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Alle zwei Monate in allen großen Opern- und Konzerthäusern, im CD-Fachhandel und bei Kartenvorverkaufsstellen > Jahrgang 6 > 2003

april / mai

2

< musik gehört zu mir montserrat caballé

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. Erscheint o 02 / 2003 t Crescend Zeitschrif lement der Eine Supp

Frühjahr jährlich im

2003

klassi

festspiel-guide cresc

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Juni 200

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Veranstalt

plus festspiel-guide 2003 festspiele, festwochen, festivals in europa

Special: Die MIDEM 2003 Nur hier: Alle Opernpremieren im April und Mai Sonderteil CLASS aktuell


Autostadt GmbH / StadtBrücke / D-38440 Wolfsburg

Stand: März 2003 Änderungen vorbehalten

Photographie: Paco Ruíz, White Darkness, Compañía Nacional de Danza

kdh+p

Internationales TanzFestival 2003 25.04.–18.05. im KraftWerk Wolfsburg Karten und Informationen unter

0800 288 678 238 oder www.autostadt.de oder www.ticket-online.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

25.–27.04. Grupo Corpo Brasilien Künstlerischer Leiter: Paulo Pederneiras

01.– 04.05. Legend Lin Dance Theatre Taiwan Künstlerische Leiterin: Lee-Chen Lin

08.–11.05. Dance Theatre of Harlem New York Künstlerischer Leiter: Arthur Mitchell

14.–15.05. / 17.–18.05. Compañía Nacional de Danza Spanien Künstlerischer Leiter: Nacho Duato

Medienpartner: NDR Menschen, Autos und was sie bewegt.


Liebe Leserin, lieber Leser ! Chefredakteur Dr. Klemens Hippel

Inhalt April/ Mai 2003

Ich freue mich sehr, Sie als neuer Chefredakteur mit der

Porträt

aktuellen Ausgabe von Crescendo begrüßen zu dürfen.

„Es gibt viele Wege in die Musik“ Die Sopranistin Montserrat Caballé

4

Nach dem Umzug der Redaktion nach München wollen wir Sie weiterhin über alles Wissenswerte aus der Welt der

Unkonventionell Die Pianistin Joanna MacGregor

12

Klassik auf dem Laufenden halten. Mit dem bewährten Konzept einer Mischung aus CD- und Opernrezensionen, Portraits und Interviews und einem gelegentlichen Blick über den Tellerrand (dieses Mal ein Interview mit dem Unternehmensberater Roland Berger), das Arnt Cobbers in den vergangenen Jahren so erfolgreich umgesetzt hat.

Interview „Ich liebe das Risiko“ Die Geigerin Anne-Sophie Mutter „Die Klassik hat es besonders schwer“ Der Unternehmensberater Roland Berger

10

Thema

In diesem Heft haben wir eine besonders umfangreiche

MIDEM 2003 Nachlese von der Musikmesse in Cannes

Ausgabe für Sie, denn als Vorgeschmack auf den Fest-

Premierenspiegel

spielsommer haben wir wieder unseren ausführlichen

Kurz und Knapp Bericht aus Berlin Händelfestspiele in Karlsruhe Götterdämmerung in München Opernrundschau im Nordwesten NRW-Rundschau Gefährliche Liebschaften in Pforzheim Die Judenbuche in Ulm Ausflug nach Wien

14 16 16 17 17 18 18 19 19

unterwegs

20

Festspiel-Guide beigelegt. Auf 24 Seiten finden Sie bestimmt die eine oder andere interessante Aufführung, den einen oder anderen Ort, den Sie im Laufe des Jahres besuchen möchten. Ans Herz legen möchte ich Ihnen auch unsere neu gestaltete HiFi-Seite: Hier informiert Sie Moritz Bergfeld (MBM Musikproduktion) über all das, was Sie über HiFi wirklich

8

Reise-Tipps

Rätsel

13

ter für Akustik an der Universität Mainz ist er Kenner der

Bayern regional

22

Materie. Er vermittelt Ihnen, auch wenn Sie sich eigentlich

high fidelity

25

wissen müssen. Als Diplomtonmeister und Lehrbeauftrag-

nicht für Technik interessieren, das nötige Rüstzeug, das Sie brauchen, wenn Sie zu Hause Musik hören möchten. In seinem ersten Artikel geht es um ein Kernstück jeder HiFiAnlage: die Lautsprecher.

Chill with Rachmaninoff CD 8.556782

gehört CD-/SACD-/DVD-A-Besprechungen

27

Kultur Spiegel Klassik Bestseller

27

gesehen Jetzt wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit dem neuen

Chill with Mozart CD 8.556780

6

DVD-Video-Besprechungen

32

Chill with Vivaldi CD 8.556779

gelesen

Crescendo!

Bücher-Besprechungen

33

Impressum

32 Chill with Satie CD 8.556781

was? wann? wo? Musiktheaterpremieren und Konzerte im April und Mai 2003

Ihr Klemens Hippel

34

Das Crescendo-Archiv Unter www.crescendo-magazin.de finden Sie die kompletten Crescendo-Jahrgänge 2000, 2001 und

Unsere CDs erhalten Sie im Handel, den Katalog 2003 auch direkt von: NAXOS DEUTSCHLAND Telefon: 0251/924060 e-mail: info@naxos.de www.naxos.de

2002 zum kostenlosen Download. Natürlich haben wir auch eine komfortable Volltextsuchfunktion integriert. Viel Spaß beim Stöbern!

ww

EDITORIAL INHALT

THEMA INTERVIEW PORTRAIT

crescendo 02 2003 3


besucht

„Es gibt viele Wege in die Musik”

F

FOTO: BMG

Die Sopranistin Montserrat Caballé Von Klemens Hippel rau Caballé kommt gleich zu Ihnen hinun-

„Wenn man etwas Neues kennen lernt, hat man sich ein neues Fenster geöffnet“

ter, erklärt mir der freundliche Empfangschef im Hotel Carlton. Und macht mich damit etwas ratlos. Das Foyer ist wegen

der internationalen Musikmesse MIDEM, die gera-

aufgrund ihres Auftritts mit Rockstar Freddy Mercury für

würde ich gerne den jungen Sängern weitergeben, dass

de in Cannes stattfindet, hoffnungslos überfüllt. Wo

den Barcelona-Song zur Olympiade 1992. Ob sie es schon

die Karriere nicht zu einfach sein soll. Es ist gut zu kämp-

soll man hier ein Interview führen? Zum Glück fin-

einmal bereut hat, diesen Abstecher ins Popgeschäft ge-

fen, aber mit Hoffnung für die Zukunft. Den Erfolg und das

det sich noch ein Plätzchen in der eigentlich noch

wagt zu haben, möchte ich wissen. „Für mich war es ein

Bewusstsein, das man etwas erreicht hat, muss man sich

nicht geöffneten Bar. Und als es einmal zu laut wird

Erlebnis, dass so viele junge Menschen später vom Pop

erkämpfen.“ „Dafür hat man in unserem Beruf das Glück,

im Hintergrund, bittet Frau Caballé energisch um

und Rock zur Oper gekommen sind. Die kamen mit der

dass man so viele verschiedene Kulturen kennen lernt. Die

Ruhe für mich und meinen Recorder. Nicht die ein-

Barcelona-Aufnahme, aber auch mit der Traviata und

Welt ist nicht nur das, was Du denkst oder fühlst. Sondern

zige Überraschung, die ich in unserem Gespräch er-

Bohème und waren begeistert und haben gesagt: „Wir

die Unterschiede machen unsere Welt so reich und schön.

lebe. Als ich wissen möchte, was sie als ihren größ-

haben nicht gewusst, dass die Dame, die mit Freddy so viel

Und auch bei den Menschen ist das so. Das muss man ver-

ten Erfolg betrachtet, erwarte ich, von einem ihrer

schreit, auch in einer Oper so amüsant sein kann.“ (lacht)

stehen, damit die Menschen sich gegenseitig respektieren

berühmten Auftritte zu erfahren – ihrem Durch-

„Das haben sie gesagt in Wien bei Il Viaggio a Reims! Das

und solidarisch sind. Die Welt ohne Verschiedenheit wäre

bruch in New York, wo sie 1965 für Marilyn Horne in

ist durch die Jahre so oft passiert. Es gibt so viele Wege in

schwer erträglich. Die Musik auch.“

Donizettis Lucrezia Borgia einsprang und von dem

die Musik. Was man liebt oder nicht, das ist Geschmacks-

die Zuschauer heute noch schwärmen, oder ihre le-

sache, aber man muss es wenigstens kennen. Und wenn

Bei dieser positiven Sicht ihres Berufs ist es kein Wun-

gendäre Norma beim Festival in Orange 1974. Aber

man etwas Neues kennen lernt, hat man sich ein neues

der, dass sie sich um den Nachwuchs keine Sorgen macht.

nein - „ein normales Leben zu haben“ ist ihre

Fenster geöffnet.“

„Es gibt so viele junge Sänger, deren Karriere gerade an-

Antwort: die Balance zwischen Familie und Beruf gefunden zu haben.

Dieses Bestreben, immer wieder Neues kennen zu ler-

fängt, tolle Stimmen, große Talente – ich glaube, die Oper hat eine große Zukunft. Gerade mit den modernen Regis-

nen, hat Monserrat Caballé in ihrer eigenen Arbeit stets

seuren. Die haben die Kreativität, sind so modern. Das ein-

ausgezeichnet. Neben ihrer Tätigkeit als Sängerin ist es ihr

zige, was ich mir wünschen würde, wäre, dass sie auch

folgreiche Sängerin, sondern auch ein „human being“ zu

immer ein Anliegen gewesen, neues Repertoire zu er-

Musik von heute nehmen würden statt die von vor dreihun-

sein, ist wohl der Grund dafür, dass ihr in ungewöhnlicher

schließen. Ob gesangstechnisch schwierige Partien aus

dert Jahren. Aber das ist ein anderes Thema.“

Weise der Spagat gelingt zwischen gefeierter Operndiva,

vergessenen Opern von Bellini, Rossini oder Donizetti oder

die vor meist ausverkauften Häusern singt, und einer Frau,

Uraufführungen wie Leonardo Baladas Cristóbal Colón

Und die Krise der Klassik? „Es gibt keine Krise“, erklärt

die für ihr Publikum auch eine Freundin sein möchte. Der

1992 – immer wieder sucht sie neue Herausforderungen.

sie bestimmt. „Ich glaube, es gibt einen Wechsel. Das ist in

Erfolg bei den Fans gibt ihr recht – keine andere Opernsän-

Gearbeitet hat sie dabei mit allen bedeutenden Künstlern

jeder Epoche passiert. Wenn man an den Weg vom Mittel-

gerin der Geschichte hat eine so breite Palette an Rollen

der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Zeffirelli, Visconti,

alter bis zum Barock denkt, vom Barock in die Romantik,

auf die Bühne gebracht. Von Mozart bis Strauss, von Spon-

Ponnelle und Ronconi, Abbado, Bernstein, Karajan.... Gibt

von der Romantik zum Verismo: da waren immer Zeiten

tini bis Respighi reicht ihr Repertoire, von Bellini, Verdi,

es da noch jemanden, der in ihrer Liste fehlt? „Ich hätte

großer Polemik. Ich glaube, wir haben jetzt so einen

Puccini und Rossini ganz zu schweigen. Was sind eigent-

mir gewünscht, mit Furtwängler zu singen. Ach ja ... Die

Moment. Und die Medien haben viel damit zu tun. Sie ha-

lich die wichtigsten Figuren, die sie verkörpert hat? Norma

Chance zu haben, mit so einem Genie zu arbeiten ... Aber

ben es möglich gemacht, dass wir ein Konzert oder eine

fällt ihr zuerst ein, Semiramide, die Traviata – und dann,

der war natürlich nicht mehr da, als ich anfing.“

Oper sehen können aus Sydney, oder New York, oder

Dass sie großen Wert darauf legt, nicht nur eine er-

etwas überraschend: Sieglinde und Isolde! „Ich wollte immer

Buenos Aires.“

die Sieglinde singen. Und die Butterfly, vielleicht, weil das die

In die Wiege war ihr der Erfolg keineswegs gelegt –

Oper ist, wo ich meinen Mann kennen gelernt habe.“

ihre Gesangsausbildung konnte sie nur durch die finanziel-

Man merkt, sie ist immer noch völlig eingespannt in die

le Unterstützung musikbegeisterter Mäzene fortsetzen.

Szene. Da bleibt neben der Musik wenig Zeit. Trotzdem

„Nach dem Krieg hatte ich eine schwere Zeit. Ich werde

engagiert sie sich in verschiedenen humanitären Organisa-

das nie vergessen. Das war meine beste Ausbildung. Das

tionen: „Da mache ich mit bei Reisen, wir bringen Medika-

Die bekannteste Opernsängerin überhaupt ist sie allerdings nicht nur wegen dieser Karriere, sondern auch

4 crescendo 02 2003

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW

PORTRAIT

PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU


besucht mente, Schulen und Krankenhäuser in verschiedene Län-

Musik gehört zu mir. Es ist etwas, was ich nicht ablegen

10.05. Basel, Casino

der. Das ist wichtig im Leben: Ich bin nicht nur dazu da, die

kann. Ohne Musik wäre das Leben sehr schwer für mich.“

13.05. Nürnberg, Meistersingerhalle

Menschen zu unterhalten mit meinem Gesang, es ist auch

So wird sie auch ihren 70. Geburtstag auf der Bühne bege-

17.05. Düsseldorf, Tonhalle

wichtig, etwas für sie zu tun.“

hen. Vermutlich wieder einmal vor einem ausverkauften

25.05. Freiburg, Konzerthaus

Haus<<<

29.05. Saarbrücken, Kongresshalle

Gibt es denn auch ein privates Hobby? „Ich male, wenn ich ein wenig Zeit habe. Ich liebe das seit Jahren. Ich male sehr schlecht, aber es entspannt mich sehr, zu malen.

Konzerttermine 2003:

Mit meinen Aquarellen reise ich sogar.“

09.04. Bremen, Die Glocke

Und ans Aufhören denkt sie gar nicht? Was zieht sie

12.04. Hamburg, Musikhalle

AKTUELLE CD

nach fast 50 Jahren noch auf die Bühne? „Ich glaube, es

16.04. München, Philharmonie

Montserrat Caballé Songs of the Spanish Renaissance.

ist die Liebe zur Musik. Ich habe das mein ganzes Leben

02.05. Zürich, Tonhalle

RCA 74321 75858 2/BMG

gemacht. Meine Eltern haben die Musik sehr geliebt, mein

04.05. Genf, Victoria Hall

Mann war auch ein Sänger – ich gehöre zur Musik und die

07.05. Berlin, Philharmonie

Foto: Klaus Lefèbvre

14.04. Kiel, Schloß

info@beethoven-orchester.de www.beethoven-orchester.de

Konzerte der Bundesstadt Bonn

Auftakt mit Roman Kofman

Anschrift: Konzerte der Bundesstadt Bonn Öffentlichkeitsarbeit Wachsbleiche 2 53111 Bonn

 Bitte senden Sie mir das Saisonprogramm der Konzerte der Bundesstadt Bonn für 2003/2004

Name, Vorname

Freuen Sie sich auf die Saison 2003/2004 mit dem Beethoven Orchester Bonn!

Straße

PLZ,Ort

Telefon, e-mail


Kurze Infotexte, auch BU’s genannt, finden hier Platz. And in such a way that the reader will read on.

Die Geigerin Anne-Sophie Mutter Von Arnt Cobbers

A

nne-Sophie Mutter, geboren 1963 im

„Langweile oder Routine ist, glaube ich, eine Frage des Naturells“

badischen Rheinfelden, gehört seit den 70er Jahren zu den führenden Geigerinnen. Mit 13 Jahren lud Herbert von

sind, bei denen eher der Klangeffekt, das Parfum wichtig

Karajan sie als Solistin zu den Berliner Philhar-

ist und nicht unbedingt die Bestandteile dieses Dufts. Aber

Crescendo: Ist das auch Teil der Show? Mutter: Nein, das hat mit Show nichts zu tun, denn nie-

monikern, mit 22 wurde sie Professorin an der

das hat mit Bluffen nichts zu tun. (lacht) Die Komponisten

mand bemerkt solche geigerischen Details. Es müsste

Londoner Royal Academy of Music. Heute fördert

wissen sehr genau um alle Details. Henri Dutilleux etwa

schon ein Kollege im Konzert sitzen, um diese Feinheiten

sie in einer eigenen Stiftung hochqualifizierten

wusste ganz präzise, was er wollte. Und ein paar Mal

aufzunehmen. Es geht um eine Klangvorstellung, die ich im

Streichernachwuchs aus aller Welt. Anne-Sophie

waren wir, Kurt Masur, Herr Dutilleux und ich, auch unter-

Ohr habe, eine Phrasierungsidee, die ich verwirklichen

Mutter streitet vehement für eine Neuausrichtung

schiedlicher Meinung. Selbstverständlich hat er sich durch-

möchte. Und meist sind es schwierige Wege, die dorthin

des deutschen Schulmusikunterrichts und gibt

gesetzt, aber wir sind regelrecht aufeinandergeprallt.

führen. Es bereitet mir Freude, wenn ich eine Lösung finde

regelmäßig Benefizkonzerte für medizinische und

Er hatte ein klar definiertes Klangbild vor Ohren.

– und es ärgert mich maßlos, wenn nicht. (lacht)

soziale Belange. Sie ist verheiratet mit dem ameri-

Crescendo: Ist es nicht störend, wenn Ihnen der Komponist

Crescendo: Liegt Ihr Einsatz für zeitgenössische Musik

kanischen, aus Berlin stammenden Dirigenten,

so stark hineinreden kann?

auch zum Teil daran, dass Ihnen die Klassiker mit der Zeit

Pianisten und Komponisten André Previn.

Mutter: Das komische ist, bei Beethoven fühle ich mich

langweilig werden?

weniger frei als bei einem zeitgenössischen Werk, bei des-

Mutter: Nein, überhaupt nicht. Diese Frage wird mir oft ge-

Crescendo: Frau Mutter, ist Tango Song and Dance das erste

sen Probenarbeit und Uraufführung der Komponist anwe-

stellt, und ich habe sie nie verstanden. Ich habe ein Jahr

Stück, das Ihr Mann André Previn für Sie geschrieben hat?

send ist. Vielleicht gibt es dafür gar keine Erklärung, außer

mit den zehn Beethoven-Sonaten verbracht, und ich erin-

Mutter: Ja, er hat es 1995 geschrieben – auf meine Bitte

dass man vor Beethoven immer in Ehrfurcht erstarrt – was

nere mich rückblickend mit einigem Amüsement, dass wir

hin, weil ich damals eine Tournee plante mit Liedern und

nicht heißt, dass ich vor Dutilleux nicht in Ehrfurcht erstar-

– mein Pianist Lambert Orkis und ich – auch vor dem letz-

Volkstänzen der Welt. Aber daraus wurde nie etwas, und so

re. Aber da ich ihn ja fragen kann und, wenn ich mich geirrt

ten Konzert wie die Wahnsinnigen an der Frühlingssonate

haben wir sein Werk erst 2001 uraufgeführt. Das Violinkon-

habe, es jederzeit wieder rückgängig machen oder verbes-

geprobt haben, die wir ja nun ein ganzes Jahr immer wie-

zert entstand vorletztes Jahr, zumindest hatte ich die Parti-

sern kann, fühle ich mich freier als bei einem Komponisten,

der gespielt hatten, mit der Panik, wenn wir es jetzt nicht

tur im November 2001 vorliegen, ein seltener Luxus, denn

von dem ich kein Feed-Back bekomme.

so hinkriegen, wie wir es uns das ganze Jahr oder ein

die Uraufführung war ja erst vier Monate später. Oft be-

Crescendo: Sie führen recht viele Stücke zur Uraufführung.

ganzes Leben lang gewünscht haben, dann ist alles verlo-

komme ich die Partitur peu a peu, über Monate verteilt je-

Haben Sie da schon mal eine Enttäuschung erlebt?

ren. Langweile oder Routine ist, glaube ich, eine Frage des

den Tag eine Seite, was etwas uninspirierend ist, da man

Mutter: Es ist mir einmal passiert, dass ich nach langem

Naturells. Vielleicht entsteht sie aus mangelnder Leiden-

sich bis zur letzten Minute nie einen Gesamteindruck über

Warten ein Werk bekam, zu dem ich keinen Zugang gefun-

schaft. Bei mir besteht da keine Gefahr. (lacht)

ein Werk verschaffen kann. Und manchmal bekommt man

den habe, weder intellektuell noch emotional. Ich bat den

Crescendo: Sie haben mal gesagt: „Jedes Konzert ist im-

die letzten Seiten erst ein paar Stunden vor der Urauf-

Komponisten, es umzuschreiben. Aber offensichtlich bin

mer auch ein Kampf, eine Selbstüberwindung, und wenn

führung wie im Fall des Nocturne von Dutilleux. Das zerrt

ich auf einen empfindlichen Nerv gestoßen, das Werk wur-

ich Glück habe, immer wieder ein Höhenflug.“ Wie ist das

ziemlich an den Nerven. (lacht)

de nicht umgeschrieben, der Kontakt zu dem Komponisten,

gemeint mit der Selbstüberwindung?

Crescendo: Haben Sie das nicht vertraglich geregelt? Mutter: Das geht nicht. Natürlich flehe ich den Komponi-

den ich im übrigen sehr bewundere, ist völlig abgebrochen.

Mutter: Man muss am Anfang einer Tournee wieder in die-

Sehr bedauerlich.

sen Rhythmus hineinfinden. Abends um acht auf Knopf-

sten an und setze immer neue Deadlines, aber in 99 Pro-

Crescendo: Musik zu machen auf diesem Niveau ist ja

druck topfit sein, alles ausschalten, nur in der Musik sein.

zent der Fälle ist dies einfach unrealistisch. Dann beuge ich

auch immer eine sportliche Herausforderung …

Ich bin auch nur ein Mensch. Und nicht immer fühle ich

mich der Situation, aber es ist für das Werk einfach besser,

Mutter: Es ist viel Sportsgeist mit dabei, natürlich. Ich liebe

mich um 19.55 Uhr einfach so inspiriert, dass ich denke,

wenn der Interpret Zeit hat, unter die Haut des Stücks zu

das Risiko. Ich wähle auch immer Fingersätze, die

das wird das beste Konzert meines Lebens. Oft sind die

schlüpfen.

schweißtreibend, risikobeladen sind, die aber, wenn sie

Umstände schwierig, der Flug war verspätet, die Geige

Crescendo: Ist es Ihnen schon passiert, dass Sie bluffen

klappen – und meistens klappen sie ja, gottseidank -

klingt nicht gut, die Akustik ist grauenhaft, wir hatten keine

mussten?

klanglich dem Stück eine Tiefe geben, die bei einem leich-

Probenzeit, was auch immer. Dann hilft einem nur die Lie-

Mutter: Es gibt Werke, die nicht sehr vom Detail abhängig

teren Fingersatz nicht möglich wäre.

be zur Musik. Und die Stille, die einem das Publikum ent-

6 crescendo 02 2003

EDITORIAL INHALT THEMA

INTERVIEW

PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU

FOTO: ROLF JAEGER/UNIVERSAL MUSIC

befragt

„Ich liebe das Risiko“


befragt

FOTO: ROLF JAEGER/UNIVERSAL MUSIC

YO-YO MA HOMMAGE AN DIE BELLE EPOQUE

„Gemeinsam spielen ist wieder etwas Anderes“

gegenbringt – die Stille, in der Musik erst möglich ist. Dann fängt man an zu fliegen. Aber es ist nicht immer leicht, alles Alltägliche abzuschütteln und voll da zu sein.

Crescendo: Und zum Höhenflug brauchen Sie das Publikum? Mutter: Musik ist ja für den Musiker und sein Publikum gleichermaßen geschaffen. Ich finde es wunderbar, wenn mein Mann abends – leider viel zu selten – am Klavier sitzt und Jazz improvisiert. Aber davon abgesehen bin ich nicht der Typ – er leider auch nicht – Musik einfach so für mich zu spielen. Gemeinsam spielen ist wieder etwas anderes, sich in Kammermusik auszutauschen oder eben für ein Publikum zu spielen. Nicht umsonst liebe ich Live-Aufnahmen, weil

Veröffentlichung: 7. 4.

sie den Augenblick festhalten – dieses Auf-Leben-und-Tod-Spielen, ohne das eine gute Aufnahme nicht existieren kann, wenigstens nicht in meinem Leben. Und insofern ist die Rolle des Publikums eine sehr, sehr wichtige.

Crescendo: Musik ist Arbeit? Mutter: Musik ist Arbeit. Meine Kinder sind heilfroh, wenn ich nach Hause komme und nicht üben muss/soll/will, sondern einfach da bin und mit ihnen etwas basteln kann – ein solarbetriebenes Raketengerät oder Playmobil oder sonst etwas. (lacht)

Crescendo: Stimmt es, dass Sie die aktuelle CD um vier Uhr morgens aufgenommen haben?

Mutter: Ja, das Werk von André haben wir früh morgens aufgenommen. Das war die einzige Zeit, in der der Herkulessaal hier in München störungsfrei war. Und so sind wir um drei Uhr aufgestanden und hingefahren. Aber das schöne war, um sechs sind wir frühstücken gegangen, die Aufnahme war im Kasten. Und sie ist von derartiger Intensität, ich hätte nie gedacht, dass ich Langschläfer dazu fähig wäre. Aber auch die meisten Jazz-Aufnahmen meines Mannes sind nachts entstanden. Das hat einen gewissen Reiz, diese Stille, die ganze Welt

CD 87287

scheint zu ruhen, und man selbst läuft zu kreativer Hochform auf.

Crescendo: Wird man Sie also künftig häufiger nachts in den Studios treffen? Mutter: Das kann sein. Nachts um vier irre ich mit geränderten Augen und der

Er ist Amerikaner, seine Wurzeln sind chinesisch – geboren aber

Geige durch München: Wo kann ich aufnehmen? (lacht)<<<

dem Album LA BELLE EPOQUE erinnert sich der Starcellist jetzt

wurde YO-YO MA in Paris, dort gab er sein erstes Konzert. Mit an den Zauber der Seine-Stadt. Gemeinsam mit der englischen Pianistin KATHRYN STOTT spielt Yo-Yo Ma eigene ArrangeKonzerte: 3. 4. Frankfurt 4. 4. Frankfurt 5. 4. München 12. 6. Köln

AKTUELLE CD

Tango Song and Dance: Werke von Previn, Brahms, Gershwin, Kreisler, Fauré. Anne-Sophie Mutter, André Previn/Lambert Orkis (Piano) 2001/02. Deutsche Grammophon 471 500-2.

ments romantischer französischer Werke der Jahrhundertwende, darunter Massenets „Meditation“ oder die Violinsonaten von Fauré und Franck. Eine liebevolle Hommage eines einzigartigen Weltbürgers an sein persönliches Paris.

Mehr über Yo-Yo Mas nächstes Album mit brasilianischer Musik erfahren Sie

crescendo 02 2003

7

unter www.sonyclassical.de/brazil


extra

Midem 2003 Nachlese von der internationalen Musikmesse in Cannes Von Klemens Hippel

LEIF OVE ANDSNES & IAN BOSTRIDGE in kongenialer Partnerschaft

SCHUBERT FOTO: PEER ZILLMANN

als Meister des Liedes und der Klaviersonate

Die russische Komponistin Sofia Gubaidulina brach eine Lanze für die „ernste“ Musik: „Ich merke auch, dass ernste Musik und ernste Literatur und ernste Philosophie und ernste Wissenschaft in zweiter Reihe stehen auf der Welt. Ich sehe das als große Gefahr für die Menschheit. Mir scheint, es muss sein, dass Menschen mit ihren Aktivitäten die unterstützen, die Ernsthaftigkeit wollen, nicht nur Spaß und Kommerz. Das ist ein wesentliches Problem, dass die meisten Menschen nur noch Spaß und Leichtigkeit lieben und zu leicht zu leben. Das ist eine Gefahr. Tragik und philosophische Probleme sind ein wesentlicher Teil der Kunst. Die Beschäftigung mit ersten Dingen kann auch Befriedigung verschaffen. Man muss die richtige Balance haben zwischen Spaß und Ernst.“

FOTO: PEER ZILLMANN

CD 557460 2

FOTO: ARCHIV

Fotos: Simon Fowler, David Thompson

Der argentinische Tenor José Cura ist mit seiner

CD 557266 2

www.emiclassics.de

Die Klassik-CD-Bestsellerliste ab jetzt bei ihrem Händler und jeden Samstag ab 16.00 Uhr zu hören bei

Idee, in Konzerten gleichzeitig als Dirigent und Sänger tätig zu sein, zum Teil auf heftige Kritik gestoßen. „Gleichzeitig zu singen und zu dirigieren ist eine Erfahrung, die ich mag, weil sie mich und die Musiker bereichert. Das ist eine Art Markenzeichen geworden, das oft als eine Sünde betrachtet wird, allerdings nur von kurzsichtigen Menschen. Viele Magazine, die das als Krankheit von José Cura, als eine Unverschämtheit empfinden, haben das als Gelegenheit benutzt, ihre Auflage zu steigern. Ich würde gern wissen, was die sagen würden, wenn sie meine Aufnahme hören müssten, ohne zu wissen, was ich da gemacht habe.“ Für die Cresecendo-Leser hat José Cura 5 CDs signiert; schreiben Sie uns, wenn Sie an der Verlosung teilnehmen wollen!

„Die Musik muss zu ihrem Publikum kommen,” meint John Axelrod: „Wenn unsere Organisationsformen klassischer Musik damit fortfahren, sich nur einem traditionellen Abonnementpublikum verantwortlich zu fühlen, und sich dieses der zeitgenössischen Musik verschließt,“ besteht die Gefahr, „dass man eine Art Stasis erreicht. Man existiert dann nur noch in einem Museum.“ „Ein junges Publikum ist viel offener der zeitgenössischen Musik gegenüber als das traditionelle Abonnementspublikum. Weil es keine vorgefasste Meinung darüber hat, was „Klassische Musik“ bedeutet. Wenn etwas fremd oder seltsam klingt, dann mag es das.“

8 crescendo 02 2003

EDITORIAL INHALT

THEMA

RÄTSEL REISE


extra FOTO: PEER ZILLMANN

FOTO: PEER ZILLMANN

Palais des Festival, Cannes

lljährlich im Januar ist die Musikmesse MIDEM in

Wichtiger Treffpunkt auf der MIDEM ist jedes Jahr die offi-

umzusetzen. Antipode zu Axelrod ist Sofia Gubaidulina, die

Cannes für eine Woche Treffpunkt der internatio-

zielle „Crescendo Midem Classique and Jazz Lounge“.

zu den erfolgreichsten Vertretern der Neuen Musik zählt.

nalen Musikszene. Neben Produzenten und

Neben der Mehrkanalpräsentation des Schweizer Labels

Sie ist der Auffassung, dass die Beschäftigung mit Musik

Künstlern findet sich die Fachpresse ein, um aktuelle

divox zogen vor allem zwei Pressekonferenzen ein großes

schon mit ein bisschen Mühe verbunden sein soll. Man

Entwicklungen zu diskutieren, alte und neue Kontakte zu

Publikum an: Die russische Komponistin Sofia Gubaidulina

dürfe dem Publikum nicht zu weit entgegen kommen,

pflegen.

sprach über ihre Arbeit, und der argentinische Tenor José

sonst lande man schnell in einer seichten, beliebigen

Cura stellte seine neuesten CDs vor. Auch der amerikani-

Musik. Der argentinische Tenor José Cura wiederum steht

Auch für die Klassische Musik ist die MIDEM in jedem Jahr

sche Dirigent John Axelrod war zu Besuch und berichtete

dafür, dem Publikum auch eine Show zu bieten. Als dirigie-

eine gute Gelegenheit, sich zu besinnen: Wo soll es hinge-

über aktuelle Projekte.

render Sänger ist er ohnehin schon ein Paradiesvogel, aber

hen? An schlechten Nachrichten im Vorfeld gab es keinen

Drei erfolgreiche Musiker, die völlig verschiedene Vorstel-

gleichzeitig singen und dirigieren? Das war eine aufsehen-

Mangel: Umsatzrückgang und Händlersterben, der Verfall

lungen darüber haben, wie man klassische Musik dem

erregende neue Idee. Obwohl: Der 1697 gestorbene Orga-

am Aktienmarkt und die Kriegsangst … Auch die Teilneh-

Publikum nahe bringen soll: Für John Axelrod liegt der

nist Nicolaus Bruhns hatte eine ähnliche Angewohnheit: Er

merzahlen waren erneut rückläufig – statt 9000 Teilneh-

Schlüssel darin, mit gut gespielter Musik neue Zuhörer zu

begleitete sich selbst beim Violinspiel auf der Orgel!

mer aus 94 Ländern und knapp 4000 Firmen im Jahre

gewinnen, indem man manch alten Zopf abschneidet –

Wer nun „recht hat“ mit seiner Auffassung, ist aber eigent-

2002 kamen 2003 nur 8600 Teilnehmer aus 92 Ländern.

z. B. steife Konzertkleidung und -atmosphäre. Warum nicht

lich nicht so wichtig. Hauptsache, die Klassik-Szene

Die Stimmung war trotzdem überraschend gut – nicht ein-

an ungewöhnlichen Orten spielen, originelle Programme

kommt wieder ein bisschen mehr in Bewegung. Und dafür

mal das ungewöhnlich schlechte Wetter konnte daran et-

anbieten? Nachdem er schon in Amerika sehr erfolgreich

standen die Zeichen gut in Cannes. <<<

was ändern. Wer die Krise bisher überstanden hat, so war

damit war und viele neue Konzertbesucher gewinnen

öfter zu hören, der wird jetzt gestärkt daraus hervor gehen.

konnte, ist er nun auch in Europa angetreten, seine Ideen

A

Juliane Banse András Schiff Songs of Debussy and Mozart

Im Universal Vertrieb

ECM New Series 1772 CD 461 899-2

ECM Records, Postfach 600 331, 81203 München

Juliane Banse, Sopran András Schiff, Klavier

Bach / Webern Ricercar

e

Johann Sebastian Bach Fuga (Ricercata) a 6 voci Orchestriert von Anton Webern Kantate Nr.4 „Christ lag in Todesbanden “ Anton Webern Streichquartett (1905) Fünf Sätze op.5 Christoph Poppen Münchener Kammerorchester The Hilliard Ensemble

ECM New Series 1774 CD 461 912-2 BÜCHER CD DVD VORSCHAU

www.ecmrecords.com


Ein Gespräch mit dem Unternehmensberater Roland Berger Von Tom Reinhold rofessor Dr. h.c. mult. Roland Berger, 65,

finanzierten Musikbetrieb nicht

ist Gründer und Geschäftsführer von

länger verschließen! Die Öffent-

Roland Berger Strategy Consultants, der

liche Hand muss, um einen ge-

größten europäischen Unternehmens-

wissen Grad künstlerischer Frei-

und Strategieberatung. Neben führenden Industrie-

heit zu garantieren, eine Grund-

und Dienstleistungsunternehmen berät er auch öf-

finanzierung gewährleisten,

fentliche und kulturelle Institutionen in allen Fragen

aber ohne Privatengagement ist

der Unternehmensführung Prof. Berger wurde in

ein attraktives Musikleben heute

P

„Wirtschaftliches Denken gilt im Feuilleton als Teufelswerk“

Crescendo: Da sind wir dann bei einem brisanten Thema,

zahlreiche Kuratorien, Beiräte und Kommissionen

nicht mehr finanzierbar.

berufen, z.B. als Mitglied der sogenannten „Rürup-

Crescendo: Sollte die Politik Rahmenbedingungen verän-

mit dem man sich nur unbeliebt machen kann.

Kommission“. Darüber hinaus sponsert er kultu-

dern, um die private Förderung zu erleichtern?

Berger: Man kann sich immer leicht unbeliebt machen,

relle Einrichtungen und fördert gemeinsam mit sei-

Berger: Das ist in der Tat vordringlich. Dazu gehören z. B.

trotzdem hilft oft nur ein nüchterner Blick auf die Tatsa-

ner Frau u.a. das Gustav-Mahler-Jugendorchester

ein neues Stiftungsrecht und eine großzügigere steuerliche

chen! Die Zahl der Vorstellungen hat in Berlin seit der Wie-

(GMJO).

Anerkennung des Sponsorings. Wenn ein großes Unterneh-

dervereinigung um 62% zugenommen, die Zahl der Besu-

men eine kulturelle Veranstaltung unterstützt, darf das

cher aber nur um 8%. Die Häuser sind nicht ausgelastet,

Crescendo: Herr Professor Berger, wie sind Sie darauf ge-

nicht als Hobby des zuständigen Vorstandes gelten! Zum

also stimmen entweder Preis- und Angebotspolitik nicht

kommen, das GMJO zu fördern?

Glück bringt die Finanzverwaltung in Bayern in der Regel

oder es gibt zu hohe Kapazitäten. Möglicherweise muss

Berger: Das ergab sich durch eine langjährige Freund-

etwas mehr Verständnis für die Wirklichkeit auf als die in

Berlin sich eben mit zwei Opernhäusern begnügen. Das

schaft zu Claudio Abbado, der das GMJO ins Leben gerufen

manch anderen Bundesländern …

muss ja nicht zwingend die Vielfalt und erst recht nicht die

hat. Meine Frau und ich unterstützen das Orchester ge-

Crescendo: Sehen Sie als Unternehmensberater denn noch

Qualität des Angebots schmälern.

meinsam. Wir beide lieben klassische Musik sehr, und es

Einsparpotenziale im Kulturbereich?

Crescendo: Wie hoch sind denn die Effizienzsteigerungspo-

ist für uns jedes Mal eine besondere Erfahrung, diese jun-

Berger: Natürlich gibt es hier – wie überall – Verbesse-

tenziale im Kulturbereich insgesamt?

gen Musiker spielen zu hören, aber auch privat zu erleben.

rungsmöglichkeiten. Roland Berger Strategy Consultants

Berger: Zwischen 15 und 30% der Kosten, bei gleicher

Crescendo: Wollen Sie sagen, in welcher Größenordnung

hat diverse Opernhäuser und ähnliche Kulturinstitutionen

künstlerischer Qualität. Aber wirtschaftliches Denken

sich die Förderung bewegt?

analysiert. Es wäre eine Menge Geld zu sparen, vor allem,

gilt ja im Feuilleton als Teufelswerk. Nur: Man darf die

Berger: Wenn Sie die Gelder, die meine Frau einsammelt,

indem man Überkapazitäten reduziert, z. B. im Back-Stage-

wirtschaftlichen Aspekte nicht ausschließen; nicht nur

dazu zählen, investieren wir weit über eine halbe Million

Bereich, durch vorausschauende Planung und indem man

bei den Fixkosten, sondern auch, weil Künstler – zumal

Euro pro Jahr.

Crescendo: Nehmen Sie durch Ihre Förderung irgendwie Einfluss? Können Sie z. B. eigene künstlerische Wünsche äußern?

„Man kann sich immer leicht unbeliebt machen“

Berger: Nein, und auf derartige Forderungen würden Claudio Abbado und das Orchester Gott sei Dank auch nie eingehen. Zum Glück herrschen in dieser Hinsicht noch keine

die Verwaltung verschlankt. Außerdem ist aber auch ein

Stars – garantiert nicht kostenlos auftreten. Was meinen

amerikanischen Verhältnisse! Für die Programm- und Soli-

besseres Marketing nötig, vor allem Preisdifferenzierung.

Sie, wie viel Geld gespart werden könnte, wenn man die

stenauswahl sind Dirigent und Orchestervorstand zustän-

Es gibt eine Menge wohlhabender Menschen, die bereit

künstlerische Planung etwas systematisierte? Warum

dig.

wären, für einen Platz in der ersten Reihe mehr Geld zu

kann beispielsweise ein Bühnenbild nicht drei Wochen

Crescendo: Benötigen wir in Zukunft verstärkt private För-

zahlen als heute; und mehr Jugendliche, die durch günsti-

vor der Premiere erstellt werden? Warum müssen statt

derung?

ge Preise an die Klassik herangeführt werden könnten.

dessen auf den letzten Metern alle Techniker 24 Stun-

Berger: Es ist sicher mehr privates Engagement notwen-

Crescendo: Sie sprachen auch von Überkapazitäten. Wenn

den am Stück arbeiten? Warum sollten wir nicht etwas

dig, wenn wir das Niveau an musikalischer Qualität halten

man sich da eine Stadt wie Berlin ansieht …

mehr Disziplin – auch von den Künstlern – erwarten

wollen. Auch Deutschland kann sich einem semiprivat

Berger: … Mit ihren drei Opernhäusern …

dürfen?

10 crescendo 02 2003

EDITORIAL INHALT THEMA

INTERVIEW

PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU

F O T O : R O L A N D B E R G E R S T R AT E G Y C O N S U LTA N T S

befragt

„Die Klassik hat es besonders schwer”


befragt F O T O : R O L A N D B E R G E R S T R AT E G Y C O N S U LTA N T S

„Immer wieder komme ich auf Bach zurück“

Crescendo: Zur Zeit wird oft von der „Krise“ der Klassik-

genießt breitere Akzeptanz als Schönberg – obwohl beide

Konsumenten leichter, komfortabler und kaum teurer ist,

branche gesprochen. Wo sehen Sie die Gründe dafür?

schon vor 100 Jahren gewirkt haben! Aber natürlich gibt es

Stücke legal zu erwerben, als sie an anderer Stelle

Berger: Es gibt vier wesentliche Gründe: Eine gewisse

auch ein spezifisches Problem der Musikbranche an sich.

mühsam selbst zu reproduzieren, werden kommerzielle

Sättigung des Marktes, eine nur begrenzte Möglichkeit,

Der CD-Umsatz ist im letzten Jahr um 10% gesunken. Die

Angebote auf Dauer Erfolg haben.

Stars und Innovationen zu lancieren, dann die allgemeine

Urheberrechtsverletzungen durch Raubkopien verursachen

Crescendo: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage:

Konsumflaute und schließlich fehlende Geschäftsmodelle

allein in Deutschland einen Schaden von etwa 3,2 Milliar-

Wer ist Ihr Lieblingskomponist?

im Umgang mit den neuen Technologien.

den Euro pro Jahr, Tendenz steigend. Inzwischen werden

Berger: Das zu beantworten fällt mir schwer. Bach ist un-

Crescendo: Das trifft natürlich die gesamte Musikbranche. Berger: Ja, aber die Klassik hat es besonders schwer. Das

mehr CD-Rohlinge verkauft als bespielte CDs!

übertroffen, natürlich sind auch Beethoven und Mozart

Crescendo: Welche Konsequenzen muss die Musik-Indu-

einzigartig. Ich höre aber auch gerne Musik von Nono, Rihm

Repertoire ist begrenzt und bietet nur Raum für relativ

strie daraus ziehen?

oder Schönberg. Hindemiths Cardillac ist eine wunderschöne

wenige Stars. Wie viele Einspielungen einer Beethoven-

Berger: Sie sollte den Online-Vertrieb selbst ausbauen und

Oper … Aber dennoch: Immer wieder komme ich auf Bach

Symphonie haben Sie zu Hause? Vielleicht einen Furtwäng-

damit gestalten. Sie muss sich von den illegalen Tausch-

zurück, wegen seiner wunderbaren Mischung aus Struktur

ler, einen Karajan, einen Abbado und einen Rattle, das

börsen positiv abgrenzen – beispielsweise über die

und Musikalität, wegen seiner Kreativität und Vielfalt. Es ist

war's. Und die zeitgenössische E-Musik hat einen weitaus

Qualität der Musikdateien, die Geschwindigkeit des Down-

bewundernswert, wie seine Musik gleichzeitig Melodie,

schwereren Stand als z.B. die moderne Malerei. Picasso

loads oder den Umfang des Archivs. Nur wenn es für die

Ordnung, Emotionalität und Religiosität vermittelt! <<<

FACETTEN EINER LEGENDE

Montserrat Caballé auf Tour:

Eine Diva mit großem Herzen und großer Stimme: Montserrat Caballé ist eine Legende, und die Legende ist lebendiger denn je. Auf ihrer neuen CD, die pünktlich zu ihrem runden Geburtstag erscheint, widmet sich die Caballé nun einer ganz besonderen Herzensangelegenheit: Songs of the Spanish Renaissance Vol. 1, das sind ausgewählte musikalische Kleinode des 16. Jahrhunderts, einfühlsam interpretiert und von Manuel Cubedo an der Renaissance-Gitarre begleitet. „Eine einzigartige Gelegenheit, den Wurzeln der spanischen Musik nachzuspüren“ (Montserrat Caballé).

9.4. 12.4. 14.4. 16.4. 2.5. 4.5. 7.5. 10.5. 13.5. 17.5. 25.5. 29.5.

Bremen Hamburg Kiel München Zürich Genf Berlin Basel Nürnberg Düsseldorf Freiburg Saarbrücken

CD 74321 75858 2 Bereits erschienen:

www.bmgclassics.de

Viva la Diva: Die größten Pophits der Montserrat Caballé CD 74321 95468 2

Die

Only Caballé: Die größten Opernhits der Montserrat Caballé 2CD 74321 92535 2

Klassik-CD-Bestsellerliste ab jetzt bei Ihrem Händler und samstags ab 16.00 Uhr zu hören bei


besucht Die Pianistin Joanna MacGregor Von Arnt Cobbers

Kurze Infotexte, auch BU’s genannt, finden hier Platz. And in such a way that the

FOTO: ENJA RECORDS

Unkonventionell Hungrig nach Musik: Joanna MacGregor

s beginnt mit einem furiosen Tanz à la Bartók

Energie, Leidenschaft und großer Virtuosität, sie ist auch

Schon die erste ihrer 15 CDs für das Label Collins, die

dann folgen ein Tango, ein Stück von William Byrd

außerhalb des Konzertsaals risikofreudig. So hat sie vor

demnächst bei SoundCircus neu erscheinen, zeigte eine

und ein Klanggemälde György Ligetis. Und bevor

einigen Jahren ihre eigene CD-Firma gegründet, Sound-

ungewöhnliche Mischung aus Ives, Copland, Thelonious

Joanna MacGregors neueste CD mit einer

Circus, die in Deutschland vom Münchner Label enja ver-

Monk und Errol Garner, und diesen Weg ist MacGregor kon-

eigenen Komposition endet, wird der Hörer durch die ver-

treten wird – für klassische Musiker ein ungewöhnliches

sequent weitergegangen. Sie komponiert, dirigiert, hat ein

blüffendsten Wechselbäder geschickt, in denen Dowland

Unterfangen.

Kammermusikfestival in Irland gegründet und spielt auf der

E

und Bach ebenso vertreten sind wie Cage, Nancarrow und Gamelanmusik.

Ein ungewöhnliches Programm? Nicht für Joanna

Das Unkonventionelle liegt ihr wohl im Blut: Ihre Mutter unterrichtete sie nicht nur im Klavierspiel, sondern

Bühne Konzerte von Mozart oder Ligeti ebenso gern wie die Goldbergvariationen.

auch in allen anderen Fächern. Sie wuchs mit Gospelmusik

„Die Programme des 18. und 19. Jahrhunderts waren

MacGregor. „Für mich ist das alles miteinander verbunden.

auf und entwickelte früh ihre Liebe für Blues und Jazz.

sehr gemischt. Erst in den letzten 100 Jahren hat man al-

Wenn ich eine Woche lang Mozart spiele, möchte ich in der

Eigentlich wollte sie Komponistin werden – und merkte

les in einzelne Schubladen gesteckt. Ich denke, die Mu-

nächsten Woche mit einem zeitgenössischen Komponisten

dann, dass sie viel lieber den ganzen Tag am Klavier sitzt.

sikszene wird sich wieder zu dieser Offenheit zurückbewe-

zusammenarbeiten. Ich versuche immer, die Balance zu

„Ich habe wie verrückt gespielt und gelernt, zwölf Stunden

gen, das Publikum wird die Änderungen erzwingen. Das

halten.“ Und auf die Frage, ob es für sie denn keine Gren-

am Tag, zwei Beethoven-Sonaten pro Woche, ich habe al-

Problem ist, dass viele im Musikgeschäft noch immer mei-

zen gibt, lacht die Britin: „Hmm, ich bin sicher, es gibt sie.

les gefressen. Mein Lehrer sagte, er hätte nie jemanden

nen, wir könnten ewig so weitermachen.“ <<<

Ich weiß, es wirkt, als würde ich alles machen, aber das

getroffen, der so hungrig nach Musik war wie ich“, sagt sie

stimmt nicht. Ich wähle ziemlich sorgfältig aus, was ich wie

und lacht. An der Akademie lernte sie das Repertoire von

zusammenstelle.“

Bach bis Prokofjew, durch Freunde zeitgenössische Werke

Die Dame mit den Rastalocken, die im Gespräch gar nicht extravagant oder „schrill“ wirkt, spielt nicht nur mit

12 crescendo 02 2003

und Komponisten kennen. „Mit 22 dachte ich, ok, jetzt

AKTUELLE CD

werde ich Pianistin, aber ich werde viel mit Komponisten

Joanna MacGregor:Play.

zusammenarbeiten. Das war schon immer mein Anliegen.“

SoundCircus SC007/enja

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW

PORTRAIT

PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU


gesucht

Das DasCrescendoCrescendo-Rätsel Rätsel >Antwort gesucht!

COMING SOON

Brauchen wir noch eine

>Gesucht...

Matthäuspassion? Diese

Am Karfreitag 1727 wurde die Matthäus-

schon. Denn sie setzt

passion in der Thomaskirche zu Leipzig ur-

nicht nur kompromiss-

aufgeführt. In den Folgejahren ist sie noch

los darauf, die Absicht

einige Male unter Bachs Leitung gespielt

Bachs umzusetzen: die Botschaft des

worden, nach seinem Tod jedoch in Ver-

Matthäusevangeliums verständlich zu ma-

gessenheit geraten. Gut ein Jahrhundert

chen. Es gelingt ihr gleichzeitig, so vielen

hat es gedauert, bevor das Werk wieder-

verborgenen Tiefen in Bachs Musik nach-

entdeckt wurde und die Musik Bachs ihren

zuspüren, dass überraschend viele Passa-

Siegeszug antreten konnte. Daher ist es

gen in ganz neuem Licht erscheinen. Dass

durchaus angebracht, von einer zweiten

KlangVerwaltung, Chorgemeinschaft Neu-

Uraufführung zu sprechen. Wir möchten in

beuern und die Solisten mit einem überra-

diesem Monat von Ihnen wissen, wer sie

genden Evangelisten ausgezeichnet musi-

geleitet hat: ein namhafter Komponist, von

zieren, wird angesichts dieser spannenden

Goethe mit väterlichem Wohlwollen be-

und auch kontroversen Deutung der Parti-

dacht, stand am 11. März 1829 am Pult

tur fast zur Nebensache. Wer sich für

der Berliner Singakademie. Wenn Sie die

Bachs Musik interessiert, muss sich diese

Lösung wissen, dann schreiben Sie eine

Aufnahme anhören!

Postkarte an:

KH

J. S. Bach: Matthäuspassion

Port Media,Team Crescendo

Ullmann, Mertens, Korondi, Vondung,

Senefelderstr. 14, 80336 München

Güra, Begemann, Chorgemeinschaft

Fax: (089) 741509-11

Neubeuern, Tölzer Knabenchor, Orchester

email: crescendo@portmedia.de

der KlangVerwaltung: Guttenberg 2002.

Einsendeschluss ist der 17. April 2003

Farao B 108 035

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

MURRAY PERAHIA DIE NEUE CD

>Gefunden: Das war eine ziemlich schwere Frage beim letzten Mal! Ein Komponist, der 1750 geboren wurde und 1810 starb. Die Redaktion hatte einen obskuren Treffer gelandet: Wenzel Dussek, Organist und Komponist in Olmütz. Einer unserer Leser fand einen ebenso obskuren: Johann Ulrich Xaver Bach, Enkel von Johann Ernst Bach … Die Alternativantwort Antonio Salieri – Johann Strauß Vater – Johann Strauß Sohn wussten dafür sehr viele von Ihnen.

>Unsere Gewinner: Eine CD – Johann Sebastian Bach inspire Frédéric Chopin mit Jean Goverts (divox) – haben gewonnen: Gerhard Pilzer aus Köln, Jakob Hellinger aus Beratzhausen, Kerstin Sauer aus Großerkmannsdorf, Margret Deichmann aus Schwerin, Manfred Karasek aus München, Didier Lautert aus Mannheim, Siegfried Gorski aus Hannover, Danuta Hauschild aus Nürnberg, Cornelia Kukies aus Gelsenkirchen und Brigitte Dithmar aus Kassel.

13

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL

RÄTSEL

REISE

Mehr unter www.sonyclassical.de/perahia


gesehen

Neuheiten AGPL –

AGPL 1007

Kurz und Knapp Ein knapper Rückblick auf Opernpremieren und Festivals der letzten zwei Monate

CAMPANELLA –

C 130 137

Das Theater Augsburg hat sich mit Don Quichotte einfühlsam an eine Rarität gewagt. Die gemäßigt moderne Musiksprache Massenets bedient in ihrer Ausgewogenheit sicher nicht die Erwartungen an avantgardistische Ecken und Kanten – aber dafür geht die treffliche Besetzung um so feinfühliger mit der Handlung in ihrer wohlbalancierten Mischung aus Komik, Emotion und Dramatik um. Das Orchester meistert leichtfüßig Herausforderungen wie die ungewöhnlich große Besetzung oder den Einsatz von Kastagnetten. DZi

>1 LUDWIG VAN BEETHOVEN Klaviersonate Nr.6 F-Dur op.10 / 2 Klaviersonate Nr.29 B-Dur op.106 Nikolai Demidenko, Klavier

LINN –

ESSENTIAL - 20 JAHRE ENSEMBLE WIEN BERLIN WOLFGANG AMADEUS MOZART Arnold Schönberg Ensemble Wien Berlin

GIMELL –

CKD 195

FOTO: LIOBA SCHÖNECK

Wenn ein Christian Thielemann – was selten genug der Fall ist – zur Verfügung steht, werden WagnerAufführungen zur Pflicht, nein, zum Ereignis.Wie bei den Wagner-Wochen an der Deutschen Oper Berlin. Ob hohe Violinen im Lohengrin oder dunkle Streicher in Tristan und Isolde, das Orchester der Deutschen Oper in seiner Gesamtheit oder ein jedes Einzelinstrument, alles erklingt mit unwiderstehlicher Opulenz, getragen vom großen Atem eines Musikers, der mit Wagners Wonnen zu narkotisieren weiß. BK

>2

GIM 0038

F OTO : S U S E S H B OYAT / D G

HEINRICH IGNAZ FRANZ VON BIBER Virtuoso in the Making Ricordo

NICOLAS GOMBERT Magnificats 5-8 The Tallis Scholars Peter Phillips

PENTATONE –

CAMERATA –

PTC 5186015

Eine interessante Aufführung von Webers Freischütz bietet die Chemnitzer Oper: nicht deutsche National-Oper, sondern eine allgemeiner um Gut und Böse streitende. Kein deutscher Wald durchrauscht die Inszenierung, die Bäume sind gefällt und gestapelt, auch beim Försterhaus Kunos (Bühnenbild: Hans Dieter Schaal). Und so bemühte sich auch Niksa Bareza mit seinem Orchester weniger um musikalisierte Naturbilder als um dramatische Expression, die vor allem Jürgen Freier als Kaspar voll ausspielte. FS

>3

CM 0555 FOTO: DIETER WUSCHANSKI

Glückliches Gelsenkirchen! Mit einem Gast und dem hauseigenen Ensemble Rossinis melodienselige und koloraturengespickte Oper Die Reise nach Reims in allen 14(!) Rollen so gut besetzen zu können, spricht deutlich für die Qualität des Hauses. Aber es wird nicht nur großartig gesungen, sondern auch agiert: Die Nichthandlung des Meisterwerks in geschmackvollen Bildern so unterhaltsam auf die Bretter zu bringen, dazu gehört schon was! Sophie Cosima Osthoff weiß mit der Neuen Philharmonie Westfalen genau das trockene Brio, das Rossinis Musik benötigt, zu treffen. MF

>4

FRANZ SCHMIDT Sinfonie Nr. 4 Orchestermusik aus Notre Dame Niederländisches Philharmonie Orchester Amsterdam Yakov Kreizberg

SIGISMUND NEUKOMM Messe de Requiem Edith Mathis, Sopran Ernst Haefliger, Tenor Claudio Brizi, Orgel Kusatsu Academy Chorus Festival Brass Ensemble Jörg Ewald Dähler

Deutschland Landsberger Strasse 492 81241 München +49 (0)89 82 00 02 34 +49 (0)89 82 00 00 93 fax infode@codaex.com

FOTO: MEYER-FINKES

Der mutige Spielplan des Stadttheaters Gießen macht uns diesmal mit der Oper Antigone des GluckZeitgenossen Tommaso Traetta bekannt. Das Werk lässt sich hervorragend auch mit einem kleinen Ensemble besetzen, was in Gießen bewiesen wird. Unter der stilvollen Leitung von Peter Kuhn wird jeder seiner durchaus anspruchsvollen Rolle gerecht. Zu dem sehr feurigen Spiel des Orchesters entwickelt der Regisseur Bruno Klimek sehr energiegeladene, dynamische Bilder eng an der antiken Vorlage. MF

>5

FOTO: MERIT ESTHER ENGELKE

14 crescendo 02 2003

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW PORTRAIT


> 1 Augsburg > 2 Berlin > 3 Chemnitz > 4 Gelsenkirchen > 5 Gießen

> 6 Hagen > 7 Hannover > 8 Mannheim > 9 Quedlinburg > 10 Stuttgart

Gewandhauskapellmeister Herbert Blomstedt 3./4. April 2003 Gewandhausorchester · Riccardo Chailly · Gustav Mahler, 7. Sinfonie e-Moll 10./11. April 2003 Gewandhausorchester · Hugh Wolff · Frank-Michael Erben, Violine · Joseph Haydn, 96. Sinfonie D-Dur Hob. I:96 („The Miracle“) · Ralph

Seine europäische Uraufführung erlebte A View from the Bridge in Hagen. In William Bolcoms kalkuliertem Wechsel von Sprechgesang, Arien und Ensembles zeigt das Hagener Ensemble erstaunliche Qualitäten mit bemerkenswertem solistischem Selbstbewusstsein. Das Philharmonische Orchester holt unter Georg Fritzsch aus Bolcoms Partitur das Mögliche, präsentiert klangreiches Blech, gefühlvolle Streicher. Robert Tannenbaums Regiekonzept betont die Ausweglosigkeit der handelnden Personen. RS

>6

Vaughan Williams, Romanze für Violine und Orchester „The Lark ascending” · William Walton, 1. Sinfonie 24./25. April 2003 Gewandhausorchester · Sir Andrew Davis · Midori, Violine · Frederick Delius, The Walk to The Paradise Garden aus der Oper „Romeo und Julia auf dem Dorfe” · Edward Elgar, Konzert für Violine und Orchester h-Moll op. 61 · Witold Lutoslawski, Konzert für Orchester 1./2. Mai 2003 Gewandhausorchester · Asher Fisch, Dirigent und Klavier · John Roderick MacDonald, Trompete · George Antheil,

FOTO: OLAF STRUCK

A Jazz Symphony · Bernd Alois Zimmermann, „Nobody knows de trouble I see”, Konzert für Trompete in C und Orchester · Leonard Bernstein, Sinfonische Tänze aus „West Side Story” · George Gersh-

Mozarts La finta giardiniera ist ein subtiles Spiel mit den Konventionen der Gattung Oper. Matthias Schönfeldt gelingt es an der Staatsoper Hannover, mit einer rasant aufgefrischten Inszenierung, Mozarts hausbacken anmutende Verwechslungskomödie als das auf die Bühne zu bringen, was sie ist: ein kühnes karnevaleskes Experiment. Mihkel Kütson führt das Staatsorchester mit leichter Hand, und gesungen wird ebenso vortrefflich. Indes stiehlt Kuh Donate allen Protagonisten die Schau – der helle Rinderwahnsinn. AW

>7

win, Ein Amerikaner in Paris · Boris Blacher, Concertante Musik für Orchester op. 10 · George Gershwin, Rhapsody in Blue 8./9. Mai 2003 Gewandhausorchester · Jonathan Nott · Michael Schönheit, Orgel · Joseph Haydn, 88. Sinfonie G-Dur Hob. I:88 · Paul Hindemith, Konzert für Orgel und Orchester · György Ligeti, Atmosphères · Edward Elgar, Variationen „Enigma”op. 36 15./16. Mai 2003 Gewandhausorchester · Herbert Blomstedt Katalin Halmai, Mezzosopran · Wolfgang Amadeus Mozart, Sinfonie

FOTO: EBERHARD FRANKE

C-Dur KV 551 („Jupiter”) · Hans Sommer, Drei Orchesterlieder nach Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe · Richard Strauss, Ein Heldenleben op. 40 22./23. Mai 2003 Gewandhausorchester ·

Ganz Russland ist in Philipp Himmelmanns BorisGodunow-Inszenierung für das Mannheimer Nationaltheater ein einziger zugemüllter Bunker. Nur eine Treppe führt nach oben, wo Licht und Macht glänzen. Das russische Volk bleibt immer unten, egal wie der gerade amtierende Herrscher heißt. So ist das Bühnenbild von Johannes Leiacker der eigentliche Hauptdarsteller. Immerhin gönnt sich das Nationaltheater eine Riege hervorragender Sänger, das Orchester spielt unter Adam Fischer solide die farbenreiche Partitur Mussorgskis. NL

>8

Herbert Blomstedt · Pieter Wispelwey, Violoncello · Felix Mendelssohn Bartholdy, Konzertouvertüre „Ein Sommernachtstraum“ op. 21 · Robert Schumann, Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 · Hector Berlioz, Symphonie fantastique op. 14 29./30 Mai 2003 Gewandhausorchester · MDR Rundfunkchor · Herbert Blomstedt · Claudia Barainsky, Sopran · Siri Torjesen, Sopran · Sara Olsson, Sopran · Malena Ernman, Mezzo-Sopran · Lilli Paasikivi, Mezzo-Sopran · Sven-David Sandström, High Mass 19./20. Juni 2003 Gewandhausorchester ·

FOTO: HANS-JÖRG MICHEL

Herbert Blomstedt · Ludwig van Beethoven, 1. Sinfonie C-Dur op. 21, Ouvertüre. Adagio - Allegro molto con brio Nr. 5 Adagio, Nr. 16 Finale. Allegretto, aus: „Die Geschöpfe des Prometheus“ op. 43 und 8. Sinfonie

60 Jahre nach der Entstehung im KZ Theresienstadt hat Viktor Ullmanns Meisterwerk Der Kaiser von Atlantis endlich seinen Platz im Repertoire gefunden. Mit seiner kleinen Besetzung ist er auch für kleine Häuser geeignet, sofern sie zwei Tenöre haben. In Quedlinburg übernahm X. Han beide Partien und verfehlte sie stilistisch, denn er sang Soldat und Harlekin wie ein mäßiger DonizettiTenor. Sehr gut war allein A. Jören als Kaiser. Das simple Regiekonzept, eine kalte, destruktive Sphäre einer gefühlvollen gegenüberzustellen, wurde Ullmann nicht gerecht. PSa

>9

F-Dur op. 93 26./27. Juni 2003 Gewandhausorchester · Herbert Blomstedt · Gustav Mahler, 6. Sinfonie a- Moll („Tragische“)

FOTO: NORDHARZER STÄDTEBUNDTHEATER

Es hätte ein kurzweiliger Opernabend werden können mit Händels Giulio Cesare in Egitto, den Martin Kusej in Stuttgart als Spurensuche von Alltagstouristen in und um einen sich ständig drehenden schwarzen Kubus inszeniert. Doch Raymond Leppards musikalische Spurensuche mit dem Staatsorchester bleibt flach und konturlos. Da können sich Helene Schneiderman (Cäsar), Catriona Smith (Kleopatra) und die furiose Claudia Mahnke (Sextus) noch so sehr ins Zeug legen. Leppards SeniorenHändel lässt die Aufführung alt aussehen. DZe

>10

03 41/12 70-280

Ja, bitte senden Sie mir das Jahresprogramm für die Saison 2003/2004 mit über 180 Konzerten im Gewandhaus zu Leipzig.

Name, Vorname

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Coupon bitte zurücksenden an: Gewandhaus zu Leipzig · Marketing und Kommunikation · Augustusplatz 8 · 04109 Leipzig

RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU

15

w w w . g e w crescendo a n d h 01a 2003 u s . d e


am Rande Matthias Foremny wird zur Spielzeit 2003/04 als

Bericht aus Berlin

Verführt und entlarvt

Die Staatsoper sorgte mit einer Übernahme aus Innsbruck und Montpellier für den einsamen Höhepunkt des Berliner Opernjanuars: Händels Rinaldo, die Geschichte der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzritter, entfachte einen selten erlebten Krieg der Buhs und Bravi unter den Premierengästen.

Im 26. Jahr ihres Bestehens haben sich die Karlsruher Händel-Festspiele nicht nur gegen die Konkurrenz in Halle und Göttingen zu behaupten, sondern gegen die Händel-Euphorie allerorten.

Nachfolger von Ivan Törzs neuer GMD des Mecklenburgischen Staatstheaters. Der 30-Jährige, der in Münster geboren wurde und in Detmold und Wien studierte, ist seit 2000 als Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin engagiert. Dirigier-Altmeister Klaus Weise wird im Sommer 2004 Roger Epple als GMD am Opernhaus Halle nachfolgen. Weise war Chefdirigent der Oper Bern und GMD in Freiburg/Breisgau, Kiel und Dortmund. 1990-97 leitete er die Oper und das Orchestre Philharmonique in Nizza, anschließend für drei Jahre das Königliche Sinfonie Orchester in Sevilla. Am 15. April endet die Anmeldefrist für den Förderpreiswettbewerb der Konzertgesellschaft München FOTO: JACQUELINE KRAUSE-BURBERG

e.V. im Fach Historische Aufführungspraxis. Semisie finden am 13./14. Mai im Studio 2 des Bayer-

GRUPO CORPO, FOTO: PADERNEIRAS

ischen Rundfunks statt.

FOTO: MONIKA RITTERSHAUS

finale und Finale des Wettbewerbs sind öffentlich –

Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn … Silvia Tro Santafé im Berliner Rinaldo

Das Regieteam Nigel Lowery/Amir Hosseinpour macht aus

Andrea Chudale (Fortuna, links) und Janja Vuletic (Leocasta) im Karlsruher Giustino

Die beiden Lösungen, die Achim Thorwald mit Peer

der Geschichte einen Trash-Kitsch-Abend voll absurder,

Boysens Inszenierung des Giustino und Ulrich Peters Ver-

aber zielgenau treffender Gags. Den einen war‘s dem

such der szenischen deutschen Erstaufführung des Lucio

Ernst der Lage nicht angemessen, die anderen sahen

Cornelio Silla vorschlug, lassen keine ernsthaften Zweifel

gerade darin die Stärke: Krieg ist nicht heroisch, sondern

zu, in welche Richtung es gehen muss. Thorwald hat die

Zu einem Tanzfestival im Kraftwerk (25. April bis

sinnlos – darum: Wehret den Anfängen! Die musikalische

Händel-Rezeption nicht neu aufgewickelt, sondern eine

18. Mai) lädt die Autostadt Wolfsburg ein. Zu sehen

Seite rief einhellige Begeisterung hervor. René Jacobs und

Wiesbadener Erfolgsgeschichte nach Karlsruhe trans-

sind das Dance Theatre of Harlem, die Compania

das Freiburger Barockorchester musizierten luftig-

feriert, doch das darf in diesem Fall nicht stören. Denn

Nacional de Danza, das Legend Lin Dance Theatre

beschwingt, die herbtimbrierten Silvia Tro Santafé als

Boysen geht mit Händels später komischer Oper derart

und der Grupo Corpo.

Rinaldo, Miah Person als Almirena und Noemi Nadelmann

intelligent und mit so viel Gespür für die Strukturen

als Armida strahlten im ausnahmslos exquisiten Sänger-

barocker Musikunterhaltung um, dass die 3 3/4 Stunden

Eine Ausstellung mit Briefen und Autographen Gustav

ensemble am hellsten. Was gab‘s noch? Eine flott musi-

wie im Fluge vergehen. Michael Hofstetter verführt die

Mahlers zeigt die Bayerische Staatsbibliothek vom

zierte (Akademie für Alte Musik unter Marcus Creed),

Badische Staatskapelle zu nie geahnten Händel-Wundern

21. März bis 11. Mai. Zu sehen sind u.a. die eigenhän-

schön bebilderte halbszenische Acis und Galatea (Regie

und er verführt die Sänger: den Staunen erregenden

dige Partitur der 8. sowie bisher unbekannte Auto-

Jenny Erpenbeck), eine gelungene Kinderoper im Foyer

Sopranisten Robert Crowe als Anastasio, den lyrisch

graphen zur 4. und 10. Sinfnie. Der Eintritt ist frei!

der Deutschen Oper: Grigori Frids Tagebuch der Anne

bewegenden Kai Wessel als Giustino sowie Charles Maxwell,

Frank (mit Raquela Sheeran als Idealbesetzung), die reich-

der als Amanzio das Trio der Countertenöre vervollständigt.

Zum dritten Mal erhält die Jenaer Philharmonie die

lich aktionistische, aber belanglose Berliner Erstauf-

Ein ähnlicher Coup gelingt dem Regie führenden Augsbur-

Auszeichnung für das „Beste Konzertprogramm der

führung von Bruno Madernas Satyricon (durch die Neue

ger Intendanten Ulrich Peters mit dem frühen Lucio

Saison“, die vom Deutschen Musikverlegerverband

Opernbühne Berlin in der Staatsbank). Und die Neuköll-

Cornelio Silla nicht. Corbusier-Sessel, elegante Anzüge

vergeben wird.

ner Oper darf Mischa Spoliankys/Marcellus Schiffers

und Pistolen hätte keine Zensur als Mafiathriller durchge-

Kaufhaus-Revue Es liegt in der Luft nicht mehr spielen.

hen lassen. Der modernistische Ansatz, der sich in seiner

Schlechte Nachrichten: Die Deutsche Oper Berlin

Spolianskys Tochter und der Bühnenverlag fanden die

Beliebigkeit auf jede Oper übertragen lässt, entlarvt sich

muss aus finanziellen Gründen ihre Zeitschrift o-ton

durchgreifende Neufassung wohl nicht so gelungen. Ich ehr-

als provinzielle Hilflosigkeit. Darunter, und wahrscheinlich

einstellen. Und der Bundesverband der Phono-

lich gesagt auch nicht, aber muss es gleich ein Verbot sein?

auch unter dem schwachen Stück, leiden Andreas Spering

graphischen Wirtschaft meldet einen Umsatzrück-

Nun spielen die Neuköllner eben eine komplette Neufassung

und die Deutschen Händel-Solisten sowie das artig

gang um 11,3 % auf dem Tonträgermarkt 2002.

mit dem Titel: „Es fliegt was in die Luft”.

16 crescendo 02 2003

Arnt Cobbers

agierende Ensemble.

INTERVIEW PORTRAIT

Reiner Knäbel

PREMIERENSPIEGEL


Laue Erlösung

Opernrundschau im Nordwesten

Im letzten Teil der Tetralogie begleiten wir David Alden in Richard Wagners Götterdämmerung in München erneut auf seinem Road Movie durch ein banal bebildertes Billig-Comic Tableau,gespickt mit allerlei Fundusfirlefanz.

Die Regisseurinnen sind im Kommen – auch an der Waterkant.Drei inszenierende Frauen stellten sich in Kiel,in Hamburg und in Oldenburg fast zeitgleich dem Publikum. Und immerhin zwei von ihnen konnten einen überragenden Erfolg verbuchen.

„Das Hören neu herausfordern!“

Beethoven entdecken! n

Sir Roger Norringto

FOTO: JOACHIM THODE

FOTO: WILFRIED HÖSL

CD Nr. 93.088 Ludwig von Beethoven Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125

„Ihr listigen Frauen, lasst das sein.“ Margarita de Arellano (Woglinde) und Stig Anderson (Siegfried)

Camilla Nylund, Sopran Iris Vermillion, Alt Jonas Kaufmann, Tenor Franz-Josef Selig, Bass Gächinger Kantorei Stuttgart Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR Leitung: Sir Roger Norrington Was willst Du mit der Geige, sprich … Thomas J. Mayer als Meister Florian

Lediglich Mascha Pörzgens Oldenburger Rigoletto hatte etliche szenische Durchhänger, die zum Teil noch die Un-

Siegfried bricht nach kurzem Schlafanzugwechsel auf, er-

erfahrenheit der Anfängerin verrieten. Haushoch überlegen

reicht bald karnevalistisch reich geschmückt die verdrieß-

war ihr GMD Alexander Rumpf mit einer musikalisch fein

lichen Gibichungen, während die kettenrauchende Brünn-

ausgehörten Interpretation, die den Rumtata-Verdi ins

hilde permanent ihre Erinnerungen in eine Schreibmaschi-

Reich der Legende verwies. Gesanglich trumpfte Hannu

ne hinein hämmert. Nach gut viereinhalb Stunden ist sie

Niemelä auf mit seinem kraftvollen Titelhelden.

dann in der Schlussapotheose zur gestörten Selbstmörde-

Karoline Grubers Hamburger L’Incoronazione di Poppea

rin mutiert, die ihre Papiere in einem bescheidenen Feuer-

hatte da einen ungleich konzentrierteren Zugriff: Kein de-

chen verbrennt und sich anschließend die Pulsadern auf-

koratives Barock – gnadenlose Gegenwart war angesagt.

schlitzt. Der Saal des Festspielhauses erscheint, und aus

Verstörende Bilder einer grellen Umwelt, die Monteverdis

Walhalla züngeln einzelne Flämmchen. Der erlösende Wel-

farbenreicher Partitur eine flirrende Optik entgegensetz-

tenbrand bleibt aus, es gibt keine Hoffnung, keinen Neu-

ten. Temperamentvoll Alessandro di Marchis Dirigat der

beginn. Nur riesige weiße Ratten bevölkern die Szenerie.

von ihm gekonnt erarbeiteten „Hamburger Fassung” des

Die Entdeckung des Abends ist Juha Uusitalo als aus-

Werks. Gesanglicher Primus inter Pares: der ausgeflippt-

drucksstarker, kraftvoller Gunther. Matti Salminen als Ha-

hysterische Nero des stimmlich wie körperlich ungemein

gen, Stig Andersen als Siegfried sowie Gabriele Schnaut

agilen polnischen Countertenors Jacek Laszczkowski.

als Brünnhilde meistern Ihre Partien professionell, routi-

Kiel schließlich überraschte mit einer Rarität: Franz Schre-

niert. Zubin Mehtas Einstudierung merkt man deutlich an,

kers seit 1913 nicht mehr aufgeführte Urfassung von Das

welche Passagen bewusst akkurat einstudiert wurden und

Spielwerk und die Prinzessin erwies sich als spannendes,

welche nicht. Insgesamt wird sehr ordentlich musiziert,

überlebensfähiges Werk, dank einer fantasievollen Insze-

das bestürzende Hintreiben auf den Untergang wird je-

nierung durch Operndirektorin Kirsten Harms und dem mit

doch nicht immer spürbar. Am Ende war die Brandlast für

traumwandlerischer Sicherheit agierenden Orchester un-

eine reinigende, veritable Feuersbrunst vermutlich nicht

ter Ulrich Windfuhr. Mit dieser Produktion hat Kiel seinen

ausreichend. Ein mutiges Verfeuern der Kulissen und

dreiteiligen Zyklus mit unbekannten Opern des Wiener

diversen Requisitentrödels hätte sicherlich genügt, einen

Komponisten auf hohem Niveau erfolgreich abgeschlos-

durchschnittlichen Weltenbrand anzuschüren. Peter Sarkar

sen. Eine bravouröse Leistung.

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Gerhart Asche

crescendo 02 2003 17

CD Nr. 93.087 Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93 Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR Leitung: Sir Roger Norrington

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NRW-Rundschau Das Ancien Régime tanzt Swing Im Westen nichts Neues? Doch.Jede Menge.Kurz und knapp berichtet Jens Mail in jedem Crescendo über die wichtigsten Opernpremieren im größten deutschen Ballungsgebiet. Dieses Mal hat Mönchengladbach die Nase vorn.

Rihms Oedipus in Mönchengladbach

Nach Köln führt nun auch Düsseldorf Cavalleria/Pagliacci (Mascagni/Leoncavallo) im Spielplan: kaum mehr als

F OTO : H AY M A N N

FOTO: MATTHIAS STUTTE

Brüchig ist nicht nur die Gesellschaft des Ancien Régime, brüchig ist auch das Eis, auf das sich das norwegische Autorenduo Gisle Kverndokk und Oystein Wiik mit seinem jüngsten Musical, Gefährliche Liebschaften, begab. Es wurde nun in Pforzheim uraufgeführt.

Marquise ohne Contenance: Lilian Hynen

Repertoirefutter. Die beiden veristischen Einakter lässt Christof Loy auf einem großstädtisch dimensionierten

Regelmäßig und nicht ohne Erfolg kümmert man sich in

Dorfplatz spielen: Cavalleria ohne archetypische Wucht,

Pforzheim um alte und neue Musical-Hits. Doch besonders

Pagliacci mit szenischer Ausweitung in den Zuschauer-

stolz kann der neue Intendant Georg Köhl, der so erfolg-

raum. Mal zu wenig, mal zu viel gewollt. Dirigent John

reich mit einer selbst inszenierten Traviata gestartet war,

Fiore ist nicht in Bestform.

nicht auf dieses Stück sein, das klingt, als sei es im Zu-

In Aachen bebildert Intendant Paul Esterhazy Webers

fallsgenerator eines Musikcomputers entstanden. Um die

Freischütz historisch pittoresk. Dafür lässt Barbara Beyer

perfide Liebesintrige auf die Bühne zu hieven, haben die

Händels Xerxes samt Gefolge in unsere rockgeprägte Ge-

Autoren lange Textsequenzen eingebaut, die der Regie-

genwart eintauchen. Die probate Idee wird leider so sehr

neuling Philipp Kochheim dazu nutzt, der Provinz zu zei-

in die Länge gezogen, dass der Verzweiflungsgestus am

gen, wie man großes Musical inszeniert. Heraus kam eine

Ende nicht mehr verfängt. Die Sänger (musikalisch

aufgeblähte, überfrachtete Hochschulaufführung, die in

animiert von Jeremy Hulin) scheinen mit ihren herausfor-

vielen Ansätzen stecken bleibt und die Darsteller zu Mario-

dernden Aufgaben freilich zu sympathisieren.

netten degradiert – vielleicht im Sinn des Romans nicht

Bonn befindet sich in einer Regie-Pechsträhne, aktuell mit

ganz ungewollt. Die Musik, die zu einem Ohr rein und zum

Straussens Ariadne, die auf der von realem Wasser umge-

anderen rausgeht und von Georgios Vranos lautstark in

benen Insel Naxos trauert. In dieses Wasser fällt letztlich

den kleinen Zuschauerraum gestoßen wurde, rafft sich im

die uninspirierte Inszenierung von Kurt Horres.

zweiten Teil zu altmodischer Fasslichkeit auf und verhilft

Sohn Gregor hat in Mönchengladbach Wolfgang Rihms

der als Marquise de Merteuil großartigen Lilian Huynen

Oedipus erarbeitet. Damit wird das Werk 16 Jahre nach

und Gabriela Zamfirescu als lebenserfahrener Tante Rose-

der Berliner Uraufführung erstmals wieder gegeben.

monde zu bemerkenswerten Auftritten. Jon Geoffrey

Hochachtbar, ja inspiriert das Ergebnis (auch seitens der

Goldsworthy, der als Valmont gleich mehrere Damen

von Kenneth Duryea verantworteten musikalischen Seite),

flachlegen muss, um am Ende um die Liebe der Merteuil

als intellektuelle Schwerkost jedoch auch eine Herausfor-

zu betteln, bleibt als kleiner Bruder Don Giovannis

derung für das Publikum.

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW PORTRAIT

Jens Mail

Staffage.

PREMIERENSPIEGEL

Rolf Fath

RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU


CLASS AKTUELL 2003/2

CLASS Association of Classical Independents in Germany e.V. Bachstraße 35 32756 Detmold www.classgermany.de info@classgermany.de

Die Matthäuspassion – eine Provokation? Enoch zu Guttenbergs Neueinspielung von Bachs Matthäuspassion auf CD und DVD-Audio Wenn man heute, drei Jahre nach der Flut an Veröffentlichungen des Bach-Jahres, eine neue Produktion der Matthäuspassion wagt, dann muß man schon etwas ganz Besonderes mit diesem Stück zu sagen haben. Denn in der Hochkonjunktur des Jubiläums-Booms wurde praktisch jede Sicht und jeder Stil bedient. Enoch zu Guttenberg, der ebenso charismatische wie auch oft umstrittene Querdenker der deutschen Musikszene, und seine Chorgemeinschaft Neubeuern sind dieses Risiko ganz bewußt eingegangen und haben soeben „ihre“ neue Matthäuspassion veröffentlicht. Das Wagnis ist voll aufgegangen. Enoch zu Gutenberg (© Photos: Christine Schneider)

Nirgends wird die Metamorphose Guttenbergs vom Romantiker zu einem vehementen Verfechter der aufführungspraktischen Phrasierungskunst so deutlich wie am Vergleich seiner vor über einem Jahrzent bei

einem Heiligenschein umgeben, um zuletzt als Mensch den Kreuzestod einsam und verzweifelt zu erleiden.

BMG erschienenen CD zu dieser Neuinterpretation, die in ihrer Radikalität für viele eine Provokation darstellen muß.

sponierten Chorgemeinschaft Neubeuern mitreißend und energiereich gestaltet - im Gegensatz dazu sind die selbstreflektierenden Choräle wie aus der Mitte des Publikums heraus von ergreifender Innigkeit.

Die großen Volksszenen werden von der glänzend di-

Die Aufnahme zeugt von einer konsequenten und ungeheuer packenden Konzeption des Werkes als das, was es im innersten Wesen darstellt: die Erzählung der Passionsgeschichte in ihrer gesamten menschlichen, emo-

Die Arien setzen sich als Ruhepole und Reflektion von dem dramatischen Geschehen ab. Auch hier steht nicht die Musik als Selbstzweck, sondern kommentiert die

tionalen und theologischen Spannbreite. Das Evangelium wird zu einem fesselndem Erlebnis von ho-

Szenerie aus der Sicht allegorischer Figuren, die ebenfalls theologische Zwecke erfüllen. Mit Anna Korondi,

her dramatischer Dichte. Guttenbergs profundes Wissen um die theologischen Inhalte einerseits und seine Wiedergabe der zutiefst menschlichen Erschütterungen andererseits lassen das Werk in einem völlig neuem Licht erscheinen und lassen den Zuhörer vom ersten bis zum letzten Ton nicht mehr los.

Anke Vondung, Werner Güra und Hans-Christoph Begemann hat Guttenberg nicht auf altbekannte Namen gesetzt, sondern in einer jungen Sängergeneration ideale Partner gefunden, die dieses Konzept mit großer musikalischer Gestaltungskraft und hoher sängerischer Reife mit umsetzen.

J.S. Bach: Matthäuspassion Korondi, Vondung, Güra, Begemann, Mertens, Ullmann Chorgemeinschaft Neubeuern, Tölzer Knabenchor Orchester der KlangVerwaltung, Enoch zu Guttenberg 4CD-Box (inkl. Bonus-CD) BestNr. B 108035 2DVD-Audio-Box (erhältlich ab April 2003) Best.Nr. D 108050 www.farao-classics.de

Diesem immer auf den Inhalt gerichteten Konzept gliedern sich sämtliche musikalischen Abläufe im Sinne eines Gesamtkunstwerkes sinnvoll ein. So erkennt man

Guttenbergs Orchester, die KlangVerwaltung, weiß sich in der Tradition der historischen Aufführungspraxis zu

bereits im Anfangschor die Zusammenfassung des gesamten Kreuzweges und seiner musikalischen Symbolik. Während das Orchester im Charakter eines Totentanzes die unerbittliche Prozession nach Golgatha anführt stehen sich die Chöre gleichsam am Stra-

Hause, phrasiert aber noch schärfer und konsequenter als man das von den meisten „Alte Musik Ensembles“ her kennt. Ob es an den modernen Instrumenten liegt, die von den Musikern bevorzugt verwendet werden? Hier hört man in lupenreiner Intonation und glaskla-

ßenrand gegenüber und rufen sich die Kommentare der Christenheit zum Geschehen zu, während der Kna-

rem Klang die Intention und die Richtung jeder einzelnen musikalischen Linie. Die Solisten brillieren in den

benchor als dritte Instanz scheinbar von oben kommend seinen Choral über das Geschehen stellt.

Arien ohne falsche Eitelkeiten und Manierismen. Sicher hilfreich für das Verständnis der Interpretation ist die beigelegte Bonus-CD, auf der Enoch zu Guttenberg ausführlich und mit vielen Tonbeispielen über sein Verständnis des Werkes spricht.

Ungeheuer ausdruckstark und mit berückender Klangschönheit erzählt der Evangelist (Marcus Ullmann) dem Zuhörer die Geschichte des „Menschensohns“. Dieser -ergreifend gesungen von Klaus Mertens- wird in seiner ganzen Tragik, von der Welt verraten und von den Jüngern verlassen, von den Streichern erst wie von

Weitere Informationen und Hörproben finden Sie im Internet unter www.farao-classics.de (© Photos: Christine Schneider)


class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell

Ebenfalls eigenwillig besetzt ist die Messe e-moll von Anton Bruckner (für acht gemischte Stimmen und Bläser), die Helmuth Rilling 1966 mit

Neues vom

Plattenmarkt Das Violoncello war das Lieblingsinstrument Zoltán Kodálys. So verwundert es nicht, dass

allen ihm damals zur Verfügung stehenden Chören in der 2. Fassung von 1882 aufnahm. Die Aufnahme ist jetzt auf Cantate 57624 wieder zugänglich.

Kalevi Aho ist einer der

Nicht gerade zahlreich sind die am Markt verfügbaren Einspielungen spätromantischer Orgelmusik aus England. Catherine Ennis spielt an den Klais-Orgeln des Doms zu Münster Werke von Cocker, Howells, Vaughan Williams, Bridge, Elgar, Parry, Ireland und Fletcher

auch die Mehrzahl seiner kammermusikalischen Werke diesem Instrument gewidmet ist. Miklós Perényi, einer der herausragenden Cellisten unserer Zeit, hat nun für Hungaroton das umfangreiche Gesamtwerk für Cello eingespielt (Hungaroton 32196; 3 CD).

renommiertesten finnischen Komponisten der Gegenwart. Er studierte u.a. bei Einojuhani Rautavaara in Helsinki und Boris Blacher in Berlin. Auf BIS 1186 legt Osmo Vänskä mit dem Lahti Symphonieorchester nun seine Interpretation der 3. Symphonie vor; dazu Ahos Orchesterbearbeitung von

(Ifo 72): „Tuba Tune“.

Eine andere Cello-Legende unserer Tage ist David Geringas. Begleitet von Geir Draugsvoll, hat er Werke unserer Zeit aufgenommen, die (zumindest teilweise) der interpretatorischen Mitarbeit bedürfen: sie enthalten

Mussorgskys „Liedern und Tänzen vom Tod“.

Dichter bittet eine Reihe renommierter Komponisten, gemeinsam an einem Werkzyklus zu arbeiten. Und so finden sich unter den Tonsetzern dieser Karfreitags-Lamenti so damals bekannte Namen wie Gasparini, Patto oder Pesarino (Tactus 610001).

Abschnitte, die ausdrücklich von den Künstlern zu improvisieren sind (Dreyer · Gaido 21008). Die CD enthält Werke von Gubaidulina, Piazzolla, Balsys, Sumera

dieses Klischee verstellt den Blick auf das hörenswerte Werk des Komponisten. Seine heitere zweiaktige

Alfons und Aloys Kontarsky gehörten zu den ganz renommierten Kla-

und Senderovas.

Oper „Falstaff“ ist nun in einem Livemitschnitt mit „La Grande Ecurie et la Chambre du Roi“, Ltg. Jean-Claude Malgoire, auf Dynamic 405 zu hören (2 CD).

vierduos des vergangenen Jahrhunderts. Ihre Einspielung der Haydnund Schumann-Variationen sowie der Walzer op. 39 von Johannes Brahms von

der Frühromantik ist auf der Reedition einer Auf-

Im Rahmen seines Tchaikovsky-Zyklus hat José

1964 wirkt immer noch so frisch, dass man sich bei Musicaphon entschloss, sie jetzt wieder auf CD vorzu-

nahme von 1977 auf Musicaphon M 51917 zu hören. Gunther Pohl (Soloflötist der Bamberger Symphoniker) nahm, begleitet von Konrad Haesler, Cello und Wilfried Kassebaum, Klavier, Werke von Kuhlau, Ries und von Weber auf.

Serebrier (von Leopold Stokowski immerhin als „der größte Meister orchestraler Balance“ bezeichnet) mit den Bamberger Symphonikern auf BIS 1283 jetzt berühmte Kleinodien eingespielt: Ouvertüre 1812, Capriccio ita-

Immer noch ist Antonio Salieri vor allem als angeblicher Mörder Mozarts im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Schade, denn

Musik für Flöte, Cello und Klavier aus der Zeit

Die Sammlung „Canoro Pianto di Maria Vergine“, 1613 in Venedig erschienen, entstand nach einem seinerzeit sehr populären Muster: Ein

legen (Musicaphon 51532).

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lien, Slawischer Marsch u.a. Im prachtvollen Reprä-

delt sich um ein Frühwerk, das aber schon sehr deutlich den eigentümlichen Stil des Meisters zeigt (Ersteinspielung auf Hungaroton 32146).

Großen Interesses an seinem Werk konnte sich Niccolò Piccinni (17281800) in Italien u. Frankreich in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts erfreuen. Die dreiaktige Oper „Didon“ wurde am 16.10.1783 in Paris uraufgeführt und hatte einen solchen Erfolg, dass sie im Dezember schon wieder aufgenommen wurde. Die Ersteinspielung auf Dynamic 406 (2 CD) leitet Arnold Bosman.

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sentationsstil des französischen Barock komponierte Marc-Antoine Charpentier seine Messe à 8 voix mit der kuriosen Besetzung achtstimmiger Chor, acht Violinen und Flöten. Es han-

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tuell

class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class akt

40 Jahre Musik unserer Zeit

(FAZ 04.02.2000)

„Brillante Finger“

WERGO

Das Piano Duo Genova & Dimitrov

Piano Duo Genova & Dimitrov (© Photo: P. Hamel, outfit JOOP!)

Die „Magie des Zusammenspiels“ der beiden jungen Virtuosen Aglika Genova und Liuben Dimitrov wurde seit der Gründung des Ensembles Ende 1995 von Publikum und Presse

aussergewöhnlichen Leistungen sind Genova & Dimitrov bei der „Who is Who in der BRDeutschland“ präsentiert.

bereits in der ganzen Welt hoch gelobt. So war das Genova & Dimitrov Klavierduo 2002

Ein Meilenstein in der Zusammenarbeit des Klavierduos mit cpo war

„Das erfolgreichste junge Klavierduo unserer

die Weltpremiere „Sämtliche Klavierduo-Werke von Schostakowitsch“, die Anfang 1999 weltweit veröffentlicht wurde. Die absolute Weltersteinspielung „Bulgarian Impressions, Sämtliche KlavierduoWerke von Pancho Vladigerov“

Zeit“ - das eindeutige Urteil, das die International Piano Duo Federation aufgrund ihrer komplexen Statistiken bekannt gab. Genova &

(cpo) wurde zum ersten Mal offiziell auf der EXPO 2000 in Hannover live präsentiert. Die CD

bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City (USA) zu hören. Die deutsche Pianofortefabrik „Seiler“ stellte zu diesem Ereignis eine ihrer neuesten Kreationen zur Verfügung - den Suspension-Flügel.

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Dimitrov sind außerdem das einzige Ensemble weltweit, das alle internationalen Prestige-Klavierduo-Wettbewerbe gewann, u.a. der Murray Dranoff Klavierduo-Wettbewerb (Miami, USA),

-Einspielung des Ensembles mit den Konzerten von Bohuslav Martinu und Alfred Schnittke (cpo) mit der NDR-Radiophilhar-

der ARD-Musikwettbewerb (München, Deutschland), der Tokio Klavierduo-Wettbewerb (Japan), der Bellini Musikwettbewerb (Caltanissetta, Italien), der Premio V.Bucchi Musikwettbewerb (Rom, Italien), der Musikwettbewerb der Musikhochschule (Hannover, Deutschland). Die jungen Künstler wurden zu „Musikern des Jahres 2001“ ernannt. Die höchste Kunst-Aus-

monie unter der Leitung von Eiji Oue rief weltweit begeisterte Reaktionen hervor. Jetzt ist eine neue WeltpremiereCD der Künstler mit den vierhändigen Klavier-Werken von Johann Christian Bach, ergänzt mit Klavierstücken von Wilhelm Friedrich Ernst Bach , die bis vor kurzem

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paul hindemith die harmonie der welt Oper in fünf Aufzügen – Weltersteinspielung WER 66522 (3 CDs + 260-seitiges Textheft)

Der Höhepunkt zum 40-jährigen WERGOJubiläum und ein wesentlicher Baustein der großen Hindemith-Edition bei WERGO ist die Weltersteinspielung von Paul Hindemiths

zeichnung wird von der bulgarischen Regierung, Öffentlichkeit, National-Rundfunk und

noch Johann Christian Bach zugeschrieben wurden. Eine weitere

Kepler-Oper, die als 3-CD-Box mit ausführ-

-Fernsehen laut ausführlicher Umfragen jährlich verliehen. Als „brillant“, „exzellent“ und

Weltersteinspielung auf höchstem Niveau! Piano hoch zwei!

Libretto erscheint: „Die Harmonie der Welt“

„sensationell“ werden die Auftritte des Duos an einem und an zwei Flügeln in Konzerthäusern, wie dem Konzerthaus und der Staatsoper Berlin, der Casals Hall Tokyo, der Salle Cortot in Paris, dem Lincoln Theatre Miami, dem Palais Palffy Wien, dem Herkules-Saal München, der Bradley Hall in Chicago, dem Poly Theatre Peking, der Opera Theatre Rouen, der Borromini Hall Rom und der Kiew Philharmonie stets mit stehenden Ovationen gefeiert. Eine ganz besondere Ehre wurde Ende 1999 Genova & Dimitrov zuteil: sie traten im Apollo-Saal der Staatsoper Berlin bei der festlichen Gala „Eine Stimme für Europa“ auf, die unter der Schirmherrschaft und der persönlichen Anwesenheit der First Ladies Deutschlands und Bulgariens - I.E. Christina Rau und I.E. Antonina Stoyanova - stattfand. Aufgrund ihrer

lichem Werkkommentar und dreisprachigem

Burkhard Schmilgun

zählt zweifellos zu Hindemiths Hauptwerken.

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class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell

Für Klassikfreunde 3) SU 3626

5) GAU 307

2) CHAN 0691

1) Die Oper Semyon Kotko basiert auf Valentin Katayevs kurzer Novelle „Ya sin trudovogo“, was soviel heißt wie „Ich bin der Sohn arbeitender Leute“. Es handelt sich hierbei um Prokofieffs fünfte Oper, die jedoch sehr lange auf ihre Wiederbelebung warten musste. Die vorliegende Aufnahme ist die erste vollständige Einspielung des gesamten Werkes. Es handelt sich um einen Mitschnitt des Jahres 1960, der in 24-bit Technik überarbeitet wurde. (Chandos CHAN 10053) 2) Dietrich Buxtehude wurde im Jahre 1637 als Sohn eines Organisten und Lehrers im Herzogtum Holstein geboren. Den Grundstein für seine musikalische Ausbildung dürfte wohl schon der Vater in seiner Kindheit gelegt haben. Die für diese Aufnahme eingespielten Werke verschaffen Einblick in die geistlichen Kantaten des Komponisten, der seinerzeit einen starken Einfluss auf Johann Sebastian Bach hatte. Interpretiert werden die Werke von den renommierten Künstlern Emma Kirkby, Suzie LeBlanc, Peter Harvey und dem Purcell Quartett. (Chandos CHAN 0691) 3) Bohuslav Martinu komponierte seine Oper Julietta mit dem Untertitel „The Dream-Book“ in der zweiten Hälfte des Jahres 1936. Nach der Vollendung fand die Uraufführung im Prager Nationaltheater am 16. März 1937 statt. Knapp drei Jahrzehnte später stellt die vorliegende Produktion von 1964 mit Maria Tauberová und Ivo Zidek unter der Leitung von Jaroslav Krombholc ein absolutes Muss für alle Opernliebhaber dar. (Supraphon SU 3626) 4) Jan Ladislav Dussek gehört zu den wichtigsten Repräsentanten einer ganzen Welle tschechischer Komponisten, die während des Wechsels zum 19. Jahrhundert ihre Heimat verließen. Seine Zeitge-

7) CDA 67353

4) SU 3659

nossen nahm er durch sein unvergleichbares Klavierspiel ebenso wie durch soziale Skandale und Affären gefangen. Das gute Studium der Werke gepaart mit jugendlicher Frische verhelfen dem Pianisten Jan Novotny zu einer feinen Balance im Zusammenspiel mit den Prager Philharmonikern unter der Leitung von Leos Svarovsky. (Supraphon SU 3659) 5) Im Anschluss an die Reihe mit den Werken von Ockeghem und Josquin präsentieren The Clerks Group eine neue Sammlung mit Meisterwerken der Renaissance. Diesmal wendet sich das Ensemble den selten gehörten Werken von Pierre de la Rue und Johannes de Quadris zu. The Clerks Group erhielten bereits für die Einspielungen der Werke Ockeghems einen Gramophone Award. (ASV Gaudeamus GAU 307) 6) Diese Sammlung mit Liedern reflektiert nahezu Debussys gesamtes komponiertes Lebenswerk. Einige Lieder sind bekannte Meisterwerke, andere sind etwas unbekannter, jedoch nicht weniger gehaltvoll. Christopher Maltman singt alle Lieder mit gleich bleibender Eleganz und gefühlvoller Wiedergabe der Texte und wird stilsicher von dem Pianisten Malcolm Martineau begleitet. (Hyperion CDA 67357) 7) Die Musik des aus dem 16.Jahrhundert stammenden Komponisten Palestrina ist noch heute weltweit wesentlicher Bestandteil innerhalb der Gottesdienste der römisch-katholischen Kirche. Der Westminster Cathedral Choir setzte für diese Aufnahme den Schwerpunkt auf Werke, die thematisch der Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel (Pfingstsonntag) gedenken. (Hyperion CDA 67353)

9) KTC 1250

6) CDA 67357

8) KTC 1260

8) Robert Franz war zu Lebzeiten eine der gefeierten Größen innerhalb der deutschen und österreichischen Musikszene. Im Laufe der Zeit relativierte sich dieser Umstand und verhalf seinen heute berühmten, aber damals eher unbekannten Kollegen Schubert und Schumann zur heutigen Popularität. Interpretiert werden die selten gehörten Lieder von dem Tenor Yves Saelens und dem Pianisten Jan Vermeulen. (Etcetera KTC 1260) 9) Brahms war zwar nicht der Erste, der Kompositionen „à l’hongroise“ schrieb, doch wohl mit am erfolgreichsten, was die Popularität seiner Ungarischen Tänze angeht. Das Klavierduo Steven & Stijn Kolacny hat sich den in insgesamt vier Heften veröffentlichten Meisterwerken angenommen und gibt diese in schwungvoller Manier zum Besten. (Etcetera KTC 1250)

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1) CHAN 10053


class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class akt

„Niemand außer jenen, die Gefallen daran finden…“ ist die Widmung, die Franz Schubert seinem heute berühmten Klaviertrio Es-Dur voranstellte. – Ein Werk aus der Spätzeit des Komponisten, das gleichermaßen exzellente wie erfahrene Interpreten erfordert: „Lassen Sie es ja von tüchtigen Leuten das erstemahl produciren...“, weist Schubert seinen Verleger ausdrücklich an. Das Wiener Klaviertrio gestaltet mit der Gesamteinspielung der Schubertschen Klaviertrios jetzt sein exklusives MDG-Debut.

W.A. Mozart Haydn-Quartette Vol. 3 Streichquartette KV 428 & 464 Leipziger Streichquartett MDG 307 1160-2 Norbert Burgmüller Sämtliche Streichquartette Vol. 2 Mannheimer Streichquartett MDG 336 0994-2 Viteszlav Novák Orchesterwerke Bergische Symphoniker Romely Pfund, Dirigentin MDG 601 1159-2 Ersteinspielung Erik Satie Klaviermusik Vol. 3 Steffen Schleiermacher, Klavier MDG 613 1065-2

Antonio Rosetti Orchesterwerke Vol. 2 Susanner Barner, Flöte Hamburger Symphoniker Johannes Moesus, Dirigent MDG 329 1164-2

Ersteinspielung

Joaquín Turina Sämtliche Klaviertrios & Klavierquartett Trio Parnassus Thomas Selditz, Viola MDG 303 1163-2

Ersteinspielung

Friedrich Kiel Werke für Violoncello und Klavier Vol. 2 Hans Zentgraf, Violoncello Christoph Ullrich, Klavier MDG 612 1161-2

Das Wiener Klaviertrio

Den ungewöhnlichen Anspruch des Werkes erfaßten die Zeitgenossen schon damals beim ersten Anhören. Der Korrespondent der Leipziger Allge-

Bologna. Eine Besonderheit des Ensembles: Die Sorgfalt, mit der die Musiker bei der Vorbereitung der Aufnahmen zu Werke gehen, schließt die philo-

meinen musikalischen Zeitung: „Kein gewöhnlicher Geist spricht uns in ihm an; es ist neu, eigenthümlich, großartig, seltsam, stechend, kräftig und zart;

logische Kontrolle der autographen Partituren grundsätzlich ein – in diesem Fall stellte die Wiener Nationalbibliothek die wertvollen Handschriften

kein Geklimper: Musik.“

zur Verfügung.

NEUHEITEN

tuell

Domenico Scarlatti Sonaten · Christian Zacharias, Klavier MDG 340 1162-2

Ersteinspielung

Joachim Thalmann Schubert probierte seine Kompositionen aus: In „Privatkonzerten“, die vom Geiger Schuppanzigh veranstaltet wurden, kam sein Trio am 28. Januar 1828 zur Aufführung. Unter Aus-

Franz Schubert (1797-1828) Sämtliche Klaviertrios Vol. 1 Trios Es-Dur D 929 + Urfassung des Finales MDG 342 1166-2

schluß der Öffentlichkeit fanden diese Schubertiaden allerdings längst nicht mehr statt. Die Verleger schickten ihre Späher – schon bald „biß“ einer an: Als „Opus 100“ erschien das Trio wenige Monate später in Leipzig. Als „Zugabe“ dieses Vol. 1: Zum ersten Mal hören wir hier die beiden Urtext-Varianten des Es-DurTrios, die durch verlegerische Ungenauigkeiten bis

TERMINE

dato verschüttet waren.

Aktuelle Konzerttermine

Seit 15 Jahren konzertiert das Wiener Klaviertrio regelmäßig in allen wichtigen Musikzentren der Welt. Wolfgang Redik (Violine), Matthias Gredler (Violoncello) und Stefan Mendl (Klavier) werden längst als ausgesprochene Schubert-Spezialisten ge-

20. März Bologna 21. März Oristano

handelt: Regelmäßig sind sie auf bedeutenden Musikfestivals zu hören. Höhepunkte der kommenden Saison sind Aufführungen in der Londoner Wigmore Hall, Konzerte in New York, Mexico-City, Chicago, San Francisco, Hamburg, Antwerpen und

01. April Wien/Musikverein 03. u. 04. Mai Leamington-Festival/GB 15. Mai Newbury/GB 18. Mai Wien/Musikverein 14. Juni Schwarzenberg/A www.viennapianotrio.com

DG

Musikproduktion Dabringhaus und Grimm Bachstraße 35, 32756 Detmold Tel. ++ 49 (0) 5231 - 93890 Fax ++ 49 (0) 5231 - 26186 email: info@mdg.de Internet: http://www.mdg.de Vertrieb: NAXOS DEUTSCHLAND GmbH Telefon: 0251 - 92 406-0 Telefax: 0251 - 92 406-10 Österreich: Gramola, Wien Schweiz: MusiKontakt, Zürich


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DVD-AUDIO

vor dem Durchbruch?

IO: -AUD URROUND D V D uf S-S fest a L und DT g n a l A Ein K BY DIGIT NEU: OL 5.110006 5.1 D

Nur gerade 5 Jahre hat die DVD gebraucht, um alle anderen Videoformate zu überflügeln. Das ist der dramatischste Erfolg in der Geschichte der Heimelektronik, nicht einmal die CD hat sich auch nur annähernd so schnell durchgesetzt. Schön und gut, aber in all der Euphorie um prachtvolle Bildqualität, verschiedene Tonformate und bequeme Handhabung hat man lange übersehen, dass die DVD nicht einfach nur eine Videoplatte ist, sondern der erste wirkliche Multimedia-Datenträger. Eine Platte mit eingebauter Zukunft sozusagen, denn dieses Format wurde in weiser Voraussicht so flexibel gestaltet, dass man unglaublich viele, ganz verschie-

5.110004

dene Dinge darauf unterbringen kann, ohne die Grundkonzeption des Systems und damit die Kompatibilität zu verlassen. Also gibt es eine ganze Familie von DVDs. Die Verwandten der bekannten DVD-Video tragen so merkwürdige Übernahmen wie ROM, RAM oder RW, aber meine LieblingsVariante heisst DVD-A. Die bietet mir nämlich so ziemlich alles, was ich, der ich seit Jahrzehnten unermüdlich nach immer weiteren Verbesserungen suche, mir erträumen kann – und zwar sympatischerweise sowohl in meiner Rolle als Konsument als auch in der des Produzenten. Als Konsument freue ich mich über den großen Gewinn an Klangqualität. Immerhin kann eine DVD-A pro Zeiteinheit im Vergleich zur CD bis zu tausendmal soviel Information über die Schallwelle enthalten. Klar, dass sich das hörbar auswirkt. Doch sehen wir der Sache ins Auge: Allein deswegen wird sie sich nicht durchsetzen, denn klangliche Nuancen sind immer nur für eine Minderheit entscheidend. Noch viel wichtiger als der Gewinn an Feinauflösung ist für die meisten Leute aus diesem Grunde der Surroundsound. Denn der schafft, für jeden augenblicklich erkennbar, ein völlig neuartiges Musikerlebnis von einer Intensität, die jeden, aber auch wirklich jeden 5.110003

schlicht umwirft. Wenn der viel missbrauchte Satz von den „neuen Klangdimensionen“ jemals seine Berechtigung hatte, dann hier. Aber Klang allein reicht heute nicht mehr aus. Ob wir es nun wahr haben wollen oder nicht: Das Hifi-Zeitalter ist vorbei, heute leben wir in der Multimedia-Epoche. Hier erwartet die junge Generation ein die Musik ergänzendes Informations- und Unterhaltungsangebot. Da mögen die Ayatollas der reinen HiFi-Lehre noch so verächtlich die Nase rümpfen, Tatsache ist, dass der spielerische Umgang mit Videos, Songtexten, Bandfotos, Trailern, Interviews und Weblinks durchaus intensivierend auf das Musikverständnis und auf die emotionale Bindung an die Musik und deren Macher wirken kann. Angenehm finde ich auch, dass ich bei der DVD-A frei in Bildern, Texten und Biographien herumsurfen kann ohne die Musik zu unterbrechen. Das kann die DVDVideo nicht. Ach ja, und weil Musik eine universelle Weltsprache ist, gibt’s bei der DVD-A auch keine Restriktionen durch Ländercodes. Fast noch mehr freue ich mich aber als Produzent über die DVD-Audio, denn diese bietet mir gegenüber der CD nicht nur unkomprimierten Surroundsound in einer

5.110002

Klangqualität an der äußersten Grenze des physikalisch überhaupt Möglichen. Sie bringt mir auch kreativ nutzbaren Multimedia-Spielraum und sie sprengt das starre CD-Korsett von 16Bit/44,1kHz und 74 Minuten Spieldauer. Jetzt kann ich endlich je nach Programm und Einsatzzweck individuell und maßgeschneidert Kanalzahl, Qualitätsebene und Spieldauer wählen, sogar, wenn’s denn sein muss, unterschiedliche Quantisierungen für die Front- und Surroundkanäle. Ich kann aber auch 35 Stunden ununterbrochene Surroundmusik in Dolby Digital draufpacken, was für Hintergrundmusik weiß Gott mehr als gut genug ist.

5.110001

Und das alles mit einem ganz neuen, speziell für DVD-A entwickelten und dermaßen DVDs und den Katalog 2003 erhalten Sie im Fachhandel. Den Katalog von: NAXOS DEUTSCHLAND GmbH Abt. N15, Wienburgstr. 171a, 48147 Münster e-mail: info@naxos.de www.naxos.de

ome c l e w

on i t u l vo to re

wasserdichten Kopierschutz, dass ihn noch niemand geknackt hat. Sollte einem Superhacker dereinst dennoch ein Einbruch gelingen, so würde er ziemlich frustriert feststellen, dass er nur den ersten Titel der DVD-A kopieren kann, weil der nächste nämlich schon wieder ganz anders verschlüsselt ist.


tuell

class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class aktuell class akt

Schon allein aus diesem Grunde müssten sich eigentlich alle grossen Plattenfirmen begeistert auf die DVD-Audio stürzen, aber nicht nur aus diesem. Riesige Geschäftsmöglichkeiten tun sich ihnen auf, wenn sie ihre in den letzten Jahrzehnten angehäuften Mehrspurbänder nochmals neu abmischen und diese Aufnahmen auf DVD-A wieder veröffentlichen. Schon beim Übergang von der Langspielplatte zur CD hat die Wiederverwertung ihrer Archive so manche Firma saniert, diesmal, mit hochauflösendem Surroundsound und attraktivem Multimedia-Bonusmaterial, ist der Zugewinn für die Konsumenten noch viel dramatischer, die Chance, mit relativ wenig Aufwand erheblichen Gewinn zu realisieren, entsprechend größer. Nur: Wenn das alles so wunderbar und plausibel ist, warum sehen wir dann keine riesigen Werbekampagnen für DVD-Audio und warum sind dann die Läden nicht schon heute voll von diesen neuen Wunderplatten? Dafür sehe ich im wesentlichen zwei Gründe: Zum einen kommt diese Innovation in einem für die Softwareindustrie ausgesprochen ungünstigen Moment. Die meisten Firmen sind mit Restrukturieren, Abteilungen schliessen, Outsourcen und Leute entlassen dermaßen ausgelastet, dass ihnen Ideen, Mut und Geld für weitblickende Konzepte und Investitionen in die Zukunft fehlen. Und zum anderen gilt die DVD-Audio in manchen Chefetagen als kompliziert. Doch das ist das falsche Wort. Sie ist flexibel und gerade dadurch zukunftsträchtig. Wer sich gerne mit ihren Zusatzinformationen, Bildern und Weblinks beschäftigt, kann das tun, aber er muss nicht. Man braucht keinen Bildschirm um sie zu bedienen, nicht einmal ein Display. Sie läuft in fast jedem DVD-Player, im Autoradio, im Computer und im Notebook, in Stereo und in Surround, und um so lästige Abkürzungen wie LPCM, MLP, DD, DTS oder 2+2+2 braucht man sich nicht zu kümmern. Auf welchem Gerät auch immer man die Scheibe abspielt, man bekommt immer ganz automatisch die beste Qualitätsstufe geboten, die dem jeweiligen Abspielgerät möglich ist. Schon mehr als 80 Millionen surroundsound-taugliche DVD-Player stehen weltweit in den Haushalten, da sind die Computerlaufwerke noch nicht einmal mitgerechnet. Und der Boom geht weiter: In der Computerbranche haben einige Firmen sogar schon aufgehört, überhaupt noch CD-Laufwerke zu fabrizieren, da gibt es nur noch DVDDrives, denn die können ja auch die alten CDs abspielen. Im Zuge des Zusammenwachsens von Computer- und Unterhaltungselektronik wird diese Entwicklung über kurz oder lang auch die Heimelektronik erreichen. Dort ist die DVD heute der VideoWeltstandard, aber sie hat alle Chancen, auch zum zukünftigen Audio-Weltstandard zu werden. Denken Sie doch: In nahezu jedem DVD-Player kann man auch fast jede DVD-Audio abspielen, da wäre es doch gelacht, wenn die nicht auch ein Erfolg würde!

Albrecht Gasteiner ag@omniphon.ch

Albrecht Gasteiner hat in Salzburg Musik studiert und an den Salzburger Festspielen, im Wiener Kammerorchester, aber auch in Jazz- und Popgruppen gespielt. Schon 1970 hat er die ersten Surround-Musikaufnahmen gemacht und war dann als Europa-PRManager eines japanischen Konzerns maßgeblich an der Einführung der Digital-Audiotechnik und der CD beteiligt. Der prominente Audio-Pionier hat als Produzent und Tonmeister mit eigenem Studio in der Schweiz für CD-Firmen und Rundfunkstationen von USA bis Japan und mit Künstlern wie Nikolaus Harnoncourt, David Zinman, Willam Christie, José Cura, Christoph von Dohnányi und Franz Welser-Möst gearbeitet. Albrecht Gasteiner berät außerdem verschiedene Unternehmen in Fragen der Heimelektronik, ist ein gefragter Publizist und Vortragsredner und er leitet den weit über die Schweiz hinaus beachteten Informationsdienst www.dvd-forum.ch


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Class-Service

Mit dem Katalog-Service bieten wir Ihnen die Gelegenheit, die neu erschienenen Kataloge zu bestellen. Der Versand erfolgt direkt durch die Label, an die wir Ihre Bestellung weiterleiten.

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Ein Katalog voller Raritäten und großen Künstlern

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Ausflug nach Wien

Ein engagiertes Ensemble prägte die Uraufführung einer Droste-Hülshoff-Oper im Ulmer Podium: Die Judenbuche von Günter Buhles. Dass die Umarbeitung der Novelle in eine Bühnenhandlung nicht einfach ist, war allerdings nicht zu übersehen.

Ein buntes Programm findet man in der Wiener Opernszene. Geheimtipp: Im 3. Bezirk existiert L.E.O. – das Letzte Erfreuliche Operntheater – und präsentiert lustvoll Musik aus Nestroy-Spielen, Parodien zu Mozart und Wagner.Ein köstlicher Spaß!

FOTO: WIENER STAATSOPER/AXEL ZEINIGER

FOTO: GERHARD KOLB

Konkret statt rätselhaft

Beklemmende Stimmung: Die Welt gerät aus den Fugen

Bei TDK finden Sie Klassiker für höchste Ansprüche: Szenenauswahl, Ton und Bild sowie begleitende Informationen werden Sie begeistern. DV-BPAB168

BEETHOVEN SYMPHONIES 1, 6 & 8 Vol. 2 Berliner Philharmoniker Dirigent: Claudio Abbado

Keinen Spaß versteht Abt Balthazar (Giacomo Prestia, mit Carlos Alvares, Alphhonse) Vol. 3 & 4

DV-BPAB25

Die Wiener Staatsoper präsentiert Donizettis La Favorite in der französischen Fassung. Regisseur John Dew ent-

demnächst im Handel!

BEETHOVEN SYMPHONIES 2 & 5 Vol. 1 Berliner Philharmoniker Dirigent: Claudio Abbado

Regisseur Alexander Kagan wollte im Podium des Ulmer

deckt die opernhistorische Dimension der Oper: kammer-

Theaters offenbar die politische Brisanz schärfen, die aus

spielähnliche Bühne mit vorgerücktem Proszenium und

dem Konflikt des jungen Helden mit einem jüdischen

die fulminante Renaissance des klassischen Belcanto.

DV-DOCFF

Pfandleiher erwächst. Allerdings trägt die Verlegung der

Giuseppe Sabbatini beherrscht alle Nuancen fioriturenrei-

Handlung in die frühen 30er Jahre des 20. Jahrhunderts

chen emotional bewegenden Gesangs; auch Violeta

Great Conductors FERENC FRICSAY

eher dazu bei, die bewusst rätselhafte, allegorische Ge-

Urmana bestätigt ihre stimmliche Virtuosität. Nach einer

schichte zu verengen statt zu erklären. In der Folge ver-

nicht optimalen Premiere – vor allem das Orchester unter

wickelt sich die Regie in allerhand selbst verschuldete Wi-

Fabio Luisi offenbarte Schwächen – gerieten die Folgevor-

dersprüche. In der Personenführung indessen zeigt Kagan

stellungen zu Triumphen nachdenklichen Musiktheaters.

viel Gespür für charakterliche Feinzeichnung.

Die Kammeroper belebte die barocke Oper mit Francesco

Der Ulmer Komponist Günter Buhles extrahierte aus der

Cavallis Liebe des Apollon und der Daphne. Hier brillierte

Novelle als sein eigener Librettist die spärlichen Original-

Alexander Plust mit einem herrlich-biegsamen Altus. Die

dialoge für den Gesangstext. Hinzu kommen einige Lieder

auch auf deutschen Bühnen präsente Neue Oper Wien

sowie Tonbandeinspielungen aus der Erzählung. Buhles’

nimmt einen hochartifiziellen Albert Herring von Benjamin

Musik für zehn Instrumentalisten enthält dankbare solisti-

Britten wieder auf; Regisseur & Choreograf Leonard

sche Aufgaben und breitet der Geschichte einen eher kon-

Prinsloo verzichtet auf hintergründigen britischen Humor,

ventionellen Klangteppich aus, dem zu selten kräftige Ak-

zeigt aber die Initiation eines jungen Burschen in eine

zente erwachsen.

heuchlerische Gesellschaft. Das Wiener Amadeus-

Das siebenköpfige Ensemble lässt sich die Gelegenheit

Ensemble interpretiert Britten im Ottakringer Jugend-

zum Schöngesang nicht entgehen. Thomas W. Kuckler

stiltheater äußerst sensibel.

steht als Friedrich Mergel mit einer Entwicklung vom un-

Im Musikverein gräbt Gerd Albrecht mit den Wiener

bedarften Jüngling zum verzweifelten Heimkehrer im Zen-

Symphonikern Sergej Prokofjews Melodram Eugen Onegin

trum und beeindruckt mit großer darstellerischer Genauig-

aus; mit hervorragenden russischen Schauspielern gelingt

keit sowie einem mühelos geführten Tenor.

eine magische Melange von Sprache und Musik: das

Jürgen Hartmann

Ein Portrait des Meisters bei der Probe & im Konzert Südfunk - Sinfonieorchester Friedrich Smetana: Die Moldau (Lieferbar ab April)

Melodram entfaltet hohen emotionalen Reiz. Rufus Sperling www.tdk-mediactive.com

THEMA INTERVIEW PORTRAIT

PREMIERENSPIEGEL

RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU

crescendo 02 2003 19

Erhältlich im Fachhandel. Vertrieb in Deutschland:


uropa

E

Europäische Festspiele –

das

>1:FOTO: MERANOFESTIVAL

unterwegs 51. Festspiele Europäische Wochen Passau

Reise-Tipps bedeutet

Vielfalt. Die Alpen und das Mittelmeer,

französischer

Wein und italienische Le-

20.6. bis 27.7.2003 „Sehnsucht nach Italien“

benslust und die Zeugnisse europäischer Geschichte seit der griechischrömischen Antike. Diese historische Kulisse wird im Sommer zur Bühne zahlreicher Festivals, die das Musikerleben zum Gesamt-

Sonatori de la Gioiosa Marca Charlie Mariano, J. van’t Hof und D. Ilg Tschechische Philharmonie Prag Eliot Fisk, Anja Lechner, Minguet Quartet Milan Sládek Pantomimentheater Bratislava CANTUS CÖLLN Bremer Shakespeare Company Freiburger Barockorchester Compania Teatro Paravento, Locarno Akademie für Alte Musik Berlin Il Giardino Armonico Venice Baroque Orchestra Angelo Branduardi Marco Beasley u. das Ensemble Accordone Quadro Nuevo Radio Symphonie Orchester Prag Orlando di Lasso Ensemble in den schönsten Kirchen, Klöstern, Burgen, Schlössern und Museen in Ostbayern, Böhmen und Oberösterreich

Sie erreichen uns unter folgender Adresse: Festspiele Europäische Wochen Passau e. V. Dr. Hans-Kapfinger-Str. 22, 94032 Passau Tel. 0851/5 60 96-0, Fax 08 51/7 09 94 e-mail: ew@ew-passau.de Internet: www.ew-passau.de

20 cresendo 01 2003

kunstwerk werden lassen. Hier unsere Tipps:

Athen Festival werden Oper, Musik, Theater und Tanz im Odeon des Herodes Atticus am Fuße der Akropolis aufge-

>1 Meran

führt. Der Spielort des Epidaurus Festival ist zwei Stunden

Nach Südtirol locken die Musikwochen in Meran. Der

schauern. In einem kleineren Theater schließlich ereignet

Schwerpunkt liegt auf sinfonischer Musik und Kammer-

sich der „Musikalische Juli“, hier ist der geeignete Raum

musik. In der Zeit vom 26. August bis 26. September kön-

für intime Aufführungen. Freunde der griechischen Lebens-

nen Sie in der Jugendstil-Ästhetik des Kursaals internatio-

art kommen vom 2. Juni bis 28. September auf ihre Kosten.

nal renommierte Orchester und Interpreten erleben – und

www.hellenicfestival.gr

von Athen entfernt, das besterhaltene Theater Griechenlands mit einer phänomenalen Kapazität von 10.000 Zu-

bei einem Spaziergang auf dem Trappeinerweg das besondere Flair zwischen mediterraner Vegetation. www.meranofestival.com

>4 Luxemburg

>2 La Roque d’Anthéron

Gleich zwei Festivals gibt es im Großherzogtum Luxemburg.

Von einem besonderen Zauber können sich Freunde der

Bereits im 8. Jahrhundert pflegten Benediktinermönche hier

Klaviermusik in La Roque d’Anthéron einfangen lassen. Mit-

den Choralgesang. Seit mehr als 500 Jahren gibt es die

ten im Herzen der Provence findet alljährlich das Internatio-

Springprozession am Pfingstdienstag, die mit ihrem hin-

nale Klavierfestival statt. Open Air, im Park des Château de

reißenden Rhythmus auch heute noch jeden Betrachter in

Florans, entsteht eine einzigartige Atmosphäre unter alten

den Bann schlägt. Die Festspiele locken u. a. mit dem Col-

Platanen und abendlichem Sternenhimmel. Zu den Stargäs-

legium Vocale Gent und der Kremerata Baltica. Im Juli geht

ten zählen in diesem Jahr unter anderem Mikhail Pletnev,

es dann Open-Air weiter, im hübschen Ardennenstädchen

Evgeni Kissin, Hélène Grimaud und François-René Dûcha-

Wiltz. Hier hören Sie Konzerte und Musiktheater, darunter

ble. Neben deb bekannten Größen wird aber auch jungen

Aida und Miss Saigon.

Talenten ein Podium geboten, Jazz und zeitgenössische

www.echternachfestival.lu

Musik runden das Programm ab (16. Juli-23. August).

www.festival-wiltz.lu

Vom 8. Mai bis 17. Juli können Sie die Musikfestspiele in der mittelalterlichen Abteistadt Echternach besuchen.

www.festival-piano.com

>3 Athen

>5 Luzern Saisonauftakt in der Zentralschweiz am Vierwaldstättersee:

Auf den Spuren der Antike sind Sie beim Hellenic Festival

Das Lucerne Festival, Ostern bewegt sich im Spannungsfeld

Athen unterwegs. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich

zwischen Alter und Neuer, sakraler und weltlicher Musik.

eigentlich drei Festivals, aber allen ist eines gemeinsam: Sie

Eröffnet wird das Festival am 5. April mit der Schöpfung von

finden in großartigen alt-griechischen Theatern statt. Beim

Haydn, es spielen der Concentus Musicus und Arnold

20

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL

>6:FOTO: DER TOURISTIK & INCENTIVE

über 60 Veranstaltungen (Solo-, Kammer- Symphonie-, Chor-, und Jazzkonzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Vorträge, Filme und Ausstellungen)

REISE


R I C H A R D WA G N E R F E S T I V A L 2 0 0 3 >3: FOTO: HELLENIC FESTIVAL

> 1 Meran > 2 Provence > 3 Athen > 4 Luxemburg > 5 Luzern > 6 Verona

Schönberg Chor unter Nikolaus Harnoncourt. Weitere Gäste sind Yo-Yo Ma, Ton Koopman, Pierre Boulez sowie das Hilliard Ensemble, das Arvo Pärts Passio aufführt. Später im Jahr folgen das Lucerne Festival, Sommer und Piano. www.lucernefestival.ch

SIEGFRIED

>6 Verona

Wiederaufnahme

Seit 90 Jahren gibt es die Opernfestspiele in der römischen Arena di Verona. Am 20. August 1913 erklang dort zum ersten Mal die Aida. In diesem Jahr er-

29. Mai & 1. Juni 2003

wartet Sie eine Inszenierung dieser Oper von Franco Zeffirelli. Desweiteren stehen Turandot (neu inszeniert von Yuri Alexandrov), Carmen, Nabucco und Rigoletto in hochkarätigen Besetzungen auf dem Programm. Und wenn Ihnen

THEATER IM GREIF – WELS – AUSTRIA

der Sinn nicht nur nach Musik steht – im Valpolicella gibt es wunderschöne Villen und zum Gardasee oder in die Lessinischen Berge ist es nicht weit.

BRUCKNER ORCHESTER LINZ

www.der.de

Dirigent: Hans Wallat

>Preisrätsel

Solisten: Heikki Siukola, Thomas Harper, Hartmut Welker, Franz Josef Kapellmann, Attila Jun, Julia Oesch, Sue Patchell, Katarzyna Donaldska

Eine zweitägige Busreise nach Verona (15./16. 08.) mit Übernachtung und Frühstücksbuffet in einem ****Hotel und Eintrittskarten für Nabucco bietet „DER Touristik & Incentive“, Landshuter Allee 38, 80637 München an, Tel. (089) 1204-235, Fax -434; email: t-i.muenchen@der.de.

Inszenierung – Lichtgestaltung: Herbert Adler

Eine solche Reise für zwei Personen können Sie gewinnen, wenn Sie den Diri-

Ausstattung – Licht: Dietmar Solt

genten wissen, der die erste Aida in Verona leitete. Er ist Italiener, wirkte ab 1924 an der Metropolitan Opera, dirigierte 1963 zum letzten Mal in der Arena und starb 1968 in Rom. Ihre Antwort schicken Sie bis zum 17. April 2003 an: Port Media GmbH, Team Crescendo

30. Mai 2003

Senefelderstr. 14, 80336 München

GERHARD TÖTSCHINGER erzählt und liest:

Fax: (089) 741509-11, email: crescendo@portmedia.de Rechtsweg ausgeschlossen

„Wag ich´s, trag ich´s ....... Richard!“

>Auflösung: Der Grazer Bürger, nach dem wir im letzten Crescendo

Richard Wagner in Parodie und Kritik seiner Zeitgenossen.

fragten, ist der Dirigent Karl Böhm. Zwei Übernachtungen für zwei Personen in einem ****Hotel in Graz inkl. Kulturkarten und Stadtrundgang hat gewonnen:

29. Mai - 12. Juni 2003

Rosi Klotz aus Karlsruhe

Ausstellung im Museum Lebensspuren WAGNER UND DIE JUDEN >4:FOTO: ECHTERNACHFESTIVAL

von DR. MANFRED EGER.

REISE

HIFI BÜCHER CD DVD VORSCHAU

crescendo 02 2003 21

Erstmals gezeigt 1988 im Haus „Wahnfried“, Bayreuth.

Auskünfte und Kartenverkauf: TRODAT GmbH, Tel: 0043 7242/239-111, Fax: 0043 7242/239-935, Internet: www.trodat.net/wagner


angekündigt

plus regional

Bayern FOTO: ROLF COFFLET

Mehr als glamouröse Lückenfüller Themenbedachte Opernaufführungen im Passionstheater Oberammergau Theater und keine Messe.“ Denn bis dahin wurden den Oberammergau-„Pilgern“, die sich im Zehn-Jahres-Turnus in dem idyllischen Voralpen-Dorf einfanden, von kirchlicher Seite die gleichen religiösen „Vergünstigungen“ zugebilligt, als hätten sie einem Hochamt inclusive Eucharistie und Segensspruch beigewohnt. Seitdem hat es aus den Reihen der Einwohnerschaft Oberammergaus zum Teil hitzig geführte Diskussionen über Reformen des Passionsspiels gegeben. Der festen Überzeugung, dass auch eine Theaterbühne ein Ort mehr oder weniger religiöser Andacht sein kann, wollte man schließlich nicht völlig entsagen.

Mozarts Zauberflöte und Verdis Nabucco im Passionstheater Oberammergau: Die Inszenierungen von Prof. Günter Roth unter der musikalischen Leitung seines Teamkollegen Prof. Helge Dorsch versprechen auch in diesem Jahr zu beeindruckenden Opernerlebnissen vor ungewöhnlicher Kulisse zu werden. Dabei begann das Bespielen des „geweihten Orts“ zwischen den Passionsspiel-Jahren erst im vergangenen Sommer, eben mit der umjubelten Premiere des Nabucco. Den Anfang dazu legte allerdings schon in den 70er Jahren ein folgenreiches Ereignis. Damals nämlich stellte der Münchner Erzbischof ein für allemal fest: „Theater ist

Tiroler Festspiele Erl 2003 Gesamtleitung: Gustav Kuhn Passionsspielhaus Erl

Seit vergangenem Jahr steht das Passionstheater nun regelmäßig für Opernaufführungen offen. Aber eben – und das versteht sich von selbst – nicht für jede. Ein passendes Sujet, z. B. eine religiöse oder ethisch-philosophische Thematik, muss schon gegeben sein. Als „Türöffner“ diente 2002 Verdis Freiheitsoper Nabucco, die dieses Jahr wieder am 8. und 9. August zu sehen sein wird. Der riesige Erfolg (14.000 Zuschauer) machte Mut zu mehr: Am 6. und 7. Juni steht 2003 nun Mozarts letztes Bühnenwerk, Die Zauberflöte auf dem Programm – ein Werk, das höchste geistige Inhalte in einer genialen Mischung aus Singspiel, Opera buffa und Opera seria vermittelt. Das Libretto dazu verfasste der Schauspieler und Theaterleiter Emanuel Schikaneder. Er war in einer finanziellen Misere und bat daher seinen Logenbruder

„Dabei war ich immer ein extremer Bewe-

Ein Gespräch mit dem Intendanten des Mu-

bens zu jammern, habe ich damit begon-

sikfestivals Gut Immling Ludwig Baumann.

nen, ein Musikfestival ins Leben zu rufen.

Uhr: Uhr: Uhr: Uhr:

Das Rheingold Die Walküre Siegfried Götterdämmerung

Ring II 26. Juli, 19 Uhr: Das Rheingold 27. Juli, 17 Uhr: Die Walküre 29. Juli, 17 Uhr: Siegfried 31. Juli, 17 Uhr: Götterdämmerung Karten & Information: Österreich: +43-(0)512 / 57 88 88 Deutschland: +49-8106 / 63 30 www.innsbruck-information.at www.tiroler-festspiele.at

22 crescendo 01 2003

gungsmensch. Statt den Rest meines Le-

Vom 3. Juli bis 3. August ist nun schon unsere siebte Saison. Wir haben uns kontinuierlich gesteigert und die letzten Jahre sehr innovativ gearbeitet. Das hat sich herumgesprochen. Inzwischen besuchen uns jeden Sommer über 30 000 Menschen.“ Ihr Theater ist eine riesige Reithalle. Wie FOTO: REGINE KÖRNER

19 17 17 17

Karten: Tel. (08822) 923158. www.loreley-klassik.de

>1 Große Oper als Landpartie

Richard Wagner Der Ring des Nibelungen Ring I 12. Juli, 15. Juli, 19. Juli, 23. Juli,

Mozart, ihm eine Fantasy-Oper zu komponieren. Märchenhafte Stoffe waren gegen Ende des 18. Jahrhunderts sehr beliebt und so hoffte Schikaneder, der sich auch die Rolle des Papageno auf den Leib schrieb, auf regen Zulauf des (zahlenden) Publikums bei einer entsprechenden Inszenierung. Mit der hinreißenden Sarastro-Arie „In diesen heil’gen Hallen“ gelang es Mozart und seinem aus dem niederbayerischen Straubing stammenden Textdichter, ein Zeugnis ihres gemeinsamen Freimaurertums abzulegen. Zudem zieht sich die Zahl drei, die für Freimaurer von großer Wichtigkeit ist, wie ein roter Faden durch die Oper (dreimaliger Akkord, drei Damen, drei Knaben, drei Tempel). Wer da nicht an die christliche Trinität denkt …

muss man sich den Produktionsprozess vorstellen? „Für die Inszenierungen setzen wir junge Regisseure, Kostüm- und Bühnenbildner ein, die mit den wenigen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, in Teamarbeit Opti-

Eigentlich begann alles mit einem Unfall.

males herausholen müssen. Das einzige

Ludwig Baumann – über 30 Jahre lang er-

was Stadt- oder Staatstheatern gleich-

folgreicher Bariton an den großen Opern-

kommt, sind die langen Probenzeiten von

häusern der Welt – sah sich 1994 nach

bis zu vier, fünf oder sechs Wochen. Wenn

einem Sturz von der Bühne gezwungen,

andere schnell mal eine Million für irgend

seine Gesangskarriere schlagartig zu be-

etwas ausgeben, dann kostet das bei uns

enden.

nur 5000 Euro, weil wir die Bühnenbilder

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE

REGIONAL

BÜCHER CD DVD VORSCHAU


angekündigt

> 1 Gut Immling > 2 Bayerische Staatsoper > 3 BallettTheater München

> 4 Schloss Elmau > 5 Theater Augsburg > 6 Theater Nürnberg

>3 Getanzte Aphorismen

Maximilian Mangold (Gitarre), das Keller

beim Sägewerk geholt und los geht’s.“

Quartett und die beiden Pianisten Alexander

>6 Anfang und Ende

Unter welchen Kriterien wird das Pro-

Questions & Dances – so lautet der Titel

Lonquich und Cristina Barbutti.

Mit der Premiere von Das Rheingold am 4.

gramm zusammengestellt?

des neuen Tanzabends, den Philip Taylor in

Karten und Info: Tel. (08823) 18416.

Mai (19.30 Uhr) unter Leitung von GMD

Letztes Jahr haben wir erstmals unter einem

enger Kooperation mit der in Berlin leben-

www.elmau.de

Philippe Auguin hat die Oper Nürnberg

Motto (Shakespeare) gearbeitet. Dieses the-

den Kostüm- und Bühnenbildnerin Claudia Doderer seinem Ensemble – dem Ballett-

>5 Luxus,Liebe,Verbrechen

erstmals seit der Jahreswende 1958/59

matische Arbeiten hat sich bewährt: Wir waren zum ersten Mal ausverkauft. Nun wusste

Theater München – quasi auf den Leib

ich, dass ich 2003 Hoffmanns Erzählungen

choreografiert hat: eine lose verknüpfte

und Don Giovanni spielen wollte, denn noch

Folge mehr oder weniger für sich stehen-

müssen wir Werke anbieten, die die breite

der Bilder zur Musik von Johann Jacob

Masse ansprechen. Bei der Überlegung, die

Froberger, John Cage, Elena Kats-Chernin,

Opern in einen Zusammenhang zu bringen,

Graham Fitkin und John Adams. Trotz nar-

kam mir der Gedanke, Männer wie Giovanni,

rativer Hinterlegung soll das Publikum

Hoffmann oder auch der Faust (wir machen

diesmal „vor allem Spaß am Zuschauen“

handlungsarm angelegt, doch wird hier die

einen 12-Stunden-Tag rund um den Faust-

haben. Ein Wunsch, dem die leistungsstar-

Grundlage für alles Weitere gelegt: Albe-

Stoff) greifen nach Göttlichem, verführt von

ke Kompanie mit ihren so ausdrucksstar-

rich, der Liebe entsagend, raubt das

allem – oder sind eben auch Verführer. So

ken Tänzern sicher entsprechen kann. Ur-

machtverheißende Gold und schmiedet

wurde „Verführung in der Oper“ zu unserem

aufführungstermin am Staatstheater am

den Verderben bringenden Ring. Was folgt

diesjährigen Thema.“

Gärtnerplatz ist der 13. April (19 Uhr). Fol-

Die Oper als Krimi und Spiegel der Zeit:

Werden Sie noch selber aktiv mitwirken?

gevorstellungen: 15., 25., 27. April, 6., 11.,

Dieses vergnügliche Schurkenstück ist

„Das habe ich die letzten Jahre immer

14., 15. Mai (jeweils 20 Uhr).

dem Komponisten Eugen d’Albert und sei-

noch gemacht. Ich habe mitgesungen und

Karten und Info: Tel. (089) 21851960.

nem Textdichter Karl Michael von Levet-

Regie geführt, war danach aber am Ende.

www.staatstheater-am-gaertnerplatz.de

zow schon 1928 mit der Uraufführung der

wieder einen kompletten Zyklus des Wagner-Rings auf dem Spielplan. Und da in

FOTO: THEATER AUGSBURG

Rheingold – der Eröffnungsoper sozusagen – am meisten passiert, bleibt mit Spannung zu erwarten, wie der englische Regisseur Stephen Lawless den Beginn der Geschichte einfädelt. Zwar sind die folgenden drei Werke auch nicht gerade

FOTO: KARL FORSTER

komplett selber bauen: Da wird das Holz

dreiaktigen Opera grottesca Die Schwarze

Und das ist ja auch das Schöne, dass sich

Orchidee gelungen. Angesiedelt im New

nach den Vorstellungen alle wieder im Zelt

York der 20er Jahre treibt der Juwelendieb

zusammenfinden, wohin auch die Künstler

Percy mit Hilfe seines Komplizen – eines

ist Lug und Trug. Schnell wird deutlich,

kommen und noch bis in der Früh z. B. nea-

korrupten Polizisten – sein Unwesen in

dass auch den Göttern menschelnde Ge-

politanische Kanzonen zum Besten geben.“

Kreisen der High Society. Doch die unge-

fühle näher liegen als antike Erhabenheit.

Karten und Info: Tel. (08055) 904980.

wöhnliche, den Titel gebende Blume, die er

Für’s Erkennen solcher zeitlos gültiger Ver-

www.immling-musikfestival.de

jedem Opfer sozusagen als Visitenkarte

haltensweisen investiert man gerne das

hinterläßt, sorgt vor allem in Damenkreisen

bischen Sitzfleisch für die pausenlosen

für Furore … Premiere unter musikalischer

zweieinhalb Stunden – zumal Benoît

Leitung von Rudolf Piehlmayer ist am

Dugardyn schon bei den übrigen Teilen

FOTO: IDA ZENNA

Wir leiten ja auch die Gastronomie selbst:

Bayerische Staatsoper. “Saul”

>2 Musikalische Erbauung Am 28. April (19 Uhr) wird Händels Oratorium Saul zum ersten Mal an der Bayerischen

29. März. Folgevorstellungen am 6., 13.,

unter Beweis gestellt hat, wie ansprechend

Staatsoper zu erleben sein: als wirkungs-

15., 17., 27. April und 3., 22., 30. Mai.

seine Bühneninterpretationen sind.

kräftig choreografierte Oper – in Szene ge-

Karten und Info: Tel.: (0821) 3244900.

Karten: Tel. (0180) 1344276.

www.theater.augsburg.de

www.theater.nuernberg.de

setzt von Christof Loy und Herbert Murauer

>4 Kunst der Innerlichkeit

(Bühne, Kostüme), die damit ihr Debüt in

Kein geringerer als der Violoncellist Boris

München geben. Das Ensemble hervorra-

Pergamenschikow hat das Konzept für ein

gender Händel-Interpreten wie Alaister Miles

Großes Osterfestival zusammengestellt,

(Saul), John Mark Ainsley (Jonathan), David

das vom 18. bis zum 24. April auf Schloss

Daniels (David), Rebecca Evans (Merab),

Elmau unter seiner Mitwirkung stattfinden

Kevin Conners (High Priest) und Robert Tear

wird. Doch nicht nur die Auswahl der Stücke

(Witch of Endor) wird Ivor Bolton dirigieren.

ist exquisit. Ebenso freuen kann man sich

Weitere Vorstellungen: 4. (17 Uhr), 8., 10.,

über die Künstler, die zum Musizieren ins

12. Mai (19 Uhr), 1., 4. Juli (19 Uhr).

Hochtal am Fuß der Wettersteinwand kom-

Karten und Info: Tel. (089) 21851920.

men: Isabelle Faust (Violine), Christian Tetz-

www.staatsoper.de

laff (Violine/Viola), Sabine Meyer (Klarinette),

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> 7 Staatstheater am Gärtnerplatz > 8 … und außerdem:Musical Füssen, Bay.Staatsbibliothek,Philh.im Gasteig/Mün.,Mozarteum Orchester & Prinzregententheater

>7 Wohlklingende Künstlerrache

MODERNE: Ein musikalisches Leuchtfeuer

Feuersnot, das 1901 in Dresden uraufge-

der Transzendenz wollen die Münchner

führte Singgedicht, zu dem Ernst Ludwig

Philharmoniker unter der Leitung von Kent

Freiherr von Wolzogen die Vorlage lieferte,

Nagano am 9., 11. und 12. April in der Phil-

steht im Strauss’schen Opernschaffen für

harmonie entfachen, wenn sie Oliver Mes-

die temperamentvolle Aufbruchsstimmung

siaens kühne Sehnsuchtswelt Eclairs sur

und künstlerische Kompromisslosigkeit jener

l’au-delà präsentieren.

Zeit. Richard Strauss selbst bezeichnete

Karten und Info: Tel. (089) 54818181.

den nicht allzu oft gezeigten Einakter, den

www.muenchnerphilharmoniker.de

das Staatstheater am Gärtnerplatz am 18. Mai (auch 25., 27., 30. 5., 8. 6.) in Zusam-

KONZERT: Im Rahmen des Musiksommers

menarbeit mit der Bayerischen Theateraka-

zwischen Inn und Salzach veranstaltet das

demie neu herausbringt, als „kleines Inter-

Mozarteum Orchester Salzburg am 3. Mai

mezzo gegen das Theater, mit persönlichen

(20 Uhr) im Postsaal Trostberg ein erlese-

Motiven und kleiner Rache an der lieben

nes Konzert. Unter Markus Tomasi (Violine)

Vaterstadt“. Damit spielte er auf seine Ver-

und Herbert Lindsberger (Viola) werden

treibung als Münchner Hofkapellmeister drei

Werke von Mozart und Schubert erklingen.

Jahre nach der durchgefallenen Aufführung

Karten und Info: Tel. (08621) 1605.

seiner ersten Oper Guntram an. Ein Blick in

www.trostberg.de

den Inhalt ist deshalb zu empfehlen, bevor Chefdirigent David Stahl den Taktstock zu FOTO: MOZARTEUM

der nunmehr insgesamt fünften Münchner Inszenierung (Hellmuth Matiasek) ansetzt. Spielort ist das Prinzregententheater. Karten und Info: Tel. (089) 21851960. www.staatstheater-am-gaertnerplatz.de

>8 ...und außerdem

KLAVIER: Am 1. April wird Echo-Preisträger

MUSICAL: Ludwig II. – Sehnsucht nach dem

ter ein Solo-Recital mit Bach und Beetho-

Paradies ist eine außergewöhnliche Homma-

ven spielen. Im folgt am 3. Mai der umju-

Piotr Anderszewski im Prinzregententhea-

ge an den bayerischen Märchenkönig, die

belte chinesische Pianist Lang Lang mit

mit allen theatralen Mitteln (Musik: Franz

Werken von Haydn, Schubert, Tan Dun,

Hummel, Regie: Stephan Barbarino) den tra-

Schumann und Liszt.

gischen Lebensweg des berühmt-berüchtig-

Karten und Info: Tel. (089) 936093.

MOONLIGHT MILE

ten „Träumers“ nachzeichnet: erfrischend

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als Gesamtkunstwerk mit dem eigens dazu

OPER: Der Ring an der Bayer. Staatsoper ist

erbauten Festspielhaus am Forggensee –

vollendet. David Alden wird zwei zyklische

immer ein attraktives Ausflugsziel. Übrigens:

Aufführungen im Mai betreuen und dafür die

Welturaufführung des ambitionierten Projekts

Walküre neu inszenieren (7. Mai). Der IBS-Die

war im April vor genau drei Jahren!

Münchner Opernfreunde präsentiert dazu vier

Karten und Info: Tel. (01805) 583944.

Gesprächskonzerte mit dem Klavier-Performer

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Stefan Mickisch (27.April, 4., 17., 18. Mai).

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DER

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neu, durchaus tiefgründig und in seiner Art –

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Im Leben und in der Liebe erwarte das Unerwartete

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JAZZ: Freunde des Jazz sollten sich folgende Termine vormerken: 7. bis 11. Mai für

plus regional Bayern

die Internationale Jazzwoche Burghausen

Sonderseiten des Crescendo-Klassik-Magazins Redaktion: Vesna Mlakar (verantw.) Tel. (089) 741509-0, Fax -11 email: crescendo-bayern@portmedia.de Alle Verlagsangaben s. Impressum S. 32

und 26. April bis 4. Mai für den Kemptener Jazz Frühling. Info Burghausen: www.b-jazz.com Kontakt Kempten: Tel. (0831) 29276.

AB 03. APRIL 2003 IM KINO

24 crescendo 01 2003

INTERVIEW PORTRAIT

REGIONAL

BÜCHER


Das hört sich gut an Wer Klassik nicht nur im Konzert oder in der Oper hören will, sondern auch zu Hause, der braucht eine HiFi-Anlage. Tonmeister Moritz Bergfeld (MBM Musikproduktion) erklärt auf dieser Seite,was der Technik-Laie über HiFi wissen muss,wenn er zu Hause befriedigende Klänge erleben möchte.

Lautsprecheraufstellung

>1

Mit dem Klang eines Lautsprechers ver-

Lautsprecher möglichst gleich ist,

hält es sich wie mit dem Klang eines

können diese ein überzeugendes

Musikinstruments: Beide sind auf die aku-

Stereobild erzeugen. Dazu gehört,

stischen Bedingungen ihrer Umgebung

dass beide Lautsprecher den gleichen

angewiesen – sie bilden mit dem Raum,

Abstand von Seiten- und Rückwänden

in dem sie klingen, eine Einheit, die auch

haben und dass diese sich akustisch

das geschulte Ohr nicht aufzulösen ver-

ähnlich verhalten: Ein großes Bücher-

mag. So kommt es, dass Lautsprecher,

regal zum Beispiel absorbiert fast alle

die im Vorführraum Ihres Fachhändlers

höheren Frequenzen, während eine

noch so faszinierend geklungen haben, zu

Glasfront diese reflektiert, die Höhen-

Hause manchmal eine enttäuschende

wiedergabe eines in ihrer Nähe aufge-

Vorstellung geben. Auch dann, wenn Sie

stellten Lautsprechers also gleichzeitig

sie, wie allseits gefordert, mit ihrem Hör-

verstärkt und vergröbert. Achten Sie

platz zu einem gleichseitigen Dreieck ju-

auch darauf, dass die Akustik Ihres

stiert haben.

Wohnraums insgesamt nicht zu stark ist:

Um böse Überraschungen zu vermei-

Besonders der Fußboden sollte nicht zu viele hohe und mittlere Frequenzen reflek-

den, empfiehlt es sich also, vor der Ent-

tieren – ein dicker Teppich ist hier zu emp-

scheidung für den Kauf neuer Lautspre-

fehlen.

cher einige recht einfache Grundregeln zu beachten: Zunächst gilt es, das Volumen

Im Tiefbassbereich ist die Situation

des Hörraums und das der Lautsprecher

noch heikler: Jeder Lautsprecher strahlt

abzugleichen: Je kleiner der Raum, desto

hier in alle Richtungen gleich stark. Um

kleiner sollten die Lautsprecher sein.

Überbetonungen oder Auslöschungen ein-

Große Standlautsprecher klingen nur aus

zelner Frequenzen zu vermeiden, sollten

einiger Entfernung gut und die von ihnen

Sie die Lautsprecher deshalb unbedingt

entfesselte Bassgewalt überschreitet

möglichst weit entfernt von allen umge-

schnell das Absorbtionsvermögen kleiner

benden Wänden, besonders aber der

Räume. In besonders kleinen oder schma-

Rückwand, aufstellen – die Unterbringung

len Räumen sollten die Lautsprecher

im Bücherregal ist also die schlechteste

außerdem nicht über rückwärtig ange-

Alternative.

brachte Bassreflex-Öffnungen verfügen, um eine unsaubere Tiefenwiedergabe zu

Sie sehen, eine für Lautsprecher günsti-

vermeiden. Außerdem sollten Sie beim

ge Akustik stellt hohe Anforderungen an

Testen berücksichtigen: Erst bei längerem

Ihre Kompromissbereitschaft – besonders

entspanntem Hören Ihnen gut bekannter

dann, wenn Sie bedenken, dass nicht nur

CDs treten die eigentlichen Stärken und

die Lautsprecher frei im Raum stehen soll-

Schwächen einzelner Lautsprecher

ten; auch Ihr Hörplatz sollte sich möglichst

zutage.

weit entfernt von allen reflektierenden

Haben Sie sich einmal für ein Produkt

Wer nur wenig Raum in einem kleineren Wohnzimmer hat, braucht entsprechend kleine Lautsprecher. Mit 28,0 x 10,6 x 12,7 cm erfüllt das Bose 161TM Speaker System diese Voraussetzung. Passende Halterungen für die Lautsprecher werden mitgeliefert, sodass die Boxen problemlos in jede Wohnumgebung eingefügt werden können. Mehr Informationen unter www.bose.de

>2

Wer Lautsprecher nicht nur als technisches Gerät, sondern auch als Möbelstück betrachtet, das in die eigene Wohnumgebung passen soll, interessiert sich außer für den Klang auch für das Aussehen. Viele Boxenhersteller haben daher eine spezielle Philosophie, was das Design angeht. So z. B. Canton, deren Reihe Karat dasselbe Design in unterschiedlichen Größen anbietet.Abgebildet ist ein kleineres Modell, M30DC. Mehr Informationen unter www.canton.de

>3

Wer am liebsten gar keine Lautsprecher in seinem Wohnzimmer hätte und trotzdem nicht auf Musik verzichten will, greift am besten zu einem flachen System. Wie zum Beispiel zu dem von creaktiv – die Boxen werden wie ein Bild an die Wand gehängt. Außer den vielfältigen Motiven im Angebot kann man sich auch ein „Bild“ nach seinen eigenen Vorstellungen anfertigen lassen. Mehr Informationen unter www.creaktiv-hifi.de

>4

Wer etwas Platz in der Wohnung hat, kann darüber nachdenken, zum klassischen Standlautsprecher zu greifen. Hier gibt es eine schier unübersehbare Anzahl von Anbietern – je nach Geldbeutel, Geschmack und Platz muss jeder seine eigene Wahl treffen.Wenn Sie sich für die der crescendo-Redaktion interessieren:Wir hören mit den abgebildeten Boxen von B & W. Mehr Informationen unter www.bwspeakers.com

Flächen befinden. In einem solcherart gestalteten Wohnzimmer können Sie dann

entschieden, dann denken Sie daran: nur

aber mit ungetrübtem Hörvergnügen rech-

wenn die akustische Umgebung beider

nen.

EDITORIAL INHALT THEMA INTERVIEW PORTRAIT PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE

high fidelity

>1 Bose 161TM >2 Canton Karat M30DC >3 Creakustik >4 B & W TDM 9 NT >5 Triolon Excalibur

Wer nicht Lautsprecher für ein Wohnzimmer suchen muss, sondern sich sein Zimmer um die Boxen herum gestalten kann, ist in der glücklichen Lage, völlig frei zu wählen. Er kann sich zum Beispiel etwas so wunderschönes aussuchen wie die abgebildeten Lautsprecher von Acapella. Zugegeben, in die meisten Wohnzimmer würde neben den Triolon Excalibur nicht mehr viel passen. Aber natürlich baut Acapella auch noch kleinere Modelle … Mehr Informationen unter www.acapella.de

>5

Moritz Bergfeld

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BÜCHER CD DVD VORSCHAU

crescendo 02 2003 25


s e l e c t ! Aktuelle Klassikneuheiten, ausgewählt und vorgestellt NEU BEI RCA RED SEAL

NEU BEI DHM

VICTOR EMANUEL VON MONTETON: EIN STRAHLENDER EDELSTERN 1998, als er seine erstes Album präsentierte, galt er mit seinen 14 Jahren noch als „Wunderkind“: Graf Victor Emanuel von Monteton. Seine aktuelle CD stellt ihn als einen Künstler ganz anderen Formats vor: als einen, der für die großen Standardwerke der Klavierliteratur wie den beiden Beethoven-Klavierkonzerten Nr. 1 und 5 eine überzeugende eigene Deutung zu finden vermag und sie seinem Publikum mitreißend vermittelt. Musikalische Partner von höchster internationaler Klasse fand der junge Pianist dabei in der Academy of St Martin in the Fields unter Leitung von Sir Neville Marriner.

RCA RED SEAL 74321 95030 2 Die Klassik-CD-Bestsellerliste ab jetzt bei Ihrem Händler und samstags ab 16.00 Uhr zu hören bei

NEU BEI RCA RED SEAL NIKOLAJ ZNAIDER – BRAVO!

DONNA LEON UND HÄNDELS ZAUBERINNEN „La Maga Abbandonata“ – „Die verlassene Zauberin“ entstand nach einer Idee der Krimiautorin Donna Leon, einer großen Händel-Kennerin und -Verehrerin. Zusammen mit dem Alte-Musik-Spezialisten Alan Curtis und seinem Ensemble Il Complesso Barocco hat sie originale Arien und Szenen aus HändelOpern zusammengestellt. Sopranistin Simone Kermes (Sopran) und Maite Beaumont (Mezzosopran) schlüpfen in die Rolle der Zauberin – Händels tragische, ambivalente Heldin, die er in berühmten Opern wie Rionaldo oder Alcina mit besonderer Sorgfalt zeichnet. Das Programm schließt mit der Originalstimme von Donna Leon, die einen Ausschnitt aus ihrem Krimi „Acqua Alta“ liest. Die Hybrid-SACD (mit Stereo- und 5.1-SurroundKlang) ist auch für herkömmliche CD-Player geeignet. DHM 74321 95644 2

Nikolaj Znaider, 1975 als Sohn polnisch-israelischer Eltern in Dänemark geboren, zieht auf seinen weltweiten Konzertreisen von Erfolg zu Erfolg. Yehudi Menuhin feierte ihn als Nachfolger des legendären Ysaÿe, die Zeitschrift STRAD nannte ihn „gesegnet mit einer überwältigenden Beherrschung des

Instruments und dem Mut, unkonventionelle Interpretationen zu spielen, die an die goldene Zeit des Violinvortrags erinnern“. Damit verglichen ist der Titel seines neuen Albums eher kurz und bescheiden: BRAVO! heißt es, und es entführt alle Freunde der Geigenkunst in die Wunderwelt des Virtuosentums. RCA RED SEAL 82876 50470 2

NEU BEI ARTE NOVA „I PURITANI“ AUS BELLINIS HEIMATSTADT Nach seinem sensationellen „Ring des Nibelungen“ bei den Tiroler Festspielen Erl legt Gustav Kuhn jetzt Vincenzo Bellinis „I Puritani“ vor – eine Gesamteinspielung auf 3 CDs, entstanden an einem historischem Ort, dem Teatro Massimo Bellini di Catania. Die außergewöhnlich homogene Sängerbesetzung besteht größtenteils aus Mitgliedern Accademia di Montegral. Diese Akademie gründete Gustav Kuhn mit dem Ziel, außerordentliche Sängertalente intensiv auf die Anforderungen des Opernalltags vorzubereiten. Zu welch hinreißenden Ergebnissen Gustav Kuhns Konzept für eine Neubelebung und Qualitätssicherung der Oper führt, demonstriert diese Produktion aus der Heimatstadt Bellinis eindrucksvoll. ARTE NOVA 74321 87081 2

NIKOLAJ ZNAIDER KONZERTTERMINE 19. Juni Ludwigsburg, Festspiele 25./27. Juni Berlin

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1

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5

gehört

3

1

5 ausgezeichnet !

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4

ausgezeichnet!

crescendo – das klassikmagazin

CDs 1>Johann Christian Bach: Gioas, Rè di Giuda Hermann Max, der versierte und vitale Dirigent des „Kleinen Konzerts“, hat das einzige Oratorium des jüngsten Bach-Sohns ausgegraben. Stilistisch zwischen den Epochen von Barock und Klassik schweifend, enthält das Werk manch Schönes und Impulsives. Die Rezitative freilich sind Dutzendware, was vor dem Hintergrund einer für den heutigen Geschmack reichlich schematischen Handlung besonders auffällt. Hochrangige Solisten (in Sonderheit die unten Genannten) kaschieren das etwas. JM Ulrike Staude, Monika Frimmer, Tom Sol u.a., Rheinische Kantorei, Das Kleine Konzert: Hermann Max 2001. cpo 999895-2/jpc 2>Johann Sebastian Bach: Partiten für Cembalo Unter den Einspielungen von Bachs Solopartiten ist die Aufnahme mit Masaaki Suzuki eine interessante Ergänzung. Der in Kobe geborene Japaner, der nach seinem Studium bei Ton Koopman 1990 das Bach Collegium Japan gründete und neben dem Klavierwerk mit seinem Ensemble auch sämtliche Kirchenkantaten Bachs aufnimmt, folgt in den Partiten dem neuesten Notentext und verzichtet auf keine Wiederholung. Zwischen Glenn Goulds virtuoser Interpretation und Trevor Pinnocks resonanter Wiedergabe wählt Suzuki eine helltönige, die einzelnen Sätze ohne extreme Kontraste behutsam im Gleichgewicht haltende Auffassung. Auch der zweimanualige Cembalo-Nachbau von Willem Kroesbergen aus Utrecht ist klanglich ausgewogen. DZe M. Suzuki 2002. BIS CD1313/1314/Klassikcenter Kassel 3>Johann Sebastian Bach: Das Wohltemperierte Klavier II Relativ frei im Umgang mit dem Notierten, was Tempi und Verzierungen angeht, spielt Evgeni Koroliov das Wohltemperierte Klavier. Und versteht es dabei, alles ganz plausibel und einfach klingen zu lassen. Immer fließend und mit leichten Anschlag macht er die Komplexität der Komposition über weite Strecken vergessen. Eine Auffassung des Werks, die durch den exzellent aufgenommenen, intim klingenden Flügel unterstützt wird. „Nur wenn man sich nicht mit der Musik identifizieren kann, entsteht so etwas wie eine Interpretation, eine Interpretation eben als Missverständnis“, schreibt Koroliov im Booklet. Dass er sich mit dieser Musik identifiziert, kann man an jedem Ton hören. KH Evgeni Koroliov 2001. Tacet 104 4>Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte Nicolaus Harnoncourt als Spezialist für Alte Musik und der Pianist Pierre-Laurent Aimard als Botschafter der zeitgenössischen Musik haben zusammen die 5 Klavierkonzerte Beethovens ein-

PREMIERENSPIEGEL RÄTSEL REISE HIFI BÜCHER

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6

6

Jeden Monat erscheinen mehrere hundert Klassik-CDs in Deutschland. Die in Crescendo besprochenen CDs bilden also schon eine gezielte Auswahl. Einige wenige CDs wollen wir Ihnen besonders ans Herz legen. Aufnahmen, die unsere Rezensenten schlicht für „ausgezeichnet“ halten. Sie sind im Text an ihrer roten Färbung zu erkennen.

gespielt. Das Ergebnis sind nicht romantische Ausbrüche oder virtuose Klangkaskaden mit zurückhaltender Orchesteruntermalung. Vielmehr erlaubt es das an zeitgenössischer Klangsprache geschulte subtile Verständnis Aimards, fern jeder Mode Beethovens Sprache aufzuspüren und wiederzugeben. Die Intensität, die Aimard dabei im lyrischen 4. Konzert erreicht, ist atemberaubend, voll menschlicher Betroffenheit. Umso unangenehmer sind die störenden Nebengeräusche wie beispielsweise zu Beginn des langsamen Satzes im 3. Konzert. Nicht einschmeichelnd, manchmal fast schroff ist die Zwiesprache mit dem Orchester. Gleich einem lebhaften Ringen um Erkenntnis. EH Pierre-Laurent Aimard, Chamber Orchestra of Europe: Harnoncourt 2002. Teldec 8 0927-47334-2/Warner 5>Ludwig van Beethoven: Sinfonien Rattles lang erwarteter Beethoven-Zyklus dürfte auch hochgespannte Erwartungen erfüllen. Bei den live mitgeschnittenen und sorgfältig editierten Konzerten wurde das Orchester von Rattle zu einer höchst konzentrierten und gleichzeitig lustvollen Wiedergabe angespornt. Ein ganz klein bisschen kann man zwar die Tagesform heraushören: So sind die zweite und fünfte sowie die siebte und achte Sinfonie, die jeweils an einem Abend aufgeführt wurden, besonders rasant und spannungsgeladen gelungen; dagegen fällt der Mitschnitt der ersten und dritten Symphonie geringfügig ab. Dennoch ist der Zyklus in Summe überragend zu nennen. Rattle präsentiert einen „zeitgemäßen“ Beethoven – schlank, rasant und akzentuiert. Es gelingt ihm, die Brücke zu schlagen zwischen den Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis und dem traditionellen Klang eines großen Symphonieorchesters, was vor ihm schon Harnoncourt und Abbado – nur mit begrenztem Erfolg – versucht haben. Mit ihrem sehr spezifischen, gleichzeitig glänzenden und stählernen Klang sind die Wiener Philharmoniker für Rattles Interpretationsansatz das ideale Orchester. Sorry, Berlin – aber in Rattles Diskographie fehlen zum Glück ja noch Brahms, Bruckner und andere Große aus dem 19. Jahrhundert … TR Wiener Philharmoniker: Sir Simon Rattle 2002. EMI 7234 5574452 6>Hector Berlioz: Symphonie fantastique Eine herbe Enttäuschung: Selten habe ich diese revolutionärste aller Symphonien so spannungsarm dargeboten gehört. Die Orchesterleistung von Frankreichs erstem Orchester ist durchweg unterdurchschnittlich, ein glanzloses Mezzoforte, das alle schlechten Vorurteile über französische Orchester bestätigt, und auch der neue Chefdirigent Christoph Eschenbach setzt mit seinem lustlosen Dirigat keine eigenen Akzente. Schade. TR Orchestre de Paris: Christoph Eschenbach 2002. NaÏ ve V 4935/harmonia mundi

crescendo 02 2003 27

Klassik Bestseller 1 4

Nikolaus Harnoncourt

2 1

Andrea Bocelli

3 2

Anne-Sophie Mutter

4 3

Cecilia Bartoli

5 9

Wladyslaw Szpilman, Janus Olejniczak

6 11

Wiener Philharmoniker Neujahrskonzert 2003 Deutsche Grammophon – Universal Classcics Lorin Maazel, London Symphony Orchestra Sentimento Philipps-Universal Classics NEW YORK Philharmonic Orchestra, Masur Beethoven:Violinkonzert; Romanzen 1& 2 DECCA-Universal Classics The Art Of Cecilia Bartoli DECCA-Universal Classics (Universal) Polnische National-Philharmonie Warschau The Pianist – Soundtrack Sony Classical (Sony Music)

Angelika Kirchschlager Venice Baroque Orchestra, Andrea Marcon Bach-Arien Sony Classical (Sony Music)

7 7

Simon Rattle

8 5

Nigel Kennedy

9 8

Hilary Hahn

Berliner Philharmoniker Mahler Sinfonie Nr. 5 EMI Classics (EMI) Nigel Kennedy`s Greatest Hits EMI Classics (EMI)

Oslo Philharmonic Orchestra, Hugh Wolff Mendelssohn & Schostakowitsch: Violinkonzerte, Sony Classical (Sony Music)

10 10

Murray Perahia

11 6

Plácido Domingo

12 12

Wladyslaw Szpilman

13 17

Giuliano Carmignola

14 16

Tonu Kaljuste Swedish RSO

15 –

Maria Callas

16 14

Cecilia Bartoli

17 -

Chloe Hanslip

18 13

Anne Sofie von Otter

19 19

Montserrat Caballé

20 –

The very first recordings of Glenn Gould

Chopin Études Late Vivaldi Concertos Sony Classical (Sony Music) Orch.E Coro Sinfonico di Milano G.Verdi, Marcello Viotti, Sacred Songs Deutsche Grammophon-Universal Classics The Original Recordings Sony Classical (Sony Music)

Venice Baroque Orchestra, Andrea Marcon Late Vivaldi Concertos Sony Classical (Sony Music) Arvo Pärt: Orient & Occident ECM New Series-Universal Classics (Universal) Romantic Callas EMI Classics

Mozart-Arien Warner Classics (Warner Classics) Max Bruch: Violinkonzerte Nr. 1 und 3 Warner Classics

Les Musiciens du Louvre, Marc Minkowski Offenbach Arien & Szenen Deutsche Grammophon – Universal Classics Only Caballé RCA Victor

Sony Classical

Die Klassik-Charts für den Zeitraum vom 20.01.2003 bis 16.02.2003 wurden ermittelt durch Mediacontrol im Auftrag des Bundesverbandes der phonographischen Wirtschaft e.V. Weisse Rangnummer = Platzierung Vormonat


gehört

7

9

11

13

15

17

8

10

12

14

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7>Uri Caine/Ludwig van Beethoven: Diabelli Variations Anders als bei Mahler und weiteren seiner Klassik-Projekte verbündet sich der New Yorker Jazz-Pianist Uri Caine diesmal mit einem veritablen Sinfonieorchester, um die Klang- und Motivwelt Beethovens aus der Perspektive heutiger Zuhörer auszuloten. Die Diabellivariationen sind dabei der Rohstoff für originelle Arrangements, die das formidable Concerto Köln als historische Reminiszenzen zwischen und zusammen mit Caines Solopassagen einstreut. Nur bei drei der 34 Variationen entfernt sich Caine im Ragtime, Stride-Piano und Free Jazz vom Ausdruckscharakter Beethovens, einmal zitiert er Mozart. Überall spürt man jedoch die geistreiche, spielerische Auseinandersetzung – nicht als Dekonstruktion des Originals, sondern als subjektive, rhythmisch und melodisch vergnügliche Hommage an ein Genie. DZe Uri Caine, Klavier/Arrangements, Concerto Köln 2002. WDR/Music Edition Winter & Winter 910 086-2 8>Caroline Dale: „such sweet thunder“ Caroline Dale ist unbestritten eine hervorragende Cellistin, bekannt vor allem durch den Film „Hilary and Jackie“, bei dem sie der Darstellerin von Jaqueline du Pré ihren Cello-Klang lieh. Ihre Arrangements auf der CD „such sweet thunder“ sind aber eine Zumutung für den guten Geschmack. Nach der unerträglich klebrigen Version von Händels allzu populärer Sarabande sind die folgenden Stücke aus dem Pop- und Easy-Listening-Bereich, darunter vier Eigenkompositionen Dales, eine Erholung, auf Dauer aber furchtbar monoton und sentimental. Dazwischen steht das unverwüstliche Cello-Doppelkonzert von Vivaldi, ganz hübsch, allerdings nicht stilgerecht interpretiert, was durchaus auch mit einem nicht-historischen Instrumentarium möglich gewesen wäre. Gesamturteil: Uninteressant bis ärgerlich. PSa Caroline Dale, London Metropolitan Orchestra. Karma 5081512000/sony 9>Gaetano Donizetti: Lucie de Lammermoor Vier Jahre nach ihrer Uraufführung 1835 schuf Donizetti eine französische Lucia-Fassung. Sie verzichtet u.a. auf die Figur der Alisa, Lucias „Regnava nel silenzio“ und kürzt die Partie des Raimondo auf seinen Beitrag im Sextett. Der Mitschnitt aus Lyon überzeugt nicht zuletzt wegen der idiomatisch singenden Besetzung. Natalie Dessay beeindruckt in der Titelrolle mit kristalliner Brillanz und ist auch den tragischen Momenten gewachsen, ohne allerdings den Farbenreichtum aufbieten zu können, über den Patrizia Ciofi im Mitschnitt aus Martina Franca 1997 verfügt. In Bestform, trotz gelegentlicher veristischer Irrläufer, erleben wir Roberto Alagna, bewundernswert ausgewogen in den lyrischen und dramatischen Momenten und in allen Lagen klangschön; ideal der Rest der Besetzung. RF Alagna, Dessay, Tézier, Laho, Cavallier, Saelens, Orchestre & Choeur de l’Opéra National de Lyon: Pindo 2002. Virgin 7243 45528-2/EMI 10>Dream of the Orient Wären doch Crossoverprojekte immer so gelungen wie dieses! Auf der Suche nach dem Orientalischen in der Musik des 18. Jahrhunderts trifft Concerto Köln das Ensemble Sarband. Und

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man schafft es tatsächlich, gleichzeitig die Faszination des Fremden für Komponisten wie Mozart, Gluck oder Kraus plausibel und ihre Verarbeitung dieses Motivs hörbar zu machen. Nebenbei zu demonstrieren, wie wenig vom wirklichen Orient bei dieser Anverwandlung übrig bleibt. Und die Inspiration aus diesem Fremdartigen wiederum zu bemerkenswerten Interpretationen „klassischer“ Musik zu nutzen. KH Concerto Köln, Sarband, Ehrhardt, Ivanoff: 2003. Archiv 474 193-2/Universal 11>Juan Diego Flórez: Una furtiva lagrima. Arien von Donizetti & Bellini Er ist wirklich ein toller Typ. Nach seinem phänomenalen Rossini-Recital legt Juan Diego Flórez nun ein fast ebenso Staunen erregendes Programm mit Arien von Donizetti und Bellini vor. Dass er die Kunst des Belcanto – bzw. was man heute darunter versteht – meisterhaft beherrscht, zeigt auch diese Auswahl, bei der Flórez nicht vor unbekannteren Szenen zurückschreckt. Am schönsten gelungen sind die heiteren Arien, etwa aus Donizettis Rita, in denen sich sein überschäumendes Gesangstalent mit einer äußerlich bravourösen und keck inszenierten Darbietung deckt, vor allem in Tonios Arie aus Donizettis Regimentstochter. In einigen der melancholisch getönten Arien Bellinis könnte man sich einen reicher schattierten Vortrag, eine elegische Durchdringung vorstellen; da bleibt seine Interpretation etwas eindimensional. Doch das ist, wie wenn man von einem jungen Wein, der einmal zu den besten Jahrgängen gehören wird, die Reife eines ausgewogenen Bouquets erwarten würde. RF Orchestre Sinfonico e Coro di Milano Giuseppe Verdi: Riccardo Frizza 2002. Decca 473 440-2/Universal 12>Philip Glass: Naqoyqatsi Fans der Musik von Philip Glass werden vom dritten Teil der Qatsi-Trilogie sowieso begeistert sein. Doch dieses Mal gibt es auch einen Zugang für andere: Extra für Yo-Yo Ma hat der Komponist eine Solostimme konzipiert, die wie ein roter Faden die minimalistische Welt durchzieht. Wie der Cellist dabei die statischen Motive Glass’ mit Leben und Wärme erfüllt, ist faszinierend. Mit dem perfekt spielenden Orchester erzeugt er den für diese Musik typischen Sog in das Geschehen – da könnte man fast vergessen, dass eben doch die Bilder des Films fehlen. KH Philip Glass Ensemble, Ma, Riesman: 2002. Sony 0877092000 13>Karl Amadeus Hartmann: Sinfonien, Concerto funèbre Hartmanns Concerto funèbre für Violine und Streichorchester erinnert am ehesten an Bergs Violinkonzert Dem Andenken eines Engels. Ebenfalls für reines Streichorchester gesetzt ist Hartmanns 4. Symphonie. Die Zweite besteht aus einem einzigen groß angelegten Adagio, in dem ich allerdings nicht die Bruckner-Ähnlichkeit zu erkennen vermag, von der das Booklet spricht. Vladimir Spivakov, die Kölner Gürzenich-Musiker und James Conlon musizieren mit Verve, auch wenn es nicht so klingt, als ob ihnen Hartmann eine Herzensangelegenheit sei. TR Spivakov, Gürzenich-Orchester Kölner Philharmoniker: Conlon 2001. Capriccio 10893

14>Mauricio Kagel: a Auf dieser CD sind vier Stücke Kagels aus der Zeit von 1961 bis 1972 vereint: Morceau de concours, ein Stück für zwei Trompeten, die sich virtuos mäandernd umeinander schlingen. Die bekannte Phantasie für Orgel mit Obligati, ein Zwischending von Musikstück und Hörspiel, den Tagesablauf eines Organisten darstellend. Atem ist die einzige Schwachstelle, da hier die visuellen Elemente der Performance fehlen. Als Höhepunkt schließlich Improvisation ajoutée für Orgel, zwei Registranten und Chor. Kagel selber hat diese Version erstellt, die seinem Klangideal genau entspricht. a ist kurzweilig, hat einen hohen dokumentarischen Wert, ist hervorragend eingespielt und macht Spaß. DK Forman/Gross, Herz, Globokar, Straten/Schütze, Düsseldorfer Kammerchor/Vogelsänger, Kagel/Klein 1996. Aulos 66075/Musikwelt 15>Kammermusik: Beethoven, Dvorak, Janá˘cek, Mozart Maxim Vengerov ist ein sportlicher Geigertyp und seine Version der Frühlings- und Kreutzersonate kann man auch nach Jahren immer noch entspannt und zurückgelehnt genießen. Technisch brilliert der Russe, sei es mit Itamar Golan oder Alexander Markovich (Klavier). Dabei klingt die ein Jahr später (1992) produzierte Kreutzersonate noch eleganter, unhektischer, überzeugender. Zwar wird dem Kunden mit dieser neugekürten Warner-Box alter Wein in neuen Schläuchen feilgeboten. Doch alter Wein (Jahrgänge 1990, 91, 92, 94, 96) muss nicht schlecht munden, wie die Auswahl beweist. Das Beethovenseptett op. 20, kredenzt mit den Berliner Solisten, ist schon sein Geld wert. Die restlichen CDs sind tschechischer Kammermusik gewidmet (u.a.: Amerikanisches Streichquartett mit dem Kellerquartett; Janá˘c ek: Streichquartette 1+2 mit dem New Helsinki Quartett). MSt apexquad 0927 49422 2/Warner 16>Franz Liszt: Transkriptionen Jahrzehntelang waren sie verpönt, doch jetzt sind sie wieder auf dem Vormarsch: Transkriptionen berühmter Opern und Orchesterwerke für Klavier. Ein Meister solcher musikalischer Übersetzungen war Franz Liszt, dessen Transkriptionen die orchestralen Möglichkeiten des Klaviers ausloten und die einen eigenen kompositorischen Wert besitzen. Fabian Dobler hat mit pianistischer Verve und musikalischem Einfühlungsvermögen Liszts Transkriptionen von Beethovens 5. Sinfonie, Isoldes Liebestod und Rigoletto eingespielt, wobei sich besonders Verdi auf dem Flügel gut macht. NL Fabian Dobler 2002. Animato ACD 6070 17>Jules Massenet: Werther Unter den Einspielungen von Massenets Werther könnte sich die Live-Aufnahme aus Lille als Geheimtipp erweisen. Jean-Claude Casadesus hat eine überaus temperament- und geschmackvolle Interpretation erarbeitet. Lyrisch fließendes Melos und dramatische Akzente sind gleichermaßen zu bewundern. Für intensive, authentisch wirkende Emotionalität sorgen nicht zuletzt ein sensibler Werther (Marcus Haddock) und eine selbstbewußte, sinnliche Charlotte (Béatrice Uria-Monzon). HGV Haddock, Uria-Monzon, Massis, J. Azzaretti, Marlière u.a., Orch. National de Lille: Casadesus 1999. Naxos 8.660072-73

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18>Felix Mendelssohn-Bartholdy: Werke für Violoncello und Klavier Wenige Monate nach der Einspielung mit Maisky und Tiempo kommt eine neue mit dem gut aufeinander eingespielten Berliner Duo Vogler-Lortie. Die Interpretationen könnten aber kaum unterschiedlicher sein: Wo Maisky den letzten Tropfen Ausdruck aus der Musik gemolken hatte, bevorzugen Vogler und Lortie einen direkteren, „aus dem Bauch heraus“-Musizierstil, der die Musik für sich reden lässt und nicht versucht, etwas heraus zu holen, was vielleicht gar nicht drin steckt. Die Aufnahme ist auch etwas distanzierter und platziert die Spieler in einem erkennbaren Raum. Die notorisch schwierige Balance zwischen dem Cello und den hyperaktiven Klavierpart ist sehr gelungen, und die Aufnahme kann wärmstens empfohlen werden. CMS Jan Vogler, Louis Lortie 2003. Berlin Classics 00175628BC/edel 19>Mendelssohn-Bartholdy: Streichquartette Das Streichquartett op. 80 ist im Schaffen Mendelssohns einzigartig: entstanden im Sterbejahr des Komponisten, 1847. Mendelssohn bricht mit seiner sonst bevorzugten Art des sehr homogenen Komponierens zugunsten einer hohen Expressivität. Diesem Stück wird das frühe Quartett op. 12 gegenüber gestellt. Das Henschel Quartett spielt mit einem wunderbar organischen Ensembleklang, ohne jedoch ins Schwelgerische abzugleiten oder zu romantisieren. Für das Quartett op. 12 optimal, dem großen op. 80 fehlt vielleicht das letzte Quäntchen an dramatischer Zuspitzung. Dem Hörgenuß tut das keinen Abbruch. DK Henschel Quartett 2001. Arte Nova 74321 96521 2/BMG 20>Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonien Sämtliche Mozartsymphonien stellt das niederländische Budgetlabel Joanrecords vor. Mit viel Licht und einigem Schatten. Nicht nur, dass die frühen Sinfonien viel besser klingen als die andernorts aufgenommen, sehr flachen späten Sinfonien; auch eine gewisse Hektik kennzeichnet viele Interpretationen. Hätte man sich etwas mehr Zeit für die Aufnahmen genommen, wäre das eine bemerkenswerte Reihe geworden: gute Ideen, die aber oft im Ansatz stecken bleiben. Zu viele Ungenauigkeiten sind auf die CD gelangt. So steht eine exzellente Aufnahme wie die der Pariser Sinfonie neben einer eher schlampig gespielten Sinfonie KV 543. Insgesamt kann man bei diesem Angebot aber sagen: Allein für die beiden zupackend-dynamisch gespielten g-mollSinfonien lohnt sich schon der Kauf. KH Mozart Akademie Amsterdam: ter Linden 2001/2002. Brilliant Classics 99730/99715 21>Giovanni Paisiello: Pulcinella vendicato Pulcinella vendicato ist eine gesungene Commedia dell’arte. Das erfolgreiche Stück wurde um 1770 von Paisiello vertont in einem Stil, der zwischen Pergolesi und dem frühen Mozart angesiedelt ist. Antonio Florio holte die Partitur aus dem Archiv und sorgte für eine farbenreiche, lebendige Einspielung der melodisch eingängigen Musik. Den Wortwitz der Rezitative bringt das muntere Sängerensemble zur Geltung. Giuseppe de Vittorio stattet Pulcinella mit angenehmer Tenorstimme aus, Roberta Invernizzi gibt eine Carmosina, die nie auf den Mund gefallen ist, und Maria

Ercolano singt die Claudia mit raumgreifendem Sopran. Auch die anderen Solisten passen wunderbar zu ihren Rollen. NL di Vittorio, Invernizzi u.a., Cappella de’turchini: Florio 2002. NaÏ ve OP 30205/harmonia mundi 22>Mikhail Pletnev: Prokofiew & Rachmaninov Der Russe Mikhail Pletnev zählt zu den Top 10 der lebenden Pianisten. Inniglich schwelgen – vor allem im Rachmaninov! – das kann er und treffsicher zuhauen auch. Sein Übervater Rostropowitsch hilft ihm dabei als Dirigent des Russian National Orchestra, das so etwas wie ein Sammelbecken für die russische Orchestermusikerelite geworden ist. Verglichen mit seinem russischen Kollegen Vladimir Krainev, der Prokofiew III vor 12 Jahren mit dem RSO Frankfurt produzierte, kann Pletnev ein Plus an Präsenz und Empfindsamkeit verbuchen. Krainev ist dagegen energischer, temporeicher. Ein spannender Vergleich. MSt Pletnev, Russian National Orchestra: Rostropovich 2002. DG 471 370-2/Universal 23>Domenico Scarlatti: Sonaten „Scarlattis Sonaten sind Musik, die einen selbst wieder aufrichtet, weil sie gut ist, erfrischend und einzigartig“ – so Christian Zacharias. Aufrichtend nicht etwa, weil er Scarlatti als naiv-unschuldige Musik mit schönen Harmoniegängen begreift – vielmehr erscheint es, als hätten der Komponist und der Interpret die gleiche Muttersprache. Jede Phrasenwiederholung bekommt eine andere Klangfarbe. Die Sonaten Scarlattis werden bei Zacharias zu dicht gewebten Stimmungsbildern. Nur ein genialer Künstler kann mit souveräner Natürlichkeit einerseits den Klang wie weiche Tonerde modellieren, mal ein zupfendes Cembalo imitierend, gleich darauf glockenreine Töne anschlagend und gleichzeitig sein Konzept so selbstverständlich verfolgen, dass jede kleinste Agogik, jede dynamische Veränderung als richtig und notwendig empfunden wird. EH Christian Zacharias 2002. MDG 340 1162–2/Naxos 24/25>Franz Schubert: Werke für Klavier vierhändig Schuberts Kompositionen für Klavier zu vier Händen sind mehr als nur Gelegenheitswerke. Jetzt liegen gleich zwei Aufnahmen vor, die eine mit dem Duo Tharaud und Zhu, die andere mit Gulda und Hinterhuber. Das Repertoire ist fast identisch, Tharaud und Zhu haben vor die Variationen D 813 und die große f-mollFantasie das Divertissement à l’hongroise gestellt, Gulda und Hinterhuber spielen stattdessen Lebensstürme. Wer Klangfülle und sinnliche Farbigkeit schätzt, wird bei dem französisch-chinesischen Duo auf seine Kosten kommen, wer transparente Interpretationen liebt, wird eher zu Gulda und Hinterhuber greifen. Grundlegende Unterschiede in der Wiedergabe eines Schlüsselwerks wie der f-moll-Fantasie sind nicht zu finden. NL Divertissement à la hongroise. Alexandre Tharaud, Xiao-Mei Zhu 2002. Harmonia mundi HMC 907173 Schubert: Piano Works for Four Hands. Rico Gulda, Christopher Hinterhuber 2002. Naxos 8.555930 26>Franz Schubert: Der Tod und das Mädchen; Schostakowitsch: Kammersinfonie op. 110a. Oft wurde festgestellt, dass Schuberts Streichquartett Der Tod und das Mädchen einen Zug ins Orchestrale hat. Aus der

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Beinahe-Überforderung des Quartetts resultiert eine besondere Intensität, die leicht verlorengeht, wenn das Werk von einem Streichorchester gespielt wird wie hier in der neuen Übertragung von Lavard Skou-Larsen. Der Versuch des Dirigenten, diesen Mangel durch theatralische Verzögerungen zu kompensieren, wirkt in der Aufnahme aufgesetzt. Viel überzeugender interpretiert ist die von Schostakowitsch autorisierte Orchesterfassung seines 8. Streichquartetts. Das extrem langsame Tempo im 1. und 5. Satz verursacht beinahe körperliche Qualen, erfüllt damit aber die Ausdrucksabsicht des tragischen Werks. PSa Salzburg Chamber Soloists: Skou-Larsen 2002. Coviello Classics 30201/audiophile sound distribution 27>Robert Schumann: Lieder Vol. 7 Die Einspielung aller Lieder, Duette und Quartette von Schumann bei Hyperion ist mit Teil 7 etwa in der Mitte angelangt. Der enzyklopädische Charakter dieses Unterfangens schlägt sich in den Booklets nieder, in denen Johnson auf über 100 Seiten pro CD jedes einzelne Lied analysiert. Für den Liebesliederzyklus Myrten, der wechselnd von Sopran und Tenor gesungen wird, und die Duette op. 34 und 78 hat Johnson mit Dorothea Röschmann und Ian Bostridge zwei gut miteinander harmonierende und sehr wandlungsfähige Stimmen gewonnen. Bostridges Vibrato ist lediglich bei manchen schlichten Liedern zu stark. Röschmann singt auch die einfachsten Melodien hinreißend schön, während Bostridge in den dramatischen Nummern am stärksten ist. Johnson ist ein sensibler und intelligenter Begleiter. PSa Dorothea Röschmann, Ian Bostridge, Graham Johnson 2002. Hyperion CDJ 33107/Codaex 28>Robert Schumann: Streichquartette Nr. 1 und 3 Das Zehetmair Quartett setzt neue Maßstäbe an Intensität und Unmittelbarkeit des Ausdrucks durch Auswendigspielen. Schumanns erstes Quartett rückt hier in die Nähe von Beethoven, die Akzente werden scharf artikuliert, die Tempi sind schnell, alle falsche Sentimentalität wird über Bord geworfen. Der Klang ist schlank und transparent. Manche gesangliche Stelle hätte weicher klingen dürfen, um des Kontrasts willen, denn Schumann war ein Mensch der Extreme. Vielleicht war es aber Absicht, die drastischen Gegensätze für das romantischere dritte Quartett aufzusparen. Die bestürzend eindringliche Interpretation dieses Quartetts sollte sich niemand entgehen lassen. PSa Zehetmair Quartett 2002. ECM New Series 1793 29>Robert Schumann/Johannes Brahms: Werke für Klavier vierhändig Hinter dem Titel „inspiration & adoration“ verbergen sich feinfühlige Interpretationen zweier Originalkompositionen und einer Transkription für Klavier vierhändig. Nachdem der Schock ob der fehlenden Streicher im Klavierquartett überwunden war, habe ich die idiomatische Brahms´sche Bearbeitung doch schätzen gelernt: Durch geschickte Oktavverdopplungen und -verlagerungen verdeutlicht er das Original für das neue, klangfarbenärmere Medium. In den bewährten vier Händen von Yaara Tal und Andreas Groethuysen sind sowohl Schumann als auch Brahms bestens aufgehoben. CMS Tal & Groethuysen 2003. Sony Classical SMK 87314

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30>Antonio Vivaldi: L’Olimpiade Einen Ohrenschmaus bietet Rinaldo Alessandrinis Version von Vivaldis Oper! Das brillante Sängerensemble ist in den virtuosen Partien ebenso überzeugend wie in den ausgedehnten Liebesklagen, und Sara Mingardo singt in den Rezitativen so dramatisch, dass man keine Bilder braucht und auch keine deutsche Übersetzung (die man allerdings in einem 156-Seiten Booklet schon unterbringen könnte). Einziger Wermutstropfen in der Aufnahme ist die spürbare Distanz zwischen dem (ebenfalls exzellenten Orchester) und den Sängern, die wohl durch die Aufnahmetechnik zustande kommt. KH Mingardo, Invernizzi, Prina, Kulikova, Giordano, Novaro, Foresti, Concerto Italiano: Alessandrini 2002. Opus 111 op 30316/harmonia mundi 31>Hugo Wolf: Italienisches Liederbuch Hugo Wolf war ein ähnlich produktiver Liedkomponist wie Schubert, ohne je an dessen Popularität heran gekommen zu sein. Dieses Jahr ist Wolfs 100. Todesjahr, und eine der gelungensten Erinnerungen dürfte die Gesamtaufnahme des Italienischen Liederbuchs mit Soile Isokoski, Bo Skovhus und Marita Viitasalo sein. Die beiden Bände des Liederbuchs ergeben zusammen eine innere Dramaturgie der wechselseitigen Gefühle von Liebenden, schwankend zwischen inniger Verliebtheit und rasender Eifersucht. Isokoski verleiht dem Sopranpart zahlreiche Facetten, singt mal schnippisch und mal zart, wie Text und Musik es vorgeben. Skovhus ist mit geschmeidigem Bariton der Liebhaber zwischen Hoffen und Verzweifeln. Viitasalo steuert einen transparent leuchtenden Klavierpart bei. NL Isokoski/Skovhus, Viitasalo 2002. Ondine ODE 998-2D/Note 1

BLÄSERKAMMERMUSIK 32>Antal Doráti (1906-88) war einer der großen Dirigenten seiner Generation, aber seit seiner Studienzeit (bei Bartók und Kodály) komponierte er auch kontinuierlich. Seine Oboenstücke, für Heinz Holliger konzipiert, zeugen von einem profunden Verständnis der instrumentalen Möglichkeiten. Yeon-Hee Kwak und ihre Mitstreiter (Chia Chou und das Leipziger Streichquartett) haben sich in die persönliche Klangwelt Doratis eingefühlt und eine Referenzaufnahme produziert. MDG 603 1126-2/Naxos 33>„Biedermeier-Flöte“ könnte der Titel dieser Aufnahme des Berliner Philharmonischen Soloflötisten Emanuel Pahud lauten. Meist leichtere Kost (Schubert, Beethoven, Weber), ist die Musik stets ideal auf die Instrumente zugeschnitten. Die erprobte Partnerschaft von Pahud und seinem Begleiter Eric Le Sage ist eine reine Ohrenfreude. naïve V 4863/harmonia mundi 34>Die klassische Kombination von Klarinette, Violoncello und Klavier hat im Laufe der Zeit einige kammermusikalische Juwele hervorgebracht. Zwei von ihnen präsentieren nun Jörg Widmann, Jan Vogler und Ewa Kupiec: Das Gassenhauer-Trio und das späte Werk Brahms´ werden vital-extrovertiert dargeboten. Den etwas gewöhnungsbedürftigen „Füller“ hat der Klarinettist selbst beigetragen. Und wie selten in einer Klaviertrio-Aufnahme

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ist das Cello perfekt im Bild! Berlin Classics 0017492BC/edel 35>Nach dem ersten Schock (Bachs Badinerie in einer verjazzten Version) fand ich die CD vom Saxophon-Quartett Saxofourte sehr vergnüglich. Evergreens und neuere Musik Seite an Seite bilden ein abwechslungsreiches Programm, das das Ensemble im besten Licht zeigt. Auch wenn man sich einen etwas weniger „reinen“ Klang für Bernsteins Mambo oder für die Tangos wünschen könnte, ist doch das Spektrum des gebotenen Programms mehr als genug Entschädigung. RCA 74321 93866-2/BMG CMS

KLASSISCHE MODERNE 36>1993 startete die Decca-Reihe „Entartete Musik“ mit Kreneks Jonny spielt auf und Korngolds Das Wunder der Heliane. Bis zum Jahr 2000 folgten weitere 28 CDs, die die ganze Bandbreite der von den Nazis verfemten Musikern und ihre wichtigsten Werke vorstellte: Von Schönberg bis zum Operetten-Meister Emerich Kálmán, vom Spätromantiker Schreker über den Polit-Komponisten Eisler bis hin zu den in Theresienstadt ermordeten Ullmann, Haas und Krása. Nun präsentiert die Decca ihre editorische Großtat in einer Neuauflage: wichtige Werke in zumeist hervorragenden Einspielungen. Wer sich im verführerischen Angebot nicht entscheiden kann, für den gibt es zum Einstieg eine Doppel-CD mit Höhepunkten der Reihe: „Meisterwerke einer verlorenen Epoche“. Decca 473 691-2/Universal 37>Dem gleichen Repertoire widmet sich das Label mit dem schönen Namen Edition Abseits. Kolja Lessing, beharrlicher Streiter für vergessene Werke der klassischen Moderne, legt wieder drei erstaunliche Ersteinspielungen vor: stilistisch ganz unterschiedliche Klaviersonaten von drei Meisterschülern Schrekers – Karol Rathaus, Jerzy Fitelberg und Grete von Zieritz. EDA 019-2/Klassik-Center Kassel 38>Auch die neue Viktor-Ullmann-CD der Serie „Czech‚ Degenerate’ Music“, die beim Label Praga erscheint, zeichnet sich durch große Ernsthaftigkeit und Genauigkeit aus: Das Kocian Quartett spielt Ullmanns Streichquartett Nr. 3, Radoslav Kvapil die Klaviersonaten 5 bis 7, die alle 1943/44 in Theresienstadt entstanden. Praga PRD 250 180/harmonia mundi 39>Wiederzuentdecken gilt es auch den Wiener Hans Gál, bis 1933 Direktor der Musikhochschule in Mainz und 1987 mit 97 Jahren in Edinburgh gestorben. Die beiden von Annett-Barbara Vogel (Geige) bzw. Fulbert Slenczka (Cello) und der Pianistin Réne Lecuona eingespielten Sonaten sind weit ausgreifende, spätromantisch-melodienreiche Werke von großer Expressivität. Cybele 360.901 AC

STREICHQUARTETTE 40>Das Hagen Quartett wagt sich an Beethovens op. 130 in seiner Originalfassung und liefert eine überwältigende Interpretation, bei der jedoch das Spielerische der Mittelsätze etwas abhanden kommt. Die Füller (Mozart: Adagio und Fuge KV 546, Bach/Mozart: Vier Fugen) sind ähnlich gelungen: Bei aller Genauigkeit und Transparenz der kontrapunktischen Textur wirken

sie etwas zu ernst. Dt. Grammophon 471 580-2 41>Georges Onslow wurde seinerzeit als Beethovens Erbe in Sachen Streichquartett gesehen. Die vorliegende Auswahl zeigt einen Komponisten, der es durchaus verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden. In den Händen des Mandelring-Quartetts ist er bestens aufgehoben. cpo 999 793-2/jpc 42>Das aus Weimar stammende Klenke-Quartett bietet mit Mendelssohns op. 13 ein weiteres Werk, das in der Nachfolge Beethovens komponiert wurde und sogar aus dessen späten Quartetten zitiert. Ganz anders das einzige Quartett des Autodidakten Karl Goldmark, das mit einer beinah orchestralen Klangfülle aufwartet. Die Musikerinnen erweisen dieser Neuentdeckung alle Ehre. Hänssler 93.077/Naxos 43>Das Leipziger Streichquartett präsentiert das gesamte kammermusikalische Schaffen des amerikanischen Alleingängers Charles Ives. Schon weil diese faszinierenden Stücke nie in Konzertprogrammen auftauchen, ist die CD absolut empfehlenswert; um so mehr, wenn die kultivierte Spielart des Ensembles die potpourriartigen Werke in willkommener Klarheit darstellt (m. Steffen Schleiermacher, p, Yeon-Hee Kwak, Englischhorn). MDG 307 1143-2/Naxos CMS

JAZZ 44>Es gilt einen besonderen Geburtstag zu feiern: Paul Kuhn wurde am 12. März 75. Der „Mann am Klavier“, jahrzehntelang eine feste Institution auf bundesdeutschen Bildschirmen, hat sich in den letzten Jahren seiner Jazz-Wurzeln besonnen. Young at Heart zeigt Kuhn erneut als versierten Arrangeur und Improvisator. Die Standards (und zwei Originale) bewegen sich zwischen Trio und Big-Band-Sound: Inspirierter, klassisch-swingender Jazz (m. G. Kauffeld, voc, B. Bailey, tp, D. Goykovich, tp, G. Mayer, sax, P. Weniger, sax, J. Whigham, tb, P.G. Ulrich, b, W. Ketzer, dr). In+Out-Records IOR 77046-2 45>Futter für Posaunenfreunde: Zu One 4 J, einer Hommage an J.J. Johnson, hat Steve Turre fünf Posaunenkollegen versammelt: Joe Alessi, Steve Davis, als zweiter Hauptsolist Robin Eubanks, Andre Hayward und Douglas Purviance. Unterstützt von Klavier, Bass und Schlagzeug (S. Scott, P. Washington, V. Lewis) bieten sie locker groovenden, virtuosen Bop. Telarc 83555 46>Kind of Porgy and Bess des italienischen Trompeters Paolo Fresu bietet eine ungewöhnliche, aber gelungene Fassung von George Gershwins Opernmelodien. Das liegt vor allem an der mal fernöstlichen, mal rockigen Gitarre von Nguyen Le, den Fender-Rhodes-Einwürfen von Antonello Salis und den Gastbeiträgen des Sängers und Oud-Spielers Dhafer Youssef (m. F. di Castri, b, R. Gatto, dr) BMG 74321 951952 47>Durch weite Klanglandschaften voller Melancholie und einschmeichelnder Melodik führt die Debüt-CD des exquisiten Tilman Dehnhard Quintetts aus Berlin. Koala Lounge verführt zum Träumen und Abheben. (m. S. Klammer, tp, K. Brückner, g, O. Potratz, b, E. Schaefer, dr) Traumton 4466 48>Noch sparsamer gehalten ist die erste CD des meisterlichen Trios John Taylor, Marc Johnson, Bass, und Joey Baron, Drums. Mit seinem Trio Azimuth und als Sideman auf zahlrei-

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Klangerlebnis 99Alte Musik Orient trifft Okzident! Concerto Köln und das Ensemble für frühe türkisch-arabische Musik Sarband musizieren gemeinsam den „Traum vom Orient“ der europäischen Komponisten des 18. Jahrhunderts und ihrer authentischen Vorbilder. Original und originell, ein Kulturaustausch der besonderen Art. Concerto Kölns Debütalbum bei Archiv Produktion!

chen CDs von Garbarek, Wheeler, Erskine oder Surman gehört der 61-jährige britische Pianist seit vielen Jahren zu den prägenden Musikern des Labels ECM. Um so erstaunlicher, dass er mit Rosslyn nun erst sein ECM-Debüt unter eigenem Namen gibt. ECM 6012 159924-2 49>Wayne Shorter, einer der wenigen „Super-Stars“ des Jazz, legt nach acht Jahren Pause ein neues (rein akustisches) Studio-Album vor. Trotz hochkarätiger Begleitung in unterschiedlichen Kombinationen (D. Perez/B. Mehldau, p, C. Potter, cl/sax, J. Patitucci, b, B. Blade/T.L. Carrinton, dr, A. Acuna, perc) ist Alegía eine große EinMann-Show. Der fast 70-jährige Shorter, der mit zunehmendem Alter immer suchender, forschender und gleichzeitig konzentrierter wirkt, erweist sich erneut als großer Improvisator an Tenor und Sopran. Verve 543 558-2/Universal 50>Einen eminent politischen Anspruch vertritt Gilad Atzmon, Israeli im selbstgewählten „Exil“ London. Explizit will der Saxophonist auf die Leiden der Palästinenser aufmerksam machen, indem er etwa traditionellen jüdischen Liedern ein arabisches Klanggewand gibt. Exile bietet exotischen, zumeist orientalisch anmutenden Jazz – eine wilde, teils hörbar zornige, aber sehr überzeugende Mischung. enja TIP-888 844-2 AC

mehrkanal crescendo – das klassikmagazin

51>Jean-Philippe Rameau: Pièces de clavecin en concert Klanglich überragend erscheint barocke Kammermusik auf dieser SACD. Wunderbar abgebildete Instrumente in perfekter Balance und Raumklang pur bringen die von Rameau in Musik gesetzten Personen, Charaktere und Orte ins Wohnzimmer. Das Trio spielt äußerst konzentriert und kontrolliert – und gleichzeitig mit großer Expressivität, und sucht erfolgreich für jeden Einfall Rameaus den richtigen Klang. KH Trevor Pinnock, Rachel Podger, Jonathan Manson 2002. SACD Channel Classics CCS SA 19002/harmonia mundi 52>Heinrich Ignaz Franz Biber: Missa Salisburgensis Endlich einmal die richtige Musik für eine Mehrkanalaufnahme: die mehrchörige, 53-stimmige Messe aus dem Jahr 1682. Leider ist der Aufnahme aber anzuhören, dass sie ursprünglich als Stereoversion konzipiert war und erst nachträglich neu abgemischt wurde. Während die Abbildung der zum Teil sehr weit entfernten Musiker ausgezeichnet gelungen ist, stellt sich ein überzeugender Raumklang nicht ein. Musikalisch ist die Einspielung dafür ein uneingeschränkter Genuss, vor allem die fantastischen Bläser lassen etwas von der Pracht der festlichen Messe für die 1100Jahr-Feier in Salzburg ahnen. KH Musica Antiqua Köln, Gabrieli Consort & Players: Goebel/McCreesh 1997. SACD Archiv Produktion 471 632-2/Universal 53>Edward Elgar/Anthony Payne: 3. Sinfonie Mit einem sehr detailliert gezeichneten Orchester wartet Naxos auch auf seiner dritte DVD-Audio auf: Paul Daniels interpretiert Anthony Paynes Ausarbeitung der Skizzen Edward Elgars zu einer dritten Sinfonie. Daniels setzt in seiner Version ganz auf die Kontraste des Werks, spielt romantisch-große Bögen ebenso aus wie – mit etwas knalligem Blech – die heroischen Passagen. KH Bournemoth Symphony Orchestra: Daniel 1999. DVD-A/DVD-Video. Naxos 5.110003

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Dream of the Orient Werke von W. A. Mozart, C.W. Gluck, Joseph Martin Kraus, Franz Xaver Süssmayr, Zurnazen Ibrahim Aga, Han Gazi Giray u. a. CD 474 193-2

Ist das letzte Wort in Sachen J. S. Bachs Matthäus-Passion gesprochen? Nicht, wenn man Paul McCreesh heißt und die erste Aufnahme der Matthäus-Passion mit solistisch besetzten Chören präsentiert. Nichts weniger als eine Sensation! J. S. Bach – Matthäus-Passion Gabrieli Players · Paul McCreesh · Deborah York · Julia Gooding · Magdalena Kozená Susan Bickley · Mark Padmore · James Gilchrist Peter Harvey · Stephan Loges 2 CD 474 200-2

Aller guten Dinge sind sechs. Zumindest bei Sir John Eliot Gardiner und seinem aktuellen Haydn-Projekt. Mit Heilig- und Paukenmesse vollendet er den Kanon seiner Aufnahmen der sechs großen Messen des Wiener Klassikers. Zwei CDs zum Preis von einer! Joseph Haydn – Heiligmesse & Paukenmesse The Monteverdi Choir ·The English Baroque Soloists · Sir John Eliot Gardiner 2 CD 470 819-2

Das Highlight aus den 10 neuen Titeln der Serie Archiv BLUE. Georg Friedrich Händel – Acis e Galatea Norma Burrowes · Anthony Rolfe Johnson Martyn Hill · Willard White · The English Baroque Soloists · Sir John Eliot Gardiner 2 CD 474 225-2 Ausgezeichnet mit dem Gramophone Award 1978. Digital remastered in 24bit / 96KHz Soundqualität. Zum günstigen Preis!

Die Klassik CD-Bestsellerliste ab jetzt bei Ihrem Händler und samstags ab 16.00 Uhr zu hören bei Wenn auch Sie regelmäßig informiert werden möchten, senden wir Ihnen gern kostenlos die aktuelle Ausgabe unseres Kundenmagazins Klassik-Akzente zu. Schreiben oder faxen Sie bitte an: Universal Classics, „Klassik-Akzente“, Stralauer Allee 1, 10245 Berlin, Fax: 030-52007-2244, www.klassikakzente.de


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DVD-VIDEO 1>Wolfgang Amadeus Mozart: Così fan tutte In dieser Aufzeichnung aus dem Pariser Châtelet führte John Eliot Gardiner Regie. Er siedelt die Oper im Süditalien der Entstehungszeit an, wo sich die vier Protagonisten anfangs recht ähnlich sind. Im Verlauf der Handlung werden sie zu Individuen, sie emanzipieren sich voneinander. Und obwohl man als Zuseher bis zuletzt mitdenkt und -fühlt, hätte man in gewissen Momenten gerne auch die individuelle Handschrift eines VollzeitRegisseurs gesehen. Ein Manko, das von der musikalischen Seite in den Schatten gestellt wird: Erstaunlich, mit welcher Lebendigkeit die English Baroque Soloists Gardiners Ideal eines durchartikulierten Klang- und Redeflusses exekutieren. Zumal in den komödiantischen Szenen entsteht ein luftiges Kammerspiel – auch wegen der guten Leistungen der Sänger, die ein verschworenes Ensemble bilden. OW Roocroft, Mannion, Gilfry, Trost u.a., Monteverdi Choir, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner; Bildregie: Peter Mumford 1992. Archiv 073026-9/Universal 2>Classic Archive: David Oistrach Wer Konzert-Videos bislang als faden Nebenschauplatz der DVD-Diskographie abgetan hat, bekommt in der Reihe „Classic Archiv“ die Möglichkeit, sein Urteil zu revidieren: MusikerLegenden in Dokumenten aus den Kindertagen des Fernsehens. Ein schönes Beispiel hierfür ist die David Oistrach gewidmete Folge: Neben Beethovens 5. Violin-Sonate finden sich Debussys Clair de lune, die 5 Melodien von Prokofjew und das Allegro seiner Sonate für 2 Violinen op. 56 zusammen mit Einzelsätzen von Brahms und Schubert. Am überwältigendsten empfand ich allerdings die Aufnahme von Bachs a-moll-Konzert, das ohnehin keiner so spielt wie Oistrach: Der langsame Satz wird zum freischwebenden Gesang, ohne Richtung im endlosen Strom der Töne. Nie denkt man über Details der Phrasierung nach, weil jeder musikalische Moment „Sinn ergibt” – natürlich auch wegen des jungen Colin Davis, der seine Solisten auf Händen trägt. Doch egal ob mit dem English Chamber Orchestra, der Pianistin Frida Bauer oder im Duett mit seinem Sohn Igor – immer ist schon nach den ersten Noten der typische Oistrach-Ton da: brillant, aber nicht großspurig; aufs Wesentliche konzentriert, aber nicht emotionslos – selbst bei Partnern wie Lev Oborin, der „König David“ nicht immer das Wasser reichen kann. OW Frida Bauer, David und Igor Oistrach, Lev Oborin, English Chamber Orchestra: Sir Colin Davis, BBC Symphony Orchestra: Rudolf Schwarz 1958–62. EMI DVA 4928369 3>Giuseppe Verdi: Otello Gegen das Grundkonzept ist wenig einzuwenden: In dieser Aufführung der Staatsoper unter den Linden spielt Otello auf einem Schiff. Sicher, das Protagonisten-Trio ist aufeinander geworfen, ohne Möglichkeit zu entkommen. Doch bei Regisseur Jürgen Flimm und Bühnenbildner George Tsypin rücken die emotionalen Botschaften der Oper in weite Ferne: Die durchgestylte Bühne mit viel Glas, Treppen und Podesten lässt einen ziemlich kalt.

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Zudem erlebt man eine Kombination aus Rampenästhetik und ständigem Hin und Her, bei dem mir nicht klar wurde, worin die Verbindung zum Stück besteht. Daniel Barenboim kann das Ruder immer dann an sich reißen, wenn er in wenigen Takten mit Klang-Schattierungen Atmosphären entwirft – die drängenden, aufbrausenden Seiten der Partitur dürften ihn nur am Rande interessiert haben. Der Otello von Christian Franz ist eine seltsame Mischung aus baritonalen Tönen und zarten Lyrismen, Emily Magee als Desdemona für mein Gefühl etwas leicht besetzt. Enttäuschte Verdi-Fans sollten Valeri Alexejev eine Chance geben: Jago als optisch und akustisch wendiger Schreibtisch-Täter. OW Franz, Magee, Alexejev u.a., Chor der Staatsoper unter den Linden, Staatskapelle Berlin: Daniel Barenboim, Regie: Jürgen Flimm; Bildregie: Alexandre Tarta 2001. Arthaus/Naxos 100 346 4>Vincenzo Bellini: Norma Norma ist nicht nur ein Vehikel für die vielleicht wunderbarsten Melodien der Operngeschichte; sie ist auch eine Revolutionsoper: Die Zeitgenossen jedenfalls empfanden sie als Ausdruck der italienischen Unabhängigkeitsbestrebungen. Der martialische Chor „Guerra, guerra” geriet in den Jahren nach der Uraufführung zur italienischen Marsellaise. In der Aufführung des Teatro Regio drängt sich einem diese oft vergessene Facette förmlich auf: Bei Fabio Biondi stürmen und drängen Originalklang-Bläser, grazile Darmsaiten zeichnen in herbstlich-empfindsamen Farben. Doch kommen die Sänger ins Spiel, drosselt Biondi das Tempo. Man erlebt ein stürmisches Orchesterkonzert mit obligaten Arien in gemächlichem Tempo. Vielleicht auch deshalb, weil er Rücksicht nehmen wollte auf seine Solisten. Vor allem June Anderson in der Titelpartie und Shin Young Hoon als Pollione meistern die an sie gestellten Anforderungen nicht ganz souverän. Trotzdem: Der wahre BelliniFan sollte Biondis Interpretation zumindest einmal gehört haben. OW Anderson, Barcellona, Young Hoon, Abdrazakov u.a., Verdi Festival Chor, Europa Galante: Fabio Biondi; Regie: Roberto Andò, Bildregie: Carlo Battistoni 2001. TDK/Naxos DV-OPNOR 5>Great Conductors: Carlos Kleiber Das Glück, Carlos Kleiber live zu erleben, hatten in den vergangenen Jahren nur noch Wenige. Jetzt kann man seine Arbeit wenigstens auf DVD bewundern: TDK bringt in seiner Reihe über große Dirigenten Proben- und Konzertmitschnitte aus dem Jahr 1970 heraus, als Kleiber mit dem Südfunk-Sinfonieorchester die Freischütz- und die Fledermaus-Ouvertüre erarbeitete. Leider in mono, aber ungeheuer aufschlussreich! KH Südfunk-Sinfonieorchester: Carlos Kleiber 1970. TDK DOCCK/Naxos

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Verlag: Port Media GmbH, Senefelderstraße 14, 80336 München Telefon: (089) 74 15 09-0, Fax: -11 email: info@portmedia.de www.portmedia.de Herausgeber: Winfried Hanuschik, email: hanuschik@portmedia.de Chefredakteur: Dr. Klemens Hippel (KH) (verantwortlich) Redaktion: Detlef Krenge (DK) Senefelderstraße 14, 80336 München Telefon: (089) 74 15 09-0, Fax: -11 email:crescendo@portmedia.de Schlussredaktion: Florence Lachner Weitere Mitarbeiter: Alexander Ross (Reporter), Moritz Bergfeld (HiFi), Susann Adam (SA), Gerhart Asche (GA), Klaus-Martin Bresgott (KMB), Jakob Buhre (JB), Dr. Arnt Cobbers (AC), Dr. Martin Essinger (ME), Dr. Rolf Fath (RF), Martin Freitag (MF), Prof. Dr. Hans Gärtner (HG), Jürgen Hartmann (JH), Raimund Hertzsch (RH), Erika Habenicht (EH) Sandro Hügi (SH), Guido Johannes Joerg (GJJ), Bernd Kima (BK), Katharina Kurze (KK), Nike Luber (NL), Jens Mail (JM), Dr. Volker Rülke (VR), Dr. Tom Reinhold (TR), Peter Sarkar (PSa), Federico Skerra (FS), Carlos Maria Solare (CMS), Rufus Sperling (RS), Peter Spiel (PSp), Manuel Stangorra (MSt), Dr. Friedbert Streller (FS), Tobias van de Locht (TvdL), Prof. Dr. Dr. Heinz-Günter Vester (HGV), Stefan Voges (SV), Dr. Andreas Waczkat (AW), Hans Georg Walder (HGW), Oliver Wazola (OW), Dr. Eckhard Weber (EW), Peter Zacher (PZ), Dietholf Zerweck (DZe), Dominik Zimmermann (DZi) Anzeigenverwaltung: Ruth Pirhalla (verantwortlich) Telefon: (0 89 ) 74 15 09-82 email: pirhalla@portmedia.de Anschrift s. Verlag Verlagsrepräsentanten: Markenartikel: Medialust Christiani Medien GmbH&Co KG Phönixhof/Ruhrstrasse 11a, D-22761 Hamburg-Altona Telefon: +49 (0) 40-27 14 13-0; Fax: -55 Betreuer: Klaus Schill email: crescendo@medialust.com, www.medialust.com Tonträger: Barbara Wunderlich email: wunderlich@portmedia.de Veranstalter/Medien: Liselotte Richter-Lux email: richter-lux@portmedia.de Ausland: WH Marketing, Wilfried Harms, Telefon: +49 (0) 41 37-80 84-03, Fax: -04 email: harms@portmedia.de Gültige Anzeigenpreisliste: Nr. 5 vom 01.01.2003 Layout & Artwork: Peer Zillmann (verantwortlich) email: zillmann@portmedia.de Druck: Tusch Druck AG Bickfordstrasse 21, A-7201 Neudörfl Erscheinungsweise: Crescendo erscheint sechsmal jährlich und ist in Opernund Konzerthäusern, Vorverkaufsstellen und im Musikund Tonträgerfachhandel erhältlich. Copyright für alle Beiträge bei Port Media GmbH. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht unbedingt die der Redaktion wieder. Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Gewähr übernommen. Angabe der Beteiligungsverhältnisse gemäß Art. 2 DVBayPrG: Gesellschafter der Port Media GmbH: 100 % Winfried Hanuschik (Werbekaufmann), München Abonnement-Preis: EUR 15,– p. Jahr* inkl. 7 % Mwst., *= Inland; europ. Ausland EUR 15,– + Versandspesen EUR 10,– . Kündigung 6 Wochen zum Ende des Kalenderjahres. Verbreitete Auflage: 101.473 (laut IVW-Meldung IV/02) ISSN: 1436-5529

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Piano Concertos Nos. 1-5

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2>Maria Callas: Meine Meisterklasse Ein „unverzichtbares Lehrwerk für alle angehenden Profis“ verspricht der Klappentext zum transkribierten Tonbandmitschnitt von Meisterklassen bei Maria Callas. Zu recht, denn wie die legendäre Sopranistin hier Opernpartien von Mozart bis Massenet erklärt und gleichzeitig Hinweise zur richtigen Interpretation und zum Verständnis der Musik gibt, ist großartig: Amüsant („Sie werden hier jede Menge Luft brauchen, weil [...] der Tenor sich die Kehle aus dem Hals brüllen wird“), prägnant („verwechseln Sie legato nicht mit Schmieren“) und lehrreich („Die größte Schwierigkeit der Arie – und glauben Sie mir, ich weiß es, denn ich wollte dieses Stück aufnehmen und habe es immer noch nicht getan [...]“) . Und vor allem pragmatisch („Ich weiß nicht, ob ein Dirigent es erlaubt oder nicht, aber ich würde [...] ein Accelerando machen“). Ein Muss für alle, die sich für die Oper interessieren. KH Ein Übungsbuch für Sänger. Hrsg. von John Ardoin. Henschel,Berlin 2002. 256 S., EUR 29,90. ISBN 3894874449255 3>Alan Arkin: Cassie liebt Beethoven Eine Kuh, die Beethoven liebt und Klavier spielt – das klingt wie eine ziemlich verrückte Geschichte. Ist es auch. Der Schauspieler Alan Arkin erzählt sie mit viel Humor und einigen Seitenhieben auf menschliche Musiker. Ob er damit tatsächlich seine bisher nicht an Klassik interessierten Leser ins nächste Konzert zu locken vermag, weiß ich nicht. Doch wer schon Spaß an Musik hat und absurde Geschichten schätzt, der wird wahrscheinlich auch dieses (Kinder-)Buch mögen. Übrigens – sprechen kann die Kuh auch. KH Mit Bildern von Jacky Gleich. Rowohlt, Reinbek 2002. 157 S., EUR 12,90. ISBN 349921170-X 4>Das große Metzler Musiklexikon Das Große Metzler-Musiklexikon ist jetzt auf CD-Rom erschienen. Die elektronische Fassung bietet vielfältige Möglichkeiten: Neben einer sehr durchdachten Suchfunktion eine ausgeklügelte Navigation, zahlreiche Querlinks und eine ausführliche Chronik der Musikgeschichte. Durch diese Struktur bekommt man nicht nur ein Lexikon, sondern ein elektronisches Buch zum Stöbern. In 11.500 Einträgen findet man alles, was man von einem Musiklexikon dieses Umfangs erwarten kann. Fazit: Sehr zu empfehlen. KH Systhema, München/Net World Vision, München/Metzler, Stuttgart. CD-Rom, EUR 69,90. ISBN 3803227208

Pierre-Laurent Aimard, Klavier Chamber Orchestra of Europe Nikolaus Harnoncourt

Ein neues, großes Kapitel fruchtbarer Zusammenarbeit Ab 10.03.03 im Handel erhältlich

0927-47334-2 (3 CDs)

1>Unmöglichkeiten sind die schönsten Möglichkeiten Sabine M. Gruber, Sängerin im Wiener Arnold Schönberg Chor, hat auf vielen Proben über Jahre hinweg die wunderlichen Sprachschöpfungen und Bildnisse des Dirigenten Nikolaus Harnoncourt aufgeschrieben. Die Zitatsammlung ist nicht nur vergnüglich zu lesen, sondern führt auch auf direktestem Weg ins Zentrum von Harnoncourts musikalischem Denken. Denn viele dieser herrlich abstrusen Bonmots sind bei näherer Betrachtung von einem Hintersinn und einer Treffsicherheit, dass es nicht mehr verwundert, wie der geniale Österreicher seine Musiker immer wieder zu Glanzleistungen animiert. AC Die Sprachbilderwelt des Nikolaus Harnoncourt. Aufgezeichnet und kommentiert von Sabine M. Gruber. Residenzverlag, Salzburg/Wien/Frankfurt 2003. 128 S., EUR 14,90. ISBN 3-7017-1345-6

„Melodisches Raffinement, farbenreiches Klangbild und Verve.” Die Presse AIMARD ON TOUR: 15.03. BERLIN • 16.03. DORTMUND • 21.03. HAMBURG • 22.03. FRANKFURT • 23.03. KÖLN • 08.05. BREMEN • 09.05. HAMBURG 10.05. FRANKFURT • 11.05. KÖLN • 14.05. SCHWETZINGEN

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was-wann-wo?

Alle Musiktheaterpremieren April und Mai 2003

IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH UND DER SCHWEIZ UND EINE AUSWAHL BENACHBARTER OPERNHÄUSER Reihenfolge der Namen: Komponist, Titel, musikal. Leitung, Regie bzw. Choreografie, UA = Uraufführung, DE/ÖE/SE = Deutsche/Österreichische/Schweizerische Erstaufführung, ÜN = Übernahme. Tipps und Empfehlungen der Redaktion in grün

April: 02.04. Genf: Britten, The Turn of the Screw, Tate, Brieger 02.04. München Gärtnerplatztheater: Wolf, Der Corregidor, Stahl (konzertant) 02.04. Regensburg: Goggin, Non(n)sense, Forster, Friese (Musical, Velodrom) 03.04. Braunschweig: Paar zu Adam, Giselle und die Wilis oder Was wäre wenn...?, Schaller (Ballett) 03.04. Mönchengladbach: Schwaarz zu Glass, Orbits; Zanella zu Hassel/Eno, Empty Place; van Manen zu Piazzola, 5 Tangos (Ballette; Übernahme aus Krefeld) 04.04. Gera: Zemlinsky, Eine florentinische Tragödie; Puccini, Gianni Schicchi, Feltz, NN 04.04. Meiningen: Wagner, Tristan und Isolde, Ventura, Pfeil 04.04. Schwerin: Kálmán, Gräfin Mariza, Holm, Köpplinger 05.04. Berlin Deutsche Oper: Strauss, Salome, Albrecht, Freyer 05.04. Bremen: Rossini, Der Barbier von Sevilla, Jackson, Sittig (Musicaltheater am Richtweg) 05.04. Coburg: Nyman, Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte, NN, von Reth 05.04. Cottbus: Apel zu Mozart, Messe c-moll – „Große Messe“ (Ballett, Kammerbühne) 05.04. Freiburg: Offenbach, Die schöne Helena, Knapp, von Rad (Operette)

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05.04. Gelsenkirchen: Mozart, Die Gärtnerin aus Liebe, Bächli, Rech 05.04. Germering: Smetana, Die verkaufte Braut, Boymann, Mayr 05.04. Gießen: Flotow, Martha, Malzew, von Götz 05.04. Innsbruck: Hall/Jucquois/Wherlock, Tough Roses (Tanzabend) 05.04. Koblenz: Taylor zu Strawinsky, Les Noces; Tomisch zu Orff,Carmina Burana, Steiner (Ballette) 05.04. Leipzig: Bellini, La Sonnambula, Beermann, Dew 05.04. Nürnberg: Kurz, Hamlet ruft (Ballett) 05.04. Passau: Strauss, Der Rosenkavalier, Coleman, Tilch 05.04. Rostock: Kajdanski zu Schostakowitsch u.a., Isadora Duncan – Gefangene des Tanzes, Hammer, Kajdanski (Ballett) 05.04. Weimar: Janácˇek, Das schlaue Füchslein, van Steen, Gehlen 06.04. Krefeld: Bizet, Carmen, Bergius, Nickler 06.04. Luzern: Gluck, Armide, Rouland, Baesler 06.04. Wien Staatsoper: Delcroix/Forsythe/Kylián, Choreographische Welten, Halász (Ballette) 06.04. Wiesbaden: Tschaikowsky, Dornröschen, NN, van Cauwenbergh (Ballett) 09.04. Kaiserslautern: Daukajew/Vanaev, Ballettwerkstatt IV (Ballett) 10.04. Bremen: Persona, Dietrich (Ballett, Schauspielhaus) 10.04. Graz: Toulon, Ravel-Abend, NN, Toulon (Ballett) 10.04. Linz: Poole, Ballettabend II (Ballett) 11.04. Bern: Giordano, Andrea Chénier, Dinic, Petropoulos 11.04. Bielefeld: Händel, Rinaldo, Kuhn, Horres 11.04. Görlitz: Berger, Die Legende von Jimmy (Musical) 11.04. Halle: Christe/Rossa, Juliet Letters, Marasch (Ballette) 11.04 Heidelberg: von Einem, Dantons Tod, Christ, Widder 11.04. Kaiserslautern: Mozart, Die Entführung aus dem Serail, Corti, Rosenthal 11.04. Lübeck: Grétry, Die Schöne und das Tier, Pflanz, Adam 11.04. Münster: Goldin zu NN Hamletmaschine (Ballett) 11.04. Oldenburg: Janácˇek Die Sache Makropoulos, Rumpf, Zurmühle 12.04. Berlin Staatsoper: Verdi, La Traviata, Barenboim, Mussbach 12.04. Erfurt: Berlioz, La Damnation de Faust, Gugerbauer (konzertant) 12.04. Karlsruhe: Puccini, Il Trittico, Bramall, Tannenbaum 12.04. Linz: Rihm, Jakob Lenz, Ingensand, Gillessen 12.04. Magdeburg: Sementchoukov, Schumanns Phantasie (Ballett)

12.04. Oldenburg: Stiefermann zu Sir Henry, Warum in der Ferne (Ballett) 12.04. Potsdam: Händel, Hercules, Spering, Krolkiewicz (Schlosstheater) 12.04. Radebeul: Henze, Der junge Lord, Mücksch, Nemirova 12.04. Wien Volksoper: Bock, Anatevka, Keuschnig, Davids (Musical) 13.04. Annaberg-Buchholz: Gounod, Margarete (Faust), Vardigans, Senger 13.04. Bonn: Mikulástik zu Reynolds, ©rats (Tanzmusical) 13.04. Düsseldorf: Strauss, Capriccio, Fiore, Richter 13.04. Essen: Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg, Soltesz, Weber 13.04. Hannover: Debussy, Pelléas et Mélisande, Lü, Wieler/Morbito 13.04. Kiel: Schröder, Der Traum des Vincent van Gogh (Ballett) 13.04. Lausanne: Dusapin, Niobé/Médée, Chalvin, Grögler 13.04. München Gärtnerplatztheater: Taylor, Ballettabend 13.04. Zürich: Korngold, Die tote Stadt, Welser-Möst, Bechtolf 14.04. Regensburg: Weill, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny 16.04. Würzburg: Brown, Singin‘ in the Rain, Hilsberg, Buder (Musical) 17.04. Detmold: Weill, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny 17.04. Hof: Porter, Anything Goes, Lischke, Rochell (Musical) 17.04. Oldenburg: Stiefermann zu La Paloma, In ferne Süden (Ballett) 17.04. Ulm: Ballett im Podium 19.04. Cottbus: Wagner, Das Rheingold, Petersen, Schüler 19.04. Karlsruhe: Wyss, …wo die Sonne den Mond berührt (Ballett für Kinder und Erwachsene) 19.04. Köln: UA Georg Graewe, Kopenhagen, Stapel, Hergenröder (Halle Kalk) 19.04. Osnabrück: Strauss, Salome, Koenigs, Schulz 19.04. Saarbrücken: Offenbach, Hoffmanns Erzählungen, Varon, Broadhurst 20.04. Innsbruck: Lehár, Der Graf von Luxemburg, NN, Dale 24.04. Wien Odeon: H+H (Bühnenstück für Tanz und Musik) 25.04. Annaberg-Buchholz: Georg Kreisler, Lola Blau, Einfeldt, Wesner (Musical) 25.04. Dresden Staatsoperette: Offenbach, Orpheus in der Unterwelt, Plangg, Oldag 25.04. Frankfurt/Main: Verdi, Jérusalem, Carignani (konzertant) 25.04. Gelsenkirchen: Schindowski zu Klezmermusik, Ein neues Ballett (im Kleinen Haus) 25.04. Hildesheim: Britten, Wir machen eine Oper, Falkenhausen, Jehner (Oper für junge Leute) 25.04. Landshut: Strauss, Der Rosenkavalier, Coleman, Tilch 26.04. Aachen: Verdi, La Traviata, Bosch, NN 26.04. Berlin Staatsoper: Haydn/Konstantia Gourzi, Philemon und Baucis oder Jupiters Reise auf die Erde, Gourzi, Karaman 26.04. Berlin Deutsche Oper: Maillot zu Prokofjew, Cendrillon, Maillot (Ballett) 26.04. Bonn: Birtwistle, Punch and Judy (im Forum der Kunstund Ausstellungshalle) 26.04. Bremerhaven: Mozart, Così fan tutte 26.04. Coburg: Coburg - Eine Revue, Neubert, Bechtel 26.04. Darmstadt: DE Kaija Saariaho, L’amour de loin, Blunier, Arlaud 26.04. Görlitz: Verdi, Otello, Michailidis, Kehl 26.04. Freiburg: DE Peter Eötvös, Le Balcon, Ryan, Heinz

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was-wann-wo?

Den 9-millionsten Besucher konnte das Leipziger Gewandhaus im Februar begrüßen. Herzlichen Glückwunsch! Das Theater Augsburg traut sich an ungewöhnliches Repertoire: Nach Don Quichotte kommt jetzt noch Die schwarze Orchidee auf den Spielplan Das Theater Freiburg präsentiert eine deutsche Erstaufführung: Le Balcon von Peter Eötvös!

FOTOS: THEATER FREIBURG / THEATER AUGSBURG / FISCHER

26.04. Kaiserslautern: Schnürpel/Berlin, Bruno – ein Muh-Sical,Schnürpel, Berlin (Musical) 26.04. Koblenz: Beethoven, Leonore, Huschke, Ritzel 26.04. Köln: Rossini, La Cenerentola, Dovico, Fischer 26.04. Leipzig Haus Dreilinden: Unsterblicher Robert Stolz, Seiffarth, Geppert (Gala) 26.04. Magdeburg: Verdi, Il trovatore 26.04. Münster: Spoliansky, Rufen Sie Herrn Plim, Meiser, Borrmann (Kleines Haus) 26.04. Osnabrück: Zöllig zu NN, Werbung oder Wie ich meinen Mann verkaufe (Ballett) 26.04. Rudolstadt: Kander, Cabaret (Musical) 27.04. Berlin Komische Oper: Britten, Peter Grimes, Petrenko, Czellnik 27.04. Hagen: Strauss,Rosenkavalier, Fritzsch, Friedemann 27.04. Münster: Mozart, Die Entführung aus dem Serail, Wolf, Wyrsch 27.04. Trier: UA Gurlitt, Nordische Ballade, Dénes 27.04. Wiesbaden: Berg, Wozzek, Kamioka, Beilharz 28.04. München Staatsoper: Händel, Saul, Bolton, Loy 30.04. Dortmund: Adam, Der Postillon von Lonjumeau, Chadik, Bialdyga 30.04. Genf: Rossini, Il turco in Italia, Jones, Herrmann

Mai: 01.05. Würzburg: Verdi, Luisa Miller, Klajner (konzertant) 02.05. Gent: Prokofjew, L’amour des trois oranges, Kocsár, Homoki (Prod. d. Vlaamse Opera) 02.05. Krefeld: Rihm, Oedipus, Duryea, Horres 02.05. Nordhausen: Mozart, Die Entführung aus dem Serail 02.05. Wuppertal: Rossini, Der Barbier von Sevilla, Braun, Weigand 03.05. Berlin Staatsoper: Without Words: Duato zu Schubert, Spuck; Balanchine zu Tschaikowsky, Weigle (Ballett) 03.05. Kassel: Bernstein, On the Town, Willimczik, Forche (Musical) 03.05. Solothurn: Donizetti, L’elisir d’amore, Fresis, Zampieri (Übernahme aus Biel) 03.05. St. Gallen: UA Roland Moser, Avatar, Bächli, Schweiger (Ko-Prod. m. Gelsenkirchen) 03.05. Wien Kammeroper: Mozart, Zaide, Hayem-Cavazza, Wiesner

MOZART? MOZART! VON TÖNEN BERÜHRT – VOM SPIEL VERZAUBERT

04.05. Gelsenkirchen: Honegger, Johanna auf dem Scheiterhaufen, Piollet, NN 04.05. Nürnberg: Wagner, Das Rheingold, Auguin, Lawless 04.05. Plauen: Sondheim, Sweeney Todd (Musical) 04.05. Straßburg: Barber, Vanessa, Bedford, Cox (Koproduktion mit Monte Carlo) 07.05. Biel: Abraham, Die Blume von Hawaii, Grigoriu, Schoenbohm/Kern (Übernahme aus Solothurn) 07.05. München Staatsoper: Wagner, Walküre, Mehta, Alden 07.05. Pforzheim: Glass, Die Schöne und das Biest 08.05. Ulm: Donizetti, Anna Bolena, Mandl, Pichler 09.05. Basel: Szen. EA Händel, Samson, Junghänel, NN 09.05. Halle: Offenbach, Ritter Blaubart, Knauff, Huber 09.05. Neubrandenburg: Mozart, Così fan tutte, NN, Ansel 09.05. Zwickau: Sondheim, Sweeney Todd (Musical) 10.05. Augsburg: Donizetti, Viva la Mamma, Bihlmaier, P. Kirchner 10.05. Essen: Mein Ithaka, Scherzer (Ballett) 10.05. Gießen: Tschaikowsky, Die Jungfrau von Orléans (konzertant) 10.05. Graz: Künneke, Der Vetter aus Dingsda, Stieghorst, Schulin 10.05. Rostock: Puccini, La Bohème, NN, Malvius 11.05. Bielefeld: Debussy, Pelléas et Mélisande, Kuhn, Horres 11.05. Bonn: Händel, Belsazar, van Veldhoven, Hilsdorf 11.05. Stuttgart: Mozart, La finta giardiniera, Zagrosek, Jourdheuil 11.05. Stuttgart: Rameau, Les Indes galantes, Christie, Spoerli 15.05. Basel: SE Georg Friedrich Haas, in vain, Henneberger, Nicolai 15.05. Hildesheim: Buch der Unruhe, Matos (Ballett)

Konzertvorschau Berlin Philharmonie 17.-19.04. 25./28. 04. 03.05. Bonn 04.04.

Chicago Symphony Orchestra – Barenboim. Mahler, Bruckner Philharmoniker, Schönberg Chor – Rattle. Beethoven Fidelio DSO, Geringas - Skrowaczewski. Goldschmidt

Benjamin Schmid (V), Clemens Hagen, (Vc), Claudius Tanski (P). Brahms, Pfitzner (Beethovenhaus) 17./18.04. Orchester der Beethovenhalle, Philh. Chor Bonn – Soustrot. Massenet (Beethovenhalle) 01.05. Albert Schweitzer Oktett. Beethoven, C. M. v. Weber, Mozart (Redoute) Bremen Die Glocke 08.05. NDR-Sinfonieorchester, Aimard (P) – Eschenbach. Beethoven, Bruckner, Reimann Frankfurt Alte Oper 10.05. NDR-Sinfonieorchester, Aimard (P) – Eschenbach. Beethoven, Bruckner, Reimann Leipzig Gewandhaus 03./04.04. Gewandhausorchester – Chailly. Mahler 17./18.04. Gewandhausorchester, Thomanerchor – Biller. Bach Johannespassion 24./25.04. Gewandhausorchester, Midori (V) – Davis. Delius, Elgar, Lustolawski

München Philharmonie 09./11./12.04.Philharmoniker – Nagano. Messiaen 18.04. KlangVerwaltung, Chorgemeinschaft Neubeuern – Guttenberg. Bach Matthäuspassion

Vorschau 02

Das nächste

crescendo erscheint am 15. Mai 2003. Wir sprechen mit den Pianisten Pierre-Laurent Aimard und

Jean-Yves Thibaudet, besuchen den Direktor des Orchester der Beethovenhalle, Laurentius Bonitz, und porträtieren den Cellisten Yo-Yo Ma.

Zum Klassikfestival in Chemnitz locken im Frühjahr 2003 drei höchst unterschiedliche "Zauberflöten"! Mozarts populärer Opernklassiker und zwei bislang nur in Fachkreisen bekannte Fassungen: Der lange Zeit verschollen geglaubte "Zweyte Theil" von Emanuel Schikaneder mit der Musik Peter von Winter und das Opernprojekt "Ein weiterer Teil der Zauberflöte" mit einem Libretto nach der unvollendeten Vorlage Goethes. International führende Ensembles gestalten ein auserlesenes Programm. MUSICA ANTIQUA KÖLN unter der Leitung von Reinhard Göbel eröffnen das Fest mit historischer Aufführungspraxis. Weitere Künstler versprechen eine auserlesene Qualität: Gilles Apap - Violine, Sabine Meyer (Trio di Clarone) - Klarinette, Leipziger Streichquartett, Christian Zacharias - Klavier, Jana Büchner Sopran, Schemann Klavierduo, Joachim Kühn - Jazzpiano und Klavier, Matthias Eisenberg - Orgel. Willkommen in Chemnitz!

Info-Telefon: 0371-6 94 94 44, www.mozart-chemnitz.de

Anzeigenschluss: 15. APRIL 2003

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