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dezember / januar 04

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jahre

ausgabe 06/ 2003 Alle zwei Monate in Opern- und Konzerthäusern, im CD-Fachhandel und bei Kartenvorverkaufsstellen > Jahrgang 6 > 2003 > www.crescendo-magazin.de

B47837

2003

<

crescendo arcadi volodos < vivica genaux < susan graham < cantus cĂślln <

> Gewinnen Sie eine Surround-Anlage von Magnat Sonderteil CLASS-Aktuell Opernpremieren und Konzerte von November bis Februar


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06.11.2003

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06.11.2003

12:32 Uhr

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FOTO: CHRISTINE SCHNEIDER

Liebe Leserin, lieber Leser ! Chefredakteur Klemens Hippel

Inhalt Dezember 2003/ Januar 2004 Portrait

feiern dieses Jubiläum nach fünf erfolgreichen Jahren mit

Konzentriert Der Pianist Arcadi Volodos

auf die vergangenen Ausgaben. Aber eigentlich schauen

Interview

wir lieber nach vorne. Wir haben uns daher dieses Mal mit

Farinellis Erbin Die Mezzosopranistin Vivica Genaux

jungen Künstlern getroffen, die zwar schon Weltstars sind, das aber auch noch einige Jahrzehnte bleiben werden. Arcadi Volodos z. B. gilt mit gerade 31 Jahren bereits als einer der besten Pianisten. Die beiden Mezzosoprane Vivica Genaux und Susan Graham zeigen, dass die Sängerinnen ihrer Generation genau wissen, was sie wollen und nicht alles tun, was der Markt von ihnen wünscht. Und Konrad Junghänel demonstriert, wie erfolgreich man auch ohne Subventionen Musik machen kann.

Vielseitig Der Komponist André Previn

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Engagiert Die Mezzosopranistin Susan Graham

12

Motiviert Der Lautenist Konrad Junghänel

14

special 5 Jahre Crescendo

9

unterwegs Reise-Tipps

16

Zeitschrift nicht möglich wäre. Da sind zuerst unsere frei-

Rätsel

17

Bayern regional

19

santesten und wichtigsten Ereignisse zu präsentieren.

Premierenspiegel

Dann natürlich auch unsere Anzeigenkunden, die uns von

Auf einen Blick NRW-Rundschau Opernrundschau im Nordwesten München I München II Herr der Ringe Lutherleben Lucerne Festival Festival Mitte Europa in Plauen Auf Aphrodites Insel Trojanische Pferde Orpheus in der Unterwelt

22 24 24 25 25 26 26 32 32 33 34 34

Hifi

35

Anfang an unterstützt haben. Und nicht zuletzt Sie, die uns regelmäßig lesen, kritische oder ermutigende Anmerkungen schicken und damit dafür sorgen, dass unser gemeinsames Anliegen, die Klassische Musik, ein gesellschaftlich relevantes Thema bleibt. Jetzt wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit dem neuen Crescendo!

gehört Ihr Klemens Hippel

CD-/SACD-/DVD-A-Besprechungen

42

Kultur Spiegel Klassik Bestseller

43

Impressum

54

was? wann? wo?

WWW.CRESCENDO-MAGAZIN.DE

LUDWIG VAN BEETHOVEN

6

bei den vielen Personen zu bedanken, ohne die unsere

und den Opernmarkt beobachten, um Ihnen die interes-

PRÄSENTIERT

4

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, mich

en Mitarbeiter, die Monat für Monat die Neuerscheinungen

MITEINERFAST 200-JÄHRIGENGESCHICHTE!

Sämtliche Streichquartette GEWANDHAUS-QUARTETT

Herzlich willkommen zum 6. Jahrgang von Crescendo! Wir einem silbernen Umschlag – und einem kleinen Rückblick

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»...mit dieser Produktion stellt das GEWANDHAUS-QUARTETT einmal mehr seinen Ruf als eines der besten Quartettvereinigungen der Welt unter Beweis...« KLASSIK- HEUTE.COM

56 NEW CLASSICAL ADVENTURE

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nen zahlreiche Veranstalter per Link erreichen, und

Beilagenhinweis: Diese Ausgabe erscheint mit einer

natürlich haben wir auch eine komfortable Volltext-

Beilage der Firma Dynaudio, ein Teil der Auflage ent-

suchfunktion integriert. Viel Spaß beim Stöbern!

hält eine Beilage der Schubertiade Schwarzenberg.

EDITORIAL INHALT

INTERVIEW PORTRAIT EXTRA

crescendo 06 2003 3

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besucht

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FOTOS: SONY

Konzentriert Der Pianist Arcadi Volodos Von Klemens Hippel

I

n Wirklichkeit sind sie meist ganz anders als auf ihren Hochglanzbildern, die Künstler. „Wenn man ernsthaft Klavier spielt, ist alles schwierig“

Arcadi Volodos nicht. Freundlich, aber mit einer gewissen Distanz, wie auf seinen Fotos, führt

er auch das Interview. So als ob er sich nur kurz aus seiner Welt der Musik verabschiedet hat, für einen

dem Klavierspielen anfangen muss – das hat keine Bedeu-

Kopf ab! Das Klavier spielt man erstens mit dem Kopf,

Ausflug in die gesprochene Sprache. Auf welches

tung.“ Der späte Beginn, so sagt er, hat es ihm erspart, mit

zweitens mit dem Ohr und drittens mit den Fingern. In die-

Thema man ihn auch anspricht, er hat immer eine

irgendwelchen Methoden traktiert zu werden „alle großen

ser Reihenfolge. Es darf nicht automatisch werden, sonst

unerwartete Antwort parat.

Pianisten haben eine andere Art zu spielen, es gibt keine

wird es wie eine Spieluhr, und es ist vorbei.“

Kein Wunder bei dieser Überzeugung, dass er dem

aufgeführt. Liszts Mephistowalzer? Den liebt er sehr, aber

Dieser Suche nach dem Natürlichen hat sich alles un-

lieber spielt er die 8. Sonate von Skriabin – „es wäre scha-

ter zu ordnen. So verwendet er im Konzert einen Klavier-

wisser Weise tötet die Perfektion die Musik! Um perfekt zu

de, im Konzert immer nur dasselbe Repertoire zu spielen“.

stuhl mit Lehne. Er macht das für den Atem – und weil es

sein, muss man viel Spontaneität opfern – das ist meine

Virtuosität? „Man muss ein guter Virtuose sein, um ein Mo-

seiner Freiheit dient. Volodos glaubt, dass viele Pianisten zu

Meinung. Heutzutage kann eigentlich jeder eine gute Auf-

ment Musical von Schubert zu spielen“. Und das von dem

Hause so arbeiten. Und er möchte sich im Konzertsaal

nahme machen; weil man alles schneiden kann. Deshalb

Pianisten, der spätestens seit seinen Transkriptionen der

fühlen wie zu Hause. „Es gibt keinen Unterschied zwischen

sollte man lieber in Konzerte gehen.“

fingerbrecherischen Bravourstücke von Horowitz gerade

Konzertsaal und zu Hause.“ Gar keinen? Na gut, „am An-

für seine außergewöhnliche Fingerfertigkeit bekannt ist!

fang, wenn man hereinkommt und das Publikum sieht,

Aber wieso hat er dann mit seinen Mozart-Bearbeitun-

schon, aber wenn man sich dann wirklich auf die Musik

gen Mozarts Klaviermusik äußerst virtuos umgestaltet?

konzentriert, ist es kein Unterschied. Man ist ganz in der

„Das ist keine Frage der Virtuosität, sondern der Harmonie

Musik.“

und des Kontrapunkts.“ Er wollte nicht etwas Virtuoseres

Dass er nicht nur Virtuoses „drauf hat“, hat er allerdings auch schon auf CD gezeigt, mit seiner exzellenten Interpretation von Schubertsonaten. Gerade zu Schubert hat

Virtuosentum äußerst skeptisch gegenüber steht: „In ge-

machen, sondern etwas, was mehr kontrapunktische

er ein besonderes Verhältnis: „Wenn Schubert das heutige

Ebensowenig wie Bach hat er bisher zeitgenössische

Publikum sehen könnte, das käme ihm wie etwas Außerir-

Komponisten aufgeführt. „Ich bin kein Klaviermaniac, der

Ob das Publikum das auch so sieht? „Ich denke nicht ans

disches vor. Weil das Zeitgefühl ein ganz anderes ist. Viele

den ganzen Tag Klavier spielt. Ich liebe auch das Leben.

Publikum. Wenn die Leute da nur Oktav- und Terzketten

Strukturen, neue Eindrücke und neue Stimmungen enthält.

hören, ist das deren Problem, dann verstehen sie eben

„Ich hoffe,dass ich eines Tages nicht schlecht Klavier spielen werde“

einen Teil von dem, was ich mache, nicht.“

Pianisten sagen ja, dass Schubertsonaten zu lang seien –

Man muss gut leben und spielen, wozu man Lust hat.

Und wie geht es weiter? Wird auch er sich bald, wie so

früher, zur Zeit von Schubert, ist man von Paris nach Wien

Wenn ich Lust hätte Bach zu interpretieren, würde ich

viele Pianisten vor ihm, dem Dirigieren zuwenden? Wohl

ein paar Tage mit der Kutsche gefahren. Die moderne Tech-

Bach spielen. Ich würde nie sagen, ich muss etwas tun,

nicht. Denn Arcadi Volodos will sich noch beim Klavierspie-

nik hat diese Zeitwahrnehmung zerstört. Heute fliegt man

weil jemand sagt, Du musst das spielen.“ Kein Bach? War-

len verbessern, in allen Aspekten. „Man muss weiterma-

40 Minuten im Flugzeug, statt drei Tage mit der Kutsche zu

um das? „Man muss, wenn man etwas spielt, etwas Neues

chen, sich entwickeln. Das Traurigste ist: Man spielt immer,

reisen! Und diese Vorstellung bringt das Publikum auch ins

einzubringen haben, und bei Bach wüsste ich im Moment

aber es ist nie gut.“ Und bei CD-Aufnahmen? „Bei CDs ist

Konzert mit.“

nichts, was ich da Neues zu sagen hätte!“ Wenn das alle

das noch schlimmer, da kann man hinterher nichts mehr

seine Kollegen so machen würden...

ändern.“ <<<

lich spät – erst mit 16 Jahren fing er an, sich intensiv mit

Sein Klavier zu Hause ist „ein ganz einfacher Flügel“.

Am 19.11.03 ist Arcadi Volodos in der Münchner Phil-

dem Klavier auseinander zu setzen. Das hält er für ein Pri-

Und früher hat er sogar viele Stücke mit Kopfhörer auf

harmonie am Gasteig live zu erleben!

vileg: „Man darf nicht glauben, dass man sehr früh mit

einem elektronischen Klavier gelernt: „Alles spielt sich im

Begonnen hat Volodos für einen Pianisten ungewöhn-

4 crescendo 06 2003

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW

PORTRAIT

PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU

Foto: Klaus Lefèbvre

Johann Sebastian Bach? Hat er noch nie im Konzert

Methoden oder Dogmen, alles muss natürlich sein.“


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13:41 Uhr

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FOTOS: SONY

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xer“ bis jetzt immer für Anatol Ugorski reserviert gewesen

Partitur zu einer lebendigen Symbiose zusammen. Dieser

war. Wahrlich wird kaum jemand die exorbitanten Fähigkei-

Livemitschnitt, der zusätzlich noch sieben bemerkenswer-

ten des Ausnahmepianisten Volodos leugnen, der am Piani-

te, pianistisch glanzvoll ausgeführte Genreminiaturen

stenhimmel aufging wie der Abendstern. Jetzt lugt er wie-

Sergej Rachmaninoffs abspeichert, ist auf direktem Weg

der nach den Sternen und hat Tschaikowskys märchenum-

unterwegs in die Charts.

Manuel Stangorra

ranktes und märchenhaftes b-moll Konzert im Gepäck. Sein Zugriff darauf ist von weltbewegenden Kontrasten und galoppierenden Tempi (besonders im Finale) geprägt:

AKTUELLE CD

Stahlhart geschmiedete Oktaven knallen da neben innigster Lyrik inclusive gehauchtem Pianissimo. Arcadi Volodos lässt keine Wünsche offen, findet gar – trotz unzähliger Einspielungen des Werks – noch zu einer persönlichen

Tschaikowsky:Klavierkonzert b-moll Arcadi Volodos,Berliner Philharmoniker

„Neues vom Hexer“ titelten Sonys PR-Strategen anlässlich

Sichtweise dieser Musik. Manchen Rhythmus will er gera-

Sony 87734

der Veröffentlichung einer neuen CD mit dem russischen

dezu neu erfinden. Die Berliner Philharmoniker an seiner

Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41)

Pianisten Arcadi Volodos. Und das, obwohl das Attribut „He-

Seite sind der ihm gebührende Partner. Seji Ozawa fügt die

Foto: Klaus Lefèbvre

In Zusammenarbeit mit Familie Hella und Carl Richard Montag

Informationen und Teilnahmebedingungen Beethoven Orchester Bonn Wachsbleiche 1, 53111 Bonn Telefon 0228 - 77 45 33 Fax 0228 - 63 03 76 info@beethoven-orchester.de

Programm Tschaikowsky - 5. Sinfonie Schostakowitsch - 5. Sinfonie

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Farinellis Erbin Die Mezzosopranistin Vivica Genaux Von Klemens Hippel

I

hre erste Oper hörte sie erst mit 17 oder 18 Jahren! Eigentlich kein vielversprechender Beginn für eine Sängerin. Doch spätestens seit ihrer ersten CD, einem Programm mit Arien des

Nominierung erntete, ist klar, dass Vivica Genaux nirgendwo anders hingehört als auf die Opernbühne. So hat die aus Alaska stammende Mezzosopranistin ihr Genetikstudium an den Nagel gehängt und sich ganz dem Gesang verschrieben. Für ein paar Stunden in einer anderen Welt

Crescendo: Wie ging denn das, vom Genetikstudium über Rossini zu Farinelli?

Genaux: Mein Vater ist Professor für Biochemie, und alle Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin, hatten mit

Crescendo: Werden Sie weiter auf zwei Hochzeiten tanzen? Genaux: Ich mag die Balance zwischen Bel Canto und Ba-

Crescendo: Ist das so ein Problem? Genaux: Ich höre zum Beispiel nicht mehr zu bei Marilyn

Wissenschaft zu tun. Musik war immer ein Hobby für sie,

rock! Die Barockoper ist sehr fokussiert auf einen Sänger

Horne! Ich habe eine Tendenz, mich mit ihrer Stimme zu

es war niemals etwas, was man als Beruf machte. Deshalb

zu einer Zeit, mit ein paar Duetten. Ich mag das, aber ich

identifizieren, ich liebe es, wie sie singt. Deswegen ist das

habe ich auch mit der Wissenschaft begonnen. Aber dann

komme auch gerne zurück zu Rossini, wo sich die Auf-

ein Opfer für mich. Aber ich will sie nicht imitieren. Am Be-

habe ich doch Gesang studiert. Ich habe mit Rossini ange-

merksamkeit auf das Ensemble richtet.

ginn meiner Karriere haben viele Kritiker gesagt „Sie ist wie die junge Marilyn Horne“ – das will ich nicht. Ich

fangen, und das ist immer noch das Repertoire, in dem ich mich am meisten zu Hause fühle. Dass es in der Barocko-

Crescendo: Ihr erstes Rezital haben Sie mit einem ganz un-

per Rollen für mich gibt, wusste ich gar nicht. Es geschah

bekannten Repertoire gemacht. War das nicht ein Risiko?

zufällig, dass ich bei René Jacobs vorgesungen habe an

Genaux: Ich mache die Zuhörer gerne mit unbekannten

der Staatsoper unter den Linden, wegen einer Hasse-Oper.

Werken bekannt. Es gibt so viel Musik, die wirklich interes-

Crescendo: Wie bereiten Sie sich auf ihre Rollen vor? Genaux: Für mich muss klar sein, wer ich bin und zu wem

Ich kam herein mit meinen Rossini-Stücken – ich hatte

sant ist, wenn man ein bisschen Arbeit investiert und etwas

ich spreche, sonst fühle ich mich nicht gut in einer Rolle.

keine einzige Barockoper zu bieten. Ich vermute, der

Hilfe hat. Der Frauenliebe-Zyklus von Loewe zum Beispiel,

Ich versuche immer, möglichst viel über eine Figur zu er-

möchte herausfinden, wer ich bin, und tun, was ich tue.

fahren. Und ich mag es sehr, mich in jemand anderen zu

„Ein Mann zu werden ist besonders lustig“

verwandeln. Ich mag die Penelope in Il ritorno, ich mag es, sie zu werden. Sie ist nicht wirklich normal, es ist, wie

Grund, warum ich in die Barockmusik gekommen bin, ist,

nicht von Schumann! Ich liebe das. Vor allem, dass er das

wenn man sich für ein paar Stunden in eine andere Welt

dass Jacobs mich angenommen hat für dieses Repertoire.

letzte Stück, wo sie zu ihrem Enkelkind spricht, vertonte,

begibt.

Seitdem habe ich oft mit ihm gearbeitet.

den Schumann weggelassen hat. Schumann endet mit

Crescendo: Was für eine Stimme hat er gesucht? Genaux: Eine relativ starke Bruststimme und ein leichtes

ganze Zyklus. Außerdem habe ich die schlechte Ange-

Crescendo: Und wenn Sie einen Mann spielen? Genaux: Ein Mann zu werden, ist besonders lustig! Ich

wohnheit, dass ich, wenn ich ein Stück höre, es sofort ver-

habe eine Menge davon gelernt, und es hat mich als Per-

Soprantimbre in der Höhe – verschiedene Klangfarben in

innerliche. Ich habe sofort eine Vorstellung davon. Ich erin-

son freier gemacht. Das erste Mal, dass ich einen Mann

den verschiedenen Registern. So ist meine Stimme, und

nere mich daran und singe es dann so, wie ich es gehört

spielen musste, war in Sevilla – versuchen Sie mal, einen

ich habe das Glück, dass das genau das war, was René Ja-

habe. Bei Musik, von der es keine Aufnahmen gibt oder die

größeren Macho zu finden als einen Spanier! Damals ging

cobs gesucht hat für seinen Farinelli. Aber ich studiere mit

weniger bekannt ist, habe ich eine bessere Chance, selbst

ich jeden Abend in den Park mit meiner Mutter und habe

Claudia Pinza, und deren Hauptabsicht ist es, die Stimme

eine Interpretation zu finden. Ich mag diese Herausforde-

Männer angeschaut. Kein schlechter Job! (lacht) Am

einheitlich zu haben.

rung, diese Arbeit.

schwierigsten war es für mich, eine Treppe herunterzuge-

dem Tod des Ehemannes, und das ist für mich nicht der

6 crescendo 06 2003

EDITORIAL INHALT THEMA

INTERVIEW

PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU

FOTO: HARRY HELEOTIS

Kastraten Farinelli, für das sie gleich eine Grammy-


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FOTO: HARRY HELEOTIS

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hen wie ein Mann! Einfacher ist es, ein Barock-Mann zu

in Berlin gesungen, die ist drei Jahre älter als ich! Jeder

genommen habe! Und manchmal habe ich Ja gesagt, ob-

sein, weil damals Androgynie in Mode war – Menschlich-

hat seine Vorstellung von Rosina und ich habe oft das Ge-

wohl ich besser Nein gesagt hätte. Ich kenne eine Menge

keit anstatt Mann-Frau-Polarität. Die bloße Tatsache, dass

fühl, dass ich damit überhaupt nichts zu tun habe! Man

Sänger, die ich wirklich bewundert habe, und die ein Re-

Farinelli Cleopatra singen konnte, Frauenrollen im Frauen-

fühlt sich wie eine Marionette und hat keine Ahnung, was

pertoire gesungen haben, dass ich für ungeeignet halte.

kostüm! Es war viel liberaler in dieser Hinsicht. In den

man tut. Weil in diesen Produktionen Frau Soundso mit

Die sind mittelmäßige Sänger in diesem Bereich geworden,

Staaten erntet man immer noch Kommentare, wenn eine

dem linken Fuß losging, muss ich auch mit dem linken Fuß

obwohl sie vorher unschlagbar waren.<<<

Frau als Mann verkleidet auf der Bühne erscheint. Ich habe

losgehen. Und wenn man nicht die richtige Geste mit der

das in Dallas erlebt, in Ariodante, dass jemand deswegen

linken Hand macht, kommt jemand vom Orchester und

die Oper verlassen hat!

sagt: „Frau Genaux, sie haben das so schön gesungen, aber sie haben vergessen, diese Geste zu machen mit dem

Crescendo: Gibt es auch Rollen, in denen Sie sich nicht so

Tenor, das habe ich so gerne”.

wohl fühlen? habe Rosina über 100 mal gemacht mit soviel Dirigenten

Genaux: Manchmal mag ich es nicht, Rosina zu singen. Ich

Crescendo: Lehnen Sie manchmal auch Rollen ab? Genaux: Ich bin glücklicher über viele Gelegenheiten, wo

und Regisseuren – ich habe die Ruth-Berghaus-Produktion

ich Nein gesagt habe als über irgendeine Rolle, die ich an-

AKTUELLE CD

Vivica Genaux Bel Canto Arias Virgin Classics 5455452/EMI

DAS KONZERTERLEBNIS “Magische Töne Tour 2004”

CD 06024 9865571 1. AGNUS DEI • 2. MAGISCHE TÖNE • 3. MILLE CHERUBINI IN CORO 4. HEILIG, HEILIG • 5. ICH BETE AN DIE MACHT DER LIEBE 6. ALLERSEELEN • 7. TRAUM DURCH DIE DÄMMERUNG • 8. MORGEN ! 9. E LUCEVAN LE STELLE • 10. CHE GELIDA MANINA • 11. POURQUOI ME RÉVEILLER • 12. O FREUND ... / GLÜCK, DAS MIR VERBLIEB • 13. OMBRA MAI FU • 14. INGEMISCO • 15. AVE MARIA • 16. DER MOND IST AUFGEGANGEN 17. BONUS TRACK: MILLE CHERUBINI IN CORO - Duett mit Anna Maria Kaufmann

06.03. 08.04. 18.04. 24.04. 02.05. 06.05. 13.05. 14.05. 16.05. 21.05. 05.06.

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06.11.2003

12:43 Uhr

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12:43 Uhr

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06.11.2003

FOTO: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON MUSIKWOCHE, BIRGIT KRAUS

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5 Jahre Crescendo Viel Spaß bei der ECHO-Party im Dortmunder Konzerthaus

D

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ass Klassische Musik weder langweilig noch grau oder überholt ist, sondern Spaß macht – das ist die Überzeugung, mit der Crescendo in den vergangenen fünf Jahren produziert wurde. Da freut man sich besonders, wenn das auch bei den Adressaten so ankommt. Das Foto im Fachmagazin Musikwoche, das wir oben ab-

gedruckt haben, war so ein Fund, der uns gezeigt hat: Wir sind nicht die einzigen, die das so sehen – die Botschaft kommt an! Denn unter dem Foto stand zu lesen: „Wer hat gesagt, Klassik sei Ernst? „Crescendo“-Anzeigenchefin Barbara Wunderlich, Herausgeber Winfried Hanuschik, Thomas Becker, Director Label Management BMG Ariola Classics ... (v.l.n.r.) beweisen das Gegenteil“ . Die zahlreichen Künstler, die wir in den vergangenen Jahren getroffen haben, sehen das übri-

Ab ins Kuvert und zurück an:

vorteils-abo!

gens in der Regel genauso; ob alt oder jung, Weltstar oder Nachwuchskünstler, hier sind einige der bemerkenswerten Ansichten und Einsichten, die wir in den vergangenen Jahren

FOTO: WARNER MUSIC

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„Ich freue mich, dass ich immer wieder auf jemanden aufmerksam werde, der es wert ist, gehört zu werden.“ (Gidon Kremer, crescendo 3/2000) „Kammermusik ist eine tolle Sache. Wie eine Beziehung – wenn es klappt, ist es wunderbar.“ (Anna Gourari, crescendo 5/2001)

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Ja, ich möchte crescendo verschenken an:

einem überfahrenen Dirigenten? Vor dem Kaninchen finden Sie Bremsspu-

Vorname/Name

ren.“ (Dirigentin Catherine Rückwardt, crescendo 2/1999)

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Wir sind sehr gespannt, was uns im nächsten Heft Emanuelle Haim zu erzählen hat!

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EDITORIAL INHALT THEMA

INTERVIEW

PORTRAIT

crescendo 06 2003 9

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...... ......


06.11.2003

12:43 Uhr

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extra

C06-03_S8-11

Melodien,

5 Jahre

die unter die Haut gehen

Crescendo

Joshua Bell mit den schönsten klassischen Romanzen

S

ehr gefreut hat uns, dass unsere beiden letzten Neuerungen, der umfangreiche HiFi-Teil und unsere Schöner Hören CD (siehe S. 41), auf so positive Resonanz gestoßen sind. „Vergriffen“ war die Auskunft, die viele crescendo-Leser von ihren Plattenhändlern zu hören beka-

men, wenn sie schöner hören wollten.

Mit Schmelz, aber ohne Schmalz, sentimental, aber nicht kitschig: So spielt der mehrfache GrammyGewinner Joshua Bell seine Romance of the Violin. Große klassische Melodien von Mozart bis Massenet, von Monteverdi bis Chopin sind hier neu arrangiert für Violine und Orchester – und klingen, als wären sie von Beginn an für Bells einzigartigen Stradivari-Ton bestimmt gewesen.

Manche haben sich auch beschwert, dass um sie herum weit und breit kein Plattengeschäft mehr existiert. Gegen das Händlersterben können wir leider auch nichts tun – aber wir würden gerne von Ihnen wissen, wie viele unserer Leser in einem Umkreis von 30 Kilometern keinen Händler finden, der unsere Schöner Hören CD anbietet. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, schreiben Sie uns doch einfach eine Postkarte oder email mit der Nachricht „Im Umkreis von 30 Kilometern finde ich keinen CD-Händler”. Wie senden Ihnen dann, solange der Vorrat reicht, gerne die neue Schöner Hören CD zu. <<<

CD 87894 0

Unter allen, die uns schreiben, verlosen wir außerdem 10 Exemplare der neuen CD „Tangomania”, von der Sie einen Track auf der aktuellen Schöner Hören CD finden. Das Projekt des deutschen Bandonéonspielers Lothar Hensel, der inzwischen weltweit zu den bekanntesten Virtuosen seines Instruments zählt, vereint Werke des Tangogottes Astor Piazzolla mit einer eigenen Auftragskomposition für die Jenaer Philharmonie. Wem da nicht die Beine zucken, ist selbst Schuld! Tangomania. Sony 513859-2

Wenn man Geburtstag hat, leistet man sich gerne etwas Besonderes. Wir haben zu diesem Anlass die berühmte Königliche Porzellanmanufaktur KPM in Berlin gebeten, eine besonders schöne Porzellan-Teedose mit unserem Logo zu versehen. Die auf 100 Stück begrenzte Auflage ist handbemalt. Wenn Sie sie nicht geschenkt bekommen, können Sie, wenn Sie sich beeilen, ein Exemplar für 138 Euro beim Verlag bestellen. Oder für 118 Euro, wenn Sie Abonnent sind!

Joshua Bell in concert 2004: portmedia GmbH

So., 18. 01. Tuttlingen, Tuttlinger Halle · Mo., 19. 01. Göttingen, Stadthalle · Di., 20.01. Osnabrück, Stadthalle · Mi., 21.01. Berlin, Konzerthaus · Do., 22.01. Lübeck, Musik- und Kongreßhalle So., 15.02. Frankfurt, Alte Oper · Mo., 16.02. Berlin, Philharmonie Di., 17. 02. Düsseldorf, Tonhalle · Mi., 18. 02. Köln, Philharmonie Do., 19. 02. Stuttgart, Liederhalle Kultur und Kongreß Zentrum Fr., 20. 02. Hamburg, Musikhalle

Mehr Informationen und Hörproben unter www.sonyclassical.de

Senefelderstraße 14 80336 München Fax: +49-89-74 15 09-11 crescendo@portmedia.de

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Der Komponist André Previn Von Tobias van de Locht

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FOTO: UNIVERSAL

Vielseitig

it über 70 fand André Previn, einer der wenigen großen AllroundMusiker, noch einmal den Weg zum Traualtar. Nach zwei Sängerinnen und der Schauspielerin Mia Farrow nun also die 33 Jahre jüngere Anne-Sophie Mutter. Previns musikalische Mitgift:

ein großzügig ausschwingendes, manchmal aber auch kantiges, melodisch herbes Violinkonzert, von beiden in Boston aus der Taufe gehoben und jetzt auf CD gebannt von der DG. Über seine neue Schöpfung sowie über seine jahrzehntelange Arbeit beim Film sprach der als Andreas Prewein in Berlin Geborene anlässlich eines von Crescendo-Autor Tobias van de Locht geleiteten Seminars über Previns Filmmusik in Düsseldorf.

Crescendo: Viele sogenannte Film-Komponisten – eigentlich ein furchtbarer Ausdruck, es sollte heißen: Komponisten, die auch für den Film arbeiten...

Previn: Richtig, nur in Deutschland gibt es „Film-Komponisten“. Crescendo: ... werden nicht müde zu betonen, wie sehr ihre konzertanten Werke von der dramatischen Aussagefähigkeit profitieren, die sie beim Film erworben haben. Gilt das auch für Ihr sinfonisches Werk, Ihr neues Violinkonzert etwa?

Previn: Oh ja, natürlich ist ein Einfluss da. Auch durch die Musik, die man liebt, oder die man gerade dirigiert. Was soll denn daran falsch sein, Vorbilder zu haben? Bei Beethoven ist auch immer etwas Haydn drin – na und?

Crescendo: Ich sehe Ihre Anne-Sophie in der Tradition des amerikanischen Violinkonzerts von Barber, Rózsa, John Williams. Wenn man den Schluss des ersten Satzes betrachtet, so ist auch ein Quentchen Korngold drin.

Previn: Schön, dass Sie alles so heraushören. Die Konzerte von Barber und Korngold habe ich ja viel dirigiert und mit Gil Shaham auch eingespielt. Ich finde, dass auch ein bisschen Britten drin ist, nicht nur Amerikanisches. Bei meiner Oper Endstation Sehnsucht haben viele Berg herausgehört. Das hat mich sehr gefreut, denn das ist sehr schwer nachzuahmen.

Crescendo: Das Publikum wird Ihr Violinkonzert lieben! Ist Ihnen die beschränkte Auffassung deutscher Musikkritiker bei Ihrem Erfolg eigentlich egal? Sich z. B. mit Filmmusik zu beschäftigen, scheint unter ihrer Würde.

Previn: Eine schwer zu fassende Spezies! Diese Leute haben überhaupt keine Ahnung, welch wunderbare Orchestermusik für den Film geschrieben wurde. Z.B. die Passacaglia aus dem Blauen Max von Jerry Goldsmith – eine Schande, dass so etwas nicht regelmäßig im Konzertsaal gespielt wird! <<< André Previn: Violinkonzert Anne-Sophie; Leonard Bernstein: Serenade nach Platons Symposium. Anne-Sophie Mutter, Boston Symphony Orchestra, London Symphony Orchestra: André Previn. Deutsche Grammophon 474 500-2

INTERVIEW

PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL PREMIERENSPIEGEL HIFI CD DVD VORSCHAU


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Engagiert usan Graham zählt auf allen Opernbüh„Die Menschen zu berühren mit meiner Musik, das ist das wichtigste für mich“

nen der Welt zu den gefragtesten Mezzosopranen. Im Frühling gab sie ihr erstes Recital in der Carnegie Hall, dessen

Graham: Sie müssen wissen, dass ich in einer Familie von

Crescendo: Angelika Kirchschlager hat einmal gesagt, dass

Öl-Menschen und Cowboys aufwuchs. In meiner Familie

die Soprane sexier sind als Mezzosoprane...

Crescendo: Wann haben Sie beschlossen, Sängerin zu

gibt es keine Profimusiker, das war sehr fremd für sie. Es

Graham: Absolut, keine Frage. (lacht) Die Mezzos sind da-

werden?

ist befriedigend für mich, wenn ich Menschen erreiche, die

ran gewöhnt, nicht die Primadonna zu sein. Im Gegensatz

Graham: Mit 18 begann ich, davon zu träumen. Ich wusste

keine Musikexperten sind. Im Sommer lud ich Handwerker,

zu Sopranen bleiben wir dadurch mehr auf der Erde, und

nicht, wie es sein würde, doch ich wollte es. Schon als jun-

die an meinem Haus in Santa Fé arbeiteten und nie in einer

vielleicht macht dies ein wenig sexy. Hoffentlich bekomme

ges Mädchen liebte ich es, vor der Familie zu schauspie-

Oper waren, zu einer Aufführung ein. Sie liebten es. Für

ich jetzt keine Probleme wegen dieser Ansicht. (lacht)

lern. Ich war die Entertainerin der Familie, immer der Clown.

mich ist das sehr erfüllend, denn so bringe ich das, was ich

Livemitschnitt jetzt auf CD erscheint.

ser Welt lernen durfte, nach Hause zurück. Zurück zu den

Crescendo: Was ist für Sie das Besondere an der Oper? Graham: Für mich ist die Opernbühne ein Ort, an dem ich

Menschen, die nicht mehr wissen, als ich zu dem Zeitpunkt

großartig lieben kann und dafür auch noch Geld bekomme.

wusste, als ich mit der Ausbildung begann.

Den Emotionen ist es erlaubt, größer zu sein als im richti-

in den letzten Jahren an den unterschiedlichsten Orten die-

FOTO: WARNER MUSIC

gen Leben. Schmerz, Liebe, Verlust, Leidenschaft – all das

Crescendo: Und wenn man in der Carnegie Hall debütiert? Graham: Im Frühling hatte ich mein erstes Solo-Konzert

kann auf der Bühne größer sein. Dabei erfordert es eine

dort. Ich hatte da schon gesungen, aber noch nie allein, nur

stehen.

starke Persönlichkeit der Menschen, die vor dem Publikum

von einem Klavier begleitet. Ich ging auf die Bühne, war sehr aufgeregt, fühlte mich gleichzeitig auch geehrt und zu

Crescendo: Überall kann man lesen, dass Sie mit einem

Hause, irgendwie gut aufgehoben bei aller Aufregung. Ich

französischen Pudel leben. Gehört das zum Image einer

wollte die Zuhörer vom ersten bis zum letzten Ton mit auf

Diva?

meine musikalische Reise nehmen. In diesem Fall war sie

Graham: Aber nein. (lacht) Das ist ein ganz undivenhafter

Crescendo: Sie stammen aus New Mexico und haben oft in

wunderbar. Es war nicht einfach für mich, mich an Recitals

Pudel. Frederica von Stade sagte einmal, dass mein Hund

Santa Fé gesungen. Was macht die Faszination dieser

zu gewöhnen. Es ist schaurig, man ist nackt, hundert Mal

eigentlich ein Golden Retriever sei, der in der Hülle eines

Stadt aus?

mehr als auf der Opernbühne, da es ja keine Kostüme, Mö-

Pudels gefangen ist. Libby hat das Temperament eines

Graham: Santa Fé ist einfach alles, was man in den Filmen

bel oder anderes gibt, nichts außer meinem Herzen und der

großen Hundes in einer tragbaren Größe. Daher ist es

sieht: Berge, Wüste und gewaltige Sonnenuntergänge. Wie

Dichtung. Ich pflege natürlich Kleidung zu tragen, doch es

leicht, sie mitzunehmen. Wenn man die ganze Zeit unter-

man es aus den Western kennt. Hinzu kommt eine große

fühlt sich nicht immer so an. (lacht)

wegs ist, dann ist es schön, jemanden zu haben, der sich

kulturelle Vielfalt. Viele Künstler sind aus dieser kleinen

freut, wenn man nach Hause kommt, egal, ob der Tag

Wüstenstadt gekommen. Für mich ist das eine beein-

Crescendo: Ist es eigentlich schwieriger für einen Mezzo-

schön war oder nicht, ob man das hohe B im Konzert ge-

druckende Kombination, die wirklich nur da existiert, wo

sopran, Rollen zu bekommen?

troffen hat oder nicht.<<<

ich herkomme. Die Trockenheit der Wüste, die großen wei-

Graham: Nein, damit hatte ich nie Probleme. Manche den-

ten Wolken und die spärliche Vegetation, das alles habe ich

ken, dass das Gebiet sehr eingeschränkt sei, doch tatsäch-

tief in meiner Seele. Hier fühle ich mich mehr zu Hause als

lich öffnet es die Türen viel weiter, da es ein Zwischenfach

irgendwo auf der Welt.

ist. Ich als hoher Mezzosopran habe viele Möglichkeiten, im Sopran zu singen, doch ich denke, dass ich dies mit dem

Crescendo: Wie ist es, als Star in seiner Heimat vor „nor-

Alter verlieren werde, der Ton wird immer wärmer. Die

malen“ Menschen zu singen?

Klangfarbe ändert sich. Ja, das Alter...

AKTUELLE CD

Susan Graham at Carnegie Hall Susan Graham,Malcolm Martineau Erato 2564 60293-2/Warner Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41)

12 crescendo 06 2003

EDITORIAL INHALT

PORTRAIT

SPIELZEIT INTERVIEW REISE PREMIERENSPIEGEL CD VORSCHAU

FOTO:

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WARNER MUSIC

Die Mezzosopranistin Susan Graham Von Katharina Honke


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s e l e c t ! Aktuelle Klassikneuheiten, ausgewählt und vorgestellt NEU BEI NO, BUT YES! ERTASTETE ERZÄHLUNGEN

Das renommierte Klavierduo Martina & Kristina Bauer stellte für seine CD ErTASTEte Erzählungen nicht nur ein reizvolles Programm zusammen, es überzeugte auch eine Reihe von populären deutschen Schauspielern und Kabarettisten, zu jedem Musikstück einen Text zu sprechen. Willy Astor, Rufus Beck, Heinz Hoenig, Rüdiger Hoffmann, Jürgen von der Lippe und Michael Mittermaier ließen sich nicht lange bitten und steuerten komische und hintergründige Sprech-Nummern bei. Damit dienen sie einem vergnüglichen Hörerlebnis und einem guten Zweck, denn 2 Euro jeder verkauften CD gehen als Spende an die Peter Maffay-Stiftung.

NO, BUT YES! 74321 96494 2

NEU BEI RCA VICTOR

schenden Fest im Tierreich erzählt. Das liebevoll gestaltete Booklet mit farbigen Zeichnungen und Textauszügen rundet eine CD-Produktion ab, die sicherlich viele junge Hörer für die Klassik begeistern wird.

RCA VICTOR 82876 51177 2

Mit ihrer Reihe Klassizistische Moderne lenken Christopher Hogwood und das Kammerorchester Basel das Augenmerk auf kleinbesetzte Orchesterwerke der 1920er Jahre. Eines der bekanntesten Werke dieses Umkreises ist die hier vorliegende Pulcinella Suite von Igor Strawinsky. Den Solopart in Alfredo Casellas Scarlattiana spielt Anthony Spiri, der ebenso wie Christopher Hogwood als Spezialist für barocke und klassische Musik in historischer Aufführungspraxis hervorgetreten ist!

BRUNO WEINMEISTER UND DIE REVOLUTIONÄRE

DER KARNEVAL DER TIERE AUF TOURNEE Das hatte der Komponist sicher nicht geahnt: Gerade bei Kindern wurde der Karneval zum Klassik Hit: Thomas Ohrner geht ab 25.12. nun mit dem Stück und einem komplett neuen Text auf Tournee. Schon jetzt erscheint die CD, auf der Thomas Ohrner die Geschichte von dem rau-

CHRISTOPHER HOGWOOD MODERN!

NEU BEI ARTE NOVA

Im Zentrum dieser CD steht das Konzert für Violoncello und Orchester aus den Jahren 1969/ 70 von Witold Lutoslawski. Solist der Uraufführung war Heinrich Schiff, der dasselbe Werk nun als Dirigent mit seinem Schüler Bruno Weinmeister aufgenommen hat. Weinmeister ergänzt das Programm mit Werken für Cello und Klavier von Lutoslawski, Debussy und Webern, allesamt „Revolutionäre“ für die Musik des 20. Jahrhunderts.

ARTE NOVA 74321 98343 2

vierkonzerte des 20. Jahrhunderts ist dagegen mit George Gershwins Concerto in F vertreten.

ARTE NOVA 74321 92765 2

ARTE NOVA 82876 51051 2

NEU BEI DHM ABU HASSAN – MÄRCHENHAFT Bruno Weil setzt nach seiner hochgelobten Produktion des Freischütz seine Aufnahmeserie nun mit selten gespielten Werken von Carl Maria von Weber fort. Die komische Oper Abu Hassan wurde am 4. Juni 1811 am Münchner Residenztheater uraufgeführt. Ihr Libretto folgt einer Episode aus „Tausendundeine Nacht“. Die Sinfonie Nr. 1 wurde bereits 1807 vollendet, zeigt aber bereits die souveräne Beherrschung des Orchesters durch den jungen Komponisten.

KLAVIERKONZERTE DER ROARING TWENTIES Vol. 2 der Piano Concertos of the ‘20s vereint ein abwechslungsreiches Programm aus „Welthits“ und Raritäten des Klavierrepertoires. Erwin Schulhoffs Klavierkonzert wurde 1993 von Michael Rische wiederentdeckt und erstmals in Deutschland aufgeführt. Ebenfalls in die Raritäten-Abteilung gehört George Antheils Jazz Symphony in der frühen Fassung von 1927. Eines der meistgespielten Kla-

DHM 05472 77979 2

www.bmgclassics.de


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ORIGINAL MASTERS

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Motiviert

Rechtzeitig zum Fest feiert die Deutsche Grammophon ihre erfolgreiche historische Serie mit zwei Sonderausgaben. Entdecken Sie bisher unveröffentlichten Aufnahmen aus den Schallplattenarchiven zu einem sagenhaften Preis.

Der Lautenist Konrad Junghänel Von Klemens Hippel

Kurze Infotexte, auch BU’s genannt, finden hier Platz. And in such a way that the reader will read on.

D

er Cantus Cölln zählt seit seiner Gründung 1987 zu den bekanntesten Vokalensembles in der Alten Musik. In dieser Zeit hat die mit Schallplattenpreisen überhäufte Formation, die vom Lautenisten Konrad Junghänel geleitet wird, nachhaltig zur Erweiterung des

Repertoires beigetragen, ob mit der Rosenmüller-Renaissance oder der Wiederentdeckung von Monteverdis Selva morale et spirituale.

Crescendo: Wozu braucht ein Madrigalensemble eigentlich einen Lautenisten? Junghänel: Die Laute im Madrigal brauchen die Sänger mehr als das Publikum. Mindestens zur Hälfte spiele ich für die Sänger. Auch für etwas ganz einfaches: um den Ton zu halten. Es ist ganz schön schwierig, drei Minuten zu singen und auf demselben Ton zu landen, auf dem Sie mal angefangen haben. Dafür bin ich da. Wie ein kleiner Miniaturdirigent. Und die meiste Arbeit, die man als Ensembleleiter hat, findet natürlich vor dem Konzert statt.

ORIGINAL MASTERS – Die Singles Die Single azzoziiert man in der Regel mit Popmusik, aber als erste brachte die Deutsche Grammophon im März 1954 die ersten von mehr als 1200 45er-Platten heraus. Auf dieser Doppel-CD erleben Sie Rita Streich, Fritz Wunderlich, Helmut Zacharias und viele andere in bisher unveröffentlichten Aufnahmen. Eine kleine Sensation! 2 CD 474 576-2

Crescendo: Sie nehmen oft Programme auf, bevor Sie damit auf Tour gehen... Junghänel: Ich bemühe mich, das nicht zu tun. Aber viele Sachen lassen sich nicht verkaufen. Rosenmüller kannte ja kein Mensch, darauf hat sich kein Veranstalter eingelassen. Für viele ist es so: Erst die CD, und die muss möglichst erfolgreich sein, dann geht das. Selva morale von Monteverdi war nicht zu verkaufen, bevor wir die CD aufgenommen hatten, jetzt machen wir das sehr viel. Und die Leute sind immer begeistert.

Crescendo: Aber das führen Sie nicht vollständig im Konzert auf... Junghänel: Nein. Ich habe daraus eine Vesper zusammen gestellt. Man muss ein Werk für einen Abend haben! Wenn ich sagen würde: Die schönsten von Monteverdi vertonten Psalmen: Das will keiner. Wenn ich schreibe: Marienvesper aus Selva morale – dann geht es gut. Da sind die Veranstalter glücklich.

Crescendo: Ist das nicht Betrug? Junghänel: Wir schreiben ja in die Programmhefte rein, dass es gar nicht so ist! (lacht) Und wenn sich dadurch diese wunderschöne Musik im Konzertleben etablieren kann, habe ich doch etwas getan, wo ich dahinter stehe. Ich ändere ja keine einzige Note.

Crescendo: Anders als viele in der Alten Musik arbeiten Sie in gleichbleibender Besetzung? Junghänel: Unsere nicht aufgeschriebene Satzung ist: Wenn einer nicht kann, machen wir das Konzert nicht. Aber ich gebe zu: Wir haben das etwas ausgehebelt. So haben wir 10

Original Masters – Das Weihnachtsalbum Feiern Sie Weihnachten mit den Stars der 50er Jahre. Diese originelle Doppel-CD enthält Weihnachtskonzerte- und Lieder interpretiert vom Don Kosaken Chor, von Dietrich Fischer-Dieskau, Hermann Prey, Rita Streich, Fritz Wunderlich und vielen anderen. Eine wundervolle Geschenkidee. 2 CD 474 573-2

Abonnieren Sie unser kostenloses Magazin KlassikAkzente! Schreiben oder faxen Sie bitte an: Universal Classics, „Klassikakzente“, Stralauer Allee 1, 10245 Berlin, Fax: 030-52007-2244 Besuchen Sie uns auf www.klassikakzente.de

Jahre gearbeitet. Jetzt sagen wir: Wenn einer nicht kann, machen wir’s trotzdem. Aber nur bei einem! Was aber ganz, ganz selten passiert: Dass ein Sänger mal krank wird. FreelanceSänger werden fast nie krank! Wir haben das einmal in sechzehn Jahren gehabt, dass wir ein Konzert absagen mussten, weil zwei Sänger krank waren.

Crescendo: Sind Sie manchmal neidisch auf die subventionierten Orchester? Junghänel: Ich bin fast noch neidischer, dass viele Kollegen aus dem Ausland nicht jeden

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EDITORIAL INHALT


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Tastengiganten

Konrad Junghänel (links) und sein Cantus Cölln

FOTO: THOMAS MÜLLER

SH 93067 0

Himmlische Klavierhighlights bei Sony Classical

Euro selber verdienen müssen, aber wir. Und dass ich deswegen mit sehr vielen Veranstaltern Diskussionen führen muss, die ich grauenhaft finde: Dass wir zu teuer sind. Obwohl ich weiß, dass im Ausland die doppelten oder dreifachen Honorare bezahlt werden. Jeder der da mitmacht, verdient mehr Geld, und trotzdem können die das Konzert für den halben Preis anbieten. Ich würde das natürlich auch annehmen, wenn ich ein paar Euro Subventionen bekommen würde. Hier bekommt im Alte Musik Bereich keiner einen Pfennig von irgendwo.

Crescendo: Wie gleichen Sie das aus? Junghänel: Der Freelancebereich muss, um zu überleben, ein unglaubliches persönliches Engagement zeigen. Wenn die Spielfreude fehlt, sind wir weg vom Markt. Wenn ich bei Cantus Cölln einen Musiker engagiere, ist der immer bis an die Haar- und Fingerspitzen motiviert – ich hoffe natürlich auch, weil es ihm wirklich Spaß macht – er muss alles geben, sonst ist er das nächste Mal nicht dabei. Wir haben z. B. kein Zeitlimit bei den Proben –

Traum-Kombination Der Pianist Volodos, die Berliner Philharmoniker und Seiji Ozawa – eine Traumkombination für das b-MollKlavierkonzert von Tschaikowsky. Das Livekonzert in Berlin gibt es nun auf Hybrid-SACD, die ihren 5.1Surround-Klang auf SACD-Spielern entfaltet, aber auch auf jedem CD-Player abspielbar ist. „Volodos reißt das Publikum auf eine triumphale Entdeckungsreise durchs Altbekannte mit.“ (Die Welt) CD 87326 0

Schluss ist, wenn wir’s können. Unsere Konzerte, die oft im Ausland stattfinden, machen wir meistens so: Wir reisen 8 oder 10 Stunden, und dann wird am gleichen Abend noch 4 oder 5 Stunden geprobt. Einen extra Tag können wir nicht finanzieren. Es grenzt schon an Ausbeutung, was wir machen. Natürlich beute ich mich selber auch aus. Insofern kann ich in den Spiegel schauen. Wir arbeiten alle auf demselben Niveau, aber eigentlich finde ich das ziemlich daneben. In der zeitgenössischen Musik verdient man natürlich noch viel weniger. Was die zum Teil an Vorbereitungszeit haben, da leben wir ja auf der Insel der Glückseligen. Aber ich weiß auch keine Lösung, wie es anders gehen soll. Doch, ich weiß schon eine...

Crescendo: Man müsste die Subventionen fair verteilen, nach Erfolg beim Publikum! Junghänel: Natürlich! Wir machen ja auch an den Universitäten Evaluierungsprogramme: Was leisten die Professoren. Das könnte man auf diesem Gebiet durchaus mal machen.

Crescendo: Sie haben gerade eine h-moll-Messe aufgenommen – brauchten wir noch eine? Junghänel: Ha! (lacht) Die brauchen wir überhaupt nicht! Die Selva morale brauchten wir, weil es die nicht gab. Und weil das so großartige Musik ist, die noch nicht richtig zur Kenntnis genommen war. Die h-moll Messe ist einfach so wahnsinnig schön, dass es einen ungeheuren Spaß macht, sie aufzunehmen. Wir hoffen natürlich, dass es noch ein Potential an Käufern gibt – vielleicht, weil sie den Cantus Cölln mögen, oder weil sie das Werk einmal in einer solistischen Interpretation erleben möchten.<<<

AKTUELLE CD

Johann Sebastian Bach: h-moll Messe Cantus Cölln: Junghänel harmonia mundi 801813.14 (Hybrid SACD)

INTERVIEW

Mit Bach dem Himmel ganz nah Mit seinen herausragenden Bach-Einspielungen war Murray Perahia bislang stets Garant für Referenzaufnahmen. In seiner neuen Veröffentlichung widmet sich der Ausnahmepianist nun gemeinsam mit der Academy of St. Martin in the Fields dem beliebten 5. Brandenburgischen Konzert, dem Tripelkonzert, oder, solo, dem Italienischen Konzert – und demonstriert dabei wieder einmal Klangsinnlichkeit pur. „Perahia tritt den Beweis an, dass man Bach nicht nur singend spielen, sondern auch spielend singen und swingen kann.“ (Rondo) Mehr Informationen und Hörproben unter www.sonyclassical.de www.volodos.de www.murrayperahia.de

PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL PREMIERENSPIEGEL HIFI CD DVD VORSCHAU


unterwegs

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06.11.2003

13:19 Uhr

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Winter-Reise

A

lle Jahre wieder: In der Adventszeit verbreiten die zahlreichen Weihnachtsmärkte in großen und kleinen Städten festlichen Glanz und Gemütlichkeit. Ein reichhaltiges Kultur-

programm lockt mit vielen Leckerbissen. Hier sind unsere Tipps für die dunkle, stimmungsvolle Jahreszeit! Blick auf das winterlich verschneite Salzburg

>1 Berlin Das Brandenburger Tor und die Reichstagskuppel sind nur

Das „Festliche Weihnachtskonzert“ vom Deutschen Kam-

17.1. bis 26.1. das „Ultraschall“-Festival für Neue Musik,

die Spitze vom Eisberg: das Angebot der Stadt Berlin ist

merorchester im Kammermusiksaal der Philharmonie ver-

die Lange Nacht der Museen findet statt vom 31.01. auf

immens. Eine ganz besondere Stimmung entfaltet die

schönt dann den Nachmittag des 2. Weihnachtsfeiertags

den 01.02. und natürlich die Berlinale, die 54. Internationa-

Hauptstadt im Winter – und so lautet dann auch der Titel

mit festlicher Musik von Händel bis Vaughan Williams.

len Filmfestspiele, vom 05. bis 15. Februar.

21.12. in der Philharmonie „Ein Winternachstraum“. Das

DAS Ereignis zur Jahreswende ist die große Silvesterparty

Programm reicht vom obligatorischen Der Winter von Vival-

am Brandenburger Tor – für den passenden Rahmen sor-

>2 Salzburg

di in einer „esoterischen Fassung“, bis hin zu Duke Elling-

gen die Silvester- und Neujahrskonzerte. Eine Berliner In-

Eine Musikstadt par excellence wie Salzburg kann den

tons Moonlight Fiesta. Stargast ist Ilja Richter, Wort und Ge-

stitution sind die Neujahrskonzerte an der Komischen Oper,

Winter nicht verstreichen lassen, ohne ein markantes mu-

sang, der in dieser Rolle übrigens brilliant ist. Dirigent des

jeweils zwei am 30.12. und 01.01. Den Radetzky-Marsch

sikalisch-kulturelles Zeichen auf internationalem Top-Ni-

Abends ist Andreas S. Weiser.

zu spielen ist hier Ehrensache, es erwartet Sie ein lustvol-

veau zu setzen: Die Mozartwoche der Internationalen Stif-

les und launiges Programm von Strauß bis Bernstein. Der

tung Mozarteum findet 2004 vom 23.01. bis 01.02. statt.

junge griechische Dirigent Constantinos Carydis leitet das

Schwerpunkt sind diesmal die Werke aus Mozarts Wiener

Konzert zum ersten Mal, Valentina Farcas, Sopran, und der

Zeit, also seinem letzten Lebensjahrzehnt. Erstmals wird es

Altus Jochen Kowalski sind die Solisten. Am 31.12. wird in

ein „Orchestra in Residence“ geben, die Premiere gebührt

der Komischen Oper Die Csárdásfürstin von Emmerich Kál-

dem Chamber Orchestra of Europe, das Sie z. B. am 30.01.

mán gegeben.

mit der Rumänin Carmen Oprisanu, Juliane Banse und

An der Staatsoper Unter den Linden dirigiert Daniel Baren-

Christine Schäfer erleben können. Das Spektrum der Gast-

boim die 9. Symphonie von Beethoven, die Sopranistin

orchester und -ensembles, der Dirigenten, Sänger und So-

Angela Georghiu verstärkt Christian Thielemann und das

listen ist durchweg von solch illustrer Erlesenheit: von Ni-

Orchester der Deutschen Oper, es schließt sich ein großer

kolaus Harnoncourt bis Murray Perahia, von Alfred Brendel

Ball an. Am Pult der Berliner Philharmoniker steht Sir

bis Cecilia Bartoli, von den Wiener Philharmonikern – zu

Simon Rattle, (Gast: Dianne Reeves), und Zirkusartisten als

hören am 31.01. unter der Leitung von Daniel Barenboim

„Solisten“ können Sie beim Konzert des Deutschen

im Festspielhaus – bis zum Alban Berg Quartett ist alles

Symphonie-Orchesters unter Kent Nagano im Tempodrom

vertreten, was Klang und Namen hat. Insgesamt 20 Konzer-

erleben!

te stehen auf dem Programm, 20 gute Gründe, dem winter-

Staatsoper Unter den Linden

Der Friedrichstadt-Palast ist nicht nur in Berlin eine Institution, in ganz Deutschland ist es das einzige Revue-Theater

lich schönen Salzburg im Januar einen Besuch abzustatten.

und in Europa immerhin das größte seiner Art. Natürlich

Damit bricht das neue Jahr bunt und kunstvoll rauschend

gibt es auch hier ein spezielles Programm: Die Weihnachts-

an – und so geht es auch weiter: mit dem Verdi-Festival an

Bad Kissingen - Tickets +49-97- 80 48-444

revue „Jingle Bells 2003 ...und überall ist Wunderland“.

der Deutschen Oper, der Premiere von Monteverdis L’Orfeo

www.badkissingen.de

Premiere ist am 28.11.

unter René Jacobs im Rahmen der Cadenza Barocktage an der Staatsoper, Mitglieder der Berliner Philharmoniker ver-

Wenn Ihnen im Adventstaumel der Sinn nach etwas kriti-

anstalten am 01.02. einen „Marathon à la française“, am

schem Abstand steht, dann sollten Sie der „Kneifzange“

gleichen Tag feiert das Rundfunk-Sinfonieorchester und

einen Besuch abstatten. Bei der Kabarettbühne gibt’s ab

der Rundfunkchor 10 Jahre Deutschland-Radio und 10

25.11. „Weihnachten in Dosen – garantiert pfandfrei!“

Jahre ROC Berlin im Konzerthaus. Und schließlich: vom

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EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA

Reiseinfos

FOTO: BILDTEAM BERLIN

des Konzerts vom Deutschen Symphonieorchester am

Berlin-Infos unter www.berlin.de Mozarteum - Tickets +43-662-87 31 54 www.mozarteum.at Opernreisen Orpheus - Tel +49-89-38 39 39-11 www.orpheusopernreisen.de

REISE

REGIONAL PREMIERENSPIEGEL HIFI CD DVD VORSCHAU

FOTO: TOURISMUS SALZBURG GMBH

Berlin,Kissingen und Salzburg


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13:19 Uhr

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gesucht

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Orpheus lässt die Saiten klingen Opernsaison 2003/ 2004

Crescendo Preisrätsel Für das bereits ausverkaufte Weihnachtskonzert des „Kissinger Winterzauber“ am 19.12. können Sie 2 Karten gewinnen, inclusive zwei Übernachtungen im Steigenberger Kurhaushotel vom 19. bis 21. Dezember. Es spielt an diesem Abend das Balthasar-Neumann-Orchester mit Chor unter der Leitung von Thomas Hengelbrock, Stargast ist Klaus Maria Brandauer! Wir suchen diesmal nach einer Komponistin, die am 26. Mai 1903 in Decize in Frankreich geboren wurde. Sie war ein Wunderkind und trat bereits im

Baden-Baden Berlin Dresden Hamburg Leipzig München Paris Prag Wien Mailand Barcelona Zürich New York

** ausgewählte Silvesterreisen ** ** musikalische Erlebnisreisen **

sie Schülerin von Alfred Cortot und Nadia Boulanger. Weltbekannt wurde sie als Autorin vieler Chansons von Edith

Festspiele 2004

Piaf, unter anderem stammt Milord aus ihrer Feder.

Salzburger Festspiele Bregenz Spiel auf dem See Arena di Verona Macerata / Pesaro Torre del Lago Puccini Festival Théatre Antique Orange Burg Olavinlinna Savonlinna Münchner Opernfestspiele Züricher Festspiele

Berühmt ist auch ihr Musical aus dem Jahr 1956, das 1962 Ein Wintermärchen in Bad Kissingen

von Billy Wilder in Hollywood verfilmt wurde, Shirley McLaine und Jack Lemmon in den Hauptrollen. Sie starb bereits

>3 Bad Kissingen

ein Jahr zuvor, am 12. Oktober in Paris. Wenn Sie erraten

Früher waren hier Kaiser und Könige anzutreffen, der

karte oder email an:

Hochadel feierte rauschende Feste! Bis in unsere Zeit ist

Port Media GmbH, Team crescendo

der mondäne Glanz greifbar in Bad Kissingen, Deutsch-

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lands bekanntestem Kurort. Die prächtige und elegante Ar-

80336 München, Fax: +49-89-74 15 09-11

chitektur ist weitgehend vor Zerstörungen bewahrt geblie-

email: crescendo@portmedia.de

ben, die Kurhäuser, Theater, Gärten und Festsäle bilden

Rechtsweg ausgeschlossen!

haben, wer diese Komponistin ist und wie ihr Musical heißt, dann schicken Sie uns bis zum 07.12.04 eine Post-

bietet Ihnen Orpheus in zahlreichen Arrangements

eine ideale Kulisse, um die Sinne baumeln zu lassen. Heute Bitte fordern Sie bei Interesse unseren umfangreichen Katalog an. Wir nehmen Sie gerne in unsere Kundendatei auf und Sie erhalten kostenlos jeweils unser aktuelles Programm.

dreht sich hier alles um Entspannung und Erholung fernab von großstädtischer Hektik. Reich ist das kulturelle Angebot des Städtchens an der Fränkischen Saale, und um seinen Gästen in der Zeit um Advent, Weihnachten und den Jahreswechsel etwas Besonderes zu bieten, wurde 1999 der „Kissinger Winterzauber“ ins Leben gerufen. Auch in diesem Jahr wird in der Zeit vom 5. Dezember bis zum 6. Januar ein hochkarätiges Programm geboten, abwechs-

FOTO: MIKADO GMBH

FOTO: MIKADO GMBH

Alter von vier Jahren als Konzertpianistin auf. Später war

-

Ja, ich interessiere mich für Opernreisen und möchte kostenlos Ihr Programm erhalten und in Ihre Kartei aufgenommen werden.

lungsreich und spartenübergreifend von Klassik bis Jazz, vom Ballett über die Operette bis zur Lesung. Es gibt eine

Name:

Wiener Adventsgala mit Senta Berger, Rudolf Buchbinder

>Auflösung aus Crescendo 05

ist in einer Klavier-Soiree zu hören und Manfred Krug wird

Im letzten Crescendo fragten wir nach Franz Schubert und

eine Lesung geben. Erleben Sie eine „Irish Christmas“-

seiner „großen“ C-Dur Symphonie. Zwei Karten für die

Show, das Ballett Kiew mit dem Nussknacker, das Musical

Mendelssohn-Festtage in Leipzig incl. zwei Übernachtun-

Irma La Douce oder das Neujahrskonzert mit den Bamber-

gen im Renaissance-Hotel hat gewonnen:

ger Symphonikern und der 9. Symphonie von Beethoven.

W. Hauschild aus Nürnberg. Herzlichen Glückwunsch!

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crescendo 06 2003 17

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06.11.2003

15:31 Uhr

Seite 18

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06.11.2003

15:31 Uhr

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plus regional

angekündigt

C06_03_S18-21

Bayern

Gefühl,Präzision und Temperament Die „Wiener Johann Strauß Konzert-Gala“ erneut auf Tour in Bayern tanzt das Österreichische K&K Ballett in

als Zugabe hält das Ensemble den tradi-

der Choreografie von Gerlinde Dill, die

tionellen Radetzky-Marsch parat.

FOTO: DA CAPO

von 1974 bis 1995 die Darbietungen des

Wie sich die Zeiten ändern: „Walzendes“

Wenn je der inflationär benutzte Terminus

Tanzen war 1760 durch eine bayerische

„Gala“ für eine festlich-liebenswürdige

Verordnung noch untersagt worden. Doch

Veranstaltung angebracht war, dann für

schon beim Wiener Kongress im darauf-

die anstehenden Johann-Strauß-Kon-

folgenden Jahrhundert drehte sich nahe-

zerte. Das Urgestein Herbert Prikopa

zu die gesamte Gesellschaft im Drei-

sorgt seit 1998 für die hohe Qualität die-

vierteltakt. Johann Strauß junior, kulturel-

ser Gala. Er ist selbst ein Stück Wiener

ler Botschafter seiner Heimatstadt Wien

Musik- und Kulturgeschichte: Über 40

in aller Welt und vielzitierte Legende der

Jahre lang war er an der Wiener Volks-

k. und k. Monarchie, gilt auch heute noch

oper tätig, stand in der Staatsoper als

als österreichisches Nationalsymbol.

Sänger auf der Bühne, war und ist

Der „Walzerkönig“ knüpfte an die künst-

Dirigent, Komponist, Kabarettist, Schau-

lerische Arbeit seines Vaters an und

spieler,

brachte dessen Ideen einer neuen Kunst-

moderator. Die 54 Musiker umfassenden

und Unterhaltungsmusik zur Vollendung.

K&K Philharmoniker begeistern seit lan-

Der „Wiener Walzer“ zuckt seitdem in

gem ein ständig wachsendes Publikum

allen Füßen, sein Rhythmus geht ins Ohr.

mit Melodien der Strauß-Dynastie. Dazu

>1 Musical Loewes My Fair Lady Jeder kennt es, dieses „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“. Frederick Loewes Musical um die liebenswürdige, aber mit deftiger Dialekt-Sprache aufgewachsene Blumenverkäuferin Eliza Doolittle, die sich – um einer Männer-Wette willen – mit Hilfe hingebungsvollen Sprachunterrichts durch den Linguisten

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE

Rundfunk-

und

Staatsopernballetts beim weltweit über-

Bayerntournee 2003/2004:

tragenen Wiener Neujahrskonzert leitete.

Fürth, Stadttheater 25.12.

Das Tüpfelchen auf dem „i“ dieser erfol-

München, Herkulessaal 28.12. und 25.01.

greichsten Strauß-Tournee Europas bil-

Hirschaid, Regnitz Arena 03.01.

den Gesangseinlagen von Sopranistinnen

Regensburg, Audimax 04.01.

wie Charlotte Leitner (Wiener Volks- und

Augsburg, Kongresshalle 16.01.

Staatsoper) und Tenören wie Michael

Nürnberg, Meistersingerhalle 17.01.

Pabst (Wiener Staatsoper). Den Pro-

Ulm, CCU 18.01.

grammschwerpunkt bilden die bekann-

Aschaffenburg, Stadthalle 01.02.

testen Titel aus der Feder von Johann

Karten: Tel. 018 05-32 34 00 (12 Cent/Min) und

Strauß Vater und Sohn, darunter der

bei allen bekannten Vorverkaufsstellen

Donauwalzer oder das Schwipslied. Und

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Fernseh-

Prof. Higgins zur feinen Dame mausern soll, gehört zu den erfolgreichsten Musikkomödien überhaupt. Doch nur wenige wissen, dass My Fair Lady auf ein Theaterstück von George Bernard Shaw, Pygmalion, zurückgeht, denn der stets skeptische Autor gab sein Werk zeitlebens für eine Vertonung nicht frei. Das „Schmuckstück der Musicalwelt“ hat am 13. Dezember in Ingolstadt Premiere.

Konzerte 03/04 Joseph Haydn und Amerikanische Moderne 2. Abonnementkonzert | 27.11. 03 Haydn Sinfonie Nr. 101 D-Dur »Die Uhr« Veress Musica Concertante per 12 archi Haydn Sinfonia Concertante Solisten: Muriel Cantoreggi, Violine Pieter Wispelwey, Violoncello Marco Postinghel, Fagott Leitung und Solist: Heinz Holliger, Oboe 3. Abonnementkonzert | 22.01.04 Haydn Ouvertüre zu »Orlando Paladino« Bernstein Serenade for Violin and Orchestra Haydn Sinfonie Nr. 44 e-moll »Trauersinfonie« Ives Sinfonie Nr. 3 »The Camp Meeting« Solistin: Janine Jansen, Violine Leitung: Alexander Liebreich 4. Abonnementkonzert | 12.02.04 Barber Adagio for Strings Eliasson Konzert für Altsaxophon und Streichorchester – Deutsche Erstaufführung – Carter Elegy Ives Tone Roads Nr. 1 Haydn Sinfonie Nr. 83 g-moll »La Poule« Solist: John Edward Kelly, Saxophon Leitung: Juha Kangas München, Herkulessaal, 20 Uhr Kartenservice Tel. 0 81 06 / 89 95 65 www.muenchener-kammerorchester.de

Karten und Info: Tel. +49-841-981 32 00 www.theater.ingolstadt.de

Klassisch anders

REGIONAL

PREMIERENSPIEGEL HIFI CD DVD VORSCHAU

Wir danken unseren Förderern: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst | Landeshauptstadt München Kulturreferat | Bezirk Oberbayern

crescendo 0601 2003 19


15:31 Uhr

plus regional

>2 Tanz

FOTO: WILFRIED HÖSL

Bayerisches Staatsballett

Peter I. Tschaikowskys Ballettklassiker Dornröschen – 1890 in St. Petersburg durch den legendären Ballettmeister Marius Petipa uraufgeführt – bildet den Höhepunkt der klassischen Ära des russischen Balletts. Seit 1976 ist das Werk im Münchner Repertoire verankert und sollte nun eigentlich durch Anthony Dowells Londoner Fassung ersetzt werden. Kürzungen im Etat allerdings verhinderten dies und veranlassten Ballettchef Ivan Lisˇka, sich erstmals selbst der schwierigen Aufgabe einer Neuinszenierung, die zudem im wesentlichen die schon vorhandene Austattung von Peter Farmer nutzt, zu stellen. Sein Ziel ist es, innerhalb der überlieferten Choreografie und den exquisiten Bühnenbildern die Figuren als lebendige Menschen zu zeigen. In der Titelrolle werden in wechselnder Besetzung Lisa-Maree Cullum (Premiere), Lucia Lacarra (früher an der Pariser Opéra) und die Russin Natalia Kalinitchenko zu erleben sein. 2. (Premiere), 3., 6., 20., 21. (11.30 Uhr), 25. Dez. (17 Uhr), 6., 13. Feb., 15., 16. März, 28., 31. (auch 14 Uhr) Mai, 19.30 Uhr Dornröschen (Marius Petipa/Ivan Lisˇka) München, Bayerisches Staatsballett Karten und Info: Tel. +49-89-21 85 19 20 www.staatsballett.de

Regensburger Tanztage

Seite 20

Drei ausgesprochen sehenswerte Produktionen runden in diesem Jahr die mittlerweile zu einem „Muss“ gewordenen Tanztage in der Donaustadt ab: Mit Lost Object ihrer COBOSMIKA.Company präsentieren die beiden Ausnahmetänzer

Olga Cobos (Spanien) und Peter Mika (Slowakei) eine bisweilen zum Absurden neigende „Verluststudie“, wobei körperliche Präsenz und Perfektion der fünf Tänzer auch in noch so vertrackten Momenten der Choreografie das Auge niemals abschweifen lässt (22.11.). Nicht minder atem(be-)raubend und ergreifend ist Gregor Seyfferts (Komische Oper Berlin) physisch bis an die Grenzen des Möglichen angelegte Hommage an das Tanzgenie Waslaw Nijinski, dessen von Skandal, Triumph und Wahnsinn gezeichnetes Leben 1950 in einem Londoner Sanatorium erlosch (25.11.). Sechs Nachwuchstänzern in zeitgenössischen Werken junger Kollegen – alle Finalisten des Internationalen Solo-Tanz-TheaterFestivals Stuttgart 2003 – gehört die Solotanznacht am 23.11. Bis 25. November, jeweils 20 Uhr Regensburg, verschiedene Spielstätten Karten und Info: Tel. +49-941-507 24 24 www.regensburger-tanztage.de

... und außerdem

Am 16. November bringt das Ballett Theater München (Staatstheater am Gärtnerplatz) mit 4 ein Tanzevent zur Uraufführung, das sich ganz besonders durch die (erstmalige) Zusammenarbeit zwischen Philip Taylor (Choreografie) und dem bekannten Münchner Jazzmusiker Johannes Faber (Musik) auszeichnen wird. Weitere Termine: 18., 24.11., 4., 11., 22.12., 14., 28.01., 11., 26.02., 14.03. Karten und Info: Tel. +49-89-21 85 19 60 www. staatstheater-am-gaertnerplatz.de

Le Sacre – so ist Nürnbergs neuer Ballettabend zu live gespielter (Klavier-) Musik von Igor Strawinsky betitelt. Zur Aufführung kommen Choreografien von Lionel Hoche und Rodolpho Leoni. Premiere ist am 16. Januar. Karten und Info: Tel. +49-180-134 42 76 www.ballett.nuernberg.de

Das Staatsballett Minsk gastiert am 27. Dezember mit einer international gefeierten Inszenierung des Klassikers Giselle in der Stadthalle Germering. Karten und Info: Tel. +49-89-894 90 15 www.stadthalle-germering.de

>3 Oper Tilman Riemenschneider

Aus Anlass des 1300jährigen Jubiläums der Stadt Würzburg bringt das Mainfranken Theater Würzburg Casimir von Pászthorys Anfang des 16. Jahrhun-

20 crescendo 06 2003

Bayern

derts in der Residenzstadt spielende Oper Tilman Riemenschneider von 1942 (UA 1952) als Deutsche Erstaufführung in einer Inszenierung von Georg Rootering (Bühne/Kostüme: Bernd Franke) auf die Bühne. Tatsächlich hat der wenig bekannte Budapester Komponist, dessen Frau Dora den Text zu diesem, auf historischen Tatsachen beruhenden Zweiakter, verfasst hat, Würzburgs wohl berühmteste Persönlichkeit zum Hauptprotagonisten gemacht. Einzig die Figur der Maria, um die sich zwischen dem Bildhauer und dem Domherrn Konrad von Thüningen, seinem Auftraggeber, ein Liebes- und Eifersuchtsdrama entspinnt, ist hinzugedichtet. Wir sind gespannt darauf, wie dem Mainfranken Theater der Beweis gelingen wird, ein zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Werk wiederentdeckt zu haben.

Mozarts Idomeneo

Claudia Doderer zeichnet sich durch sinnliche, viel Farbe und Licht ins Spiel bringende Bühnenbilder jenseits klassicher Dekor-Traditionen aus. In der neuen Premiere von Mozarts zweiter, nach der Gärtnerin aus Liebe ebenfalls für München komponierten Oper Idomeneo für das Staatstheater am Gärtnerplatz wird sie neben der Ausstattung auch für die Regie verantwortlich zeichnen. Am Pult übernimmt Ekkehard Klemm die musikalische Leitung der in deutscher Sprache gesungenen Inszenierung. Mozarts Komposition transzendiert die starren Regeln einer Opera seria: In verzahnten Szenenfolgen sind neben großangelegten Chören die Rezitative oft instrumentiert und dramatisch aufgeladen. Eine Einführungsmatinee findet am 7. Dezember um 11 Uhr statt.

22. Januar (Premiere), 19.30 Uhr Casimir von Pászthorys Tilman Riemenschneider Mainfranken Theater Würzburg Karten und Info: Tel. +49-931-390 81 24 www.theaterwuerzburg.de

18. (Vorauff.), 21. (Premiere), 25. Dez., 1., 15. Jan., 13. Feb., 16., 29. März, 19 Uhr Wolfgang Amadeus Mozarts Idomeneo München, Staatstheater am Gärtnerplatz Karten und Info: Tel. +49-89-21 85 19 60 www.staatstheater-am-gaertnerplatz.de

Donizettis Roberto Devereux

Es ist Edita Gruberovas Lieblingsoper, die – von der Diva seit langem gewünscht – nun in einer Neuinszenierung durch den deutschen Jungregisseur Christof Loy an der Bayerischen Staatsoper zu sehen sein wird. Belcanto-Komponist Gaetano Donizetti, der sich immer wieder erfolgreich in der historischen Fundgrube des englischen Herrscherhauses bediente, hat die ihr Zeitalter wie kein zweiter prägende Königin Elisabeth I. gleich dreimal zur Protagonistin gemacht. Dank der vom Librettisten Salvatore Cammerano zur tragenden Handlung ausgebauten Affäre um den Tod von Elisabeths Günstling Roberto Devereux, Graf von Essex, wird ihr im dritten, 1837 für das Teatro San Carlo in Neapel geschaffenen Werk gar eine Schlüsselrolle zuteil. Die ursprünglich für die Primadonna Rinzi-De Begnis konzipierte Rolle der zwischen persönlicher Zuneigung und Staatsräson unentschiedenen Herrscherin wird „BelcantoKönigin“ Gruberova an der Seite von Zoran Todorovich als untreuem Liebhaber, Jeanne Piland als seiner heimlichen Geliebten Sara und Paolo Gavanelli als rachsüchtigem Ehemann verkörpern. Die musikalische Leitung hat Friedrich Haider. 19. (Premiere), 23., 28. Jan., 1., 5., 9. Feb., 13., 17. Juli, 19 Uhr Gaetano Donizettis Roberto Devereux München, Bayerische Staatsoper Karten und Info: Tel. +49-89-21 85 19 20 www.staatsoper.de

PORTRAIT EXTRA REISE

>4 Konzerte Kammermusik der Nationen

FOTO: BERND NOELLE

06.11.2003

angekündigt

C06_03_S18-21

Jungstars und Musikerlegenden in unmittelbarer Folge: Das scheint das insgeheime Motto der Reihe „Kammermusik der Nationen“ zu sein. Das Beaux Arts Trio um den grandiosen Pianisten Menahem Pressler hat die Kammermusikszene seit 1955 maßgeblich geprägt. Doch diese Fußstapfen sind für den Cellisten Daniel Müller-Schott und seinen Klavierpartner Robert Kulek nicht zu groß. 20. Nov. (Beaux Arts Trio), 14. Jan. (MüllerSchott/Kulek), 20 Uhr München, Herkulessaal der Residenz Karten und Info: Tel. +49-89-98 29 28 27 www.hoertnagel.de

REGIONAL

PREMIERENSPIEGEL HIFI CD DVD VORSCHAU


15:31 Uhr

FOTO: HUBERT LAUKES

Seite 21

Lindauer Stadttheater

Grigory Sokolov hat den Ruf eines Tastengenies – und das zurecht. Wer den Petersburger Ausnahmepianisten einmal im Konzertsaal erlebt hat, der kommt immer wieder, nur um ihn spielen zu hören, egal welche Stücke er mitbringt (Programm wird noch bekanntgegeben). Auf sein Gastspiel folgt ein Duo-Abend der weltberühmten Bratschistin Tabea Zimmermann mit dem als Klavierbegleiter gefragten Pianisten Hartmut Höll. Beide Künstler widmen sich seit langem der Kammermusik und werden mit Werken von Robert Schumann, Menahem Wiesenberg und Dmitri Schostakowitsch auftreten. 30. Nov (Sokolov), 9. Jan. (Duo-Abend), 20 Uhr Lindau, Stadttheater Karten und Info: Tel. +49-83 82 94 46 50 www.lindau.de

... und außerdem

Schon seit vier Jahren widmet sich das Gitarrenfestival Saitensprünge in Bad Aibling dem weltweit verbreiteten Instrument. Je nach Herkunft, Schule und Stil eines Musikers kann eine unendliche Bandbreite an musikalischen Farben und Formen erklingen. Zeugnis davon legen der herausragende uruguayanische Klassikgitarrist Alvaro Pierri (18.11.) und im Grand Finale die Brüder Sérgio und Odair Assad (23.11.) ab. Quasi einen Seitensprung dagegen wagt Roman Bunka, der die arabische Oud (Urform der Laute) spielt, in Begleitung des argentinischen Tangogitarristen Luis Borda (22.11.). Karten und Info: Tel. +49-89-80 61-73 56 www.saitenspruenge.de

Für einen Konzertbesuch in der Münchner Philharmonie sollte man sich zwei renommierte junge Künsterlinnen vormerken: Die russische Pianistin Anna Gourari (10.12.) mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter Sir Roger Norrington (Beethoven) und die 20jährige Geigerin Julia Fischer (14.01.) mit der Academy of St Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner (Glinka, Beethoven). Karten und Info: Tel. +49-89-38 38 46 20 www.winderstein.de

In die Welt der Blechbläser-Kammermusik – mit speziellen Arrangements, von Händel über Scott Joplin bis Albéniz – will das weltweit aktive Bläserquintett HARMONIC BRASS aus München seine Zuhörer am 10. Januar in der ev. Kirche an der Frauenlobstraße entführen und Kunst als gute Unterhaltung bieten. Karten und Info: Tel. +49-89-74 57 55 17 www.harmonicbrass.de

angekündigt

06.11.2003

FOTO: THEATER WÜRZBURG

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>4 Weihnachts-Silvester-Vorschau Zauberflöte - Papageno treibt seine Späße für Kinder von 4 bis 104 in einem großen Zirkuszelt vor dem Lokschuppen! Ludwig Baumann, dessen eigene SängerKarriere mit der Rolle des Papageno untrennbar verknüpft ist, inszeniert eine kurzweilige Fassung von Mozarts Meisterwerk „Die Zauberflöte“ für ein Publikum aller Altersstufen. Vom 29. November bis zum 6. Januar 2004 ist „Die Zauberflöte im Zirkuszelt“ auf dem Rosenheimer Laziseplatz vor dem Lokschuppen zu erleben. Selbstverständlich steht Mozarts wunderbare Musik im Mittelpunkt – in der Klanggestalt des Duos Virtuoso, das „spielend“ ein großes Orchester ersetzt. Karten: Tel. +49-180-5046654 www.immling-musikfestival.de

Die Gaukler-Sonate (Mozartband und Gastronomie), Tollwood München, 27.11. -31.12. Karten: Hotline 0700-38385024 www.tollwood.de

Queen Esther Marrow and The Harlem Gospel Singers, Deutsches Theater München, 17.12.-8.01. Karten: Tel. +49-89-55234444 www.deutsches-theater.de. Weihnachtsoratorium/Magnificat (Bach), Kloster Andechs, Florian-Stadl, 20.-21.12. Karten: Tel. +49-8152-376400 www.andechs.de Weihnachts-Konzert des Münchener Kammerorchesters mit Sunnyi Melles (Rezitation), Prinzregententheater, 21.12. Karten: Tel. +49-89-54818181 www.muenchener-kammerorchester.de

Ganz gleich, ob Sie einen Neubau planen oder renovieren wollen, ob Sie ausgefallene Einrichtungsstücke oder neue Dekorationsideen für Ihr Zuhause suchen:

Chor des Russischen Patriarchats,

Auf der beliebten Verkaufsausstellung Heim+Handwerk mit der designale (Halle B3) und der bionale (Halle A2) ist auch etwas für Sie dabei!

Regensburg, Dreieinigkeitskirche, 19.12. Karten: Tel. +49-941-296000, www.odeon-concerte.de Sonatori de la Gioiosa Marca, Stadttheater Schweinfurt, 6.12. Karten: Tel. +49-9721-51475 www.theater-schweinfurt.de

Zu Gast in der Sonderschau „Handwerkskunst“ (Halle B1) ist diesmal die schottische Stadt Edinburgh. Ein weiteres Highlight: LIVING YOUNG – Junges Wohnen im Stil der 70er Jahre (Halle B3).

„Musikalische Schlittenfahrt“ und „Musik der Strauß-Dynastie“, Münchner Symphoniker, Prinzregententheater, 22., 27.12. und 31.12, 2.01. Karten: +49-89-54818181 www.muenchner-symphoniker.de

plus regional Bayern Sonderseiten des crescendo-Klassik-Magazins Redaktion: Vesna Mlakar (verantw.) Tel. +49-89-741509-0, Fax -11 email: crescendo-bayern@portmedia.de Alle Verlagsangaben s. Impressum S. 54

crescendo 0601 2003 21

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Ab Mittwoch, 3. Dezember 2003 mit Internationaler ModellbahnAusstellung in Halle B4!


06.11.2003

13:23 Uhr

Seite 22

Führ mich, Kind, nach Bethlehem!

gesehen

C06_03_S22-23

Auf einen Blick Ein knapper Rückblick auf Opernpremieren und Festivals der letzten zwei Monate

Musik zu Advent und Weihnachten Dank der Neuen Opernbühne Berlin fand Händels Oper Amadigi di Gaula nach fast 200 Jahren endlich den Weg nach Berlin – wenn auch nicht auf die Opernbühne. Regisseur Alexander Paeffgen deutet die Dreiecksgeschichte mit all ihren Prüfungen als Versuchsreihe über die „emotional-psychischen Extremzustände“ der vier Protagonisten (eine Zauberin zählt noch dazu), missachtet kühn jede Regieanweisung und versetzt die „Operation Amadigi“ in einen Hörsaal des Krankenhauses Moabit, wobei die Darsteller in Patientenkleidung oder als Pfleger(innen) agierten. Dazu gab‘s Dias, Videos und AffektDefinitionen aus dem Lexikon. Das war ungewöhnlich, aber sinnig und keinesfalls platt. Zudem sang und spielte die junge Truppe engagiert und auf hohem Niveau. AC

>1

CDA 67443 NATIVITY Gregorianische Weihnachtsmusik aus England The Parley of Instruments Psalmody/Peter Holman

FOTO: NEUE OPERNBÜHNE BERLIN

HLL 7504 CHRISTMAS CLASSICS BERLIN/ADAM/MCCARTNEY/RUTTER BACH/TSCHAIKOWSKY/u.a. Hallé Orchestra Carl Davis

Wer könnte Puccinis feminine Porträts – etwa das der Sklavin Liù (Sara Eterno) – besser nachempfinden als eine Frau? Karen Kemnsek, GMD in Freiburg, animiert bei ihrem Amtsantritt das Orchester zu großer klanglicher Opulenz. Dieser ist Lisa Livingston (Turandot) selbst im Fortissimo stets gewachsen, während Alexey Kosarev (Calaf) mit seinen vokalen Mitteln haushalten muss. Freilich nicht aus diesem Grund vergewaltigt er sie, bevor sie ihn ersticht. Der offen gebliebene Schluss (hier von Alfano ergänzt) lässt auch diese Lösung zu, nicht aber die inszenatorischen Geschmacklosigkeiten von Matthias Schönfeldt. Einen Kaiser (Altoum) in Unterhosen mag man noch hinnehmen. Minister, die zu Köchen degradiert Menschenfleisch verarbeiten, nicht. BK

>2

FOTO: MAURICE KORBEL

GIM 0202 CHRISTMAS WITH THE TALLIS SCHOLARS Carols, Motetten, Choräle und Messen The Tallis Scholars Peter Phillips

Das Stadttheater Koblenz bietet mit der Erstaufführung der Oper Die tödliche Blume von Salvatore Sciarrino seinem Publikum einen Thriller von 1 1/4 Stunden. In der äußerst spannenden Regie der Intendantin Annagret Ritzel findet zwischen den vier Personen des Renaissancedramas psychologische Kleinarbeit vom Feinsten statt. Die Musik wird sehr sinnlich im augenschmeichelnden Bühnenbild von Siegfried E. Mayer von den Sängern Cynthia Grose, Jonathan de la Paz Zaens, Gerson Sales und André Schann dargeboten, hervorragend geführt von der Rheinischen Philharmonie unter der Leitung von Karsten Huschke. Ein Abend, der sehr dazu dient, an moderne Musik, zumal dieser gemäßigten Sorte, heranzuführen. MF

>3

COR 16004 HODIE An English Christmas Collection The Sixteen/Harry Christophers AUD 711 1147 FÜHR MICH, KIND, NACH BETHLEHEM! Musik zum Advent Valery Oistrach Phillip Langshaw Peter Schumann Capella Juventa Münster Ulrich Grosser

FOTO: STADTTHEATER KOBLENZ

In Schwarzenberg trifft sich alljährlich die Creme de la Creme der internationalen Kammermusikszene zur Schubertiade. In diesem Jahr gaben u.a. Christopher Maltman und Malcom Martineau eine exquisite Interpretation der Müllerlieder. Martineau ist weniger ein Begleiter als ein echter Interaktionspartner für die Sänger – und treibt so seine Kollegen immer wieder zu Höchstleistungen an. So auch Christopher Maltman, der in der bemerkenswerten Akustik des Angelika-Kauffmann-Saales gerade im Pianissimo das Publikum zu fesseln wusste. Und als wäre das alles nichts gewesen, sprangen beide am nächsten Morgen mit einem Wolf- und SchumannProgramm für die erkrankte Magdalena Ko˘zená ein. Bitte vormerken für nächstes Jahr! KH

>4

F OTO : S C H U B E RT I A D E S C H WA R Z E N B E R G

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22 crescendo 06 2003

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE


06.11.2003

13:23 Uhr

> 1 Berlin > 2 Freiburg > 3 Koblenz > 4 Schwarzenberg

Seite 23

> 5 Schwerin > 6 Straßburg > 7 Stuttgart > 8 Ulm

gesehen

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Gewandhauskapellmeister Herbert Blomstedt 20./21. November 2003 Gewandhausorchester · Peter Eötvös Geneviève Strosser, Viola · György Ligeti, Lontano · Peter Eötvös, Replica für Viola und Orchester · Franz Liszt, Mephisto-Walzer Nr. 1 · Béla Bartók, Der wunderbare Mandarin 4./5./6. Dezember 2003 Gewandhausorchester · GewandhausKammerchor · Morten Schuldt-Jensen · Jutta Böhnert, Sopran · Anette Bod Alt · Jan Kobow, Tenor · Thomas Laske, Bass · Georg Friedrich Händel, „Messiah“ Oratorium für Solostimmen, Chor und Orchester (in englischer Sprache) 19./20. Dezember 2003 Gewandhausorchester · John Mauceri · Richard Wagner, „Walkürenritt” aus der Oper „Die Walküre” · Paul Dukas, Der Zauberlehrling · Gustav Holst, „Jupiter, the Bringer of Jollity” aus „The Planets” op. 32 · Sergej Prokofjew, Sätze aus dem Ballett „Aschenbrödel” · Musik aus den Soundtracks zu „Harry Potter – Kammer des Schreckens” · „Herr der Ringe I und II” · „Jurassic Park” · „Unheimliche Begegnung der dritten Art” „Ben Hur” u. a. 29./30./31. Dezember 2003 Gewandhausorchester · Chor der Oper Leipzig · GewandhausChor · Gewandhaus Kinderchor · Herbert Blomstedt · Juliane Banse, Sopran · Carolin Masur, Alt Christian Elsner, Tenor · Rheinhard Hagen, Bass · Ludwig van Beethoven, 9. Sinfonie d -Moll op. 125 mit Schlusschor über Schillers „Ode an die Freude“ 15./16. Januar 2004 Gewandhausorchester · Dmitri Kitajenko · Frank-Michael Erben, Violine · Jürnjakob Timm, Violoncello Alfred Schnittke, 2. Concerto grosso für Violine, Violoncello und Orchester Peter Tschaikowski, 5. Sinfonie e-Moll op. 64 22./23. Januar 2004 Gewandhausorchester · Riccardo Chailly · Arnold Schönberg, Notturno für Streicher und Harfe sowie Verklärte Nacht op. 4 (Fassung für Streichorchester) · Johannes Brahms, 1. Sinfonie c-Moll op. 68 5./6. Februar 2004 Gewandhausorchester · Ingo Metzmacher · Isabelle Faust, Violine Antonín Dvoˇrák, Der Wassermann op.107 · Leoˇs Janáˇcek, Des Spielmanns Kind · Violinkonzert („Pilgerfahrt der Seele”) · Antonín Dvoˇrák, Die Waldtaube op. 110 · Leoˇs Janáˇcek, Sinfonietta 12./13. Februar 2004 Gewandhausorchester · Daniel Harding · Christian Tetzlaff, Violine · Juliane Banse, Sopran · Robert Schumann, Konzert für Violine und Orchester d-Moll · Gustav Mahler, 4. Sinfonie G-Dur 19./20. Februar 2004 Gewandhausorchester · GewandhausChor · Philippe Herreweghe · Thomas E. Bauer, Bass · Johann Sebastian Bach, 1. Ouvertüre C-Dur BWV 1066, Kantate „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“ BWV 56 Robert Schumann, 2. Sinfonie C-Dur op. 61 26./27. Februar 2004 Gewandhausorchester · David Zinman · Maurice Ravel, Le Tombeau de Couperin, Ma Mère l’Oye, La Valse · Igor Strawinsky, L’oiseau de feu (Der Feuervogel) 11./12. März 2004 Gewandhausorchester · Herbert Blomstedt · Tatjana Masurenko, Viola · Johannes Brahms, 2. Serenade A-Dur op. 16 · Hans -Christian Bartel, Konzert für Viola und Kammerorchester · Joseph Haydn, Sinfonie B-Dur Hob.I:102 26./27. März 2004 Gewandhausorchester · Dennis Russel Davies · Sebastian Breuninger, Violine · Joseph Haydn, Sinfonie f-Moll Hob.I:49 („La Passione“), Konzert für Violine und Orchester C- Dur Hob. VII a:1, Sinfonie G-Dur Hob.I:100 („Militär -Sinfonie“)

M. Foremny, Schwerins junger, neuer GMD, gibt mit Janácˇeks Katja Kabanova seinen überzeugenden Einstand! Der kargen Melancholie, etwa der leitmotivisch behandelten Wolga, folgt das Einheitsbühnenbild (T. Gruber) mit wenigen skizzierenden Strichen. Musik und Szene (M. Oldag) ergänzen sich packend zu einer landschaftsdurchglühten Frauentragödie, wie man sie auf so hohem künstlerischen Niveau selten an größeren Bühnen erlebt. Allerdings sind ihre zentralen Figuren, die grausamautoritäre Schwiegermutter (Ute Trekel Burckhardt) wie die an ihren Schuldgefühlen zerbrechende Katja (Gun-Brit Barkmin), Leihgaben von der Komischen Oper Berlin. An ihren überragenden Leistungen wachsen das heimische Ensemble und der Chor (M. Junge) zu beachtlicher Größe. BK

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FOTO: KRISTINA SCHADE

Mit der Uraufführung der Oper Ion von Param Vir gab Nicholas Snowman seinen Einstand an der Rheinoper. Während das Symphonieorchester Mulhouse mit dem Farbenreichtum und dem rhythmischen Spektrum des Orchesterparts glänzen konnte, quälten sich die Sänger durch einförmige, konturlose, bestenfalls durch Glissandi und ein paar Sprünge in ungeahnte Höhen aufgelockerte Gesangslinien. Dass der Stoff einiges an spannenden Konflikten hergäbe, geht in der einschläfernden Vertonung weitgehend unter. Der Rachechor ist das einzige Stück Gesang mit Pfeffer in der ganzen Oper. Ein Kompliment gebührt trotzdem den hervorragenden Sängern, allen voran der ausdrucksvoll leidenden Rita Cullis als Creusa und Michael Bennetts tenorstrahlendem Ion. NL

>6

FOTO: ALAIN KAISER

Ein Vorgeschmack aufs nächstjährige Europäische Musikfest in Stuttgart: Helmuth Rilling gab mit dem Stuttgarter RSO einige Kostproben aus Felix Mendelssohn Bartholdys komischer Oper Der Onkel aus Boston zum Besten. Eine veritable Entdeckung: zweimal 1824 im Familienkreise aufgeführt, ist die Partitur erst kürzlich in der Berliner Nationalbibliothek entdeckt worden. Erster Eindruck von der Ouvertüre, einem Ensemblesatz, der großen Sopranarie des 3. und dem Finale des 1. Aktes: die Vorbilder von Fidelio und Freischütz sind wahrnehmbar, doch Empfindung, Witz und Poesie des 14-jährigen Mendelssohn haben durchaus eigenen Charakter. Auf die szenische Gesamtaufführung nächsten Sommer unter Rillings Leitung darf man gespannt sein. DZe

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FOTO: TITELBLATT

Carmen in Ulm geriet reichsstädtisch, bierseelig, modern. G. Schubert in burschenhaftem Outfit provozierte kaugummikauend die zöllnergleichen Tabakfabriksaufseher. Ihre Stimme ist aber zu eng, so dass sie den Sprung zum erotisch-feurigen Enfant terrible der Oper nicht schafft. Sie verkörpert durch und durch eine deutsche Carmen. Deutschtümelnd inszeniert ist auch Escamillo, der seinen Gesellen mit der Bierflasche in der Hand zutoastet – stimmlich arg ausgeleiert. Am überzeugendsten stand J. Kim seinen Don José. Die Nebenrollen zeigten Courage: Sehnsuchtsvoll die Micaela (V. Schoenenberg), humorvoll und mit Ausstrahlung I. Mihanovic (Frasquita) und R. Kapfhamer (Mercedes). M.-L. Meister am Pult darf noch etwas an dramatischem Tiefgang und Präzision zulegen. MSt

Ja, bitte senden Sie mir das Jahresprogramm für die Saison 2003/2004 mit über 180 Konzerten im Gewandhaus zu Leipzig.

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FOTO: ULMER THEATER

REGIONAL

PREMIERENSPIEGEL

HIFI CD DVD VORSCHAU

23

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06.11.2003

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Konzerte Dresdner zeitgenössische Musiktage 2003

NRWRundschau

Opernrundschau im Nordwesten

>1 Bonn >2 Köln >3 Aachen >4 Gelsenkirchen >5 Düsseldorf >6 Essen

>1 Il Travatore und Roméo et Juliette in Bremen >2 Im Westen nichts Neues in Osnabrück >3 Il Trittico in Oldenburg

Mehr als 5000 Interessenten aus aller Welt besuchten die 17. Auflage der Tage der zeitgenössischen Musik. In diesem Jahr gab es u.a. ein Marathon der Oper: In einer 14-stündigen Aufführung von 32 Werken zeigten vier Ensembles aus London, Krakau, FOTO: STÄDTISCHE BÜHNEN OSNABRÜCK

Freiburg und Straßburg in Minutenopern von 17 Sekunden bis 30 Minuten modernste Interpretationsweisen nicht nur der musikalischen Parameter, sondern auch mit choreographischen und LichtEffekten. Ein Stück war gar mit Duftattacken versehen. Das Ende der Festtage krönte ein Gastspiel des Moskauer Theaters an der Taganka von Juri Ljubimow mit einer Revue aus beiden Teilen des elektronische Verfremdungen prägten das Gesicht dieser amüsanten Show um Fausts Visionen. Dazwischen stellte der Dresdner Komponist Eckehard Mayer (als klavierbegleiteten Torso) seine Oper Das Treffen in Telgte nach Grass‘ Erzählung vor. Von Udo

FOTO: THILO BEU

Faust. Ragtimeklänge Joplins, Musik der Historie und

Im Westen nichts Neues für Hans Hermann Ehrich

>1 Bremens Opernsaison begann mit einem Flop. Alfred Kirchner hatte Verdis Il Trovatore in ein Pflegeheim verlegt,

99 Luftballons im Bonner Macbeth

in dem sich eine Folge merkwürdig kryptischer Regieein-

Zimmermann gab es die Aufführung seiner Oper

>1 Verdis Macbeth beginnt in Bonn als parlamentarischer

fälle aneinander reihte, ohne das Werk zu erhellen. George

Weiße Rose. In einem Kolloquium wurden „Musik-

Krieg, und die finale Dur-Hymne wird von Vera Nemirova

Stevens immerhin hielt als vitaler Luna die Fahne der Sän-

theatralische Konzepte im neuen Jahrtausend“ bera-

mit Skepsis unterlaufen. Für das verbrecherische Herr-

ger hoch, und Lawrence Renes mühte sich, mit seinem

ten, die einem Angst machen können in ihrer Auf-

scherpaar (hoch besetzt: Iano Tamar, Peter Danailov) lässt

Orchester gegen szenische Tristesse anzumusizieren. Für

lösung

im

sie freilich auch Mitleid spüren. Der neue GMD Roman

die Ehrenrettung des hansestädtischen Musiktheaterbe-

Ausdenken abstruser theatralischer Realisierungen

Kofman versteht mit Verdi wie mit Alban Berg umzugehen.

triebs sorgte fünf Wochen später Philipp Himmelmann mit

unter Nutzung aller verfügbaren Medien. Und die

Für Lulu wählt Werner Schroeter die Cerha-Ergänzung, be-

einer ganz hinreißend geglückten Inszenierung von Char-

waren denn auch in den Vorstellungen live zu erleben

tont den „Fremdkörper“ aber in Gestalt eines „konzertan-

les Gounods selten gespielter romantischer Oper Roméo

– nicht alles konnte man ertragen. Die nächsten Tage

ten“ Pausenfilms. Ein Todesengel weitet die Kolportagege-

et Juliette, deren von Florian Barth entworfenes abstraktes

der zeitgenössischen Musik werden sich dem Thema

schichte zuletzt ins Mystische. Superb Anat Efraty in der

Bühnenbild mit seinen reizvollen Clair-obscur-Ausleuch-

„Kulturelle Identität“ widmen.

Titelpartie.

tungen als eine Art Seelenraum fungierte. Dazu junge, kli-

>2 Insgesamt ist mit der Götterdämmerung Wagners Ring

scheeferne Sängerdarsteller – an der Spitze Marion Costa

Kunstfest Weimar

in Köln sehr diskutabel abgeschlossen worden (Inszenie-

als eher herbe Juliette mit perfekten, aber ganz und gar

Das Kunstfest Weimar unterscheidet sich von ande-

rung: R. Carsen). Hinreißend die Brünnhilden-Einspringerin

unaufdringlichen Koloraturen.

ren Festivals durch seine traditionell große Vielfalt an

Evelyn Herlitzius, fast magisch Jeffrey Tates Dirigat.

>2 Wie beliebig, wie austauschbar Kirchners Pflegeheim-

Genres und Stilen, mit Schauspiel, Tanztheater,

>3 Puccinis Tosca wird in Aachen dank Marcus R. Bosch

Einfall für den Troubadour einzuschätzen ist, zeigte der

Konzerten aller Art und diesmal auch Film. Haupt-

zu einem Verismo-Ereignis. Michael Helle inszeniert die

Vergleich mit derselben Inszenierungs-Idee in Osnabrück.

spielstätte war in diesem Jahr eine riesige Halle im

Ernüchterung eines romantischen Künstlerlebens. Die

Hier jedoch machte es Sinn, wenn Regisseur Thomas

ehemaligen NS-Gauforum, die absichtlich nur zu

auch sängerisch gut bestückte Aufführung tut der Diskus-

Münstermann die Handlung der Opern-Novität Im Westen

einem provisorischen Konzertsaal hergerichtet

sion um das finanziell gefährdete Haus gut.

nichts Neues aus der Retrospektive des alt und hinfällig

wurde – die kalte Atmosphäre war aber nicht nach je-

>4 In Gelsenkirchen bietet Ingo Karaman Verdis Rigoletto

gewordenen Helden ablaufen ließ; denn auch das drama-

dermanns Geschmack. Zu den musikalischen Höhe-

mit bohrender Psychologie. Die Ausstattung besitzt zeit-

turgische Konzept der Komponistin N. Van de Vate zielt auf

punkten zählte Power!Percussion am Eröffnungs-

gemäße Deutungsqualität, ohne in modernistischen Häss-

das konzentrierte Herausarbeiten einzelner Erinnerungs-

abend, Udo Lindenbergs Revue Atlantic Affairs, eine

lichkeiten zu schwelgen. Guter Dirigent (S. Bächli), hervor-

sequenzen aus dem Welterfolgsroman des in Osnabrück

Hommage an die ins Exil vertriebenen Stars der 20er

ragende Protagonisten (Claudia Braun, Jee-Hyun Kim).

geborenen Autors Erich Maria Remarque. Trotzdem: Mehr

und 30er Jahre im typischen Lindenberg-Stil, und

>5 In Düsseldorf bleibt Regisseur D. Hilsdorf bei Puccinis

als ein Achtungserfolg für das musikalisch eher oberfläch-

das Requiem von Berlioz mit der Staatskapelle

Trittico hinter seinen Möglichkeiten zurück, was aber noch

liche Werk kam bei der Uraufführung nicht heraus.

Weimar unter Leitung ihres Chefdirigenten Jac van

keinen verlorenen Abend bedeutet. Im Ensemble einige

>3 Oldenburg hielt Ausgefallenes zur Saisoneröffnung be-

Steen. Das erste Konzert der Staatskapelle mit

Glanzlichter, von Dirigent John Fiore mitaufgesteckt.

reit: Puccinis Trittico, handwerklich nicht übel in Szene ge-

Schuberts „Unvollendeter“ und Phoenix resurrexit,

>6 Ähnliches gilt für Essen bei Mozarts Zauberflöte hin-

setzt von Regisseur U. Laufenberg und seinen beiden

einem Weltraumfahrer-Oratorium von Christian Jost,

sichtlich des sehr flotten Dirigenten Paul Goodwin und bei

Schüler(inne)n T. Sosinka und D. Pischel. Solistisch bot das

war dagegen eher blass. Man darf gespannt sein, in

den Sängern – pars pro toto – Aga Mikolajs Pamina. Die

Haus bei der Besetzung der fast 40 Rollen eine hoch acht-

welche Richtung die künftige Leiterin Nike Wagner

Inszenierung Ezio Toffoluttis beschäftigt mehr das Auge als

bare Ensembleleistung. Am Dirigentenpult agierte GMD A.

das Kunstfest steuern wird.

den Intellekt.

herkömmlichen

Theaterbrauchs,

Friedbert Streller

Peter Sarkar

24 crescendo 06 2003

Jens Mail

Rumpf mit soliden Kapellmeisterqualitäten.

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL

Gerhart Asche

PREMIERENSPIEGEL


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06.11.2003

13:27 Uhr

Seite 25

München I

München II

>Münchens Staatsopernintendant Sir Peter Jonas mag als Kult feiern, was in seinem Hause ein ums andere Mal aus der Konfektionsmasch(ineri)e des Brit Pop geliefert wird. Für die jüngste Auflage dieser Fast thought-Ästhetik zeichnet das Regieteam Nigel Lowery und Amir Hosseinpour verantwortlich. Christoph Willibald Glucks Orphée et Eurydice,in der französischen Fassung von Hector Berlioz, ist hier eine Mischung aus semikonzertanter Erstarrung, Puppentheater und Comicstrip.

>Seit etwas über einem Jahr besitzt München einen neuen Vorzeigebau, die Pinakothek der Moderne. Architektonischer Mittelpunkt ist die sogenannte Rotunde,die sich durch alle Stockwerke zieht und von einer Kuppel gekrönt wird. Hier kaufen die Besucher ihre Eintrittskarten,von hier gelangt man direkt in alle Teilbereiche des Museums, hier kreuzen sich alle Wege. Dieser Raum wird mit einer neuen Konzertreihe vom Münchener Kammerorchester unter Leitung von Chr. Poppen zum Musiktempel.

DAVID ZINMAN dirigiert

RICHARD STRAUSS VOLLENDET!

Ein Lichtblick in der Staatsoper: Vesselina Kasarova

DIE NEUE CD

FOTO: MANU THEOBALD

FOTO: BMG

Mit einem 7. und letzten Streich vollenden David Zinman und das Tonhalle-Orchester Zürich die Einspielung der sinfonischen Werke von Richard Strauss bei ARTE NOVA. Zinman Interpretation der berühmten Tondichtungen begeisterte gleichermaßen Publikum und internationale Presse.

Jörg Widmann bei der Arbeit

Ist der Mythos von Orpheus, der seine geliebte Eurydice

Ein ganzer Abend widmet sich jeweils einem einzigen

aus dem Totenreich zu befreien sucht, heute wirklich nicht

Komponisten: ein Zoom wird aufgezogen und offenbart

intelligenter zu interpretieren? Hatte nicht seinerzeit Of-

den Nuancenreichtum von Neuer Musik in kleinsten De-

fenbachs Orpheus-Satire ungleich mehr Esprit und Biss?

tails der individuellen Schreibweise. Um die besondere At-

In München darf der vokal auftrumpfende Chor (Eduard

mosphäre noch zu verstärken, beginnen die Konzerte erst

Asimont) mal das Orchester imitieren, mal in albernen Ko-

zu später Stunde: ab 22 Uhr erklingt die „Nachtmusik der

stümen antike Würde persiflieren; oder er wird in der Un-

Moderne“. Die erste Veranstaltung präsentierte den jungen

terwelt von Köchen und Fleischern malträtiert. Eine tapsi-

Münchner Hoffnungsträger Jörg Widmann, der somit ein

ge Eisbärfigur markiert dann auch schon den komischen

Heimspiel hatte. Als Klarinettist der Fünf Bruchstücke für

Don Quixote Celloromanze Bläserserenade CD 74321 98496 2

DIE 7 CD–BOX

Höhepunkt dieser um Witz und Ironie bemühten Belanglo-

Klarinette und Klavier sowie der Fieberfantasie für Klavier,

sigkeit. Das angehängte Ballett, das die Geschichte von

Streichquartett und Klarinette griff Widmann selbst zum

Orpheus im Rahmen eines riesigen Pappfernsehapparats

Instrument, seine Schwester Carolin überzeugte als Inter-

noch einmal mit negativem Ausgang erzählt, ist mit seiner

pretin der ihr gewidmeten Etüden für Violine solo. Diese

ermüdenden Zappelei wohl der Mode des TV-Zapping ent-

kammermusikalischen Werke wurden eingerahmt von der

RICHARD STRAUSS Sämtliche Orchesterwerke

sprungen.

Ikarischen Klage für Streichorchester und der Insel der Si-

7 CD 74321 98495 2

So könnte man geneigt sein, den Abschaltknopf für diese

renen für 19 Streicher und Solovioline.

Inszenierung zu suchen, zumal auch der hyperaktiv diri-

Die Ausführung war ausgezeichnet, ein hohes Lob geht an

gierende Ivor Bolton die matte Bilderfolge um ein bemüh-

die Musiker und den Komponisten – allerdings ließ eine

tes Klangbild der Daueraufgeregtheit ergänzt. Einzig Ves-

miserable Akustik die extremen Feinheiten der Musik

selina Kasarova ist es zu danken, dass die Premiere nicht

komplett untergehen. Der Rotunde, die als Durchgangs-

zum Total-Flop geriet. Trotz Erkältung lieferte sie ein furio-

raum im Museumsbetrieb die Geräusche dankenswerter-

ses Rollendebüt als Orphée, in dessen Schatten die süß-

weise zerstreut, fehlt die nötige Konzentration, die sich so-

biedere Eurydice von Rosemary Joshua und Deborah

mit auch beim Publikum nur höchst bemüht einstellte. Die

Yorks clownesker Amor – auch von der Regie – fast zur

laute Klimaanlage, die zudem auch noch hochfrequente

Bedeutungslosigkeit verurteilt waren. Selbst an einem

Pieptöne von sich gab, hätte man besser abgeschaltet. Es

Abend, an dem ihr die Stimme Streiche spielt, überzeugt

bleibt zu hoffen, dass diese hochambitionierten Konzerte

die Kasarova durch die Bandbreite und Virtuosität ihres

in eine akustisch angemessenere Umgebung verlegt wer-

vokalen Ausdrucksvermögens. Mit ihrer darstellerischen

den können, interessante Alternativen gibt es in der Pina-

Intensität und Glaubwürdigkeit vermag sie den ernsthaften

kothek der Moderne genug. Im Mittelpunkt der nächsten

wie den herzergreifenden Ton zu treffen, der Gluck ange-

beiden Veranstaltungen stehen Aribert Reimann und Anton

messen ist.

EXTRA REISE REGIONAL

Heinz-Günter Vester

PREMIERENSPIEGEL

Webern.

HIFI CD

DIE DVD Eine Alpensinfonie in Bildern R. Strauss’ beeindruckende Alpensinfonie inspirierte den Fotokünstler Tobias Melle zur bildnerischen Umsetzung des Werks auf einer DVD, die den Strauss-Liebhaber auf eine atemberaubende Reise durch die Welt der Alpen führt.

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Detlef Krenge

crescendo 06 2003 25

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06.11.2003

13:28 Uhr

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am Rande Irrtum am Rande: Hans-Joachim Frey würde Intendant der Dresdner Semperoper, behaupteten wir bedauerlicherweise im letzten Crescendo. Das stimmt natürlich nicht – Intendant des Hauses ist seit dem 01.08.2003 Prof. Gerd Uecker! Hans-Joachim

Herr der Ringe

Lutherleben

Nach fast 60 Jahren gibt es nun erstmals wieder alle vier Opern von Wagners Ring des Nibelungen in der Semperoper Dresden zu erleben. Das Finale mit der Götterdämmerung hatte zu Beginn der neuen Spielzeit Premiere unter dem Dirigenten Michael Boder.

Die thüringische Landeshauptstadt Erfurt darf stolz sein auf ihr neues Opernhaus!

Frey ist vielmehr seit dem Beginn dieser Saison als Operndirektor der Semperoper tätig! Eine bemerkenswerte Aufführung von Purcells Oper Dido and Aeneas veranstalten die Bayerische Kammeroper und das Hotel Maritim am 22. FOTO: THEATER ERFURT

November im Münchner Maritim: Die Oper umrahmt ein festliches 4-Gänge-Menü, und die Aufführung

FOTO: ÊRWIN DÖRING

versucht, möglichst nah an die Bedingungen der

Luther, was hast Du wieder angestellt?

Architektonisch gelungen ist der Kontrast zwischen der quaderförmigen, voll verglasten transparenten Außenhülle Wehe, Walhalla naht: Alfons Eberz und Gabriele Schnaut

und dem eigentlichen Theaterraum, der wie eine große, dunkel schimmernde Schale darin liegt. Im überakustischen Foyer schaukeln sich die Pausengespräche zu fröh-

schen Abläufe der Leitmotivik ausgerichteten Regie von

lichem Lärm auf, aber im Saal herrscht eine ruhige, gedie-

Willy Decker führte er das Werk zu gefeiertem Erfolg. Her-

gene Atmosphäre. Stolz dürfen die Bauherren auch darauf

vorragende Sänger in den Hauptpartien prägten das Profil

sein, dass der geplante Zeit- und Kostenrahmen eingehal-

der Aufführung. Alfons Eberz als Siegfried präsentierte

ten wurde. In die Freude mischt sich nur der Ärger darü-

sich wie schon am Zweiten Tag des Bühnenfestspiels als

ber, dass der Oper, damit sie in der Oberliga der deutschen

perfekter jugendlicher Held. Mit Gabriele Schnaut als

Bühnen mitspielen kann, das eigene Schauspielensemble

Brünnhilde und Karl Rydl als Hagen prägte das Terzett die

geopfert wurde. Klaus Zehelein, der Präsident des Deut-

stimmliche Präsenz und in der Darstellung die überzeu-

schen Bühnenvereins, rief in seinem Grußwort das Land

gend und in packender Dramatik umgesetzte Regiearbeit

und die Stadt zur Revision dieses Todesurteils auf. Um die

Uraufführung heran zu kommen: Mit nur sechs weib-

von Walter Decker. Wolfgang Gussmann (Ausstattung)

Neueröffnung angemessen zu begehen, hatte Intendant

lichen Darstellern, die in barocken Kostümen alle

samt Frauke Schernau (Kostüme) stellten einen Hinter-

Guy Montavon eine neue Oper bei dem noch relativ jungen

Partien singen und spielen. Schließlich schrieb

grund des Spiels, der von höchstem ästhetischen Reiz

Berliner Komponisten Peter Aderhold in Auftrag gegeben.

Purcell seine Oper für ein Mädchenpensionat! Der

war, ob es sich um den paradiesischen Wölkchen-Himmel

Ein zum Ort und Anlass passendes Sujet wurde in Martin

Preis pro Person: 90 EUR.

des Brünnhildenfelsens handelt, um den Bauhausstil der

Luther gefunden, der in Erfurt studiert hatte und dort ins

F OTO : B AY E R I S C H E K A M M E R O P E R

In bewundernswertem Einklang mit der auf die musikali-

Gibichungenhalle mit Blick auf die leicht verfremdete Lo-

Kloster eingetreten war. Die Handlung der Oper spielt al-

Treffen der Generationen – so könnte man das Pro-

reley des Rheintals oder um die Bühne auf der Bühne des

lerdings auf der Wartburg und in Wittenberg, gruppiert um

gramm des diesjährigen Musikfests der Villa Schind-

Aktionsfelds für die Rheintöchter, hinter der sich dann das

zwei zentrale Aspekte der Biographie Luthers: die Begeg-

ler in Telfs/Tirol beschreiben! Dem Eröffnungskonzert

Ende der Götter mit dem gebrochenen Wotan auf den aus

nung mit Katharina von Bora und seine Zweifel an sich

von Ehrenpräsident Paul Badura-Skoda (76) folgten

Rheingold und Walküre bekannten Stuhlreihen vollzieht.

und seiner Mission angesichts der Bauernaufstände. Ein

Alexandra Helldorff (16) und Yuki Janke (17) – den

Eine apokalyptische Götterdämmerung aber fand nicht

Stoff mit großen dramatischen Potentialen. Aderhold und

Abschlussabend bestritt Youri Boukoff (80)! Wenn

statt. Dafür rollt am Ende Erda eine neue Weltenkugel her-

sein Vater Egon, der das Libretto schrieb, machten viel zu

doch das Miteinander von Jung und Alt nur immer so

ein. Der Rhein hat sein Gold zurück. Ein neuer Anfang –

wenig daraus. Dem Text fehlt jede dramatische Unmittel-

konfliktfrei funktionieren würde...

derselbe oder ein anderer – wäre möglich. In plastischen

barkeit, vieles ist hölzern, allzuoft wird doziert. Musikalisch

Bildern entrollte sich dieses Endspiel, an dessen Beginn

erlebt man gediegenes Mittelmaß, es fehlen die Ecken und

Keine Spur von Klassikkrise: Die Tonhalle Düsseldorf

die Kugel schon Risse zeigt, die die Nornen mit dem

Kanten, die zu einer Stellungnahme herausfordern, statt-

verzeichnete in der letzten Saison ein Zuhörerplus

Schicksalsseil nicht mehr binden können. Sie platzt aus-

dessen findet man Text und Szene brav mit gemäßigt mo-

von 12 %. Die beiden Ringzyklen in Baden-Baden im

einander. So muss Siegfried in der von Alberich und Hagen

dernen Mitteln ausgemalt. Den stärksten Eindruck macht

Dezember und Januar waren Monate im voraus aus-

geprägten Welt des Lug und Trug untergehen. Symbol-

das Bühnenbild von Hermann Feuchtner, eine geborstene

verkauft. Und das sommerliche Lucerne Festival

trächtig vollendete sich das Schicksal eines legendären

Riesenorgel, die Raketen assoziiert. Sängerensemble,

hatte mit über 80.000 Besuchern eine Auslastung von

naiven Helden. Was nun tun mit der weißen Kugel?

Chor und Orchester waren in guter Form – das lässt für

mehr als 85%!

26 crescendo 06 2003

Friedbert Streller

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL

die Zukunft der Oper Erfurt hoffen.

PREMIERENSPIEGEL

Peter Sarkar

HIFI CD DVD VORSCHAU


05.11.2003

11:24 Uhr

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CLASS AKTUELL 2004/1

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CLASS Association of Classical Independents in Germany e.V. Bachstraße 35 32756 Detmold www.classgermany.de info@class-germany.de AKTUELLE EINSPIELUNGEN *

„Wer vieles bringt…

wird manchem etwas bringen.“ (Goethe)

Aus dem faustischen Zusammenhang gerissen erscheint dieses Goethezitat als flammendes Plädoyer für den Wühltisch. Weit gefehlt! Unser Altmeister hatte mehr als den Glitzer-Glamour des Vorweihnachts-Rabattgeschäftes im Auge, als er diese Worte sprechen ließ. Denn er setzt fort: „Was glänzt, ist für den Augenblick geboren, das Echte bleibt der Nachwelt unverloren“... Und so beweist MDG im ausgehenden Jahr 2003 einmal mehr mit zahlreichen Neuheiten, dass Klaviervirtuosität, Kammermusik oder orchestrale Klangdimensionen mehr gemein haben, als das anlautende „k“ : nämlich den künstlerischen Anspruch, mit dem höchste interpretatorische Perfektion und Klarheit klanglich katalogisiert werden. Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Bei Bach hat’s „gefunkt“ (FONOFORUM) – jetzt ist das Ensemble Musica Alta Ripa für Georg Philipp Telemann entbrannt: Ein feuriger Ohrenschmaus für audiophile Brandstifter… Telemann lebte unter dem dümmlichen Vorurteil, ein „Blockflöten-Komponist“ zu sein (Wir wissen heute, wie viele hervorragende Werke er auch für die „moderne“ Traversflöte komponiert hat). Gerade deswegen bewies er mit dem Concerto C-Dur allen trendigen Zeitgenossen, daß Farbenreichtum, technischer Anspruch und merkantiler Wert der Flauto dolce noch lange nicht ausgereizt waren… Und wo ihr's packt,... Was schreibt ein Genie nieder, wenn die Einfälle sich überschlagen? Notenschlüssel? Überflüssig. Taktangaben? Nicht nötig. Titel? Besetzung? Komponist? Alles Fehlanzeige! Lediglich ein paar Punkte und Striche kritzelte Mozart 1777 auf‘s Papier – und alle Welt sollte ihn fortan für sein Oboenquartett F-Dur KV 370 bewundern. Zusammen mit dem exotischen Glashamonika-Adagio und Rondo c-Moll / C-Dur KV 617 und dem legendären Bläserquintett Es-Dur KV 452 präsentiert das Ensemble Villa Musica Werke, die selbst im Schaffen Mozarts noch Superlative darstellen – und zaubert daraus Volume 4 der Gesamteinspielung. ... da ist's interessant. Nicht nur in puncto „Senkrechtstarter“ dürfte das Leipziger Streichquartett sich mit Felix Mendelssohn wesensverwandt fühlen – beide Namen werden in zunehmenden Maß in einem Atemzuge genannt, wenn es um aufsehenerregende Neuigkeiten des Plattenmarktes geht: Die BBC katapultierte das Volume 1 der Quartette prompt auf die Position „Top-CD des Monats“. Hier bin ich Mensch,... Die Freunde künstlerischer Aufnahmetechnik haben darauf gewartet: Elisabeth Leonskaja hat nun auch den Weg zu MDG gefunden. Die Weltklassepianistin und das audiophile Label präsentieren gemeinsam mit zentralen Kompositionen aus Franz Schuberts Klavierwerk nicht nur die edle Formsprache der Sonate, sondern auch die Welt des romantisch-freien Klavierstücks, dessen Klang-Bukett sich unter ihren Händen auf dem legendären Steinway (1901) in feinsten Farben entfaltet. … hier darf ich's sein. Schon die ersten Töne seiner Einspielung bringen ein Weltgebäude ins Schwingen: Jean-Efflam Bavouzet gilt als einer der erfolgreichsten europäischen Pianisten der jüngeren Generation. Auf persönliche Einladung Sir Georg Soltis hin gab er 1998 in Paris und Rom sein Debüt mit dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Pierre Boulez mit Bartoks 3. Klavierkonzert… Seine

Einspielung der Klaviermusik Ravels war längst überfällig. Die Tat ist alles,... Die Fachleute schwärmen: „Seine künstlerische Domäne ist die Zeit der exzentrischen Virtuosen und egomanen Revolutionäre der Klaviertechnik“ - Friedrich Höricke, Pianist aus der Schule Günter Ludwigs und Pavel Gililovs, Absolvent des Curtis - Instituts in Philadelphia und Preisträger des 1. Internationalen Klavierwettbewerbs in Köln, zählt heute zu den Sternen am deutschen Virtuosenhimmel. Er spielt nicht nur die monumentale Rachmaninoff - Sonate Nr. 2 b-moll op. 36, er stellt in dieser Einspielung alle Klavier-Transkriptionen aus der Feder Rachmaninoffs vor: pianistische Bravourstücke, Schluß - und Höhepunkte seiner unzähligen bejubelten Klavierabende... ... nichts der Ruhm. „Je mehr ich die Menschen kennenlerne, um so mehr bewundere ich die Hunde“, schrieb Erik Satie nicht ohne Häme über seine Zeitgenossen – kein Wunder, denn bis heute gehört eine gehörige Portion Sachverstand und Humor dazu, seine Kompositionen zu verstehen. Eine wesentliche Hilfestellung wird der „Satieriker“ Steffen Schleiermacher mit dem Vol. 5 der Klavierwerke bieten! Das Beste ist grad gut genug. Gleich mit der ersten Gesamteinspielung landete das Trio Parnassus einen Volltreffer: die wenig bekannten Klaviertrios von Johann Nepomuk Hummel wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Und für das Trio Parnassus war es der Start für zahlreiche weitere Gesamteinspielungen, deren Auszeichnungen für sich sprechen. Zwar weiß ich viel,... Mit vier MDG-Einspielungen bewiesen die Deutschen Naturhornsolisten bereits ihre Meisterschaft. Doch erst die neueste CD erhellt die Jagdmusik von all ihren kunstvollen Seiten: die große französische Tradition auf dem Parforcehorn in Es, ein deutsches romantisches Hornquartett für vier Inventionshörner in F und eine stiltypische Sakralkomposition – die zeitgenössi-sche „Hubertusmesse“, in der neben dem traditionellen Instrumentarium sogar drei Alphörner zum Einsatz kommen. ... doch möcht ich alles wissen. Schmetternde Triumphmärsche und eherne Opernhymnen... eine Fundgrube für Raritätenjäger: hr brass, das Vorzeige-Ensemble des RSO Frankfurt, legt bei MDG diese Debutproduktion mit Bearbeitungen der zugkräftigsten Opernmelodien vor. Viva Verdi! Der Worte sind genug gewechselt... Joachim Thalmann

G. Ph. Telemann Ouvertüren, Sonaten Konzerte Vol.1 Musica Alta Ripa MDG 309 1189-2

W. A. Mozart Sämtliche Quintette Vol.4 Ensemble Villa Musica MDG 304 1183-2

Felix Mendelssohn Sämtliche Streichquartette Vol. 3 op. 44, 3 + 80 Leipziger Streichquartett MDG 307 1056-2

Franz Schubert 3 Klavierstücke D 946 Sonate D 664, 2 Scherzi D 593 Allegretto D 915, Adagio D 612 Elisabeth Leonskaja MDG 343 1194-2

Maurice Ravel Sämtliche Klavierwerke Jean-Efflam Bavouzet MDG 604 1190-2 (2 CDs)

Serge Rachmaninoff Sonate Nr. 2 Sämtliche Transkriptionen Friedrich Höricke MDG 611 0547-2

Erik Satie Klaviermusik Vol. 5 Les Pantins dansent Steffen Schleiermacher MDG 613 1067-2

Johann Nepomuk Hummel Sämtliche Klaviertrios Trio Parnassus MDG 303 0307-2 (2 CDs)

Musique de Chasse Jagdmusik Fanfaren und Konzertstücke Deutsche Naturhornsolisten MDG 605 1188-2

Viva Verdi! Ouvertüren arrangiert für Blechbläserensemble hr brass Steven Verhaert, Leitung MDG 603 1187-2 *) Alle MDG-Einspielungen im Fachhandel erhältlich. Weitere Informationen unter: www.mdg.de Vertrieb: NAXOS Deutschland GmbH


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05.11.2003

11:24 Uhr

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Neues vom

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Plattenmarkt

Vom Leben des Jean Mouton sind nur wenige halbwegs gesicherte Fakten bekannt. Es scheint, dass er 1502 in die Hofkapelle Louis XII aufgenommen und 1510 zu ihrem Maître ernannt wurde. Viele der auf dieser CD vom Ensemble Jacques Moderne, Leitung Joël Suhubiette, eingespielten Werke schrieb er anläßlich der Trauerfeiern für die Königin Anne de Bretagne, die 1514 starb (Ligia Digital LIG 020212203).

Auf vier CDs hatte das Budapester Klavierduo die symphonischen Dichtungen in Liszts eigenen Transkriptionen für zwei Klaviere auf Hungaroton vorgelegt. Diese Gesamtaufnahme ist jetzt als Box (natürlich mit Preisvorteil) erhältlich unter HUN 541005.

Eugène Bozza hatte zeitlebens ein besonderes Interesse an Kammermusik für Bläser. Csaba Klenyán, Klarinette und Maki Yamamoto, Klavier stellen auf Hungaroton HUN 532114 Werke vor, die wegen ihres hohen musikalischen Anspruchs und ihrer technischen Schwierigkeiten einen gewissen Prüfstein für Klarinettisten darstellen.

Kein Geringerer als Ignaz Paderewski urteilte, nach Chopin sei Moritz Moszkowski derjenige Komponist, der am besten für das Klavier zu schreiben verstehe. Größen wie Horowitz,

Rachmaninov und Bolet spielten seine Werke regelmäßig im Konzert. Auf Pro Piano PPR 224536 stellt Esther Budiardjo nun in Erstseinspielung seine „Vingt Petites Études“ op. 91 vor.

SO HABEN SIE TUBA NOCH NICHT GEHÖRT. Was der Tubist Øystein Baadsvik auf BIS 501285 so anstellt, sprengt jegliche Vorstellungskraft. Offenbar hat man vergessen, Herrn Baadsvik zu sagen, dass die Tuba nicht alles kann. Lassen Sie sich verblüffen von Vivaldis „Winter“, Griegs „Anitras Tanz“, Arbans „Karneval in Venedig“. Aber bitte vor Start der CD das Anschnallen nicht vergessen!

Eine Liebeserklärung an die Musik, die Romantik, an große Gefühle und deren Ausdruck, an das Cello… nennt Martin Rummel zu Recht seine Einspielung ex oriente cello mit Werken von Dvorák, Janácek und Martinu (Musicaphon MUS 556855). Christoph Eggner begleitet ihn am Klavier.

Eine neue HybridSACD von BIS, zum, wie bei uns jetzt üblich, normalen CD-Preis: Auf BIS 501263 hat Martin Fröst das wunderbare Klarinettenkonzert von Mozart aufgenommen (mit all den feindynamischen Abstufungen, zu denen die SACD fähig ist). Dieses wunderbare Konzert, von dessen langsamem Satz man nur sagen kann: Wen das nicht rührt, der hat kein Herz (noch dazu in einer so einfühlsamen Interpretation).

„Präzises Ensemblespiel, satte Klangfülle Das Oslo String Quartet auf cpo Seit seiner Gründung im Jahre 1991 hat sich das Oslo String Quartet als eine der führenden skandinavischen Kammermusikformationen etablieren können. Seine unverwechselbare Erscheinung verdankt das Oslo String Quartet seinem fundierten technischen und musikalischen Ansatz: „Es wird kaum jemanden überraschen, wenn wir dieses Quartet einzigartig nennen mit seiner inneren Integrität, seinem evokativen und unverwechselbaren Klang, seiner Ernsthaftigkeit und seiner Expressivität, die das Wesen der Musik tatsächlich dort findet, wo es zu finden ist“, meinte die Jury, die den vier Künstlern den Critics’ Music Award 1999-2000

verlieh. Auf ihren neuen cpo CDs widmen sich die jungen Künstler Johann Svendsen, Jean Sibelius, Alban Berg und Hugo Wolf.

cpo 999 858 - 2

cpo 999 977 - 2

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Nach dem großen Erfolg von „Robert le Diable“ entschied das Martina Franca Festival nun, auch Giacomo Meyerbeers „Hugenotten“ auf die Bühne zu bringen (Musikalische Leitung: Renato Palumbo). Immerhin eines der wichtigsten, innovativsten und revolutionärsten Werke der Operngeschichte, dessen Bedeutung heute leider weitgehend ignoriert wird (Dynamic DYN 500422, 3 CD).

Niccolò Jommellis Intermezzo „L’Uccellatrice“ hat seit der Uraufführung in Venedig 1750 immer wieder das Publikum erfreut. Zu dieser Zeit war das Intermezzo ein fest definiertes Genre, abgespalten von der Opera seria, mit der es üblicherweise kombiniert wurde, und bereits im Niedergang begriffen. Doch erlebte L’Uccellatrice noch eine ganze Reihe von Aufführungen bis 1772 und wurde sogar ins Französische übersetzt, mit adaptierter und ausgeweiteter Partitur. – Die Ersteinspielung auf Dynamic DYN 500436 leitet Vanni Moretto.

Diese CD (Claves CLA 502303) wurde aus Anlass des hundertjährigen Todestages des russischen Mäzens und Musikverlegers M. P. Belaieff (1836-1903) herausgegeben. Alle hier eingespielten Werke von Vainberg, Tcherepnin, Shoot, Wustin, Raskatov sind im Verlag Belaieff erschienen. Das Repertoire in seiner Fünfssprachigkeit und seinen hohen technischen Schwierigkeiten stellt höchste Anforderungen an die Interpreten, insbesondere die Sopranistin. Elena Vassilieva, begleitet vom Quatuor Sine Nomine, wird diesen Ansprüchen an eine musikalische Höchstleistung gerecht.

WERGO

Bjarne Brustad (18951978) erhielt seine musikalische Ausbildung wesentlich bei Carl Flesch in Berlin, der seinerzeit als der beste und innovativste Geigenlehrer in Europa galt. Später wandte er sich an Béla Bartók, der ihm sagte: „Hier kann Sie niemand etwas lehren.“ Die musikalische Öffentlichkeit versuchte ihn seinerzeit als Impressionisten einzusortieren, obwohl im nichts ferner lag, als die Rolle eines norwegischen Debussy zu übernehmen. Stark sind die Einflüsse norwegischer Volksmusik in seinem Werk. Seine Werke für Violine stellt Sølve Sigerland auf Simax SIM 501229 vor.

Als Einojuhani Rautavaara erfuhr, dass Jyrki Korhonen plante, seine Liederzyklen aufzunehmen (am Klavier begleitet von Ilkka Paananen), hat er die Lieder noch einmal überarbeitet, um den profunden Baß des Sängers besser zur Geltung kommen zu lassen. Und das mit Erfolg, wie sich auf BIS 501141 überprüfen lässt. BITTE SENDEN AN:

Klassik-Center Kassel Glöcknerpfad 47 · 34134 Kassel Tel. 05 61/9 35 14 13 Fax 05 61/ 9 35 14 15 www.klassikcenter-kassel.de · info@classicdisc.de Gern schicken wir Ihnen Kataloge und Neuheiteninformationen Name:

george antheil the lost sonatas Fifth Sonata Sonate Sauvage Woman Sonata Fourth Sonata Third Sonata

Don’t Panic! Was entsteht, wenn 60 Komponisten aus 18 Ländern für einen Pianisten 60 Stücke schreiben, die alle etwa eine Minute lang sind?

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guy livingston: piano

40 Jahre nach dem Tod des „Bad Boy of Music“ George Antheil bringt Guy Livingston, der heute zu den führenden WER 66612 Interpreten der Musik George Antheils gehört, eine außergewöhnliche Sammlung vergessener Werke (einschließlich drei Erstveröffentlichungen) des amerikanischen Komponisten ans Licht der Öffentlichkeit. George Antheils Musik ist überschäumend und fröhlich, voller Humor und unbeschwerter Parodie – seiner selbst und seiner Lieblingskomponisten.

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05.11.2003

und feines Farbenspiel“ (FonoForum 10/03)

Ein Mikrokosmos allerneuester Musik! Guy Livingston: Piano WER 6649 2

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05.11.2003

11:25 Uhr

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Für Sie entdeckt: 1) DCA 1143

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Alte und neue Meisterwerke

2) DCA 1146

3) CHAN 10111

4) CHAN 10016

T

5) CDA 67451

6) CDA 67375

7) PTC 5186011

8) PTC 5186022

9) CKD 194

1) DCA 1143

2) DCA 1146 Mit dieser Aufnahme geht die Korngold-Serie von ASV in die dritte Runde. Der Dirigent Caspar Richter folgt in seiner Programmauswahl dem bewährten Muster und präsentiert auch in dieser Folge Werke aus verschiedenen Schaffensperioden des Komponisten: Das sind Arien aus den Opern “Der Ring des Polykrates”, „Die Kathrin“ und „Das Wunder der Heliane“, die Weltersteinspielung der Schauspielmusik „Der Sturm“ und das Cellokonzert in C-Dur.

3) CHAN 10111 Vorliegende CD bietet ein außergewöhnliches Programm: original balinesische Musik und durch sie beeinf lusste Werke von zwei der innovativsten und einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Die Rede ist von Benjamin Britten und dem Musikethnologen Colin McPhee, der während eines sechsjährigen Studienaufenthalts in Bali die Musik der Einheimischen erforscht hatte. Zu den eingespielten Werken gehört auch das Stück „Balinese Cereminial Music“, das hier in einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1941 mit Britten und McPhee (!) am Klavier zu hören ist.

4) CHAN 10016 Bereits seit seinen Studententagen hatte Astor Piazzolla Ambitionen, neben mehr kompakten, vom Tango inspirierten Stücken, auch große symphonische Werke zu komponieren. So war es letztlich nur eine Frage der Zeit, bis Piazzolla ein vollständiges Konzert für Bandoneon und Orchester schreiben würde. Piazzolla selbst hat das Werk zu seinen Lebzeiten bei Aufführungen öfters mit den „Drei Tangos“ gekoppelt. Die anderen auf

der CD eingespielten Stücke stehen für seinen konzentrierteren Stil, den Piazzolla vor allem in seinen kurzen Stücken für Tango Quintett erreichte.

gibt Einleitung und Epilog der CD seine Stimme. Das Ergebnis? Hören Sie selbst!

8) PTC 5186022 5) CDA 67451 Die „Englischen Suiten“ sind – so der Bach-Biograph Johann Nikolaus Forkel – von Johann Sebastian Bach im Auftrag eines “vornehmen Engländers” geschrieben worden. Ungeklärt ist nach wie vor, warum die Suiten “englische” heißen: Ihrer Form nach folgen sie (wie auch die kleineren “französischen” Schwestern und die Partiten) weitgehend dem traditionellen französischen Tanzsuiten-Typus. Solistin der vorliegenden Aufnahme ist Angela Hewitt, die “Grande Dame” des Bach-Spiels. Damit liegen inzwischen zehn Bach-Aufnahmen mit ihr bei Hyperion vor (eine Letzte soll im kommenden Jahr folgen).

6) CDA 67375 Neue Werke von Arvo Pärt sind ausnahmslos Besonderheiten und diese Einspielung enthält nicht weniger als fünf Weltersteinspielungen! Aufgenommen wurde das Repertoire in der Anwesenheit des Komponisten Anfang dieses Jahres in der Temple Church in London. Namhafte Künstler - unter ihnen David James, Countertenor des Hilliard Ensembles, sowie Stephen Laytons Chor „Polyphony“ und Christopher Bowers Broadbent an der Orgel bürgen für ein unvergessliches Musikerlebnis!

7) PTC 5186011 Die Liste jener, die Prokofieffs „Peter und der Wolf“ einem größeren Publikum näher gebracht haben, liest sich wahrlich beeindruckend: Sie reicht von Sir Peter Ustinov über Sting und bis hin zu Otto Walkes und Loriot, um nur einige Namen zu nennen. PentaTone Classics legt noch eins drauf und präsentiert in seiner Neuaufnahme ein Ensemble, das alle vorherigen Einspielungen in den Schatten stellt: die italienische Filmdiva Sophia Loren, die den Part des Erzählers in „Peter und der Wolf“ übernommen hat, und an ihrer Seite die ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten. Bill Clinton ist dabei die Aufgabe zugekommen, die amüsanten, im Sommer 2002 uraufgeführten „Wolf Tracks“ von Jean-Pascal Beintus (geb. 1966) zu kommentieren, Michail Gorbatschow

Die auf der vorliegenden CD eingespielten Werke, das Klavierkonzert Nr.1 und das Violinkonzert von Tschaikowsky, darf man wohl ohne Einschränkung zu den Meisterwerken zählen, vielleicht gar mit vollem Respekt als „virtuose Schlachtrösser“ bezeichnen. Solisten der Aufnahme sind Nikolai Lugansky am Klavier und der Geiger Christian Tetzlaff unter der Leitung von Kent Nagano mit dem Russian National Orchestra.

9) CKD 194 John Dowland war in jeder Hinsicht der außergewöhnlichste Komponist der späten Tudor- Ära Englands. Der Zyklus seiner Pavanen gibt nahezu perfekt den „Melancholie-Kult“ der damaligen Zeit wieder, der sich durch die Musik, Kunst und Literatur des 16. Jahrhunderts zieht. Die Mezzosopranistin Randie Stene wurde für diese Einspielung vom Norsk Barokkorkester unter Rolf Lislevand begleitet. BITTE SENDEN AN:

CODÆX Deutschland GmbH Landsberger Str. 492 81241 München infode@codaex.com

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Alexander Borodin studierte in seiner Heimatstadt Petersburg Medizin und Chemie. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst zwei Jahre als Arzt, anschließend unterrichtete er als Professor für Chemie an der Petersburger Akademie, um dann eine medizinische Schule für Frauen zu gründen. Seine große Leidenschaft seit seiner Kindheit war die Musik. Auf der vorliegenden Aufnahme präsentieren „The Lindsays“ die Streichquartette Nr. 1 und 2 sowie, unterstützt von Louise Williams (Viola) und Raphael Wallfisch (Cello), das Streichsextett in d-Moll.

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ass aktuell

05.11.2003

11:25 Uhr

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Zubin Mehta, Foto: Christine Schneider

Wege in die Moderne – von der „Verklärten Nacht“ bis zu Krˇenek´s Violinkonzert

Tango für Harfe und Saxofon

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Harfe und Saxofon sind von scheinbar gänzlich unterschiedlichen Charakteren. Das Duo Evelyn Huber und Mulo Francel bricht mit den klischeehaften Vorstellungen seiner Instrumente und führt sie in einem faszinierenden Rendezvous zusammen. Ein verwegen melancholisch gehauchtes Saxofon paart sich mit rhythmisch temperamentvollen Harfenklängen zu einer kaum je geahnten märchenhaften Welt.

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e, das chaiu den m Reisten und g von . FM 109-2 (Vertrieb über Soulfood/Sony)

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Die gerade veröffentlichte zweite CD des extravaganten Klangensembles trägt den Titel Tango Lyrico (FineMusic 109-2) und macht die fruchtbare Verbindung hör- und erlebbar. Das Repertoire reicht von liebevoll entstaubten Melodien des alten deutschen Films über Paul Desmonds Take Five bis hin zum Libertango Astor Piazzollas. Harfenistin Evelyn Huber begleitete Klarinettenmeister Giora Feidmann, Mulo Francel gibt mit seinem erfolgreichen Ensemble Quadro Nuevo quer durch Europa Konzerte und wurde in diesem Herbst bereits zum vierten Mal mit dem Deutschen Jazz Award ausgezeichnet.

Zubin Mehta und Heinrich Schiff dirigieren Schönberg, Schreker und Krˇenek auf CD und DVD-Audio Zwei neue Veröffentlichungen bei FARAO classics befassen sich mit der spannenden Zeit des frühen 20. Jahrhunderts in Wien. Auf diesen zwei Einspielungen lässt sich exemplarisch der Übergang von der spätromantischen Tonsprache Schönbergs erster Schaffensperiode in die neue Zeit und Ästhetik der Moderne verfolgen. Die „Verklärte Nacht“ in der Fassung für Streichorchester ist ein Paradestück für Zubin Mehta und den Streicherapparat des Bayerischen Staatsorchesters. Hier erblüht die ganze Dichte und Klangpracht dieses End- und Wendepunktes der Romantik in dramatisch packenden Farben – insbesondere die DVD-Audio-Version fesselt den Zuhörer in einem Hörerlebnis der besonderen Art. In der Kammersymphonie Nr. 1 zeigen 15 Solisten und ihr Dirgent, wie mit Transparenz und Perfektion auch diese hoch verdichtete Musik zu einer extremen Klarheit kommen kann. Zu Franz Schrekers Kammersymphonie koppelt Heinrich Schiff eine echte Entdeckung auf dem CD-Markt: Das weithin unbekannte Violinkonzert von Ernst Krˇenek wird von Hanna Weinmeister derart packend gespielt, dass man sich fragt, warum dieses Werk nicht zum Standardrepertoire der übrigen Geiger-Elite gehört. Diese zwei neuen Einspielungen sind ein Muß für jeden Musikinteressierten! Schönberg: Verklärte Nacht und Kammersymphonie Nr. 1 Das Bayerische Staatsorchester, Zubin Mehta Farao B 108042 (CD), D 108043 (DVD-Audio)

Schreker: Kammersymphonie Krˇenek: Violinkonzert Musikkollegium Winterthur, Hanna Weinmeister, Heinrich Schiff Farao B 108014 (CD) Evelyn Huber und Mulo Francel

Farao GmbH, Tel. 089-30777616, Fax 089-30777617 www.farao-classics.de


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06.11.2003

13:32 Uhr

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am Rande

Lucerne Festival Festival Mitte Europa in Plauen

Luzern als glorreiche Bühne für Mozarts Idomeneo. In der laut Riccardo Muti „besten Konzerthalle der Welt“ erlebt der Hörer die Musik so intensiv wie nirgends.

Den Joseph Joachim gewidmeten Violinwettbewerb in Hannover gewann der aus Jugoslawien stammende und heute in Frankreich lebende Nemanja

Dass dieses Festival nicht so bekannt ist,wie es sein müsste, liegt nicht an seiner Qualität!

Radulovic (18). Er erhielt ein Preisgeld in Höhe von 30.000 EUR. Der Countertenor Franco Fagioli (22) aus Argentinien gewann den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb „Neue Stim-

Magdalena Kozena als Idamante

FOTO: ADELHEID LIEBETRAU

FOTO: BERTELSMANN STIFTUNG

FOTO: LUCERNE FESTIVAL

men“ der Bertelsmann Stiftung. Am Wettbewerb, der

Die Kings Singers beim Festival Mitte Europna

Aufgeboten waren die hochkarätigsten Solisten: Philip

Erst recht nicht an seiner Bedeutung für die sächsisch-

Langridge (Idomeneo) verkörperte Siegeswillen, Macht-

bayerisch-böhmische Grenzregion. Denn seit der Premiere

und Herrschsucht, Schicksal, Gefühl und Verletzlichkeit.

1992 haben die Festivalmacher um den renommierten

Seine majestätisch weite Stimme erhob ihn zur Idealbe-

Bassisten Thomas Thomaschke mit Engagement, guten

setzung, ausdrucksgewaltig, bisweilen anrührend in die-

Ideen, hoher Qualität und geringem Budget vieles von dem

sem hochdramatischen Opernmarathon. Überragend als

verwirklicht, worauf größere und jüngere Festspiele mit

1987 von Liz Mohn ins Leben gerufen wurde, nahmen

Idamante: Magdalena Kozená. Schlicht gekleidet, ist sie

Mühen erst hinarbeiten. Allen politischen Widrigkeiten und

in diesem Jahr 1.200 Nachwuchskünstler aus 50

der „Mann“ des Gefühls. Ihre Performance, in knabenhaf-

historischen Berührungsängsten zum Trotz hat sich mit

Nationen teil.

ter Erscheinung, passt glücklich zu Mozarts Entwurf:

den Jahren ein echtes Miteinander zwischen Deutschen

Changierend mit Empfindungen, beherrscht sie ihre Stim-

und Tschechen entwickelt, im Publikum wie unter den be-

Das traditionsreiche Theater an der Wien wird ab dem

me wie keine zweite, überzeugt mit enormen Crescendi.

teiligten Festivalorten. Wozu nicht zuletzt der eiserne

Jahre 2006 wieder seiner ursprünglichen Funktion

Die stimmlich hochbegabte Christiane Oelze singt mit

Grundsatz beitrug, Deutsch und Tschechisch als gleichbe-

zugeführt und als klassisches Opernhaus genutzt. Im

Spürsinn für die weichen Faktoren Ilias Rolle. Unaufdring-

rechtigte Festivalsprachen zu behandeln.

1801 eingeweihten Haus wurde u.a. Beethovens

lich markiert die Kölnerin mit großem musikalischem Kön-

Die Geschichte begann im Pfarrhaus des Dörfchens Misla-

Fidelio uraufgeführt.

nen, dezenter Haltung und größtmöglicher Innerlichkeit

reuth, wo sich 1990 Studenten aus aller Welt zu einem

diese Partie. Anne Schwanewilms als Elettra ist abgebrüht.

Meisterkurs mit Thomaschke einfanden. Die Stimmung

Die erste Opern-Single-Party am 12. September in

Ihr Vorteil: große Opernerfahrung. Die pikante Konstellation

war gut, die Euphorie im lange Zeit abgeschiedenen Vogt-

der Berliner Komischen Oper fand große Resonanz

hier: Leicht ältere Frau (Schwanewilms’ Elettra mit metal-

land groß. Und so gründete man kurzerhand einen Förder-

und inzwischen auch Nachahmer! Sogar die New

lisch glasklarem Sopran) liebt verbissen jüngeren Mann

verein, um ein grenzüberschreitendes Festival auf die Bei-

York Times berichtete über das Projekt. Mit der Party

(Koˇzenás Idamante)! Ihre Charakterpalette schließt dämo-

ne zu stellen und junge Musiker zu unterstützen. Heute,

konnte die Komische Oper „vor allem Jugendliche

nisches Schaudern ein, welches das Publikum gen Ende

nach dem mittlerweile zwölften Festival, ist das Projekt

und Opernneulinge neugierig machen“. Dass die

übermannt, als die Sopranistin die Furienarie lostritt, an-

aus der Region zwischen Plauen und Marienbad, Bad Ste-

Verbindung von Single-Party und Kultur nicht das

getrieben vom rastlos rasenden Sir Simon Rattle, dessen

ben und Theresienstadt nicht mehr wegzudenken. Sieben

Ende des Abendlandes bedeutet, zeigte das Pro-

Sache eindeutig die Musik ist. Sein Orchester lenkt der

Wochen lang findet fast jeden Abend ein Konzert statt,

gramm der 2. Folge der Party am 31. Oktober: Sie fand

Brite ambitioniert und konsequent. Der qualitative Abstand

meist Klassik, aber auch Jazz und Chanson, und ab und zu

vor und nach Ligetis Grand Macabre statt – nicht ge-

zur Konkurrenz wurde einmal mehr klar. Die Berliner Phil-

eine Lesung. Spielorte sind alte Kirchen, Burgen, Scheu-

rade leichte Musikkost!

harmoniker denken Oper ganzheitlich und spielen sie ein-

nen, Kursäle. Die Atmosphäre ist familiär, und zahlreiche

heitlich! Nicht unbedingt so scharf und hell, wie der Hörer

Besucher nehmen selbst weite Fahrtwege in Kauf, um all-

Beim Konzert von Mitsuko Uchida war es soweit: Die

es von Harnoncourts Aufführungen gewohnt ist, dafür mit

abendlich dabei zu sein. Auch wenn man kaum mit den

Kölner Philharmonie konnte ihre 10millionste

dem symphonischen Turbo. Geigenklänge fallen so aus,

ganz großen Starnamen glänzen kann, ist die Qualität

Besucherin begrüßen. Herzlichen Glückwunsch und

als kämen sie aus nur einem Instrument. Das ist Luzern.

durchgängig hoch. Und das ist noch immer der sicherste

weiter so viel Erfolg!

Das ist Qualität.

32 crescendo 06 2003

Manuel Stangorra

Erfolgsgarant.

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL

Arnt Cobbers

PREMIERENSPIEGEL


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06.11.2003

13:32 Uhr

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Auf Aphrodites Insel Zypern bietet nicht nur Sonne, Strand und antike Sehenswürdigkeiten, sondern auch ein Opernfestival, das inzwischen zahlreiche Touristen anlockt. ARABELLA Laufzeit 154 Min. Best-Nr.: 0630 16912-2

Z

eitloser Musikgenuss!

AMERICAN BALLET THEATRE AT THE MET

FOTO:C&C CONTACT & CREATION GMBH

Laufzeit 100 Min. Best-Nr.: 3984 26555-2

Einzigartige Musikerlebnisse Erstmals auf

DIE FLEDERMAUS Laufzeit 176 Min. Best-Nr.: 4509 99216-2

DV

Fast wie in der Arena!

Unter den wie Pilze aus dem Boden schießenden Som-

Laufzeit 150 Min. Best-Nr.: 0630 19392-2

merfestivals ist das Aphrodite Festival in Pafos auf Zypern eines der neuesten. Anfang September gut zwischen dem Ende vieler Festspiele und dem Saisonbeginn an heimi-

LES CONTES D’HOFFMANN

Lehnen Sie sich zurück und

schen Herden gelegen, ist ein Urlaub in einer der schöns-

genießen Sie die Höhepunkte

ten Jahreszeiten auf der drittgrößten Mittelmeerinsel sehr

der Klassik: Ob wundervolle

LA FANCIULLA DEL WEST

zu empfehlen. Die Insel der Aphrodite bietet neben Badeoder Wanderurlaub, antiken Sehenswürdigkeiten und herr-

Opern oder bezauberndes

licher orthodoxer Kunst, Weinfesten und abgelegener Ro-

Ballett– unser stetig wachsendes

mantik jetzt auch noch ein Opernfestival. Vor dem antiken Hafenfort von Pafos wurde dieses Jahr in Coproduktion mit der Arena di Verona Puccinis Tosca dreimal aufgeführt. Mit der gewohnten Opulenz wurde in einer üppigen Kulisse eine konventionelle Inszenierung geboten – Oper, wie man sie erwartet. Sehr zuverlässig gab Elisabete Matos

Laufzeit 140 Min. Best-Nr.: 5050 466 8356-2 8

Angebot an Klassik-Titeln in brillanter DVD-Qualität wird Ihre Augen und Ohren

MANON LESCAUT

Laufzeit 130 Min. Best-Nr.: 50 50466 7174-2 9

garantiert verwöhnen!

die Floria Tosca, routiniert der Scarpia des verdienten Silvano Carroli, stimmlich positiv auffallend der Angelotti des Enrico Iori. Aber merken muss man sich vor allem den jungen Tenor Marco Berti, mit souveräner Gestaltung der Rolle und betörendem Schmelz. Als Cavaradossi sorgte er dafür, unterstützt von Sternschnuppen am Nachthimmel und der zuverlässigen Leitung Maestros Carellas im Orchestergraben, dass „E lucevan le stelle“ der Höhepunkt des Abends war. Hier wächst eine große Tenorhoffnung

S THE MAKROPULOS CASE

heran. Im nächsten Jahr, so wird gemunkelt, sei das Savonlinna Festival aus Finnland mit Verdis Rigoletto zu Gast.

Laufzeit 100 Min. Best-Nr.: 0630 14016-2

Martin Freitag

crescendo 06 2003 33

PETER GRIMES Laufzeit 160 Min. Best-Nr.: 0630 16913-2

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C06_03_S32-34

06.11.2003

13:32 Uhr

Seite 34

MUSIKERLEBNISSE IN VOLLENDETER QUALITÄT

Trojanische Pferde

Orpheus in der Unterwelt

Zu Berlioz' 200. Geburtstag geben gleich vier mitteleuropäische Opernhäuser sein monumentales Ausnahmewerk nach Vergil. Gegensätzlicher als die ersten zwei können Trojaner-Inszenierungen nicht sein.

Einen ganzen Opernzyklus widmet die Wuppertaler Oper in dieser Saison der griechischen Sagengestalt.

Bei TDK finden Sie Klassiker für höchste Ansprüche: Szenenauswahl, Ton und Bild sowie begleitende Informationen werden Sie begeistern.

DV-OPLDL

Lucie de Lammermoor Opéra National de Lyon

Ab November im Handel erhältlich!

Das Gelbe vom Ei: Susan Maclean als Didon in Mannheim

In Amsterdam begehen Hausherr Pierre Audi und Bühnenbildner George Tsypin die Doppeloper als großmächtiges

DV-BPABBOX

FOTO:MILENA HOLLER

Patrizia Ciofi Roberto Alagna

F O T O : N AT I O N A LT H E AT E R M A N N H E I M

Dirigent: Evelino Pidò Regie: Patrice Caurier & Moshe Leiser

Sungmi Kim in Luigi Rossis Orfeo

Beethovens 9 Symphonien vereint in einem Set

Steh- und Schreittheater im antik anmutenden Nirgendwo

Wegen der Sanierung des Wuppertaler Operngebäudes

aus Licht und liegenden (Troja) oder ragenden (Karthago)

muss das Schauspielhaus künftig einen Teil der anfallen-

Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Rom

opaken Vierkantsäulen. Mitunter gelingt der Stilisierung

den Aufführungen mitverkraften. Jetzt ein erster gelunge-

edler Einfalt, stiller Größe, bei den Massen (gewohnt groß-

ner Raumtest mit Orfei (1792) von Jewstignei Ipatowitsch

artig die Chöre) kippt die angedrillte Minimalgestik aber

Fomin, nicht Oper, sondern Melodram. Kein Gesang also,

ins Lächerliche um. Die ungekürzten Balletteinlagen in der

sondern gesprochener Text im Wechsel mit Orchester. Den

grotesk goldigen Zappelzurichtung von Amir Hosseinpour

ebenso „modernen“ Auftritt eines Klarinettisten als Orfeo-

sind optisch die Höchststrafe und entwerten die ansonsten

Double (mit Instrumental„arie“) könnte man gleichfalls als

bildschöne Produktion. Gefüllt wird die szenische Blut-

szenisches Ideenkapital nutzen. Leider kommt die Produk-

und Inhaltsleere mit hochklassig disponierten Berlioz-

tion auch wegen seiner deutschen Nachtextung noch zu

Klängen vom RFO unter Edo de Waart und namhafter Sing-

stark auf Kothurnen daher (Produktion: Thomas Dreißig-

kultur, auch wenn Donald Kaaschs Aeneas mal ein

acker/Klaus-Peter Kehr). Die recht eckige Choreografie

Spitzenton wegbricht und Yvonne Naefs Dido recht kühl

reicht zur Verlebendigung nicht aus. So bleibt zumindest

brilliert. Die überragende Petra Lang ergreift selbst als Fa-

für das Hören der (unter George Hanson) sehr ausdrucks-

belscheuche einer Kassandra.

starken Musik mehr Raum.

Claudio Abbado dirigiert die Berliner Philharmoniker

Ab November im Handel erhältlich!

Ganz anders in Mannheim: Vor knallgelber Dreistockfassa-

DV-EUC02

Europa-Konzert von Palermo

de holt Sebastian Baumgartens Team die trojanischen

Vergleichbar und doch etwas anders liegt die Sache bei

Schrecken und Traumata ins entschieden unnaturalisti-

dem Orfeo Luigi Rossis (noch im Opernhaus), welchem der

Claudio Abbado dirigiert die Berliner Philharmoniker

sche Heute einer Müllsack- und Loveparade-Ästhetik un-

mit Alter Musik bestens vertraute Dirigent Christoph Spe-

ter Billigperückenvolk – mit dem ursprünglichen Finale,

ring sein „Neues Orchester“ zur Verfügung stellt. Die 1646

einer Verherrlichung römischer Größe. Sogar ziemlich

in Paris uraufgeführte Oper (mit der Figur des Aristeo eine

Johannes Brahms Violinkonzert

lächerlich anmutende Bildeinfälle taugen irgendwie zu

Dreiecksgeschichte, die Gluck später minimieren wird) un-

Ernst und Dringlichkeit und vage Retro- und Makro-Film-

terwirft Michael Simon seiner sehr, sehr intellektuellen

und weitere

einspielungen allemal ungleich mehr als Audis putzige

Fantasie. Video-Installationen (Bild-Morphing) beschäfti-

Bonusmaterial: Ein Portrait von Palermo Dia-Show von den Proben

Pantomimen. Axel Kobers souveräne Leitung untermauert

gen das Auge, vertiefen aber nicht den Sinngehalt. So

die Leistungsfähigkeit des Hauses, wo der bullige Helden-

bleibt auch hier viel Raum für das Hören. Vor allem das ex-

tenor Michail Agafanov, Seherin Kathleen Broderick und

zellente Trio Sungmi Kim, Tina Hörhold und Stefanie

Liebesopfer Susan Maclean ihre Partien so unangefochten

Schaefer prägt sich dem Ohr ein. Mit Haydns L’anima del

wie eindrücklich meistern. Auf die Pariser Vorzeige-Pro-

filosofo (Übernahme aus Schwetzingen) und Offenbachs

duktion unter John Eliot Gardiner mit der süperben Susan

Orphée aux enfers aus dem Repertoire rundet sich der

Ludwig van Beethoven Ouvertüre "Egmont"

Ab November im Handel erhältlich!

Graham folgt noch Leipzig. www.tdk-mediactive.com

Erhältlich im Fachhandel. Vertrieb in Deutschland:

Michael Beughold

34 crescendo 06 2003

ambitionierte Orfeo-Zyklus an der Wupper.

Jens Mail


06.11.2003

12:34 Uhr

Seite 35

high fidelity

C06-03_S35-41

Komplette Lösungen crescendo goes HiFi –

an dieser Stelle präsentiert Ihnen die

Redaktion in enger Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin stereoplay die wichtigsten Neuheiten rund um die Themen HiFi, Surround und Mehrkanal-Aufnahmen.

HIFI

Jede Ausgabe von crescendo hat einen HiFi-Testschwerpunkt. Der dieser Ausgabe liegt auf DVD-Komplettanlagen. Fünf von ihnen – jeweils die besten ihrer Klasse – stellen wir auf Seite 38/39 vor; eine verlosen wir sogar (siehe Gewinnspiel unten). Hinzu kommt alles Wissenwerte rund um Informieren wünscht Ihnen

Claus Dick

>Gewinnspiel

> 6000 Stunden Musik Es musste ja einmal passieren! 20 Jahre brauchte die CD, um erst den Tonträgermarkt zu erobern und dann KLAUS HEYMANN. FOTO: NAXOS

die smarten Universalisten. Viel Spaß beim Schmökern und

wieder an ein Nachfolgermodell, die DVD abzugeben. Jetzt ist die DVD gerade erst etabliert, da muss sich der Musikfreund schon wieder mit ganz neuen Dingen befassen – gigantische Speichermedien versorgen ihn nicht mehr mit 70 Minuten Musik auf einer Scheibe, sondern mit 6000 Stunden. Und das auf einem einzigen Datenträger, kaum größer als ein Discman. Heraus kommt mit dieser Innovation das Label Naxos.

bis dasselbe auch in HiFi- oder gar High Definition Qualität

NML, Naxos Music Library, nennt sich das Gerät, das ein

angeboten werden kann.

Wir wollen es wissen:

gigantisches Archiv des klassischen Repertoires für die

Wie hören Sie Ihre klassische Musik am liebsten?

Nutzer bereit stellt. Zunächst für den Tonträgerhandel, Ho-

Im Januar, auf der Midem in Cannes, wird Naxos sein Gerät

1.) auf LP 2.) auf SACD/DVD-Audio

tels und Fluggesellschaften, Universitäten und Schulen. Der

offiziell vorstellen – im Februar geht’s dann richtig los.

3.) auf CD 4.) auf DVD-Video

gesamte Naxos-Katalog (und damit ein ziemlich umfang-

Übers Internet ist die Naxos Music Library schon jetzt ver-

Schreiben Sie eine Postkarte an: Portmedia, Senefelder-

reicher Katalog (2400 Titel) des Klassischen Repertoires)

fügbar, wie sich unsere Redaktion überzeugen konnte. Mit

straße 14 in 80336 München, oder mailen Sie uns:

steht damit jederzeit zur Verfügung. Besonders clever: Die

einer guten Suchfunktion findet man in Sekundenschnelle

info@portmedia.de. Unter allen Einsendern verlost crescen-

Suchfunktion und damit das Auffinden der Tracks geht nur

jeden Titel und kann ihn sich sofort anhören. Und nicht nur

do eine der klangstarken Magnat M one im Wert von 1200

übers Internet, was einerseits die Abrechnung ermöglicht,

das: Von den Lebensdaten der Komponisten bis zu einzel-

Euro. Die Redaktion wünscht Ihnen viel Glück! Das Preis-

andererseits Raubkopien einen Riegel vorschiebt. Noch gi-

nen Instrumenten oder Kompositionsdaten, alles ist über

rätsel aus der letzten Ausgabe hat gewonnen: P. Hohmann-

gantischer könnte diese Datenbank sein, würden all die La-

die eigens entwickelte Software „music manager“ verfüg-

Balke aus Grävenwiesbach. Näheres im nächsten Hifi-Teil.

bel, deren Vertrieb Naxos in aller Welt übernimmt, das An-

bar! Der normale CD-Hörer kann das Produkt allerdings

gebot annehmen, mitzumachen, und auch ihre Tonträger

zunächst nur indirekt nutzen, indem er im Handel ohne

Online und per NML zur Verfügung stellen. Doch leider ha-

Aufwand in jeden Naxostitel hineinhören kann; oder indem

pert es häufig an den Rechten: Während Naxos sogar die

er in einem Hotel oder Flugzeug so ungefähr jede bekannte

Tonträger aus den ersten Jahren der CD, als noch niemand

klassische Komposition anhören kann.

nur an Internet dachte, online bereitstellt, fehlt ihren Kolle-

Die Zeitschrift Stereoplay ist eine der führenden Fachzeitschriften im HiFi-Bereich. Hier wird in ausführlichen Tests jedes Gerät auf Herz und Nieren überprüft und bewertet – auf einer Punkteskala von 00-100 und hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Das TestLabor von Stereoplay gilt als das renommierteste der Branche.In Crescendo können wir nur das Ergebnis selbst mitteilen – Grafiken und ausführliche Testberichte lesen Sie bitte in Stereoplay nach.

gen häufig sogar für aktuelle Einspielungen die vertragliche

Die Vorstellung dieser Innovation ist natürlich Chefsache –

Grundlage für eine Vermarktung übers Internet.

Naxosgründer Klaus Heymann war gerade in Deutschland, um das Gerät zu präsentieren, und auch in Cannes wird er

Zugegeben, die Tonqualität des Projekts erreicht natürlich

selbst vor Ort sein. Im Hintergrund wurde aber schon lange

mit 64 kBit/Sek bei weitem nicht CD-Qualität – doch zum

an dem Projekt gearbeitet. – Sechs Mitarbeiter haben sich

einen werden viele Hörer vermutlich damit zufrieden sein –

seit vier Jahren damit befasst, seit anderthalb Jahren sind

jedenfalls die, die schon jetzt ohne adäquate HiFi-Anlage

vier weitere dazu gekommen. Die notwendigen Server für

auskommen. Zum anderen ist, wenn die Entwicklung der

das Projekt (zur Zeit 25), stehen im Cyber Port, einem 24

Speichermedien weiter in diesem atemberaubenden Tem-

ha großen Industriepark für moderne Informationstechno-

po der letzten Jahre voranschreitet, nur eine Frage der Zeit,

logie im Südwesten von Hongkong.

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL PREMIERENSPIEGEL

HIFI

CD DVD VORSCHAU

crescendo 06 2003 35


06.11.2003

high fidelity

C06-03_S35-41

12:35 Uhr

Seite 36

Magazin Hier stellen wir die neuesten HiFi- und Surroundkomponenten vor, greifen Trend-Themen auf und informieren Sie über die wichtigsten Musik- oder HiFi-Ereignisse.

>Die Alleskönner

>Its magic

>Rundum zufrieden

3 neue Multiformat-Player von Denon

Surround-Klang mit nur zwei Boxen

Pfiffige Kopfhörer-Lösungen von AKG

Quadral macht´s möglich.

AKG hat den virtuellen Raumklang auf jedem Gebiet per-

Magique heißt das Sys-

fektioniert. Museumsbesucher beispielsweise bekommen

tem, das neben einem

einen Kopfhörer namens „Listen“ übergestülpt, der per

Subwoofer für die ganz

Funk seine Position einem Computer verrät. Der wiederum

tiefen Bässe nur eine Box

gibt dem Gast nun vor jedem Bild die jeweils richtigen In-

für vorn und eine für hin-

fos. Der AKG-Knüller für zu Hause aber ist ein Programm

ten vorsieht. Der Trick:

zum Runterladen auf den PC (www.akg.com/hearoplayer,

Jede Magique trägt drei

Demo kostenlos, Vollversion für 10 Euro). Dieses Programm

DVD 1400, 2200 und A 11 (für 550, 800 und 2500 Euro)

einzelne Boxen in sich.

simuliert mit jedem normalen Kopfhörer ein Set von

heißen drei neue Multiformat-Player von Denon, die neben

Die Front- und die Effekt-

sieben (!) Lautsprechern in ansprechender Qualität. Wer es

dem CD-Format auch SACD und DVD-Audio beherrschen

kanäle werden dabei über die Rückwände reflektiert. So

allerdings absolut perfekt haben möchte, greift zum Hearo

und sowohl selbst gebrannte DVD-RWs als auch DVD+RWs

ensteht ein imposant großes Klangbild. Preis: 1100 Euro.

999 Audiosphere II. Für 1000 Euro ist er der beste derzeit

abspielen können. Hochwertige 24/192-Wandler und ein

Info: www.quadral.de, Tel. 05 11-790 40

erhältliche Highend-Surround-Kopfhörer überhaupt. Kontakt: www.akg-acoustics.de, Tel: 089-871 60

digitales Bass-Management hat dabei schon der kleine

>Flotte Flache

DVD 1400. Info: www. denon.de, Tel. 021 57-120 80

>Weiße Weste

> >

(Bild 1)

Elegante Flachlautsprecher von B&W

>Das Ende der CD?

Unauffällige Flachkabel von Hama

Der britische Lautsprecherspezialist B&W entdeckt sein

Telarc produziert nur noch SACDs

Herz für Design-Freunde. Unter dem Label FPM (Flat Panel

Das Platten-Label Telarc, bekannt für seine – zumindest

Wer helle Böden nicht mit bunten Kabeln verschan-

Monitors) verbergen sich drei Modelle: FPM 4 für 700, FPM

klanglich – tief beeindruckenden Einspielungen, bricht

deln will, findet bei Hama das ProClass White Stream

5 für 750 und FPM 6 für 900 Euro pro Stück. Die adretten

eine Lanze für die Mehrkanaltechnik. Die Amerikaner ver-

bis 10 Meter Länge. Die Hamas kosten fertig konfek-

Alu-Säulen machen an der Wand eine ebenso gute Figur

öffentlichen ihre Neu-Aufnahmen und Re-Issues (wie die

tioniert 14 (Cinch), 15 (S-VHS) und 24 Euro (Scart) pro

wie auf den hübschen Ständern (150 Euro).

legendäre 1812) nur noch auf Hybrid-SACD. Respekt!

Meter. Info: www.hama.de, Tel: 09091- 502913

Kontakt: www.b&wspeakers.de, Tel. 052 01-871 70

Kontakt: www.in-akustik-de, Tel. 076 34-561 00

D V D - A u d i o

> >

U n i v e r s a l

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>> Denonscape – Perfekte Audio-Videowelten: DVD-Audio/-Video und SACD. 1 Player – Brillant in allen Formaten. Mit Digitalem Bassmanagement; Pure Direct Mode. Ausgezeichnet: DVD-2900. >> Neu – von günstig bis zu kosmischer Qualität:

36

HIFI

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PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE

BÜCHER CD DVD VORSCHAU

crescendo 04 2003


06.11.2003

12:35 Uhr

Seite 37

high fidelity

C06-03_S35-41

BILD 1

Händler-Termine BILD 2

>Klang-Kuppel Neue Beschallungsform von Elac

>Blau-Macher

Hamburg, 21./22.11.03

Der hocheffiziente Blaue Laser kommt

und Mehrkanal. Elektronik von Denon und Phonosophie,

Phonosophie präsentiert alle KEF-Lautsprecher in Stereo Bild von SIM2 (Projektor) und Pioneer (Plasma). Info: www.phonosophie.de, Tel. 040-83 70 77

Die Ingenieure des norddeutschen Lautsprecher-Spezialis-

Ettlingenweier, 22.11.03

ten Elac haben den Mediendom der Fachhochschule Kiel

Die HiFi-Schmiede ruft zur Hausmesse mit der KEF Refe-

komplett mit unauffälligen, weil sehr flachen DML- (Distri-

rence 207 (Test stereoplay 1/03) Verstärkern und CD-Play-

buted-Mode-) Lautsprechern ausgestattet. 28 dieser

ern von Einstein. Info: Tel. 072 43-934 05

Flächenstrahler sind wie in einem aufwändigen Heimkino

Kassel, 28./29.11.03

auf sieben Kanäle verteilt, hinzu kommen sieben Subwoo-

Vorführung von Linn-Neuheiten (inlusive Unidisk 2.1, ste-

fer. Der Besucher erlebt an jeder beliebigen Position im

reoplay-Test 10/03) bei Line High-Fidelity, Friedrich-Ebert-

Dom ein dem Kino weit überlegenes, dreidimensionales

Straße 157. Info: www.linehifi.de, Tel. 05 61-10 47 27,

Klangerlebnis. Der crescendo -Tipp: unbedingt anhören. Ver-

München, 6.12.03

anstaltungstermine unter www.mediendom.ffh-kiel.de

Deutschlands Vorzeige-Highender Dieter Burmester kommt Alle namhaften Hersteller (und etliche Neulinge) setzen auf

ins HiFi Concept. Im Gepäck hat er seinen Vollverstärker

DVD-Recorder. Einige, beispielsweise Sony, JVC, Samsung

032, die Superboxen B 50 und vielleicht auch Lebkuchen

und LG, überholen sich dabei selbst. Sie präsentieren be-

und Glühwein. Info: www.hificoncept.de, Tel. 089-447 07 74

harman kardon wird 50 Jahre

reits heute DVD-Maschinen, die mit dem extrem kurzwelli-

Schwerte, Anmeldung bis 18.12.03!

gen, „blauen“ Laser so große Datenmengen aufzeichnen

Hält der Klang, was die Optik verspricht? Im Workshop der

Seinen 50. Geburstag feiert der amerikanische HiFi-Global-

können, dass selbst hochauflösendes Video, sogenanntes

VHS geht es um Design-Anlagen für Stereo und AV. Am

player Harman Kardon mit Sonderausführungen im „Indu-

HDTV machbar erscheint. Zur Erklärung: HDTV baut das

7. 1. 04 von 20 bis 22 Uhr in der VHS Schwerte. Buchen für

strie-Design-Look“. Kennzeichen: silberne Fronten und

Bild mit 1250 statt 625 Zeilen auf und sorgt mit 50 Vollbil-

7 Euro unter: Tel. 023 04-10 42 09

blau leuchtende Displays. Schönes Beispiel ist der Receiver

dern pro Sekunde für absolut flimmerfreie Darstellung. Die-

Abschied im November: Hans Baumann,

AVR 507 Limited Edition (Preis: 800 Euro). Dank seiner sie-

se Blue-Ray-Recorder können auf entsprechende Rohlinge

ältester HiFi-Händler der Republik, zieht

ben Endstufen kann er auch die raffiniertesten Dolby- und

23,3 Gigabyte Daten brennen, also rund die fünffache

sich nach 42 Jahren in den Ruhestand

DTS-Verfahren wiedergeben und erlaubt eine automatische

Menge einer herkömmlichen DVD. Verlockende Aussichten,

zurück. Der 80-jährige Stuttgarter führt

Boxen-Einstellung via Fernbedienung.

allerdings müssen wir wohl noch ein paar Jahre auf das

seinen guten Gesundheitszustand auf exzessiven Musik-

Kontakt: www.harman.de, Tel. 071 31-48 02 30

blaue Licht warten, orakelten die Firmenvertreter.

konsum zurück. Ein Mann wie er wird fehlen.

>Feine Präsente

(Bild 2)

U n i v e r s a l

PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE

HIFI

BÜCHER CD DVD VORSCHAU

P l a y e r

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S A C D

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Seite 38

Alles in Einem DVD-Komplettanlagen sind Alleskönner. Sie spielen Mehrkanal-DVDs und Stereo-CDs genauso wie Radio,sind recht klein und vor allem leicht bedienbar.Sie sind die legitimen Nachfolger der früher so beliebten Musiktruhe. crescendo stellt Ihnen fünf der besten vor.

DVD Komplett-Anlagen zwischen 1200 und 5000 Euro können? Über die Tonformate der hier vorgestellten Anla-

passt es sich auch den wiedrigsten Wohnraumakustiken

gen informiert Sie die Ausstattungstabelle rechts, wobei –

gut an.

obacht – die audiophilen Edelformate DVD-Audio und SACD bei keiner dieser fünf zu finden ist.

Bangemachen gilt nicht! Die Möglichkeiten dieser

Soll die neue Komplettanlage in Räumen über 40 Quadrat-

Komplettanlagen sind enorm – viele Musikliebhaber be-

meter spielen, fallen die Modelle von Magnat und Bose

kommen schon bei einem Blick in die Ausstattungsliste das

aus; ihre Mini-Boxen sind bei der Beschallung solcher Räu-

kalte Grausen. Aber: Jedes der hier vorgestellten Modelle

me überfordert. In solchem Fall empfiehlt crescendo eine

wartet mit einer simplen Bedienung auf; Magnat und Bose

Anlage von NAD, Linn oder T+A – die nämlich haben keine

sind selbsterklärend und auch die anderen drei sind nach

Boxen im Beipack. Bei ihnen kann der Kunde ein Lautspre-

einem Kurzstudium der Bedienungsanleitung einfach zu

den Ruf von Rundum-Sorglos-Paketen, die fast alles ab-

cherset nach eigenem Gusto wählen.

handhaben. Und wenn nicht: Call your Dealer!

spielen können und die wüste Kabelage (die bei Anlagen

Das kann ja auch durchaus nur ein Pärchen Boxen sein;

aus Einzelkomponenten unweigerlich auftritt) elegant um-

nicht jeder braucht den Surround-Sound. Aber schade

Die Klang-Qualität: Je hochwertiger eine Anlage aufge-

schiffen. Die platzsparenden Universalistinnen sind stark

wär’s schon – gerade diese drei Anlagen zelebrieren die

baut ist, desto besser klingt sie. Diese Formel ist nirgends

gefragt. Aber welche ist die richtige?

faszinierende Mehrkanaltechnik schon auf hohem Niveau.

so gültig wie bei den Komplettanlagen. Bei ihnen liegen die

Bei akustisch schwierigen Zimmern, die entweder hallig

Schaltkreise der Ton- dicht an denen der Bild-Verarbeitung

Sie sind Shooting-Stars: DVD-Komplettanlagen haben

Als erstes zu klären sind die individuellen Ansprüche.

(viel Glas, viel glatte Böden) oder überdämpft (viel Polster-

und beeinflussen sich zwangsweise negativ. Kein Wunder,

Wie groß ist der Raum, wie hochwertig soll die Wiedergabe

möbel, viele Teppiche, dicke Gardinen) sind, empfiehlt sich

dass die mechanisch sehr aufwändigen Modelle von Linn

sein? Und welche Tonformate soll die Anlage abspielen

das Bose-System. Durch seine pfiffige ADAPT-IQ-Schaltung

und T+A hier klanglich die beste Figur machen.

Magnat M one,für 1200 Euro

NAD L 70,für 1100 Euro

Bose Lifestyle 35,für 5400 Euro

Das futuristisch anmutende M one stammt von Magnat, einem der führenden Boxenhersteller. Wer jetzt eletronische Magerkost erwartet, sieht sich getäuscht. Das M one hat alle technischen Finessen, die heute von solch einem System erwartet werden. Aber anders als bei vergleichbaren Klein-Systemen klingt die M one erstaunlich souverän – fraglos ein Verdienst des überragend fein und luftig, zugleich im Bass sehr druckvoll aufspielenden Boxen-Sets. www.magnat.de, Tel. 022 34-80 70

Der DVD-Receiver in klassischer 42-Zentimeter Breite kommt ohne Lautsprecher und mit relativ wenig Leistung daher. Dafür aber mit jeder Menge klanglichem Feinsinn: Die Wiedergabe des L 70 ist – bei moderaten Pegeln bitteschön! – im Stereo- wie im Mehrkanalbetrieb ausgesprochen luftig und klangfarbenstark. Und das Bild des L 70-DVD-Players ist von überragender Brillianz und Tiefenschärfe. Ein Tipp für ruhige Genießer. www.dynaudio.de, Tel. 041 08-418 00

Das smarte Komplettsystem mit den ganz kleinen Boxen und dem pfiffigen ADAPT-IQ. Das Lifestyle 35 ist alles andere als ein Ausstattungswunder, aber diese klangliche Raumanpassung (geschieht mit drei kurzen Mikrofonmessungen) ist genial. Selbst in völlig überdämpften Räumen zaubert das Lifestyle noch einen luftigen Klang. Ein Problemlöser, wie er besser nicht sein könnte. Aber natürlich klingt das Bose-System auch in normalen Räumen wirklich klasse... www.bose.de, Tel. 08 00-710 40 00

Magnat M one

NAD L 70

Bose Lifestyle 35

Klang

Obere Mittelkl. (37/31 Punkte)

Klang

Obere Mittelkl. (38/33 Punkte)

Klang

Gesamturteil

befriedigend – gut (59 Punkte)

Gesamturteil

gut – sehr gut (70 Punkte)

Gesamturteil

gut (64 Punkte)

Preis/Leistung

überragend

Preis/Leistung

überragend

Preis/Leistung

befriedigend - gut

Test:

stereoplay 1/03

Test

stereoplay 12/03

Test:

stereoplay 5/03

38

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL PREMIERENSPIEGEL

HIFI

CD DVD VORSCHAU

obere Mittelkl. (39/34 Punkte)

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06.11.2003

12:35 Uhr

Seite 39

high fidelity

C06-03_S35-41

Lexikon An dieser Stelle erklärt cescendo die jeweils wichtigsten Begriffe zu den Schwerpunkt-Themen. – ohne viel tam-tam und leicht verständlich, ganz im CrescendoStil eben.

Bildschirm- (Onscreen-) Menü Ausstattung DVD-Komplettanlagen

Kanäle: 5.1, 6.1, 7.1 Formate: DVD, SVCD, MP3, JPEG DVD-A, SACD Video-Eingänge: Cinch/S-VHS/Scart Video-Ausgänge: Component/Cinch/S-VHS/Scart Digitaleingänge: opt/koax. Digitalausgänge:opt/koax. Digitaldecoder AC-3/DTS/6.1 Pro Logic / Pro Logic II / weitere Hochpegeleingänge Hochpegelausgänge Mehrraum-Betrieb UKW-Stationsspeicher RDS/PTY/Radiotext Fernbedienung System/lernfähig

Magnat

NAD

Bose

Linn

T+A

M one

L 70

Lifestyle 35

Classic Movie

K6

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40 ● /–/– ● /● /●

Legende: ● bedeutet vorhanden, – bedeutet nicht vorhanden, Ziffern besagen, wie oft vorhanden

Ergänzendes Da bei den Anlagen von Linn, NAD sowie T+A keine Boxen

Mit einem Set um die Säulenboxen Talis TLS 3 klingt sie

im Set enthalten sind, hier einige Kombinier-Tipps: Die

auch in großen Räumen bestechend gut.

NAD klingt mit den pfiffigen KEF KHT 2005 (Tel. 02 31-

Wollen Sie zudem über die Komplettanlagen auch ihre

986 03 20) für 1250 Euro grandios. Die Linn überzeugt am

Schallplatten hören, brauchen Sie einen zusätzlichen

meisten mit Boxen aus eigenem Stall: 4 x Katan plus Cen-

Phono-Vorverstärker. Geradezu erstaunlich günstig und

ter Trikan plus Subwoofer Sizmik. Gleiches gilt für die T+A:

gut ist der NAD PP2 für 100 Euro (Vertrieb siehe L 70).

Alle diese Anlagen besitzen ein Onscreen-Menü. Über ein Video-Kabel kann man damit die Einstellung des Geräts auf dem TV sichtbar machen. Schön, allerdings sind die Geräte mittlerweile so komplex, dass man sie ohne Bildschirm-Menü gar nicht mehr bedienen kann.

Video-Fomate Video ist die einfachste und schlechteste Bildübertragung mit nur einem Komposit-Kabel. Anschlussart: Cinch. S-VHS trennt das Bildsignal in Farbart und Helligkeit. Deutlich besseres Bild als Einfach-Video. Anschlussart: Hosiden. SCART die europäische Version des aufwändigen Komponenten-Kabels: Das Bildsignal wird über drei verschiedene Leiter (Rotanteile/Grünanteile/Blauanteile = RGB) plus ein Steuerkabel geführt. Sehr gutes Bild. Komponenten Die amerikanische Edel-Übertragung arbeitet mit drei Cinch-Kabeln, über die das Bildsignal transportiert wird. Die anerkannt beste aller Möglichkeiten.

Tonformate Dolby Pro Logic findet sich bei vielen aktuellen TV-Produktionen und Spielfilmen, aber auch auf Videoband mit analogem Stereoton. Die Quelle bilden vier Kanäle (Links, Rechts, Mitte und den hinteren Effektkanal in mono). Der Frequenzbereich des Surroundkanals reicht von 100 Hertz bis 7 Kilohertz. Pro Logic II hat im Gegensatz zu Pro Logic keine Begrenzung der hinteren Kanäle und ermöglicht auch dort Stereo-Wiedergabe. Dolby Digital (AC3) ist nicht immer gleich 5.1. Dahinter verbirgt sich lediglich der Oberbegriff für eine von Dolby erfundene Kompressionstechnik. Die Zahl der Kanäle kann von Mono (1.0) über Stereo (2.0) bis hin zu 6-kanaliger Wiedergabe (5.1) reichen. Dolby-Digital ist Pflicht für alle DVDPlayer.

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So schön kann Surround sein: Bei der perfekt verarbeiteten Classic Movie spielt sich alles auf 30 Zentimetern Breite ab. Das anmutige Aluminium-Gehäuse beherbergt fünf kräftige Endstufen und jede Menge feinster Elektronik. Der Klang der Linn jedenfalls ist betörend: Vor allem in den Mitten zeigt sie eine wunderbare Ausdruckskraft und Natürlichkeit. Das ist wichtig – für Mehrkanalfreunde wie für ausgewiesene Stereo-Fans. www. linn. co.uk, Tel. 040-89 06 60

Die Königin. Ihre Pultform und das aufstellbare Display signalisieren schon von weitem Extravaganz. In dem hochwertigen Aluminium-Gehäuse stecken nicht nur ein veritabler Tuner und ein exzellentes DVD-Laufwerk, sondern auch ein potentes, sehr variables Netzteil, das kurzfristig selbst die druckvollsten Paukenschläge authentisch wiedergibt. Die K6 klingt ausgesprochen mühelos und neutral. Eine bessere Komplettanlage gibt es derzeit nicht. www.taelektroakustik.de, Tel. 055 21-767 60

Linn Classic Movie

T+A K6

Klang

Spitzenklasse (50/47 Punkte)

Klang

Spitzenklasse (52/47Punkte)

Gesamturteil

gut (80 Punkte)

Gesamturteil

sehr gut (85 Punkte)

Preis/Leistung

überragend

Preis/Leistung

sehr gut

Test

stereoplay 3/02

Test

stereoplay 7/02

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL PREMIERENSPIEGEL

HIFI

CD DVD VORSCHAU

DTS wird aufgrund der höheren Datenrate von 768 kBit/Sekunde (statt maximal 448 kBit/s bei Dolby Digital) als hochwertiger angesehen. Dabei sagt die Datenrate nichts über die Qualität der Wiedergabe. DTS-Abmischungen klingen oft effektvoller. DTS Neo 6 gehört zu den älteren Surround-Formaten. Es berechnet aus Stereoton bis zu 6 Kanäle. Super Audio CD (SACD), ein highendiges, von Sony und Philips entwickeltes Tonformat für Stereo- und Mehrkanalwiedergabe. Die Abtastfrequenz ist gegenüber der CD 64 Mal höher, die Bandbreite reicht theoretisch bis 100 Kilohertz. Es gibt derzeit etwa 1500 SACDs am Markt. DVD-Audio, ein sehr flexibles, sehr hochwertiges Tonformat, das bei Stereo eine Bandbreite bis 96 000 Hertz, bei sechs Kanälen bis 20 000 Hertz ermöglicht. Während die SACD ein reines HiFi-Medium ist, ermöglicht DVD-Audio auch eine Bildspur und DTS-Ton. Von der DVD-Audio gibt es derzeit etwa 700 Aufnahmen am Markt.

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KEN ISHIWATA

“Einer der Besten...

high fidelity

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Zopf und Zauberkunst Porträt:Ken Ishiwata – das musikalische Gewissen von Marantz

W ...Lautsprecher der Welt” – so präsentiert Audio in Ausgabe 9/03 die nuWave 125. Testurteil: Spitzenklasse.

enn Sie einen Japaner glücklich ma-

sophische Aufgabe. Im Kern das gleiche Ideal, das die Fa-

chen wollen – halten Sie ein Haiku-

milien der Amatis, Guarneris, Stradivaris angetrieben hat.

Gedicht oder eine Volksweisheit

Erst auf längeres Nachfragen gibt Ishiwata zu: Ja, auch er

parat.

asiatischen

habe ein Instrument erlernt. Eine traurige Geschichte, mit

Erkenntnisse: Den Nagel, der zu weit empor ragt,

Eine

dieser

gutem Ausgang für die HiFi-Industrie: Ken Ishiwata gehörte

trifft der Hammer. Der Spruch ist auf Quergeister

zu den Wunderkindern, die bereits im Kindergartenalter

und revoltierende Jugendliche gemünzt. Ken

komplette Violinkonzerte zum Besten geben konnten. Doch

Ishiwata ist einer dieser hervorstehenden Nägel.

sein Professor verbot ihm trotz Wettbewerbserfolgen das

Der 56jährige trägt Zopf und feinen Zwirn. Vor

Beethovenkonzert. An diesem Veto zerbrach Ishiwatas

allem: Er denkt und handelt erstaunlich autonom

Lust. „Irgendwann sagte ich zu mir selbst, dass es an der

für einen Japaner.

Zeit ist, aufzuhören. Ich habe meine Geige aus der Hand gelegt und nie wieder berührt.“ Nachtrag: Im Jahr 1969 arbeitete Ishiwata für Pioneer in Europa und erfuhr von

Preishammer und Highlight

einem Wettbewerb in Antwerpen. Ein japanisches Mädchen

Stereoplay 11/03: »Preis/Leistung: Überragend. Enorm stimmig. Klang: Spitzenklasse.«

Testen Sie jetzt: nuWave 125 125 cm hoch, 37 kg Technik vom Feinsten, 550/380 Watt belastbar, 965 Euro/Box – eine wirklich »Bezahlbare Traumbox«! Mehr Infos zu unserem neuen Meisterstück: www.nuWave125.de

spielte Beethovens Violinkonzert. „Ich war schockiert: Wer konnte dieses grandiose Konzert in so seltsamer Weise DER LEGENDÄRE MARANTZ CD - 63IIKI

Mädchen von ihrem Professor vorgegeben – dem gleichen Die High-End-Company Marantz hält sich den Top-Ingeni-

Lehrer, der mir damals meine Begeisterung austrieb.“

eur als Künstler, als offiziellen „Botschafter“, als Advocatus diaboli. Ken Ishiwata schafft Kult, ist Kult und wird von Fans

Seine musikalische Spielfreude lebt Ishiwata heute zwi-

umjubelt. Erstaunlich für einen Ingenieur. Der Meister wur-

schen Lautsprechern, Hörräumen und Fertigungsstraßen

● Schlau: Direkt beim Hersteller kaufen und sparen ● Bequem: Lieferung ins Haus ● Zwanglos: 4 Wochen zu Hause im eigenen Hör-Raum testen ● Fair: Geld-zurück-Garantie ● Kompetent: Kostenlose Hotline

de mit einem hochfeinen Gehör gesegnet und darf den

aus. Kann ein CD-Player ein Musikinstrument sein? „Klares

Gerätepark der Marantz-Produkte als persönlichen Spiel-

Nein – denn jedes Musikinstrument muss abhängig vom

platz betrachten. Ishiwata verwandelt Serien-CD-Player in

Musiker unterschiedlich klingen.“ Neutralität gibt es hier

Luxusversionen, „gewöhnliche“ Verstärker in signierte

nicht. Ebenso wenig in der HiFi-Branche. Entscheidend für

Kunstwerke. Wann immer man auf das Kürzel „KI“ hinter

Ishiwata: „Eine gute Anlage muss die Essenz der Aufnahme

dem Namen eines Marantz-Produkts trifft – hier hat der

vermitteln.“ Und wie soll das geschehen, wie darf das ge-

Prinzipal selbst Hand angelegt. Die Stromversorgung lässt

schehen? Der große Dirigent Sergiu Celibidache erklärte

er optimieren, einzelne Bauteile in den Adelsstand erheben,

uns: Musik zu konservieren ist ein Verbrechen. In diesem

ordnet Feinmessungen an. Die Eingeweihten nennen dies

Sinn: Fühlt sich Ken Ishiwata wie ein „Verbrecher“? „Wenn

„Tuning“. Ein Wort, das Ken Ishiwata verabscheut. Es klingt

Sie in einem Konzertsaal sitzen, erleben Sie eine komplett

zu sehr nach Schrauben und Löten, nach Unzufriedenheit

andere Atmosphäre – ihr emotionales Bewusstsein, das

und Potenzsucht. „Für mich ist es einfach, die richtige Ba-

Klima, die Akustik... All das können Sie nie und nimmer

lance zu finden. Wenn Sie einen Flügel von der obersten

konservieren. Musik über eine HiFi-Kombi zu erleben, hat

Oktave bis in den tiefsten Bass anschlagen, dann muss es

nichts gemein mit dem lebendigen Musikgenuss. Sind wir

immer wie ein vollständiges Instrument klingen.“ Und ge-

deswegen kriminell? Gut, in einer gewissen Weise – ja! Da

nau das können die meisten HiFi-Komponenten nicht: Die

wir Nutzen aus der Kunst großer Musiker ziehen. Indem wir

Höhe strahlt, der Bass strauchelt. Ein Sänger brilliert, ein

ihr Können verwenden, um den Menschen zuhause auch

Streichquartett lahmt. Ken Ishiwata sucht die perfekte in-

die Kunst guten HiFis vorzuführen.“

Neuen GratisKatalog ordern!

nere Harmonie einer HiFi-Komponente. Eine bereits philo-

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Edition Klassik vol # 2

schöner hören

mit

Die Gratis-CD abholen und endlich schöne neue Musik entdecken!

Volodos Berliner Philharmoniker, Seiji Ozawa „Volodos, Tschaikowsky, Rachmaninoff“ (SONY Classical) Der russische Pianist Arcadi Volodos wird bereits jetzt zu den Größen seiner Zunft gezählt. Nach einem Ausflug in die leiseren Töne Schuberts hat er sich jetzt einen der Meilensteine der russischen Klavierliteratur vorgenommen: Tschaikowskys 1875 in Boston uraufgeführtes Klavierkonzert b-moll – als Live-Mitschnitt aus der Berliner Philharmonie. Als Zugaben gibt es ebenfalls Russisches: Préludes und weitere Stücke von Rachmaninow.

Andreas Staier „Mozart – Sonaten“ (harmonia mundi) Der Pianist Andreas Staier hat sich seit vielen Jahren dem Spiel auf historischen Instrumenten verschrieben, und wer nur den Klang des modernen Konzertflügels gewohnt ist, wird sich verwundert die Augen reiben. Aber auf so einem Instrument hat auch Mozart musiziert. Alles klingt viel leichter, mit ausgeprägten Klangfarbendifferenzen zwischen Bass und Diskant.

Kasarova | Kyurkchiyski „Bulgarian Soul“ (RCA Red Seal/BMG Classics) Die Pflege der Musik ihrer Heimat ist der bulgarischen Sopranistin ein Bedürfnis. Über 1000 Komplexe Rhythmen kennzeichnen die nur von Frauen gesungenen Lieder und Tänze, die viele für unsere Ohren dissonante Intervalle verwenden. Um diese Musik einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen, hat sich Vesselina Kasarova mit dem bulgarischen Chor Cosmic Voices of Bulgaria zusammengetan.

Fabio Biondi | Europa Galante „Boccherini-Gitarrenquintette“ (Virgin Classics/EMI Classics) Die Gitarrenquintette des italienischen Hofkompositeurs Friedrich Wilhelms II., Luigi Boccherini, lohnen eine genauere Beschäftigung, wie Barockspezialist Fabio Biondi mit seinem Ensemble Europa Galante zeigt. Mit ihrem temperamentvollen, spanischen Kolorit sind sie schon die zweite Aufnahme des Ensembles, die sich ausschließlich der Musik des Mozartzeitgenossen widmet.

Murray Perahia „Murray Perahia plays Bach“ (SONY Classical) Diese Aufnahme ist bereits die dritte in einer von der Musikkritik sehr gelobten Reihe mit den Klavierkonzerten Bachs, bei der Perahia auch als Dirigent auftritt: Wie es zur Zeit Bachs üblich war, leitet er das Ensemble vom Klavier aus. Partner Perahias sind neben der Academy of St. Martin in the Fields der Geiger Kenneth Sillito und der Flötist Jaime Martin.

Susan Graham Malcolm Martineau (Piano) „Carnegie Hall Debut“ (Erato/Warner Classics UK) Wer hierher eingeladen wird, hat es geschafft! In der legendären Carnegie Hall sind alle aufgetreten, die in der klassischen Musikszene Rang und Namen haben. So konnte im Frühjahr 2003 die amerikanische Mezzosopranistin Susan Graham mit ihrem Begleiter Malcolm Martineau hier ein Recital geben, auf dem Programm standen Lieder des 19. und 20. Jahrhunderts, von Brahms und Debussy bis zu Alban Berg.

Lothar Hensel Berliner Rundfunkorchester, G. Müller-Goldboom „Hensel/Piazzolla, Tangomania“ (SONY Classical) Wie „sein“ Instrument – das Bandoneon - stammt auch Lothar Hensel vom Niederrhein. Seit seinen Studien in Paris und Buenos Aires gilt er als einer der besten Bandoneonspieler und gibt mit seinem Ensemble tango fusion Konzerte in aller Welt. Tangomania vereint Musik des Tangogottes Astor Piazzolla mit einer eigenen, 2001 uraufgeführten Komposition, die der CD ihren Namen gab.

Renaud & Gautier Capuçon, Emmanuel Pahud , Frank Braley u.a „Saint-Saëns: Le carnaval des animaux“ (Vigin Classics/EMI Classics) Was Camille Saint-Saëns in seiner beliebtesten Komposition, dem Karneval der Tiere, an Geschöpfen versammelt, ist unvergleichlich! Die überaus lebendigen Parodien auf die Musik Rossinis, Berlioz’, Offenbachs und Mendelssohns zählen zum Amüsantesten, was in der Musik des 19. Jahrhunderts zu finden ist. Einige der bekanntesten Solisten unserer Zeit laden zu einem vergnüglichen Einblick in das Schaffen Saint-Saëns’.

KOSTENLOSE HÖRPROBE! 7.500 schöner hören-Edition Klassik-CDs mit je einem Stück aus den hier vorgestellten Alben stehen exklusiv für crescendo-Leser gratis bereit!

Exklusives Vorab-Stück! Christoph Genz & Stephan Genz La Petite Bande, Leitung: S. Kuijken „Mozart Arias & Duets“ (DHM/BMG Classics) Die Brüder Christoph und Stephan Genz, der eine Tenor, der andere Bariton, präsentieren wundervolle Duette und Arien von Ferrando und Guglielmo und weitere Mozartstücke. Begleitet werden die beiden Erfurter, die ihre Karriere im Leipziger Thomanerchor begannen, vom Barockorchester La Petite Bande unter seinem Gründer Sigiswald Kuijken.

Chanticleer „Purcell: Evening Prayer” (Teldec/Warner Classics UK) Dass auch die Sopranstimmen von Männern gesungen werden, ist eines der Markenzeichen des amerikanischen Vokalensembles Chanticleer. Mit seinem Programm aus Anthems und Sacred Songs von Henry Purcell (1659–1695) geht Chanticleer dieses Mal der englischen Musiktradition nach – als Organist von Westminster Abbey komponierte Purcell zahlreiche repräsentative geistliche Werke. Unterstützt wird Chanticleer dabei vom Ensemble Capriccio Stravagante.

Erscheinungsdatum: März 2004! Die exklusive Vorschau! Britten, Violinkonzert Daniel Hope (Violine), BBC Symphonie Orchester, Paul Watkins (Dirigent) „Berg and Britten Violinkonzerte“ (Warner Classics UK)

Und so wird’s gemacht: Original-Coupon ausschneiden und bei einem der angegebenen Händler kostenlos gegen die CD eintauschen. (Nur solange der Vorrat reicht, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Pro Person nur eine CD.)

Hier gibt es die kostenlose CD (solange Vorrat reicht): 00000 OPUS 61 Klassik & Jazz Wallstr. 17-19 01067 Dresden, OPUS 61 Klassik & Jazz Nikolaistr. 19-21 04109 Leipzig, MUSIKHAUS CHARTS 9001 Rosenhof 12 09111 Chemnitz 10000 DUSSMANN – Das Kulturkaufhaus/Abt. Klassik-Tonträger Friedrichstrasse 90 10117 Berlin, L & P CLASSICS Knesebeckstr. 32/34 10629 Berlin, L&P MUSICS Im Europacenter Tauentzienstr. 9 10789 Berlin, TONART KLASSIK CD Deitmerstr. 7 12163 Berlin, KUNSTKABINETT Hauptstr. 17 14776 Brandenburg, MUSIK & BUCH WOLFF Eisenbahnstr. 134 15517 Fürstenwalde, MUSIKHAUS ALTHEN & CLAUSEN Puschkinstr. 71 19055 Schwerin 20000 HANSE CD Große Bleichen 36 20354 Hamburg, CLASSIC CABINETT im A.E.Z. Heegbarg 31 22391 Hamburg, aktiv MUSIC CORNER Hamburger Str. 9 22926 Ahrensburg, KLASSIK KONTOR LÜBECK Aegidienstr. 8 23552 Lübeck, MUSIKHAUS ERNST ROBERT Breitestr. 29 23552 Lübeck, SOUND-ECK aktiv Oldesloer Str. 19 23795 Bad Segeberg, RUTH KÖNIG KLASSIK Dänische Str. 7 24103 Kiel, JPC SCHALLPLATTEN Kurwikkstr. 1 26122 Oldenburg, CITY MUSIK Marktstr. 68 26382 Wilhelmshaven, SCHEIBENHONIG Nordersteinstr. 24 27472 Cuxhaven, CD-POINT Huntestr. 20 27793 Wildeshausen 30000 SCHMORL & VON SEEFELD Bahnhofstr. 14 30159 Hannover, ALLEGRO MUSIKALIEN Bruchstr. 40 32756 Detmold, UNGER SOUND Königstr. 13 33098 Paderborn, JPC SCHALLPLATTEN Niedernstr. 41 33602 Bielefeld, JPC SCHALLPLATTEN Barfüßer Str. 1 37073 Göttingen, MVG SALZMANN Burgpassage 1 38118 Braunschweig 40000 PLATTEN SCHMIDT Theodor-Heuss-Platz 7 41450 Neuss, BODO BOCHNIG aktiv MUSIK Werth 94 42275 Wuppertal, AKTIVISSIMO im Konzerthaus Brückstr. 21 44135 Dortmund, aktiv Music Point Kortumstr. 97 44787 Bochum, DISCOTECA Windthorststr. 48 48143 Münster, JÖRGS CD FORUM Alter Steinweg 4-5 48143 Münster, MUSIKHAUS ROTTWINKEL aktiv Münsterstr. 5 48231 Warendorf, OHRWURM RECORD STORE Bahnhofstr. 32 48432 Rheine, JPC SCHALLPLATTEN Hakenstr. 20 49071 Osnabrück 50000 MUSIKHAUS TONGER Breite Str. 2-4 50667 Köln, SATURN (Klassik CDAbt.) Hansaring 97 50670 KÖLN, HIFI RADIO-RING Ursulinenstr. 7-9 52062 Aachen, BOUVIER Am Hof 28 53113 Bonn, aktiv MUSIK SHOP Vor dem Voigtstor 3 53359 Rheinbach, PLATTENKISTE Kreuzstr. 12 53474 Bad Neuenahr, CD + MUSIC CORNER Asbacher Str. 24, 53783 Eitorf, MUSIKHAUS HANS KESSLER Dietrichstr. 49 54290 Trier, RADIO BAUER Ludwigstr. 3 55116 Mainz, MUSIKHAUS ENGELMAYER Mühlenstr. 1 55543 Bad Kreuznach, REUFFEL BUCHHANDLUNG Obere Löhrstr. 92 56068 Koblenz, DIE SCHALLPLATTE Dahlenkampstr. 4 58095 Hagen, MUSIK BLUM Oststr. 9-11 59065 Hamm, KAMPSCHULTE/CD FREI HAUS Neheimer Markt 9 59755 Arnsberg 60000 SATURN (Klassik CD-Abt.) Berger Str. 125 60385 Frankfurt, MUSIC-ARTS AKTIV Freiheitsplatz 16 63450 Hanau, CITY CD Luisen-Center 315 64283 Darmstadt, SARAPHON St. Johanner Markt 27-29 66111 Saarbrücken, cdpost.de Lindenstr. 21 68309 Mannheim, MUSIKHAUS KARL HOCHSTEIN Bergheimer Str. 9-11 69115 Heidelberg 70000 RIMPO Marktgasse 17 72070 Tübingen, MUSIC STORE aktiv Hirschgasse 19 74613 Öhringen, MUSIK SCHLAILE Kaiserstr. 175 76133 Karlsruhe, MUSIKHAUS WÄLDER Küferstr. 1 76530 Baden-Baden, LA MUSICA Langestr. 38 77652 Offenburg, COMPACT DISC CENTER Schiffstr. 8 79098 Freiburg 80000 LUDWIG BECK AM RATHAUSECK (Klassik CD-Abt.) Marienplatz 11 80327 München, MUSIKHAUS MAX HIEBER Liebfrauenstr. 1 80331 München, HAUS DER MUSIK Wasserburger Landstr. 253 81827 München, SC DISCY Sparkassenplatz 2 85221 Dachau, DIE SCHALLPLATTE Alleeweg 8 87600 Kaufbeuren 90000 ZITELMANN´S MUSICLAND Luitpoldstr. 17 91054 Erlangen, MUSIC RECORDS & BOOKS Neustädter Kirchplatz 2 Eine

Produktion

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gehört

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Kurz vorgestellt > 1 1001 Nacht > 2 Streifzug durch die Filmmusik > 3 Männer auf Abwegen:Jazz meets Cuba

Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl interessanter CD-Produktionen: Von historischen Aufnahmen und Gesamteinspielungen bis hin zu besonderen Projekten, auf die wir Sie aufmerksam machen möchten.

>1001 Nacht

>2 Die hohe Kunst der Filmmusik bei Chandos

>3 Männer auf Abwegen:Jazz meets Cuba

Bei diesen Worten denkt jeder

Eine editorische Großtat der Firma Chandos stellt die inzwi-

Im normalen Leben ist Kilian

an die schönen Märchen aus

schen auf 14 Titel angewachsene Filmmusikserie dar. Im

Forster Solobassist der Dresd-

Kindertagen und an die bun-

Mittelpunkt stehen klassische britische Filmmusiken, größ-

ner Philharmoniker, Tobias

ten Farben des Orients. Die

tenteils von Philip Lane konzertsaal- und plattentauglich

Forster konzertiert als klassi-

türkischen Zwillingsschwes-

gemacht. Nach dem Beginn mit dem LSO unter Richard

scher Pianist. Doch eines Ta-

tern Ferhan und Ferzan

Hickox führt man die Reihe fort mit der BBC Philharmonic

ges ließ den Brüdern aus Nie-

Önder, die sich mittlerweile als eines der

unter Rumon Gamba, der sich unermüdlich für Raritäten

derbayern die Liebe zum Jazz keine Ruhe mehr. So grün-

vielversprechendsten Klavierduos ihrer Generation haben

einsetzt. Zwei Komponisten, William Alwyn und Sir Malcolm

dete Kilian Forster das Philharmonische Jazzorchester

etablieren können, bringen mit ihrer neuen Einspielung

Arnold, sind jeweils zwei CDs gewidmet. Die bekanntesten

Dresden, für das sein Bruder als Hauptarrangeur tätig ist.

„1001 Nights“ eine CD auf den Markt, die die Farben des

Arbeiten (Der rote Korsar bzw. Die Brücke am Kwai) sind

Und weil auch das ihren musikalischen Tatendrang noch

Orients in Klangfarben verwandelt. Mit diesem Projekt, das

dabei genauso vertreten wie „Unerhörtes“. Zu Weihnachten

nicht stillte, bildeten sie vor vier Jahren mit dem Rock- und

orientalische Werke türkischer und russischer Komponisten

unbedingt zulegen: Die Filmmusik von Richard Addinsell,

Jazz-Schlagzeuger Tim Hahn die Klazz Brothers. Dann

gegenüberstellt, möchten sie eine musikalische Brücke

die neben dem berühmten Warschauer Konzert auch die

schlug das Schicksal zu: Bei einer Reise nach Kuba lernten

zwischen Ost und West schlagen.

alljährlich gern gesehene und gehörte Dickens’sche Weih-

sie das Duo Cubapercussion kennen, spielten eine Session

nachtsgeschichte enthält. Sensationell ist Lanes 32minüti-

und beschlossen, ein gemeinsames Projekt auf die Beine

Nun zählt das Klavier sicherlich nicht zu den typischen In-

ge Konzertsuite aus Sir Arthur Bliss´ Things to Come. Zum

zu stellen. „Classic meets Cuba“‚ bewies, dass klassische

strumenten des Orients, trotzdem fanden sich schon immer

50. Todestag erstmals vollständig: Sir Arnold Bax´ Meister-

„Konzertmusik“ und karibische Rhythmen durchaus zu

Komponisten, die sich auch mit dem Pianoforte auf Ent-

werk Oliver Twist. Verloren geglaubte Partiturseiten fand

einer gelungenen Synthese finden können.

deckungsreise in Richtung Orient machten. Unter ihnen Ni-

man nämlich kürzlich in einem Müllcontainer in Brighton!

kolai Rimsky-Korsakow, der 1888 seine berühmte Schehe-

Vom Wahl-Iren sollen bald weitere Filmmusiken folgen.

Nun lassen sie ihrem großen Erfolg die Jazzversion folgen:

razade für Orchester komponierte. Kurze Zeit später arran-

Eine lohnende Entdeckung ist auch Alan Rawthorne, des-

Jazz meets Cuba unterlegt Jazzklassiker wie Paul Des-

gierte er das Stück für Klavier zu vier Händen. Dass es ihm

sen Onkel Silas von Bernard Herrmann als „eine der besten

monds Take Five, Gershwins Summertime oder Ellingtons

gelungen ist, bei der Reduzierung der Instrumente auf zwei

Filmmusiken aller Zeiten“ bezeichnet wurde. Vom Tausend-

In a Sentimental Mood mit kubanischen Rhythmen und

Klaviere den orientalischen Charme nicht einzubüßen, be-

sassa Richard Rodney Bennett gibt es einen repräsentati-

Percussionsklängen. Und damit die Begegnung nicht ein-

weist diese Aufnahme. Doch Ferhan und Ferzan Önder be-

ven Querschnitt seiner wichtigen Filmarbeiten vom leichten

seitig wird, erklingen auch kubanische Klassiker – im Jazz-

lassen es nicht dabei, durch Phrasierung und differenzierte

Orient Express bis zu einem veritablen Bratschenkonzert,

gewand.

Dynamik ihren Instrumenten die Geheimnisse von Orient

für Robert Bolts einzige Regiearbeit Die große Liebe der

und Okzident zu entlocken. Sie sind einen Schritt weiter

Lady Caroline. Ralph Vaughan Williams´ Scott of the Antarc-

Was die Klazzbrothers an dieser Begegnung vor allem fas-

gegangen, haben improvisiert und experimentiert, um die

tic gibt es erstmals in der Urfassung, also nicht als Sinfonie

ziniert, ist „die Vitalität der beiden Kubaner, diese Energie,

Tonskala um weitere Klangeffekte zu bereichern. Die bei-

Nr. 7. Drei Ausflüge führen weg von der Insel: Erstens zum

dieser Drive“, wie es Tobias Forster formuliert. „Während

den versichern, dass dabei immer der musikalische Gehalt

Broadway mit Musik aus den MGM-Musicals, von Elmer

bei uns Europäern das meiste über den Intellekt geht, funk-

der Kompositionen, sowie ihr eigener Wunsch, dem Thema

Bernstein idiomatisch umgesetzt, zweitens nach Italien, zu

tioniert bei ihnen vieles über das Hören und aus dem

1001 Nacht gerecht zu werden, im Vordergrund stand. Mit

Nino Rota, und drittens nach Russland mit Schostako-

Bauch heraus.“ Die beiden Kubaner wiederum nennen die

diesem Hintergedanken transkribierte Sabri Tulug Tirpan,

witsch-Filmmusiken. Eine ungewöhnliche, fabelhaft aufge-

Dynamik und die Technik der klassischen Musiker als das

der als Komponist und Pianist tätig ist, die Steppenskizze

machte (umfangreiche Beihefte) und nicht genug zu würdi-

Inspirierende der Zusammenarbeit.

aus Mittelasien von Alexander Borodin. Hierbei muss eine

gende Reihe, die Repertoirelücken füllt und die Tatsache in

Saite im Bass des Klaviers so präpariert werden, dass es

Erinnerung ruft, dass große Komponisten des 20. Jahrhun-

Der Erfolg ist groß. Und so kommen die fünf Musiker mitt-

danach klingt, als schlage einer im Hintergrund die kleine

derts wie Arnold, Bax, Bliss, Herrmann, Rota, Schostako-

lerweile dreimal im Jahr zu ausgedehnten Tourneen zu-

Trommel der Turkvölker. Desweiteren erklingen Werke der

witsch, Vaughan Williams oder Walton alle in der Filmmusik

sammen. Das nächste Programm ist schon vorbereitet: die

türkischen Komponisten Kamran Ince (geb. 1960) und Fazil

zu Hause waren. Gerade Komponisten aus England und den

symphonische Variante von „Classic meets Cuba“. Und ein

Say (geb. 1970), der wiederum eigens für Ferhan und Fer-

USA haben im 20. Jahrhundert bewiesen, dass es möglich

Live-Album ist auch bereits in Planung. Denn was auf der

zan Önder komponiert hat.

ist, tonal aber nicht banal zu schreiben. Modern, aber hör-

Studio-CD doch eher gezügelt wirkt, vermag im Konzert

Ferhan & Ferzan Önder, 1001 Nights.

bar. Mehr als das: in hohem Maße beglückend.

Funken zu schlagen.

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Jazz meets Cuba. Sony 513587-2

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER

CD

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CD-EMPHEHLUNGEN DER REDAKTION: An dieser Stelle legen wir Ihnen solche CDs ans Herz, die unseren Autoren und uns besonders aufgefallen sind. Weil sie außergewöhnlich gelungene Interpretationen vorstellen, zu wenig bekannte Meisterwerke präsentieren oder besonder gut klingen. Oder alles auf einmal. Ausgezeichnete CDs eben! >1 J. W. von Goethe, Willkommen und Abschied Nach den gefeierten Melodramen bei der DG meldet sich der Rezitationskünstler Hans-Jürgen Schatz zurück mit Liedern und Texten von und um Johann Wolfgang von Goethe. Als musikalische Schatz-Sucher hat er wieder hochkarätige Co-Interpreten angeheuert: den Bariton Andreas Schmidt und den Pianisten Rudolf Jansen, die Goethe-Vertonungen von Schubert bis Busoni beisteuern. Schier staunen macht es, welcher musikalische, literarische und philosophische Kosmos sich hier auftut durch die Symbiose von Lesung und Kunstlied. Schatz lässt durch Poesie, Prosa und Korrespondenz Goethe und seine Weggefährten zu unseren Vertrauten werden. Auswahl und Anordnung zeugen von Bildung und Geschmack, wobei der Unterhaltungswert keineswegs übersehen wird. Reichlich Bekanntes wie Schuberts Erlkönig steht neben Entdeckungen (wie Reichardts Heidenröslein). Mit Gusto und Gestaltungssicherheit genießt Schatz seinen Goethe; von der Nüchternheit früherer Rezitationen hat er sich längst gelöst – klar und ohne Mätzchen, mit gezügelter Anteilnahme dringt er ins Universum Goethescher Sprachkunst ein. Das gilt auch für die musikalische Seite. Nur das etwas prätentiöse Beiheft stört leicht. Solche beglückenden Programme mit Musik und Text sollte es öfter geben! TvdL Schatz, Schmidt, Jansen. Berlin Classics 2CD 0017592BC/edel >2 Dmitri Schostakowitsch: 10. Symphonie Ist das wirklich das Beethoven Orchester Bonn? Als hätten sie nie etwas anderes gespielt als Schostakowitsch, so klingt die 10. Symphonie als Beginn eines Zyklus aller seiner Symphonien unter Roman Kofman. Voller Spannung, jedes Detail hörbar – wer Schostakowitsch kennen und lieben lernen will, ist hier richtig. Auch aufnahmetechnisch eine Überraschung – einen so analytischen Orchesterklang hat man auf MDG-DVDs bisher nicht gehört, passend zur Musik und ohne auf Kosten der Räumlich-

CD VON A-Z >4 Roberto Alagna: Nessun dorma Die letzte Verismo-CD kam von José Cura. Alagna, Charming Boy der Oper, muss ihm gegenüber kräftemäßig etwas zurückstecken, wählt deshalb mehr lyrisch schlanke Arien, was ihn auf Nessun dorma aber nicht verzichten lässt. Bei seinen populären und dankenswerterweise auch vielen unbekannten Arien agiert der Tenor ausladend, vervehaft, theatralisch. Allzu raffinierte Pianoinvestitionen wären an dieser Stelle sicher unangemessen. JM Roberto Alagna, Chor und Orchestra des Royal Opera House Covent Garden: Elder 2003. EMI Classics 557600-2 >5/6 Juan Crisóstomo Arriaga Kein Wunder, dass uns Juan Crisóstomo (de) Arriaga kein Begriff ist. Der 1806 geborene Spanier ist im Alter von nur zwanzig Jahren verstorben und folglich ist sein Gesamtwerk recht übersichtlich. Die drei klangschönen Streichquartette sind wohl am ehe-

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keit zu gehen. Und schließlich auch eine Marketing-Überraschung: Die Aufnahme ist die erste, die in einer neuen CD/DVDA-Box zum Preis einer CD erscheint! Eine elegante Lösung des Problems, dass nicht alle Klassik-Fans eine mehrkanalfähige HiFi-Anlage besitzen: Wer noch die CD haben will, bekommt die DVD-A für die Zukunft gratis dazu. Und wer schon einen DVDPlayer besitzt, wird nicht mehr dadurch bestraft, dass die Mehrkanalfassungen häufig erst Monate nach der CD heraus kommen. Zur Nachahmung empfohlen! KH Beethoven Orchester Bonn: Kofman 2003. MDG 9371201-5 >3 A. Dvoˇrák: Sinfonie Nr. 5; Fibich: Toman und die Waldfee Eine CD, auf der sich viel Unterschätztes versammelt: Anton Dvoˇráks 5. Sinfonie gehört zu den großen romantischen Werken, steht aber unverdient im Schatten seiner letzten drei Sinfonien. Entzückende, lebensfrohe Melodien, große Bögen, aber auch dramatische Eintrübungen zeichnen sie aus. Zdenek Fibich, Zeitgenosse Dvoˇráks, gehört mit seinem Gesamtwerk in die Unterschätzt-Kategorie. Seine sinfonischen Dichtungen Toman und die Waldfee und Sturm stehen den Tondichtungen Dvoˇráks in nichts nach und gewinnen auch nach mehrfachem Hören. Die Bamberger Symphoniker dürften das unbekannteste Spitzen-Orchester Deutschlands sein. Sie präsentieren hier einmal mehr ihren spezifisch warmen, aus der Tradition der Tschechischen Philharmonie abgeleiteten Klang. Martin Turovsky hat auch nie den Sprung in die erste Dirigenten-Reihe geschafft, legt hier aber eine stimmige Interpretation aus einem Guss vor. Und das Cover vermittelt den Eindruck einer historischen Aufnahme aus den Archiven und wirkt kaum absatzfördernd. Also empfehle ich unserem Chefredakteur, einmal ein „ausgezeichnet“ zu verleihen, damit wenigstens Crescendo etwas für die unterschätzten Künstler tun kann. TR Bamberger Symph.: Turnovsky 2003. aulos 66002/Musikado

sten mit jenen sechs Sonate a quattro zu vergleichen, die Rossini im Jahre 1804 geschrieben hat. Sie sind recht einfach strukturiert und meist fein säuberlich in Melodie und Begleitung gegliedert. Die Werke weisen kaum spanische Einflüsse auf; die Musik klingt — wie die Quartette Haydns und Mozarts — vielmehr sehr „international“. Das junge Cuarteto Casals aus Madrid spielt diese Werke sehr frisch und unterhaltsam. Die Interpretation der Symphonie in D-Dur durch das Algarve Orchestra unter Leitung von Álvaro Cassuto ist recht ordentlich, klingt aber insgesamt ziemlich dumpf, besonders an den Stellen, wo sich die oft kammermusikalische Instrumentation zum Tutti hin erweitert und/oder die Dynamik in Richtung Forte strebt. Neben der Sinfonie enthält die Naxos-CD auch die ebenfalls nach Wiener Klassik klingende Ouvertüre zu Los esclavos felices sowie Kompositionen von anderen spanischen „Klassikern“. GJJ Streichquartette Nr. 1-3. Cuarteto Casals. harmonia mundi ibèrica HMI 987038 Los esclavos felices, Orchesterwerke von Seixas u.a. Álvaro Cassuto, Algarve Orchestra. Naxos 8.557207

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Klassik Bestseller 1 -

Cecilia Bartoli

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Nigel Kennedy

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Hillary Hahn: Bach Concertos

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Anna Netrebko

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Albrecht Meyer: Lieder ohne Worte

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J. S. Bach: Goldberg Variation

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Maria Callas

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Anne-Sophie Mutter

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Vladimir Horowitz

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Placido Domingo

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Midori

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Cecilia Bartoli

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Andrea Bocelli

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Fritz Wunderlich

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Anne-Sophie Mutter

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Magdalena Koˇzená

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Anton Bruckner

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Vladimir Horowitz

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André Previn: Violinkonzert

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Murray Perahia

The Salieri Album Decca (Universal)

The Vivaldi Album EMI Classics

Los Angeles Chamber Orchestra Deutsche Grammophon (Universal)

Wiener Philharmoniker Opera Arias Deutsche Grammophon (Universal) Sinfonia Varsovia Deutsche Grammophon (Universal)

Andras Schiff ECM

The Passion of Callas EMI Classics

NEW YORK Philharmonic Orchestra, Masur Beethoven:Violinkonzert; Romanzen 1& 2 Decca (Universal) Live and unedited Sony Classical (Sony Music)

Bravo! Domingo EMI Classics

Mendelssohn & Bruch Violinkonzerte Sony Classical (Sony Music)

The Art Of Cecilia Bartoli Decca (Universal)

Lorin Maazel, London Symphony Orchestra Sentimento Philipps-Universal Classics Last Recital/Der letzte Liederabend Deutsche Grammophon (Universal)

André Previn/Lambert Orkis Tango song and dance Deutsche Grammophon (Universal) French Arias Deutsche Grammophon (Universal)

Nikolaus Harnoncourt RCA (BMG)

Horowitz rediscovered RCA (BMG)

Anne-Sophie Mutter Deutsche Grammophon (Universal)

Franz Schubert Klaviersonaten Sony Classical S2K 87706

Die Klassik-Charts wurden ermittelt durch Mediacontrol im Auftrag des Bundesverbandes der phonographischen Wirtschaft e.V. Weisse Rangnummer = Platzierung vorige Ausgabe


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>7 Johann Sebastian Bach: Klavierkonzerte Bachs Brandenburgisches Konzert Nr.5, das Konzert für Flöte, Violine und Klavier und das italienische Konzert für Soloklavier – eine ungewöhnliche Zusammenstellung. Bach einmal nicht swingend sondern eher zwingend, die Violinen nicht hell, sondern grell – zumindest anfangs. Schwer und hart eröffnet der erste Allegrosatz, eine sehr eigenwillige Ästhetik. Doch schon im zweiten Satz hat das Ensemble ein Einsehen und kehrt zurück zu einer gefälligeren Bachinterpretation. Langsam und mit einfacher Freundlichkeit schreitet der langsame Satz dahin. Der Klavierpart voll klangschöner Noblesse ist nicht künstlich hervorgehoben, sondern ruht im Ensemble. Der dritte Satz ist Genuss pur, von unzähligen musikalischen Strömen kann sich der Hörer treiben lassen. Eine Sonderstellung hat das italienische Konzert auf dieser CD, da dies „nur“ für Soloklavier geschrieben ist. Murray Perahias Meisterschaft, Bach zu spielen, zeigt sich hier in seiner ganzen Größe. Vergnügen, Tanz und unsagbare Trauer im natürlichen Gleichgewicht fernab von jedem Kitsch. Das Klavier scheint unter Perahias Händen über das normale hinauszuwachsen. Es singt, vibriert, spricht, sprudelt. EH Perahia, Ac. of St. Martin in the Fields 2003. Sony CD 87326 Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41) >8 Johann Sebastian Bach:Weihnachtsoratorium Als Gesamtkunstwerk präsentiert die Niederländische Bachgesellschaft ihr Weihnachtsoratorium, in roten Samt gehüllt, versehen mit Abbildungen der auserlesenen Sakralkunst des Museums Catharijnekonvent in Utrecht. Beim Zuhören kann man die Augen über weihnachtliche Szenen von der Verkündigung bis zur Flucht nach Ägypten wandern lassen, wie sie sich in spätmittelalterlichen Stundenbüchern, Brevieren und Skulpturen finden. Das liebevoll gestaltete Booklet erhebt diese Einspielung in den Rang eines audiovisuellen Vergnügens. Chor und Orchester der Niederländischen Bachgesellschaft musizieren unter der Leitung von Jos van Veldhoven tadellos, die Turbachöre haben Schwung, die Choräle innigen Ausdruck, das Klangbild ist immer schön transparent. Souverän und stilsicher agiert auch das Solistenquartett. NL The Netherlands Bach Society. Zomer, Markert, Türk, Harvey 2002. Channel Classics CCS SA 20103 >9 Cecilia Bartoli: The Salieri Abum Ein neues, wiederum nur einem Komponisten gewidmetes Cecilia-Bartoli-Album gilt (nach den Porträts von Vivaldi und Gluck) Antonio Salieri. Auch bei fester Überzeugung, dass einem dieser mediokre Mozart-Antipode nicht ans Herz wachsen wird, muss man seiner gestalterischen Fantasie (zumal in der Orchesterkolorierung) doch hohen Respekt zollen. Eine vokale Power-Frau wie CB holt aus den Arien natürlich entscheidend mehr heraus als etwa 1989 der Counter Arno Raunig. Die Mezzosopranistin singt wie immer um Tod und Leben und über nahezu alle Grenzen hinaus. Bewunderung für Santa Cecilias furiose Interpretationen lässt gleichwohl Raum für leise Kritik an ihrer Neigung, gleichsam mit dem Kinn auf der Brust zu singen, Leidenschaften manieristisch zu verabsolutieren. JM Bartoli, Orchestra of the age of enlightenment: Fischer 2003. Decca 475100-2/Universal

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>10 Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 9 Oh je, was ist hier mit dem berühmten Telarc-Klang passiert? Nach den ersten Takten von Beethovens Neunter habe ich erst mal meine Anlage neu gestartet und Verstärker und Boxen kritisch auf Fehleinstellungen examiniert – aber nein, ich hatte nicht versehentlich die Mono-Taste gedrückt oder die Höhen auf Null herunter gefahren, sondern hier waren offensichtlich Tontechniker und Produzenten mit Pfropfen in den Ohren am Werk. Einen so topfigen Klang habe ich im gesamten Digitalzeitalter jedenfalls noch nie vernommen! Da möchte ich es fast als glückliche Fügung bezeichnen, dass man auch den interpretatorischen Qualitäten von Donald Runnicles und dem Atlanta Symphony Orchestra in dieser höhepunktsfreien Aufnahme keine Träne nachweinen muss. Ein leichter Gewinn der Kategorie „Zitrone des Jahres“. TR Atlanta SO: Donald Runnicles 2003. Telarc 80603/In-akustik >11 Ludwig van Beethoven: Violinkonzert Einen ausgesprochen unsentimentalen Musizierstil verfolgen Viktoria Mullova und John Eliot Gardiner in ihrer Aufnahme der Beethoven- und Mendelssohn-Violinkonzerte. Sie entschlacken die Klassiker und sorgen für Durchhörbarkeit, fließende Tempi, schwungvoll atmende Schlussakkorde. Voller Transparenz ist das Violinspiel: Hier ist keine Magierin am Werk, sondern eine Geigerin, die sich in die Karten sehen lässt: Lagenwechsel verschleiert sie nicht, lässt auch leere Saiten klingen und arbeitet insgesamt mit dezentem Vibrato – eine Frucht ihrer Erfahrung mit Corelli, Biber und Bach. Das Orchestre Revolutionnaire et Romantique überrascht mit raren Klangfarben wie etwa dem wunderbar samtig-rauchigen Fagottklang. Ein Höhepunkt ist das Larghetto des Beethoven-Konzerts, das man selten mit so federnden Synkopen erleben kann. ART Mullova, Orchestre Revolutonnaire et Romantique: Gardiner 2003. Philips 473 872-2/Universal

schmeidige, elegante und höchst differenzierte Klang der Streicher ohnehin perfekt zur Musik Boccherinis, fügt sich jetzt auch die Gitarre harmonisch und ausgewogen ein. Wer die übliche Rasgueado-Orgie im Fandango erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden, dafür öffnet sich ein Kosmos an subtiler Ausdruckskraft. DK Pinardi, Europa Galante, 2002. Veritas 7243 5 45606 2 0/EMI Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41) >14 Bruckner: Sinfonie Nr. 9 mit Fragmenten des Finales Nikolaus Harnoncourt ist einer der wenigen Dirigenten, der sich regelmäßig traut, dem Publikum einen Blick in die Werkstatt der Künstler zu gestatten. Im vorliegenden Fall stellt er die aufführungsreifen Skizzen zum fast vollendeten Finale von Bruckners Neunter Sinfonie vor und erläutert diese in einer sowohl anschaulichen als auch humorvollen Form (in deutsch live mitgeschnitten, zusätzlich auch auf englisch). Auf der zweiten CD setzt sich Harnoncourt dann mit der dreisätzigen bekannten Fassung der Neunten auseinander. Dabei begreift er Bruckner als Vorgänger Schönbergs, arbeitet die Dissonanzen und Seelenklüfte bei einem insgesamt hellen und transparenten Klangbild mustergültig heraus und legt seine bislang ausgereifteste Bruckner-Deutung vor. Eine großartige und sehr zu empfehlende Einspielung, auch wenn ich persönlich bedauere, dass Harnoncourt sich vor der von Benjamin-Gunnar Cohrs jüngst erarbeiteten vollständigen Rekonstruktion des Finales scheute, die damit immer noch ihrer offiziellen Ersteinspielung harrt. TR Wiener Philharmoniker: Nikolaus Harnoncourt 2002. BMG 82876 54332 2

>12 Evgeny Kissin: Brahms Da sind die melancholischen Grübler unter sich, könnte man meinen, wenn Evgeny Kissin Klavierwerke von Brahms einspielt. So richtig schön expressiv und mit Tiefgang gründelt Kissin in der Wiedergabe der dramatischen f-moll Sonate. Ein starker Auftakt für die kongenial interpretierten Stücke Intermezzo und Capriccio aus opus 76. Wer die Frage „Lieben Sie Brahms?“ dann immer noch nicht mit Ja beantwortet, wird sich dem mitreißenden Elan der von Kissin mit Verve, Feuer und sprühender Virtuosität gespielten fünf Ungarischen Tänze nicht entziehen können. Wenn man die gehört hat, will man auch die anderen fünf der insgesamt 10 Ungarischen Tänze haben, möglichst mit Evgeny Kissin am Flügel. NL Evgeny Kissin 2001. BMG Classics 82876 52737 2

>15 Uri Caine/Gustav Mahler: Dark Flame Mit seinen radikalen Mahler-Umdeutungen hat er seinen ersten großen Erfolg gelandet, mit Schumann, Wagner und Bach fortgesetzt. Jetzt ist er wieder an den Ausgangspunkt zurückgekehrt: Auf seinem neuen Album stellt Uri Caine seine musikalische Sicht auf Mahlers Orchesterlieder vor. Herausgekommen ist eine furiose Collage, die Mahlers Vorlagen zwischen Hard Bop und Free Jazz liest und mit Klezmer und traditioneller chinesischer Musik würzt. Ähnlich kühn seziert Caine die in die Originale eingewobenen Texte, die zwischen mittelalterlicher chinesischer Lyrik und postmoderner Dekonstruktion pendeln. Was bei Caines Mahler-Erstling in seiner Radikalität noch provozieren musste, scheint hier aber schon zur Masche geworden zu sein: Nicht alles an diesem Album ist wirklich „unerhört“. Zwar lässt die Überzeichnung des brüchigen und morbiden Charakters immer wieder ein Hörgemälde von erstaunlicher bittersüßer Schönheit anklingen, doch die innere Stimmigkeit von Caines früheren Alben sucht man bei „Dark Flame“ vergebens. AW Winter & Winter 910 095-2/edel

>13 Boccherini: Gitarrenquintette Die Boccherini-Quintette gehören mittlerweile zum Standardrepertoire der Kammermusik mit Gitarre, auf dieser Veröffentlichung finden sich das berühmte „Fandango“-Quintett und La ritirata di Madrid. Selten zu hören sind diese Stücke allerdings mit Originalinstrumentarium, das natürlich die Gitarre einschließt. Das Ergebnis ist – wieder einmal – verblüffend: Passt der ge-

>16 Frédéric Chopin / John Corigliano. Etude Fantasy Ihre CD-Cover gehören zu den elegantesten der Klassik-Szene. Dennoch: Ragna Schirmer hat sich mit ihrer Werkauswahl beim Publikum bisher nicht gerade angebiedert. Ihr Debüt gab die Pianistin gewagt mit den Goldberg-Variationen, es folgten Schnittke und Haydn – alle drei Aufnahmen erregten Aufmerksamkeit. Nun hat die erst 31jährige Professorin in die Schublade

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der großen sportlichen Herausforderungen gegriffen: Sie spielt Chopins Etüden Opus 10. Wer je ein Klavier angefasst hat, dem treibt alleine der Anblick der Noten Schweißperlen auf die Stirn. Doch von wegen Kraftmeierei: Schirmer tauscht Fitnessstudio gegen Ballettsaal, umtanzt die technischen Abscheulichkeiten mit federnder Eleganz und einer Leichtigkeit, die die Poesie der 12 Stücke in den Vordergrund stellt. Ihr Chopin hat Swing, schäumt geradezu über vor Musikalität, beeindruckt – natürlich – auch durch glasklare technische Brillanz. Wild und wehmütig, zärtlich und verspielt kommen die fingerbrecherischen Stücke daher in dieser wunderbaren Aufnahme, die keinen Vergleich zu scheuen braucht. Und auch Schirmers Neigung zum besonderen Repertoire, ihre Liebe zur Moderne kommt nicht zu kurz. Denn dem romantischen Meister stellt sie zwei Werke des 1938 geborenen John Corigliano gegenüber: die Etude Fantasy (1976) und die Fantasia on an Ostinato (1985), beides technisch betrachtet ebenfalls Virtuosenliteratur, die über minimalen Motiven einen weiten Klangkosmos entwickelt. Während Schirmer die Etude in einem kecken Scherzo und einem flirrenden Andante mit dem sprechenden Titel „Ornaments“ gipfeln lässt, rankt sich die Fantasia um den ostinaten Trauermarsch-Rhythmus aus Beethovens 7. Symphonie. Welche grandiose Spannung die Pianistin hier der kargen rhythmischen Tonwiederholung entlockt…– am besten selbst anhören! BS Ragna Schirmer. Berlin Classics 0017602BC/edel >17 Jean Cras: Polyphème Einer der Programmschwerpunkte der Zusammenarbeit vom Luxemburger Philharmonie-Orchester und Timpani sind große, aber vernachlässigte Komponisten. Wie zum Beispiel der Bretone Jean Cras. Der Lebenslauf des komponierenden Marineoffiziers ist hoch interessant, es soll hier aber genügen, dass seine Oper Polyphème von 1918 den 1. Preis der Stadt Paris erhielt und an der OpéraComique mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Cras gehört der Generation französischer Komponisten nach Wagner und Debussy an, stark beeinflusst von seinem Lehrer und Mentor Henri Duparc. Seine Musik ist tief beseelt von der Liebe zum Meer, einem Gefühl für Wohlklang und Gleichmaß, wirkt dabei aber immer ungekünstelt und konzentriert. Die klangsinnige Einspielung muß als Referenz gewertet werden. Eine (Wieder-) Entdeckung. DK Arapian, Marin-Degor, Beuron, Debize, Orchestre Philharmonique du Luxembourg:Tovey 2003. Timpani 3C3078

berührt sein. Audience 52 STP

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Berührt sein von der Klangwahrheit der Audience 52 STP, dem neuesten Dynaudio High-End Klassiker. Berührt sein von der Stereoplay Edition mit Esotec Hochtöner, legendärem Contour Bass-Chassis und verfeinerter Frequenzweiche. Berührt sein von Dynaudio.

>18 Antonin Dvoˇrák: Violinkonzert/ Klavierquintett op. 81 Schwelgerisch voll tönend, manchmal traumverloren in selbstverzückten Rubati – Sarah Chang verleiht dem Dvoˇrák-Konzert warm-herzliche Ausdrucksunmittelbarkeit. Colin Davis bereitet der hinreißend präsenten, aber nie selbstgefällig gespreizten Geigerin ein weich-fülliges Klangbett. Im ausladenden Quintett demonstriert sie mit anderen Spitzenmusikern die Kunst der Einordnung; ein betont intellektuelles Vergnügen voll pointierter, augenzwinkernder Wortwechsel und zart flüsternder pianissimi, bei denen es fast darum zu gehen scheint, wer sich ohne Verlust an Tonschönheit am weitesten zurücknimmt. Erstaunlich dezent vor allem Leif Ove Andsnes, der seinen Part geradezu im Continuo-Verständnis spielt. GF Chang, Andsnes, Alexander Kerr, Wolfram Christ, Georg Faust; London Symphony Orchestra: Davis 2003. EMI 5 57439 2 >19 Feidman plays Mozart & more Ein besserer Titel für diese interessante CD wäre „Dialoge“! Beim Mozart-Klarinettenkonzert führt Giora Feidman nicht nur einen Dialog mit dem Orchester, sondern lässt die Klarinette gleichsam in wunderbaren Selbstgesprächen singen. Dem Prinzip des musikalischen und interkulturellen Dialogs folgt das abwechslungsreiche weitere Programm: Im Duo Concertante des Bandoneon-Virtuosen aus Uruguay, Raul Jaurena, wird das tangotypische Spiel von Leidenschaft und Distanz zwischen Klarinette, Bandoneon und Streichern zelebriert. Bei The Voice

Informationen: Dynaudio International GmbH, Postfach 118, D-21221 Rosengarten, Tel.: 04108-4180-0, Fax: 04108-4180-10, E-Mail: info@dynaudio.de

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Weltstars singen die schönsten Weihnachtslieder. of Compassion der israelischen Komponistin Ora Bat Chaim schließlich versenkt sich die Stimme der Klezmer-geübten Klarinette in ein inneres Gespräch. HGV Giora Feidman, Raul Jaurena, Georgisches Kammerorchester Ingolstadt: Markus Poschner 2003. Warner Music 2564-60692-2 >20 French Saxophone Eine Bigband ohne Saxophon? Undenkbar! Ein Sinfonieorchester mit Saxophon? Absolut denkbar! Dokumentiert wird dies mit der Einspielung French Saxophone des Altsaxophonisten Dominique Tassot und dem Münchner Rundfunkorchester unter Manfred Neumann. Henri Tomasi, André Caplet, Jean Absil, Marius Constant und Claude Debussy sind allesamt französische Komponisten, die sich auf die Begegnung mit dem einstigen Instrument der Militärkapellen eingelassen haben. Ihre Konzerte für Saxophon und Orchester werden technisch brillant und dank des sehr erfahrenen Solisten hervorragend interpretiert. Das aussagekräftige und interessante Booklet macht diese Neuerscheinung komplett. Ein musikalischer Genuss, der Appetit macht auf mehr Saxophonmusik. KHo Tassot, Münchner Rundfunkorchester: Neumann 2003. audite 97.500/Naxos >21 Anna Gourari: Midnight Die Nacht – geheimnisvoll und inspirierend, aber auch kühlend für den Verstand, die Dunkelheit richtet den Blick aufs Wesentliche, Schnörkel und überflüssiges Zierwerk werden von der Schwärze verschluckt. Das trifft auch auf die musikalische Gattung der Nocturnes, der Nachtstücke, zu. Anna Gourari widmet sich auf ihrer neuen CD ausschließlich diesem melodischen Genre. Und beweist ihre feinfühlige Sensibilität, Klänge zu empfinden und auszudrücken, ohne die Möglichkeit, sich hinter virtuosem Beiwerk zu verschanzen. Pure Reinheit des Ausdrucks, leise erzählend, sich manchmal auf einem einzigen wiederholenden Ton steigernd, um wieder abzuebben. Von Field über Samuel Barber bis zu Astor Piazzolla reiht sie die Stücke aneinander, ohne Bruchstellen, nur gelegentlich ergeben sich delikate Schwebungen, die von der Pianistin durchaus gewollt sind. Von den berühmten Chopin-Nocturnes findet lediglich eines Platz auf dieser CD, doch unabhängig vom jeweiligen Komponisten verleiht Anna Gourari dem Programm eine leise flirrende, vibrierende Aura. EH Anna Gourari 2003. Decca 028944711462/Universal >22 Johann Adolf Hasse: Miserere Salve Regina, Te Deum Cecilia Bartoli ist nicht die Einzige, die gern in Musikarchiven auf Entdeckungsreise geht. Ludwig Güttler pflegt die große Musiktradition von Dresden, verkörpert im Komponisten Johann Adolf Hasse, der zu Lebzeiten andere barocke Größen wie Händel und Bach weit überstrahlte. Hasse starb in Italien und so fand Güttler die Noten für die drei eingespielten geistlichen Werke in Mailand. Ein passender Ort für die weit mehr an Vivaldi denn an Bach erinnernden Werke, die Güttler nun in einer inspirierten Einspielung mit dem Chor Ars Vocalis, den Virtuosi Saxoniae und fünf Solisten vorlegt. Rundum italienisch in der kantablen Melodik, der pulsierenden Rhythmik und der ganzen Eleganz des galanten Stils beschwören Hasses Miserere, Salve Regina und Te Deum keine Angst vor dem Fegefeuer, sondern himmlischen Glanz. Die Solisten singen klangschön und drehen mühelos virtuose Schleifen. Besonders prachtvoll fällt das von Elisabeth Wilke glänzend gesungene Salve Regina für Altsolo, Streicher und Generalbass aus. Diese CD eignet sich als ganzjährig zu hörendes Weihnachtsgeschenk. NL Virtuosae saxoniae: Güttler 2003. Edel Classics 0017372BC >23 Sharon Isbin: Baroque Favorites for Guitar Sharon Isbin beschreitet auf ihrer jüngsten CD konventionelle Pfade. Zusammen mit dem Zürcher Kammerorchester unter der Leitung von Howard Griffiths musiziert sie barocke Konzerte von Albinoni, Bach und Vivaldi. Bemerkenswert ist neben geschmackvollen Adaptionen und teils aber auch recht stark ins Original ein-

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Ein ideales Geschenk, auch für sich selbst, das eine festliche Stimmung verbreitet, wie sie kaum zu übertreffen ist: Wenn die drei Tenöre „Stille Nacht“, Helmut Lotti „Adeste fideles“ oder Patricia Kaas gemeinsam mit Plácido Domingo „Leise rieselt der Schnee“singen, dann wird es einem von innen warm und man sieht, dass „Stimmung“ durchaus mit „Stimme“ zu tun haben kann... CD 89451

Mit * Plácido Domingo * José Carreras * Luciano Pavarotti * Patricia Kaas * Yo-Yo Ma * Helmut Lotti * Angelika Kirchschlager * und vielen mehr

Mehr Informationen und Hörproben unter www.sonyclassical.de


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greifenden Arrangements (Emilio Pujol) die intelligente Ornamentik, die die amerikanische Gitarristin in Zusammenarbeit mit Bach-Expertin Rosalyn Tureck ausgearbeitet hat. Dzi Sharon Isbin, Zürcher Kammerorchester: Howard Griffiths 2002. Warner Classics 0927 45312-2

dem ist diese CD (Volume 1 mit opp. 11, 12 und 52 erschien 1997 auf MDG 612 0733-2) ein weiteres wichtiges Plädoyer für die äußerst hörens- und auch für unser Konzertleben wünschenswerte Kammermusik des Brahms-Zeitgenossen. GJJ Hans Zentgraf, Christoph Ullrich. MDG 612 1161-2/Naxos

>24 Mauricio Kagel: Tantz-Schul Die „Neue und curieuse theatralische Tantz-Schul“ von Gregorio Lambranzi ist 1716 zum ersten Mal erschienen. Etwa 70 verschiedene Ballett-Beispiele werden zusammen mit jeweils einer Melodie vorgestellt. 18 davon hat Kagel 1985/87 herausgegriffen und ein „Ballet d’action“ daraus gemacht. Fehler in der musikalischen Orthographie der Vorlage werden von Kagel übernommen und zum Bestandteil der Komposition. Es geht ihm weder um historische Genauigkeit, noch versucht er einem Modell von zeitgemäßer Musik zu entsprechen. Was zuerst etwas beliebig wirkt, entpuppt sich als ein reiches Füllhorn musikalischer Einfälle und orchestraler Klangfarben, die die Aufnahme bestens zur Geltung bringt. DK Chalker, Späth, Rundfunk SO Saarbrücken: Kagel 2002. Winter & Winter 910 099-2/edel

>27 Leopold Anton Kozeluch: Moisè in Egitto Während Mozart gerade die Oratorien Händels und CPE Bachs entdeckte und sich am musikalischen Horizont zögernd schon Haydns Schöpfung abzeichnete, feierte das italienische Oratorium in Wien seine letzten Triumphe. Ein bedeutendes Beispiel dafür ist Kozeluchs 1787 uraufgeführter Moisè in Egitto, in dem die Vorgeschichte des Auszugs des Volks Israel aus Ägypten dramatisiert wird. Kozeluchs Oratorium lebt von packenden Rezitativen, von eingängigen, deutlich charakterisierenden Arien und kraftvollen Chören: Eine spannende und überaus hörenswerte Bereicherung des Repertoires. Hörenswert ist auch die Interpretation, für die sich Hermann Max auf gut disponierte Solisten stützen kann. Herausgehoben sei Simone Kermes, die mit müheloser Leichtigkeit die Schwindel erregenden Koloraturen ihrer Partie meistert und in der Arie „Colpo di vento alpestro” mit einer wahrhaft spektakulären Kadenz auftrumpft. AW Rheinische Kantorei, Das Kleine Konzert: Hermann Max 2003. cpo 999 948-2

>25 Vesselina Kasarova: Bulgarian Soul Die bulgarische Seele möchte Mezzosopranistin Vesselina Kasarova den Musikliebhabern nahe bringen. Wer jetzt an Aufnahmen im Stil jener Tenöre denkt, die voller Hingabe die Lieder ihrer italienischen, spanischen oder lateinamerikanischen Heimat schmettern, irrt gewaltig. Zwar sind alle Stücke in „Bulgarian Soul“ Volkslieder, aber Vesselina Kasarova macht dem Hörer den Zugang zu ihnen nicht leicht, sie singt nämlich Bearbeitungen traditioneller Stücke von Krassimir Kyurkchiyski. Da verschwindet die bulgarische Seele hinter komplexer, moderner Harmonik, es klingt nach Gregorianik, trifft Schönberg. Zwar singt Frau Kasarova, abwechseln begleitet von Chor, Kammerorchester oder Klavier, ausnehmend schön, aber die Stücke ähneln sich in Kyurchiyskis Arrangements allzu sehr um interessant zu sein. Kasarova 2002. BMG Classics 74321 93658 2 Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41) >26 Friedrich Kiel: Werke für Violoncello und Klavier Vol. 2 Der zweite Teil der Kompositionen für Violoncello und Klavier des über sein kammermusikalisches Œuvre hinaus nur wenig bekannten Friedrich Kiel enthält neben lediglich einer Originalkomposition (der Sonate D-Dur WoO) zwei zeitgenössische, vom Komponisten jedoch höchstwahrscheinlich autorisierte – oder zumindest akzeptierte – Cello-Bearbeitungen seiner einzigen Bratschensonate op. 67 und der ursprünglich für Violine und Klavier geschriebenen Kleinen Suite op. 77. Drei schnelle Sätze verleihen der Cellosonate, die von Hans Zentgraf und Christoph Ullrich sehr ansprechend musiziert wird, ihren eigenständigen Charakter (beiden ist übrigens auch die Uraufführung des Werks im Jahre 2001 zu verdanken). Die Kleine Suite jedoch klänge auf einer Violine wesentlich idiomatischer, als in ihrer Bearbeitung für das tiefe Streichinstrument, und auch der Sonate op. 67 merkt man an, dass sie vom „falschen“ Instrument gespielt wird. Da würde man doch lieber einmal die Originalfassungen hören, deren Ersteinspielungen jedoch noch ausstehen. Trotz-

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>28 Jules Massenet:: Manon Manches braucht seine Zeit, aber der Live-Mitschnitt aus der Bastille-Oper lohnt auch nach sechs Jahren noch. Der Klang ist zwar, wie oft bei solchen Bühnen-Direktabnahmen, etwas flach und weggerückt, die Nebenrollen erlangen kaum Präsenz. Dafür aber die Protagonisten: Alvarez’ Des Grieux erreicht einen Schluchz- und Schmelz-Faktor, der an Carreras’ gute Zeiten erinnert (manchmal freilich mit heftigem Vibrato), und die Fleming gestaltet wirklich einen vokalen Charakter, wo hinter dem betörenden Oberflächencharme nie der hysterische Hintergrund verschwindet, Manons Lebenslügen ihr sozusagen auf die Stimme schlagen. In den besten Momenten bringt diese Aufnahme eine schöne Synthese von französischer Geschmeidigkeit und italienischer Emphase – Verdienst auch von Lopez-Cobos am Pult, der hoch flexibel zwischen lebendig sprühendem Konversationston und zart-zerbrechlicher Lyrik pendelt. GF Fleming, Alvarez u.a.; Chor und Orch. der Opéra Bastille: Lopez-Cobos 2003 (Live-Mitschnitt 1997). Sony S2K 90458 >29 Felix Mendelssohn Bartholdy: Streichquartette Vol. 3 Mit dem soeben vorgelegten dritten Volume ist die Gesamtausgabe der Streichquartette von Felix Mendelssohn Bartholdy, interpretiert vom renommierten Leipziger Streichquartett, nunmehr abgeschlossen – zumindest, was die „gezählten“ Quartette anbetrifft. Schön, dass endlich ein wenig mehr Beschäftigung mit diesen Werken zu beobachten ist! Das sechste Streichquartett ist zweifellos die bedeutendste Komposition der ganzen Werkgruppe, ist es doch eindeutig als Reaktion auf den Tod der geliebten Schwester Fanny zu verstehen. Aber subjektiv gehen die „Leipziger“ keineswegs ans Werk. Sie spielen wieder einmal sehr überzeugend und klangprächtig und sind in dieser Hinsicht sicher mit das Beste, was derzeit zu haben und zu erleben ist.

Aber die Objektivität gegenüber den tief empfundenen Noten verleiht ihrer Interpretation gelegentlich den Beigeschmack der Oberflächlichkeit. Davon ist im fünften Quartett allerdings nichts zu spüren, welches sie ebenso wie die beiden einzelnen Quartettsätze op. 81,1-2 mehr als überzeugend musizieren. GJJ Leipziger Streichquartett MDG 307 1056-2/Naxos >30 Wolfgang Amadeus Mozart: Salzburger Flötensinfonien Seit 1988 unterhält das Kölner Kammerorchester unter Helmut Müller-Brühl die Konzertreihe DAS MEISTERWERK, das bekannte und neu zu entdeckende Werke aus Barock und Klassik in musikalisch sehr aufschlussreicher Kombination vorstellt und damit zum Publikumserfolg avancierte. Auf der neuen Mozart-CD sind mit technischer Präzision und großer dynamischer Bandbreite, weit von alternder Betagtheit entfernt, vier frühe Salzburger Flötensinfonien eingespielt, die Mozarts Jugend widerspiegeln und im Gegensatz zu seinen späteren Sinfonien die ganze Vitalität des damals erst 16-jährigen Komponisten erkennen lassen. KHo Kölner Kammerorchester: Helmut Müller-Brühl 2003. Naxos 8.551204 >31 Wolfgang Amadeus Mozart: Arien und Duette Zwei Fechter bekämpfen sich nicht mit dem Florett, sondern mit roten Lilien. Das ausgesprochen hübsche Cover der Deutschen Harmonia Mundi-Veröffentlichung mit den aus Erfurt stammenden Christoph und Stephan Genz illustriert auf gekonnte Weise diese Aufnahme, auf der sich die Brüder als empfindsame Streiter im Geist Mozarts beweisen. Beide exzellierten hauptsächlich auf dem Konzertpodium, was sich bei den Konzertarien sehr wohltuend abzeichnet: ein lockerer, geschmackvoller, allerdings auch nicht sehr individueller Vortrag. Dieser Blässe begegnen die Brüder, indem sie sich bei den Opernarien vornehmlich auf Così fan tutte beschränken, in der sie gemeinsam aufgetreten sind: Christoph phrasiert Ferrandos „Un aura amorosa“ mit fast keuschem Ton, schönen, leichten Linien, vornehmen Koloraturen und zurückhaltendem Ausdruck. Stephan kann als Guglielmo et-

TACET + TACET + TACET + TACET Begeisternde CDs und DVD-Audios für Klassik-Liebhaber, die gleichzeitig nach staunenmachenden Klangerlebnissen suchen. Alles, was Sie über TACET-DVD-Audios und TACET REAL SURROUND SOUND wissen müssen: www.tacet.de/faqd.pdf + + + + + + + Preis der deutschen Schallplattenkritik! + + + + + + +

was stärker auftrumpfen, doch auch hier fehlt der Figur, bei aller markanten Schönheit des Gesangs, ein Gesicht. Ähnliches gilt auch für Don Giovannis verführerisches Ständchen, bei dem die Mandolinenbegleitung hervorzuheben ist; wie überhaupt die Aufnahme von Sigiswald Kuijkens Begleitung und der formidablen Petite Band profitiert. RF Christoph Genz, Stephan Genz, La Petite Bande: Kuijken 2003. Deutsche harmonia mundi 82876 55782 2 Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41)

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>32 Wolfgang Amadeus Mozart: Sonaten und Fantasien Solche wunderbaren Farben kann man Mozarts Sonaten nur entlocken, wenn man ein Hammerklavier (hier eine Kopie nach Anton Walter) verwendet – wie das Spiel mit Kontrasten zwischen Bass und Diskant in der c-moll Fantasie. Oder den zerbrechlichen Ton der Allemande aus der D-Dur Suite. Andreas Staier spielt das alles mit Blick auf den improvisierenden Mozart – sehr frei, dabei unprätentiös und immer mit perfektem Timing. Verbesserungsfähig wäre dagegen die technische Qualität der Aufnahme – der Flügel ist, obwohl klanglich sehr schön, zu breit geraten, und das zu laut eingefangene Atmen des Pianisten trägt nicht zum besseren Verständnis der Musik bei. KH Andreas Staier 2003. HMC 801815 Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41) Multichannel SACD (hybrid) >33 Otto Nicolai: Die lustigen Weiber von Windsor Locker und leicht kommen Die lustigen Weiber von Windsor daher, begleitet vom WDR Rundfunkorchester Köln, das Helmuth Froschauer zu federnder Frische inspiriert. Anders als in der Handlung werden die gut aufgelegten Damen (Juliane Banse, Andrea Bönig und Regina Klepper) von den „charaktervolleren” Herren – allen voran Franz Hawlata als Falstaff, Dietrich Henschel als Fluth und Heinz Zednik als Junker Spärlich – stimmlich ausgestochen. Dennoch geraten gerade die Ensembles wunderbar stimmig. Eine flotte Werbung für Otto Nicolais komischphantastische Oper. HGV Hawlata, Henschel, Bankl, Dürmüller, Zednik, Sramek, Banse, Bönig, Klepper, Godland, WDR Rundfunkorchester Köln: Froschauer 2003. Capriccio 60094 >34 Ernst Pepping: Heut und Ewig Ewigkeit – wenn sie einem deutschen Dichter zuerkannt wird, dann Johann Wolfgang von Goethe. Das haben auch die Komponisten früh erkannt und reichlich Goethe-Verse vertont. Manches aber hat sich dem musikalischen Zugriff bis heute weitgehend entzogen. Und so bietet die Ersteinspielung von Peppings (19011981) Heut und Ewig – Liederkreis für Chor nach Gedichten von Goethe auch inhaltlich eine Entdeckungsreise, die dem Dichterfürsten in erstaunlich vielen Facetten nahekommt: Ironisches, Hymnen, Venezianische Epigramme - bis hin zum West-östlichen Divan reicht die Palette der Texte, die Pepping in seinem umfangreichsten weltlichen Zyklus zum Goethe-Jubiläum 1949 für Chor a cappella vertont hat. Das Sächsische Vocalensemble unter Leitung von Matthias Jung stellt sich auf seiner dritten bei Tacet erschienen CD den höchst diffizilen Stücken. Kein Pathos findet sich in den Chorsätzen, kein leicht zu erheischender Effekt. Stattdessen: vertrackte Harmonik, raffinierte Metren, anspruchsvolle Stimmführung. An den barocken Meistern Bach und Schütz geschult bewältigen die Sachsen diese Schwierigkeiten mit Eleganz und chorischer Disziplin. Schlank, flexibel präsentiert sich der Chorklang. Kaum etwas, das es da zu bemängeln gäbe – hie und da vielleicht eine kleine Schärfe im Sopran. Mitlesen lohnt sich allerdings, denn im polyphonen Satz ist die Textverständlichkeit nicht immer gewährleistet. BS Sächsisches Vocalensemble, Matthias Jung. Tacet 123

>35 Henry Purcell: Evening Prayer Die Vielfalt der Tonsprache Purcells vom staatstragenden Anthem bis zum intimen Gebet präsentiert Chanticleer auf dieser CD. Mit einem sehr einheitlichen Klangbild (durch die männlichen Soprane) lassen die Sänger die erstaunliche Harmonik von Purcell leuchten. Etwas steif sind die großen Anthems geraten, aber die müssen wohl so sein. KH Chanticleer 2003. Teldec 2564 60290-2/Warner Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41) >36 Maurice Ravel: Das Klavierwerk Ein klares, durchlichtetes Klangbild, vornehme Dezenz und geschliffene Noblesse: Alexandre Tharaud spielt einen quasi aristokratischen Ravel, dessen helle Pastelltöne immer auch ein Stück distanzierte Kühle einschließen. So entspricht es zwar einem geläufigen Bild des Komponisten – aber was den Valses Nobles gut bekommt, lässt zum Beispiel Gaspard de la nuit unterbelichtet, weil dessen neurotische Seiten unterdrückt werden; manchmal treibt Tharauds emotionale Distanz an den Rand mechanischer Glätte. Seine Interpretationen – einschließlich zweier bisher unveröffentlichter Werke, das Ganze nicht chronologisch geordnet, sondern gemischt wie ein „echtes“ Recital – erinnern an zarte, filigrane Grafiken; manchmal freilich fehlt ihnen ein wenig Relief. GF Alexandre Tharaud 2003. Harmonia Mundi HMC 901811 >37 Camille Saint Saëns: Le Carnaval des animaux Eine äußerst witzige, sehr musikalisch daherkommende Fassung von Camille Saint Saëns Carnaval des Animaux ist jetzt bei Virgin Classics erschienen. Die beiden Pianisten Frank Braley & Michel Dalberto scharen erlesene Kammermusiker, allen voran Renaud (Violine) und Gautier (Cello) Capuçon um sich, um diesem sicher nicht immer bierernst gemeinten Zyklus zuleibe zu rücken. Auf den ersten Blick erscheint alles wohlklingend, beim genaueren Hinhören ergeben sich allerdings geringfügige Defizite beim Zusammenspiel und der Balance (z.B. ein zu blasses und zu statisches Cello im Schwan). Überraschend selig-melancholisch erlebt der Hörer die Fantaisie für Violine (Renaud Capuçon) und Harfe (Marie-Pierre Langlamet). Ein rund 13 minütiges Werk zum Träumen. Auch die Romance op.36 und Prière op.158 für Violoncello & Klavier sowie das abschließende Septett, bei dem noch D. Guerrier (Trompete), B. Muthelet (Viola) und J. Saksala (Kontrabass) mitwirken, überzeugen. MSt Renaud u. Gautier Capuçon u.a. 2003 EMI 7243 5 45602 2 4 Einen Track dieser CD finden Sie auf Schöner Hören (S. 41) >38 Arnold Schönberg, Theodor W. Adorno: Streichquartette Adorno zum Ersten: Der 100. Geburtstag des vielleicht einflussreichsten Denkers der deutschen Nachkriegszeit ruft gelegentlich in Erinnerung, dass der Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker auch Komponist und Schüler Alban Bergs war. Adornos Stücke für Streichquartett op. 2 und die Zweite Wiener Schule, hier Schönbergs expressionistisch durchfärbtes Streichquartett Nr. 1, stehen daher überaus sinnreich nebeneinander. Wie Schönbergs Quartett erfahren auch Adornos Sätze durch das noch junge Kuss-Quartett eine erstrangige, technisch meisterhafte Interpretation. Das Klangbild ist plastisch, aber leicht ver-

färbt. Peinlicher Druckfehler im Cover: Schönbergs Quartett ist 1905, nicht erst 1950 komponiert. AW Kuss Quartett 2003. Ars Musici AMP 5113-2 >39 Schönberg, Theodor W. Adorno u.a. : Klaviermusik Adorno auch zum Zweiten: Yorck Kronenberg hat in seine exzellent gespielte Anthologie der klassischen Moderne drei kleine Klavierstücke Adornos eingestreut. Es sind Miniaturen voll von augenzwinkerndem Humor und als Beilage so klein, dass sie nicht einmal auf dem Titel erwähnt werden müssen. Doch seiner säuerlichen – wenn auch ungebrochen aktuellen – „Kritik des Musikanten“ hat der Moralist ersten Ranges hier eine erfrischend witzige Gestalt verliehen. Der gewichtigere Hauptteil der CD präsentiert die unterschiedlichen Konzepte der musikalischen Moderne der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Äußerst konzentriert in Form und Inhalt etwa bei Schönbergs Sechs kleinen Klavierstücken op. 19, mit großem Bogen durchkomponiert in Bergs einsätziger Klaviersonate op. 1, spröde mehrstimmig in Tochs Profiles op. 68, klassizistisch trocken in Hindemiths Klaviersonate Nr. 3. AW Yorck Kronenberg 2003. Ars Musici AM 1357-2 >40 Andreas Scholl: Arcadia Wieder einmal einen großartigen Partner gefunden hat Andreas Scholl für seine CD, die uns zu einer Reise ins mythische Arkadien einlädt. Die Accademia Bizantina spielt mit derselben lockeren Leichtigkeit, mit der Scholl die unbekannten Werke von Gasparini, Pasquini, Scarlatti und anderen interpretiert – eine Aufnahme mit lauter bisher nicht eingespielten Kompositionen. Frühlingshafte und sommerliche Klänge als Gegenmittel für kalte Wintertage! KH Andreas Scholl, Accademia Bizantina 2003. Decca 470 296-2 >41 Sibelius: Sinfonie Nr. 3, Hindemith: Die vier Temperamente Sibelius´ dritte Sinfonie wird bis heute etwas unterschätzt. Dabei bietet sie wundervolle Melodik – der zweite Satz gehört zum Schönsten, was Sibelius komponierte – und viele feine Schattierungen, die allerdings kaum ein Dirigent herauszuarbeiten versteht. Umso erstaunlicher, wie vortrefflich dies dem vor allem als Pianisten bekannt gewordenen Olli Mustonen und seinem nur sporadisch zusammen kommenden Helsinki Festival Orchester gelingt. Vor allem die Holzbläser spielen mit traumhafter Transparenz und Frische. Mustonens Dirigat unterscheidet sich wenig von seinem bekannten Stil als Pianist: Klar, akzentuiert, hart an der Grenze des Aufreizenden und Selbstverliebten. In einer Doppelrolle wirkt Mustonen im zweiten Werk, Paul Hindemiths selten gespielten Vier Temperamenten für Klavier und Streicher, mit. Zwei exemplarische Interpretationen, auch wenn sich der Sinn ihrer Kopplung mir nicht ganz erschließt. TR Helsinki Festival Orchester: Mustonen 2002. Ondine 1022-2 >42 Richard Strauss: Der Rosenkavalier. Filmmusik (1926) Andere schrieben Filmmusik der Not gehorchend im Exil, Richard Strauss nutzte das Medium als „wirksame Reklame“ für sich und seinen populären Rosenkavalier. Initiator war 1925 erstaunlicherweise der zurückhaltende Hofmannsthal, der wie Strauss eine „miserable Saison“ hinter sich hatte. Aus der drei-

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stündigen Oper filterte Strauss 150 Minuten Musik für den Stummfilm heraus, die Marek Janowski und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin zum Vergnügen aller Rosenkavalier-Liebhaber jetzt, längst überfällig, erstmals komplett einspielten: einige Gesangspartien transponierte Strauss auf Blasinstrumente, und für die Rahmenhandlung, die auch Szenen des in der Oper nicht auftauchenden Feldmarschalls enthält, wurde ein Militärmarsch hinzukomponiert. Die Zweitverwertung brachte den Autoren nicht den wirtschaftlichen Erfolg, umso größer der Gewinn für den Kenner, der sich die vertrauten Szenen der Wienerischen Maskerad’ in dieser von Janowski mit viel Schwung und Delikatesse dirigierten Aufnahme genussvoll vor Augen führen kann, für den Nichteingeweihten bietet diese Filmmusik eine Flut von glänzend instrumentierten Orchesterszenen. RF Deutsches Symphonie-Orchester Berlin: Marek Janowski. Capriccio 60 097 >43 Franz von Suppé: Requiem Suppés Requiem von 1855 bringt kaum apokalyptische Schreckensvisionen, und auf Dauer wird seine edle Feierlichkeit ein wenig monoton. Dennoch lohnt das elegische Werk des Operettenmeisters (in einer soliden, stimmungsdichten LiveAufnahme der besten portugiesischen Ensembles) die Begegnung nicht nur als bloße Kuriosität. Seine dunkel-süße Melodik, oft unterlegt mit unruhig gärenden Orchester-Ostinati, steht in der Gefolgschaft Donizettis – doch Suppé verschiebt die Gewichte zugunsten des Chors und verzichtet auf virtuose Exaltiertheiten: eine so weiche, innige Schwermut bekommt man vielleicht erst bei Dvoˇrák wieder zu hören. GF Kalin, Rodrigues u.a.; Chor und Orchester der Gulbenkian-Stiftung Lissabon: Corboz 2003 (Livemitschnitt von 1997). Virgin Classics 7243 5 45614 29

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Antonin Dvorák - Concerto in g-moll für Klavier und Orchester - Das Goldene Spinnrad, Op. 109 Pierre-Laurent Aimard, Piano Royal Concertgebouw Orchestra Nikolaus Harnoncourt In einer kongenialen Zusammenarbeit haben Pierre-Laurent Aimard und Nikolaus Harnoncourt mit dem Amsterdamer Concertgebouw-Orchester dieses selten gehörte Meisterwerk Dvoráks faszinierend neu belebt. Die Veröffentlichung ihrer Einspielung wird komplettiert durch die sinfonische Dichtung "Das Goldene Spinnrad Op.109", deren Interpretation Harnoncourt zum Höhepunkt der Concertgebow-Saison 2001 machte. v v

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>44 Thomas Tallis Spem in Alium Darauf habe ich schon lange gewartet: Dass jemand Tallis’ 40stimmige Motette Spem in Alium im Surroundverfahren aufnimmt – in der Aufstellung rund um den Hörer! Zu seinem 25. Geburtstag hat mir The Sixteen jetzt den Gefallen getan, und präsentiert das Werk gleich in zwei Varianten, einer entfernten, langsamen, lateinischen a cappella-Fassung und einer fröhlichen, beschwingten englischen mit Instrumenten. Dazu gibt es noch zum Teil erstaufgenommene Werke von Byrd, Tomkins und Gibbons. Und damit kein Sourroundfan verzichten muss, gibt es die Aufnahme gleichzeitig als DVD und SACD! KH The Sixteen 2003. Coro CORSACD16016 Multichannel SACD (hybrid) >45 Ernst Toch: Streichquartette Nr. 7 & 10, Dedication Das Label cpo hat seine Gesamteinspielung der Streichquartette von Ernst Toch mit den Quartetten Nr. 7 und 10 abgeschlossen. Weil die ersten fünf Quartette verloren gingen, als Toch 1933 ins Exil gehen musste, ist das 7. Quartett von 1908 eine seiner ersten erhaltenen Kompositionen. Die Themenerfindung zeigt den jungen Komponisten auf den Spuren von Brahms, die unsentimentale Nüchternheit in der polyphonen Stimmführung lässt aber schon seinen Personalstil ahnen, der ihn zu einem der erfolgreichsten Komponisten der 20er Jahre machte. Das 10. Quartett ist ein Muster dieses Stils, fesselnd vom ersten bis zum letzten Takt, besonders durch die brillante Interpretation durch das Buchberger-Quartett. Nur das kurze Stück Dedication von 1948 wirkt wegen des zu langsamen Tempos etwas uninspiriert. PSa Buchberger-Quartett. cpo 999-775-2 >46 Carl Maria von Weber: Euryanthe Seit jeher steht Carl Maria von Webers große romantische Oper Euryanthe im Schatten seines Freischütz. Daran wird wohl auch die engagierte Live-Aufnahme (Januar 2002) aus dem Teatro Lirico di Cagliari nichts ändern. Das Orchester des Hauses wird zwar von Gérard Korsten zu dramatischem Furor angetrieben, doch

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wirkt das Ergebnis zu forciert. Den rechten romantischen Zauber vermag auch das mitunter überanstrengt klingende Ensemble nicht zu entfalten. HGV Prokina, Fogasova, Chung, u.a., Orchestra e Coro del Teatro Lirico di Cagliari: Korsten 2003. Dynamic CDS 408/1-2 >47 Egon Wellesz: Symphonien Nr. 2 & 9 Wer heute überhaupt den Namen Egon Wellesz kennt, wird ihn mit Arnold Schönberg in Zusammenhang bringen, dessen Schüler er eine Zeitlang war und über den er eine Biographie geschrieben hat. Hört man dann die 2. Symphonie, die Wellesz 1947/48 in England komponierte, wo er als Verfolgter des NSRegimes seit 1938 lebte, muss man sich umstellen: Nichts klingt nach Schönbergschule, vieles nach Bruckner, manchmal ist die Harmonik etwas herber und erinnert an den reifen Hindemith. Viel individueller ist die 9. Symphonie von 1970/71, ein Werk von bestürzender Eindringlichkeit, ernst, zeitgemäß im Ausdruck und in ihren Mitteln, aber ohne modernistische Techniken wie Cluster oder verfremdende Spielweisen. Die Interpretation durch das RSO Wien unter G. Rabl lässt hier keine Wünsche offen. PSa RSO Wien: Gottfried Rabl. cpo 999 997-2 >48 John Williams: El Diablo Suelto Im Konzertsaal ist die Gitarre ein filigranes, leises und zartes Instrument. Die Aufnahmen von John Williams dagegen hören sich an, als würde man direkt neben ihm stehen. Also nicht zu laut hören, nicht zu nahe, kein Kopfhörer! Dann entfaltet sich, was Williams seit 40 Jahren zum Top-Gitarristen macht: eine stupende Sicherheit und unerhörte Selbstverständlichkeit egal wie schwierig die Stücke auch sein mögen, rhythmischer Drive und immer wieder auch die sanften Töne. „El Diablo Suelto“ ist eine Sammlung venezolanischer Musik in Gitarrenarrangements – Williams beschäftigt sich bereits seit langem mit der Musik Lateinamerikas, und diese Begeisterung kann man spüren. Alles klingt frisch und lebendig, es schwingt, atmet und pulsiert. DK Williams, Montes, 2003. Sony 90451

LIED-RECITALS >49 Bei sich selbst wirkt Soile Isokoski vor allem dann, wenn sie Schuberts Melodien mit Wärme erfüllen kann. Bei Gretchen am Spinnrad gelingen auch dramatischere Akzente, die Schumanns Frauenliebe und –leben freilich noch nicht völlig abdecken. Grieg und Sibelius profitieren vom quellklaren Timbre der finnischen Sopranistin. Warner Classics 0927-48312-2 >50 Eine ganz erstaunliche CD: Deborah Polaski, Hochdramatische vom Dienst, singt Brahms-Lieder mit überzeugender Kantabilität und reichem Ausdrucksspektrum. Selbst bei Immer leiser bleibt die Stimme geschmeidig. Intelligente Wortbehandlung. Ars Musici 1192-2 >51 Sie lebte im Schatten ihres Gatten. Erst heute nimmt man wahr, dass sich auch Alma Mahler (geb. Schindler) kompositorisch anspruchsvoll auszudrücken verstand. Ihrem Fin-desiècle-Tonfall steht ein Orchestergewand wie dem von Dirigent

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Jorma Panula zwar gut an, dennoch wäre die originale Klavierbegleitung vorzuziehen gewesen. Mit blühendem, ausladendem Mezzo bringt Lilli Paasikivi die Musik zum Leuchten. Ondine 1024-2 >52 In der „Deutschen Schubert-Edition“ finden sich nur englischsprachige Kurzbiografien über Maya Boog, Wolf Matthias Friedrich und (Klavierbegleiter) Ulrich Eisenlohr. Der Bariton – hinter dem man die Fischer-Dieskau-Schule vermuten darf – imponiert mit lebendiger Gestaltung, aber auch die Sopranistin macht viel aus ihrem zarten Organ (sogar im düsteren Edward). Die vielen unbekannten Titel erfreuen auch dank kompetenter pianistischer Betreuung. Naxos 8.557026/27 (2 CDs) >53 Wenn ein junger Sänger mit den bekannten Liederzyklen Schuberts ins Rennen geschickt wird, muss seine Vertragsfirma von dessen hoher Konkurrenzfähigkeit überzeugt sein. Nun hat sich Christian Gerhaher schon seit einigen Jahren etabliert. Auch seine Schöne Müllerin besticht durch das Gleichgewicht von gestalterischer Kalkulation und natürlichem Erzählton. Arte Nova 82876 53172 2 JM

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ALTE MUSIK >54 Den Motetten Jean Moutons (gest. 1522) widmet sich das Ensemble Jacques Moderne. Von der ergreifenden Klage auf den Tod Annes von Britannien bis zum kunstvollen Quadrupel-Kanon folgt das Ensemble schnörkellos der ganz am Klang orientierten Tonsprache des französischen Meisters. Ligia LIG 020212203/Klassik Center Kassel >55 Wohlklang pur bietet auch das ensemble badinerie mit „suave melodia“. Die Sonaten des 17. Jahrhunderts wirken nicht zuletzt durch die reizvolle Kombination von Blockflöte, Zink und Dulzian – und durch das unvergleichlich weiche Zinkspiel von William Dongois. Carpe diem 16266 >56 Den Steingraeber-Flügel, auf dem noch Franz Liszt gespielt hat, zaubert diese SACD ins Wohnzimmer: Plastisch und präsent. Thomas Hitzlberger entlockt dem Instrument eine außergewöhnlich durchsichtige, klare Interpretation von Lisztwerken wie der Dante-Sonate. Sehr zu empfehlen! Cybele SACD 150.302 >57 Ebenso interessant, wenn auch „nur“ in Stereo ist Arthur Schooderwoerd Chopin auf einem Pleyel-Flügel von 1836. Schoenewald spielt Chopins Tänze im Tempo der Tanzmusik der Zeit – ganz neue, langsame Einblicke in einen Ohrwurm wie den cis-moll Walzer. Und alles mit einem wunderbaren Rubato! alpha 040/Note 1 KH

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>58 Der Ausspruch, dass Musik in roten Plüschsesseln gehört werden sollte, es bei den Stücken von Elliott Sharp aber angebrachter wäre, auf dem Boden zu sitzen, stammt von Morton Feldman und ist keineswegs als Lob zu verstehen. Der New Yor-

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Cantus Cölln KONRAD JUNGHÄNEL Eine echte Interpretationsalternative Bachs Meisterwerk in solistischer Besetzung

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ker Sharp bewegt sich fernab aller eingetretenen Pfade der Avantgarde, seine Kompositionen Racing Hearts, Tessalation Row, Calling sind voller Energie und üben in ihrer manchmal schon fast roh wirkenden Ehrlichkeit und Direktheit einen Sog aus, dem man sich nur schwer entziehen kann. Das ist nicht immer bequem, aber ein unbedingt zu empfehlendes Erlebnis! hr-musik.de hdmn 0018-03 >59 Auf ihrer Solo-CD Contemporary präsentiert die niederländische Klarinettistin und Spezialistin für zeitgenössische Musik Tara Bouman Kompositionen von Karlheinz und Markus Stockhausen, Isabel Mundry und Pierre Boulez. Sie ist allein zu hören, mit elektronischer Unterstützung, im Duo mit Akkordeon (Edwin Alexander Buchholz) und Trompete (Markus Stockhausen). Exzellent und äußerst verständig gespielt. Aktivraum AR 50101 >60 Die Vokalwerke von Arvo Pärt können ihre Wirkung nur dann voll entfalten, wenn sie mit Präzision und viel innerer Ruhe dargeboten werden. In Vollendung zu hören vom Ensemble „Polyphony“, das von Stephen Taylor geleitet wird. Acht Kompositionen aus der Zeit von 1996 bis 2002, sechs davon Weltersteinspielungen, zwei begleitet von einer Orgel (Christopher Bowers-Broadbent). Hyperion CDA67375 >61 Das Konzert für vier Gitarren und Orchester (1976) stammt aus der rein avantgardistischen Phase des katalanischen Komponisten Leonardo Balada. Besonders faszinierend ist der Klangeffekt, wenn im zweiten, langsamen Satz alle vier Gitarren ausschließlich schwebende Flageolett-Töne spielen. Später mischte Balada seinen Stil mit ethnischen Musik-Elementen bevorzugt afroamerikanischen Ursprungs oder spanischer Zigeunermusik. Beispiele dafür sind das 2. Cello-Konzert (2001) sowie die beiden einsätzigen Orchesterstücke Celebració (1992) und Passacaglia (2002). Gerne auch im Konzertsaal spielen! Naxos 8.557049 >62 Mit unentdeckter Musik unbekannterer russischer Komponisten befasst sich das neu gegründete Label Sojuz. Die zweite Veröffentlichung stellt Victor Kissine aus St. Petersburg vor, der 1990 nach Belgien emigrierte; die vier Kammermusikstücke Partita, Sonate, Trio und Madrigal für fünf Violinen stammen sämtlich aus den 90er Jahren. Kissines Tonschöpfungen sind introvertiert, geprägt von Poesie und Stille – diese ungemein stimmungsvolle Musik wird Sie ideal durch den gerade anbrechenden Winter begleiten. Sojuz SOCD0002 DK

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JAZZ >63 Drei interessante Neuerscheinungen aus Berlin gibt es zu vermelden: Michael Schiefel, sicherlich Deutschlands eigenwilligster Jazzsänger, widmet sich auf „Gay“ älteren und jüngeren, meist wenig bekannte Liebesliedern. Erstmals hat er sich Mitmusiker vor die Mikrophone geladen, und so schwebt seine hohe, enorm variable Stimme nicht nur über seinen elektronischen Soundtüfteleien, sondern auch über den Klängen von Klavier und Gitarre (A. Schmidt und Christian Kögel). Traumton 4471/indigo >64 Thärichens Tentett wandelt nach dem geglückten Debüt nun über The Thin Edge. Komponist Nikolai Thärichen entlockt seiner etwas anderen Bigband – mit Frontmann Michael Schiefel – erneut nicht nur die unterschiedlichsten Klangfarben. Die Vertonungen der bisweilen ungewöhnlichen englischsprachigen Gedichte decken auch die ganze Stilbreite vom Kunstlied bis zu Funk und Bebop ab. Minor Music MM801105/in-akustik >65 Ein erstaunlich reifes Debüt legt das Carsten Daerr Trio mit PurpleCoolCarSleep vor. Allerdings haben sich Pianist C. Daerr, Bassist O. Potratz und Drummer E. Schaeffer auch sechs Jahre Zeit für den Gang ins Studio gelassen. In ausge-

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feilten Eigenkompositionen machen sich die drei jungen Musiker, die ihre Liebe zur „ernsten“ Neuen Musik nicht verhehlen, an die Erforschung ungewöhnlicher Klänge und Harmonien. Zwischendurch geben sie aber auch ganz schön Gas. Traumton 4472/indigo >66 L 14, 16 mag nicht der einprägsamste Bandname sein, doch merken sollte man sich das Mannheimer Quintett der Herren Schlosser (tp), Weber (sax), Böhm (p), Huber (b) und Binder (dr) auf jeden Fall – sofern man lockeren, inspirierten Mainstream mit Witz und Virtuosität mag. Jazz4Ever J4E 4760 >67 Der in Köln lehrende Pianist John Taylor verfügt über die Gabe, mit wenigen Tönen viel zu sagen. Insight ist ein zumeist ruhiger, meditativer Fluss, der dem aufmerksamen Zuhörer in der Tat viele Einblicke eröffnet. Die Soloimprovisationen des Briten, der vom breiten Publikum noch immer zu entdecken ist, wirken oft schlicht und sind doch vielschichtig und anspielungsreich. Sketch SKE 333035 >68 Erstaunlich swingend ist die Rückkehr des Kontrabass-Virtuosen Miroslav Vitous zu seinem alten Label ECM geraten. Das Cover von Universal Syncopations prunkt mit einer Traumbesetzung, die sich aber nur für ein Stück zusammenfand: Jan Garbarek (sax), Chick Corea (p), John McLaughlin (git), Vitous (b), Jack DeJohnette (dr) und ein dreistimmiger Bläsersatz. Die übrigen acht Stücke versammeln unterschiedliche Besetzungen vom Schlagzeug- bzw. Saxophon-Bass-Duo aufwärts. Geprägt wird die CD besonders vom Saxophonklang Jan Garbareks – Fans des Norwegers werden nicht enttäuscht sein. ECM 1863/Universal 038 506-2 >69 Zwischen Zirkusmusik voll skurrilem Humor und ruhigen Passagen voller Wehmut bewegen sich Akkordeonist Guy Klusevcek und Saxophonist Phillip Johnston auf Tales from the Cryptic. Das feine Gespinst aus Folklore und Jazz, Schubert, Satie und der Schönen blauen Donau lässt nicht vermuten, dass hier zwei Altmeister der New Yorker Avantgarde zugange sind. Winter & Winter 910 088-2/Edel

DVD >1 Vincenzo Bellini: Beatrice di Tenda Seit seiner Uraufführung 1833 mit der Pasta dient das Werk als Vehikel für die One-Woman-Show einer Primadonna, und wenn ein Opernhaus über eine Sängerin wie Edita Gruberova verfügt, ist es nur eine Frage der Zeit, wann sie dieses Werk interpretiert. Ihretwegen und nur ihretwegen lohnt sich dieser DVD-Mitschnitt des Zürcher Opernhauses. Denn trotz einiger Trübungen und Schärfen in den dramatischen Momenten liefert die Sängerin hier einige Lehrstunden in Sachen Belcanto-Gesang, die noch immer begeistern. Wie makellos ist über weite Strecken ihre Phrasierung, wie unerreicht der für Bellini so unverzichtbare Legatobogen, die „unendliche Melodie“, die die Gruberova zu überirdischen Himmelsgesängen auszuspinnen scheint. Aber neben ihr tummelt sich leider sehr viel Mittelmaß, Sänger, die sich zwar redlich um ihre Partien mühen, aber bei Bellini fehl am Platz scheinen. Auch Daniel Schmids uninspirierte Regie, Bernhard Klebers überaus hässliches rampenbewehrtes Bühnenbild und die äußerst einfallslosen Art Deco-Kostüme machen das Ansehen dieser DVD zur Qual. Man kann die Augen schließen und der überaus feinnervigen und stilsicheren musikalischen Leitung Marcello Viottis lauschen oder sich ganz auf die Gruberova konzentrieren. Sonst wird man kaum mehr zu der Aufnahme greifen! ME Gruberova, Volle, Kaluza, Hernández, Christoff, Bidzinski; Orchester und Chor des Opernhauses Zürich: Marcello Viotti. Bildregie: Yves André Hubert, Zürich 2001. TDK Recording Media Europe S. A. 2003. 2 DVDs

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>2 Great Britten Man glaubt es kaum: Als Brittens Peter Grimes 1981 im Londoner Covent Garden für die BBC gefilmt wurde, war Jon Vickers bereits 55. Wie intensiv und menschlich er damals Brittens verschrobenen Fischer sang, lässt Kollegen, die 20 Jahre jünger sind, vor Neid erblassen. Auch heute noch, wo NVC Arts das zuvor bereits im analogen VHS-Standard erhältliche Video im digitalen DVD-Format präsentiert. Die Produktion bot alles, was Vickers benötigte: Mit Sir Colin Davis einen Dirigenten, bei dem sich Energie und Sensibilität nicht ausschließen und mit Elijah Moshinskys Inszenierung ein stimmiges Sittenbild. Die DVD ist Teil einer Reihe mit 7 Opern-Wiederveröffentlichungen von Warner Music Vision. Sie bieten einen repräsentativen Querschnitt durch die Opernkultur Großbritanniens während der frühen 1980er-Jahre: Ensembles mit internationalen Sängergrößen in recht konventionellen Inszenierungen, intelligent besetzt und solide musiziert. Neben Peter Grimes kann sich vor allem Puccinis Manon Lescaut mit der sensiblen Kiri Te Kanawa als Titelheldin und Plácido Domingo als heißblütigem Des Grieux behaupten. Auch in Die Fledermaus ist Domingo zu erleben, diesmal als Dirigent einer Produktion, die vor allem Sänger-Liebhaber überzeugen wird. Dahingegen bietet Janáˇceks Die Sache Makropulos neben guten Sängern auch eine Inszenierung mit Tiefgang. Manko der Reihe ist die editorische Lieblosigkeit: Die genaue Besetzung ist nur aus dem Abspann zu erfahren, Booklets gibt es keine. OW Britten: Peter Grimes. Warner Vision 0630-16913-2 Puccini: Manon Lescaut. Warner Vision 5050466-7174-9 Strauß: Die Fledermaus. Warner Vision 4509-99216-2 Janáˇcek: Die Sache Makropoulos. Warner Vision 0630-14016-2 >3 Giuseppe Verdi: Otello Dass Placido Domingo zu den bedeutendsten Otello-Interpreten der Gegenwart gehört, bedarf keiner Bestätigung. Aber wer hätte erwartet, dass er auch stimmlich bei der Saisoneröffnung 2001 an der Mailänder Scala noch immer so überzeugen würde. Der auf DVD nun erschienene Mitschnitt der RAI hält diese fulminante Leistung fest und macht deutlich, dass Domingo außer an darstellerischen auch an stimmlichen Nuancen hinzugewonnen hat und es in dieser Rolle wohl kaum so rasch einen Sänger wie ihn geben wird. An seiner Seite Barbara Frittoli als stimmlich äußerst präsente Desdemona und Leo Nucci als ein wenig eindimensionaler Erzbösewicht, bei dem die stimmlichen Abnützungserscheinungen nicht zu überhören sind. Die übrige Besetzung hält sich auf solidem Scala-Niveau. Sensationell, weil nicht nur laut und dröhnend aufgeladen, sondern mit viel Liebe zum lyrischen Detail und zur differenzierten Gestaltung der Leidenswege der Solisten, der musikalische Chef der Scala Riccardo Muti, der inzwischen zu einem fesselnden Altersstil gefunden hat. Graham Vicks Inszenierung, die die opulente Zeffirelli-Produktion ablöste, ist ganz auf den Titelhelden konzentriert und findet leider im immer mehr auseinanderdriftenden Einheitsraum Ezio Frigerios wenig szenische Inspiration. Die Fernseheinrichtung des RAI ist fast durchgängig auf die Solisten ausgerichtet.Wegen Domingo und Muti aber empfehlenswert! ME Domingo, Nucci, Catani, Ceron, Parodi, Frittoli, Rinaldi, Lana, Panariello; Orchester und Chor der Mailänder Scala: Riccar-

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do Muti. Bildregie: Danilo Marabotto, Mailand 2001. Teatro alla Scala TDK Recording Media Europe S. A. 2003. 1 DVD >4 Benjamin Britten: Peter Grimes Mit dem Peter Grimes wollte Benjamin Britten „Glanz, Freiheit und Lebendigkeit der englischen Musik“ erneuern. Dass ihm dies gelang, zeigt die Etablierung des Werks im Repertoire. Wie eng verbunden man in England mit diesem Werk ist, macht der vorzügliche Mitschnitt aus der English National Opera von 1994 deutlich. Der Regisseur Tim Albery erklärt die Zerrissenheit der Titelgestalt aus deren Homosexualität, die in ihr Schuldgefühle und Widerwillen gegen sich selbst auslöst. Die physischen Schäden, die Grimes seinen Lehrjungen zufügt, sind – was sicher auch der Intention des Komponisten entspricht – nichts anderes als der Ausdruck seelischer Verletzung durch die verbotene Liebe. Philip Langridge vermag in der Titelrolle dies mit unglaublicher Intensität zum Ausdruck zu bringen und bietet auch gesanglich eine mitreißende Leistung. Ihm ebenbürtig die intensive Janice Cairns als Ellen Orford und Alan Opie als Grimes zugeneigter Kapitän Balstrode. Auch die vielen Klein- und Kleinstrollen erhalten in dieser Inszenierung individuelle Kontur und lassen die Aufzeichnung zu einem in jedem Augenblick fesselnden Theaterereignis werden. Dazu tragen auch die stimmungsvolle Ausstattung Hildegard Bechtlers in wechselnden Grautönen und das packende Dirigat von David Atherton bei. Wer einen Opernabend erleben möchte, der so spannend wie ein Krimi ist, sollte sich diese Aufnahme zulegen! ME Langridge, Cairns, Opie, Howard, Greenan, Poulton, Woodrow u. a. Orch. und Chor der English National Opera: Atherton. Bildregie: Barrie Gavin, London 1994. Arthaus Musik 100 382, 1 DVD

DVD-A >5 Antonio Vivaldi: L’estro armonico Im billanten Sorroundsound erklingt der gesamte L’Estro armonico auf zwei DVD-A: Sehr luftig aufgenommen, und ohne die in letzter Zeit in Mode gekommenen selbstverliebten Effekte der Solisten. Die sind nur dann im Vordergrund, wenn sie auch etwas zu sagen haben, und interpretieren so Vivaldis Concerti als Ensemblemusik mit viel Zug nach Vorne. KH Accademia Bizantina 2003. Arts 45003-6 >6 Dmitri Schostakowitsch: 10. Symphonie: Siehe S. 43

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Verlag: Port Media GmbH, Senefelderstraße 14, 80336 München Telefon: +49-89-74 15 09-0, Fax: -11 email: info@portmedia.de www.portmedia.de Herausgeber: Winfried Hanuschik, email: hanuschik@portmedia.de Chefredakteur: Dr. Klemens Hippel (KH) (verantwortlich) email: hippel@portmedia.de Redaktion: Detlef Krenge (DK) Senefelderstraße 14, 80336 München Telefon: -+49-89-74 15 09-0, Fax: -11 email:crescendo@portmedia.de Redaktion Hifi: Claus Dick (CD) (verantwortlich) Schlussredaktion: Florence Lachner Weitere Mitarbeiter: Alexander Ross (Reporter), Gerhart Asche (GA), Michael Beughold (MB), Klaus-Martin Bresgott (KMB), Dr. Arnt Cobbers (AC), Dr. Martin Essinger (ME), Dr. Rolf Fath (RF), Gerald Felber (GF), Martin Freitag (MF), Prof. Dr. Hans Gärtner (HG), Erika Habenicht (EH), Jürgen Hartmann (JH), Raimund Hertzsch (RH), Katharina Honke (KHo), Sandro Hügi (SH), Guido Johannes Joerg (GJJ), Bernd Kima (BK), Reiner Knäbel (RK), Natalie Lenz (NLe), Nike Luber (NL), Jens Mail (JM), Dr. Volker Rülke (VR), Dr. Tom Reinhold (TR), Peter Sarkar (PSa), Bettina Schröm (BS), Federico Skerra (FS), Carlos Maria Solare (CMS), Rufus Sperling (RS), Peter Spiel (PSp), Manuel Stangorra (MSt), Dr. Friedbert Streller (FS), Anja-Rosa Thöming (ART), Tobias van de Locht (TvdL), Prof. Dr. Dr. Heinz-Günter Vester (HGV), Stefan Voges (SV), Dr. Andreas Waczkat (AW), Hans Georg Walder (HGW), Oliver Wazola (OW), Dr. Eckhard Weber (EW), Dietholf Zerweck (DZe), Dominik Zimmermann (DZi) Anzeigenverwaltung: Natalie Lenz (verantwortlich) Telefon: +49-89-74 15 09-10 email: lenz@portmedia.de Anschrift s. Verlag Verlagsrepräsentanten: Tonträger: Barbara Wunderlich email: wunderlich@portmedia.de Veranstalter/Medien: Liselotte Richter-Lux email: richter-lux@portmedia.de Ausland: WH Marketing, Wilfried Harms, Telefon: +49-41 37-80 84-03, Fax: -04 email: harms@portmedia.de Gültige Anzeigenpreisliste: Nr. 5 vom 01.01.2003 Layout & Artwork: Peer Zillmann (verantwortlich) email: crescendo-layout@portmedia.de Druck: Westermann Druck GmbH Georg-Westermann-Allee 66, 38104 Braunschweig Erscheinungsweise: Crescendo erscheint sechsmal jährlich und ist in Opernund Konzerthäusern, Vorverkaufsstellen und im Musikund Tonträgerfachhandel erhältlich. Copyright für alle Beiträge bei Port Media GmbH. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt die der Redaktion wieder. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen. Angabe der Beteiligungsverhältnisse gemäß Art. 2 DVBayPrG: Gesellschafter der Port Media GmbH: 100 % Winfried Hanuschik (Werbekaufmann), München Abonnement-Preis: EUR 15,– p. Jahr* inkl. 7 % Mwst., *= Inland; europ. Ausland EUR 15,– + Versandspesen EUR 10,– . Kündigung 6 Wochen zum Ende des Kalenderjahres. Verbreitete Auflage: 101.930 (laut IVW-Meldung III/03) ISSN: 1436-5529 geprüfte Auflage


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>1 Cornelia Boese: Gaulimauli Klein aber fein, das ist das neue Buch von Cornelia Boese. Gaulimauli heißt das gute Stück und ist eine vergnügliche Reim-Reise mit und zu Mozart. So erfährt der Leser, begleitet von liebevollen Scherenschnitten Sara Buschkühls, von Mozarts Kindheit in Salzburg, seiner ersten Begegnung mit Beethoven und nicht zuletzt von seiner Existenz als Frauenheld. Natürlich ist auch sein musikalischer Werdegang hinreichend und mit einer gehörigen Portion Ironie beschrieben. Endlich einmal eine Neuerscheinung, die aus dem normalen Produktionsrahmen herausfällt und es absolut verdient hat, Aufmerksamkeit zu bekommen. In unserer schnelllebigen Zeit lädt dieses Kleinod zum Verweilen ein und bringt von ganz allein Musik mit hinein, natürlich im Reim! KHo Buchverlag Peter Hellmund. 2003. ISBN 3-9808253-I-0 >2 Reclams Jazzlexikon „Reclams Jazzlexikon“ – das klingt nach einem Traditionsband, der über Jahrzehnte von Generationen von Fachleuten fortgeschrieben und erweitert wird. Der frisch erschienene, knapp 700 Seiten umfassende und doch handliche Wälzer ist jedoch ein völlig neues Werk, das Maßstäbe setzt. Die 2000 Kurz-Biografien im von Wolf Kampmann herausgegebenen Personenteil versuchen nicht, alle Lebensstationen und Plattenaufnahmen aufzulisten. Ziel ist vielmehr, die Lebensleistung der – im Großen und Ganzen plausibel ausgewählten – Musiker aus dem Blickwinkel von heute zu würdigen. Im umfangreichen Sachteil erläutert Ekkehard Jost in verständlicher Sprache die wichtigsten Phänomene und Fachbegriffe des Jazz. Dies Buch dürfte zum Standard werden. AC Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2003. 688 S., ISBN 3-15-010528-5, 29,80 EUR >3 Zwischenzeiten. Zwischenseiten. Oper 2004 Einen „etwas anderen Kalender für das Jahr 2004“ hat die edition neureuter für alle Opernfans gestaltet. Durch jeden Monat führt ein anderes Meisterwerk, von L’Incoronazione di Poppea im Januar bis zu Bernarda Albas Haus im Dezember. Mit schönen Theaterfotos und lesenswerten Texten lädt er ein, sich bei jeder Eintragung eines Termins kurz in die Welt der Oper entführen zu lassen. Im Anhang ausgesuchte Festspiele und Hotels. KH Leipzig/München: edition neureuter 2003. ISBN 3-9808988-0-6, 69,- Euro

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>5 Claudio Abbado. Dirigent. Hrsg. von Ulrich Eckhardt „Claudio Abbados Wortkargheit korrespondiert mit der Knappheit seiner geschriebenen Texte.“ So schreibt Lothar Knessl in seinem Beitrag zu dem zum 70. Geburtstag des Dirigenten erschienenen Band. Vielleicht deswegen erfährt man nicht wirklich viel über die Person Abbado, mehr über seinen Werdegang und seine Aufführungen. Dazu gibt es allerdings sehr viele schöne Bilder, die den ehemaligen Chef der Berliner Philharmoniker in Aktion zeigen. KH Berlin: Nicolai 2003. 200 S., ISBN 3-89479-090-3, 24,90 Euro >6 Eva Rieger: Minna und Richard Wagner. Stationen einer Liebe Ein ganz anderer Blick unter der unüberschaubaren Literatur über Richard Wagner und seine Familie: Eva Riegers Biographie aus der Sicht und im Interesse von Minna, Wagners oft vergessener erster Ehefrau, mit der er 30 Jahre verheiratet war. Wenn man sich nicht an der geringen Distanz der Autorin zur von ihr porträtierten Frau stört – sie glaubt manchmal, auch spekulativ Minnas Innenleben darstellen zu müssen („Minna hätte über diese Diktion den Kopf geschüttelt“) – eine interessante und notwendige Ergänzung des populären Wagner-Bildes. KH Düsseldorf und Zürich: Artemis & Winkler 2003. 444 S., ISBN 3-538-07154-3, 28,00 Euro >7 Stefanie vor Schulte: Die Fledermaus. Comic „Theater mal anders“; so könnte man das gewagte Pilotprojekt von Stefanie vor Schulte und dem Staatstheater Kassel beschreiben. Hier wird Die Fledermaus kurzerhand in einen Comic projiziert; besonders für die Jungen und Junggebliebenen eine unterhaltsame und gelungene Abwechslung. Klassik muss sich nicht immer auf einer großen Bühne ereignen. Ob sich die gewünschte jüngere Zielgruppe wirklich angesprochen fühlt, bleibt allerdings abzuwarten. Nle Staufenberg: Trappmann 2003. 48 S., 9,90 Euro

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>4 Harenberg Musik Tageskalender 2004 Auch der bewährte Harenberg Tageskalender Musik will den Klassikfan wieder an jedem Tag mit Wissenswertem aus der Musikwelt unterhalten. „Musik“ steht hier einmal als Synonym für Klassik, denn neben Klassikthemen finden nur noch einige Jazz-Musiker Raum – keine Spur von Pop und Rock! Und Neues wird hier auch der Kenner finden – oder wussten Sie, dass Heinrich Albert der Musicalischen Kürbs-Hütte angehörte? Oder dass es das Triangel schon seit dem 14. Jahrhundert gibt? KH Dortmund: Harenberg Kalender Verlag 2003. ISBN 3-611-01076-6, 16,90 Euro

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Musiktheaterpremieren und Konzerte IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH UND DER SCHWEIZ Reihenfolge der Namen bei Opern: Komponist: Titel. musikal. Leitung, Regie bzw. Choreografie Reihenfolge der Namen bei Konzerten: Komponist: Titel. Solisten, Orchester: Dirigent UA = Uraufführung, DE/ÖE/SE = Deutsche/Österreichische/Schweizerische Erstaufführung, ÜN = Übernahme alle Angaben ohne Gewähr FOTO:SCHLOSS ELMAU

Altenburg Augsburg

07.12. Strauß: Der Zigeunerbaron. 06.12. Wagner: Tannhäuser. Piehlmayer, Trees 31.01. Rossini: La Cenerentola. Bihlmaier, Schultze Baden-Baden 08.12. Montserrat-Caballé: Gala-Liederabend 13.12. Das andere Weihnachtskonzert mit Thomas Hengelbrock und Klaus Maria Brandauer 28.12. Wagner: Der Ring des Nibelungen. Gergiev, Mirzoev 06.02. Anne-Sophie Mutter, London Phihamonic Orchestra: Mazur Bad Kissingen 23.12. Ballett Kiew: Der Nussknacker 05.01. Klarinettenzauber mit Sabine Meyer Berlin Deutsche Oper 19.11. Bellini: I Puritani. Chaslin, Dew 25.01. Korngold: Die tote Stadt. Thielemann, Arlaud Komische Oper 16.11. Janácˇek: Jenufa. Petrenko, Decker Konzerthaus 18.12. Schumann, Rihm, Wagner. Kremer, Staatskapelle Berlin/Barenboim 18.01. Sciarrino: Sui poemi concentrici.RSO Berlin, ensemble recherche: Rundel 21.01. Mendelssohn, Schubert u.a. Bell, Academy of St Martin in the Fields Philharmonie 25.11. Hindemith, Brahms, Bach, SaintSa¨ens. Midori, Abramovic 02.12. Chopin. Maurizio Pollini, Klavier

16.12. „Weltbürger Telemann“. Freiburger Barockorchester: von der Goltz 14.01. Strauss, Berg, Schumann. Röschmann, Berliner Philharmoniker: Jordan Staatsoper 05.12. Tschaikowsky: Pique Dame. Barenboim, Trelinski 17.01. Monteverdi: L'Orfeo. Jacobs, Kosky Bielefeld 29.11. Strauß: Die Fledermaus. Kaftan, Horres 17.01. Verdi: Un ballo in maschera. Kuhn, Blankenship Bonn 14.12. 200 Jahre Berlioz. Scène héroique. Dalis, Rouillon, Wilcox, Beethoven Orchester Bonn, Kofman. 21.12. 200 Jahre Berlioz. L’Enfance du Christ. Orchester der Beethovenhalle: Kofman 04.01. Bruckner: 5. Symphonie. Beethoven Orchester Bonn: Gülke 01.02. Offenbach: Hoffmanns Erzählungen. NN, Himmelmann 07.02. 1. Musik am Taufstein Beethovens: Johannes Geffert, Orgel Braunschweig 28.11. Tschaikowsky: Der Nussknacker. Bauche, Paar 26.12. Dvoˇrák: Rusalka. Alber, Baesler 06.02. Ullmann: Der Kaiser von Atlantis/Neikrug: Through Roses. Alber, Schwarz Bremen 31.01. Janácˇek: Das schlaue Füchslein. Renes, Woron

Bremerhaven 15.11. 25.12. 31.01. Chemnitz 29.11.

Coburg

24.01. 31.12. 14.02.

Dessau

18.01.

Dresden

15.11. 23.11. 29.11. 18.12.

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Heuberger: Der Opernball. Verdi: Othello. Offenbach: Hoffmanns Erzählungen. Tschaikowsky: Eugen Onegin. Bareza, Siegert Kander: Cabaret. NN, Heinicke Zeller: Der Vogelhändler. Heine, Stiehl Mozart: Die Entführung aus dem Serail. Seidlmeier, Altenbeck Rossini: Der Barbier von Sevilla. NN, Guinand Ravel: Das Kind und die Zauberdinge. Wulff-Woesten, Stoeppler Uwe-Scholz-Ballettabend. Seibel, Scholz Haydn, Strauss. Dresdner Pilharmoniker: Frühbeck de Burgos Strauß: Die Fledermaus. Honeck, Krämer

13.12. Millöcker: Der Bettelstudent. Chadik, Fieber 11.01. Wolf-Ferrari: Aschenputtel.Lange, Ostermann 31.01. Bernstein: West Side Story. Chadik, Castro 26.11. Franz Schubert: Die schöne Müllerin. Matthias Goerne, Bariton 30.11. Bach, Pärt u.a. Hudson, Kussmaul, Hilliard Ensemble, Stuttgarter Kammeror chester: Russel-Davis 04.12. Schnittke, Schostakowitsch, Silvestrov. Gidon Kremer – Kremerata Musica 24.01. Operngala mit Renée Fleming. Münchner Symphoniker: Summers 27.11. Rossini: Die Italienerin in Algier. Fratz, Loy 29.11. Saint-Sa¨ens: Samson und Dalila. Wappler, Reuscher 50. Internationale Kammermusiktage 06.01. Chopin, Liszt. Jean-Yves Thibaudet 08.01. Mozart, Debussy. Leipziger Streichquartett, Michael Degen liest Bun˜uel 15.11. Kálmán: Die Bajadere. Prokopetz, Quetes/Klotz 19.11. UA Kraus/Gluck: Marie Antoinette. NN, Renshaw (Tanztheater) 20.12. Coleman: City of Angels. Tillotson, Norri (Musical) 06.12. Lehár: Die lustige Witwe. Soltesz, Hilsdorf 31.01. Strauss: Salome. Soltesz, Knabe 20.12. Loewe: My Fair Lady. Liao, Grosse 07.12. Gounod: Roméo et Juliette. Kamensek, Laufenberg 16.01. Heiner Goebbels: Eislermaterial. Josef Bierbichler, Ensemble Modern 16.01. Rihm UA, Mahler, Strauss. Christine Schäfer, Sopran 28.01. Janácˇek: Katja Kabanova. Zagrosek, Weber 29.11. Lehár: Das Land des Lächelns. 07.02. Nessler: Der Rattenfänger von Hameln.

EDITORIAL INHALT INTERVIEW PORTRAIT EXTRA REISE REGIONAL PREMIERENSPIEGEL HIFI CD DVD

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Freiburg

10.01. Donizetti: Der Liebestrank. Sahler, Sedelmeyer Gelsenkirchen 29.11. Streul: Spuk im Händelhaus. Geisler, Lell 06.12. Wagner: Parsifal. Bächli, Gilmore Gera 21.11. UA Rotman: Die sechste Stunde. Feltz, Kresnik Gießen 17.01. Puccini: Madame Butterfly. NN, Klimek Graz 21.12. Mozart: Die Zauberflöte. Jordan, Slater 01.02. Verdi: Otello. Jordan, Seebach Hagen 15.11. Humperdinck: Königskinder Halberstadt 13.12. MacDermot: Hair (Musical) Halle 28.11. Prokofjew: Romeo und Julia. Baleff, Balthes (Ballett) 23.01. Strawinsky: The Rake's Progress. Baleff, Froboese 06.02. Janes: Buddy. Fiebig, Mittendrein (Musical) Hamburg Oper 07.12. Neumeier zu Bach: Tod in Venedig. Jena, Neumeier (Ballett) 25.01. Verdi: Nabucco. Marin, Gruber 08.02. Dinescu: Der 35. Mai. Meister, Lüddecke (Kinderoper) Musikhalle 01.12. Beethoven, Bruch u.a. Hahn, Sinfonia Varsovia, Oue 30.01. Honegger, Fauré. NDR Sinfonieorchester: Viotti Hannover 05.12. Offenbach: Die Reise zum Mond. De Veer, Eggers 22.11. Strauß: Die Fledermaus. Hofstetter, Fassbaender Heidelberg 15.11. Schumann: Genoveva. Christ, Widder 19.12. Künneke: Liselotte von der Pfalz. Klubertanz, Quast 13.02. Weber: Der Freischütz. Kind

Hildesheim

06.12. Casals: Die Krippe. Römer, Léon (szenisches Oratorium) Hof 31.01. Boggasch/Reitmeier: Nostradamus. Boggasch, Reitmeier Innsbruck 22.11. UA Ulrich: Caravaggio. Kubik, Giuffrida (Ballett) 21.12. Strauß: Der Bettelstudent. Klinkhardt, Fassbaender 31.01. Straus: Die lustigen Nibelungen. Mader, Flottau (Operette) 07.02. Mozart: Die Entführung aus dem Serail. Kluttig, Baumann Jena 20.12. Telemann, Bach u.a. Jenaer Philharmoniker/Sima Kaiserslautern 22.11. Ballettwerkstatt V. NN, Reinthaller 29.11. Mozart: Die Zauberflöte. Wycik, Häberli Karlsruhe 13.12. Verdi: Luisa Miller. Sandner, Tannenbaum 27.11. The Tiger Lillies: Dreamtime. Theaterspektakel nach „Macbeth" Kassel 13.12. Gluck: Orpheus und Eurydike. Baumann, Schütz 31.01. Bernstein: West Side Story. Mehring, Baumann Kiel 16.11. Weber: Der Freischütz. Fritzsch, Hilbrich 28.12. Künneke: Lady Hamilton. Rekers, Fioroni Koblenz 15.11. Kálmán: Gräfin Mariza. Marik, Steiner 31.01. Donizetti: Die Regimentstochter. Huschke, Donat Köln Philharmonie 21.11. Haydn, Mozart, Bach. Perahia, Chamber Orchestra of Europe 02.12. UA Dean, Schumann, Beethoven. Auryn Quartett

Krefeld

Landshut Leipzig Oper Gewandhaus

Linz Lübeck Maastricht Magdeburg

Mannheim

M.gladbach München Staatsoper

17.12. Händel: Acis und Galatea. Les Arts Florissantes/Christie 15.01. Monteverdi: Vesper in San Marco. Cantus Köln, Concerto Palatino/Junghänel 22.11. Kálmán: Gräfin Mariza. van Buren, Fallheier 08.02. DE Cerha: Der Riese vom Steinfeld. Jackson, Horres 21.11. Mozart: Don Giovanni. 29.11. Berlioz: Les Troyens. Albrecht, Joosten 19.12. Prokofjew, Dukas, Holst u.a. Gewandhausorchester: Mauceri 22.01. Schönberg/Brahms. Gewandhausorchester: Chailly 03.02. Schütz, Monteverdi, Nono. MDR Sinfonieorchester: Luisi 05.02. Dvoˇrák, Janácˇek. Faust, Gewandhausorchester: Metzmacher 14.12. Verdi: Don Carlos 27.11. Gedenkkonzert für Berthold Goldschmidt (Musikhochschule) 22.11. Janácˇek: Jenufa (Opera Zuid). 15.11. Verdi: Otello. 09.01. Maxwell Davies: Der Leuchtturm. 14.02. Lehár: Die lustige Witwe. 06.12. UA Moving Mozart. Koloseus, O'Day/Dumais (Ballett) 30.11. Mozart: Cosi fan tutte. Fischer, Herzog 06.12. Verdi: La Traviata. Jackson, Schulin

19.01. Donizetti: Roberto Devereux. Haider, Loy Gärtnerplatzth. 21.12. Mozart: Idomeneo. 22.02. Kálmán: Gräfin Mariza.

Dem Zauber des Hauses sind schon viele verfallen. Programm-Highlights 2004: 22.01. – 27.01.

Mariinsky-Opernfestspiele, Valery Gergiev Wagner: „Der Ring des Nibelungen“

06.02. – 08.02. Anne-Sophie Mutter 24.04./01.05.

Bellini: „Norma“, Edita Gruberova

28.05. – 06.06. 28.05./30.05. 29.05. 31.05. 01.06. 06.06.

Herbert von Karajan Pfingstfestspiele (Auszug) Verdi: „Rigoletto“ Premiere der Neuinszenierung Gidon Kremer Arcadi Volodos Mikhail Pletnev Cecilia Bartoli

26.06.

James Levine, Abschiedstournee mit den Münchner Philharmonikern

04.08. – 08.08. Wagner: „Parsifal“, Dirigent: Kent Nagano Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Christopher Ventris, Waltraud Meier, Thomas Hampson u.a. 03.12./04.12.

Wagner-Gala, Dirgent: Christian Thielemann Orchester der Deutschen Oper Berlin

22.12. – 29.12.

Mariinsky-Ballett St. Petersburg „Schwanensee“, „Nussknacker“ u. a. Ballette

crescendo 03 2003 43

Fordern Sie kostenfrei unser Jahresprogramm an: Festspielhaus Baden-Baden, Telefon 0 72 21/3013 -101, www.festspielhaus.de


was-wann-wo?

C06_03_S56-58

06.11.2003

13:51 Uhr

Seite 58

Musiktheaterpremieren und Konzerte IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH UND DER SCHWEIZ Reihenfolge der Namen bei Opern: Komponist: Titel. musikal. Leitung, Regie bzw. Choreografie Reihenfolge der Namen bei Konzerten: Komponist: Titel. Solisten, Orchester: Dirigent UA = Uraufführung, DE/ÖE/SE = Deutsche/Österreichische/Schweizerische Erstaufführung, ÜN = Übernahme alle Angaben ohne Gewähr

Gasteig

19.11. Arcadi Volodos, Klavier 24.01. Schönberg, Webern, Brahms. Münchner Philharmoniker/Levine Pinakothek d. M.24.01. Reimann. Banse u.a., Münchener Kammerorchester: Poppen Hotel Maritim 22.11. Purcell: Dido und Aeneas Münster 13.12. Puccini: Madame Butterfly. Voß, Wirsch Nordhausen 05.12. Lincke: Frau Luna Nürnberg 29.11. Porter: Anything goes. Hutter, Hathazy 24.01. Verdi: Der Troubadour. Auguin, Levant Oldenburg 12.12. Millöcker: Der Bettelstudent. Weaver, Mittmann 13.02. Smetana: Die verkaufte Braut. Solén, Baesler Osnabrück 10.01. Mozart: Cosi fan tutte 20.02. Hindemith: Mathis der Maler. Passau 20.12. Verdi: Simon Boccanegra. Coleman, Reinhardt 14.02. Ibert: Angélique/Poulenc: Die Brüste des Tirésias. NN, Schwab Pforzheim 06.02. Strawinsky: The Rake's Progress. Korth, Köhl Quedlinburg 24.01. Johnson: Riemann-Oper. Radebeul 06.12. Strauß: Der Zigeunerbaron. Mücksch, Pototzki Regensburg 20.12. Mozart: Die Zauberflöte. Rumstadt, von Orlowsky 13.02. Leigh: Der Mann von la Mancha. Vranos, Blumenthal (Musical) Rostock 06.12. Loewe: My Fair Lady. Plangg, von Götz 24.01. Lortzing: Der Wildschütz. Hammer, Piontek Saarbrücken 25.12. Janácˇek: Das schlaue Füchslein. Carulli, Nickler

Salzburg

Schwerin Stuttgart Trier

Weimar

Wien Staatsoper Volksoper

Musikverein

07.01. Strauß: Wiener Blut. Ewaldt, Hochstraate 26.01. Mozart, Martin, Berio. Zehetmair, Camerata Salzburg: Norrington 14.11. Händel: Xerxes. Foremny, Follwill 24.01. Janácˇek: Die Sache Makropoulos. 22.11. Strauß: Die Fledermaus. Dénes, Lukas-Kindermann 24.01. Mozart: Cosi fan tutte. Henning, Weil 22.11. Wagner: Der fliegende Holländer. Van Steen, Jones 30.11. Humperdinck: Hänsel und Gretel NN, Gehlen (Ü aus Essen) 17.01. Donizetti: Viva la mamma/Puccini: Gianni Schicchi. Hoff, Rech 07.02. Gluck: Orfeo ed Euridice. Van Steen, te Nuyl 05.12. Wagner: Der fliegende Holländer. Ozawa, Mielitz 13.12. Suppé: Boccaccio. Piollet, Lohner 18.01. Tschaikowsky: Der Nussknacker. Attl, Stromgren 08.12. Haydn: Schöpfung. Wiener Philharmoniker: Harnoncourt 14.12. Schumann, Brahms, de Falla. Angelika Kirchschlager, Mezzosopran 01.01. Neujahrskonzert, Wiener Philharmoniker: Muti

Das Nürnberger Theater darf sich jetzt Staatstheater nennen. Herzlichen Glückwunsch von crescendo!

Wuppertal Würzburg

Zürich Oper

Tonhalle

Zwickau

08.01. Liszt. Jean-Yves Thibaudet, Klavier 04.12. Puccini: La Rondine. Klajner (konzertant) 15.01. DE von Pászthory: Tilman Riemenschneider. NN, Rootering 23.11. Offenbach: La belle vie. Chalvin, Spoeri 07.12. Donizetti: Maria Stuarda. Viotti, Del Monaco 12.01. Mozart: Idomeneo. Dohnányi, Grüber 01.02. Haydn: Armida. Harnoncourt, Flimm 11.12. Berlioz: La Damnation de Faust. Tonhalle-Orchester: Dutoit 07.01. Mahler, Strawinsky. Goerne, TonhalleOrchester: Metzmacher 29.11. Menotti: Amahl und die Heiligen Drei Könige 16.01. Kálmán: Die Csárdásfürstin.

Vorschau 01

Das nächste crescendo erscheint am 16. Februar 2004. Wir treffen die Cembalistin und Dirigentin Emmanuelle Haim, die Pianistin Hélène Grimaud und die Geiger Daniel Hope und Joshua Bell.

www.stretta.de < kostenlose Noten für verschiedene

Instrumente, Gesang und Chor < 14tägig neue Stücke zur Auswahl < einfach herunterladen und ausdrucken

STRETTA Music GmbH

58 crescendo 06 2003

Anzeigenschluss: 14.01.2004


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06.11.2003

14:03 Uhr

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Französische Arien Foto: Simon Fowler

Auszüge aus Opern von Massenet, Thomas, Boieldieu u.a. Chœur Les Eléments Orchestre National du Capitole de Toulouse, Michel Plasson

Natalie Dessay Frankreichs Koloratur-Star

CD 545506 2

Fotos: Christian Steiner, David Thompson, Sasha Gusov

Purcells Dido and Aeneas in Top-Besetzung

Susan Graham

Ian Bostridge

Emmanuelle Haïm

Henry Purcell: Dido and Aeneas Susan Graham, Dido Ian Bostridge, Aeneas Camilla Tilling, Belinda David Daniels, Spirit Felicity Palmer, Sorceress European Voices, Le Concert d’Astrée, Emmanuelle Haïm

www.emiclasssics.de · www.virginclassics.com

CD 545604 2


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06.11.2003

14:03 Uhr

Seite 60

http://www.crescendo.de/html/de/02archiv/2003/crescendo-2003-06/crescendo-2003-06  

http://www.crescendo.de/html/de/02archiv/2003/crescendo-2003-06/crescendo-2003-06.pdf

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