zusammengetrieben und von dem Hirten hinunter ins Tal geführt, wo sie ihre Lämmer zur Welt bringen und erneut geschoren werden. Obwohl es robuste Wolle liefert und gutes Fleisch, ist das Werdenfelser Bergschaf rar geworden, denn für die Industrie sind die Tiere nicht optimal: Ihre Wolle ist manchmal braun und daher nicht gut zu färben und auch nicht so weich und fein wie die Wolle des Merinoschafs. Und was das Fleisch angeht, so setzen die Tiere,

Jahrelange Teamerfahrung: Hirte Josef Hornsteiner mit seiner Hündin Flora, die ihn seit acht Jahren bei der Arbeit mit den Schafen unterstützt

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Traumhafte Kulisse: Auf gut 920 Metern Höhe schmiegt sich Mittenwald an das Karwendelmassiv. Der Ort zählt etwa 7000 Einwohner die meisten leben vom Tourismus

Beziehung muss man pflegen: Damit die Tiere im Gebirge nicht verwildern, füttert der Hirte regelmäßig Mineralien: „Dann kommen die Schafe auch, wenn ich sie rufe“

Bonus-Bildmaterial unter 30 MEI DAHOAM www.dahoam-magazin.de


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die das halbe Jahr in den Bergen verbringen, nicht so viel Masse an wie eigens gezüchtete Fleischrassen. Heute ist das widerstandsfähige Bergschaf eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse. Schätzungen zufolge gibt es noch 1600 Tiere; die meisten davon leben im Werdenfelser Land zwischen Mittenwald und Farchant. Hervorgegangen ist die Züchtung vor hundert Jahren aus einer Kreuzung von Steinschaf, Zockelschaf und Bergamaskerschaf. Heute sind die Tiere zu „Hobbyschafen“ geworden, die sich die Mittenwalder als Kulturgut auf vier Hufen leisten.

Tradition modern vermarktet Die Schafe sind aber nicht nur Zeichen für gelebtes Brauchtum. Sie liefern auch Wolle, aus der sich bemerkenswerte Produkte herstellen lassen. Claudia Brandner verkauft in ihrem „Werdenfelser Schafwoll-Laden“ in der Mittenwalder Innenstadt an Einheimische und Touristen alles, was sich aus Schafwolle herstellen lässt, und vermarktet ihre Produkte auch über ihren Online-Shop im Internet. In ihrem Sortiment hat sie robuste Strickwolle in vielen bunten Farben, Babyschlafsäcke, medizinisch gegerbte Lammfelle, warme Wollsteppdecken, weiche Kopfkissen gefüllt mit Schafwollkügelchen, dicke Fellpantoffeln, kuschelige Decken fürs Wohnzimmersofa und feste Janker für jede Jahreszeit.

Gastronomische Highlights im Arabella Brauneck Hotel 06. Juli – Sonntag 14.00 – 18.00 Uhr Flammkuchen Kochkurs 26. Juli – Samstag 17.00 – 21.00 Uhr Cocktail Kurs 10. August – Sonntag 15.00 – 19.00 Uhr „Aufgspuit & gsunga!“ – Kinder musizieren 24. August – Sonntag 18.00 – 22.00 Uhr Tex-Mex Grillbuffet im Biergarten 14. September – Sonntag 11.00 – 14.00 Uhr „Vor-Wiesn“ Brunch 19. Oktober – Sonntag 11.00 – 14.00 Uhr Kirchweih Brunch 31. Oktober – Freitag 18.30 – 22.30 Uhr Krimi bei Tisch (neues Programm: Mord im Hotel) Reservierungen unter Tel. 0 80 42/502-0 Arabella Brauneck Hotel Münchner Straße 25 D-83661 Lenggries Telefon: +49(0)80 42/502-0 Telefax: +49(0)80 42/42 24 brauneckhotel@arabella.com www.arabella-brauneckhotel.com

Die Mittenwalderin schwärmt von den besonderen Eigenschaften der Schafwollprodukte. „Die Schafwolle wirkt wärmeregulierend. Die Sachen sind warm, nehmen Feuchtigkeit und Körpergeruch auf und führen durch eine gute Zirkulation überschüssige Wärme ab“, erklärt Claudia Brandner. „Deshalb schwitzt man unter Schafwolldecken nicht.“ Auch ihr Mann weiß die Vorzüge von Schafwollprodukten zu schätzen. Franz Brandner arbeitet im Forst. Der schlanke, drahtige Mann trägt bei der Arbeit meist eine dicke, dunkelbraune Lodenhose. Auf die Frage, wie lange so eine Hose hält und wie man sie wäscht, lächeln die Brandners verschmitzt. „Diese Hose ist 25 Jahre alt und wurde noch nie gewaschen“, erklärt Franz Brandner ein bisschen stolz. Doch seine Frau widerspricht sofort: „Das stimmt nicht. Einmal habe ich sie schon gewaschen, aber das muss eigentlich nicht sein. Wenn es feucht ist, hängt man sie einfach an die frische Luft und schüttelt sie aus. Dann ist sie wieder sauber und frisch.“ Franz Brandner schwört auf seine Arbeitshose. Einen Nachteil hat sie aber: „Empfindlich darf man nicht sein, weil sie a bisserl kratzt.“ Dafür ist die Hose selbst völlig unempfindlich. Nach 25 Jahren Arbeitseinsatz sieht das gute Stück kein bisschen abgetragen oder abgewetzt aus.


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Von der Rohwolle bis zum fertigen Produkt kennt Claudia Brandner jeden Arbeitsschritt ihrer Schafwollprodukte. Dabei setzt sie auf regionale Produzenten

Das Geheimnis der Superhose: Schafwolle ist nicht nur unglaublich widerstandsfähig und wasserabweisend, sondern auch selbstreinigend. Eine Kombination von Eigenschaften, die bislang künstlich hergestellte Materialien nicht aufweisen können. Deshalb sind Schafwolljanker und Lodenhosen so pflegeleicht: Der Schmutz perlt durch den natürlichen Fettgehalt der Wolle einfach ab. Auch Schafhirte Josef Hornsteiner würde sein Lodencape nicht gegen einen Regenmantel aus High-Tech-Material eintauschen: „Mein Wetterfleck aus Loden hält bei jedem Wetter warm und trocken.“ Das Wollfett, auch Lanolin genannt, ist das Besondere an der „Wunderwolle“, die sogar heilende Wirkung hat. Bekannt ist die entzündungshemmende Wirkung der fetten Schafwolle schon seit Jahrhunderten. Hebammen setzen auch heute noch Heilwolle ein, wenn Babys unter einem roten Windelpopo leiden oder Mütter Schmerzen beim Stillen haben. Auch bei Gelenkentzündungen können Wollwickel helfen, denn das in der Wolle enthaltene Lanolin und die Wärme des Wickels wirken schmerzlindernd. Claudia Brandner weiß das aus eigener Erfahrung. Sie leidet unter Arthrose im Knie: „Wenn ich Schmerzen habe, lege ich mir über Nacht einen Heilwickel an, und am nächsten Morgen geht es mir besser.“

Ein Schafjahr beginnt im Februar Bevor die Wolle bei Claudia Brandner im Laden als Wolldecke oder Janker liegt, muss sie erst gewonnen und verarbeitet werden. Die meisten Mittenwalder Schafbesitzer scheren ihre Tiere im Frühjahr und Herbst selbst und heben die Wolle bis Kirchweih auf. Jedes Jahr Ende Oktober kommt der Wollgroßhändler aus Belgien mit dem Lastzug und holt die Wolle ab. Alle Schafvereine in der Region bringen dann die Wolle zur Sammelstelle nach Farchant. Dort wird sie gewogen und in große Säcke verpackt. 50 bis 80 Cent bekommt man pro Kilo für weiße Wolle – für braune Wolle zahlt der Großhänd-

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ler nur die Hälfte. Nach dem Sammeltag ist der Lastzug voll gepackt mit weichen Wollsäcken. Dann geht es nach Belgien, wo die Wolle mit Soda gewaschen und auch „kartiert“ wird, wie das Kämmen der Wollfasern im Fachjargon heißt. „Danach kaufe ich so viel Wolle zurück, wie ich für meine Produkte brauche, und gebe sie weiter zur Verarbeitung“, erklärt Claudia Brandner den Produktionsablauf. Verarbeitet wird die Wolle dann zu Unterbetten, Lodenjankern oder Wolldecken in kleinen Manufakturen in Bayern und Österreich. „Mir ist wichtig, dass die Produkte aus der Region kommen“, erklärt die Mittenwalder Kauffrau. Dass die Wolle bis nach Belgien und wieder zurück gefahren werden muss, liegt an der Infrastruktur: „Bei uns gibt es keine Firmen mehr, die Wolle in der Qualität reinigen können.“ Den Abschluss der Schafsaison bildet jedes Jahr Ende Oktober der „Schofererball“ an Kirchweih. Alle Mittenwalder und ihre Angehörigen, ob Schafzüchter, Treiber oder Hirte, die das Jahr über mit den Schafen zu tun hatten, treffen sich und feiern, dass die Tiere wohlbehalten zurück ins Tal gekommen sind. Vor einigen Jahren hatte Franz Brandner besonderes Glück beim Ball: Beim alljährlichen „Paschen“, einem Spiel mit Würfelbecher, gewann er den Hauptpreis - einen gehörnten Bock. „Am Abend sind wir dann zu dritt nach Hause gegangen: Meine Frau, ich und der Schafbock.“ Dagmar Fritz

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REGION & LEUTE

Kochen Generation 2.0 Im Jahr 2002 erfüllte sich Florian Lechner gemeinsam mit Partnerin Aissatou Dramé einen Traum: die Übernahme des „Moarwirts“ im idyllischen Hechenberg. Eine Erfolgsgeschichte

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enn man mit Florian Lechner spricht, spürt man, dass hier ein Gastronom am Werke ist, der seine Berufung zum Beruf gemacht hat. Inspiriert durch die TV-Serie „Die Wicherts von nebenan“ mit seinem damaligen Idol Hendrik Martz, wusste Lechner bereits mit zarten 13 Jahren, dass er einmal Koch werden wird. Auch wenn das in den 80er-Jahren – als die meisten Klassenkameraden lieber Bank- oder Versicherungskaufmann lernen wollten – nicht sonderlich hip war. Nach der Kochlehre bei „Käfer“ in München absolvierte Lechner noch eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und Sommelier und verwirklichte sich einige Jahre lang im Gastro-Service und -Betriebsleitungsbereich. Zum Kochen zurück kam er mit der Übernahme des „Moarwirts“. Hier bietet er neu interpretierte alpenländische Gastronomie auf hohem Niveau. So wird zum Beispiel das Böfflamott, für das Stammgäste extra aus München anreisen, in feinem Barolo geschmort, das Backhendl auf einem Heubett serviert, und Topfenknödel werden mit Latschenkiefer verfeinert. Außerdem wissen die Gäste den traumhaften Ausblick auf das Tölzer Voralpenland und das stilvolle Ambiente mit Wohlfühlatmosphäre zu schätzen. Besonders gefragt ist das Bio-Landhotel für Familienfeiern und Seminare. Auch Lechners Kochkurse, die inzwischen Michael Günster, langjähriger Mitarbeiter und neuer Teilhaber, im „Alpenloft“ mit Seminarraum und offener Showküche anbietet, erfreuen sich großer Beliebtheit.

FOTOS: RAIDER / BLV

TV-Koch? Nein danke! Trotz seines Erfolges in jungen Jahren liegen dem 40-Jährigen, der selbst am liebsten klassische Wiener Schnitzel mag, Starallüren fern. Köche, die ihr Gesicht für viel Geld dem Fernsehen verkaufen und sich wie Popstars feiern lassen, sind ihm ein Dorn im Auge. Er selbst setzt lieber auf das, was ihn zum Kochen gebracht hat: eine große Portion Liebe für saisonale, regionale und nachhaltige Produkte sowie deren traditionell-ehrliche, aber leichte und pfiffige Zubereitung.

Hat gut lachen: Mit seiner Neuinterpretation der bayerischen Küche hat Lechner den Nerv der Zeit getroffen

Von Florian Lechner sind im BLV Verlag die Kochbücher „Bayrische Tapas“ und „Die neue Bayrische Küche“ erschienen. Zurzeit arbeitet er an seinem neuen Werk „Das Hüftgold-Backbuch“, das ab Herbst erhältlich sein soll

Seine Leidenschaft gepaart mit dem Anspruch, seinen Gästen ausschließlich beste Qualität auf den Teller zu bringen, spornt Lechner Tag für Tag zu Höchstleistungen an. Neben seiner Arbeit im „Moarwirt“ findet er an seinen 14-bis-16-StundenTagen so auch noch Zeit, das „Café Nymphenburg Sekt“ am Münchner Viktualienmarkt zu betreiben, das Team der Harlachinger „Menterschwaige“ zu unterstützen, Kochbücher zu schreiben, weitere Projekte zu planen und sich um die Familie, mit der er in Sauerlach lebt, zu kümmern.

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as Wohl seiner jüngsten Gäste liegt Lechner besonders am Herzen. Im „Moarwirt“ gibt es deshalb eine große Kinderecke sowie einen Spielplatz mit Burg, Trampolinen und Fußballplatz. Geplant ist ein Kinderhaus mit Kinderkino, in dem Kinderfilmklassiker wie „Der Krieg der Knöpfe“ gezeigt werden sollen. Passend zur Philosophie des Hauses gibt es für die kleinen Gäste auch nicht die typischen Standardgerichte, sondern sie können auf einer Kinderkarte wie die Großen unter abwechslungsreichen und gesunden Gerichten auswählen. Wenn Sie nach einem ausgiebigen Essen im „Moarwirt“ noch Lust auf mehr „Lechner“ verspüren, können Sie kleine kulinarische Erinnerungen mit nach Hause nehmen oder seine Lieblingsrezepte aus „Bayrische Tapas“ und „Die neue Bayrische Küche“ (erschienen im BLV Verlag) am eigenen Herd nachkochen.  Sandra Johnson

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DAHOAM IN

BAD TÖLZ

Die exponierte Lage inmitten des Isartals macht die Kreisstadt des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen zum reizvollen Kur-, Wohn- und Urlaubsort. Einheimische und Gäste lieben die historische Altstadt und wissen das umfangreiche Freizeitund Kulturangebot der Kleinstadt samt Umgebung zu schätzen

FOTOS: SIMONE ROSNER

Text: Sandra Johnson


REGION & LEUTE

Von oben nach links unten: Die barocke Heilig-KreuzKirche auf dem Kalvarienberg ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Kurstadt Nach alter Tradition werden bei der Fronleichnamsprozession Fahnen, Standarten, Bilder, Figuren, Leuchter und Kerzen mitgetragen 2008 feierte das Marionettentheater 100-jähriges Jubiläum

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Bad Tölz Wir machen Ihren Einkauf zum Erlebnis!

Die sympathische Stadt an der Isar hat zu jeder Jahreszeit viel zu bieten. Bad Tölz ist und war schon immer das gewachsene Zentrum im Isarwinkel. So vereinen sich Tradition und Zeitgeist auf einfach natürliche Art.

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THEMA &&THEMA REGION LEUTE

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1 1 Die Sommerrodelbahn am Blomberg zählt mit knapp 1300 Metern und über 40 Kurven zu einer der längsten Anlagen in Europa 2 Atemberaubender Ausblick vom Kalvarienberg aus auf die Franziskanerkirche und das angrenzende Isartal bis hin zum Brauneck und Karwendel

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3 Das historische Kurhaus liegt inmitten des Kurparks am westlichen Ende der Ludwigspromenade 4 Die Leonhardikapelle auf dem Kalvarienberg ist Ziel der Tölzer Leonhardifahrt. Der Wallfahrtszug umrundet zweimal die Kapelle, bevor er durch die Marktstraße zurück zur Mühlfeldkirche fährt 3

Links: „Klein Kairo“ – wie die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Steinpyramiden zwischen Bad Tölz und Lenggries genannt werden Rechts: Die Tölzer Marktstraße verdankt ihre heutige Erscheinung vor allem dem Münchner Architekten Gabriel von Seidl


Von links oben nach rechts unten: Mädchen und Frauen in traditioneller Tracht prägen das Bild der seit 1856 alljährlich stattfindenden Tölzer Leonhardi-Wallfahrt, die zu Ehren des Heiligen St. Leonhard – Schutzpatron der Gefangenen, der Pferde und des Viehs – veranstaltet wird Bekannter Künstler der Stadt ist Hans Langner, bekannt als Birdman. Sein Markenzeichen sind vor allem die schwarz-weißen und farbigen Vogelgestalten

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Links: Mittwochs wird auf dem Wochenmarkt rund um den Jungmayrplatz ein Mix aus Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Käse angeboten Rechts daneben: Blick über die Isar zur beleuchteten Altstadt mit der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt

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REGION & LEUTE

Oben rechts: Fast wie in der Karibik: Das Tölzer Isarufer lädt zur sportlichen Betätigung und zum Verweilen ein Unten Mitte: Im neuen Planetarium am Schlossplatz können sich Besucher in die Welt der Planeten, Sterne, Monde und Sonnen entführen lassen

FOTOS: TOURIST INFO BAD TÖLZ; GARY ENGEL; KUNZ & PARTNER; PR

Das ist Bad Tölz Das heutige Bad Tölz wurde 1155 erstmals urkundlich als „Tolnze“ (nach Hainricus de Tolenz, zu Deutsch: Heinrich von Tollenz) erwähnt und geht auf eine römische Siedlung zurück. Seit 1899 ist Tölz „Bad“, seit 1906 Stadt und inzwischen Heilklimatischer Kurort und Kreisstadt des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen. Höhe:......................... 658 m ü. d. Meeresspiegel Fläche:....................... 30,8 km² Einwohner:................. 18.589 Bevölkerungsdichte:... 603 Einwohner je km² Postleitzahl:............... 83646 Bürgermeister:........... Josef Janker www.bad-toelz.de


MIT GENUSS IN DEN SOMMER Die Saison ist eröffnet, und es gibt viel zu entdecken! Mit Kamera und Korb unterwegs zu den schönsten Wochenmärkten in der Region

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ühlschrank und Vorratskammer sind leer und Sie haben ein wenig Zeit? Dann setzen Sie doch einmal einen Besuch auf Ihrem Wochenmarkt aufs Programm. Jetzt beginnt dafür nämlich die beste Jahreszeit. Die Auslagen sind zunehmend mit Produkten aus dem heimischen Raum bestückt – und Reifungsprozesse an Strauch und Baum bis zum Schluss mit anschließenden kurzen Ernte- bzw. Transportwegen sind nun mal unschlagbare Argumente für Geschmack und Frische. Außerdem sind Wochenmärkte eine gute Adresse, wenn Sie einmal auf der Suche nach dem Besonderen sein sollten oder auf neue kulinarische Gedanken kommen wollen. Hier können Sie auch viele Direktanbieter treffen, die nach bester handwerklicher Tradition gute Lebensmittel produzieren, und das jen-

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LEBEN & GENIESSEN

seits des gängigen Angebots. Einige von ihnen haben wir besucht, und so viel gleich vorab: Der Weg hat sich gelohnt ...

FOTOS: DOERTHE WINTER

DIENSTAG: Geretsried Den Wochenauftakt kann man z. B. auf dem Geretsrieder Markt machen. Auf dem Karl Lederer Platz versammelt sich allwöchentlich die Wagenburg der regionalen Marktleute mit einem guten Dutzend Ständen. Von Obst und Gemüse über donauschwäbische Wurst-Spezialitäten bis hin zu Tiroler Schmankerln ist alles vertreten. Seit Anfang

Italienischfranzösischbajuwarische Freundschaft: bei Espresso und feiner Patisserie den Geretsrieder Wochenmarkt genießen

Mai gibt es noch einen weiteren netten Neuzugang – das himmelblaue „Kaffeekäferl“, ein liebevoll restaurierter und zur mobilen Espressobar umgebauter VW-Käfer (den man übrigens auch für Feiern mieten kann). Aus ihrer imposanten San Remo zapft die Barista Sonja Dimbeck gekonnt feinen Ristretto, Doppio oder Lungo für die Marktkundschaft. Zunächst aber muss der Mahlgrad des Kaffees optimal auf die Maschine und die Luftwitterung eingestellt werden. Erst, als der Strahl „dünn und gleichmäßig wie ein Mäuseschwänzchen“ in die Tasse läuft, ist Frau Dimbeck zufrieden, denn erst dann sei auch die Crema perfekt. Das Warten lohnt sich: Die Mischung aus 75 % Arabica- und 25 % Robusta-Bohne ist wunderbar rund und weich im Geschmack. Den köstlichen Petit Fours aus der Vitrine werden bekennende Süßschnäbel ebenfalls nicht widerstehen können. Hochgradig verlockend ist auch das umfangreiche Kräutersortiment vom Johannes Neuners „Garten Eden“ aus Ohlstadt. Hier wird konsequent auf den Einsatz von Chemie verzichtet, und die Auswahl sucht wirklich ihresgleichen. Wer will, kann für den nächsten Mojito unter vielen verschiedenen Minzsorten wählen (besonders stilecht die Züchtung „Ernest Hemingway“) – oder doch lieber das asiatische Brami-Kraut (soll konzentrationsfördernd sein) oder ein wenig Ysop oder Currykraut? Die Wahl fällt schließlich auf eine robuste Basilikumsorte, und ich bekomme noch einen guten Tipp für Basilikumessig mit auf den Weg: nach der Blüte einen besonders schönen Zweig auswählen, mit Essigessenz und Wasser im Mischungsverhältnis 1:6 ansetzen, Senf-, Korianderkörner und Möhre hinzufügen (letztere ist ganz wichtig, sie mildert die Säure) und das Ganze vier Wochen ziehen lassen.

MITTWOCH: Bad Tölz Der Bad Tölzer Wochenmarkt erstreckt sich malerisch entlang des Jungmayrplatzes in der Altstadt. Beginn ist offiziell ab 8 Uhr, aber einige Händler scheinen es eher


Altstadtcharme und gut gelaunte Marktfrauen gibt’s auf dem Tölzer Wochenmarkt

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20 UHR

EIN SOMMERNACHTSTRAUM VON WILLIAM SHAKESPEARE INSZENIERUNG: CHRISTIAN STÜCKL 5. / 18. / 19. / 24. / 25. / 26. JULI

20 UHR

DER BRANDNER KASPAR UND DAS EWIG‘ LEBEN VON KURT WILHELM / FRANZ VON KOBELL GASTSPIEL DES MÜNCHNER VOLKSTHEATERS 11. / 12. JULI

19.30 UHR

MOSES VON FERIDUN ZAIMUGLU UND GÜNTER SENKEL WIEDERAUFNAHME DES ERFOLGES AUS 2013 8. / 9. / 14. / 15. AUGUST

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gemütlich anzugehen und bauen erst später auf. Macht aber nichts – wir stärken uns derweil mit einer knusprigen Brezn aus einer Bäckerei, deren Inneneinrichtung und Deko original aus den Fünfzigern zu stammen scheinen, und erfreuen uns an den schönen Häuserfassaden der Altstadt und am plätschernden Brünnchen. Aus den geöffneten Türen der Kaffeebars am unteren Ende des Platzes zieht verheißungsvoller Espressoduft, und wenn man die Augen schließt, kann man sich (kurzfristig) den Weg über die Alpen sparen ... Dann aber geht es auch auf dem Markt so richtig los. Angeboten wird ein schöner Mix aus Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Käse – sowohl konventionell wie Bio. Da Osterferien sind, hat der Kartoffelhändler kurzerhand den Junior mitgebracht. Der thront auf einem Berg Agria-Kartoffeln auf der Ladepritsche des Lieferwagens und schaufelt die Kundenwünsche direkt in die Tüte. Beim Käsestand von Feinkost Moser lacht uns die große Auswahl an selbst hergestellten Frischkäsemischungen, Rohmilch-, Ziegen- und Schimmelkäsen an (sowohl heimische als auch italienische und französische). Besonders farbenfroh schaut der junge Ziegenkäse mit kandierten Papaya-Stückchen aus. Die Süße der Frucht harmoniert ausgezeichnet zum frischen Ziegengeschmack, wie sich später beim Biss ins heimische Butterbrot herausstellt. Auf dem Rückweg zum Auto machen wir noch schnell Halt beim Gärtnerstand, denn dort besticht die große Auswahl an Salat- und Gemüsepflanzen zu wahrlich milden Preisen. Bei einem Tarif von 20 Cent je Pflanze beschließen wir spontan, einmal selbst unser Gärtnerglück mit Batavia, Lollo Rosso und Eichblatt zu probieren – das geht im Übrigen auch tadellos im Balkonkasten, falls man keinen Garten hat! Wer primär regionale Produkte will, sollte allerdings den Freitag einplanen. Dann tagt der Bauernmarkt an gleicher Stelle, und da gibt es wirklich nur Regionales und (fast) keine Handelsware aus dem Großmarkt.


DONNERSTAG: Miesbach Mit stattlicher Auswahl und stimmungsvollem Ambiente auf dem denkmalgeschützten historischen Marktplatz kann der Miesbacher Wochenmarkt aufwarten, und das bereits morgens ab 6:30 Uhr. Da ist es noch sehr frisch, und Thermoskannen mit dampfendem Kaffee gehören zur Grundausstattung der Standbesatzungen. Aber selbst zu dieser frühen Stunde ist schon erkennbar viel munter scherzende Stammkundschaft unterwegs und deckt sich mit Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Käse, Trockenfrüchten und Nüssen, frischer Pasta und Oliven ein. Als die ersten Sonnenstrahlen auf den Platz fallen und die Szenerie in ein warmes Morgenlicht tauchen, wird der Marktbummel noch mal so schön. Bester Dinge ist auch der Chef von Feinkost Moser, dessen Käsewagen wir bereits auf dem Tölzer Markt kennengelernt haben. Die Pause bis zum nächsten Kundenansturm nutzend, beißt er entspannt in eine Fischsemmel und hat Lust auf einen netten Plausch. Er selbst ist schon seit 45 Jahren dabei und bestückt mit insgesamt sechs Wägen die Wochenmärkte der Region. Er kann eindeutig feststellen, dass das „Einkaufserlebnis Wochenmarkt“ zunehmend beliebter wird und


LEBEN & GENIESSEN nebenan liegende Seeteufel könnte auch verlocken – wären da nicht die stattlichen Tarife. Miesbach liegt nun einmal nicht am Atlantik, und da haben solche Produkte hierzulande einfach ihren Preis. Da greife ich lieber zur heimischen (und ebenfalls leckeren) Lachsforelle bei der Fischzucht Laitzachtal nebenan und tröste mich mit der Aussicht auf den nächsten Frankreichurlaub ...

FREITAG: Wolfratshausen

Bei Sebastian Weitz locken Tiroler Schmankerln vom Feinsten. Hier fällt die Wahl schwer ...

die Kunden den direkten Kontakt zum Anbieter sehr schätzen. „Die Leute wollen einfach vermehrt wissen, wo’s herkommt“, sagt er, und auch die junge Kundschaft entdecke die Märkte für sich. Allerdings sei der Kundenanspruch an Qualität und Vielfalt im Laufe der Jahre spürbar gestiegen und damit auch die Ansprüche an die Händler; wer da nicht an seinem Sortiment arbeite und keine Freude am persönlichen Schwatz mit dem Kunden habe, könne sich auf Dauer nicht halten auf dem Markt. In Miesbach ist er gleich mit drei Ständen vertreten. Neben der bekannten Käseauswahl gibt es noch einen Extrastand mit Blüten- und Kräuterkäsen, den die munteren Enkelinnen betreiben, während er selbst am Fischstand steht. In der Auslage imponiert ein mächtiger, auf zerstoßenem Eis gelagerter Red Snapper, und der

Wochenmarktkalender und Infokasten Die besuchten Märkte finden alle vormittags zwischen 8:00 und 13:00 statt (Ausnahmen: Miesbach, dort bereits ab 6:30, Grünwald 8:30 – 12:30). Weitere Markttermine: Gmund (Bauernmarkt): Ludwig Erhard Platz, Fr 13:30 – 16:30, Hundham (Bauernmarkt): Leitzachtalstraße, Mi 13:30 – 16:30, Icking: vor dem Schulzentrum, Mi 8:00 – 12:00, Murnau: Festplatz, Mi 7:00 – 14:00, Penzberg: Stadtplatz, Do 7:00 – 13:30 Zum Schluss noch ein Veranstaltungstipp: Am 28. September findet in München die Bauernmarktmeile statt. Veranstalter ist der Bayerische Bauernverband. Im Bereich zwischen Odeonsplatz und Ludwigstraße werden über 120 Anbieter und Infostände für regionale Produkte vertreten sein. Im letzten Jahr fand die Veranstaltung regen Zulauf, es wurden über 15.000 Besucher gezählt.

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Zum Zeitpunkt der Recherche war er noch auf dem wenig charmanten Parkplatz vor der Loisachhalle beheimatet, aber ab Mitte Mai residiert dieser Wochenmarkt in bester Innenstadtlage vor dem ehemaligen Isar-Kaufhaus in der Marktstraße. Als Service wird es dann sogar ein „Radl-Taxi“ geben, das die Einkäufe bequem zum Auto transportiert. Freitagvormittags zwischen 8 Uhr und 13 Uhr findet man hier passend zum Wochenende eine schöne Palette an Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Pflanzen, Oliven oder saisonalen Produkten wie derzeit natürlich Spargel. Bei der Staudengärtnerei Frank aus Holzhausen gibt es z. B. eine kleine, aber feine Auswahl an Gewächsen jenseits von Petunien, Geranien und Co. Sämtliche Stauden stammen aus eigener Vermehrung im rauen Voralpenklima, und so darf man optimistisch sein, dass sie auch im heimischen Garten bestehen werden. Ich schwanke lange zwischen Labradorveilchen, Gilbweiderich oder Götterflamme, und dank fachkundiger Beratung findet sich das richtige für den Standort „humos und halbschattig“ in meinem Garten. In der Fleisch- und Geflügelauslage vom „Unser Land“-Betrieb Fischerhof locken neben dem gängigen Angebot zusätzlich Spezialitäten wie Putenbrätspätzle, -Knödel oder Strudel. Während man in der Schlange wartet, kann man in Ruhe die ausgehängten Informationen über Futtermittel- und Aufzuchtstandards studieren – eine Form der Transparenz, die ein Supermarkt selten bietet. Bestens beraten wird man auch am feschen, rot-weiß gestreiften Tiroler Bauernstandl von Sebastian Weitz. Es riecht würzig nach Kaminwurzen, verschiedenen Specksorten oder Spezialitäten wie Gamssalami und Hirschschinken. In der Auslage tummeln sich die Schlutzkrapfen, Fassbutter, Marmeladen, Schüttelbrot und vieles mehr. Am glücklichsten dürften hier aber die Käseliebhaber werden. Das Sortiment umfasst zahlreiche Berg-, Rahm- und Rohmilchkäse von Kuh, Schaf und Ziege in den verschiedensten Reifegraden, darunter auch einige echte Raritäten. Vor dem Kauf darf man gerne verkosten, z. B. den vier Wochen in Lagrein affinierten Bergkäse mit gut ausgewogenem Weinaroma, den Kloaznkäs, der mit einem Dörrbirnen-Zuckergemisch eingerieben wird, oder den in Folie gereiften Schafskäse. Letzterer erhält durch das Nachreifen in Folie eine elastische Konsistenz, die zwischen Mozzarella und Halloumi rangiert – aber vor allem einen ganz feinen Eigengeschmack. Der Tipp vom Fachmann: zusammen mit Obst und Salat kombinieren – und der nächste laue Sommerabend kann kommen. Doerthe Winter


AMATEUR-FUSSBALL – DAS PURE VERGNÜGEN DAS NEUE FUSSBALL-MAGAZIN FÜR FANS IN BAD TÖLZ-WOLFRATSHAUSEN

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VERANSTALTUNGEN & TERMINE

SEHENSWERTES IM BAYERISCHEN OBERLAND Michael Zeno Diemer Ausstellung: Landschaft - Historie – Technik Der Maler Diemer (1867–1939) lebte und arbeitete in Oberammergau und München. Er malte Motive aus der Natur sowie technische Errungenschaften und dokumentierte dabei den Zeitgeist des Übergangs vom 19. in das 20. Jahrhundert. Heute ist Diemer weitgehend nur noch als Maler des riesigen Rundgemäldes „Die Schlacht am Bergisel“ bekannt. In einer gemeinsamen Ausstellung vom 7. Juni bis 2. November 2014 präsentiert das Oberammergau Museum einen Überblick über sein Gesamtwerk, das Werdenfels Museum stellt vor allem Berg- und Technikbilder aus, und das Geigenbaumuseum Mittenwald legt den Schwerpunkt auf das druckgrafische Werk.

Weitere Infos: www.oberammergaumuseum.de, www.werdenfels-museum.de, www.geigenbaumuseum-mittenwald.de


www.wolfratshausen.de

TheaterPUR Fr, 24.10.14

Kultursommer 2014 Garmisch-Partenkirchen Unter dem Motto „heiter & himmlisch“ belebt der Kultursommer vom 21. August bis 24. September die schönsten Schauplätze der Region mit spektakulären Theaterinszenierungen, Konzerten, Kleinkunst und Ausstellungen. Neben Johann Nestroys Komödie „Lumpazivagabundus“ in bayerischer Fassung steht zum Beispiel auch die neue Bühnenfassung von Marlen Haushofers Romanerfolg „Die Wand“ an einem außergewöhnlichen Freilicht-Schauplatz auf dem Programm. Zum zweiten Mal beginnt die Festspielzeit mit der Michael-Ende-Woche, in der dieses Mal Endes poetisches Werk „Ophelias Schattentheater“ Premiere feiert.

Weitere Infos: www.kultursommer-gapa.de

Schongauer Sommer Historischer Markt und mittelalterliche Musik Vom 1. bis 10. August 2014 begibt sich Schongau ins Mittelalter zurück. Täglich von 12 Uhr bis 24 Uhr können die Besucher auf dem Marienplatz bei freiem Eintritt ein historisches Erlebnis genießen. Narren, Gaukler, Spielleute und Minnesänger ziehen musizierend und schabernacktreibend durch die Straßen. Für die kleinen Gäste gibt es einen Streichelzoo und Spieleangebote. Nach Einbruch der Dunkelheit zeigen Feuerschlucker, Fakire und orientalische Tänzerinnen ihre Kunst. Außerdem können Sie altes Handwerk bewundern und sich an vielen Ständen mit den verschiedensten kulinarischen Schmankerln stärken.

Weitere Infos: www. schongauer-sommer.de

20 Uhr

Opern auf Bayrisch

Freischütz, Tannhäuser, Turandot Do, 20.11.14

20 Uhr

Ziemlich beste Freunde Komödie nach dem gleichnamigen Film Fr, 19.12.14

20 Uhr

Fr, 23.01.15

20 Uhr

Chiemgauer Volkstheater

Hugos Heldentat Komödie in 3 Akten Fr, 27.03.15

20 Uhr

Der Sammler der Augenblicke Metropoltheater München

gefördert durch:

Sa, 25.04.15

Irrtum und Änderungen vorbehalten · Gestaltung: www.hahn-littlefair.de

Programm 2014/15 in der Loisachhalle

20 Uhr

Weihnachten bei Hello Dolly Neuproduktion: Buddenbrooks Freies LandesLesung mit Friedrich von Thun

theater Bayern

Preise*:28,00 / 24,00 / 21,00 EUR – Erm.: 14,00 EUR Preise zzgl. Gebühren Abo: 129,00 / 109,00 / 89,00 EUR – Erm.: 59,00 EUR Preise zzgl. Gebühren Kartenverkauf/Info: www.muenchenticket.de, Tel. 0180 / 54 81 81 81* Bürgerbüro/Touristinfo, Marienplatz 1, 82515 Wolfratshausen, Tel. 08171 2140, geöffnet: Mo-Mi/Fr 8.00-12.30 Uhr, Do 8-18 Uhr, Sa 10-12 Uhr, info@wolfratshausen.de Happy Holiday Reisen, Tel. 08171 481544 Rundschau Kartenservice, Tel. 08041 78910 Reisebüro Hecher GmbH, Tel. 08171 98120, und an der Abendkasse der Loisachhalle Alle Karten für Veranstaltungen der Stadt Wolfratshausen über München Ticket an der Abendkasse zzgl. E 4,00 (*E 0,14 aus dem dt. Festnetz, ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunk – Preisänderungen vorbehalten)

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Veranstaltungsreihen der Stadt Wolfratshausen

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VERANSTALTUNGEN & TERMINE

Trachten- und Handwerkerdult – Tegernsee Markt mit lebenden Werkstätten, Kinderhandwerken und Schauhandwerken in der Rosenstraße und im Kurgarten, vom 13. bis 15. Juni (www.rathaus-tegernsee.de).

Nachtflohmarkt – Bad Feilnbach

Am 27. Juni gibt es von 15 Uhr bis 23 Uhr auf dem Gemeindevorplatz ein kulturelles Dult-Spektakel mit Straßenmusikern, Komödianten, Feuerspuckern und Artisten (www.kultdult.de).

Naturschauspiele Blomberg – Bad Tölz

Am 28./29. Juni und jeden Freitag, Samstag und Sonntag im Juli wird ab 18 Uhr wieder das legendäre Stationentheater „Pension Nirvana“ von Wolfgang Ramadan aufgeführt. Mehr Infos und Kartenverlosung unter dahoam-magazin.de

Musikantentreffen – Schliersee

Am 5. und 7. Juli wird das Freilichtmuseum zur Bühne für Sänger und Musikanten. Im Biergarten können Sie dazu eine Brotzeit und selbst gebrautes Museumsbier genießen (www.wasmeier.de).

Bergwaldbühne Wolfratshausen „Tannöd“ ist die spannende Geschichte eines authentischen Kriminalfalles, der bis zum heutigen Tage ungeklärt ist. Auf einem Einödhof werden sechs Mordopfer entdeckt, die mit einer Spitzhacke schrecklich zugerichtet wurden. Auf der Basis von Zeugenprotokollen verschiedener imposanter Dorfcharaktere entsteht eine mitreißende Kriminalgeschichte, bei der sich der Zuschauer leibhaftig mitten im Geschehen fühlt. Das „Art Ensemble of Passau“ sorgt mit schmissigen Polkas, sentimentalen Walzern und schaurig-schönen Instrumentaljodlern für die passende musikalische Untermalung. 25. Juli 2014, 20 Uhr auf der Bergwaldbühne; bei schlechtem Wetter am Bergkramer Hof (Golfclub Wolfratshausen). Tickets: www.muenchenticket.de

100 Jahre Kurhaus Jubiläum in Bad Tölz Das Tölzer Kurhaus wurde 1914 nach Plänen Gabriel von Seidls errichtet und liegt inmitten des Kurparks am westlichen Ende der Ludwigspromenade. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten findet am 15. Juni 2014 eine „Nostalgiereise“ statt: Eine Ausstellung des Stadtarchivs im Foyer des Kurhauses beleuchtet den Weg vom Beginn des Kurbetriebs bis heute. Der Kocherlball, die Danzlmusi der Stadtkapelle und Salonmusik am Nachmittag laden Sie zum Tanzen ein. Am 2. August wird das Kurparkfest gefeiert, mit buntem Musik- und Kinderprogramm. Ab 20 Uhr tritt die Gruppe „Big Bad Wolf“ auf. Weitere Infos: www.bad-toelz.de

Musikgeschichte – Garmisch-Partenkirchen

Das Museum Aschenbrenner zeigt vom 11. Juli bis 2. November 2014 die Sonderausstellung „Wann i mein Jodler sing – Wie klingt Heimat?“ (www.museum-aschenbrenner.de).

Bananafishbones – Gelting

Am 17. Juli ab 20 Uhr spielt das Trio unplugged auf der „Kulturbühne Hinterhalt“ (www.hinterhalt.de). Unter dahoam-magazin.de verlosen wir 2 x 2 Freikarten.

Zelttheater – Irschenhausen

Die Laienbühne Icking führt „Das Hotel Baltimore“ von Lanford Wilson im Theaterzelt am Stockerweiher am 18., 19., 20., 23. und 25. Juli jeweils um 20 Uhr auf (www.zelttheater-icking.de).

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Feilnbacher Almrausch Pure Lebensfreude Vom 10. bis 15. Juni 2014 laden die Bad Feilnbacher „Gipflstürma“ dazu ein, die Lebensart des Voralpenlandes in vollen Zügen zu genießen. In einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm verbindet sich das Sporterlebnis am Berg mit der bajuwarischen Freude am Genuss. Die Bandbreite des Angebots reicht von einer anspruchsvollen 24-Stunden-Wanderung über eine nächtliche Schnitzeljagd bis hin zu Yogawandern, Open-AirKino und gelebter alpenländischer Tradition auf der Alm. Weitere Infos: www.gipflstuerma.de

FOTOS: PR; VERONIKA BITTENBINDER; ZEPPELIN MUSEUM FRIEDRICHSHAFEN – TECHNIK UND KUNST ; KULTURSOMMER GAP/ TRACHTENHAUS GRASEGGER; ARCHIV STADTARCHIV BAD TÖLZ; BAD FEILNBACH,

VERANSTALTUNGEN IM ÜBERLICK

Krimi-Spektakel „Tannöd“


Marktplatz

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'Wann i mein Jodler sing' Wie klingt Heimat?

12.7., 11 Uhr ’Wann i mein Jodler hör’ Matinee zur Ausstellungseröffnung im Michael-Ende-Park 2.8. & 12.10., 15-17 Uhr Schnupperkurs Alphornblasen mit Elisabeth Heilmann im Museum Aschenbrenner 16.9., 19.30 Uhr ’Schellack & Schnaderhüpf’ Literarisches ganz leibhaftig & Schlager aus dem Grammophon. Der Bayerische Dienstag mit Stefan Frühbeis und Walter Erpf, im Gasthof Bräustüberl.

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27.9. ’Do bin i dahoam’! Singen mit Anita Staltmaier-Gruber, im Museum Aschenbrenner 13-14 Uhr, Kindersingen „Kikeriki“ 14.30-16.30 Uhr, Jodeln für Erwachsene

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IMPRESSUM Verlag: DAHOAM VERLAG Isarstraße 16 a, 82515 Wolfratshausen Telefon: 0 81 71 - 4 26 77 57 E-Mail: mail@dahoam-verlag.de Internet: www.dahoam-verlag.de Postanschrift: Mei Dahoam Magazin Postfach 01, 82510 Wolfratshausen Herausgeber: Sven Kretzer Chefredaktion: Sandra Johnson Bildredaktion: Michael Zettler Autoren: Dagmar Fritz, Eva Hirsch, Sandra Johnson, Sebastian Klug, Rudi Stallein, Doerthe Winter Verlagsmarketing/Anzeigenleitung: Dieter Kapitz (verantwortlich) Tel.: 0 81 71 - 9 99 93 93 kapitz@dahoam-magazin.de Anzeigen: Stephanie Lackermeier Tel.: 0 80 41 - 77 89 3 sl-advertising@gmx.de

DIE SENIOREN-SAFTER VON BEUERBERG Jedes Jahr presst im ehemaligen Milli-Kammerl eine Gruppe von 70- bis 85-jährigen Senioren Tausende Liter Obstsaft. Wir haben sie vor Ort besucht und ihnen bei der Arbeit über die Schulter geschaut.

Litho: Manuela Bohner, Mediengestaltung Lektorat: Gabriele Ernst Leserbriefe: leserbrief@dahoam-magazin.de Abo: abo@dahoam-magazin.de Druck: deVega Medien GmbH Anwaltinger Straße 10, 86165 Augsburg Papier: SoporSet Premium Offset FSC zertifiziert

DAHOAM IM TEGERNSEER TAL Mit dem Tegernsee direkt vor der Haustür und einem umfassenden Angebot an Brauchtum, Kultur und Freizeit ist das Tegernseer Tal bei Bewohnern und Touristen gleichermaßen beliebt. Wir haben uns auf die Suche nach den schönsten Ecken gemacht.

Das nächste mei Dahoam erscheint am 15.09.2014

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MEI DAHOAM

FOTOS: DOERTHE WINTER; TEGERNSEER TAL TOURISMUS GMBH

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Ja, da schau her! Der Huber hat sein eigenes Magazin!

Herr Huber hat einen kleinen mittelständischen Betrieb und seit neuestem

ein eigenes Magazin für seine Kunden. Darin zeigt er auf informative und gleichzeitig unterhaltsame Weise sein komplettes Leistungsspektrum und erreicht damit passgenau

seine Kunden aus der Region. Schon eine kleine Auflage reicht für große Wirkung.

Machen Sie es wie der Huber! Wir gestalten und erstellen für Sie • Kundenmagazine • Firmenzeitschriften • Mitarbeiterzeitungen • Hauszeitschriften • Vereinszeitungen

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mei Dahoam 2/2014  
mei Dahoam 2/2014  

mei Dahoam – Das Heimatmagazin für das bayerische Oberland

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