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GEA-2021-09-23

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Kriminalität – Der Fall in Idar-Oberstein Abgeordnete – Wer vertritt die Wahlkreizeigt, wie gespalten unsere Gesellschaft se Reutlingen und Tübingen künftig in mittlerweile durch Corona ist Seite 7 Berlin? Der GEA spekuliert Seiten 9 und 21

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Donnerstag, 23. September 2021

134. Jahrgang · Nr. 220 · 2,00 €

Lohn – Länder einig, keinen Ersatz mehr zu zahlen

Verdienstausfall für Ungeimpfte BERLIN/MÜNCHEN. Bei Verdienstausfällen wegen angeordneter Corona-Quarantäne sollen die meisten Nicht-Geimpften spätestens ab 1. November keine Entschädigung mehr bekommen. Darauf verständigten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern mehrheitlich in einem Beschluss. Bremen und Thüringen enthielten sich demnach bei der Abstimmung. Betroffen sind davon nur Menschen, für die es eine Impfempfehlung gibt und die sich auch impfen lassen können. Bei den Beratungen der Minister ging es um eine bundesweit einheitliche Linie. Erste Länder hatten bereits jeweils für sich entschieden, dass Nicht-Geimpfte bald keinen Entschädigungsanspruch mehr haben sollen. (dpa)

Wahlkampf – Der Spitzenkandidat der CDU warnt in Rottenburg vor Rot-Rot-Grün und greift die AfD an

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Laschet bläst zum Endspurt

FOTO: PIETH

Klimawandel – Bundesregierung will energetische Verbesserungen viel stärker fördern als bislang geplant Heute mit den Sonderveröffentlichungen

왘 Das Gartenjahr: Herbst 왘 Herbstreisen/Busreisen

Milliarden für Gebäudesanierung

Estland stellt Einsatz in Mali infrage TALLINN. Das EU- und Nato-Land Estland will bei einem Einsatz von Truppen der russischen Söldnerfirma Wagner in Mali seine Soldaten abziehen. Sollte die malische Militärregierung beschließen, mit Wagner zusammenzuarbeiten, werde das estnische Kontingent das Land verlassen, so Verteidigungsminister Kalle Laanet. Zur Unterstützung der französischen Militäroperation »Barkhane« sowie für eine UN-Mission und eine EU-Ausbildungsmission sind insgesamt 100 estniSeite 2 sche Soldaten in Mali. (dpa)

Sofortprogramm sah zusätzliche Mittel von 5,8 Milliarden Euro vor. Aus Sicht eines von der Bundesregierung eingesetzten Expertenrats für Klimafragen reichte das Programm aber nicht aus, um Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Deswegen legen Wirtschafts- und Innenministerium nun nach: Mit den zusätzlichen Mitteln geht es in Summe um 11,5 Milliarden Euro als zusätzliches »Neuzusagevolumen« für Förderanträge im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude, wie es in der Kabinettsvorlage heißt. Der Bund fördert etwa den Austausch von Fenstern und Türen, die Dämmung von Außenwänden und

Dächern oder Biomasseheizungen und Wärmepumpen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von noch nie da gewesenen Rekordsummen. Dies sei gut angelegtes Geld für Klimaschutz und für Arbeitsplätze. Die Gelder kämen an, Häuslebauer nutzten die Förderung. Allein bis Mitte September seien 10,6 Milliarden Euro Sanierungsgelder bewilligt worden. »Wir rechnen im Gesamtjahr 2021 mit Bewilligungen von über 15 Milliarden Euro, vielleicht sogar mit bis zu 18 Milliarden Euro.« Davon sind die meisten Gelder vom Haushaltsausschuss bereits bewilligt worden.

Umweltschutz – Ausgezehrt und entnervt beenden sechs von sieben Aktivisten ihren Hungerstreik. Doch einer geht einen anderen Weg. Er droht mit Verschärfung der Aktion

INHALT Politik Baden-Württemberg Weltspiegel Stadt und Kreis Reutlingen Stadt und Kreis Tübingen Kultur Sport Wirtschaft Fernsehen Notdienste, Kino + Termine Familienanzeigen

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BERLIN. Die Bundesregierung will mit zusätzlichen Milliardengeldern beim Klimaschutz im Gebäudesektor nachbessern. Um Klimaziele zu erreichen, beschloss das Kabinett ein Maßnahmenprogramm des Wirtschafts- sowie Innenministeriums. Konkret geht es um zusätzliche Mittel in Höhe von 5,7 Milliarden Euro für die Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Hintergrund ist, dass der Gebäudesektor im vergangenen Jahr als einziger Bereich seine Klimaschutzziele verfehlt hatte. Deswegen müssen laut Klimaschutzgesetz die zuständigen Ministerien nachbessern. Ein im Juli vorgelegtes

BERLIN. Mehr als drei Wochen nach Beginn des Berliner Hungerstreiks für eine radikale Klimawende haben fast alle der jungen Teilnehmer aufgegeben. Drei weitere Aktivisten hätten wieder angefangen zu essen, teilte die Pressesprecherin Hannah Lübbert mit. Von ursprünglich sieben Hungernden sind somit sechs ausgestiegen.

Ein junger Mann droht hingegen mit einer Verschärfung der Aktion. Diese hatte am 30. August nahe des Berliner Reichstagsgebäudes begonnen. Die Klimaaktivisten forderten ein öffentliches Gespräch mit den drei Kanzlerkandidaten sowie die Einsetzung eines Klima-Bürgerrats. Während des Protests hatten sie nach eigenen Angaben bis zu elf Kilogramm Körperge-

wicht verloren. Wiederholt mussten Teilnehmer ins Krankenhaus. Lübbert: »Würden wir weitermachen – wir würden sterben zugunsten eines kalten, fantasielosen politischen Weiter-So, das für alles Leben auf der Erde tödlich enden wird.« Der letzte der ursprünglichen Teilnehmer, Henning Jeschke, kündigte indes an, auch Flüssigkeit zu verweigern. (dpa)

AUS DER REGION

Fast alle Aktivisten geben auf

Zusätzlich werde für 2022 eine Milliarde Euro für den klimagerechten sozialen Wohnungsbau bereitgestellt, so Altmaier. »Klimaschutz und bezahlbarer Wohnraum dürfen kein Widerspruch sein.« Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erklärte, die Fördermittel für klimafreundliche Heizungen und die Gebäudesanierung würden gut nachgefragt. Mit der jetzt beschlossenen Aufstockung könne ein Förderstopp vermieden werden. »Wir sind uns in der Bundesregierung einig, dass weitere Maßnahmen folgen müssen, um den Gebäudebereich in den nächsten Jahren auf Kurs zu Seite 3 bringen.« (dpa)

Über 5,3 Millionen Impfdosen abgegeben BERLIN. Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung mehr als 5,3 Millionen Impfdosen an andere Länder abgegeben. Dies erfolge über die Allianz Covax und bilateral, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. »Wir bemühen uns weiter um eine gerechte Verteilung der Impfstoffe weltweit«, sagte sie. Empfänger seien Usbekistan und Tadschikistan gewesen, auch Mauretanien, Sudan und Namibia. Rund fünf Millionen Dosen stünden kurz vor Auslieferung. (dpa)

SPORT

Tempo runter, Lärm runter

20 Jahre Kunststiftung

»2G« sorgt für Probleme

REUTLINGEN. Tempo 30 rund rund um die Uhr für die JustinusKerner-Straße: Der Protest der lärmgeplagten Anwohner bekommt neuen Schwung. Alte und neue Bürgerinitiative tun Seite 11 sich zusammen.

ÖSCHINGEN. 20 Jahre ist es her, dass in Öschingen die Kunststiftung Klaus Herzer und das dazugehörige Museum gegründet wurden. Mit einer Druckaktion auf der Grieshaber-Presse wird das Jubiläum gefeiert. Seite 24

HAMBURG. In Hamburg können die Stadien unter 2G-Regeln bald wieder voll sein. Aber: Das geforderte Hygienekonzept sorgt unter den Fans für Diskussionen und stellt die Clubs vor OrganiSeite 27 sationsprobleme.

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Wasser für Stadtbäume

Wieder Hengstparaden

Berghof gut im Geschäft

Kaymers neue Rolle

Titelkampf im »Batmobil«

METZINGEN. Besonders in Zeiten des Klimawandels brauchen die Bäume in der Stadt regelmäßig Wasser. Die Stadt Metzingen setzt mit der Holy AG auf altbewährte und neue Techniken zur Seite 19 Bewässerung.

GOMADINGEN. Nach einem Jahr Coronapause gibt es in Marbach wieder Hengstparaden. Zur Hauptprobe am Mittwoch waren unter anderem Schul- und Kindergartenkinder aus der UmgeSeite 16 bung eingeladen.

ENINGEN. Die breit aufgestellte Unternehmensgruppe Berghof ist 2020 beim Umsatz und bei der Zahl der Beschäftigten deutlich gewachsen. Die Geschäftsführung sieht den Verbund gut aufSeite 31 gestellt.

HAVEN. Martin Kaymer und der Ryder Cup – das ist eine Erfolgsgeschichte. In diesen Tagen ist der Deutsche als Vizekapitän wieder beim prestigeträchtigen Duell zwischen Europa und den Seite 28 USA dabei.

SOTSCHI. Lewis Hamilton wartet weiter auf seinen 100. Formel1-Sieg. Nach dem Zusammenprall mit Max Verstappen zuletzt in Italien geht der Weltmeister als Favorit in das kommende Seite 27 Rennen in Russland.

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POLITIK DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Nach Bouteflika stirbt auch Bensalah ALGIER. Wenige Tage nach dem Tod des früheren algerischen Staatschefs Abdelaziz Bouteflika ist auch der ihm nachfolgende Übergangspräsident Abdelkader Bensalah gestorben. Er starb am frühen Mittwochmorgen mit 80 Jahren, wie der Sprecher der algerischen Nationalversammlung mitteilte. Bensalah sei wie

DAS ZITAT

auch Bouteflika schwer krank gewesen. Bensalah hatte nach Bouteflikas Rücktritt im Frühjahr 2019 für mehrere Monate übergangsweise die Geschäfte des Staatschefs übernommen. Der langjährige Präsident Bouteflika war zuvor durch Massenproteste aus dem Amt gedrängt worden. (dpa)

Extremismusverdacht im Verteidigungsministerium BERLIN. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) untersucht einen Rechtsextremismusverdacht gegen einen Referenten im Verteidigungsministerium. Dem Mann sei bis zu einer Entscheidung in seinem Fall der Zugang zu einer »sicherheitsempfindlichen Tätigkeit« untersagt worden, teilte das Ministe-

rium den Obleuten im Verteidigungsausschuss mit. Es handele sich um einen zivilen Mitarbeiter, gegen den »sicherheitserhebliche Erkenntnisse« des MAD vorlägen. Berichtet wurden dabei auch Details zu zwei Fällen im Kommando Spezialkräfte (KSK), bei denen gegen einen Offizier sowie einen Unteroffi-

zier ermittelt wird. Ein Leutnant wird beschuldigt, 2014 Bilder mit rechtsextremem Hintergrund über die Whatsapp-Gruppe seines Zuges geteilt zu haben. Ein KSK-Oberstabsfeldwebel soll 2015 in den USA die schwarz-weiß-rote Reichsflagge angebracht oder hängen gelassen haben. (dpa)

Mali – Pascal Kober zieht Parallelen zum Afghanistan-Einsatz und warnt vor sicherheitspolitischer Naivität

»China wird keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland bauen« Chinas Staats- und Parteichef XI Jinping in seiner Rede bei der UN-Generaldebatte

NAMEN + NACHRICHTEN Fördergeld wenig abgeflossen BERLIN. Die Fördergelder des Bundes für den Einbau von Luftfiltern in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kitas fließen bisher nur langsam. Das zeigen Antworten des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfragen der FDP und den Grünen im Bundestag. Demnach sind von dem auf eine Milliarde Euro angewachsenen Förderprogramm zu Umbau oder Aufrüstung fester Lüftungssysteme erst knapp 460 000 Euro ausgezahlt worden. Gelder in Höhe von 546 Millionen Euro sind immerhin beantragt. (dpa)

Maas drängt Iran zu Verhandlung Außenminister Heiko Maas (SPD) hat mit dem iranischen Außenminister Amirabdollahian gesprochen. FOTO: VON JUTRCZENKA/ DPA

NEW YORK. Bundesaußenminister Heiko Maas drängt den Iran im Streit um dessen Atomprogramm zur Rückkehr an den Verhandlungstisch. In einem Gespräch mit dem iranischen Außenminister Hussein Amirabdollahian am Rande der UNGeneralversammlung äußerte er die Erwartung, dass die Gespräche »nicht erst in Monaten, sondern so schnell wie möglich« wiederaufgenommen werden. (dpa)

Gesundheitsminister positiv Brasiliens Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist in New York coronapositiv getestet worden. FOTO: WILSON DIAS/AGENCIA BRAZIL/DPA

BRASILIA/NEW YORK. Der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist während seiner Reise mit Staatspräsident Jair Bolsonaro in New York positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er ist Medien zufolge das zweite Mitglied der brasilianischen Delegation in New York, bei dem ein Test positiv ausgefallen ist. Bolsonaro hat das Virus verharmlost und spricht sich gegen Masken und andere Maßnahmen aus. (dpa)

Alle Söldnertruppen »ächten« VON JÜRGEN RAHMIG REUTLINGEN/BERLIN. Werden die Karten in Mali neu gemischt? Ganz offensichtlich geht es um mehr als nur um eine Gruppe russischer Söldner. Die Franzosen wollen sich aus dem Sahelstaat größtenteils zurückziehen. Dass nun ohne Wissen Frankreichs oder Deutschlands, die sich beide in Mali im Kampf gegen den Terror und bei der Ausbildung von Polizeikräften engagieren, private Söldner einer Gruppe Wagner aus Russland ins Land geholt werden, ist ein Affront. Offenbar geht es auch um Militärberater aus Russland. Der Reutlinger FDP-Bundestagsabgeordnete Pascal Kober (50) lehnt den Einsatz von Söldnern grundsätzlich ab: »Wir müssen den Einsatz von Söldnergruppen ächten, das können wir nicht akzeptieren.« Es gehe um Werte und um die klare Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nicht-Kombattanten und um den Schutz der Zivilisten. »Es ist für mich mehr als fraglich, ob Wagner so eingesetzt wird, dass es auch um die Interessen der Zivilbevölkerung geht.« Kober kennt Mali. Er war dort 2015 und 2016 in seiner Eigenschaft als evangelischer Militärseelsorger für insgesamt fünf Monate.

»Das ist keine Grundlage für Entscheidungen« Die ominöse Söldner-Gruppe ist vorher schon in Syrien, Libyen und in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz gewesen oder noch dort. Russland versucht sich mit Hilfe dieser Söldner, die es nach Moskauer Lesart überhaupt nicht geben darf, in Frankreichs Einflussgebiet in Afrika zu etablieren. In Frankreich ist man konsterniert. Der Jubel der Menschen in Mali, als die Franzosen nach Bitten der Regierung in Bamako 2013 mit Soldaten den Vormarsch der Islamisten in Mali stoppten, hat sich inzwischen gelegt. Frankreichs Präsident Macron hatte im Juni das Ende der Operation »Barkhane« angekündigt, mit der in der Sahelzone Dschihadisten bekämpft werden. Die Hälfte der 5 100 französischen Soldaten soll bis 2023 abgezogen werden. Die Einladung der Söldner-Gruppe, die von Dmitri Utkin, einem Ex-Offizier des russischen Militärgeheimdienstes GRU und gleichzeitig Fan des Komponisten Wagner gegründet wurde, muss als Reaktion auf Macrons Abzugsankündigung verstanden werden. Eingeladen haben wird sie der neue starke Mann in Mali, Oberst Assimi Goita. Er war früher übrigens auch bei der Bundeswehr ausgebildet worden. Nach Bekanntwerden des WagnerEngagements drohte Paris mit weiterem Abzug aus Mali – und Verteidigungsmi-

Pascal Kober war 2015 und 2016 als Militärseelsorger in Mali. nisterin Annegret Kramp-Karrenbauer hängte sich in einem Tweet an. Das sorgte für Irritationen, weil sie eine Ankündigung verbreitete, ohne vorab beispielsweise die Abgeordneten unterrichtet zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war alles noch vage. »Auf solcher Grundlage können keine Entscheidungen über unser deutsches Engagement getroffen werden«, merkt Kober an. Kramp-Karrenbauer hatte getwittert: »Die Meldungen über eine mögliche Militärkooperation Malis mit Russland sind sehr besorgniserregend. Dies widerspricht allem, was Deutschland, Frankreich, die EU und die Vereinten Nationen in Mali seit acht Jahren leisten.« Derzeit beteiligen sich 880 Bundeswehrsoldaten an der UN-Truppe Minusma in Mali. Für die EU-Ausbildungsmission EUTM stellt die Bundeswehr 110 Soldaten. Schon in Afghanistan hatte sich gezeigt, dass Regierungen hinter den internationalen Einsätzen stehen müssen. Das war dort nie eindeutig der Fall und ist es auch in Mali zumindest nicht mehr. Die Regierungen Frankreichs oder Deutschlands und die EU stehen in der Verantwortung und müssen notfalls Druck machen dürfen und Gegenleistungen einfordern. »Entweder schaffen wir es, mit den Regierungen etwas zu vereinbaren. Wenn

diese aber nicht dahinter stehen, befinden wir uns in einem Dilemma«, sagt der Liberalen-Politiker, »denn das heißt nicht, dass wir darauf verzichten, trotzdem für unsere Sicherheit aktiv zu sein.« Eine schwierige Situation. Dann »zu sagen, das bringt alles nichts, da ziehen wir uns jetzt zurück, damit sollte man vorsichtig sein«, warnt Kober.

»Ein weltumspannendes Terrorismus-Phänomen« »Wir haben Sicherheitsinteressen dort, die wir allerdings immer von Neuem an die Realitäten anpassen müssen.« Schon in Afghanistan habe es die Bundesregierung trotz mehrfacher Mahnungen auch der FDP versäumt, immer wieder zu evaluieren, »was haben wir eigentlich erreicht, wo müssen wir Ziele vielleicht neu fassen.« Das gelte auch für die Kooperation mit der malischen Regierung. Die Gefahr ist, dass Islamisten die Kontrolle über große Teile Afrikas übernehmen. »Wir haben es mit einem weltumspannenden Terrorismus-Phänomen zu tun. Der IS beispielsweise war ursprünglich weder in Mali noch in Afghanistan präsent,« so Kober. Wir dür-

FOTO: PRIVAT

fen uns nicht in eine sicherheitspolitische Naivität flüchten und sagen, unsere Sicherheit wird nur auf deutschem Territorium verteidigt.« Kober stellt sich allerdings auch die grundsätzliche Frage, was in Mali militärisch zu erreichen ist und was vielleicht eher durch eine besser vernetzte Polizeiarbeit erledigt werden könnte. Ganz wichtig sei es, die Geldquellen von Terroristen ausfindig zu machen und trockenzulegen. Oder: »Woher kommt der Sprengstoff, dem Menschen zum Opfer fallen, wo wird er gekauft, welche Wege nimmt er bis zum Anschlagsort?« Für solche Aufgaben sei das Militär nicht ausgestattet und es ist auch nicht sein Auftrag. Die Struktur der malischen Armee wirft Fragen auf. Der Ausbildungsstand sei sicherlich nicht vergleichbar mit einer europäischen Armee, so Kober. »Aber am Ende – und da breche ich mal eine Lanze für den Soldaten, gleich welcher Nation – ist es doch so: Wenn die Soldaten schlecht geführt werden, kann man es ihnen nicht vorwerfen, dass sie kein Vertrauen in die Führung haben. Schließlich geht es dabei um ihr Leben, das sie einsetzen.« Die eigene politische Führung hat dem Soldaten Verlässlichkeit zu vermitteln und Glaubwürdigkeit, und das hat weder die afghanische Regierung in Kabul getan noch jetzt die malische in Bamako.« (GEA)

PRESSESPIEGEL »Kontrollierte Explosion« Der Zusammenbruch von Evergrande sollte richtigerweise als eine kontrollierte Explosion betrachtet werden. Peking erteilt dem Bauunternehmen eine sehr öffentliche und schmerzhafte Lektion. Es will damit den Hunderten von Unternehmen im chinesischen Immobiliensektor klarmachen, dass es ihm mit den »drei roten Linien«, die es letztes Jahr verkündet hat, ernst ist. Diese Beschränkungen der Verschuldung, die Bauträger in ihren Bilanzen haben dürfen, sollen Krisen abwenden, nicht verursachen. Xi Jinping, Chinas autoritärer Staatschef, ist eindeutig ein Befürworter des harten Durchgreifens im Immobiliensektor. FINANCIAL TIMES

Redaktion Politik/Nachrichten Tel. 0 71 21/302-0 -311 Davor Cvrlje (cvr) -312 Karin Kiefhaber (geu) -313 Jürgen Rahmig (jr)

Fax 0 71 21/302-677 -318 Emanuel Schürer (eks) -329 Brigitte Gisel (sel) E-Mail: politik@gea.de

Wahlen – Experten zufolge geht es in Ostdeutschland auch um höhere Zuweisungen und schnellere Lohnanpassung

Stärke der AfD im Osten von Dauer BERLIN. Der große Zulauf für die AfD in Ostdeutschland erklärt sich aus Sicht des Meinungsforschers Matthias Jung auch mit wirtschaftlichen Interessen. Es gehe »natürlich auch darum, dass man mit Protestwahlverhalten höhere Zuweisungen für Ostdeutschland bekommen will, ebenso wie eine schnellere Anpassung der Löhne oder Renten«, sagte der Vorstand der Forschungsgruppe Wahlen. Solche taktischen Protestwähler gebe es neben den AfD-Anhängern mit »geschlossen rechtsradikalem Weltbild«. Umfragen zufolge könnte die Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl am Sonntag in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt stärkste Partei werden. Bundesweit lag die AfD zuletzt bei

etwa elf Prozent – zum Beispiel in Sachsen aber bei 26 Prozent. Obwohl keine andere Partei im Bundestag mit der AfD zusammenarbeiten will, sei deren Stimmanteil bedeutsam, sagte Jung. »Denn er beschränkt die Koalitionsfähigkeit der übrigen Parteien.« Der Dresdner Politologe Hans Vorländer erwartet, dass die Stärke der AfD in Ostdeutschland von Dauer ist. »Die AfD hat sich auch organisatorisch in einzelnen Milieus und Gruppen festgesetzt, auch in Betrieben«, sagte der Professor der TU Dresden. »Das ist ein Stamm, auf den sie zurückgreifen kann. Und sie kann ihn erweitern, wenn bestimmte Themen besonders stark werden.« Die Partei sei auch unter jungen Leuten gefragt. (dpa)

Belohnung muss sein

KARIKATUR: BENGEN


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DIE DRITTE SEITE DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

KOMMENTARE Klimaschutz

Geld allein reicht nicht VON DAVOR CVRLJE

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ie Überschrift täuscht oder erweckt zumindest einen falschen Eindruck. Wer liest, dass die Bundesregierung ein Milliardenprogramm beschließt für die klimagerechte Sanierung von Gebäuden, könnte darin ein Symbol von Tatkraft sehen. Die Große Koalition macht Ernst mit dem Klimaschutz, so soll die Botschaft lauten. Doch leider ist das nur die halbe Wahrheit. Denn in Wirklichkeit hinkt die Bundesregierung hinter ihren selbst gesteckten Zielen zur Reduktion der Treibhausgase bei Gebäuden hinterher. Die festgelegte Jahresemissionsmenge wurde um zwei Millionen Tonnen CO2 überschritten. Und der Bereich Wohnen ist sehr wichtig im Kampf gegen den Klimawandel. Denn Gebäude sind laut Umweltbundesamt für 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Das milliardenschwere Maßnahmenpaket ist also in Wirklichkeit das Eingeständnis von Versäumnissen. Dennoch muss man der Regierung zugestehen, dass sie die Hände beim Klimaschutz nicht in den Schoß legt. Schwarz-Rot will, dass in deutschen Häusern und Wohnungen dichtere Fenster eingebaut, Außenwände gedämmt und Heizungen modernisiert werden. Über elf Milliarden Euro stellt der Staat dafür zur Verfügung. Das ist viel Geld. Doch Geld ist nicht alles. Denn zum einen sind die bürokratischen Hürden sehr hoch, bis man die Förderung erhält. Zudem ist es nicht leicht, einen Handwerker zu finden, der die neuen Fenster oder Türen einbaut. Doch vor allem ist es mit Einmalprogrammen nicht getan. Die Förderung muss langfristig angelegt sein. Die Bürger brauchen Planungssicherheit und Verlässlichkeit, damit sie in den Klimaschutz investieren. davor.cvrlje@gea.de Der geplatzte U-Boot-Deal

Frankreichs gekränkter Stolz VON JÜRGEN RAHMIG

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s gibt viele Scherben aufzusammeln, aber am Ende bleibt es dabei: Die Scheibe ist zerbrochen. Das Vertrauen Frankreichs auf der einen sowie den USA, Großbritanniens und Australiens auf der anderen ist schwer erschüttert. Der geplatzte U-Boot-Deal zwischen Paris und Canberra gefährdet nun ein Freihandelsabkommen der EU mit Australien. Das träfe vor allem die (deutschen) Automobilhersteller und Maschinenbauer. Die Wut im ÉlyséePalast über den Wortbruch wird sich so schnell nicht legen. Natürlich spielt das Volumen des Deals dabei eine Rolle – immerhin 50 Milliarden Euro, die Frankreichs Rüstungsindustrie verloren gehen. Paris selbst ist an dem geplatzten Auftrag nicht ganz unschuldig. Warum eigentlich wollte Australien französische Diesel-U-Boote, obwohl es einige andere U-Boot-Nationen gibt – darunter Deutschland – die bessere Modelle anbieten können. Da hat Paris wohl seine bekannt aggressive Lobbyarbeit betrieben. Wegen der großen Entfernungen im Pazifik ist Australien natürlich noch mehr an Atom-U-Booten interessiert. Doch Nationen, die atomar betriebene UBoote besitzen, verkaufen diese nur ungern. Dazu gehört Frankreich. Als nun die USA überraschend ihre Atomtechnik und gleichzeitig ein Bündnis angeboten haben, hat sich Australien noch einmal anders besonnen. Die Grande Nation ist zutiefst gekränkt. Ihr sind schmerzlich Grenzen aufgezeigt worden. Macron, der so gerne im Konzert der Großmächte mitspielt, musste in Mali und beim U-Boot-Deal erkennen, dass Paris nur in der zweiten Reihe steht. Jetzt heißt es erst einmal Wunden lecken. juergen.rahmig@gea.de

Großes Aufgebot zum Wahlkampfhöhepunkt der CDU auf dem Rottenburger Marktplatz. CDU-Landeschef Thomas Strobl (von links), Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Kanzlerkandidat Armin Laschet und Rottenburgs OB Stephan Neher. Rund 1 200 Zuhörer waren gekommen. FOTO: PIETH

Bundestagswahl – Im Endspurt rackert sich der CDU-Kanzlerkandidat an Rot-Rot-Grün ab. Und an Gegendemonstranten

Laschet kämpft sich durch VON KATHRIN LÖFFLER ROTTENBURG. Kurz steht es Spitz auf Knopf für Armin Laschet. »Buh!« und »Laschet raus!« quäkt es in sein linkes Ohr. Dann versagt auch noch seine eigene Stimme. Sie wird brüchig, er hüstelt, sprechen muss der CDU-Kanzlerkandidat derzeit viel. 50 Jahre hätten die Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen regiert und noch 2016 mit den Grünen den Kohleabbau bis 2045 beschlossen. »Aber wir sind es, die jetzt aussteigen«, räuspert er sich in Rage. »Deshalb lasse ich mir von Grünen und Sozialdemokraten nichts über Kohle erzählen«, ruft Laschet. Das Organ funktioniert wieder, der Wahlkampf in Rottenburg geht weiter. Und ein Kampf ist es durchaus. Im Endspurt vor der Bundestagswahl ist Armin Laschet am Mittwochabend in die Bischofsstadt gekommen, es ist einer seiner wenigen Termine in Baden-Württemberg. Nicht alle sehen ihn gern hier. Rund eine Stunde vor seiner Ankunft haben sich Fridays-for-Future-Aktivisten in der Rottenburger Innenstadt versammelt. Die Union sei wissenschaftsfeindlich und wolle am motorisierten Individualverkehr festhalten, mobilisiert sie ein Redner. »Wir können es nicht zulassen, dass ein Mann Bundeskanzler wird, der unsere Zukunft mit Füßen tritt«, fährt er fort. Die Gruppe zieht zum Marktplatz. Als Laschet dort einläuft, gibt sich der CDU-DJ hoffnungsvoll und legt die Black Eyed Peas auf. »I got a feeling, that tonight's gonna be a good night«, singt die Band, auf Deutsch: »Ich hab’ da so ein Gefühl, dass heute Nacht eine gute Nacht wird.« Es ist voll zwischen Dom und Rathaus, die Menge gemischt. Ü60-Zuhörer

sind da, Teenies halten CDU-Luftballons, eine junge Frau mit Bündnis90/Die Grünen-Stoffbeutel zieht ihren Mundschutz in Regenbogenfarben herunter und kaut einen Apfel.

»Die AfD muss verschwinden aus deutschen Parlamenten« Auf Pappschildern steht »Make love not CO2«, »Kurzstreckenflüge sind für Insekten«, »Laschet regiert, Klima verliert«, eines zeigt Laschet als gelbe Minion-Comicfigur. Das erste »KohleLaschet!« ertönt – kaum, dass Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher zum Grußwort angesetzt hat. Der erste Beifall aber auch. Laschet winkt ins Publikum und reckt den Daumen hoch. »„Danke für den freundlichen Empfang«, sagt er. Laschet hat nicht nur in Teilen des Rottenburger Zentrums ein Sympathieproblem. Letzten Erhebungen des ZDF-Politbarometers zufolge halten ihn 29 Prozent der Befragten für kanzlerfähig. Bei Konkurrent Olaf Scholz sind es 67 Prozent. 25 Prozent der Wähler wollen laut der jüngsten Forsa-Umfrage für die SPD stimmen, die CDU kriecht ihr mit 22 hinterher. Der Sonntag könnte als Fiasko für die Union enden, Laschet nach 16 Jahren als Abstiegstrainer in die Historie der Christdemokraten eingehen. Entschieden hat er das selbst. Im Frühjahr stand die Kanzlerkandidatur zur Debatte, Laschet wollte, Söder wollte, die Basis wollte Söder, Laschet blieb stur. Der Stunk war Gift für seine Beliebtheitswerte.

In Rottenburg müht er sich, das Ruder auf den letzten Metern herumzureißen – und die Linke als nicht tragbar als Regierungspartner einer rot-rot-grünen Koalition zu geißeln. Nach dem Ausstieg aus Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie brauche es wirtschaftliche Stärke, um anstehende Aufgaben zu stemmen. Kein Mensch glaube daran, dass dies mit RotRot-Grün zu machen sei. Mit Rot-RotGrün werde Deutschland geschwächt, Deutschland in Europa geschwächt, »das ist der falsche Weg in dieser Zeit!«, ruft Laschet. Buhen von links, Beifall von der anderen Marktplatzseite.

»Wenn die Linke gegen Geheimdienste ist, gegen Verfassungsschutz und die Nato verlassen will, dann ist sie ein Sicherheitsrisiko«, sagt Laschet und verweist auf den geplanten Anschlag auf die Synagoge in Halle, den islamistische Terroristen geplant hätten und der durch Hinweise eines ausländischen Geheimdienstes verhindert worden sei. Laschet: »Wir brauchen internationale Kooperationen für die innere Sicherheit.« Und: »Wir brauchen mehr Europa«, fordert er. »Europagegner gehören nicht in eine Koalition.« In Richtung der Klimaaktivisten ruft er: Er habe den Eindruck, viele Bewohner großer Städte wüssten gar nicht, was ein Leben im ländlichen Raum bedeute – nämlich, dass die Menschen nicht einfach auf den Öffentlichen Personennahver-

kehr umstiegen könnten, weil sie ihr Auto benötigten, um zur Arbeit zu fahren. Deshalb brauche es die Pendlerpauschale. Im Autoindustrieland Südwesten hofft er auf jene »bürgerlichen Menschen«, die »vielleicht mal aus Versehen die Grünen gewählt haben« – aber eigentlich eher wie Winfried Kretschmann und seine Vorgänger Erwin Teufel und Lothar Späth dächten. »Wir wollen auch in 20 Jahren noch die besten Autos bauen«, sagt Laschet. »Wer eine Politik gegen Autos macht, versündigt sich an Tausenden Arbeitsplätzen und an der Wirtschaftskraft unseres Landes.« Buh-Rufe von links, Beifall von rechts. Nur einmal gibt es keine Buhrufe: Als Laschet sich gegen die AfD stellt. »Die AfD muss verschwinden aus deutschen Parlamenten.« Und weiter: »Dem Hass, den die AfD in die Parlamente getragen hat, stellen wir uns entgegen.« Er trommelt gegen Vermögens- und Erbschaftssteuer und erklärt Annalena Baerbocks Idee von Verboten als Innovationstreiber für aberwitzig. »Man muss Kreativität stärken und nicht immer neue Verbote erfinden«, meint er. Als er seinen letzten Satz beendet, ergreift der »Laschet raus!«-Chor das Wort. Die Nationalhymne, wie sie immer auf den CDU-Veranstaltungen erklingt, würgt ihn ab. Laschet singt mit. Seine Stimmbänder werden es danken. (GEA)

VIDEO ONLINE Ein Video vom Auftritt des CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet in Rottenburg gibt es auf der Homepage des Reutlinger General-Anzeigers. www.gea.de/videos

Internationales – Regierungschefs von Großbritannien und den USA bemühen sich bei Treffen um gute Stimmung

Johnson nähert sich in einem Zug VON CHRISTIANE JACKE UND BENEDIKT VON IMHOFF WASHINGTON. Boris Johnson bemüht den Zug. Der britische Premier ist mit dem Amtrak-Zug von New York nach Washington gereist, um dort im Weißen Haus den US-Präsidenten zu treffen. Joe Biden kennt den Zug gut, er ist darin jahrzehntelang zwischen der US-Hauptstadt und seiner Heimat Delaware gependelt, erst als Senator, später als Vizepräsident. Bidens Amtrak-Liebe ist bekannt. So hat der Brite, der demnächst eine Weltklimakonferenz in Glasgow zu bestreiten hat, den Trip von der UN-Generalversammlung zu Biden auf der Schiene angetreten – dem Klima und dem Präsidenten zuliebe. Angekommen im Oval Office schmeichelt

der Brite seinem Gastgeber. Biden sei für die Bahn-Mitarbeiter sowas wie ein Gott: »Die lieben dich.« Und Biden nutzt die Vorlage für eine seiner Bahn-Anekdoten. Johnson bemüht sich um Überschwang bei dem Treffen. Das Wort »fantastisch« bringt er bei den kurzen Eingangsstatements mit Biden gleich drei Mal unter. Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als müsste Johnson bei seinem Besuch im Weißen Haus die Scherben der einst so »speziellen Beziehung« zwischen den USA und Großbritannien aufkehren. Der chaotische Abzug der US-geführten Koalition aus Afghanistan hatte in London zu Zorn und Unverständnis geführt. Doch rechtzeitig zu Johnsons Antrittsbesuch bei Biden ist die »special relationship« zurück.

Vor einer Woche verkündeten Biden und Johnson gemeinsam mit dem australischen Regierungschef Scott Morrison überraschend einen neuen Sicherheitspakt im Indopazifik. Der Plan sieht unter anderem vor, Australien beim Bau von UBooten mit Nuklearantrieb zu unterstützen. Die Reaktionen: verheerend. Frankreich schäumt vor Wut, weil dem Land dadurch ein milliardenschwerer U-BootDeal mit Australien entglitten ist. Andere europäische Staaten und EU-Vertreter fühlen sich ebenfalls vor den Kopf gestoßen und zeigen sich solidarisch mit Paris. Biden und Johnson erwähnen diese Verwerfungen bei ihrer Zusammenkunft im Weißen Haus nicht. Johnson sagt vielmehr, das neue Bündnis habe das Potenzial, die Sicherheit der ganzen Welt zu

verbessern. Beide scheinen entschlossen, bei dem Treffen positive Signale auszusenden. Johnson überschlägt sich plötzlich mit Lob. Der US-Präsident hat indessen bislang kein Interesse daran erkennen lassen, ein von Johnson sehnlich erhofftes Freihandelsabkommen – eines der Hauptargumente für den Brexit – voranzubringen. Inzwischen sieht es so aus, als hätten die Briten hier bereits die Hoffnung aufgegeben und sähen sich nach Alternativen um: Nach Johnsons Besuch berichten britische Medien, London strebe nun einen Beitritt zum Handelsabkommen USMCA zwischen den USA, Kanada und Mexiko an. Zumindest in Handelsfragen sei der Besuch in Washington für Johnson ein Rückschlag gewesen. (dpa)


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BADEN-WÜRTTEMBERG

Schadsoftware – Hacker greifen SRH-Stiftung an

Kliniken vom Netz genommen HEIDELBERG. Nach einem Hackerangriff sind die Computersysteme an deutschlandweit fast einem Dutzend SRH-Kliniken sicherheitshalber vom Netz genommen worden. Davon seien auch die sieben Kliniken in Baden-Württemberg betroffen, zu denen etwa die Einrichtungen in Karlsbad-Langensteinbach, Sigmaringen oder auch Oberndorf gehörten, teilte ein Sprecher mit. Die Akut- und Rehakliniken des Klinikverbunds hätten jedoch nicht im Fokus der Cyberattacke gestanden. Die IT-Infrastruktur des SRH Klinikverbunds sei von bislang Unbekannten mit einer Schadsoftware angegriffen worden. Als Folge des Hackerangriffs, der am Wochenende begonnen habe, sei aktuell noch ein Teil der IT-Infrastruktur beeinträchtigt. »Wir mussten aus Sicherheitsgründen vorläufig IT-Systeme vom Netz nehmen«, sagte der Sprecher. Bis die Systeme wieder funktionieren, könne es noch einige Tage dauern. Man gehe aktuell davon aus, dass vor allem Hochschulund andere Bildungseinrichtungen der SRH betroffen sind. Daten, die etwa aus früheren Prüfungen gespeichert waren, seien erhalten geblieben.

Sicherheitshalber nun mit Stiften »Aus Sicherheitsgründen wird dort nun mit Stift und Papier gearbeitet«, sagt der Sprecher zu den Kliniken. Wie groß die Auswirkungen der Hackerattacke sind und welches Ziel sie überhaupt hatte, war zunächst unklar. Zu Ermittlungen wollte sich der Sprecher zunächst nicht äußern. Neben Kliniken und Gesundheitszentren gehören auch Bildungseinrichtungen zur Angebotspalette der SRH-Holding mit Sitz in Heidelberg. Sie beschäftigt eigenen Angaben zufolge fast 17 000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa einer Milliarde Euro. (dpa)

Verirrte Kinder an der A 81 aufgespürt LUDWIGSBURG. Polizei und Feuerwehr haben nach einer nervenaufreibenden Suche zwei verirrte Kinder nahe der Autobahn 81 aufgespürt und gerettet. Das 13 Jahre alte Mädchen befand sich nach einem Sturz in lebensbedrohlichem Zustand, so die Polizei. Der 14-jährige Junge sei bei der Odyssee am Abend zuvor unverletzt geblieben. Beide hatten ihre Angehörigen nach dem Besuch eines Schnellrestaurants in einem Ludwigsburger Industriegebiet aus den Augen verloren, heißt es. In einem Wald an der nahen A 81 hätten sie die Orientierung verloren. Mit dem Mobiltelefon habe der Junge die Rettungsleitstelle angerufen und den Kontakt gehalten, während das Mädchen – wohl aufgrund einer psychischen Krise – gestürzt sei und sich am Kopf verletzt habe. Ein Feuerwehrmann entdeckte die Teenager bei Asperg (Kreis Ludwigsburg). (dpa)

IN KÜRZE 55-Jähriger stirbt bei Unfall BÖHMENKIRCH. Ein 55 Jahre alter Autofahrer ist bei einem Unfall im Kreis Göppingen tödlich verletzt worden. Der Mann war bei Böhmenkirch unterwegs, als er in einer Kurve von der Fahrbahn abkam, wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte. Dabei prallte der Wagen gegen einen Holzschuppen. Rettungskräften gelang es nicht mehr, den Mann wiederzubeleben. Wie erste Ermittlungen ergaben, führte möglichweise eine plötzlich aufgetretene Erkrankung zu dem Unfall. (dpa)

Vergiftungsverdacht wegen Ofen VAIHINGEN AN DER ENZ. Möglicherweise aufgrund eines defekten Schwedenofens sind zwei Bewohner eines Hauses mit Vergiftungsverdacht in Krankenhäuser gekommen. Eine Frau sei in der Nacht in Vaihingen an der Enz bewusstlos in ihrer Wohnung gefunden worden, sagte eine Polizeisprecherin. Der im Haus betriebene Schwedenofen sei vermutlich defekt gewesen. Dies habe wohl zum Austritt von Kohlenstoffmonoxid geführt, hieß es. Ein Mann in einer anderen Wohnung habe ebenfalls Anzeichen für eine Vergiftung gehabt. (dpa)

DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Corona-Impfung im Ambiente der Stuttgarter Wilhelma STUTTGART. Unter dem Motto »Impfen unter Palmen« bietet die Stuttgarter Wilhelma gemeinsam mit einem Team des RobertBosch-Krankenhauses am Samstag, 25. September, einen Termin zur Corona-Impfung an. Wie der Zoologisch-Botanische Garten mitteilte, können Teilnehmer der Impfaktion mit Bewirtung,

Unterhaltung und einem Gewinnspiel rechnen. Für die Impfungen sei das Gebäude der Wilhelmaschule reserviert. Den Angaben zufolge, sind sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Auffrischungen für berechtigte Personen möglich. »Die Impfung ist ein Weg, die Gefährdung durch das Virus zu

minimieren – jeder für sich und für die Menschen im Umfeld«, wird Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin zitiert. Man wolle niemanden zur Impfung überreden. Stattdessen wolle man eine Möglichkeit für Menschen anbieten, denen bisher die passende Gelegenheit oder der letzte Impuls gefehlt habe. (dpa)

»Klimaschutz zahlt sich aus« KARLSRUHE. Nach Ansicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zahlen sich Investitionen in den Klimaschutz aus. Die Pflicht, bei jedem Neubau eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren, sei natürlich eine Zumutung. »Man schreibt ja jemandem was vor. Es

kostet auch Geld.« 1,5 Prozent mehr Kosten für ein Wohnhaus seien aber erträglich, weil sich das in kurzer Zeit amortisiere und irgendwann rentiere, wenn der Strom selbst verwendet oder ins Netz gespeist werde, sagte er bei einem Auftritt mit der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in Karlsruhe. (dpa)

Naturschutz – Daten zum Rückgang der Insektenbestände haben alarmierende Wirkung. Beleuchtung soll besser werden

Welches Licht ist insektenfreundlich? VON MARCO KREFTING KARLSRUHE. An der Leuchte nahe eines Teichs schwirren mehr Mücken. An jener dicht bei einem Wald sammeln sich vor allem Käfer. »Das unterscheidet sich sehr«, sagt Andreas Jechow von der Forschungsgruppe Lichtverschmutzung und Ökophysiologie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Allerdings haben die Insekten eigentlich nichts an den Leuchten zu suchen, sondern sollen im Naturschutzgebiet bleiben. Neue Arten der Straßenbeleuchtung können dabei helfen, so viel ahnt man schon. »Wir wissen aber nicht, wie stark der Effekt ist.« Deshalb hängen Jechow und Kollegen an mehreren Orten im Südwesten Fallen auf. In drei Naturschutzgebieten in den Kreisen Rhein-Neckar, Karlsruhe und Freudenstadt erheben die IGB-Experten die Lichtverschmutzung. Dafür werden Daten über Art und Anzahl der Insekten in den Fallen ausgewertet. Die Hälfte der Leuchten an den Messstrecken soll im Winter ausgetauscht werden, wie Juliane Körner vom Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums Karlsruhe erläutert. Die Behörde koordiniert das Projekt Naturlicht. Die Erkenntnisse sollen am Ende laut Jechow auf Beleuchtung an anderen Naturschutzgebieten übertragbar sein.

»LED kann man so begrenzen, dass sie dahin strahlt, wo man sie braucht« Das Licht der neuen Leuchten soll Jechows Angaben nach nur auf den Gehwegen und Straßen zu sehen sein. »LED kann man so begrenzen, dass sie dahin strahlt, wo man sie braucht.« Und nicht links und rechts noch ins Gebüsch. Auch sollten die Leuchten nicht mehr aus der Ferne sichtbar sein. Um den Effekt messen und vergleichen zu können, werden dann wieder Insektenfallen installiert und die Fänge analysiert. Bei dem Thema geht es um einen grundlegenden Konflikt: Einerseits soll die Straßenbeleuchtung nachts für Sicherheit von Bürgern sorgen. Andererseits hat künstliche Beleuchtung negative Folgen

Der Entomologe Manuel Dietenberger kontrolliert an einem Laternenmast eine Flugfensterfalle zum Fang von Insekten. Allenthalben wird an Möglichkeiten geforscht, das Artensterben zu minimieren. FOTO: ANSPACH/DPA für Tiere wie Insekten und Fledermäuse: Sie werden angelockt und dem natürlichen Lebensraum entzogen. Jechow spricht vom Staubsaugereffekt. Zudem könnten sich die Strahlungen benachbarter Straßenleuchten nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz überschneiden und so eine Barriere darstellen, wenn Insekten eine Straße passieren wollen.

»Es geht um die Balance zwischen dem Licht, wie Menschen es benötigen, und Artenschutz« Diese beiden Aspekte – Sicherheit und Tierwohl – sollen unter einen Hut gebracht werden. »Es geht um die Balance zwischen dem Licht, wie Menschen es benötigen, und Artenschutz«, sagt Jechow. Finanziert wird Naturlicht aus den Mitteln des »Sonderprogramms zur

Stärkung der biologischen Vielfalt«, für das das baden-württembergische Umweltministerium insgesamt 27 Millionen Euro für vier Jahre zur Verfügung hat – 440 000 Euro davon für Naturlicht. In einem weiteren Schritt wollen Jechow und sein Team auch Fledermausquartiere unter die Lupe nehmen. Hier gehe es aber eher um Fassadenbeleuchtung, erklärt der Fachmann. Zwar gebe es einige Fledermausarten, die gezielt an Lichtquellen jagten. Die meisten würden durch das künstliche Licht aber eher gestört, änderten Flugzeiten oder verließen Gebiete gänzlich und siedelten um. Das Bundesumweltministerium lässt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt ein neues Straßenbeleuchtungsdesign entwickeln, das die Abstrahlung des Lichtes minimieren soll. Auch hier ist das IGB am Zug und erhebt in vier Gemeinden in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vor und nach der Umrüstung Daten zu den Insekten. Zudem würden bei diesem Projekt Bürger, Vereine und Schulklassen beteiligt, erläutert

Jechow. Und in Zusammenarbeit mit Leuchtenentwicklern werde weiter an verschiedenen Arten der Beleuchtung gefeilt. Projekte dieser Art – sei es mit Blick auf Auswirkungen von (Straßen-)Beleuchtung auf Naturschutzgebiete oder zum Design von Straßenbeleuchtung – in anderen Städten sind dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg laut einem Sprecher nicht bekannt. Auch Jechow sagt, dass solche Daten fehlen. Es gebe Studien, welche Insekten durch bestimmte Farbspektren im Licht angelockt werden. Wie aber Beleuchtung insektenfreundlich gestaltet werden kann, sei unklar. Die Folgen einer Umstellung bei der Straßenbeleuchtung gehen dabei womöglich über den Tierschutz hinaus, wie das Regierungspräsidium in Karlsruhe im Zusammenhang mit NaturLicht erläutert: »Willkommener Nebeneffekt des Projektes wird auch eine Energieeinsparung und damit eine Verringerung der Stromkosten für die Kommunen sein.« (dpa)

Prozess – Weil er seinen ehemaligen Chef mit einem Beil getötet haben soll, steht ein 36-Jähriger in Konstanz vor Gericht

13-jähriger Sohn des Opfers schildert Überfall VON FREDERICK MERSI KONSTANZ. Vermummt habe der Mann an einem Samstag im Januar vor dem Haus seines Vaters im Landkreis Konstanz gestanden. Wegen des Winterwetters und Corona habe er keinen Verdacht geschöpft, sagt der 13-Jährige vor Gericht. Er habe ihn sogar zunächst für den Postboten gehalten. Erst als er ein Beil bemerkt habe, sei er davongerannt. Wenig später ist sein Vater tot, der neunjährige Bruder und er selbst schweben wegen schwerer Kopfverletzungen in Lebensgefahr. Wegen des tödlichen Überfalls muss sich seit Mittwoch ein ehemaliger Mitarbeiter des getöteten Familienvaters vor dem Landgericht Konstanz verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 36 Jahre alten Rumänen Mord und zweifachen versuchten Mord aus Habgier vor. Er habe aus dem Wohnhaus und Firmensitz seines ehemaligen Chefs Geld stehlen wollen. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte zunächst zu den Vorwürfen. Der 13 Jahre Sohn des Opfers schilderte

die Tat dagegen ausführlich. Sein Vater habe nur kurz ein Schulheft für seinen jüngeren Bruder kaufen wollen, als der Angreifer geklingelt und nach seinem Vater gefragt habe, sagte der Junge. Er spricht schnell, deutlich, beantwortet die Fragen der Richter, des Staatsanwalts und der Verteidigerin umfassend. Nach der Rückmeldung des 13-Jährigen, dass er seinen Vater nicht erreiche, habe der Mann auf einmal ein Beil gezückt. Vier oder fünf Mal habe der Täter im Haus mit der stumpfen Seite des Werkzeugs auf seinen Kopf eingeschlagen. »Ich habe bei jedem Schlag ein Geräusch gehört«, sagte der 13-Jährige vor Gericht. »Ich war k.o., konnte nichts machen.« Laut Staatsanwaltschaft war das erst der Beginn des Gewaltausbruchs des Angeklagten. Auch auf den jüngeren Bruder des 13-Jährigen habe der Mann mehrmals eingeschlagen, nachdem sich der Neunjährige im Badezimmer des Hauses versteckt hatte. Der 46 Jahre alte Familienvater, von seinem jüngeren Sohn noch telefonisch alarmiert, sei nach seiner Rückkehr ins Haus vom 36-Jährigen töd-

Der wegen Mordes Angeklagte nimmt im Gerichtssaal Platz. FOTO: KÄSTLE/DPA lich verletzt worden. Später nimmt die Polizei den ebenfalls schwer verletzten Verdächtigen fest. Die Anklage geht davon aus, dass sich der Mann noch im Haus selbst mit einem Taschenmesser in die Brust stach. Offen blieb zum Prozessauftakt die Frage nach dem Warum. Sein Vater habe den Angeklagten zwar vor einigen Jahren gekündigt, weil der im Verdacht gestanden habe, zu stehlen, sagte

der 13-Jährige. »Aber ich hätte nie gedacht, dass er auf so eine Idee kommt.« Sein Bruder und er hätten den Mann gekannt und ein gutes Verhältnis zu ihm gehabt, betonte er. »Es ist mir ein Rätsel, warum er das gemacht hat.« Der vorsitzende Richter Arno Hornstein dämpfte nach der Aussage des 13Jährigen die Hoffnung auf neue Erkenntnisse dazu vor Gericht: »Ich glaube nicht, dass diese Frage beantwortet wird.« Es sei aber »großartig«, dass der Junge ausgesagt habe, betonte Hornstein. »Du bist ein ganz wichtiger Zeuge.« Um den Schüler vorzubereiten, habe er sich zuvor mit dem Jungen im Sitzungssaal getroffen, sagte Hornstein. Immer wieder habe dieser dabei gesagt, dass er sich öffentlich äußern wolle. Zur Unterstützung saß eine Prozessbegleiterin an seiner Seite. Eine Auswirkung hatten die Schilderungen des Jungen schon am Mittwoch: Der Angeklagte brach nach dessen Aussage sein Schweigen zu den Tatvorwürfen. »Er sagt, er hat keine Worte dafür«, sagte die Dolmetscherin des 36-Jährigen, »und dass es ihm leidtut«. (dpa)


STUTTGART DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Gesundheit – Stadt warnt Bevölkerung

Blaualgen in Stuttgarter Seen STUTTGART. Die Behörden haben Blaualgen in drei Stuttgarter Gewässern entdeckt und warnen die Bevölkerung. »Hautkontakt mit dem Wasser ist unbedingt zu vermeiden und Hunde sind vom Gewässer fernzuhalten«, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Demnach handelt es sich bei den Gewässern um den Bärensee, den Neuen See sowie um den Pfaffensee. Die womöglich giftigen Blaualgen haben sich demnach infolge sommerlich erhöhter Temperaturen in den vergangenen Tagen gebildet. Schluckt man von Blaualgen verunreinigtes Wasser, kann das Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Hautreizungen auslösen. Demnach kommen die Bakterien zwar generell in Gewässern vor, ihre Konzentration steige jedoch bei warmem Wetter. Das Tiefbauamt wies darauf hin, dass in Stuttgarter Seen generell Baden verboten ist (dpa).

Zweitteuerste Stadt für Studentenbuden STUTTGART/WIESLOCH. Wer in Stuttgart während des Studiums eine Wohnung sucht, muss tief in die Tasche greifen. 750 Euro Warmmiete müssen Studierende für eine 30 Quadratmeter große Musterwohnung in Hochschulnähe in der Landeshauptstadt lockermachen. Das geht aus dem neuen Studentenwohnreport 2021 des Finanzdienstleisters MLP und dem Institut der deutschen Wirtschaft hervor. Nur München ist demnach mit einer Monatsmiete von 802 Euro noch teurer. (dpa)

Prozess um Angriff bei einer Demo STUTTGART. Im Prozess um einen brutalen Angriff am Rande einer CoronaDemo in Stuttgart hat einer der Nebenkläger nach Einschätzung eines Gutachters schwerste Augenschäden davon getragen. Der Augenarzt der Uniklinik Tübingen berichtete bei der Sitzung gestern, dass der Mann nach der Prügelattacke auf dem linken Auge so gut wie blind sei. »Hier ist die Netzhaut wirklich kaputt«, sagte er. Zwei junge Männer, die der linken Szene zugerechnet werden, sitzen auf der Anklagebank, weil sie mit einer Gruppe Vermummter am 16. Mai 2020 drei Männer am Rande einer Corona-Demo brutal zusammengeschlagen haben sollen. Die Opfer sollen enge Kontakte zur rechtsextremen Szene haben. (dpa)

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Gesundheit – Das Gesundheitsamt würde gerne mehr über die Folgen von Corona-Infektionen und Quarantäne wissen

Stuttgarter Kinder in der Pandemie VON VIOLA VOLLAND STUTTGART. Die Corona-Pandemie hat viele Nebenwirkungen, besonders für Kinder und Jugendliche. Das zeigt sich auch in Stuttgart an verschiedenen Stellen. Beispiel Adipositasberatungsstelle: Die sei nicht nur stärker nachgefragt als früher, zudem seien die Kinder, die kommen, deutlich schwerer, so der Gesundheitsamtsleiter Stefan Ehehalt. Beispiel Frühförderstelle: Diese melde, dass Entwicklungsauffälligkeiten später oder auch gar nicht erkannt worden seien, als Folge des Lockdowns in den Kitas. Beispiel Stuttgarter Kinder- und Jugendpsychiatrie: Vor einigen Monaten war die Lage im Vergleich zu anderen Kliniken im Land noch weniger angespannt. »Jetzt läuft es auch bei uns voll«, sagt der Ärztliche Direktor Michael Günter. Die sonst übliche ruhigere Zeit in den Ferien, die Sommerdelle, sei ausgeblieben. Notfälle nehme man natürlich immer auf, betont Günter. Bei den elektiven, also planbaren Behandlungen, gebe es aber Wartezeiten.

»Der Großteil der Kinder ist bisher gut durch die Pandemie gekommen« Doch was bedeuten diese Entwicklungen? Der Gesundheitsamtsleiter ist selbst gelernter Kinder- und Jugendarzt. »Der Großteil der Kinder ist bisher gut durch die Pandemie gekommen«, meint er. Allerdings habe sich die Lage verschärft bei Kindern, die vorbelastet sind, sei es gesundheitlich oder durch ein schwieriges persönliches beziehungsweise soziales Umfeld. Ähnlich schätzt auch Michael Günter vom städtischen Klinikum die Situation ein: »Die psychische Belastung ist für alle gegeben, aber nur ein geringer Teil wird auch krank«, erklärt der Kinder- und Jugendpsychiater. Sie bemerkten in der Klinik vor allem eine Zunahme bei den Angst- und Essstörungen, zuletzt habe es zudem vermehrt Aufnahmen wegen exzessiven Computerspielens verbunden mit sozialen Ängsten gegeben. »Das hat sich deutlich verschärft«, so Günter. Die beiden Professoren würden es aber gerne genau und übergreifend wissen: Wie steht es um die Stuttgarter Kinder? Ihnen schwebt eine Studie vor in Kooperation mit der Universität Tübingen, um den Pandemie-Folgen auf den Grund zu gehen. Was macht die Quarantäne mit den Betroffenen? Wie geht es Kindern, die sich infiziert haben? Sind sie von Long

Computer spielen macht den meisten Kindern Spaß, aber ein Teil von ihnen hat in der Pandemie ein krankhaftes Spielverhalten entwickelt. Oft ist professionelle Hilfe eine Lösung. FOTO: WENDT/DPA Covid betroffen? Falls ja, wie äußert sich das? Wie geht es im Vergleich dazu Kindern, die nie in Quarantäne mussten? Das sind alles Fragen, auf die der Gesundheitsamtsleiter gerne Antworten hätte. Günter würde die psychiatrische Expertise liefern. Die Ideen sind also weit gediehen, die Finanzierung muss allerdings noch angegangen werden.

»Für Kinder ist eine Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen zentral« »Wir brauchen eine solide Datengrundlage«, sagt der Gesundheitsamtsleiter Ehehalt. Das erleichtere ihnen die Gesundheitsplanung, eine gesetzliche Aufgabe des Amts. »Wie können wir unsere Kinder unterstützen, welche Ressourcen müssen geschaffen werden«, um zielgerichtet zu helfen, erklärt Stefan Ehehalt. Gerade was Long Covid angeht, sei noch sehr vieles unklar, die Datenbasis

nach wie vor unzureichend. Man befinde sich da in einem »Dunkelfeld«, erklärt der Amtschef. Das Praktische: Das Gesundheitsamt sitzt an der Quelle, wenn es um Infektionen und Quarantänefälle geht. Aus dem eigenen Datenbestand könnte es entsprechende Stichproben ziehen und die Familien anschreiben, ob sie bereit wären, sich an der Erhebung zu beteiligen. Die Daten würden natürlich nur verwendet, wenn die Einverständniserklärung vorliege, betont Ehehalt. Die Erkenntnisse wieder-

um könne man abgleichen mit den vorhandenen Daten zur Kindergesundheit vor der Pandemie. Und von einem gehen sowohl Ehehalt als auch Michael Günter aus: dass es Folgen der Pandemie geben dürfte, die sich erst deutlich später zeigen werden. »Für Kinder ist die Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen ganz zentral, sie löst Entwicklungsschübe aus«, sagt Michael Günter. Inwieweit das Verlorene wieder aufzuholen sei, das wisse man erst in einigen Jahren. (GEA)

NOTFALLVERSORGUNG

Kontakt-Adressen über Stuttgarts Grenzen hinaus Kinderpsychiatrie Die Stuttgarter Kinderund Jugendpsychiatrie ist im Krankenhaus Bad Cannstatt des Klinikums Stuttgart angesiedelt und hat eine Kapazität von 43 vollstationären und 20 tagesklinischen Plätzen. Es gibt eine Tagesklinik für ältere Jugendliche mit Gruppenangeboten für

sozial ängstliche Patienten und für Patienten mit Borderline-Störung. Eine Spezialsprechstunde für Computerspielsucht wird ebenfalls angeboten. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums übernimmt die Notfallversorgung für Stuttgart und den südlichen Rems-MurrKreis.

Übergewicht Das Gesundheitsamt hat eine Adipositasberatung für Familien mit übergewichtigen Kindern und Jugendlichen eingerichtet. Informationen zum Beratungsprogramm gibt es unter Telefon 07 11 / 216 2 54 57 oder per E-Mail an kinder-adipositas@stuttgart.de.

VERANSTALTUNGSTIPPS REGION STUTTGART Bitte beachten Sie die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen und informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über eventuell geänderte Öffnungszeiten und/oder erforderliche Online-Buchungen.

HOHENHEIMER GÄRTEN Universität Hohenheim: Landesarboretum und Botanischer Garten, ganzjährig geöffnet Der Exotische Garten mit seinem außergewöhnlichen Baumbestand geht aus der Zeit der Anlage von Herzog Carl Eugen und Franziska von Hohenheim hervor. Gemeinsam mit dem Landschaftsgarten bildet dieser das Landesarboretum Baden-Württemberg. Mit dem Kleingehölzgarten, der Staudenterrasse am Spielhaus sowie der Rhodendron-Anlage am Römischen Wirtshaus finden sich in der Gehölzdatenbank etwas mehr als 2 400 verschiedene Laub- und Nadelgehölzarten. Der »Historische Rundweg« führt zu Bauwerken aus herzoglicher Zeit, wie beispielsweise dem Spielhaus mit Museum oder dem Römischen Wirtshaus.

SCHLOSS LUDWIGSBURG Modemuseum im Festinbau, bis 30. September Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr Neben dem Blühenden Barock bietet Schloss Ludwigsburg auch eine Schau mit Kleidung und Accessoires vom Rokoko bis in die 1960er-Jahre. Präsentiert werden prächtige Damenroben und kostbare

Einen Einblick in die Geschichte der Mode seit dem 18. Jahrhundert gewährt das ModeFOTO: SSG/STADLER museum in Ludwigsburg. seidene Herrenanzüge, Mode, die an den europäischen Fürstenhöfen im Zeitalter des Rokoko getragen wurde, steht im Zentrum der Sammlung des Landesmuseums Württemberg. Anders als vor Jahrhunderten liegt hier auch offen vor neugierigen Augen, was früher nie zu sehen war: Unterröcke und Unterhemden, Schnürmieder und Reifröcke, Strümpfe und die ganzen kleinen Geheimnisse, die sich sonst unter der glänzenden Oberfläche verbargen. Ausgewählte Stücke aus der Kollektion der berühmten Modeschöpfer des 20. Jahrhunderts runden den Streif-

zug durch die Geschichte der Mode und des wechselnden Geschmacks ab.

AUSSTELLUNG »Köpfe – Geschöpfe«: Keramik und Malerei von Friederike Fricker, bis 9. Oktober, Galerie InterArt, Stuttgart Die Union freischaffender Künstler und Kunstfreunde besteht seit 1976 und betreibt die Galerie InterArt in der Stuttgarter Rosenstraße. Der Verein lädt zu Mitgliederausstellungen ebenso wie zu Gastausstellungen ein. Die Künstlerin

Schloss Hohenheim war Sommerresidenz von Herzog Carl Eugen und ist heute Teil der Campusanlage. FOTO: DEKANSKI Friederike Fricker zu ihrer Schau mit Keramik und Malerei: »Geschminkt oder ungeschminkt, sie drücken aktiv oder passiv aus, wie sie leben, nach was sie streben, wie sie lieben, wofür sie sich verbiegen.« Ihre Schöpfungen können Mittwoch bis Freitag von 16 bis 19 Uhr besichtigt werden, an Samstagen von 14 bis 19 Uhr.

SCHAUSPIEL STUTTGART Spielzeiteröffnung mit Klimawochenende am 24./25. September, Staatstheater Stuttgart, Schauspielhaus

Keramik von Friederike Fricker ist in der Galerie InterArt im Stuttgarter BohnenvierFOTO: PRIVAT tel zu sehen. Am Freitag feiert »Ökozid« von Andres Veiel und Jutta Doberstein Uraufführung. Am Samstag gibt es eine Stuttgarter Premiere mit »An und Aus« von Roland Schimmelpfennig. Außerdem werden an diesem Tag zwei Extras im Foyer angeboten: Um 14 Uhr findet ein Publikumsgespräch mit dem Theaterregisseur und Autor Veiel statt und um 16 Uhr geht ein Podiumsgespräch in Kooperation mit SWR 2 Forum der Frage nach »Green Deal in der Kunst – Kann Kultur klimaneutral sein?«. (Alle Angaben ohne Gewähr)


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WELTSPIEGEL DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

PERSONEN + POINTEN Peer Kusmagk und seine Frau, Surferin Janni Hönscheid, haben ihr drittes Baby bekommen. Auf ihrem Instagram-Kanal »The Happy Tribe« begrüßte Hönscheid Sohn Merlin. »Willkommen auf dieser wunderschönen Welt, kleiner Merlin. Du hast uns schon jetzt verzaubert.« Dazu teilte sie ein Foto aus dem großen Familienbett, das den Neuankömmling mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwis-

Peer Kusmagk und seine Frau Janni Hönscheid haben ihr drittes Kind bekommen. FOTO: SCHULZE/DPA

tern Emil-Ocean (4) und Yoko (2) zeigt. Die dritte Geburt sei »schnell und turbulent« gewesen, sagte Hönscheid. »Ich war gut vorbereitet, hatte mich mit Hypnoseprogrammen beschäftigt. Aber als es dann um 2.00 Uhr nachts losging, hat es mich überrollt wie eine Urkraft.« Uma Thurman hat öffentlich gemacht, dass sie selbst vor vielen Jahren eine Schwangerschaft abgebrochen hat. »Die Abtreibung, die ich als Teenager vornahm, war die schwierigste Entscheidung

Uma Thurman spricht öffentlich über ihren Schwangerschaftsabbruch FOTO: DPA

meines Lebens, eine, die mir damals Schmerzen bereitet hat und mich sogar jetzt noch traurig macht«, schrieb die 51Jährige in der Washington Post. »In meinen späten Teenager-Jahren wurde ich unbeabsichtigt von einem deutlich älteren Mann schwanger. Gemeinsam mit ihrer Familie habe sie sich entschieden, die Schwangerschaft abzubrechen. (dpa)

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Gesundheit – Jährlich sterben sieben Millionen Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung

WHO verschärft Richtwerte VON CHRISTIANE OELRICH UND SABINE DOBEL GENF. Schlechte Luft schadet der Gesundheit stärker als lange angenommen, und die bestehenden Grenzwerte für Schadstoffbelastungen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu lasch. Sie hat ihre Richtwerte für die maximale, gesundheitlich noch vertretbare Belastung deshalb deutlich verschärft. Es geht unter anderem um Feinstaub und Stickstoffdioxid (NO2). Auch bei der Coronapandemie spiele die Luftverschmutzung eine Rolle, so die WHO. Wer aufgrund von schlechter Luft eine Atemwegserkrankung habe, laufe größere Gefahr als ein gesunder Mensch, bei einer Infektion mit dem Coronavirus schwer zu erkranken. Die neuen Richtwerte seien niedriger als erwartet und das Ziel, sie zu erreichen, sei ehrgeizig, meinte Tamara Schikowski vom Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung an der Universität Düsseldorf (IUF). Die WHO passt die Richtwerte erstmals seit 2005 an, weil Studien gezeigt haben, wie stark die Gesundheit unter Luftverschmutzung leidet. Eine Überschreitung der neuen Grenzwerte sei mit erheblichen Gesundheitsrisiken verbunden. Jedes Jahr sterben nach WHO-Schätzungen weltweit sieben Millionen Menschen frühzeitig infolge von Luftverschmutzung. Millionen Menschen würden gesunde Lebensjahre geraubt. Bei Kindern könne das Wachstum der Lungen gestört werden und es könnten verstärkt Asthma-Symptome auftreten. Bei Erwachsenen könne Luftverschmutzung Herzkrankheiten und Schlaganfälle begünstigen. Die Belastung mit Stickstoffdioxid, das in Ballungsräumen vor allem aus DieselAutos kommt, soll statt wie bislang höchstens 40 künftig nur noch 10 Mikrogramm pro Kubikmeter betragen. Die EU erlaubt zurzeit 40. Selbst die 40er-Grenze wurde

So schlecht wie in Kathmandu in Nepal ist die Luft in Deutschland zwar nicht. Aber auch hierzulande werden die neuen Richtwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub größtenteils nicht eingehalten. FOTO: DHIMAL/DPA

in Deutschland 2019 aber noch verletzt, wie die EU-Umweltagentur EEA in Kopenhagen gerade berichtete. »Insbesondere die jährlichen Konzentrationen für NO2 sind überraschend niedrig und es wird schwer sein, diese niedrigen Werte zu erreichen«, meinte Schikowski.

Feinstaub großes Problem Feinstaub, der in die Lunge und den Blutkreislauf eindringen kann, sei von besonderer Bedeutung, so die WHO. Er entsteht etwa durch Verbrennungsprozesse im Verkehr, in der Energiewirtschaft, Haushalten, Landwirtschaft und auf Mülldeponien. Sehr hoch sei die Belastung in Südostasien und im östlichen Mittelmeerraum, so die WHO. Bei Feinstaub liegen die EU-Richtwerte, die auch für Deutschland gelten, deutlich höher als die WHO-Empfehlungen von 2005. Der EU-Grenzwert für Feinstaub mit Partikelgröße 2,5 Mikrometer

(PM 2,5) liegt bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die WHO empfahl bislang 10 und senkte diese Zahl nun auf 5 Mikrogramm. Bei Feinstaub mit der Partikelgröße 10 Mikrometer erlaubt die EU sogar 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, während die WHO den Richtwert von 20 auf 15 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft senkt. Schon die Anwendung des alten WHORichtwerts bei Feinstaub (PM 2,5) hätte bedeutet, dass in der EU drei Viertel der Stadtbewohner höheren Feinstaubbelastungen ausgesetzt sind als gesundheitlich vertretbar, wie das gemeinnützige Science Media Center für unabhängige Wissenschaftsberichterstattung berechnet hat. Weltweit war die Lage noch schlimmer: mehr als 90 Prozent der Weltbevölkerung lebte nach WHO-Angaben 2019 in Gebieten, die die WHO-Grenzwerte für Feinstaub (PM 2,5) von 2005 überschritten. Die EU will ihre Luftqualitätsnormen im kommenden Jahr anpassen.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes in Dessau ermittelten 2020 im Jahresmittel 83 Prozent aller Messstationen in Deutschland einen Stickstoffdioxid-Wert, der oberhalb des neuen WHO-Grenzwertes lag. Beim Feinstaub der Partikelgröße PM10 waren es demnach 36 Prozent, bei PM 2,5 ganze 99 Prozent. Klar sei, dass es keine »ungefährliche Luftverschmutzung« gibt, sagte dagegen Barbara Hoffmann, vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Düsseldorf. »Daraus leitet sich ab, dass die Luftverschmutzung überall verringert werden muss – auch dort, wo sie schon relativ niedrig ist. Das lohnt sich auch finanziell, denn die Krankheitskosten, die durch Luftverschmutzung entstehen, sind höher als die Kosten für Luftreinhaltung.« Die WHO-Leitlinien sind nicht verbindlich, sondern gelten als Richtschnur für Länder und Staatenverbünde wie die EU. (dpa)

KINDER-GEA Bald ist es soweit. Der Herbst steht vor der Tür!

Der GEABesserwisser

Rhabarber im Otter-Gehege

Zu ordentlich soll es im Zoo nicht aussehen. »Wir lassen auch mal wildwachsende Blumen und Gräser stehen – vor allem, wenn sie schön blühen«, sagt Jutta Hinz, die als Gärtnerin im Zoo in Gelsenkirchen arbeitet. Die Tiergehege sollen möglichst natürlich aussehen. Aber zum Beispiel die kleinen Affen muss man trotzdem noch sehen können. Deswegen kommen sie und ihre Kollegen vom Gartenteam der Zoom Erlebniswelt vorbei, wenn das Gras im Affengehege zu hoch ist. »Es soll eine Mischung aus aufgeräumt und wild sein«, so Hinz. Sie ist auch Vorsitzende des Vereins Zoo Grün. Dieser Verein hat rund 45 Mitglieder, die sich um die Pflanzenwelt in ihren Zoos kümmern. Dort kommt es auch vor, dass jemand eine ihm unbekannte Pflanze im Zoo entdeckt. Dann schickt er ein Foto davon an die Kolleginnen und Kollegen. Meist gibt es Antworten aus ganz Deutschland. (dpa)

Inga Riebel kann es nicht glauben. Erst gestern hat sie den Frauenmantel in das OtterGehege gepflanzt. Jetzt liegt die Pflanze mit den kleinen grünen Blüten platt auf dem Boden. »Die Otter haben ihn ausgebuddelt«, ruft sie. Die aufgelockerte Erde hat sie vermutlich verraten. Riebel ist Tierpflegerin im Bochumer Tierpark. Und »Teilzeit-Gärtnerin«, wie sie sagt. Sie kümmert sich nicht nur um die Tiere hier, sondern auch um die Pflanzenwelt. »Tiere und Pflanzen lassen sich nicht voneinander trennen«, sagt sie. Die Zwergotter, Erdmännchen, Präriehunde und all die anderen Tiere sollen sich möglichst wohl fühlen. Die Otter leben zum Beispiel an dicht bewachsenen Ufern von Flüssen und Seen und überfluteten Reisfeldern im Süden Asiens. In ihr Gehege hat Inga Riebel zwei Bäume von dort gepflanzt. Sie hätte gerne noch mehr asiatische Sträucher, Bäume

POSTKASTEN Habt Ihr Tipps, Anregungen, Wünsche oder Kritik? Oder wollt Ihr Euer Foto auf der Kinderseite sehen? Schickt uns Post und Fotos an Reutlinger GeneralAnzeiger, Kinderseite, Burgstraße 1–7, Eine Frau malt ein Herz an eine 72764 Reutlingen oder an Gedenkmauer in Großbritankinder@gea.de. nien. FOTO: JONES/PA WIRE/DPA

Die Otter ruhen sich aus und sitzen ungerührt auf einem trockenen Ast. und Blumen im Otter-Gehege. Aber viele von ihnen sind nur schwer zu bekommen oder würden wegen dem anderen Klima direkt eingehen. Die Tierpflegerin hat sich daher etwas einfallen lassen. In Asien gibt es Pflanzen mit riesigen Blättern. Als Ersatz hat sie einfach Rhabarber ins

Gehege gesetzt. Der hat auch große Blätter. Das Gute: »Selbst wenn die Otter beim Spielen mal etwas von den Blättern rupfen, so mögen sie aber den bitteren Geschmack des Rhabarbers nicht«, sagt die Fachfrau. Bei giftigen Pflanzen muss Inga Riebel besonders vorsich-

Vollversammlung: Das Wort sagt es eigentlich schon: Eine bestimmte Gruppe versammelt sich vollständig. Gerade findet die Vollversammlung der Vereinten Nationen statt (abgekürzt: UN). Das ist ein Zusammenschluss fast aller Länder der Welt. Rund 100 Länder nehmen persönlich an dem riesigen Treffen im Land USA teil. Knapp 100 weitere Länder sind online dabei. Sie haben wichtige Dinge zu besprechen. Es soll unter anderem um Klimaschutz, die Corona-Krise und um das Land Afghanistan gehen. Bei den vielen Themen und Teilnehmern wird vorher gereFOTO: HEIMEIER/DPA gelt, wer etwas sagen darf.

tig sein. Zu ihnen gehört die Schein-Akazie im Gehege der Erdmännchen. »Zum Glück sind die Erdmännchen Fleischfresser und kommen eh nicht gut an die Blätter«, sagt Riebel. In ihrer Heimat, der Savanne, ruhen sich die Erdmännchen im Schatten unter echten Akazien aus. (dpa)

Wer sprechen möchte, muss sich dafür anmelden und darf dann eine Rede halten. Besonders viele Menschen interessierten sich am Dienstag für die Rede vom neuen Präsidenten der USA, Joe Biden. Für ihn war es nämlich die erste Rede als Präsident bei einem solchen Treffen. (dpa)

Deutschlands Außenminister Heiko Maas reiste zum Treffen. FOTO: VON JUTRCZENKA/DPA

Lärm, Asche, Lava

Stellen superheiße Lava. Die dort lebenden Menschen waren zum Glück schon in Sicherheit gebracht worden. 50 Jahre war auf der spanischen Insel La Palma kein Vulkan mehr aktiv. Doch dass einer ausbrechen würde, hatte sich durch viele kleine Erdbeben angekündigt. Sonntag war es dann so weit. Orte zum Erinnern geschaffen. weiße Flaggen im Wind, die Nun sorgen sich die MenIn der südafrikanischen Stadt den Toten gewidmet sind. In schen der kanarischen Insel im Kapstadt wurden Bäume Atlantischen Ozean darum, Spanien erinnert eine Skulptur gepflanzt. »Es sind lebendige mit einem Herz an die Pfleger wie es weitergeht. Ein BewohGedenkstätten für die vielen ner sagte: »Es wird wohl noch und Ärzte, die an Corona stargeliebten Menschen, die wir mehr Zerstörungen geben, ben oder sich ansteckten. All verloren haben«, erklärte der diese Gedenkstätten sollen denn die Lava fließt auf mehreBürgermeister. den Menschen helfen, ihre Heiße Lava und Asche spuckt re Orte zu«. Der spanische In den Vereinigten Staaten Trauer über die Corona-Toten dieser Vulkan auf La Palma. Regierungschef sicherte den von Amerika wehen Tausende zu verarbeiten. (dpa) FOTO: EUROPA PRESS/DPA Menschen Hilfe zu. (dpa)

Tausende Herzen zum Erinnern Eins, zwei, drei, vier … Wer die Herzen auf der Wand zählen wollte, müsste sich viel Zeit nehmen. Denn auf dieser Mauer im Land Großbritannien wurden rund 150 000 rote Herzen gemalt. Jedes Herz steht für einen Menschen, der durch Corona gestorben ist. Auch andere Länder haben

Treffen der Nationen

Eine laute Explosion hallte durch die Luft. Dann schleuderte ein Vulkan Asche, Steine und Rauch in den Himmel. Schließlich floss aus mehreren


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WELTSPIEGEL DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Kriminalität – Mann greift auf A 9 Fahrgäste in Bus an

Verdächtiger in Klinik HILPOLTSTEIN. Völlig unvermittelt soll ein 30-Jähriger in einem Reisebus auf der Autobahn 9 in Bayern einen jungen Mann angegriffen haben – nun wird wegen versuchten Mordes ermittelt. In Untersuchungshaft kam der Mann aber nicht: Es sei nicht auszuschließen, dass er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befinde, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ein Ermittlungsrichter habe einen Unterbringungsbefehl erlassen, der Mann sei in eine entsprechende Fachklinik gekommen. Der Angriff hatte einen Großeinsatz der Polizei und eine Vollsperrung der A9 ausgelöst. Der Serbe soll am Dienstagabend in einem Reisebus einen vor ihm sitzenden 20-Jährigen unvermittelt angegriffen, ihn auf den Boden geschleudert und ihm mehrmals gegen den Kopf getreten haben. Der 20-Jährige kam ins Krankenhaus, wurde aber noch in der Nacht zum Mittwoch entlassen. Außerdem soll der mutmaßliche Täter einer 24-Jährigen ins Gesicht geschlagen haben. Er soll Todesdrohungen und weitere wirre Gedanken geäußert haben, teilte die Polizei mit. Die Polizei hatte zunächst von einer »Bedrohungslage« und einem möglicherweise bewaffneten Mann gesprochen, der noch mit einigen Personen in dem Reisebus sei. Nach stundenlangem Großeinsatz und einer Vollsperrung der Autobahn nahmen Spezialeinsatzkräfte der Polizei den Tatverdächtigen auf der A9 zwischen Hilpoltstein und Greding widerstandslos fest. Eine Geiselnahme habe zu keinem Zeitpunkt vorgelegen. Auch der Verdacht, dass der Mann eine Waffe bei sich getragen habe, habe sich nicht bewahrheitet. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der 30-Jährige die Busfahrer – die sich zuletzt noch mit ihm in dem Reisebus aufhielten – gewaltsam festgehalten habe. In dem Bus waren elf Fahrgäste und drei Busfahrer. Er war unterwegs in Richtung München und sollte laut Polizei weiter nach Serbien fahren. (dpa)

IN KÜRZE Schulbus fährt gegen Baum PLATE. Bei einem Unfall mit einem Schulbus sind bei Plate südlich von Schwerin vier Kinder und ein erwachsener Fahrgast verletzt worden. Wie ein Polizeisprecher sagte, kam der Bus am frühen Nachmittag nach rechts von der Straße ab und stieß gegen einen Baum. Die Ursache für den Unfall ist unklar. Eines der Kinder soll schwere Verletzungen erlitten haben. (dpa)

Unbekannte verwüsten Kirche SANDHAUSEN. Eine Kirche im RheinNeckar-Kreis ist von Unbekannten verwüstet worden. Im Eingangsbereich verkohlten die Täter vermutlich mit einem Feuerzeug ein Schild. Darüber hinaus beschädigten die Täter die Osterkerze, verursachten an Stühlen und Sitzauflagen Brandlöcher und rissen Holzlatten aus dem Sichtschutz des Beichtstuhls. (dpa)

Studenten stark belastet STUTTGART. Aus Sicht eines psychologischen Studienberaters haben Arbeitsstörungen bei Studierenden durch die Pandemie deutlich zugenommen – etwa das Aufschieben von Arbeiten. Viele seien sehr auf sich allein gestellt gewesen, als Präsenzveranstaltungen weggefallen und Lernorte wie Bibliothe-

ken geschlossen oder nur beschränkt zugänglich gewesen seien, sagte der Leiter der Beratungsstelle des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim, Stefan Balz. Viele Studenten seien strapaziert, frustriert und enttäuscht gewesen – nicht nur vom Studium, sondern vom ganzen Leben. (dpa)

krieg auf der Flucht zurückgelassen haben – nun will sie es an die Nachfahren zurückgeben. Über die sozialen Medien startete sie eine Suche nach Angehörigen der Familie Pinguet. Die jüdische Familie soll auf der Flucht vor Verfolgung damals Paris verlassen haben und das Klavier in einem Bahnwaggon mitgenom-

men haben. Unterschlupf fand sie während zwei Jahren im Loire-Örtchen Brives-Charensac bei Bernhardts Urgroßeltern. Als die Flucht 1944 weiterging, sei das Klavier zurückgeblieben. Nach Kriegsende erhielten die Urgroßeltern noch einen Brief der Familie Pinguet – sie waren wohlauf. (dpa)

Gespaltene Gesellschaft VON SOPHIA WEIMER IDAR-OBERSTEIN/BERLIN. Es ist ein Unbehagen, das sich breitmacht. Der Sitznachbar im Zug, demonstrativ ohne Maske. Ein Kunde beim Bäcker ohne MundNasen-Schutz, ohne Abstand – aber mit wütenden Worten zur Corona-Politik. Was tun? Diese Frage stellen sich viele seit mehr als einem Jahr immer wieder. Nach dem Verbrechen von Idar-Oberstein wohl noch mehr. Die Gräben scheinen tief. Zwischen denen, die sich unterdrückt fühlen von den Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Und denen, die die gemeinsamen Regeln einhalten, um sich und andere zu schützen. Es geht um Impfungen, Verschwörungstheorien – und um Masken. Wohl deswegen wurde nun ein 20 Jahre alter Mann erschossen. Wie konnte es so weit kommen? Für die Sozial- und Rechtspsychologin Pia Lamberty sind die Gegner der CoronaPolitik nichts vollkommen Neues. »Dieses verschwörungsideologische Milieu war aus meiner Sicht vorher eher lose verstreut. In der Pandemie hatte man auf einmal ein gemeinsames Feindbild«, sagt Lamberty, die Geschäftsführerin beim Center für Monitoring Analyse und Strategie (CeMAS) ist. »Corona hat diese Szene vereint.«

Maske wird zum Symbol Was genau waren die Gedanken des Täters, als er am Samstagabend an einer Tankstelle ein Sechserpack Bier kaufen wollte und seine Maske aufsetzen sollte? Darüber lässt sich nur spekulieren. Was führte dazu, dass er sich entschloss, ohne Bier wegzufahren, etwa eine Stunde später mit einem Revolver zurückzukehren und den Tankstellen-Mitarbeiter zu erschießen? Er lehne die Corona-Maßnahmen ab und habe »keinen anderen Ausweg gesehen«, als ein Zeichen zu setzen, sagt der 49-Jährige später den Ermittlern. »Die Maske ist ja an sich etwas Neutrales, das ist eine Schutzmaßnahme und die wurde in der Pandemie zum absoluten Feindbild stilisiert von verschwörungsideologischen Kräften, von rechtsextremen Kräften«, erklärt Lamberty. »Sie ist nun ein Symbol einer scheinbaren Unterdrückung auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite eben auch eine Form, dass man sich selbst als scheinbarer Widerstandskämpfer inszenieren kann.« Für viele fühlt sich die Stimmung seit Monaten aufgeheizt an. Anfangs der Pandemie hatten Soziologen die Idee, dass Corona die Menschen demütig machen

An dieser Tankstelle musste ein 20-Jähriger sterben, weil er auf die Maskenpflicht hinwies. und zusammenschweißen könnte. Davon spüren viele heute wenig. Ist die Gesellschaft gespalten in Corona-Leugner und andere? »Gesellschaften sind ja nie komplett vereint, es gibt immer Subgruppen. Ich glaube, Corona hat das einfach nochmal sichtbarer gemacht«, sagt Lamberty. Schon vor der Pandemie hätten sie und ihre Kollegen Studien gemacht: »Und da konnte man schon sehen, dass der Verschwörungsglaube mit einer gesteigerten Gewaltbereitschaft einhergeht.« Wenn man jetzt über das Verbrechen in IdarOberstein spreche, müsse man auch darüber sprechen, wie viel Gewalt es in den vergangenen eineinhalb Jahren schon gab. »Die Angriffe auf die Presse, die Angriffe auf Impfeinrichtungen, Aggressionen im Supermarkt, in Arztpraxen, mobile Impfteams, die Polizeischutz brauchen – da ist die ganze Zeit etwas in der Gesellschaft, was so aus meiner Sicht aber nie ernst genug genommen wurde.« Auch die Sicherheitsbehörden sehen eine wachsende Radikalisierung unter Kritikern der Corona-Politik. Von einer Unterwanderung der Proteste durch Rechtsextremisten oder von selbst erklärten Reichsbürgern, die die Bundesrepublik nicht anerkennen, war früh die Rede. Mittlerweile werden auch Teile der Querdenker-Bewegung vom Verfassungs-

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BRIVES-CHARENSAC. Eine junge Französin hat eine Suche nach den Nachfahren der Besitzer eines 150 Jahre alten Klaviers gestartet und erhält dabei auch Unterstützung von jüdischen Organisationen. Wie Mylène Bernhardt von ihren Großeltern erfuhr, soll eine jüdische Familie das Klavier im Zweiten Welt-

Kriminalität – Für die einen ist die Maske Schutz für sich und seine Mitmenschen. Für andere ein Akt der Unterdrückung

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schutz beobachtet, wie das Bundesinnenministerium im April bekanntgab. Da die Szene sehr vielfältig ist, wurde eine eigene Kategorie mit dem Namen »Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates« dafür geschaffen. Damit darf der Inlandsgeheimdienst Daten zu bestimmten Personen aus der Szene sammeln. Grund für den Schritt sei nicht etwa die Kritik an den Corona-Maßnahmen, wie Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Verfassungsschutz-Chef Thomas Haldenwang im Frühjahr betonten, sondern die Radikalisierung von Teilen der Bewegung. Seehofer führte hier wachsende Gewaltbereitschaft bei Demonstrationen an. Die Tötung in Idar-Oberstein sieht das Innenministerium derzeit als Einzelfall. Die Tat zeige zwar »ein dramatisches Ausmaß an Verrohung in der Gesellschaft«, sagte ein Sprecher. »Nach allen Erkenntnissen, die wir bisher haben, handelt es sich um einen Einzelfall« – wenngleich es ein extremer Einzelfall gewesen sei. Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, schilderte am Mittwoch ebenfalls Beobachtungen, dass sich Angehörige dieser Szene zunehmend radikalisierten und auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckten. »Wer einen Mord rechtfertigt oder sogar begrüßt, bereitet

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den Boden für neue Gewalt«, sagte die SPD-Politikerin. Das Internet sei kein rechtsfreier Raum. »Hass tötet.« Die Ministerpräsidentin betonte: »Wir diskutieren mit den Menschen, die Sorgen haben, aber wir ziehen auch eine ganz klare rote Linie bei Verschwörungsmythen, bei Gewalt und bei Hetze.« Für Lamberty wäre ein erster Schritt eine Politik, »die sich klar äußert zu Querdenken als Problem und das nicht als Kritik verharmlost.« Es brauche außerdem eine schnellere Strafverfolgung. Wie aber reagiert man nun, wenn jemand die Maske nicht trägt oder sogar aggressiv auftritt? »Ich glaube nicht, dass jeder jetzt in einer unmittelbaren Gefahr ist und es ist auch wichtig, sich das klarzumachen«, sagt Pia Lamberty. »Man kann was sagen – aber die eigene Sicherheit sollte man dabei immer auch im Blick behalten.« Die Frage sei aber auch, wer die Maskenpflicht eigentlich durchsetzen soll. »Ist das wirklich etwas, was man von einer Kassiererin erwarten kann – oder braucht es da nicht vielleicht andere Ansätze?« Das könne eine Security-Person im Laden sein. Bislang seien die Menschen damit oft allein gelassen. »Diese Tat wirkt nicht nur darin, dass ein Mensch sterben musste, sondern sie macht auch etwas mit der Gesellschaft.« (dpa)

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Eidechsen, die sich in der Sonne wärmen. Käfer, die in Ritzen leben. Wildbienen, die in den Blüten Nektar sammeln: Ein Steingarten steckt voller Leben. Auf magerem Boden inmitten von Steinen gedeihen Pflanzen, die sich an die kargen Bedingungen angepasst haben. Die zerklüftete, Wärme speichernde Umgebung bietet Tieren einen Rückzugsraum. »Steingärten sind künstlich angelegte Biotope, die – je nach Region und Standort – eine natürliche Situation im Garten nachstellen«, sagt HansChristian Eckhardt vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW. Ob Küstenoder Alpenlandschaft en miniature, am Hang oder als Fläche, mit Hügeln, Trockenmauer oder gar einem kleinen Wasserlauf – Gestaltungsmöglichkeiten gibt es viele. Nur eines ist ein Steingarten nicht: ein Schottergarten auf Vlies oder Folie. »Diese Kiesflächen haben nichts mit einem Steingarten zu tun. Sie sind tote Flächen«, sagt Buchautorin Angela Beck von der Gesellschaft der Staudenfreunde. Auch Eckhardt hält Schottergärten für ökologisch verheerend: »Im Laufe der Jahre löst sich das Vlies auf und wird als Mikroplastik in die Bäche und Meere geschwemmt. Zurück bleibt eine tote Fläche: Die Folie lässt keinen Luftaustausch zu und so wurde im Boden alles, was darin lebt, abgetötet.«

Standortanalyse Ein Steingarten ist ganz anders aufgebaut – und dabei nicht kompliziert anzulegen.

Eine Planung im Vorfeld ist aber wichtig, damit der Garten gut anwächst. Grundlage dafür ist nicht nur das optische Arrangement der Steine, sondern insbesondere eine Analyse des Standorts und eine passende Auswahl an Pflanzen. »Ein Alpinum gehört nicht in den Vollschatten«, nennt der Gärtnermeister ein extremes Beispiel. Angela Beck empfiehlt, den Steingarten nach Möglichkeit nach Südosten auszurichten. »Ungeschützte, vollsonnige Südlagen sind problematisch, weil sich der Boden sehr schnell erhitzt und rasch austrocknet.« Abhilfe schaffen künstliche Schattierungen oder man baut eine Trockenmauer, die mit genügsamem Mauerpfeffer und Hauswurz bepflanzt wird. »Sedum- und Sempervivum-Arten sind niedrig bleibende Hungerkünstler mit schönen Blattrosetten«, sagt Beck. Aber auch Rotes Seifenkraut (Saponaria ocymoides), Büschelglocken (Edraianthus) und Filz-Flockenblume (Cyanus triumfettii) kommen an einer offenen Südlage zurecht. Silbrig-flauschig belaubte Katzenpfötchen (Antennaria dioica) ebenso, sie brauchen jedoch kalkfreien Boden.

Boden muss auf Diät Auf die Bodenvorlieben der Pflanzen einzugehen, kann eine Herausforderung sein. Eckhardt rät zu einer professionellen Bodenanalyse und dazu, pHWert, Struktur und Nährstoffzusammensetzung anzupassen. Ein häufiges Problem: Der Gartenboden ist zu nährstoffreich. Zur Abmagerung eignen sich

Pflanzen wie die Küchenschelle (oben) oder das silbrig-flauschig belaubte Katzenpfötchen bringen Farbe in den Steingärten. Sand, Split und Lava. Abdeckmaterial und Steine können auch die Bodenqualität beeinflussen: Karbonatgestein wie Muschelkalk, Tuff und Dolomit gelten als ideale Begleiter für kalkliebende Pflanzen wie Alpen-Grasnelke (Armeria alpina), Alpen-Astern (Aster alpinus) und Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris). »Der poröse oder zerklüftete Stein ist sehr beliebt, weil er sich schön bepflanzen lässt«, erklärt Beck. »Allerdings ist er nicht sehr stabil und löst sich im Laufe der Jahre auf.« Aber es gibt Alternativen: schweren, harter Granit etwa, kalkarmen Gneis oder weichen Sandstein. Aus ökologischer Sicht empfiehlt die Expertin, Steine aus der Region zu verwenden. Wie viel Material benötigt wird, hängt von Größe und Auf-

bau der Anlage ab. Neben gestalterischen Elementen wie solitär stehenden Feldsteinen oder Findlingen, sanften Hügeln, Trockenmauern oder senkrecht aufgestellten Steinplatten braucht der Garten eine Drainage- und eine Abdeckschicht.

»Minima» (Chamaecyparis obtusa), Rot-Fichte »Ehinger» (Picea abies) oder Schlangenhaut-Kiefer »Schmidtii» (Pinus leucodermis).

Pflegeleicht

Einmal angelegt, erweist sich ein Steingarten in der Regel als pflegeleicht: »Die Für Struktur im Steingarten Pflanzen sind an karge Standorkönnen aber nicht nur Steine, te und Trockenheit gewöhnt«, sondern auch zwergwüchsige sagt Gärtnermeister Eckhardt. Koniferen oder Hexenbesen »Sie brauchen keinen Dünger sorgen. »Hexenbesen sind klein und wenig Wasser – und wenn bleibende, langsam wachsende sie einmal trockenfallen und Gehölze, die aufgrund von sich zurückgezogen haben, Mutationen entstanden sind«, kommen sie schnell wieder, erläutert Beck. »Durch ihren wenn man sie gießt.« (tmn) krüppeligen Wuchs wirken sie skurril, durch ihr Immergrün TEXT: SIMONE ANDREA MAYER sind sie ein Gewinn.« Ihr Tipp: FOTOS: KLOSE/ GÜNTHER/BECK Spanische Tanne (Abies pinsa- (KOSMOS VERLAG)/TMN po), Hinoki-Scheinzypresse

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Trend – In vielen Gärten ist der sonnige Ton ein Tabu. Doch das ändert sich aktuell Mit dem Wunsch nach naturnaher Gestaltung findet auch Gelb langsam wieder Einzug in die Gartenwelt. Auf Wiesen, Feldern und in Wälder begegnet uns die Farbe häufig. Dort blühen Löwenzahn, Kamille, Wundklee und vieles mehr. Auch in vielen populären Wildblumenmischungen blühen Die leuchtend gelbe Weinbergs- gelbe Gewächse neben den tulpe macht sich in der Kombi- trendigen Pastelltönen Rosa, nation mit Blau besonders Flieder oder Hellblau. Selbst in FOTO: FLUWEL.DE angesagten Staudenbeeten hübsch.

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bekommen verschiedene Gelbnuancen wieder einen Platz: Goldgarbe, Gelber Sonnenhut, Goldhaar-Aster oder Zitronengelbe Taglilie sind nur einige der beliebten Arten und Sorten. »Gelb ist wieder salonfähig geworden», bestätigt Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel. »Das merke ich auch bei unseren Frühlingsblühern. Lange Zeit waren die Gelben eher Ladenhüter. Mittlerweile sehnen sich die Menschen

wieder nach fröhlichen, leuch- nicht gefragt. Gelb dominiert tenden Farben – vor allem nach aufgrund seiner starken Leuchteinem langen, kalten Winter.« kraft schnell mal ein Beet, das gefällt nicht jedem. Wir kombiDie Mischung macht’s nieren daher gern gelbe mit weißen Tulpen. Das nimmt den Trotz der wachsenden knalligen Tönen etwas IntensiBegeisterung: Gelb soll bei den tät.« Gartenbesitzern mit Faible meisten nicht die Vorherrschaft für satte Töne rät der Experte übernehmen. Vielmehr wünzu Komplementärfarben, die schen sich Pflanzenliebhaber sich gegenseitig verstärken und eine Kombination mit anderen auf den Menschen einen besonFarben. »Eine rundum gelbe deren Reiz ausüben: »Die Tulipa Gestaltung ist nach wie vor sylvestris macht sich zum Beispiel zusammen mit blauen Muscari besonders gut.« Die wohl bekannteste gelbe Zwiebelblume ist die Narzisse. Im Garten erobert sich die treue Pflanze ihren Platz zurück. Vor allem botanische Narzissen Inh. Rolf Schäfer erleben gerade einen Aufschwung, wie die trompetenförMOSTOBSTANNAHME in NEUHAUSEN mige Narcissus asturiensis ›PicAb sofort colini‹ oder die Narcissus willMontag − Freitag 9.00 − 12.00 und 14.00 − 18.00 Uhr kommii. Beide verwildern sehr Samstag 9.00 − 12.00 Uhr gut und machen sich in naturHerbstrasendünger nahen Bereichen besonders Wintersteckzwiebel gut. Auch sonnige Krokusse kommen gut an, wie der Crocus Blumenzwiebel damit es im Frühjahr blüht flavus ›Golden Yellow‹. Er überRebpflanzen − für 2021 bitte bestellen zeugt mit seiner kräftigen FarRollblitze − die Erntehilfe für Äpfel und Walnüsse be, der Fähigkeit zum VerwilGetränkefässer − alle Größen mit Zubehör dern und als Bienenmagnet. Kellerreibedarf − Gärhefen und Zusätze Ähnlich ist es bei Winterlingen: Briketts und Eierkohlen Sie vermehren sich gut und bilden mit der Zeit einen dichten, Unsere Telefonnummer: Blütenteppich. (gpp)

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REUTLINGEN

DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

HIER WIRD GEIMPFT Unter dem Motto »Hier wird geimpft« laufen derzeit deutschlandweit zahlreiche Impfaktionen gegen das CoronaVirus, am heutigen Donnerstag beispielsweise bei der Agentur für Arbeit in Reutlingen (9.30 bis 16.30 Uhr), in der Alenberghalle in Münsingen (13 bis 19 Uhr) und im Bezirksamt Oferdingen (14 bis 18 Uhr). Die Termine weiterer Impfaktionen in Stadt und Kreis Reutlingen sowei Details sind auf der städtischen Homepage zu finden. (GEA) www.reutlingen.de/impfaktionen

FDP: Rathaus wieder »normal öffnen« REUTLINGEN. Die Fraktion der Freien Demokraten im Reutlinger Gemeinderat hat jetzt einen Antrag gestellt, worin die Stadtverwaltung dazu aufgefordert wird, das Rathaus und alle kommunalen Dienststellen wieder »normal« zu öffnen. Zur Begründung heißt es: »Nach der aktuellen Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARSCoV-2 (Corona-Verordnung – CoronaVO) sind die Wege zu einer Rückkehr zur Normalität geebnet. Wenn Geimpfte, Genesene und negativ Getestete alle anderen Geschäfte wieder betreten dürfen, muss dies auch im Reutlinger Rathaus und allen städtischen Dienststellen möglich sein.« (eg)

Radfahrer angefahren und abgehauen REUTLINGEN. Die Verkehrspolizei Tübingen fahndet nach einem Autofahrer, der am Mittwoch nach einem Unfall mit einem Radfahrer geflüchtet ist. Den aktuellen Ermittlungsergebnissen zufolge befuhr der noch unbekannte Fahrer eines silbernen Kleinwagens gegen 6.15 Uhr die Alteburgstaße in Richtung Oskar-KalbfellPlatz und bog verbotswidrig nach rechts in die Lederstraße ab. Dabei missachtete er den Vorrang eines 55-jährigen Radlers, der ordnungsgemäß auf dem parallel verlaufenden Radweg unterwegs war und die Kreuzung geradeaus überqueren wollte, dann aber mit der rechten Seite des Pkw kollidierte und sich schwer verletzte. Nach dem Zusammenstoß bremste der Autofahrer kurz ab und flüchtete anschließend in Richtung Pfullingen. Der Verletzte musste in eine Klinik eingeliefert werden. Zeugen, die den Unfall beobachtet haben oder Hinweise auf den silbernen Kleinwagen mit vermutlich Reutlinger Zulassung geben können, sind gebeten, sich bei der Polizei zu melden. (pol) 07071 972-8660

2013

2017

6,1 %

13,7 % FDP

LINKE

13,9 % GRÜNE

AfD 12,9 %

14,9 %

4,8 % LINKE

SPD

5,6 % AfD

CDU

7,1 % FDP

GRÜNE 10,9 %

19,3 % SPD

CDU

7,0 % LINKE

20,1 % FDP

14,9 % GRÜNE

SPD

3,5 % LINKE

CDU

13,7 % FDP

GRÜNE 10,6 %

18,0 %

33,8 %

34,5 %

46,2 %

2009

29,6 %

38,4 % CDU

PDS 0,9 %

SPD

10 %

GRÜNE 10,8 %

20 %

FDP

30 %

8,4 %

33,0 %

40 %

2005

SPD

2002

50 % 43,8 %

KREIS REUTLINGEN. Am gestrigen Mittwochabend meldete das Landratsamt 43 neue bestätigte Corona-Infektionen. Im Landkreis Reutlingen gibt es somit aktuell 440 aktive Covid-19-Fälle. In den Kreiskliniken werden elf Covid-19-Erkrankte stationär behandelt, zwei auf der Intensivstation. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner im Kreis beträgt 77,2 (Vortag 83,1). Der Wert ist jedoch kein Indikator mehr für die geltenden Coronaregeln. Relevant sind hingegen die landesweite Hospitalisierungsinzidenz, die gestern bei 1,99 lag, und die Zahl der in ganz Baden-Württemberg durch Covid-19Patienten belegten Intensivbetten, gestern 202 (minus 1). Die sogenannte Warnstufe tritt ein, wenn die Hospitalisierungsinzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen den Wert 8,0 erreicht oder überschreitet oder an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen 250 oder mehr Intensivbetten belegt sind. Aktuell gelten im Südwesten die Regeln der Basisstufe (im Wesentlichen 3G). Würde die Warnstufe erreicht, würde in vielen Bereichen für nicht geimpfte oder genesene Personen eine PCR-Testpflicht gelten. (GEA) www.gea.de/2g

Bundestagswahlen von 2002 bis 2017 im Wahlkreis Reutlingen – Zweitstimmen (Parteiergebnis)

CDU

Elf Corona-Patienten in den Kreiskliniken

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Wahlkreis Reutlingen – Michael Donth, Beate Müller-Gemmeke, Pascal Kober und Jessica Tatti möchten in Berlin bleiben

Weiter mit vier Abgeordneten? VON ROLAND HAUSER REUTLINGEN. Bei der Bundestagswahl 2017 holten die CDU-Bewerber in allen 38 baden-württembergischen Wahlkreisen das Direktmandat – darunter auch Michael Donth, der seit 2013 den Wahlkreis Reutlingen als CDU-Abgeordneter im Bundestag vertritt. Auch für die dritte angestrebte Amtsperiode setzt Donth auf Sieg – wofür er die Mehrheit der Erststimmen benötigt, denn eine Absicherung seines Mandats über die CDU-Landesliste gibt es nicht. Mit einem Traumergebnis von 51,9 Prozent der Erststimmen schaffte der damalige Römersteiner Schultes 2013 den Sprung ins Berliner Parlament, toppte das Zweitstimmenergebnis seiner Partei im Wahlkreis um 5,7 Prozentpunkte. Bei der vorigen Bundestagswahl im September

die Wahlkreis-Resultate und somit Donths persönliches Ergebnis auswirken werden. Er selbst weiß: »A Sau ko ma schätza, a Wahl et.« (Für Nicht-Schwaben sinngemäß: Den Ausgang einer Wahl kann niemand vorhersagen.) Wenn der Christdemokrat erneut direkt gewählt wird, stehen die Chancen gut, dass der Wahlkreis Reutlingen auch im neuen Bundestag wieder von vier Abgeordneten vertreten wird: Beate Müller-Gemmeke (Grüne), Pascal Kober (FDP) und Jessica Tatti (Linke) sind über die Landeslisten ihrer Parteien mutmaßlich gut abgesichert. Müller-Gemmeke sitzt seit 2009 für die Grünen im Parlament. Als sie über die Landesliste (damals Platz fünf) Einzug hielt, war sie die erste weibliche und die erste grüne Abgeordnete aus dem Wahlkreis.

Kampf um jede Stimme

2017 gelang Donth zwar die Wiederwahl, er blieb jedoch mit 40,8 Prozent deutlich unter der 50er-Marke, seine Partei brachte es im Wahlkreis lediglich auf 34,5 Prozent der Zweitstimmen. Dass einer seiner Mitbewerber dem 54Jährigen das Direktmandat am Sonntag streitig machen wird, gilt im traditionell konservativen Wahlkreis 289 Reutlingen als eher unwahrscheinlich – die Frage ist vielmehr, inwiefern sich die bundesweit prognostizierten Verluste der Union bewahrheiten und wie sie sich dann auf

Bei der Bundestagswahl 2017 holte die Pliezhäuserin 14,3 Prozent der Erststimmen und punktete damit geringfügig besser als ihre Partei (13,9 Prozent). Jetzt kämpft sie nach eigenen Worten um jede Stimme, »weil ich regieren will«. Dass die 60-Jährige auch dem nächsten Deutschen Bundestag angehören wird, ist durch Platz sechs auf der grünen Landesliste so gut wie sicher. Auch der Liberale Pascal Kober (50) muss sich um seinen Wiedereinzug keine Sorgen machen, sofern die FDP die FünfProzent-Hürde schafft – und daran gibt es mit Blick auf die aktuellen bundesweiten Umfragewerte zwischen 11 und 12 Prozent keinen Zweifel. Der gebürtige Sindelfinger mit Wohnort Marbach war nach einer Zitterpartie 2009 erstmals in den

Bundestag eingezogen, dann folgte eine vierjährige Zwangspause, weil die FDP 2013 den Wiedereinzug ins Parlament mit bundesweit nur 4,8 Prozent der Zweitstimmen verpasste. Seit 2017 sitzt Kober wieder im Parlament, mit seinem persönlichen Zweitstimmenanteil von 10 Prozent blieb er allerdings damals um 3,7 Prozentpunkte hinter dem Wahlkreisergebnis der Liberalen zurück. Als stellvertretender Landesvorsitzender der FDP ist er mit Listenplatz vier komfortabel ausgestattet und geht selbst davon aus, »ziemlich sicher« wiedergewählt zu werden. Am Morgen nach der Wahl, verriet Pascal Kober dem GEA, werde er sofort in den Flieger nach Berlin steigen – wo es dann in den Gremien »viel zu tun« gebe. Und auch Jessica Tatti, der Shootingstar der Reutlinger Linken, muss nicht wirklich um ihren Parlamentssitz bangen. 2017 schaffte die heute 40-Jährige auf Anhieb den Sprung aus dem Reutlinger Gemeinderat in den Bundestag – damals von Platz sechs der linken Landesliste aus. Sie holte 6,2 Prozent der Erststimmen, ihre Partei schaffte im Wahlkreis Reutlingen 6,1 Prozent.

Auf jeden Fall drin Dieses Mal ist die studierte Sozialarbeiterin auf den komfortablen Listenplatz drei vorgerückt und ist, sofern ihre Partei bundesweit die Fünf-Prozent-Hürde nimmt, »auf jeden Fall drin«, wie aus ihrem Umfeld verlautet. Aktuell sehen Umfragen die Linke fast einmütig bei 6 Prozent (2017: 9,2). Als unwahrscheinlich gilt, dass der Wahlkreiskandidat der SPD, Dr. Ulrich

Bausch (61), oder AfD-Bewerber Hansjörg Schrade (63) in den Bundestag einziehen werden. Reutlingens VHSGeschäftsführer Bausch steht als Politneuling auf dem vorletzten Platz (35) der SPD-Landesliste und müsste sich somit die Fahrkarte nach Berlin über das Direktmandat holen: sprich, Michael Donth vom Sockel stoßen. Bei der vorigen Bundestagswahl kämpfte die Eningerin Rebecca Hummel vergeblich um den Einzug in den Bundestag. Sie erhielt 15 Prozent der Erststimmen und stand auf Platz 27 der SPD-Landesliste, was deutlich nicht reichte. Ihre Partei erzielte im Wahlkreis damals 14,9 Prozent.

So gut wie keine Chance AfD-Stadtrat Hansjörg Schrade, der sich auch um den Posten des Reutlinger Finanzbürgermeisters bewirbt, hat keinen Listenplatz: »Ich bin ein treuer Kämpfer für die Partei«, sagte er dem GEA, »aber die Chance auf ein Mandat schätze ich gegen null«. 2017 holte der Walddorfhäslacher AfD-Bewerber Wolfram Hirth 12 Prozent der Erststimmen und blieb damit um 0,9 Prozentpunkte hinter dem Zweitstimmenergebnis seiner Partei im Wahlkreis zurück. Außer den genannten Kandidaten der sechs aussichtsreichsten Parteien bewerben sich auch Andreas Schwarz (Die Partei), Eberhard Sigloch (Freie Wähler) und Elke Weidner (MLDP). Der damalige Partei-Kandidat Lennart Obenauer erzielte 2017 gerade einmal 1,0 Prozent der Erststimmen, Elke Weidners Ehemann Michael erhielt 0,2 Prozent und die Freien Wähler hatten keinen Direktkandidaten im Rennen. (GEA)

Innoport – Praxisnahe Workshops und Vorträge rund um digitalisierte Produktentwicklungs- und Produktionsprozesse

Plug-In Labor mit Sascha Lobo REUTLINGEN. Von Ende September bis Mitte Oktober tourt das »Mobile Plug-In Labor« des Fraunhofer IAO durchs Ländle und macht an acht Standorten in BadenWürttemberg Station: Vom 29. September bis 1. Oktober beim Innovationszentrum Innoport in Reutlingen. Ziel der Tour ist es, Unternehmen vor Ort mit einer Mischung aus praxisnahen Workshops und Vorträgen sowie einem Labor zum Anfassen zu erreichen, sie für die Chancen der Digitalisierung zu sensibilisieren, und so zur Zukunftssicherung ihrer Standorte beizutragen. Das informative Eventformat zeigt anhand interaktiver Anwendungsbeispiele, wie digitalisierte Produktentwicklungs- und Produktionsprozesse aussehen können. Der TourStopp in Reutlingen wird gemeinsam vom DigitalHub Neckar-Alb und Sigmaringen (DNS), der Wirtschaftsförderung der Stadt Reutlingen und dem Innovationszentrum Innoport veranstaltet.

Los geht es am Mittwoch, 29. September, um 18 Uhr mit einer Auftaktveranstaltung, bei der Professor Dr. Wilhelm Bauer und Sascha Lobo zu Gast sein werden: Professor Wilhelm Bauer, der Geschäftsführende Institutsleiter des Fraunhofer IAO und Technologiebeauftragte der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, gibt einen Einblick in das Advanced Systems Engineering (ASE) und stellt das Mobile Plug-In Labor des Fraunhofer IAO vor. Sascha Lobo befasst sich in seiner Keynote »Zur digitalen Lage der Nation« mit der Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sascha Lobo arbeitet als Autor und Vortragsredner. Er hat mehrere Bücher über die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verfasst. Am Donnerstag, 30. September, finden von 9.30 bis 17.30 diverse Vorträge und

Befasst sich im Innoport mit der »digitalen Lage der Nation«: der Blogger und Autor Sascha Lobo. FOTO: STEPHANIE PILICK/DPA

Workshops zu Produktentwicklung, Produktion, Innovation und Digitalisierung statt. Zwischendurch besteht die Möglichkeit, das Mobile Plug-In Labor zu besichtigen. Beendet wird der Tag um 17.30 Uhr mit einer Podiumsdiskussion zum Thema »Klartext Digitalisierung – Konkrete Perspektiven eines viel bemüh-

ten Schlagworts«. Am Freitag 1. Oktober, gibt es von 9 bis 13 Uhr Führungen durch das Mobile Plug-In Labor. Zu allen Veranstaltungen sind Anmeldungen nötig. (GEA) www.innoport-reutlingen.de /veranstaltungen www.digitalisierungstour-bw.org


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REUTLINGEN DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Aquarelle von Heike Renz REUTLINGEN. Die Reutlinger Künstlerin Heike Renz zeigt derzeit eine Auswahl ihrer Werke in der Galerie Horwarth (Metzgerstraße 9-11). Inspiriert von den Formen und Farben der Natur – Blüten, Herbstlaub, Gräser –, hat sich Renz der fließenden, lasierenden Technik der Aquarellmalerei verschrieben. Ihre Bilder selbst begreift die Künstlerin als »Momentaufnahmen zwischen Formauflösung und Formfindung«. Besucht werden kann die Exposition bis Februar kommenden Jahres zu den üblichen Öffnungszeiten der Galerie: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 18.30 Uhr und samstags von 10 bis 15 Uhr. Mittwochs hat Horwarth geschlossen. (GEA)

Critical Mass als Demo angemeldet REUTLINGEN. Wegen einfacherer Corona-Auflagen als Demo angemeldet wurde die nächste Critical Mass, die sich am Freitag, 24. September, um 18 Uhr unter Polizeischutz in Bewegung setzt und für das Fahrrad als Sport- und Transportgerät, Fahrzeug und Lebenseinstellung wirbt. Treffpunkt für die Teilneh-

mer ist der Bürgerpark an der Stadthalle. Von hier strampelt die »kritische Masse« etwa eine Stunde lang durch die Stadt – die gesamte Fahrbahnbreite nutzend, im Pulk und zeigend, dass Radler im Stadtverkehr »zur Normalität gehören«, wie es in der Ankündigung heißt. Die Tour endet beim Café Nepomuk. (eg)

»Scheinwelten« der Theaterwerkstatt GÖNNINGEN. Ein Jahr lang haben die älteren Spieler der Theaterwerkstatt Gönningen geprobt und dabei viele coronabedingte Stolpersteine überwunden, jetzt hat ihr Jugendstück »Scheinwelten«, das sich an ein Publikum ab zwölf Jahren wendet, Bühnenreife erlangt. Aufgeführt wird es bei freiem Eintritt

am kommenden Samstag und Sonntag, 25. und 26. September, jeweils ab 19 Uhr im Gemeindehaus Gönningen (Hauptstraße 23). Zum Inhalt: Ein neues Videospiel kursiert in der Klasse 9 B des Quenstedt-Gymnasiums in Nornach. Das Game macht alle Schüler regelrecht süchtig. Als

eine Mitschülerin seinetwegen fast zu Tode kommt, greifen zwei Lehrer der Schule ein. Sie wollen dem Treiben ein Ende setzen. Zusammen mit den Schülerinnen Nicki, Eva und Adriana gehen sie dem Spiel auf den Grund und entdecken dabei unglaubliche Dinge. Es gilt die 3-GRegel. (GEA)

Offenes Kreativ-Atelier REUTLINGEN. Aufgrund der gelockerten Corona-Verordnungen – aber natürlich trotzdem unter Einhaltung der 3-G-Regel – kann's am Freitag, 25. September, wieder losgehen: Das VHS-Atelier in der Gustav-Werner-Straße 25 ist dann wieder freitagnachmittags von 15.30 bis 19 Uhr ein offener Ort für Begegnungen mit Kunst und Menschen, die Freude am Experimentieren und Entdecken haben. Zeichnen, Malen, plastisches Gestalten, Kunsthandwerkliches – wer das Atelier nutzen möchte, bringt einfach eigene Arbeiten und Materialien mit und profitiert von Anregungen und Tipps der betreuenden Künstler. Ein Grundstock an Materialien ist vorhanden, unvollendete Arbeiten können vor Ort gelagert werden. Anmeldung ist nicht erforderlich, die Gebühr von fünf Euro pro Termin wird im Atelier bezahlt. Maskenpflicht herrscht dann, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. (GEA)

FREIZEIT + BILDUNG VOLKSHOCHSCHULE Kabarett-Duo: Schwäbische Befindlichkeiten nehmen Hillu Stoll und ihr Herzdröpfle Franz bei einem Auftritt am Sonntag, 3. Oktober, um 18 Uhr in der Festhalle Mittelstadt aufs Korn. Das Kabarett-Duo alias »Hillus Herzdropfa« zeigt Geschichten aus dem Leben. Karten nur im Vorverkauf telefonisch oder im Internet bei der Volkshochschule. 07121 336-0 www.vhsrt.de/Th3002Mit Weiße Felsen der Schwäbischen Alb: Die biologisch unberührtesten Meeresriffe mit Schwämmen und Korallen gibt es im Roten Meer. Sie haben erstaunliche Ähnlichkeit mit jenen, die einst zur Oberjurazeit die oberen Gesteinsschichten der Schwäbischen Alb aufbauen konnten. Am Samstag, 25. September, bietet Dr. Hans-Joachim Bayer eine Tagesfahrt an, bei der man die Ablagerungsgeschichte des Jurameers gut sehen kann.

KATHOLISCHE BILDUNG Maria 2.0: Andacht und Gespräch für Frauen und Männer am 24. September von 19 bis 20.30 Uhr in der Liebfrauenkirche Eningen. Auch in Reutlingen gibt es ein loses Netzwerk interessierter und engagierter Frauen. Bei Interesse an einer Mitarbeit oder Information im Bildungswerk melden. kontakt@keb-rt.de 071211448420

VEREINE + VERBÄNDE TERMINE Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Reutlingen-Hohbuch: Heute, Donnerstag, 20 Uhr Treffen im Gemeindezentrum, Pestalozzistraße 50. Telefonische Info unter: 0179 8115102. Kanaria und Exoten Reutlingen: Samstag, 25. September, 20 Uhr Monatsversammlung im Kleintierzüchterheim in Gomaringen.

Redaktion Lokales Tel. 07121 302-333 Fax 07121 302-677 -320 Roland Hauser (rh) Reporter: -322 Andrea Glitz (igl) -328 Ulrike Glage (keg) -323 Andreas Dörr (ass) -338 Stephan Zenke (zen) -327 Heike Krüger (ekü) E-Mail: lokales@gea.de Seitenproduktion: -324 Gabriele Küster (ele) -357 Stanislav Schitz (stan)

Die nagelneue Spiel- und Bewegungsanlage hält sichtbar auch die Benutzung durch mehrere Schülerinnen und Schüler gleichzeitig aus.

Was sich mit den Geräten vor der Mensa des Bildungszentrums Nord spaßbetont so alles anstellen lässt, wurde gerne vorgeführt. FOTOS: ZENKE

Leibesübungen – Neuer Platz mit Geräten für allerlei Muskelspiele vor der Mensa des Bildungszentrums Nord

Mehr Bewegung am BZN VON STEPHAN ZENKE REUTLINGEN-ROMMELSBACH. Mehr Bewegung in die Bildungslandschaft bringt eine neu gebaute Spielanlage am Bildungszentrum Nord (BZN). Auf harmlos aussehenden Geräten lassen sich teuflisch anstrengende Muskelspiele veranstalten. Davon sind bei der Vorstellung auch Oberbürgermeister Thomas Keck sowie Schulleiter Marcus Fuhrich gänzlich begeistert, vor allem aber jede Menge Schülerinnen und Schüler. Geschwitzt wird mit Stil. Auf Rindenschrot erheben sich fast wie in einem Freiluft-Fitnessstudio hochwertige Geräte: horizontale und vertikale Leitern, Handgriffe an Seilen, schräge Ebenen zum Hinlegen. Dazu gibt es zwei mit stoßdämpfenden Gummimatten eingerahmte Trampoline. Zum Ausruhen existiert eine Jugendbank. Das ganze Ensemble ist ideal, um Sportarten wie Calisthenics oder Streetlifting auszuüben. Das ist die neudeutsche Bezeichnung für bekannte Übungen wie Klimmzüge oder Liegestütze. Gearbeitet wird mit dem Eigengewicht des Körpers. Die Spielanlage wird von einer Natursteinmauer

begrenzt, die gleichzeitig das Gelände abstützt. Für alles zusammen hat die Stadt Reutlingen tief in ihre eigentlich leeren Taschen gegriffen.

Ein cooler Treffpunkt Gesamtbaukosten von stolzen 70 000 Euro für die Anlage mit einer Fläche von 570 Quadratmetern machen deutlich, wie sehr den Stadtvätern und -müttern die körperliche Gesundheit der fast erwachsenen Reutlinger am Herzen liegt. Die Jugendlichen führen gerne vor, was gelenkige Körper auf den Turngeräten alles anstellen können, äußern sich höchst erfreut. »Sehr freundlich von der Stadt, dass sie uns das gesponsert hat«, meint der 17-jährige Daniel Freund, »denn das gelbe Klettergerüst im Schulhof ist schon sehr alt und für uns zu klein. Ich persönlich finde die Trampoline am interessantesten«. Mailin Ludwig, ebenfalls 17 Jahre alt, ist voll des Lobes: »Finde ich cool, eine schöne Investition, weil man sich außerhalb des Unterrichts betätigen kann. Es kann auch ein Treffpunkt für Leute sein, die gerne Krafttraining

machen«. Die 16-jährige Nadja Haug meint: »Finde ich gut. Man hat Abwechslung vom Schulalltag«. Gebaut wurde die Anlage bereits im Oktober und November vergangenen Jahres. Beteiligt gewesen sind viele Fachunternehmen – auch aus der Region. Die Landschaftsbauarbeiten hat der Garten Moser aus Reutlingen erledigt. Den fugenlosen Fallschutzbelag für die Trampoline hat die Firma Werner Speidel Sportbau aus Engstingen eingebaut. Seit Dezember 2020 ist alles fertig, weswegen sich eine Zwischenbilanz schon jetzt ziehen lässt: Die Anlage hat sich bereits zu einem Treffpunkt am BZN entwickelt.

Begehrter Pausensport »In jeder Pause klettern und hangeln hier Jugendliche«, berichtet Schulleiter Marcus Fuhrich. Gerne erzählt OB Thomas Keck die Geschichte der sechs Linden, die bei der Anlage Schatten spenden. Diese Bäume haben eine Vergangenheit, die man ihnen nicht ansieht. Einstmals standen sie an der Ringelbachstraße, mussten dort aber für zwei Bushaltestel-

len weichen. Doch weil die Stadt ein Herz für Bäume hat, wurden sie nach kurzer Zwischenlagerung in Rundspaten mit Lastwagen nach Rommelsbach gefahren. 10 000 Euro hat diese Verpflanzung gekostet. (GEA)

WAS IST CALISTHENICS? Die Bewegungsanlage beim BZN ist wie gemacht für Calisthenics und Streetlifting. Diese Sportarten basieren in der Regel auf reinen sowie mit Hilfsmitteln erschwerten oder erleichterten Eigenkörpergewichtsübungen. Zu den bekanntesten Übungen zählen der Pull Up (Klimmzug), Push Up (Liegestütz), Dip (Barrenstütz), der Squat (Kniebeuge) und der Muscle Up (Zugstemme). Die Bezeichnung Calisthenics stammt aus dem griechischen (kalos und sthenos) und bedeutet ins Deutsche übersetzt schöne Kraft. Streetlifting bezeichnet eine Form des Calisthenics Sports, bei der verschiedene Eigenkörpergewichtsübungen mit Hilfe von Zusatzgewichten erschwert werden. (pr) www.dcs-verband.de

SZENE AKTUELL REUTLINGEN Mr. Five. Ihre musikalische Bandbreite reicht von melancholisch nachdenklich bis zu fetzig und rockig. Mit einer Mischung aus homogenen Klangbildern und eingängigem Akustiksound kreiert die Reutlinger Band am Freitag, 24. September, 19 Uhr, im Pappelgarten eine raffinierte Mischung verschiedenster Stilrichtungen. The KutiMangoes. Inspiriert von der westafrikanischen BambaraTradition und dem Groove des Maliblues entwickeln die Musiker aus Kopenhagen auf der Grundlage des Jazz eine eigene, global verbundene Weltmusik. Am Freitag, 24. September, 20 Uhr, kommt das dänische Quintett ins franz.K. Joe Magnarelli Quintet. Er gilt als einer der weltweit führenden Jazztrompeter, der bereits mit der Lionel Hampton Bigband, dem Vanguard Jazz Orchestra und Maria Schneider zusammengearbeitet hat. Am Samstag, 25. September, 20 Uhr, eröffnet das Quintet das Festival »Jazz im Herbst« im Jazzclub in der Mitte. Hysterese. Hier geht es um Punkrock, wie er sein muss: lebendig, rau, wild, lautstark,

Die mongolische Band Sedaa kommt am Samstag in den Hirsch. mit einfachen Akkordfolgen und Gesangslinien und dem typischen Wumms-Sound. Am Samstag, 25. September, 20.30 Uhr, stellt der Tübinger Punkvierer sein neues Album im franz.K vor.

ENINGEN Liedermacherinnen-Open-Air. Johann Zeul, Hanna Herrlich und die Gruppe Melikas sind alles Künstlerinnen, die sich der Liedermacherkunst verschrieben haben, aber doch ganz unterschiedliche Musik machen. Am Samstag, 25. September, 19.30 Uhr, findet das Festival entweder im Atrium Open Air oder in der Aula der Achalmschule statt.

Gee Hye Lee Trio. Die in Seoul geborene und in Stuttgart lebende Pianistin hat in den letzten Jahren aufhorchen lassen, und das nicht nur durch die Verleihung des Landesjazzpreises an sie im Jahr 2012. Am Freitag, 24. September, 20 Uhr, stellt die Südkoreanerin ihr neues Album »What Matters Most« im Bechstein Zentrum vor.

GLEMS Paddy. Er gilt als Kopf der Folkrock-Band Paddy Goes to Holyhead, die er 1988 gründete und 2001 für drei Jahre verließ, um sich seinem Soloprogramm zu widmen. Beim Konzert am Freitag, 24. September, 20.30 Uhr, im Hirsch stellt er sein aktuelles Irishfolk-Programm vor.

FOTO: PR

Sedaa. Die mongolischpersische Formation verbindet auf außergewöhnliche Weise die archaischen Klänge der traditionellen mongolischen Musik mit orientalischen Harmonien und Rhythmen. Sedaa musizieren am Samstag, 25. September, 20.30 Uhr, im Hirsch.

MEIDELSTETTEN BamBamBand. Die sechsköpfige Band lädt ein zum Mitmachen, Mitsingen, Tanzen und Träumen bei fröhlichen Ohrwürmern, kauzig-verrückten Indierockliedern und romantisch-melancholischen Balladen. Am Sonntag, 26. September, 16 Uhr, spielt die BamBamBand im Adler.

Johanna Zeul ist eine der Musikerinnen, die am Samstag im Atrium der Eninger Achalmschule aufFOTO: PR tritt. NÜRTINGEN Feelin’ Good Blues Band. Swingender Gitarren- und Klavierblues, begleitet von Bass und Drums, dazu eine tiefblaue Bluesstimme und ein wenig Jazz. Das Stuttgarter Quartet kommt am Freitag, 24. September, 19.30 Uhr, in den Club Kuckucksei. The Ron Lemons & Andreas Kümmert. Optisch wirkt er unscheinbar, doch sobald der Sänger mit dem Rauschebart zu singen beginnt, treten Äußerlichkeiten in den Hintergrund. Am Samstag, 25. September, 19.30 Uhr, stellt Kümmert mit der Band The Ron Lemons sein neues Album im Club Kuckucksei vor. (jüsp/pr)


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REUTLINGEN DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Lärm – Temporeduktion auf der Justinus-Kerner-Straße: Anwohnerinitiativen bündeln ihre Aktivitäten

KOMMENTAR

Tempo 30 flächendeckend

Neuer Anlauf für Tempo 30

VON ANDREA GLITZ VON ANDREA GLITZ

E

s gibt wahrscheinlich kaum etwas, was Stadtbewohner mehr quält, als Lärm. Schlechte Luft ist auch ungesund, in unseren Breitengraden jedoch olfaktorisch nur noch selten wahrnehmbar und so weniger präsent. Tempo 30 ist ein Rezept gegen Krach. Doch bei der Verschreibung des Linderungsmittels sind den Städten vom Bund enge Grenzen gesetzt. Zu hohe Lärmwerte, zu schmutzige Luft oder auffallende Unfallzahlen sind Hebel. Unterhalb bestimmter Grenzwerte haben die Städte jedoch keine Handhabe. Viele wünschen sich daher zunächst mehr Gestaltungsspielraum im eigenen Straßennetz. Doch solange sich der Bund in dieser Angelegenheit nicht bewegt, werden krachgenervte Bürger die Rathäuser mit den ewig gleichen Debatten beschäftigen: wer, wann, wo, auf welchem Teilstück, welches Tempo verordnet bekommt – und wer nicht. Und warum, wenn nicht, der Nachbar es kriegt. Alternativ beschwichtigt die Verwaltung aufbegehrende Autofahrer, die sich nicht bremsen lassen wollen, und solche, die sich über TempoFlickenteppiche beschweren. Und zwischendrin pfriemelt man noch am nächsten Lärmaktionsplan rum. Weniger Lärm, weniger Abgase (auch durch fließenderen Verkehr), mehr Sicherheit für langsamere Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch für die Radler – es gibt viele Gründe für weitere Limitierung. Kurz: Auch im Sinne der Verkehrswende ist eine einheitliche Regelung überfällig. Und die muss heißen: Tempo 30 flächendeckend auf zweistreifigen Straßen in den Städten. andrea.glitz@gea.de

REUTLINGEN. Der Protest nimmt wieder Fahrt auf: Anwohner der Justinus-KernerStraße wollen, dass die Stadt für die Straße Tempo 30 verhängt und zwar rund um die Uhr. Der erste Anlauf Lärmgeplagter vor zwei Jahren im Vorfeld des Lärmaktionsplans – unter anderem mit einer Unterschriftenaktion – scheiterte nach hoffnungsvollen Anfängen. Die Stadt hatte vorgeschlagen, im Lärmplan den Ermessenspielraum, den das Land eingeräumt hat, zu nutzen und auf zweistreifigen Straßen in Reutlingen ab Werten von 65 dB(A) tags und 55 dB (A) Tempo 30 zu verhängen. Eine konservative Mehrheit im Gemeinderat votierte jedoch für eine Tempo-40-Regelung. Zuletzt grätschte dann noch das Regierungspräsidium Tübingen rein. Weil tagsüber die nötigen Lärmgrenzwerte nicht überschritten werden, wurde die Tempobremse zumindest in der Justinus-KernerStraße auf nachts beschränkt.

Tempo 40 und nur nachts: Alte und neue Tempo-30-Befürworter posieren vor einem der Schilder, die in der Justinus-KernerStraße für viel Ärger sorgen. FOTO: NIETHAMMER

Frust und Flickenteppich Der Frust der Bewohner ist so groß wie der Flickenteppich auf der engen, gut frequentierten Straße, an die die Wohnbebauung dicht heranreicht: Tempo 50 am Blue Village, 50 Stundenkilometer tagsüber zwischen den Haltestellen Schieferbuckel und Kirchsteig, dort nachts 40 und weiter oben durchgängig wieder Tempo 50. Dass in anderen weit großzügigeren Straßen wie etwa der Schanzstraße eine 30 als Maximum auf den Schildern steht, ärgert die Bewohner zusätzlich. Die Initiatoren der Unterschriftenaktion von 2019 und die neue »JKS30-Gruppe« bündeln nun ihre Aktivitäten. Sie fordern, so berichtet Roman Mangold von der neuen Aktivistengruppe, erneut eine durchgehende Tempo-30-Regelung – und zwar auf der gesamten Länge der Justinus-Kerner-Straße, beginnend vor der Kurve beim Blue Village bis zur Haltestelle Justinus-Kerner-Straße. Diese Maßnahme verlange den Autofahrern eine längere Fahrzeit von nur 48 Sekunden ab, haben die Anwohner

errechnet, die sich »eine deutliche Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität« versprechen – und mehr Sicherheit. Allein im ersten Halbjahr 2021 hätten Anwohner vier Unfälle an der Bushaltestelle »Kirchsteig« gezählt, berichtet Mangold. Stop-and-go-Verkehr durch parkende Autos, Stadtbusse, die sich durch Engpässe zwängen, gefährliche Ausfahrten etwa an der Sonnenstraße, Radler, die Sicherheit auf dem Gehweg suchen, und Autofahrer, die übers Trottoir ausweichen: Argumente für Verkehrsverlangsamung gibt es aus Sicht der Betroffenen genug. Mangold beklagt auch, dass der Verkehr mit dem Neubaugebiet Blue Village weiter zugenommen habe. Gerade nachts hielten sich die Autofahrer nicht an die Begrenzung. »Die Schilder hätte sich die Stadt sparen können.« Die Aktivisten sind rührig. Sie bringen Flugblätter unter die Leute, schreiben Leserbriefe, wollen eine farbig gestaltete Übersichtskarte erstellen, die zeigt, welche Temporegelungen in anderen Straßen in diesem Gebiet herrschen. Mit der Ver-

waltung ist man im Benehmen und auch die Ratsfraktionen sollen sukzessive für den Frust der Bewohner sensibilisiert werden. Grüne und SPD unterstützen die Bemühungen.

SPD stellt Antrag Ein erster Ausfluss: Die SPD-Fraktion hat unlängst beantragt, dass der Gemeinderat den alten Beschluss erneut diskutiert und in der ursprünglich vorgesehenen Form beschließt. Begründung: Der im Juli vergangenen Jahres gefasste Beschluss zum Lärmaktionsplan finde keine Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Verärgerung sei groß. Die erwartete Lärmreduzierung und die damit verbundene Verringerung der Verkehrsgefährdung seien nicht eingetreten. Es sei vielmehr »ein Wirrwarr an Regelungen« entstanden. Die SPD erwähnt explizit die Justinus-KernerStraße. Gerlinde Trinkhaus, Kernzelle des Ursprungsprotests und Mitinitiatorin der Unterschriftenaktion, hofft, dass die Frak-

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tionen diesmal zugunsten der Lärmgeplagten entscheiden. Roland Mangold weist allerdings auf einen Makel des Antrags hin: Er beziehe sich nur auf ein Teilstück der Straße. Wie stehen die Chancen auf Veränderung aus Sicht der Stadt? Gerhard Lude, der Leiter der Verkehrsabteilung, macht nochmals deutlich, dass die Verwaltung das Ansinnen der Bürger auf Tempo 30 unterstützt hat. Lude berichtet auch, dass die Fortschreibung des Lärmaktionsplans neue Chancen birgt: 2022 wird neu kartiert, 2023/24 fortgeschrieben. Es werde voraussichtlich eine neue Berechnungsmethodik geben (für die Kartierung wird Lärm nicht allerorten gemessen, sondern errechnet). Mit der neuen Methode werde es »mehr Belastete« geben, prognostiziert Lude. Die Verwaltung favorisiert laut Lude unterdessen eine klare flächendeckende 30-Regelung für zweistreifige Straßen (siehe Kommentar) – zumindest hätte man gern mehr Spielraum bei der Gestaltung. (GEA)


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REUTLINGEN DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Peugeot im Neckar entsorgt

Abwechslung – Fünftägige Freizeit für Senioren

Reisen ohne Koffer REUTLINGEN. Endlich ist es so weit: Nach langer Corona-Pause startet der Kreis der Älteren Orschel-Hagen in Zusammenarbeit mit der Initiative »Adele« (Anlaufstelle für Demenz und Lebensqualität) eine Tagesfreizeit für ältere Menschen, die nicht mehr verreisen können oder wollen. Die fünftägige Freizeit findet von Montag bis Freitag, 11. bis 15. Oktober, im Haus der Begegnung, Berliner Ring 3, statt. Unter dem Motto »Schön, dass es uns gibt« wird täglich von 9 bis 16 Uhr ein buntes Programm mit vielen Aktivitäten angeboten. Vom Frühstück bis zum Mittagessen einschließlich Kaffee werden die Senioren von ehrenamtlichen Helferinnen betreut. Gedächtnistraining, Vorträge, Vorlesen, gemeinsames Singen und einiges mehr erwartet die Teilnehmenden. Auch Erholung in der Mittagszeit, auf der Terrasse, ist Teil der Freizeit. Nähere Informationen gibt es bei der Vorsitzenden des Kreis’ der Älteren, Edeltraut Stiedl. Anmeldeschluss ist der 6. Oktober. (GEA) 07121 963131

PARTEIEN ZUR WAHL Bündnis 90/Die Grünen Reutlingen

Müller-Gemmeke in Rappertshofen »Warum soll ich Sie eigentlich wählen? Oder die grüne Partei?« Mit solchen Fragen wird die grüne Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke in den letzten Wochen täglich konfrontiert. Doch diesmal beeindruckte sie die Wissbegier und die lebhafte Diskussion besonders. Denn die fand bei Habila in Rappertshofen Reutlingen statt. Rund 30 Bewohnerinnen und Bewohner der Pflege- und Unterstützungseinrichtung für Menschen mit schweren Körper- und Mehrfachbehinderungen trafen die grüne Politikerin, um mit ihr über die Bundestagswahl zu diskutieren. Dabei ging es um den Klimaschutz, denn Hagelschäden gab es auch in Rappertshofen schon. »Die Menschen haben mich mit Fragen gelöchert«, so Müller-Gemmeke. »Wichtig war ihnen etwa auch, dass die Pflegeberufe endlich aufgewertet werden.« Das Gespräch drehte sich um den Fachkräftemangel gerade im sozialen Bereich, und natürlich ging es auch um Corona, ums Maskentragen und die Impfungen – die sind den Bewohnerinnen und Bewohnern in Rappertshofen wichtig. Denn sie schützen und sie ermöglichen nach all den Lockdowns und der Isolation endlich wieder Teilhabe am sozialen Geschehen. (eg)

Eltern für radelnde Schüler Wenn Kinder in der Stadt Rad fahren, dann haben viele Eltern Angst um sie. 74 Prozent sagen, dass man Kinder nur mit schlechtem Gefühl allein mit dem Rad fahren lassen kann. Das ergab der ADFCFahrradklima-Test 2018. Und das liegt nicht an den Kindern, sondern am zu schnellen Autoverkehr und an unzureichenden Fahrradwegen. Das erklärt Marco Wolz von der Initiative »Eltern für radelnde Schüler«. Er fordert eine klare Trennung von Autoverkehr und Radverkehr. Radwege dürften nicht einfach nur durch eine Markierung auf der Fahrbahn vom Verkehr getrennt werden. Sicher seien Radwege nur, wenn sie deutlich getrennt vom Straßenverkehr verlaufen, etwa durch einen Grünstreifen. Und dem kann die grüne Reutlinger Bundestagskandidatin Beate Müller-Gemmeke nur zustimmen. Im Gespräch mit Wolz waren sich beide einig, dass es immerhin schon mal sehr gut ist, dass der Bund jetzt gesonderte Mittel für den Ausbau des Radverkehrs zur Verfügung stellt. Wirklich attraktive Radwege führen dabei nicht an Hauptverkehrsstraßen entlang. Wesentlich sicherer und angenehmer zu fahren ist es für Schülerinnen und Schüler auf wenig befahrenen Nebenstraßen oder separat geführten Radwegen. Allerdings können aus den Bundesmitteln auch einfache Markierungen auf den Straßen als Radwege ausgewiesen und gefördert werden. »Das ist kurzsichtig und gefährlich für unsere Kinder«, bilanziert MüllerGemmeke. (p)

REUTLINGEN-MITTELSTADT. Im Falle eines, wie berichtet, am 24. Juli bei Mittelstadt aus dem Neckar geborgenen silberfarbenen Peugeot 106 aus dem Jahr 2002 fahnden Spezialisten des Polizeipräsidiums Reutlingen noch immer nach dem Täter und bitten um Hinweise. Inzwischen ist es gelungen, den früheren Halter des Autos zu ermitteln. Der will den Wagen Ende Januar in Böblingen an zwei unbekannte Männer verkauft haben. Diese seien mit einem grauen Seat Leon nach Dagersheim gekommen und sollen bei der Abholung am Peugeot rote RT-06-Kennzeichen angebracht haben. Bei Bergung des Autos im Juli wies das Fahrzeug an der Beifahrertür Unfallschäden auf. Außerdem war der Außenspiegel mit weißem Klebeband umwickelt. Zeugen, denen zwischen Februar und Juli ein silberfarbener, später unfallbeschädigter Peugeot 106, ohne oder mit roten Kennzeichen, aufgefallen ist, sind gebeten, sich zu melden. (pol) 07121 942-3333

Der ernste Blick eines Kindes: Die Fotografin Alea Horst hat die Not von Menschen in Flüchtlingslagern dokumentiert.

FOTO: ZENKE

Gesichter der Flucht im Bürgerpark Reutlingen zu sehen REUTLINGEN. Die Not von Menschen auf der Flucht in griechischen oder sonstigen Lagern ist nicht geringer geworden, bloß weil davon weniger zu sehen oder zu hören ist. Dies betonen die Organisatoren einer Open-Air-Ausstellung mit Bildern der Fotografin Alea Horst im Reutlinger Bürgerpark. Die Darstellung der unwürdigen Lebensumstände von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen solle im Rahmen

der interkulturellen Woche Mahnung und Appell an die EU sein, »ihren Grundwerten von Würde, Sicherheit, Freiheit und Humanität gerecht zu werden«. »In den Lagern wird den Menschen systematisch jede Hoffnung geraubt. Die Asylverfahren sind nicht rechtsstaatlich und von Willkür geprägt«, berichtet der Reutlinger Arzt Dr. Martin Binder, der selbst an humanitären Einsätzen in vielen Camps beteiligt gewesen ist. Was könne

man hier tun? »Wenigstens eine kleine Zahl von Flüchtlingen aufnehmen«, so Binder. Neben den Bildern gibt es die Möglichkeit sich aktiv mit einzelnen Fluchtbiografien, Fluchtgründen und Fluchtfolgen zu befassen. Die unterschiedlichen Medieninhalte stecken hinter QR-Codes und können über das öffentliches WLAN im Bürgerpark aufgerufen werden. (zen) www.aleahorst.de

Fußgänger von Auto erfasst REUTLINGEN. Ein Fußgänger ist am Dienstag auf der Bahnhofstraße von einem Auto verletzt worden. Der 29-Jährige war gegen 7.45 Uhr an einer Haltestelle aus einem Bus ausgestiegen und wollte – offenbar ohne auf den Verkehr zu achten – die Bahnhofstraße vor dem stehenden Bus überqueren. Dabei wurde er vom VW-Transporter eines 43-Jährigen erfasst.(pol)

Vitamine – Grundschüler freuen sich über von S-Mail spendiertes Obst. Reutlinger Schulen suchen weitere Sponsoren

Knackige Äpfel für Erstklässler VON STEPHAN ZENKE REUTLINGEN. Der Apfel fällt diesmal nicht weit vom Stamm, sondern direkt in die Schule. Bis Weihnachten versorgt der Postdienstleister S-Mail GEA Post-Service GmbH Reutlinger Erstklässler einmal wöchentlich mit knackigen Früchten. Eine Spende, die sehr gerne angenommen wird, weil es selbst im reichen Reutlingen hungrige Grundschüler gibt. »Viele Kinder kommen ohne Frühstück von zu Hause, haben auch kein Vesper dabei«, beschreibt Christiane Stieler die bedauerlichen Realitäten. Die geschäftsführende Schulleiterin für Grund-, Werkreal-, Gemeinschafts- und Realschulen in Reutlingen beobachtet auch in ihrer Funktion als Rektorin der Jos-Weiß-Schule eine bedenkliche Entwicklung. »Herkömmliche Familienstrukturen sind auf dem Rückzug«, sagt sie.

Voller Ranzen, leerer Magen Das kann daran liegen, dass sich Eltern als Schichtarbeiter praktisch die Klinke in die Hand geben. Bei manchen Müttern oder Vätern werde das gemeinsame Frühstück als Aufwand gesehen, sei der Kühlschrank eher leer. So komme es dann, dass ganz kleine Herrschaften mit einem

vollen Schulranzen aber leeren Magen aus dem Haus geschickt werden. »Einem Viertel unserer Kinder fehlt eine häusliche Struktur, wie wir sie uns wünschen würden«, meint Stieler mit bedenklichem Blick. Was die Ganztagesbetreuung ebenso wesentlich macht wie das Schulobst. »Die waren sehr begehrt«, beschreibt die Rektorin, was aus den ersten Kisten mit Äpfeln von S-Mail geworden ist. Seit Anfang der Woche beliefert der Postdienstleister alle Grundschulen, die sich gemeldet haben, einmal wöchentlich mit je einer Obstkiste. Dazu gibt es für die Eltern grüne Karten mit der Aufschrift »Das ist Erste Klasse« sowie der Erklärung, wieso das Unternehmen dieses Engagement zeigt: »Seit 1999 versorgen wir nicht nur Sie beim Versenden und Verteilen von Briefen mit erstklassigem Service, sondern unterstützen darüber hinaus auch zahlreiche Projekte der Region. Besonders wichtig ist es uns, dass ihre Kinder ab der Einschulung mit frischem Obst versorgt werden. Daher beliefern wir Reutlinger Grundschulen bis zu den Weihnachtsferien jede Woche kostenlos mit Obst«. Doch, was ist, wenn diese gespendeten Äpfel schnell verputzt sind? »Wir haben zweimal pro Woche generell Schulobst für alle Schüler. Dafür

Reutlinger Grundschüler mit einem Korb voll spendiertem Obst. haben wir Sponsoren, die wir jedes Jahr neu suchen müssen«, berichtet Rektorin Christiane Stieler für ihre Jos-Weiß-Schule, wobei Ähnliches auch für andere Schulen gelte. Aktueller Sponsor der Bildungseinrichtung am Ledergraben ist das Reutlinger Einrichtungshaus Raumplan. Für das kommende Jahr suchen die Rektorinnen und Rektoren schon jetzt neue Geber,

damit die Kinder jeden Tag herzhaft zubeißen können. Denn, meint Stieler, »so ein Apfel zwischendurch ist ideal«. Er ist nicht nur gesünder als jede Kalorienbombe von Schokoriegel aus dem Supermarkt, sondern auch mit einer ganz praktischen natürlichen Eigenschaft ausgestattet, »man kann ihn ganz einfach teilen«. (GEA)

22.30 Uhr, von Montag bis Mittwoch täglich um 18.30 Uhr sowie ab 1. Oktober.

Training für Pedelec-Fahrer

Helden der Wahrscheinlichkeit: Trauerarbeit ist eine einsame Angelegenheit. Deshalb möchte der heimgekehrte Offizier Markus einfach seine Ruhe haben. Er will möglichst wenig weinen, sich um seine Teenager-Tochter Mathilde kümmern und den Verlust seiner Frau mit viel Bier herunterspülen. Doch diese Rechnung hat er ohne die drei Unglücksraben gemacht, die vor seiner Tür auftauchen: Das schräge Trio – der Mathematiker Otto, der nervöse Lennart und der exzentrischen Hacker Emmenthaler – begegnet dem Chaos der Welt mit kühler Mathematik. Ihren Berechnungen zufolge starb Markus’ Frau nicht zufällig ... Die schwarzhumorige dänische Komödie mit Superstar Mads Mikkelsen läuft zum Bundesstart täglich um 20.30 Uhr; weitere Vorstellungen ab dem 30. September. (eg) 07121 9397247 www.kamino-reutlingen.de

REUTLINGEN. Die Kreisverkehrswacht Reutlingen-Münsingen bietet auf dem Verkehrsübungsplatz »An der Kreuzeiche« in Reutlingen Fahrsicherheitskurse für (ältere) Pedelec-Fahrer an. Bei den zweistündigen Trainings werden gezielt die »Basics« für das sichere Beherrschen des eigenen Pedelecs trainiert. Unter anderem geht es ums sichere Anfahren und Anhalten, Spurwechsel und Bremsen. Teilnehmen kann jeder mit eigenem Pedelec und Fahrradhelm. Helme können auch ausgeliehen werden. Das Training findet am Dienstag, 28. September, 16 bis 18 Uhr statt und kostet 20 Euro. Treffpunkt: Verkehrsübungsplatz, Straße An der Kreuzeiche, (beim Stadion/Freibad). Für den Kurs kann man sich telefonisch oder per E-Mail anmelden. (eg) 07121 9585-51 anmeldung@vhsrt.de wannweil@vhsrt.de

PROGRAMMKINO KAMINO IM WENDLER-AREAL Toubab: Nach seiner Entlassung aus der Haft freut sich Babtou riesig auf einen Neuanfang: Mit seinem Kumpel Dennis die Freiheit genießen, die Welt umarmen – und nichts mehr mit den Behörden zu tun haben. Doch ausgerechnet seine spontane Willkommensparty läuft dermaßen schief, dass Babtou noch am glei-

chen Abend die Hände wieder in Handschellen hat. Mit dramatischen Konsequenzen: Nun soll er in sein »Heimatland« Senegal ausgewiesen werden. Aber Babtou kennt den Senegal nur aus Geschichten seines Vaters … Bei der Reutlinger Premiere der antirassistischen BuddyKomödie morgen um 18.15 Uhr ist Regisseur Florian Dietrich zu Gast; weitere Vorstellungen gibt es am Samstag um

Liebeserklärung an Leben und Freundschaft: »Toubab«. FOTO: CAMINO FILMVERLEIH

FOTO: ZENKE


PFULLINGEN / ENINGEN / LICHTENSTEIN DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Förderverein – Führung auf dem Kunst- und Sinnespfad

RockmusikSpecials ENINGEN. Bei einer Sonderführung auf dem Kunst- und Sinnespfad am Sonntag, 26. September, erleben die Besucher, wie Musiker die Skulpturen im Krügerpark mithilfe der Klangwelten ihrer Instrumente interpretieren. Inspiriert vom feuerroten Drehobjekt Susanne Immers oder Jochen Warths Bewegungsobjekt werden Rockklänge mit imposanter Wirkungskraft von Schlagzeuger Harald Wester und dem Hardrock-Gitarristen Andy Susemihl zu hören sein.

Wanderung auf dem Nussbaumweg LICHTENSTEIN. Zur Wanderung »Walnussbäume und Haselnusssträucher kennenlernen« am Sonntag, 26. September, lädt der Schwäbische Albverein Honau ein. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am SAV-Stüble/Freibad Honau. Mit Privatautos geht’s zum Ausgangspunkt der rund acht Kilometer langen

Rundtour auf dem Nussbaumweg und durch das Naturschutzgebiet Hohenäcker-Imenberg und zurück durch das Zellertal. Zum Abschluss ist eine Einkehr im »Nicklas« in Unterhausen vorgesehen. Gäste sind willkommen. Informationen und Anmeldung bei Klaus Strycek. (v) 0152 21963581

Sport für Kinder PFULLINGEN. Die Kindersportschule (Kiss) des VfL Pfullingen bietet Kindern einmal pro Woche eine breite, sportartenübergreifende motorische Grundlagenausbildung im Verein. Anmeldungen für das Schuljahr 2021/22 sind ab sofort in der VfLGeschäftsstelle möglich. (v) 07121 79734

Informationstag der Musikschule PFULLINGEN. Vor Beginn des neuen Musikschulsemesters Anfang Oktober veranstaltet die Städtische Musikschule Pfullingen (SMP) am Samstag, 25. September, von 10 bis 14 Uhr einen Informationstag im Schloss. Eltern und Kinder haben dabei die Möglichkeit, sich bei den einzelnen Fachlehrern über die ver-

ENINGEN Maria 2.0 – Andacht und Gespräch ENINGEN. Die katholische Fraueninitiative Maria 2.0, Kreis Reutlingen, lädt ein zur Andacht und zum Gespräch am Freitag, 24. September, um 19 Uhr in der Liebfrauenkirche. »Wir sind auf dem Weg hin zu einer geschwisterlichen, offenen und menschenfreundlichen Kirche«, heißt es in der Ankündigung. Es gibt die Möglichkeit, sich im Anschluss auf dem Kirchplatz zu begegnen. (k)

PARTEIEN ZUR WAHL Michael Donth, CDU

Austausch über Gesundheitspolitik Gemeinsam mit Karin Maag, langjährige gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, besuchte der Bundestagsabgeordnete Michael Donth das »Hospiz Veronika« in Eningen. Im Anschluss folgte ein Austausch mit Vertretern des Gesundheitswesens aus dem Kreis. Für die Vertreter aus Ärzteschaft und Pflege war es eine Gelegenheit, sich mit Maag auszutauschen, die seit Juli Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses ist. Dieses Gremium ist besetzt mit Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenkassen und stellt die Regeln auf, welche Medikamente oder Behandlungen von den Kassen bezahlt werden. In der Diskussion wurden viele Themen angesprochen: Von der Verfügbarkeit von Medikamenten über Entbürokratisierung von Praxen und Pflegeeinrichtungen bis hin zum neuen Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz. (p)

TERMINE CDU Pfullingen: Infostand am Freitag von 8.30 bis 12 Uhr mit MdB Michael Donth auf dem Marktplatz in Pfullingen.

VEREINE + VERBÄNDE TERMINE Jahrgang 1939 Unterhausen: Morgen Treffen um 15 Uhr im Café Nicklas. Redaktion Pfullingen/Alb Christine Dewald (dew) Tel. 07381 9366-22 Pfullingen Tel. 07121 9792-10 Fax 07121 9792-60 Reporter: -21 Claudia Hailfinger (hai) -23 Uwe Sautter (us) E-Mail: pfullingen@gea.de Münsingen Tel. 07381 9366-20 Fax 07381 9366-60 Reporter: -21 Cordula Fischer (cofi) -22 Christine Dewald (dew) -23 Marion Schrade (ma) E-Mail: alb@gea.de Seitenproduktion: 07121 302-335 Petra Schöbel (ps)

schiedenen Instrumente sowie Gesang zu informieren. Die Instrumente können dabei auch ausprobiert werden. Coronabedingt ist eine Anmeldung telefonisch oder per E-Mail notwendig. (eg) 07121 704152 info@musikschulepfullingen.de

Kultur – Neues Projekt des Vereins Opera Laiblin

Aus der Welt der Operette PFULLINGEN. »Dein ist mein ganzes Herz« – unter diesem Titel präsentiert die Opera Laiblin in ihrem neuen Projekt Kostbarkeiten aus der Welt der Operette. Premiere ist am Freitag, 24. September, um 19 Uhr in den Pfullinger Hallen. Weitere Aufführungen gibt es am Dienstag, 28. September, sowie am Freitag, 1. Oktober. Julia Hinger und Paula Jeckstadt (Sopran), Leopold Bier (Tenor) und Michael Braunger (Klavier) präsentieren Lieder und Arien unter anderem von Johann Strauss, Franz Lehár, Edith Piaf und anderen. Karten zu 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) gibt es im i-Punkt, Griesstraße 8, in Pfullingen, im HandfestLaden, Metzgerstraße 62, Reutlingen, sowie an der Abendkasse ab 18 Uhr. (eg)

Rockmusik-Special mit Harald Wester (links) und Andy Susemihl. FOTO: VEREIN MarEl Schaefer vom Förderverein Eninger Kunstwege wird die Gäste zunächst mit auf eine kleine Skulpturenreise durch den Ort nehmen und dann zu den Musikern in den Krügerpark führen. Treffpunkt ist um 16.30 Uhr am Rathausvorplatz in Eningen. Die Datenerhebung erfolgt über ein Formular oder über die Luca App. Mund- und Nasenschutz sowie 3G-Nachweis sind erforderlich. (v)

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Ganz schön frisch und voller Leben: FSG-Schüler auf Erkundungstour in der Echaz.

FOTOS: SAUTTER

Umweltbildung – Das »Fisch-on-Tour-Mobil« des Landesfischereiverbands macht an der Echaz Station. Sechstklässler des FSG untersuchen die Wasserqualität

Flohkrebse im Kescher VON UWE SAUTTER PFULLINGEN. Socken aus und mit nackten Füßen in die Gummistiefel. Einige Schülerinnen der Klasse 6b des FriedrichSchiller-Gymnasiums (FSG) packten die Sache praktisch an. Ein Vormittag war die Klasse mit dem »Fisch-on-Tour-Mobil« des Landesfischereiverbands an und in der Echaz unterwegs – nasse Socken und viel Wissenswertes über das Gewässer vor der Haustür gab’s dabei gratis. »Das ist richtig cool«, sagt Salome, die mit ihren Klassenkameradinnen ihren Fang präsentiert. Schnecken, Flohkrebse und Eintagsfliegenlarven gehen den Schülern an diesem Morgen besonders häufig in den Kescher, landen zuerst in einer kleinen Wanne und später dann unter dem Mikroskop. »Ich hätte nie gedacht, dass da so viel Leben drin ist«, freut sich die Salome über den etwas genaueren Blick ins Wasser. Nahe der Urfall und im Gebiet Entensee, gleich hinter den neu gebauten Sozialwohnungen, sind die Schüler mit Stephanie Rüegg unterwegs. Die Biologin hat den ausgebauten Kleinbus des Landesfischereiverbands an diesem Morgen hinter dem Bauhof abgestellt. »Die Kinder sollen selbst erfahren, was es heißt, ein

Stephanie Rüegg mit dem Präparat einer Forelle. Gewässer zu entdecken und zu testen.« Dafür hat sie im Bus neben Keschern, Angelruten und Mikroskopen auch Greifzangen mitgebracht, um den Müll aus der Echaz zu fischen. Oft zugreifen müssen die Kinder allerdings nicht. Echaz und Echazkanal sind relativ sauber. Biologielehrerin Elke Lauterbach hat das kostenlose Angebot des Landesfischereiver-

bands zur Umweltbildung gerne angenommen. Passt das Thema doch gut in den Lehrplan. Und in die Zeit. Klassenlehrer Carsten Handt ist richtig froh darüber, dass er nach einem Jahr vor dem Computer mit den Kindern mal wieder rauskommt. »Ich zeige euch dann, wie man einen Fisch kocht«, ruft er gut gelaunt, als sich die Gruppe mit ihrem »Fang« in Richtung Bus aufmacht. Dort stehen schon Tische, Stühle bereit und Stephanie Rüegg packt die Mikroskope zur Bestimmung der Wasserlebewesen aus. Und wie sieht es jetzt mit der Wasserqualität der Echaz aus? Die zahlreich gefangenen Flohkrebse und Eintagsfliegenlarven sprechen für den hohen Sauerstoffgehalt des Wassers, die beiden Arten reagieren empfindlich auf Schmutzwasser, das den Verbrauch des Sauerstoffs im Wasser oder eine Versauerung verursachen kann. Die Flohkrebse sind zu dieser Jahreszeit auch so häufig anzutreffen, weil sie sich gerne von abgestorbenen Pflanzenteilen ernähren, erklärt die Biologin. Für weitere Aussagen über die Wasserqualität reichen aber die Stichproben, nicht aus. Da hätten die jungen Forscher deutlich mehr Stellen an der Echaz untersuchen müssen. (GEA)

Freizeit – Am Sommerferien-Leseclub »Heiß auf Lesen« der Stadtbücherei Pfullingen haben sich rund 80 Kinder beteiligt. Für sie gab es zum Abschluss ein Schmankerl

Ein Fest für junge Leseratten PFULLINGEN. Der Sommerferien-Leseclub der Stadtbücherei Pfullingen war auch in diesem Jahr »heiß« begehrt, was natürlich auch mit Corona zu tun hatte. So haben an der Aktion rund 80 Kinder teilgenommen, die begeistert die extra für den Leseclub angeschafften mehr als 130 Bücher gelesen und kommentiert haben. An den wöchentlichen Treffen haben in der Regel 15 bis 20 Kinder teilgenommen. Dabei wurden die gelesenen Bücher vorgestellt, auch haben die Kinder sich neue Lesetipps von den Organisatorinnen geholt. Das Abschlussfest mit 27 Kindern, für die als besonderes Schmankerl das Stück »Das ABC der Clowns« vom Kindertheater »Rote Nase« auf dem Passy-Platz vor der Bücherei gezeigt wurde, war die verdiente Krönung der gelungenen Veranstaltungsreihe. Alle Kinder, die teilgenommen haben, erhielten eine Urkunde, dazu wur-

Sportstätten GmbH mit Defizit PFULLINGEN. Mit einem dicken Minus schließt die Pfullinger Sportstätten GmbH auch das Jahr 2020 ab. Ein Fehlbetrag von rund 276 000 Euro steht am Ende unter der Rechnung, wie Werner Eichinger von der Geschäftsführung jüngst im Gemeinderat ausführte. Vor allem die Unterhaltung der Schönberghalle – die Energiekosten, Wartungen und Reinigung – schlage ordentlich zu Buche. Einnahmen gibt es nur durch die PV-Anlage und die Vermietung der Halle. Schule, Vereine und Organisationen können die Halle kostengünstig nutzen. Coronabedingt war diese im Jahr 2020 aber nicht ausgelastet. Die Sportstätten GmbH wurde im Jahr 2013 im Vorfeld des Baus der Schönberghalle mit einem Stammkapital von 25 000 Euro gegründet. Alleiniger Gesellschafter ist die Stadt Pfullingen. (hai)

Kreisobstbauverband wählt neue Spitze LICHTENSTEIN. Nach coronabedingter Abstinenz im vergangenen Jahr lädt der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Reutlingen am Freitag, 24. September, um 19 Uhr zur Hauptversammlung im evangelischen Gemeindehaus Lichtenstein, Rathausplatz 3, in Unterhausen ein. Gäste sind nach Anmeldung willkommen. Im Mittelpunkt steht die Wahl einer neuen Verbandsspitze: Der langjährige Vorsitzende Dietmar Bez aus St. Johann wird nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr kandidieren. Ebenso wird auch Georg Huwe aus Münsingen, seit 2007 stellvertretender Verbandsvorsitzender, aus dem Vorstand ausscheiden. Zuvor stehen unter anderem der Rechenschafts- und Kassenbericht auf der Tagesordnung. (eg)

Im Dialog: Neumann und Magiera

Beim Fest des Leseclubs gab’s was zu lachen mit dem Theater »Rote Nase«. den kleine Preise ausgelost. Als Hauptpreise gab es Büchergutscheine. Fazit: Nach langer Zeit gab es wieder eine erfolgreiche Veranstaltungsreihe mit vielen schönen Begegnungen, die Kinder

FOTO: STADT

waren engagiert und begeistert dabei, haben mit großem Spaß viel gelesen, sich über Bücher ausgetauscht und freuen sich bereits auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt »Heiß auf Lesen!« (eg)

PFULLINGEN. Marlene Neumann und Peter Magiera präsentieren noch bis Sonntag, 26. September, in der Pfullinger Klosterkirche ihre Ausstellung »im Dialog«. Marlene Neumann zeigt farbenfrohe Holzschnitte, Radierungen, Collagen, Künstlerbücher und Peter Magiera stellt filigrane Radierungen, Collagen, Zeichnungen und Objekte aus, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Die Künstler führen zu den Öffnungszeiten gern durch die Ausstellung, die noch am Freitag von 15 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr besucht werden kann. Die aktuellen Hygiene-Maßnahmen sind zu beachten. (eg)


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PFULLINGEN / ENINGEN / LICHTENSTEIN DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Herbstliche Wanderung

VEREINE + VERBÄNDE VfL Pfullingen, Jedermänner

ENINGEN. Eine herbstliche Wanderung auf der Kuppenalb bei Großengstingen unternimmt der Albverein Eningen mit Wanderführerin Bernadette Rieger am Sonntag, 26. September. Im Blick stehen dabei Feldkreuze und eine Kapelle. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Rathaus Eningen (Fahrgemeinschaften). Die Strecke ist etwa zehn Kilometer lang, Gehzeit drei bis 3,5 Stunden. Mittagsrast mit mitgebrachtem Vesper ist an der Seitzhütte, Würste können gegrillt werden. Schlusseinkehr ist in Großengstingen geplant. Anmeldung bis Samstag, 25. September, 18 Uhr bei Bernadette Rieger. (eg) 07121 83786 (Anrufbeantworter) oder 0163 5587375

Turner veteidigen Wanderpokal Am traditionellen Faustballturnier der VfL-Jedermänner auf der Pfullinger Wanne, das bereits seit 1973 ausgetragen wird, haben acht Mannschaften aus Pfullingen und der Umgebung teilgenommen. Bei bestem Wetter und mit Blick auf die Pfullinger Onderhos startete das Turnier pünktlich um 10 Uhr. Gespielt wurde »jeder gegen jeden«. Die zahlreichen Zuschauer sahen abwechslungsreiche und spannende Spiele, die nicht nur einge-

Das Team der Turner war beim Faustball-Turnier auf der Wanner erneut FOTO: VEREIN erfolgreich und holte sich den Pokal. fleischte Fans des Faustballsports begeisterten, sondern

auch Wandergruppen, die über die Wanne zogen.

Im Laufe des Turniers zeigten die Sieger des vergangenen Jahrs, die Turner, dass sie den Erfolg wiederholen wollen. Ebenfalls stark spielte der Turnierneuling Saufstand und das Team von Dekra. Trotz einer Niederlage gegen die Filzballfauster reichte es den Turnern zum Turniersieg. Das Team konnte den begehrten HorstDöpper-Wanderpokal wieder mit nach Hause nehmen. Den 2. Platz errang das Team von Dekra dank des besseren Ballverhältnisses vor dem Team Saufstand. Das Jedermänner-Team des Gastgebers musste sich mit dem 4. Platz begnügen. Für die Veranstalter wie für die Mannschaften

war das Turnier ein Highlight des Jahres. Alle freuen sich, wenn es im nächsten Jahr zum 50. Mal heißt: Fausten auf der Wanne. (v)

TERMINE Jahrgang 1954 Pfullingen: Morgen, Freitag, 19 Uhr Treffen im »Alten Bahnhof«. VfL Pfullingen – JedermannTurnabteilung: Heute, Donnerstag, 20.15 Uhr Ganzkörpertraining mit Theraband und Hanteln in der Schönberghalle. Jahrgang 1948/49 Unterhausen: Freitag, 24. September, 15 Uhr Schulertreff im »Nicklas«.

HERBSTREISEN – BUSREISEN SONDERVERÖFFENTLICHUNG

HARSCH-REISEN GmbH & Co. KG Reisebüro-Omnibusverkehr Tel. 0 71 21/31 17 00 oder 2 25 05 info@reisebuero-harsch.de

26.9. ½ Tg. Illmensee / 27.9. TG LG Überlingen / 27.9. Gartenschau Lindau / 28.9. ½ Tg. NEU-Kaffeefährtle / 3.10. TG Tag der Hochschwarzwälder Blasmusik − Blasmusik am See − Titisee / 7.10. ½ Tg. Kürbisausstellung Blühendes Barock / 9.10. Städtetrip Zürich / 10.10. ½ Tg. Blaufahrt / 17.10. Entdeckungsfahrt 19.10. Abf. 11.30 Uhr Weingebiet »Siebeneicher Himmelreich« Rundfahrt durch die Weinberge mit Erklärung − kleine Weinprobe − Vesper 11.-14.10. exkl. Gardasee Reise inkl. vollem Programm / 16.-17.10. Überraschungs-Blaufahrt mit vielen Leistungen / 24.-28.10. Goldener Herbst in Südtirol − 3 Zusatzzimmer − übernachten auf der Sonnenterrasse oberhalb von Meran in Schenna − Dolomitenrundfahrt − Südtiroler Weinstraße − Törggelen im Passeiertal / 20.-22.11. Genießertage im Erzgebirge / 24.-25.11. Starlight Express in Bochum / 27.-28.12. exkl. Abschlussfahrt in die Berge / 12.14.12. Pachmair‘s Zillertaler Musikantenadvent inkl. vollem Programm 22.-26.12. exkl. Weihnachten in den Kitzbüheler Alpen − super Hotel in Kirchberg in Tirol − tolles Ausflugsprogramm / 30.12.02.01. exkl. Silvester im Sauerland inkl. vollem Programm

Raiffeisenstr. 7 • 72810 Gomaringen Tel. 0 70 72/92 37 76 • Fax 0 70 72/92 37 78

Der Niesetalweg führt Wanderer zur Abtei Marienmünster.

FOTO: DJD-K/TOURISMUS NRW/TEUTOBURGER WALD TOURISMUS

Wald, Wasser und schöne Wanderwege

Die nächsten Reisen: 02.-03.10. Ammersee & Allgäu 06.-10.10. Großglockner 15.-18.10. Traubenfest in Meran

Herbstreise – Gebirgskamm mit Moor- und Seenlandschaften: Zu Fuß auf abwechslungsreichen Pfaden im Teutoburger Wald

Advent und Feiertage: 25.-28.11. Advent im Erzgebirge 10.-13.12. Advent in den Bergen − Wipptal 23.-26.12. Weihnachten Salzburger Land 23.-26.12. Weihnachten in Tirol 29.-01.01. Jahreswechsel in und um Regensburg 30.-01.01. Silvester in Vorarlberg mit Chur 31.12. Silvesterabend auf der Alb

Wellness- und Gesundheitsurlaub: 07.-13.11. Bad Füssing 07.-20.11. Bad Füssing 14.-20.11. Bad Füssing

Tagesfahrten: Abstand vom Alltag 25.09./03.10. Landesgartenschau Überlingen 30.09. Kürbisausstellung Ludwigsburg 03.10. Marbach Hengstparade 05.10. Erlebnis Zugspitze 06.10. Freunde treffen sich 15.10. NADELWELT Karlsruhe 19.10. Weißer´s Floraparadies 20.10. Gasometer in Pforzheim Tagestouren − E-Bikes willkommen! 07.10. Überraschungstour im Herbst 21.10. Radlerfinale zum »Besen«

Wandertour − Aktiv in der Natur 01.10. Wanderung im Monbachtal Aktuelles: Alle Gäste müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Es gilt Maskenpflicht im Bus. Viele weitere Reiseideen sowie Infos zum umfassenden Hygienekonzept finden Sie unter www.hartmann-reisen.eu

E. Hartmann Reisen OHG − seit 75 Jahren Schönbuchstr. 59 · 72108 Rottenburg-Oberndorf Tel. 0 70 73/9 15 00

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ald und Wasser, tolle Wanderwege mit großartigen Ausblicken und sehenswerte Städte, die zum Entdecken und Einkehren einladen: Die Wanderregion Teutoburger Wald ist ein schönes Reiseziel für einen Aktivurlaub mit viel Naturgenuss und Erholung. Zu den schönsten Wanderwegen in der Region gehört der Pivitker Wasserweg, der Ausflügler durch eine faszinierende Moor- und Seenlandschaft geleitet. Die rund fünf Kilometer lange Tour verbindet den Krebsteich, den Donoper Teich und den Hasselbachstausee miteinander. Zudem führt die Tour am Blauen See vorbei, der für sein kristallklares Wasser bekannt ist. Nahe des Donoper Teichs

stoßen Wanderer auf die Eiserne Quelle, eine Steinvase, die durch den hohen Eisengehalt im Wasser eine rostige Färbung bekommen hat. Einplanen sollte man den kurzen Abstecher zum berühmten Hermannsdenkmal. Dort führt eine Wendeltreppe zur Aussichtsplattform in etwa 20 Metern Höhe. Interessantes über Moore, deren Entstehung und Beeinflussung durch das Klima können Wanderer auf der »KlimaErlebnisRoute Hiddeser Bent« erfahren. Auf der knapp zehn Kilometer langen Rundtour wandert man mitten durch das Naturschutzgebiet Donoper Teich mit dem Hiddeser Bent. In unmittelbarer Nähe liegt die Residenzstadt Detmold mit ihrem historischen Altstadtkern und dem prächtigen Fürstlichen Residenzschloss.

Viel Wanderspaß versprechen auch zwei weitere Touren. Der Niesetalweg im Kreis Höxter leitet Wanderer zur Abtei Marienmünster und ins Malerstädtchen Schwalenberg. Der »Weg für Genießer« führt entlang des Teutoburger Waldes auf sechs Etappen durch insgesamt fünf Orte. Auf jeder Etappe wird ein anderer der fünf Sinne angeregt. Weitere Tourentipps hält die interaktive Freizeitkarte »Teuto_Navigator« im Internet bereit. Und eine Übersicht zu den schönsten Zielen in der Region bietet der Wanderplaner Teutoburger Wald, der im Web kostenfrei heruntergeladen werden kann. (djd-k) www.teutonavigator.com www.teutoburgerwald.de/ wanderregion

Das Hermannsdenkmal ist eines der bekanntesten Monumente in Deutschland. FOTO: DJD-K/TOURISMUS NRW/TEUTOBURGER WALD TOURISMUS

Gönnen Sie sich eine Auszeit!

Höhenweg mit Aussicht

Rechtzeitig an die Feiertage denken: Winterkatalog anfordern!

Herrliche Aussichten hält der Paderborner Höhenweg bereit, der als Qualitätsweg »Wanderbares Deutschland« zertifiziert ist und dank einer Querverbindung auch in zwei kürzeren Varianten erwandert werden kann. Die 21 Kilometer lange Tour verläuft beiderseits des Beketals zwischen Neuenbeken und Altenbeken und bringt Wanderer zur höchsten Erhebung Paderborns auf den Mittelberg. Dort können sie sich am »Gipfelkreuz« in ein Gipfelbuch eintragen. Anschließend locken ein Stadtbummel durch Paderborn oder ein Besuch des »Heinz Nixdorf MuseumsForum«, das Das Fürstliche Residenzschloss mitten in Detmold: Wanderausflüge lassen sich gut mit einer Schlossführung verbinden. weltgrößte Computermuseum. FOTOS: DJD-K/TEUTOBURGER WALD TOURISMUS/MARTIN SCHOBERER

Herbstreisen für Kurzentschlossene Istrien | Natur & Kultur, Rund- o. Wanderreise, 4*-Hotel Nordgriechenland & Korfu | Kulturwandern & Genuss Berchtesgaden | Atempause in den Bergen, 4*-Hotel Wien | Stadtführungen, Schönbrunn, Heuriger, 4*-Hotel Kreta | Kulturwandern auf Griechenlands größter Insel

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ÜBER DIE ALB DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Berufs- und Ausbildungsmesse MÜNSINGEN. Die Stadt Münsingen veranstaltet mit Partnern am Dienstag, 5. Oktober, in der Alenberghalle die Berufs- und Ausbildungsmesse BAM. Mit dabei sind über 40 Unternehmen aus verschiedenen Branchen aus Münsingen und der Umgebung. Aufgrund der Corona-Verordnung gibt es eine Besucherbegrenzung mit 3G-Regelung auf vier Zeitfenster: 9 bis 11 Uhr; 11 bis 13 Uhr; 13.30 bis 15.30 Uhr und 15.30 bis 17.30 Uhr. In jedem Zeitfenster ist nur eine bestimmte Besucheranzahl zugelassen. Es gibt eine Besuchererfassung, der Mindestabstand muss eingehalten sowie ein Maske getragen werden. Anmeldung und Info online. (eg) www.muensingen.de/BAM

Alb-Guides – Ein Nabu-Projekt mit Erfolgsgeschichte: Seit 20 Jahren gibt es die Kultur- und Landschaftsführer

Multiplikatoren für die Umwelt ZWIEFALTEN. Die Alb-Guides haben vor Kurzem in einem Biergarten in Zwiefalten ihren 20. Geburtstag gefeiert. Im kommenden Jahr soll es, wenn Corona es erlaubt, auch Feiern mit Beteiligung der Öffentlichkeit geben. Der Nabu Baden-Württemberg veranlasste vor 20 Jahren die Alb-Guide-Ausbildung, die Volkshochschule Münsingen setzte sie um. Die zertifizierten Kulturund Landschaftsführer sollten als Multiplikatoren wirken, um den Umweltgedanken breit in die Öffentlichkeit zu tragen. Das Projekt erwies sich als so erfolgreich, dass kurz danach eine weitere Gruppe ausgebildet wurde und wenig später eine

Die Alb-Guides hatten Grund zum Feiern: Vor 20 Jahren sind die ersten Kultur- und Landschaftführer ausgebildet worden. FOTO: PR

dritte Gruppe, diesmal unter der Federführung der Volkshochschule Pfullingen. Heute bieten 25 Alb-Guides geführte Wanderungen und Radtouren an, alle im Gebiet der Mittleren Schwäbischen Alb.

Später bildete der Nabu weitere Alb-Guides aus, die auf der Hohenzollern-Alb sowie auf der Östlichen Alb Wanderungen führen. Die Touren bieten den Teilnehmern Unterhaltung, vermitteln Wis-

sen und lassen Kinder teilhaben an der Erforschung einer Höhle, an der Beobachtung von Fledermäusen, einem brennenden Kohlenmeiler oder dem eiszeitlichen Leben früherer Menschen. Wanderungen für Kräuterinteressierte sind ebenso zu finden wie für naturgeschichtlich Interessierte oder Touren, bei denen das Zeichnen von Skizzen mit der Alb als Motiv geübt wird. Spezielle Angebote gibt es für Schulklassen, zum Teil sogar im Klassenzimmer. Jedes Jahr erscheint eine handliche Broschüre mit dem Programm, das auch online abrufbar ist. (eg) www.alb-guide.de

HERBSTREISEN – BUSREISEN SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Lufthansa startet wieder am Bodensee

Voller Seegenuss

Ready for take off: Lufthansa startet wieder am BodenseeAirport mit Flügen bis zu zweimal täglich nach Frankfurt. Vor Kurzem landete erstmals wieder ein Lufthansa Jet am Bodensee-Airport. Nun geht es wieder mit einem Canadair Jet 900 von Friedrichshafen nach Frankfurt und von da aus weiter in die ganze Welt. (pr)

Ausflug – Herbst-Hopping am westlichen Bodensee verlängert

W

www.lufthansa.com

Hike & Bike Rallye Davos ruft das einwöchige Festival »Hike & Bike Rallye« ins Leben. Von 9. bis 17. Oktober können alle, die gerne radeln, in einem viertägigen Aufenthalt die schönsten Singletrails und Wanderrouten der Destination Herbst-Hopping am Bodensee mit Blick auf die Halbinsel Hoeri. Davos Klosters erleben. (pr)

FOTO: REGIO KUHNLE KNOEDLER

enn im Herbst die Wasserfläche des Untersees wie blank geputzt ist und die Sonne Buchten und Ufer in mildes Licht taucht, entfaltet der westliche Bodensee einen ganz besonderen Zauber. Von 9. Oktober bis 7. November kommen Gäste und Einheimische beim grenzenlosen »Herbst-Hopping« immer samstags und sonntags in den Genuss dieser einzigartigen Stimmung – in diesem Jahr sogar an fünf statt vier Wochenenden. Denn die Flotte der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein verlängert auch in diesem Jahr die Schifffahrtssai-

son und verbindet die Städte, Orte und Ausflugsziele am Ufer. Viermal machen die Ausflugsschiffe an den Herbst-Hopping-Wochenenden die Runde. Sie legen an in Radolfzell, auf der Insel Reichenau, in Gaienhofen und Hemmenhofen auf der Halbinsel Höri sowie in den schweizerischen Orten Mannenbach, Berlingen und Steckborn. Das Hop-On-Hop-Off Ticket kostet für Erwachsene 17 Euro/ 19 Franken und gilt einen ganzen Tag. Familien mit bis zu vier Kindern sind für 44 Euro/ 49 Franken dabei. Fahrräder sind beim grenzenlosen HerbstHopping inklusive, so dass sich

die Runde auf dem Schiff mit Radausflügen an Land kombinieren lässt. In den Vorjahren fand das Angebot so großen Anklang, dass es 2021 um ein Wochenende verlängert wurde. Auf die Beine gestellt haben es die Schweizerische Schifffahrtgesellschaft Untersee und Rhein (URh) zusammen mit den Tourismusorganisationen REGIO Konstanz-Bodensee-Hegau e.V. auf der deutschen und Thurgau Tourismus auf der schweizerischen Seite des Sees. Alle Infos zu Fahrplan, Preisen und Angeboten im Web. (pr) www.herbst-hopping.eu


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ÜBER DIE ALB DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Exkursion – Lebensraum für gefährdete Pflanzen

Artenvielfalt im Lichtwald MÜNSINGEN. Das Biosphärenzentrum Schwäbische Alb in Münsingen organisiert eine Tour zum Schutz der Artenvielfalt im Lichtwald am Freitag, 1. Oktober, von 14 bis 17 Uhr. Besondere Orte mit hoher Artenvielfalt sind in Baden-Württemberg offene Wälder. Damit sind Wälder gemeint, die mit kleinen oder größeren Lichtungen durchsetzt sind. Sie sind Lebensraum für spezialisierte und zum Teil hochgradig gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel Berglaubsänger oder Schmetterlinge wie Roter und Schwarzer Apollo.

Aussterben verhindern Lichte Waldstrukturen sind aufgrund veränderter Waldbewirtschaftung und Nährstoffeinträgen aus der Atmosphäre natürlicherweise kaum mehr zu finden. Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb zählt zu den wenigen Naturräumen im Land, in denen sich letzte Vorkommen gefährdeter Lichtwaldarten erhalten haben. Diese meist nur sehr kleinen und bereits stark isolierten Restvorkommen sind vom Aussterben bedroht. Nur wenn es gelingt, diese Vorkommen nachhaltig zu sichern, kann das Aussterben verhindert werden. Der Erhalt und die Entwicklung lichter Wälder liefern daher einen entscheidenden Beitrag zum Schutz der regionalen Artenvielfalt. Eine Anmeldung zur Exkursion ist erforderlich. Wetterfeste Kleidung wird empfohlen. Die Teilnahme ist kostenfrei, der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben. Es gelten die aktuellen Coronaregeln, eine medizinische Maske muss getragen werden. (eg) www.biosphaerenzentrum-alb.de 07381 93293831

Hauptprobe in Marbach: zum einen fürs Programm der Hengstparaden, zum anderen auch fürs aufwendige Corona-Hygienekonzept.

»Endlich wieder Hengstparaden«: Zweifache Hauptprobe in der Gestütsarena GOMADINGEN-MARBACH. »Endlich wieder Hengstparade«, freute sich die Gestütschefin Astrid von Velsen-Zerweck gestern Nachmittag bei der Begrüßung des Hauptproben-Publikums. Es war zwar zahlenmäßig überschaubar, aber umso begeisterungsfähiger: Kinder aus den Kindergärten und Schulen der umliegenden Gemeinden, dazu Bewohner und Mitarbeitende aus sozialen Einrichtungen sind traditionell zur Hauptprobe eingeladen. Sie durften mithelfen, die rund einhundert mitwirkenden Pferde nach eineinhalb Jahren Coronapause wieder ans

Publikum und den Applaus zu gewöhnen – was sie mit großer Freude taten. Aber nicht nur für die zwei- und vierbeinigen Hengstparaden-Akteure war der Nachmittag eine wichtige Übung. Auch das aufwendige Corona-Konzept, das dem Haupt- und Landgestüt seine herbstliche Großveranstaltung erst ermöglichte, bestand gestern den Praxistest: Jeder Besucher in der Gestütsarena braucht nicht nur eine Eintrittskarte, sondern auch einen 3G-Nachweis. Vom zentralen Parkplatz auf den Seewiesen werden die Zuschauer im Einbahnstraßen-System

zur Arena geleitet. Am Eingang werden nicht nur die Impf- oder Test-Zertifikate kontrolliert (eine Schnelltest-Möglichkeit besteht vor Ort), sondern auch die Registrierungsformulare eingesammelt, die jeder Besucher braucht. Die Formulare können aus dem Internet heruntergeladen und bereits ausgefüllt mitgebracht werden, sind aber auch in Marbach zu haben. Der ursprüngliche Plan, eine Registrierung mittels Luca-App zu ermöglichen, scheiterte am unzuverlässigen Netz. Einbahnstraßen-Regelungen gelten auch um die Arena und in der Pause.

ST. JOHANN-LONSINGEN. »Ach, läge Lonsingen doch am Meer!« – eine Sommersehnsucht, die wohl viele Menschen teilen. Mit Meeresrauschen und Möwenrufen lädt Gudrun Remane am Sonntag, 26. September, um 15 Uhr zu einem Segeltörn zu Inseln, Dichtern, Lebewesen und Legenden der Meere ein – für die Passagiere auf dem Segelschiff »Fantasie« können Wellen, Wind und Weite, Liebe, Freiheit, Ferne und Unendlichkeit lebendig werden. Die Reise beginnt am Rossbrunnen in der Rossbrunnenstraße, nahe der Kirche, in Lonsingen. Die Aufführung wird unterstützt vom Kultur.Sommer des Landkreises Reutlingen. Bei Regen wird das Publikum vom Rossbrunnen aus an einen trockenen Ort geleitet. Dauer: circa 60 Minuten, keine Voranmeldung. Eintritt frei, es darf gespendet werden. Sitzgelegenheiten sollten mitgebracht werden. (eg)

Pilgern für Leib und Seele HOHENSTEIN. Jürgen Rist, Diakon und Landesreferent der evangelischen Kirche für den Bereich Kirche in Freizeit und Tourismus bricht eine Lanze für das Pilgern. Mit seiner Präsentation »Pilgern für Leib und Seele – Unterwegssein fördert die Gesundheit« entführt Rist in die Welt des Pilgerns, erklärt, wodurch sich das Pilgern vom Wandern unterscheidet und weshalb das Pilgern zahlreiche ganzheitliche Aspekte enthält, die der Gesundheit dienen. Der Weg spielt dabei möglicherweise die größere Rolle als das Ziel selbst. Der Vortrag beginnt am Mittwoch, 29. September, um 19 Uhr im PortGesundheitszentrum Schwäbische Alb, Finkenweg 6. Eine Anmeldung ist telefonisch oder per E-Mail erforderlich. Es gilt die 3G-Regel. (eg) 07387 9841461 07121 480 4317 team-kgk@kreis-reutlingen.de

PERSÖNLICHES Ernst und Johanna Kruse aus Engstingen feiern heute, Donnerstag, ihre diamantene Hochzeit. (a)

Außerdem wurden die Zuschauerbereiche in Sektoren unterteilt, die jeweils über eigene Toilettenanlagen und Bewirtungszelte verfügen. Mitarbeiter einer SecurityFirma sind für die Einlasskontrollen zuständig (für die Zuschauer gilt: frühzeitig kommen). Abstand und Maskenpflicht auch während des vierstündigen Pferdespektakels: Mit bis zu fünftausend verkauften Karten ist die Arena längst nicht voll besetzt. Zur ersten Hengstparade am Sonntag, 26. September, 12 Uhr, gibt es noch eine Tageskasse. Weitere Aufführungen sind am 2. und 3. Oktober. (dew)

Prävention – »Das Traumtheater« gastiert in Münsingen als Motivationsangebot vor allem für Kinder und Jugendliche

»Jeder Traum zählt« VON MARIA BLOCHING

Ausflug ans Meer

FOTOS: DEWALD

MÜNSINGEN. Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen, speziell Kindern und Jugendlichen, ziemlich zugesetzt. »Das Traumtheater« will sie jetzt wieder aus ihrem Schneckenhaus holen: im kleinen Theaterzelt auf dem Münsinger Rathausplatz mit Texten, Akrobatik und Comedy. »Kinder sind die Verlierer dieser Pandemie, sie hat es am härtesten getroffen«, weiß Steffen Kromer, Direktor des Traumtheaters sowie ausgebildeter Artist und Kunstpädagoge. Also hat er speziell für sie ein Präventionsprogramm auf die Beine gestellt, das die mentale und psychologische Gesundheit fördern und insbesondere jetzt zum Beginn des neuen Schuljahrs Freude, Mut und Vitalität schenken soll. Nicht in Form eines reinen Sprechtheaters, sondern mit einer lebhaften und lustigen Geschichte, mit Protagonisten, die mit schönen Kostümen, einer zusagenden Mimik und auffordernden Gesten zu Motivatoren werden und niedrigschwellig Lebensfreude vermitteln.

Theater für Schulklassen So ist das Kinderrevue-Theater ein Gesamtkunstwerk, das eine Woche lang Schulklassen einlädt und auch zwei Vorführungen für die Öffentlichkeit bereithält. Es beinhaltet spannende und inspirierende Szenen, die jedem kleinen und großen Zuschauer genügend Spielraum und Freiheit für eigene Interpretationen lässt. Jede Szene, jedes Wortspiel trans-

den. Erfahrungsgemäß fühlen sich Kinder in dem gemütlichen Zirkuszelt inmitten ihrer Klassenkameraden sehr wohl, sie sind neugierig und aufmerksam, saugen die Darbietungen regelrecht auf. »Deshalb sind wir mitten in der Stadt, für alle gut erreichbar und mit offenen Türen. Der Funke springt sofort über und es entstehen interessante Gespräche«, freut sich Steffen Kromer.

Weitere Angebote geplant

Sandra Linsenmayer, Waltraud Kromer, Steffen Kromer und Carina Romano (von links) treten mit dem »Traumtheater« auf. FOTO: BLOCHING portiert wichtige Elemente, die spielerisch in den Alltag von Kindern und Lehrkräften einfließen und deren psychologische Gesundheit und Wohlbefinden stärken sollen. Das Traumtheater will einen Kontrast bieten zum Überangebot an Medien, das sich negativ auf das natürliche Umfeld von Kindern und Jugendlichen auswirkt. »Ob im Internet oder im Fernsehen: Überall werden fertige Bilder geliefert und es bleibt kein Raum mehr für Fantasie oder Orientierung«, sagt Kromer. In Münsingen tritt er als Kater Augustus auf, der in sein wunderschönes Zuhause – ein Sternenzelt – und zu einer Reise einlädt, die Herzenswünsche offenbart und zeigt, wie

diese erreicht werden können. An seiner Seite spielen die freie Künstlerin Sandra Linsenmayer in der Rolle von Clowness Peppina sowie Zirkusprinzessin Carina Romano, eine ausgebildete Artistin und Kinderpädagogin. Waltraud Kromer führt als Kindermentaltrainerin mit Regie und ist für Licht und Ton zuständig. Mit dem Stück »Jeder Traum zählt« werden Kinder inspiriert, positive Denkansätze und Denkweisen anzunehmen – ganz ohne ein vorgegebenes »Richtig« oder »Falsch«. So steht das spielerische Erlernen gesunder Denkmuster im Mittelpunkt dieses Theaterstücks, in dem zwei weiße gurrende Tauben und Pudel Dino das harmonische Bild der Akteure abrun-

»Dieses Präventionstheater passt zur gesunden Stadt Münsingen. Deshalb sind wir gemeinsam mit der AOK und dem Traumtheater Veranstalter«, sagt Rebekka Hummel von der Stadt Münsingen. Geplant sind nach dieser Woche Traumtheater noch weitere Bausteine zum Themenbereich mentale Gesundheit. So zählen zur Präventionsserie zu einem späteren Zeitpunkt auch ein Kunstworkshop und ein Musikworkshop, die insbesondere die Kreativität von Kindern ansprechen sollen. Darüber hinaus finden Pädagogen ein Angebot zur Online-Schulung mit theaterpädagogischen Inhalten. (GEA)

THEATERAUFFÜHRUNGEN Öffentliche Aufführungen sind am Freitag, 24. September, um 16 Uhr und am Sonntag, 26. September, um 11 Uhr. Der Eintritt kostet für Kinder 8 Euro, für Erwachsene 10 Euro. Für Schulklassen ist der Eintritt frei. Bei der Stadt Münsingen gibt es noch Karten. (in)

EINFACH KLASSE – DIE SCHULKOLUMNE SBBZ Mariaberg

Ein etwas anderes Klassenzimmer Eine große rote und eine gelbe Schultüte schieben sich durch die Tür ins ausgelagerte Container-Klassenzimmer in Gammertingen-Mariaberg. Die Klasse sitzt erwartungsvoll im Stuhlkreis der Morgenrunde. Die rote Schultüte platzt bei Berührung auseinander, so prall ist sie mit Süßigkeiten gefüllt. Rüdiger Böhm, Vorstand des Vereins Mariaberg, hat sie der Klasse B1 zum Schulstart in den neuen Räumen mitgebracht und fragt: »Und, wie gefällt es euch hier?« Die Klasse des Sonderpädagogischen Bildungs- und Bera-

Schultüten mit »Schleck« zum ersten Schultag im Container-Klassenzimmer bekam die Klasse B1 des Mariaberger SBBZ. FOTO: MARIABERG

tungszentrums Mariaberg (SBBZ) musste wegen der jüngst begonnenen Kernsanierung des Olga-Wera-Baus ausziehen. Der Name des Gebäudes geht auf Olga, Königin von Württemberg, und ihre Ziehtochter Wera zurück, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Stiftung zugunsten der Menschen mit Behinderung in Mariaberg ins

Leben riefen. Der Bau mit Grundstrukturen von 1890 und der Erweiterung von 1902 wurde bisher nie grundständig saniert. Zunächst für die Bäckerei, Waschküche, Handweberei und andere Hauswirtschaftsbereiche genutzt, beherbergte der OlgaWera-Bau zwischenzeitlich Wohngruppen und diente bis 2019 auch als Unterkunft für

unbegleitete minderjährige Geflüchtete. Heute stehen die Gebäude im Klosterhof unter Ensembleschutz. Mit den Sanierungsarbeiten verändert sich die Fassade des Olga-Wera-Baus daher nicht gravierend; die Innenräume werden aber für die Ansprüche der Schulen Mariabergs, der Kreativbereiche, Motopädagogik und Büronutzung auf den aktuellen Stand gebracht. Bis die Umbauarbeiten 2023 beendet sind, findet der Unterricht für einige Klassen im Container-Komplex in der Burghaldenstraße statt. Diese sind modern, hell und bieten genug Platz für Differenzierung, findet Ute Biesinger, Klassenlehrerin der B1. Sie hat schon begonnen,

sich die Räume mit der Klasse zusammen anzueignen. Mit umgezogen ist so zum Beispiel der alte, geblümte »Glückssessel«, der schon in der passenden »Glücksecke« zum Ausruhen bereitsteht. Darüber hängen bunte Bilder und motivierende Gute-Laune-Sprüche. Ein möglicher Lieblingsplatz und Rückzugsort, was besonders bei Kindern mit autistischen Zügen wertvoll ist. Die Schokoriegel und Leckereien, die Vorstand Rüdiger Böhm ihnen ins Container-Klassenzimmer mitgebracht hatte, versüßten den Schülerinnen und Schülern die Eingewöhnung. Ihre Lehrerin Ute Biesinger ist zuversichtlich: »Wir machen es uns hier schön!« (vea)


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ÜBER DIE ALB DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Zeugenaufruf – Unfall auf der Gönninger Steige

Mercedesfahrer fuhr davon SONNENBÜHL. Nach einem grau-metallicfarbenen Mercedes E-Klasse Kombi, der am Dienstagnachmittag mit einem riskanten Überholmanöver auf der Gönninger Steige einen Verkehrsunfall verursachte und anschließend flüchtete, fahndet das Polizeirevier Pfullingen. Der unbekannte Fahrer des Wagens war nach Angaben der Polizei gegen 15.35 Uhr auf der L 230 in Richtung Genkingen unterwegs. Im oberen Drittel der Steige überholte er auf Höhe der linksseitigen Haltebucht ein vorausfahrendes blaues Auto, obwohl er den Verlauf der Strecke nicht einsehen konnte. Der 37jährige Fahrer eines aus der Rechtskurve entgegenkommenden Lastwagens musste mit einer Notbremsung bis zum Stillstand abbremsen, um eine Kollision mit dem Mercedes auf seiner Fahrspur zu vermeiden. Eine 49-jährige Autofahrerin, die hinter dem Lkw fuhr, konnte nicht schnell genug reagieren und krachte mit ihrem Renault-Transporter in den Anhänger des Lasters. Verletzt wurde niemand. Der Mercedes-Fahrer flüchtete in Richtung Genkingen. Zu dem gesuchten Mercedes ist bekannt, dass er älteren Baujahrs (vermutlich 2013) gewesen sein dürfte und geteilte, eckige Scheinwerfer hatte. Hinweise nimmt das Polizeirevier Pfullingen entgegen. Insbesondere wird der Fahrer des blauen Personenwagens als Zeuge gesucht, der von dem Mercedes überholt wurde. (pol) 07121 99180-0

Unfall mit drei Fahrzeugen ST. JOHANN. Drei Fahrzeuge mussten nach einem Verkehrsunfall am Dienstag auf der L 380 abgeschleppt werden. Wie die Polizei mitteilt, war ein 40-Jähriger gegen 17.10 Uhr mit einem VW Golf auf der Landstraße zwischen Eningen und St. Johann in einer Fahrzeugkolonne unterwegs. Er ermöglichte einer 42-jährigen Lenkerin eines VW Tiguan das Einfahren von einem Beiweg auf die L 380. Dabei übersah die Frau einen von Würtingen kommenden Ford Transit, gesteuert von einem 24-Jährigen. Trotz Ausweichmanövers konnte der junge Mann eine Kollision mit dem Tiguan nicht verhindern. Im Anschluss prallte sein Wagen noch gegen den Golf. Die Unfallverursacherin zog sich leichte Verletzungen zu und wurde vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht. Der 40-Jährige wurde ebenfalls leicht verletzt, benötigte jedoch keine ärztliche Behandlung. An den nicht mehr fahrbereiten Fahrzeugen entstand Schaden in Höhe von rund 15 000 Euro. Während der Unfallaufnahme war die L 380 bis gegen 18.30 Uhr gesperrt. (pol)

Unbeschwerter Spiel- und Spaßtag GOMADINGEN. Die Sportkreisjugend Reutlingen bietet zusammen mit dem SV Lautertal am Samstag, 25. September, von 11 bis 17 Uhr einen Spiel- und Spaßtag für Kinder auf dem Sportplatz in Gomadingen an. Da im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen ausfallen mussten und Vereinssport kaum möglich war, sollen Kinder jetzt unbeschwert spielen können. Es gibt einen Ninja-Parcours und Jonglage-Workshops. Spielgeräte stehen bereit. Ab 14 Uhr sorgt die BamBamBand für Unterhaltung. Gespielt wird bei jedem Wetter. Für die Kontaktnachverfolgung wird die Luca-App empfohlen. Masken müssen mitgebracht werden. (v)

VEREINE + VERBÄNDE TERMINE Herzsportgruppe Münsingen: Wieder Sportstunden in der Beutenlayhalle: jeden Donnerstag ab 17.30, 18.30 und 19.30 Uhr. Es gelten die 3G-Regeln (genesen, geimpft, getestet). Neue Interessenten mit ärztlicher Verordnung für Herzsport willkommen. Informationen bei: heinz.lamparter@t-online.de oder 07381 8791.

Backen mit den Landfrauen im Albgut MÜNSINGEN. Sich mit Landfrauen treffen und gemeinsam Leckeres zaubern: Das geht, und zwar am Freitag, 1. Oktober, ab 15 Uhr im Albgut in der königlichen Post. An diesem Nachmittag wird Hefezopf gebacken – traditionell und schmackhaft. Die Landfrauen Ruth Schmid und Ulrike Wagner verraten, wie

man im Handumdrehen und mit wenig Aufwand aus einem Hefeteig Vielseitiges kreieren kann, ob süß oder salzig, und für jeden Anlass das Passende. Ganz nebenbei dreht sich das Gespräch um die wichtigen Dinge wie Lebensmittelherkunft, saisonale und regionale Produkte und wo sie zu finden sind. Bei

Vortrag und Musik für Frauen

der anschließenden Verkostung ist lustiges Geplauder erwünscht. Ebenso beim finalen Aufräumen und Abspülen – denn die besten Partys finden in der Küche statt. Es gelten die gesetzlichen Corona-Regeln. Anmeldung und Modalitäten per E-Mail. (em) annegret.tress@albgut.de

HOHENSTEIN-EGLINGEN. Am Samstag, 9. Oktober, von 9.30 bis 11 Uhr im Gemeindehaus Eglingen referiert Christiane Rösel beim Frühstückstreffen für Frauen über das Thema »Sehnsucht nach Sinn! – Weil das Leben kostbar ist«. Dazu gibt es Musik und Zeit für Gespräche. Situationsbedingt kann nicht

gefrühstückt werden. Es gibt keine Kinderbetreuung. Karten für sechs Euro gibt’s im Vorverkauf noch bis Mittwoch, 6. Oktober, in den Kreissparkassen-Filialen Oberstetten und Bernloch. Es gilt die 3G-Regel. (v) www.fruehstuecks-treffen.de andrea@voehringer.info doris.bindewald@t-online.de

An der Einmündung des Kreisels in die Gartenstraße ist gut zu sehen, wie viele Leitungen mitverlegt werden. Die Mauer wird später die Außenkante des Gehwegs sein.

FOTOS: SCHRADE

Verkehr – Der Kreisverkehr am Friedhof soll Ende November fertig sein. Parallel werden weitere Straßenstücke saniert

Engstingen ist Großbaustelle VON MARION SCHRADE ENGSTINGEN. Wie komm’ ich bloß von Groß- nach Kleinengstingen oder andersrum? Diese Frage stellen sich derzeit so einige Verkehrsteilnehmer, ob nun Berufspendler, Menschen auf dem Weg zu Wocheneinkauf oder Ausflügler. Fahrbahnerneuerung auf Teilstücken der B 313/B 312 vom Traifelberg nach Großund Kleinengstingen, Kreisverkehrsneubau am Friedhof in der Kleinengstinger Ortsdurchfahrt (B 312): In und um Engstingen arbeitet die Firma Brodbeck derzeit auf zwei großen Baustellen, ein Bauabschnitt reiht sich an den nächsten, von Woche zu Woche sieht die Welt schon wieder anders aus. Umleitungsschilder und Absperrungen zeigen, wo’s aktuell lang geht und wo nicht. Auch wenn sich manche über den Schilderwald ärgern: Hinter der Großbaustelle steckt ein klarer, getakteter Plan mit viel Koordinationsaufwand und nicht etwa willkürliches Behörden-Chaos, stellen Norbert Heinzelmann, Projektleiter im Referat für Straßenbau im Regierungspräsidium Tübingen, und der Engstinger Bürgermeister Mario Storz klar. Kaum haben sie ausgeredet, rollt auch schon ein Biker mit ortsfremdem Kennzeichen auf die Baustelle zu – auf dem Gehweg. Man kann’s ja mal probieren.

Barrierefrei auch für Blinde Szenen wie diese zeigen einmal mehr, was die Engstinger schon wissen: Ihr Ort ist ein wichtiger, stark frequentierter Verkehrsknotenpunkt mit allen Vor- und Nachteilen. Und gefährlichen Stellen, die entschärft werden müssen. Eine davon war die Friedhofskreuzung in Kleinengstingen, wo nun der viel diskutierte Kreisverkehr gebaut wird. Seit 23. August ist Polier Ulrich Goller von der Firma Brodbeck jeden Tag mit acht, neun Leuten auf der Baustelle. Seitdem ist schon viel passiert, von der alten Straße ist nichts mehr zu sehen, die Fläche, auf der ein Kreisel mit vier Armen entstehen soll, gleicht einer Mondlandschaft. Die alte Kreuzung wird Stück für Stück zurückgebaut, der Belag ist runter, auch im Untergrund haben die Arbeiter schon viel geschafft: Die Breitbandversorgungsgesellschaft im Kreis Sigmaringen (BLS) – ein kommunaler Zusammenschluss für den schnellen Netzausbau, dem auch Engstingen angehört –, und verschiedene Netzbetreiber wollen hier ihre Leitungen verlegen und erneuern, wenn das Loch schon mal da ist. Auch die Hauptwasserleitung führe durch diesen Bereich, sagt der Bürgermeister. Sie kann glücklicherweise so bleiben, wie sie ist. 32 Meter Durchmesser wird der Kreisverkehr an seinen äußeren Rändern haben, gesäumt von Gehwegen, die mal

Auf dem Teilstück der B 312 von der Supermarkt-Kreuzung über den Bahnübergang an der Abzweigung L 387 und weiter ortsauswärts Richtung Einmündung B 313 wird parallel der Fahrbahnbelag erneuert. Die 600 Meter nutzt das Regierungspräsidium als Probefeld für eine neue, gesundheitsschonendere Art des Asphalteinbaus. mehr, mal weniger breit sind. So, wie es der Platz zulässt. Der Kreisel ist eine knappe Kiste – nicht nur politisch, sondern auch planerisch: Die Häuser stehen nah an der Straße, umso dankbarer ist Storz, dass die Anwohner kooperieren. Sie halten nicht nur die Baustelle vor ihren Fenstern großteils ohne Murren aus, sondern sie haben auch Teile ihrer Grundstücke verkauft, ohne die der Kreisverkehr nicht hätte gebaut werden können. 2,50 Meter breit wird der Gehweg auf der Friedhofsseite, gegenüber in der Gartenstraße bleiben nur 1,50 Meter für Fußgänger. Damit diese sicher über die viel befahrene Straße kommen, soll es Übergänge mit Zebrastreifen auf allen vier Seiten geben, erklärt Norbert Heinzelmann. Hinzu kommt ein Blindenleitsystem, das mit verschiedenen Oberflächen – Rillen und Noppen – anzeigt, wo man anhalten muss oder in welche Richtung es geht. Barrierefrei wird auch die Bushaltestelle »Friedhof« ein paar Meter weiter. Die auf der rechten Straßenseite – vom Kreisverkehr aus in Richtung Supermarkt-Kreuzung gesehen – muss verlegt werden. Sie wird dann genau gegenüber vom Wartehäuschen auf der linken Seite sein. Weil die vier Arme des Kreisverkehrs nicht symmetrisch auf dessen Zentrum

Polier Ulrich Goller erklärt den Plan: Der Kreisvekehr sitzt nicht mittig zwischen den vier Straßen-Armen. Das erschwert nicht nur die Arbeiten, sondern hat später auch Ausiwrkungen auf den Schwerlastverkehr.

zulaufen, sind die Radien, die Autos und vor allem Laster fahren müssen, unterschiedlich – je nachdem, aus welcher Richtung sie kommen und wo sie abbiegen. Für Schwertransporte würde es zu eng werden. Deshalb ist die Kuppe des Kreisverkehrs, die am höchsten Punkt 80 Zentimeter überm Straßenniveau liegt, auf einer Hälfte überfahrbar.

Das meiste zahlt der Bund 683 000 Euro kostet der KreisverkehrsNeubau inklusive Grunderwerb. Davon bezahlt der Bund 503 000 Euro. Vom Gemeindeanteil (180 000 Euro) übernimmt das Land rund 100 000 Euro. Fertig sein soll er Ende November. Viel Zeit in Anspruch nehmen wird der Aufbau der Fahrbahn: Auf Schotter folgen drei Asphaltschichten, die zusammen 26 Zentimeter dick sind. Einen neuen Belag bekommen hat jüngst auch das Teilstück der Bundesstraße zwischen Traifelberg und Großengstingen. Die Strecke ist inzwischen wieder freigegeben, dafür ist nun das von der B 313 abzweigende Teilstück der B 312 nach Kleinengstingen (siehe Box) gesperrt. Auch dort, im Bereich zwischen Baumarkt und Bahnübergang bis zur Supermarkt-Kreuzung,

wird die Straße saniert. Dabei gibt es eine Besonderheit, wie Heinzelmann erklärt: Das 600 Meter lange Straßenstück wurde als Probefeld ausgewählt. »Bis 2024 müssen die Temperaturen beim Asphalteinbau aus Arbeitsschutzgründen gesenkt werden«, erklärt der Fachmann. Verarbeitet wird das Material bisher bei 160 bis 180 Grad, künftig sollen es mindestens 20 Grad weniger sein, um giftige Dämpfe zu reduzieren. Das Probefeld dient den Arbeitern einerseits dazu, den Umgang mit dem Material unter veränderten Voraussetzungen zu testen. Zum anderen will das Regierungspräsidium als Auftraggeber des Versuchs Erkenntnisse über das Langzeitverhalten in Bezug auf die Eigenschaften und die Qualität des Belags gewinnen. (GEA)

ÄNDERUNGEN IM ÖPNV Seit vergangenem Montag und noch bis voraussichtlich Freitag, 1. Oktober, ist in Kleinengstingen die B 312 von der Abzweigung B 313 bis nach der Einmündung L 387 wegen Fahrbahnerneuerung gesperrt. Die Bushaltestellen Kleinengstingen Friedhof und Kleinengstingen Bahnhof werden während der Sperrung nicht bedient. Fahrgäste von und zur SAB haben die Möglichkeit, am Marktplatz in Großengstingen auf den Schienenersatzverkehr-Bus der Schwäbischen Alb-Bahn umzusteigen. Ausnahme: An Sonn-und Feiertagen wird der Bahnhof in Kleinengstingen auch während der Sperrung bedient, um einen Umstieg zu ermöglichen. Während der Baumaßnahmen sei auf der gesamten Linie mit Verspätungen zu rechnen, teilen die Verkehrsunternehmen mit, da zeitgleich auch in Reutlingen noch Baumaßnahmen andauern. Auch Anschlüsse seien unter Umständen gefährdet. (em)


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ÜBER DIE ALB

Verkehr – Ersatzverkehr ab Gammertingen

Bauarbeiten: Bus statt Zug GAMMERTINGEN. Aufgrund von Bauarbeiten entfallen die Züge des SWEGVerkehrsbetriebs Hohenzollerische Landesbahn am Samstag und Sonntag, 25. und 26. September, zwischen Hechingen und Gammertingen. Ein Schienenersatzverkehr mit Bus wird angeboten. Die Fahrzeiten werden so angepasst, dass die gewohnten Reiseketten und Anschlüsse in der Regel erhalten bleiben, heißt es in einer Pressemitteilung der SWEG. Die Busse halten in Hechingen, in Gammertingen und am Halt Gammertingen Europastraße direkt an den Bushaltestellen bei den Stationen. Für die übrigen Halte gelten die im Fahrplan aufgeführten Bushaltestellen der parallelen Buslinie 9: Schlatt B32, Jungingen Unterführung, Killer Lamm, Starzeln B32/Höfle, Hausen B32/Bahnhof, Burladingen Josef-MayerStraße und Rathaus, Gauselfingen Rathaus sowie Neufra Hohenzollernstraße. Fahrgäste werden gebeten, sich vorab Tickets an den Automaten und den üblichen Verkaufsstellen zu kaufen. Nur an Bushaltestellen, die nicht an Bahnstationen liegen, werden auch Fahrkarten im Bus verkauft. In den Bussen können keine Fahrräder befördert werden. Detaillierte Fahrpläne sind auf Aushängen an den Bahnsteigen zu finden sowie im Internet. Infos auch am Telefon. (pm) www.sweg.de 07471 180611

Mittagsgebet zum Klimastreik MÜNSINGEN. »Um Himmels willen die Erde nicht aufgeben« – anlässlich des Klimastreiktags feiert die evangelische Gesamtkirchengemeinde am Freitag, 24. September, um 12 Uhr ein Mittagsgebet in der Münsinger Martinskirche. Vorher ab 11.30 Uhr und auch im Anschluss gibt es Informationsmaterial über Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels am Infostand der Münsinger Greenpeace-Gruppe vor der Martinskirche. (eg)

FREIZEIT + BILDUNG VHS GOMADINGEN Nähtreff: Alle, die Lust am Nähen haben, sind zu diesem Kurs willkommen, egal, ob Anfänger oder Fortgeschrittene. Denn Nähen macht in Gesellschaft einfach mehr Spaß. Wöchentlich donnerstags, außer in den Ferien. Start ist am 7. Oktober, 19.30 bis 21.30 Uhr, in der Sternbergschule Gomadingen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Es gilt die 3G-Regel. Anmeldung und Informationen telefonisch oder per Mail. (vhs) 07385 3549800 christinaneske@gmx.de

VHS MÜNSINGEN-BAD URACH Waldbaden - Ein Achtsamkeitsspaziergang inmitten der Natur: Samstag, 25. September, von 13 bis 16.30 Uhr, Parkplatz Friedwald Münsingen, Kurs für alle, die im Alltag zwischen Stress und Anspannung hin und her gerissen sind. Beweglich ab 60: Ab Montag, 27. September, 15.45 bis 16.30 Uhr, in der Alenberghalle in Münsingen, gymnastische Übungen der Rumpf- und Rückenmuskulatur. Älter sein – fit werden: Ab Montag, 27. September, 16.45 bis 17.30 Uhr, Alenberghalle in Münsingen, Fitness für Frauen und Männer ab 60 Jahren. Stepaerobic: Ab Montag, 27. September, 18 bis 19 Uhr, Föhrenberghalle Dottingen, im Kurs werden Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit geschult. Minicamper selbst gebaut – individuell, kompakt, günstig: Am Montag, 27. September, und Samstag, 28. September, von 18 bis 21.30 Uhr wird gezeigt, wie aus einem normalen Auto ein autarker Minicamper wird. Der Kurs ist am ersten Abend im Alten Rathaus, am zweiten Abend auf dem Parkplatz des Stadions in Münsingen. (vhs) 07381 715998-0 www.vhsbm.de

DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Konsum – Bei der Aktion Speisekammer am Samstag geht es um den wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln

Gegen die Verschwendung VON MARION SCHRADE

Verfügung habe«, sagt sie. Und zwar dann, wenn der seit Corona ebenfalls auf dem Rathausplatz stattfindende Tafelmarkt für Bedürftige der Diakonie zu Ende ist. Was übrig bleibt, bekommt Irmgard Heilig, um daraus live etwas zu kochen, das Zuschauer probieren oder mitnehmen dürfen.

MÜNSINGEN. Das ist wirklich traurig: Laut der WWF Studie »Das große Wegschmeißen« landen allein in Deutschland über 18 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr auf dem Müll. Das entspricht fast einem Drittel des gesamten Nahrungsmittelverbrauchs von 54,5 Millionen Tonnen. Gegen das hemmungs- und gedankenlose Konsumverhalten und für einen besonnenen, wertschätzenden Umgang mit dem, was Landwirte, Bäcker und Metzger täglich erzeugen, setzt sich eine Gemeinschaftsinitiative in Münsingen seit Jahren ein. Stadt und Biosphärengebiet, Diakonie, Volkshochschule und Eine-Welt-Initiative, Landfrauen und Landwirtschaftsamt stehen hinter dem Aktionstag Speisekammer, der am Samstag, 25. September, inzwischen zum fünften Mal eine Bühne auf dem Münsinger Rathausplatz bekommt. So lässt sich der Besuch des »goodfoodfestivals«, wie die Organisatoren ihre Veranstaltung nennen, mit einem Besuch auf dem Wochenmarkt verbinden, wo man den Einkaufskorb füllen kann – sowohl mit frischen, saisonalen Lebensmitteln aus der Region als auch mit Bedacht.

Landfrauen geben Einmach-Tipps

Pfiffiges T-Shirt-Upcycling Etwas abseits davon werden die Stände des Aktionsbereichs aufgebaut. An einem davon wird Irmgard Heilig »Awaruli« kochen. »Als ich das erste Mal einen Kurs unter diesem Namen angeboten habe, dachten manche Teilnehmer, es gehe um die asiatische Küche«, erzählt sie und lacht. Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass das Kunstwort in voller Länge nichts anderes heißt als »Alles was rumliegt«. Kreative Resteküche also, die dazu ermuntern soll, mehr zu improvisieren anstatt starr an irgendwelchen Rezepten zu kleben. Genau die sind nämlich mit Schuld daran, sagt Irmgard Heilig, dass jede Menge Reste und angebrochene Verpackungen im Kühlschrank vor sich hingammeln, bis sie wirklich für nichts mehr zugebrauchen sind und im Müll landen. Wie man’s erst gar nicht so weit kommen lässt, zeigt die Fachfrau, die in doppelter Mission unterwegs ist. Einerseits als Ernährungsexpertin und Repräsentantin des Biosphärenzentrums, andererseits als Vorstandsmitglied der Eine-Welt-In-

18 Millionen Tonnen Essen landen in Deutschland jährlich im Müll. itiative, die am Aktionstag ebenfalls anzutreffen sein wird: Sie sorgt dafür, dass der Duft von frischem Fair-Trade-Kaffee über den Rathausplatz wehen wird. Das verlockt zum Bleiben, und soll es auch explizit: »Es geht uns darum, endlich wieder Begegnung zu ermöglichen«, sagt Jochen Rominger vom Biosphärenzentrum. Im Freien sei jetzt wieder Einiges möglich, alles geht aber noch nicht. Nicht benötigte Lebensmittel zu »retten«, indem man sie mitbringt, tauscht oder von Irmgard Heilig in die Pfanne hauen lässt, ist dieses Mal aufgrund der aktuellen Corona-Regeln nicht möglich. Dafür aber etwas anderes: Wer sein altes T-Shirt künftig lieber als Tasche mit sich herumtragen möchte, sollte es am Samstag dabei haben. »Wir zeigen, wie man ohne Nähmaschine und nur durch Schneiden und

FOTO: MDR WISSEN/OBS

Knoten einen Beutel daraus machen kann«, verrät Christine Beck. Darin kann beispielsweise Brot aufbewahrt werden – ein Lebensmittel, das Christine Beck als Ernährungsfachfrau vom Landwirtschaftsamt in den Mittelpunkt rücken will. Obwohl wertvolle Rohstoffe und viel Arbeit in jedem einzelnen Laib stecken, gehören Backwaren zu den Lebensmitteln, die am häufigsten verschwendet werden. »Abends sind oft noch 20 Prozent der Waren im Regal, vieles davon wird weggeworfen«, bedauert Beck, die unter anderem zeigen wird, wie man aus altem Brot leckere Pommes macht – mit passenden Dips. Auch Irmgard Heilig wird mit Zutaten kochen, die aussortiert worden sind – und zwar schon zweifach. »Ich erfahre am Freitagabend, was ich am Samstag zur

Ina Kinkelin-Naegelsbach, die bei der Diakonie auch für die Tafelarbeit in Münsingen zuständig ist, bekommt von Supermärkten zwar immer noch genügend Warenspenden, hat aber beobachtet, »dass zur Zeit erheblich weniger übrig ist«. Sie hofft, dass das schon erste Auswirkungen eines Bewusstseinswandels sind, der sowohl im Handel als auch in Privathaushalten spürbar sei. Inzwischen ist er sogar politisch verankert: Bis zum Jahr 2025 soll die Verschwendung von Lebensmitteln um 30 Prozent reduziert werden, bis 2030 sogar um die Hälfte. Diese Zielvereinbarung haben die Teilnehmer des ersten Dialogforums zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung des Bundesernährungsministeriums getroffen. Und wenn nach dem Einkaufen und Kochen doch mal was übrig bleibt? Dann kann man’s auch haltbar machen und später essen. Wie, zeigen Pia Münch und ihre Landfrauen. Die Stadtbücherei ist mit einer Lese-Ecke rund ums Kochen und Essen dabei, schmökern kann man direkt im Lesesessel unter freiem Himmel. Menschen, die gerne ihr eigenes Gemüse anbauen möchten, können sich bei einer Führung zum Gemeinschaftsacker, den Landwirt Karl-Heinz Pfleiderer HobbyBauern Reihe für Reihe überlässt, inspirieren lassen. (GEA)

ZUTRITT MIT 3G Die Aktion Speisekammer findet am Samstag, 25. September, von 10 bis 13 Uhr auf dem Rathausplatz in Münsingen statt. Der Eintritt ist frei, allerdings gibt es eine Einlasskontrolle: Zugang zum gesonderten Bereich etwas abseits vom regulären Wochenmarkt haben nur Geimpfte, Genesene und Getestete. Weitere Informationen gibt es beim Biosphärenzentrum Schwäbische Alb. (ma) 07381 93293831

Energiewende – Auf Münsinger Gemarkung sind derzeit drei Freiflächen-Solarparks gleichzeitig in Planung

Sonnenstrom aus Bremelau MÜNSINGEN. Die Energiewende auf der Alb nimmt Fahrt auf. Die Gemeinde Gomadingen hat jüngst dem Bau von insgesamt fünf Windrädern auf Flächen des Staats- und Kommunalwalds auf ihrem Terrain zugestimmt. Und in Münsingen laufen derzeit – unabhängig voneinander und in verschiedenen Projektstadien – drei Genehmigungsverfahren für Freiflächen-Solarparks. Zwei davon – die eine im Oberheutal, die andere auf Gemarkung Bremelau – standen am Dienstagabend auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Für die dritte, eine 14 Hektar große Anlage beim Heuhof, ebenfalls in Bremelau, hat der Gemeinderat den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan schon im Juni gefasst. Jetzt warten der Landwirt und der Projektentwickler, an den er seine Flächen verpachtet hat, auf die Genehmigung der Baubehörde, im Sommer 2022 soll die Anlage in Betrieb gehen.

Leitungskapazität erschöpft Ebenfalls eine Etappe weiter auf dem langen Verfahrensweg ist das Projekt im Oberheutal: Der Gemeinderat hat die Stellungnahmen der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange zur Kenntnis genommen und den Auslegungsbeschluss gefasst. Das Vorhaben beschäftigt das Gremium schon länger, geriet aber zwischenzeitlich ins Stocken, wie Stadtbaumeister Alfred Schnürch rekapitulierte: Bereits im April 2019 hatte der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. »Dann kam es zu Verzögerungen«, so Schnürch, »inzwischen hat der Investor gewechselt und der Planer auch.« Zudem sei das Plangebiet um etwa 1,5 Hektar auf nunmehr fünf Hektar verkleinert worden. Der Grund: Es

Holland beispielsweise für den Gemüseanbau. Mit Blick auf Höhe und Statik werden Kosten gegen Nutzen für jeden Standort abgewogen – mit negativem Ergebnis für Bremelau. Anderswo kann’s schon anders aussehen: In Trochtelfingen, machte Vetter ein Beispiel, plane er ein Projekt, das mit Hühnerhaltung kombiniert werde. »Da passt’s, aber es gibt eben keine pauschale Lösung.«

Ein Nein vom Ortschaftsrat

Drei Freiflächensolarparks – ähnlich dem bei Ehingen-Granheim – sollen bei Bremelau und im Oberheutal entstehen. FOTO: SCHRADE könne weniger Strom in das bestehende Netz eingespeist werden als geplant. Die Netz-Kapazitäten sind grundsätzlich ein Problem, wie auch Wolfgang Vetter in der Sitzung des Gemeinderats erläuterte. Vetters Firma Vesofast aus Zwiefalten-Sonderbuch steht als Projektierer hinter dem dritten Sonnenstrom-Projekt in Münsingen, dem Solarpark Bremelau. Dieser soll auf einer Wiese zwischen dem alten Bremelauer Weg, der heute als Radweg in Richtung Heutal genutzt wird, und der L 465 zwischen Münsingen und Bremelau gebaut werden. 2,4 Hektar Fläche, zwei Megawatt Peak (MWp) Leistung – mehr, so Vetter, könne die bestehende 20KV-Leitung nicht aufnehmen. Gebaut werden soll mit sogenannten Bifacial-Modulen, die auf beiden Seiten Strom produzieren und auch bei diffusen Lichtverhältnissen noch effektiv seien. Positiver Nebeneffekt und für die Alb nicht ganz unwichtig: Der Schnee rutscht besser. 2,5 Millionen Kilowatt Strom soll die Anlage im Jahr erzeugen. Das entspre-

che der Versorgung von 600 Haushalten oder, wie Vetter vorrechnete, einer Fahrleistung von 15 Millionen Kilometern mit Elektro-Autos. Unter den drei Meter hohen Modulen sei Platz für Schafbeweidung, so Vetter. Die bisher intensiv bewirtschaftete Wiese, die mehrmals im Jahr gemäht worden sei, soll mit einer Blühmischung eingesät werden. Bürgermeister Mike Münzing sprach von einer »ökologischen Aufwertung«, zu der auch die Einfriedung mit einer Hecke aus heimischen Gehölzen und Beerensträuchern beitragen solle. Hinter diesem wie auch allen anderen laufenden Solarpark-Vorhaben stünden Landwirte, »die sich dadurch in ihrer Betriebsstruktur breiter aufstellen wollen«, betonte Münzing. Noch einen Schritt weiter gehen sogenannte AgriFotovoltaik-Anlagen, die sich im konkreten Fall aber nicht realisieren lassen, erläuterte Vetter. Bei der Agri-Fotovoltaik werden die Flächen unter den Modulen weiterhin landwirtschaftlich genutzt, in

Dass Vetter und Münzing so für das Projekt werben mussten, hat Gründe: Der Bremelauer Ortschaftsrat hatte sich gegen das Projekt ausgesprochen. Die Argumente dafür nannte Ortsvorsteher Wolfgang Brunner in der Gemeinderatssitzung: Die ursprünglich vorgesehene, inzwischen aber reduzierte Größe, die Nähe zum Dorf, aber auch die Frage, wie viele solcher Anlagen rund um Bremelau noch kommen, habe den Ortschaftsrat zu seiner Entscheidung bewogen. »Das heißt aber nicht, dass wir grundsätzlich gegen Solarparks sind«, betonte Brunner. Bürgermeister Mike Münzing äußerte Verständnis, verwies aber mit Blick auf die Kriterien, auf die sich der Gemeinderat für solche Anlagen geeinigt habe, auf den Grundsatz der Gleichbehandlung. Dem konnte sich die Mehrheit des Gemeinderats anschließen, der der Aufstellung eines Bebauungsplans bei fünf Enthaltungen grundsätzlich zustimmte. Vor allem Adolf Lamparter zeigte sich skeptisch: Solarparks seien »Fremdkörper« in der Landschaft, die wiederum das Kapital des Alb-Tourismus sei. Seine Enthaltung begründete er mit seiner Solidarität zum Ortschaftsrat Bremelau, den er nicht überstimmen wollte. (ma)


Landkreis Tübingen – Polizeipräsident Pliezhausen – Umgestaltung der MarktMössingen – Von 26. September bis im Kreistag: Zahl der Straftaten ging platzstraße steht vor der Sanierung des 3. Oktober dreht sich in der SteinlachSeite 22 stadt alles um den Apfel unteren und oberen Marktplatzes Seite 20 während der Pandemie zurück Seite 23

DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Gockelstreit – Landgericht plant die weiteren Schritte

Berufung begründet METZINGEN/TÜBINGEN. Einen Schritt weiter ist der Neuhäuser Gockelstreit, der mittlerweile das Landgericht Tübingen beschäftigt. »Die Berufungsbegründung der Kläger ist mittlerweile beim Landgericht Tübingen eingegangen«, teilt Richter Sebastian Wiest von der Pressestelle des Landgerichts mit, und weiter: »Die Berufungskammer prüft den Fall derzeit im Einzelnen und wird den Parteien voraussichtlich in den kommenden Wochen schriftlich mitteilen, wie weiter vorgegangen wird, also ob beispielsweise die Parteien Gelegenheit zu weiterem schriftlichen Vortrag erhalten oder ob ein Verhandlungstermin in dieser Sache durchgeführt wird.« Wie berichtet, fühlt sich ein Anwohner der Straße Im Kies in Neuhausen von den Hähnen des Kleintierzüchtervereins Neuhausen, dessen Volièren etwa 180 Meter von ihm entfernt liegen, in seiner Ruhe gestört. Nachdem sich die Parteien außergerichtlich nicht einigen konnten, kam die Sache vor das Amtsgericht Bad Urach, wo der Anwohner gegen den Kleintierzüchterverein auf Unterlassung klagte. Das Gericht wies die Klage ab: Die gemessenen Hahnenschreie lägen unter der Grenze des Erlaubten, argumentierte Richter Albrecht Eißler. Der Anwohner sieht seine Interessen durch das Amtsgericht nicht hinreichend berücksichtigt und ging gegen das Urteil in Berufung. Vor dem zuständigen Landgericht Tübingen kann, aber muss es nicht zu einer mündlichen Verhandlung kommen. (pfi)

Neues digitales Infosystem BAD URACH. Auf Grundlage des einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses vom Dienstag, 26. Januar, hat die Stadt Bad Urach ein digitales Ratsinformationssystem eingeführt. Zukünftig erhalten die Stadträtinnen und Stadträte ihre Sitzungsunterlagen in elektronischer Form. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich im Ratsinformationssystem über den Gemeinderat und die Ausschüsse zu informieren. Dort sind auch die Sitzungstermine sowie die Einladungen und Drucksachen zu finden. (a) https://bad-urach.ratsinfomanagement.net

Müllcontainer in Brand geraten BAD URACH. Aus bislang ungeklärter Ursache ist am Dienstagabend ein Restmüllcontainer in der Münsinger Straße in Brand geraten. Ein Zeuge entdeckte gegen 20.50 Uhr den brennenden Presscontainer und verständigte die Rettungskräfte. Die Feuerwehr, die daraufhin mit fünf Fahrzeugen und 24 Einsatzkräften anrückte, löschte die Flammen. Der entstandene Schaden wird mit etwa 5 000 Euro beziffert. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. (pol)

METZINGEN Kleinkunst unter der Kelter METZINGEN. Jochen Weeber liest am Samstag, 25. September, von 11 bis 11.30 Uhr aus seinen Kinderbüchern und spielt dazu Akkordeon in der Offenen Marktkelter am Kelternplatz in Metzingen unter dem Titel »Eddie und die Farben«. Ab 12 Uhr erzählt Weeber lustige Kurzgeschichten für Groß und Klein von und mit sich. »Oskars erste große Rolle« heißt die halbstündige Vorstellung. Damit endet die Septemberreihe der Kleinkunst unter der Kelter vom Metzinger Veranstaltungsring. (eg)

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Bäume – In Zeiten des Klimawandels gibt es verstärkt Bewässerungsbedarf. Stadt setzt mit Holy AG auch auf die Technik

Mal von Hand, mal automatisch VON MARKUS PFISTERER METZINGEN. Sie binden CO2, lockern das Straßenbild auf, spenden Schatten, mildern die Temperatur: Bäume. Damit sie grün und gesund bleiben, brauchen sie regelmäßig Wasser. Doch der Klimawandel bringt immer öfter Hitze und Trockenzeiten mit sich. »Mein Wunsch ist, dass wir aufgrund der Hitze in den vergangenen Jahren nicht nur frisch gepflanzte Bäume, sondern auch Innenstadtbäume bewässern«, sagt Metzingens Stadtgärtner Volker Nagel. Fürs Bewässern ist der Bauhof zuständig. »Im Hochsommer sind wir mit zwei Gießfahrzeugen unterwegs«, informiert Bauhofleiter Daniel Vesin. Eins davon hat ein 1 250-Liter-Wasserfass auf der Pritsche, das andere eins mit 3 850 Litern. »Wir haben eine Liste mit Pflanzen«, sagt Vesin weiter, »und gießen mehr oder weniger nach Bedarf, bei hohen Temperaturen vermehrt.« Zu gießen sind vor allem die schmucken Blumenkästen und -Beete, etwa am Bahnhof oder auf der Brücke der Nürtinger Straße nah bei der der Samtfabrik. Aber auch junge Bäume in ihrem ersten Jahr nach der Pflanzung. Volker Nagel verweist darauf, dass auch ältere Innenstadtbäume Bedarf haben. Häufig stehen sie in einem Ring mit Gitter und haben nur begrenzt Raum nach unten. »Da ist es schwierig, an den Grundwasserhorizont zu kommen.« Schaut man in die Kronen der Linden in der Reutlinger Straße, sind sie teils licht oder zeigen die Blätter braune Ränder: Zeichen für Feuchtigkeits- und Nährstoffmangel. Umso wünschenswerter wäre für Nagel in Zeiten des Klimawandels der ein oder andere Guss aus dem Bauhoffass: Schon 100 Liter im Frühjahr können dem Baum viel geben. »Der Wunsch wäre zwei- bis dreimal wöchentlich, gut durchwässern.« Gerne auch mit Nährstoffen ergänzt.

»Mein Wunsch ist, dass wir auch die Innenstadtbäume bewässern« Daniel Vesin signalisiert Entgegenkommen: »Wir wollen nochmal ein 3 850Liter-Fass beschaffen, um gegen die Trockenheit anzukommen.« Doch der Bauhof hat noch mehr zu tun als Pflanzen zu gießen, und das Personal ist begrenzt. Rund 8 000 Bäume stehen im öffentlichen Raum der Stadt Metzingen, an Straßen, auf Plätzen, auf Friedhöfen, an Gewässern. »Im Herbst muss ich 35 bis 40 davon ersetzen«, blickt Nagel voraus. Weil sie abgängig sind. Im Stadtbild stehen Spitzahorne genauso wie Hainbuchen, Linden oder Platanen. Steht ein Wechsel zu (noch) hitze- und trockenheitsbeständigeren Baumarten an? Der Stadtgärtner verweist auf die Forschung,

Grün und dicht belaubt: Dieser Spitzahorn sieht für Stadtgärtner Volker Nagel gut aus.

Samuel Wezel vom Bauhof wässert einen Spitzahorn am Marktplatz. Die Innenstadtbäume können nur begrenzt tief wurzeln und kommen schwer an Grundwasser. FOTOS: PFISTERER

Klein, aber oho: eine Bewässerungsdüse an einem Obstbaum am Lindenplatz.

city und Eigentümerin weiter Teile des Lindenplatzes kooperiert, war und ist man vorne dran, was effizienten Wassereinsatz angeht.

die Bewässerung bedarfsorientiert erfolgen und digital gesteuert werden. Die Stadt Frankfurt könnte dadurch rund 1 000 Kubikmeter Wasser bei der Bewässerung junger Stadtbäume einsparen. Wie viel Wasser der Metzinger Bauhof im Jahr an die Jungbäume ausschüttet, lässt sich schwer sagen. Zu stark schwankt die Menge wegen des kaum berechenbaren Wetters. Umweltbewusst ist die Crew um Bauhofleiter Vesin aber allemal unterwegs: »Der Bauhof gießt mit Zisternenwasser.« Und sollte das nicht ausreichen, »können wir Brauchwasser vom Klärwerk anzapfen«. Sodass der Frischwasserverbrauch kleingehalten werden kann. Die Zisterne im neuen Zentrum für Feuerwehr und Bauhof, das gerade im Gebiet Braike-Wangen gebaut wird, fällt richtig groß aus: 100 000 Liter gehen hinein. Bringen muss sie der Regen. Schlechtes Wetter ist gutes Wetter. (GEA)

die jahrzehntelange Probephasen durchläuft, ehe eine Baumart als klimaresistenter empfohlen wird. Zudem: »Spitzahorn und Linde vertragen die Trockenheit recht gut.« Die Obstbäume, die die meterhohen Sitzringe am Lindenplatz beschatten, Symbole der hiesigen Traditionslandschaft für das Publikum von Welt, werden erst gar nicht so trocken, dass ihnen die Blätter verdorren. »Sie werden automatisch gegossen«, erläutert der Fachmann. Für den Laien kaum auszumachen, finden sich am Rand des Grasrunds um die Bäume vier Düsen, die ähnlich einem Rasensprenger in zehn Zentimeter Höhe Wasser verströmen. »Sensoren melden, wenn der Boden zu trocken ist«, sagt Nagel. Und das schon seit über zehn Jahren. Mit dieser automatischen Bewässerungsanlage, bei der die Stadt Metzingen mit der Holy AG als Betreiberin der Outlet-

»Wollen noch ein 3 850Liter-Fass beschaffen, um gegen die Trockenheit anzukommen« Sie wirkt wie ein Vorläufer der smarten Bewässerungssysteme, die die Universität Hohenheim mitentwickelt hat und zusammen mit der Stadt Frankfurt am Main in einem Modellversuch einsetzen. Dabei erfasst ein intelligentes Mess- und Computersystem die aktuelle Wasserversorgung der Bäume. Künftig könnte damit

Nahversorgung – Der Neuhäuser Ortschaftsrat Friedemann Salzer sorgt mit einem Vorschlag für eine kleine Überraschung

Eine Genossenschaft als Zwischenlösung? METZINGEN-NEUHAUSEN. »Warum laden wir aus der Mitte des Gremiums nicht dazu ein, eine Nahversorgungsgenossenschaft zu gründen?« Friedemann Salzer, von 1996 bis 2009 Ortsvorsteher von Neuhausen, der sich jetzt als Ortschaftsrat für den Metzinger Teilort engagiert, hatte seinen Vorschlag, der er am Dienstagabend im Ortschaftsrat auf den Tisch brachte, nicht groß abgesprochen – und sorgte für eine kleine Überraschung. Es ist nicht das erste Mal, dass das Thema Genossenschaft in Zusammenhang mit der Nahversorgung in Neuhausen auf den Tisch kommt: Erst am Montag vor einer Woche beim Treffen der Initiative »Aktion Noikauf« im Kleintierzüchterheim wurde sie im Zusammenhang mit dem Dorfladen Hülben genannt, der

ebenfalls auf Basis einer Genossenschaft geführt wird. »Es wird vier, fünf Jahre dauern, bis wir in der Ortsmitte wieder einen Laden haben«, fürchtet Friedemann Salzer. Eine genossenschaftlich organisierte Einkaufsmöglichkeit kann er sich gut als Zwischenlösung vorstellen. »Wir müssen uns zusammensetzen, miteinander reden, wie man das auf den Weg bringen könnte«, sagt er, »vielleicht kommt dann einer und stellt einen Raum.« Einen Raum hat er schon im Hinterkopf, will darüber jetzt aber noch nicht öffentlich reden. Ortsvorsteher Günter Hau ist nicht gerade Feuer und Flamme von der Genossenschafts-Idee seines Amtsvorvorgängers. »Wenn wir jetzt über eine Genossenschaft reden, können wir sämtliche

Gespräche mit den Großen – Penny, Netto, Norma, Aldi – einstellen«, sagte Hau dem GEA gestern auf Nachfrage. »Eine Genossenschaft ist natürlich immer eine Möglichkeit, aber als Übergangslösung...« Einen Beschluss hat er in der Sitzung am Dienstagabend nicht herbeigeführt. Der Ortsvorsteher will die nächste Sitzung der inzwischen gegründeten »Task Force«, zu der auch Friedemann Salzer gehört, abwarten. »Ich will keinen Schnellschuss«, sagt Günter Hau. Ob ein Tante-M-Laden eine Lösung für Neuhausen sein könnte, ist gerade mehr als fraglich. In kleinen Dörfen laufen die kleinen, fast durchgehend geöffneten Läden ohne Personal hervorragend – jüngst hatten zwei in Wittlingen und Hengen geöffnet –, ob sie in dem 5 000-Seelen-

Der geschlossene Nahkauf in der Ortsmitte FOTO: PFISTERER von Neuhausen. »Dorf« Neuhausen auch funktionieren könnten, ist fraglich – zumal Ortsvorsteher Günter Hau bis jetzt keine echte Rückmeldung von deren Geschäftsführer Christian Maresch erhalten hat. (and)


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NECKAR UND ERMS DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Impfen ohne Termin in Bad Urach BAD URACH. Unkompliziert, kostenlos und ohne Anmeldung sich gegen Corona impfen lassen können Impfwillige am Freitag, 24. September, in Bad Urach. Geimpft wird von 14 bis 20 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission können sich Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren impfen lassen. Dabei ist aber eine formlose Einwilligungserklärung beider Elternteile oder der Erziehungsberechtigten erforderlich. Die Aktion wird vom Landkreis Reutlingen, der Stadt Bad Urach und dem DRK Bad Urach organisiert. Zur Auswahl stehen die Impfstoffe von Biontech und Johnson & Johnson. Mitzubringen sind ein Personalausweis, Pass oder Führerschein, Impfpass und Versichertenkarte der Krankenkasse. (eg)

AUS DEN GEMEINDEN NEUFFEN

Zeitreise auf den Hohenneuffen BAD URACH. Dass die Festungsruine Hohenneuffen nicht nur ein Ort der Ritter und kriegerischen Auseinandersetzungen war, beweisen die mittelalterliche Schankmagd Luitgard und Küchenhilfe Helga. Sie nehmen ihre Besucher mit auf eine vergnügte Zeitreise heute um 18 Uhr, die mit einer Weinprobe endet. (eg) 07125 158490 info@festungsruine-hohenneuffen.de

BAD URACH

Sperrung Richtung Grabenstetten BAD URACH. Bis zum 1. Oktober wird die L 211 vom Ortsausgang Grabenstetten bis zum Campingplatz gesperrt sein. Die Falkensteinerhöhle wird in dieser Zeit nicht erreichbar sein. Grund für die Sperrung sind Holzfällarbeiten entlang der Steige im Vorfeld zu den Belagsarbeiten. (a)

Gottesdienst in Güterstein BAD URACH. Einen Gottesdienst im Grünen veranstaltet die evangelische Kirchengemeinde Bad Urach und Seeburg am Sonntag, 26. September, um 10.30 Uhr im Hofgut Güterstein. Die Predigt hält Pfarrer Tobias Schreiber, es spielt der Posaunenchor Bad Urach. Bei Regen entfällt die Veranstaltung. (k)

PARTEIEN ZUR WAHL Pascal Kober, FDP

Afghanistan, Europa und die Welt Afghanistan, Europa und die Welt: FDP-Außenpolitikerin Renata Alt und Pascal Kober analysierten in Dettingen die außenpolitischen Herausforderungen der nächsten Regierung. »Die letzten Tage und Wochen haben den Eindruck organisierter Unverantwortlichkeit verstärkt«, erklärte die Bundestagsabgeordnete Renata Alt mit Blick auf das AfghanistanDesaster der Bundesregierung. Angesichts der Fehleinschätzungen brauche es unbedingt einen Untersuchungsausschuss, darin waren sich Renata Alt und Pascal Kober mit den Zuhörern einig. In Afghanistan sei die Abhängigkeit von den USA vor Augen geführt worden, so Alt, und forderte: »Wir müssen die europäische Hilflosigkeit in der Außenpolitik beenden, indem wir das Einstimmigkeitsprinzip im EU-Ministerrat durch Mehrheitsentscheidungen ablösen.« Das sei auch über Afghanistan hinaus notwendig, um in der EU mit einer gemeinsamen und starken Stimme zu sprechen. Die Systemrivalität mit China sei da nur ein Beispiel, erklärte Alt zum Abschluss.(p)

TERMINE FDP, Pascal Kober: Samstag, 25. September, 19.30 Uhr: Wahlkampfabschluss von MdB Pascal Kober im Albstadion, Aglishardter Straße 25, Römerstein. (p) CDU, Michael Donth: Der Bundestagsabgeordnete Michael Donth steht am Samstag, 25. September, von 9 bis 10.30 Uhr am Infostand der CDU Bad Urach auf dem Marktplatz. (p)

Redaktion Neckar-Erms Tel. 07123 9644-10 Fax 07123 9644-60 Reporter: -20 Michael Merkle (mwm) -23 Andreas Fink (and)

-24 Markus Pfisterer (pfi) -25 Malte Klein (mak) E-Mail: metzingen@gea.de Region Neckar-Alb: Philipp Förder 07121 302-343

Bau – Das 30 Jahre alte Pflaster ist schadhaft. Vor unterem und oberem Marktplatz hat Straßengestaltung nebenan Priorität

Marktplatzstraße soll saniert werden VON MICHAEL MERKLE PLIEZHAUSEN. Wer auf der gepflasterten Marktplatzstraße in Pliezhausen fährt, spürt und hört es, wer drüberläuft, sieht es: Der vor 30 Jahren verlegte Belag hat Schäden. Es gibt Unebenheiten, zu breite Fugen, Flickstellen aus Asphalt. Die Idee, optisch übers Pflaster den Marktplatz bis über die Straße hin zur Geschäftszeile als Raum zu erweitern – sie soll von Bestand sein. Der Ortskern ums Rathaus soll aufgewertet, umgestaltet und saniert werden. Für mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität für Fußgänger. Mit umgebauter Bushaltestelle, die mit hoher Borde und Blindenstreifen Standards für Sicherheit und Barrierefreiheit erfüllt. Mit breiteren Gehwegen, guten Sichtverhältnissen, einer sicheren Straßen-Querungshilfe, die von der Kreuzung abgerückt ist. Mit dem Vorhaben befasste sich der Pliezhäuser Gemeinderat am Dienstagabend. Das mit der Planung betraute Ingenieurbüro »fmz« aus Karlsruhe war mit Christiane Mairon und Carlo Bös vertreten. Im Vordergrund steht zunächst die Sanierung der Marktplatzstraße, die mit dem Gestaltungsziel für mehr Sicherheit als Vorhaben übers Förderpogramm »Kommunaler Straßenbau« förderfähig ist. Was dazu gemacht werden muss, welche Anforderungen es gibt – das wurde bei einem Treffen im Regierungspräsidium geklärt. Die Sanierung des unteren und oberen Marktplatzes, so sieht es das Stufenkonzept auch mit Blick auf den Finanzbedarf vor, wird zeitlich als Bauabschnitt zwei und drei nach hinten gerückt.

Baubeginn frühstens 2023 Aber auch die Straßensanierung startet nicht gleich im nächsten Jahr. Wenn das Vorhaben für förderfähig befunden wird, bleiben drei Jahre für Entwurfs- und

Die Marktplatzstraße in Pliezhausen mit defektem Pflaster soll saniert und samt Gehwegen und Bushaltestelle neben dem Rathaus umgebaut werden. Die Sanierung des unteren und oberen Marktplatzes (rechts), so der Plan, folgt als zweiter und dritter Abschnitt. FOTO: MERKLE Ausführungsplanungen, Ausschreibungen und Vergaben. Ein realistischer Baubeginn wäre wohl nicht vor 2023. Der Gemeinderat, so versicherte Bürgermeister Christof Dold, bleibe Herr des Verfahrens, auch vor dem Hintergrund der Entwicklung der Gemeindefinanzen, einem noch nicht absehbaren weiteren Verlauf der Pandemie samt damit einhergehenden Folgen. In die Gestaltung des unteren und oberen Marktplatzes, so ein Impuls von den Planern in Richtung Verwaltung, könne die Bürgerschaft, ihre Ideen und Wünsche, noch einbezogen werden. Bäume und Brunnen bleiben, Christiane Mairon erachtet weitere Sitzmöglichkeiten als sinnvoll, Pflanzkübel sind denkbar. Im Rat gab es mit Blick auf die Kosten fürs gesamte Vorhaben von gut 2,1 Millionen Euro (wovon die Sanierung des unte-

ren und oberen Marktplatzes nur 400 000 Euro ausmacht), wie Carlo Bös vor- und zusammenrechnete, auch Seitenblicke auf mögliche einfachere Lösung, etwa mit einem Asphaltbelag auf der Straße. So vorgetragen und erfragt von Alfred Brecht (CDU). Bürgermeister Christof Dold warnte angesichts der Förderung davor, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Der Unterschied und die mögliche Ersparnis liege bei einer halben Million Euro und nicht bei knapp unter einer Million Euro.

Busse begegnen sich in der Straße Aus den Ratsreihen gab es allerlei Fragen, Anregungen und Kommentare. So wurde abgeklopft, wie das in dem Bereich mit Leitungen für die geplante Nahwärmeversorgung aussieht sowie bei anderen

Mobilität – Pliezhausen ermöglicht das Carsharing über Elektromobilanbieter »deer«. Die Gemeinde muss nur für die Installation und Wartung der Ladeinfrastruktur aufkommen

In wachsendem Netz elektrisch mobil PLIEZHAUSEN. Für Rebecca Heckmann ist es leicht. Ihr Vortrag stößt in der Sitzung des Pliezhäuser Gemeinderats auf offene Ohren, das Angebot des von ihr vertretenen Anbieters von Carsharing mit Elektrofahrzeugen auf großes Interesse in der Gemeinde. Die deer GmbH aus Calw expandiert gerade stark im süddeutschen Raum, auch im Stadtgebiet von Reutlingen. In großen Städten sind sie als Anbieter von E-Carsharing schon präsent, so etwa in Stuttgart am Flughafen, aber auch in kleineren Schwarzwaldgemeinden. Das Unternehmen, das dem Namen folgend auf einen Hirsch als Bildlogo setzt, ist eine Tochtergesellschaft der Energie Calw GmbH (ENCW). Die ENCW wird von den Stadtwerken Calw und der EnBW als Gesellschafter unterstützt – es gibt also Bezüge zu kommunalen Strukturen. Und genau auch Kommunen hat die deer GmbH neben Unternehmen für ihr Modell des E-Carsharing im Auge. Pliezhausen hat per Beschluss nun den Weg für dieses Angebot geebnet. Eine erste Ladesäule entsteht in der Ortsmitte. Dieser wird zunächst mit einem Fahrzeug von

deer bestückt. In der Basis-Linie sind dies Klein- und Kompaktautos mit Elektroantrieb. Da es zwei Ladeplätze an der Säule geben wird, kann diese auch von Privatleuten für eigene E-Autos genutzt werden.

Anbieter kümmert sich um alles Pliezhausen muss lediglich die Kosten für die Ladesäulen-Installation übernehmen. Da es hierfür, so erläutert Rebecca Heckmann, hohe Zuschüsse bis zu 80 Prozent der Kosten gibt, liege die Investition, je nach Gegebenheiten im Umfeld des Standorts, im Bereich von maximal 4 000 Euro. Der Vertrag läuft über sechs Jahre und sieht pro Jahr zudem eine Pauschale von 500 Euro für die Wartung vor. Der E-Carsharing-Anbieter deer kümmert sich als Rund-um-Dienstleister um die Installation und den Betrieb der Ladesäule, das E-Auto, die Logistik rund ums Vermieten des Fahrzeugs, von der terminlichen Buchung bis zum Bereitstellen und nötigen Transfer eines Autos. Die aktuellen Konditionen: Kunden zahlen 6,50 Euro pro Stunde oder 39,90 Euro pro Tag.

Darin ist alles enthalten, auch beliebig viele Kilometer. Im Falle von Stationen an Flughäfen wie in Stuttgart und Karlsruhe ist zusätzlich eine Gebühr von 20 Euro zu bezahlen. Wenn es mal Schwierigkeiten mit gebuchten Terminen gibt, weil sich eine Rückgabe zu lang verzögert, werden für Kunden mit entsprechenden Buchungen (von einer Viertelstunde bis fünf Jahre im Voraus möglich) auch mal Taxitransfers zu anderen Stationen übernommen. Zuspruch fürs Angebot gab es fraktionsübergreifend. Der Strom fürs Laden, so Rebecca Heckmann auf Nachfrage, wird CO2-neutral aus französischer Wasserkraft bezogen. Der vor drei gestartete Anbieter wächst schnell: 150 Kommunen seien beteiligt, bisher 400 Fahrzeuge im Land im Einsatz, es gebe fast 3 000 aktive Kunden. Die Gemeinde Pliezhausen, die laut Bürgermeister Christof Dold selbst drei eigene E-Fahrzeuge in den Fuhrpark aufnimmt, will das Auto von deer nur bei Bedarf punktuell nutzen, nicht über ein Modell als Ankermieter. Es steht damit den Bewohnern zur Verfügung. (mwm) www.deer-carsharing.de

Leitungen und Kanälen oder auch Rohren fürs Breitband. Was einmal schön gerichtet wird, sollte nicht gleich wieder aufgebaggert und beschädigt werden müssen. Es gab zudem Nachfragen zur verringerten Straßenbreite mit Blick auf sich in dem Bereich begegnende Busse. Da diese an der engsten Stelle auf einer Seite alle die Haltestelle anfahren, sah Carlo Bös hier keine Probleme. Auch der Plan, das zulässige Tempo von 30 auf 20 in dem Geschäftsbereich mit Fußgängerquerungen zu reduzieren, stieß nicht bei allen auf Gefallen – Marion Hennig (FWV) fürchtete eine »Abzockzone« mit Blick auf nötige Tempokontrollen. Susanne Stetter (SPD) fand das Vorgehen in Stufen gut. Dass zwei Parkplätze direkt vor Läden für die Umgestaltung entfallen, ist eine Tatsache, die unterschiedlich bewertet wird. (GEA)

Neuer Traktor für den Bauhof PLIEZHAUSEN. Den alten Kompakt-Traktor zu ersetzen, war schon geplant fürs Jahr 2022, ein Posten im kommenden Pliezhäuser Etat. Nun hat einer der beiden Kompakt-Traktoren aus dem Jahr 2009, mit 4 400 Betriebsstunden auf der Uhr, die für Mäharbeiten, den Winterdienst, die Pflege der Sportplätze und Arbeiten auf Friedhöfen eingesetzt werden, durch einen Defekt vorzeitig den Dienst quittiert, hat einen Schaden am Getriebe und ein gebrochenes Getriebegehäuse. Ohne Reparatur geht nichts mehr. Die Reparatur, die nach Angaben der Pliezhäuser Verwaltung zwischen 15 000 und 20 000 Euro kosten würde, ist nicht mehr wirtschaftlich, auch nicht mit einem dann möglichen Verkauf des reparierten, funktionsfähigen Gebrauchtfahrzeugs. Die Anschaffung des Neufahrzeugs im Wert von 59 500 Euro wird daher nun nur vorgezogen. Es wird lokal über die Firma Kern Landtechnik und Motorgeräte in Gniebel erworben. Aktuell ist beim Bauhof ein Leihfahrzeug im Einsatz, das abhängig von den Betriebsstunden 300 bis 500 Euro pro Woche kostet. Ein längerer Betrieb als Ersatz ist vergleichsweise teuer und auch unwirtschaftlich. (mwm)

VEREINE + VERBÄNDE Chor Fortissimo Glems

TERMINE

Wanderung im Glastal Vor Kurzem wanderte eine kleine Gruppe vom Chor Fortissimo in einem der schönsten Flusstäler auf der Schwäbischen Alb. Start war in Hayingen. Bei sommerlichen Temperaturen führte der Weg durch das wildromantische Glastal, vorbei an glasklarem Wasser und Felsen. Die Natur und das Farbenspiel von Sonne, Wasser und Bäumen waren beeindruckend. Die Gruppe vom Gesangverein Glems kam am Schloss Ehrenfels vorbei und dann zur Wimsener Höhle. Dort wurde im historischen Gasthof Friedrichshöhle eine Pause eingelegt.

Gruppe vom Chor Fortissimo wanderte durch das Glastal. Anschließend ging der Pfad nun entlang an der Zwiefalter Aach durch Gossenzugen bis hinunter nach Zwiefalten. Ein Abstecher in der Klosterkirche durfte nicht fehlen. Bei strahlendem Sonnenschein genoss die Gruppe dann eine Erfrischung

FOTO: VEREIN

im Biergarten des Bierhimmels. Die musikalische Umrahmung der Bierhimmel Musikanten machte die gute Laune der Wandergruppe perfekt. Ein Abendessen in der Brauereigaststätte Blank in Zwiefaltendorf rundete am Ende die Tour ab. (v)

TV Neuhausen Handball: Freitag, 24. September, 19.30 Uhr Jahreshauptversammlung im Bindhof in Neuhausen. Berichte und Wahlen des Kassiers sowie Abteilungsleiters. Musikschule Metzingen: Mittwoch, 29. September, 19.30 Uhr Mitgliederversammlung im Pavillon der Musikschule. Jahrgang 1947/48 Dettingen: Donnerstag, 30. September, 19 Uhr Treffen im Gasthaus Rössle. Es gilt die 3G-Regel. Eintracht Metzingen: Montag, 4. Oktober, 19 Uhr Hauptversammlung im Stausee Hotel Glems. Anträge schriftlich bis Montag, 27. September, an den Vorstand. voice-factory@gmx.de

TC Dettingen: Sonntag, 26. September ab 10 Uhr Weißwurstfrühstück am letzten Heimspiel der Saison der Herren 1. Der Nachholtermin für Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Tennisclubs zum Saisonende am Samstag, 2. Oktober, um 14 Uhr mit Bändelesturnier. Teilnahme für Mitglieder jeden Alters, Anmeldung nicht notwendig. OpenAir-Fest ab 18.30 Uhr, DJ ab 20 Uhr. TSV Dettingen: Freitag, 1. Oktober, 19 Uhr Hauptversammlung im Sportheim. Tagesordnungspunkte und Wahlvorschläge schriftlich bis 24. September bei Ralf Kleih, Fabrikstr. 69, Dettingen. (v)


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KREIS TÜBINGEN DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Verkehr – Umleitung scheint Fahrer zu verwirren

Lkw fährt über Radbrücke TÜBINGEN. Die Steinlachbrücke in Tübingen wird aktuell abgerissen - eine wichtige Zufahrt von der Süd- in die Nordstadt ist deshalb gesperrt. So manchen Verkehrsteilnehmer scheint die ausgeschilderte Umleitung ziemlich zu verwirren. So fuhr am Mittwoch gegen 8.20 Uhr ein Lastwagenfahrer in der Wöhrdstraße aus Richtung des Neckarparkhauses kommend auf die gesperrte Brücke zu. Aus einem der Polizei nicht bekannten Grund bog er auf die neu eröffnete Radbrücke ab, anstatt wie ausgeschildert zu wenden und in Richtung Europaplatz weiter zu fahren. Als er die Brücke überquert hatte und mit seinem Zwölftonner wieder auf die Straße fahren wollte, »streifte er eine Fußgängerampel«, so die Polizei. Sachschaden: Rund 3 000 Euro. Auf einem Bild, das der SWR online stellte, erkennt man, dass es sich um einen Lastwagen des Kirchentellinsfurter Lebensmittel-Großhändlers Hirschburger handelt. Die Firma wollte auf GEA-Anfrage kein Statement abgeben. Mitarbeiter der Stadt Tübingen überprüfen nun, ob die Brücke Schaden genommen hat. Die Stadt behält sich rechtliche Schritte gegen den Lkw-Fahrer vor. Für Radler und Fußgänger sei die Brücke weiter bedenkenlos befahrbar. (kk)

VEREINE + VERBÄNDE TERMINE Freiwillige Feuerwehr Kusterdingen: Hauptversammlung der Gesamtwehr am Freitag, 24. September, um 20 Uhr in der Turn- und Festhalle Mähringen. Neben dem Jahresbericht des Kommandanten sowie Beförderungen und Ehrungen stehen die Resümees der Abteilungsleiter auf der Tagesordnung.

Redaktion Kreis Tübingen

Philipp Förder (pp) Tel. 07121 302-343 Tübingen 07071 9200-10 Fax 07071 9200-60 Reporter: -20 Irmgard Walderich (iwa) -22 Joachim Kreibich (jk) -21 Nadine Sapotnik (sapo) -23 Ines Stöhr (ist) E-Mail: tuebingen@gea.de E-Mail: moessingen@gea.de Seitenproduktion: 07121 302-336 Arnfried Lenschow (al)

10,0 %

9,5 % LINKE

FDP 11,8 %

18,0 % GRÜNE

SPD

15,7 %

30,8 % CDU

4,6 % AfD

6,6 %

5,5 % FDP

LINKE

14,8 % GRÜNE

20,5 % SPD

7,9 % LINKE

CDU

17,1 %

19,0 % GRÜNE

FDP

18,9 % SPD

AfD

2017

41,7 %

2013

30,7 % CDU

4,3 % LINKE

FDP 11,2 %

16,2 % GRÜNE

SPD

CDU

7,1 % FDP

PDS 1,4 %

16,1 %

10 %

GRÜNE

20 %

2009

29,1 %

35,3 %

30 %

2005

32,8 %

40 %

SPD

KUSTERDINGEN. Gymnastik, Tanz und Sprachen gehören auch in Kusterdingen zum Standardprogramm der Volkshochschule. In diesem Monat beginnen die Kurse des Herbst- und Wintersemesters pandemiebedingt erneut unter Einhaltung der aktuellen Hygieneempfehlungen. Neben bewährten Kursen wie Yoga, Jumping Fitness, Faszientraining, Rückenfit, Englisch für Senioren oder Kreativangeboten sind auch neue Angebote im Programm. Zu den neuen Kursen zählen unter anderem Qigong, Aqua-Zumba, Core meets BBP (Übungen für Bauch, Beine, Po) und ein Vortrag über Wildbienen. Während Yoga eine jahrtausendealte indische Lehre zum Aufbau eines körperlichen und geistigen Gleichgewichts durch Körper-, Atem- und Entspannungsübungen ist, gehörten das dynamische Workout auf dem Trampolin (sechs Kurse mit Alexandra Rieder und Jochen Saile) und Fitness-Tänze wie Zumba – erstmals jetzt auch im Wasser – oder Latino Aerobic zu den neueren Trainingsmethoden. Monika Fercho bietet in zwei Kursen Intuitives Malen an, um einerseits mit der »natürlichen kreativen Ausdrucksfähigkeit in Kontakt zu kommen« und andererseits um den Umgang mit Blockaden beim intuitiven Malen. Mit Roswitha Höflacher kann wieder getrommelt werden und Monika Frischknecht gibt als erfahrene Korbmachermeisterin Anleitungen zur Herstellung von Dekokugeln in Chaostechnik. Matthias Küchler gibt in seinem Vortrag über Wildbienen Ideen für Nisthilfen und Nahrungspflanzen im eigenen Garten und auf dem Balkon. Anmeldungen sind telefonisch oder per E-Mail möglich. (ist) 07071 560329 kusterdingen@vhs-tuebingen.de

2002

50 %

39,3 %

Neues Angebot: Aqua-Zumba

Bundestagswahlen von 2002 bis 2017 im Wahlkreis Tübingen – Zweitstimmen (Parteiergebnis)

CDU

Volkshochschule – Über 30 Kurse in Kusterdingen

Wahlkreis Tübingen – Vier Abgeordnete wollen ihr Mandat verteidigen. Briefwahl nimmt weiter zu

Grüne: CDU-Dominanz beenden VON JOACHIM KREIBICH KREIS TÜBINGEN. Ein großer Teil hat schon gewählt. 46 Prozent haben Briefwahlunterlagen angefordert, heißt es im Tübinger Rathaus. Ähnliches melden die 20 weiteren Städte und Gemeinden im Wahlkreis Tübingen-Hechingen. Doch zumindest jeder Zweite kann seine Stimme noch persönlich in den Wahllokalen abgeben. Und ausgezählt wird erst am Sonntagabend. Wer holt das Direktmandat? Mit einer Ausnahme waren das seit 1980 die Kandidaten der CDU. Dreimal Jürgen Todenhöfer, zweimal Claus-Peter Grotz und fünfmal Annette Widmann-Mauz. Nur die spätere SPD-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin hat die Serie 1998 durchbrochen – sehr zum Ärger von Claus-Peter Grotz. Angesichts bundesweit guter Umfragewerte für die Grünen hat Chris Kühn vor Wochen angekündigt, er wolle die CDU-Dominanz im Wahlkreis beenden und hoffe auf mehr Erststimmen als die amtierende Staatsministerin für Integration, Annette Widmann-Mauz.

In der Stadt Tübingen hat Kühn das vor vier Jahren geschafft. Der Grüne lag dort mit 28,7 Prozent vor der Christdemokratin, die auf 25,3 Prozent kam. Doch die Grünen-Hochburg steht im Kontrast zum »schwarzen Westen« jenseits von Tübingen und den sechs Gemeinden aus dem Zollernalbkreis, die seit 41 Jahren zum

Wahlkreis zählen und deutlich konservativer eingestellt sind. Widmann-Mauz blieb souverän an der Spitze der Wählergunst und bekam insgesamt annähernd so viele Stimmen wie der jetzige grüne Herausforderer Chris Kühn und SPDMann Martin Rosemann zusammen. Dieser Vorsprung von mehr als 16 000 Erststimmen scheint auf den ersten Blick uneinholbar. Doch die rund 13 000 Stimmen Abstand, die CDU-Mann Klaus Tappeser 2006 bei der Landtagswahl auf die junge Hoffnung der Grünen Boris Palmer hatte, schienen seinerzeit ebenfalls unüberwindlich.

Ausnahme FDP Beim nächsten Urnengang 2011 hat Grünen-Newcomer Daniel Lede Abal dann jedoch das Kunststück geschafft und CDU-Kandidatin Lisa Federle mit 21 Stimmen Differenz das Nachsehen gelassen. Könnte sich so etwas auf anderer Ebene wiederholen? Widmann-Mauz hat jedenfalls ihren Anhängern eingeschärft, dass es bei einer Bundestagswahl ganz gewaltig auf die Erststimme ankommt. Der Blick auf die Landesliste der CDU offenbart: Die Vorsitzende der FrauenUnion genießt in der Partei höchstes Ansehen und ist sozusagen Spitzenkandidatin im Land. Wolfgang Schäuble behauptet zwar Platz eins, für die 55-Jährige wurde aber wieder der Platz gleich dahinter reserviert. Mahner sagen allerdings: Es könnte theoretisch sein, dass die Landesliste bei der CDU gar keine Rolle spielt, wenn die Partei insgesamt schwach abschneidet, aber trotzdem viele DirektKandidaten in den Wahlkreisen durchbringt. Mit Ausnahme von Julian Grünke von der FDP sind die Tübinger Kandidaten der

größeren Parteien auf ihren Landeslisten jeweils unter den Top Ten. Chris Kühn (Grüne) ist vorgerückt von Platz sechs auf Platz vier. Martin Rosemann (SPD), nun ebenfalls auf Platz vier, hat einen Sprung von Nummer 14 in die Spitzengruppe gemacht. Er musste beim vorigen Mal lange um sein Mandat zittern. Heike Hänsel (Linke) war 2017 auf Platz zwei und ist diesmal auf Platz fünf.

Kurzzeitig fünf Abgeordnete Kühn, Rosemann und Hänsel haben wie Widmann-Mauz den Wahlkreis als Abgeordnete im Bundestag vertreten – in dieser Vierer-Kombination seit 2013. Hänsel ist seit 2005 Abgeordnete. WidmannMauz sogar schon seit 1998. Die Balingerin kam damals über die Landesliste und hat dann Tübingen »adoptiert«. Im Mai 2021 erweiterte Christopher Gohl von der FDP das Tübinger Quartett vorübergehend zu einem Quintett. Von Nummer 13 der Landesliste kam er als Nachrücker für Christian Jung ins Parlament (Jung war in den Landtag gewechselt). Der Tübinger Kurzzeit-Abgeordnete hat sich aber nicht wieder aufstellen lassen. Parteikollege Grünke steht noch fünf

Plätze weiter hinten auf der Landesliste der Liberalen als sein Vorgänger Gohl beim vorigen Mal. Ingo Reetzke hat keine Chance auf ein Mandat. Die AfD machte beim Parteitag mit innerparteilichem Streit Schlagzeilen und hat nur eine Liste mit zwölf Namen eingereicht. Der Reutlinger, der im Wahlkreis Tübingen-Hechingen kandidiert, ist nicht darunter. Mit viel geringeren Stimmenzahlen müssen die weiteren Direktkandidaten der kleinen und Kleinst-Parteien rechnen: Rechtsanwalt Oliver Mohr für die Tierschuztpartei, Christiane Lawrenz für »Die Partei«, Andreas Weber von den Freien Wählern, Kornelius Schultka von der ÖPD, Stefan Klepp von Demokratie in Bewegung, Claudia Lenger-Atan von der MLPD und Johanna Pardo für die Basisdemokratische Partei Deutschlands. Zumindest die vier Letzteren sind mehr oder weniger häufig auch mit InfoStänden in der Unistadt vertreten gewesen. Insgesamt sind es 13 Bewerber. 2017 waren es nur neun. Noch größer ist die Auswahl bei den Zweitstimmen. 24 Parteien werben darum, dass die Wähler bei ihnen ihr Kreuz machen. (GEA)

WAHLPARTYS IM WAHLKREIS 290

Gemeinsam feiern oder leiden Das Partylokal ist gebucht, auch wenn niemand weiß, ob es am Sonntagabend wirklich was zu feiern gibt; falls nicht, spendet ja das gemeinsame Leiden auch Trost. Die Kreis-CDU, die sich 2017 beim Italiener in Tübingen getroffen hat,

verlässt die Grünen-Hochburg wieder und versammelt sich von 17.30 Uhr an im Schloss-Saal in Bühl. Dagegen bleiben SPD und Grüne im Zentrum der Unistadt: Die SPD versammelt sich von 17.30 Uhr an im Hauptbahnhof, die Grünen treffen sich zur

Wahlparty im »Willi« in der Wilhelmstraße 3/1. Im Restaurant Japengo in der Schaffhausenstraße 113 treffen sich um 17.30 Uhr die Liberalen. Nicht weit davon entfernt ist der Treffpunkt der Linken: im Ristorante Riva in der Bismarckstraße 144. (pp)

DRK-Bereitschaft – Helfer aus Kirchentellinsfurt und Kusterdingen suchen mit Drohnen nach Vermissten und Verletzten

Unterstützung aus der Luft KIRCHENTELLINSFURT. »Wir gehen in die Luft«, heißt es neuerdings beim DRKOrtsverein Kirchentellinsfurt-Kusterdingen. Die Bereitschaft hat Drohnen angeschafft, die Helfer zu Piloten ausgebildet und eine neue Einsatzgruppe geschaffen. Sie kann im Bedarfsfall von oben nach Verletzten oder Vermissten suchen und Einsatzleitern helfen, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen, wenn’s unübersichtlich ist. »In anderen Ländern gibt’s so etwas schon länger«, sagt Bereitschaftsleiter Matthias Raster. In der Gegend ist eine solche Schnelleinsatzgruppe mit Drohnen eine absolute Seltenheit. Nur Biberach und der Zollernalbkreis haben bisher Ähnliches vermeldet. Mitten in der Pandemie, Ende 2020, hat man in Kirchentellinsfurt und Kusterdingen den Beschluss gefasst. Im Februar 2021 begann der erste Unterricht, von März bis Juni wurden 13 Helfer ausgebildet. 15 weitere sind jetzt dran und absolvieren mehr als 100 Ausbildungsstunden. »Man muss unheimlich viel üben«, sagt Raster und ist froh, dass man sich mit dem Hofgut ganz unkompliziert auf die Nutzung des Einsiedel-Geländes verständigen konnte. Auch die Theorie ist anspruchsvoll: Die Führerschein-Kandidaten müssen unter anderem über Luft-

recht und Flugverbotszonen Bescheid wissen. Raster stellt klar: Die Gruppe mit ihren zwei Drohnen soll weder Rettungshundestaffeln noch den Helikopter der Polizei ersetzen. Aber sie verfügt über eine Wärmebildkamera und kann immer angefordert werden, wenn der Blick von oben weiterhilft. Beim Flug über ein Maisfeld kann aus 80 Metern Höhe bestimmt werden, ob sich ein Reh versteckt oder sich ein Mensch dort in hilfloser Lage befindet.

Überraschung im Maisfeld Eine Einsatzgruppe hat am Mittwoch beim Faulbaum alles für eine Kurz-Präsentation inklusive Überraschung vorbereitet. Gruppenführer Konrad Dirscherl gibt das Startzeichen, Felix Eberhardt hat den Luftraum im Blick und weiß, dass man heute keinem Roten Milan in die Quere kommt – der mag die Drohne nämlich gar nicht und will sie verjagen. Pilotin Anna Reindl steuert das Flugobjekt. Die Kamera liefert scharfe Bilder. Und auch der Laie erkennt auf der linken Hälfte des Monitors alle warmen Flächen. Der Sensor markiert sie rot. Raster und Dirscherl schauen kritisch auf das Maisfeld. Der Journalist ist verblüfft: Stimmt da was nicht? Tatsächlich: ein Mensch. Alicia

Drohne im Anflug (von links): Gruppenführer Konrad Dirscherl, Pilotin Anna Reindl und Luftraumbeobachter Felix Eberhardt beenden den erfolgreichen Test-Einsatz. FOTO: KREIBICH Gutbrod hatte den Auftrag, sich irgendwo zu verstecken. Mit der Drohne haben die Kollegen sie ausfindig gemacht. Bei der Suche nach Vermissten in Wannweil und Kusterdingen hat man die Drohnen-Technik schon genutzt. Möglich ist per Funk-Übertragung auch, dass sich ein Einsatzleiter im Fahrzeug am Monitor ein Bild von einer schwierigen Lage verschafft. Auch die Feuerwehr könnte profitieren. Wenn die Drehleiter nicht hoch genug ist: Die Drohne kann im Überflug

zum Beispiel Brandnester im Dach aufspüren. »Wir kommen, wenn man uns anfordert«, sagt Raster. Auch bei THW und DLRG-Einsätzen könnte die Technik Verwendung finden. Finanziert hat man die 30 000 Euro teure Ausgabe durch mehrere Spenden. Und weil das mit der Ausbildung so gut geklappt hat, haben DRK-Kollegen von anderswo bei Staffel-Leiterin Jennifer Kirschbaum schon nachgefragt, ob sie das Konzept dafür weitergibt. (-jk)


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KREIS TÜBINGEN

Klinikum – Beschäftigte wollen bequemer zur Arbeit

Pendler für die Stadtbahn TÜBINGEN. Das Uniklinikum hat in Abstimmung mit dem Zweckverband Regional-Stadtbahn eine Befragung seiner Beschäftigten durchgeführt, die auch Aufschluss über den Nutzwert der RegionalStadtbahn mit Innenstadtstrecke für die Kliniken geben sollte. 1 233 Beschäftigte haben an der Befragung teilgenommen, eine Quote von knapp 20 Prozent. Die wesentlichen Ergebnisse kurz zusammengefasst sind: In der Stadt Tübingen sprechen sich nur 40 Prozent der Befragten für den Bau der Innenstadtstrecke aus. Beschäftigte im Kreis Tübingen jenseits der Stadtgrenze sprechen sich mit 56 Prozent für die Strecke aus. Am höchsten ist die Zustimmung der Pendler aus anderen Landkreisen mit 64 Prozent. Für den Weg zur Arbeit sehen nur 13 Prozent der Befragten aus Tübingen einen Vorteil der Innenstadtstrecke, aber jeweils 38 Prozent der Beschäftigten aus dem Kreis und den Nachbarkreisen. Keine Vorteile der Innenstadtstrecke sehen 54 Prozent der Tübinger Befragten und je knapp 40 Prozent aus den Kreisen. Für mehr Parkplätze am Klinikum sprechen sich 60 Prozent der Befragten aus der Stadt und knapp 80 Prozent aus den Kreisen aus.

Eine große Verantwortung Klinikchef Professor Michael Bamberg sieht durch die Umfrage sehr deutlich bestätigt, dass die Erreichbarkeit der Kliniken verbessert werden muss: »Der Wunsch nach mehr Parkplätzen ist stärker ausgeprägt als die Erwartungen an die Regionalstadtbahn. Wir spüren, dass wir wegen der Probleme auf dem Arbeitsweg zunehmend mehr Schwierigkeiten haben, Personal zu gewinnen. Viele Beschäftigte wollen gerne mit dem Nahverkehr zur Arbeit, andere bevorzugen das Auto. Daher brauchen wir beides: Die Innenstadtstrecke und ein weiteres Parkhaus am Schnarrenberg.« Rektor Bernd Engler sieht die Vorzüge der Innenstadtstrecke durch die gute und schnelle Erreichbarkeit der Universität: »Schnelle und klimafreundliche Verkehrsverbindungen in der Region helfen insbesondere denjenigen Beschäftigten, die in Tübingen selbst keine Wohnung finden.« Tübingens OB Boris Palmer sieht im Ergebnis der Befragung die große Schwierigkeit der bevorstehenden Abstimmung bestätigt: »Die Pendler aus dem Umland wünschen sich mit deutlicher Mehrheit die Innenstadtstrecke, aber die Befragten aus Tübingen lehnen sie mehrheitlich ab, weil sie für sich selbst keinen Nutzen sehen. Abstimmen können aber nur wir Tübinger. Das ist eine große Verantwortung. Angesichts des hohen Anteils der Autopendler von 75 Prozent ist die Zustimmung von rund 60 Prozent dieser Gruppe ein sehr ermutigendes Signal.« (a)

DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Inzidenz sinkt ganz leicht auf 81,0 KREIS TÜBINGEN. Gestern wurden dem Gesundheitsamt 56 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit liegt die Gesamtzahl im Kreis Tübingen bei 10 570 Fällen. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner liegt bei 81. Am Dienstag waren es 81,4. Es sind viele familiäre Häufungen unter den neuen Fällen, aber

Diskussion über das politische Klima in Tübingen

auch Infektionen, bei denen die Quelle nicht nachvollzogen werden kann. An bereits betroffenen Schulen sind weitere Einzelfälle aufgetreten. Aktuell versorgt das Uniklinikum zwölf mit dem Coronavirus infizierte Patientinnen und Patienten, davon weiter sechs auf der Intensivstation. Es bleibt bei 189 Todesfällen. (a)

TÜBINGEN. Die Gesellschaft Kultur des Friedens lädt zu zwei Veranstaltungen ein anlässlich der Bundestagswahl und der lokalen Abstimmung zur Stadtbahn. Am Freitag, 24. September, 17.30 Uhr gibt es auf dem Tübinger Holzmarkt eine Kundgebung und ein offenes Forum mit Diskussion zum Thema

»Krieg killt Klima« über den Zusammenhang von Krieg, Aufrüstung, Militärmanöver und Klimazerstörung. Ein offenes Diskussionsforum zum Thema »Politisches Klima in Tübingen« folgt am Samstag, 25. September, um 16.30 auf dem Holzmarkt über lokale und globale Herausforderungen in der Uni-

Kriminalität – Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Straftaten im Landkreis Tübingen zurückgehen lassen

Weniger Betrug, mehr Sexualdelikte VON IRMGARD WALDERICH GOMARINGEN. Die Coronapandemie hat ihre Spuren in der Kriminalstatistik hinterlassen. Die große Tendenz: »Es ging alles zurück«, sagt Polizeipräsident Udo Vogel und fügt gleich hinzu: »Ich glaube nicht, dass das so bleibt.« Trotz rückläufiger Zahlen in allen Bereichen einschließlich der Verkehrsunfälle hat die Polizei mit einigen Problemfeldern zu kämpfen. Dazu gehören die große Zahl an kinderpornografischen Delikten und Betrugsfälle, bei denen alte Menschen mithilfe des Enkeltricks um ihr Vermögen gebracht werden. Immer mehr habe die Polizei auch mit psychisch auffälligen Menschen zu tun, berichtete Vogel gestern den Mitgliedern des Sozial- und Kulturausschusses im Tübinger Kreistag. Den deutlichen Anstieg der Sexualdelikte erklärt der Polizeipräsident unter anderem mit einem veränderten Anzeigeverhalten. Die Sorge, dass Fälle von häuslicher Gewalt in der Pandemie zunehmen könnten, habe sich dagegen nicht bestätigt. Von den vier Landkreisen, die von dem Polizeipräsidium betreut werden, verzeichnete nur der Landkreis Tübingen einen Anstieg von rund 19 Prozent.

Der neue Präsident des Polizeipräsidiums Reutlingen, Udo Vogel, stellte die Kriminalitätsstatistik im Tübinger Kreistag vor. FOTO: POLIZEI

Schwer zu kämpfen haben die Beamten mit der großen Zahl an Kinderpornografie im Internet. »20 Menschen machen nichts anders mehr«, berichtet Vogel. In einem Fall seien 300 000 Bilder und 18 000 Videofilme sichergestellt worden. Sachbearbeiter müssen sich bis zu sechs Filme gleichzeitig anschauen. 500 bis 600 Verfahren seien derzeit anhängig, sagt Vogel. Die Beamten müssen aus dieser Flut als Erstes herausbekommen, welcher Täter aktuell Zugriff auf ein Kind hat. Sorge bereitet dem Polizeipräsidenten und Vater drei Kinder auch, wie leicht der Zugriff auf Rauschgift für Jugendliche geworden ist. Mittlerweile seien Mengen im Umlauf, wie es sie früher nicht gegeben hätte. So hat die Polizei allein im Jahr 2020 insgesamt 15,7 Kilogramm Cannabis

beschlagnahmt, 153 Gramm Heroin und vier Kilogramm Amphetamine. Die Betrugsfälle sind zwar zurückgegangen. Aber für Vogel ist »jeder Fall einer zu viel.« Immer wieder funktioniere der Enkeltrick bei älteren Menschen. Die Opfer seien oft »wie ferngesteuert« und schämten sich anschließend zu Tode, dass sie sich um Hab viel Geld haben bringen lassen. »Die Täter haben praktisch kein Risiko, aber eine super Einnahme.« Verstärkt haben die Beamten auch mit psychisch auffälligen Menschen zu tun. Bürgermeisterin Daniela Harsch konnte

TÜBINGEN. Die jüngst von Tübingens OB Boris Palmer und Dr. Tobias Bernecker, Geschäftsführer des Zweckverbands Regionalstadtbahn, ins Spiel gebrachten Möglichkeiten alternativer Trassenführungen der Regionalstadtbahn bei der Tübinger Innenstadtstrecke werden von der Bürgerinitiative »Tübinger*innen sagen Ja zur Innenstadtstrecke« begrüßt. Erwähnt wurde etwa die Möglichkeit einer eingleisigen Streckenführung in der Mühlstraße, wo es sonst besonders eng werden würde. »Am Sonntag stimmen wir darüber ab, ob wir in Tübingen eine Stadtbahn haben wollen. Die Einzelheiten müssen wir möglicherweise nochmal diskutieren«, so Adrian Lächle von der Bürgerinitiative. Man befinde sich in den Vorplanungen zum Projekt. »Noch ist nichts in Stein gemeißelt und wir müssen über alles diskutieren. Mit einem Nein am Sonntag verbauen wir uns diese Möglichkeit, diskutieren ewig über Alternativen, die am Ende nicht zielführend sind und verschwenden damit wertvolle Zeit. Dabei steht doch fest: Wir brauchen eine Bahn, die umsteigefrei die großen Arbeitgeber in der Stadt anbindet.« (eg)

das für die Stadt Tübingen nur bestätigen. Auch Hasskriminalität und Gewalt gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte sind auf dem Vormarsch. Die Gesellschaft werde immer diverser, die Meinungen immer extremer beschreibt es Vogel. Das reicht dann von Beleidigen bis Anspucken und tätliche Angriffe. Zumindest was die Hasskriminalität angeht, nahm Landrat Joachim Walter auch die Richter in die Verantwortung. Schließlich sei imKünast-Urteil geradezu eine höchstrichterliche Einladung dazu ausgesprochen worden. (GEA)

ZAHL DER STRAFTATEN GING UM FÜNF PROZENT ZURÜCK

Ausnahme Kusterdingen: Betrugsserie wurde aufgeklärt Knapp 9 000 Straftaten zählte die Polizei in den Jahren 2019 und 2020 im Landkreis Tübingen. Das ist ein Rückgang von über fünf Prozent. Aufgeklärt wurden dabei fast 60 Prozent. Betrugsstraftaten (rund 50 Prozent weniger) und Wohnungseinbrüche (rund 27 Prozent weniger) sind am deutlichsten

zurückgegangen. Um rund 45 Prozent gestiegen sind dagegen die Hausfriedensbrüche. Auch die Sexualdelikte haben um rund 24 Prozent zugenommen. Insgesamt 3 722 Tatverdächtige zählte die Polizei 2019, im Jahr 2020 waren es 3 702. Rund ein Drittel davon sind Nicht-

deutsche, der Anteil der Flüchtlinge liegt bei knapp zehn Prozent. Die einzelnen Gemeinden spiegeln das Kreisergebnis. Große Ausnahme ist Kusterdingen. Dort stieg die Zahl der Straftaten um 72 Prozent auf 207 Fälle. Das liegt an einer aufgeklärten Betrugsserie. (iwa)

Kriminalität – Telefonbetrüger schlagen zu

Goldmünzen ergaunert

Stadtbahn – Alternativen bei Streckenführung

Eingleisig in der Mühlstraße?

stadt, unter anderem am Beispiel Klima, Mobilität, Gesundheit, Frieden, Geflüchtete, Demokratie, Rolle der Medien. Es soll ein generationsübergreifender öffentlicher Meinungsaustausch über Parteigrenzen hinweg werden – auch mit Gemeinderäten, Landtagsabgeordneten und Bundestagskandidaten. (eg)

Die eitle Königin liegt am Boden. Aber was hat Aschenputtel damit zu tun?

FOTO: EBER

Kultur – Das Theater »Albträumer« wirbelte nicht nur die Märchenwelt gehörig durcheinander. Bei der Premiere in Dußlingen am Samstag wurde auch das Publikum bewegt

Wenn Gretel ohne Hänsel auftritt DUSSLINGEN. Gundula Gothel ist verzweifelt. Die Hüterin der Märchenwelt hat versagt. »Ich habe das alles nicht mehr unter Kontrolle.« Der Dame mit dem schwarzen Zylinder sind nicht nur die Märchen durcheinander gekommen, auch die bekannten Akteure sind verschwunden. Prinzen und Königstöchter, liebe Großmütter und schreckliche Räuber, Gute und Böse. An einem märchenhaft schönen Haus aus dem 16. Jahrhundert startet am Hindenburgplatz 13 in Dußlingen die Suche nach den Figuren. Gut, dass das ganze Ereignis nur ein Theaterstück ist. Aber kann man sich da so sicher sein? Silke Saracoglu hatte »Märchenfreunde und Freunde der Realität« eingeladen. Die Regisseurin hatte gemeinsam mit ihrer Assistentin Simone Benzinger und dem Ensemble des Theaters »Albträumer« ein Stück erarbeitet, das die in Unordnung geratene Welt thematisiert. Das Außergewöhnliche an dieser Theater-

gruppe: Alte und junge Menschen spielen gemeinsam, Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Lebensgeschichten. »Leute, die sich ohne die Theatergruppe im Alltag wohl nicht begegnet wären«, meint Wolfgang Herzog. Vor zwei Jahren hatte die Dußlinger Bürgerstiftung, deren Vorsitzender er ist, die Idee, das Gemeindeleben mit einer Schauspielgruppe zu bereichern. »Folg dem Zwerg« heißt das aktuelle Stück, die Premiere am Samstag war auf 75 Zuschauer limitiert und ruckzuck ausverkauft. Lustig sprechende, aber resolute Zwerge führten die in fünf Gruppen aufgeteilten Gäste an diverse Spielorte in Dußlingens alten Gassen. Schnell wurde klar, was die Hüterin der Märchenwelt gemeint und Wolfgang Herzog als »Dußlinger Märchensalat« bezeichnet hatte. »Spieglein, Spieglein an der Wand…« Klar, das war doch die eitle Königin aus Schneewittchen. Ärger bekam die aber mit einer jun-

gen Dame, die sich abmühte, einen goldenen Schuh anzuziehen. Viel Spaß hatte das Publikum beim Erraten der Märchen und der mitreißenden Darbietung. Allzu viel soll nicht verraten werden, schließlich treten die »Albträumer« mit ihrem Märchen-Kuddelmuddel-Theater am Samstag und Sonntag, jeweils um 16.30 Uhr auf dem Hindenburgplatz noch zweimal auf. Gretel ohne Hänsel kommt jedenfalls vor, eine zwielichtige Frau, die Kinder für sich schuften lässt, ein Mädchen namens Ilse sorgt für Wirbel, und es ist auch Platz für eine lokale Legende. Es wird die Frage angesprochen, ob sich 150 Jahre Warten gelohnt haben (und wenn ja, für wen) und wo Hänsel geblieben ist. Gut eineinhalb Stunden unterhält die sympathische Schauspieltruppe das Publikum mit kuriosen Märchenfetzen. Jede Spielstätte bietet ausreichend Sitzplätze. Aber Achtung: Der Faden zur Realität wird im Laufe des Abends dünner… (rab)

TÜBINGEN/DUSSLINGEN. Um Goldmünzen in fünfstelligem Wert ist eine Seniorin am Dienstagvormittag in Tübingen betrogen worden. Die 87-jährige Frau erhielt gegen 10 Uhr einen Anruf, in dem sich eine Frau mit weinerlicher Stimme meldete. Nachdem die Seniorin zunächst davon ausging, die Anruferin habe sich verwählt und auflegte, rief die Betrügerin erneut an, sodass die Frau annahm, es würde sich um ihre Tochter handeln. Das Gespräch wurde dann an eine Komplizin weitergeben, die sich als angebliche Staatsanwältin vorstellte. Diese erzählte der Frau eine frei erfundene Geschichte, die Tochter hätte einen Verkehrsunfall verursacht, bei der eine Radfahrerin getötet wurde. Zudem wäre der Schwiegersohn schwer verletzt. Um zu vermeiden, dass die Tochter ins Gefängnis müsse, solle die Frau einen fünfstelligen Geldbetrag zahlen. So unter Druck gesetzt, ließ sich die Seniorin überreden, eine Goldmünzensammlung an eine Kurierfahrerin zu übergeben. Das tat sie wenig später an der Haustür an eine Komplizin der Betrüger, die sich sofort mit der Beute zu Fuß entfernte. Die Abholerin wird als etwa 25 Jahre alt, 158 Zentimeter groß und von dunklem Teint beschrieben. Sie hatte schwarze, zum Zopf gebundene Haare und sprach akzentfreies Deutsch.

Enkelin verhindert Übergabe In letzter Minute noch verhindert werden konnte am Dienstagnachmittag ein gleicher Fall in einer Tübinger Kreisgemeinde. Hier hatte ein 80 und 81 Jahre altes Seniorenpaar einen Anruf einer angeblichen Enkelin erhalten, die der Frau die gleiche frei erfundene Geschichte von einem angeblichen Unfall auftischte. Wieder wurde das Gespräch, dieses Mal an eine angebliche Polizeibeamtin, übergeben, die eine fünfstellige Geldsumme forderte, um einen Gefängnisaufenthalt abzuwenden. Den Betrügern gelang es, die Frau so unter Druck zu setzen, dass sie sich zur Bank begab und mit der geforderten Summe auf den Weg zur Übergabe machte. Erst durch den Anruf ihrer echten Enkelin flog der Schwindel auf, und die Geldübergabe fand nicht statt. (pol)


KREIS TÜBINGEN DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Brände – Mehrfach Müll und Altkleider angezündet

In Fachklinik untergebracht OFTERDINGEN/TÜBINGEN. Wegen Verdachts der versuchten Brandstiftung und der Sachbeschädigung durch Brandlegung ermitteln die Staatsanwaltschaft Tübingen und der Polizeiposten Mössingen gegen einen 33-Jährigen. Dem polizeibekannten Tatverdächtigen wird zur Last gelegt, am Montagabend in der Mössinger Straße in Ofterdingen zunächst an einem Container abgelegte Altkleider angezündet und wenig später in der Daimlerstraße in Mössingen eine Mülltonne in Brand gesetzt zu haben. Zudem wird er verdächtigt, bereits am Montagmorgen für den Brand von Müll und Altkleidern an einem Container am Sportplatz in Belsen verantwortlich zu sein. Am frühen Montagmorgen gegen 0.30 Uhr wurde die Polizei alarmiert, nachdem Zeugen vor einem Altkleidercontainer in der Straße Ernwiesen brennenden Müll und Altkleider entdeckten. Das Feuer konnte von den Zeugen bis zum Eintreffen der Polizei gelöscht werden. Ermittlungen ergaben erste Hinweise auf den 33-Jährigen. Am gleichen Abend, gegen 21.20 Uhr, wurde durch Zeugen ein weiterer Brand an einem Altkleidercontainer in Ofterdingen entdeckt. Vor Ort trafen die hinzugerufenen Polizeibeamten auf den 33-Jährigen, gegen den sich der Tatverdacht so weit erhärtete, dass er vorläufig festgenommen wurde. Der Mann wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an seiner Wohnanschrift zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nur kurz auf freiem Fuß Kurz vor Mitternacht wurde die Polizei erneut alarmiert, nachdem nun in der Daimlerstraße in Mössingen eine Mülltonne brannte. Dabei wurde erneut der 33-Jährige entdeckt, wie er bereitgelegtes Altpapier anzündete. Er wurde an Ort und Stelle festgenommen. Die Mülltonne musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Ob ein Sachschaden entstanden ist, ist noch nicht bekannt. Der tatverdächtige syrische Staatsangehörige wurde am Dienstag dem Haftrichter beim Amtsgericht Tübingen vorgeführt. Dieser erließ den von der Staatsanwaltschaft beantragten Unterbringungsbefehl und setzte ihn in Vollzug. Der Mann wurde in eine forensische Fachklinik eingeliefert. (pol)

Jugendliche bei Sturz schwer verletzt GOMARINGEN. Schwere Verletzungen hat eine Jugendliche beim Sturz von ihrem Fahrrad am Dienstagnachmittag erlitten. Die 14-Jährige befuhr kurz vor 16 Uhr zusammen mit einer Freundin den Radweg neben der L 384 von Gomaringen herkommend in Richtung Nehren. Hierbei wurden sie von einem bislang unbekannten, etwas jüngeren Jungen auf seinem Fahrrad überholt. Dieser schnitt im Anschluss die 14-Jährige, sodass diese ausweichen und abbremsen musste. Dabei verlor die Jugendliche die Kontrolle über ihr Rad und stürzte zu Boden. Der Unbekannte fuhr anschließend ohne anzuhalten in Richtung Nehren weiter. Nach einer notärztlichen Erstversorgung an der Unfallstelle wurde die Verletzte mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Die Ermittlungen der Verkehrspolizei nach dem Unfallverursacher dauern an. (pol)

Critical Mass fürs Klima auf Radtour MÖSSINGEN. Die Fahrradinitiative Critical Mass Mössingen lädt am Freitag, 24. September, zur Tour durch Mössingen ein. Weltweit finden an diesem Tag Aktionen zum Klimaschutz statt. Die Mössinger Initiative tritt für einen besseren und klimaschonenden Radverkehr in der Stadt und der Region ein. Mit dem Radkorso soll auf eines aufmerksam gemacht werden: Mehr Rad – weniger CO2. Treffpunkt für alle, die mitradeln wollen, ist um 17 Uhr auf dem Mössinger JakobStotz-Platz.(eg) https://criticalmassmoessingen.com cm-fahr-rad@posteo.de

Zwei Verletzte bei Auffahrunfall mit drei beteiligten Autos OFTERDINGEN. Zwei Verletzte, drei beteiligte Fahrzeuge und einen Sachschaden in Höhe von circa 18 000 Euro gab es bei einem Verkehrsunfall am Dienstagvormittag auf der Hechinger Straße (B 27). Gegen 10.40 Uhr war eine 28-Jährige mit einem VW Golf in Richtung Tübingen unterwegs. Vor der Einmündung

der Krummenstraße erkannte sie zu spät, dass die vorausfahrenden Fahrzeuge an der dortigen Ampel abgebremst hatten und fuhr ins Heck eines Skoda, der von einem 64 Jahre alten Mann gelenkt wurde. Der Skoda wurde durch die Wucht des Aufpralls noch auf den Mercedes einer 71-Jährigen

geschoben. Sowohl die Unfallverursacherin als auch die 59 Jahre alte Beifahrerin im Skoda verletzten sich nach derzeitigem Kenntnisstand leicht. Zur weiteren Untersuchung und Behandlung wurde Erstere vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht. Ihr Wagen musste abgeschleppt werden. (pol)

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Last-Minute-Schupperkurs Qigong GOMARINGEN. Kurzentschlossene können heute Abend noch an einem kostenlosen QigongSchnupperkurs der Volkshochschule Gomaringen im Barocksaal im Schloss Gomaringen teilnehmen. Qigong ist eine Atem-, Bewegungs-, Konzentrationsund Meditationsform zur Gesundheitsvorsorge und zur

Stärkung der Selbstheilungskräfte. Die gleichmäßig fließenden Bewegungen beruhigen den Atem, regulieren den Kreislauf. Beginn ist um 19.45 Uhr, Ende um 21.15 Uhr, Kursleiterin ist Erika Orgas. Interessierte sollten eine Matte mitbringen. Es gilt die 3-G-Regelung. Infos unter 07072 9227990. (vhs)

Veranstaltung – Von 26. September bis 3. Oktober feiert Mössingen die süßen Früchte von seinen Streuobstwiesen

Ein Hoch auf den Apfel VON PHILIPP FÖRDER

ker auf die Strecke und um 10.45 Uhr die Kinder bei einem Mini-Apfellauf. Streckenpläne und weitere Informationen gibt es unter www.lg-steinlachzollern.de/veranstaltungen/apfellauf.

MÖSSINGEN. Mit einem großen Apfelfest wird’s wieder nichts. Mehrere Tausend Besucher in Corona-Zeiten, das geht nicht, sind sich die Stadt Mössingen und das Netzwerk Streuobst einig. Statt dessen gibt es aber eine ganze Apfelwoche: Von 26. September bis 3. Oktober dreht sich in der Steinlachstadt, die auf ihrer Markung immerhin rund 40 000 Obstbäume stehen hat, alles um den Apfel.

. Verkostung

Wenn so viel über Äpfel geredet wird, gibt es denn auch welche zu essen? Natürlich. Das Café Pausa am Löwensteinplatz bietet eine kulinarischen Apfelwoche und dazu am Montag, 27. September, 19 Uhr, noch ein Most-Tasting. Äpfel von Mössinger Streuobstwiesen verkauft das Netzwerk am Freitag, 1. Oktober, auf dem Wochenmarkt. Wer selbst Äpfel verkaufen möchte, kann dies beim Netzwerk Streuobst melden. Dort sind dann ab Montag alle Verkaufsstellen in der Stadt gelistet, und der Verkäufer muss sein Obst nur noch auf seinem Grundstück bereitstellen, den Preis angeben und ein Kässle dazustellen. Auch im Haus Blumenküche und der Benevit-Tagespflege gibt es Leckeres mit Äpfeln.

. Kultur

Ein bisschen fremd gehen die Lichtspiele mit ihrem Film »KirschblütenHanami«, aber mit Kirschen ist Mössingen ja auch reichlich gesegnet. Zu sehen ist der Film mit Hannelore Elsner und Elmar Wepper am Freitag, 1. Oktober, um 20.15 Uhr. Neben einer Ausstellung und einer Vorlesegeschichte mit Basteln am 29. September ist ein Highlight der Auftritt von Fräulein Brehms Tierleben mit der Schauspielerin Barbara Geiger am Samstag, 2. Oktober, 19 Uhr, in der Kulturscheune. Diese einzige Theater der Welt für heimische bedrohte Tierarten verbindet zum Thema Bienen handfeste Wissenschaft und Feldforschung mit Einblicken in tierische Zusammenhänge zu einem theatralischen Ganzen. Dank der Bürgerstiftung ist der Eintritt frei, aber Anmeldung ist erforderlich unter info@netzwerk-streuobst.de.

Apfelaktionstag füȸ KiȞd

. Aktionstag

Einen Apfelaktionstag für Kinder gibt es am Sonntag, 3. Oktober, von 12 bis 16 Uhr auf dem Löwensteinplatz. Grundschulkinder können dann an verschiedenen Stationen Aktionen rund um den Apfel mitmachen. Startzeiten sind um 12, 13, 14 und 15 Uhr. Anmeldung mit der gewünschten Startzeitung ist erforderlich unter apfeltag@netzwerk-streuobst.de. Eine Warnung an die Eltern: Sie müssen draußen bleiben. Dafür ist ja verkaufsoffener Sonntag mit genug Möglichkeiten, sich anderweitig in der Stadt zu beschäftigen. Der Kinderaktionstag ist im Freien und deshalb nur bei trockenem Wetter.

ȩȸ Zum Reinbeißen: Jetzt dreht sich in Mössingen alles um den Apfel.

. Bildung

Vitamine sind wichtig, Bildung auch. Beides verbindet die Apfelwoche mit mehreren Veranstaltungen, etwa mit Streuobstwiesenbaden mit Daniela Häberle am Sonntag, 26. September, sowie mit Birgit Borchert am 1. und 3. Oktober. Eine Wanderung durch die Streuobstwiesen mit Ziegen bietet Caroline Amann am Freitag, 1. Oktober, 15 Uhr. Mit Rücksicht auf die Tiere dürfen allerdings keine Hunde mitgenommen werden. Bastelangebote für Kinder gibt es auch. Am Samstag, 25. September, kön-

Herr Stumpfes Ziehund Zupf-Kapelle GOMARINGEN. Aller guten Dinge sind drei. So auch bei der Volkshochschule Gomaringen. Nach zwei coronabedingt abgesagten Terminen, kommen am Sonntag, 3. Oktober, Manne, Benny, Flex und Selle – Herrn Stumpfes Zieh & Zupf Kapelle live in die Kulturhalle Gomaringen in der Haydnstraße 22. Sie spielen musikalische Kracher mit Satzgesang, begleitet von etwa 20 verschiedenen Instrumenten. Anmeldung beim Multi-Center und der Bibliothek in Gomaringen sowie online unter der Internetadresse www.vhsrt.de möglich. Falls noch Plätze frei sind, auch noch an der Abendkasse. Aufgrund der geänderten Corona-Verordnung gibt es nur noch eine Veranstaltung um 20 Uhr. Einlass ist ab 19.30 Uhr. Bereits im Vorverkauf für die abgesagten Veranstaltungen erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit. Die Bewirtung werden Schüler und Schülerinnen des Karl-von-Frisch-Gymnasiums übernehmen, das Essen wird von Emmy Lindgrün geliefert. Die Karten kosten für Erwachsene im Vorverkauf 22 Euro, bis zum Alter von 16 Jahren 12 Euro. An der Abendkasse zahlen Erwachsene 26 Euro.(vhs) 07072 9227990

nen von 10 bis 11.30 Uhr in der Streuobstwerkstatt am Löwensteinplatz (PausaGelände) Nagelbilder gehämmert werden. Dort werden am Donnerstag, 30. September, von 15 bis 16.30 Uhr süße Früchtchen produziert – in Filz. Zwei Kochkurse für Kinder mit köstlichen Apfelrezepten bietet Annette Roggenstein am Samstag, 2. Oktober, um 10 und um 15 Uhr in der Streuobstwerkstatt. Thorsten Teichert vom Verein Vielfalt hält einen Vortrag am 29. September, 19.30 Uhr, über Bienen, Biotope und Blumenwiesen und am 30. September und 1. Oktober eine Sprechstunde über Naturschutz auf der Obstwiese. Terminvereinbarungen

FOTO: MEYER

sind möglich unter t.teichert@vielfaltkreis.tuebingen.de.

. Sport

Daneben geht es ziemlich sportlich zu in der Apfelwoche. Wer wie Wilhelm Tell sich an einem Apfelschuss versuchen will, hat dazu Gelegenheit am Samstag, 2. Oktober, von 14 bis 17 Uhr auf dem Platz des Bogensportvereins Steinlach im Gewann Im Weiten Hardt neben dem Obst- und Gartenbauverein. Walken und Laufen im Zeichen des Apfels ist das Motto der LG Steinlach-Zollern am Sonntag, 3. Oktober. Um 9.30 Uhr startet ein Halbmarathon, um 10.30 Uhr gehen die Wal-

. Fotowettbewerb

Auch einen Fotowettbewerb gibt es. Originelle Bilder mit Apfel-Motiven können bis 3. Oktober auf Instagram eingeschickt werden. Zu gewinnen gibt es Einkaufsgutscheine vom Handels- und Gewerbeverein. (GEA)

DAS PROGRAMM Das komplette Programmheft mit 44 Seiten gibt es im Internet. Dort informiert das Netzwerk auch über Hintergründe, aktuelle Entwicklungen und alles, was im Programmheft keinen Platz mehr gefunden hat. (GEA) www.netzwerk-streuobst.de

SPENDEN Kreissparkasse Tübingen

Anschubfinanzierung für Bewegungspark Viele Kinder mit Ganztagesunterricht haben zu wenig Bewegung. Der mittägliche Heimweg entfällt; bedingt durch Medienkonsum und Elterntaxi halten sie sich zudem weniger als früher im Freien auf. In Mössingen versucht man seit einigen Jahren mit einer »Bewegungslandschaft«, die im Umfeld der Pausenhöfe angelegt werden, gegenzusteuern. Für die rund 250 Schüler der Bästenhardt-Grundschule gibt es bereits seit rund zwanzig Jahren einen solchen Platz allerlei Klettergeräten. Die Anlage wurde auf Elterninitiative hin gebaut und erfreut sich auch heute noch größter Beliebtheit: »Er ist bei den Kindern dermaßen begehrt, dass wir ihn nur im Schichtbetrieb öffnen können«, sagt etwa Konrektorin Nikola Spaeth. »Wir haben beobachtet, dass die motorischen Fähigkeiten unserer Schüler immer stärker nachlassen«, klagt Schulleiterin Birgit Baumeister. »Einfache Dinge wie Treppenlaufen oder Balancieren fällt vielen schwer«. Umso wichtiger ist daher die Bewegungslandschaft: »Das ist eine tolle Abwechslung neben dem Schul-

bank-Drücken. Das Lernen von Bewegungskompetenzen stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder, schützt vor Verletzungen und ermutigt sie gegenseitig.« Die Kreissparkasse Tübingen fördert nun die Modernisierung des Parks mit einer 10 000 Euro-Spende. »Uns ist der Bildungssektor wichtig«, sagt Regionaldirektor Marc Schmid.

In welcher Form der erlebnispädagogische Turnplatz erneuert werden soll, ist allerdings noch nicht einmal in Planung, erläutert Heidrun Bernhard, Fachbereichsleiterin bei der Stadt Mössingen. »Ob wir alles austauschen oder nur erweitern wird die Haushaltslage entscheiden. Denn die Stadt muss natürlich Geld zuschießen.« (mey)

Der Bewegungsparcours an der Bästenhardtschule soll dank Kreissparkassen-Spende modernisiert werden. Von links Regionaldirektor Marc Schmid, Rektorinnen Nicola Spaeth und FOTO: MEYER Birgit Baumeister, Heidrun Bernhard und Anja Streck (Stadtverwaltung).


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KULTUR DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Stefan Zweigs Klassiker »Schachnovelle« NEU IM KINO

Geschichte eines Unbeugsamen VON MATTHIAS VON VIERECK TÜBINGEN. Erich Kästner, Thomas Mann und nun auch Stefan Zweig: Das deutschsprachige Kino schaut in diesem Spätsommer besonders gern auf große deutschsprachige Autoren: Mit der Anfang August angelaufenen Kästner-Adaption »Fabian oder Der Gang vor die Hunde« von Regisseur Dominik Graf ging’s los, Anfang September folgte die von Detlev Buck gedrehte Neuverfilmung des Mann-Romans »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«. Nun kommt das beeindruckende Psychogramm eines Unbeugsamen in die Kinos: die Neuverfilmung der »Schachnovelle«. Es ist der Text, der zu einer Art Abschiedsbrief von Stefan Zweig werden sollte: Nur Monate nach Fertigstellung des kaum 90 Seiten langen Werks über einen ehemaligen Gefangenen der Gestapo brachte sich der Humanist und Pazifist im brasilianischen Exil 1942 um. Die Regie zur Adaption kommt von Philipp Stölzl; die nicht eben einfache Hauptrolle inne hat Oliver Masucci. Mit dabei sind auch Birgit Minichmayr und Albrecht Schuch. Im Jahr 1934 hatte der einer jüdischen Familie entstammende, in Wien geborene Stefan Zweig das von den Nationalsozialisten terrorisierte Österreich zunächst in Richtung England verlassen. Ähnlich sei-

Holzschnitt – Vor 20 Jahren wurden in Öschingen die Kunststiftung Klaus Herzer und das dazugehörige Museum gegründet

Aus Liebe zur Druckkunst VON ARMIN KNAUER MÖSSINGEN-ÖSCHINGEN. Ein Haus stand leer zur Jahrtausendwende in Öschingen. Der Abriss des Fachwerkjuwels aus dem Jahr 1699 war fast besiegelt. Eine Idee des Öschinger Künstlers Klaus Herzer jedoch rettete das ehemalige Rathaus. Sein Vorschlag, aus dem Bau ein Museum für den Holzschnitt zu machen, fand beim damaligen Bürgermeister Werner Fifka offene Ohren. Die Kunststiftung Klaus Herzer wurde gegründet, die wiederum Träger des Kunstmuseums Klaus Herzer ist, das heute im Alten Rathaus residiert – am Laufen gehalten vom ebenfalls damals formierten Verein »Freunde des Holzschnittmuseums Klaus Herzer«. Die drei Institutionen feiern diesen Herbst zwanzig Jahre. Eröffnet wurde das Museum am 24. November 2001. Gefeiert werden soll das mit einer Druckaktion auf der Grieshaber-Presse am Sonntag, 21. November, im Museum. Museumsgründer Klaus Herzer will dabei mit Besuchern gemeinsam einen von ihm gestalteten Holzschnitt drucken. Das Motiv: Der Vogel Phönix, der aus der Asche steigt. So wie das Museum nach der Coronapause. Mit seinen kabinettartigen Räumen war das Museum während Corona lange unzugänglich. Herzer, mit seinen knapp 90 Jahren Risikogruppe, war stets auf der vorsichtigen Seite. Am 10. Oktober sollen die sonntäglichen Öffnungen jedoch wieder starten. Sofern sich an der Pandemielage nichts Entscheidendes ändert, gilt für den Besuch die »3-G-Regel«: man muss getestet, genesen oder geimpft sein.

Zähes Ringen zu Beginn

Josef Bartok (Oliver Masucci, rechts) ist Gestapo-Mann Franz Josef Böhm (Albrecht FOTO: STUDIOCANAL Schuch) ausgeliefert. nem literarischen Vorbild beginnt auch die durch Stölzl (»Ich war noch niemals in New York«) besorgte Adaption damit, dass sich der Protagonist Josef Bartok (Masucci) zur Nazizeit ins südamerikanische Exil begibt. Der bald einsetzende Rückblick offenbart all die Torturen, die er zuvor hat erleiden müssen. Darunter vor allem die monatelange »Sonderbehandlung« im Hotel Métropole durch die Nazis, im Film vor allem repräsentiert durch einen ebenso fies höflichen wie zutiefst diabolischen Albrecht Schuch (»Berlin Alexanderplatz«).

Geistige Isolation Wie Bartok (in der Text-Vorlage: »Dr. B.«) mittels nachgespielter Schachpartien der geistigen Isolation in der Haft zu trotzen sucht, dafür findet der 112-Minüter zutiefst bewegende Bilder. Die bekommen durch Oliver Masucci eine besondere Wirkkraft. Gutes Schauspiel bedarf indes auch einer guten, einer kongenialen Führung: Regisseur Stölzl, der schon Opern und Musikvideos inszenierte, zeigt sich von seiner besten Seite. Hinzu kommt ein bewegendes Sounddesign. Viel mehr als etwa an Ingmar Bergmans Klassiker des Schach-Kinos, »Das siebente Siegel«, muss man bei dieser neuen Adaption (im Jahr 1960 kam eine Verfilmung der »Schachnovelle« mit Curd Jürgens in die Kinos) an Terrence Malicks famosen, wenn auch viel zu wenig beachteten Film »A Hidden Life« von 2019 denken. Dort gibt August Diehl einen Geistesverwandten Bartoks – einen dem Nazi-Terror gegenüber ähnlich Standhaften. (dpa)

IN KÜRZE Goldbesen für Mitmannsgruber STUTTGART. Acht Künstlerinnen und Künstler aus den Sparten Satire, Kabarett, Musikkabarett und Comedy haben am Dienstag um den Kabarettpreis »Stuttgarter Besen« gespielt. Noch in der Nacht gaben Juryvorsitzende Simone Solga und Moderator Florian Schroeder die Gewinner des Wettbewerbs bekannt: Der mit 3 000 Euro dotierte Goldene Besen geht an Benedikt Mitmannsgruber, den Silbernen Besen, dotiert mit 2 000 Euro, erhält Luan, und Lea Hieronymus den mit 1 500 Euro dotierten Hölzernen Besen. Lucy van Kuhl heimste den mit 1 700 Euro dotierten Gerhard-Woyda-Publikumspreis ein. (eg)

Im Pressegespräch erinnert Herzer an das zähe Ringen um das Museum. Der Öschinger Ortschaftsrat sei gleich begeistert gewesen, im Mössinger Gemeinderat jedoch gab es Bedenken wegen befürchteter Folgekosten. Herzer konnte sie ausräumen, konnte klarmachen, dass sein Werk – rund 2 000 Arbeiten – ein Museum trägt und internationales Renommee besitzt. Was folgte, war ein Ringen um die Stiftungssatzung mit dem Tübinger Regierungspräsidium. Und mit dem Finanzamt, weil für die eigenen Werke, die Herzer in die Stiftung einbrachte, Steuern fällig wurden. Unvergessen, wie sich sogar die damalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin zugunsten Herzers einschaltete. Am Ende fand man einen Berechnungsmodus, der auf eine verkraftbare Summe hinauslief. Drei »Paten« halfen anfangs bei der inhaltlichen Konzeption: Wolfgang Urban vom Rottenburger Diözesanmuseum, Clemens Ottnad, damals kommissarischer Leiter des Kunstmuseums Albstadt,

Rund um die Grieshaber-Presse im Holzschnitt-Museum: (von links) Museumsgründer Klaus Herzer mit einem eigenen Holzschnitt, Oberbürgermeister Michael Bulander, Renate Greulich von den Museumsfreunden und Kuratorin Iris Lorenz. FOTO: KNAUER und die damalige Spendhausleiterin Beate Thurow. Zum Reutlinger Kunstmuseum versteht man sich noch immer als Ergänzung. Die Gemeinde half mit Mitteln zur Sanierung des historischen Hauses. Herzer erinnert sich noch, wie er die schwere Grieshaber-Presse auseinanderbauen musste, um sie in den Saal zu kriegen. »Wir haben sogar die Dielen angehoben, um zu schauen, wo der tragende Balken liegt, damit wir sie direkt darüber aufstellen konnten«, erzählt er. Bemerkenswert, wie reibungslos seither die Arbeitsteilung zwischen Herzer und dem Freundeskreis all die Jahre funktionierte: Der Künstler schuf Holzschnitte, brachte laufend neue Blätter in die Stiftung ein (»Immer der dritte Druck jeder Auflage gehört dem Museum!«), organisierte jährliche thematische Ausstellungen aus seinen Arbeiten. Der Freundeskreis besetzte an den Öffnungssonntagen die Kasse, stellte die Aufsichten, betrieb die Kinderdruckaktionen. Seit einigen Jahren ist Iris Lorenz als Kuratorin mit an Bord: als Assistentin Herzers, als Ausstellungs-Organisatorin. »Wir sind als Symbiose unterwegs«, betont Lorenz. Der Freundeskreis allerdings braucht Nachwuchs. Zwar hat er immer noch über 100 Mitglieder, wie die Vorsitzende Renate Greulich bestätigt;

doch sei der Altersschnitt hoch. Und an der aktiven Museumsarbeit beteiligten sich derzeit nur acht Mitglieder. Verstärkung ist also willkommen. Ein lebendiges Museum sollte es sein, das war Herzer immer wichtig, darauf drängt er noch heute. Statt nur Bilder zu zeigen, lässt er Besucher bei Druckaktionen die Faszination für den Holzschnitt live erleben, ob Kinder oder Erwachsene. Die Corona-Zeit hat Herzer genutzt, um Druckstöcke aufzuarbeiten, die nun als eigene Exponate gezeigt werden können.

Musikfeste als Höhepunkt Höhepunkte in diesen 20 Jahren waren die drei von Michael Hagemann und Shoko Hayashizaki im Auftrag Herzers im Museum organisierten Musikfeste: 2002, 2004 und 2007. Berühmtheiten wie Klavier-Grandseigneur Robert-Alexander Bohnke oder Posaunen-Tausendsassa Mike Svoboda kamen; Svoboda, Veit Erdmann oder der Rottenburger Adrian Oswalt schrieben eigens Werke. Ein solcher Aufwand, betont Herzer, sei heute nicht mehr zu leisten. Lorenz schwebt vor, Musik im kleineren Rahmen wieder vermehrt ins Museum zu holen – sobald Corona das wieder zulässt. Auch sonst soll wieder Leben ins Museum kom-

men. Man wolle die Stärke des Holzschnitts ausspielen, erklärt Lorenz: den Reiz des Haptischen, Greifbaren im Kontrast zum Ungreifbaren der zunehmend digitalisierten Welt. Vorsitzender der Kunststiftung ist qua Amt seit 2010 Mössingens Oberbürgermeister Michael Bulander. »Wir als Stadt sind froh, dass es diese Begeisterung gibt, mit der dieses Haus betrieben wird«, freut er sich. Ob ein Holzschnitt-Museum in Öschingen funktionieren kann, fragt heute niemand mehr. Herzers Idee ist heute eines der Glanzstücke im Dorf und strahlt weit darüber hinaus. Selbst aus den USA wurden Besucher gesichtet. (GEA)

DRUCKAKTION Das Holzschnittmuseum Klaus Herzer, Obergasse 1 in Öschingen, öffnet am 10. Oktober wieder, jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr. Nach derzeitigem Stand gilt die 3-G-Regel (geimpft, getestet oder genesen). Am Sonntag, 21. November, wird im Museum von 14 bis 17 Uhr 20 Jahre Kunststiftung gefeiert. Klaus Herzer druckt dabei gemeinsam mit Besuchern seinen eigens vorbereiteten Jubiläumsdruck »Phönix aus der Asche«. (GEA) www.holzschnittmuseum.de

Ausstellung – Die Schau »Inventing Nature« der Kunsthalle Karlsruhe kreist um unser Verhältnis zur Pflanzenwelt

Verletzliche Symbiose VON HANS-DIETER FRONZ KARLSRUHE. Ohne Pflanzen, soviel steht fest, gäbe es uns gar nicht. Eine Welt ohne Tiere ist denkbar – eine ohne Vegetation ist es nicht. Unsere erste Tätigkeit auf fremden Sternen müsste die von Gärtnern sein. Alte Kulturen wussten symbolisch um die Bedeutung der Phytosphäre, der Welt der Pflanzen. Sie sprachen vom Baum des Lebens oder vom Weltenbaum Yggdrasil. Und bis in die Neuzeit hinein galten die Schöpfung und somit unser Lebensraum als Offenbarungsstätte Gottes. Lesen im »Buch der Natur« hieß, den göttlichen Willen erkennen – verstehen, was er mit der von ihm erschaffenen Welt und mit uns im Sinn führte. Im Zeitalter des Anthropozäns sinkt die Natur zu säkularem Menschenwerk – einem Zerstörungswerk – herab. Vielleicht haben wir uns die Welt in biblischem Auftrag allzu buchstäblich untertan gemacht. Und laufen jetzt Gefahr, unsere Lebensgrundlagen zu verspielen. Umgetrieben nicht zuletzt von dieser dystopischen Sorge hat die Ausstellung »Inventing Nature« der Kunsthalle Karlsruhe ihr Thema – nämlich das Verhältnis der Kunst zur Pflanzenwelt – in diesen umfassenden Zusammenhang gebettet. Die große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg, die infolge der Corona-Pandemie erst ein Jahr später als geplant anlaufen konnte, avancierte auf

Ferdinand Keller: Blühender Kaktus bei Tres FOTO: MUSEUM Barras. diese Weise zum Höhepunkt des 175-jährigen Jubiläums der Kunsthalle. Nach Ablauf der Schau wird das Museum wegen einer umfassenden Sanierung für längere Zeit schließen. Rund 150 Gemälde, Grafiken und Zeichnungen, Fotografien und Videokunst, Installationen sowie Skulpturen aus über 500 Jahren, von der Renaissance bis zur unmittelbaren Gegenwart, umkreisen unser Verhältnis zur Pflanzenwelt im Spiegel der Kunst: von Blumenstilllebenmalerinnen wie Clara Peeters oder Landschaftsmalern wie Jacob Ruisdael bis hin zu Gegenwartskünstlern wie Tobias Rehberger oder Wolfgang Laib. Zu den Alleinstellungsmerkmalen der Präsentation gehört es, dass die verschiedenen Facetten der Thematik nicht chro-

nologisch, sondern quer zur Geschichte wie zu den unterschiedlichen künstlerischen Medien dargeboten werden. Auf diese Weise werden übergreifende Zusammenhänge sichtbar, überraschende Korrelationen. Angestrebt hatte Kuratorin Kirsten Claudia Voigt einen »Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart«. Es geht um Paradies-Vorstellungen so gut wie um Darstellungen urwüchsiger, »wilder« Natur oder dystopische Zukunftsvisionen. Zu sehen sind akribische Natur- und Landschaftsstudien – aber auch hybride Schöpfungen, die die Evolution fantasievoll ins Denkmögliche fortschreiben, den ungeheuren Artenreichtum der Natur spielerisch um imaginäre Seitenlinien erweitern. Ein Ausgleich, freilich kein Ersatz für die zahllosen Spezies, die täglich durch unser verheerendes Wirken von der Erde verschwinden. Kunst gleichsam als Diversitätsgenerator. Zu den spektakulärsten Werken zählen bildliche Mensch-Pflanze-Symbiosen wie William Kentridges riesiger Linolschnitt: Anstelle des Kopfes hat sein »Walking Man« eine Baumkrone. Julio González’ Eisenskulptur »Kaktusmensch« erklärt sich aus der Entstehungszeit, 1939/40, heraus. Während Barthélémy Toguos Pflanzen-Menschen in Wasserfarbe das Wissen darum eingeschrieben ist, dass Mensch und Pflanzenwelt in einer so verletzlichen wie unauflöslichen Symbio-

se zusammenleben. Analog dazu findet in Martin Schongauers Kupferstich »Heiliger Sebastian« der Tod des Märtyrers in der gleichsam mitleidenden Natur seinen Spiegel: Der verdorrte Marterbaum trägt keine Blätter mehr. Hinreißende Blumendarstellungen dürfen nicht fehlen. Clara Peeters’ Prunkstillleben hebt das Naturprodukt Blume auf die Ebene kunsthandwerklicher Preziosen und sticht mit feinem Sinn und Pinsel selbst Bilder Odilon Redons oder Anselm Feuerbachs aus. Dazu herrliche Gemälde von Jacob van Ruisdael – oder Félix Valloton. In seinem Sinn fürs Unscheinbare konnte sich Hans Thoma noch in den Schwingel vertiefen, das gewöhnlichste aller Gräser. Doch bereits Georg Scholz’ ins Korsett der Geometrie geschnürte »Landschaft bei Berrghausen« (1925) weist mit ihrer militärisch strammstehenden Vegetation auf die industrielle Naturvernutzung voraus, in die auch Julian Charrières Video der Abholzung eines Waldstücks mitten hinein führt. (GEA)

AUSSTELLUNGSINFO Die Ausstellung »Inventing Nature« ist bis 31. Oktober in der Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, zu sehen, jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. (GEA) www.kunsthalle-karlsruhe.de


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KULTUR DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Museen – Steinmeier mahnt im Humboldt-Forum

»Verbrechen wirken fort« VON GERD ROTH BERLIN. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den jüngsten Öffnungsschritt im Berliner Humboldt-Forum zu einem Appell an gemeinsame Verantwortung für die Folgen von Kolonialismus genutzt. Auch Deutsche hätten als Kolonialherren Menschen unterdrückt, ausgebeutet, beraubt und umgebracht, sagte Steinmeier am Mittwoch während eines Festakts zur Eröffnung erster Teile des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst. Hier mehr Licht ins Dunkel zu bringen, sei nicht nur Aufgabe für Historiker. Vor dem Humboldt-Forum protestierten etwa 100 Menschen, zum Teil aus den Herkunftsgesellschaften, für eine rasche Rückgabe von Objekten mit kolonialem Hintergrund. Die in den USA lebende nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie verwies in ihrer Rede darauf, dass die Länder Europas ihre koloniale Geschichte zwar nicht leugneten, sich aber der heutigen Verantwortung entzögen. Deutschland sehe sich als Land von Beethoven und Bach, aber stelle sich kaum seiner kolonialen Vergangenheit. Sie wünsche sich mehr Courage, nicht nur Kritik anzuhören, sondern auch in Handlung umzusetzen.

Blinde Flecken »Das Unrecht, das Deutsche in der Kolonialzeit begangen haben, geht uns als ganze Gesellschaft etwas an«, sagte Steinmeier. »Denn in unserem Land gibt es auch in der Gegenwart, mitten im Alltag dieser Gesellschaft, Rassismus, Diskriminierung, Herabsetzung von vermeintlich Fremden – bis hin zu tätlichen Angriffen und Gewalt.« Er bleibe überzeugt: »Die tieferen Wurzeln des Alltagsrassismus werden wir nur dann verstehen und überwinden können, wenn wir die blinden Flecken unserer Erinnerung ausleuchten, wenn wir uns viel mehr als bislang mit unserer kolonialen Geschichte auseinandersetzen.«

Besucherschwund am Burgtheater WIEN. Das Wiener Publikum scheut zu Saisonbeginn den Gang ins Theater. Große Bühnen wie das Burgtheater und das Theater in der Josefstadt verzeichnen weit geringere Auslastungen als vor der Pandemie, obwohl keine Beschränkungen der Zuschauerzahlen mehr in Kraft sind. Die Häuser mutmaßen, dass Besu-

cher unter anderem von der FFP2-Maskenpflicht und von der 3G-Regel (Eintritt nur nach Impfung, Test oder Genesung) abgeschreckt werden. Das Burgtheater hat derzeit eine Auslastung von rund 65 Prozent, statt über 80 Prozent wie vor der Pandemie, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. (dpa)

IN KÜRZE Legendäre Sammlung in Paris PARIS. Von Cézanne und Monet bis zu Gauguin und Matisse: Die Fondation Louis Vuitton hat die legendäre Sammlung der russischen Brüder Morosow nach Paris geholt. Die Sammlung, die so erstmals außerhalb Russlands gezeigt wird, vereint neben Ikonen der französischen Moderne auch Werke bedeutender Künstler der russischen Avantgarde wie Malewitsch und Serow. Die Event-Schau mit rund 200 Exponaten ist bis 22. Februar 2022 zu sehen. (dpa)

Redaktion Kultur

-330

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zurück. Baier hatte mit dem Kunstwerk unweit der Neiße, in Sichtweite des polnischen Zgorzelec, die Debatte um Abtreibung im Nachbarland Polen aufgegriffen. Die Installation sorgt seit Wochen für Konflikt in der sächsischen Grenzstadt. Aus Sicht der Stadt steht sie im Widerspruch zu dem im »Görlitzer Art«-Wettbe-

werb prämierten Kunstobjekt. Die Stadt hatte den Vertrag mit Baier fristlos gekündigt und die Demontage der Installation angekündigt. »Kulisse« habe ursprünglich Görlitz als internationalen Drehort zum Thema gehabt und nun das Thema Frauenrechte und Abtreibung in Polen zum Gegenstand, hieß es. (dpa)

Preisträger-Riege aus dem Südwesten VON CHRISTOPH B. STRÖHLE REUTLINGEN. »Der Herbst ist der neue Frühling«, brachte es Reutlingens Kulturamtsleiterin Anke Bächtiger beim Pressegespräch im Jazzclub in der Mitte auf den Punkt. Sie wird möglicherweise nur in diesem Jahr recht damit behalten. Denn nachdem der Jazzfrühling, den das JazzclubTeam um den ersten Vorsitzenden Clemens Wittel normalerweise auf die Beine stellt, wegen der Corona-Pandemie 2020 und 2021 ausgefallen ist, gibt es nun erstmals einen Jazzherbst. Ein Festival mit acht Konzerten, von denen drei mit dem Kulturpost-Festival (1. bis 3. Oktober) verknüpft sind, das das Netzwerk Kultur Reutlingen ausrichtet. Allerdings soll der Ausweichtermin – Start ist am 25. September, der Abschluss am 16. Oktober – eine Ausnahme bleiben. Will heißen: Man will den Jazzfrühling als etabliertes Festival nicht aufgeben. So könnte, mit Anke Bächtiger gesprochen, der Frühling bald schon wieder der neue Herbst sein – und das darauffolgende Reutlinger Jazzfestival gar nicht mal so fern. Neben der Stadt Reutlingen greift auch das Land Baden-Württemberg den Festivalmachern fördernd unter die Arme. 8 000 Euro hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst für den Jazzherbst bewilligt. Voraussetzung dafür ist, dass Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker im Programm vertreten sind, die in Baden-Württemberg geboren oder aufgewachsen sind oder ihren Lebensmittelpunkt im Land haben.

Eine ganze Reihe von Landesjazzpreisträgern der vergangenen Jahre haben Wittel und sein Team gewinnen können: Der Saxofonist Peter Lehel (ausgezeichnet 1997) wird – mit The New Peter Lehel Quartet – ebenso nach Reutlingen kommen wie der Trompeter Thomas Siffling (2005) mit seinem »Organ Groove 4tet« und der Preisträger dieses Jahres, Gitarrist

Steinmeier ging auch auf die Folgen im heutigen Namibia ein, wo unter deutschem Befehl etwa 75 000 Herero und Nama getötet worden waren. Es habe zu lange gedauert, dieses Verbrechen überhaupt anzuerkennen. »Die Verbrechen von damals, sie wirken bis heute fort.« Von den etwa 500 000 Objekten der zuvor im Stadtteil Dahlem präsenten Häuser Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst sollen rund 20 000 im Humboldt-Forum gezeigt werden. Dazu gehören auch die als koloniales Raubgut geltenden Benin-Bronzen, die mit dem letzten Öffnungsschritt vermutlich von Mitte 2022 an zu sehen sein sollen. (dpa)

BAUTZEN/GÖRLITZ. Die Stadt Görlitz darf die umstrittene Installation »Kulisse« der Dresdner Künstlerin Lisa Maria Baier kostenpflichtig beseitigen. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen wies die Beschwerde der Künstlerin gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Dresden vom 26. Juli

Festival – Der Jazzclub in der Mitte veranstaltet anstelle des zweifach ausgefallenen Jazzfrühlings nun einen Jazzherbst

Neue Stühle angeschafft

Hartmut Dorgerloh (links), Generalintendant des Humboldt-Forums, führte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie durch die Ausstellung. FOTO: PEDERSEN/DPA

Stadt Görlitz darf umstrittene Kunstinstallation abbauen

VOR DER PREMIERE

Sängerin Fola Dada.

FOTO: PR

Gitarrist Christoph Neuhaus.

Trompeter Joe Magnarelli.

FOTO: PR

Christoph Neuhaus, der sich unter anderem mit dem Niederländer Maarten van der Grinten zusammentut, um nach den Wurzeln von Mainstream, Blues, Pop und Avantgarde zu suchen, wie es in der Ankündigung heißt. Sängerin Fola Dada und das Trio Stuttgart Connection widmen sich in ihrem Konzertabend dem Leben in all seinen Facetten, vom Schweren zum Leichten, vom Schönen über das Schmerzende zum Heiteren. Beim ersten Konzert, am 25. September, steht Joe Magnarelli auf der Bühne, der als einer der weltweit führenden Trompeter gilt. Er und sein Quintett sind, so Wittel, mehr als nur Ersatz für den ursprünglich

FOTO: KNAUER

Peter Finger solo an den Saiten.

FOTO: PR

angekündigten, 85-jährigen Saxofonisten Don Menza, der wegen einer Augen-Operation nicht nach Reutlingen kommen

kann. Magnarelli stehe für »energiegeladenen Super-Jazz«. Der Auftritt von Peter Finger am 30. September soll der Anfang einer neuen Konzertreihe sein, die die Jazzclub-Programmmacher schon 2020 etablieren wollten, wobei Corona sie auch hier ausbremste: Abende mit Sologitarre. Fingers Virtuosität führt die Sphären von Klassik, Jazz und Rock auf unnachahmliche Weise zusammen. Sängerin Barbara Bürkle und Thilo Wagner am Klavier zeigen sich bei ihrem Auftritt ganz dem swingenden Jazz verbunden und lassen die goldenen Zeiten von Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan und Mel Tormé aufleben. Und dann ist da noch die seit 1968 bestehende Classic-JazzBand Tante Friedas Jazzkränzchen, die an der Schnittstelle von Jazzherbst und Kulturpost-Festival auf der Open-Air-Bühne beim franz.K einen Jazzfrühschoppen gestaltet. Clemens Wittel und sein Team weisen darauf hin, dass für den Festivalbesuch die 3G-Regel gilt. Wer nicht geimpft oder genesen sei, müsse einen negativen PCR-Test vorweisen. Die generalüberholte Lüftungsanlage im Jazzclub laufe auf Hochtouren und tausche 2 000 Kubikmeter Luft pro Stunde aus. Am Sitzplatz könne auf die Maske verzichtet werden. Bestuhlt – dank städtischer Förderung wurden neue Sitzmöbel aus recyceltem Material angeschafft – ist für 50 Besucherinnen und Besucher. In Nicht-Pandemie-Zeiten finden 96 Platz. (GEA)

JAZZHERBST REUTLINGEN 2021 Das Joe Magnarelli Quintett tritt am 25. September im Jazzclub in der Mitte auf, am 30. September ist Sologitarrist Peter Finger an der Reihe (jeweils um 20 Uhr). Im franz.K sind am 1. Oktober um 18 Uhr Barbara Bürkle (Gesang) und Thilo Wagner (Piano) und am

2. Oktober um 20 Uhr der Trompeter Thomas Siffling mit seinem »Organ Groove 4tet« zu hören. Am 3. Oktober (11 Uhr) gibt es auf der Open-Air-Bühne beim franz.K einen Jazzfrühschoppen mit Tante Friedas Jazzkränzchen. Die weiteren Konzerte sind dann wie-

der im Jazzclub in der Mitte: Fola Dada und Stuttgart Connection am 7. Oktober, das Christoph Neuhaus Quartett feat. Maarten van der Grinten am 9. Oktober und The New Peter Lehel Quartet am 16. Oktober (jeweils 20 Uhr). (GEA) www.indermitte.de

Mit »Damals im Salon der Hundert« blickt das Zimmertheater auf ein Stück Stadtgeschichte

Queeres Leben in Tübingen TÜBINGEN. In der neuesten Produktion des Instituts für theatrale Zukunftsforschung (ITZ) im Zimmertheater Tübingen geht es um queeres Leben in Tübingen. Um Outings und politischen Aktivismus, um Rollenwechsel und Utopien. Vor der Premiere am Samstag, 25. September, um 20 Uhr in der Gewölbe-Spielstätte in der Bursagasse hat Zimmertheater-Dramaturgin Jana Gmelin Regisseur Gregor Schuster und Schauspieler Mario Högemann zu ihrer Herangehensweise befragt. Die nächsten Aufführungen sind am 2., 7. und 8. Oktober (letztere mit Nachgespräch im Anschluss) sowie am 9., 14. und 15. Oktober. Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Stadtmuseum. Wie sah Eure Zusammenarbeit aus? Gregor Schuster: Die Arbeit an der Inszenierung hat bereits 2020 begonnen, als ich mich mit Historiker Karl-Heinz Steinle getroffen habe, der am Forschungsprojekt des Stadtarchivs »Queer durch Tübingen – LSBTTIQ in Tübingen und Region seit dem Mittelalter bis heute« beteiligt war und die begleitende Ausstellung im Stadtmuseum mit konzipierte. Er hat uns das Recherchematerial zur Verfügung gestellt und unsere Fragen zur queeren Stadtgeschichte Tübingens beantwortet. Als das Projekt dieses Jahr mit den Proben losging, haben wir im ITZ autark gearbeitet und ein eigenes Stück entwickelt, das auf den Forschungsergebnissen und der Ausstellung basiert, aber über sie hinausgeht. Ihr habt Euch in Geschichten und histo-

strukturell. Das hat mich sehr mitgenommen. Am beeindruckendsten fand ich, dass die Menschen immer dafür kämpfen mussten, die Person zu sein, die sie sein wollten. Gleichzeitig mussten sie sich enorm anpassen. Dieser Mechanismus von Abgrenzung und Anpassung hat mich als Schauspieler auf der Bühne spielerisch sehr inspiriert. Die Figuren sind unheimlich widerständig und kämpfen gegen eine Norm, gleichzeitig will man sie dem Publikum aber auch zugänglich machen.

Dramaturgin Jana Gmelin, Schauspieler Mario Högemann (Mitte) und Regisseur Gregor Schuster. FOTO: KEN WERNER rische Biografien eingearbeitet. Was hat Euch am meisten beeindruckt oder bewegt? Schuster: Uns hat immer wieder fasziniert und bewegt zu merken, dass es so viele Menschen vor uns gab, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Die Freude und das Leid, die Versuche, etwas Neues zu kreieren, das Scheitern – all das war früher sicher ganz anders, aber es gab für uns trotzdem viele Identifikationsmomente und wir haben gemerkt, dass sich die Geschehnisse der Vergangenheit in der Gegenwart spiegeln. Man lernt so viel, wenn man in die Zeit zurückblickt, und es ist extrem spannend, die Geschichte einer Stadt anhand ihrer queeren Biografien aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Mario Högemann: Für mich sind diese Geschichten, Erlebnisse und Gefühle

Was bedeutet es für Euch persönlich, künstlerisch zu queerer Geschichte zu arbeiten? Schuster: Ich habe mich lange gefragt, was queere Geschichte eigentlich sein soll. Wie geht das Vergangene mit dem zeitgenössischen Begriff »queer« zusammen? Was bedeutet queere Geschichtsschreibung und wie sehr beeinflusst sie mich in meiner Identität? Das war ein sehr spannender gedanklicher Prozess und diesen wiederum in Kunst, in Theater, zu überführen, eine ganz schöne Herausforderung. Högemann: Es bedeutet mir sehr viel, diese Arbeit hier entwickeln und zeigen zu können. Ich stehe allein auf der Bühne und repräsentiere dabei die Biografien, mit denen wir gearbeitet haben, bringe sie jedoch auch immer mit mir in Verbindung. Es war sehr schön und wirklich hart zugleich, mich so mit meiner queeren Identität auseinanderzusetzen. Ihr habt auch autobiografische Elemente in die Produktion mit eingebracht?

Högemann: Ja, das war mir sehr wichtig. Ich kann mich bei diesem Thema nicht ausklammern und wollte aus meinen eigenen Erfahrungen schöpfen, sie zu unserem Material machen. Schuster: Wir haben uns sehr am Ansatz der Ausstellung orientiert. Da geht es neben eher allgemeinen Fragen zu queerer Geschichtsschreibung ja besonders um die Menschen und Orte Tübingens. Mario war die letzten Jahre Teil dieser Stadt und hatte deswegen auch seine eigene, persönliche Geschichte als Zeitzeuge zu erzählen. Da queere Biografien oft nicht schriftlich festgehalten, sondern vernichtet wurden, spielen die mündlichen Berichte eine große Rolle für die aktuelle Forschung. Und hier greift auch das Theater als das Medium, das sich ständig die Frage stellen muss, wie man welche Geschichten am besten erzählt. Gibt es so etwas wie eine queere Ästhetik? Auf was können wir uns an diesem Abend freuen? Schuster: Bei dem Begriff »queer« geht es darum, sich nicht einordnen oder festlegen zu lassen. Was genau soll eine queere Ästhetik also sein? Natürlich bedienen wir aber gewisse theatrale Codes (Kostüme etc.), die als queer gelesen werden könnten. Ihr könnt euch auf jeden Fall auf einen bunten und sinnlichen, experimentellen, traurigen und lustigen Abend freuen, der viel zum Nachdenken anregt und keine Minute langweilig ist. (eg) www.zimmertheater-tuebingen.de


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REISE + FREIZEIT DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Flugreisen – Wie sinnvoll ist CO2-Kompensation?

Reduzieren ist besser BERLIN. Das Modell klingt vernünftig: Nach einer Flugreise kompensiert man die ausgestoßenen Emissionen durch eine Spende an eine Organisation, die Projekte zur CO2-Einsparung unterstützt. So wird die eigene Belastung des Klimas woanders wieder wettgemacht. Aber ist das so einfach? Oder ist die CO2-Kompensation nur eine Art moderner Ablasshandel, der das schlechte Gewissen beruhigen soll? Antje Monshausen von Tourism Watch bei Brot für die Welt stellt klar: »Erst kommt reduzieren, dann kompensieren.« Weniger zu fliegen, ist also der bessere Schritt. Für Vielflieger ist die CO2 Kompensation aus Sicht der Expertin tatsächlich eine Art Ablasshandel. »Damit sollte man nicht legitimieren, weiterzumachen wie bisher.« Anders sehe es aus, wenn der Flug unvermeidbar sei. Doch welche Reise ist schon unvermeidlich? Für Monshausen sind Flugreisen vermeidbar, wenn alternativ ein weniger klimaschädigendes Verkehrsmittel zum Einsatz kommen könnte. Zum Beispiel die Bahn. »Die meisten Städte in Europa sind auf dem Landweg erreichbar«, sagt die Expertin. »Das bedeutet aber oft, die Reise anders zu gestalten. Nach Rom kommt man zum Beispiel mit dem Nachtzug, aber das lohnt sich nicht für ein Wochenende, sondern eher für eine Woche.«

Viel Greenwashing Wer trotzdem fliegt, der kann immerhin den Weg der CO2-Kompensation wählen. Dabei sollte man sich aber über eines bewusst sein: »Wenn ich CO2 für einen Flug kompensiere, mache ich die schädliche CO2-Wirkung nicht ungeschehen. Ich sorge lediglich mit einer Spende dafür, dass woanders Projekte gefördert werden, die CO2 einsparen«, erklärt Monshausen. Und hier gebe es neben seriösen Anbietern, wie Atmosfair oder Klima-Kollekte, auch viel Greenwashing. »Angebote, bei denen Bäume gepflanzt werden, sind ungeeignet, um damit Flugreisen zu kompensieren«, sagt Monshausen. (tmn)

Höllentalklamm – Mit der Hölle hat der Name der Schlucht nichts zu tun, er geht auf das Aushöhlen zurück

Die Wilde am Fuß der Zugspitze VON VERENA WOLFF

ger eingelassen, auf die man Holzbohlen legte. Das war der erste Steg, von dem aus der Weg gesprengt wurde.«Mehr als 3 500 Kilo Material musste im Frühjahr 2020 wieder aus der Klamm wegtransportiert werden. Der Grund: 115 Jahre nach der Eröffnung wurden eine Bogenbrücke sowie einige Stege erneuert. »Die neuen Elemente wurden, soweit möglich, mit dem Hubschrauber zur Eingangshütte transportiert«, berichtet Antonius Huber, Schatzmeister beim DAV und Projektleiter für die Sanierungsarbeiten. Die Teile wurden von verschiedenen Unternehmen gesponsert. Viel Arbeit blieb an den DAV-Freiwilligen hängen, die am Berg angeseilt über dem tosenden Wasser arbeiteten. »Mit der Hölle hat der Name der Schlucht übrigens nichts zu tun«, sagt Hans Hofmann. »Vielmehr geht er auf das Aushöhlen zurück.« Die harten Muschelkalkschichten, die sich vor Hunderten Millionen Jahren absetzten, wurden im Zuge der Alpenbildung aufgefaltet. Regen- und Schmelzwasser bildeten über viele Jahrhunderte die tiefe Schlucht, durch die der Hammersbach noch heute fließt. Wegen der teils extremen Wetterverhältnisse am Berg ist die Höllentalklamm meist nur von Christi Himmelfahrt bis in den Oktober hinein geöffnet, dann aber 24 Stunden lang. »Im Winter und Frühjahr ist es zu gefährlich«, sagt Hofmann.

D

ie Idee ließ Adolf Zoeppritz nicht los. Um die vorletzte Jahrhundertwende setzte sich der Ingenieur in den Kopf, die Höllentalklamm begehbar und damit erlebbar zu machen. Ein kühnes Unterfangen, angesichts des wilden Geländes. Um überhaupt zum Eingang der Schlucht zu Füßen des Zugspitzmassivs zu kommen, müssen Wanderer drei Kilometer vom Grainauer Ortsteil Hammersbach durch den Wald zurücklegen, rund 300 Höhenmeter bergauf. Geübte brauchen eine gute Stunde, Wandermuffel länger. Und dann steht sie da, die Höllentaleingangshütte – ein kleines Wirtshaus am Eingang der Klamm, das ein wenig über die Böschung hinausragt. Hier gibt es ein kühles Getränk, eine warme Suppe und einen in aller Ruhe zubereiteten Kaiserschmarrn.

Wandern zum Rauschen Schon während der Wanderung von Hammersbach aus plätschert der gleichnamige Fluss oft direkt neben dem ansteigenden Weg. Am Drehkreuz am Eingang der Klamm wird das Rauschen lauter. Zu den Zeiten von Ingenieur Zoeppritz, einst Vorsitzender der Sektion GarmischPartenkirchen des Deutschen Alpenvereins (DAV), sah es hier auf 1 045 Metern Höhe noch anders aus: Keine Hütte, weder Stromanschluss noch öffentliche Toiletten. Nur das Höllental, eingezwängt zwischen Blassenkamm und Waxensteinkamm. Die Schlucht liegt im Winter unterhalb von gleich sechs Lawinenzügen. Lange war sie nicht als Ausflugsziel bekannt. Sehr wohl aber dafür, dass dort

Der Weg durch die Höllentalklamm wurde durch harte Arbeit dem Muschelkalkfels abgerungen. FOTO: VERENA WOLFF/DPA-TMN

Bleierz und Galmei zur Herstellung von Messing abgebaut wurden. Später fand man auch das Metall Molybdän, das Stahl härter macht. »Aber Zoeppritz wollte, dass die

Menschen herkommen können«, sagt Hans Hofmann, der jahrzehntelang Klamm-Referent des DAV war. Noch heute wird genutzt, was damals mühsam instal-

liert wurde. Die Höllentalklamm ist 1 027 Meter lang. 448 Meter verlaufen durch zehn Tunnel, die in den Berg geschlagen und gesprengt wurden. 56 Meter wandern die Besucher auf Stegen an der Wand. Mehrere Brücken kreuzen den Hammersbach, der von Schmelzwasser und Regen gespeist wird.

Stege erneuert

Zur Nacht der offenen Kirchen (NOK) werden KIrchtürme in rotes Licht getaucht. FOTO: STÜRMER

Nacht der offenen Kirchen im Remstal WEINSTADT. Knapp 40 Kirchen im Remstal laden am kommenden Samstag, 25. September, zwischen Essingen und Neckarrems zur Nacht der offenen Kirchen. Diese öffnen ihre Tore für Konzerte, Kino, Meditationen und kulinarische Angebote. Zugleich werden die Kirchtürme in rotes Licht getaucht: ab 20.21 Uhr zieht sich ein rotes Band durchs Remstal, während die Glocken läuten. Warum Rot? Rot ist die Farbe der Liebe. Und so erinnert sie in diesem Jahr an die Jahreslosung: »Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist« (Lukas 6,36), erklären die Organisatoren. Die Angebote im Inneren der Kirchen reichen von besinnlichem Kerzenschein bis zu Theaterinszenierungen wie in der Heilig-Geist-Kirche in Schorndorf, wo »Judas« das Wort ergreifen wird über seine Wut und Enttäuschung. »Ich freue mich jedes Jahr, Kirche bei der NOK so bunt und vielfältig zu erleben«, meint Organisatorin Pfarrerin Silke Stürmer. Nach den geltenden Corona-Bestimmungen gilt bei der NOK die 3-G-Regel. (pm)

Redaktion Reise + Freizeit

Tel. 0 71 21/302-0 Fax 0 71 21/302-677 -371 Iris Kreppenhofer (iso) -372 Mirjam Sperlich (mir) E-Mail: reise@gea.de

»2 500 Kilogramm Sprengstoff wurden damals gezündet«, erzählt Hofmann. »Dazu wurden 14 Tonnen Eisenteile, 750 Meter Drahtseil und zwei Kilometer Wasserrohr verbaut.« Für die ersten Arbeiten seilte man die Männer in die Klamm ab, um Löcher in den Felsen zu bohren. »Dort wurDie Eingangshütte der Höllentalklamm erinnert Der Weg durch die Höllentalklamm führt durch viele Tunnel. an eine kleine Einsiedelei. FOTOS: VERENA WOLFF/DPA-TMN den Klammern und Eisenträ-

Tourenmöglichkeiten Wer die Schlucht komplett durchläuft, erreicht nach einem guten Kilometer und weiteren 220 Höhenmetern ein weites Tal. Dort steht die Höllentalangerhütte, deren Originalbau 1893 entstand. 2015 wurde sie durch einen Neubau ersetzt. Erfahrene Bergsteiger, die über den Höllentalferner und einen Klettersteig auf die Zugspitze steigen möchten, übernachten oft eine Nacht in dieser Hütte um frühmorgens starten zu können. Die Höllentalklamm ist nicht die einzige Schlucht am Fuß der Zugspitze. Vom Skistadion in Garmisch-Partenkirchen aus ist die ganzjährig geöffnete und berühmtere Partnachklamm in einem weniger mühsamen Spaziergang zu erreichen. (dpa/tmn) 08821180700 www.gapa.de

Romantische Straße – Im Herbst macht die Route von Würzburg bis Füssen ihrem Namen besondere Ehre

Am Wasser, durch Wälder und Weinberge DINKELSBÜHL. Im Herbst zeigen sich die Orte und Landschaften an der 460 Kilometer langen Romantischen Straße von ihrer bunten Seite. Da legen Wälder und Wiesen ihr goldfarbenes Kleid an, locken Herbstmärkte entlang der Route von Würzburg bis Füssen die Besucher mit frisch geernteten Erzeugnissen der Region und verwöhnen Gau-

men und Gemüt. Zur Entschleunigung und Erholung stehen Wanderwege in großer Vielfalt zur Verfügung, die für jeden Geschmack ein geeignetes Programm bereithalten und mit Auto, Bus und Bahn gut zu erreichen sind. Zum Beispiel das hübsche Städtchen Wertheim ist ein kleines Wanderparadies an der Romantischen Straße. Die

Kombination von landschaftlich reizvollen Wegen durch die Wiesen und Wälder, Wasser und Weinberge macht die besondere Attraktivität dieses Wegenetzes aus. Ruhebänke mit schöner Aussicht auf Main- und Taubertal oder Sehenswürdigkeiten wie Burgen, Schlösser und Klöster sorgen für Abwechslung. Die Rundwanderung »Mainweitblick« zum Beispiel führt auf knapp zehn Kilometern in dreieinhalb Stunden mit herrlichen Ausblicken auf die Mainschleife durch Weinberge hinauf zur Sonnenberg-Hütte. www.tourismus-wertheim.de

In der Festspielstadt Feuchtwangen kann man die Rundwanderung »Dentleiner Forst« absolvieren, die mit einer Gesamtlänge von rund 16 Kilometern in knapp fünf Stunden Auch das Donau-Ries gehört zur Romantischen Straße. FOTO: PRESSEBÜRO BERGHOFF zu schaffen ist. Sie kann auf

zwei Routen erwandert werden: Route 1 führt durch das Tal der Sulzach, Route 2 folgt der Aicha und dem Wüstenbach. Die Kombination aus Wald, Weiher und Wiesen mit der romantischen Altstadt Feuchtwangens verleiht dieser Route einen Charakter. www.tourismusfeuchtwangen.de Das Donau-Ries bei Nördlingen macht Erdgeschichte erlebbar. Donau und Lech prägen mit ihren Urstromtälern die Gegend im südlichen Bereich, die Schwäbische und Fränkische Alb beeindrucken mit ihren Wacholder-Heiden und tiefen Wäldern. Höhepunkt ist zweifellos das Ries, das durch den Einschlag eines Meteoriten vor 15 Millionen Jahren geformt wurde und einen fast kreisrunden Krater zwischen schwäbischer und

Fränkischer Alb bildet. Der Geopark Ries hat gleich mehrere Wanderwege vorzuweisen. Der »Schäferweg« zum Beispiel verläuft entlang traditioneller Pfade der Wanderschäfer, ist 18 Kilometer lang und macht mit der Geologie, der Besiedlungsgeschichte und ausgedehnten Heidelandschaften vertraut. www.noerdlingen.de Zu den Highlights unter den 120 Kilometern an Wanderwegen rund um Schwangau zählt die 13 Kilometer lange »DreiSchlösser-Runde«, die durch eine der schönsten Regionen des Allgäus führt. Dabei streift man drei Landschaftsbilder – das Gebirge mit imposanter Schlosskulisse, die Seen- und Hügellandschaft und die Wiesen-, Moor- und Waldlandschaft des Ostallgäus. (prb) www.romantischestrasse.de


Basketball – Titelverteidiger Alba Berlin Fußball – Der VfL lockt den AbteilungsWirtschaft – Es gibt Sorgen, dass der leiter des TSV Eningen, Paul Stingel, zur überschuldete Baugigant Evergrande der startet die schwierige Jagd nach dem Seite 29 nächste Lehman Brothers wird Hattrick in der Bundesliga Seite 28 nächsten Saison nach Pfullingen Seite 30

SPORT

DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

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Formel 1 – Mercedes auf dem Wohlfühlkurs: Nach Zusammenprall geht der Weltmeister als Favorit in Sotschi an den Start

Hamilton baut auf das »Batmobil« VON THOMAS WOLFER

DAS ZITAT

»Man hat ja oft automatisch Angst vor Veränderung. Dementsprechend habe ich auch die Sorge gehabt, dass wir unsere Werte verlieren könnten – werden wir zu groß? Aber bei aller Wehmut ist die Vorfreude definitiv groß« Stürmer Nils Petersen hat in der Sport Bild mit gemischten Gefühlen auf den Stadionneubau seines Clubs, des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, reagiert

Lewandowski unter den Top-Verdienern KÖLN. Cristiano Ronaldo (36) und Lionel Messi (34) bleiben auch nach ihren spektakulären Vereinswechseln in finanzieller Hinsicht das Maß aller Dinge im Weltfußball. Der portugiesische Superstar erhält nach seiner Rückkehr zu Manchester United laut dem Forbes-Wirtschafts-Magazin jährlich aus Gehalt und Werbe-Einnahmen 125 Millionen Dollar, umgerechnet knapp 107 Millionen Euro. Dauerrivale Messi, nun in Diensten von Paris St. Germain, verdient »nur« rund 94 Millionen Euro pro Jahr. Hinter Messi auf den Rängen drei und vier liegen seine PSG-Sturmpartner Neymar (81 Mio.) und Kylian Mbappe (37 Mio.). Weltfußballer Robert Lewandowski vom deutschen Rekordmeister Bayern München folgt mit 30 Millionen Euro auf Rang sechs. Auch der mittlerweile 37-jährige Andres Iniesta taucht in den Top Ten auf dem siebten Rang auf. Der Vertrag des Weltmeisters von 2010 beim japanischen Erstligisten Vissel Kobe ist mit 26 Millionen Euro pro Jahr dotiert. (SID)

FUSSBALL-TELEGRAMM Manuel Neuer ist der Bayrische Verdienstorden verliehen worden. Er sei als große Persönlichkeit weit über seine Leistungen als Fußballer hinaus gewürdigt worden, erklärte Ministerpräsident Markus Söder. Pelé (80) hat sich nach der Entfernung eines Tumors am Darm gut gelaunt aus dem Krankenhaus gemeldet. In England wird die Wiedereinführung von Stehplätzen in den Stadien der Premier League und der zweitklassigen Championship geplant. Linienrichterin Helen Edwards, die beim WM-Qualifikationsspiel der deutschen Frauen gegen Serbien (5:1) ausgewechselt werden musste, hat das Krankenhaus wieder verlassen.

SPORT-HITS IM TV 18.45 Uhr, Sky: Handball, Bundesliga, Konferenz und Einzel u.a. DHfK Leipzig – HSV Hamburg 19.15 Uhr, MagentaSport: Eishockey, DEL, Krefeld Pinguine – Iserlohn Roosters 20.00 Uhr, MagentaSport: Basketball, Bundesliga, Alba Berlin – Telekom Baskets Bonn 20.45 Uhr, DAZN: Handball, Champions League, FC Porto – Flensburg-Handewitt

SOTSCHI. Die Reise nach Russland kommt für Lewis Hamilton gerade recht. Im vergifteten Formel-1-Titelduell mit Spitzenreiter Max Verstappen scheint der Rekordweltmeister endlich mal wieder klar im Vorteil zu sein – denn immer wenn in Sotschi gefahren wurde, kam ein Mercedes als Erster ins Ziel. Hamilton ist mit vier Erfolgen zugleich Rekordsieger auf dem Wohlfühlkurs der Silberpfeile, während Verstappen seinen Red Bull im Vorjahr als Zweiter nur einmal überhaupt auf das Podest steuern konnte. Fünf Punkte beträgt Hamiltons Rückstand in der Gesamtwertung vor dem nächsten Showdown. »Mein Batmobil«, schrieb Hamilton vor der Abreise in den Olympia-Ort von 2014 bei Instagram zu einem Foto seines schwarzen Wagens mit der Startnummer 44. Und auch wenn es für den 36-Jährigen nicht wie in den Batman-Filmen um den Kampf gegen Bösewichte geht, so hat der Brite doch eine klare Mission. Als erster Fahrer will er im Dezember zum achten Mal Weltmeister werden und so auch Legende Michael Schumacher übertrumpfen. Nach der für ihn mäßigen Bilanz von nur einem Sieg aus den letzten zehn Rennen steigt der Druck vor dem 15. von 22 WM-Läufen an diesem Sonntag (14.00 Uhr/Sky) allerdings.

Strecke liegt Red Bull nicht Nach Rennsiegen führt der Niederländer Verstappen in diesem Jahr mit 7:4. Mit Spannung wird nach dem Zusammenprall der Rivalen zuletzt in Monza das nächste Kräftemessen erwartet. Verstappen wurde nach dem harten Zweikampf, der für beide Fahrer mit dem Aus in Italien geendet hatte, mit einer Startplatzstrafe belegt. Drei Positionen weiter hinten muss er losfahren. Es könnten jedoch noch mehr werden, falls sich Red Bull entscheidet, den Motor des Herausforderers zu wechseln. Dann müsste er sich in der Startaufstellung ganz hinten einreihen. Fachmedien spekulieren bereits über dieses mögliche Szenario auf einer Strecke, die Verstappens Wagen noch nie besonders gelegen hat. Hamilton kehrt

Nur ein Sieg aus zehn Rennen: Lewis Hamilton. auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Sotschi nach einem Schock ins Auto zurück. »Ich fahre seit langer Zeit Rennen und bin so dankbar, dass ich immer noch hier bin«, sagte der Weltmeister in Monza, nachdem Verstappens Auto mit einem Rad auf seinem Helm gelandet war. Der Cockpitschutz verhinderte eine schlimme Verletzung, trotzdem gab es Sticheleien von Erzrivale Red Bull. »Der ganze Vorfall war sicher nicht lebensgefährdend. Wenn er wirklich seriöse Nackenschmerzen oder Probleme gehabt hätte, dann wäre er nicht in New York gewesen«, sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut

FOTO: DEJONG/DPA

Scheut keinen Zweikampf: Max Verstappen. FOTO: MANTEY/WITTERS

Marko bei RTL. Tatsächlich jettete Hamilton direkt einen Tag nach dem Crash zur Met Gala in die USA. Dort nahm er gut gelaunt an der Mode- und Spendenveranstaltung teil und unterstützte auch Nachwuchs-Designer. »Ich finde, Lewis hat nach dem Unfall von Monza zu sehr dramatisiert – angesichts dessen, dass er am nächsten Tag putzmunter nach New York geflogen ist«, sagte auch der ehemalige Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher im AvD Motor & Sport Magazin bei Sport1. In Monza waren Hamilton und Verstappen zum zweiten Mal in dieser Saison folgenschwer kollidiert, bereits in Silver-

stone hatte es einen Crash gegeben. Keiner will nachgeben und dem Kontrahenten auch nur einen Zentimeter zu viel Platz gönnen. »Wir von unserer Seite versuchen auf Max einzuwirken, dass eben gegenseitiger Respekt da ist und Kollisionen zu vermeiden sind«, sagte Marko. Ähnlich handhabt es Mercedes und vertraut ganz auf die Erfahrung von Superstar Hamilton, der in Sotschi als Erster seinen 100. Grand-Prix-Sieg schaffen kann. »Lewis ist hochkonzentriert auf seine Ziele für die nächsten acht Rennen«, sagte Toto Wolff, der Motorsportchef von Mercedes. (dpa)

Fußball – Clubs sind heiß auf volle Stadien, aber auf die Schnelle ist die Organisation kaum 2. Liga – Schwartz wieder möglich. St. Pauli skeptisch, ob Menschen jetzt schon eng an eng stehen wollen Sandhausens Trainer

»2G« sorgt auch für Probleme HAMBURG. Endlich wieder eine volle Hütte mit 57 000 singenden Fans? Natürlich kann es auch Tim Walter kaum erwarten. Das sei ja immer »ein geiles Gefühl«, sagte der Trainer des Hamburger SV, der mit seiner Mannschaft theoretisch ab sofort wieder im vollbesetzten Volksparkstadion spielen könnte. Die Stadt Hamburg hat mit einer behördlichen Genehmigung den Weg freigemacht. Und auch bei den BundesligaClubs herrscht große Sehnsucht nach einer Rückkehr zum echten StadionErlebnis. Doch nur mit dem »Go« aus der Politik ist es nicht getan. Das geforderte 2G-Modell sorgt unter den Fans für Diskussionen und stellt die Clubs vor Organisationsprobleme – wie auch den HSV. Theoretisch hätten der Zweitligist am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg als erster Fußball-Klub in Deutschland erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder in einem vollem Stadion spielen können, wenn Tickets nur an Geimpfte und Genesene verkauft werden. Dann gelten zudem weder eine Abstands- noch eine Maskenpflicht. Eine neue Verordnung in Hamburg macht es möglich, auch Bremen geht diesen Weg, den der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit für vertretbar hält. Die wissenschaftlichen Daten zeigten, dass Geimpfte und Genesene »ein viel geringeres Risiko haben, schwer zu erkranken«, sagte er bei Sky Sport News. Es sei eine politische Frage, wann der »richtige Zeit-

punkt« gekommen ist, Maßnahmen aufzuheben. Für den HSV war die Organisation auf die Schnelle nicht durchführbar. Aber natürlich sehnen sich die Vereine nach Stimmung auf den Rängen. Dabei geht es nicht nur um Emotionen, sondern auch um viele Millionen auf den Konten der Vereine. Aber es sind jede Menge Aspekte zu beachten. Denn: Nicht nur Spieler und Trainer, sondern auch Servicepersonal, Ordnungskräfte, Polizisten sowie Journalisten müssten im Fall der Fälle geimpft oder genesen sein. Und: Wollen die Fans 2G überhaupt? So bewertet der FC St. Pauli die neuen Möglichkeiten mit »Augenmaß«. Man wisse »nicht, ob es den Menschen überhaupt jetzt schon genehm ist, mit wahn-

Eintracht Frankfurt plant noch keine volle FOTO: HALISCH/WITTERS Auslastung.

sinnig vielen Zuschauern eng an eng zu stehen oder ob wir noch einige Maßnahmen treffen müssen, um zunächst eine Schritt-für-Schrittöffnung und -füllung des Stadions zu ermöglichen«, sagte Präsident Oke Göttlich. Eintracht Frankfurt hätte gegen Köln am Samstag unter 2G-Bedingungen im Stehplatzbereich 31 000 Zuschauer ins Stadion lassen können, verzichtet aber.

Getestete im Stehplatz-Bereich? »Für einen Großteil unserer organisierten Fanszene ist die Rückkehr zur Normalität auch eine Frage der Geschlossenheit«, sagte Eintracht-Justiziar Philipp Reschke: »Daher kann es auch für uns nur ein zentrales Ziel sein, die Zulassung von Getesteten in Stehplatzblöcken zu erreichen.« Noch hat kein Bundesland mit einem Club aus der 1. Liga die Möglichkeiten wie in Hamburg oder Bremen geschaffen, fünf Vereine aus der Bundesliga setzen aber bereits auf 2G, inklusive des FSV Mainz 05, der das Hybridsystem »2G plus« anwendet. In Berlin sind unter 2G derzeit maximal 25 000 Zuschauerzugelassen, Union könnte also die Alte Försterei komplett füllen. Die Option sei nach Vereinsangaben gegen Arminia Bielefeld am Samstag aber »nicht umsetzbar«. Bis die ganz großen Fan-Partys wieder steigen, dauert es also noch ein bisschen. (SID)

Ein Rückkehrer soll’s richten SANDHAUSEN. Alois Schwartz kehrt nach gut fünf Jahren als Trainer zum Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen zurück. Wie der Verein am Mittwoch bei Twitter mitteilte, wird der 54-Jährige die Mannschaft des Tabellen-16. von sofort an übernehmen und am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) im Spiel bei Hannover 96 erstmals auf der Bank sitzen. Der Verein habe sich bei der Suche am Ende auf drei Kandidaten konzentriert und sich dann für Schwartz entschieden, sagte der SVS-Präsident Jürgen Machmeier bei einer Pressekonferenz. »Wir sind überzeugt, dass er der Richtige für die Situation ist, weil er total motiviert ist.« Schwartz tritt die Nachfolge des Duos Gerhard Kleppinger und Stefan Kulovits an, die der SVS am Dienstag nach nur einem Sieg aus den ersten sieben Zweitligaspielen freigestellt hatte. Der frühere Bundesligaprofi trainierte Sandhausen bereits von 2013 bis 2016, als er zum Ligakonkurrenten 1. FC Nürnberg wechselte. Schwartz war seit seiner Tätigkeit beim Zweitligist Karlsruher SC (2017 bis 2020) vereinslos. Seine neue Mannschaft habe mehr Potenzial, als es der Platz im Tabellenkeller ausdrücke. Nach dem großen personellen Umbruch im Sommer mit 15 Neuzugängen müsse sie nun »als Team zusammenwachsen und Stabilität reinbringen«. (dpa)


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SPORT DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Erstrunden-Aus: Kerber von der Rolle OSTRAU. Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber ist beim WTATurnier in Ostrau (Tschechien) bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Die 33Jährige unterlag der Schweizerin Jil Teichmann mit 2:6, 3:6. Für Kerber war es der erste Auftritt nach ihrem Achtelfinal-Aus gegen die spätere Finalisten Leylah Fernandez (Kanada) bei den US Open. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin, die zuvor nie gegen Teichmann gespielt hatte, lag gegen die 42. der Weltrangliste schnell mit 0:5 im ersten Satz zurück. Ein Aufbäumen blieb auch im zweiten Satz aus. Das nächste wichtige Turnier für Kerber steht Anfang Oktober an, wenn die Kielerin in Indian Wells (USA) aufschlägt. (SID)

Feuer im Stadiondach NEW ORLEANS. Das Dach der Heimspielstätte der New Orleans Saints hat Feuer gefangen. Ein Mann wurde nach Angaben von US-Medien verletzt und kam mit leichten Verbrennungen ins Krankenhaus. Ursache für den Brand war offenbar ein Hochdruckreiniger, der in Flammen aufging. Das Dach

Tony Martin verabschiedet sich mit Mixed-WM-Titel

des Superdomes in New Orleans sollte vor einem bevorstehenden neuen Anstrich gereinigt werden. Der Schaden wirkte auf Fotos überschaubar. Die Betreiber gehen nicht davon aus, dass das Heimspiel der Saints in der NFL gegen die New York Giants von dem Brand beeinträchtigt wird. (dpa)

BERLIN. Tony Martin hat sich den Abschied in den RadsportRuhestand vergoldet. Im finalen Rennen seiner erfolgreichen Laufbahn raste der viermalige Weltmeister zum WM-Titel im Mixed-Wettbewerb. Seine Trophäensammlung ist um ein Regenbogentrikot reicher geworden. »Das ist das bestmögliche

Ende. Es ist ein Traum«, sagte Martin mit Tränen in den Augen. »Ich bin dem Team sehr dankbar.« Der 36-Jährige beendete das insgesamt 44 km lange Rennen an der Seite von Max Walscheid (Neuwied), Nikias Arndt (Buchholz) sowie den BahnOlympiasiegerinnen Brennauer (Durach), Lisa Klein (Saarbrü-

cken) und Mieke Kröger (Bielefeld) in 50:49 Minuten. Das Podium komplettierten die Niederlande (+ 0:13 Minuten) und Italien (+ 0:38). Martins Teamkollegen waren sich der Besonderheit des Rennens bewusst – und extra motiviert. Klein sprach von einer »Ehre, mit ihm sein letztes Rennen zu fahren«. (SID)

Reindl vor Absprung zum Weltverband ST. PETERSBURG. Franz Reindl ist gestresst. Einer der größten Strippenzieher des europäischen Sports will seine Funktionärskarriere krönen und Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF werden. Dafür waren und sind Meetings, Gespräche und etliche Telefonate notwendig. »Das sind wirklich intensive Gespräche in hoher Anzahl«, sagte der 66 Jahre alte Präsident des Deutschen Eishockey Bundes (DEB). Der frühere Nationalspieler weilt bereits in St. Petersburg, wo am Samstag der Nachfolger des scheidenden Schweizers René Fasel (71) gekürt wird, der nicht mehr antritt. Insgesamt fünf Nachfolgekandidaten gibt es. Neben Reindl sind dies der frühere Landshuter Keeper Peter Briza aus Tschechien, der Däne Henrik Bach Nielsen, der aus Kanada stammende Franzose Luc Tardif und als Außenseiter der in Deutschland lebende Belarusse Sergej Gontscharow. (dpa)

IN KÜRZE

Für eine humorvolle Einlage gut: Die Oberliga-Volleyballer des TSV Eningen von links: Alexander Schilke jr., Alexander Schilke, Daniel Wödl, Marco Späth, Lutz Jaksche, Timo Kimmerle, Jan Siller, Mathias Anft, Jonas Winkler, Markus Schwille, Robin Weißschuh, Felix Freytag, Jakob Auer und Trainer Jonathan Schopp Es fehlen: Felix Pauckner, Ruben Schellhammer. FOTO: VEREIN

Volleyball-Oberligist TSV Eningen hofft auf einen Traumstart in die neue Saison ENINGEN. Nachdem die Saison 2020/21 mit vier Siegen in Folge optimal begonnen hatte und dann durch den erneuten Corona-Lockdown bis April 2021 ausgebremst wurde, haben sich die Oberliga-Volleyballer des TSV Eningen für die neue Saison vorgenommen, diesen Traumstart zu wiederholen. Da es keine Auf- und Absteiger gab, kommen auf den TSV dieselben Gegner wie im Vorjahr zu. Trainer Jonathan Schopp, der nun bereits im dritten Jahr das Zepter schwingt, kann ebenfalls auf

ein eingespieltes Team bauen, aus dem lediglich Libero Max Mattes wegen der Fahrstrecke aus Balingen und der Familie endgültig Servus sagt. Zurückgekehrt ist Alexander Schilke, der gleich noch seinen Sohn Alexander mitgebracht hat. Aus der eigenen Jugend gehört nun Jakob Auer fest zum Team und mit Joans Winkler (ebenfalls eigene Jugend) und Robin Weißschuh (VfL Pfullingen) setzt Schopp die Verjüngung der Mannschaft weiter fort. Dank des breiten Kaders kann nun

auch flexibler auf Verletzungen oder berufliche Verpflichtungen reagiert werden. Dazu soll der Konkurrenzkampf die Entwicklung jedes einzelnen Spielers beleben. Da man ab Juli eigentlich wieder uneingeschränkt den Volleyballsport auch in der Halle betreiben durfte, haben Kapitän Lutz Jaksche und seine Mitspieler schon zahlreiche Trainingseinheiten, Testspiele und ein Trainingslager in den Beinen, ehe jetzt am Samstag (19.30 Uhr Arbachtalhalle) dann die erste Nagelpro-

be gegen die Stützpunktmannschaft des VfB Friedrichshafen ansteht. »Friedrichshafen in einer so frühen Phase zu bekommen, ist immer günstig, da die jungen Spieler aus verschiedenen Vereinen erst nach und nach zueinander finden und dann im Verlauf der Saison besser werden«, hofft Schopp, dass auch dieses Mal ein erfolgreicher Auftakt gelingt. Für alle Fans, die die Eninger »Aale« endlich wieder lautstark unterstützen wollen, gilt die 3G-Regel. (rp)

Basketball – Titelverteidiger Berlin hat auch in der neuen Saison eine andere Philosophie als der reiche Rivale München

Keitany beendet ihre Karriere BERLIN. Die zu den besten Marathonläuferinnen des vergangenen Jahrzehnts zählende Kenianerin Mary Keitany hat ihre Karriere beendet. Als Grund nannte Keitany die Folgen einer Ende 2019 erlittenen Rückenverletzung, die sie auch infolge der Corona-Pandemie nicht wie gewünscht in Europa behandeln lassen konnte. Die 39-Jährige hält in 2:17:01 Stunden den noch heute gültigen Weltrekord über die 42,195 Kilometer in einem reinen Frauen-Rennen. (dpa)

Albas schwierige Hattrick-Jagd

Zverev verlängert in Halle HALLE. Olympiasieger Alexander Zverev wird auch in den kommenden drei Jahren beim Tennisturnier in Halle in Ostwestfalen aufschlagen. Die Organisatoren des Rasenevents haben sich mit dem 24 Jahre alten Hamburger auf einen Vertrag bis 2024 geeinigt. Rasen zählt bislang noch nicht zu Zverevs besten Belägen. In diesem Jahr schied der deutsche Topspieler im Achtelfinale in Halle aus und verpasste anschließend auch beim Highlight in Wimbledon das Viertelfinale. (SID)

Turn-WM ohne Scheder BERLIN. Sophie Scheder, Olympia-Dritte 2016 in Rio de Janeiro am Stufenbarren, muss verletzungsbedingt auf einen Start bei den Kunstturn-Weltmeisterschaften vom 18. bis 24. Oktober im japanischen Kitakyushu verzichten. Im Training erlitt die 24 Jahre alte Chemnitzerin beim Abgang vom Schwebebalken einen Bruch des rechten Mittelfußes. (SID)

DEG löst Vertrag mit Zanetti auf DÜSSELDORF. Die Düsseldorfer EG aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hat den Vertrag mit Marc Zanetti wegen der Folgen einer schweren Thrombose in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Der Verteidiger (30) kann durch die Auswirkung des Blutgerinnsels in dieser Saison nicht mehr aufs Eis zurückkehren. (SID)

DEL verlängert mit Tripcke KÖLN. Die Deutsche Eishockey Liga hat den Vertrag mit Geschäftsführer Gernot Tripcke vorzeitig um drei Jahre bis 2025 verlängert. Das gab die DEL am Mittwoch bekannt. Der 53 Jahre alte Tripcke ist seit Mai 2000 im Amt. (SID)

Redaktion Sport

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Stärkt dem neuen Alba-Coach den Rücken: Kapitän Luke Sikma. FOTO: VALERIA WITTERS

BERLIN. Den Traum vom Titel-Hattrick mit Basketball-Meister Alba Berlin träumt Marco Baldi nur ganz leise. »Wir haben sowohl in der EuroLeague als auch in Deutschland übermächtige Gegner«, unkte der Alba-Geschäftsführer vor dem BBLSaisonstart. Zum dritten Mal in Folge dem reichen Bayern München die Trophäe zu stehlen, ist jedoch ein verlockender Gedanke. Das ließ Baldi vor dem Liga-Auftakt am Donnerstag (20.30 Uhr/MagentaTV) gegen die Telekom Baskets Bonn auch in Ansätzen durchblicken. Selbstverständlich wolle Alba versuchen, »ganz, ganz oben zu stehen«, doch die Meisterschaft sei nicht das einzige Ziel. »Es wäre vermessen zu sagen: Wir gehen ins Rennen und wenn wir nicht deutscher Meister werden, dann war es eine vergebene Saison«, so Baldi. Ein solches Anspruchsdenken gibt die Ausgangslage einfach nicht her. Verfügt Alba über einen Etat von rund zehn Millionen Euro, steuern die Bayern

mittlerweile eher das Dreifache an. Dementsprechend namhaft verstärkten sich die Münchner. Die Neuzugänge Darrun Hilliard, Othello Hunter, Deshaun Thomas, Corey Walden, Ognjen Jaramaz und der Ex-Tübinger Augustine Rubit haben allesamt EuroLeague-Erfahrung.

Chance für Eigengewächse Da kann Alba nicht mithalten. »Die setzen auf erfahrene Spieler, denen man nichts mehr beibringen muss«, konstatierte Baldi, der einen anderen Weg geht. »Wir bauen das alles«, so der Alba-Boss: »Und das braucht Zeit.« Seit jeher integrieren die Berliner junge Eigengewächse wie Malte Delow (20), Jonas Mattisseck (21) oder Center-Talent Christopher Tilly (18) und holen zusätzlich gezielt Verstärkungen von außen – wie den letztjährigen MVP Jaleen Smith, der von den MHP Riesen Ludwigsburg kam. Genau das war Albas Geheimrezept für hochansehnli-

Golf – Als Spieler hat sich der 36-Jährige nicht für den Kontinental-Vergleich Ryder Cup qualifiziert. Nun ist er in den USA als Ratgeber und Motivator von Europas Team gefragt

Kaymer in neuer Rolle SHEBOYGAN. Die Ratschläge und Platzkenntnisse des Ryder-Cup-Helden von 2012 können für die zwölf besten Golfer Europas auf dem Whistling Straits Golf Course Gold wert sein. Martin Kaymer ist ab diesem Freitag zwar nicht als Spieler beim prestigeträchtigen Kontinentalvergleich gegen die USA am Michigansee dabei, aber als einer von fünf Vize-Kapitänen steht Deutschlands Top-Golfer dem Team von Padraig Harrington mit all seiner Erfahrung zur Seite. Vor neun Jahren machte Kaymer mit dem siegbringenden Putt aus knapp zwei Metern das »Wunder von Medinah« für die Europäer perfekt. »An einem gewissen Punkt muss man ehrlich sein, dass ich im Moment nicht zu den zwölf besten Spielern Europas gehöre«, sagte ein selbstkritischer Kaymer vor dem Abflug in die USA. »Jetzt freue ich mich, alles dafür zu geben, dass wir den Ryder Cup in Europa halten.« Vor drei Jah-

ren hatten die Europäer das US-Team in Paris deutlich mit 17,5:10,5-Punkten besiegt – an dem Erfolg war Kaymer nicht beteiligt. Insgesamt war der 36 Jahre alte Profi aus Mettmann vier Mal als Spieler beim Ryder Cup dabei: 2010, 2012, 2014 und 2016. Beim Ryder Cup im US-Bundesstaat Wisconsin wird Kaymer nun hinter den Kulissen wirbeln: Besprechungen, Analyse, Tipps, Spielerbetreuung und Motiva-

Hat an den Golfplatz in Whistling Straits am Lake Michigan (USA) sehr gute Erinnerungen: Golf-Profi Martin Kaymer. FOTO: PETERS/ WITTERS

tor – das neue Aufgabengebiet ist vielfältig. Vor Ort kümmert er sich vor allem um die Belange der europäischen Spieler Matt Fitzpatrick, Viktor Hovland, Tommy Fleetwood und Bernd Wiesberger. Das europäische Team baut auch auf Kaymers Platzkenntnisse. 2010 feierte Kaymer auf dem anspruchsvollen Golfplatz am Lake Michigan mit dem Gewinn der PGA Championship seinen ersten von zwei Major-Siegen. »Es wird sehr darauf ankommen, was sich das amerikanische Team bezüglich des Setups überlegt hat«, erklärte Kaymer. Er selbst rechnet damit, dass die Gastgeber auf relativ breite Fairways, kurze Roughs und schnelle Grüns setzen werden, um die Qualitäten ihrer Longhitter besser zu nutzen. Dennoch ist sich Kaymer sicher, dass Europa den Ryder Cup verteidigen wird: »Wir Europäer haben den besseren Teamspirit.« Und dazu will er seinen Teil beitragen. (dpa)

chen Basketball und die beiden Meisterschaften 2020 und 2021. Die Aufgabe, dies zu wiederholen, wird aber nicht nur wegen der geringeren finanziellen Mittel etwas schwerer. Erfolgstrainer Aito Garcia Reneses ist genauso weg wie Spielmacher Payton Siva und Kapitän Niels Giffey, der bei EuroLeague-Rivale Zalgiris Kaunas anheuerte. »Die, die gegangen sind, Aito, Niels, Peyton – das waren wichtige Figuren im Team«, sagte Luke Sikma, der neue Kapitän, der Berliner Morgenpost: »Ich musste mich tatsächlich erst daran gewöhnen, dass sie nicht mehr da sind.« Den Job von Aito übernahm nun sein langjähriger Assistent Israel Gonzalez. »Er tritt in große Fußstapfen. Aber es gibt keinen Besseren als ihn, es zu versuchen«, sagte Sikma. Der Beginn der Mission könnte für Gonzalez etwas holprig werden, zuletzt fehlten ihm alle fünf Center inklusive Olympia-Fahrer Johannes Thiemann. (SID)

Fußball-Altersrekord: 60-Jähriger spielt PARAMARIBO. Alter schützt auch hohe Politiker vor sportlichem Ehrgeiz nicht: Mit 60 Jahren und 198 Tagen hat sich Surinams Vizepräsident Ronnie Brunswijk in der Concacaf-League zum ältesten Fußballer in einem internationalen VereinsWettbewerb aufgeschwungen. Der Vertreter von Staatspräsident Chandrikapersad Santokhi stellte den Rekord beim 6:0-Sieg seines Vereins Inter Moengetapoe im Vorrundenspiel des Gegenstücks der Europa League der Concacaf-Zone (Nord- und Mittelamerika sowie Karibik) in Paramaribo gegen CD Olimpia aus Honduras auf. Brunswijks 54-minütiger Einsatz an der Seite seines Sohnes Damian dürfte allerdings kaum in Zusammenhang mit seinen Qualitäten als Stürmer stehen: Inter Moengotapoe gehört zum Privatbesitz des schillernden Geschäftsmannes, der wegen Drogenhandels in Surinams früherer Kolonialmacht Niederlande 1999 zu acht Jahren Gefängnis und ein Jahr später in Frankreich zu zehn Jahren hinter Gittern verurteilt wurde. (SID)


SPORT DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Jugendturnier beim TV Reutlingen

ZAHLEN + DATEN FUSSBALL 3. Liga SC Freiburg II – Eintracht Braunschweig 0:1 (0:1) Tor: 0:1 Krauße (33.) – Zuschauer: 2 550 – Schiedsrichter: Fuchs (Odenthal)

Oberliga Baden-Württemberg TSG Backnang – SGV Freiberg 0:3 (0:1) Tore: 0:1, 0:2 Salz (11., 61.), 0:3 Grüttner (80.) – Zuschauer: 600

Verbandsliga Württemberg 1. FC Normannia Gmünd – SKV Rutesheim 3:2 (1:1) Tore: 1:0 Aschauer (25.), 1:1 Hägele (43.), 1:2 (47.), 2:2 Gnaase (72.), 3:2 Aschauer (90.+2)

Bezirksliga Alb

1. TuSMetzingen 7 7 0 0 28:9 21 2. TBKirchentellinsfurt 7 5 2 0 18:8 17 3. TSVOfterdingen 7 5 1 1 20:9 16 4. TSVEningen 7 4 3 0 19:10 15 5. SVHirrlingen 7 4 2 1 19:10 14 6. VfLPfullingenII 7 4 1 2 23:13 13 7. TSVHirschau 7 3 3 1 9:7 12 8. SGReutlingen 7 2 2 3 16:17 8 9. SVCroatiaRT 7 2 2 3 13:14 8 10. TSVDettingen/Ro. 7 2 2 3 14:17 8 11. TSVSickenhausen 7 2 2 3 12:16 8 12. SGMDettingen/Glems 7 1 4 2 20:16 7 13. FVBadUrach 7 2 1 4 16:14 7 14. TVDerendingen 7 2 1 4 8:16 7 15. SVPfrondorf 7 1 2 4 11:17 5 16. FCEngstingen 7 1 1 5 9:17 4 17. TSGUpfingen 7 1 1 5 4:21 4 18. TSVRiederich 7 0 0 7 5:33 0 TB Kirchentellinsfurt – TSV Dettingen/Ro. 1:0 (0:0) K’furt: Jovic – Wagner, Alkan, Stoffregen (59. Meyer), Jauch (42. Schmidt), Zillmann (88. Durmus), Günay, Müller, Rainer, Hombach, Hofmann Dettingen: Skorupka – Beck (62. Rave), Schirinzi, Nüssle, Taskin, Quasthoff, Carilli (62. Schnell), Letzgus, Beck, Bez, Widmann Tor: Günay (55.) TSV Ofterdingen – TV Derendingen 3:1 (0:0) Ofterdingen: Beuter – Rago, Knop, Löffler, Dehner, Filipovic (89. Laur), Trage (80. Schmitt), Schmid (81. Walker), Schanz (87. Caglia), Heim, Schwabe Derendingen: Hildenbrand – Bessler, Klebes, Geiger, Quaas,(75. Kammer), Hegele, Braun, Mbavu (81. Patrick Klebes), Pelz, Luebben, Mahrdt (81. Kommerell) Tore: 1:0, 1:1 Trage (47., 55./Eigentor), 2:1 Schmid (78.), 3:1 Schmitt (87.)

Kreisliga A - Reutlingen (2)

1. SVDegerschlacht 7 7 0 0 25:1 21 2. TSVBetzingen 6 5 0 1 30:6 15 3. SVWalddorf 6 5 0 1 21:3 15 4. TSVSondelfingen 6 4 1 1 12:8 13 5. SVRommelsbach 5 4 0 1 13:1 12 6. TSVEningenII 7 4 0 3 13:15 12 7. AnadoluSVRT 5 3 1 1 9:9 10 8. TSVOferdingen 5 2 0 3 12:13 6 9. SSVRübgarten 6 2 0 4 13:21 6 10. TVUnterhausen 5 1 2 2 6:7 5 11. SVGniebel 6 1 2 3 10:13 5 12. TSVPliezhausen 7 1 2 4 8:23 5 13. CPReutlingen 6 1 1 4 13:16 4 14. TSVLustnauII 5 1 1 3 4:9 4 15. TSVKusterdingen 5 1 1 3 4:19 4 16. SGMDettingen/GlemsII 6 0 2 4 4:14 2 17. FCReutlingen 5 0 1 4 5:24 1 CP Reutlingen – TSV Sondelfingen 1:2 (0:0) CP: Crespo Santos – Crespo Rodrigues, Altamirano-Thiele, da Rocha Neves (46. Hermeth), da Silva Crespo, Androsch, Marques (67. Duraku), Pascanut (73. Tunc), Fontoura Almeida, Zana, Shuti Sondelfingen: Jedele – Nils Schenk, Salici, Becker, Güney, Zipperle, Simon, Manuel Schenk, Tavakol, Fritz, Tom Schenk Tore: 0:1 Fritz (48.), 1:1 Zana (58.), 1:2 Schenk (90.+6) – Rote Karte: Güney (54.) – Gelb-Rote Karte: Shuti (90.+2) SSV Rübgarten – Anadolu SV RT 4:1 (1:1) Rübgarten: Dominik Imhof – Cakmak, Lukas Imhof, Gülcen, Kuhn (75. Knauf), Djaalali, Schwab, Yildirim (65. Laux), Schmid, Ates, Tepedelen (33. Dohmen) Anadolu: Hisil – Özpinar, Samet, Numan Pinar (61. Tüzün), Ulusan (75. Sabir), Dirican, Demir (52. Özkan), Kadir Pinar (68. Suhta), Oldac, Güney Tore: 1:0 Schwab (14.), 1:1 Oldac (38.), 2:1 Lukas Imhof (58.), 3:1 Ates (63.), 4:1 Schwab (77.)– Gelb-Rote Karte: Oldac (80.)

Kreisliga A - Tübingen (3) SV Wendelsheim – SV Weiler 2:3 (0:0) Tore: 1:0 Pöppel (51.), 1:1, 1:2, 1:3 Pabst (61., 74., 90.+4), 2:3 Stroh (90.+5)

Kreisliga B - Tübingen (6)

TV Belsen – Spvgg Mössingen SV Pfrondorf II – SSC Tübingen II

2:5 (2:3) 0:5

Kreisliga B - Tübingen (7)

SGM Entringen/Alt. – SGM Talh./Ösch. II SGM Kiebingen/Bühl II – Oberndorf II

Turnier in Altenburg

Ein-Stern-M-Springen: 1. Frizzi Kellhammer (Tübingen), Con Emma 0 Strafpunkte/49,93 Sekunden; 2. Tim Hendrik Schmidt (Sigmaringen), Con Chato 0/51,94; 3. Susanne Schmidt (Sigmaringen), Cleo 0/52,90 – LSpringen: 1. Abteilung: 1. Stella Wenk (Boll), Climbo 0/44,46 Sekunden; 2. Jürgen Schmidinger (Schömberg), Quinn 0/45, 25; 3. Stefan Zipperle (Gärtringen), Quinto’s Championesse 0/47,74 – 2. Abteilung: 1. Jule Mader (Engstingen), Winnimay 0/45,16; 2. Tim Hendrik Schmidt, Con Chato 0/45,42; 3. Stefan Zipperle, Adelheid 0/49,26 – L-Springpferde-Prüfung: 1. Lea Ruff (Herrenberg), Spreegirl Dree Boeken 8,3 – Zwei-Sterne-A-Springen: 1. Abteilung: 1. Julia Rühle (Bühl), Diabella 0/48,55 – 2. Abteilung: 1. Vanessa Armbruster (Altenburg), Curley 0/49,29 – Ein-Stern-A-Stilspringen: 1. Mona-Katharina Bernert (Gärtringen), Alles Gut Wertnote 7,8 – Ein-Stern-LDressur (Trense): 1. Dominique Friedmann (Münsingen), Fleurienne 8,4; 2. Ira Nenning (Reutlingen), Rock my day 8,2; 3. Annika Gaiser (Walddorfhäslach), Der kleine Donner 8,0 – Zwei-Sterne-A-Dressur: 1. Tanja Gesierich-Gärtner (Pfullendorf), Do It Sometimes 8,1 – Ein-Stern-A-Dressur: 1. Natalie Kreiner (Bonlanden), Coriano 7,8 – Dressur-Wettbewerb: 1. Klara Enzinger (Bühl), Charlotte 7,8

HANDBALL Champions League

THW Kiel – Elverum Handball/Norwegen 41:36 (20:20) Borussia Dortmund – Buxtehuder SV

zung. Über 60 junge Tennisspieler in den Altersklassen U 12 bis U 18 haben gemeldet, um sich wichtige Punkte für die deutsche Jugendrangliste zu sichern. Mitkämpfen werden auch viele Nachwuchsspieler des TV Reutlingen. Große Siegchancen dürfte Reutlingens U 16-Spieler Leonard Bäcker haben. (GEA)

37:31 (24:15)

EISHOCKEY Deutsche Eishockey Liga DEL

ERC Ingolstadt – Düsseldorf n.V. 5:4 (1:2, 0:2, 3:0, 1:0) Iserlohn Roosters – München 2:1 n.V. (0:1,1:0,0:0) Straubing Tigers – Eisbären Berlin 0:4 (0:1,0:0,0:3)

TENNIS Herren-Turnier in Metz/Frankreich

1. Runde: Peter Gojowczyk (München) – Antoine Hoang (Frankreich) 6:2, 3:6, 6:4

Damen-Turnier in Ostrau/Tschechien

1. Runde: Jil Belen Teichmann (Schweiz) – Angelique Kerber (Kiel) 6:2, 6:3

Tübinger Wettkampfkletterer mit Titel-Chancen TÜBINGEN. Die besten Nachwuchs-Kletterer des Landes treten am Samstag im Tübinger Kletter- und Boulderzentrum B12 in Tübingen im BaWüCup an. Es ist die vierte und letzte Station dieser hochkarätigen Wettkampfserie für ambitionierte kletterbegeisterte Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg.

Die Klettersportler der Jahrgänge 2002 bis 2009 sind am Start, also von den Junioren bis hin zur C-Jugend. Die Qualifikation startet um 10 Uhr, das Finale ab 15.30 Uhr. Zugelassen neben den Athleten sind nach Coronaregeln nur Betreuer und Eltern. Die Chancen der Tübinger stehen beim Heimcup, der seit 2015

in Tübingen steigt, gut. In der Jugend B/C werden Jakob Liebrich, Julius Javerschek und Rieke Aptyke vorne erwartet. In der Jugend A können Silas Ertan und seine Schwester Ayla gewinnen. Bei den Junioren haben Daoud Sadlowski und Jakob Aberle als Spitzenreiter Chancen auf den Meistertitel des Landes. (GEA)

Fußball – Ofterdingen zeigt gegen Derendingen eine Reaktion. Sondelfingen macht es spannend – 2:1 in der Nachspielzeit

Kirchentellinsfurt weiter obenauf VON LEOPOLD SCHARTL KIRCHENTELLINSFURT. Der FußballBezirksligist TSV Ofterdingen hat nach der empfindlichen Niederlage gegen Hirschau am Sonntag eine Reaktion gezeigt und sein Nachholspiel gegen den TV Derendingen mit 3:1 gewonnen. Zunächst hatten die Hausherren aber Probleme gegen die tief stehenden Gegner aus Derendingen. Erst nach dem Wiederanpfiff markierte Leon Trage das 1:0 (47.). Doch ausgerechnet Trage war es, der die Derendinger durch ein Eigentor wieder ins Spiel brachte (55.). Doch auch nach dem Ausgleich spielte der TSV weiter offensiv nach vorne und belohnte sich schließlich durch Fabian Schmid (78.) mit dem vorentscheidenden 2:1. Den Schlusspunkt setzte Yannick Schmitt, der nach seiner Verletzung wieder ein paar Minuten agierte. »Die Jungs haben toll gekämpft und sich diese drei Punkte hart erarbeitet. Das war die richtige Reaktion«, erklärte Spielertrainer Dominik Laur. Ebenfalls siegreich und somit nach wie vor ungeschlagen ist der TB Kirchentellinsfurt. Dank des 1:0-Erfolges gegen den TSV Dettingen/Rottenburg stehen die Kicker vom Faulbaum mit 17 Punkten auf Tabellenplatz zwei. Für den Treffer des Tages sorgte Tayfun Günay. Der in den letzten Wochen stark aufspielende Can

Tayfun Günay (links) erzielte das Tor des Tages für den TBK.

FOTO: BAUR/EIBNER

Fußball – Die zweitgrößte Abteilung des VfL mit insgesamt 29 Mannschaften lockt den bisherigen Abteilungsleiter des TSV Eningen zur kommenden Saison nach Pfullingen

Stingel soll frische, junge Ideen bringen VON LEOPOLD SCHARTL UND FRANK WILD PFULLINGEN. Was lange währt, wird endlich gut! Die Fußballer des VfL Pfullingen haben nun doch noch einen Nachfolger für ihren bisherigen Abteilungsleiter Sport, Oliver Herdtner, gefunden. Paul Stingel wurde ins Echaztal gelockt und wird das Amt künftig bekleiden – allerdings erst ab der kommenden Saison

2:2 (2:1) 8:3 (4:1)

REITEN

Bundesliga Frauen

REUTLINGEN. Am Wochenende wird Hochbetrieb auf der Tennisanlage des TV Reutlingen sein. Mit den »Reutlinger Junior Open 2021« findet erstmals ein Jugendranglistenturnier beim TVR statt. Eingestuft ist das Turnier in die Kategorie J4 des Deutschen Tennis Bundes (DTB) und verspricht eine attraktive Beset-

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Paul Stingel wechselt als Abteilungsleiter vom TSV Eningen zum VfL Pfullingen. FOTO: BAUR/EIBNER

2022/23. Herdtner, der bei der Abteilungsversammlung im Juli nicht wieder angetretenen war, übt die Funktion noch bis dahin kommissarisch aus. Nach einer ersten Kontaktaufnahme wurden die Gespräche rasch konkret. »Paul und wir haben dieselben Vorstellungen, was den Amateurfußball im Allgemeinen und die Zukunft des VfL im Besonderen betrifft. Das hat uns schnell überzeugt«, so Herdtner über seinen designierten Nachfolger. Kurios dabei: Stingel ist aktuell noch Abteilungsleiter beim TSV Eningen. Der 25-Jährige soll, so Herdtner, »bis zur offiziellen Übernahme des Amts sukzessive eingearbeitet und in die Entscheidungsprozesse eingebunden« werden – vor allem in Themen, die für die kommende Spielzeit relevant sind. Die zeitaufwendige Arbeit wächst den durchweg ehrenamtlichen Funktionären

trotz Neugliederung im Jahr 2017 über den Kopf. Bis dahin war Timo Schyska alleiniger Abteilungsleiter. Seither sind die Führungsaufgaben auf drei Schultern verteilt: Bernd Vogel (Finanzen und Technik), Schyksa (Öffentlichkeitsarbeit und Projekte) sowie (Herdtner sportlicher Bereich). Stingels Aufgaben werden die sportlichen Belange der zweitgrößten Abteilung des VfL sein – insbesondere die strategische Ausrichtung sowie die Organisation des Spiel- und Trainingsbetriebs von neben der Verbands- und der Bezirksliga-Mannschaft 27 weiteren Teams von den Bambini bis zu den Alten Herren. »Wir brauchen frische, junge Ideen – vor allem den berühmten Blick von außen. Alle Beteiligten, auch in der sportlichen Leitung, sehen Paul nicht nur aufgrund seiner Leistungen beim TSV Eningen als Ideallösung«, so Schyska. (GEA)

Reiten – Nach einem Jahr Pause wieder ein Turnier in Altenburg. Friedmann gewinnt mit guter Note die L-Dressur. Im M-Springen Tübingerin zwei Sekunden vor der Konkurrenz

Kellhammer mit Abstand die Schnellste ALTENBURG. Nach einem Jahr Pause wurde wieder ein Reitturnier auf der Anlage der Familie Diebold in Altenburg ausgetragen. Der Höhepunkt des Turniers war das Ein-Stern-M-Springen. Hier stellte Parcourschef Gregory Wiegand einen anspruchsvollen Parcours auf den Prüfungsplatz. Neun Reiter schaffften es, fehlerfrei zu bleiben. Am Ende war die Zeit von 49,93 Sekunden mit Abstand die schnellste im Parcours. Dieser Ritt gelang Frizzi Kellhammer (Tübingen) mit ihrer sehr beständigen und flinken Stute Con Emma. Kellhammer verwies den zwei Sekunden langsameren Routinier Tim Hendrik Schmid auf Con Chato, der ebenso wie die drittplatzierte Susanne Schmidt mit Cleo für den RC Sigmaringen antritt, auf den zweiten Platz. Das L-Springen wurde in der ersten Abteilung von Stella Wenk (Boll) auf

Fehlerfrei und schnell zum M-Sieg in AltenFOTO: VEREIN burg: Frizzi Kellhammer. Climbo und in der zweiten Abteilung von Jule Mader (Engstingen) und ihrer Stute Winnimay gewonnen. Einen Altenburger Heimsieg gab es im Zwei-Sterne-A-Springen durch Vanessa Armbruster mit Cur-

ley. In dieser Prüfung siegte in der ersten Abteilung Julia Rühle mit Diabella (Reutlingen). Dieser Turniertag war den SpringPrüfungen vorbehalten. Einen Tag zuvor standen ausschließlich Dressur-Prüfungen von der Klasse E bis zur auf Trense gerittenen Ein-Stern-LPrüfung auf dem Programm. Hier waren die Startplätze sehr begehrt und so freute sich der Veranstalter auf viele Teilnehmer im Viereck. Sowohl die Trensen-L als auch die A-Dressur wurden mit guten Noten gewonnen. Gut heißt zum einen die 8,4, die Dominique Friedmann vom Münsinger Lerchenhof mit Fleurienne in der LDressur Platz eins einbrachte, und zum anderen die 8,1 von Tanja Gesierich-Gärtner (Pfullendorf) mit Do It Sometimes bei ihrem Sieg in der Zwei-Sterne-A-Prüfung. In der »L« belegten Ira Nenning (Reutlingen) und Annika Gaiser (Walddorfhäslach) die Plätze zwei und drei. (GEA)

Stoffregen setzte sich auf seiner rechten Seite durch, flankte und fand Günay, der am Fünf-Meter-Raum einnickte und dabei Schlussmann Fabian Skorupka tunnelte. In der Folge vergaben die K’furter noch bessere Gelegenheiten, sicherten sich aber am Ende verdient den 1:0-Heimsieg. Besonders spannend machte es auch der TSV Sondelfingen. Der Reutlinger ALigist setzte sich im Nachholspiel mit 2:1 gegen CP Reutlingen durch. Dabei mussten die Sondelfinger bis zum Schluss zittern. Erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit netzte Sondelfingens Eigengewächs Tom Schenk zum 2:1 ein. »Die Jungs haben sich das hart erkämpft, das war eine richtig starke Leistung. Ich bin froh, dass wir uns für den Aufwand belohnt haben«, resümierte Trainer Benjamin Hübner. Dank des Dreiers hält der TSV den Kontakt zur Spitzengruppe, mit aktuell 13 Zählern auf Platz vier. Einen überraschend deutlichen Sieg fuhr der SSV Rübgarten ein. Im Heimspiel gegen den SV Anadolu Reutlingen gewannen die Grün-Weißen mit 4:1. »Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung. Wir sind als Mannschaft aufgetreten und haben alles rausgeholt«, sagte Rübgartens Abteilungsleiter Robin Sulz. Die Tore für den SSV erzielten Franky Schwab (14., 77.), Lukas Imhof (58.) und Muzaffer Ates (63.). Den Ehrentreffer für die Gäste markierte Mustafa Oldac (38.). (GEA)

Auch SSV-Spiel in Linx fraglich REUTLINGEN. Corona hat wieder in der Fußball-Oberliga zugeschlagen. Nachdem am vergangenen Samstag bereits das Heimspiel des SSV Reutlingen gegen den FC 08 Villingen wegen zwei Verdachtsfällen beim Gegner abgesetzt worden ist, steht auch das Spiel am Samstag (15.30 Uhr) beim SV Linx auf der Kippe. Wie der Verein aus dem Ortenaukreis über Facebook bekannt gab, sind drei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das für Dienstag angesetzte OberligaSpiel gegen den 1. Göppinger SV ist deshalb ausgefallen. Weil einige Spieler bereits zuvor als Verdachtsfälle galten, ist auch das Linxer Spiel gegen den SGV Freiberg am vergangenen Samstag abgesetzt worden. Die betroffenen Spieler »stehen seit vergangenem Donnerstag bzw. seit vorletztem Wochenende nicht mehr im Kontakt zur Mannschaft«, heißt es auf der Facebook-Seite des Clubs. Alle anderen Spieler seien negativ getestet. (der)

LOKALES IN KÜRZE Teilerfolge für SSV-Boxerinnen GLATTBRUGG. Beim internationalen Boxmeeting des Schweizer Boxverbandes in Glattbrugg landete die Ludwigsburger Betül Ergen, die Gastboxerin des SSV Reutlingen (- 52 kg), gegen Gunilla Gatti vom BC Zürich einen Punktsieg. Dabei ließ »Wirbelwind« Ergen – so SSV-Trainer Thoma Floten, der um einen halben Kopf größeren Kontrahentin keine Chance. Einen schlechten Tag erwischte hingegen Reutlingens Weltergewichtlerin Kathi Häberle. Sie boxte gegen Anna Jenni vom BT Basel zu abwartend, zeigte zu selten ihre Stärke im Infight und kassierte unerwartet eine Punktniederlage.

Dettingerinnen auf dem Podest WINNENDEN. Die Nachwuchs-Triathletinnen der SG Dettingen feierten beim Swim- and Run-Wettkampf in Winnenden einen famosen Saisonabschluss. So kam Sarah Ban bei den Schülerinnen A auf Platz eins, Kaderathletin Mirjam Huber wurde in der A-Jugend Zweite und Johanna Schmid in der B-Jugend Dritte.


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WIRTSCHAFT UND SOZIALPOLITIK DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Konjunktur – Wachstum leidet unter Lieferengpässen

Vorsichtigere Prognosen MÜNCHEN/FRANKFURT. Das Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft wegen der anhaltenden Lieferengpässe in der Industrie deutlich gesenkt. In diesem Jahr dürfte die Wirtschaftsleistung nur um 2,5 Prozent zulegen – 0,8 Prozentpunkte weniger als noch im Juni vorhergesagt: »Die ursprünglich für den Sommer erwartete kräftige Erholung nach Corona verschiebt sich weiter«, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die weltweite Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern und elektronischen Artikeln habe viele Hersteller von Vorprodukten an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht. Veränderte Warenströme stellten die globalen Lieferketten vor enorme Herausforderungen. 2020 war die Wirtschaftsleistung Deutschlands um 4,9 Prozent zum Vorjahr eingebrochen. Tragende Säule der Erholung sei derzeit der private Konsum, sagte Wollmershäuser. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte von 2,7 Millionen dieses Jahr auf 2,6 Millionen und nächstes Jahr auf 2,4 Millionen sinken. Die Inflationsrate dürfte in diesem Jahr auf 3,0 Prozent steigen, für das kommende Jahr erwartet das Institut eine Teuerung von 2,3 Prozent. Sollten die Lieferengpässe andauern und höhere Preise für Vorprodukte auf die Verbraucherpreise überwälzt werden, könnte die Inflation auch etwas höher ausfallen. Das Staatsdefizit dürfte dieses Jahr 157 Milliarden Euro erreichen. Für 2022 rechnen die Münchner Wirtschaftsforscher mit 5,1 Prozent Wirtschaftswachstum. Die Chefvolkswirte der privaten Banken in Deutschland erwarten für dieses Jahr 3,3 Prozent Wachstum. (dpa)

Strengere Regeln für Versicherer geplant BRÜSSEL. Versicherungsunternehmen in Europa müssen sich wegen der anhaltenden Niedrigzinsen langfristig auf höhere Kapitalanforderungen einstellen. Die EUKommission schlug eine Überarbeitung des Kapital- und Aufsichtsregelwerks »Solvency II« vor. Dabei geht es um eine neue Berechnung der erwarteten Zinsentwicklung, aus der sich veränderte Verpflichtungen für die Versicherer bei den Eigenmitteln ergeben. Auch Umweltrisiken sollen von den Versicherern künftig berücksichtigt werden. Da sich die Lage an den Finanzmärkten durch die Niedrigzinsen verändert hat, können höhere Risiken für Versicherer entstehen. Der Gesetzesvorschlag soll sicherstellen, dass Versicherer nach und nach mehr Kapital vorhalten, um Langzeitversprechen wie Lebensversicherungen tatsächlich gegenüber ihren Kunden erfüllen zu können. Während die Versicherer langfristig mehr zur Seite legen müssen, sollen kurzfristig 90 Milliarden Euro an Kapital frei werden, sagte Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis. Dies liege an Änderungen in den Berechnungen der Risikomarge. Die vorgeschlagene Richtlinie sieht insgesamt flexiblere Regeln für risikoärmere Versicherer vor. Darüber hinaus soll eine höhere Zahl an kleinen Versicherern von der hochkomplexen »Solvency II«-Richtlinie ganz ausgenommen werden. (dpa)

Bau-Tarifrunde abgebrochen SCHÖNEFELD. Die Tarifverhandlungen für die 890 000 Beschäftigten der deutschen Bauwirtschaft sind ergebnislos abgebrochen worden. Erwartet wird nun ein Schlichtungsverfahren, wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe sowie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) nach der fünften Verhandlungsrunde in Schönefeld mitteilten. Gewerkschaftschef Robert Feiger und Verhandlungsführer Carsten Burckhardt erklärten die Verhandlungen für gescheitert. »Die Zeichen stehen auf Arbeitskampf.« (dpa)

Politik/Nachrichten/Wirtschaft -315

Tel. 0 71 21/302-0 Fax 0 71 21/302-677 Uwe Rogowski (rog) E-Mail: wirtschaft@gea.de

Rückgang der Kurzarbeit lässt Bruttolöhne steigen WIESBADEN. Der Rückgang des Kriseninstruments Kurzarbeit im zweiten Quartal hat die Bruttolöhne steigen lassen. Die Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen der Beschäftigten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteil-

te. Wegen der schrittweisen Lockerung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wurde demnach im zweiten Quartal weniger Kurzarbeit in Anspruch genommen. Da im selben Zeitraum die Verbraucherpreise um 2,4 Prozent stiegen, lag der reale Verdienstzuwachs bei 3,0 Prozent. »Damit wurden zwar die

nominalen Lohneinbußen um 4,0 Prozent aus dem zweiten Quartal 2020 überkompensiert. Der deutliche Anstieg der Inflation hat aber dazu geführt, dass die Arbeitnehmer real noch nicht wieder so viel verdienen wie vor der Krise«, erläuterte Susanna Geisler vom Statistischen Bundesamt. (dpa)

Benzinpreis auf Acht-Jahres-Hoch MÜNCHEN. Die Spritpreise steigen immer weiter. Superbenzin der Sorte E 10 hat zwischenzeitlich ein Acht-Jahres-Hoch erreicht – am vergangenen Sonntag kostete der Kraftstoff im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,577 Euro je Liter. Zuletzt war Benzin 2013 teurer. Bis Dienstag verbilligte sich E 10 zwar wieder

leicht auf 1,573 Euro je Liter – im Wochenvergleich ist das immer noch ein Plus von 0,7 Cent. Diesel verteuerte sich stärker: Mit einem Preis von 1,420 Euro je Liter am Dienstag ging es auf Wochensicht um 2,2 Cent nach oben. Am Sonntag erreichte der Kraftstoff mit 1,422 Euro den höchsten Preis seit 2018. (dpa)

Immobilien – Der chinesische Baugigant ist stark überschuldet. Rettung durch den Staat scheint unwahrscheinlich

Evergrande am Abgrund VON JÖRN PETRING, JÖRN BENDER UND FRIEDERIKE MARX PEKING/FRANKFURT. Evergrande ist der zweitgrößte Immobilienentwickler Chinas und hat Schulden von umgerechnet 300 Milliarden Dollar (256 Mrd. Euro) angehäuft. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Der angeschlagene Konzern muss Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihengläubiger fristgerecht zu bezahlen. Der Konzern ist so groß, dass einige Experten eine »Ansteckungsgefahr« für die chinesische Wirtschaft und darüber hinaus befürchten. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Eine Frau geht an einer Karte vorbei, auf der die Evergrande-Entwicklungsprojekte und die dahinter liegenden Wohngebäude verzeichnet sind. Evergrande ist der zweitgrößte Immobilienentwickler Chinas und hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden Dollar (256 Mrd. Euro) angehäuft. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall.

? Wie konnte es dazu kommen?

Konzerne wie Evergrande wuchsen in den vergangenen zehn Jahren rasant, weil die Immobilienpreise in China kräftig gestiegen sind und es einen Bauboom gab. Peking war es jedoch ein Dorn im Auge, dass die Verschuldung der Branche immer neue Dimensionen annahm. Nun setzt die Regierung strenge Regeln durch. Peking hat den Konzernen »drei rote Linien« aufgezeigt. So darf das Verhältnis von Verbindlichkeiten zu Vermögenswerten nicht mehr als 70 Prozent betragen. Hinzu kommt, dass der Nettoverschuldungsgrad nicht bei mehr als 100 Prozent liegen soll. Die dritte »rote Linie« betrifft das Verhältnis von liquiden Mitteln zu kurzfristigen Verbindlichkeiten der Unternehmen, die über dem Faktor eins liegen muss.

? Warum trifft es ausgerechnet Ever-

grande so schwer? Der Konzern trat auf dem Markt besonders offensiv auf. Landkäufe wurden mit Krediten finanziert, neue Wohnungen mit geringen Margen verkauft, um den Umsatz in die Höhe zu treiben. Evergrande baute nicht nur Häuser, sondern kaufte 2010 einen Fußballclub, investierte in andere Branchen von Mineralwasser über Babymilch bis hin zu Elektroautos.

?

Wird die chinesische Regierung zur Hilfe eilen? Gebannt warten Investoren, wie sich Peking positionieren wird. Drohten große Pleiten in der Wirtschaft, eilte die Regie-

FOTO: WONG/DPA

rung früher in der Regel zur Hilfe, um Verwerfungen zu verhindern. Im Falle von Evergrande ist die Lage jedoch anders. Schließlich will die chinesische Führung mit den neuen Regeln für Ordnung sorgen. An Evergrande könnte also ein Exempel statuiert werden. Die Ratingagentur Standard & Poor’s warnte davor, dass nicht von einer Rettung des Konzerns durch die Regierung ausgegangen werden könne. Peking wäre demnach nur dann zum Eingreifen gezwungen, »wenn es zu einer weitreichenden Ansteckung käme, die den Zusammenbruch mehrerer großer Bauunternehmen zur Folge hätte und systemische Risiken für die Wirtschaft darstellen würde«, so die Agentur.

? Wie reagieren die Börsen?

Sorgen vor einer Ausweitung der Krise belasten die Stimmung an den Aktienmärkten rund um den Globus. Zu Wochenbeginn ging es teilweise deutlich abwärts. Der deutsche Leitindex Dax fiel zwischenzeitlich auf das tiefste Niveau seit Mai. »Die Angst vor einer nächsten Immobilienkrise ist zurzeit groß«, beschreibt Marktexperte Christian Henke

Schifffahrt – Transportkosten sind auf Tausende Dollar pro Container explodiert. Reeder hoffen auf Normalisierung

»Hohe Frachtraten zu extrem« HAMBURG. Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen hofft trotz zuletzt märchenhafter Gewinne für die Container-Reedereien auf eine baldige Normalisierung des Geschäfts. »Jetzt ist es eigentlich zu extrem.« Zwar seien die Frachtraten während der Schifffahrtskrise der vergangenen Jahre viel zu niedrig gewesen. So seien für einen Container von Asien nach Südamerika zeitweise nur 50 bis 200 Dollar bezahlt worden. Dass jetzt aber gleich Tausende Dollar für den Transport eines Containers aufgerufen würden, sei zu viel. »So starke Schwankungen sind schlecht fürs Geschäft. Die braucht eigentlich niemand.« Hapag-Lloyd – fünftgrößte ContainerReederei der Welt – hat nach rund zehnjähriger Krise zuletzt im Konzern ein Halbjahresergebnis von 2,7 Milliarden Euro verbucht, der dänische Weltmarktführer Maersk meldete sogar eine Verzehnfachung des Halbjahresgewinns auf gut 5,5 Milliarden Euro. Grund für die massiven Gewinnsprünge ist eine deutlich gestiegene Nachfrage während der Corona-Pandemie bei gleichzeitig knappen Transportkapazitäten, die durch pandemiebedingte Einschränkungen zusätzlich noch geringer ausfallen als üblich. Benötige man üblicherweise etwa für einen Liniendienst von Fernost nach USA

Der Hamburger Reeder verdient derzeit Milliarden. FOTO: BRANDT/DPA sechs Schiffe, seien es nun acht bis neun, sagte Habben Jansen: »Da gehen dann eben die Raten hoch, das ist der Markt.« Sorgen bereiten ihm vor allem die Verzögerungen beim Be- und Entladen der Containerschiffe an den Terminals. »Wenn man zuerst acht Tage warten muss in Korea, dann eine Woche in China und noch mal ein paar Tage in Singapur – und es dann auch noch mal vor Rotterdam nicht weitergeht, ja, dann kriegt man das Schiff natürlich nie rechtzeitig zurück«, sagte der Reederei-Chef. Da sei es unvermeidbar, dass man den einen oder anderen Hafen auslassen oder gleich eine ganze Reise ausfallen lassen müsse. Habben Jansen hofft, dass sich die Lage bis nach dem chinesischen Neujahrsfest am 1. Februar 2022 wieder beruhigt. (dpa)

vom Handelshaus IG die Lage. Die chinesische Regierung scheine nicht bereit zu sein, Evergrande zu helfen. »Die Sorge ist nun, dass weitere Konzerne aus diesem Sektor in die Tiefe gerissen werden und sich daraus möglicherweise eine neue Immobilienkrise entwickelt. Erinnerungen an die Pleite der US-Bank Lehman Brothers im Jahr 2008 werden wach.«

?

Ist die Lage von Evergrande mit Lehman vergleichbar? Den Vergleich von Lehman und Evergrande hält Mirko Wormuth vom deutschchinesischen Fonds Awesome Capital für »überhaupt nicht angebracht«. So habe Evergrande 90 Prozent seines Geschäfts in China und sei damit »ein national begrenztes Kreditrisiko«, sagte Wormuth. Für die meisten mittelgroßen bis großen Banken machten die Darlehen insgesamt keinen großen Bestandteil aus.

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Was erwarten Experten für den chinesischen Bankensektor? Experten der Landesbank Helaba schließen einen »Lehman-Effekt« in China nicht aus. Nach Einschätzung der

Deutsche-Bank-Fondstochter DWS sollte allerdings selbst unter den chinesischen Banken »das Engagement ziemlich breit gestreut sein, und die hohe Verschuldung dürfte bereits zu hohen Abschreibungen geführt haben, was weitere Schieflagen vielleicht begrenzen könnte«. Allerdings seien chinesische Banken und Finanzinstitute auch stark bei den Zulieferern von Evergrande engagiert, sodass Dominoeffekte nicht ausgeschlossen werden könnten, schreibt die DWS. Standard & Poor’s glaubt, dass der chinesische Bankensektor einen möglichen Zusammenbruch des Immobiliengiganten ohne größere Turbulenzen verdauen könnte. Nach S&P-Berechnungen hatten chinesische Banken Ende Juni 400 Milliarden Yuan (52,6 Mrd. Euro) bei dem Unternehmen im Feuer. »Ein Zusammenbruch Evergrandes als solcher würde das Bankensystem nicht destabilisieren«, heißt es in der Einschätzung der Agentur. Sollten allerdings in der Folge weitere hoch verschuldete große Immobilienentwickler in Turbulenzen geraten, könnte sich daraus eine »herausfordernde Situation entwickeln«. (dpa)

Finanzen – Notenbank Fed will Wertpapierankäufe mittelfristig drosseln. Leitzins bleibt vorerst unverändert

Bald Kurswechsel bei US-Geldpolitik WASHINGTON. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest, stellt aber eine baldige Drosselung der milliardenschweren Wertpapierkäufe in Aussicht. Zugleich könnten die neuen Prognosen für Wirtschaftswachstum, Inflation und Arbeitslosigkeit auf eine Zinserhöhung im kommenden Jahr hindeuten. Vorerst bleibt der Leitzins weiter in der niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent, wie die Zentralbank am Mittwoch mitteilte. Auch die Käufe von Wertpapieren in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar (102 Milliarden Euro) pro Monat durch die Fed werden fortgesetzt. Der im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise beschlossene Ankauf von Wertpapieren soll die Liquidität der Finanzmärkte verbessern und die Bereitstellung von Krediten für Haushalte und Firmen erleichtern. Bereits Ende Juli hatte die Fed mit Blick auf das Anleihenprogramm erklärt, die US-Wirtschaft habe Fortschritte bei Zielen der Vollbeschäftigung und der Inflationsentwicklung erreicht. Dies wurde jetzt bekräftigt. Und die Fed stellte in Aussicht, dass eine Drosselung des Rückkauftempos »bald« gerechtfertigt sein könnte, wenn sich die Entwicklung wie erwartet fortsetze.

Die Federal Reserve machte keine Angaben dazu, wann genau und in welchem Tempo die Wertpapierkäufe zurückgefahren werden könnten. Die Entscheidung könne bereits beim kommenden Treffen fallen, sagte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell. Insgesamt halte man in der Notenbank eine schrittweise Abschmelzung der Käufe für angemessen, die Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden könnte.

Wachstumsprognose gesenkt Die Fed kauft derzeit monatlich für rund 80 Milliarden Dollar Staatsanleihen sowie hypothekengesicherte Wertpapiere im Wert von 40 Milliarden Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte jüngst eine leichte Drosselung ihres Programms zum Ankauf von Anleihen angekündigt. Das aktuelle Zinsniveau unterdessen sei gerechtfertigt, bis am Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung herrsche und das Inflationsziel von rund zwei Prozent erreicht worden sei, betonte die Fed. Zugleich senkte sie ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr. Im Juni war die Zentralbank noch von einem Plus von 7 Prozent ausgegangen, nun erwartet sie ein Wachstum von 5,9 Prozent. (dpa)


WIRTSCHAFT UND SOZIALPOLITIK DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

Geburtstag – Chefaufseher von Groz-Beckert

Thomas Lindner wird 70 Jahre alt ALBSTADT. Der Albstädter Unternehmer und IHK-Vizepräsident Thomas Lindner vollendet heute sein 70. Lebensjahr. »Thomas Lindner gehört zu den engagiertesten Unternehmerpersönlichkeiten, die ich kenne. Er ist im Zollernalbkreis genauso präsent wie in der Landes- und Bundespolitik. Sein Wort hat Gewicht. Die Kraft seiner Argumente ist stets bestechend und überzeugend«, würdigt IHK-Präsident Christian Erbe den Jubilar, dem vor allem auch die Förderung der Jugend und der Bildung ein besonderes Anliegen sind. »Ob Kleinkind- und Schülerförderung oder die regionalen Hochschulen: Thomas Lindner versteht Bildung als einen unserer wesentlichen Standortfaktoren. Mit seinem Engagement in diesem Bereich ist er ein großes Vorbild«, so Erbe.

Thomas Lindner ist IHK-Vizepräsident und Aufsichtsratschef bei GrozBeckert. FOTO: IHK

Thomas Lindner ist seit 1985 Mitglied der IHK-Vollversammlung und seit 1995 Vizepräsident der IHK. 2003 übernahm er den Vorsitz des neu gegründeten IHK-Gremiums für den Zollernalbkreis. Von 2010 bis 2013 war er Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA). Seit 1984 ist Thomas Lindner persönlich haftender Gesellschafter der Groz-Beckert KG in Albstadt. Von 1996 bis 2018 war er Vorsitzender der Geschäftsführung des Unternehmens. Seit 2019 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrats von Groz-Beckert. (GEA)

Litauen warnt vor chinesischen Handys VILNIUS. Litauens Regierung hat vor Sicherheitslücken und eingebauten Zensurfunktionen in chinesischen Mobiltelefonen gewarnt. Nach Angaben des staatlichen Zentrums für Cybersicherheit in Vilnius sind bei einer Untersuchung von drei 5-G-Smartphones der Hersteller Huawei und Xiaomi vier zentrale Cybersicherheitsrisiken festgestellt worden. Zwei davon seien mit vorinstallierten Apps verknüpft und die anderen beiden mit dem Risiko des Verlusts personenbezogener Daten und möglichen Einschränkungen der Meinungsfreiheit, teilte die Behörde mit. Bei der Analyse des Xiaomi-Geräts sei festgestellt worden, dass es technisch die Fähigkeit besitze, die darauf heruntergeladenen Inhalte zu zensieren. Demnach könne es Begriffe wie »Freies Tibet« oder »Demokratiebewegung« erkennen und blockieren. Diese Funktion sei bei in Europa verkauften Handys deaktiviert, könne aber jederzeit aus der Ferne eingeschaltet werden. Bei Huawei-Telefonen gebe es Bedenken in Verbindung mit dem offiziellen App-Store, der zu unsicheren Anbietern weiterleite. Die Regierung in Vilnius riet litauischen Verbrauchern, den Kauf von Smartphones der chinesischen Hersteller zu vermeiden und bereits verwendete Geräte nicht mehr zu nutzen. (dpa)

Ex-Bosch-Manager Traub wird Stihl-Chef WAIBLINGEN. Der frühere Bosch-Manager Michael Traub (52) wird vom 1. Februar kommenden Jahres an den Motorsägen- und Gartengerätehersteller Stihl führen. Wie das Familienunternehmen mitteilte, folgt Traub dem Vorstandsvorsitzenden Bertram Kandziora nach, der in den Ruhestand geht. Traub war den Angaben zufolge zuletzt Vorstandschef des USUnternehmens Plum. Er werde bereits am 1. November in den Vorstand kommen und dann später den Chefposten übernehmen. »Wir freuen uns, mit Herrn Traub einen sehr erfahrenen und kompetenten Vorstandsvorsitzenden für unser Unternehmen zu gewinnen«, erläutert Nikolas Stihl, Beirats- und Aufsichtsratsvorsitzender bei Stihl. (dpa)

VW-Untreue-Prozess wird abgekürzt BRAUNSCHWEIG. Der UntreueProzess gegen drei frühere und einen amtierenden Personalmanager von Volkswagen wird erheblich abgekürzt. Nach den Aussagen von Zeugen zog der zuständige Richter am Landgericht Braunschweig die Plädoyers und eine Entscheidung vor. Im Verfahren um mutmaßlich

überhöhte Bezahlung führender Betriebsräte bei Volkswagen wird damit schon in der kommenden Woche mit einem Urteil gerechnet. Den Angeklagten wird vorgeworfen, einflussreichen Betriebsratsangehörigen zwischen 2011 und 2016 unangemessen üppige Bezüge freigegeben zu haben. (dpa)

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Qualität und Preis sind für junge Käufer am wichtigsten DÜSSELDORF. Junge Erwachsene in Deutschland legen beim Einkauf zwar Wert auf die Nachhaltigkeit der Produkte, wichtiger sind ihnen allerdings Qualität und Preis. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung der Unternehmensberatung PwC. Die Verantwortung für die Verbreitung eines nachhaltigen

Lebensstils sehen die befragten 18- bis 25-Jährigen in erster Linie bei der Politik. Nur 13 Prozent sind der Meinung, dass sie selbst als Konsumenten verantwortlich sind. Jeder Vierte sehe in erster Linie die Regierung in der Verantwortung, für 19 Prozent sei dies die Aufgabe der Hersteller. Für 41 Prozent sei die Qualität

das Hauptkriterium bei der Produktwahl, bei 34 Prozent sei es der Preis. Nachhaltigkeit folge mit 8 Prozent auf Rang drei. Für 5 Prozent sei die Marke das wichtigste Kaufkriterium. Auf die Frage, wieso sie nicht noch mehr nachhaltige Produkte kauften, hätten 61 Prozent den Preis genannt. (dpa)

Technologie – Unternehmen mit Hauptstandort in Eningen hat 2020 Umsatz und Zahl der Mitarbeiter deutlich erhöht

Berghof-Gruppe trotzt Coronakrise VON UWE ROGOWSKI ENINGEN. Die Unternehmensgruppe Berghof mit Hauptstandort in Eningen ist im Coronajahr 2020 deutlich gewachsen. Der Umsatz stieg gegenüber 2019 um 10 Prozent auf 60,3 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich von 311 auf 402. Hintergrund sind drei Firmenübernahmen, aber auch organische Zuwächse. Dies berichteten Marco Himmelsbach, Oliver Walter und Eric Wildeboer, die drei gleichberechtigten Geschäftsführer der Muttergesellschaft Berghof GmbH (Eningen), im Gespräch mit dem GEA. Sie sehen ihr Haus als breit aufgestellten Anbieter von Industrieprodukten und Dienstleistungen gut gerüstet für die Zukunft. Im laufenden Jahr erwarten sie – bei 411 Mitarbeitern – einen Umsatz von 68,7 Millionen Euro. »Wir sind ein gesundes Technologieunternehmen mit enorm hohem Potenzial«, sagte Wildeboer. Künftig gelte es, die Internationalisierung weiter voranzutreiben, dabei aber nachhaltig und mit Augenmaß vorzugehen. Es sei geplant, 2022 einen Standort in Spanien zu eröffnen. Die Gruppe erreichte Himmelsbach zufolge zuletzt eine Exportquote von 40 Prozent des Umsatzes. Von ihren aktuell zehn Standorten sind vier im Ausland: Leeuwarden (Niederlande), Singapur, Boston (USA) und Schanghai (China). »Bei uns spielt die Musik im Inland, vor allem hier in Eningen«, stellte Walter indes fest und verwies auf Entwicklung und Produktion hierzulande und Vertrieb im Ausland. In Eningen beschäftigt Berghof derzeit 247 seiner über 400 Mitarbeiter, in Tübingen sind 40 Personen tätig. Weitere Berghof-Standorte sind in Ravensburg, Chemnitz (Sachsen), Mühlhausen (Thüringen) und Türkenfeld (Bayern). Walter, 51, arbeitet seit fast 25 Jahren für Berghof. Seit 2014 ist er Geschäftsfüh-

Mitarbeiterin Izabella Delezsan in der Membranproduktion bei Berghof.

Oliver Walter, Eric Wildeboer und Marco Himmelsbach (von links), Geschäftsführer der Berghof GmbH, stehen vor der Baustelle des Unternehmens, das 15 Millionen Euro in seinen Hauptstandort in Eningen investiert. FOTOS: NIETHAMMER rer der Tochterfirma Berghof Fluoroplastic Technology GmbH. Wildeboer, 56, ist seit 2003 für Berghof tätig und seit 2008 Chef der Berghof Membrane Technology GmbH. Beide, Walter und Wildeboer, sind seit knapp einem Jahr auch Geschäftsführer der Berghof GmbH, die für die strategische Koordination und zentrale Leistungen (wie Personal, Finanzen, Informationstechnologie) im Firmenverbund zuständig ist. Himmelsbach, 45, gehört dem Unternehmen erst seit Juni dieses Jahres an. Der Betriebswirt ist kaufmännischer Geschäftsführer der Mutterfirma und Geschäftsführer der sechs am Markt auftretenden Firmen der Gruppe. Auf die Ertragslage 2020 von Berghof angesprochen, antwortet er: »Wir schauen nicht nur auf das Umsatzwachstum, sondern auch auf die Profitabilität.« Zahlen wollte er nicht nennen. Er vergab die Schulnote »zwei plus« und verwies auf die größte Einzelinvestition der Gruppe in ihrer seit 1966 andauernden Geschichte. Wie berichtet, werden 15 Millionen Euro in den Ausbau sowie in die Modernisierung des Standortes Eningen gesteckt.

Dem elektronischen Bundesanzeiger ist zu entnehmen, dass Berghof im Jahr 2019 einen Konzernüberschuss von 3,2 Millionen Euro erreicht hatte. Eigentümer von Berghof sind die Brüder Johannes, Georg und Ulrich Maxim Zundel, deren Vater Prof. Georg Zundel (1931-2007) einst der Gründer des Unternehmens war.

Geschäfte mit Potenzial Zu Beginn des Jahres 2020 hatte Berghof die Gigahertz Optik GmbH (Türkenfeld) mit 40 Mitarbeitern und die CLL Chemnitzer Laborleistungs GmbH mit zehn Beschäftigten übernommen. Mitte 2020 kam der Zwei-Personen-Betrieb Opto-Polymer (München) dazu. Vom erreichten Umsatzzuwachs im vergangenen Jahr seien etwa zwei Drittel auf diese Zukäufe entfallen, erklärte Himmelsbach. Der Firmenverbund verfolgt nunmehr neun verschiedene Geschäftsbereiche. Er bietet unter anderem Laborgeräte für Wissenschaft und Industrie sowie Umweltengineering und Steuerungen für Industriecomputer an. Er sieht sich aber auch im

Mobilität – Kollisionsschäden kosten laut Allianz schnell 30 Prozent mehr als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. In Brand geraten die Autos jedoch nicht schneller

Elektroautos teurer in der Reparatur ISMANING. Elektroautos sind laut einer Untersuchung der Allianz nach Unfällen erheblich teurer zu reparieren als herkömmliche Autos. Demnach liegt in der Vollkasko-Versicherung der durchschnittliche Schadenaufwand bei reinen Elektroautos um 10 Prozent höher, bei Plugin-Hybriden sogar um 50 Prozent. Insbesondere der Wechsel der teuren Akkus schlägt sehr zu Buche. Der Versicherungskonzern veröffentlichte die Zahlen bei seinem alljährlichen Autotag in Ismaning vor den Toren Münchens. Im Vergleich sehr viel teurere Folgen als bei konventionellen Autos haben demnach insbesondere Unfälle: »Wir liegen etwa 30 Prozent höher beim Elektrofahrzeug in der Reparatur von Kollisionsschäden«, sagte Carsten Reinkemeyer, Leiter der Sicherheitsforschung im Allianz Zentrum für Technik. Anlass der Untersuchung sind die schnell steigenden Zahlen von E-Autos auf den Straßen. Im ersten Halbjahr wur-

den nach Zahlen des Kraftfahrzeug-Bundesamts 312 000 reine Elektroautos sowie Plug-in-Hybride neu zugelassen. Zu den höheren Reparaturkosten trägt bei, dass Akkus viel Geld kosten – »bis zu 20 000 Euro«, wie Frank Sommerfeld sagte, Vorstand der Allianz VersicherungsAG. So bedeuten Unterbodenschäden bei Elektroautos »nun mal Batterie«, wie Sicherheitsforscher Reinkemeyer sagte.

Teure Herstellervorgaben Doch eine Rolle spielen auch Sicherheitsvorschriften und Herstellervorgaben. »Es gibt Sachen, die beim konventionellen Fahrzeug so nicht stattfinden«, sagte Reinkemeyer. So dürften »Arbeiten am Hochvoltfahrzeug« nur in qualifizierten Werkstätten stattfinden. So gäben manche Hersteller zwingend vor, dass die Batterie nach einer Airbag-Auslösung ausgetauscht werden muss. Marderbisse können ebenfalls sehr ins Geld gehen: Denn

angebissene Hochvoltkabel müssen ebenfalls ausgetauscht werden, wie Reinkemeyer berichtete. Ein Kabelsatz könne bis zu 7 000 Euro kosten. Dabei haben nach Angaben des Sicherheitsforschers manche Autohersteller eine günstige Methode gefunden, um derart teuren Reparaturkosten vorzubeugen: Schutzhüllen für die Kabel. Folge der hohen Reparaturkosten ist, dass sowohl reine Elektroautos als auch Plugin-Hybride im Schnitt etwas teurer zu versichern sind als herkömmliche Autos. Schlagzeilen gab es in den vergangenen Jahren mehrfach wegen brennender Elektroautos. Doch E-Fahrzeuge gehen laut Allianz nicht schneller in Flammen auf als herkömmlich motorisierte Autos: »Wir erkennen im Moment keine höhere Brandwahrscheinlichkeit als bei Benzinern«, sagte Sicherheitsforscher Reinkemeyer. In aller Regel können brennende EAutos gelöscht werden, bevor auch der Akku in Flammen aufgeht. (dpa)

Wachstumsfeld Elektromobilität mit seiner Prüftechnik für Fahrzeugbatterien gut aufgestellt. Walter zeigte ein kleines Kunststoffteil, eine Druckausgleichsmembran von Berghof, von der bis zu 80 Stück in einem Auto benötigt werden könnten. In Gehäusen, Scheinwerfern oder auch Batterien träten durch Temperaturveränderungen oder Höhenunterschiede erhebliche Schwankungen des Innendrucks auf, erklärte er. Das Druckausgleichselement gleiche dies durch Entlüftung aus und verhindere zugleich das Eindringen von Wasser, Staub, Schmutz oder Öl und stelle damit das zuverlässige Funktionieren von Bauteilen sicher. Wildeboer nannte als ein Beispiel aus seinem Arbeitsgebiet die Röhrenmembranen zur industriellen Abwasserfiltration, die bei vielen Anlagenbauern in aller Welt gefragt seien. »Da herrscht international hohe Nachfrage. Es gibt einen großen Nachholbedarf in vielen Regionen«, sagte er. Gut, dass dafür in diesem Jahr eine neue Produktionsanlage in Eningen eröffnet worden sei, fügte er hinzu. (GEA)

Walter-Betriebsrat will um Jobs kämpfen TÜBINGEN. In noch nie da gewesener Art und Weise habe der Vorstand der Walter AG die bislang hoch geschätzte und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat nachhaltig beschädigt. So beginnt ein Schreiben des Betriebsrats des Unternehmens an Medien. Wie berichtet hatte der Vorstand die Verlagerung von bis zu 107 Arbeitsplätzen von Tübingen nach China angekündigt. Nun beklagt der Betriebsrat, dass dies ohne jegliche Vorwarnung unter Einsatz eines Sicherheitsdienstes am vergangenen Freitag geschehen sei. »Das ist ein Schlag mitten ins Gesicht unserer Beschäftigten. Anders kann das befremdliche, zugleich Angst einflößende Auftreten von betriebsfremden Securityleuten nicht mehr bezeichnet werden, welche den Vorstand ganz offensichtlich gegen die Belegschaft zu schützen hatten und auch noch heute in den Produktionsräumen Beschäftigte und Produktionsanlagen bewachen«, schrieb der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Tobias Arndt gestern. »Wir werden um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen!«, kündigte er an. (GEA)


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BÖRSE UND WIRTSCHAFT

Übernahme – Risiko für nationale Sicherheit

Zoom Zukauf im Visier

DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

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IN KÜRZE Babbel bläst Börsengang ab BERLIN. Die Macher der Sprachlern-App Babbel haben den Börsengang der Berliner Firma nur wenige Tage vor dem Start abgeblasen. Wegen der »derzeit ungünstigen Marktbedingungen« werde die Platzierung verschoben. Als erster Handelstag war ursprünglich dieser Freitag vorgesehen. Jetzt soll der Börsengang in Frankfurt »erst mittelfristig« steigen. Babbel betonte, dass man keine Probleme gehabt habe, die Aktien loszuwerden. »Ab Montag fanden wir jedoch sehr ungünstige Marktbedingungen vor.« Zu Wochenbeginn hatte die Krise beim chinesischen Immobilienkonzern Evergrande die Aktienmärkte belastet. So rutschte der Dax auf den niedrigsten Stand seit Mai ab. (dpa)

Streik bei Alitalia ROM. Die Fluglinie Alitalia streicht wegen eines Streiks der Beschäftigten an diesem Freitag mehr als 170 inneritalienische und internationale Flüge. Das teilte das kriselnde Unternehmen, das Mitte Oktober seinen Betrieb einstellen und von der Nachfolgegesellschaft Ita ersetzt wird, mit. Bis Mittwochnachmittag standen 175 Verbindungen auf der Streichliste, darunter vor allem Flüge am Freitag, aber auch einige am Donnerstag und Samstag. Auch Routen nach München und Frankfurt am Main waren betroffen. (dpa)

Freudenberg kauft zu WEINHEIM. Der Mischkonzern Freudenberg übernimmt in den USA das Unternehmen Protect Plus Air Holding Incorporated. Damit solle das Filtergeschäft strategisch weiter ausgebaut werden. Die Übernahme sei von den USKartellbehörden bereits genehmigt. Den Angaben zufolge erwirtschaftete die im US-Bundesstaat North Carolina ansässige Protect Plus Air mit 940 Mitarbeitenden im vergangenen Jahr einen Umsatz von 118 Millionen US-Dollar. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. (dpa)

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SAN JOSE. Die Pläne von Zoom, sich mit einer Milliarden-Übernahme im Call-Center-Geschäft zu etablieren, werden von der US-Regierung einer intensiven Prüfung unterzogen. Ein spezielles Gremium unter Führung des Justizministeriums untersucht, ob der Deal Risiken für die nationale Sicherheit der USA berge, wie aus der Website der Telekom-Aufsicht FCC hervorgeht. Zoom will die US-Firma Five 9, einen Spezialisten für in der Cloud betriebene Call-Center, kaufen. Damit könnte das Unternehmen sein Geschäft über Videokonferenzen hinaus ausbauen. Zoom will dabei seine Aktien als Währung nutzen, um den Kaufpreis von 14,7 Milliarden Dollar (12,5 Mrd. Euro) zu zahlen. Die Regierung ging in den veröffentlichten Dokumenten nicht darauf ein, welche Gefahren genau sie vermutet. Zoom selbst hatte im vergangenen Quartalsbericht darauf hingewiesen, dass Five 9 Entwickler und Geschäft in Russland habe und der Deal daher politischen Risiken ausgesetzt sein könne. Das Wall Street Journal schrieb unterdessen, Auslöser für die Untersuchung seien Verbindungen von Zoom nach China. Zoom, eine US-Firma mit Sitz im kalifornischen San Jose, hat Entwicklungsaktivitäten in China. Eine ZoomSprecherin sagte, man habe alle erforderlichen Unterlagen bei den zuständigen Behörden eingereicht. Zoom gehe weiter davon aus, dass die Übernahme im ersten Halbjahr 2022 abgeschlossen werden könne. (dpa)

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FERNSEHEN AM DONNERSTAG DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

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SERVICE + VERANSTALTUNGEN DONNERSTAG, 23. SEPTEMBER 2021 – REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER

NOTDIENSTE Polizei 110 Feuerwehr/Notarzt/Rettungsdienst 112 Kreiskrankenhaus 07121 200-0 Gift-Notruf Freiburg 0761 19240 Telefonseelsorge 0800 1110111 Hospiz-Sterbebegl. 07121 278-338 Kinder-Sorgentelefon 0800 1110333 Krisenberatung des 07121 19298 Arbeitskreises Leben 07071 19298 Krankentransport Landkreis Reutlingen 07121 19222

TECHNISCHE HILFE GWG-Heizwerke 277-322 FairNetz: Strom, Gas, Wasser 582-3222 Notdienst des Elektro-Handwerks: Versorgungsgebiet der FairNetz GmbH 0171 7247766 Kreis Tübingen 01805 727072

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Mein Klavier. Alles andere kann warten! Wir bieten das Richtige für Einsteiger, Aufsteiger und Überflieger.

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Farbkontrollstreifen

Tom & Jerry, Cineplex Planie, 14.30

VERANSTALTUNGEN

Württembergischen Philharmonie und Rolando Villazón, Werke von Bellini, Verdi, de Falla u.a., Stadthalle, 20 Ina Z: Lieder vom Meer, Oertel + Spörer-Gebäude, 19 Modus, Levant World Jazz, franz.K, 20

TÜBINGEN Semiseria, Parkhauskonzert, Westspitze, 20 DieVagari, Club Voltaire, 17

THEATER REUTLINGEN Einer flog über das Kuckucksnest, nach dem Roman von Ken Kesey, Tonne, 20 (Premiere)

KLEINKUNST ROTTENBURG Komm ins Offene, Improvisationen mit Dietlinde Ellsässer und Jakob Nacken, Kino im Waldhorn, 20

LITERATUR REUTLINGEN Dr. Klaus Rudolf Engert: Dante Alighieri – Dichter zwischen den Welten, Autorenlesung, Stadtbibliothek, 19.30 (Anmeldung: Tel. 3032847)

Lesepaten lesen: Max im Herbst, ab 5 J., Anmeldung, Tel. 07121 965985, Stadtbibliothek, Zweigstelle Rommelsbach: 16.30

FILME REUTLINGEN After Love, ab 12 J., Cineplex Planie, 17, 20.45 Cash Truck, ab 16 J., Cineplex Planie, 18 Die Croods – Alles auf Anfang, Cineplex Planie, 14.15 Don’t Breathe 2, ab 18 J., Cineplex Planie, 20.45 Dune, Cineplex Planie, 16.30, 19.30 (3D/OV: 19.45, 3D: 15.30, 19.15) Free Guy, ab 12 J., Cineplex Planie, 18 Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft, Cineplex Planie, 15 Kaiserschmarrndrama, ab 12 J., Cineplex Planie, 17.45 Last One Laughing 2 (A-Content/ live), Cineplex Planie, 20 Ostwind – Der große Orkan, Cineplex Planie, 15.15 Paw Patrol: Der Kinofilm, Cineplex Planie, 14, 16.45 Saw: Spiral, ab 18 J., Cineplex Planie, 20.15 Shang-Chi And The Legend Of The Ten Rings, ab 12 J., Cineplex Planie, 14.45, 17.30, 20.30

Wickie und die starken Männer – Das magische Schwert, Cineplex Planie, 15.15 Der Rosengarten von Madame Vernet, ab 6 J., Kamino, 16.30 Helden der Wahrscheinlichkeit, ab 16 J., Kamino, 20.30 Je suis Karl, ab 12 J., Kamino, 18.15

FÜHRUNGEN

38. Veranstaltung

Residenzschloss, 14.30 (Anmeldung, Tel. 07125 158490)

Lottozahlen: 3 - 5 - 13 - 21 - 22 - 31

MÜNSINGEN

Spiel 77: 9 0 4 9 6 7 5

Liebenswertes Münsingen, mit Dr. Sigfried Hahn, Touristiinfo, 14

TÜBINGEN

ROTTENBURG

Altstadtführung, Touristikinformation, 14.30

TÜBINGEN Dune, Museum, 16.30 (OmdU: 19.30) Je suis Karl, Museum, 18 Paw Patrol – der Kinofilm, Museum, 15.30 Schachnovelle, Museum, 15.45, 20.30 Shang-Chi – And The Legends Of The Ten Rings, Museum, 17.15, 20 Atomkraft Forever, Arsenal, 16.15 Helden der Wahrscheinlichkeit (OmU), Arsenal, 20.15 Mitgefühl, Arsenal, 18.15 Der Hochzeitsschneider von Athen (OmU), Atelier, 16 Der Rausch (OmU), Atelier, 18 Toubab, Atelier, 20.15

Superzahl: 7 Super 6: 6 0 1 7 13

WIR GRATULIEREN

The Father, ab 6 J., Kamino, 14.45

Die Sülchenkirche, Kino im Waldhorn, 15

TOTO / LOTTO

BAD URACH

Kurzführung und Apéro für Studierende und junge Erwachsene, Kunsthalle, 18 Ausstellung: Marina Abramovic, Kunsthalle, 17 Speed-guiding im Museum für Alte Kulturen, Schloss, 18 Schloss Bebenhausen, 14, 15, 16,17

VORTRÄGE REUTLINGEN Matthäus Alber und die junge reformatorische Bewegung, mit Fabian Kunze, Anmeldung, Tel. 07121 336-100 oder online, vhs, 20 Diakonische Kirche – Zukunftsperspektiven in einer sich wandelnden Gesellschaft, mit Prof. Dr. Annette Noller, Evang. Gemeindezentrum Hohbuch, 19.30

Freitag, 24. September Reutlingen: Gertrud Böbel, 85 Jahre; Ingeborg Maier, 85 Jahre; Hannelore Kemmler, 80 Jahre; Walter Schneider, 80 Jahre; Volker Landgraf, 80 Jahre. Reutlingen-Oferdingen: Roland Werner, 80 Jahre. Reutlingen-Sickenhausen: Elsbeth Liebe, 80 Jahre. Bad Urach: Barbara Kraft, 80 Jahre. Bodelshausen: Karl Tscherny, 70 Jahre. Kirchentellinsfurt: Sigrid Braun, 70 Jahre. Metzingen: Giesela Rossa, 75 Jahre; Engelbert König, 70 Jahre; Stanislav Lasevic, 70 Jahre. Mössingen: Christine Niederberger, 70 Jahre. Mössingen-Bästenhardt: Regina Schwingenschlögl, 80 Jahre. Mössingen-Öschingen: Isolde Bär, 75 Jahre. Nehren: Kassiani Amann, 70 Jahre. Ofterdingen: Iogans Novak, 75 Jahre. Pfullingen: Ursula Wolf, 75 Jahre. Riederich: Jakob Polz, 80 Jahre. Trochtelfingen-Hausen: Christel Ebinger, 80 Jahre.

APOTHEKEN Reutlingen-Betzingen: SteinachApotheke, Steinachstraße 23, 07121 54791. Bad Urach: Elsach-Center Apotheke Mache, Gebrüder-Gross-Straße 9, 07125 4482. Pfullingen: Laiblin Apotheke, Laiblinsplatz 10, 07121 754646. Tübingen: pharmaphant Apotheke Blaue Brücke, Reutlinger Straße 6, 07071 35588.

BEILAGENHINWEIS Einem Teil unserer heutigen Ausgabe (außer Postvertriebsstücken) liegen Prospekte der Firmen BECKA BECK (Merklingen), BRAUN MÖBEL CENTER (Reutlingen-Betzingen) und MÖBEL RIEGER (Reutlingen) bei. Wir bitten um Beachtung.

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REUTLINGEN

Redaktion Chefredaktion: Dr. Christoph Fischer Chef vom Dienst: Alexander Rabe Politik/Nachrichten/Wirtschaft: Davor Cvrlje, Jürgen Rahmig (Stellvertr. Politik/Nachrichten), Uwe Rogowski (Stellvertr. Wirtschaft) Kultur und Unterhaltung: Armin Knauer Sport: Dr. Christoph Fischer, Manfred Kretschmer (Stellvertr.) Reutlingen und Region: Roland Hauser, Philipp Förder (Stellvertr.). Pfullingen/Alb: Christine Dewald, Kreis und Stadt Tübingen: Philipp Förder Geschäftswelt/Beilagen: Iris Kreppenhofer Online: Kaya Egenberger Anzeigenleitung: Carsten Witte Marketing: Joachim Bräuninger Für Verlag und Redaktion bestimmte Sendungen nicht an einzelne Personen richten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden; Rücksendung nur, wenn Porto beiliegt. Der monatliche Bezugspreis beträgt bei Lieferung durch Zusteller 42,90 Euro, bei Postzustellung 44,90 Euro (jeweils einschließlich 7 % Mehrwertsteuer). Jeder Dienstagsausgabe – bei Feiertagen abweichend – liegt das Fernsehmagazin »prisma« bei. Wird der Bezug an mindestens 19 aufeinanderfolgenden Erscheinungstagen unterbrochen, entfällt ein voller Monatspreis. Abbestellungen sind nur zum Monatsende möglich und müssen dem Verlag bis zum 10. eines Monats schriftlich vorliegen. Bei Nichterscheinen infolge höherer Gewalt oder Störung des Arbeitsfriedens (Streik, Aussperrung) besteht kein Anspruch auf Lieferung oder Entschädigung. Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 68 vom 1. 1. 2021. Wir verwenden überwiegend Zeitungspapier, das aus mehr als 70 Prozent Altpapier besteht und zu 100 Prozent recyclingfähig ist.

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KONZERTE

Mit Ausgaben: Echaz-Bote, Pfullingen, Metzinger-Uracher General-Anzeiger Verleger: Valdo Lehari jr. Verlag und Druck: Reutlinger General-Anzeiger Verlags-GmbH & Co. KG, Burgstraße 1–7, 72764 Reutlingen, Postfach 16 42, 72706 Reutlingen, Telefon 0 71 21/302-0 Redaktion 0 71 21/302-333 Anzeigen 302-222, Vertrieb 302-444 Geschäftsführer: Valdo Lehari jr.

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GEA-SERVICE GEA ServiceCenter Reutlingen Anschrift: Burgstraße 1–7, 72706 Reutlingen, Telefon: Verlag: 0 71 21/302-0, Redaktion: 0 71 21/ 302-333, Anzeigen: 0 71 21/302-222, Vertrieb: 0 71 21/302-444 Telefax: Redaktion 302-677, Anzeigen 302-679, Vertrieb 302-681 E-Mail: Redaktion: redaktion@gea.de, Anzeigen: anzeigen@gea.de, Vertrieb: vertrieb@gea.de Internet: http://www.gea.de Geschäftsstellen: Anzeigenannahme und Redaktion Pfullingen: Lindenplatz, 72793 Pfullingen Telefon 0 71 21/97 92 10, Fax 0 71 21/97 92 60 Redaktion: Telefon 0 71 21/97 92 20 Metzingen: Christophstraße 6, 72555 Metzingen Telefon 0 71 23/96 44 10, Fax 0 71 23/96 44 60 Redaktion: Telefon 0 71 23/96 44 20 Tübingen: Redaktion Neckargasse 23, 72070 Tübingen Telefon 0 70 71/92 00 20, Fax 0 70 71/92 00 6 Münsingen: Hauptstraße 25, 72525 Münsingen Telefon 0 73 81/93 66 10, Fax 0 73 81/93 66 60 Redaktion: Telefon 0 73 81/93 66 20 Ticketservice: GEA-Konzertbüro am Burgplatz, Burgstraße 1–7, 72764 Reutlingen. Telefon 0 71 21/302-210. E-Mail: konzertbuero@gea.de GEA ServiceCenter, Burgstraße 1–7, 72764 Reutlingen, Telefon 0 71 21/302-210 Geschäftsstelle Metzingen, Christophstraße 6, 72555 Metzingen, Telefon 0 71 23/96 44 10

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Essen nach Farben: Gesundes Dreiergespann auf dem Wochenmarkt.

FOTO: NIETHAMMMER

(Alle Angaben ohne Gewähr)


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Donnerstag

K O M A S E R L N A P F T A M E E R R B S H E A A P U L S S T E

D R N E S

E A H E I M I S E T H I S C H Auflösung des B E heutigen U S GEA-Kreuzworträtsels F A K S B L R U I N O E S C K B R I E F P

A C H H H T A H U D D E U G N E A N

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Reutlingen


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