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#172 – Finanzen

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GROSSES INTERVIEW

Thomas Kehl ist der erfolgreichste Finfluencer Deutschlands: Auf seinem YouTube-Kanal „Finanzfluss“, den er gemeinsam mit Arno Krieger betreibt, hat er über 1.500 Videos zur finanziellen Bildung veröffentlicht. Aktuell folgen Finanzfluss 1,43 Millionen Menschen, um zu lernen, wie man sich stetig und sicher ein Vermögen aufbauen kann. Der erste Schritt dazu: Loslegen! Text: Katja Deutsch Foto: Presse

Thomas, trotz Kriegen, Ampel-Aus und einer neuen US-Regierung war das Börsenjahr 2024 ein absolutes Jubeljahr. Wie passt das zusammen?

An der Börse wird die Zukunft bewertet. Was im jeweiligen Jahr tatsächlich passiert, hat zunächst keinen direkten Einfluss auf die Börsenkurse, es sei denn, es verändert die Zukunftsaussichten. So war die Grundstimmung im Jahr 2024 eher positiv – die Investoren waren also eher optimistisch. Allerdings wurde der Aktienmarkt vor allem von den Magnificant Seven, den ganz großen US-Technologiewerten, getrieben. Die Rente ist sicher – aber wie lange noch und wie sie finanziert wird, steht in den Sternen. Was hältst du von der Idee des Generationenkapitals?

Mit dem Generationenkapital soll die Bonität Deutschlands für ein Zinsdifferenzgeschäft genutzt werden, denn Deutschland hat den Vorteil, dass es gemessen am Bruttoinlandsprodukt relativ gering verschuldet ist. Unser daraus resultierendes gutes Rating führt dazu, dass sich der Staat in Deutschland zu einem sehr günstigen Zinssatz verschulden kann. Die Idee des Generationenfonds ist es, sich Geld zu leihen und es langfristig am Aktienmarkt anzulegen, in der Hoffnung, eine höhere Rendite zu erzielen als Zinsen zu zahlen. Dieses System belastet also die Beitragszahler nicht. Ich halte es für besser, die Rente kapitalgedeckt zu finanzieren, als sie wie bisher über das Umlageverfahren zu finanzieren.

Es wäre durchaus machbar, dass nicht die heute Erwerbstätigen die Rentner bezahlen, sondern dass die Rente in der Zukunft bezahlt wird, indem man jetzt etwas zurücklegt. Die finanzielle Belastung der jungen Menschen wird sehr hoch sein, wenn unser bestehendes Rentensystem nicht grundlegend reformiert wird. Was wären neben dem Aufbau eines Generationenkapitals die wichtigsten Punkte?

Das Aufstocken der eigenen Rente sollte so attraktiv wie möglich gemacht werden. Man sollte sich ohne Steuer- und Sozialabgabenbelastung ein zusätzliches Standbein aufbauen können. Die Rente ist schon heute nicht mehr finanzierbar: Jahr für Jahr fließen rund 100 Milliarden Euro aus Steuermitteln in unser Rentensystem. Dabei ist der demografische Wandel noch gar nicht berücksichtigt. Wenn ich die Rente reformieren könnte, würde ich auf jeden Fall eine Kapitaldeckung einführen und festlegen, dass die Beiträge für die jüngere Generation erstens nicht steigen und zweitens in ein kapitalgedecktes System fließen. Mit deinem YouTube-Kanal Finanzfluss hast du viel dazu beigetragen, junge Erwachsene für den Umgang mit Geld zu sensibilisieren. Haben Studierende und Berufseinsteiger heute ein anderes Money-Mindset als frühere Generationen?

Diejenigen, die unsere Inhalte konsumieren, würde ich deutlich stärker als „finanzielle Selbstentscheider“ definieren, als das in der Vergangenheit und in den Generationen davor der Fall war. Von unseren Followern kennen wahrscheinlich die wenigsten eine Bankfiliale von innen, weil sie sich selbst um ihre Finanzen kümmern. Der Anstieg der Aktionärsquote ist vor allem auf die junge Generation zurückzuführen, die nun selbst Geld auf die hohe Kante legt. Ich sehe bei der jüngeren Generation durchaus ein anderes MoneyMindset als bei den Älteren. Wie sicher ist Betongold im Alter wirklich?

Durch das Eigenheim hat man den Vorteil, dass die Miete wegfällt, aber man wohnt

damit im Alter keineswegs gratis! Hat man in jungen Jahren eine Immobilie gekauft und diese über viele Jahrzehnte abbezahlt, ist sie im Alter meist (technisch) veraltet und hat hohe Heiz- und Instandhaltungskosten. Gebäude mit schlechten Energiewerten werden derzeit gar nicht oder nur mit sehr hohen Abschlägen verkauft. Das Thema Wohneigentum ist also alles andere als ein „No Brainer“! Was ist finanziell zu tun – als Berufseinsteiger, mit 40 und mit 60 Jahren?

Sein Budget analysieren: Wie viel nehme ich ein, wie viel gebe ich aus? Daraus lässt sich die Sparquote ableiten. Wenn ich mittelfristig eine Immobilie kaufen möchte, würde ich das Geld als Tagesgeld, Festgeld oder in einem Geldmarktfonds anlegen. Für die Altersvorsorge würde ich einen ETF-Sparplan wählen, denn das ist langfristig die renditestärkste Anlageklasse mit der größten Diversifikation. Aktienkurse steigen und fallen, es wird auch in Zukunft immer mal wieder einen Crash geben. Das ist bei einem langen Anlagehorizont nicht schlimm – jetzt kann man günstig Aktien kaufen. Als Berufseinsteiger sollte man eine konsequente Sparquote festlegen. Mit etwa 40 Jahren sollte man idealerweise eine gewisse Rücklage aufgebaut haben oder jetzt damit beginnen. Auch mit 60 Jahren lohnt sich eine Anlage am Kapitalmarkt, denn man hat noch viele Lebensjahre vor sich. Ob man investiert oder nicht, hängt nicht vom Alter, sondern vom Anlagehorizont ab. Was ist dein ultimativer Tipp um endlich zu handeln?

Loslegen! Nicht ängstigen, machen! Bei vielen Brokern und Neo-Brokern kann man schon mit einem Euro einsteigen. Thomas Kehl

• hat schon als Kind alles verschlungen, was mit finanzieller Bildung zu tun hat – durch Donald Ducks Lustige Taschenbücher (LTB) • geht gerne joggen und wandern, um den Kopf freizubekommen • liebt Abenteuerurlaube

FINANZEN

Jens Chrzanowski, Leiter der deutschen Niederlassung von XTB

Börsenboom in Deutschland: Altersvorsorge oder Zockerei?

Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen die Börse – dank moderner Trading-Apps auch per Smartphone. Während der größere Bildschirm am PC nach wie vor ein Vorteil ist, bieten gute Apps alle wichtigen Funktionen wie Echtzeitkurse und schnelle Orderausführung. Letztlich entscheidet jeder selbst, ob er langfristig für seine Altersvorsorge investiert oder lieber kurzfristig spekuliert. Text: Katja Deutsch Foto: Presse

Wichtig bleibt aber die richtige Aufteilung der Anlagen: Gute Zinsangebote für den Notgroschen nutzen, solide Einzelaktien oder ETFs als Basisanlage und einen kleinen Teil in risikoreiche Anlagen für chancenorientierte Investments. Das Motto „Nicht alle Eier in einen Korb legen“ gilt für alle Generationen. Der Online-Broker XTB verfügt über eine der besten Trading-Apps auf dem deutschen Markt und bietet kommissionsfreien Aktienhandel weltweit, ETF-Sparpläne und attraktive Guthabenzinsen. Ob Babyboomer oder Generation Z – mit XTB lässt sich der Vermögensaufbau einfach und sicher planen. ANZEIGE - ADVERTORIAL

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Ukraine © AWO International/Markus Korenjak

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