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BZ-2021-08-07

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Tabu Vulva: Ein Basler Biologe verlangt mehr Aufklärung (Magazin)

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Freiburg im Breisgau · Samstag, 7. August 2021 F OT O: 3D SCU LP T OR (S T OCK. A D OB E. COM )

Neue BZ-Serie

Erinnern

Gegen Landrat wird ermittelt

Niedrige Inzidenz bei Älteren

Nach Flut im Kreis Ahrweiler

Dagegen häufen sich bei Jüngeren die Corona-Infektionen / Lage in den Kliniken bleibt entspannt

VOR ORT

Ermittlungen nach der Flut

Vorsicht vor raschem Urteil

BERLIN. Im Zuge der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland innerhalb eines Monats etwa vervierfacht. Während sich bei Jüngeren ein deutliches Plus zeigt, macht sich bei Älteren das Impfen bemerkbar. Die Zahlen zu Krankenhauspatienten und Behandlungen auf Intensivstationen liegen laut Robert-Koch-Institut (RKI) weiter auf einem „niedrigen Niveau“. Seit Mitte Juni ist demnach bei den 20- bis 24-Jährigen die Zahl der Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner und Woche von 10 auf 49 gestiegen. Ähnlich große Steigerungen gab es in der Gruppe der 15bis 19-Jährigen sowie bei denen, die zwischen 25 und 29 sind. Das führte aber nicht dazu, dass sich auch die Zahl derer erhöhte, die wegen Covid-19 in einer Kli-

nik behandelt werden müssen und intensivmedizinische Versorgung brauchen. Fast 81 Prozent der über 60-Jährigen sind voll geimpft – in der Gruppe von 18 bis 59 Jahren sind es 55 Prozent. Für 12bis 17-Jährige meldet das RKI elf Prozent. Vor Beginn der Impfkampagne waren zum Jahreswechsel die Inzidenzen der Älteren sehr hoch gewesen und erreichten bei über 90-Jährigen einen Wert von 725. Inzwischen liegt die Inzidenz in den Altersgruppen über 80 Jahre (80-84, 85-89 und über 90 Jahre) zwischen 3 und 7. Im Zuge der Impfungen ist die Zahl jener Älteren gesunken, die wegen Covid19 in der Klinik sind. In der Weihnachtswoche 2020 wurden 5125 über 80-Jährige stationär versorgt, aktuell sind es 69. Bei den 15- bis 59- Jährigen ergibt sich seit Ende Juni ein Plus von 166 auf 265. Welche Rolle Reiserückkehrer für das Pandemiegeschehen spielen, kann das RKI nicht genau sagen. Bei den Neuinfektionen, die seit Anfang Juli gezählt wur-

den, war es in 42 Prozent der Fälle nicht möglich, das „wahrscheinliche Infektionsland“ zu bestimmen. Als Reiseziel mit den vermutlich meisten Ansteckungen wird Spanien vor der Türkei und Kroatien genannt. Auch betont das RKI: „Die Gesundheitsämter können nicht alle Infektionsketten nachvollziehen.“ Seit Anfang Juli haben die Labore wöchentlich zwischen 568 000 und 600 000 Tests durchgeführt. Der Anteil der positiven an allen Tests erhöhte sich in dieser Zeit von 1,11 auf 2,96 Prozent. Am Dienstag wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über die Corona-Lage beraten. Dabei wird es wohl um die Frage gehen, welche Bedeutung der Inzidenzwert angesichts des Impffortschritts noch hat. Es wird auch erwartet, dass es um die Frage geht, ob Ungeimpfte selbst dann keinen Zutritt zu Veranstaltungen oder Restaurants mehr haben, wenn sie negativ getestet sind. Seite 2

Es gibt Dinge, die sind alternativlos. Zu versuchen, die Begleitumstände einer Katastrophe wie der jüngsten Flut auch juristisch zu klären, gehört dazu. Im Landkreis Ahrweiler gibt es den Verdacht, die Verantwortlichen hätten die Bewohner vor den Wassermassen zu spät gewarnt und dadurch fahrlässig Tod und Verletzung von Menschen in Kauf genommen. Da sind Ermittlungen zwingend. Der nach dem Gesetz im Katastrophenfall mit der Entscheidungsgewalt versehene Landrat wird sich ihnen stellen müssen, ebenso die Person, an die der Landrat die Einsatzleitung offenbar übertragen hatte. Das sind beide persönlich, das ist aber auch der Rechtsstaat den Opfern und Hinterbliebenen schuldig. Illusionen sollte man sich allerdings nicht hingeben: Das von der Koblenzer Staatsanwaltschaft eingeleitete Verfahren wird – ebenso wie etliche andere – langwierig, mühsam und womöglich uneindeutiger ausgehen, als sich jemand wünschen mag, der gerne rasch einen Schuldigen am Pranger sähe. Vor Ort stellt sich die Lage nicht selten anders dar als in Verwaltungsvorschriften. Gerade auf kommunalen Mandatsträgern lastet im Ernstfall enorme Verantwortung. Wer da immer ohne Fehler agierte, der werfe den ersten Stein. Wahrheitsfindung ist wichtig. Aber bliebe darüber der Respekt vor den Handelnden in jener Nacht auf der Strecke, wäre auch den Flut-Geschädigten nicht geholfen. d fricker@badische-zeitung.de

Das Wetter Viele Wolken und zeitweise Regen. Um 19 Grad. Wetterbericht, Seite 30

Die Börse in Kürze Dax

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Börsenkurse und Wirtschaft, Seite 17

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Neue Chance für betagte Rottweiler

Es ist warm und nass, in Blumentöpfen und Gießkannen steht das Wasser – es sind ideale Bedingungen für Tigermücken, sich zu vermehren. Also ist in Freiburg die Bekämpfung der eingeschleppten Insekten wieder im vollen Gange. Im Auftrag des Rathauses gehen Fachleute in ermittelten MückenSchwerpunkten von Haus zu Haus, beraten Gartenbesitzer, bauen Fallen – und bringen zehntausende sterile Mücken-Männchen aus. Die 2020 erstmals getestete Methode habe sich bewährt. Freiburger Zeitung, Seite 19 Kultur Fernsehprogramm Sport Kreuzworträtsel

Von Bernhard Walker

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Bestes Wetter für die Tigermücke

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Von Thomas Fricker

Sie können beglücken, trügen, quälen oder verloren gehen: Erinnerungen sind ein wichtiger Teil unseres Seins. Die neue BZ-Serie „Erinnern“ erzählt davon: Wie gut lässt sich das Gehirn trainieren? Wie erinnern wir die Nachwelt daran, wo Atommüll lagert? Ein Paar aus Südbaden beschreibt, wie es ist, ein fotografisches Gedächtnis zu haben. Eine Angehörige eines Demenzkranken berichtet, was die Krankheit mit ihr und ihrem Liebsten macht. Die Serie wird erinnern an altes Handwerk, an das Erinnerungsvermögen von Musik und an einen Orkan, den viele Menschen in unserer Region nie vergessen werden. Heute startet die Serie der BZ-Volontärinnen und -Volontäre mit einem Interview zu Kindheitserinnerungen. (Seite 36)

KOBLENZ (AFP). Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe vor drei Wochen Ermittlungen gegen den Landrat des Landkreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), aufgenommen. Gegen ihn bestehe der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen, teilten die Behörde und das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt mit. Auch gegen ein weiteres Mitglied des Krisenstabs werde ermittelt. Pföhler hatte demnach nach den Regeln des Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetzes Rheinland-Pfalz möglicherweise die Einsatzleitung inne und daher die Entscheidungsgewalt. Den Erkenntnissen zufolge hatte er diese aber zumindest zeitweise an das Mitglied des Krisenstabs delegiert. Die Gesetzeslage allerdings weise die Verantwortung „sehr eindeutig“ der kommunalen Ebene zu, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Harald Kruse. Tagesspiegel; Seite 6

Nr. 180/31 – 76. Jahrgang E 01479 Montag – Freitag: € 2,30 Samstag: € 2,50

Seite 8 Seite VIII Seite 11 Seite 28

Das Tierheim München setzt in der Vermittlung auf Tinder / Von Heidi Ossenberg Lebensverändernd könne eine Begegnung auf der Dating-App Tinder sein – meint Tinder. Weltweit stöbern online mehr als 50 Millionen Nutzer (sagt Tinder) in den Profilen wahnsinnig attraktiver Frauen und Männern. Um sich dann spontan durch eine Fingerbewegung zu entscheiden: Jawohl, das ist sie – oder er. Lebensverändernd – zumindest für eine Nacht, dann sieht man weiter . . . Jetzt soll die Tinder-App einen weiteren, nicht minder bedeutsamen Zweck erfüllen. Das Tierheim München, so meldet es dpa, will Hunde und Katzen online an potenzielle Frauchen und Herrchen vermitteln. Gar nicht mal so absurd, die Idee. Leider sind viele Tierheime voll von Vier-

beinern, die während der Pandemie unüberlegt im Internet, bei Züchtern oder Zoofachgeschäften gekauft worden sind – und nun lästig werden. Originelle Lösungsstrategien sind da gefragt, und so haben die Münchner Tierliebhaber schon für 15 Schützlinge ein Profil erstellt. Das besteht nicht nur aus dem wahnsinnig attraktiven Foto eines Sorgentieres, das leider schon länger im Heim lebt: also schon älter oder sonstwie schwer vermittelbar ist. Bekundet ein Tinder-Kunde Interesse, so startet ein Chat. Der Begriff ist verwirrend, weil die Dating-App nicht automatisch Dr. Dolittles Fähigkeit zum Sprechen mit Tieren vermittelt. Vielmehr wird im Chat mit einem Tierfreund ge-

klärt, ob die oder der rechtsherum Wischende denn die Voraussetzungen erfüllt, ein Tier zu besitzen. Springt die Tinder-Kundschaft hier nicht ab, wird ein „erstes Date“ im Tierheim vereinbart, dem ein „intensives“ gegenseitiges Kennenlernen und im besten Fall ein Auszug des Tieres aus dem Heim folgen. Spannend wird sein zu beobachten, wer welchen Gefährten wählt – fanden US-Forscher 2004 doch heraus, dass Besitzer gerne die Tiere nehmen, die ihnen ähneln. Was wiederum Rückschlüsse auf die eigene Attraktivität zulässt. Heißt das nun, dass betagte Rottweiler nun reißend Absatz finden? Lebensverändernd, in der Tat. Fragt sich nur, für wen.

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t he ma de s tages

Sollen alle Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 geimpft werden? Darüber sind sich Experten nicht einig, in Deutschland nicht, auch international nicht. Das verunsichert viele Eltern. Die Wissenschaft betont: Solch ein Dissens sei gar nicht so selten.

Debatte um Impfempfehlungen

F OTO S: P ROST OCK -ST UD IO ( ST OCK .A D OB E .COM )

Hier so, dort anders Wie unterschiedliche Ratschläge zur Immunisierung zustandekommen Von Bernhard Walker BERLIN. Nur ein Buchstabe trennen die Siko und die Stiko. Was aber die CoronaImpfung für 12- bis 17-Jährige anbelangt, kommen die Stiko, die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut, und die Siko, die Sächsische Impfkommission, zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Stiko empfiehlt sie nur eingeschränkt, während die Siko betont, dass bei der Impfung in dieser Altersgruppe der Nutzen generell die Risiken überwiege. Dieser Gegensatz verunsichert nicht nur Eltern. Auch Thomas Fischbach, der Präsident des Berufsverbands der Kinderund Jugendärzte, mahnt die Stiko, „sich erneut und möglichst zeitnah“ zu äußern. „Die Eltern brauchen eine klare Perspektive, wie es weitergeht und ob sie ihr Kind impfen lassen sollen“, sagt er. Eine Impfung von 12- bis 17-Jährigen, die keine Vorerkrankung haben, macht die Stiko zwar nicht unmöglich. „Nach

ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz“ spreche nichts dagegen. So sind 20 Prozent der 4,5 Millionen Teenager in Deutschland mindestens einmal geimpft. Gleichwohl zögern viele Eltern, solange die Stiko die Impfung primär für Jugendliche mit Vorerkrankungen empfiehlt. Allerdings hat die Stiko angekündigt, bald nochmal Stellung zu beziehen. Man warte auf Daten aus Staaten wie den USA, wo schon viele Teenager geimpft wurden, sagt Stiko-Chef Thomas Mertens. Um welche Daten genau es sich handelt und wie das Gremium vorliegende Daten bewertet, ist offen – ebenso die Frage, wann sich die Stiko äußert. In den nächsten Tagen soll es soweit sein. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollten nicht so lange warten. Sie beschlossen am 2. August, überall Impfangebote für Teenager zu schaffen. Über die Beratungen der 18 Stiko-Mitglieder, die von Bund und Ländern ernannt

Die Spritze für junge Leute ist nur in Sachsen allgemein empfohlen. Warum eigentlich? Das fragen sich auch viele Eltern.

werden und die ehrenamtlich tätig sind, erfährt die Öffentlichkeit nichts. Die Mitglieder sind, wie es in der Geschäftsordnung heißt, „auch nach Beendigung ihrer Mitgliedschaft verpflichtet, über die ihnen dabei bekanntgewordenen Angelegenheiten, insbesondere Gegenstände und Inhalt der Beratungen sowie Beschlussentwürfe der Kommission, Verschwiegenheit zu wahren“. Bekannt ist, dass sich die Mitglieder derzeit einmal die Woche digital treffen. Vor der Pandemie waren drei bis vier Sitzungen im Jahr üblich. Damals dauerte es lange, bis das Gremium eine Empfehlung gab. Nun geht das schneller. Bereits acht Mal hat die Stiko ihre Empfehlung zur Corona-Impfung aktualisiert. Neue Updates stellt auch die Siko bereit. Das ergebe sich aus der „überaus dynamischen Entwicklung der Pandemie sowie dem nahezu täglich anwachsenden Wissensstand zur antipandemischen Impfung gegen das Virus“, sagt Thomas Grünewald, der Chef der Sächsischen Impfkommission. Die Siko ist eine Besonderheit. Nur Sachsen hat eine eigene Impfkommission. Der Rat der 1991 gegründete Siko gilt rein formal nur für die Ärzte im Freistaat. Tatsächlich fragen sich nun aber viele in der ganzen Republik, warum die Siko bei den Teenagern eine andere Empfehlung abgibt als die Stiko.

Niemand hindert Eltern daran, sich an der Siko auszurichten, denn die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind in der EU für alle ab 12 Jahren zugelassen. Gegensätzliche Empfehlungen gibt es auch international. Israel und die USA haben schon viele 12- bis 17-Jährige immunisiert, Großbritannien fährt dagegen wie die Stiko einen vorsichtigeren Kurs. Itai Pessach, der die größte Kinderklinik Israels leitet, sagt: „Nachdem wir Jugendliche nun fast sechs Monate lang impfen, haben wir genug Daten, um sagen zu können, dass die Impfung sicher ist.“ Er habe seine Kinder sofort immunisieren lassen: „Denn die Wahrscheinlichkeit, dass dein Kind schwer krank wird – auch wenn das selten ist –, ist so viel höher als eine Komplikation durch die Impfung.“ Ohne Impfung sei normaler Schulbetrieb so gut wie unmöglich. Auch wenn Teenager seltener und weniger schwer erkrankten als Erwachsene, könnten sie das Virus weitertragen. Um zu verhindern, dass viele Klassen in Quarantäne müssten oder ganze Schulen dichtmachen, sei die Impfung wichtig – auch, um mögliche Spätfolgen einer Infektion zu vermeiden: Pessach sagt: „Das betrifft anhaltende Symptome wie Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, Sport zu treiben, Veränderungen der Haare, Appetitlosigkeit, Stimmungsschwankungen. Und das bei vielen Kindern, die nicht mal wussten, dass sie Covid-19 hatten.“

„Der Nutzen überwiegt eindeutig das Risiko“ BZ-INTERVIEW

mit Thomas Grünewald, dem Chef der Impfkommission in Sachsen (Siko), über die Anti-Corona-Spritze für junge Leute

BZ: Herr Grünewald, seit 1. August empfiehlt die Siko die Corona-Impfung für alle 12- bis 17-Jährigen. Worauf basiert das? Grünewald: Auf Daten vor allem aus den USA, aber auch aus Israel, wo diese Altersgruppe schon länger geimpft wird. Die Daten beziehen sich auf sechs Millionen Fälle. Und das ist sehr viel. Bei den Zulassungsstudien für die Impfstoffe waren nur 2000 Teenager einbezogen. BZ: Die Datenbasis reicht also aus? Grünewald: Ja. Wir haben auch angeschaut, was sich bei den 19 000 Jugendlichen zeigte, die in den USA nach der Impfung sehr gründlich untersucht worden sind. Noch am 8. Juli hatten wir betont, dass Jugendliche geimpft werden kön-

nen. Jetzt geben wir die generelle Impf- beutelentzündung) nach einer Impfung empfehlung, weil so viel Daten vorliegen, erkranken, haben meist milde Verläufe dass wir klar sagen: Der Nutzen über- und nur sehr kurze Krankenhausaufentwiegt eindeutig das Risiko von Nebenwir- halte. Ein großer Teil ist nach vier Wokungen. chen komplett genesen. Trotzdem lege BZ: Manche erleiden nach ich großen Wert auf eine der Impfung eine Entzünweitere Feststellung. dung des Herzmuskels BZ: Auf welche? oder des Herzbeutels. Grünewald: Die Impfung Grünewald: Das kommt setzt voraus, dass es einen bei männlichen JugendliKonsens zwischen dem Juchen mit einer Häufigkeit gendlichen, den Eltern von 70 je einer Million Geund dem impfenden Arzt impfter vor. Bei den weibligibt. Alle müssen zustimchen Impflingen sind es 10 men, damit alle individuell auf eine Million. Gleichzeiim Einzelfall die Risiken tig verhindert die Impfung und den Nutzen abwiegen. in dieser Altersgruppe je BZ: Ihre Empfehlung richeiner Million Geimpfter tet sich an die Ärzte. Welaber zwei Todesfälle und che Resonanz gab es? 71 Intensivbehandlungen Thomas Grünewald Grünewald: Manche Kolaufgrund von Covid-19. legen sagen, dass sie auf Und die Jugendlichen, die an der Myokar- die Ständige Impfkommission des Bundes ditis (Entzündung des Herzmuskel – d. (Stiko) warteten – andere sagen, dass ihRed.) oder einer Perimyokarditis (Herz- nen unsere Empfehlung sehr weiterhelfe. F OT O: H EN D RIK S CH M IDT ( DP A )

Auch bei jungen Leute gibt es laut Thomas Grünewald sehr seltene Nebenwirkungen bei der Corona-Impfung. Sachsens Impfkommission (Siko), deren Chef Grünewald ist, empfiehlt die Immunisierung dennoch ohne Einschränkung. Mit ihm sprach Bernhard Walker.

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Das finde ich auch gar nicht schlimm. Übrigens sind wir uns mit der Stiko völlig einig darin, dass es den Konsens der drei beteiligten Seiten braucht. BZ: Wie erklären Sie sich den Unterschied, den es abseits davon aber gibt? Grünewald: Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass Empfehlungen oder Leitlinien zu verschiedenen Aussagen kommen. Neu ist nur, dass die breite Öffentlichkeit das jetzt mit Blick auf die Impfung der 12- bis 17-Jährigen wahrnimmt. Für Laien ist das natürlich schwer nachzuvollziehen. Letztlich steht dahinter, dass Wissenschaftler Daten unterschiedlich interpretieren. Was die Stiko anbetrifft, wäre es falsch vom mir, darüber zu spekulieren. Ich kann aber zusichern, dass wir in der Siko sehr gründlich gearbeitet haben und auf einer breiten Datenbasis zu der Empfehlung gekommen sind. –

Thomas Grünewald (56) hat Medizin studiert. Seit 2020 ist er Chef der Klinik für Infektionsmedizin am Klinikum in Chemnitz.

HINTERGRUND

Impfluencer trommeln für die Spritze In Deutschland ist knapp über die Hälfte der Bevölkerung voll gegen Corona geimpft. Um die Impfbereitschaft zu steigern, passt die Bundesregierung ihre Kampagne an. Wurden zunächst ältere Menschen und besonders Schutzbedürftige mit der Kampagne „Deutschland krempelt die #ÄrmelHoch“ angesprochen, sollen laut Gesundheitsministerium nun unentschlossene und jüngere Menschen motiviert werden. Das neue Kampagnenmotto: „Hello again“ – angelehnt an den Schlager von Howard Carpendale. Seit Ende Juli zeigt ein Videoclip im Fernsehen und auf Streamingdiensten Menschen auf einer Geburtstagsfeier, im Konzertsaal, in vollen Fußballstadien und eine Lehrerin, die ihre Schüler umarmt. Stand zu Beginn der Pandemie die Aufklärung im Mittelpunkt, sollen nun unbeschwerte Gefühle hervorgerufen und Erinnerungen an Erlebnisse geweckt werden, die in der Krise weggefallen sind. Die Botschaft am Ende des einminütigen Spots: „Holen wir uns das volle Leben zurück“ und „Jede Impfung zählt“. Sänger Mike Singer, Handballtorwart Silvio Heinevetter und Influencerin Nihan Gülaylar sind als „Impfluencer“ eingebunden. Die Spots werden auch in russischer, türkischer und arabischer Sprache geschaltet. Verbreitet werden sie über Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn, Youtube, Telegram und Tiktok. Auch gibt es Plakate zur Aktion. Die Regierung gibt für die seit Dezember laufende Kampagne 25 Millionen Euro aus. Patrick Siebenrock

IMPRESSUM Verleger Wolfgang Poppen Chefredakteur: Thomas Fricker (verantw.) Stellv. Chefredakteure: Holger Knöferl (Lokales) Markus Hofmann (Digitales) Politik & Deskleitung: Dietmar Ostermann; Blattplanung & Regionales: Frauke Wolter, Ronny Gert Bürckholdt; Wirtschaft: Dr. Jörg Buteweg; Kultur: Alexander Dick; Sport: René Kübler; Leben: Martina Philipp; Schlussredaktion: Anselm Bußhoff; Layout/Grafik: Andrea Schiffner Korrespondentenbüros in Berlin, Stuttgart, Brüssel, London, Paris, Straßburg, Rom, Washington, Moskau, Peking und Johannesburg _________________________ Badischer Verlag GmbH & Co. KG, Lörracher Str. 3, 79115 Freiburg Telefon 0761 - 496-0 Fax Redaktion 0761 - 496-5029 Fax Abonnentenservice 0761 - 496-8696 Fax Geschäftsführung Verlag 0761 - 496-1099 E-Mail-Adressen: kontakt.redaktion@badische-zeitung.de aboservice@badische-zeitung.de _________________________ Geschäftsführung: Wolfgang Poppen, Nadja Poppen, Thomas Zehnle, Patrick Zürcher Regionalverlagsleiter: Markus Fangmann Anzeigen: Karsten Bader (verantw.) Vertrieb: Daniel Stockmar Logistik: Jürgen Federer _________________________ Anzeigenannahme: Telefon 0800 - 22 24 221 Fax 0800 - 2224 229 E-Mail: anzeigen@badische-zeitung.de Internet: www.badische-zeitung.de/anzeigen www.schnapp.de _________________________ Druck und Versand: Freiburger Druck GmbH & Co. KG Lörracher Str. 3, 79115 Freiburg Die Druckerei ist seit 2013 EMAS (DE-126-00089) validiert.

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Als der Feuerteufel umging Vor 25 Jahren wurde ein damals 22-jähriger Feuerwehrmann festgenommen, der in und um Schopfheim zwischen 1993 und 1996 mindestens 25 Brände gelegt hatte F OT O: Z VG ST A DT A RCH IV S CH OP FH E IM

Von Nicolai Ernesto Kapitz Feuerwehrleute, die nächtelang nicht zur Ruhe kommen, Ermittler, die Extraschichten einlegen, Landwirte, die in ihren Ställen mit Beilen bewaffnet auf den Brandstifter warten – solche Szenen spielten sich vor einem Vierteljahrhundert im mittleren Wiesental ab. Damals suchte ein „Feuerteufel“ Schopfheim und die Umgebung heim – bis zum 13. August 1996. An diesem Tag nahm die Polizei einen jungen Feuerwehrmann fest, der später gestand, mindestens 25 Brände gelegt zu haben. Darunter auch jene Feuer, die das Gasthaus „Pflug“ und die große evangelische Stadtkirche verwüsteten – und den Bauernhof der Familie Henke. „Eigentlich“, so sagt Reinhard Henke im Rückblick, „habe ich die ganze Sache für mich längst verarbeitet.“ Der heute 58-Jährige sitzt in seinem Wohnzimmer in Schopfheim-Wiechs und macht nicht den Eindruck, als würden ihn die Erinnerungen arg belasten. Er erzählt teils humorvoll von seinen Erlebnissen. „Man muss ja nach vorne schauen“, sagt Henke. Dabei wusste er schon vor 25 Jahren, wie man mit Schicksalsschlägen umgeht. Bei einem Arbeitsunfall 1988 hatte er einen Arm verloren – und in jener Nacht im August 1996, so erinnert er sich, habe die Schulter wieder geschmerzt. Als ihn sein Bruder aus dem Schlaf gerissen habe, so erzählt er, habe es etwas gedauert, bis er verstanden habe, was da geschah in seinem Elternhaus, einem kleinen Bauernhof in der Dorfmitte des Schopfheimer Ortsteils Wiechs. „Als ich wach wurde, brannte schon der Türrahmen in meinem Zimmer“, sagt der damals 33-Jährige. Also sprang er aus dem Fenster – zum Glück im Erdgeschoss. „Wenn du so etwas erlebst, machst du alles im Af-

Auch den Großbrand im Gasthaus „Pflug“ in der Stadtmitte gestand der Brandstifter nach seiner Festnahme.

F OT O: NICO LA I E RN ES TO KA P IT Z

Brandopfer Reinhard Henke mit der damaligen BZ-Schlagzeile. fekt“, erinnert er sich. Dass er gegen den Rat der Feuerwehr noch seinen BMW 635 Coupé aus der Garage fuhr – unter Schock naheliegend. Immerhin wurde niemand verletzt, Reinhard Henke, seine Eltern und die drei Brüder schafften es aus dem Haus. „Wir haben die Eternitplatten krachen gehört und sind aufgewacht“, erinnert sich die heute 82-jährige Mutter Anneliese Henke. „Dann ging schon die Sirene.“ Auch die Rinder kamen rechtzeitig aus dem Stall. Ums Leben kamen dagegen mehr als 80 Hasen. In dieser Augustnacht war längst klar, dass in Schopfheim ein Serienbrandstifter umging, ein „Feuerteufel“, wie man ihn damals nannte. Keine 24 Stunden vor dem Brand in Wiechs war die Schopfheimer Feuerwehr bereits von Ort zu Ort gehetzt. In Maulburg stand ein Recyclingbetrieb in Flammen. Noch während der Löscharbeiten kam ein Notruf aus Hasel, jenseits der Eichener Höhe. Dort brannte ein Bauernhof samt Stall lichterloh. „Feuer in Zweirad-Shop sieht ganz nach Brandstiftung aus“, hatte die BZ Schopfheim am 24. Mai des gleichen Jahres getitelt. „Es fing an in diesem Fahrradgeschäft“, erinnert sich Bernd Schwöble an jene Tage vor 25 Jahren. Der damalige Kreisbrandmeister kann kaum noch auf-

hören, die Brände aufzuzählen: „Dann das Holzlager, dann die Brauerei, dann ein Haus in der Roggenbachstraße.“ Wie später bei den Ermittlungen herauskommen sollte, hatte das Ganze bereits 1993 seinen Anfang genommen. Damals brannte in der Innenstadt das leer stehende Gasthaus „Pflug“. Dass ein Schopfheimer Feuerwehrmann der Brandstifter war und damit eine Serie von Bränden ihren Anfang nahm – daran dachte noch niemand. Auch nicht, als 1993 weitere Feuer ausbrachen, die meisten in Scheunen und Schuppen. Dann hörte die Brandserie vorerst auf. „Das war auch kein Wunder“, erinnert sich Schwöble an das unscheinbare Mannschaftsmitglied, das später als Feuerteufel entlarvt werden sollte. „Er war von 1993 bis 1996 gar nicht mehr in Schopfheim. Dann ist er zurückgekommen und wieder in die Feuerwehr eingetreten. Und wir hatten auf einmal wieder Brände in kurzer Folge. Da wussten wir, es kann etwas nicht stimmen.“ Im Unterbewusstsein, so erinnert sich der damalige Kommandant, habe er ein ungutes Bauchgefühl gehabt – aber eben viel zu vage, um einen konkreten Verdacht daraus abzuleiten. „Aber ich habe das damals mit der Polizei besprochen.“ Die hatte Ende Mai 1996 eine Ermittlungsgruppe gegründet, um den Serienbrandstifter zu fassen. „Da ist es nämlich richtig losgegangen“, sagt Schwöble. Schlag auf Schlag seien die Einsätze gekommen. „Du kommst nach einem Einsatz heim und bist völlig hinüber“, sagt der heute 68-Jährige. Manche Einsätze dauern 20 oder 30 Stunden, einige länger. „Kaum ist man daheim, pfeift wieder der Alarm.“ Irgendwann sei die Feuerwehr völlig auf dem Zahnfleisch gegangen – personell und materialtechnisch. In der Nacht zum 21. Juli heulten wieder die Sirenen. „Das war der Höhepunkt“, sagt Schwöble. „Die Stadtkirche.“ In dem Gotteshaus an der Wehrer Straße brannte das Seitenschiff, schnell breiteten sich die Flammen aus. Nur weil die Feuerwehr sowieso in Habachtstellung gewesen sei, brannte die Kirche nicht völlig aus. „Wir konnten zum Glück verhindern, dass das Feuer den Dachstuhl erreicht“, berichtet der Ex-Kreisbrandmeister. Trotzdem: Das Seitenschiff samt Empore war nur noch eine Ruine, gleiches galt für die Ausstattung der ganzen Kirche, inklusive der beiden Orgeln, deren Pfeifen in der Hitze wie Wachs geschmolzen waren. „Er hat sich immer weiter gesteigert“, erinnert sich Bernd Schleith. Der heute 73-Jährige war Leiter der Sonderermittlungsgruppe, die nach dem Feuerteufel fahndete. „Das ist bei solchen Serien fast normal: Der Brandstifter beginnt bei kleinen Schuppen oder Scheunen und zündet dann immer größere Objekte an. Irgendwann waren es bewohnte Häuser.“ So wie der Hof der Familie Henke. Spätes-

tens da war der Druck auf die Ermittler sene der 22-Jährige in Schopfheim Feuerriesig. „Wir wussten, dass wir ihn fassen wehrmann ist. „Wir haben ihn observiert müssen, bevor jemand ums Leben und dabei beobachtet, wie er in Fahrnau kommt“, erzählt der pensionierte Krimi- versuchte, einen Schuppen anzuzünnalhauptkommissar. „Die Bevölkerung den.“ Die Beamten nahmen ihn dann vor seiner Wohnung fest, als er zum Feuerwar in Aufregung und verunsichert.“ Nachdem der Brandstifter Bauernhöfe wehreinsatz ausrücken wollte. angezündet hatte, hielt mancher Land„Es ist niederschmetternd“, sagt wirt im Umkreis nachts Wache – einige, Schwöble über den Moment, als klar wurso erzählte man sich, mit dem Beil in der de, dass der Feuerteufel ein FeuerwehrHand. Die Ermittlungsgruppe mann war. „Vor allem, weil es zog alle Register. Es wurden ihm niemand zugetraut hatte. bis zu 15 000 Mark Beloh- Manchmal Man hat ihm nicht angesehen, nung ausgelobt für Hinweise, dass ein Pyromane in ihm die zur Ergreifung des Brand- brannte wohnt.“ Weder habe sich der stifters führen. Bis zu 15 es zwei Mal junge Mann in der Feuerwehr Beamte waren in der Ermittmit besonderem Eifer hervorin der selben lungsgruppe im Einsatz, sie getan, noch war er bei den von fuhren nachts Streife, in Zivil, Nacht ihm gelegten Feuern einer der zu Fuß, im Auto, mit dem ersten am Brandort, wie es – Fahrrad. Trotzdem brannte es so Bernd Schleith – oft der Fall weiter, „manchmal hatten wir das Ge- sei bei Feuerwehrleuten, die Brände lefühl, er spielt mit uns“, sagt Schleith. gen. „Es konnte bei uns niemand glauSpäter stellte sich laut den Ermittlern ben“, sagt Schwöble. „Es fiel eine Last heraus: Der Feuerteufel hatte einfach nur weg, weil die Serie vorbei war. Aber dass lange Glück, dass er nicht erwischt wur- es einer von uns war, war schwer zu verde. Sein Glück aber war irgendwann auf- arbeiten.“ gebraucht. Er wurde bei seinem ArbeitgeScheibchenweise rückte der junge ber entlassen, kurz darauf brannte es bei Mann die Wahrheit heraus: Stadtkirche, der besagten Firma. „Da hat es bei uns ge- Pflug, die Bauernhöfe – alles ging auf sein klingelt“, erinnert sich Schleith. Bei der Konto. Mindestens 23 Brände hatte er am Überprüfung kam heraus, dass der Entlas- Ende gelegt, manche schon weit vor

1993. Gesamtschaden: Weit mehr als zehn Millionen Mark. Der 22-Jährige wurde vom Landgericht Waldshut-Tiengen zur Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es, „die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten“ sei erheblich eingeschränkt gewesen, ohne psychiatrische Betreuung bestehe die Gefahr weiterer Brandstiftungen. Sachverständige attestierten dem 22-Jährigen „eine neurotische Fehlentwicklung im Kindes- und Jugendalter“. Inzwischen ist er längst wieder auf freiem Fuß und fortgezogen. „Der war schnell wieder draußen“, sagt Reinhard Henke. „Die Geschädigten mussten aber mit der Sache leben.“ Zwar sei die Hilfsbereitschaft und Solidarität mit der Familie riesig gewesen. Das Haus wurde wieder aufgebaut, wenn auch ohne Landwirtschaft. Aber nicht jeder hatte mit der Verarbeitung der Erlebnisse so viel Erfolg wie der heutige Familienvater. „Mein Vater hat das nie überwunden“, sagt Reinhard Henke. „Sein ganzes Leben lang hat er für den Bauernhof geopfert. Und dann war plötzlich alles weg.“ Der Vater starb 1999, drei Jahre nach dem Brand. „Viel zu früh“, sagt Reinhard Henke. „Es war eine schwierige Zeit“, ergänzt seine Mutter. „Aber zum Glück sehr lange her. Jetzt geht es uns gut.“

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LEITARTIKEL Die XXXII. Sommerspiele von Tokio

Olympia hat polarisiert Von Andreas Strepenick Olympia kann begeistern. Es kann die polarisiert. Viele Menschen waren in Aufmerksamkeit der Menschen in der ihrer Meinung gespalten, und das werganzen Welt 16 Tage lang auf sich len- den sie auch noch sein, wenn die olympiken. Diese 16 Tage können sich zu einem sche Flamme am Sonntag erlischt. GlüWeltfest entwickeln, das nicht nur hart- hende Sportfans begeisterten sich für die gesottene Sportfans fasziniert, sondern Wettkämpfe wie in alten Zeiten. Sie foauch diejenigen, die normalerweise kussierten sich auf den Kampf um Gold, nichts übrig haben für Leichtathletik, Ru- Silber und Bronze. Aber auch die Zahl dern, Dressurreiten oder Freiwasser- der Olympia-Gegner und Skeptiker ist schwimmen. Olympia kann ein Ereignis durch Tokio ganz gewiss nicht kleiner gesein, an dessen Bildern man sich zwei- worden. Und noch mehr Menschen, zu einhalb Wochen lang berauscht und an diesem Eindruck muss man gelangen, das man dann gern zurückdenkt, viel- straften das Weltfest mit der schärfsten leicht sein Leben lang. aller Waffen: Gleichgültigkeit. Dass ein Hat Tokio das geschafft? Kaum. Die olympisches Tennis-Finale der Männer XXXII. Olympischen Sommerspiele wer- an einem Sonntagmittag mit dem deutden, wenn sie am Sonntag enden, in den schen Finalisten Alexander Zverev hierHerzen der allermeisten Menschen wohl zulande nur dreieinhalb Millionen Menkeinen bleibenden Platz finschen vor den Fernsehern versammelt, muss nicht nur deutden. Das hat viel mit Corona zu tun. Das Virus hält alle Spiele können schen Funktionären des Sports schwer zu denken geben. Länder in Atem, der Weltsport kann nichts dafür. Er begeistern, Gewiss, vieles hat sich ins hätte aber Rücksicht auf die aber Tokio hat Internet verlagert, und die berechtigten Ängste der JaSpiele auf der anderen Seite das kaum des Globus fanden aus Sicht paner nehmen können. Das Internationale Olympische geschafft der Europäer zur denkbar ungünstigsten Zeit statt. Das war Komitee (IOC) wäre gut beraten gewesen, dem allerdings bei den Spielen Wunsch der überwältigenden Mehrheit 2008 in Peking genauso, und auch für im Gastgeberland zu folgen und auf die Sommer-Olympia vor fünf Jahren in Rio ganze olympische Sause auch im zweiten de Janeiro haben sich in Deutschland – Jahr der Pandemie zu verzichten. Es wä- auch wenn noch nicht alle Zahlen ausgere respektvoll gewesen gegenüber einer wertet sind – offenbar weitaus mehr Nation, die ihrerseits der Welt hohen Menschen begeistert. Respekt erweist. Das IOC wird daraus nichts lernen. Aber die Spiele mussten stattfinden, Sein deutscher Präsident Thomas Bach um jeden Preis, denn sonst wäre der interessiert sich schon lange nicht mehr Preis für all jene zu hoch geworden, die für die Bedenken in seiner Heimat – an den Spielen verdienen wollen: Spon- wenn er es überhaupt jemals getan hat. soren, Fernsehsender, Internetplattfor- Bach und Co. blähen die Spiele lieber men und natürlich auch die obersten noch weiter auf, statt sie endlich smarter Olympier selbst. Der Gedanke an das gu- und nachhaltiger zu machen. Sie erobern te Geschäft oder daran, wenigstens noch neue Märkte in Asien und scheren sich höhere Verluste zu vermeiden, vernebel- dabei nicht um das alte, skeptische Eurote den Entscheidern dermaßen den Kopf, pa. Die Funktionäre überschreiten Grendass sie eine Nebensache wieder zu zen, wie es ihnen passt. Wenn jetzt einer Hauptsache erklärten und Olympia schon zwölfjährige Mädchen im Skatedie ungeheure Bedeutung aufluden, es boarden um Medaillen kämpfen dürfen, werde ein Symbol dafür sein, dass die fragt man sich, wo das alles noch enden Welt die Pandemie überwunden hat. soll. Für dieses Mal ist es gut, dass es bald Das hat sie nicht, jeder weiß es. Die vorbei ist. Spiele von Tokio haben von Anfang an d strepenick@badische-zeitung.de

ZEICHNUNG: STUTTMANN

Laute, zornige Minderheit In Frankreich erinnert der wachsende Protest der Impfgegner an die „Gelbwesten“-Bewegung Von Birgit Holzer Nachdem Frankreichs Verfassungsrat das Gesetz zum umstrittenen Gesundheitspass bestätigt hat, werden am Wochenende neue Proteste erwartet. Den Demonstranten geht es nicht allein um Widerstand gegen das Impfen. Sie eint ein tiefes Misstrauen gegen den Staat – wie zuvor schon bei den „Gelbwesten“. Die Sommerferienzeit ist in Frankreich eigentlich die unpolitischste Zeit des ganzen Jahres, doch die Entscheidung des Verfassungsrates am Donnerstagabend fand große Beachtung. Das oberste Verfassungsgericht sollte das neue Gesetz zum Gesundheitspass prüfen – und bestätigte es im Großen und Ganzen. Künftig kann in Frankreich nur noch ein Restaurant oder Café, Kino oder Theater besuchen, einen Langstreckenzug oder ein Flugzeug besteigen oder in einer Einrichtung, die Publikum empfängt, arbeiten, wer über den Nachweis der vollständigen Impfung

oder über einen aktuellen, negativen Corona-Test verfügt. Für alle im Pflege- und Gesundheitsbereich Beschäftigten kommt zum 15. September eine Impfpflicht. Einkassiert hat der Verfassungsrat lediglich die obligatorische zehntägige Quarantäne für positiv Getestete sowie die Möglichkeit für Arbeitgeber, befristete oder Interims-Verträge von ungeimpften Angestellten aufzukündigen. Mit dem Gesetz will Präsident Emmanuel Macron die vierte Corona-Welle mit rasch steigenden Inzidenzwerten brechen, bevor er zu Maßnahmen greifen muss, die alle Menschen einschränken. Dennoch sind für dieses Wochenende fast 200 Demonstrationen gegen den Gesundheitspass geplant. Von einer Massenbewegung kann man nicht sprechen, denn die stille Mehrheit im Land ist bereits geimpft und befürwortet die neuen Maßnahmen; sie will sogar eine Impfpflicht für alle. Aber die zornige Minderheit ist laut. Vielen geht es um mehr als um die Frage der Impfung. Sie leisten Widerstand gegen die Regierung

Das Grüne vom Himmel BZ-GASTBEITRAG:

PRESSESTIMMEN

Wolfgang Kessler beschreibt, wie man nachhaltige Geldanlagen von bloßen Werbeversprechen unterscheiden kann

Kein Zweifel, die EU-Kommission hat es Banken allzu schnell betonen, dass ein gut gemeint. Seit April müssen Finanzbe- Nachhaltigkeitsfonds von Anfang an eine raterinnen und Finanzberater ihre Kun- marktübliche Rendite abwirft. Zwar haden fragen, ob sie ihr Geld nachhaltig an- ben Studien nachgewiesen, dass Fonds, legen wollen. Wenn ja, müssen sie die In- die auf das ökologische Engagement von teressenten über solche Angebote infor- Unternehmen achten, langfristig ähnlimieren. Doch nun kritisiert die Bundes- che Renditen abwerfen wie die konvenanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht tionelle Konkurrenz. Kurzfristig gilt dies (Bafin), dass viele Finanzanbieter ihre An- aber oft nicht, weil ökologisch motivierte lageprodukte grüner machen, als sie in Unternehmen sich an einer langfristigen Wirklichkeit sind. Auch Klaus Müller, Rendite orientieren und nicht an maxiChef des Bundesverbands der Verbrau- malen oder gar spekulativen Gewinnen cherzentralen, warnt vor diewie viele konventionelle Aksem Greenwashing. „Wenn tiengesellschaften. Bei allzu Finanzinstitutionen weiter- Vorsicht, wenn forschen Renditeversprechen hin das Grüne vom Himmel für Nachhaltigkeits-Fonds ist versprechen, obwohl es die von Anfang an Vorsicht angebracht. Anlagen nicht hergeben, hohe Renditen Zentral wichtig ist auch, dann muss der Gesetzgeber welche Kriterien ein Unterversprochen diesem Greenwashing einen nehmen erfüllen muss, damit Riegel vorschieben“, so der werden seine Aktien für einen Fonds oberste Verbraucherschützer. in Frage kommen, der sich Doch das ist leichter gesagt nachhaltig nennt. Entlarvend als getan. Es gibt kein staatliches Siegel, kann die Frage sein, ob ein Fonds Aktien das Kriterien für eine nachhaltige Geldan- von Unternehmen komplett ausschließt, lage definiert. Der Begriff „nachhaltig“ ist wenn diese in Rüstung, Öl, Kohle oder nicht geschützt. Unter diesen Bedingun- Gas investieren oder wenn sie Kindergen ist es schwierig für Kundinnen und arbeit oder unmenschliche ArbeitsbedinKunden, beim Finanzberater die Werbe- gungen in der Dritten Welt zulassen. spreu vom echten Weizen zu trennen. Bei so konkreten Fragen erleben BankUnd doch gibt es Möglichkeiten, die kunden oft irritierende Widersprüche. So Angebote auf ihre Echtheit zu überprü- kauft der vielgelobte „ethische“ Indexfen. So ist Misstrauen angebracht, wenn fonds MSCI World SRI (SRI steht für sozial

und deren Krisenmanagement, drücken lange angestautes Misstrauen aus. Dieselben Motive brachten ab Herbst 2018 zigtausende „Gelbwesten“ an die Verkehrskreisel und auf die Straßen. Aus dem Protest gegen die geplante Erhöhung der Kraftstoffsteuern wurde bald die Forderung, den Präsidenten abzusetzen. Auch jetzt legen etliche Demonstranten grellgelbe Warnwesten an. Zu Zielscheiben für verbale und tätliche Angriffe werden auch Vertreter der Medien, die man der Komplizenschaft mit der Regierung bezichtigt. Politisch vertreten werden die Demonstranten überwiegend von kleineren Parteien an den extremen Rändern. Für Rechtspopulistin Marine Le Pen dagegen ist eine klare Unterstützung des Protests problematisch, möchte sie wählbar für eine Mehrheit sein. Acht Monate vor der Präsidentschaftswahl ist die Bewegung dennoch gefährlich für Macron. Das tiefe Misstrauen gegen den Staat hat er verstärkt durch ein arrogant wirkendes Auftreten. d nachrichten@badische-zeitung.de

verantwortliches Investment) keine Aktien von Atomkraftbetreibern, Rüstungskonzernen oder Glücksspiel-Unternehmen. Doch hat er Wertpapiere des Ölkonzerns Total im Portfolio, der bei Klimaschützern umstritten ist. Lohnend ist auch die Frage, wer bei einem Nachhaltigkeitsfonds darüber entscheidet, von welchen Unternehmen Aktien erworben werden. In vielen Fällen sind dies Fondsverwaltungen oder Bankanalysten. Dies deutet darauf hin, dass die Rendite von Unternehmen mindestens so hoch bewertet wird wie die ethischen Aspekte ihrer Geschäftspolitik. Es gibt aber auch Banken, die sich bei der Auswahl von Unternehmen für ihre Ethik- oder Nachhaltigkeitsfonds von Fachleuten aus Umweltverbänden, von Brot für die Welt oder Misereor beraten lassen. Diese werden stärker gewichten, ob und wie fair und ökologisch ein Unternehmen wirtschaftet – ohne freilich die Gewinnaussichten zu ignorieren. Zwar gibt es für Einsteiger durchaus Gründe, konventionell anlegende Fonds zu bevorzugen, bei denen nachhaltiges Wirtschaften nur ein Ziel unter mehreren für den Kauf von Aktien ist. Die Entscheidung beruhigt das Gewissen, garantiert Rendite und stärkt dennoch den Nachhaltigkeits-Gedanken auf dem Kapitalmarkt. Wer allerdings konsequent auf Öko-In-

vestment setzen will, tut gut daran, möglichst kritische Fragen an alle Anlage-Angebote zu stellen. Die besten Perspektiven bieten ihnen jene Fonds, die gezielt und nur in Unternehmen aus der ÖkoBranche investieren: in erneuerbare Energien, grünen Wasserstoff, RecyclingTechnologien, in die Kreislaufwirtschaft. Das Geld ist dabei so sicher wie bei allen anderen Fonds, weil eventuelle Verluste einzelner Unternehmen durch die Gewinne anderer ausgeglichen werden. Die Rendite mag kurzfristig geringer ausfallen, doch langfristig könnten die Gewinne gerade solcher Fonds anziehen. Denn Klimaschutz und Umweltpolitik dürften in der künftigen Politik eine immer größere Rolle spielen. Spätestens morgen würde sich dann ein Investitionsverhalten auszahlen, das sich schon heute konsequent an Nachhaltigkeit orientiert.

Wolfgang Kessler ist Wirtschaftspublizist und ehemaliger Chefredakteur der christlichen Zeitschrift Publik-Forum.

Gutsherrenpolitik Die „Rhein-Neckar-Zeitung“ aus Heidelberg zum Rundfunkbeitrag: „Es ging beim Veto Sachsen-Anhalts nicht um die müde Qualität des Fernsehens. Es ging um politische Einflussnahme, um die Erpressbarkeit von Journalisten. Die sachsen-anhaltinische CDU sperrte sich wegen der aus ihrer Sicht unzureichenden Berichterstattung über Ostdeutschland gegen die Gebührenerhöhung. Trotz des erfreulichen Durchgreifens der Verfassungsrichter gegen solche Gutsherrenpolitik bleibt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk neben dem Qualitätsproblem ein strukturelles Problem hat. Letzteres fängt bei üppigen Intendantengehältern und Pensionen an und endet im eitlen Kompetenzwirrwarr der Landessender.“ dpa

Der Iran bleibt aggressiv Die „Augsburger Allgemeine“ zum Präsidentenwechsel im Iran: „Die Länder des Nahen Ostens – allen voran Israel – können sich sicher sein, dass der Iran sich weiter aggressiv in die Konflikte der Region einmischt. Regiert von einem Präsidenten, von dem man befürchten muss, dass fanatischer Dogmatismus die Oberhand über rationales Denken gewinnt.“ dpa


la nd u n d r e gion

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badische zeitung

FO TO: S ONA K A BÁ T OVÁ (S T OCK. A D OB E. COM )

Die aufgehübschte Habsburg Durch Erbschaften und geschicktes Heiraten schufen sich die Habsburger einst ein Imperium

BZ-SERIE (TEIL 5):

nige Jahre nach der Jahrtausendwende mit fruchtbarem Land an der Aare ausgestattet, Radbots Bruder Werner war als Bischof von Straßburg ebenfalls Besitzer von reichlich Land im heutigen Elsass. Jener Radbot soll einen Habicht gejagt haben, der auf einem Hügel nistete. Radbot, oben angekommen, sah, wie gut man von dort oben Aaretal und die Mündungen von Reuß und Limmat im Blick halten konnte. Er beschloss, hier die Habichtsburg zu bauen. Ob das eine Legende ist oder der Wahrheit entspricht, auch Barbara Stüssi-Lauterburg weiß es nicht. Obwohl die Histo-

rikerin beim Kantonsmuseum und Burgführerin sonst so ziemlich alles über die Habsburg weiß. „Es gibt eine zweite Erklärung, die leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort Haws her für Flussübergang, Furt.“ In der Tat ist am Fuß des Hügels eine solche Furt. „Aber zur einzigartigen Geschichte der Habsburger passt die Vogelgeschichte doch besser, oder?“, findet Stüssi-Lauterburg. In der Tat hat der Aufstieg der Habsburger etwas Märchenhaftes, und auf dem Wülpelsberg stehend ist es noch märchenhafter. „Die Aussicht ist wunderbar, aber was man in der Nähe sieht, nicht“, soll Kaiser Franz im Jahr 1815 geäußert haben, als er auf dem Rückweg von Paris nach Wien, also zwischen Versailles und Schönbrunn, die Habsburg besuchte. Von dem 1020 begonnenen Ostteil der Burg war so gut wie nichts zu sehen als ein Erdhügel, der Westteil bestand aus einem Turmbau sowie einem heruntergekommenen Wohnhaus mit Ställen. Und dann berichtete der Bauer, der das Land bewirtschaftete, auch noch, ihm sei gerade die letzte Kuh gestorben. Der Kaiser erbarmte sich und spendierte eine neue, die fortan Kaiserkuh genannt wurde. Es muss der Moment gewesen sein, in dem die Regierung des noch jungen Kantons sich blamiert sah und beschloss, sich etwas mehr um das historische Erbe zu kümmern. Dem damaligen Zeitgeist folgend wurden Zinnen auf die Mauern gesetzt. Zieht man alte Zeichnungen zu Rate, hat es die vorher nie gegeben. Immerhin wurden auch die Grundmauern der alten Burg freigelegt. Bis heute zu erkennen sind behauene Quader, die in römischen Tempeln im Lager Vindonissa unweit von Habsburg verbaut waren. Aber von Radbot bis Karl V. und weiter zu Franz war es ein weiter Weg, zeitlich wie räumlich. Als konstante Linie zieht

Grünes Licht für Luftfilter an Schulen im Südwesten

54 000 Schüler auf der „Lernbrücke“

STUTTGART (dpa). Die Kommunen im Südwesten können ab Montag die Förderung mobiler Luftfilter für ihre Schulen beantragen. Zuvor hatte es ein Hin- und Her über die Frage gegeben, ob Land und Bund jeweils eigene Richtlinien erstellen. Am Freitagnachmittag veröffentlichte das Kultusministerium nun eine gemeinsame Richtlinie und gab damit den Startschuss für die Beschaffung von Geräten.

Neuauflage des Ferienprojekts gegen Lernlücken in der Pandemie wird weniger nachgefragt als 2020

Von Franz Schmider HABSBURG. Für Radbot war der Wülpelsberg in etwa das, was die Garage für Bill Gates war: Auf dem Hügel im Kanton Aargau, von dem aus man das Aaretal überblickt, liegt die Keimzelle eines weltumspannenden Imperiums. Es erstreckte sich – von Wien aus betrachtet – von den Philippinen im Osten bis Bolivien im Westen. Die Dimension des Reiches war so, dass sich die Herren Karl, Josef oder Franz ebenso wie Madame Maria-Theresia womöglich gar nicht mehr an ihre Wurzeln erinnerten, an Radbot, den mutmaßlichen Gründer der Dynastie. Dessen Vater, Guntram der Reiche, hatte Radbot we-

martialred (stock.adobe.com)

BURGEN IN DER REGION Geschichten aus Ruinen

Corona- Statistik Angaben für Südbaden Gemeldete Neuinfektionen Sieben-Tage-Inzidenz Infektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen

Ortenaukreis

Emmendingen Stadtkreis Freiburg

Kreis BreisgauHochschwarzwald 15,6

Lörrach

Waldshut

Weitere aktuelle Daten zum Coronavirus: https://mehr.bz/dashboard BZ-Grafik

Quelle: Landesgesundheitsamt

sich durch, dass die Habsburger wussten, wo es etwas zu erben gab. Die Habsburger traten das Erbe der Zähringer an und der Kyburger, so kamen sie an Land im Elsass, in Baden und in der Schweiz. Wer sich heute fragt, weshalb der 1974 geschaffene Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald die rot-weiß-rote Fahne im Wappen trägt, der stößt auf die Geschichte der „Vorlande“, des Stammlandes der Habsburger, die später als „Vorderösterreich“ geführt wurden. Bis ins 20. Jahrhundert markierten die Territorien die Grenzen zwischen katholischen und evangelischen Gebieten. Danach richtete sich, ob die Fastenzeit am Aschermittwoch beginnt oder eine Woche später. Und ob historische Gasthöfe eher Adler heißen oder Bären. Die Habsburger wussten geschickt zu heiraten. Radbot, eine Art skrupelloser neureicher Raufbold, der seinen Bruder ermordet haben soll, ehelichte um den Preis einer Klostergründung ins Haus Lothringen. Rudolf, erster König aus dem Hause Habsburg, verband seine Tochter mit Wenzel, dem Sohn des Königs von Böhmen, den Rudolfs Truppen auf dem Schlachtfeld niedergemetzelt hatten. Nube Felix Austria, propagierte Kaiserin Maria Theresia. Wer so denkt, dem wird es bald zu eng auf dem Wülpelsberg. Gut, von hier ließ

sich zwar der Zugang zum Schweizer Mittelland und den Alpen kontrollieren, weil die Flussläufe schon seit Römerzeiten die besten Wege boten, aber neben dem Flickenteppich der vorderösterreichischen Herrschaftsbezirke war das Königreich im Osten doch interessanter. Und die Eidgenossen? Sie warfen die Sippe aus dem Land. In Schillers Tell ist Geßler nicht nur Vertreter einer fremden Macht. Der Legende nach erfolgte der Rauswurf schon 1291, historisch ver-

bürgt ist er 1415. Dazwischen lag 1308 noch der Mord an Herzog Albrecht. Schiller legt ihn im 5. Akt seines Dramas zeitlich ins Umfeld des Tell-Mythos. Historisch aber war der Mörder ein Neffe Albrechts, Johann von Schwaben. „Die alte Feste Habsburg im Gesicht,/Wo seines Stammes Hoheit ausgegangen –/ Stößt Herzog Hans den Dolch ihm in die Kehle“, berichtet Stauffacher. In den meisten Inszenierungen fällt die bluttriefende Schilderung den Kürzungen zum Opfer.

INFO HA B S BU R G Um 1020 ließ Radbot auf einem Hügel an der Aare eine Burg errichten, erstmals erwähnt wurde das Bauwerk als „Habesbur“. Stammsitz der Habsburger bis etwa 1220, dann wurde die Burg zu klein. 1415 vertreiben die Eidgenossen die Habsburger, die Burg geht 1469 in den Besitz des Klosters Königsfelden, das in Erinnerung an den Mord an Albrecht gegründet worden war. Nach der Reformation 1528 an die Stadt Bern, Teil des Warnsystems der „Wächterburgen“ zur Landesverteidigung. 1804 mit der Gründung des Kantons Aargau geht die Habsburg an den Kanton. fs

ten Schulleiter die Lernbrücken als positiv. Die Förderung des sozial-emotionalen Bereichs ist neu. Unter anderem sollen damit Lernblockaden gelöst werden. Zum Einsatz kommen neben Lehrkräften, Pensionären und Referendaren auch Studierende. „Knapp die Hälfte des Lehrpersonals, die Schülerinnen und Schülern in den Sommerferien helfen, sind Lehrerinnen und Lehrer, die bereits im Landesdienst stehen“, sagte Schopper. „Das freut mich sehr und bestätigt, dass die Lehrkräfte in Baden-Württemberg ein großes Berufsethos mitbringen und den Kindern und Jugendlichen mit Herzblut weiterhelfen wollen.“ Referendare, die ihre Ausbildung zum Ende des Schuljahres abgeschlossen ha-

ben, konnten wie 2020 bei einer StellenVon Jens Schmitz zusage für das nächste Schuljahr bereits früher in den Schuldienst eintreten, in STUTTGART. Im zweiten Sommer der diesem Fall zum 30. August 2021. Von Corona-Pandemie werden in Badendiesem Angebot hätten etwa 600 künftige Württemberg 54 000 Schüler während Lehrer Gebrauch gemacht. Weitere gut der Ferien an sogenannten Lernbrücken 600 Referendare in Ausbildung seien teilnehmen. Das gab das Kultusministeaußerdem im Einsatz. Schoppers Ressort rium bekannt. Die Zahl liegt um rund zufolge helfen dieses Jahr mehr als 1000 7000 niedriger als im vergangenen Jahr. Studierende zum ersten Mal bei den Lern„Die Lernbrücken sind ein weiterer Bebrücken. Ihr Einsatz war zuvor in der Pistandteil unseres Maßnahmenpakets lotphase des Projekts „Bridge the Gap“ (deutsch: Überbrücke die Lücke) erprobt gegen Lernlücken“, erklärte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). „Die worden und soll nun fortgesetzt werden. Schülerinnen und Schüler können in den 96 Prozent der teilnehmenden SchüleLernbrücken individuell gefördert werrinnen und Schüler gehen auf allgemeinden und sich so gut auf das kommende bildende Schulen, die übrigen auf berufliSchuljahr vorbereiten.“ che öffentliche Schulen. Das Programm Das freiwillige Angebot ersollte in diesem Sommer auch streckt sich auf die beiden letzten Schulen in freier Trägerschaft anWochen der Sommerferien. An geboten werden. Teilnehmerzahvier Unterrichtsstunden pro Tag len hierzu waren am Freitag nicht sollen Teilnehmer in Kursen zu zu erfahren. den Kernfächern Deutsch, MaNeben den Lernbrücken und thematik und Fremdsprachen dem Projekt „Bridge the Gap“ gibt Rückstände aufholen können. Sie es weitere Bemühungen im erhalten auch Förderung im soKampf gegen die Folgen von zial-emotionalen Bereich. Laut Schulschließungen und WechselMinisterium beteiligen sich 6200 unterricht während der PandeLehrerinnen und Lehrer an 1900 mie. Das Kultusministerium verStandorten an der Betreuung. Die wies am Freitag auf die ebenfalls Kosten werden mit acht Millioin den Ferien stattfindenden Somnen Euro veranschlagt. merschulen, die Lernen und FeDas Programm hatte es schon rienprogramm verbinden. Im im vergangenen Jahr gegeben. kommenden Schuljahr beginnt Laut einer Evaluation des Kultusdann ein auf zwei Jahre angelegministeriums war die Konzeption tes Bund-Länder-Programm, das stimmig und erreichte die Zielin Baden-Württemberg unter dem gruppe; in einer Stichprobe be- Büffeln statt Freimachen heißt es in den letzten Namen „Lernen mit Rückenwerteten 83 Prozent der befrag- beiden Ferienwochen für viele Schüler im Land. wind“ läuft. F OT O: CH R IS TI A N CH A RIS IUS ( DP A )

Stand: 6.8.2021

Die Habsburg bot eine wunderbare Aussicht, war den Herrschern aber bald zu klein.

BADLAUFENBURG SÄCKINGEN

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SCHWEIZ Habsburg 2 km AARAU BZ-Grafik/ja

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LUEGINSLAND Echt wild!

Ein WoMo steht im Walde… Von Martin Wangler S Umenandreise, so ohni Ziel un Iischränkunge isch scho ebbis Tolls! Wägge dem duet mir des au leid, was ich jetzt do beschriebe muen. Aber es isch halt ä Probläm, wenn jedes macht, wasses will. Diemohl bin ich mittem Mauntenbaik unterwägs gsii un fasch in so ä Kischte inni gfahre. Ich hann die zwei aablaaret, wa sie do eigentlich vuloore hänn, so Mitte im Wald. No hänn sie gmeint, sie dirfe ei Naacht „ohne campingartiges Verhalten“ irgendwo na schtoh, um „ihre Fahrtüchtigkeit wieder zu erlangen“. Un, sie hette halt geschtern Oobend zwei, drei Bierli trunke. Ich weiß genau, wie des lauft. Die schliiche nommidaags so lang um dä Kämpingplatz, bisser voll isch. No brettere si wie die Irre in dä Lidl, hole sich dirt Dosebier un ä Tiefkühlpizza un fahre glii druff in dä Wald. Wenn ebber ebbis sait, heißt’s nuu: „Dä Kämpingplatz war voll.“ Vordach, Tisch un Schtial bruche sie itte, well sie hänn jo alles in dä Kischte inne. Pizza in dä Mikro uffbache un mittem Bierle abigschwenkt. Dä ganz Müll hinter dä Karre gworfe, druff gschisse und weg sinn sie. Sackzement!!! d martin.wangler@gmx.de


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p ol it ik

badische zeitung

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Wurde zu spät vor der Flut gewarnt?

AUCH DAS NOCH

Palmer ist sich ziemlich sicher Von Boris Palmer, dem Enfant terrible der Grünen, ist bekannt, dass er ein Lehramtsstudium in Geschichte und Mathematik abgeschlossen hat, und dass er sich im Stande sieht, zu den komplexesten Fragen aus diversen wissenschaftlichen Fachrichtungen kompetent Auskunft zu geben. Diesmal: Impfstofffolgenabschätzung. Auch für Minderjährige ab zwölf Jahren sind ja in der EU zwei Anti-Corona-Vakzine zugelassen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt diese zumindest eingeschränkt, die Gesundheitsminister bringen Impfangebote für alle zwischen 12 und 17 voran. Palmer erklärt dazu in der Fachzeitschrift Bild: Er halte das für falsch, weswegen er seine Kinder nicht immunisieren lasse. Interessant daran ist erstens die Begründung. Tübingens OB gab sich „ziemlich sicher“, dass das Risiko für Kinder bei einer Impfung größer sei als bei einer Infektion mit dem Coronavirus. „Also muss man sich für das Risiko der Infektion entscheiden“, sagte er, womit er sich in der Debatte – wie sagt man es vorsichtig? – ziemlich exponiert. Hat er etwa Einblick in Daten, die alle anderen nicht haben? Interessant ist zweitens: Palmer ist Vater von drei Kindern, allerdings kommt die Impfung derzeit für keins davon infrage. Palmers älteste Tochter ist erst elf – und damit ziemlich sicher noch nicht zwölf. bür

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Landrat Jürgen Pföhler Viele haben alles verloren, aber wirklich alles. Jeder kennt andere, die entweder die Wohnung verloren haben oder Angehörige verloren haben.“ Pföhler und seine Familie sind selbst von der Flutkatastrophe betroffen – wie rund 200 Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Auf die Frage, wie hoch die Ahr ansteigen müsse, damit evakuiert werde, hatte Pföhler gesagt: „Diese Frage konnte gar nicht mehr gestellt werden. Es war ein Tsunami, der alle überfordert hat.“ Auch Teile der Infrastruktur der Feuerwehr seien überfordert gewesen oder ausgefallen. „Und dann waren auch alle Rettungskräfte überfordert. Das gilt zum Beispiel auch für das Lagezentrum des Landes bei der ADD, weil es so etwas noch nie gegeben hat in ganz Deutschland, dass innerhalb von Minuten ein Tsunami aufkommt, der alles überrollt. So dass die Frage der Evakuierung praktisch in den Fluten untergegangen ist.“

BAD NEUENAHR-AHRWEILER / MAINZ. Wenige Stunden nach der Flut im Kreis Ahrweiler vom 14. auf den 15. Juli hatte der zuständige Jürgen Pföhler sichtlich betroffen festgestellt: „Das ist ohne Zweifel die größte Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg in dem Kreis.“ In einer nie geahnten Dimension seien Wassermassen über die Ortschaften hereingebrochen. „Die Folgen sind verheerend.“ Seither äußerte sich der CDU-Politiker nur noch selten. Jetzt steht er im Fokus staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Am Abend des 17. Juli hatte das Land auf Pföhlers Bitte die Einsatzleitung übernommen – konkret: die für den Katastrophenschutz zuständige Landesbehörde Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Eine Teilnahme an der täglichen Pressekonferenz des Krisenstabes unter Leitung der ADD verschob Pföhler auf F OTO: T H OMA S F REY (D P A )

Landrat Jürgen Pföhler den 26. Juli: „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass hier schon kriegsähnliche Zustände teilweise herrschen“, sagte er. Es sei „unermessliches Leid“ geschehen, viele Menschen seien traumatisiert. „Es sind nicht nur Menschen gestorben.

KURZ GEMELDET V OR S C H L A G DE R L IN K EN

50 Euro Impfprämie

IS L A MI SM US

Weniger Gefährder Die Polizeibehörden von Bund und Ländern haben weniger als gefährlich eingeschätzte Islamisten auf dem Schirm als zuletzt. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der FDP hervorgeht, waren im Juli bundesweit 564 Menschen im Bereich „religiöse Ideologie“ als Gefährder eingestuft. Im Juli 2018 hatten die Staatsschutz-Abteilungen 774 im Visier gehabt. Als Gefährder bezeichnet man Menschen, denen die Polizei schwere Gewalttaten bis hin zu Terroranschlägen zutraut. Anlass zur Entwarnung gibt es aus Sicht der Sicherheitsbehörden aber nicht. Das Bundesinnenministerium betonte, die Zahlen seien nach wie vor „auf einem hohen Niveau“. dpa

Zu den Schuldzuweisungen, die mit der Dauer der Bergungs- und Aufräumarbeiten immer lauter wurden, hat sich Pföhler bislang kaum geäußert. In der Rhein-Zeitung sprach er sich rund eine Woche nach der Flutkatastrophe gegen gegenseitige Schuldzuweisungen in der aktuellen Situation aus. „Um es ganz klar zu sagen: Nach meinem Eindruck reagierten alle zuständigen Behörden, der Deutsche Wetterdienst, der Hochwassermeldedienst RheinlandPfalz, der Kreis Ahrweiler und alle Katastrophenschutzeinheiten unverzüglich und warnten die Bevölkerung frühzeitig zu unterschiedlichen Zeitpunkten“, sagte Pföhler. Was sich dann aber entwickelt habe, sei eine Ausnahmesituation gewesen, die es so in der ganzen Bundesrepublik Deutschland noch nie gegeben habe. Was ist über die Abläufe in der Katastrophennacht bekannt? Nach Angaben des Landesamts für Umwelt (LfU) erfolgte die

Ahrweiler am 17. Juli, zwei Tage nach der Flutwelle. Prognose einer 6,90 Meter hohen Flutwelle um 19.36 Uhr. Wann genau sie auf die Internetseite gestellt worden sei, konnte ein Sprecher nicht sagen. Das könne üblicherweise ein paar Minuten dauern. Die aktualisierten Pegelzahlen der Ahr wurden laut LfU 15.26 Uhr, 18.26 Uhr und 21.26 Uhr weitergemeldet. Ausgerufen wurde der Katastrophenfall jedoch nach Medienberichten erst gegen 23 Uhr – und damit möglicherweise zu spät für viele Bewohner. Die letzte Pegelstandmessung erfolgte um 20.45 Uhr. Dann fiel laut LfU der Pegel aus. Ob das am Zusammenbruch der Stromversorgung gelegen habe oder daran, dass der Pegel weggerissen worden sei, lasse sich nicht sagen, erklärte ein Sprecher.

FOTO: THOMAS FREY (DPA)

Fragen gibt es auch an den Innenminister. „Wo war eigentlich Roger Lewentz?“, fragte CDU-Generalsekretär Jan Zimmer am Donnerstag. Der SPD-Politiker sei am Abend des 14. Juli nur kurzzeitig im Krisenstab des Kreises gewesen, „um dann schnell wieder nach Hause zu fahren“. Lewentz hatte zuletzt zu Fragen nach der Katastrophennacht und möglichen Versäumnissen erklärt, die Menschen könnten sich darauf verlassen, „dass das exakt aufgearbeitet wird – mit dem Vorlauf vor der Nacht, mit der Nacht und den Tagen danach“. Auf die Fragen nach dem Wie und Wo verweist das Innenministerium auf die Staatsanwaltschaft.

„Klimacamp“ von Fridays for Future in Konstanz KONSTANZ (dpa). Klimaschutzaktivisten von Fridays for Future haben in Konstanz mit Zelten ein sogenanntes Klimacamp errichtet. Mit einem Demonstrationszug durch die Stadt weihten die Aktivisten am Freitag ihr Camp auf dem Münsterplatz ein. An der Demo nahmen laut Polizei rund 150 Menschen teil. Mit dem Camp möchten die Klimaschutzaktivisten auf die aus ihrer Sicht zu geringen Bemühungen der Stadt in Sachen Klimaschutz aufmerksam machen. Konstanz hatte im Mai 2019 als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen.

Von Ira Schaible, Birgit Reichert und Michael Bauer (dpa)

Richter kritisieren Darstellung des Falls Kundus Aus öffentlichen, aber nicht beachteten Quellen soll hervorgehen, dass es beim Luftangriff auf Tanklastzüge keine zivilen Opfer gab BERLIN (dpa). Zwölf Jahre nach einem folgenschweren Luftangriff im afghanischen Kundus haben zwei Richter am Bundesgerichtshof (BGH) eine falsche Darstellung des Sachverhalts bemängelt. „Leider hat sich in der Öffentlichkeit das Bild festgesetzt, auf Anordnung des deutschen örtlichen Kommandeurs sei ohne Vorwarnung eine Menschenmenge bombardiert worden, wobei über 100 Personen ums Leben gekommen seien, darunter viele Zivilisten und insbesondere Kinder“, schreiben der Vorsitzende Richter am BGH, Ulrich Herrmann, und BGHRichter Harald Reiter in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW 32/2021, S. 10). „Diese Darstellung ist hinsichtlich der Opferzahl und -eigenschaft sowie der angeblich unterbliebenen Warnung schlicht falsch und beruht letztlich wohl auf einem Propagandaerfolg der Taliban.“ In der Berichterstattung über den Fall sei es unterblieben, öffentlich zugängliche Quellen zu nutzen, „die ein zuverlässiges Bild vom Sachverhalt vermitteln“, schreiben die Juristen im Leserforum des Fachmagazins weiter. In ihrer ungewöhnlichen Wortmeldung fassen sie den Sachstand aus ihrer Sicht zusammen, aber über Umstände hinaus, auf die es für ihre eigene Entscheidung in der Sache rechtlich angekommen sei. „Sie sind jedoch für die politische Bewertung und für das Ansehen der Bundeswehr von hoher Relevanz, weshalb uns eine Klarstellung geboten erscheint“, so die beiden Juristen.

F OTO : J A WE D KA R G A R (D P A )

Angesichts des schleppenden Impftempos plädiert Linksfraktionschef Dietmar Bartsch für eine Impfprämie. „Alle Bürgerinnen und Bürger, die geimpft sind, könnten einen Innenstadtgutschein über 50 Euro für Gastronomie oder Einzelhandel erhalten“, sagte er den Funke-Zeitungen. „Das wäre ein Konjunkturpaket über drei bis vier Milliarden Euro für die Innenstädte, die stark unter Corona gelitten haben.“ In Sachsen erhalten Geimpfte bereits Gutscheine und Rabatte, wenn sie sich im Internet registrieren. dpa

Auch der Innenminister muss erklären, wo er war

Ausgebrannter Tanklastzug nach dem Luftangriff im September 2009. US-amerikanische Kampfflugzeuge hatten in der Nacht zum 4. September 2009 zwei von den Taliban gekaperte Tanklaster bombardiert. Angeordnet hatte dies der deutsche Oberst Georg Klein. Er befürchtete, dass die Fahrzeuge als rollende Bomben benutzt werden könnten. An der Stelle hatten sich zunächst auch Bewohner aus der Umgebung versammelt, um abgezapften Treibstoff zu holen. Vor dem Angriff bestätigte ein Informant den Deutschen, dass sich dort nur Aufständische aufhalten würden – so die Darstellung damals. Klagende Afghanen sind – unterstützt von Menschenrechtsorganisationen – seitdem vor deutschen

Gerichten gescheitert. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erkannte noch im Februar kein grobes Fehlverhalten Deutschlands bei der Aufklärung. Zwei Tage nach dem Angriff hatte allerdings auch der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) gesagt, ein Bericht des Gouverneurs von Kundus weise 56 Tote und 12 Verletzte aus. Eine vom damaligen Präsidenten Afghanistans, Hamid Karsai, eingesetzte Untersuchungskommission berichtete eine Woche später, es habe 99 Tote, darunter 69 Taliban-Kämpfer und 30 Zivilisten gegeben. Zahlenangaben in dieser Größenordnung wurden vielfach wiederholt.

Der richtige Sachverhalt sei dem Senat zuverlässig bekannt, schreiben die BGHRichter nun. „Die beiden Kampfflugzeuge kreisten lärmend von 1.08 Uhr bis zum Bombenabwurf um 1.49 Uhr in nur 360 m Höhe (!) über der Szenerie.“ Von den zu Beginn gut 100 Menschen vor Ort habe sich daraufhin der Großteil umgehend in Richtung des Dorfs entfernt. Vor den Bombenabwürfen hätten sich noch 30 bis 40 Personen im Bereich der Tankfahrzeuge befunden, „und dies waren sicherlich keine Zivilisten mehr, geschweige denn Kinder“. „Dies alles ist deutlich auf den Infrarotaufnahmen aus den Flugzeugen zu sehen. Diese Aufnahmen sind in öffentlicher Verhandlung des Landgerichts Bonn vorgeführt und ausgewertet worden“, so die Richter. Und: „Eine entsprechende, auf sachverständiger Grundlage erstellte Auswertung der Videos ist auch in der im Internet abrufbaren Einstellungsverfügung des Generalbundesanwalts in dem gegen den Kommandeur geführten Ermittlungsverfahren enthalten.“ Dort sei ausgeführt, dass die Afghanistan-Truppe ISAF Spuren von lediglich 12 bis 13 getöteten Personen gefunden habe. „Es ist sehr ärgerlich, dass diese öffentlich zugänglichen Quellen, die ein zuverlässiges Bild vom Sachverhalt vermitteln, von der Allgemeinpresse ungenutzt blieben. Menschlich höchstbedauerlich ist, dass der seinerzeitige Kommandeur in der Öffentlichkeit deshalb weiterhin in einem völlig falschen Licht steht.“


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au sl an d

badische zeitung

Mehrheit will keine Experimente mehr Anfang Juli stiegen die Infektionszahlen in den Niederlanden stark, jetzt aber wirkt die Notbremse der Regierung AMSTERDAM (dpa). Dicht an dicht sitzen die Leute an den Amsterdamer Grachten in der Sonne. Küsschen zur Begrüßung, kaum einer hält Abstand, keiner trägt Maske. Gedränge in den Läden, Grillpartys in Parks. „Gezellig“, so wie es die Niederländer eben lieben. War da noch was? Ach ja – die Niederlande sind Hochrisikogebiet. Die Infektionszahlen liegen hier etwa sieben Mal so hoch wie beim deutschen Nachbarn.

Das Virus sei auf dem Rückzug, stellt RIVM fest, obwohl es bei 92 Prozent der Infektionen um die besonders ansteckende Deltavariante geht. Die Reproduktionszahl liegt nun unter 0,7. Das heißt, dass 100 Menschen rechnerisch 70 weitere anstecken. Der zweite Grund für den rückläufigen Trend ist die gut laufende Impfkampagne. 21,3 Millionen Impfdosen wurden im Land mit 17 Millionen Einwohnern bisher gespritzt. Etwa zwei Drittel der Erwachsenen ist völlig geimpft, Viele deutsche Urlauber glauben und mehr als 85 Prozent haben ihren Augen kaum zu trauen. zumindest eine Dosis erhalten. Wenn sie nicht geimpft sind, dann „Das sind an sich positive Zahdroht ihnen nach der Heimkehr len“, sagt Ministerpräsident Rutdie Quarantäne. Aber in den Niete. Und doch will er noch keine derlanden scheint fast alles wie Entwarnung geben. „Im Verimmer zu sein. Und das alles bei gleich zu unseren NachbarlänFOTO: ANP (IMAGO) Inzidenzen von weit über 100. Sieht aus wie immer: Junge Leute genießen die Sonne in Amsterdam dern, wie etwa Deutschland, ist Überhaupt: Das Wort Inzidenz ist die Zahl der positiven Tests noch hier ein Fremdwort. Wenn ein Deutscher rung fast aller Corona-Maßnahmen Ende Das sei der Hauptgrund für die Trend- viel zu hoch“, sagt er. Und dann müssen einen Niederländer nach diesem Wert Juni einen „Einschätzungsfehler“ ge- wende gewesen, analysiert das Institut die Niederländer ja auch noch aus dem fragt, kann er höchstens die verständnis- macht. Das war leicht untertrieben. Mi- für Gesundheit und Umwelt RIVM. Zu- Urlaub zurückkommen. Schon jetzt gelose Rückfrage erwarten: „Wat is dat?“ nister de Jonge hatte zum Beispiel mit letzt wurden in einer Woche 21 000 Neu- hen etwa zehn Prozent der Infektionen Doch nun ist die Trendwende bei den dem lockeren Slogan „Tanzen mit Jans- infektionen registriert, 44 Prozent weni- aufs Konto von Heimkehrern. Doch anInfektionszahlen da. Seit mehr als zwei sen“ die Jugend ausdrücklich ermuntert, ger als in der Vorwoche mit rund 37 000. ders als in Deutschland müssen sich Wochen gehen die Neuansteckungen in sich schnell impfen zu lassen: am Morgen Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in nichtgeimpfte Niederländer nur testen allen Regionen drastisch zurück. Und das eine Dosis Impfstoff und am Abend dann Krankenhäusern stabilisiert sich. lassen, wenn sie aus einem Hochrisikoalles ohne Lockdown. Nur ein paar Regeln zur Party. Vor allem in der Altersgruppe von 18 land zurückkehren. gibt es: Maskenpflicht in Bus und Bahn, Der Fehler war folgenschwer. Kaum bis 24 Jahren beobachten die Experten Am 13. August will die Regierung entAuflagen für Museen, Theater, Kinos. öffneten Discos und Clubs, kaum gab es nun drastisch weniger Infektionen. Die scheiden, wie es weitergeht. Dürfen Bars Und doch gelang es, das Virus einzudäm- wieder Festivals und Studentenpartys, ex- Jugendlichen waren genau diejenigen, und Clubs öffnen? Was ist mit Festivals, men. Wie ist das möglich? plodierten die Infektionszahlen um bis zu die nach Öffnung der Clubs Ende Juni alle Zuschauern bei Fußballspielen? Fehler Die Notbremse der Regierung hat ge- 500 Prozent. Bei Jugendlichen zwischen Zügel abgestreift hatten. Clubs, Discos kann sich Rutte nicht mehr erlauben. Imwirkt. Vor etwa vier Wochen waren Pre- 18 und 24 Jahren sogar um 850 Prozent. und Studenten-Partys waren in fast 40 mer mehr Bürger wollen Klarheit. Eine mier Mark Rutte und sein Gesundheits- Die Regierung zog die Notbremse. Das Prozent der Fälle die Quelle der Anste- Mehrheit sprach sich in einer Umfrage minister Hugo de Jonge zerknirscht vor Nachtleben stoppte, alle Gaststätten müs- ckung. Jetzt sind Gaststätten nur noch für dafür aus, Maßnahmen nur vorsichtig zu die TV-Kameras getreten und hatten sich sen spätestens um Mitternacht schließen, weniger als vier Prozent der Neuinfektio- lockern. Und jeder dritte will erneut eine entschuldigt. Sie hätten mit der Locke- Festivals sind verboten. nen verantwortlich. Maskenpflicht. Von Annette Birschel, dpa

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KURZ GEMELDET FRA N K RE IC H

Hochrisiko im Süden Die Bundesregierung stuft größere Teile Südfrankreichs als Corona-Hochrisikogebiet ein. Von Sonntag an gelte das für die Regionen Okzitanien, ProvenceAlpes-Côte d’Azur, die Insel Korsika sowie für die Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Martin und St. Barthélemy, so das Robert-KochInstitut. Rückkehrer müssen eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss in Quarantäne. Ein Freitesten ist in diesem Fall frühestens nach fünf Tagen möglich. dpa AFG H AN IS T A N

Wichtige Stadt erobert Mit der ersten Einnahme einer Provinzhauptstadt seit 2016 haben die Taliban den Druck auf die afghanische Regierung verstärkt. Sarandsch im Südwesten sei an die Islamisten gefallen, bestätigte die Vizegouverneurin der Provinz Nimrus. Wegen ihrer Lage an der Grenze zum Iran ist Sarandsch ein bedeutender Handelsknotenpunkt und gilt als Zentrum für Schmuggler. dpa AU S T RA L IE N

Aborigines entschädigt Australische Ureinwohner haben sich erleichtert gezeigt, nachdem die Regierung Wiedergutmachung für Menschenrechtsverletzungen angekündigt hatte. Von März 2022 an können Aborigines der sogenannten Stolen Generations (gestohlenen Generationen) einen Antrag stellen und eine einmalige Zahlung von umgerechnet 47 000 Euro erhalten, sagte Premierminister Scott Morrison. Viele Aborigines hätten sehr lange für diesen Tag gekämpft. dpa

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badische zeitung

k u l tu r

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FOT O: S TA A T L ICH E K UN ST H A L LE KA RL S RUH E)

Adolf Schröter: „Brasilianischer Urwald“ (1868) in Karlsruhe zu sehen.

Ausstellungen in Karlsruhe und Baden-Baden widmen sich dem Verhältnis von Mensch und Natur

F OTO: E UN ICE MA URI CE / S TA A T LI CH E K UN ST H A LL E B A DE N- B AD E N

Der feuchte Sommer meint es gut mit den Martin Schongauer (1445/50–1491) die der Landschaft hinterlassen, im biologiBlumen, die derzeit in einem Hochbeet Zweige eines Baumes geradezu mitfüh- schen Material, aber auch in der Art und vor dem Portal der Staatlichen Kunsthalle lend um den versehrten Körper des Heili- Weise, wie wir Natur sehen. Umkreist Karlsruhe wuchern. Vorlage der farben- gen Sebastian und lassen den Märtyrer Kirsten Claudia Voigt mit ihrem Team in frohen Bepflanzung ist ein Gemälde der eins werden mit der ihn umgebenden der Kunsthalle Karlsruhe die Themen der niederländischen Malerin Rachel Ruysch Schöpfung, präsentiert Robert Voit in sei- Schau jeweils in einer kleinen Auswahl (1638–1731), die mit ihren dynami- ner Serie „New Trees“ von 2006 eine an repräsentativen Werken, gaben Ilk und schen, bemerkenswert biodiversen Still- atemberaubende Typologie von Mobil- Yıldız den Kunstschaffenden in Baden-Baleben und als Hofmalerin von Kurfürst Jo- funkmasten in Arizona, die sich als Kie- den lediglich einen gedanklichen Rahhann Wilhelm in Düsseldorf zu den be- fern- und Palmenattrappen tarnen. Julian men vor, den sie dann – ganz im Sinn der rühmtesten Künstlerinnen ihrer Zeit Charrière, Jahrgang 1987, montiert ge- Neuausrichtung der Kunsthalle als Plattzählte. Das organische Remake ihres Bil- fundene Videos von gefällten Bäumen im form für junge Kunstschaffende – im gedes „Blumenstrauß“ von 1715 eröffnet Sturz zu einer packenden Meditation meinsamen Austausch füllten. mit einem weiteren Dutzend Pflanzenins- über Naturzerstörung und die Schönheit Tatsächlich ist der Werkstattcharakter tallationen vom Apfelbäumchen bis zum der Vergänglichkeit. Und während bei dieser Ausstellung unübersehbar. Anders Melonenbeet nun die Große Landesaus- Emil Lugo (1840–1902) ausschließlich als die opulente Karlsruher Ausstellung stellung „Inventing Nature“ in der Karls- Wind und Wetter an den Baumkronen präsentiert sich „State and Nature“ in Baruher Kunsthalle. zerren, sind es bei Abbas Akhavan, Jahr- den-Baden als überraschend sprunghafte Das Thema der von Kirsten Claudia gang 1977, und bei Susanne Kriemann, Abfolge disparater Positionen, die gezielt Voigt kuratierten Schau mit gut auf Offenheit setzt. Den Auftakt 150 Werken von rund 80 Kunstmacht Neda Saeedis raumgreifenschaffenden ist denkbar weit gede Installation „Two Shades of fasst: „Pflanzen in der Kunst“. Green“, ein gigantisches HerbaEntsprechend vielfältig ist die rium mit gepressten Zweigen aus Fruchtfolge dieser Ernte aus fünf der mondänen Parklandschaft vor Jahrhunderten, ausgehend von der Tür der Kunsthalle, flankiert der hochkarätigen Sammlung der von giftgrünen Avataren aus einer Kunsthalle, die in diesem Jahr ihr Zukunft, in der Gewachsenes und 175-jähriges Bestehen feiert. Die Gebautes längst ineinander difwegen der Pandemie mehrfach fundieren. Henrik Olesen platverschobene Schau ist die letzte ziert im zentralen Saal ein riesiges Ausstellung, bevor das Haus weabgebranntes Streichholz als Megen einer Generalsanierung intapher für den Verlust von Stabiliklusive neuer Überdachung des tät durch die Freisetzung von Innenhofs für mehrere Jahre CO2, Stelios Kallinikou beobachschließen wird. Teile der Sammtet in einer poetischen Foto- und lung werden in dieser Zeit im Videoinstallation über Natur und ZKM Karlsruhe zu sehen sein. Staat südwärts ziehende FlaminMit „Inventing Nature“ setzt go-Schwärme und patrouillierendie Kunsthalle auf ein aktuelles de Kampfjets am Himmel über ZyThema. Pflanzen haben Konjunkpern. Und während Mehtap Baytur. Nicht nur als geduldige Objekdu aus Stoffspenden von befreunte der coronabedingt grassierendeten Frauen ein Bild der anatoliden Sehnsucht nach Ursprüngschen Fruchtbarkeitsfigur Sahmalichkeit und Selbstwirksamkeit, ran zusammengenäht hat, das sie sondern auch als Gegenstand der Installation von Neda Saeedi in Baden-Baden als Statement gegen die naturkulturwissenschaftlichen Forund frauenverachtende Politik schung, die es sich zur Aufgabe gemacht Jahrgang 1972, die Verwüstungen der der aktuellen türkischen Regierung verhat, neue Perspektiven für das Zusam- Golfkriege und die strahlenden Folgen standen wissen will, rauscht irgendwo menleben aller Spezies und anderer Da- des einstigen DDR-Uranbergbaus, die draußen ungewöhnlich laut das Flüssseinsformen zu entwickeln. In seinem sich in ihren Pflanzeninstallationen als chen Oos im künstlich angelegten Bachviel beachteten Essay „Die Wurzeln der formbildende Kräfte entziffern lassen. Zu- bett entlang der einst für die reiche OberWelt“ etwa erklärt der italienische Philo- gleich lässt die sehenswerte Schau viel schicht Baden-Badens gestalteten Flaniersoph Emanuel Coccia die Pflanzen mit Raum zur Kontemplation, etwa im Dialog meile. Jan St. Werner, Soundkünstler und ihrer Fähigkeit, Kohlenstoff und Licht in der lichten Tuschzeichnungen von Silvia Mitglied des Electro-Duos Mouse On Leben zu verwandeln, zum Urgrund aller Bächli mit unfassbar zarten Skulpturen Mars, hat es per Mikrofon verstärkt, geExistenz. Der Mensch ist in diesem Kon- aus getrockneten Gräsern von Christiane wissermaßen als Echo einer domestiziertext lediglich Profiteur – allerdings mit Löhr. ten Natur im Resonanzraum der Kunst. der fatalen Neigung, sich und anderen Auch die Staatliche Kunsthalle BadenDietrich Roeschmann Lebewesen im Streben nach dem maxi- Baden widmet sich in ihrer aktuellen Aus- – malen Vorteil die Existenzgrundlage zu stellung – der ersten des neuen Leitungs- Inventing Nature – Pflanzen in der rauben. duos Çagla Ilk und Misal Adnan Yıldız – Kunst. Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, In acht Kapiteln zeigt die Karlsruher dem Verhältnis von Mensch und Natur. Hans-Thoma-Str. 2, Karlsruhe. Bis 31. OkSchau unterschiedliche Perspektiven auf Im Fokus stehen hier vor allem die Spu- tober, Di bis So 10–18 Uhr. die Natur, in der der Mensch vom Spät- ren, die der ordnende Blick der instru- State and Nature. Staatliche Kunsthalle mittelalter bis heute zunehmend als Prob- mentellen Vernunft, die staatliches Han- Baden-Baden, Lichtentaler Allee 8a, Badenlemfaktor sichtbar wird. Winden sich bei deln und die Kräfte der Globalisierung in Baden. Bis 31. Oktober, Di bis So 10–18 Uhr.

NEU IM KINO:

Das Drama „Quo vadis, Aida?“ von Jasmila Žbanic

Ist es wichtig, wie viele Bosniaken es nun Kurz darauf beginnen Selektion und Dewaren? Mehr als 8000 männliche bosni- portation: Frauen und Kinder werden in sche Muslime ab 13 Jahren oder vielleicht Bussen auf bosniakisch kontrolliertes Gedoch „nur“ 7000, die im Juli 1995 bei biet verbracht, die männlichen FlüchtlinSrebrenica von serbischen Truppen unter ge auf Lkw verladen. Schon ist von ErFührung von General Mladic ermordet schießungen die Rede, Karremans verbarund in Massengräbern verscharrt wur- rikadiert sich, die Blauhelmsoldaten sind den? Natürlich ist es wichtig, weil kein heillos überfordert, aber immerhin wird Opfer verschwiegen werden darf, nur das Inferno bald verlassen können, wer weil seine Überreste bis heute nicht ge- zur UN-Truppe zählt. funden oder identifiziert werden konnDie Übersetzerin gehört dazu, aber sie ten. Spielt es eine Rolle, ob das, was ge- will auch Nihad und die Söhne auf der Lisschah, als ethnische Säuberung eingestuft te für die Ausreise haben. Egoistisch? wird, als Massaker oder Völkermord? Na- Ach, was soll selbstsüchtig daran sein, die türlich spielt es eine Rolle, das schwerste eigenen Kinder retten zu wollen? Aida Kriegsverbrechen seit Ende des Zweiten weiß ja: Wer erst mal auf dem Lkw ist, Weltkrieges nicht zu relativieren, zumal kommt nicht mehr zurück. Jasna Djuricic es mitten in Europa stattfand. – eine Serbin übrigens – verkörpert sie Aber was bringt die Klassifizierung des mit einer solchen herzzerreißenden Schreckens, solange die Ermordeten nur Glaubwürdigkeit, dass kein Zweifel eine abstrakte Zahl bleiben, ihr Schicksal bleibt: Für ethische Imperative ist im unvorstellbar? Wer den vielfach preisge- Dreck von Srebrenica keine Luft. krönten Film „Quo vadis, Aida?“ gesehen Kamera (Christine A. Maier), Kostüme, hat, kann es zumindest erahnen. Nicht et- Szenenbilder, Schnitt und Musik verdichwa, weil die bosnische Regisseurin Jasmi- ten einander auf ebenso unspektakuläre la Žbanic die Gräuel plakativ ins Bild setzen würde: Sie ermöglicht, ähnlich wie Steven Spielberg in „Schindlers Liste“, den emotionalen Zugang zum Unbegreiflichen und damit inneres Verstehen – über eine Identifikationsfigur als Spiegel und Brennpunkt des Geschehens. Aida (Jasna Djuricic) ist Englischlehrerin in Srebrenica und als Übersetzerin für die UN-Soldaten um den niederländischen Bataillonskommandeur Thom Karremans (Johan Heldenbergh) und seinen Vize Rob Franken (Raymond Thiry) im Einsatz. Als Mladic (Boris Isakovic) und seine Leute die Schutzzone durchbrechen und die Stadt zum Schlacht- Ein Ereignis: Jasna Djuricic als Aida feld machen, beruhigt Karremans: Wenn die Serben das Ultimatum wie intensive Weise, die angsterfüllten, zum Rückzug verstreichen ließen, ant- trostlosen Blicke unzähliger Statisten loworte die Nato mit einem Luftschlag, die ten auch quantitativ die Dimension des Jets stünden abflugbereit. Die Bosniaken Grauens aus – Jasna Djuricic aber macht glauben ihm nicht: „Sie sind verantwort- den Film zum Ereignis. Wir hasten mit ihr lich für das, was jetzt kommt“, muss Aida durch die Gänge der Fabrik, um ein Verübersetzen. steck für die Söhne zu finden. Wir sehen „Quo vadis, Aida?“ basiert lose auf dem mit ihr aus dem Augenwinkel, wie sich jeBuch des bosnischen Übersetzers Hasan mand auf den Latrineneimer hockt und Nuhanovic, der seinerzeit vor Ort war wünschen ihm einen Sichtschutz – ach und 2010 Anzeige gegen Karremans und nein, fällt uns ein, das wäre ja nur ein läFranken erstattete. Der Film aber lässt of- cherliches Feigenblatt. Die Würde der fen, ob die passive Rolle der UN-Soldaten Menschen hier ist doch längst ganz annun Unwissenheit, Feigheit, Paktiererei ders angetastet. oder faktischer Ohnmacht geschuldet Auch die der Aida. Die angesehene war. Er blickt auf die Bosniaken. In Scha- Akademikerin und distinguierte Gattin ren fliehen sie aus Srebrenica und suchen des Schulleiters, die sprachmächtige in Potocari Schutz, wo die Blauhelme in Mittlerin zwischen ihren Landsleuten einer alten Batteriefabrik stationiert sind. und den Blauhelmen, sie schrumpft zur 25 000 Flüchtlinge sind am 11. Juli auf grauen, kettenrauchenden Überlebensdem Gelände, nur ein Teil kann drinnen kämpferin, die keinen Pfifferling mehr unterkommen, alle anderen müssen hin- gibt auf Selbstachtung und Humanität. ter Zäunen und Schlagbäumen in sengen- Wo alles verloren geht, will sie wenigsder Hitze ausharren. Auch Aidas Mann tens das Leben ihrer Liebsten erhalten – Nihad (Izudin Bajrovic) und ihre Söhne, sie erniedrigt sich, fällt auf die Knie, betder 17-jährige Sejo (Dino Bajrovic) und telt: die Söhne statt ihrer auf die Liste! der ältere Hamdija (Boris Ler). Keine Chance. Dann wenigstens einen! Aida will die drei unbedingt ins Innere Was so logisch wie entsetzlich wäre und der Fabrik kriegen, und als man Flücht- das ganze Grauen des Krieges offenbart: lingsvertreter für eine Unterredung mit Tätig werden heißt schuldig werden. Mladic sucht, setzt sie alle Hebel in Bewe- „Quo vadis, Aida?“ erzählt auf dem gung, dass Nihad es wird – und die Söhne Schlachtfeld einer einzelnen Seele eine im Gegenzug mit ins Camp dürfen. Wo- Tragödie von antiker Wucht: die Tragödie mit freilich noch nichts gewonnen ist. einer Mutter. Gabriele Schoder Beim Gespräch gibt sich Mladic generös – und lässt dann tatsächlich den halbver- „Quo vadis, Aida?“ (Regie: Jasmila Zbanic) hungerten Flüchtlingen Brot bringen. läuft in Freiburg und Basel. Ab 12.

Golden-Globes-Verband stimmt für Reformen

Buchbranche: Umsatzlücke etwas verkleinert

Mehr Diversität und Transparenz: Der für die Vergabe der Golden-Globe-Trophäen zuständige Verband hat sich für Reformen in den eigenen Reihen ausgesprochen. So will der Verband 2021 mindestens 20 neue Mitglieder aufnehmen, vorrangig Afroamerikaner. Die Annahme von Werbegeschenken ist künftig verboten. dpa

Der deutsche Buchhandel hat die coronabedingte Umsatzlücke nach Angaben des Börsenvereins im Juli etwas verkleinern können. Die Umsätze bewegen sich insgesamt zusammen zwei Prozent über denen des Vergleichsmonats 2020. Der Absatz stieg in diesem Vergleich um 0,6 Prozent. KNA

F OTO: D P A

Im Dickicht der Naturbilder

Die Tragödie einer Mutter


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FOT O: S TU DI OCA NA L F IL MVE RL EIH /D P A

Grusel im Schwarzwald Marc Hofmanns Lehrer Gregor Horvath ermittelt weiter Ach ja, diese Klassenfahrten. Und dann auch noch in den Schwarzwald. Gähn. Gregor Horvaths elfte Klasse hat es erwischt – und zwar richtig. Drei Tage auf einer Hütte bei gruseligem Wetter. Das kann nur furchtbar werden. Wird es auch, doch anders als erwartet. Marc Hofmann, schreibender Lehrer beziehungsweise lehrender Schriftsteller, hat seinem Lehrerkrimi „Der Mathelehrer und der Tod“ einen zweiten folgen lassen. Der Ich-Erzähler, ein ziemlich cooler Typ, der in Lederschuhen und Mantel in die Wildnis reist – Outdoorklamotten, wie sie seine mitfahrende Kollegin Maria Götz trägt, sind ihm ein Gräuel –, wird vor größte Herausforderungen gestellt werden. Doch zunächst freut man sich über den ironischen Ton, mit dem der Oberstudienrat sein Milieu beschreibt: lauter Heranwachsende, die am Smartphone hängen wie Junkies, die es lieben, Müllberge zu produzieren und sich mit abgefahrenen Sprüchen durchs Leben hangeln. Das klingt total authentisch: Hofmann kennt seine Schäfchen eben sehr genau. F OTO: B RIT T SCH I LL IN G

Marc Hofmann

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Marc Hofmann: Horvath und die verschwundenen Schüler. Des Lehrers zweiter Fall. Knaur Verlag, München 2021. 292 S., 11,99 Euro. Lesung: heute, Sa., 21.30 Uhr, Spechtpassage, Freiburg. „Unter Sternen“.

Ex-Chef von Gruner + Jahr Gerd Schulte-Hillen tot Er galt als einer der prägenden Topmanager in der bundesdeutschen Medienlandschaft. Unter seiner Regie wuchs der Hamburger Verlag Gruner + Jahr (Stern, GEO, Brigitte) zum größten europäischen Herausgeber von Zeitschriften heran. Am Mittwoch ist Gerd Schulte-Hillen nun im Alter von 80 Jahren gestorben. „Bela“, wie Schulte-Hillen von seinem Kindermädchen und später auch im Verlag genannt wurde, verbrachte sein gesamtes Berufsleben im Bertelsmann-Konzern. Vom Assistenten der Geschäftsleitung bei der Bertelsmann-Tochter Mohndruck in Gütersloh (1969) über die Leitung der Tiefdruckerei von Gruner + Jahr am Standort Itzehoe (1973) führte die Bilderbuchkarriere in den Vorstand des Druckund Verlagshauses und 1981 an dessen Spitze – bis zum Jahr 2000. dpa

Eine düstere Welt Spannung mit Anspruch: „Verräter wie wir“ nach einer Vorlage von John le Carré im ZDF Mit dem Roman „Verräter wie wir“ gelang John le Carré mit fast 80 Jahren die Rückkehr zu alter Form. Am Montag sendet das ZDF eine Verfilmung, die Spannung und Psychologie ausbalancieren will und auf kunstvolle Bilder setzt. Ein britischer Hochschul-Professor und seine Frau bekommen bei ihrem Urlaub in Marrakesch viel mehr Abenteuer geboten als erwartet: Ein reicher Russe schenkt ihnen seine Aufmerksamkeit. Das dürfte bisher den wenigsten Urlaubern im echten Leben passiert sein – hier ist der Grund, dass der tätowierte Lebemann Dima etwas im Schilde führt. Er will sein Wissen als Geldwäscher der russischen Mafia an die Briten verkaufen, um das Leben seiner Familie zu retten. So schwer es ist, ein Buch von le Carré mit seiner unterschwelligen Spannung und subtilen Details in knapp zwei Stunden Film zu pressen: Ein Film hat die Macht, Figuren ein Gesicht zu geben, von dem man sie nicht mehr trennen kann. So wird Dima von dem Schweden Stellan Skarsgård mit Leben erfüllt, der den russischen Mafioso abstoßend und unwider-

stehlich zugleich macht. Und Ewan McGregor („Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“) scheint perfekt für die Rolle des Professors Perry Makepeace, der naiv glaubt, seine Mission könne damit enden, dass er den von Dima ausgehändigten USB-Stick einfach nur beim FlughafenZoll auf der Heimreise loswerden und sich aus der Affäre stehlen kann. Denn für den britischen Geheimdienst fängt die Geschichte damit erst richtig an. Der misstrauische Geheimagent Hector Meredith (Damian Lewis aus „Homeland“) will alles darüber wissen, wie der Professor zu seinem Glück kam. Ist die Geschichte wirklich so einfach, wie Perry sie erzählt? Oder will sich hier nur ein in Ungnade gefallener russischer Mafioso mit Daten-Falschgeld Sicherheit im Westen erkaufen? Außerdem scheint Perry von Dima zum einzigen Vertrauten im Westen auserkoren zu sein. Das führt ihn und seine Frau Gail (Naomie Harris) über Paris in die Schweiz zu einem dramatischen Finale. Es ist eine gefährliche Reise: Denn Dima sticht mit seinem USB-Stick mitten in

ein Wespennest der Korruption in besten britischen Kreisen. John le Carré (1931–2020) machte sich einen Namen als Autor von SpionageRomanen im Kalten Krieg. Er erfand das Genre in vielerlei Hinsicht neu, weil er statt geradliniger Action menschliche Geschichten um Verrat und Liebe vor der Kulisse der Spionage-Welt erzählte. Dabei kam der Westen zwar als das bessere der beiden gesellschaftlichen Modelle, aber keineswegs tadellos weg. Das Ende des Ost-West-Konflikts brachte le Carré um das gewohnte Spielfeld, und er richtete seinen kritischen Blick konzentriert auf die Schattenseiten im Westen: Korruption, rücksichtslose Profitgier, die Ausbeutung Afrikas oder ein verlogener Krieg gegen den Terror waren fortan die Themen seiner Bücher. Es ist eine düstere Welt. Die Guten sind rar – und oft selbst voller Schwächen und zum Scheitern verurteilt.

KRITIK IN KÜRZE

Acelga-Quintett in Staufen „Wir finden, dass es dadurch wahnsinnig gewonnen hat.“ Sagt Hanna Mangold beim Auftritt des Acelga-Quintetts – Acelga ist das lateinische Wort für Mangold – bei der Staufener Musikwoche im gut besuchten Kulturbaustelle-Zelt über das Arrangement von Dvoráks „Amerikanischem“ Streichquartett für ihre Holzbläser-Besetzung. Jein. Es ist ein anderes Werk geworden: Die entrückten, flirrenden Streicherterzen bekommen bei Holzbläsern einen anderen Charakter, der Querflötenklang im Diskant hat eine ganz andere Farbe als der der ersten Violine. In den beiden Mittelsätzen wirkt die Bearbeitung am überzeugendsten, dennoch: Als Purist bevorzugt man das Original. Beim eingangs gespielten Arrangement von Mozarts „Zauberflöten“-Ouvertüre des Merzhausers Joachim Linckelmann dagegegen wohnt man einer klassischen „Harmoniemusik“ bei, sehr gelungen im Satz – die Möglichkeiten der Streicherartikulation übertragen sich auch im Allegro recht gut auf die Bläser. Und die sind erlesen: Julia Mangold (Flöte), Sebastian Poyault (Oboe), Julias Kircher (Klarinette), Amanda Kleinbart (Horn) und Antonia Zimmermann (Fagott) bilden einen bis ins feinste Detail vernetzten Klangkörper, bei dem die Stimmen in absoluter Perfektion und Natürlichkeit ineinander wirken und fließen. Brillant die „Frühen ungarischen Tänze“ von Ferenc Farkas. Auch Claude Paul Taffanels romantisches Bläserquintett gMoll ist ein Klanggenuss – ob bei den zarten Arabesken der Flöte am Ende des Kopfsatzes oder der virtuosen, finalen Tarantella. Die Entdeckung des Abends: Alexander Zemlinskys Schwanengesang „Humoreske“: eine Miniatur voll melancholischer Ironie. Wie zart und kammermusikalisch ein Tango sein kann, zeigen die Fünf mit ihrer Zugabe: Jacob Gades „Jalousie“. So viel Spielkunst könnte in der Tat fast eifersüchtig machen. Alexander Dick

Andrej Sokolow (dpa) –

„Verräter wie wir“: Montag, 22.15 Uhr, ZDF.

KRITIK IN KÜRZE

Jürg Kienberger in Kandern

Hochzeit der Medienkonzerne RTL kauft Gruner + Jahr – RTL-Group-CEO Rabe verspricht sich Synergien in Millionenhöhe RTL Deutschland übernimmt den Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr. Schritte wie diese seien im Wettbewerb mit globalen Tech-Plattformen „der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Thomas Rabe, CEO des Mutterkonzerns RTL Group, am Freitag in Köln. Der Kaufpreis für die deutschen Magazingeschäfte und -marken des Verlages beträgt den Angaben nach ohne Barmittel und Schulden 230 Millionen Euro. Die Transaktion soll zum 1. Januar 2022 abgeschlossen werden. Die RTL Group und Gruner + Jahr, die beide zum Bertelsmann-Konzern gehören, prüfen einen Ausbau der Zusammenarbeit bereits seit Beginn des laufenden Geschäftsjahres. Die Zusammenführung könne den Unternehmen helfen, ihre Potenziale besser zu nutzen, sagte Rabe: „Wir gehen davon aus, dass wir jährliche Synergien von rund 100 Millionen Euro erzielen werden.“ Treiber dafür seien unter Vereint: RTL und Gruner + Jahr anderem mehr exklusive Inhalte durch crossmediale Redaktionen und bes- Einzelbereichen solle nun zu einer systesere Cross-Promotion zwischen den Me- matischen Kooperation ausgebaut werdiengattungen. den. Die Identität der Marken und ProEs werde eine Gruner + Jahr Deutsch- dukte solle aber bewahrt werden. Stellen land GmbH mit Sitz in Hamburg geben, würden nicht abgebaut. Die RTL Group größere Umzüge seien nicht geplant, sag- habe ein erfolgreiches erstes Halbjahr te Rabe. Das Vorhaben sei unter den Mit- 2021 verzeichnen können, sagte Rabe. arbeiterinnen und Mitarbeitern auf eine Dies liege unter anderem an einer starken „überwältigende Mehrheit“ gestoßen. Erholung der Fernseh-Werbemärkte im Die bisher punktuelle Zusammenarbeit in zweiten Quartal sowie dynamischen Zu-

wächsen im Streaming-Segment. Der Konzernumsatz habe um rund 14 Prozent auf drei Milliarden Euro zugenommen. Das bereinigte Vorsteuerergebnis (Ebitda) habe sich um 87 Prozent auf 483 Millionen Euro gesteigert. Zusammen mit Gewinnen aus Veräußerungen stand unterm Strich sogar ein Rekordergebnis von 929 Millionen Euro. Das Unternehmen liege bei Umsatz und Ergebnis wieder auf Vorkrisenniveau, sagte Rabe. In jüngster Zeit gab es eine Vielzahl geschäftlicher Veränderungen in der RTL Group. Im Juni kündigte das Unternehmen an, RTL Belgium an die belgischen Unternehmen DPG Media und Groupe Rossel verkaufen zu wollen. In den Niederlanden ist derweil die Gründung einer crossmedialen Gruppe mit dem niederländischen Talpa Network geplant. Bertelsmann verkauft zudem seine französische Radio- und TV-Filiale M6 an die Bouygues-Gruppe. Gleichzeitig baute die RTL Group in den vergangenen Monaten ihre StreamingAngebote aus und übernahm in Deutschland Super RTL vollständig. Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr publiziert Magazine wie Stern, Geo und Brigitte. Das Hamburger Medienunternehmen hält die Mehrheit an der DDVMediengruppe in Dresden und ist an der Spiegel-Gruppe beteiligt. epd F OT O: KA I SE R /CH A R IS IU S ( DP A )

Doch bald ist Schluss mit Abhängen und Erlebnispädagogik – das heißt: Die Klasse hat Erlebnisse der ganz anderen Art zu verkraften. Ein Schüler verschwindet nächtens spurlos – und Horvath macht sich wie sein Vorbild an die Befragung der Zeugen. Ohne Erfolg. „Ich war“, gesteht sich der Ich-Erzähler 170 Seiten später ein, „Hercule Poirots wandelnde Karikatur“. Dafür hat der gebildete Pädagoge allzeit großartige Zitate der Weltliteratur parat – Poes Rabe und Shakespeares Macbeth passen in der immer unheimlicher werdenden Hütte naturgemäß besonders gut. Was dort passiert, ist so komplex, dass man es unmöglich wiedergeben kann. Der Autor hat in seinen Plot hineingepackt, was geht. Glaubwürdigkeit war dabei kaum sein Ideal. Egal: Marc Hofmann schreibt unterhaltsam, geistreich und witzig. Das macht die Lektüre zum großen Vergnügen. Bettina Schulte

Ewan McGregor spielt den britischen Professor mit dem sprechenden Namen: Makepeace.

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Musikspieler nennt sich Jürg Kienberger. Diese Mehrdeutigkeit ist typisch für den Pianisten, Komponisten und Schauspieler. Mit Christoph Marthaler rockte er mit der Haltung schon 1993 die Berliner Volksbühne. Seitdem ist der Schweizer auf großen Bühnen im deutschsprachigen Raum unterwegs, macht mit den Soloprogrammen aber ebenso regelmäßig im kleinen Theater im Hof in Kandern-Riedlingen Station. „Kienberger serviert sich einen Tee und musiziert für Sie“ ist das aktuelle überschrieben. Schon dieser Titel entpuppt sich als augenzwinkernde Anspielung auf die Welt in Pandemie-Modus – zumindest im Rückblick der 80 Minuten. In deren Zentrum steht „Vernissage“, ein Film mit Claudia Carigiet, den das Duo angesichts coronabedingter Auftrittsverbote realisierte und der den Alltag in der Pandemie ironisch und mit Galgenhumor aus Perspektiven in den Fokus nimmt, die auch Beifall aus Querdenker-Kreisen stimulieren könnten. Doch so einfach ist Kienberger nicht einzufangen. In der mit wenigen Requisiten in ein Biedermeier-Ambiente getauchten Markgräfler Scheune rahmt der Ende der 1960er Jahre populäre Song „What a Wonderful World“ den Film gleichsam ein. Schon in dessen Entstehungszeit aber war die Welt nicht „wonderful“. Der Vietnam-Krieg ist nur ein Stichwort. Solche Ambivalenzen spinnt „Vernissage“ schwarzhumorig weiter, nimmt den titelgebenden Kunstbetrieb aufs Korn, spießt das Hohle der Rituale dort auf und schlägt doch große Bögen: „In der Natur fühlen wir uns wohl, weil sie kein Urteil über uns hat“, heißt es einmal mit einem Nietzsche-Zitat, und das ist nur einer der Gedanken, die hier das Label „wonderful“ verdienen. Michael Baas


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Schmetterlingshaus eröffnet F OT O: ARN E DE D ERT (D P A )

Haft wegen Drogen-Shops

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Reger Handel im Darknet GIESSEN (dpa). Sieben Männer sind wegen ihrer Beteiligung an einem umfangreichen Drogen-Onlineshop zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Gießen sprach am Freitag die Angeklagten schuldig, für die im Internet und anonymen Darknet betriebene Plattform „Chemical Revolution“ tätig gewesen zu sein. Ermittler hatten den Shop 2019 abgeschaltet und ihn damals als den bundesweit größten seiner Art bezeichnet. Kiloweise Betäubungsmittel wie Amphetamin, Cannabis oder Kokain und Ecstasy wurden dafür ab Herbst 2017 von den Niederlanden nach Deutschland gebracht. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe überwiegend eingeräumt. Das Gericht verhängte Haftstrafen zwischen zwei Jahren und acht Monaten sowie neun Jahren und zwei Monaten für den Hauptangeklagten. Er soll zudem nach einer gewissen Zeit in Haft in eine Entziehungsanstalt untergebracht werden.

ZWEI BANANENFALTERN beim Naschen zuschauen, können Besucherinnen und Besucher im neuen Blüten- und Schmetterlingshaus des Palmengartens in Frankfurt. Mehrmals musste die Eröffnung verschoben werden, am Freitag hat es seine Türen nun geöffnet. Es verspricht exotische Blüten und Schmetterlinge, zwischen denen die Besucher umher spazieren können. Der Palmengarten feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen.

Spinnt der Wetterbericht?

MENSCHEN

Trauert um seinen Sohn

F OTO: RA W PI XE L . COM ( ST OCK .A D OB E. COM )

Von Andreas Frey FREIBURG. In ganz West- und Mitteleuropa herrscht ein unterkühlter Strickjackensommer, während man am östlichen Mittelmeer unter Extremhitze stöhnt und gegen Waldbrände kämpft. Wer sich derzeit auf WetterApps verlässt, steht verlässlich im Regen, wo Sonne vorausgesagt war. Selbst die Prognose für den nächsten Tag versagt mitunter. Viele haben das Gefühl, nicht nur das Wetter, sondern auch der Wetterbericht spiele verrückt. Aber stimmt das?

Seit Ende Juni ist in Mitteleuropa ein Tief zwischen zwei Hochs über den Azoren und Osteuropa eingeklemmt. „Troglage“ nennen Meteorologen dieses Phänomen. Das Tief schaufelt immer wieder feuchtwarme Luft nach Deutschland. Wegen der schwachen Höhenströmung kommt es zu Starkregen, wie Mitte Juli im Westen des Landes. Die verheerende Hochwasserkatastrophe jedoch sagten die Wetterdienste richtig vorher. Mehrere Tage zuvor hatten sie schon eindringlich vor Starkregen gewarnt. Da dem Wetterdienst eher die kleinräumigen Störungen zu schaffen machen, sagt er für ein bestimmtes Gebiet nur das Potential voraus, mit dem ein Schauer niedergehen könnte. In komplexen Lagen kommt es daher auf die Interpretation der Wettermodelle an. „Wenn ich hier morgens zu arbeiten beginne, vergleiche ich neun verschiedene Wettermodelle und orientiere mich an dem, das die Wetterlage am besten voraussagt“, sagt Sebastian Schappert. Die Qualität von Vorhersagen lässt sich bewerten, indem man die Prognosen der verschiedenen Parameter wie Temperatur, Wind oder Regen mit dem tatsächlichen Wetter vergleicht. Grundsätzlich wird die Wettervorhersage seit Jahren besser. Trotzdem sind viele unzufrieden mit dem Wetterbericht. Diese Unzufriedenheit erklärt sich wohl hauptsächlich

mit dem veränderten Nutzerverhalten. Statt Wettertexte zu lesen, schaut man heute schnell auf die Wetter-App. Die Apps bieten oft nur ein einziges Symbol für einen ganzen Tag an, was bei komplexen Lagen dem Wetter nicht gerecht wird. Doch auch andere, feiner aufgelöste Wetter-Apps erzeugen ein systematisches Problem: Sie liefern nur den direkten Output eines einzigen Wettermodells, das eben völlig daneben liegen kann. Sie liefern keine Interpretation und damit keine Information darüber, wie schwierig eine Wetterlage derzeit vorherzusagen ist. Insofern bleibt dem Nutzer nichts anders übrig, als verschiedene Wettermodelle zu vergleichen, den Wetterbericht genau zu lesen und bei kurzfristigen Vorhaben das Regenradar hinzuziehen. Die dürftige Performance einiger Wettermodelle fällt in diesem Sommer umso stärker auf, weil die vergangenen Sommer von Hochdruckgebieten geprägt waren. Solche stabilen Lagen erlauben bessere Prognosen für längere Zeiträume und stimmen Schönwetterfans eher milde. Aber wann kommt dieses Jahr nun endlich das lang ersehnte Hoch? „Erst einmal ist ein stabiles Hoch nicht in Sicht“, sagt Meteorologe Sebastian Schappert, allerdings deute sich nächste Woche ein paar Tage schönes und warmes Sommerwetter an.

Singt Lied mit Luis Fonsi Helene Fischer (37), Sängerin, hat ihr neues Lied veröffentlicht, das sie mit Latin-Pop-Sänger Luis Fonsi (43) singt. Fischer postete vor der Veröffentlichung von „Vamos a marte“ bei Instagram: „Ich halte es nicht mehr länger aus.“ Sie könne es selbst kaum erwarten, schrieb sie. Mit Fonsi trat Fischer in der Vergangenheit schon öfter auf. Der Sänger landete 2017 den Sommer-Welthit „DeHelene Fischer spacito“. dpa

Wer sich auf Wetter-Apps verlässt, steht nicht selten im Regen, wo eigentlich Sonne vorausgesagt war.

Mit Drogenbonbon und Rohrbombe gegen die Ex

Ein „gekränktes Ehrgefühl“ soll das Mordmotiv sein

HOF (dpa). Um das Sorgerecht für seinen Sohn zu bekommen, wollte ein Mann mit einer Rohrbombe und einem Drogenbonbon seine Ex-Partnerin in Verruf bringen. Nun ist er dafür zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, teilte das Landgericht Hof am Freitag mit. Laut Anklage war der gemeinsame Sohn nach der Trennung überwiegend bei der Frau. Die Frau hat noch einen fünfjährigen Sohn aus einer anderen Beziehung. Diesem legte er ein mit Methamphetaminen kontaminiertes Kaubonbon in sein Fach im Kindergarten. Das Kind spuckte es laut Staatsanwaltschaft aber wegen des bitteren Geschmacks gleich wieder aus, musste ins Krankenhaus und kam ohne bleibende Schäden davon. Außerdem soll der Mann eine selbstgebaute Rohrbombe vor seinem Haus deponiert haben. Spezialkräfte sprengten die Bombe kontrolliert. Mit Briefen, die er mit dem Namen seiner Ex unterschrieb, versuchte er, die Vorfälle der Frau in die Schuhe zu schieben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zwei Männer sollen ihre Schwester in Berlin getötet haben, weil sie ihren Lebenswandel ablehnten / Verdächtige in Untersuchungshaft

gen trotz Satelliten, Flugzeugen und Ballons noch immer ein schwieriges Unterfangen. Mancher Schauer schlüpft durch das Beobachtungsnetz. Erst mit der neuen Generation der Meteosat-Satelliten könnte sich das verbessern.

rige sei für die Tat aus Bayern nach Berlin gereist. Danach sollen die Brüder die Leiche im Koffer verstaut haben und noch am selben Tag mit der Bahn zurück nach Bayern gefahren sein, um sie zu vergraben, so die Ermittler. Die 34-Jährige, die geschieden lebte und zwei Kinder im Alter von 9 und 13 Jahren hatte, galt zunächst als vermisst. Jedoch habe es, unter anderem aus dem persönlichen Umfeld der Frau, schnell Hinweise gegeben, dass sie Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte. In Zusammenarbeit mit den bayerischen Polizeibehörden stießen die Ermittler am Donnerstag auf eine Frauenleiche. Die Staatsanwaltschaft teilte am späteren Freitagnachmittag nach der Obduktion mit, dass es sich bei der bei Neuburg an der Donau gefundenen Toten um die Schwester der Verdächtigen handle. Weitere Einzelheiten zum Tötungsdelikt machte die Behörde nicht.

F OT O; B OR T N66 ( ST OCK. A D OB E. COM )

BERLIN (dpa). Zwei Männer sollen ihre Schwester in Berlin getötet und die Leiche in Bayern vergraben haben. Die Tat begingen die Männer im Alter von 22 und 25 Jahren mutmaßlich „aus gekränktem Ehrgefühl“, weil das Leben der 34 Jahre alten Schwester nicht den Moralvorstellungen der Verdächtigen entsprochen habe. Das teilten Berliner Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag mit. Die Verdächtigen sollen die Leiche in einem Koffer mit dem Zug nach Bayern transportiert und sie dort bei Neuburg an der Donau vergraben haben. Seit Mittwoch sitzen die Brüder in Untersuchungshaft. Die Männer und die Tote stammten aus Afghanistan und lebten seit einigen Jahren in Deutschland, so die Ermittler. Die Staatsanwaltschaft erwirkte einen Haftbefehl, weil die Männer als dringend tatverdächtig gelten, ihre Schwester am 13. Juli umgebracht zu haben. Der 25-Jäh-

F OTO: CH RI ST INA K R A TS CH / POP -E YE (I MA G O)

In diesem August schlägt das Pendel in Richtung kühl aus, das kommt durchaus über die Jahre immer mal wieder vor. Anders verhält es sich bei der Wettervorhersage: Die lässt tatsächlich seit Ende Juni zu wünschen übrig, selbst auf kürzere Vorhersagefrist. Insofern ist der Eindruck richtig, dass es mit der Vorhersage hakt. Beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach teilt man diesen Eindruck. Die oft ungenauen oder fehlerhaften Vorhersagen seien normal bei dieser Wetterlage, erklärt der Meteorologe Sebastian Schappert. Wie genau die kleinräumigen Schauer und Gewitter ziehen, sei sehr schwer abzuschätzen. Die Vermessung der höheren Luftschichten ist für die Meteorolo-

Die zwei tatverdächtigen Brüder wurden festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft (Symbolfoto). Der Verdacht gegen die beiden Brüder gründet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem auf der Auswertung von Videoaufnahmen der Überwachungskameras eines Berliner Fernbahn-

hofes, von Funkzellendaten sowie auf Aussagen von Zeugen. Morde im Namen der vermeintlichen Ehre sorgten bereits in der Vergangenheit deutschlandweit für Aufsehen. So wurde im Februar 2005 die 23-jährige DeutschTürkin Hatun Sürücü in Berlin-Tempelhof von ihrem Bruder mit drei Kopfschüssen getötet. Etwas mehr als ein Jahr später wurde der zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alte Todesschütze zur Jugendstrafe von neun Jahren und drei Monaten verurteilt. Gewalt im Namen einer traditionellen „Ehre“ erfahren Mädchen und Frauen in allen Teilen der Welt. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes sieht dahinter meist keine religiösen Motive. Vielmehr stünde das patriarchalische – männlich dominierte – Denken der Täter im Vordergrund. Frauen würden als Besitz betrachtet. Weichen sie von den alten Normen ab, gilt der Mann als „Opfer“, da er so seine angebliche Ehre verliert.

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Michael Ballack (44), ehemaliger Fußballprofi, trauert um seinen Sohn Emilio. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, starb der 18-Jährige in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bei einem QuadUnfall in Portugal. Der FC Bayern sowie M. Ballack der FC Chelsea, frühere Vereine von Ballack, kondolierten der Familie. elst

Eigentlich wird die Vorhersage seit Jahren besser / Smartphone-Apps werden komplexen Wetterlagen aber oft nicht gerecht


sport

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„Das hat mit Reitsport nichts zu tun“ Weil im Modernen Fünfkampf Pferd und Reiterin Annika Schleu überfordert sind, verpasst die Deutsche bei den Spielen in Tokio eine Medaille / Kritik auch am System

OLYMPISCHE SOMMERSPIELE Tokio, 23. Juli bis 8. August 2021

Das Pferd Saint Boy will nicht so wie Reiterin Annika Schleu.

Außer sich: Annika Schleu (vorne), im Hintergrund Bundestrainerin Kim Raisner

Dabei hatten sich die Probleme mit dem Pferd schon angedeutet. Saint Boy wollte wenige Minuten zuvor bei Gulnas Gubaidullina vom Team des Russischen Olympischen Komitees bereits nicht über die Hindernisse. Ein Tierarzt erklärte das Pferd dennoch für einsatzbereit, Schleu musste losreiten. „Auf dem Abreiteplatz hat es funktioniert“, berichtete die Olympia-Vierte von Rio. Keinen Fehler habe es gegeben. Doch im Parcours wollte das Pferd nicht mehr, und Schleu musste das schlechtestmögliche Resultat hinnehmen. Raisner sagte dazu: „Es ist nicht ihre Schuld. Das Pferd wollte immer nur zur Tür.“ Sie sei schon sehr verzweifelt gewesen, „ich habe gar nicht mehr damit ge-

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sagte Schleu zu ihrem Einsatz der Gerte. „Eigentlich sind wir Deutsche als gute und solide und auch einfühlsame Reiter bekannt.“ Für Kritik sorgte auch der Auftritt von Bundestrainerin Kim Raisner. „Hau mal richtig drauf! Hau drauf!“, rief sie – im Fernsehen deutlich hörbar. Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth kritisierte den Einsatz von Pferden im Modernen Fünfkampf scharf. „Das hat mit Reitsport nichts zu tun, wie wir ihn betreiben und kennen“, sagte die erfolgreichste Reiterin der Welt. „Das ganze System muss geändert werden.“ Das Pferd tue ihr leid, betonte die siebenmalige Olympiasiegerin. Die Tiere seien im Fünfkampf nur ein Transportmittel. Ihr tue aber auch „das Mädchen leid“, die Opfer des Systems ihrer Sportart sei. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und der Deutsche Olympische Sportbund sehen das Problem vor allem beim Weltverband. „Als Fachverband für den Pferdesport sehen wir die Reiterei im Modernen Fünfkampf kritisch“, sagte FN-

Sportchef Dennis Peiler. „Unser Verständnis der Reiterei liegt in der Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd und nicht darin, das Pferd als Sportgerät zu betrachten.“ Das Reglement müsse so gestaltet sein, dass Reiter und Pferd geschützt würden. Dieser Einschätzung schloss sich auch der DOSB an. „Zahlreiche erkennbare Überforderungen von Pferd-Reiter-Kombinationen sollten für den internationalen Verband dringend Anlass dafür sein, das Regelwerk zu ändern“, hieß es in einer Stellungnahme. Es müsse so umgestaltet werden, „dass es Pferd und Reiter schützt. Das Wohl der Tiere und faire Wettkampfbedingungen für die Athletinnen und Athleten müssen im Mittelpunkt stehen.“ Im Internet gab es deutlichere Worte. „Moderne Tierquälerei“ oder „Kein Respekt vor dem Tier“ war wenige Minuten nach den ungewöhnlichen Szenen bei Twitter zu lesen. Sie habe schon „diverse Hassnachrichten erhalten“, berichtete Schleu kurz nach dem Wettkampf. Sätze wie „Holt das Mädchen vom Pferd“ und sich übergebende Smileys gehörten noch zu den gemäßigten Botschaften. Die Tierrechtsorganisation Peta forderte die Suspendierung von Schleu und Raisner und sprach von Misshandlungen. Anders als im Springreiten müssen die Sportlerinnen und Sportler im Fünfkampf mit einem zugelosten und unbekannten Pferd in den Parcours. Der Veranstalter stellt die Tiere zur Verfügung. Sie haben dann im Wettkampf mehrere Reiterinnen und Reiter in kurzer Zeit nacheinander im Sattel. Vor dem Ritt haben die Sportlerinnen und Sportler nach einer Auslosung nur 20 Minuten Zeit, um sich mit dem Pferd vertraut zu machen. Dies gelang Schleu mit Saint Boy gar nicht.

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CHOFU (dpa). Die verstörenden Bilder um die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu im olympischen Reit-Parcours haben eine heftig geführte Debatte über die Sportart ausgelöst. Dass die sichtlich überforderte Berlinerin am Ende ihres Gold-Traums verzweifelt mit der Gerte auf das verängstigte Pferd schlug, sorgte für massive Kritik und führte selbst bei Olympiasiegerin Lena Schöneborn zu Ratlosigkeit. „In dieser Situation waren wir bisher noch nicht, so drastisch ist uns noch nicht vor Augen geführt worden, dass es tatsächlich ein Fehler im Reglement ist“, sagte sie in der ARD. Tränenüberströmt saß Schleu im Tokyo Stadium auf ihrem zugelosten Pferd Saint Boy, das mehrfach verweigert hatte. Dennoch war es der 26-Jährigen, die nach ihrer Führung alle Gold-Chancen einbüßte und am Ende 31. wurde, nicht möglich, das Pferd zu wechseln. „Wenn man das sieht, mag man denken, dass das immer so läuft. Die Erfolge, die wir sonst zwischendurch feiern, sprechen dagegen“,

rechnet, dass wir in den Parcours starten“, sagte Schleu. „Ich werde noch eine Weile brauchen, um drüber hinwegzukommen.“ Besonders bitter für die deutschen Fünfkämpferinnen: Schon vor fünf Jahren beendete ein misslungener Ritt die Träume vom zweiten Olympia-Gold für Schöneborn. „Ich kann es kaum glauben, dass uns das zwei Olympische Spiele hintereinander passiert“, sagte Bundestrainerin Raisner in der ARD und fing selbst an zu weinen. „Es ist der worst case, der jetzt eingetreten ist. Mit allen anderen Punktzahlen hätte man Annika keine Medaille mehr nehmen können“, sagte Schöneborn, die die bitteren Momente ihrer langjährigen Trainingspartnerin miterleb-

te. 13 Jahre nach dem historischen Olympiasieg von Schöneborn in Peking standen die Fünfkämpferinnen ohne Medaille da. Gold ging an die Britin Kate French vor Laura Asadauskaite aus Litauen und Sarolta Kovacs aus Ungarn. Die zweite deutsche Starterin Rebecca Langrehr kam auf Rang 28 ins Ziel, auch die zweite Berlinerin hatte Probleme mit dem Pferd. Für Schleu war das besonders bitter. Im Frühjahr war das Ziel Olympia noch fern. Sie hatte sich mit dem Coronavirus infiziert und musste Wochen pausieren. Als harte und deprimierende Zeit beschrieb die Berlinerin die damalige Phase. Schleu kämpfte sich zurück an die Spitze – und lieferte nun die Negativ-Bilder der Spiele.

Das Wunder und die „Schande“ sind ausgeblieben Die chinesischen Tischtennisspieler verteidigen gegen ein starkes deutsches Team ihre Vormachtstellung / Bundestrainer Roßkopf kündigt den nächsten Angriff an Von Michael Wilkening TOKIO. Das Resultat war deutlicher als das Geschehen an der Platte. Die deutschen Männer waren im Finale des Teamwettbewerbs angriffslustig, aber der Gegner war stärker. Ein Erfolg gegen die übermächtigen Chinesen wäre einem Tischtennis-Wunder gleichgekommen – und eben das ist im Metropolitan Gymnasium in Tokio ausgeblieben. Mit 3:0 setzte sich der Favorit durch und gewann Gold. Für Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll und Patrick Franziska gab es die Silbermedaille, die sich wie ein kleines Gold anfühlen durfte. Im Tischtennis ist ebenfalls ein Sieger, wer hinter China Zweiter wird. Die Deutschen hatten es probiert und die Chinesen unter Druck gesetzt. Nach den dramatischen 3:2-Erfolgen im Viertelfinale gegen Taiwan und im Halbfinale gegen Japan waren sie bereit für die größtmögliche Herausforderung, aber der Champion war stärker. „Wir haben sie vor Aufgaben gestellt“, sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf. Der Favorit jedoch fand Lösungen. Ovtcharov führte gegen den Weltranglistenersten Fan Zhendong 2:1 nach Sätzen, doch im finalen fünften Durchgang war

gegen die Willenskraft des Silbermedaillengewinners im Einzel-Wettbewerb kein Kraut gewachsen. Boll steigerte sich anschließend gegen Ma Long von Satz zu Satz, wehrte gegen den fünffachen Olympiasieger im dritten Durchgang drei Matchbälle ab, aber die Angriffslust des Chinesen ließ nicht nach, so dass der sechste Matchball von Ma Long die Partie und damit das Duell um Gold im vierten Satz entschied. Im Eröffnungsdoppel waren Boll und Franziska bei einer klaren 0:3-Niederlage ohne Chance geblieben.

„Es muss alles perfekt laufen, wenn du gegen die Chinesen gewinnen willst“, sagte Boll. Der 40-Jährige wirkte wie seine Teamkollegen stolz auf das Erreichte, und er hatte die Siegerehrung genossen. „Es war ein schöner Moment, als mir Timo die Medaille umgehängt hat“, sagte Ovtcharov. Der Moment, als sich die Athleten gegenseitig mit dem Edelmetall belohnten, sorgte für spezielle Emotionen. Ovtcharov erlebte den Empfang seiner insgesamt sechsten Olympia-Medaille auf eine bislang unbekannte Art – und re-

agierte mit ein paar Tränen der Freude. Die Übermacht des Finalgegners hatten sie zu diesem Zeitpunkt längst akzeptiert. Die Chinesen haben in den Tagen von Tokio 35 Goldmedaillen gewonnen. Im Medaillenspiegel sind sie sogar den USA enteilt, aber die Erfolge im Tischtennis bleiben trotzdem die wichtigsten. Tischtennis ist im Reich der Mitte ein Kulturgut, es bildet ein Stück Identität. Der Druck auf den Schultern der besten Spieler des Riesenreiches ist unvorstellbar groß. Die Ausnahmekönner treten nicht

„Emotionaler Moment“: Timo Boll hängt seinen Teamkollegen Patrick Franziska und Dimitrij Ovtcharov die Silbermedaillen um. FOTO: JUNG YEON-JE (AFP)

nur gegen die besten Akteure der anderen Nationen an, sondern immer auch gegen die Gefahr einer „Schande“, einen großen Titel zu verpassen. Nachdem das chinesische Mixed-Doppel das Finale in Tokio gegen Japan verloren hatte, gab es aus Peking „ordentlich Feuer“, wie Roßkopf berichtete. Vor diesem Hintergrund sind die Leistungen von Ma Long und Fan Zhendong noch höher einzuordnen. Im Finale des Teamwettbewerbs stellten sie ihre Stärke eindrucksvoll unter Beweis. Die Deutschen forderten die Topstars vor allem in den Einzeln, aber die Nummer eins und zwei der Weltrangliste wehrten alle Angriffe ab. Die Chinesen wussten um die Gefahr, die von Ovtcharov, Boll und Franziska ausging und wirkten vom ersten Ballwechsel an hochkonzentriert. Mit stoischer mentaler Kraft schmetterten sie den Versuch der Deutschen ab, Geschichte zu schreiben. „Es ist beachtlich, wie gefestigt sie sind“, lobte Boll die Konkurrenten aus Fernost. Irgendwann wird es im Teamwettbewerb einen anderen Sieger geben als China, auch wenn es schwer vorstellbar ist. In Tokio war dieser Zeitpunkt noch nicht gekommen, aller Angriffslust der Deutschen zum Trotz. „Wir werden es in Paris wieder probieren“, kündigte Roßkopf an.


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Herausfordernde Spiele

MEDAILLENSPIEGEL Stand nach 292 von 339 Entscheidungen um 23.55 Uhr Ortszeit

Tokio bot zur Überraschung vieler Fachleute eine Serie von Top-Leistungen / Modernes Material spielt eine Rolle – und auch Doping? FO TO: J A N W OIT AS ( DP A )

Von Felix Lill TOKIO. Vor Beginn der Spiele war zu befürchten, Tokio werde nicht die höchsten sportlichen Ansprüche erfüllen können. Aber schwerwiegender als die rigiden Vorkehrungen zum Schutz von Corona und die leeren Zuschauertribünen wiegt unter anderem die optimierte Technologie. Und die Frage des Dopings steht ohnehin immer im Raum. Weitgehend reibungslos waren die Vorbereitungen wohl für niemanden. Im Vorfeld von „Tokyo 2020“, wie sich die nun endenden Olympischen Spiele auch nach der pandemiebedingten Verschiebung um ein Jahr genannt haben, mussten nicht nur die Organisatoren mit allen möglichen Widrigkeiten kämpfen. Neben der lange offenen Frage, ob Besucher aus dem Ausland ins Land kommen und Zuschauer in die Stadien dürfen, plagten die Veranstalter noch Skandale um Sexismus, Diskriminierung und Korruption. Auf ähnliche Weise sahen sich Athleten aus allen Ländern vor nie dagewesenen Herausforderungen. In der Pandemie wurden Schwimmhallen geschlossen, Laufbahnen gesperrt, Trainingslager abgesagt. Wer sich im Frühjahr 2020 gerade seinem Trainingshöhepunkt näherte, fiel dann in vielen Fällen in ein tiefes Loch, nachdem am 25. März die Verschiebung der Spiele um ein Jahr erklärt worden war. Einige der weltbesten Sportler berichteten, wie schwer es war, sich erneut zu motivieren und fitzumachen.

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China USA Japan Großbritannien Russland Australien Italien Deutschland Niederlande Frankreich Neuseeland Kanada Südkorea Kuba Ungarn Brasilien Polen Tschechien Jamaika Spanien

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OLYMPIA

Samstag

„Schneller, höher, stärker – zusammen“

Noch bis Sonntag brennt das olympische Feuer in Tokio. Zahlreiche Menschen besuchten die Flamme im Stadtteil Ariake, um Fotos zu machen.

So stand hinter den bis zur Eröffnungsfeier unsicheren Spielen von Tokio immer auch diese Frage: Würden bei der größten Sportveranstaltung der Welt diesmal die großen Leistungssprünge ausbleiben? Bei der Eröffnungsfeier prangte auf dem Boden des Tokioter Nationalstadions zwar das neue Olympiamotto „Schneller, höher, stärker – zusammen.“ Aber läge am Ende dieser Spiele die Betonung eher auf dem „Zusammen“ der antretenden Athleten als auf den Superlativen? Experten trauten sich vor dem Olympiastart kaum eine Prognose zu. So sagte Daniel Memmert, Professor für Trainingslehre an der Deutschen Sporthochschule Köln, die Frage sei, welche gegenläufigen Effekte am Ende überwiegen werden. „Auf der einen Seite hatten die Topathleten natürlich die Chance, sich top vorzubereiten, weniger Wettkämpfe zu machen, was auch ein Vorteil sein kann, um sein Leben auf so ein Ereignis hinzuoptimieren. Auf der anderen Seite braucht man Wettkämpfe, um ein bisschen Druck auszuhalten.“ Wie sich leere Stadien auswirken, ist dabei womöglich typabhängig. Im Fußball, wo Memmert seit Beginn der Pande-

mie die Bedeutung leerer Ränge für das sportliche Niveau analysiert hat, lasse sich kein Leistungsverfall beobachten. „Wie die Spieler laufen, wie die Passquote ist, die Raumkontrolle und Pressing, das hat sich alles nicht groß verändert. Zumindest im Fußball wird der Einfluss der Zuschauer also systematisch überschätzt.“ Zudem haben alle Athleten über ihre gesamte Lebenszeit überwiegend Wettkämpfe ohne viele Zuschauer bestritten. Eine ganz neue Situation biete „Tokyo 2020“ insofern also nicht. In anderer Hinsicht aber schon: die anstrengende Einreise, die strikten Quarantänevorschriften, die Abstandsregeln, die Olympiablase ohne Kontakt zur Außenwelt. Selbst japanische Athleten, die zumindest nicht ins Land einreisen, sich stundenlang prüfen lassen und dann mit einem Jetlag kämpfen mussten, haben in Umfragen Motivationsprobleme dokumentiert. Insbesondere die Unbeliebtheit dieser Spiele bei der Öffentlichkeit mache es schwer, sich voll auf Training und Wettkämpfe zu konzentrieren. Aber es gibt andere Effekte, die hier und da immer wieder stärker waren.

Denn tatsächlich hat Tokyo 2020 zu mehreren neuen Weltrekorden geführt. Eine Sportart, die nun viele neue Bestmarken hat, ist Schwimmen. Damit liegen die Leistungen in Tokio im Trend, da die Weltrekorde im Becken tendenziell innerhalb weniger Jahre unterboten werden. Ein wichtiger Grund hierfür sind immer geschmeidigere Schwimmanzüge. Dies ist eine generelle Tendenz: In den Sportarten, wo es dieser Tage zu Verbesserungen gekommen ist, gab es zuvor Optimierungen der Hardware. Beim Radfahren auf der Bahn, wo an einem Wettkampftag drei Weltrekorde fielen, sind es immer schnellere Räder. So wird ein Weltrekord dort im Schnitt alle drei Jahre unterboten. Beim Bogenschießen, wo die Pfeile und Bögen weiterentwickelt worden sind, gab es in Tokio schon in der ersten Woche drei neue Weltrekorde. Auch in der Leichtathletik, die oft als letzte Bastion purer menschlicher Leistung angesehen wird, sorgt die Infrastruktur für Verbesserungen. Die Laufbahn im Nationalstadion ist eine Kombination aus Schichten von Gummigranulat und darunterliegenden Luftpolstern, wodurch ein Trampolineffekt entsteht und einige

Baseball, (12 Uhr) Basketball, Männer (4.30 Uhr) Beachvolleyball, Männer (4.30 Uhr) Boxen, Männer, bis 52 kg (7 Uhr); Frauen, bis 51 kg (7.15 Uhr); Männer, bis 75 kg (7.45 Uhr); Frauen, bis 69 kg (8.15 Uhr) Fußball, Männer (14.30 Uhr) Golf, Frauen (7.30 Uhr) Handball, Männer (14 Uhr) Kanu, Frauen, Canadier-Zweier, 500 m (4.22 Uhr); Männer, Canadier-Einer, 1000 m (4.39 Uhr); Frauen, Kajak-Vierer, 500 m (5 Uhr); Männer, Kajak-Vierer, 500 m (5.19 Uhr) Karate, Frauen, Kumite, über 61 kg (12.55 Uhr); Männer, Kumite, über 75 kg (13.05 Uhr) Leichtathletik, Frauen, Marathon (23 Uhr am Freitag/Entscheidung am Samstag); Frauen, Hochsprung (12.35 Uhr) mit Marie-Laurence Jungfleisch (Stuttgart/Freiburg); Frauen, 10 000 Meter (12.45 Uhr); Männer, Speerwurf (13 Uhr) mit Johannes Vetter (Offenburg); Männer, 1500 Meter (13.40 Uhr); Frauen, 4x400 Meter Staffel (14.30 Uhr); Männer, 4x400 Meter Staffel (14.50 Uhr) Moderner Fünfkampf, Männer, Einzel (12.30 Uhr) Reitsport, Mannschaft, Springen (12 Uhr) Radsport, Bahn, Männer, Madison (9.55 Uhr) Ringen, Männer, Freistil, bis 65 kg (12.30 Uhr); Männer, Freistil, bis 97 kg (12.30 Uhr); Frauen, Freistil, bis 50 kg (12.30 Uhr) Rhythmische Sportgymnastik, Frauen (8.20 Uhr) Synchronschwimmen, Gruppe (12.30 Uhr) Volleyball, Männer, (14.15 Uhr) Wasserball, Frauen (9.30 Uhr) Wasserspringen, Männer, Turmspringen 10 m (8 Uhr)

Prozent mehr Leistung möglich werden. So wurden über 400 Meter Hürden sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern neue Bestleistungen erzielt, sogar die Silbermedaillengewinner hatten jeweils den vorigen Weltrekord verbessert. Die US-amerikanische Siegerin Sydney McLaughlin sagte nach ihrem Sieg: „Du kannst den Unterschied fühlen. Viele reden über bessere Schuhe. Aber ich glaube, diese Bahn gibt dir die Energie gleich zurück, schiebt dich und schraubt dich voran.“ So ist am Ende schwer zu beurteilen, inwieweit diese Spiele sportliches oder technologisches Topniveau erreicht haben. Schließlich ist da noch der Faktor, dessen Anwesenheit oft unklar bleibt: Doping. In der Pandemie musste die Weltantidopingagentur Wada die Testumfänge reduzieren, sodass sich für Athleten die Möglichkeit ergab, sich in Trainingsphasen unbeobachtet mit verbotenen Hilfsmitteln zu versorgen. Was im Spitzensport immer ein Problem ist, könnte in Tokio, zumal inmitten ansonsten schwieriger Vorbereitungsphasen, einen besonderen Unterschied gemacht haben. Siehe auch Leitartikel, Seite 4

Sonntag F OT O: SE B A ST IA N GOL L N OW (D P A )

Zurück in der Spur Nach der Keirin-Enttäuschung stehen Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich im Sprint-Achtelfinale IZU (dpa). Einen Tag nach ihrer KeirinEnttäuschung haben sich die beiden deutschen Medaillen-Hoffnungen Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit souveränen Siegen zog das Duo bei den olympischen Bahnrad-Wettbewerben in Izu ins Sprint-Achtelfinale ein. Von Verunsicherung wie nach ihrem frühen Scheitern am Vortag war keine Spur mehr. Schon in der Qualifikation hatten die Olympia-Zweiten im Teamsprint Spitzenzeiten auf dem Oval hingelegt. Friedrich fuhr sogar olympischen Rekord. Bis zum Olympia-Thron ist es für Hinze und Friedrich noch ein weiter Weg. Die ersten Runden verliefen aber reibungslos. „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Ich weiß, was ich falsch gemacht habe. Es ist alles gut. Ich habe es verdaut“, sagte Friedrich mit Blick auf das frühe Aus im

Kampfsprint am Vortag und fügte hinzu: „Es hat mich nochmal mehr motiviert. Ich habe richtig Bock, morgen zu fahren. Jeder will die Medaille.“ Rekord-Weltmeisterin Kristina Vogel – in Rio 2016 noch Sprint-Olympiasiegerin – sieht die deutsche Mannschaft im Trainerbereich aber zu schwach aufgestellt. „Jedes Land da unten hat einen Bundestrainer für die Taktik, nur wir nicht. Das ist kein Vorwurf an Detlef Uibel“, sagte Vogel. Bundestrainer Uibel, der auch für die Männer-Sprinter zuständig ist, könne das alleine gar nicht alles schaffen. „Du brauchst da einen Co-Trainer. Jemand der dafür da ist, Taktik zu machen.“ Friedrich, die von Vogel bei der Bundespolizei trainiert wird, stimmte dem zu und merkte an: „Es ist auch schwierig, eine neue Stelle zu schaffen. Da kann ich als Sportlerin schlecht was zu sagen.“ Es

sei im Keirin eine schlechte Taktik gewesen, von Anfang an, monierte Vogel. „Das ist schade, die Beine sind halt da. Ich hoffe, sie können das abschütteln“, betonte die querschnittsgelähmte Rekord-Weltmeisterin, die bei Olympia für das ZDF kommentiert. Dass Hinze beklagte, dass ihre Rivalinnen gegen sie gefahren seien, sieht die 30-Jährige als normal an. „Herzlich willkommen im Club der Weltmeister. Die letzten vier Jahre, als ich gefahren bin, war es genauso.“ Kristina Vogel bietet Hinze dabei gerne Unterstützung an, weiß aber auch: „Es ist schwierig für eine Ex-Weltmeisterin und eine neue Weltmeisterin eine Beziehung zueinander finden, ohne das es irgendwie belehrend oder von oben herab ist. Allmählich bekomme ich da zu Emma auch eine Beziehung.“

Basketball, Frauen (4.30 Uhr) Boxen, Frauen, Leichtgewicht (7 Uhr); Männer, Leichtgewicht (7.15 Uhr); Männer, Mittelgewicht (7.45 Uhr); Männer, Superschwer (8.15 Uhr) Handball, Frauen (8 Uhr) Leichtathletik, Männer, Marathon (0 Uhr) Rhythmische Sportgymnastik, Frauen, Team (4 Uhr) Radsport, Bahn, Frauen, Sprint (4.20 Uhr); Männer, Keirin (5 Uhr); Frauen, Omnium (5.25 Uhr) Volleyball, Frauen (6.30 Uhr) Wasserball, Männer (9.30 Uhr) dpa

ZITAT DES TAGES „Wir werden alle in der gleichen Bratpfanne schmoren.“

Emma Hinze (links) vor Charlene du Preez aus Südafrika

Weltrekordler Eliud Kipchoge aus Kenia vor den Marathon-Läufen dpa


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Jungfleisch versucht ihr Glück Die Hochspringerin steht heute im Finale der Spiele von Tokio FREIBURG/TOKIO (str). Sie nimmt wieder Anlauf, die in Freiburg aufgewachsene Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch. Für das Finale der Spiele von Tokio an diesem Samstag um 12.35 Uhr deutscher Zeit erbrachte sie in der Qualifikation den Leistungsnachweis, der ihr vor Olympia so lange nicht geglückt war. Sie überwand 1,95 Meter. Der Deutsche Olympische Sportbund hätte die heute 30-Jährige vom VfB Stuttgart gar erst nicht mitgenommen nach Ostasien. Aber der Internationale Leichtathletik-Verband überreichte ihr dann doch noch das Ticket für Tokio, weil sie in der Weltrangliste ihres Sports nach wie vor gut platziert ist. Jungfleisch darf sich nun also ein zweites Mal beweisen bei Olympischen Spielen. Auch 2016 in Rio de Janeiro hatte sie das Finale erreicht und war damals Siebte geworden. In der Qualifikation für Tokio überwanden immerhin 14 Athletinnen die 1,95-Meter-Marke. Für Jungfleisch war es die Bestmarke ihrer bisherigen Saison, und sie zeigte sich entsprechend zufrieden. „Es war ein richtig großes Ziel ins Finale zu kommen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur: „Ich bin überglücklich.“ Schon am Donnerstag, kündigte sie an, werde sie „mit einem grinsenden Gesicht nach Hause“ gehen. Favorisiert für das Finale ist nach Angaben der Internetseite www.leichtathletik.de Jaroslawa Mahutschich aus der Ukraine. Sie führt die Weltjahresbestenliste mit 2,03 Metern an. „Ich möchte höher als 2,05 Meter springen“, kündigte sie vor den Spielen an: „Ich möchte Weltrekord springen.“ Die globale Bestmarke ist wieder einmal uralt. Die Bulgarin Stefka Kostadinowa überwand im Jahr 1987 bei der Weltmeisterschaft in Rom 2,09 Meter.

Johannes Vetter nimmt Anlauf zu den wichtigsten Würfen seiner bisherigen Karriere im Olympiastadion von Tokio.

Der Beste zum Schluss Johannes Vetter aus Offenburg kann den olympischen Wettkampf der Speerwerfer heute gewinnen – wenn er die Nerven behält Von Andreas Strepenick

FO TO: CH A I VON D ER L A A G E/ IM A GO

Marie-Laurence Jungfleisch

OFFENBURG/TOKIO. Bei sich selbst bleiben. Sein Zeug machen. Nicht nachdenken. Ein Schritt, zwei Schritte, drei Schritte, dann noch ein paar mehr – und schwupp, schon ist Johannes Vetter Olympiasieger. Wenn es so einfach wäre. Aber so einfach ist es plötzlich nicht mehr im Leben eines Menschen, dem Selbstzweifel bisher fremd schienen, der vielleicht noch nie eine große Krise durchgemacht hat in seinem Leben und der in dem Ruf steht, ein Modellathlet mit Muskeln und Nerven aus Stahl zu sein. Der sich vielleicht auch selbst genau so sah noch vor wenigen Wochen, als er die Wettkampforte dieser Welt wie an einer magischen Schnur gezogen jedes Mal neu mit breiter Brust verließ. 19 Siege in Serie gelangen dem Speerwerfer aus Offenburg, ein fulminanter Wurf nach dem anderen landete jenseits der in seinem Sport so verheißungsvollen 90-Meter-Marke, und mit 96,29 Metern führt er die Weltjahresbestenliste in seinem recht exklusiven Sport majestätisch an. Vetter, 28, blieb in dieser Zeit noch bei sich selbst, machte sein Zeug, dachte nicht nach. Warum auch. Irgendwann im Frühsommer begann sein Körper dann, die ausdauernde Belastung durch den Hochleistungssport schüchtern zu monieren. Es zwickte. Nicht arg, aber ein

bisschen. Es handle sich um eine „diffuse Muskelverletzung“, ließ Vetter mitteilen. Er zog die Bremse, ein wenig nur, ließ die deutsche Meisterschaft aus, noch musste man sich keine Sorgen machen um ihn. Er sei wieder fit, alles sei im grünen Bereich, teilte er kurze Zeit später mit. Er sei nun bereit für die Spiele, für Tokio und den bislang größten sportlichen Erfolg seines Lebens.

Drei deutsche Speerwerfer holten schon olympisches Gold Erfolg, natürlich. Gold soll es sein an diesem Samstag im olympischen Wettkampf von Tokio, der um 13 Uhr deutscher Zeit beginnt. „Das Ziel ist Gold, ganz klar“, hatte er selbst noch vor seinem Abflug nach Japan im Aktuellen Sportstudio des ZDF gesagt. Was hätte er, der so einsam an der Spitze seines Sports stand, auch anderes sagen sollen. Vetter selbst hat dieses Gold noch bis vor ein paar Wochen felsenfest von sich selbst erwartet. Und all die anderen erst recht. Die Verantwortlichen des Deutschen Olympischen Sportbunds und des Deutschen Leichtathletik-Verbands haben den obersten Platz auf dem Podest fest eingeplant in ihrer Medaillenbilanz von den Spielen. Aber dann tippte der Leichtathlet sich mit seinem Finger an die Stirn. Dieser 1,88-Meter-Mann, Spross der Offenburger Speerwurf-Dynastie, zweifelte plötzlich an all den Selbstverständlichkeiten,

die er sich sein Leben lang hart erarbeitet hatte. Er deutete zum Kopf und sagte nach der Qualifikation vor drei Tagen: „Es ist gerade hier oben relativ viel seit den letzten zwei, drei Wochen. Das müssen wir bis Samstag in den Griff bekommen.“ Sie war holprig verlaufen, die Quali in Tokio, die ersten beiden Würfe waren kurz, und erst mit dem dritten und letzten Versuch auf 85,64 Meter sicherte er sich den direkten Einzug ins Finale. Was war da los, Herr Vetter? „Seit den Wettkämpfen vor Olympia ist so ein bisschen der Wurm drin“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Was heißt der Wurm drin. Ich kriege nicht so das richtige Timing, den richtigen Rhythmus hin, dass ich sage, da passt alles zusammen und dann knallt es vorne.“ Für das Finale, fügte Vetter hinzu, müsse „auf alle Fälle noch was kommen“. Ja, aber was? Er räumte ein, dass sich die Anspannung, unter der er ohnehin schon steht, bis zum Samstag eher noch verstärken werde. Er werde eben „nochmal mental ein bisschen arbeiten müssen“. Es ist wie so oft im Leben eines Sportlers. Der Körper ist bereit für den großen Tag, der Ablauf eingeübt, ritualisiert, erprobt wie ein sturer Automatismus in tausenden Versuchen. Aber der Kopf macht nicht mehr mit. Sensible Skispringer erleben diese Zeit in der Regel mehrmals in ihrer Karriere, landen lange ganz weit unten und plötzlich dann nicht mehr. Der Körper lässt sich behandeln. Eine Spritze

hier, ein Tape da. Aber die Gedanken sind nicht zu stoppen. Sie kreisen unversehens um die Frage, warum das, was selbstverständlich war, nicht mehr selbstverständlich ist. Vetter ist eine starke Persönlichkeit. Er hat schon Niederlagen weggesteckt. Aber ein olympischer Wettkampf im Zenit seines Könnens, die Spiele mit all ihren Mythen und Symbolen und ihrer grandiosen Überhöhung – die sind nun ein anderes Kaliber. Drei deutsche Speerwerfer haben schon ein Finale für sich entschieden in der Geschichte Olympias. Gerhard Stöck gelang das 1936 in Berlin. Thomas Röhler war 2016 in Rio de Janeiro erfolgreich. Dazwischen schob sich noch Klaus Wolfermann mit seinem Gold-Wurf 1972 in München. Der heute 75-Jährige hat sich mit seinem Sieg einen Namen gemacht im deutschen Sport, er wurde in die Hall of Fame aufgenommen, die virtuelle Ruhmeshalle. Er nutzt seine Bekanntheit, um sich vielfältig für soziale Zwecke zu engagieren, wirbt für die Special Olympics der Menschen mit geistiger Behinderung ebenso wie für Organtransplantationen. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe fragte Klaus Wolfermann vor den Spielen von Tokio nach den Aussichten für Johannes Vetter. „Sein Leistungsvermögen ist momentan einzigartig“, antwortete der Sieger von München. „Aber ein Olympiasieg ist kein Selbstläufer. Es gibt auch immer Überraschungen.“

„Wir haben es riskiert, es ist ein bisschen daneben gegangen“ Die deutsche 4×100-Meter-Frauenstaffel hadert mit Platz fünf im olympischen Finale / Speerwerferin Christin Hussong kann in den Medaillenkampf nicht eingreifen Lückenkemper wiederum erklärmas und Lucas Ansah-Peprah te: „Ich bin schon der Meinung, (Hamburg) kamen nach 38,12 Sedass ich pünktlich losgelaufen kunden ins Ziel. Für die Italiener bin.“ Startläuferin Haase empfand war es nach dem überraschenden es als „voll doof, weil wir fünf Jah100-Meter-Sieg von Lamont Marre gewartet haben, um von Platz cell Jacobs der nächste Triumph. vier auf eine Medaille zu komIn starken 37,50 Sekunden hielmen. Wir haben es riskiert, es ist ten sie Großbritannien (37,51) ein bisschen daneben gegangen“. und Kanada (37,70) in Schach. 2016 in Rio war die deutsche Weltmeister USA hatte das Finale Staffel in 42,10 Sekunden Vierte Die deutsche 4×100-Meter-Staffel mit Gina verpasst. Italien trat die Nachfolge geworden. Seit der Wiederver- Lückenkemper (von links), Rebekka Haase, von Jamaika mit Star Usain Bolt einigung gab es kein Edelmetall Alexandra Burghardt und Tatjana Pinto an. für eine deutsche Frauenstaffel, Auch das Männer-Quartett des 1980 in Moskau hatten Romy Müller, Bär- den. Bronze ging an das Quartett aus Deutschen Leichtathletik-Verbandes hatbel Wöckel, Ingrid Auerswald und Mar- Großbritannien (41,88). te keinen guten letzten Wechsel von Allies Göhr Gold für die DDR geholt. 1988 Die deutschen Männer belegten beim mas auf Ansah-Peprah. „Das war jetzt in Seoul gab es Silber hinter den USA, die Gold-Lauf von Italien den sechsten Platz. nicht so optimal“, räumte der Schlussläuin Tokio in 41,45 Sekunden Zweite wur- Julian Reus, Joshua Hartmann, Deniz Al- fer ein. Der deutsche Rekordhalter Reus F OT O: MI CH A EL K AP P E LE R ( DP A )

TOKIO (dpa). Ein etwas missglückter letzter Stabwechsel hat die deutschen Sprinterinnen um ihre Medaillenchance bei den Olympischen Spielen gebracht. Rebekka Haase, Alexandra Burghardt, Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper kamen am Freitag in Tokio über 4×100 Meter in 42,12 Sekunden nur auf den fünften Platz. Gold holte das favorisierte Quartett aus Jamaika um 100- und 200Meter-Siegerin Elaine Thompson-Herah in der Landesrekordzeit von 41,02 Sekunden. Beim letzten Wechsel von Pinto auf Lückenkemper verschenkten die Deutschen eine bessere Position. „Ich habe gemerkt, dass der Abstand etwas größer war als sonst und habe deshalb „Stop“ gerufen“, berichtete Pinto später in der ARD.

wollte aber nach seinem letzten olympischen Rennen nicht hadern. „Die Jungs haben das super gemacht“, sagte der 33Jährige. Ratlos verließ die Speerwerferin Christin Hussong die Olympia-Bühne. Die Weltranglistenzweite schaffte es nicht in den Endkampf des Finales. Statt mit glänzendem Schmuck um den Hals zu posieren, musste sich die 27-Jährige mit einem dürftigen neunten Platz begnügen. „Ich hab’s technisch überhaupt nicht auf die Reihe bekommen, das war der schlechteste Wettkampf des Jahres. Das ist sehr, sehr besch . . ., wenn so etwas im Olympia-Finale passiert“, räumte Hussong ein. Die Europameisterin war mit einer Bestleistung von 69,19 Metern angereist, im Finale brachte sie 59,94 zustande.


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Seinen Weg gegangen FREIBURG/SAPPORO. Geher behaupten, in der Endphase eines Wettbewerbs über 50 Kilometer spielten sich surreale Dinge ab. Es ist eine Grenzerfahrung menschlicher Leidensfähigkeit. Der ganze Körper schreit nach Aufgabe. Diese Qual war dem Freiburger Carl Dohmann und dem Baden-Badener Nathaniel Seiler beim letzten olympischen Geher-Wettbewerb über die Langdistanz deutlich anzusehen: Die beiden Südbadener schleppten sich in der Hitze von Sapporo entkräftet ins Ziel, blieben aber mit den Plätzen 33 (Dohmann) und 42 (Seiler) weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Ein sportliches Märchen schrieb ihr Teamkollege Jonathan Hilbert: Der Erfurter pulverisierte auf den letzten Kilometern das Spitzenfeld und ging hinter dem zuvor enteilten Polen Dawid Tomala zu Silber. Drei Tempoverschärfungen entschieden die Abschiedsvorstellung der Geher über den halben Hunderter auf dem ZweiKilometer-Rundkurs in der City von Sapporo: Nach 30 Kilometern löste sich Tomala aus einer 15-köpfigen Spitzengruppe und baute seinen Vorsprung auf zeitweise drei Minuten aus. Jonathan Hilbert, der über die gesamte Distanz nie Zeichen von Schwäche erkennen ließ, gelang mit dem Spanier Marc Tur vier Kilometer vor

Carl Dohmann aus Freiburg und Nathaniel Seiler aus Baden-Baden litten stark auf den letzten Kilometern.

dem Ziel der entscheidende Antritt zum Sprung aufs Podest. Das Feld ging ein wie eine Primel im Sommer – bis auf Hilbert und den Kanadier Evan Dunfee, der auf den letzten Metern noch an Tur vorbeizog und sich 51 Sekunden hinter Tomala die Bronzemedaille sicherte. Hilbert war bis auf 36 Sekunden an den neuen Olympiasieger (3:50:08 Stunden) herangekommen. Wäre das Rennen eine Runde länger gegangen, hätte der 26-jährige Thüringer den Polen wohl noch überflügelt. Auch mit Silber um den Hals schwebte der Geher von der LG Ohra Energie auf Wolke sieben. „Wenn mir dieses Ergebnis vorher jemand gesagt hätte, hätte ich ihm den Vogel gezeigt“, teilte Hilbert im ARDFernsehen mit. Schon ein Platz unter den Top 15 hätte ihn gefreut. Doch als er am Morgen aufgestanden sei, habe er gleich gemerkt, „das wird ein spezieller Tag“.

Gold für Kanadierinnen

S PO R TP O LI T IK

Akkreditierung weg Das Internationale Olympische Komitee hat im Zusammenhang mit dem Fall der Sprinterin Kristina Timanowskaja zwei belarussischen LeichtathletikTrainern die Olympia-Akkreditierung entzogen. Das habe eine am Mittwoch eingesetzte Disziplinarkommission entscheiden, teilte das IOC mit. Die provisorische Maßnahme sei im Interesse des Wohls der belarussischen Sportler ergriffen worden, die sich noch in der Olympia-Stadt befinden. Die Trainer Artur Schimak und Juri Maisewitsch haben den Angaben zufolge das olympische Dorf umgehend verlassen, nachdem sie dazu aufgefordert wurden. Die beiden Funktionäre sollen Timanowskaja in Tokio mitgeteilt haben, dass sie wegen kritischer Äußerungen vorzeitig in ihre Heimat zurückkehren müsse. dpa

Carl Dohmann rätselt über seinen Leistungseinbruch Hartnäckige Adduktorenprobleme und eine Schambeinentzündung warfen ihn in den vergangenen drei Monaten immer wieder zurück. „Mental war ich am Tiefpunkt“, bekannte Hilbert. Die Unterstützung der Ärzte, seiner Mentaltrainerin und seiner Freundin Anna halfen über schwierige Momente hinweg. Mit seiner Freundin sprach er über Facetime bis zum Wettkampftag täglich mehrere Stunden. Sie schrieb ihm auch Briefe, die er Tag für Tag öffnen durfte. „Es ist besonders, wenn man handgeschriebene Worte von seiner Freundin mitbekommt“, erzählte Hilbert mit Tränen in den Augen. Natürlich hatte er in diesem Jahr die viertbeste Zeit aller Geher über 50 Kilometer stehen. Dennoch hatte kaum jemand im deutschen Team es für möglich gehalten, dass es 29 Jahre nach dem Bronze-Coup des heutigen Bundestrainers Ronald Weigel bei den Spielen in Barcelona wieder zu einer Medaille reichen könnte. „Großer Respekt für ihn, Hut ab“, kommentierte Carl Dohmann gegenüber der BZ Hilberts Leistung über Whatsapp. Dohmann selbst rätselte über seinen Leistungseinbruch im letzten Fünftel des Wettbewerbs. „Ich habe keine Erklärung dafür, warum es mich auf den letzten zehn Kilometern völlig verhauen hat“, sagte der 31-jährige Geher des SCL Heel Baden-Baden, der seit zwölf Jahren in Freiburg lebt und trainiert. Im Gegensatz zu seinem ersten Olympia-Start in Rio konnte er zwar das Rennen beenden – allerdings mit 17:10 Minuten Rückstand (4:07:18) auf den Olympiasieger Tomala. Das Rennen defensiv anzugehen und sich im Feld der 60 Läufer zunächst etwas hinten einzuordnen, sei Teil seines Plans gewesen, so Dohmann. Tatsächlich arbeitete er sich von Kilometer 30 an Stück für Stück nach vorn bis auf Platz 27. „Ich habe die Hitze aber nicht so nutzen können wie in Doha“, musste Dohmann, der auf

FUS S BA L L Das Frauenfußball-Nationalteam aus Kanada hat bei den Olympischen Spielen erstmals die Goldmedaille gewonnen. Im Finale besiegten die Kanadierinnen die Schwedinnen mit 3:2 in einem dramatischen Elfmeterschießen. Auch vor fünf Jahren in Rio de Janeiro hatte Schweden im Finale das Nachsehen gehabt. Damals gewann das deutsche Frauen-Team Gold. In einem ebenfalls dramatischen Spiel setzte sich die DFB-Auswahl 2016 im Maracana-Stadion von Rio mit 2:1 durch. Mit dabei waren Laura Benkarth und Lina Magull, seinerzeit aktiv beim Erstligisten SC Freiburg, und Melanie Behringer aus Wieden. str

Geher Jonathan Hilbert legt mit Silber über 50 Kilometer einen unglaublichen Parforceritt hin / Die Südbadener brechen ein Von Matthias Kaufhold

OLYMPIA-SPLITTER

Issinbajewa unterliegt Die umstrittene Russin Jelena Issinbajewa hat die Wahl zur neuen Vorsitzenden der IOC-Athletenkommission gegen die Finnin Emma Terho verloren. Die frühere Weltklasse-Stabhochspringerin erhielt bei dem Votum weniger Stimmen aus dem Sportlerkreis als die ehemalige Eishockey-Spielerin. Die 39 Jahre alte Terho tritt damit die Nachfolge von Kirsty Coventry an. dpa RE IT S P OR T

Springreiter überzeugen Nicht zu fassen: Jonathan Hilbert aus Erfurt wird Zweiter über 50 Kilometer. der Schlussrunde wieder an Boden verlor, eingestehen. Bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in Doha war er noch bis auf Platz sieben nach vorn gekommen.

Noch ist offen, was den 50 Kilometern folgt Dohmanns Dank ging für jahrelange Unterstützung an seine Familie, Freunde und seinen Heimtrainer Robert Ihly. Der dreifache Olympia-Teilnehmer aus Schutterwald musste zwei Wochen Urlaub nehmen, um Dohmann und Nathaniel Seiler in Japan zu betreuen. Der 25-jährige Trainingskollege Seiler hielt sich zunächst lange in der zweiten Verfolgergruppe auf, ehe er bei Kilometer 38 von Dohmann

überholt wurde und anschließend körperlich massiv abbaute. Auf der letzten Runde musste der Geher des TV Bühlertal immer wieder anhalten, um sich Krämpfe aus Arme und Beine zu schütteln. Immerhin konnte Seiler das historische Finale über die Langstrecke mit der Zeit von 4:15:37 Stunden beenden. Für das gesamte Feld war es ein Abschied von den 50 Kilometern, die aus dem olympischen Programm gestrichen werden. Bisher ist noch offen, ob sie bei den Spielen in Paris 2024 von einer verkürzten Version über 35 Kilometer oder einem Team-Mixed-Wettbewerb mit jeweils zwei Frauen und Männern abgelöst werden. Das deutsche Langdistanz-Trio wird in jedem Fall weitermachen.

Die deutschen Springreiter dürfen weiter auf eine olympische Medaille in Tokio hoffen. Die Mannschaft erreichte mit einem starken Auftritt das Finale an diesem Samstag. Nach drei Runden ohne Abwurf kam das Team von Bundestrainer Otto Becker souverän als Zweiter unter die besten zehn Mannschaften. Die vier Strafpunkte wegen Zeitfehlern werden gestrichen, alle Teams starten im Finale von Tokio bei null. Startreiter André Thieme begann mit einem Ritt ohne Abwurf. Der 46Jährige kassierte mit Chakaria nur einen Zeitfehler. Maurice Tebbel hatte mit Don Diarado zwei Zeit-Strafpunkte. Auch Schlussreiter Daniel Deußer kam auf Killer Queen mit einem Zeitfehler ins Ziel. dpa

OLYMPIA-ENTSCHEIDUNGEN Beachvolleyball Frauen, Gold: Ross/Klineman (USA); Silber: Artacho/Clancy (Australien); Bronze: Vergé-Dépré/Heidrich (Schweiz); . . . 5. Ludwig/Kozuch (Hamburg) (Viertelfinale) ; ... 19. Borger/Sude (Düsseldorf) in der Vorrunde ausgeschieden. Boxen Männer, bis 91 kg, Gold: La Cruz (Kuba); Silber: Gadschimagomedow (Russland); Bronze: Nyika (Neuseeland) und Teixeira (Brasilien). Fußball Frauen, Gold: Kanada; Silber: Schweden; Bronze: USA. Hockey Frauen, Gold: Niederlande; Silber: Argentinien; Bronze: Großbritannien; . . . 6. Deutschland (im Viertelfinale

ausgeschieden). Karate Männer, Kata, Gold: Kiyuna (Japan); Silber: Quintero (Spanien); Bronze: Torres Gutierrez (USA) und Sofuoglu (Türkei). Frauen, Kumite, bis 61 kg, Gold: Prekovic (Serbien); Silber: Xiaoyan (China); Bronze: Coban (Türkei) und Lotfy (Ägypten). Männer, Kumite, bis 75kg, Gold: Busa (Italien); Silber: Aghayev (Aserbaidschan); Bronze: Harspataki (Ungarn) und Horuna (Ukraine). Leichtathletik Männer, 50 km Gehen, Gold: Tomala (Polen) 3:50:08 Stunden; Silber: Hilbert (Gotha) 3:50:44; Bronze: Dunfee (Kanada) 3:50:59; ... 33. Dohmann (Freiburg/Baden-Baden) 4:07:18; . . . 42. Seiler (Bühlertal) 4:15:37.

Frauen, Gehen, 20 km, Gold: Palmisano (Italien) 1:29:12 Stunden; Silber: Arenas (Kolumbien) 1:29:37; Bronze: Liu (China) 1:29:57; ... Feige (Potsdam) Aufgabe. Frauen, Speerwurf, Gold: Liu (China) 66,34 Meter; Silber: Andrejczyk (Polen) 64,61; Bronze: Barber (Australien) 64,56; . . . 9. Hussong (Zweibrücken) 59,94. Männer, 5000 Meter, Gold: Cheptegei (Uganda) 12:58,15 Minuten; Silber: Ahmed (Kanada) 12:58,61; Bronze: Chelimo (USA) 12:59,05; . . . Mohumed (Dortmund) im Vorlauf ausgeschieden. Frauen, 400 Meter, Gold: Miller-Uibo (Bahamas) 48,36 Sekunden; Silber: Paulino (Dominikanische Republik) 49,20; Bronze: Felix (USA) 49,46; ... Schwab (Regensburg) im Vorlauf ausgeschieden. Frauen, 1500 Meter, Gold: Kipyegon

(Kenia) 3:53,11 Minuten; Silber: Muir (Großbritannien) 3:54,50; Bronze: Hassan (Niederlande) 3:55,86; ... Granz (Berlin) im Halbfinale und Klein (Tübingen) im Vorlauf ausgeschieden. Frauen, 4x100 Meter Staffel, Gold: Jamaika (Williams, Thompson-Herah, Fraser-Pryce, Jackson) 41,02 Sekunden; Silber: USA (Oliver, Daniels, Prandini, Thomas) 41,45; Bronze: Großbritannien (Philip, Lansiquot, Asher-Smith, Neita) 41,88; . . . 5. Deutschland (Haase/Wetzlar, Burghardt/Burghausen, Lückenkemper/Leverkusen, Pinto/Paderborn) 42,12. Männer, 4x100 Meter Staffel, Gold: Italien (Patta, Jacobs, Desalu, Tortu) 37,50 Sekunden; Silber: Großbritannien (Ujah, Hughes, Kilty, Mitchell-Blake) 37,51:; Bronze: Kanada (Brown, Blake, Rodney, De Grasse) 37,70; . . . 6. Deutschland (Reus/Erfurt, Hart-

mann/Köln, Almas/Wolfsburg, AnsahPeprah/Hamburg) 38,12. Moderner Fünfkampf Frauen, Einzel, Gold: French (Großbritannien) 1385 Punkte; Silber: Asadauskaite (Litauen) 1370; Bronze: Kovács (Ungarn) 1368; ... 28. Langrehr (Berlin) 1248; . . . 31. Schleu (Berlin) 1088. Radsport Bahn Frauen, Madison, Gold: Archibald/Kenny (Großbritannien); Silber: Dideriksen/Leth (Dänemark); Bronze: Chatunzewa/Nowolodskaja (Russland); ... 12. Brauße/Klein (Öschelbronn/Erfurt). Männer, Sprint, Gold: Lavreysen (Niederlande); Silber: Hoogland (Niederlande); Bronze: Carlin (Großbritannien); . . .5. Levy (Chemnitz); ... 15. Bötticher (Chemnitz).

Klettern Frauen, Gold: Garnbret (Slowenien); Silber: Nonaka (Japan); Bronze: Akiyo Noguchi (Japan). Ringen Männer, Freistil, bis 74 kg, Gold: Sidakow (Russland); Silber: Kadtsimahamedau (Belarus); Bronze: Dake (USA) und Abdurakhmonov (Usbekistan). Männer, Freistil, bis 125 kg, Gold: Steveson (USA); Silber: Petriaschwili (Georgien); Bronze: Zare (Iran) und Akgul (Türkei). Frauen, Freistil, bis 53 kg, Gold: Mukaida (Japan); Silber: Pang (China); Bronze: Kaladsinskaja (Belarus) und Ochir (Mongolei). Tischtennis Männer, Mannschaft, Gold: China; Silber: Deutschland; Bronze: Japan.


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Gewissheit und Ungewissheit SC-Torwarttrainer Kronenberg wird künftig auch für den DFB arbeiten / Christian Streich vor Pokalspiel in Würzburg vorsichtig

FREIBURG. Wo der SC Freiburg vor dem DFB-Pokalspiel bei den Würzburger Kickers steht, weiß Christian Streich nicht so genau. Dafür, dass er noch ein Jahr mit Torwarttrainer Andreas Kronenberg zusammenarbeiten darf. Dann wechselt dieser fest zum Deutschen Fußball-Bund (DFB), für den er bei Länderspielen schon demnächst tätig sein wird.

KURZ GEMELDET W IN T ER S P OR T

Weltcups abgesagt

FUS S B A L L

Basel siegt in Budapest Der Schweizer Fußball-Vizemeister FC Basel hat das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa Conference League bei Ujpest Budapest 2:1 gewonnen. Der ungarische Pokalsieger führte zur Pause verdient 1:0, ehe die effizienten Gäste die Partie durch Tore von Arthur Cabral (55.) und Darian Males (74.) zu ihren Gunsten drehten. Im Rückspiel am Donnerstag genügt den Baslern zuhause ein Remis zum Einzug in die Playoff-Runde. BZ

Spielertausch Die Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und der FC Augsburg bereiten einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge einen Spielertausch vor. Offenbar stehen die Berliner vor der Verpflichtung von Angreifer Marco Richter. Im Gegenzug sollen die Schwaben Mittelfeldspieler Arne Maier ausleihen. dpa

Noch eine Saison gemeinsam beim SC Freiburg: Chefcoach Christian Streich (rechts) und Torwarttrainer Andreas Kronenberg (links, hier mit Roland Sallai) FOTO: ACHIM KELLER Spiele 0:1 (bei 1860 München und gegen Verl) verloren, die sie auch hätten gewinnen können.“ Und der Sportclub? Der aktuelle Eindruck gut, berichtet Streich. „Die Vorbereitung war okay. Aber das sage ich eigentlich jedes Jahr, da gebe ich nicht so viel drauf.“ Wo genau die Mannschaft stehe, wisse er nicht genau, stellt der SCCoach klar. Bei den beiden Testspielen zuletzt beim französischen Erstligisten Ra-

Nils Petersen (Aufbautraining nach Knieverletzung) und wohl Lukas Kübler (muskuläre Probleme).

cing Straßburg (1:2/2:1) habe man gemerkt, dass beim einen oder anderen Akteur nach 70 Minuten „die Beine schwer wurden“. Gerade jene Spieler, die in Sachen Europameisterschaft unterwegs waren – namentlich nennt Streich Roland Sallai und Christian Günter – , könnten noch nicht bei 100 Prozent sein. Fehlen werden in Würzburg Keven Schlotterbeck, der nach seiner OlympiaReise noch Trainingsrückstand aufweist,

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Die voraussichtlichen Aufstellungen – Würzburg: Bonmann, L. Dietz, Strohdiek, L. Schneider, Waidner, Perdedaj, Kopacz, Meisel, Lungwitz, Heinrich, Pourié. Freiburg: Flekken, Lienhart, Gulde, N. Schlotterbeck, Schmid, Santamaria, Höfler, Günter - Sallai, Grifo, Demirovic.

Ein Star auf Jobsuche Lionel Messis Aus beim FC Barcelona steht offenbar fest / Kontakt zu Paris Saint-Germain? BARCELONA (dpa). Nach dem ersten Schock soll Lionel Messi noch am Abend des Fußball-„Erdbebens“ von Barcelona höchstpersönlich die Jobsuche forciert haben. In einer für den 34 Jahre alten Star einmaligen Situation kontaktierte der Argentinier Medienberichten zufolge höchstpersönlich seinen Landsmann Mauricio Pochettino – und der ist Trainer von Paris Saint-Germain. Heißt es bald schon: „Bienvenue Messi“? Zum Telefonat äußerte sich Pochettino während einer Pressekonferenz von PSG am Freitag ausweichend. Er bestätigte aber, dass die Clubverantwortlichen Messi sehr wohl im Blick haben. Der Verein evaluiere die Optionen und natürlich sei Messi eine davon. „Manchmal bieten sich Gelegenheiten, manchmal nicht“, sagte Pochettino, während über 800 Kilometer nördlich von Paris fast parallel ein ehemaliger Trainer und ständiger Verehrer von Messi sprach. In Manchester machte Pep Guardiola allerdings klar, dass sein einstiger Lieblingsspieler beim FC Barcelona in den aktuellen City-Gedanken keine Rolle spiele. Sie hätten jetzt erst Jack Grealish verpflichtet. „Und er wird die Nummer 10 tragen. Wir waren überzeugt von Grealish und überzeugt, dass Leo bei Barça bleiben würde“, sagte Guardiola. Der sechsmalige Weltfußballer äußerte sich nach dem Scheitern der Vertragsverhandlungen bis Freitagmittag noch nicht. Dafür sprach der Präsident des FC Barcelona und erklärte, warum geschah, was nicht hätte passieren sollen. Weder aus seiner, geschweige denn aus Sicht von Messi, der nach dem hartnäckigen Wechselversuch vor einem Jahr nun eigentlich bleiben wollte. Die finanzielle Lage des Clubs sei aufgrund des „katastrophalen Managements“ der vergangenen Jahre so schlecht, dass man bei einer Weiterver-

pflichtung von Messi nicht die Vorgaben der spanischen Profiliga hätte erfüllen können, erklärte Joan Laporta, der im März ins Amt zurückgekehrt war. „Wir haben ein furchtbares Erbe angetreten“, sagte der 59-jährige Laporta. Allein die Gehaltsmasse sei zuletzt mit Messis Vertrag um zehn Prozent höher als die Gesamteinnahmen des Vereins gewesen. Das sogenannte Financial Fairplay der spanischen Liga ließ keinen Spielraum für den mit unfassbaren fast 490 Millionen Euro verschuldeten spanischen Spitzenclub. Warum dies erst im letzten Moment F OT O: ER IC A LON SO ( D PA )

Die für den Januar 2022 geplanten Weltcups der Snowboardcrosser und Skicrosser am Feldberg sind abgesagt. „Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Risiken“ habe man diese Entscheidung getroffen, teilte das Organisationskomitee zusammen mit den nationalen und internationalen Verbänden am Freitag mit. Die Hochschwarzwald Tourismus GmbH sei gleichwohl entschlossen, den „renommierten Weltcup-Events“ weiterhin eine Zukunft zu geben. Erst vor wenigen Wochen habe man sich mit der Gemeinde Feldberg „im Grundsatz auf ein neues Veranstaltungskonzept“ einigen können. str

Stolz und ziemlich selbstbewusst Der FC Villingen empfängt im DFB-Pokal den FC Schalke 04

Von René Kübler

„In dieser Saison ist er noch bei uns“, erklärte Streich auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel in Würzburg (Sonntag, 18.30 Uhr/Sky live). Mit dem DFB sei ein konstruktiver Kompromiss gefunden worden. Bei Länderspielen wird der 46Jährige auf Honorarbasis bei der Nationalmannschaft weilen, ansonsten aber weiterhin hauptberuflich beim Sportclub tätig sein. Kommende Saison wechselt Kronenberg dann endgültig zum Verband. „Ich freue mich für den DFB und für uns nicht“, sagte Streich weiter: „Ich freue mich aber auch für ’Krone’, dass er diese Möglichkeit bekommt.“ Nach zehn Jahren SC habe Kronenberg den Wunsch gehabt, die Chance zu ergreifen. Verständlicherweise, wie Streich findet. „Aber mir tut es natürlich weh, so einen engen Mitarbeiter zu verlieren – vor allem menschlich.“ Die offizielle Bekanntgabe seitens des DFB wird für Montag erwartet. Zunächst steht die Erstrundenpartie im DFB-Pokal beim Zweitliga-Absteiger Würzburg auf der Agenda. „Uns ist völlig bewusst, dass das ein schwieriges Spiel wird“, betont Streich. Wie das eben so ist, wenn ein Erstligist auf einen Drittligisten trifft. „Pokal, auswärts gegen einen Drittligisten – es sollte nicht so sein, dürfte aber wie so oft eine ziemlich offene Geschichte werden. Sie können Fußball spielen“, urteilt der Freiburger Fußballlehrer. „Sie haben in der dritten Liga zwei

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Lionel Messi

festgestellt wurde, blieb offen. Lionel Messi hätte dem Vernehmen nach auf die Hälfte seines bisherigen üppigen Lohnes verzichtet. Es gab Pläne, das Gehalt von zwei Jahren – so lange sollte er noch für den FC Barcelona spielen – über fünf Jahre zu zahlen. Mit Messi seien sie sich einig gewesen, bestätigte Laporta auch noch mal den Wortlaut der Pressemitteilung vom Donnerstagabend. „Ich bin traurig, aber gleichzeitig bin ich auch davon überzeugt, dass wir das getan haben, was im besten Interesse des Vereins ist“, betonte er hinterm Pult mit dem Vereinsemblem, das Messi seit 2000 auf dem Trikot trug. Erstmal gibt es fast nur Verlierer. Die Liga, weil sie drei Jahre nach Cristiano Ronaldos Weggang von Real Madrid ihren größten Star verliert. Der FC Barcelona, weil nach 21 Jahren mit Messi im Verein nun eine neue und vor allem schwere Zeitrechnung beginnt. Und auch Messi, weil dieser anders als vor einem Jahr, nicht mehr wegwollte. Er habe bei Barça bleiben wollen und bisher mit keinem anderen Verein verhandelt, berichtete der katalanische Sender RAC1 und versicherte: Messi sei „tief betroffen“. Frankreichs Sportzeitung L’Équipe prophezeite bereits die „große Seifenoper“ dieses Sommers, was den künftigen Club des Südamerikaners betrifft. Bei PSG würde Messi ein Rendezvous mit seinem ehemaligen Barcelona-Mitstreiter Neymar und auch Landsmann Angel di Maria feiern. Aus Frankreich wird allerdings auch kolportiert, dass ein neuer Vertrag für den französischen Weltmeister Kylien Mbappé (22) oberste Priorität habe, um den Real Madrid buhlt. Allerdings war auch kaum jemand ernsthaft in den vergangenen Wochen davon ausgegangen, dass Messi tatsächlich zu haben sei.

VILLINGEN (luka). Die Verantwortlichen beim FC 08 Villingen sind stolz, dass sie wie schon zuletzt beim Testspiel des FC Bayern gegen Köln in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den FC Schalke 04 (Sonntag, 15.30 Uhr/Sky) erneut einem breiteren Publikum ihr kleines Schmuckkästchen präsentieren dürfen. Die MS Technologie-Arena genügt spätestens seit der Installation von 120 Logenplätzen vor zwei Jahren höheren Ansprüchen. „Unser Vorstandsmitglied Armin Distel ist großer Bayern-Fan und hat dort auch eine Loge. Im Stile dieser haben wir bei uns einen VIP-Bereich bauen lassen“, so Sportvorstand Arash Yahyaijan. Gegen Schalke dürfen maximal 4992 Zuschauer dabei sein. Mehr waren laut Corona-Verordnung Sport nicht möglich. Anders als beim Duell mit dem FC Schalke 04 in der ersten Runde des DFB-Pokals im Jahr 2016, das der damalige Erstligist mit 4:0 für sich entschieden hatte, müssen die Schwarzwälder in diesem Jahr nicht nach Freiburg ausweichen. „Wir sind froh, dass wir in Villingen spielen können“, so Trainer Marcel Yahyaijan. Der 29-Jährige kann dabei auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. „Wir haben alle Mann an Bord“, so Yahyaijan. Zu den gefährlichsten Akteuren des Teams zählen der erfahrene Nedzad Plavci sowie Erich Sautner und Kamran Yahyaijan, Bruder des Trainers und Sohn des Sportdirektors, die beide einst für den SC Freiburg im Jugendbereich aktiv waren. Auch die Neuzugänge Anthony MbemSom Nyamsi, der albanische U-21-Nationalkeeper Andrea Hoxha und Jonas Busam zählen zu den Eckpfeilern des Oberligisten. Bei der zehnten Teilnahme im DFB-Pokal will der Rekordtitelträger des südbadischen Pokals erstmals den Sprung in die zweite Runde schaffen. In der Vergangenheit waren die Villinger nah dran. 2009 kam das Aus gegen den FC St. Pauli in der Verlängerung (0:2), und auch 2019 gegen den damaligen Bundesligisten Düsseldorf war der Traum erst nach 120 Minuten beendet (1:3). –

Die voraussichtlichen Aufstellungen – Villingen: Hoxha, Peters, Chiurazzi, Ovuka, Rama-Bitterfeld, Busam, Mbem-Som Nyamsi, Tadic, Yahyaijan, Plavci, Sautner. Schalke: Fährmann, Thiaw, Wouters, M. Kaminski, Palsson, Aydin, Ouwejan, Zalazar, Drexler, Terodde, Bülter.

FUSSBALL DFB-POKAL 1. Runde Freitag Bremer SV - Bayern München (25. August) Dynamo Dresden - SC Paderborn 2:1 TSV 1860 München - Darmstadt 98 * Samstag SC Weiche Flensburg 08 - Holstein Kiel Lok Leipzig - Bayer Leverkusen SV Sandhausen - RB Leipzig SpVgg Bayreuth - Arminia Bielefeld Greifswalder FC - FC Augsburg VfL Osnabrück - Werder Bremen Eintracht Norderstedt - Hannover 96 Wuppertaler SV - VfL Bochum BFC Dynamo - VfB Stuttgart SSV Ulm 1846 - 1. FC Nürnberg SV Babelsberg 03 - SpVgg Greuther Fürth 1. FC Magdeburg - FC St. Pauli SV Wehen Wiesbaden - Borussia Dortmund Sonntag SV Meppen - Hertha BSC SV Elversberg - FSV Mainz 05 FC CZ Jena - 1. FC Köln FC Villingen - FC Schalke 04 Waldhof Mannheim - Eintracht Frankfurt Rot-Weiß Koblenz - Jahn Regensburg Türkgücü München - 1. FC Union Berlin VfL Oldenburg - Fortuna Düsseldorf Preußen Münster - VfL Wolfsburg Eintracht Braunschweig - Hamburger SV Würzburger Kickers - SC Freiburg Hansa Rostock - 1. FC Heidenheim Montag FC Ingolstadt 04 - Erzgebirge Aue Viktoria Köln - TSG 1899 Hoffenheim Sportfr. Lotte - Karlsruher SC 1. FC Kaiserslautern - Bor. Mönchengladbach * bei Redaktionsschluss noch nicht beendet


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f oru m

badische zeitung

sa ms ta g, 7. au gu s t 2021

F OT O: G L EN N CA RS TE N S-P E TE RS ( UN SP L A SH . COM )

KABINETT MERKEL

Nicht immer nur das Negative schreiben Zu: „Die Abschlusszeugnisse für Angela Merkels Kabinett“, Beiträge von Christopher Ziedler, Norbert Wallet und Bernhard Walker (Politik, 30. Juli) Ein Zeugnis soll und muss auch Positives aussagen. So haben Sie zwei Seiten mit Negativem gefüllt. Haben Sie keinen Respekt vor den außerordentlichen Leistungen der Kanzlerin? Frau Merkel war unermüdlich und, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen, tätig. In den 16 Jahren war sicherlich mehr Positives geschehen, und deshalb sollte man nicht nur das Negative aufzählen. Auch die Redaktion der BZ macht Fehler, oder etwa nicht? Also bitte nicht immer nur das Negative schreiben. Otmar Stubert, Breisach

KARIKATUREN

Auf den Punkt gebracht Zu: „Unwetterwarnung für den Herbst“, Karikatur von Klaus Stuttmann (Kommentar & Analyse, 31. Juli) Sie bringen es auf den Punkt, die beiden Karikaturisten Sakurai und Stuttmann. In diesen mühsamen Zeiten der Pandemie, von Umweltkatastrophen, misslungenen Wahlkampfmanövern und der schrägen Weltlage ist es wohltuend und erheiternd, am Morgen dazu das Wichtigste kurz und knapp in Ihren Karikaturen wiederzufinden. Deutlicher kann man es mit spitzer Feder nicht ins Bild bringen. Danke! Brigitta Coenen, Sölden

Unser Medienkonsum trägt durch den Energieverbrauch von Servern auch zu einem erhöhten CO2-Ausstoß bei.

KLIMASCHUTZ

Weniger ist besser – das sollte unser Beitrag gegen die Klimakatastrophe sein Zu: „Brände bei Antalya fordern mehrere Opfer“, Agenturmeldung (Aus aller Welt, 30. Juli) Zu viel Wasser über Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Jetzt brennt es in der Türkei. Die Kette der Umweltkatastrophen reißt nicht ab. Nachstehend sende ich Ihnen Gedanken darüber, was jeder von uns in seinem Alltag dazu beitragen könnte, damit die Klimakatastrophe vielleicht abgewendet werden kann. Die Steinbachtalsperre hat doch gehalten. Nicht umsonst haben Feuerwehr und Technisches Hilfswerk um jeden Liter Wasser gekämpft, fest davon überzeugt, dass die kleinste Menge entscheidend sein kann. Die Unterstützung durch die

badische-zeitung.de –

MEISTKOMMENTIERTE ARTIKEL

Top-Themen der Woche Welches Thema erhält auf BZ-Online die meisten Kommentare von Leserinnen und Lesern? Der BZ-Kommentar der Berlin-Korrespondentin zur nicht genehmigten Querdenker-Demonstration in Berlin zog mehr als 60 Beiträge von Leserinnen und Lesern nach sich. Diskutiert wurde vor allem über Rechts- und Linksextremisten unter den Demonstrierenden. Auch einzelne Schlagwörter wie etwa „Corona-Diktatur“ gerieten in den Fokus. Dazu schrieb etwa ein Leser: „Gäbe es die Diktatur wirklich, hätte die BZ nicht von 5000 Demonstranten gesprochen, sondern von 5000 Inhaftierten berichtet, die jetzt in einem Lager wären“.

Bevölkerung, sei es durch Sach- oder Geldspenden beziehungsweise Hilfe vor Ort, war auch beeindruckend. Gibt es noch eine Steigerung dieser großen Welle der Solidarität? Was können wir noch mehr tun? Die Steinbachtalsperre hat zwar gehalten. Aber wird die „Klimatalsperre“ auch halten? Weniger ist besser, und das sollte unser Beitrag zum Kampf gegen die Klimakatastrophe sein. Weniger Fleisch auf unseren Tellern, damit weltweit weniger abgeholzt und somit weniger CO2 freigesetzt wird. Weniger fliegen, denn mit der Bahn kann man auch durch Europa reisen. Weniger Streaming, aber mehr Kino und auch weniger soziale Netzwerke, deren Strombedarf weltweit stetig steigt.

Ohne Aufbruch der ganzen Gesellschaft ist keine Wende zu schaffen Zu: „Vorgeführte Straßenplaner“, Kommentar von Dirk Sattelberger (Kommentar & Analyse, 24. Juli)

F OT O: TOM WE LL E R (D P A )

Ja, Dirk Sattelberger hat Recht. Eine schnelle, schnurgerade Ost-West-Verbindung vom westlichen Kaiserstuhl und der Grenze nach Freiburg gibt es schon. Sie wird auch bis zur Kapazitätsgrenze genutzt und müsste nur noch ausgebaut werden: keine weitere Zerschneidung und Verlärmung der Landschaft, Erhalt des letzten Niedermoors und so weiter. Kleine Ortsumgehungen sind auch möglich, wenn man denn nur will. Eine neue B 31 West braucht es nicht. Aber selbst nach den letzten drei Dürrejahren, dem Absterben großer Baumbestände im Kaiserstuhl und anderswo und

der Flutkatastrophe in diesem Jahr suggerieren die Verantwortlichen auf allen Ebenen der Politik (und das gilt vor allem für die CDU), man könne so weitermachen wie bisher, ohne jegliche Abstriche. Ein neue Straße muss her, koste es, was es wolle. Verkehrswende? Ein Drittel bis ein Viertel weniger Autos auf den Straßen? Stattdessen Stau auf dem Zubringer Mitte nach Freiburg, Stau entlang der Dreisam in Freiburg? Das Urteil des Verfassungsgerichts, der Jugend nicht die Zukunft rauben? Wen kümmert’s? Dabei zählt jedes Jahr, nein eigentlich jeder Tag, mit der Wende wirklich anzufangen. Unser CO2-Budget ist fast aufgebraucht, jedes Jahr muss Deutschland seine CO2-Emission um sieben Prozent herunterfahren. Da kann es kein „wie bis-

Durch eine Änderung der Lärmschutzverordnung für Sportanlagen sind nun doch Abendspiele im neuen SC-Stadion in Freiburg möglich. Diese Nachricht erhielt online über 50 Kommentare. Der Tenor dazu war ein positiver: „ein sehr, sehr zu begrüßender Schritt“ und „eine richtige und leider dringend notwendige Klarstellung“. Doch ein Leser befürchtete auch: „Das Gezeter ist lang noch nicht vorbei“. manu

D Alle Texte und Kommentare finden Sie auf www.badische-zeitung.de

her“ geben. Menschen waren zu allen Zeiten in der Lage, Großes zu leisten und zu zeigen, dass sie bereit sind, gemeinsam eine Zukunft zu ermöglichen. Hier gilt es anzusetzen. Die meisten Leute wollen Teil eines Ganzen sein, dabei sein und mitgezogen werden. Dabei kann ihnen klar werden, welche Chancen das bringt, dass sie sich neu orientieren können, dass eine Wende nicht nur unausweichlich nötig ist, sondern auch ganz neue Möglichkeiten eröffnet: mehr Ruhe, mehr Platz für Kinder, ein anderes, aber kein schlechteres Leben, die Zeit neu gestalten, leben. Ohne Mitmachen eines jeden einzelnen, ohne Aufbruch der ganzen Gesellschaft ist die Wende von der sich schon lange abzeichnenden Katastrophe nicht zu schaffen. Gerd Müller, Breisach

FDP

CORONA-IMPFUNG

Das neue SC-Stadion liegt in der Nähe eines Wohngebiets.

Laut einer Greenpeace-Studie verbraucht das Cloud-Computing mehr Strom als ganz Deutschland, und die Rechenzentren der Internetriesen in den USA und China werden überwiegend mit Kohlestrom betrieben. Weniger individuelle Mobilität ist auch besser, denn sie kann – egal mit welchem Antrieb – keine Lösung für die gesamte Menschheit sein. Wer von uns voraussagen kann, wie viele Tonnen CO2 fehlen, bis die „Klimatalsperre“ zusammenbricht? Jedes Gramm CO2 zählt, hier und jetzt. Wer weiß, wie viel Zeit wir noch haben, bis das Klima über Ahrweiler endgültig umkippt? Der 29. Juli war der Tag der Erdüberlastung, der letztes Jahr, aus bekannten Gründen auf den 22. August fiel. Yvon Broudeur, Freiburg

Solidarität nicht nur in Bezug auf Corona erwünscht Argumente politischer Zu: „Egoismus einer Minderheit“, Tagesspiegel schen, die „dank unserer Solidarität“ gar Gegner nachgebetet keinen Impfstoff haben (Afrika)? Wo wervon Sebastian Kaiser (Politik, 26. Juli) Im Tagesspiegel ist zum Thema CoronaImpfung zu lesen: „Doch es gibt Grenzen. Sie sind überschritten, wenn fehlende Solidarität Menschenleben kostet und der Egoismus einer Minderheit die Mehrheit in Gefahr bringt.“ Diesen Satz kann ich durchaus unterschreiben, aber seit Monaten vermittelt die BZ fast täglich, so wie die große Mehrheit der Publikationen, in Kommentaren und Berichten, auf lokalen und übergeordneten Seiten diese Botschaft. Allerdings fast nur in Zusammenhang mit Corona. Wo aber bleibt die Solidarität mit den Millionen weltweit jährlich verhungernden Menschen, mit den Millionen Men-

den derzeit die Menschenleben erwähnt, die „dank“ fehlenden Tempolimits auf der Autobahn sterben oder schwer verletzt werden? Wo werden die Menschenleben erwähnt, die dank überzuckerter und überfetteter Lebensmittel sterben? Und so weiter. Solidarität darf sich nicht nur auf die wenigen wohlhabenden Staaten in der Welt beziehen. Ich würde mich freuen, wenn die BZ den Begriff Solidarität umfassend und täglich auf vielen Seiten zum Ausdruck bringen würde – und nicht nur in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Vielleicht würden dann mehr Menschenleben gerettet, vielleicht. Thomas Wälde, Dachsberg

Zu: „Lindner mit Rasta-Locken?“, Kommentar von Thomas Fricker (Kommentar & Analyse, 27. Juli) Man muss die FDP nicht mögen und auch Christian Lindner nicht. Und die RastaLocken sind weniger als ein billiger Witz. Sie sollten aber auch nicht den Fehler begehen, deren politischen Gegnern immer wieder denselben Unsinn nachzubeten, Lindner hätte vor vier Jahren vor einer Jamaika-Koalition gekniffen. Das sind die Argumente missliebiger Gegner. Wenn es überhaupt ein Fehler Lindners war, dann der, nicht so lange auf seinen Argumenten beharrt zu haben, bis ein anderer das Handtuch wirft. Walter Urbancik, Ortenberg

MITEINANDER

Die Rechte werden doch damit wiederhergestellt Zu: „Jeder Geimpfte kann das Virus übertragen“, Zuschrift von Wolfgang Schonhard (Forum, 24. Juli) Der Leserbrief darf nicht unwidersprochen bleiben. Schon der erste Satz, „dass die BZ [für Hetze] Raum bietet“, lässt ahnen, dass Herr Schonhard Artikel fünf (1) Grundgesetz nicht kennt oder akzeptiert: Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern. Seine Meinung soll man veröffentlichen, nicht aber die des Herrn Maurer? Schonhard fordert von der BZ Zensur. „Es ist mein Körper, und niemand hat das Recht, darüber zu bestimmen.“ Das trifft zu, der Autor darf sich rädern, vierteilen, federn, tätowieren. Das ist nur auf seine Person bezogen. Jedoch, wenn einer mangels Impfung ernstlich erkrankt und wochenlang auf der Intensivstation liegt, berührt das die Solidargemeinschaft und belastet die Menschen in den Kliniken. Es ist eine intellektuell schwache Argumentation, 100-prozentige Sicherheit zu fordern. Die gibt es (fast) nirgends, nur der Tod ist sicher. „Wenn ein Mensch meint, er sei etwas Besseres, weil er geimpft ist, ist er nicht Teil der solidarischen Gemeinschaft.“ Wer so argumentiert, verkennt einiges: Durch den Wegfall der Einschränkungen werden die verfassungsmäßigen Rechte wiederhergestellt – keiner ist da etwas Besseres. Aber wer sich nicht in eine Gemeinschaft einordnen will, verdient schon einige Nachteile. Ich habe Zweifel, aber vielleicht hilft es endlich. Wenn eine Person immer jeweils zwei ansteckt, dann geht die Reihe 1, 2, 4, 8, 16 … Nach nur zehn Stufen sind es 1048. Heftiger wird es bei dreien: 1, 3, 9, 27 . . . und nach zehn Stufen: 59049. Vor wenigen Wochen waren es in Deutschland etwa 750 Neuinfizierte pro Tag, zwei Wochen später 1589. Ist das Nichtimpfen solidarisch? Sollte man im Gegenzug die Impfunwilligen nicht ihre eigenen Krankheitskosten zahlen lassen, da man ihnen die Behandlung nicht verweigern darf? Mich ärgert die Unbedarftheit mancher Zeitgenossen. Dietrich May, Gengenbach

Ausgrenzung scheint die neue Maxime zu sein Der Leserbrief von Herrn Schonhard spricht mir aus dem Herzen. Dem ursprünglichen Leserbrief von Herrn Maurer könnte man überdies noch entgegnen, dass es bisher ja auch gang und gäbe war und ist, Behandlungen von Rauchern, Alkoholikern, Fettleibigen und so weiter zu übernehmen, was im Sinne eines Solidarsystems ja auch in Ordnung ist. Ausgrenzung und damit eine Spaltung der Gesellschaft scheint die neue Maxime unserer Regierenden zu sein, denn aufgrund der jüngsten Äußerungen des Kanzleramtsministers scheint der letzte Satz aus dem Leserbrief von Herrn Schonhard, „Noch gelten Grundrechte für alle gleich“, bald der Vergangenheit anzugehören. Kein Bürger sollte durch eine wie auch immer hergeleitete Maßnahme „erpresst“ werden, seine Grundrechte behalten zu dürfen. Dieter Rasch, Schluchsee

ZUSCHRIFTEN Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns über alle Zuschriften, können sie aber nicht immer beantworten und nur einen Teil davon in der Zeitung und online veröffentlichen. Damit viele Leser zu Wort kommen, sind wir gezwungen zu kürzen. So erreichen Sie uns: Forum Badische Zeitung Redaktion: Manuela Müller t 0761/496-5037 Mail: forum@badische-zeitung.de Anonyme Zuschriften veröffentlichen wir nicht. Bitte geben Sie neben Ihrer Anschrift und Telefonnummer auch Titel und Datum des Beitrags an, auf den Sie sich beziehen. Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


w ir tsch af t

s a ms ta g, 7. a ug us t 20 21

V ON OV IA

Mehr Gewinn Mit einem gestiegenen Gewinn im Rücken und einer Kampfansage an Spekulanten geht der Chef des größten deutschen Wohnungskonzerns Vonovia, Rolf Buch, in die neue Runde des Ringens um die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen. Bei einem erneuten Scheitern des angekündigten Übernahmeangebots will Buch keinen weiteren Anlauf unternehmen. „Das ist jetzt das letzte Angebot“, sagte er. Die Deutsche Wohnen habe überwiegend kurzfristig orientierte Aktionäre, sagte Buch. Eine solche Aktionärsstruktur vertrage sich nicht mit der Wohnungswirtschaft. Vonovia geht mit gut gefüllten Kassen in den neuen Übernahmeversuch. Im ersten Halbjahr legte der Betriebsgewinn im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 765 Millionen Euro zu. Vonovia hat auch einen großen Wohnungsbestand in Südbaden. dpa B A HN -T A R IFS T R E IT

Hoffen auf Lösung Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn fordert das Unternehmen die Lokführergewerkschaft GDL zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Die Corona-Pandemie hat uns hart getroffen und horrende Schäden hinterlassen“, sagte Personalvorstand Martin Seiler der Süddeutschen Zeitung. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte die Tarifgespräche für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung über Streiks angekündigt. Diese soll am 9. August ausgezählt werden. dpa US - A R BE IT S MA R K T

Besser als gedacht Die US-Wirtschaft hat im Juli erneut mehr Jobs geschaffen als erwartet. Landesweit kamen außerhalb der Landwirtschaft nach Angaben des USArbeitsministeriums von Freitag 943 000 Stellen hinzu. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat um 0,5 Punkte auf 5,4 Prozent. Analysten hatten mit einem Zuwachs von 860 000 Stellen gerechnet. Zudem ist die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand seit März 2020 gefallen. Damals wurden harte Maßnahmen zur Corona-Eindämmung eingeführt. Bereits im Juni hatte die US-Wirtschaft mehr Jobs geschaffen als gedacht. Die Daten dürften den Druck auf die Notenbank Fed erhöhen, aus ihrer lockeren Geldpolitik auszusteigen. dpa

DAX

Mit dem Gerät von IBM wurden Tischrechner zu einem Massenprodukt, das sowohl Wirtschaft als auch Gesellschaft umkrempelte BERLIN. Vor 40 Jahren startete IBM mit seinem ersten Personal Computer eine neue Ära in der Technik-Geschichte. Der IBM PC 5150 war zwar weder der erste noch der beste Rechner. Doch kein anderer Computer hatte so viel Einfluss wie der erste IBM-PC. Den Trend zum Personal Computer hat der Computergigant IBM in den 1970er Jahren fast verschlafen. Damals war der Konzern zwar der führende Anbieter von Großrechnern, doch die waren meistens so groß wie ein Kühlschrank und nicht für den privaten Gebrauch geeignet. An diesen Verhältnissen wollten die Konzernmanager an der Ostküste der USA eigentlich auch nichts ändern. Doch die Technik-Nerds in Kalifornien, die sich im Homebrew Computer Club ihre selbstgebastelten Mikrocomputer vorführten, wirbelten die Pläne von IBM durcheinander und erzwangen vor 40 Jahren die Entwicklung des ersten IBM-PCs. Einer dieser Homebrew-Nerds, der IBM in Verlegenheit brachte, war der geniale Tüftler Steve Wozniak. „Woz“ wurde von seinem Freund Steve Jobs immer wieder ermahnt, nicht nur an seine Bastler-Freunde zu denken, sondern weit darüber hinaus. Der von Wozniak entwickelte Apple I wurde 1976 von den Anzugträgern bei IBM noch nicht einmal zur Kenntnis genommen. Das Nachfolgeprojekt Apple II dagegen schon.

Apple war der Stachel im Nacken von IBM „Plötzlich kauften Zehntausende von Menschen solche Computer (wie den Apple II) und sie liebten sie“, erinnert sich der ehemalige IBM-Manager Jack Sams in der TV-Dokumentation Triumph of the Nerds. „Sie waren sehr zufrieden mit ihnen.“ IBM musste reagieren – und zwar möglichst schnell. Doch der damalige Konzernchef Frank Carey befürchtete, bei IBM würde es vier Jahre und dreihundert Leute brauchen, um ein Projekt auf die Beine zu stellen. Carey beauftragte Anfang 1980 den Entwickler Bill Lowe, sich im IBM-Forschungslabor in Boca Raton mit einem verschworenen Dutzend Entwickler an die Arbeit zu machen. Lowe entschied sich für eine offene Architektur ohne vorhandene IBM-Technologie. Doch dazu mussten die IBM-Techniker Komponenten zukaufen. Bei der Suche nach einem Chip stießen sie auf Intels Mikroprozessor 8008 und legten damit

TecDAX 3790,21 (–0,74%)

15761,45 Punkte Stand: 06.08.2021

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zum Vortag: +0,11%

Stand: 06.08.2021

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht hat die Stimmung am deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang gestützt. Der DAX schloss gut behauptet mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 15.761 Punkte, zum Allzeithoch von knapp 15.811 Punkten fehlten ihm zeitweise nur gut 2 Punkte. „Der freundliche Grundton an den Aktienmärkten dürfte erhalten bleiben“, so ein Marktteilnehmer mit Blick auf den US-Arbeitsmarkt. „Die Konjunktur läuft weiter, aber ohne zu überhitzen“, sagte er. Auto-Aktien profitierten vom festeren Dollar, die Titel aus Banken- und Versicherungssektor von den leicht steigenden Renditen langlaufender Anleihen sowie von den Geschäftszahlen der Allianz. Allianz gewannen 2,5 Prozent. Nach Angaben aus dem Handel sind die Zweitquartalszahlen Dow Jones besser als erwartet ausgefallen. Edelmetalle & Münzen

Noten in Euro

Goldbarren €/1kg Gold, London $/oz Silberbarren €/1kg Australien Nugget €/oz Britannia €/oz Krügerrand €/oz Maple Leaf €/oz Philharmoniker €/oz

06.08. (1€=) Ankauf Verkauf Australien (Dollar) 1,4970 1,7080 Dänemark (Kronen) 7,0937 7,8522 Großbrit. (Pfund) 0,8076 0,8819 Japan (Yen) 123,9700 138,1100 Kanada (Dollar) 1,4064 1,5664 Neuseeland (Dollar) 1,4045 1,9750 Norwegen (Kronen) 9,7976 11,0652 Polen (Zloty) 4,0817 5,2053 Russland (Rubel) 77,7810 96,6990 Schweden (Kronen) 9,7394 10,8894 Schweiz (Franken) 1,0345 1,1146 Südafrika (Rand) 15,3727 19,3597 Thailand (Baht) 32,1320 45,2950 Tschechien (Kronen)21,6580 28,0680 Türkei (Lira) 9,6744 10,6484 Ungarn (Forint) 300,6900 430,7600 USA (Dollar) 1,1160 1,2484

Zinsen Umlaufrendite -0,55% BRD-Staatsanl. 10J. -0,46% US-Staatsanl. 10J. 1,29% Hauptrefi. ab 16.03.16 Hypothekenzinsen (eff.) 5J. Hypothekenzinsen (eff.) 10J. Ratenkredit bis 10 TEuro/5J. Festgeld bis 5TEuro/1J.

(+0,01) (+0,05) (+0,09) 0,00% 0,80% 0,82% 3,67% 0,11%

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S&P UK 1419,57 (+0,06%)

Dow Jones

DAX schließt nur knapp unter Allzeithoch

48.479,50 1.764,98 784,42 1.532,00 1.531,50 1.515,75 1.531,50 1.529,00

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Kein PC hatte mehr Einfluss

KURZ GEMELDET

MDAX 35566,41 (–0,45%)

badische zeitung

DAX

35214,85

Arbeit am ersten IBM-PC das Fundament für den Aufstieg von Intel zum Chip-Riesen. Auch das Betriebssystem für den neuen PC wollten die IBM-Ingenieure nicht selbst schreiben. Nachdem der führende Softwareentwickler Gary Kildall von Digital Research die IBM-Offerte nicht ernst nahm, ergriff der damals erst 25 Jahre alte Bill Gates die Chance seines Lebens. Dabei verfügte Microsoft 1980 gar nicht über ein geeignetes Produkt. Doch Gates und sein Partner Paul Allen erkannten, welche Perspektive ihnen ein IBM-Auftrag eröffnen würde. Gates kaufte bei einem Entwickler in der Nachbarschaft für läppische 25 000 Dollar den Kern für eine Systemsoftware zusammen und lizenzierte IBM das Konglomerat als PC-DOS 1.0. Die IBM-Manager ließen sich von Gates sogar die Rechte an DOS abringen und sorgten so dafür, dass Microsoft sich zum Softwaregiganten entwickeln konnte. Am 12. August 1981 präsentierte IBM in New York den unter größter Geheimhaltung entwickelten IBM-PC 5150. Technikpuristen waren enttäuscht. Der Chip war für eine vernünftige Grafikdarstellung nicht leistungsstark genug. Das DOS von Microsoft wurde als schwache Softwarearchitektur kritisiert. Doch das Kalkulationsprogramm 1-2-3 für den IBM-PC konnte komplexere Re-

SMI 12176,30 (–0,19%)

U

zum Vortag: +0,43%

06.08. 310,55 197,72 67,08 47,02 82,12 115,18 54,10 76,03 131,15 10,78 143,10 57,68 17,69 52,84 10,44 67,26 44,85 75,66 87,98 35,25 259,35 180,20 211,20 234,40 30,52 124,84 23,64 140,30 58,78 206,80

Veränderung Vortag in % WWWWW –1,72 +2,51 WWWWWWW ±0,00 +2,13 WWWWWW +1,13 WWWW +0,16 W WW –0,48 +0,82 WWW +0,11 W +1,43 WWWW +0,53 WW WW –0,33 +0,79 WWW W –0,08 +0,12 W W –0,12 +0,19 W WW –0,24 +0,55 WW WW –0,34 W –0,08 WWWWWWWWWWW –4,33 +0,57 WW +1,10 WWWW WWW –1,04 WWW –0,75 +2,03 WWWWWW WWW –0,76 +0,55 WW +0,49 WW

Clariant 0,00 19,28 Energiedienst H. 0,75 38,60 Novartis 3,00 83,50 Pfizer 0,394x 38,22 Progress 0,00 30,00 Roche Hld.GS 9,10 353,25 Schaeffler 0,25 7,56 Sto & Co. KGaA Vz 5,00 230,00 Stryker 0,634x 223,60 Zalando 0,00 92,36

+1,63 WWWWWWWWWW WWWWWWW –1,03 +0,24 WW +0,54 WWWW WWWWWWWW –1,32 WWWWWWWWW –1,37 +1,82 WWWWWWWWWWW +0,44 WWW +0,86 WWWWWW ±0,00

Adidas NA Allianz vNA BASF NA Bayer NA BMW St. Continental Covestro Daimler NA Deliv. Hero Dt. Bank NA Dt. Börse NA Dt. Post NA Dt. Telekom Dt. Wohnen E.ON NA Fres. M.C.St. Fresenius Heidelb.Cem. Henkel Vz. Infineon NA Linde PLC Merck MTU Aero Münch. R. vNA RWE St. SAP Siemens Energy Siemens NA Vonovia NA VW Vz.

Div. 3,00 9,60 3,30 2,00 1,90 0,00 1,30 1,35 0,00 0,00 3,00 1,35 0,60 1,03 0,47 1,34 0,88 2,20 1,85 0,22 1,064x 1,40 1,25 9,80 0,85 1,85 0,00 3,50 1,69 4,86

FOTO: DPA

CAC 40 6816,96 (+0,53%)

Euro in Dollar

52-Wochen Div. Hoch Tief rendite 336,25 240,90 0,97 223,50 148,60 4,86 72,88 45,92 4,92 59,55 39,91 4,25 96,39 54,23 2,31 132,68 79,04 0,00 63,24 34,95 2,40 80,41 39,83 1,78 145,40 85,24 0,00 12,56 6,75 0,00 160,60 124,85 2,10 59,60 36,23 2,34 18,43 12,59 3,39 53,00 38,03 1,95 10,72 8,27 4,50 75,08 55,18 1,99 46,53 31,03 1,96 81,04 47,35 2,91 99,50 81,40 2,10 37,31 21,35 0,62 262,20 183,15 1,29 189,80 111,35 0,78 224,90 129,95 0,59 269,30 194,10 4,18 38,65 28,39 2,79 143,32 89,93 1,48 34,48 18,36 0,00 145,96 98,50 2,49 62,74 48,57 2,88 252,20 122,96 2,35

Regionale Aktien 20,70 40,30 86,92 39,02 36,60 360,00 8,41 236,50 231,90 105,45

15,12 26,50 70,42 27,41 16,00 290,55 5,00 99,60 155,56 65,74

– 1,94 3,59 3,98 – 2,58 3,31 2,17 1,05 –

Gibt es eine Zukunft für den PC? Basis für den Markterfolg der IBMArchitektur war die Entscheidung, anderen Firmen wie Compaq, Dell oder Nixdorf den Nachbau des IBM-PCs zu gestatten. Im Nachhinein haben die IBM-Manager vielleicht bedauert, dass sie damit der Konkurrenz den Weg bereitet haben. Zehn Jahre nach dem Verkauf des ersten PC-Nachbaus durch Compaq verlor IBM die Spitzenposition im Markt 1994 an das texanische Unternehmen. 2005 verkaufte IBM seine PC-Sparte samt Marktrechten an den chinesischen Konzern Lenovo. Für die Branche ging es jahrelang nur bergauf. Dazu trugen auch bessere Bedienoberflächen wie Windows 95 bei. 1996 wurden weltweit rund 70 Millionen PCs verkauft. Die Absatzzahlen stiegen dann kontinuierlich auf über 350 Mil-

Nasdaq 14829,51 (–0,44%)

D

Euro in Franken

zum Vortag: -0,36%

Stand: 06.08.2021

1,1807 $

Stand: 06.08.2021

chenmodelle ausführen als der Apple II und verdrängte die Konkurrenz aus den Büros. In den USA kostete die billigste Version des IBM PC 5150, die der Benutzer mit einem eigenen Bildschirmgerät koppeln musste, 1565 Dollar. Voll ausgestattet wurden damals 6000 Dollar fällig, das entspricht knapp 18 000 Dollar heute, umgerechnet 15 300 Euro.

MDAX Airbus Aixtron Alstria Off. Aroundtown Aurubis Auto1 Group Bechtle Beiersdorf Brenntag NA Cancom Carl Zeiss Med. Commerzbank CompuGroup CTS Eventim Dürr Encavis Evonik Evotec Fraport freenet NA Fuchs P. Vz. GEA Group Gerresheimer Grand City Hann. Rück.NA Healthineers Hella HelloFresh Hochtief Hugo Boss NA K+S NA Kion Group Knorr-Bremse Lanxess LEG Immob. Lufthansa vNA MorphoSys Nemetschek Nordex Porsche Vz. ProS.Sat.1 Puma

Div. 0,00 0,11 0,53 0,07 1,30 0,00 1,35 0,70 1,35 0,75 0,50 0,00 0,50 0,00 0,30 0,28 1,15 0,00 0,00 1,65 0,99 0,85 1,25 0,22 4,50 0,80 0,00 0,00 3,93 0,04 0,00 0,41 1,52 1,00 3,78 0,00 0,00 0,30 0,00 2,21 0,49 0,16

06.08. 116,90 22,51 17,89 6,90 76,60 37,45 177,85 106,20 85,72 55,80 192,35 5,31 74,30 59,44 42,78 15,62 29,14 36,71 56,44 20,44 43,58 38,05 87,80 23,08 149,00 57,86 60,46 76,10 68,70 50,60 12,09 89,14 97,08 62,10 133,30 9,38 44,63 78,06 16,45 91,02 15,90 106,80

Ver.% +0,29 –1,70 +0,22 +0,58 +0,95 –7,19 –0,22 –0,42 –0,88 –1,86 –2,04 +2,49 –0,07 +0,20 +1,66 –0,32 +0,83 –0,11 –0,42 +0,15 –0,68 –0,96 –1,35 +0,17 +2,44 –0,86 +0,53 –2,46 –0,06 –0,82 +0,21 –0,27 +0,21 –0,32 –0,82 –0,47 –3,81 +0,75 +0,98 +1,00 +4,78 –0,65

Qiagen Rational Rheinmetall Sartorius Vz. Scout24 Shop Apotheke Software Ströer Symrise TAG Imm. TeamViewer Telefónica Dt. thyssenkrupp Uniper Utd. Internet NA Varta Wacker Chemie Zalando

0,00 4,80 2,00 0,71 0,82 0,00 0,76 2,00 0,97 0,88 0,00 0,18 0,00 1,37 0,50 2,48 2,00 0,00

Nikkei 225 27820,04 (+0,33%) 1,0724 CHF

D

44,36 954,00 84,28 529,00 72,48 121,20 42,24 67,65 125,85 28,57 25,96 2,28 8,78 33,22 34,56 160,40 128,70 92,50

–0,54 –7,33 –0,09 –2,83 –0,38 –0,74 +0,28 –0,29 +0,24 –0,07 –2,63 +0,40 +1,79 +1,00 –1,87 +0,16 –2,31 –0,19

25,78 21,10 20,72 69,80 4,07 129,20 20,26 9,30 40,90 63,55 36,59 19,93 511,50 29,86 86,20 70,20 14,34 10,99 112,88 253,00 21,75 175,80 15,80 39,60 50,45

+1,90 +2,73 +2,07 –2,24 –1,02 +0,16 –2,41 +0,19 +0,74 –0,39 +2,72 +1,32 –0,39 +1,36 –4,06 –0,14 –1,24 –1,74 –0,14 –0,20 +4,32 ±0,00 ±0,00 –0,50 +6,52

S&T Schaeffler Siltronic NA Sixt St. SMA Solar Stabilus Südzucker Talanx Wacker Wüst.&Württ zooplus

Hang-Seng 26201,02 (–0,09%)

Rohöl ($/Barrel)

zum Vortag: -0,08%

Weitere Aktien 1&1 0,05 Aareal Bank 0,40 Adler Group 0,46 Befesa 1,17 Ceconomy St. 0,00 CeWe Stift. 2,30 Dt. EuroShop 0,04 Dt. PfandbB 0,26 DWS Group 1,81 Fielmann 1,20 Grenke NA 0,26 Hamb. Hafen 0,45 Hypoport 0,00 Jenoptik 0,25 Krones 0,06 KWS Saat 0,70 Leoni NA 0,00 Metro St. 0,70 Nestlé NA (in CHF) 2,75 New Work 2,59 Patrizia 0,29 Pfeiffer Vac. 1,60 Rhön-Klinikum 0,00 RIB Software 0,98 RTL Group 3,00

lionen PCs im Jahr 2011 an. Danach zeigte der Trend stetig nach unten. Der Tiefpunkt wurde 2018 mit einem Absatz von knapp 260 Millionen PCs erreicht. Erst die Corona-Krise sorgte im vergangenen Jahr dafür, dass vor allem mehr Laptops benötigt wurden und die Absatzzahl auf über 300 Millionen PCs anstieg. Die PC-Branche steht vor Umbrüchen. Zum einen geht es um die Frage, ob Intel seine führende Rolle in der PC-Welt mit seiner Chiparchitektur (x86) behaupten kann. Herausforderer ist der Konkurrent Apple, der derzeit die Technikexperten mit seinem Konzept überzeugt, stromsparende Chip-Technologie aus dem Smartphone-Bereich auf den PC zu übertragen. Auf der anderen Seite fordert Google den traditionellen PC mit seinen Chromebooks heraus. Mit den preiswerten Laptops wird der komplexe Personal Computer auf die Funktion eines Webbrowsers reduziert, weil alles in der Internet-Cloud gespeichert und verarbeitet wird. Auf das Konzept des Cloud-Computers springt fast genau 40 Jahre nach der Vorstellung des ersten IBM-PCs aber auch Microsoft auf. Windows 365 bringt den PC und die benötigte Software ins Netz, so dass man zum Bedienen nur noch einen einfachen Rechner oder einen Tablet-Computer benötigt. Christoph Dernbach (dpa)

Stand: 06.08.2021

0,30 20,60 –1,15 0,25 7,56 +1,82 2,00 139,50 +0,61 0,00 118,50 +2,78 0,30 46,90 +0,95 0,50 67,60 +0,60 0,20 12,78 +1,43 1,50 36,98 +1,71 0,60 26,18 –0,30 0,65 18,50 +0,98 0,00 284,40 –0,70

Euro Stoxx 50 AB Inbev 0,50 52,49 +0,13 Adyen 0,00 2352,50 –0,59 Ahold Delh. 0,40 26,47 +0,55 Air Liquide 2,75 147,08 +0,11 Amadeus IT 0,56 53,98 –1,10 ASML Hold. 1,55 666,00 –0,98 AXA 1,43 23,68 +1,28 Bco Santander 0,10 3,23 +2,43 BNP 1,12 54,00 +3,03 CRH 0,77 43,13 +0,94 Danone 1,94 62,70 –0,48 Enel 0,18 7,76 +0,09 Engie 0,53 11,65 +0,24 Eni 0,24 10,30 +1,00 Essilor-Lu. 1,08 165,90 –0,18 Flutter Ent. £ 0,67 150,75 +3,93 Iberdrola 0,00 10,17 –0,15 Inditex 0,35 28,66 –0,42 ING Groep 0,12 11,54 +3,37 Intesa S. 0,04 2,40 +2,28 Kering 5,50 782,50 +0,49 Kone Corp. 2,25 70,46 +0,17 L’Oréal 4,06 399,05 +0,20 LVMH 4,00 697,40 ±0,00 Pernod Ricard 1,33 187,15 +0,03 Philips 0,85 37,63 +0,55 Prosus 0,11 72,23 +0,75 Safran 0,43 112,60 +0,99 Sanofi S.A. 3,20 86,25 +1,33 Schneider El. 2,60 147,18 –0,04 TotalEnerg. 0,66 37,94 +0,69 Vinci 2,04 90,46 +0,11

70,92

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zum Vortag: -0,37%

Vivendi

0,60

29,47 +1,62

Dow Jones 3M Amer.Express Amgen Apple Inc. Boeing Caterpillar Chevron Cisco Coca-Cola Disney Co. Dow Inc. Goldman S. Home Depot Honeywell IBM Intel Johns.&Joh. JP Morgan McDonald’s Merck & Co. Microsoft Nike Proct.&Gamb. Salesforce.com Travelers Comp. UnitedHealth Verizon VISA Inc. Walgreens B. Walmart

1,48 0,43 1,76 0,22 2,06 1,11 1,34 0,37 0,42 0,88 0,70 1,25 1,65 0,93 1,64 0,35 1,06 0,90 1,29 0,65 0,56 0,28 0,87 0,00 0,88 1,45 0,63 0,32 0,47 0,55

168,15 144,95 194,88 124,10 196,80 178,00 86,94 47,31 48,14 150,50 52,32 337,00 282,50 195,00 122,60 45,89 147,24 134,00 200,70 63,90 245,20 147,98 120,38 212,90 129,15 351,15 47,09 205,30 39,89 123,82

+0,36 +2,22 –1,08 –0,37 +1,07 +2,06 +2,17 +0,58 +0,92 +1,17 +0,85 +4,40 +0,78 +0,10 +1,87 +0,77 +0,90 +3,86 +1,08 +0,79 +0,49 +1,08 +0,53 +0,47 +1,61 +1,55 +0,80 +1,63 +1,03 +1,11

Stand der Daten: 06.08.2021/20:15 Uhr Alle Kurse sind Schlusskurse, sofern nicht anders angegeben; Kurse in Euro; Dividenden in Landeswährung; Dax und MDax Basis Xetra, übrige Werte Börsenplatz Frankfurt. kursiv = gehört zu Euro Stoxx 50, * = Kurs vom Vortag oder letzt verfügbar . Nikkei-225-Index = © Nihon Keizai Shimbun, Inc. Angaben ohne Gewähr.


18

w ir tsch af t

badische zeitung

sa ms ta g, 7. a ugu s t 2021

Apple kämpft gegen Kinderpornos

MIT GEWINN LEBEN

Zweifelhafte Beratung

Software für Bildabgleich CUPERTINO (dpa). Apple unterstützt den Kampf gegen Kinderpornografie mit einem radikalen Schritt. Der Konzern will von Herbst an zunächst Fotos auf Geräten von US-Nutzern bei Nutzung des hauseigenen Online-Speicherdienstes iCloud mit einer Liste von bekanntem kinderpornografischen Material abgleichen lassen. Für den Abgleich soll auf die Geräte eine Datei mit Hashes von bereits bekannten kinderpornografischen Inhalten geladen werden – eine Art digitaler Fingerabdruck des Bildes. Darüber lässt sich bei einem Vergleich mit speziellen Verfahren eine Kopie der Fotos erkennen, das Original kann aus dem Hash aber nicht wiederhergestellt werden. Bei einer Übereinstimmung werden verdächtige Bilder mit einem Zertifikat versehen, dank dem Apple die Fotos nach dem Hochladen zur iCloud einer Prüfung unterziehen kann. Das System schlägt Alarm, wenn es eine bestimmte Anzahl von Treffern gibt. Wird dann bei der Überprüfung tatsächlich kinderpornografisches Material entdeckt, meldet Apple dies der amerikanischen Nichtregierungsorganisation NCMEC (National Center for Missing & Exploited Children), die die Behörden einschalten kann. Während die Funktion nur für AppleKunden mit US-Accounts aktiviert wird, ist die Datei mit den Hashes fester Teil des Betriebssystems. Sie soll damit auf alle iPhones geladen werden, auf denen diese Systemversion installiert wird. Aktualisiert werden soll die Liste auf den Geräten entsprechend mit Erscheinen neuer Versionen der Betriebssysteme. Vor einer internationalen Einführung der Funktion müssen erst noch rechtliche Voraussetzungen geklärt werden. Kritiker der Verschlüsselung von privater Kommunikation in Chatdiensten und auf Smartphones führen oft den Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch als Argument auf, um Hintertüren für Behörden zu fordern. Apples angekündigtes System ist ein Versuch, das Problem auf andere Weise zu lösen. Der Konzern wehrte sich gegen Forderungen von USBehörden, die Verschlüsselung der Geräte bei Ermittlungen knacken zu können.

ERKLÄR’S MIR

Was ist Geld?

kann er dann das Spiel kaufen, das er gerade möchte oder etwas völlig anderes tun. Münzen und Scheine sind Geld. Cent-Münzen oder Euro-Scheine sind relativ klein, leicht und einfach in einem Geldbeutel zu transportieren. Sie verändern sich auch nicht so stark im Laufe der Zeit. Deshalb nutzen die Menschen gerne Geld, wenn sie einkaufen – was auch eine Form des Tausches ist. Münzen und Scheine sind aber nur wertvoll, weil wir daran glauben, dass sie wertvoll sind. Geht dieser Glaube verloren, können wir mit Geld nichts mehr eintauschen. bkr d Alle bisher erschienenen Erklär’s-mir-Texte findet ihr unter www.bzetti.de.

Das Kurzarbeitergeld sichert Einkommen in der Krise.

FOTO: JENS BÜTTNER (DPA)

Regeln für Kurzarbeit bleiben Koalition möchte erleichterten Zugang verlängern / Ökonomen kritisieren die Entscheidung BERLIN (dpa/AFP). Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die bestehende Kurzarbeiter-Regelung bis Ende 2021 verlängern. „Kurzarbeit war und ist unsere stabile Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal“, sagte Heil der „Rheinischen Post“. Die Arbeitslosigkeit gehe zurück, das sei erfreulich. „Aber angesichts der Tatsache, dass es in einer Reihe Branchen noch konjunkturelle Störungen gibt, halte ich es für sinnvoll, vorsorglich die bestehenden Regelungen für Kurzarbeit bis zum Ende des Jahres zu verlängern“, so der SPD-Politiker. Ähnlich wie Heil hatte sich am Wochenende Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz geäußert: Sowohl die Kurzarbeiter-Regelung als auch die Wirtschaftshilfen für strauchelnde Unternehmen sollten bis Ende des Jahres verlängert werden, sagte er. Die politische Entscheidung für die Verlängerung der vereinfachten Zugangsregelungen beim Kurzarbeitergeld und bei den Corona-Hilfen sei zwischen

Union und SPD bereits gefallen, berichtete die Rheinische Post unter Berufung auf Regierungskreise weiter. Derzeit können Betriebe, die bis 30. September Kurzarbeit einführen, erleichterte Zugangsbedingungen zum Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. Ein Unternehmen kann demnach Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind; normalerweise müssen es mindestens 30 Prozent sein. Auch Leiharbeitskräfte können Kurzarbeitergeld bekommen.

für Menschen mit geringem Einkommen. Ökonomen kritisierten dagegen die Pläne. „Zurzeit steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften in vielen Bereichen an, die Nutzung von Kurzarbeit nimmt deutlich ab“, sagte Holger Schäfer vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW). „Eine Verlängerung der Zugangserleichterung erscheint daher gegenwärtig nicht dringlich und könnte – wenn erforderlich – kurzfristig nachgesteuert werden.“ „Die Stabilisierungsfunktion einer erweiterten Kurzarbeiterregelung ist für die Gesamtwirtschaft nicht mehr von zentraler Bedeutung und sollte daher auslaufen, um Mitnahmeeffekte zu verhindern“, sagte auch Jens Boysen-Hogrefe vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Der frühere Chef der Wirtschaftsweisen und Freiburger Uni-Professor Lars Feld sagte: „Eine Verlängerung des vereinfachten Zugangs zum Kurzarbeitergeld und der Corona-Hilfen bis Jahresende wäre völlig verfrüht.“ Die Wirtschaft erhole sich „gerade merklich von den vorherigen Lockdowns“.

Der DGB ist für den Vorstoß von Heil Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) begrüßte den Vorstoß von Heil. „Die Kurzarbeit hat in der Krise Massenarbeitslosigkeit verhindert“, sagte Vorstandsmitglied Anja Piel. Kurzarbeit rette Existenzen und schaffe Sicherheit auch für Unternehmen. Piel forderte eine gesetzliche Aufstockung des Kurzarbeitergelds und ein Mindestkurzarbeitergeld

Nur mit Nachweis fließt Geld auf das Konto Wer mehr als 10 000 Euro einzahlen will, muss von Montag an aussagekräftige Belege vorlegen F OT O: S IL AS S TE IN (D P A )

Wahrscheinlich habt ihr schon einmal etwas getauscht. Zum Beispiel ein Spiel, das ihr so oft gespielt habt, dass es euch langweilig geworden ist. Ihr tauscht es gegen ein anderes, dass ihr schon immer spielen wolltet. Geld ist etwas, was den Tausch erleichtert. Man braucht dem Tauschpartner nicht genau das Spiel zu geben, was er gerade will. Stattdessen gibt man ihm Geld. Damit

Honorarberatung schützt nicht vor Übervorteilung

Von Holger Schindler FREIBURG. Neue staatliche Anti-Geldwäsche-Regeln machen den Umgang mit Bargeld schwieriger. Von Montag, 9. August, an erwartet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) von Bankkunden bei Bareinzahlungen von mehr als 10 000 Euro, dass ein Herkunftsnachweis vorgelegt wird. Die Banken in Südbaden müssen die neuen Vorschriften ebenfalls umsetzen, erwarten aber nicht, dass es zu größeren Reibereien mit der Kundschaft kommt. Derart große Bareinzahlung aus privater Hand seien selten. Wer mehr als 10 000 Euro in bar auf einen Schlag auf ein Bankkonto einzahlen will, muss in Zukunft darlegen, woher die Summe stammt. Das folgt aus den Auslegungs- und Anwendungshinweisen zum Geldwäschegesetz für Kreditinstitute. „Ein geeigneter Beleg kann zum Beispiel ein aktueller Kontoauszug zu einem Kundenkonto bei einer anderen Bank, aus dem die Barauszahlung hervorgeht, sein“, sagt Martin Lorenz, Sprecher der Volksbank Freiburg. Auch Barauszahlungsquittungen einer anderen Bank, ein Sparbuch, aus dem die Barauszahlung hervorgeht, Verkaufs- und Rechnungsbelege, etwa zu einem Auto- oder Goldverkauf, Quittungen zu vorab getätigten Sortengeschäfte, also Geschäften mit ausländischem Bargeld, werden akzeptiert. Auch testamentarische, vom Nachlassge-

Beschlagnahmte Euro-Banknoten nach einer Hausdurchsuchung richt eröffnete Verfügungen sowie Schenkungsverträge oder Schenkungsanzeigen werden anerkannt. „Insbesondere im Rahmen von Bartransaktionen innerhalb einer bestehenden Geschäftsbeziehung obliegt es der Beurteilung von uns als Kreditinstitut, welche weiteren Belege als Herkunftsnachweise akzeptiert werden“, so Lorenz weiter. Dabei könnten auch die Art der Geschäftsbeziehung sowie besondere Umstände des Einzelfalls (beispielsweise Nachweise über Todesfall, Hochzeit, Geburtstag) berücksichtigt werden. „Privatkunden sind grundsätzlich betroffen“, erläutert Manfred Mayer, Pressesprecher der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Bei gewerblichen Kun-

den, bei denen Bareinzahlungen dieser Größe zum Geschäftsmodell gehören, etwa bei Einzelhändlern, könne nach den Vorgaben der Bafin auf einen Herkunftsnachweis verzichtet werden. „Das werden wir auch so handhaben“, sagt Mayer. Und: „Wir haben ja auch Bareinzahlungsautomaten“, so Mayer. Da werde man in Zukunft gegebenenfalls einen Herkunftsnachweis im Nachhinein anfordern. Ohne Herkunftsnachweis bleiben die Kunden auf dem Bargeld sitzen – oder es droht Schlimmeres. „Im Falle von Gelegenheitskunden oder Geschäften von Bestandskunden außerhalb von Konten müssen die Geschäfte ohne einen Beleg zur Herkunft gemäß den Vorgaben der Bafin abgelehnt werden“, sagt Lutz Pankrath von der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden. „Je nach Lage der Dinge müssen wir auch die Behörden informieren“, sagt Volksbank-Sprecher Lorenz. In der Praxis seien solch große Bareinzahlungen von privater Seite aber selten, teilen alle befragten Banken mit. „Da Bartransaktionen in unserem Tagesgeschäft selten vorkommen, gehen wir von sehr wenigen Reaktionen aus“, sagt Birgit Stehle von der PSD-Bank Rhein-NeckarSaar. Im Vorfeld hatte es aber auch Widerstand aus der Branche gegen. Der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken hatte die neue Regel kritisiert: Bargeld werde stigmatisiert. Fraglich sei auch, ob auf diese Weise Geldwäsche effektiv bekämpft werde.

Mit Honorarberatung sollen Verbraucherinnen und Verbraucher bedarfsgerechte Angebote erhalten, da nicht auf Provisionsbasis, sondern gegen Honorar beraten wird. Das schützt nicht immer vor Übervorteilung. Knapp 21 000 Euro einmaliges Honorar, dazu mindestens 82 Euro laufende Kosten pro Monat für 29 Jahre. So viel sollte Herr S. für eine Finanzund Vorsorgeberatung samt Geldanlage zahlen. Als sich bei ihm der Verdacht regte, übervorteilt worden zu sein, wandte er sich an die Verbraucherzentrale. Diese stellte fest, dass das Angebot für den Verbraucher nicht bedarfsgerecht war. Die Beratung hatte von Anfang an auf die Vermittlung einer Versicherung mit längerer Laufzeit abgezielt, obwohl Herr S. sich die Möglichkeit offenhalten wollte, innerhalb der nächsten Jahre auf das Geld zurückzugreifen. Es wurde ein Arbeitsaufwand von 80 Arbeitsstunden kalkuliert, der in keinem Verhältnis zur Beratungsleistung stand. Nauhauser Gegen die nicht bedarfsgerechte Beratung hatte der Verbraucher rechtlich keine erfolgversprechende Handhabe. Es stellte sich allerdings heraus, dass der Anbieter den Verbraucher nicht ordnungsgemäß über sein 14-tägiges Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen informiert hatte. Ist die Widerrufsbelehrung falsch oder fehlt sie komplett, läuft die Frist für den Widerruf nicht ab. Da die Beratung von S. telefonisch und per Screensharing stattgefunden hatte, konnte er seinen Vertrag erfolgreich widerrufen. Niels Nauhauser leitet die Abteilung Altersvorsorge, Banken, Kredite bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. t 0711/669110 E-Mail: info@vz-bawue.de Internet: www.vz-bawue.de

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19 MÜNSTERECK Mit buddhistischer Gelassenheit

Der Dalai Lama und die Mücke Von Julia Littmann

Bekämpfung des eingewanderten Insekts läuft wieder in mehreren Stadtteilen / Aussetzen steriler Männchen zeigt Wirkung

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FREIBURG-INNENSTADT. Am Freitagnachmittag steht ein Team des Impfzentrums auf dem Platz der Alten Synagoge und bietet Impfen „to-go“. Wer will, kann sich direkt vor Ort registrieren und impfen lassen. Für die Ruhepause nach der Impfung steht eine Handvoll Sonnenstühle bereit. „Wir sind absolut zufrieden“, sagt Impfzentrumschef Daniel Strowitzki. „Wir haben eine tolle Nachfrage und die Präsenz in der Innenstadt ist auch schön.“ Dabei sind mit dem großteils abgesperrten Synagogenplatz die Voraussetzungen nicht optimal. Dennoch herrscht ein steter Andrang vor dem Gelenkbus, der als mobiles Impfzentrum fungiert.

Buchbinderei Seit 1984 werden Bücher von Susanne Natterer und Iris Haischer in Handarbeit restauriert und gebunden. Ihre langjährige Erfahrung und ihre Freude am Handwerk geben sie bei einem Besuch in ihrer Buchbinderei weiter. –

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16 Neuinfektionen

Am Freitag konnte man sich am Synagogenplatz impfen lassen „Einige sagen, sie seien gekommen, weil sie dann die Fahrkarte zur Messe nicht bezahlen müssen“, erzählt Apothekerin Laura Hille. „Manche kommen gezielt, andere kommen zufällig vorbei.“ Bis 17 Uhr habe sich bereits gut 130 Menschen impfen lassen. Die Impflinge können dabei zwischen den Impfstoffen von Biontech und Johnson & Johnson wählen. Bis zum Nachmittag hatten sich mehr Menschen für Biontech entschieden, davon war etwa die Hälfte zur Zweitimpfung gekommen. Anders Thomas H. Der 29-Jährige sitzt auf einem der Liegestühle, den frisch ausgefüllten Impfpass in der Hand. Er arbeite zwar in der Nähe des Impfzentrums, sei aber extra in die Innenstadt gekommen, weil es dort den Johnson-Impfstoff gibt, erzählt er. „Eigentlich wollte ich mich

BZ-FERIENAKTION

CORONAZAHLEN

Impfbus in der Innenstadt Von Manuel Fritsch

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kungunya-Virus. Allerdings sind diese Krankheiten in Deutschland bislang nicht verbreitet – und so wurde hier nach Angaben des Landesgesundheitsamts auch noch niemand über eine Tigermücke infiziert. Trotzdem ist das Tier auch schlicht lästig. Zur „Blutmahlzeit“ steuert es den Menschen an und ihr Stachel soll sogar durch Jeans dringen. In Freiburg gehen seit drei Jahren die Mitarbeiter der Firma Icybag aus Speyer, die zur Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) gehört, gegen die Tiere vor. Im aktuellen Jahr bekommen sie dafür 162 000 Euro von der Stadtverwaltung. Die ersten Brutstätten der Saison haben die Icybag-Leute in Haslach in der Gartenstadt gefunden. „Da hat es gewuselt“, sagt Christopher Huck. Wie im Metzgergrün

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Wie vergangenes Jahr ist das Gebiet Metzgergrün im Stühlinger im Visier der Tigermücken-Bekämpfer. Am Hauseingang in einer kleinen Stichstraße steht Christopher Huck und zeigt in einen Garten, der recht zugewachsen ist, zwischen dem Grün liegen Kinderfahrzeuge herum, an vielen versteckten Stellen sammelt sich stehendes Wasser, wo die Tiere brüten können. „Für die Tigermücke ideal“, sagt Huck, „und für uns ist es ganz schwierig, da die Brutstätten zu finden.“ Neben

Dauergast Tigermücke

ist die Siedlung in Haslach ein Gunstraum. „Jeder Bürger hat dort einen Garten, in jedem gibt es eine Regentonne.“ Derzeit zählt Icybag in Freiburg drei Schwerpunktgebiete: Eines ist in Zähringen, rund um die Offenburger Straße. „Eine Wärmeinsel“, sagt Christopher Huck, „und viele Balkone mit Wasserreservoir“. Dann die Gartenstadt – und auch Rieselfeld, ebenfalls eine Wärmeinsel. Insgesamt ist das Einsatzgebiet größer, im Abschlussbericht für 2020 finden sich 15 Orte, an denen gegen Mücken vorgegangen wurde, darunter auch die Campingplätze am Tunisee. Bei seiner Arbeit geht das neunköpfige Team von Haus zu Haus und berät Gartenbesitzer, an Brutstätten setzen sie das Larvizid namens B.T.I. ein. Seit Ende Juli kommt im Metzgergrün auch wieder die „Sterile Insekten Technik“ zum Einsatz, dabei werden zehntausende sterilisierte Mückenmännchen ausgesetzt. Sie paaren sich dann mit Weibchen, die schließlich Eier legen, aus denen kein Leben entsteht. Vergangenes Jahr wurde die Methode erstmals angewandt, im Abschlussbericht für 2020 resümiert Icybag eine deutlich abfallende Kurve von gelegten und befruchteten Eiern: „Dadurch wird effektiv die Anzahl der Nachkommen in den nicht zu erreichenden Brutstätten gesenkt und das Wachstum der Tigermückenpopulation im Gebiet stark gehindert“, steht darin. Siehe „Münstereck“

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FREIBURG-STÜHLINGER. Seit Wochen ist es warm, aber auch regnerisch, Regentonnen und Gießkannen in den Gärten sind gefüllt. Für die Tigermücke ideale Bedingungen, sich zu vermehren. Also läuft im Auftrag des Rathauses wieder die Bekämpfung der Tiere. Drei aktuelle Schwerpunkt-Stadtteile haben die Fachleute dieses Jahr ausgemacht, zur Bekämpfung werden auch wieder zehntausende sterile Mücken-Männchen ausgesetzt.

Huck hängt ein Behälter. „Stechmückenfalle – bitte nicht berühren“, steht drauf und: „Nicht giftig“. Es sieht aus, als stünde im Becher noch Regenwasser, aber das ist eine Falle – hier sind sogenannte Larvizide drin, sie töten die Larven ab, die hier bald hausen werden – wenn die Tigermücke auf den Köder reinfällt. Wegen des kühlen Frühjahrs zögerte sich der Kampf gegen die eingeschleppten Insekten hinaus, doch jetzt beginnt er wieder – denn die aktuelle Witterung mögen die Tiere. „Perfekte Bedingungen“, sagt Christopher Huck, „die Gefäße sind gefüllt, es ist warm, Bedingungen wie in den Tropen.“ Im Jahr 2015 wurde die Tigermücke erstmals in Freiburg im Kleingartengebiet Hettlinger nachgewiesen, gleich neben der Lkw-Verladestation der „Rollenden Landstraße“ – über sie ist die Art wohl eingewandert. An ihrer Anwesenheit wird man kaum mehr etwas ändern können. „Unser Ziel ist, die Population so klein zu halten, dass es zu keinen Infektionen kommt“, sagt Huck. Denn die Tigermücke kann Krankheiten von einer infizierten Person verbreiten wie das Dengue-Fiber und den Chi-

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Von Jens Kitzler

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Idealer Sommer für die Tigermücke

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FOTO: INGO SCHNEIDER

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Tigermücken-Bekämpfer Christopher Huck von der Firma Icybag mit Fallen im Metzgergrün-Viertel

Vom Dalai Lama gibt es den schönen Satz: „Falls du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Raum ist.“ Kennt man. Licht aus. Hoch und fies: „Sssssse, ssssssse.“ Direkt am Ohr. Licht an. Ins Nichts plieren und auf das hohe, fiese Gesirr warten, die Wände mit müden Augen absuchen. Nichts. Licht aus. Und so weiter. Wenn die Mücke eine Tigermücke ist, hält sie sich nicht einmal an das Nachtfluggebot, sondern sirrt auch am Tag durch die Wohnung. Und ist, so scheint es, rastloser unterwegs als die hiesigen Verwandten. Es empfiehlt sich also schon in der Prävention einen kühlen Kopf zu bewahren, sprich: in buddhistischer Gelassenheit für friedliche Vergrämung zu sorgen. Die geringelten Blutsauger sollen sich erst gar nicht wohlfühlen in Blumenuntersetzern und Eimern, in denen genügend Wasser steht für Tigermückenbrut. In kurzem Jähzorn, gesteht der Dalai Lama, jagt er seine lästigen Mücken fort. Wieder und wieder, töten darf er sie nicht. Man möchte auch ihm zu Prävention raten: Damit ließe sich wohl mehr bewirken. d littmann@badische-zeitung.de

Der Impfbus am Freitag auf dem Platz der Alten Synagoge nicht impfen lassen“, sagt er, „da man aber nicht weiß, wie es politisch weitergeht und weil im Oktober Nachwuchs kommt, habe ich mich nun doch entschieden. Nicht dass ich am Ende nicht in den Kreißsaal darf.“ Einige kuriose Szenen spielten sich am Rande der Impfaktion ab. Am Morgen sei das Aufbauteam von Impfgegnern be-

FOTO: BAMBERGER

schimpft worden, erzählt Hille. Und als um 17 Uhr einige ältere Herrschaften auf der anderen Straßenseite plötzlich umkippen und längs am Boden liegen, eilen schnell die Sanitäter des Impfbusses zur Hilfe – was sich aber schnell als überflüssig erweist. Denn die Umgekippten waren aus Protest gegen Atomwaffen kontrolliert zu Boden gegangen.

Das Kreis-Gesundheitsamt meldete am Freitagmorgen folgende Infektionszahlen (Veränderungen im Vergleich zu Donnerstag). Infektionen gesamt: 16 644 (+16) Stadt Freiburg: 7819 (+ 10) Landkreis: 8825 (+6) Todesfälle: 367 (± 0) Stadt Freiburg: 170 (± 0) Landkreis: 197 (± 0) Inzidenz (Infizierte pro 100 000 Einwohner pro Woche) laut Landesgesundheitsamt am Freitag (Donnerstag): Stadt Freiburg: 16,0 (16,4) Landkreis: 15,6 (13,3)

D Infos zum Impfen ohne Anmeldung: corona-impfzentrum-freiburg.de, zu Testzentren in Freiburg: mehr.bz/testzentrenfr


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FO TOS : WOL F GA N G B ECK

Gruß aus Lahr-Reichenbach

Der närrische Erholungsort D BZ-SERIE:

Der Lahrer Ortsteil Reichenbach ist wegen seiner Lage attraktiv für Touristen / Von Wolfgang Beck

Das macht Reichenbach so besonders Der Ort an der Schutter bietet viele Möglichkeiten zur aktiven Erholung. Rund um Reichenbach liegen Qualitätswanderwege. Es gibt ein Familienbad (derzeit allerdings nur für Mitglieder), eine Wassertretstelle im nahe gelegenen Schindelwald und den Golfplatz mit neun und 18 Löchern im idyllischen Gereuter Tal.

So stehen ihre Chancen, hier eine Wohnung zu finden Die Chancen, in Reichenbach auf Anhieb eine Wohnung zu finden, stehen derzeit schlecht, sagt Ortsvorsteher Klaus Girstl. Weitere Baugebiete sollen aber in naher Zukunft erschlossen werden.

gruppen im Ort pflegen seit Jahrzehnten das närrische Brauchtum. Die Häsfigur der Zunft, der „Schergässler,“ entstand 1957 im Gasthaus Linde. In der Schergass, die eigentlich Alte Landstraße heißt, finden im dreijährigen Rhythmus die Schergassen-Jahrmärkte statt.

Illustrationen: koriko (Stock.adobe.com)

er Lahrer Stadtteil Reichenbach ist nicht nur ein staatlich anerkannter Erholungsort, sondern auch eine bekannte Fasenthochburg.

Da sollte man hin Die Burg Hohengeroldseck ist eine der imposantesten mittelalterlichen Burgruinen im südlichen Baden. Viele Besucher kommen wegen der besonderen Aussicht. Die Burg, die auf dem Gipfel des 525 Meter hohen Schönbergs thront, liegt zwar auf Gemarkung der Nachbargemeinde Seelbach, Reichenbach liegt aber zu ihren Füßen. Die Burg wurde von 1240 bis 1250 erbaut.

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Davon leben die Leute in Reichenbach Bis in späte 19. Jahrhundert waren Landwirtschaft und Taglöhnerarbeit die einzigen Möglichkeiten in Reichenbach, den Lebensunterhalt zu sichern. Nach 1900 florierte gut ein halbes Jahrhundert lang die Zigarrenindustrie mit fast 500 Arbeitsplätzen. Der Strukturwandel ist in Reichenbach sichtbar. Etwa 50 kleine und mittelständische Betriebe gibt es im Ort. Sie alle haben das Bild der überwiegend bäuerlichen Gemeinde verändert. Landwirtschaft wird allerhöchstens noch im Nebenerwerb betrieben. Ansonsten fahren viele Reichenbacher zur Arbeit an die „Werkbank“ nach Lahr.

So alt ist der Ort Erstmals urkundlich erwähnt wurde Reichenbach 1139. In der früheren Rodungszeit nahmen die Geroldsecker mit denen von Thiersburg das Land in Besitz. Das Dorf Reichenbach blieb zwischen diesen Herrschaften auch in der Nachfolge der Thiersburger letztlich durch die Roeder von Diersburg bis zum Jahr 1806 Kondominat, also gemeinsamer Besitz.

Hier treffen sich die Einheimischen Der Lindenplatz in der Ortsmitte ist ein beliebter Versammlungsort für Begegnungen, Feste und Feiern. Freitags findet dort der kleine Dorfmarkt statt. Hier sollte man essen Otto Fehrenbacher und sein Sohn Daniel Fehrenbacher haben über Generationen den „Adler“ berühmt gemacht. Das Restaurant ist aktuell mit einem Stern im Guide Michelin und 17 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Dazu gibt es bäuer-

Dieses Brauchtum wird heute noch gepflegt Reichenbach ist eine Narrenhochburg. Die Fasentzunft „Schergässler“ und die zahlreichen privat organisierten Fasent-

WETTERDATEN

(Durchschnitt 1991 – 2020)

liche bis gutbürgerliche Gasthäuser in Reichenbach. Beliebter Treffpunkt in der Ortsmitte ist die „Linde“. Badisch essen kann man in der Wirtsstube, aber auch in der „Poche“ und im „Bruckerhof“. Für die italienische Küche ist das „Da Vinci“ die erste Adresse. Diesen Ort sollte man unbedingt besuchen Die historische Hammerschmiede ist fast 300 Jahre alt. Mit großem Engagement der Mitglieder des Schwarzwaldvereins Reichenbach, zu der die Hammerschmiede gehört, ist seit zwei Jahrzehnten das Heimatmuseum über der Schmiedestube immer weiter ausgebaut worden. Etwa 1000 Exponate gibt es zu sehen. Der Kultur- und Museumsleiter Edgar Baßler arbeitet mit einem Helferstab daran, die Exponate zu dokumentieren und sie in digitaler Form zu erhalten. Auf dem Areal gibt es auch einen Bienengarten.

10 km

d Einwohnerzahl: 3154 d d d d d d d

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(Vorjahr 3129) Größe: 1300 Hektar, davon 890 Hektar Wald Höhe: zwischen 200 Meter am tiefsten und 500 Meter am höchsten Punkt Firmen und Geschäfte: 50, Anzahl der Arbeitsplätze: etwa 200 Schulen: eine Grundschule (zusammen mit Außenstelle Kuhbach) Kindergärten: eine städtische und eine katholische Einrichtung Spielplätze: zwei; in der Sportplatzstraße und im Kapellenweg Kirchen: zwei; die evangelische Kirchengemeinde gehört zu Seelbach, die katholische Kirchengemeinde St. Stephanus und die Marienkapelle zur Seelsorgeeinheit „An der Schutter“. Anzahl der Übernachtungen 2020: 5600 (Vorjahr 8800) Anzahl der Vereine: 25

Lahr

Breisach

Reichenbach

„Wir leben, wo andere Urlaub machen – in einer idyllischen Landschaft. Ich bin stolz auf die Vereine. Sie beweisen jeden Tag, dass Reichenbach über ein großes ehrenamtliches Engagement verfügt.“ Klaus Girstl, Ortsvorsteher

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Das sollte man aus Reichenbach mitbringen. Deftiges aus Küche und Keller sind immer ein Mitbringsel wert. Vesperplatten mit kerniger Blut- und Leberwurst gibt es in den Gaststätten, aber auch in den Bauernhöfen oder direkt auf dem Bauernmarkt auf dem Lindenplatz. Hier muss man ein Selfie machen Der Langeckbrunnen liegt an Reichenbachs schönstem Spazierweg, dem Panoramarundweg. Von dort genießt man einen herrlichen Ausblick auf das Weilertal, die Kapelle am Eichberg und auf die Burgruine Geroldseck. Der Langeckbrunnen und dessen Ruheplatz eignen sich bestens für ein Selfie. Das Ensemble, durch ehrenamtliches Engagement gestaltet, gilt heute als Schmuckstück in Reichenbach.


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Geplatzte Wasserleitung in der Auwaldstraße

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Hoher Schaden bei Brand am Friedrichsring

Bunte Bänder an der Blauen Brücke

FREIBURG-LANDWASSER. In der Auwaldstraße ist am frühen Freitag durch eine geplatzte Wasserleitung der Keller eines Gebäudes auf einer Fläche von 200 Quadratmeter überflutet und ein Gehweg teils unterspült worden. Das Wasser wurde mit Saugern entfernt, die Leitung wurde von Badenova abgestellt.

DIE „OMAS FOR FUTURE“ haben am Freitag an der Blauen Brücke kurzzeitig beschriftete „Klimabänder“ angebracht, um Klima- und Artenschutz anzumahnen. Auch in anderen deutschen Städten wurden Brücken geschmückt. Am 20. August werden die Bänder in einer bundesweiten RadSternfahrt nach Berlin gebracht zum „Festival der Zukunft“.

Chlorwasserstofftank war nicht geschlossen FREIBURG-BRÜHL. In einem Unternehmen an der Hans-Bunte-Straße ist am Donnerstag gegen 16.40 Uhr Chlorwasserstoff ausgetreten, weil das Ventil eines Tanks geöffnet war. Nach Angaben des Amts für Brand- und Katastrophenschutz wurden weder Menschen noch die Umwelt durch den Vorfall gefährdet.

FOTO: MICHAEL BAMBERGER

FREIBURG-ALTSTADT. Die Feuerwehr hat am Donnerstag einen Brand in einem Gebäude auf der Innenstadtseite des Friedrichsrings unter Kontrolle gebracht. Die Einsatzkräfte wurden gegen 23.13 Uhr von Anrufern alarmiert, die von starkem Rauch sprachen, der aus dem Keller unter einer Reinigung am Friedrichsring quoll. Bewohner berichteten, dass sich niemand mehr im Gebäude aufhalte. Die Feuerwehr brachte den Brand unter Kontrolle. Durch die Brandeinwirkung platzte die zentrale Wasserzuleitung des Gebäudes. Die Einsatzkräfte pumpten das ausgelaufene Wasser ab und lüfteten das Haus. Die Leitung wurde mit Hilfe des Energieversorgers geschlossen. Die Feuerwehr war mit 35 Leuten und neun Fahrzeugen im Einsatz, dazu ein Notarzt und die Besatzung eines Rettungswagens. Die Suche nach der Brandursache läuft. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im hohen sechsstelligen Bereich.

Willkommen in LAHR-REICHENBACH

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SALTO RÜCKWÄRTS Niklas Arneggers Wochenschau

Besonders seltener Jubel

Der Sportclub trägt seine ersten Bundesliga-Heimspiele im alten Stadion aus.

KARIKATUR: THOMAS MUFFLER

Laut und deutlich fürs Klima Bei einer Raddemo ruft Fridays for Future dazu auf, zur Bundestagswahl die Stimme zu erheben Von Simone Lutz FREIBURG. Am Freitag waren es noch 51 Tage bis zur Bundestagswahl – und in Freiburg hieß die Parole „kein Grad weiter!“. Die Ortsgruppe von Fridays for Future (FFF) rief bei einer Fahrraddemo vor allem junge Menschen dazu auf, sich in Sachen Klimaschutz deutlich zu Wort zu melden: „Wenn wir alle laut werden, sind wir eine entscheidende politische Kraft.“ Weitere Aktionen bis zur Wahl sollen folgen. Mehr als 400 Fahrräder starteten gestern Nachmittag am Rathaus im Stühlinger. Fridays for Future hatte zur Raddemo „Use your voice!“, also „Erhebe deine Stimme“ aufgerufen. „Viele von uns dürfen zwar noch nicht wählen“, sagt Organisatorin Carolin Bauer, „aber man kann auch so laut und deutlich seine Meinung sagen.“ Die kommende Wahl soll eine echte Klimawahl werden, das zumindest wünschen sich die Aktivistinnen und Aktivisten. Die rund 400 Menschen, die dem Aufruf gefolgt waren – darunter Vertreter des Naturschutzbundes, Extinction Rebellion, von DGB und Attac, Stadträte wie Timothy Simms –, unterstützen das offensichtlich. „Klimaschutz statt Straßenschmutz“ war auf Plakaten zu lesen, „Einfach umsteigen“ oder „Ich will weg vom Vaterland und hin zu Mutter Erde“; Baumbesetzer aus dem Langmattenwäld-

Nach den jüngsten Planungen ist vorge- werden dürfen, dass sie ein besonders sehen, sowohl das neue SC-Stadion als seltenes Ereignis sind. Kenner erwarten, auch das dann vollständig renovierte und dass die Entscheidung bis zur 1000-Jahrwomöglich sogar schimmelfreie Augusti- Feier vorliegt. nermuseum zur 1000-Jahr-Feier der Ein Fall für die Gerichte wird auch die Stadt Freiburg zu eröffnen. Das gibt ein Unterführung bei der Reutebachgasse in großes Fest, auf das wir uns heute schon Zähringen. Die soll verbreitert werden, freuen. Inhaber von SC-Dauerkarten dür- aber unklar ist, wer welchen Anteil der fen dann umsonst ins Museum, und alle, Kosten übernimmt. Die Bahn? Die Stadt? die über den Museumspass Das Land? Der Bund? Näheres verfügen, müssen mindestens regelt das extra für solche Fälle ein Mal ins Stadion. Ungeklärt erlassene Eisenbahnkreuist allerdings noch, ob der zu zungsgesetz, das aber anscheierwartende Jubel über das nend allerhand Deutungsvaschöne, neue Museum oder rianten zulässt, wie dies anständas Torgeschrei im schönen, dige Gesetze so an sich haben, neuen Stadion jene Lautstärke damit den Juristen die Arbeit erreichen darf, die geeignet nicht ausgeht. Mit Blick auf die ist, die für ihre Empfindsamkeit bekann- Reutebachgasse und das Eisenbahnkreuten Gartenzwerge im Mooswald vor zungsgesetz lässt ja schon Schiller seinen Schreck in die gepflegten Rasenflächen Wallenstein sinnieren (fertiggestellt vor kippen zu lassen. – Schnapszahl! – 222 Jahren): „Eng ist Zwar hat die Bundesregierung die Im- die Welt, und das Gehirn ist weit. Leicht missionsrichtwerte in dieser Woche prä- beieinander wohnen die Gedanken, zisiert, beziehungsweise abgeändert. Doch hart im Raume stoßen sich die SaAber noch diskutieren die Fachleute da- chen.“ Mein lieber Schwan, der Mann rüber, ob nach 22 Uhr oder hatte aber sowas von Ahnung! dann, wenn die Menschen Wie weit manche Gehirne sonntags ihr Mittagsschläf- Noch ist sind, kann man daran sehen, chen halten, ein allgemeidass vergangenen Samstag nes Gröl- und Jubelverbot unklar, eine Partygesellschaft gegen ausgesprochen werden wer wann Mitternacht Lautsprecherbomuss oder ob im fraglichen xen aufstellte und diese dann ein Tor Zeitraum überhaupt noch volle Pulle aufdrehte. Und Tore geschossen werden schießen darf zwar, durchaus stilbewusst, in der Renaissancevorhalle des dürfen. Und wenn ja, ob das – Toreschießen ausschließMünsters. Hart im Raume allich der Gastmannschaft vorbehalten lerdings stießen sich die Töne, dergebleibt, weil nach den Erfahrungswerten stalt, dass die Polizei die Feier beendete. des DFB der Torjubel dann verhaltener Obwohl zuzugeben ist, dass es sich um ausfällt. Streng unterschieden wird beim ein sowohl seltenes wie besonderes ErLärmschutz bekanntlich auch nach selte- eignis handelte. Und zwar nicht nur im nen und besonderen Ereignissen. Jetzt Sinne des Lärmschutzes, sondern auch muss uns nur noch das Verwaltungsge- des Dämlichkeitsschutzgesetzes, insoricht in Mannheim sagen, ob ein Fußball- fern, als man für die Partyidee an diesem spiel ein selten besonderes Ereignis ist. Ort und zu dieser Zeit besonders blöd Oder ob nur so viele Tore geschossen oder blöd wie selten sein muss.

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KURZ GEMELDET FR EI BUR G

Kinderbuch-Workshop Raddemo für den Klimaschutz chen warben für den Erhalt des Baumbestandes („Die Green City ist nur eine Fassade“), ein Redner warb für „wählbar2021.de“, wo Politiker Fragen zur Klimawende beantworten. Die Radlerinnen und Radler drehten demonstrierend eine Runde durch die Stadt, begleitet von Musikboxen auf Lastenrädern und radelnden Polizistinnen und Polizisten. Gelegenheiten, sich für Klimaschützer vor der Wahl bemerkbar zu machen, gibt es noch einige, etwa den globalen Klimastreik am 24. September, zwei Tage vor

FOTO: MICHAEL BAMBERGER

dem Wahlsonntag. Die Freiburger Ortsgruppe von FFF will kräftig mitmischen. In Freiburg selbst hat die Bewegung schon Erfolge zu verzeichnen. Forderungen von FFF hat die Stadtverwaltung geprüft und teilweise übernommen, „leider nicht genug“, bedauert Bauer. Dennoch habe die Bewegung bereits Spuren in der Gesellschaft hinterlassen. Die Bundestagswahl Ende September sei „entscheidend für unsere Zukunft“, sagt Carolin Bauer, „Klimaschutz muss bei dieser Wahl an erster Stelle stehen.“

Eine Kinderjury hat die Radau-Stipendien 2021 des Literaturhauses Freiburg, Bertoldstraße 17, an drei KinderbuchIdeen vergeben. Jetzt kommen die Gewinnerinnen für einen zweitägigen Workshop nach Freiburg. Am Donnerstag und Freitag, 2. und 3. September, 9 bis 13 Uhr, sind Franka Geiser und Ann Bahrs mit ihrem Bilderbuch „In der Limo schwimmen Lachse“ in der Stadt, und am Montag, 9. September, 14 bis 18 Uhr, sowie Dienstag, 10. September, 9 bis 13 Uhr: Tanja Esch mit ihrem Comic „Boris, Babette und jede Menge Skelette“. Die Teilnehmer erwecken Bilder zum Leben und bringen

sie als Legetrickfilme in Bewegung. Der Eintritt ist frei. Anmeldung bis 27. August unter: engel@literaturhaus-freiburg.de

Sharing-Konzepte Das Konzept des Teilens gibt es schon lange bei Bibliotheken, Waschsalons, Fahrgemeinschaften und über spezielle Apps. Welche Sharing-Konzepte in Freiburg darüber hinaus noch existieren, erfahren Interessierte am Dienstag, 10. August, 16.30 Uhr, bei einem Stadtrundgang mit den Grünen/ B90 und dem Verein Kaufrausch. Anmeldung mit Kontaktinformationen per E-mail an fraktion@gruene-freiburg.de oder t 0761/ 701323

Hauptzweck Hinsetzen Das temporäre Holzpodest im Colombipark wartet auf Nutzer FREIBURG-ALTSTADT (pd). Am 29. Juni hat der Gemeinderat Ad-hoc-Maßnahmen verabschiedet, um die Innenstadt attraktiver zu machen. Dazu zählt ein Holzpodest vor dem Colombischlössle, für das 25 000 Euro bewilligt wurden und das bis Ende Oktober dort steht, länger erlaubt es die Denkmalpflege nicht. Es hat einen Stromanschluss, um es als Bühne nutzen zu können. Aber, sagt die Stadt: Gedacht ist es vor allem als Sitzfläche. „Das Podest erfüllt eine Doppelfunktion. Zum einen können hier Konzerte stattfinden. Gleichzeitig soll es auch die Aufenthaltsqualität erhöhen und zum Verweilen einladen“, erläutert die städtische Pressestelle. Was Veranstaltungen angehe, sei das vom Garten- und Tiefbauamt errichtete Podest als offenes Angebot gedacht, vergleichbar mit der Konzertmu-

schel im Stadtgarten oder der Seebühne. Daher werde für das Podest vor dem Colombischlössle kein eigenes, kuratiertes Programm zusammengestellt. Verwaltet wird es vom Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen. Ein paar Interessenten haben sich bisher bei der Stadt gemeldet und das Podest reserviert. Am 10. September plant das Eine-WeltForum eine Infoveranstaltung mit Musik. Am 18. September will der Lokalverein Innenstadt ein Konzert ausrichten. Das Festival „Freiburg stimmt ein“ holt am 19. September im Colombipark einen Teil der Veranstaltungen nach, die Anfang Juli wegen des schlechten Wetters abgesagt worden sind. Im Oktober haben sich das Museum für Neue Kunst und das Archäologische Museum angemeldet und insgesamt drei Termine geblockt.

Das temporäre Holzpodest vor dem Colombischlössle soll die Innenstadt attraktiver machen.

FOTO: INGO SCHNEIDER


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Ein Hollandrad hält deutlich länger E-Bikes boomen und brauchen viel Wartung / Kunden brauchen viel Geduld, denn es fehlt an qualifizierten Fachkräften – die werden erst langsam mehr FO TO: M ICH A EL B A M BE RG ER

Von Julia Littmann FREIBURG. Stillstand gab’s im Coronajahr am Fahrradmarkt nicht: Rund fünf Millionen Fahrräder wurden 2020 verkauft, allein die E-Bike-Verkäufe steigerten sich gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent auf knapp zwei Millionen. In Fachkreisen rechnet man damit, dass bis in zwei Jahren jedes zweite verkaufte Rad ein E-Bike ist. Auch die Gewerbeschule Breisach, Landesfachschule für Zweiradmechatroniker, vermeldet einen nie gekannten Aufwärtstrend. Der zuständige Abteilungsleiter Achim Schulz berichtet von vier Klassen fürs kommende Jahr – doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Einstweilen aber ist in den Fahrradwerkstätten das Fachpersonal für Reparaturen und Wartung der komplexen Pedelecs knapp. Trotz sehr guter Versorgung mit rund 25 Radläden samt Werkstatt plus vier Werkstätten ohne Läden muss man auch in Freiburg mit durchschnittlichen Wartezeiten zwischen zwei und sechs Wochen für Termine im E-Bike-Service rechnen. Der allerdings wird von Innungsmeister Werner Metzger als insgesamt qualitativ sehr gut in Freiburg beschrieben. Hier einige Beispiele. Die Hochprozentigen „Extratour“ hat vor genau 20 Jahren als erste in Freiburg „Flyer“-Räder, eine der frühesten E-Bike-Marken, ins Sortiment genommen und gehörten damit hier zu den „Pionieren“. Damals, erzählt Geschäftsführer Philipp Franke, habe man EBikes noch als „Senioren-Räder“ belächelt: Viele dachten da noch, eine echte Alternative zum „richtigen“ Zweirad könne ein E-Bike nicht sein. Inzwischen liegen bei Extratour nach eigenen Angaben die E-Bike-Verkäufe bei bis zu 70 Prozent aller verkauften Räder. „An den E-Bikes kann man nicht mehr viel selber machen“, betont Philipp Franke, „die brauchen eine qualifizierte Werkstatt.“ Derzeit wartet man dort je nach Auftrag etwa vier bis sechs Wochen auf einen Termin. Mit „Fremdrädern“ muss man sich bis zum Winter gedulden: Die insgesamt neun Werkstatt-Mitarbeiter sind komplett ausgelastet. „Wir arbeiten am Limit“, sagt Philipp Franke. Die Annahme werde sehr sorgfältig gemacht, so bleibe man in der Regel dicht am veranschlagten Preis. Falls während einer Reparatur ein bis dahin unentdeckter Schaden auftaucht, wird der Kunde kontaktiert und das weitere Vorgehen besprochen, egal ob E-Bike oder Rennrad. Die Vollsortimenter „Hild Radwelt“ zählt zu den größten unter Freiburgs Fahrradläden. Hier gehö-

In der Werkstatt bei Extratour: Etwa 20 Prozent mehr ist an E-Bikes bei der Wartung zu tun als an Fahrrädern ohne Motor. ren bereits 60 Prozent der zweigeschossigen Ladenfläche den elektromotorisierten Fahrrädern. Entsprechend seien auch etwa 60 Prozent aller verkauften Räder bei Hild inzwischen E-Bikes, gibt Teamleiter Marco Neumann an. Als Vollsortimenter habe man allerdings ohnehin eine große Bandbreite an Rädern in allen Bereichen. Und – durchaus inzwischen eine Besonderheit – man repariere bei Hild alle Räder, nicht nur die Räder eigener Kunden. Das erfordert eine breit aufgestellte Werkstatt und eine entsprechende Bandbreite an Ersatzteilen, denn auch die haben zum Teil sehr lange Lieferfristen. Auch bei Hild nehmen Wartung und Reparatur von E-Bikes längst viel Raum ein. „Da ist hoher Bedarf, denn wer eins hat, neigt dazu, es viel im Einsatz zu haben“, erklärt Marco Neumann, „E-Bikes fristen kaum je ein Dasein als Garagenfahrzeug – die werden im Schnitt zwei-, dreitausend Kilometer im Jahr gefahren.“ Für Werkstattaufträge ist bis zum Herbst Hauptsaison – mit längeren Wartezeiten. Ende September sind die nächsten Termine frei, ist auf Anfrage zu erfahren. Im Winter hingegen warte man maximal zwei Wochen, so Marco Neumann. Und:

Bei der Annahme kann man vereinbaren, bis zu welchem Betrag unerwartete Reparaturen ohne Rücksprache erledigt werden können. Der Radheiler Vier Betriebe in Freiburg setzen ausschließlich aufs Reparieren und Warten von Fahrrädern. Einer von ihnen ist der „Bike-Doctor“. Unter den vier Mitarbeitern bei den Rad-Doktoren ist Kai Fuchs quasi der Chef-Arzt. Und aus dem medizinischen Bereich hat er einen Vergleich parat, der die langen Wartezeiten im Service rund ums Rad gut erklärt: „Für rund 80 Millionen Menschen haben wir in Deutschland etwa 400 000 Ärzte. Für die geschätzt 76 Millionen Fahrräder gibt es 5300 Fahrradbetriebe.“ Als einstiger Qualitäts-Produktcontroller in der Radbranche hat Kai Fuchs ein geschultes Auge dafür, was Qualität angeht. Der Anteil an E-Bikes bei „Bike-Doctor“ liegt etwa bei 20 Prozent: „Es sind doch auch viele mit ganz normalen Rädern unterwegs.“ Bitter nennt Kai Fuchs, dass die Halbwertzeit für E-Bikes mit höchstens zehn Jahren so kurz sei wie für Computer oder Smartphones: „Danach

landet das alles auf dem Schrott.“ Die Wartezeit für Reparatur und Wartung bei ihm: Maximal zwei Wochen. Die kollektiv Kritischen Das Kollektiv „Die Radgeber“ fällt ein bisschen aus dem Rahmen. Auch hier stiegen die Umsätze im Pandemiejahr, der Anteil an E-Bikes allerdings liegt nach Auskunft von Markus Kessler im einstelligen Bereich – und das ist Absicht: „Wir unterstützen E-Mobilität da, wo wir sie für sinnvoll halten. Wenn Leute vom Auto umsteigen aufs Fahrrad, pendeln, Kinderhänger am Rad haben, krank sind und so weiter. Aber keiner muss mit dem E-Bike durch den Wald heizen.“ Die Ladenfläche für E-Bikes ist bei den „Radgebern“ klein, das Sortiment ausgewählt: alltagstaugliche und reiselustige ETourenräder. Das Rad-Kollektiv ist sich einig: Das E-Bike hat gegenüber dem herkömmlichen Rad eine schlechte ökologische Bilanz – dank Materialien wie seltenen Erden und etlichen Wegwerf-Verschleißteilen. Das soll auch in Sortiment und Beratung bedacht werden. „Das gute alte Hollandrad hält natürlich länger“, erklärt Kessler, „aber natürlich muss man

das nutzbringend eingesetzte E-Bike auch in seiner Ökobilanz eher mit dem Auto vergleichen.“ Die Werkstatt-Wartezeit verlängert sich bei den „Radgebern“ für komplexe Aufträge derzeit um eine zweiwöchige Sommerpause ab 23. August.

INFO E -B IK E -P FL EG E Auch E-Bikes wollen gehegt und gepflegt sein wie jedes andere Rad. Das empfindlichste Verschleißteil ist zugleich das teuerste: der Akku. Damit der möglichst lange – im Idealfall fünf bis sieben Jahre – bei guter Leistung hält, sollte er richtig geladen werden, das heißt: vorm nächsten Laden möglichst leer gefahren werden. Und er sollte richtig gelagert werden: weder heiß noch kalt – die Experten empfehlen „Zimmertemperatur“, 15 bis 20 Grad. Von den Experten kommt auch der Hinweis, dass fürs E-Bike der Dampfstrahler beim Reinigen nicht geeignet ist: Die Elektronik könnte diese Behandlung übel nehmen. lit

„Das E-Bike gibt so ein bisschen ein Gefühl von Schwerelosigkeit“ BZ-INTERVIEW

mit Werner Metzger, dem Obermeister der Zweiradmechaniker-Innung, über den Fahrrad-Boom und seine diversen Herausforderungen

BZ: Waren eigentlich alle darauf vorbereitet, dass Fahrräder im zurückliegenden Jahr zu so einem umwerfenden Trend wurden? Werner Metzger: Nicht wirklich. Aber genau genommen konnte ja niemand – egal in welchem Bereich – auf die Auswirkungen der Pandemie vorbereitet sein. Klar, eine beständig wachsende Tendenz im Fahrradsektor, die konnte man ja schon länger beobachten, speziell auch bei den E-Bikes. Aber dass das nun regel-

recht durch die Decke ging, das kam eben doch überraschend. Das Image und die Möglichkeiten von E-Bikes haben sich längst verändert – das hat in der Pandemie gut gepasst: Viele sind da zum Beispiel für den Weg zur Arbeit von öffentlichen Verkehrsmitteln umgestiegen aufs E-Bike. Das E-Bike macht aber ganz offensichtlich auch Spaß – und ist oft mehr als nur ein sinniges Nutzfahrzeug. Es gibt so ein bisschen dieses Gefühl von Schwerelosigkeit. BZ: Trotz Schwerelosigkeit zeigen sich nun aber auch einige Schwachstellen rund um die Rad-Infrastruktur. Wie kann man an welchen Stellen nachjustieren? Werner Metzger: Das eine ist natürlich die Verteilung des Verkehrsraums. Wir bringen enorm viele Menschen aufs Rad – was ja ohnehin unglaublich sinnvoll und zeitgemäß ist – und entsprechend müssen die Straßen anders genutzt und aufgeteilt werden. Zone 30 in der Innenstadt ist ganz klar ein Muss. Entsprechend wird es weniger Autoverkehr geben – und man wird von zweispurig auf einspurig gehen

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FREIBURG. Die Verkaufszahlen im Fahrradbereich haben während der Pandemie kräftig zugelegt: Fahrradfahren scheint angesagter denn je. Damit allerdings verändert sich die Situation auf den Straßen und selbstverständlich steigt auch der Bedarf an Serviceleistungen rund ums Rad. Julia Littmann sprach mit Werner Metzger, Innungsmeister der Zweiradmechaniker in Baden-Württemberg, über die Freude an diesem Boom und über die Herausforderungen, er mit sich bringt.

Werner Metzger können und die damit frei werdende Fahrspur für den Fahrradverkehr einrichten. Es muss sich noch einiges Tun in Sachen Fahrradwegebreite. BZ: Was stimmt nicht an der Wegebreite? Werner Metzger: Zum einen sind eben immer mehr Räder auf der Straße, zum anderen sind aber auch Kinderanhänger und Lastenräder breiter und brauchen

entsprechend mehr Platz. Und die Lastenräder sind im Moment zu Recht sehr im Kommen. Beispiel Innenstadt: Nicht jeder Handwerker muss zu jedem Einsatz mit dem Auto in die Stadt reinfahren. Da denken viele gerade um und es entstehen ja ständig neue, gute Lastenrad-Ideen, da muss also anders geplant werden. BZ: Apropos planen – sind da nicht auch Händler und Reparaturbetriebe gefragt? Werner Metzger: Sie spielen auf die langen Wartezeiten bei Lieferungen und Reparaturen oder Wartungen an. Da ist grad einiges ganz schön schwierig. Wie in vielen Branchen treffen uns auch die Lieferkettenunterbrechungen, klar. Und uns trifft der Fachkräftemangel. Gegen die Lieferschwierigkeiten gibt’s Überlegungen verschiedene Produktionen wieder nach Europa zu holen. Und dem Fachkräftemangel überlegen wir entgegenzusteuern, indem wir zum Beispiel Quereinsteigern Weiterbildungsangebote machen. BZ: Was raten Sie ganz konkret Kunden, die bei den aktuell langen Wartezeiten ihr E-Bike reparieren lassen wollen?

Werner Metzger: Geduld. Aber wer im hiesigen Fachhandel ein Rad gekauft hat, muss vermutlich nicht ganz so lange warten, wie Kunden, die ihre Räder im Internet gekauft haben. Viele Händler warten und reparieren inzwischen bevorzugt Eigenverkäufe. Der Service am verkauften Rad ist für den Händler eine Kundendienstleistung, das gehört zusammen. Die Qualität der Arbeit am Rad – am EBike sind das schätzungsweise 20 Prozent Mehrarbeit gegenüber dem Nicht-E-Bike – ist übrigens nach meinem Eindruck in Freiburg hoch. Wir haben hier zwei Dutzend Fahrradhändler und Reparaturbetriebe, und mir sind hier qualitätsmäßig keine „Ausreißer“ bekannt. –

Werner Metzger, 67, Ur-Freiburger und seines Zeichens Fahrradexperte in dritter Generation hat vor elf Jahren sein Fahrradunternehmen an seinen Sohn weitergegeben und widmet sich seither Projekten der Handwerkskammer. Und: Bislang dachte er, er sei zu jung für die Politik – allmählich jedoch lockt sie ihn.


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„Einiges ist schiefgelaufen“ DII-Geschäftsführer Frank Wojtalewicz will Mieter überzeugen, dass sein Immobilienunternehmen die Sozialcharta ernst nimmt Von Uwe Mauch FREIBURG-RIESELFELD. „In Rieselfeld“, sagt Frank Wojtalewicz, „ist einiges schiefgelaufen.“ Beim Übergang der 303 Wohnungen an seine „Deutsche Invest Immobilien“ habe es „geklemmt“. Der Geschäftsführer macht dafür nicht zuletzt Corona verantwortlich. Normalerweise seien die Mieterinnen und Mieter sehr zufrieden, was auch im nahe gelegenen Stadtteil Landwasser zu beobachten sei. Seine Strategie: die Nebenkosten so senken, dass die Mietsteigerungen mehr als ausgeglichen werden. Das soll auch in Rieselfeld so funktionieren, versichert der DII-Chef in der Video-Konferenz. Zum Jahreswechsel hatte die „Deutsche Immobilien Invest“ mit Sitz in Wiesbaden

„Wir kümmern uns:“ Frank Wojtalewicz FOTO: RUI CAMILO

die rund 300 Wohnungen im Stadtteil Rieselfeld erworben. Verkäufer war die Soka-Bau, eine Einrichtung der Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft, die ebenfalls in Wiesbaden sitzt und in den 90er-Jahren die Wohnungen errichtet hatte. Der Deal sorgte für Unruhe in Rieselfeld. Eine Erfahrung, die für Frank Wojtalewicz eher neu ist, wie er der BZ sagte: „Plötzlich gerieten wir in die Medien.“ Seit 15 Jahren sei sein Unternehmen im Neubau und in der Bestandsentwicklung tätig. Jährlich kaufe es 3000 bis 4000 Wohnungen. „Im Fokus steht, die Wohnraumqualität zu steigern“, sagt Frank Wojtalewicz. Dabei geht es vor allem um mehr Energieeffizienz, um die Nebenkosten zu senken. Gleichzeitig führe die DII Nachverhandlungen mit Energieversorgern. „Das machen nur wenige.“ Unterm Strich, so der DII-Geschäftsführer, reduzierten sich die Nebenkosten um 15 bis 25 Prozent. So wie in Landwasser, wo die DII vor mehr als drei Jahren fünf Hochhäuser erwarb. Entsprechend niedriger fielen für die Mieterinnen und Mieter ihre Vorauszahlungen aus. Üblicherweise lädt die DII gleich zu Beginn eines Investments zu einer Mieterversammlung, präsentiert die Senkung der Nebenkosten und kündigt erst dann höhere Mieten an, falls das der Mietspiegel hergibt. „In Rieselfeld haben wir den zweiten Schritt vor dem ersten getan.“ Die Folge waren kritische Stimmen, und dann haperte es auch noch bei den Überweisungen der Mieten. „Wir haben eine umfangreiche Sozialcharta und legen Wert auf ein gutes Miteinander“, versichert der DII-Geschäftsführer. Bei Modernisierungen werde die Obergrenze für die Umlage auf die Mieten nie ausgeschöpft. „In Landwasser haben wir 20 Millionen Euro investiert, und die Modernisierungsumlage betrug 50 bis 62 Cent.“ Doch in Rieselfeld hätten die Abläufe nicht geklappt. „Das lief schief.“

Ein interessanter Immobilienmarkt: der Stadtteil Rieselfeld Die Mieterversammlung wurde inzwischen nachgeholt. 50 Interessierte seien gekommen. Die Resonanz sei positiv gewesen. Gegen die Mieterhöhung hätten rund zehn Prozent der Betroffenen Widerspruch eingelegt. „Wir wollen das in Gesprächen klären und nicht über Klagen“, sagt Frank Wojtalewicz. In einem guten Dutzend der Fälle sei die Stadt eingesprungen. Denn viele Menschen würden ihre Rechtsansprüche zum Beispiel auf Wohngeld nicht kennen.

Einige Mieterhöhungen wurden zurückgenommen Bei einem halben Dutzend sei die Erhöhung rückgängig gemacht worden, zum Beispiel bei einer alleinerziehenden Mutter mit Kind. „Wir kümmern uns um finanziell Schwache.“ Dass Finanzbürgermeister Stefan Breiter weitere Vereinbarungen zum Mieterschutz wünscht (die BZ berichtete), sieht

die DII gelassen. „Damit haben wir kein Problem.“ Das Verhältnis zur Stadtverwaltung sei sehr gut. Die DII beschäftigt am Stammsitz 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie weitere 45 in den Außenbüros. Vor wenigen Tagen wurde die Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft bekannt. Frank Wojtalewicz macht Transparenzgründe für den Schritt geltend. Ein Börsengang sei nicht geplant. Dass die Rieselfeld-Wohnungen in zwei Luxemburger Fonds gebündelt wurden, hat ihm zufolge zwei Gründe: Ein Fonds werde von privaten Anlegern gehalten, der andere von institutionellen. Es handle sich um Familien und große Versicherungen. Nähere Angaben macht die DII nicht. Allesamt seien an langfristigen Investments interessiert. Frank Wojtalewicz nennt eine Rendite von ein bis zwei Prozent. Und Steuern spare man nicht in Luxemburg. Der Vorteil des Finanzplatzes sei seine Infrastruktur.

Neuer Schwung im Lokalverein Innenstadt Vorstand und Beirat des Bürgervereins in der City sind nach der Mitgliederversammlung jünger und weiblicher geworden Von Simone Lutz FREIBURG. Anderthalb Jahre lang hatte Corona die Mitgliederversammlung des Lokalvereins Innenstadt ausgebremst. Nun aber trafen sich rund 50 Getestete, Geimpfte oder Genesene – und erlebten eine Überraschung: Ein ganzer Schwung jüngerer Leute, darunter viele Frauen, bewarb sich zur Mitarbeit in Freiburgs zentralem Bürgerverein, deshalb wurde der Beirat von sieben auf zwölf Sitze aufgestockt. „Alle waren so sympathisch, wir wollten niemanden ablehnen“, freut sich die Vorsitzende Anca Rosler-Koslar. In den vergangenen Jahren hatte sich der „alte“ Lokalverein Innenstadt mit vielen Themen beschäftigt, von Lärm über Gestaltung, Stadtplanung, Verkehr bis zur Zusammenarbeit mit Vertretungen des Handels, der Museen, der Gastronomie – Innenstadt als Gemeinschaftsprojekt. Aktuell ist der Verkauf der Karlskaserne ein heißes Thema. Der Lokalverein ist strikt dagegen. „Wir kennen Beispiele, wo markante, zentrale Gebäude in den Händen von Investoren eine sehr ungünstige ,Karriere’ durchlaufen: das Atrium, in dem fünf Jahre nach der aufwändigen Sanierung immer noch 510 Quadratmeter leer stehen, der lange Leerstand bei Sportarena – sowas möchten wir in der Innenstadt nicht mehr“, sagt Vorsitzende Anca Rosler-Koslar. Der Lokalverein würde am liebsten das Sozialamt in der Karlskaserne belassen, doch sollte das nicht gehen, müsse das

Die Linde in Oberlinden, wieder ergrünt Gebäude in städtischer Hand bleiben. Es gebe in Freiburg zum Beispiel keine zentrale Musikschule. Rosler-Koslar: „Die Stadt kann das Gebäude – gerade in Umbruchzeiten wie durch die Pandemie – nicht aus der Hand geben. Wir hoffen, dass mehr Fraktionen das so sehen und sich dafür einsetzen.“ Mit neuen Leuten werden künftig auch andere Themen in den Fokus des Lokal-

FOTO: MICHAEL BAMBERGER

vereins rücken. „Die Digitalisierung der Innenstadt haben wir erst jetzt als größeres Thema wahrgenommen“, so RoslerKoslar. Geschäftsleute bräuchten hier deutlich bessere Bedingungen. Auch Jugendliche in der Innenstadt und ihre Bedürfnisse würden nun zum Thema, „das wird sehr spannende Diskussionen geben“. Neben Christian Himmelsbach ist neu Raban Kluger ihr Stellvertreter, der

als Vorsitzender des Gesamtelternbeirats Freiburger Schulen und Mitglied im Freundeskreis Freiburg-Tel Aviv-Yafo bestens vernetzt ist. Einige Themen werden den Lokalverein weiterhin begleiten. Das Problem mit Lärm ist vor allem nach Corona größer geworden, die Personalkürzung beim Vollzugsdienst hält der Lokalverein deshalb für falsch. Baustellen wie in der Salzstraße sind weiterhin ungünstig für den lokalen Handel, „auch wenn die Baustelle sehr gut gelaufen ist und wir zuversichtlich sind, dass am 15. August Schluss ist“. Der traditionelle Oberlindenhock ist in diesem Jahr eben dieser Baustelle zum Opfer gefallen; geplant ist allerdings eine kleinere Version. Gefeiert werden kann immer noch unter der Linde: Die hatte der Lokalverein wegen der Bauarbeiten besonders im Auge – als die Bächle trockengelegt waren, wurde das Wahrzeichen Oberlindens liebevoll gewässert. Wahlergebnisse: Anca Rosler-Koslar (Vorsitzende), Stellvertretung Christian Himmelsbach und Raban Kluger (neu). Martin Nopper (Schatzmeister), Franziska Kaiser-John (Schriftführerin, neu). Vorstandsmitglieder: Henrike Beck, Gerhard Heiner. Beiräte: Martina Feierling-Rombach, Sabine Herrle, Michael Fleiner, Joachim Röding, Christian Kauter, Hans-Jörg Oehm, Franziska Oberkirch (neu), Anne Diel (neu), Uli Steinfels (neu), Sebastian Heusel (neu), Friedrich Dreves (neu), Barry Rais (neu). Mitgliederzahl: 220 Kontakt: info@lokalverein.de

FOTO: NILS THEURER

Nach dem rumpligen Start hofft die DII nun auf ruhigere Zeiten in Rieselfeld. Große Veränderungen seien nicht geplant. Landwasser, wo der DII-Einstieg von viel Zustimmung begleitet wurde, sei „eigentlich viel herausfordernder gewesen“.

INFO V E R KA U FT E W O HN UN GE N Folgende Gebäude hat die „PPFE Akos Rieselfeld S.à r.l.“ übernommen: Max-Josef-Metzger-Straße 11 bis 16; Rieselfeldallee 31, 33; Bertha-vonSuttner-Straße 7, 9; Cornelia-Schlosser-Allee 8, 10, 12. Die „PPFE Akos Freiburg S.à r.l“ kaufte: Johanna-Kohlund-Straße 6, 8, 10, 12; Oberer Rieselfeldgraben 9, 11; Willy-Brandt-Allee 2, 2 a, 7, 9, 11, 20, 22; Oberer Rieselfeldgraben 1, 3; Adelheid-Steinmann-Straße 3, 5, 7.

KURZ GEMELDET OB ER A U

Jazzabend Im Wohnstift, Rabenkopfstraße 2, spielt am Mittwoch, 11. August, 18 Uhr, Uli’s New Orleans Jazzband. Für Snacks und Getränke ist gesorgt. Bei schlechtem Wetter ist das Konzert im Festsaal. Es gelten für den Besuch die 3 G. HA S L A C H

AG Gartenstadt Die „AG Gartenstadt 100 plus“ im Lokalverein Freiburg-Haslach lädt Anwohnerinnen und Anwohner zur Sitzung am Dienstag, 10. August, 19 Uhr, in den Melanchthonsaal, Melanchthonweg 9 a, ein. Themen sind unter anderem Erbpacht, Stadtteilkonferenz Verkehr, Haslacher Krippenweg und was aus den ausgefallenen Veranstaltungen zum Stadtjubiläum wird. Die Teilnahme ist kostenfrei. Corona-Sicherheitsregeln sind zu beachten.

Mediencafé Das nächste „Mediencafé“ für Senioren und Seniorinnen im Nachbarschaftswerk, Melanchthonweg 9, findet am Donnerstag, 12. August statt. Um 10 Uhr geht es um „Ebay-Kleinanzeigen für Einsteiger“, um 11 Uhr um „Scannen und Verschicken von Dokumenten mit dem Handy“. Anmeldung erforderlich: mediencafe@nachbarschaftswerk.de, Simone Straub, t 0761/ 89629209 oder Sarah Höferlin, t 0761/ 7679005. Es gelten die 3 G.


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Vier exklusive Terrassenhäuser sollen in der Hofstraße im Kernort ten für Entwicklung, Bau und Vermarktung aus einer Hand um. Die von Bad Bellingen entstehen. Der Schweizer Investor BG Business 32 geplanten Wohnungen sind fast alle verkauft – gebaut wird auch Group setzt das Projekt mit mehreren eigenständigen Gesellschaf- nach zwei Jahren immer noch nicht: Es gibt keine Baufreigabe. FOTOS: BG BUSINESS GROUP/STRITTMATTER

Bis die Terrassenhäuser wie visualisiert aussehen (links), ist noch viel zu tun.

Fragwürdiges Bauprojekt Ausstehende Zahlungen, nicht abgeschlossene Baustellen, laufende Insolvenzverfahren: die „Panorama Terrassen“ in Bad Bellingen / Von Jutta Schütz und Ralf Strittmatter

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wischen der Hertinger Straße und der Hofstraße in Bad Bellingen will die BG Business Group AG (BG), ein Schweizer Investor aus Cham am Zuger See, auf einem freien Grundstück mit Blick in die Rheinebene bis zu den Vogesen vier Mehrfamilienhäuser mit je vier bis sechs Etagen und großen Terrassenflächen in den Hang bauen: 32 Wohnungen mit 2,5 bis 5,5 Zimmern von 55 bis 165 Quadratmeter samt Tiefgarage. Der Quadratmeter kostet rund 6000 Euro. Einen Bebauungsplan für die Bebauung in Terrassenform auf dem Grundstück Hofstraße 13 bis 17 gibt es seit Mitte der 1970er Jahre. Aber das Gelände ist sehr steil mit schwierigen Bodenverhältnissen. Der sogenannte Rutschhang gilt wegen wasserführender Schichten in der Branche als unbebaubar. Eigentlich sollten die geplanten „Panorama Terrassen“ schon stehen, den Baustart hat BG Anfang 2019 angesetzt. So gut wie alle Wohnungen sind verkauft, gebaut wird aber nicht. Laut Landratsamt fehlen für eine Baufreigabe noch wesentliche Unterlagen, etwa die Prüfstatik, damit die Häuser später nicht abrutschen. Die Käufer – vor allem Schweizer Kapitalanleger, aber auch wenige Personen vor Ort, die selbst in die Häuser einziehen wollen – warten darauf, dass sich am Bau etwas tut. Manche haben für ihre Wohnung Kredite aufgenommen und zahlen dafür wegen der Bauverzögerung seit nunmehr zwei Jahren Be-

reitstellungszinsen. Andere haben das eigene Haus verkauft und wohnen nun notgedrungen zur Miete. Sie beklagen die schlechte Kommunikation von BG. Erste Käufer sind vom Kauf schon zurückgetreten, aber die Rückzahlungen laufen schleppend. BG-Finanzgeschäftsführer Johann Joachim bedauert, dass die Käufer so lange warten müssen. Er nennt Probleme mit der Hangstatik als Grund für die Verzögerung. Ein vom Generalunternehmer Econ Bau GmbH aus Herisau in der Schweiz beauftragter Statiker sei überfordert gewesen und habe es in zwei Jahren nicht hinbekommen, die Statik zu erstellen. Auch ein Bodengutachten sei in dem Quellgebiet mit geringeren Gleitwerten nicht wie gedacht ausgefallen. Zudem befinde sich das Grundstück in einer höherwertigen Erdbebenzone, was ebenfalls Einfluss auf die Tragwerksplanung habe. Ende April habe der Investor ein Spezialbüro aus Karlsruhe beauftragt, die neue Statik zu erstellen. „Die geht dann zum Prüfstatiker und wird entsprechend genehmigt“, so Joachim. Dafür rechnet er mit weiteren sechs Monaten Verzögerung. Einen Baustart noch dieses Jahr hält er für realistisch, wenn die Behörden mitspielen. Die Möglichkeit, dass das Projekt scheitert, bestehe laut Joachim „definitiv nicht“. Entworfen hat die Terrassenhäuser Architekt Erich Baumann aus EfringenKirchen. Er wollte das Objekt zunächst

HINTERGRUND

Der Bellinger Rutschhang Bauen am steilen Hang auf dem Grundstück Hofstraße 13 bis 17 unterhalb der Hertinger Straße stellt besondere statische und kostenintensive Anforderungen an die geplanten Terrassenhäuser. In den vergangenen 20 Jahren gab es bei Bauarbeiten im Bereich des „Bellinger Rutschhangs“ immer wieder Probleme und Verzögerungen. In den Baugebieten am Hellberg und „Hinterm Hof II“, die an „Hinterm Hof I“ mit den geplanten Terrassenhäusern auf dem Grundstück in der Hofstraße angrenzen, wurde Privatpersonen von der Verwaltung geraten, sich vor dem Hausbau mit geologischen Gutachten abzusichern. Beim Bau der Mehrfamilienhäuser neben der Barockkirche am Hellberg musste die Baufirma

2017 ihre Grube gegen Abrutschen sichern. Die Deutsche Bahn ließ den Hang 2008 vor Bau des Katzenbergtunnels auf geologische Eigenschaften untersuchen. Entsprechende Ergebnisse wurden veröffentlicht. Darin heißt es, die Kriechbewegungen des geneigten Geländes seien seit Jahrzehnten bekannt und unter anderem auf die lockeren Mergel- und Tonschichten zurückzuführen. Das Regierungspräsidium Freiburg hat 2005 eine Infoschrift für Architekten, Planungsbüros, Baununternehmer und Bauherren initiiert, mit Ausführungen und Karten als „Hinweise auf geologisch bedingte Schwierigkeiten bei Bauvorhaben aller Art“. Zudem liegt Bad Bellingen in der Erdbebenzone 2. Was Bauherren hier einhalten müssen, ist in der DIN 4149 „Bauten in deutschen Erdbebengebieten“ und der Verfahrensverordnung zur Landesbauordnung festgelegt.

selbst entwickeln. Da allein die Hangsicherung 800 000 Euro kosten sollte, suchte er Unternehmen für eine Bauherrengemeinschaft. Wegen der großen Unwägbarkeiten des Projekts, kam diese nicht zustande. Schließlich gab er es an BG ab. Das Gesamtvolumen für die Panorama Terrassen beziffert der Investor auf 11,4 Millionen Euro. Diese finanziert BG mitunter über die Internetplattform Zinsbaustein.de. Darüber haben 613 Anleger 2,5 Millionen Euro zu 5,25 Prozent Zinsen in das Projekt investiert. Es ist schon die zweite Finanzierung dieser Art. Die erste Kampagne umfasste 1,8 Millionen. Sie lief wegen der Bauverzögerung aus und wurde mit der zweiten Tranche abgelöst.

Die Aussicht vom Grundstück in der Hofstraße geht bis zu den Vogesen.

Die Käufer bezahlen ihre Wohnungen in Raten nach Baufortschritt. Die erste Kaufpreisrate – rund 3,5 Millionen Euro – soll schon geflossen sein. Tätig wurde auf der Baustelle bisher eine regionale Baufirma, die eine Baustraße für die Bohrungen eingerichtet, zur Hangsicherung sogenannte Legosteine gesetzt und Bauzäune gestellt hat. Das alles wurde Ende Mai wieder abgeholt. Laut Anwohnern wegen ausstehender Zahlungen. Zum Eigenkapital macht BG keine Angaben. Der aktuellste Jahresabschluss von 2018 weist ein Aktienkapital von 100 000 Schweizer Franken auf. Die Avantgarde TWO GmbH – bisher mit Sitz im schwäbischen Ehingen, seit Juli in Konstanz –, die für das Projekt in Bad Bellingen gegründet wurde, ist überschuldet. BG bürgt für die Tochter mit einer Patronatserklärung über 3 Millionen Euro, was laut Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nicht zwingend mit einer Deckung verbunden sein muss. In der Broschüre für „Zinsbaustein“ zum Bauprojekt gibt BG an, seit 2014 Wohnungen im Wert von 50 Millionen Euro realisiert zu haben. Als Referenz nennt BG unter anderem ein Bauprojekt in Schopfheim: 32 Wohnungen, die alle verkauft sein sollen. Hier ruht die Bautätigkeit, laut Landratsamt weil die Baufreigabe fehlt. Auf ihrer Internetseite führt BG ein Objekt in Bad Säckingen mit 27 Wohnungen, die alle verkauft sein sollen.

Das Grundstück ist noch Wiesengelände. Um die geplante Fertigstellung einhalten zu können, müsste mit dem Bau jetzt begonnen werden, teilt die Verwaltung dort mit. Auf Nachfrage, wo Vorhaben realisiert wurden, reagierte BG nicht. Überdies laufen gegen zwei frühere Unternehmen des Geschäftsführers Erik Walter von Generalunternehmer Econ Bau beim Amtsgericht Ulm Insolvenzverfahren. Die Gemeinde Bad Bellingen hat sich immer wieder nach dem Stand des Projekts erkundigt. Einfluss auf das private Vorhaben könne sie nicht nehmen. „Natürlich wünschen wir uns, dass das Projekt realisiert wird“, sagt Bürgermeister Carsten Vogelpohl.

INFO B G BU S INE S S GR O UP BG gehört zur Holding „House of Wealth“, die mehrere Gesellschaften (Sei es AG, Impulse Estate, Avantgarde TWO) aus dem Bau-, Immobilien- und Finanzbereich vereint, um Wohnbau aus einer Hand entwickeln, vermarkten und erstellen zu können. Der Investor ist seit 11 Jahren, Geschäftsführer und Gründer Almir Gegig schon 18 Jahre aktiv. Der 41-Jährige ist für alle Gesellschaften verantwortlich. Als Berufshintergrund nennt er Diplom-Elektrotechniker und Wirtschaftsinformatiker.

Viele Vorhaben bisher nicht realisiert Die BG Business Group hat zahlreiche Bauprojekte in Baden Württemberg, aber wenig Bautätigkeit BG hat sich auf Bauprojekte in BadenWürttemberg spezialisiert, vor allem in Südbaden, der Bodenseeregion und vom Bodensee bis Ulm. Vielerorts zeigt sich eine Situation wie in Bad Bellingen. d Friedrichshafen/Kluftern: BG will neun Wohneinheiten bauen. Alle Wohnungen sollen verkauft sein. Geplant war Baubeginn September 2019, Fertigstellung ein Jahr später. Auf der Baustelle hat sich bisher nichts getan. Ein Bauzaun sichert das Gelände notdürftig ab. d Hergensweiler/Allgäu: BG plant zwei Mehrfamilienhäuser mit 20 Wohnungen. Alle Wohnungen sollen verkauft sein. Eine Baugrube ist ausgehoben. Eine aktuelle Bautätigkeit der BG im Ort verneint die Verwaltung jedoch.

d Überlingen-Deisendorf: BG will das 2018 geschlossene Gasthaus Löwen samt Gelände mit drei Mehrfamilienhäusern überbauen: 24 Wohnungen, eine Tiefgarage und Parkplätze auf dem Gelände. Als Baustart nannte BG Herbst 2019 mit 16 Monaten Bauzeit. Bisher ist kein Baufortschritt zu sehen. Das Gasthaus stand Anfang April noch. Auf dem Gelände waren Fahrzeuge und Anhänger abgestellt, im Eingangsbereich des Gasthauses standen viele Mülltüten. d Ehingen/Donau: BG will ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit 22 Wohnungen bauen, bisher kein Baufortschritt. Auf dem Grundstück stehen derzeit ein Wohnhaus mit Garten und ein Lagergebäude. Die beworbene ruhige Lage am Ufer der Donau verschweigt die

Papier- und Zellstofffabrik Sappi Global am Ufer gegenüber. d Radolfzell Gleisdreieck: Zusammen mit der Unitis AG aus Steinhausen/Schweiz, die zu BG gehört, soll das sogenannte „Gleisdreieck“ entstehen, eine 51 000 Quadratmeter große Fläche mit rund 230 Wohnungen, Gewerbeflächen und Freianlagen. Baustart sollte vergangenes Jahr sein, das Gelände liegt aber noch brach. Den Architektenwettbewerb zum Vorhaben entschied das Freiburger Büro Barton S-ASS für sich. Unitis will nun mit einem anderen Büro bauen. Für Mai 2020 angekündigte Probebohrungen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Stadt will den Entwurf des Bebauungsplans diesen Sommer und bis Ende 2021 seine Satzung beschließen.


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sa ms ta g, 7. a ugu s t 2021

Wir freuen uns sehr und gratulieren von Herzen zur Hochzeit

GLÜCKWÜNSCHE

Manuela & Armin, Carolin & Hans-Joachim, Helena & Lukas 7. 8. 2021 – Standesamt Munzingen – 13 Uhr

Johanna & Lothar Vom Ruhrpott über Umwege nach Freiburg gekommen mit zwei Koffern voller Liebesbriefe. Eine Liebe die am 8. August die Diamantene Hochzeit feiern darf. Hierzu gratulieren wir euch von Herzen und sagen Danke, dass es euch gibt und für alles, was ihr für uns getan habt.

Eure Liebsten

miriam & valentin

Unsere Kinder sagen Ja. Wir freuen uns über die Hochzeit von

Hallo liebe Sabine,

&

Maximilian

wie machst Du das? Du siehst jedes Jahr jünger aus! Du nimmst doch was?

Stefanie

Müllheim

7. August 2021

Carmen & Bernd Hunzinger Johannes & Judith

Liebe Mama, liebe Oma, 80 Jahre klug und weise liegen hinter dir auf deiner Lebensreise.

Staufen

Annette & Hubert Seifritz Michael & Jana, Alexandra, Michaela

Trauung um 14.00 Uhr in der Katholischen Pfarrkirche Herz Jesu in Müllheim

Blicke stets nach vorne und in Freude zurück, wir wünschen dir Momente voller Lebensglück.

Ich wünsche Dir zu Deinem Geburtstag alles Liebe und Gute, Gesundheit und Zufriedenheit.

Du bist immer für uns da, schön dass es dich gibt.

Dein Jürgen ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ist da … ❤ ❤ ❤ ❤ Zum freudigen Ereignis am 4. August ❤ ❤ liebe Wünsche für ❤ ❤ ❤ ❤ Selina & Timo ❤ ❤ Ab sofort auf ❤ ❤ Schritt und Tritt, ❤ ❤ gehen zwei kleine ❤ ❤ Füßchen mit … ❤ ❤

Andrea & Ralf, Katja & Frank, Aylin & Daniel, Lea, Romy, Ben

Oskar

Happy golden anniversary – we love you! Schicken Sie Grüße zum Geburtstag, Hochzeitstag oder zur bestandenen Prüfung. Glückwunschanzeigen unter 0800 / 22 24 22 1

BZ-Job-Talk Das Talkformat von DER JOBMARKT In der Interviewserie spricht Moderator Andreas Seltmann mit interessanten Gästen über spannende Themen aus der Arbeitswelt. Authentische und ehrliche Praxisbeispiele machen das Format kurzweilig und lebendig.

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❤ ❤ Alles Liebe von Opa Mario, Tjörven, Maike und Sieglinde

Aus Freund & Freundin wird Mann & Frau

Nicole Müller & Moritz Hoffmann Wir heiraten am 7. August 2021, im Schloß in Schmieheim, um 13.00 Uhr.


s a ms ta g, 7. a ug us t 20 21

region freiburg

badische zeitung

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FO TO: T H OMA S B ERW IG

UMSCHAU RE GI ON FRE IB UR G

Neue Kritik an B 31 West Nach Kritik von Breisachs Bürgermeister Oliver Rein (CDU) und der Grünen an der geplanten B 31 West nimmt auch die Umweltliste/Tierschutzpartei Stellung dazu. Fraktionsvorsitzender Jürgen Langer schreibt: „Jeder will diese Straße haben, aber nicht vor der eigenen Haustüre. Und die Gründe dafür sind richtig und absolut nachvollziehbar.“ Jede Variante sei für irgendjemanden ungünstig. „Eine Straße bringt mehr Verkehr, mehr Lärm und schadet dem Ausbau des ÖPNV.“ Das Straßenprojekt sei in einer Zeit entstanden, in der die Landesregierung „jedem Dorf einen Autobahnanschluss versprochen hat“. Der Landesnaturschutzverband sieht die gewählte Variante nicht durch den vom Bundestag beschlossenen Bundesverkehrswegeplan gedeckt. BUG GIN GE N

Mehr Bäume im Ort Ferien am Schönberg: Ein Wittnauer hatte die Idee, vom Hochwasser Betroffenen eine Auszeit anzubieten. Die findet Anklang.

Urlaub im Hexental für Flutopfer Engagierte Bürger aus Wittnau wollen Familien aus Hochwassergebieten Gratis-Ferien ermöglichen / Gastgeber und Spender gesucht

REGION FREIBURG. Eine Auszeit von den Sorgen nach der Flutkatastrophe – das will eine kleine, im Landkreis bisher wohl einzigartige Initiative aus Wittnau Betroffenen aus den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ermöglichen. Die Idee: Gratis-Urlaub im Hexental für Familien, die sich von den Strapazen erholen können. Für die spontane Idee werden jetzt Ferienwohnungen und Spender gesucht. „Ich habe die furchtbaren Bilder gesehen“, erzählt Udo Breeck aus Wittnau. Besonders bewegt habe ihn ein Bericht im Fernsehen über eine Frau mit vier Kindern und einer pflegebedürftigen Mutter, die nach der Hochwasserkatastrophe vor dem Nichts stand. „Ich kenne viele dieser Orte, die von den Flutfolgen betroffen sind“, sagt der gebürtige Kölner. Er habe dann überlegt, wie man – von direkten Spenden abgesehen – helfen könne. Bei einem Spaziergang durchs schöne Hexental sei ihm dann die Idee gekommen, gebeutelten Familien einen Urlaub in Witt-

nau zu ermöglichen – im Herbst oder Winter, wenn das Gröbste im Hochwassergebiet hoffentlich überstanden ist. Am Gartenzaun erzählte Breeck dann Jürgen Lieser, Gemeinderat und engagierter Bürger, davon – der befand die Idee für gut, und so kam eins zum anderen. Bürgermeister Jörg Kindel, Ursel Suchan vom Verein Wittnauer Leben, Manfred Hermann vom SC Au-Wittnau und weitere Vereinsvertreter wurden mit ins Boot geholt, die Idee wurde wei- Freie Ferienwohnungen werden gesucht. ter gesponnen, spontan eine Mail an Inhaber von Ferienwohnungen – auch del, der zugibt, dass die Idee sehr spontan in Nachbargemeinden – geschickt und kommuniziert wurde – wegen der Ferien. ein Aufruf gestartet: Wer hat freie KapaziAnnette Zimmermann vom Reeshof in täten? Was könnte man den Gästen anbie- Horben war eine der Ersten, die sich auf ten? Wer spendet Geld? Damit sollen den spontanen Aufruf aus Wittnau gemelnämlich das Programm und die Gastgeber det hat. „Man sollte den Menschen einbezahlt werden, denn „sie sind durch die fach helfen.“ Sie wolle Betroffenen aus Pandemie und das Beherbergungsverbot dem Hochwassergebiet eine schöne Zeit schon genug gebeutelt gewesen“, sagt bereiten, deshalb hat sie den OrganisatoUrsel Suchan. ren Zeiträume genannt, an denen sie – zu Wie vielen Familien man einen Gratis- einem Spezialpreis – in ihren vier FerienUrlaub konkret ermöglichen könne, hän- wohnungen noch Platz hat. „Die Gäste – ge von den Rückmeldungen ab. „Wir sind auch die, die dann woanders übernachten erstmal in der Planungsphase“, sagt Kin- – können außerdem zu uns kommen und

den Bauernhofalltag kennenlernen.“ Während die Kinder mit den Tieren beschäftigt seien, könnten die Eltern in HollywoodSchaukeln oder in der Sauna entspannen, so ihre erste spontane Idee. „Die Familien haben so viel mitgemacht, da dürfen wir uns hier schon mal was einfallen lassen“, sagt Annette Zimmermann. Aus den Ideen und Angeboten sollen Urlaubspakete geschnürt werden, wie Jörg Kindel erzählt. Über Kontakte zu Bürgermeistern, Organisationen und Bekannte vor Ort wolle man dann Familien finden, die einen Urlaub dringend brauchen. „Wir wollen uns da besonders an Orte richten, die ähnlich klein wie die im Hexental sind“, sagt Jörg Kindel. Erste Unterkünfte, Ideen und Angebote, wie etwa Kosten für einen einen Restaurantbesuch zu übernehmen, stehen den Organisatoren schon zur Verfügung. Die Wittnauer hoffen aber auf noch mehr. F OTO: S OERE N ST A CH E ( D PA )

Von Sophia Hesser

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Kontakt unter Hochwasserhilfe@au-wittnau.de; Das Spendenkonto lautet: IBAN DE116805 01010002 2794 44; BIC FRSPDE66XXX

„Mit jedem Regentag wird die Qualität schlechter“ Die Getreideernte stellt die Landwirte in der Region in diesem Sommer vor Herausforderungen und zahlreiche Probleme Von Max Schuler REGION FREIBURG. Derzeit sind im Breisgau die Mähdrescher unterwegs und holen das Getreide ein. Aufgrund des vielen Regens stehen die Landwirte allerdings vor zahlreichen Problemen, wie der Vizepräsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV), Bernhard Bolkart, auf BZ-Nachfrage mitteilt: „Bei so einem Wetter ist die Getreideernte eine riesige Herausforderung. Die Qualität des Getreides und des Rapses ist vielfach unbefriedigend und wird mit jedem Regentag schlechter.“ Der Regen habe zu einer nicht unerheblichen Verzögerung der Ernte geführt – mit Konsequenzen für den Maschineneinsatz. In den sogenannten Frühdruschgebieten entlang der Rheinschiene, aber auch im Bodenseeumland sei die Getreideernte in den vergangenen Jahren um diese Zeit bereits abgeschlossen gewesen, betont der BLHV-Vertreter. Da die Ernte dort aber noch im Gange sei, fehlten die Mähdrescher in den Gebieten, die traditionell später mit der Getreideernte anfangen wie etwa die Baar. „Dort

können sie die wenigen schönen Tage für die Ernte daher nicht nutzen“, sagt Bernhard Bolkart. Da ein großer Mähdrescher schnell einen sechsstelligen Betrag koste, besäßen nur die wenigsten Landwirte noch einen eigenen und griffen stattdessen auf Lohnunternehmer zurück. Durch den aufgeweichten Boden und das nasse Getreide könnten die Mähdrescher aber nicht mit voller Leistung arbeiten, was zu weiteren Verzögerungen führe.

Die bisherigen Erträge seien in den meisten Fällen durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich. „Bei der feuchten Witterung wachsen allerdings am Getreide auch Pilze, die im schlimmsten Fall dazu führen können, dass zum Beispiel Brotroggen, Brotweizen oder Dinkel für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet sind“, sagt Bolkart. Durch den Regen bestehe derzeit auch die Gefahr, dass das Getreide auf dem Feld anfange zu keimen und somit seine Back-

Getreideernte auf einem Feld bei Ehrenstetten

FOTO: SIEGFRIED GOLLRAD

qualität verliere. Bei Braugerste könnte die nötige Keimfähigkeit für die Malzgewinnung verloren gehen. Das Getreide könne mit einem zu hohen Feuchtigkeitsgehalt auch nicht einfach eingelagert werden und müsse aufwändig getrocknet werden, was zusätzliche Kosten verursache. Maximal 14,5 Prozent Restfeuchte dürfe das Getreide enthalten, sonst fange es an, zu schimmeln, sagt Bolkart. Das Bergen des Strohs für die Einstreu im Stall sei ebenfalls schwieriger und mit einem sehr viel größeren Aufwand verbunden. Die Nachfrage nach Weizen auf dem Weltmarkt sei derzeit groß. Ein wichtiger Absatzmarkt befinde sich dabei unter anderem in Nordafrika. Laut Bolkart werden für 100 Kilogramm Weizen momentan durchschnittlich rund 22 Euro bezahlt – das seien drei bis vier Euro mehr im Vergleich zum Vorjahr. „Dieses Jahr sind am Markt bessere Preise möglich. Wir hatten daher alle die Hoffnung auf eine gute Ernte. Doch vieles von diesen höheren Preisen fressen derzeit die Trocknung, die Abschläge für fehlende Qualität und die höheren Erntekosten wieder auf“, resümiert der Vizepräsident des BLHV.

Alle reden vom Klimawandel, die Gemeinde Buggingen wird zu diesem Thema mit einer Aktion tätig: Bürgermeister Johannes Ackermann und der Gemeinderat wollen Bürgern die Chance bieten, Bäume in ihren Gärten oder auf Streuobstwiesen zu pflanzen. Deshalb beschloss die Gemeinde, die Kosten für etwa 250 Bäume zu übernehmen. Die Aktion wird vom Landschaftserhaltungsverband des Landkreises organisiert. Die Bürgeraktion ergänzt das Pflanzprogramm der Gemeinde. HO C H S C HW A R Z W AL D

Funkturm am Hochfirst Protesten zum Trotz hält die Deutsche Funkturm am geplanten Standort für ihren neuen Funkmast am Hochfirst fest – direkt angrenzend an den Hochfirstturm. Das hat Lea Borgers, Sprecherin des Unternehmens, auf Anfrage der BZ erklärt. „Aufgrund der statischen Auslastung des Hochfirstturms, die sich ( . . .) nicht nur auf die Funkinfrastruktur, sondern auch auf den Personenverkehr bezieht, müssen wir einen Alternativstandort für unsere Funkdienste und zukünftige Antennen errichten“, teilte Borgers mit. Alternativen seien betrachtet und ein vorgeschlagener Ersatzstandort auf Eignung geprüft worden. TI T IS EE - NE US T A DT

Kleingärten nachgefragt Rückzugsort, Erholungsraum, Gemüsebeet – der Wunsch nach einem Garten ist in der Pandemie weiter gewachsen, haben doch viele Menschen während des Lockdowns das Gärtnern entdeckt. Das spürt die Stadt Titisee-Neustadt. Da auch auf dem Land nicht jeder sein eigenes Grün hat, sind die Anfragen nach einem Kleingarten gestiegen. „Wir haben derzeit mehr als 50 Interessenten für einen Garten“, sagt Felix Tritschler von der Stadtverwaltung. KI RC H Z A RT E N

Marihuana im Maisfeld Bei einem Überwachungsflug mit dem Polizeihubschrauber wurden am Freitag bei Kirchzarten in zwei Maisfeldern insgesamt 35 Marihuanapflanzen entdeckt. Wie die Polizei schreibt, wurden anhand der Bildaufnahmen und GeoDaten die Stellen überprüft und die Pflanzen beseitigt. Die Polizei ermittelt.

KURZ GEMELDET IH R ING EN -W A S E NW E IL ER

Vituskapelle geschlossen Die Vituskapelle bei Wasenweiler mit ihren historischen Wandmalereien kann wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht besichtigt werden, da in der kleinen Kirche kein Hygieneschutzkonzept umsetzbar ist. Die Kapelle wurde in der BZ-Serie über Kulturdenkmale in der Region vorgestellt.


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ti pp s u n d t e r mi n e

badische zeitung

WOCHENENDE

THEATER & BÜHNE FREIBURG − Wallgraben Theater: Jedermann. So. 21.46 Uhr. − Freie Waldorfschule Wiehre: Großstadtfieber. Circus-Theater der Abschlussklasse des Jojo-Zentrums. Sa 18 Uhr. − Theater der Immoralisten: Kaspar Sternenkind. Von Manuel Kreitmeier. Sommer-Open-Air des Theaters der Immoralisten. Sa 20.30 Uhr. BREISACH − Festspielgelände auf dem Münsterberg: Das tapfere Schneiderlein. Sa 17 Uhr. So 17 Uhr. EMMENDINGEN − Kath. Kirche St. Johannes: Emmendinger Kultursommer 2021: Dui do on de Sell „Un du lach’sch halt!“. So 20 Uhr. AUSVERKAUFT! Konstantin Wecker. „solo“. Sa 18 Uhr, Sa 20.30 Uhr. AUSVERKAUFT! Gogol & Mäx. concerto humoroso. So 15 Uhr. − Naturtheater im Steinbruch: 1001 Nacht. Kindertheaterstück. (Dernière) So 11 Uhr. Gretchen 89 ff. Sa 19.30 Uhr. STAUFEN − Zelt der KulturBauStelle: Ingenium Ensemble und Nejc Grm (Akkordeon). Sa 20 Uhr.

KLASSIK FREIBURG − Basler Hof: A Cappella Nacht. Nachwuchsensembles der Musikhochschule. Sa 20.15 Uhr. − Freiburger Münster: Orgelmusik zur Marktzeit. Mit Godehard Weithoff. Sa 11.30 Uhr. − Junghof (Kappel): Freiburger Akkordeon Orchester. Lebenszeichen. Cello: Philipp Schiemenz. Werke von Piazzolla, Ginastera, Rameau. Sa 19 Uhr. − Musikpavillon im Stadtgarten: Sounds of Summer. Karin Fleck (Akkordeon), Leonie Flaksmann (Violine), Nina Amon (Mezzosopran) und Marlene Esser (Sopran). Lieder von Brahms, Dvorak. Sa 19 Uhr. − Stühlinger Kirchplatz: Kultur_Los! Festival: davor – dazwischen – jetzt? Initiative Freie Musikszene Freiburg (IFMS). Syn flow Kollektiv, A.H.H. Suberg ,F. Santangelo uvm. Sa 16 Uhr.

EMMENDINGEN − Bier-Börse: Little Walter und Arno los stickos. Unerhört. Sound: Rock’n’Roll. Sa 19 Uhr. − Cocktailbar Zur Post: Snooks. Sound: Blues. Sa 19 Uhr. − Markgrafenschloss: African-Weekend. Adjiri Odametey & Gasandji. Sa 19 Uhr. Nkulee Dube – Tochter von Reggae Star Lucky Dub & Dub Tub. So 18 Uhr.

HINTERZARTEN − Evangelische Jakobuskirche: Kammerorchester Deutsche Spohr Philharmonie. Solistin: Sophie Wang (Violine). Werke von Händel, Vivaldi, Marschner. So 17 Uhr. ST. BLASIEN − Dom St. Blasien: Orchesterkonzert. Sophie Wang (Violine). Kammerorchester Deutsche Spohr-Philharmonie. Sa 20.15 Uhr.

GUNDELFINGEN − Schümperlehof (Wildtal): 5 past 9. Tom-Waits-Songs. Sa 20 Uhr.

SONSTIGE MUSIK

STAUFEN − Pfarrkirche St. Martin: Musik zur Marktzeit. Orgelkonzert von Stephan Rahn. Sa 11 Uhr.

EHRENKIRCHEN − Streicherkapelle (Ehrenstetten): Picknickkonzerte der Feuerwehr- und Winzerkapelle Ehrenstetten mit Gd.. So 10.30 Uhr.

FREIBURG − Alter Messplatz: Kultur_Los! Festival. Frequenz – Elektronisches. Lisa Supertramp, Mx. Plastik, Leika, Perle x Montage, Bioburden, Björn Peng. Sa 18 Uhr. − E-Werk: Tamburi Mundi: Live-Percussion (Parkplatz). Sa 19 Uhr. So 19 Uhr. Medieval Music from Mediterranean Sea. Sa 20 Uhr. Percussion Tadschikistan. Sa 18 Uhr. Rhythms of Eurasia. So 20 Uhr. − Freizeichen (Artik): Open Air: Pessimist + Deaf Aid. Sound: Trash-Metal. Sa 19.30 Uhr. − K.I.S.S.: Untrue. The One-Man-Band. Sa 20 Uhr. − Mensagarten: Pierre Omer & The Nightcruisers. After: Hercules, The Good Old Sound Truck. Sa 19.30 Uhr. − Museums-Bergwerk Schauinsland: Saxual Moments. Werner Englert. Solo-Saxophonkonzert. So 16.30 Uhr. − Stühlinger Kirchplatz: Kultur_Los! Festival. Jazz on Summer’s Night. Ingmar Kerschberger Trio. So 19.30 Uhr. Matinée – Tango, Bossa Nova & Chansons auf der Konzertgitarre. Matthias Kläger, Silvia Hofmann. So 11 Uhr. Hairball Remedy. So 17 Uhr. Willmann, Huber, Heidepriem. Sa 19.30 Uhr.

FRIEDENWEILER − Kurpark (Rötenbach): Musikverein Rötenbach. Sommerabendkonzert. Sa 18.30 Uhr.

GUNDELFINGEN − Schümperlehof (Wildtal): Blattmann Festival (Festzelt). Sa 14-24 Uhr. So 10-18 Uhr.

FREIBURG − Planetarium: Die Rettung der Sternenfee Mira. Für Kinder ab 5 Jahren. Sa 14.30 Uhr. GUNDELFINGEN − Schümperlehof (Wildtal): Freiburger Puppenbühne.Das goldene Einhorn. So 11Uhr. Kasper und der Pirat der sieben Meere. Sa 15 Uhr. Kasper und die gestohlene Kuckucksuhr. Sa 17 Uhr. So 15 Uhr.

KUNST & MUSEEN

MERDINGEN − Zehntscheuer: Open-Air-Konzert Musikverein. So 18 Uhr.

(Auswahl)

SANKT BLASIEN − Wanderparkplatz Mösle (Menzenschwand): Musikverein Menzenschwand. Platzkonzert. So 15 Uhr. SCHALLSTADT − Pfarrgarten (Mengen): Musikverein Mengen. Musikalisches Nostalgie-Café. So 15 Uhr.

VORTRAG & LESUNG FREIBURG − Spechtpassage: Marc Hofmann – Horvath und die verschwundenen Schüler. Marc Hofmann. Sa 21.30 Uhr.

MÄRKTE & MESSEN FREIBURG − Kartoffelmarkt: Flohmarkt. Sa 10-15 Uhr. − Messe Freiburg: Streetfood-Market. Sa 11-22 Uhr. So 11-20 Uhr. − Zollhallenplatz (Alter Güterbahnhof): Flohmarkt. Sa 10-15 Uhr.

BAD KROZINGEN − Kirche St. Leodegar (Biengen): Die Dreisamforellen: Reanimiert. Mike Schweizer (Saxophone), Rolf Kilchling (Schlagzeug), Andreas Herrmann (Klavier), Roberto Koch (Kontrabass). Im Pfarrgarten. So 17.30 Uhr.

EICHSTETTEN − Weingut Weishaar: Wein im Garten. Sa 17-23.59 Uhr.

KINDER & JUGEND

BAD KROZINGEN − Musikpavillon im Kurpark: Gemeindekapelle Bad Krozingen. OpenAir-Konzert. Sa 17 Uhr.

ROCK, POP, JAZZ

KONZERTREIHE

FREIBURG − Münsterplatz: Freiburger Weinsommer. Sa 18 bis 0. 30 Uhr, So 18-23 Uhr.

TITISEE-NEUSTADT − Eisweiher Titisee: Waldfest am Eisweiher. Fest des Musikverein Titisee-Jostal. Sa 11 Uhr. So 14.30 Uhr.

LENZKIRCH − Kirchplatz: Kappler Musikverein und Danjo. Sa 18 Uhr.

ST. PETER − Barockkirche St. Peter: Orgelkonzert. Mit Sietze de Vries. Werke von Scheidemann, Bach. So 17 Uhr.

HOCKS & FESTE

F OT O: SIL B E RBE RG WE RK

Liebe Leserinnen und Leser, für viele Events gelten Hygienevorschriften, es müssen Karten vorab gekauft oder reserviert werden. Bitte informieren Sie sich beim Veranstalter oder auf bz-ticket.de

BAD KROZINGEN − Kurpark: Picknick-Konzert Gemeindekapelle und Jugendkapelle. Sa 17 Uhr.

sa ms ta g, 7. au gu s t 2021

DACHSBERG − Dachsberger Kohlenmeiler (Wolpadingen): Kunsthandwerk. Vorführung der Errichtung des Kohlemeilers. Sa 11-19 Uhr. So 11-18 Uhr.

FREIBURG − Depot. K: Ricardo Pulido. Neosurrealismus. Malerei, Skulpturen. Sa, So 14-17, 18-21 Uhr. − Galerie Artraum: Finissage: Jutta Clemens. So 17-20 Uhr. − Kulturaggregat – Hilda 5: Das Kleben ist schön. Ausstellung des Freiburger Künstlers Didi. Sa 13-18 Uhr. − Wohnstift: Finissage: Bernhard Malin. Mit Künstler. So 10.30-14 Uhr.

MUSIK IM BERGWERK

Für Liebhaber von außergewöhnlicher Akustik gibt es ab diesem Monat in Freiburg mit der Konzertreihe „Musik im Silberbergwerk“ ein neues Erlebnis am Schauinsland. Als nächstes spielt der Jazzmusiker und Komponist Werner Englert am Sonntag, 8. August, 16.30 Uhr, sein Solo-Programm Saxual Moments im Bergwerkstollen bei 10 Grad. Karten: 18/ 15 Euro bei Juwelier Steiber, t 0761/26468. Info: mehr.bz/bergwerkkonzert

RIEGEL − Kunsthalle Messmer: Kilian Saueressig. Schlüssel des Lichts. Sa, So 10-17 Uhr.

DIES & DAS FREIBURG − Achillea-Heilpflanzengarten: Artenvielfalt. Führung. So 11 Uhr. Heilpflanzen. Führung. Sa 15 Uhr. − Bergstation Schauinslandbahn: Geschichte der Schauinslandbahn mit Schaffner Emil. So 11 Uhr. Sa, So 9-18 Uhr. − C-Punkt Münsterforum: Münsterführung. Sa 14 Uhr. − Erentrudis-Kapelle (Munzingen): Weinprobe auf dem Tuniberg-Höhenweg mit 5 Winzergenossenschaften. So 11-17 Uhr. − Martinstor: Freiburg Living History: Die Wanderhure. Sa 18 Uhr. − Münsterladen: Münsterbauhütte. Führung. Sa 13 Uhr.

ST. MÄRGEN − Kunsthaus St. Märgen: Monika Sebert. Textile Werke. So 13-17 Uhr. STAUFEN − Galerie K (Grunern): Gruppenausstellung Kunstsommer 2021. Sa, So 15-18 Uhr.

Alle Termine auf einen Blick im Internet:

BAD KROZINGEN − Dorfmuseum im Rathaus Biengen: 1250 Jahre Dorfgeschichte. So 14.30-17 Uhr.

BAD KROZINGEN − Lammplatz: Marktlesen & Musik. Büchertische der Mediathek, Sitzsäcke, Musik. Sa 9-14 Uhr.

BREISACH − Blaues Haus: Jüdisches Leben in Breisach 1931. So 14-17 Uhr. EMMENDINGEN − Galerie im Tor (Kulturkreis): Karl Streicher. Buntes Grau – Farbmalerei. So 12-17 Uhr. − Jüdisches Museum in der Mikwe: Eine tüchtige Frau. Eschet Chajil – die Frau im Judentum. So 14-17 Uhr. HINTERZARTEN − Schwarzwälder Skimuseum Hugenhof: Simon Straetker & David Lohmüller. Sa, So 12-17 Uhr.

BOLLSCHWEIL − Parkplatz am Bergbaulehrpfad: Führung: Zeitreise zu Bergleuten und Burgherren. Sa 15 Uhr.

− Keramikmuseum: Lena Biesalski. Sa 14-17 Uhr. So 12-17 Uhr.

POLITIK & VERBÄNDE

EICHSTETTEN − Samengarten: Führung. So 12, 14.

FREIBURG − Alemannen-/Ebneter Straße: Wahlzeit: Julia Söhne. SPD-Bundestagskandidatin auf Tour. Sa 10-12 Uhr.

TITISEE-NEUSTADT − Münster St. Jakobus (Neustadt): Münsterführung. Sa 10.30 Uhr.

IM KINO FREIBURG Cinemaxx Black Widow: Sa 13.45, 16.50, 19.15, 22.50, So 17.10, 19.30 Blackpink: The Movie (OV): So 14 Cash Truck – Wrath of Man: Sa 18, 21, 23.10, So 17, 19.45 Catweazle: Sa 12.40, So 12.30 Conjuring 3: Sa 20, 22.45, So 20 Die Croods – Alles auf Anfang: Sa 14.15, 17.30, So 14.45, 17.30 Die Olchis: Sa, So 12.30, 15 Fast & Furious 9: Sa 14.45, 16.45, 20.45, 22.30, So 13.30, 16.15, 20.20 Generation Beziehungsunfähig: Sa 20.10, So 20 Jungle Cruise: Sa 14.20, 17.15, 20, So 14.20, 17.15, 20.10 Old: Sa 17.30, 20.30, 23.15, So 17.20, 20.30 Ostwind: Sa 12.15, 14, 16.20, So 12.10,

DAS WETTER 19°

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Freiburg

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Bad Krozingen

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Pollenflugvorhersage

11° Waldshut-Tiengen

Lörrach Bad Säckingen

04:26/20:51Uhr

Auf- und Untergangszeiten gelten für Freiburg

11°

Schopfheim

Rheinfelden

3

0 l/m² Niederschlag

06:14/20:54Uhr 16°

Titisee Neustadt FELDBERG 1493 m

Weil a. Rh.

Basel

24°

Furtwangen

11° Schluchsee Bonndorf 8° 16° St. Blasien

19°

übermorgen

21°

10°

Elz

Emmendingen

Breisach a. Rh.

morgen

19°

30° 25° 20° 15°

Elzach

15°

Colmar

heute

8 l/m² Niederschlag

15° Lahr Ettenheim

BAD KROZINGEN Joki-Kino Catweazle: Sa, So 17 Der Mauretanier: Sa 20 Die Croods: Sa, So 14 Rosas Hochzeit: So 20 BREISACH Open-Air-Kino im Waldschwimmbad Verplant – Wie zwei Typen versuchen, mit dem Rad nach Vietnam zu fahren: Sa 21.30 BUGGINGEN Kino im Rathaus Nomadland: Sa, So 19.30 Peter Hase 2: So 15

21° 14°

Freiburg Schwarzwald kein-schwach mäßig

Kino unter Sternen im Eichwaldstadion Gott, du kannst ein Arsch sein!: Sa 21.30

EMMENDINGEN Cinemaja Der Rausch: Sa, So 17.45, 20.15 Die Olchis – Willkommen in Schmuddelfing: Sa, So 15 Jungle Cruise: Sa, So 16.45, 19.30 Kaiserschmarrndrama: Sa, So 17, 20 Ostwind: Sa 15, So 14.15 Peter Hase 2: Sa, So 15.15 Space Jam: A New Legacy: Sa 15, So 14.30 The Suicide Squad: Sa, So 17.15, 19.45 CineMaja Open-Air im Maja Biergarten Kaiserschmarrndrama: Sa 22

NEUENBURG Kino im Stadthaus Die Croods – Alles auf Anfang: So 15 Nomadland: Sa 19.30 TITISEE-NEUSTADT Krone-Theater Catweazle: Sa, So 17.30 Der Rausch: Sa, So 20.30 Die Olchis – Willkommen in Schmuddelfing: Sa 14.30, So 12, 14.30 Kaiserschmarrndrama: Sa, So 17.30, 20.15 Ostwind – Der große Orkan: Sa, So 14.45 Peter Hase 2 – Ein Hase macht sich vom Acker: So 12

MÜLLHEIM Central-Theater Kaiserschmarrndrama: Sa 19.30, So 17, 19.30 Ostwind – Der große Orkan: Sa, So 15

AKTUELLE INFOS UNTER WWW.BADISCHE-ZEITUNG.DE/WETTER

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19° Sélestat

Sommernachtskino im Innenhof des Schwarzen Klosters Die Welt wird eine andere sein: So 21.30 Parasite: Sa 21.30

7. AUGUST 2021

Offenburg

20°

Harmonie Catweazle: Sa, So 14.45, 17.45 Die Olchis: Sa, So 14, 16.20 Generation Beziehungsunfähig: Sa, So 20.30 Himmel über dem Camino: Sa 14.30 Ich bin dein Mensch: Sa 17 So 19.45 Kaiserschmarrndrama: Sa, So 15.15, 17.15, 18.30, 20.50 Met im Kino: Roméo et Juliette: So 13 Minari: Sa 19.45, So 17 Nebenan: Sa, So 19.30 Nomadland: Sa 17.30, 20.15, So 17.30, OV: So 20.15 Ostwind: Sa, So 15, 16.45 Peter Hase 2: Sa, So 14.15 The Green Knight: Sa 20, OV: So 20 Kandelhof-Kino Der Rausch: Sa 18, 20.50, So 18 OV: So 20.50 Kommunales Kino Amy (OV): So 20

13.30, 17.30 Peter Hase 2: Sa 13.30, So 12, 13.45 Space Jam New: Sa 13.15, 16 So 16.30 Spirit – Frei und ungezähmt: Sa, So 15 The Suicide Squad: Sa 17, 19, 20.30, 22.45, So 16.45, 19.40, 20.30 Tom & Jerry: So 14.10 Woozles: Sa, So 12 Friedrichsbau Aznavour by Charles (OV): Sa, So 15 Die Adern der Welt: Sa, So 17.30 Die Vergesslichkeit der Eichhörnchen: Sa, So 14.45 Fabian oder der Gang vor die Hunde: Sa, So 15.45, 19.40 Ferien auf Saltkrokan: Sa, So 15.15 Gaza Mon Amour: Sa, So 20.15 Quo vadis, Aida?: Sa, So 20 Rosas Hochzeit: Sa, So 18 Wer wir sind und wer wir waren: Sa, So 17.15, 20.30

Beifuß Wegerich schwach mäßig-stark

Ampfer Ampfer schwach-mäßig stark

Biowetter Das nasse und relativ kühle Wetter wirkt sich auf manche Menschen negativ aus. Die Neigung zu Kopfschmerzen, nervöser Unruhe, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen ist erhöht. Auch Kreislaufprobleme lassen sich nicht ganz ausschließen.

Weltwetter

heute

Bangkok Buenos Aires Delhi Havanna Hongkong Johannesburg Lissabon Los Angeles Mexiko Stadt Miami Moskau Nairobi New Orleans New York Peking Rio de Janeiro Tokio San Francisco Sydney Vancouver

34° h 23° h 34° w 31° s 31° Rs 22° s 26° s 29° s 24° R 31° w 30° w 22° w 32° h 30° w 34° h 24° h 30° Rs 22° h 19° s 18° R

morgen 34° h 15° R 33° w 32° s 33° h 22° s 25° s 29° s 22° R 31° w 27° w 23° w 32° R 30° w 33° b 25° s 30° Rs 22° h 16° w 21° h

übermorgen 35° h 10° R 34° b 31° s 32° Rs 23° s 27° s 28° s 23° R 32° w 28° b 24° w 32° R 30° h 30° Rs 26° s 29° Rs 22° h 17° h 22° h

Reykjavik

T

15°

sonnig heiter wolkig Gewitter bedeckt

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Regen Regenschauer Sprühregen Nebel Schnee

Ss Schneeschauer SR Schneeregen Temperaturen Tageshöchstwerte

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Stockholm

22° 1005 1010

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Dublin

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T

22°

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995

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Okklusion Wetterlage für Warschau mittags

24°

23° Kiew

Wien

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Paris

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Berlin 1005

Warmfront

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Warmluft Kaltfront

17°

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29° Budapest

Freiburg

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30°

Rom

35°

Tunis

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41° wolkig

bedeckt

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1010

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KURZ GEMELDET BA D K R OZ IN GEN

Picknick-Konzert Die Gemeindekapelle Bad Krozingen lädt für Samstag, 7. August, ab 17 Uhr zu einem Picknick-Konzert bei der Konzertmuschel im Bad Krozinger Kurpark ein.

Führung im Kurpark Die Kur und Bäder GmbH bietet am Dienstag, 10. und 24. August, Führungen durch den Kurpark an. Treffpunkt 10 Uhr Tourist-Info. Anmeldung bis Vortag, 12 Uhr, t 07633/4008 -163. S TA U FEN

Musik zur Marktzeit Am Samstag, 7. August, gestaltet Stephan Rahn, der neue Bezirkskantor der Erzdiözese Freiburg, die „Musik zur Marktzeit“ in St. Martin, Staufen. Das kleine Konzert beginnt um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird um eine Spende gebeten.

Anleitung zum Wohlfühlen in schönen Landschaften mit guten Wanderwegen, süffigem Wein und kulinarischen Köstlichkeiten: Der Verkehrsverein Bad Krozingen weiht mit Verantwortlichen von Kur und Bäder GmbH und Stadt weitere Wegweiser zum Wein-Erlebnispfad ein. FOTO: HANS-PETER MÜLLER

Anleitung für neue Wohlfühl-Ausflüge

MENSCHEN

Der Verkehrsverein Bad Krozingen hat neue Tafeln am Wein-Erlebnispfad eingeweiht / Tourismus hat weiterhin gute Perspektiven

Neuer Lions-Präsident

Von Hans-Peter Müller BAD KROZINGEN. Eigentlich sollten nur zwei neue Tafeln für den Wein-Erlebnispfad eingeweiht werden. Doch die kleine Wandertour des Bad Krozinger Verkehrsvereins geriet zu einem Grundsatz-Statement für die Ausrichtung des Tourismus-Sektors in der Kurstadt. Und dessen Perspektiven sind allen Corona-Widrigkeiten zum Trotz durchaus optimistisch einzuschätzen. „Rund um Bad Krozingen lässt sich’s gut wandern“ hieß es schon im Zusammenhang mit der Vorstellung der neuen Flyer der Kur und Bäder GmbH (BZ vom 12. Mai) für Wanderungen in die Teilorte Tunsel, Schlatt und Biengen. Dies wurde jetzt untermauert, denn auch der WeinErlebnispfad hat durch die neuen Schilder des Verkehrsvereins an Attraktivität ge-

wonnen. Und ein Flyer für Touren nach Hausen an der Möhlin soll folgen. Los geht es am Wohnmobil-Stellplatz gegenüber der Vita Classica. Vorbei an der Libanon-Zeder, die zum 100. Jubiläum der Entdeckung des Thermalwassers gepflanzt wurde, und schon ist man mitten in den Reben, hat die herrlichsten Ausblicke auf die Vogesen und später auf den Schwarzwald, bekommt durch die neuen Tafeln das Bergpanorama erklärt und weitere Infos über die Gegend, Land und Leute und natürlich den hiesigen, hervorragenden Wein und die badisch-alemannisch-elsässisch geprägte Kulinarik. Vorsitzende Gabriela Moser freute sich bei der Wandertour mit einigen Mitstreitern des Verkehrsvereins sowie Vertretern von Gemeinderat und Stadtverwaltung darüber, dass man mit den Schildern einen Baustein zum weiteren Marketing für Bad Krozingen als Tourismusstadt leisten konnte. Die Elemente Wein und Wan-

dern hätten sich schon vor Corona als Magneten für die einheimischen Hotels und Gastronomiebetriebe erwiesen. Verbunden mit den guten Ideen der Kur und Bäder GmbH und der Unterstützung der Stadt wolle man daran weiter arbeiten. Kurdirektor Rolf Rubsamen unterstrich die Bedeutung des Heilwassers für die Gesundheitsstadt und freute sich darüber, dass seit Anfang Juli Gesundheitskuren bei den Krankenkassen wieder Pflichtleistungen seien. Neben Kuren und Wellness habe Bad Krozingen aber noch viel mehr zu bieten, was in die Zukunft weise. Leichte Wanderungen, egal ob zu Fuß oder per E-Bike, verbunden mit Wein und kulinarischen Angeboten seien ein Schlüssel zum Erfolg, wie man an den stets ausgebuchten kulinarischen Weinwanderungen sehe, die auch viele Übernachtungsgäste von auswärts anzögen, so Rubsamen. Er verwies auch auf die großen Investitionen in die Vita Classica mit

13 Millionen Euro und das Hotel am Kurpark mit 30 Millionen Euro, die Beleg dafür seien, dass man mit viel Optimismus an die Zukunft des Tourismus-Standortes Bad Krozingen glaube. Leckere Vesperhäppchen vom Café Sahnehäuble mit echtem Schwarzwälder Speck und die frischen Sommer-Cuvées „Be happy“, „Enjoy life“ und „Relax“, die Winzer und zweiter Vorsitzender des Verkehrsvereins, Rolf Ruf, kredenzte, gaben einen Vorgeschmack auf das, was Bad Krozingens Gäste erwarten dürfen. –

Kulinarische Weinwanderung am Samstag, 2. Oktober, Start um 11.30, 12.30 und 13.30 Uhr, geführte Wanderung mit VierGang-Menü, Weinen und Wasser (41,90 Euro), Anmeldung Tourist-Info t07633/4008-164

D Die Wandertouren in die Ortsteile kann man auch online einsehen unter: http://www.bad-krozingen.info

Den Green Deal lokal umsetzen – aber wie? Bei einer Podiumsdiskussion der CDU Staufen suchten Experten nach Lösungen für eine umweltgerechte und lebenswerte Zukunft

STAUFEN. „Der Green Deal – wie er unsere Wirtschaft, unsere Landwirtschaft und unsere Ernährung beeinflussen wird“. Der Titel war gleichzeitig These. Franz Wiesler, Wissenschaftlicher Direktor der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Speyer, stellte in seinem Vortrag für einen Themenabend der CDU Staufen vor etwa 100 Zuhörern nicht mehr die Frage, ob dieses Programm der Europäischen Kommission unser Leben beeinflussen wird, sondern legte dar, wie weit die Eingriffe gehen und welche Widerstände sie auslösen.

BUNDESTAGSWAHL 26. September 2021

Der Green Deal ist ein Plan, mit dem bis 2050 Klimaneutralität erreicht werden soll, unter anderem durch saubere Energie, ressourcenschonendes Bauen und Wohnen, Erhalt von Ökosystemen, nachhaltige Mobilität und ein Umdenken beim persönlichen Konsum. Das bedeutet viele sehr unpopuläre Maßnahmen, die für den Einzelnen ins Geld gehen werden: Verteuerung von Öl, Gas und Ben-

zin, Abschaffung der Subvention von Flugbenzin, emissionsfreie Pkw ab 2035, und höhere Umweltstandards bei der Lebensmittelproduktion. Das werde auf dem Energiesektor nicht ohne einen immensen Ausbau von Wind und Solar zu machen sein, so Wiesler. Da der globale Bedarf an Nahrungsmitteln bis zum Jahr 2050 um bis zu 56 Prozent steigt, werde es zu einem Konflikt „umweltgerechte Landwirtschaft versus ausreichende Lebensmittelproduktion“ kommen. So fordert der Green Deal, den Einsatz von Pestiziden, Düngemitteln und Antibiotika um bis zu 50 Prozent zu senken; eine plausible Forderung, wie Wiesler sagte. Bedenken müsse man allerdings, dass dadurch etwa ein Drittel der möglichen Erträge wegfallen könnten. Sein Fazit: zum Umbau des Wirtschafts- und Ernährungssystems Ressourcen produktiver nutzen, umwelt- und naturverträgliche Techniken einsetzen und den Ressourcenverbrauch vermindern. Ato Ruppert von der Bürger-EnergieGenossenschaft Südbaden (BEGS) warb bei der anschließenden Diskussion für erneuerbare Energien. Bewusste Energiewahl könne ein Schritt sein auf dem Weg zu einem weniger verschwenderischen Lebensstil. Er räumte ein, dass Solaranlagen nicht rentabel seien, wenn man nur die Einnahmenseite betrachte. Doch bereits ein Drittel Einsatz von Solarstrom für den Eigenverbrauch lasse die Rechnung ganz anders aussehen. Und neue Formen wie das Contracting (BEGS baut PV-Anlage, vermietet sie an den Hausbesitzer und

F OT O: R A IN ER R U TH E R

Von Rainer Ruther

Wie kann man den Green Deal lokal umsetzen (von links): Franz Wiesler, Martin Linser, Moderator Bernhard Nägele, Martin Geng, Ato Ruppert teilt Einnahmen mit ihm) machten PVAnlagen für viele interessant. Martin Geng vom Obstparadies Staufen und der Wein- und Spargel-Anbauer Martin Linser sahen im Green Deal mehr Gefahren als Nutzen. Das Verlangen nach weniger Giftstoffen und Dünger werde zu einem Sterben kleinerer Betriebe führen, so Linser; schon heute sei Landwirtschaft oft nur Fassade für Feriengäste, wenn nur der Tourismus das Überleben der Bauern sichere. Kritisch sah Linser die zunehmende Versiegelung von Flächen für Häuser- und Straßenbau. Sein Fazit: Wenn’s drauf ankommt, die Menschheit zu ernähren, muss man enorm viele verschiedene Mittel einsetzen. Jammern nützt nichts, so begann Geng. Sein Betrieb arbeite schon längst nach höheren Standards als der Green Deal fordere: ohne Pestizide, Herbizide und Mine-

raldünger und mit weniger Energieeinsatz pro Kilo Obst. „Dort müsste die Reise hingehen“, sagte er. Er wies auf kuriose Entwicklungen im Naturschutz hin. So gebe es etwa 600 Eidechsen auf seinen 20 bewirtschafteten Hektar. Würde man die Kosten für die Umsiedlung von Eidechsen beim Bau von Stuttgart 21 von 3000 Euro je Tier zugrunde legen, wären sie 1,8 Millionen Euro wert. Bemerkenswert sei auch, dass ein Verzicht auf Herbizide höheren Energieverbrauch bedeute, da öfter mit Maschinen Unkraut entfernt werden müsse. Fast jeder wolle pestizidfreie Lebensmittel, gekauft würden sie nur von 0,2 Prozent der Bevölkerung, und jeder wolle heimisches Obst, aber 82 Prozent auf dem deutschen Markt sei importiert. Veränderungen herbeizuführen, so sagte Geng, sei eben extrem anstrengend.

Hans-Jörg Schelb wurde zum Präsidenten des Lions Clubs Bad Krozingen-Staufen im Lionsjahr 2021/2022 gewählt. Sein Vorgänger Klaus-Peter Schmitz-Weckauf hatte seine Amtszeit unter das Motto „Dem Gemeinwohl dienen“ gestellt. Dieses sei angesichts der Corona-Pandemie von mancherlei Entbehrungen, wie dem Wegfall von interessanten Exkursionen, geprägt gewesen. Dass er es trotzdem verstand, während dieser Zeit das Zusammengehörigkeitsgefühl im Club aufrecht zu erhalten, zeigte der große Beifall der Anwesenden im Bad Krozinger Kurhaus. Beifall gab es auch für den bisherigen Hans.-J. Schelb Schatzmeisters Erhard Stoll und seine Frau Christiane. Dieses Amt wird künftig Pierre Schwerdtfeger übernehmen. Präsident Hans-Jörg Schelb will unter dem Motto „Wir dienen der Gesellschaft“ Vorträge organisieren, die einen Bogen spannen von Gesundheitsthemen zu Klimawandel bis hin zur Begegnung mit der Natur.

Neue Rotary-Präsidentin Anja Schilling wurde beim jüngsten Treffen im Veranstaltungssaal des Weinguts Fritz Wassmer zur Präsidentin des Rotarier-Clubs Bad Krozingen gewählt. Sie folgt auf Norbert Bekermann, dessen Präsidentschaftsjahr mit dem Motto „Gesehen werden“ unter den Folgen der Corona-Krise gelitten hatte. Öffentliche Veranstaltungen wie das generationenübergreifende gemeinsame Singen oder das Benefizkonzert mit der Bigband „Streulichter“ mussten ausfallen, die wöchentlichen Zusammenkünfte wurden durch digitale Meetings ersetzt. Diese waren aber erstaunAnja Schilling lich gut besucht. Eine digitale Weinprobe wurde zur stilvollen Party auf Distanz. Anja Schilling stellt ihre Präsidentschaft unter das Motto „Zusammen Haltung zeigen“ und hofft darauf, dass die öffentlichen Veranstaltungen wieder durchgeführt werden können. Als ihr Nachfolger ab Juli 2022 wurde Dietmar Trenk designiert.


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Das fleißige Üben hat sich gelohnt Die Brüder Alexandru und Stephan Duchaussoy haben beim Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ den ersten Platz belegt FFO OTO: TO: S US AN NE N E B RE ME R

Von Susanne Bremer BREISACH/IHRINGEN. Die jungen Nachwuchspianisten Alexandru und Stephan Duchaussoy haben beim Landeswettbewerb von „Jugend musiziert“ in Calw mit der Höchstpunktzahl den ersten Platz erreicht. In ganz BadenWürttemberg gab es in der Altersgruppe 2 nur drei vierhändige Teams, die die 25 Punkte erreichten. Das eifrige und konsequente Üben der Brüder hat sich also gelohnt. Bereits einige Wochen zuvor überzeugte das Duo mit seinem Programm beim Regionalwettbewerb in Freiburg und erreichte auch dort Position eins mit den meisten Bewertungspunkten. Fünf Stücke umfasste der Vortrag, mit dem Alexandru und Stephan bei den beiden Wettbewerben angetreten sind. Am liebsten spielten die beiden dabei mehrere kurze Walzer in F-Dur von Wolfgang Rihm und steckten mit ihrer Begeisterung und den leichthändig gespielten Rhythmen auch die Jury an. Ansonsten verlangte das Andantino Nummer 3 „Le Jardin“ von Gabriel Fauré ihre ganze Aufmerksamkeit. Sie wurden dem hohen Anspruch gerecht: Alexandru arbeitete die langsame Linie des hochromantischen Stückes klar heraus, während Stephan ab Takt 17 einen „Glitzerregen“ mit vielen schnellen Noten erzeugte. Ein Jahr lang vorbereitet Seit fast einem Jahr haben sich die beiden Jungs mit ihrer Ihringer Klavierlehrerin Almut Ernst auf das Ereignis vorbereitet. Zunächst im Einzelunterricht, seit einigen Wochen vierhändig. Sehr motiviert und fleißig haben sie geprobt, bescheinigte ihnen die Musikpädagogin. Insgesamt nehmen sie seit sieben beziehungsweise seit fünf Jahren bei ihr Klavierunterricht. Doch nicht nur häufiges Spielen macht den Erfolg aus. Man müsse auch wissen, wie man wirken möchte und wo man hin will. Deshalb empfiehlt Almut Ernst ihren

Alexandru und Stephan Duchaussoy haben Spaß am Klavierspiel. Schülern, immer auch die Interpretationen von Profis anzuhören. Offenbar beherzigten die Brüder diesen Rat. Nach mehreren Wettbewerben von „Jugend musiziert“, bei denen sie als Solisten je-

weils zweite Plätze erreichten, folgte nun der große doppelhändige Erfolg, auf den alle Beteiligten zu Recht stolz sind. Vom Landratsamt bekamen die beiden musikalischen Talente als Anerkennung

für ihre Leistung je eine Enzyklopädie über das Land Baden-Württemberg. Beide schmökern gerne darin, um viel über ihre jetzige Heimat zu erfahren. In ganz jungen Jahren lebten die Brüder auch schon eine Zeit lang in den USA. Stephan wurde dort geboren. Als er sechs Monate alt war, kehrte die Familie nach Deutschland zurück, zunächst nach Staufen, aber schon bald konnte sie ihr neues Zuhause in Breisach beziehen. Erinnern können sich der Elf- und der Dreizehnjährige nicht an Amerika, entstanden ist in dieser Zeit aber eine Affinität zu Fremdsprachen. So lernen sie auch außerhalb der Schule weiter Englisch und verstehen außerdem Rumänisch und Französisch, die Muttersprachen ihrer Eltern und Großeltern. Sport zum Ausgleich In ihrer Freizeit spielen Alexandru und Stephan Duchaussoy gerne Schach und besuchen dafür die Schach-AG von Stefan Dufner, die in der Julius-Leber-Schule angeboten wird. Zum körperlichen Ausgleich sind die Jungs aktiv im Breisacher Karate Dojo bei Josef Faller, auch haben sie lange Zeit bis zur Corona-Zwangspause in der Leistungsriege des Breisacher Turnvereins trainiert. Oft treffen sie sich aber einfach ausgelassen ohne Termine mit ihren Schulfreunden zum Radfahren. Über das gute Abschneiden beim Landeswettbewerb freuen sich auch ihre Lehrer am Martin-Schongauer-Gymnasium, an dem die beiden guten Schüler die 5. und 7. Klasse besuchen. Bei der Verabschiedung in die Ferien durfte sich die Schulgemeinschaft zwar nicht traditionell in der Aula versammeln. Seitens der Schulleitung ließen sich Anja Schreiner und Karl-Georg Schnitzler daher etwas Besonderes einfallen, um die Leistung der Duchaussoy Brüder zu würdigen: Sie durften ihr Wettbewerbsrepertoire in der Aula spielen, der Auftritt wurde aufgezeichnet und in alle Klassenräume übertragen. Es war musikalischer und passender Abschluss nach einem besonderen Schuljahr.

RHEINGEFLÜSTER Badesaison 2021

Seltener Luxus Von Dirk Sattelberger Mit großer Verspätung hat das Breisacher Waldschwimmbad geöffnet. Nun empfängt es seit einer Woche saniert und mit neuem Edelstahlbecken die Badegäste – aber fast keiner kommt. Auf dem Parkplatz gähnende Leere, und in den Becken ist man mehr oder weniger alleine. Klar, das Wetter. Aber auch ohne Regen ist oft nicht mehr als ein Dutzend Besucher im Freibad; am sonnigen Freitag waren um 12 Uhr im neuen Buchungssystem nur 18 Leute registriert. In anderen Freibädern in der Region sieht es nicht besser aus. Wo es in den Schulferien um die Mittagszeit einst hoch herging und der Duft nach Pommes und Sonnenmilch in der Luft hing, herrscht dieses Jahr Ebbe. Ist den Menschen in der Coronakrise die Lust aufs Baden vergangen? Hängen Sie bei Netflix und WhatsApp fest? Und wo sind eigentlich die französischen Jugendlichen geblieben, früher treue Stammgäste des Waldschwimmbads? Auch wir kennen die Antwort nicht. Aber eins ist klar: Wer jetzt ins Freibad geht, kann sich über Platz ohne Ende freuen. Kein langes Anstehen, kein Stress. Eigentlich ein Luxus. Diese Woche berichtete eine BZ-Leserin, wie überraschend gut es sich angefühlt hat, bei Regen im warmen Wasser eines Pools zu baden. Wer es ihr nachmachen will, hat in diesen Tagen laut Wetterbericht gute Gelegenheit dazu. d sattelberger@badische-zeitung.de

Funkmast an der Bahnlinie Rat stimmt Baugesuchen zu

Weitere Kritik an B 31 West

Tennisplatz wird umgebaut

Umweltliste/Tierschutzpartei

VOGTSBURG-BISCHOFFINGEN (trh). Die Halle in Bischoffingen wird derzeit umfangreich saniert und durch einen Anbau mit Kindergarten, Ortsverwaltung und Vereinsräumen erweitert (die BZ berichtete mehrfach). Im Zuge des Baus der Außenanlage soll nun auch einer der an die Halle angrenzenden Tennisplätze des TC Bischoffingen zu einem Multifunktionssportplatz ausgebaut werden, der vormittags von den Kindergartenkindern genutzt werden kann. Entsprechende Arbeiten vergab der Gemeinderat der Stadt Vogtsburg in seiner Sitzung an die Firma Rievo Tennis und Sportplatzbau, die im Mai bereits mit der Gestaltung der

BREISACH. Nach Kritik vom Breisacher Bürgermeister Oliver Rein (CDU) und der Grünen an der geplanten B 31 West nimmt auch die Umweltliste/Tierschutzpartei Stellung zu dem Straßenprojekt. Fraktionsvorsitzender Jürgen Langer schreibt: „Jeder will diese Straße haben, aber nicht vor der eigenen Haustüre. Und die Gründe dafür sind richtig und absolut nachvollziehbar“, heißt es in der Pressemitteilung. Jede Variante sei für irgendjemanden ungünstig. „Eine Straße bringt mehr Verkehr, mehr Lärm und schadet dem Ausbau des ÖPNV.“ Gäste suchen Ruhe und Erholung Dass der ländliche Raum gestärkt werden müsse, sei unbestritten. „Aber wovon lebt denn der ländliche, idyllische Raum in Südbaden? Durch gesunde Industrieunternehmen, Zulieferindustrie an entsprechenden Standorten und sehr stark vom Tourismus. Gerade Touristen in Südbaden suchen Ruhe und Erholung und genießen die einmalige Landschaft und die badische Gastlichkeit.“ Das Straßenprojekt B 31 West sei in einer Zeit entstanden, in der die Landesregierung „jedem Dorf einen Autobahnanschluss versprochen hat“, schreibt Jürgen Langer. Die Ratsfraktion Umweltliste/Tierschutzpartei setze sich ein für lokale Umgehungsstraßen und eine Ertüchtigung der bestehenden B 31 zwischen Breisach und dem Autobahnanschluss bei Hausen. Das gesparte Geld sollte in den Ausbau der Kindertagesstätten und Schulen, in Schulsozialarbeit und Schulpsychologen investiert werden.

Bei Bischoffinger Halle entsteht eine kleine Sportanlage Außenanlage beauftragt worden war. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich auf rund 73800 Euro. Wegen der bislang günstigen Ausschreibungsergebnisse bewegen sich die Gesamtkosten für die Außenanlage immer noch im kalkulierten Rahmen, der Umbau des Platzes kann zudem durch Mittel aus dem Förderprogramm „Soziale Integration im Quartier“ bezuschusst werden. Wie Vogtsburgs Bürgermeister Benjamin Bohn erläuterte, kam der Vorschlag zu dem Umbau vom Tennisclub. Der Platz wird nun mit einem neuen Belag sowie Toren, einem Basketballkorb, Multifunktionspfosten und einer Bande um das Spielfeld versehen.

Glücksfall

ALS SCHEUE TIERE LASSEN sich Schlingnattern nur selten sehen. Um so erfreuter war BZ-Leserin Gabriela Grammel, als sie jüngst in der Nähe des Waldschwimmbades dieses Exemplar unter einer Hecke entdeckte. Sie vermutet, dass die Schlange während der Paarungszeit ihre Scheu ein wenig verloren hat.

Nachverdichtung in Ihringen Gemeinde engagiert Experten IHRINGEN (trh). In Ihringen machen sich Gemeinderat und Verwaltung Gedanken darüber, wie die bauliche Nachverdichtung im Winzerort gelingen kann. Einen Vorstoß zur besseren Steuerung hatte die SPD-Ratsfraktion in der Juni-Sitzung des Gremiums gemacht (die BZ berichtete). Gemeinderätin Susanne Bremer forderte damals: „Trotz des gemeinsamen Wunsches nach Nachverdichtung wünschen wir uns ein gewisses Mitspracherecht.“ Die anderen Fraktionen sahen das ähnlich, die Verwaltung wurde deshalb damit beauftragt, Wege aufzuzeigen, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Das Thema sei äußerst schwierig, sagte nun Bauamtsleiter Rainer Kiss in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Zwei Möglichkeiten Letztlich würden der Kommune nur zwei Wege offenstehen: Mit neuen oder überarbeiteten Bebauungsplänen könnte die Anzahl der Wohneinheiten pro Gebäude festgelegt werden. Der Aufwand dafür sei jedoch immens und „von zweifelhaftem Nutzen“. Eine zweite Möglichkeit bestünde darin, jedes Bauprojekt für sich zu bewerten und gegebenenfalls Einfluss auf die Bauherren zu nehmen. Sollte dies nicht gelingen, könne immer noch ein Bebauungsplan aufgestellt oder überarbeitet werden. Die Gemeinderatsmitglieder kamen überein, gemeinsam mit dem Büro fsp Stadtplanung aus Freiburg Möglichkeiten einer gesteuerten Nachverdichtung zu prüfen. Fachanwalt Thomas Burmeister soll dabei eine rechtliche Bewertung vornehmen.

IHRINGEN (trh). Mit einer ganzen Reihe von Baugesuchen beschäftigte sich der Ihringer Gemeinderat, der sich zu seiner letzten öffentlichen Sitzung vor der Sommerpause in der Kaiserstuhlhalle zusammengefunden hat. Einmütig stimmte das Gremium dabei für den Bau eines 35 Meter hohen FunkStahlgitterturmes, den die Deutsche Funkturm GmbH im Gewann Ried an der Bahnlinie zwischen Ihringen und Wasenweiler errichten möchte. Mit dem Funkmast soll der Mobilfunkempfang entlang der Bahnstrecke und im Bereich der Landesstraße 114 verbessert werden. Durch den Standort in der Nähe der Bahnlinie können die vorhandenen Stromkabel für die Energieversorgung genutzt werden. Eine Bescheinigung zur Begrenzung der elektromagnetischen Felder liege für die Anlage vor, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das Baugesuch war bereits zuvor in nicht-öffentlicher Sitzung behandelt worden. Befreiung vom Bebauungsplan Die Zustimmung der Rätinnen und Räte fanden auch der Neubau einer Lagerhalle und die Anlage von drei Wohnmobilstellplätzen in der Maienbrunnenstraße, der Neubau eines Einfamilienwohnhauses in den Martinhöfen, die Umnutzung von zwei Aufenthaltscontainern zu Lagerzwecken im Lilienhof, die geänderten Pläne für den Neubau eines Wohnhauses mit Ferienwohnung und Verkaufsraum im Fürhäupterweg, der Neubau eines Einfamilienhauses in der Schwarzwaldstraße, die Befreiung von Vorgaben des Bebauungsplanes beim Bau eines Wohnhauses in der Breulstraße im Neubaugebiet Kaibengasse, die geänderten Pläne für den Bau eines Doppelhauses in der Straße Im Abtsweingarten, der Umbau einer Hofanlage in der Kirchstraße, der Bau eines Geräteunterstandes im Waidweg sowie die Planie von vier Rebgrundstücken im Gewann Wildenstieg.


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r e gion f r ei bu rg

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FO TOS : ING O A RN DT P H OT OG RAP H Y/ A ND RE A DRE SC HE R/ ING O W AG N ER ( D PA ) /B E RND T H ISS EN ( DP A )

Um Tiere und regionale Produkte geht bei den Sommer-Hautnah-Veranstaltungen der Breisgau-Redaktion.

Frisch produziert gleich auf den Tisch BZ-HAUTNAH:

Um gesundes Essen aus der Region geht es bei fünf Leserveranstaltungen der Breisgau-Redaktion in den Sommerferien

Von der Breisgau-Redaktion

W IE FUN KT IO N IER T ’ S ? Zwischen dem 11. August und dem 2. September gibt es fünf Veranstaltungen im Freiburger Umland, vom Forellenhof im Umkirch über einen Imker in StegenEschbach, einen Bauernhof mit freilaufenden Hühnern in Stegen, den Südhof in Denzlingen bis zum Ringlihof in Horben

BZ-Hautnah Informieren und Diskutieren

mit seinen Ziegen. Jede Veranstaltung dauert etwa 90 Minuten, es können bis zu 25 Menschen teilnehmen, eine Anmeldung ist für jede Veranstaltung notwendig. Gerne gesehen sind Familien mit Kindern, auf sie ist das Programm auch etwas abgestimmt. Bei der Anmeldung muss bitte jeder, also auch die Kinder, einzeln genannt werden. Die Anmeldung ist mehrere Tage vor dem nächsten Termin möglich. Die BZ wird den entsprechenden Link auf den Breisgauseiten rechtzeitig veröffentlichen. Mit der Anmeldung erfahren Teilnehmer auch die genaue Adresse und den Treffpunkt. Den Link für den Forellenhof gibt es bereits, er steht am Ende dieses Textes. Die Veranstaltungen sind für die Teilnehmer kostenlos. FIS C H E Das Programm startet am Mittwoch, 11. August, um 16 Uhr mit einem Besuch des Forellenhofs in Umkirch. Die Mitarbeiter des Familienbetriebs von Werner Fath arbeiten noch klassisch, „bei uns wird alles von Hand gemacht“, sagt er. Entsprechend werden sich die Besucher im Be-

EI ER Im Mittelpunkt der Veranstaltung auf dem Fußenthomashof in Stegen stehen Hühner und ihre Eier. Am Donnerstag, 19. August, geht es um 16 Uhr los, dann werden die 260 Hühner gleich mal gefüttert. Ursula Ketterer, die mit ihrem Mann den Hof betreibt, lacht, wenn sie erzählt, wie die Hühnerschar hinter demjenigen herläuft, der das Futter mitbringt. Das werden die Besucher erleben, auch einen Blick in die Hühnermobile, in denen die

bensgrundlagen unser Ziel“, so beschreiben Christoph und Martin Höfflin auf der Homepage die Philosophie des Südhofes, den sie mit ihren Familien betreiben. Am Mittwoch, 25. August, haben BZ-Leserinnen und Leser ab 10.30 Uhr Gelegenheit, sich den Hof vor Ort anzuschauen. Dann werden auf den rund 20 Hektar Betriebsfläche auch die ersten Äpfel reif sein. Wer möchte, kann die verschiedenen Sorten probieren, wie Stefanie Magens-Höfflin ankündigt. Fragen zu den Obstbäumen im eigenen Garten werden beantwortet, auch wenn ein Obstbetrieb nur wenig mit einem Hausgarten zu tun hat. Die Besucher können viel erfahren über die verschiedenen Obstsorten, die angebaut werden, über neue Sorten, die gut schmecken, aber gleichzeitig im Anbau robust sind, das heißt, etwa den Pilzen oder dem Sonnenbrand trotzen. Auch kann es darum gehen, was die Globalisierung mit der Ausbreitung von Schädlingen zu tun hat und wie man im Bioobstbau wirtschaftlich arbeiten kann. FFO OTO: TO: H U UB BE E RT GE G EM M ME RT

REGION FREIBURG. Das Freiburger Umland ist reich an Betrieben, die sich darum kümmern, dass bei den Menschen gesundes Essen auf den Tisch kommt. Und die Bürgerinnen und Bürger achten immer mehr darauf, dass ihr Essen aus der Region kommt – frisch produziert, ohne lange Transportwege und mit wenig oder gar keiner Verpackung. Die Breisgau-Redaktion bietet in den Sommerferien fünf Hautnah-Veranstaltungen an, bei denen sich Leserinnen und Leser vor Ort informieren können, wo das Essen eigentlich herkommt. Zielgruppe sind vor allem junge Familien mit Kindern.

trieb umschauen dürfen, erfahren, wie Fische geräuchert werden und worauf man dabei achten muss – in Umkirch werde zum Räuchern noch klassisches Holz verwendet und keine Essenz, betont Werner Fath. Gezeigt wird auch, wie Fische zerlegt und verarbeitet werden, und zwar nicht nur Forellen. Es gibt im Fischhandel des Forellenhofs auch See- und weitere Süßwasserfische. Was den Unterschied ausmacht, wird den Gästen erläutert, ebenso gibt es eine Antwort auf die Frage, woran man einen frischen Fisch erkennen kann, wie man ihn von Gräten befreit und was man macht, wenn man doch eine verschluckt hat. Und wer Lust hat, kann nach der Besichtigung in der kleinen hofeigenen Kneipe ausspannen, etwas essen oder trinken. Sie wird an diesem Tag extra für die Gäste der BZ geöffnet.

H ON IG Seit mehreren Generationen sind die Grafs bereits Imker: Christoph Graf seit etwa 40 Jahren, seine Tochter Jessika ist relativ neu dabei, wie sie erzählt. Beide werden den BZ-Leserinnen und LeZ IE GEN K Ä SE Wie aus der Milch von Ziegen Käsern für die Beantwortung von se gemacht wird, erfahren die BeFragen zur Verfügung stehen und sucher am Donnerstag, 2. Sepberichten und zeigen, wie der Alltember, in Horben auf dem Ringlitag der Bienen aussieht, wie der hof. Hier leben die Tiere, hier Honig gewonnen wird und wie werden sie gefüttert, hier werden man das immer wieder auftretensie gemolken. Und hier wird aus de Bienensterben verhindern ihrer Milch Käse gemacht, Frischkann. Zehn Bienenvölker leben käse oder Camembert zum Beiim großen Garten in der Nähe des spiel. 180 Milchziegen zählt der Hauses, in dem Jessika Graf in SteBioland-zertifizierte Betrieb, der gen-Eschbach wohnt. Insgesamt von 14 Uhr an besichtigt wird. betreut die Familie 50 bis 60 BieNatürlich auch der Stall, in dem nenvölker. Die Grafs betreiben die Imkerei im Nebenerwerb; die So sieht es bei der Apfelernte auf dem Südhof in die Tiere leben – und durchaus auch gestreichelt werden dürfen, Kombination Lehrer und Imker Denzlingen aus. wie Johannes Rees sagt. Er führt habe sich als besonders geeignet erwiesen, sagt Jessika Graf. Am Dienstag, Tiere leben, dürfen sie werfen. Das geht mit seinen Eltern Barbara und Otto den 17. August, haben die BZ-Besucher ab nur vom Zaun aus durch die offene Tür, Ringlihof, der nicht nur Ziegen (statt Kü15.30 Uhr im Garten von Jessika Graf Ge- betreten werden dürfen die Ställe nicht. hen) hält, sondern seit 1995 eben auch legenheit, sich umfassend über die Imke- Die Hühnermobile sind selbstgebaut und eine eigene Käserei hat. „Bei uns gibt es rei informieren zu lassen. Spezielle Im- vorwiegend aus Holz. Plastik wollen die gut einen Kreislauf zu beobachten und keranzüge und -schleier wollen die Grafs Ketterers auf ihrem Biolandbetrieb so we- nachzuvollziehen“, sagt Johannes Rees – für die Teilnehmer organisieren. Wie viel nig wie möglich nutzen. Wie man Hüh- vom Füttern der Tiere über die MilchproHonig die Bienen in jedem Jahr produzie- nermobile – auf dem Fußenthomashof duktion und die Käseherstellung bis hin ren, ist unterschiedlich, dieses Jahr sei mit Vorhängen und Geranien im Fenster zur Selbstvermarktung im hofeigenen Laein eher schlechtes, das vergangene war – baut, wird erklärt. Auch Fragen werden den. Einziges Tabu bei der Besichtigungsdeutlich besser, sagt Jessika Graf. Den- beantwortet, etwa, warum es weiße und tour, die je nach der Vielzahl der Fragen noch reicht der Ertrag dafür, dass Mutter braune Eier gibt, wie man die Tiere vorm eineinhalb bis zwei Stunden dauern wird, Graf auf den Wochenmärkten in Kirchzar- Fuchs schützt und was dazu gehört, einen ist die Käserei. Hier darf aus hygienischen Gründen kein Besucher hinein. ten und St. Peter Honig anbieten kann. Hof im Nebenerwerb zu betreiben. Die BZ-Besucher, kündigt Jessika Graf an, D Der Link für die Anmeldung zur Verkönnen sich übrigens aus einer Kanne OB S T Honig am Ende der Veranstaltung ein Glas Seit mehr als 40 Jahren wird auf dem Süd- anstaltung auf dem Forellenhof in Umkirch: abfüllen und es selbst etikettieren. Bei Re- hof in Denzlingen Biolandbau betrieben, mehr.bz/ferienaktion-forellenhof; gen muss die Veranstaltung leider ausfal- den Hof selber gibt es seit 1966. „Obst ist weitere Anmeldelinks folgen jeweils kurz len. unsere Leidenschaft, der Erhalt der Le- vor den Veranstaltungen.

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Zweifel an der Rechtmäßigkeit der B-31-Trasse Kritik von Naturschutzverband FREIBURG (fri). Der Landesnaturschutzverband (LNV) hält seine Kritik an der Trassenauswahl für den Weiterbau der B 31 West zwischen Gottenheim und Breisach aufrecht. Der Arbeitskreis Freiburg-Kaiserstuhl des Verbandes erklärt, die vom Freiburger Regierungspräsidium erarbeitete Variante, die das Bundesverkehrsministerium übernahm, entspreche nicht dem vom Bundestag beschlossenen Bundesverkehrswegeplan 2030. Der Bundestag habe die Aufnahme der Straße in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans auf Planungen und Berechnungen gestützt, die sich alle auf die Nordvariante bezogen hätten. Nun habe sich das Ministerium für die Variante 7 ausgesprochen, eine der Südtrassen. Dort aber gebe es andere wirtschaftliche und verkehrliche Bedingungen, das entziehe dem Bundestagsbeschluss der Boden. Das stellt für den LNV die Rechtmäßigkeit der Trassenwahl in Frage.

LNV: Votum des Bundestags bezog sich auf Nordvariante Der LNV führt weiter an, dass die Südvariante das Landschaftsschutzgebiet und den Wildtierkorridor zwischen dem Schachenwald und dem erst 2017 vom Regierungspräsidium ausgewiesenen Naturund Landschaftsschutzgebiet Zwölferholz-Haid durchschneide. Die Planung zur Straße widerspreche eklatant der Schutzverordnung. Man müsse sich fragen, ob die linke Hand im Regierungspräsidium – sprich der Straßenbau – nicht wisse, was die rechte – der Naturschutz – tue, so der LNV. Da auch die Nordvariante das Moorgebiet des Wasenweiler Rieds zerschneiden würde, hatte der LNV 2018 eine Variante am Tunibergrand ins Spiel gebracht, die südöstlich des Schachenwalds auf die Südvariante einschwenken würde. Auch diese vom Regierungspräsidium geprüfte Variante hätte den Wildtierkorridor zwischen Zwölferholz und Schachenwald durchschnitten. Generell hält der LNV den Verzicht auf den Bau der Straße für die beste Lösung, eine Sicht, die auch die Grünen-Fraktion im Regionalverband teilt. Der Neubau würde die Landschaft durchschneiden und mit einem Lärmteppich überziehen. Es würde überregionaler Verkehr angelockt, mehr als jetzt auf der bestehenden B 31 zwischen der Autobahn und Breisach unterwegs sei. Auch sei kein Rückbau im bestehenden Straßennetz als Ausgleich für die neue Bundesstraße geplant. Im Ergebnis komme es zu mehr Landschaftsverlust und Verkehr.

KONTAKT ZUR BZ BADISCHE ZEITUNG REGION FREIBURG − Nachrichten und Termine Redaktion Breisgau: Andrea Gallien (Leitung), Kathrin Blum, Andrea Drescher, Manfred Frietsch, Sophia Hesser, Sebastian Krüger, Max Schuler, Nikola Vogt Telefon: 0761/496-5203 Fax: 0761/496-5219 redaktion.breisgau@badische-zeitung.de Wir über uns: http://mehr.bz/red-fla − Postanschrift Kaiser-Joseph-Straße 229, 79098 Freiburg − Redaktion Bad Krozingen: Alexander Huber (Leitung), Hans-Peter Müller, Frank Schoch Telefon: 07633/908877-5440 Fax: 07633/908877-5449 redaktion.badkrozingen@badische-zeitung.de Wir über uns: http://mehr.bz/red-bkr Facebook: http://mehr.bz/fb-mar − Postanschrift Schwarzwaldstraße 3, 79189 Bad Krozingen − Redaktion Breisach: Gerold Zink (Leitung), Dirk Sattelberger Telefon: 07667/94679-5454 Fax: 07667/94679-5459 redaktion.breisach@badische-zeitung.de Wir über uns: http://mehr.bz/red-bre − Postanschrift Rheinstraße11, 79206 Breisach − Anzeigen Telefon: 0800/2224221 (kostenfrei) Fax: 0800/2224229 (kostenfrei) anzeigen@badische-zeitung.de − Leserservice/Zustelldienst Telefon: 0800/2224220 (kostenfrei)


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Die Elz ist der wichtigste Fluss im Landkreis Emmendingen. Sie ent- nau in den Rhein, der Kanal bei Rheinhausen. In einer Sommerserie springt nördlich von Furtwangen und fächert sich bei Riegel in die wollen wir unterschiedliche Aspekte beleuchten: vom menschliAlte Elz und den Leopoldskanal auf. Die Alte Elz mündet bei Schwa- chen, tierischen und pflanzlichen Leben an, in und mit der Elz. F OTO: G E RH A RD W AL S ER

Der renaturierte Abschnitt der Elz bei Köndringen.

„Renaturierung als Riesenchance“ BZ-INTERVIEW

mit dem Flussbaumeister Bernd Walser über Gefahren, Besonderheiten und Veränderungen am wichtigsten Fluss im Landkreis Emmendingen

RIEGEL. Kaum jemand im Landkreis Emmendingen kennt die Elz und ihre Eigenschaften besser als Bernd Walser. Mit dem Flussbaumeister sprach Marius Alexander.

Leben am Fluss

Illustration: Enola99d (Stock.adobe.com)

DIE ELZ

dabei schwimmen gelernt. Später war Bächlebau immer meine Leidenschaft. Auch im Urlaub im Schwarzwald. Da gab es ja sonst nicht viel zu spielen. Wir sind in den Wald und haben Bächle gestaut oder umgeleitet. Das hat mich fasziniert. BZ: Was macht die Besonderheit der Elz aus? Was haben andere Flüsse nicht? Walser: Sie fließt durch den kompletten Landkreis und verbindet dabei viele Ortschaften. Sie hat quasi mehrere Mündungen. Man kann sagen, sie mündet in den Leopoldskanal. Aber das wäre auch nicht richtig. BZ: Für welchen Abschnitt ist die Bezeichnung Elz denn eindeutig?

MITMACHEN! E L Z- L ES E R FOT O S GES U C HT Obere Elz oder Alte Elz? Wo am Fluss ist es am schönsten? Wo lässt es sich gut flanieren oder gar reinhüpfen? Ihre Hilfe ist gefragt! Schicken Sie uns ihre schönsten Elz-Impressionen oder ihren Elz-Lieblingsort aus dem Landkreis Emmendingen. Die beeindruckendsten Fotos werden wir veröffentlichen. d redaktion.emmendingen@badischezeitung.de

tensive Unterhaltung hat sich geändert. Inzwischen sind wir im Umgang mit Bäumen sehr behutsam. Dadurch hat sich etwas ohne gezielte Renaturierung entwickelt. Die Bereiche mit den Dämmen sind schwieriger, da sie für eine bestimmte Abflussleistung berechnet sind. Das Hochwasser, das sich statistisch alle 100 Jahre ereignet, passt da durch. Baumbewuchs würde ein Abflussleistungsproblem schaffen. FO TO: M A RIUS A LE X A ND E ER R

BZ: Wie haben Sie die Elz kennengelernt? Bernd Walser: Die ersten Erlebnisse sind ganz alt. Ich habe in der Elz schwimmen gelernt. Das war damals am sogenannten Kaibengrün − dort wo in Emmendingen der Brettenbach in die Elz mündet. Damals sah es dort ganz anders aus. Alles war offen, über ein kleines Brückle über den Brettenbach erreichte man die Elz. Damals sind wir mit dem Leiterwägele, der Weißwäsche und dem Waschzuber an die Elz. Die Mutter hat die Wäsche gewaschen und im Vorland gebleicht, wir haben in der Elz gebadet und

Walser: Es gibt Karten, auf denen der Leopoldskanal am Zusammenfluss von Elz und Dreisam beginnt. Im Bereich der Brauerei. Und dann gibt es Karten, in denen der Leopoldskanal erst unterhalb des Schleusenbauwerks beginnt. Jetzt können Sie es sich aussuchen. Logischer für mich wäre: Die Dreisam fließt in die Elz. Die Elz setzt sich fort als Alte Elz und an dieser Stelle beginnt der Leopoldskanal. Der Kanal ist ja ursprünglich auch nicht in den Rhein gemündet, sondern in die Überflutungsfläche des Altrheins. BZ: Was schmerzt Sie angesichts der Elz? Walser: Eigentlich bin ich eher zuversichtlich. So sehe ich die bei Köndringen begonnene Renaturierung, die nun bei Wasser fortgesetzt wird, als Riesenchance. Noch vor einigen Jahren hätte ich mir so etwas nie im Leben vorstellen können. Das finde ich schon klasse. Da bin ich mit ganzer Seele dabei. BZ: Was bedeutet eine solche Renaturierung vor dem Hintergrund der jüngsten Flutkatastrophen? Walser: Die Renaturierung ist ein Teil der Hochwasserschutz-Strategie. Dort, wo es nicht anders geht, muss man Dämme erhöhen oder ertüchtigen. Wo immer man aber die Möglichkeit habt, sollten die Dämme zurückverlegt werden, um dem Gewässer mehr Raum zu geben. Das ist mitunter natürlich schwierig in unserer intensiv genutzten und zugebauten Kulturlandschaft. Solche Win-Win-Situationen wie in Köndringen können durchaus auch andernorts entstehen. BZ: Betrachten wir den Verlauf der Elz: Mit dem Eintritt in den Landkreis ist das Gefälle sehr stark, dann beschreibt die Elz einen starken Knick, erreicht das Elztal − und hat damit die größten Höhenunterschiede schon hinter sich. Walser: Ab dem Zusammenfluss mit der Wilden Gutach ist die Elz − in irgendeiner Form − ausgebaut: Die Ufer sind befestigt − auch im Stadtbereich Waldkirch gibt es massive Befestigungen. Ich habe Bilder aus den 1920er-, 1930er-Jahren: Da gab es im ganzen Stadtbereich Waldkirch an der Elz keinen Baum und keinen Strauch. Erst im Laufe der Zeit wurde der Uferbewuchs toleriert. Heute gibt es in Waldkirch sehr schöne Bereiche. Die Elz ist auch breit genug, dass sich Kiesbänke bilden, Inseln entstehen. Das ist sonst in den Ortsbereichen eher selten möglich. BZ: Hat das auch mit der wirtschaftlichen Nutzung der Wasserkraft zu tun? Walser: Nein: Ausleitungen und Wehre gab es schon seit dem Mittelalter. Die in-

Bernd Walser BZ: Dramatische Hochwasserereignisse scheinen an der Elz nur in jüngster Vergangenheit kein Thema zu sein. Historische Aufnahmen zeigen Anderes. Walser: Wie das Foto vom Hochwasser bei Riegel im März 1896. Das war eines, das nach der Statistik nur alle 100 Jahre stattfindet. Die nächsten 100 Jahre waren relativ harmlos. In den 1940er-Jahren gab es nochmals einen Dammbruch bei Emmendingen. Im Dezember 1991 gab es vor allem in Waldkirch Hochwasser mit Überschwemmungen beim Sportplatz in Buchholz. Das war das letzte richtig große Hochwasser. Es war der Klassiker nach der Schmelze von wenig Schnee. Viel Schnee im Schwarzwald wirkt wie ein Schwamm. Ebenfalls schwierig ist trockener, harter Boden im Sommer. Er kann Starkregen nicht aufnehmen − das führt dann ebenfalls zu Überschwemmungen. Das hat sich in meiner Zeit als Flussbaumeister in den vergangenen 33 Jahren tatsächlich stark verändert. BZ: Welche Bauwerke an und in der Elz gibt es? Und wann entstanden die Brücken? Walser: Mit der Begradigung, mit dem Ausbau der Elz sind auch die Straßenverbindungen erstellt worden. Auch Wehre, die es teilweise schon lang gab, sind bei dem Ausbau angepasst worden. Beispiel Kollmarsreuter Wehr: Das Wehr selbst ist bereits in ganz alten Karten eingezeichnet als die Elz noch nicht korrigiert war.

Gekennzeichnet als Wuhr. Die Wehre haben immer dafür gesorgt, dass beispielsweise Mühlen über Kanäle mit ausreichend Wasser versorgt wurden. Das war schon im Mittelalter so. Später folgten Elektrizitätswerke oder Firmen wie die Ramie. Der Kollmarsreuter Wuhrkanal war sozusagen die Hauptwirtschaftsader von Emmendingen − von der Bleiche bis hinunter zur Papierfabrik Sonntag. BZ: Und mit jedem Kilometer ist die Wasserqualität schlechter geworden. Walser: Ich kann mich an Tage in den 1970er-Jahren erinnern, da war die Elz rot oder blau oder grün − je nachdem, was die Ramie oder auch Gütermann gerade gefärbt hatten. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Die Wehre jedenfalls waren zwingend für die Ausleitungen. Oben angefangen: Linnerwehr, Stadtsägewehr, Buchholzer Mühlenwehr, Suggentaler Wehr, Kollmarsreuter Wehr − und das Wassermer Wehr. Die Wehre stellen heute aber ein Problem dar für den Aufstieg von Fischen. Andere Bauwerke sind Sohlschwellen. Nach dem Ausbau der Elz wurde festgestellt, dass infolge von Hochwasser das Flussbett in Abschnitten mit stärkerem Gefälle in die Tiefe ging, das Uferpflaster wurde teilweise unterspült, die Dämme stürzten teilweise ein. Deshalb wurden im Abstand von 30 bis 50 Meter Querriegel eingebaut. Sie sorgen dafür, dass das Gefälle gleichmäßiger abgebaut wird. Das war sozusagen die zweite Ausbaustufe. Vor allem bei Niedrigwasser behindern die Schwellen aber den Fischaufstieg für leistungsschwache Fische und Jungfische. Beim Umbau der Schwellen werden heute einzelne Steine tiefergelegt und eine halbkreisförmige Steinbuhne für den Aufstau vorgelagert. Für Fische und zur Freude plantschender Kinder. BZ: Wie ist der Fischbestand in der Elz? Walser: Eigentlich ganz gut. Es gibt Untersuchungen im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie. Darunter gab es ein

Monitoring auch für Fische und Fischnährtiere, also Fischfutter. Vor allem in den umgestalteten Bereichen bei Köndringen wurde eine Zunahme der anspruchsvolleren und größeren Fischen registriert. In tieferen Stellen können sie sich dort auch verstecken vor Graureiher, Kormoran und Co. Das Land setzt in den nächsten Jahren im Rahmen der Landesstudie Gewässerökologie weitere lokale Umbauten mit Schwerpunkten in Teningen, Emmendingen, Waldkirch um. Sie sollen die Gewässerstruktur verbessern vernetzend wirken. BZ: Die Wilde Gutach ist der Wasserlieferant der Elz. Welche Bedeutung haben die anderen Zuflüsse? Walser: Die meisten liegen im Bereich Waldkirch. Das liegt an den relativ steilen Seitentälern. Dazu das Lossele oberhalb von Sexau und der Brettenbach. Bleiche und Ettenbach münden schon in die Alte Elz. Unterhalb von Elzach ist die Elz ziemlich zahm. Die Wilde Gutach ist wie sie heißt und kann schon gewaltig spucken. BZ: Vom Hochwasser zum Niedrigwasser. Wie sehr setzt Trockenheit der Elz zu? Walser: Im Vergleich zur Dreisam, zu Möhlin oder Neumagen trocknet die Elz nie ganz aus. Das hat historische Gründe. Dreisam, Möhlin und Neumagen sind Schwemmfächerbäche, die ihren Kies immer vor sich hergeschoben haben. Sie versickern sozusagen in ihrem eigenen Kies. Bei Nimburg kommt die Dreisam wieder aus ihrer Sohle heraus. Die Elz hat diesen Schwemmfächer auch einmal gehabt, ist in Richtung Buchholz geflossen und hat ihr Geschiebe dort liegen gelassen − und musste sich wegen dem Mauracher Berg einen neuen Lauf suchen, ist sozusagen abgebogen. Deshalb versiegt sie zum Glück bisher nie. Trotz aller Wasserentnahme. Dazu gibt es heute aber auch Vorgaben, dass eine bestimmte Wassermenge immer im Flussbett verbleiben muss.

INFO Z UR PE R S ON Bernd Walser (61) ist seit 2005 Flussbaumeister in Riegel. Er betreut zwei Bereiche: Er leitet den Betriebshof in Riegel mit 20 Mitarbeitern und sorgt für die Unterhaltung der größeren Gewässer (sogenannte Gewässer erster Ordnung). Letzteres geht auf das Badische Flussbauedikt aus dem Jahr 1816 zurück und nimmt das Land in die Pflicht: von Möhlin und Neumagen im Süden und der Elz

zwischen Kollnau und der Mündung in den Leopoldskanal im Norden. Außerdem zählen Projekte des Referats Planung und Bau im Regierungspräsidium Freiburg wie die Renaturierung der Elz zwischen Köndringen und Riegel zu Bernd Walsers Aufgaben. Ebenso die aktuelle Dammsanierung bei Emmendingen. Walser, der Garten- und Landschaftsbau gelernt und studiert hat, lebt mit seiner Familie in Emmendingen. ius


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B. Zettis Ferienspaß Beim Kletterwald Feldberg gibt es 50 Prozent BZ-Card-Rabatt vom 9. bis zum 15. August 2021 F OT OS : BRI GI TT E SIN G F OTO GRA F IE , K ONS TA N TI N WI ET Z EL ; Z E IC H N UNG : F E RDI NA N DO T E REL L E

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b z -spe z ial

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Die Serie „Erinnern“ Diese Themen erwarten Sie in den kommenden zwei Serienwochen:

Fotografisches Gedächtnis Zwei Südbadener erzählen. 9. August Verlorene Erinnerung Er erkrankt an Demenz, sie pflegt ihn. Geschichte eines Paares. 10. August

Popkultur Musik kann Fotoalben ersetzen. Porträt eines Plattenhändlers.11. August Sturm Lothar Die Verwüstung von 1999 beschäftigt Förster bis heute. 12. August

Auf der Suche nach Ankerpunkten F OT O: MIRA D OE NG ES

BZ-SERIE „ERINNERN“ (1/13)

Interview mit der Freiburger Neuropsychologin Monika Schönauer über Kindheitserinnerungen

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BZ: Frau Schönauer, wenn ich sage: Ich erinnere mich – was heißt das eigentlich aus wissenschaftlicher Sicht? Schönauer: Was man im Volksmund als Erinnerung bezeichnet, nennen wir in der Forschung deklaratives Gedächtnis – also unser autobiografisches Wissen über Geschichten und Ereignisse, die wir erlebt haben und Faktenwissen über die Welt. Das ist jedoch nur ein Teil unserer Erinnerungen. In der Neuropsychologie verstehen wir unter Erinnerung jede Art von gelerntem Wissen. Das kann zum Beispiel eine Sprache sein oder die Fähigkeit zu gehen, Fahrrad zu fahren oder einfach nur abzuschätzen, welche Regelmäßigkeiten in der Welt passieren. BZ: „Ich erblickte das Licht dieser Welt in Gestalt zweier Sechzig-Watt-Glühbirnen“, erzählt der Protagonist Oskar in Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“. Tatsächlich kann sich niemand an seine eigene Geburt oder die ersten Lebensmonate erinnern. Warum eigentlich nicht? Schönauer: An Ereignisse aus der frühen Kindheit haben wir tatsächlich keine konkreten autobiographischen Erinnerungen. Solche Erinnerungen treten erst im Alter von drei bis vier Jahren auf. Sie beruhen auf dem sogenannten Hippocampus. Das ist eine extrem wichtige Struktur im Gehirn. Erst wenn der Hippocampus ausgereift ist, kann man episodische Erinnerungen speichern. BZ: Eine Szene ist mir sehr lebhaft im Gedächtnis: Meine Eltern sitzen aufgeregt vor dem Fernseher. Auf dem Bildschirm sind jubelnde Menschen zu sehen, die in Berlin auf der Mauer stehen. Im Herbst 1989 war ich aber erst zweieinhalb Jahre alt. Eigentlich dürfte ich mich daran nicht erinnern können, oder? Schönauer: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das eine echte Erinnerung ist. Unser Gedächtnis ist nie ein korrektes Abbild der Realität, son-

Trügerische Erinnerungen Eine Kriminalpsychologin berichtet. 14. August Lieblingsstücke Wie Handwerker Erinnerungen schaffen und bewahren. 16. August Erinnern statt Vergessen Ein Holocaust-Überlebender mahnt. 17. August

Monika Schönauer (33) ist Juniorprofessorin an der Universität Freiburg. Sie untersucht, wie und wo Erinnerungen im Gehirn gespeichert werden. ieso haben manche Menschen ein phänomenales Gedächtnis? Wie stellen wir sicher, dass sich künftige Generationen an unseren giftigen Atommüll erinnern? Und wie erinnert der Wald nach mehr als 20 Jahren an den heftigen Orkan Lothar? Solche Fragen haben sich die Volontärinnen und Volontäre der Badischen Zeitung für die Serie „Erinnern“ gestellt. Zum Auftakt hat Stefan Ammann mit der Freiburger Neuropsychologin Monika Schönauer über Kindheitserinnerungen gesprochen.

Wunder Gedächtnis Was geschieht in unserem Gehirn, wenn wir uns erinnern? 13. August

dern immer eine Rekonstruktion, die sich bestimmte Ankerpunkte sucht und diese ausschmückt. Vielleicht haben Ihre Eltern diese Episode später häufig erzählt und Sie haben sich dabei vorgestellt, wie das abgelaufen sein könnte. Wir wissen, dass die Vorstellung eines Ereignisses eine ganz ähnliche Aktivität im Gehirn auslöst, wie etwas selbst zu erleben. Man nennt das Phänomen „false memories“ – also falsche Erinnerungen. Gerade wenn ein Ereignis sehr detailreich und emotional geschildert wird, kann es passieren, dass man Erzähltes und Erlebtes nicht mehr auseinanderhalten kann. Starke Emotionen verstärken das Einspeichern von Erlebnissen im Gedächtnis. Vielleicht waren Sie auch selbst so glücklich und haben es sich wirklich gemerkt? BZ: Auch negative Emotionen können sich stark in unsere Erinnerungen einprägen. Ich kann mich noch sehr lebhaft daran erinnern, wie ich als kleines Kind im Basler Zoo meine Eltern aus den Augen verloren habe. Das dauerte vielleicht eine Minute, trotzdem hatte ich wahnsinnige Angst. Schönauer: Für ein kleines Kind kann sich so etwas durchaus lebensbedrohlich anfühlen. Solche traumatische Erinnerungen werden sehr speziell verarbeitet. Bei lebensbedrohlichen Situationen fokussiert sich das Gehirn auf visuelle und sensorische Eindrücke. Diese Eindrücke werden hauptsächlich von der Großhirnrinde verarbeitet und gespeichert. Die reift schon etwas früher als der Hippocampus aus. Im Erwachsenenalter können diese Erinnerungen besser abgerufen werden und sogar als Flashbacks wieder auftauchen. BZ: Es gibt eine extrem saure Kaugummimarke, die ich mir früher immer vom Taschengeld gekauft habe. Wenn ich heutzutage so einen Kaugummi in den Mund nehme, fühle ich mich gleich wieder in meine Kindheit versetzt. Warum lösen Geruch und Geschmack so starke Erinnerungen aus? Schönauer: Sensorische Reize können als Abrufhilfen funktionieren. Wenn wir sehen und hören, läuft das immer über den Thalamus im Zwischenhirn. Der wird deshalb auch das Tor zum Bewusstsein genannt. Dort werden die Eindrücke gefiltert und an die Großhirnrinde weitergeleitet, wo sie bewusst verarbeitet werden. Der Geruchssinn hingegen hat einen direkten Draht in das Limbische System, das unsere Emotionen verarbeitet. Deshalb können Gerüche schneller emotionale Erinnerung auslösen. Erinnerungen, die sonst schwer zugänglich sind, können so leichter abgerufen werden.

L A YOUT D ER SE RIE: RI TA RE IS ER. F OT OS/ IL L US TRA T ION EN /G RA F IK DI ES ER S EI TE : ST E FA N A MM A NN , VA L EN TI N H E NE KA , M IRA D OEN G ES , ST E FA N ME R T LI K, CL A UD IA M ÜL L ER , R I TA R E IS ER , / J EL EN A A L EX A ND R OWN A G UR OV A , B IL L ONP H O T OS, A RT F AM IL Y, G A B RIE L E RH OD E/ D L YA ST OKI V, MI TRIJ A , RE INE G , SN YG G G , H EI KE B RAU ER, T H OM A S B E TH G E , 3DS UL P TO R , DU LE 946, M AJA _A R T , A N N ( ST OCK. A D OB E. COM ), R OL F H A ID (D P A )

Atomsemiotik Wie erinnern wir unsere Nachfahren daran, wo Atommüll liegt? 18. August Trauma Wie eine Frau nach einem Unfall ihr Trauma erlebt und überlebt. 19. August Gedächtniskünstler Interview über das Erinnerungs- und Lernvermögen von Tieren. 20. August Training für den Kopf Mit Training zum Superhirn? Ein dreiwöchiger Selbstversuch. 21. August

Madeleine-Effekt Dass ein bestimmter Geruch oder Geschmack eine besonders intensive Erinnerung auslöst, ist ein weithin bekanntes Phänomen. In seinem Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ beschreibt der französische Schriftsteller Marcel Proust ausführlich, wie Madeleines – kleine Gebäckteilchen – mit Tee schlagartig Gefühle und Erinnerungen an die Kindheit zurückbringen. Das Phänomen wird deshalb manchmal als Proust- oder Madeleine-Effekt bezeichnet. Selbst wenn von einer früheren Vergangenheit nichts existiere, nach dem Ableben der Personen und dem Untergang der Dinge, würden Geruch und Geschmack weiter „das unermessliche Gebäude der Erinnerung unfehlbar in sich tragen“, schreibt Proust. stam


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magazin & reise Autsch!

Nicht nur ein Unglück

Nackt am Meer

Nasenbluten, Verbrennungen, Schnittwunden: Kleine Unfälle im Alltag passieren schnell, nicht nur Kindern. Was tun? Seite III

Gert Loschütz geht in seinem neuen Roman der Zugkatastrophe von Genthien nach – die weiteres Unglück nach sich zieht. Seite VI

Der Mensch im Einklang mit der Natur: Viele Urlauber schätzen FKK. Wo es in Deutschland Nacktbadestrände gibt. Seite VII

Das Ende der Scham B Z - I N T E R V I E W mit dem Basler Biologen Daniel Haag-Wackernagel über das Tabu der weiblichen Genitalien, fehlendes Wissen und nötige Aufklärung / Von Andreas Frey

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FOT O: RUN Z EL K ORN / M A RKUS W. L A MB RE CH T ( ST OCK . AD OB E .C OM)

as-da-unten: Solche schamvollen Bezeichnungen für das weibliche Geschlechtsorgan verwendeten Daniel Haag-Wackernagel zufolge Generationen von Frauen. Auch heute sei das Wissen über die Vulva und ihre Sensorik absolut unzureichend. Ein Gespräch mit dem Basler Biologen über eine noch immer „stark tabuisierte Körperregion“, über den Horror, den der Wissenschaftler beim Betrachten pornografischen Materials empfindet – und warum er ihn empfindet. Haag-Wackernagel spricht außerdem darüber, warum er kein Problem damit hat, als vermeintlich alter weißer Mann Aufklärungsarbeit in Sachen Vulva zu leisten. BZ: Herr Haag, wenn wir uns heute über das weibliche Geschlechtsorgan unterhalten, ist „Vulva“ korrekt? Haag: Das ist korrekt. Wir bezeichnen die äußeren weiblichen Genitalien als Vulva. Viele verwechseln die Vulva mit der Vagina, die streng genommen zu den inneren Genitalien gehört.

„Wenn ich sowas heute höre, gehe ich die Wände hoch.“

BZ: Mangelndes Interesse? Haag: Sicher nicht. Die Vulva ist immer noch eine stark tabuisierte Körperregion. Wenn aber die Worte fehlen, ändert sich nichts – und Probleme können dann auch nur schlecht gelöst werden.

BZ: Hatte das Einfluss auf das Weltbild? Haag: Die weibliche Lust wurde abgeschafft, der Frau eine eigene Sexualität abgesprochen: Sie tut es nur für den Mann. Wenn ich sowas heute höre, gehe ich die Wände hoch. Die Folgen waren jedenfalls enorm. Das Wissen über die Klitoris ist nach wie vor ungenügend. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2005 zeigte, dass fast ein Drittel aller befragten Studentinnen in einer Abbildung des Unterleibs die Klitoris nicht lokalisieren konnten. Die Generationen unser Mütter und Großmütter hatten noch weniger Ahnung, sie kannten nur ein schamvolles „Dasda-unten“. Sie mussten sich ihre Sexualität in einem extrem repressiven System aneignen, über Probleme wurde nicht gesprochen.

BZ: Wenn kleine Jungs ihren Penis in der Hand halten, ist das okay. Wenn kleine Mädchen ihre Vulva anfassen, heißt es: Lass das! Haag: Das Schambehaftete beginnt schon beim Kleinkind: Es gibt viel mehr Begriffe für den Penis als etwa für die Vulva, die Mütter verwenden, wenn sie ihre Säuglinge wickeln oder eincremen. Für Mädchen gibt’s praktisch nichts – das sollte korrigiert werden. Ein weißer Fleck auf der „genitalen Landkarte“ kann später unter Umständen zu sexuellen Funktionsstörungen führen.

BZ: Damals wusste man mehr als heute? Haag: In gewisser Weise. Das Erstaunliche ist, dass

BZ: Man übte Zensur? Haag: Vor allem im viktorianischen England wurde der weiblichen Sexualität der Krieg erklärt. Am Beispiel des Standardwerks „Gray’s Anatomy“ lässt sich zeigen, wie nach und nach weniger Strukturen gezeigt werden: Selbst die Anatomie ist keine neutrale Wissenschaft. Nach dem ersten Weltkrieg wurden zum Beispiel in einem französischen Anatomieatlas die hervorragenden Abbildungen der frühen deutschen Anatomen getilgt. Ein ganzes Organsystem verschwand, stattdessen herrschte ein frauenfeindliches Bild vor. William Acton, ein Sexualforscher, meinte 1865: „Heim, Kind und Hausarbeit sind die einzigen Leidenschaften der Frau.“ Wie ihre Klitoris als Organ wurde die weibliche Lust als unwichtig erklärt, nur die des Mannes irgendwie akzeptiert, denn seine Ejakulation war ja nötig, glaubte man, um Kinder zu zeugen. BZ: Das war zuvor anders? Haag: Bis dahin war man davon ausgegangen, dass eine Frau ebenfalls einen Samen ausschied, der sich mit dem männlichen verband. Um dieses weibliche Ejakulat auszulösen, musste die Frau Lust empfinden. Deshalb wurden Vergewaltiger nicht verklagt, wenn die Frau schwanger wurde, sie wollte es angeblich ja auch. Die Erkenntnis, dass die Spermien des Mannes genügen, um Kinder zu zeugen, war damals also neu – und sorgte für das Verschwinden der Klitoris aus den Fachbüchern. Der Penis wurde weiterhin in voller Pracht gezeigt.

BZ: Mir fällt es nicht leicht, diese Begriffe auszusprechen. Bin ich verklemmt? Haag: Wir reden ja bis heute von der Scham, wenn die äußeren Genitalien gemeint sind. Vulva ist ein Fortschritt. Und wenn man gar nicht darüber spricht, bleibt das schambehaftet. Im Gegensatz zum Penis ist dieses Thema das größere Tabu. Ich bin es gewohnt, täglich darüber zu sprechen, insofern stellt es für mich kein Problem dar, am Anfang war das anders. Wenn man mich fragte, woran ich wissenschaftlich gerade arbeitete, war die Reaktion ein vorsichtiges „Aha“. Dann wurde es still, und die Leute wechselten schnell das Thema.

BZ: Warum haben Sie die Vulva zu Ihrem Thema erkoren? Haag: Die Vorbereitung zu einem Workshop gab vor vier Jahren den Anstoß. Da fiel mir erstmals auf, dass die Darstellungen in den Lehrbüchern falsch oder völlig unzureichend waren. Manchmal war da nur ein Strich, der die Klitoris darstellen sollte. Das ist schon unglaublich: Das Bulbo-Klitoralorgan, wie die Klitoris auch genannt wird, ist ein neun Zentimeter großer Organkomplex und kann nicht einfach übersehen werden. Damals arbeitete ich noch am Anatomischen Institut der Universität Basel und ging in unsere Bibliothek, um zu recherchieren. Dabei fiel mir durch Zufall das Buch über „Die männlichen und weiblichen Wollustorgane des Menschen“ des deutschen Anatomen Georg Ludwig Kobelt in die Hände. Darin waren Zeichnungen in einer Detailtreue, die ich so noch nicht gesehen hatte. Ich war von der Qualität des damaligen Wissens völlig begeistert. Sie müssen sich vorstellen, das Buch wurde im Jahr 1844 veröffentlicht. Ich habe mich dann entschieden, das Thema selbst zu erforschen.

es so alte Erkenntnisse sind. Ungefähr zur Jahrhundertwende ging das Wissen nach und nach verloren.

BZ: Dass Laien sich damit schwer tun, ist verständlich. Und die Profis, wissen die es besser? Haag: Nein, leider nicht. Selbst Frauenärzte kennen oft nur wenige der 19 bekannten Strukturen des Bulbo-Klitoralorgans. Besonders bedenklich sind die mangelhaften Darstellungen in Aufklärungsbüchern für die Schule, aber auch in Lehrbüchern wie etwa dem „Purves“, einem Standardwerk der Biologie, ist die Klitoris wie ein kleines Würmchen dargestellt. Selbst im aktuellen „Gray’s Anatomy“ bleiben die Darstellungen hinter dem Niveau von Kobelt zurück.

Ein weißer Fleck auf der genitalen Landkarte: „Die Vulva ist immer noch eine stark tabuisierte Körperregion“, sagt Daniel Haag-Wackernagel.

BZ: Sie haben eigene Modelle für Vulva und Klitoris entwickelt, die nicht um Details verlegen sind. Hoffen Sie, so durch Wissensvermittlung etwas zu verändern? Haag: Ich merke, dass sich was tut. Ich bin in Kontakt mit Gynäkologen, Urologen und Lehrern, die sich sehr für das Thema interessieren. Außerdem bin ich überzeugt, dass in ein paar Jahren jeder gute Anatomieatlas detaillierte Darstellungen zeigen wird. Es ist schlicht unglaublich, dass die Badische Zeitung mit diesem Beitrag mehr Aufklärung wagt als die Fortsetzung nächste Seite meisten Fachbücher.


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magaz in

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Haag: Teilweise. Der Anatom war ein Pionier und der Erste, der die weibliche Erektion und die damit verbundenen Erregungsprozesse wissenschaftlich beschrieb. Seine Erkenntnis, dass die weiblichen Strukturen venös kommunizieren, gab dem Kobeltschen Venenkomplex den Namen. Denn dieser sorgt dafür, dass bei sexueller Erregung alle beteiligen Strukturen gleichzeitig anschwellen, von der Klitoriseichel über die Harnröhrenschwellkörper bis in die inneren Vulvalippen. Kobelts Vorteil war, dass er damals frische Leichen junger Frauen untersuchen konnte. Wenn man zu lange wartet, fallen die Strukturen in sich zusammen, und dann bleibt etwa von den Vorhofbulben nur noch ein Blutsack übrig, der bei der Sektion kaum mehr auffällt; auch Nerven zerfallen innerhalb von Minuten. Georg Ludwig Kobelt konnte zudem zeigen, dass das Innere der Vagina kaum mit Nerven versehen ist. Und das ist völlig plausibel, eine Geburt wäre unerträglich, wenn die Scheide so empfindlich wäre. Außerdem wäre Sex

d d d In den meisten anderen Bereichen der Medizin sieht das anders aus, da ist die Forschung weiter. Die neue Frauengeneration wird sich das nicht länger gefallen lassen.

BZ: Was fehlt heute, von dem man Mitte des 19. Jahrhunderts aber wusste? Haag: Den wenigsten Menschen ist bekannt, dass auch Frauen eine Prostata besitzen und eine weibliche Ejakulation haben können. Das Sekret gelangt während des Orgasmus über die Harnröhrenöffnung nach außen. Die Struktur der weiblichen Prostata hatte bereits der holländische Anatom Reinier de Graaf im 17. Jahrhundert beschrieben und dargestellt. Er hatte das Gewebe aus Leichen herauspräpariert und die Prostatagänge mit einem Röhrchen aufgeblasen. Unglaublich weit für seine Zeit – und einer der Ersten, der den Anatomen vorwarf, sich nicht für die Klitoris zu interessieren. Vieles danach war schlechter oder nur kopiert; das 18. Jahrhundert brachte keinen Fortschritt.

BZ: Was meinen Sie: Verdanken wir Kobelt diese Sicht?

BZ: Lust lässt sich sicherlich nicht allein mit Anatomie erklären, oder? Haag: Ich schaue mir das Thema aus einer biologischen Perspektive an, allerdings ist es hochkomplex und multifaktoriell. Damit eine Frau Lust empfindet, muss einiges stimmen, das Ambiente, der Partner. Frauen sind wählerischer; unter Stress können sie keinen Orgasmus bekommen, Männer schon. Die

Große Vielfalt: Als Daniel Haag-Wackernagel auffiel, dass die Darstellungen der Vulva in Lehrbüchern falsch oder völlig unzureichend waren, beschloss der Biologe, darüber zu forschen. Psychologie ist ein eigenes, wichtiges Kapitel. BZ: Verstehen Sie sich als Aufklärer? Haag: Nicht unbedingt. Ich habe aber zu allem, mit dem ich mich wissenschaftlich beschäftigt habe, auch immer eine klare Meinung und diese vertreten, was unter Umständen unbequem war.

sehr schmerzhaft: Der Penis drückt die Blase nach oben, den Uterus auf die Seite und dehnt die Vagina auf doppelte Länge.

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BZ: Woher wussten die Anatomen früh, dass die Vagina so unempfindlich ist? Haag: Um 1900 führte ein deutscher Anatom bizarre Versuche durch, mit denen er die schwache Berührungsempfindlichkeit der Vagina belegen wollte. So ließ er ohne Wissen der Patientin in Watte verpackte Schrotkugeln in deren Vagina zurück. BZ: Die Frau hat nichts gemerkt? Haag: Nein. Die Vagina ist ein gefühlloser Schlauch, nur ihr Vorhof ist hochsensibel. Das Innere der Vagina hat keine Bedeutung für die Lust, ihr fehlen vor allem die Genitalkörperchen. BZ: Genitalkörperchen? Haag: Das sind die Endigungen von spezialisierten Nervenzellen, die feinste Berührungen sowie gleitenden Druck wahrnehmen und in Signale umwandeln, die im Gehirn als Lust wahrgenommen werden.

Daniel Haag-Wackernagel

BZ: Warum halten sich diese Mythen bis heute so hartnäckig? Haag: Weil sie die männliche Dominanz stützen. Wenn nur der Mann mit seinem Penis den G-Punkt erreichen kann, liegt die Erzeugung der weiblichen Lust in seiner Macht. So funktioniert es zwar nicht, trotzdem liefert Google dazu mehr als fünf Milliarden Treffer. Abhängig von der Stellung kann der Penis die innere Klitoris stimulieren, und zwar indirekt. Entscheidend für den weiblichen Orgasmus ist aber die äußere Klitoris, und die wurde lange Zeit verachtet. Sigmund Freud nannte den klitoralen Orgasmus noch kindlich, nur ein vaginaler Orgasmus sei erwachsen. Noch stärker traf es die Genitalkörperchen – wenn ich irgendein modernes Lehrbuch hier aus meinem Regal ziehe, wird man sie nicht finden.

BZ: Können Sie noch Sexszenen sehen, ohne sich an den Kopf zu fassen? Haag: Kaum. Schlimmer sind jedoch pornografische Aufnahmen, bei vielen kann ich mir nur vorstellen, dass das mit Lokalanästhesie funktioniert, damit Frauen das aushalten können. Was mit diesen Frauen gemacht wird, ist Horror. Und das sieht dann ein junger Mann, versucht das mit seiner Freundin – und traumatisiert sie. Die Pornoindustrie stellt Sexualität physiologisch falsch dar, das ist gefährlich, und wir dürfen ihr nicht die Sexualaufklärung überlassen.

BZ: Empfinden auch Tiere Lust? Haag: Alle Säugetiere haben ein Klitoris-Organsystem, auch das wusste man schon im 19. Jahrhundert. Die Anatomen jener Zeit schlossen daraus, dass Tiere wohl Lust empfinden. So sind die Genitalkörperchen bei Kühen wie auch Meerschweinchen vorhanden, aber der Lust von Tieren geht die Forschung bis heute nicht nach. Bei den weiblichen Meerschweinchen

BZ: Wann besserte sich das? Im 19. Jahrhundert. Zunächst mit französischen Anatomen wie Marie-Jean-Pierre Flourens, der die Klitoris wunderschön und korrekt darstellte, samt Bartholinscher Drüse und suspensorischem Ligament, das ich für sehr wichtig halte. Dieses Band verbindet den Klitoriskörper mit der Schambeinfuge und mit der unterhalb des Bauchnabels liegenden Linea albea, einer senkrechten Sehnenplatte. So können manche Frauen ihre Klitoris masturbieren, indem sie sich den Bauch massieren. Für mich ein wichtiger Beleg dafür, dass alles zusammenhängt, wie ein Spinnennetz, das an einer Stelle zusammenläuft. BZ: Wie ist der Vergleich zu verstehen? Haag: Die Klitoriseichel, allgemein als Kitzler bekannt, registriert alles, was in diesem Netzwerk passiert. Feinste Berührungen, ob am Bauch oder etwa in der Analregion, das ist das Faszinierende. Man muss das ganze System betrachten, nicht nur die anatomischen Einzelteile.

BZ: Wenn die Vagina nun keine Genitalkörperchen enthält, kann es dann einen vaginalen Orgasmus geben? Haag: Der vaginale Orgasmus ist ein Mythos und der G-Punkt ebenfalls. Der wird in der Scheide vermutet, er konnte aber bisher nicht nachgewiesen werden. Es ist völlig unsinnig, die Vagina als stark dehnbaren Geburtskanal, wo enorme Kräfte wirken, zum Sitz einer solchen besonderen Sinneswahrnehmung zu machen.

praktisch gegen ihren Willen, fehlt die anatomische und physiologische Basis. Frauen können genauso Lust am Sex entwickeln wie Männer, das höre ich vor allem von jungen Frauen, die sich freuen, dass mit diesen Märchen endlich aufgeräumt wird. Doch in Filmen und Büchern werden diese alten Rollenbilder aufrecht erhalten, und die prägen uns.

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BZ: Wie meinen Sie das? Haag: Junge Frauen, nicht nur erklärte Feministinnen, entdecken ihre Klitoris, sie feiern Vulva-Partys. Dass das Wissen wiederkehrt, dass Aufklärung betrieben wird, ist vor allem ihr Verdienst – und höchste Zeit. Sie sagen: Hey, wieso sind wir nicht genau so ausführlich dargestellt wie die Männer? In Deutschland sind mehr als 70 Prozent der Medizinstudierenden weiblich. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung liegt in den Händen von Frauen – und da wagen es die Herausgeber, Werke zu veröffentlichen, in denen die Frau nicht oder nur unvollständig vorkommt.

dort, wo ein Lustempfinden erzeugt wird. Es gibt weitere Berührungsrezeptoren, die eine Rolle für die Erregung spielen, aber wahrscheinlich nicht für die Auslösung des Orgasmus.

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BZ: Wo sitzen diese Sinnesorgane? Haag: Vor allem in der Klitoriseichel, dem Kitzler. Je nach Position sind Genitalkörperchen anders gebaut, haben dicke Hüllen oder keine. Sie sind im gesamten Genitalbereich zu finden und in der Analregion, aber auch in den Brustwarzen und den Lippen. Überall

ist die Klitoris – im Gegensatz zur Frau – sogar in die Vagina hinein vorgestülpt, der Penis stimuliert die Klitoris direkt. Ähnlich vorgestülpt ist die Klitoris übrigens auch bei einer Sau, und man muss sich die Situation eines solchen Weibchens einmal vorstellen: Da kommt so ein Rieseneber, der doppelt so schwer ist, und grunzt und macht. Wenn da nicht eine kleine Belohnung in Form von Lustgefühl drin wäre, würde die vermutlich nie mehr für eine Kopulation zur Verfügung stehen. Das ist der Grund für die Entwicklung solcher Belohnungssysteme: Lust als Motivation oder Beschwichtigung, um die brünstigen Männchen in guter Erinnerung zu halten. Dass etwas Tolles passiert. BZ: Wir unterhalten uns über ein Thema, zu dem wir persönlich nur indirekt Erfahrungen sammeln können. Ich bin ein mittelalter Mann, Sie, pardon, ein alter weißer Mann. Haben Sie Verständnis dafür, wenn Frauen nun sagen, das sei allein ihre Sache? Haag: Ja, aber ich finde, das Geschlecht sollte keine Rolle spielen. Ich halte es für problematisch, wenn nur bestimmte Menschen bestimmte Dinge tun oder darüber diskutieren dürfen. Solch Geheimwissen oder eine Kompetenzzuteilung bringt uns nicht weiter, und nach dieser Logik dürften Männer keine Gynäkologen und Frauen keine Urologinnen sein. Ich kann verstehen, dass junge Frauen nicht wollen, dass man ihnen dauernd in ihre Sexualität hineinschwatzt, aber wir müssen das Wissen gemeinsam verbessern. BZ: Was sollten wir zum Beispiel wissen? Haag: Erst einmal, dass die Geschlechtsorgane von Frauen und Männern gleich aufgebaut sind, auch gleich komplex. Meiner Meinung nach ist ein männlicher nicht von einem weiblichen Orgasmus zu unterscheiden. In der Sexualität gibt es wahrscheinlich weniger Unterschiede, als die meisten glauben, und weitaus weniger Stereotypen. Den alten Geschichten vom Mann, der immer potent ist und immer Lust hat, und der Frau, die sich verführen lässt,

BZ: Und im Fall der Vulva? Haag: Massive Anfeindungen habe ich wegen meiner Klitorisforschung bisher nicht erlebt. Eine Tierärztin meinte mal zu mir, ich solle das Thema doch einer Frau überlassen. Mich hat meine Familie bestärkt: Meine Frau und meine Tochter waren am Ende die stärksten Triebkräfte, mein Sohn half mir bei den Modellen. Mach weiter, sagten sie, und dann habe ich Glück gehabt. Die Modelle sind ein Erfolg, nicht finanziell, aber ihr Impact ist wichtig. Kürzlich diskutierte ich mit einem Arzt, der fragte: Warum machst du ein Modell von so einem kleinen Knöpfchen? Viele Männer haben Probleme in der Sexualität, es gibt große Missverständnisse – weil das Wissen fehlt, wie eine Frau gebaut ist, wo ihre sensiblen Zonen sind. All das gehört zur sexuellen Aufklärung, und ich hoffe, dass die nun besser wird. Lehrer erzählen mir, dass sich an den Modellen gut zeigen lasse, wo was liegt und wie es funktioniert. BZ: Sind Männer also die Zielgruppe oder eher die Frauen? Haag: Beide. Ich möchte nicht missionieren, ich will informieren. Manche Frauen leiden unter negativen Erfahrungen und verkrampfen während des Geschlechtsakts, und Männer leiden darunter, wenn sie eine Frau nicht befriedigen können, weil sie sich nur über Pornos aufgeklärt haben. Nicht nur die Anatomie wurde lange Zeit ignoriert, sondern die weibliche Sexualität insgesamt vernachlässigt, wenn nicht unterdrückt. Mein Ziel ist, dass auch wir Männer das Wissen schleunigst nachholen, um die Frauen zu verstehen. Die Kunst der Liebe braucht Ausbildung.

INFO D AN IE L HA A G- W A C KE R NA GE L Daniel Haag-Wackernagel, Jahrgang 1952, ist emeritierter Professor für Biologie in der Medizin der Universität Basel. Seine Dissertation schrieb er über die Ökologie und das Verhalten der Straßentaube. Parallel zur Taubenforschung erarbeitete Haag-Wackernagel Grundlagen der Sexualbiologie bei Tieren und Menschen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes über die Vulva sowie die weibliche Sexualität schuf er anatomische Modelle der weiblichen Genitalien. BZ


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Erste Hilfe für zu Hause

NATURALIE

Wenig Stärke, viel Inulin: die Yacon

Kleine Unfälle sind gerade mit Kindern keine Seltenheit / Hier einige Tipps für Notfallsituationen / Von Claudia Füßler

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Verbrennungen Eine Tasse Tee, die Herdplatte oder ein ausgelassenes Spiel am Lagerfeuer – Kinder verbrennen sich schnell. Kühlen Sie die betroffenen Stellen unter lauwarmem oder kühlem Wasser und geben Sie dem Kind ein Schmerzmittel. „Das kann eines sein, das Sie sowieso zu Hause haben, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Paracetamol oder sogenannte NSAR“, sagt Staubli, also etwa Diclofenac, Algifor oder Ibuprofen. Staubli rät dringend davon ab, das Kind unter eine kalte Dusche zu stellen, wie das häufig gemacht wird. „Dann haben wir im Spital zusätzlich das Problem einer Unterkühlung, das beeinflusst die Heilung der Verbrennung negativ.“ Die verbrannte Stelle – und nur diese! – müsse unter die Körpertemperatur gebracht werden. Das gelinge gut, indem man beispielsweise die Hand für fünf bis zehn Minuten unter fließendes lauwarmes Wasser halte. Auch von Kühlpacks sollte man besser die Finger lassen. „Die Kälte führt zu einer Verengung der Gefäße, das wirkt sich nachteilig auf die Wundheilung aus“, sagt Staubli.

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Nasenbluten? Oft hilft es schon, die Nasenflügel für fünf Minuten zusammenzudrücken.

Atemnot Man scherzt und albert beim Abendessen, plötzlich steckt ein Stück Essen im Hals fest. Die Panik ist sofort groß, bei Kind und Eltern gleichermaßen. „Die erste Regel in diesem Fall lautet: Husten lassen!“, sagt Georg Staubli. „So lange ein Patient hustet, lasse ich ihn in Ruhe und manipuliere nicht an ihm herum.“ Wenn das Husten nach einer Minute nicht aufgehört hat, sollte man Hilfe holen. Mit Betonung auf holen. Denn sich mit dem Kind oder Jugendlichen selbst ins Auto zu setzen kann gefährlich sein, durch die Bewegung könnte der feststeckende Körper verrutschen. Kann das Kind nicht mehr husten und ein- und ausatmen, droht es zu ersticken, muss man direkt handeln.

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in Moment der Unachtsamkeit, und schon ist es passiert: Beim Spielen verletzen sich Kinder schnell mal. In den allermeisten Fällen geht das glimpflich aus, Schrammen oder kleine Prellungen sind rasch verheilt. Dennoch ist es gut zu wissen, wie man sicher und effektiv Erste Hilfe leisten kann. „Ruhe bewahren ist die oberste Regel, auch wenn genau das natürlich schwierig ist, wenn das eigene Kind gerade einen Unfall hat“, sagt Georg Staubli, Chefarzt der interdisziplinären Notfallstation am Universitäts-Kinderspital Zürich. Trösten und beruhigen kann dem Kind ein wenig vom Schrecken nehmen. „Versuchen Sie abzuschätzen, was genau passiert ist und wie Sie helfen können – oder ob es notwendig ist, professionelle Hilfe zu holen“, sagt Staubli. Wir haben einige Tipps für Notfallsituationen bei Kindern zusammengestellt.

Eine der häufigsten Kinderverletzungen: aufgeschürftes Knie. Säuglinge kann man kräftig auf den Rücken schlagen, während man sie bäuchlings auf den Oberschenkeln oder Unterarm legt. Ab einem Lebensalter von einem Jahr kann auch das Heimlich-Manöver angewandt werden: Man umfasst den Patienten von hinten mit beiden Armen und drückt die Fäuste ruckartig in die Magengegend. Ziel des Schlagens oder Heimlich-Manövers ist es, den Fremdkörper zu entfernen – nach draußen. „Viele versuchen, in den Mund zu fassen, sie wollen den Fremdkörper entfernen“, sagt Staubli, „doch das kann gefährlich werden, wenn man blindlings versucht, ihn zu erwischen und er dabei weiter nach hinten rutscht.“ Nur, wenn das festsitzende Objekt gut sichtbar ist, kann man vorsichtig versuchen, es nach vorne rauszuholen. Bisswunden Ganz egal, ob Katze, Hund oder die kleine Schwester im Wutanfall zubeißen: Bisswunden, bei denen die Haut nicht nur eingedrückt, sondern beschädigt wird, sollten Sie möglichst schnell für etwa 10 bis 15 Minuten unter fließendes Wasser halten. „So können Bakterien weggespült werden, die durch den Biss in die Wunde gekommen sind“, sagt Staubli. Danach sollte man die Bissstelle ein bis zwei Tage beobachten. Rötet sie sich? Hat das Kind Schmerzen? Bei den ersten Anzeichen einer Entzündung sollte ein Arzt aufgesucht werden. Schnittwunden Kleine Schnittwunden schließen sich meist von alleine. Ist die Wunde verschmutzt, am besten mit Leitungswasser ausspülen. Grundsätzlich sollten Wunden nicht berührt werden, um keine Keime oder Schmutz einzubringen. Keine Salben oder Puder auftragen, allenfalls mit einem Wundschnellverband oder Pflaster abdecken. „Je größer die Wunde ist, desto größer ist auch das Risiko, dass es eine breite Narbe oder eine Infektion gibt“, sagt Staubli. Daher gilt auch hier: beobachten. Sobald sich die Wunde rötet oder schmerzt, sollte ein Arzt draufschauen. Größere Schnittwunden und Wunden im Gesicht und an den Händen sollten wegen der Narbenbildung einem Arzt gezeigt werden. Elektrischer Schlag Bei Strom muss man unterscheiden zwischen Haushaltsstrom und anderem Strom. „Im Haushalt ist es im Normalfall nicht gefährlich, wenn man mal an den Strom fasst“, sagt Staubli. Heißt: Ein kurzer Schlag, kein Hängenbleiben am Strom, keine Bewusstlosigkeit und keine Strommarken am Körper, die anzeigen,

wo der Strom in den Körper ein- und wo er ausgetreten ist. Das ist in den allermeisten Fällen harmlos. Andernfalls sollte umgehend Hilfe geholt werden. Das gilt auch, wenn der Patient Schmerzen hat oder es sich um eine andere Stromquelle als eine haushaltsübliche handelt. Nasenbluten Ein Nasenbluten kommt meist aus heiterem Himmel. Was nun? Kopf in den Nacken legen? Oder eher weit nach vorne beugen? „Im Prinzip ist das egal, das Bluten wird so oder so aufhören“, sagt der Kindernotfallmediziner. Die Empfehlung, den Kopf nach vorn zu halten, beruht darauf, dass das Blut nicht über den Rachen in den Magen laufen soll. Denn Blut im Magen sorgt dafür, dass uns übel wird und wir uns übergeben müssen. Die Nase blutet meist im vorderen Bereich. Deshalb hilft es oft, mit Daumen und Zeigefinger die Nasenflügel fest zusammenzudrücken. „Das sollte man dann auch fünf Minuten so halten und nicht alle zehn Sekunden loslassen und schauen, ob es noch blutet“, sagt Staubli. Es kann helfen, etwas Kühles auf Stirn, Nase oder Nacken zu legen, das verengt die Gefäße.

Vergiftung Pure Neugierde ist es, die bei Kindern zu Vergiftungen führen kann. Sie schlucken oder trinken eine unbekannte Substanz – Reinigungsmittel sind ein Klassiker. Bei schweren Symptomen sollte der Notarzt verständigt werden, empfiehlt die Vergiftungs-Informationszentrale Freiburg. Ansonsten hilft ein Anruf dort bei der Einordnung des Falls: t 0761/19240. Rausch Der Teenager kommt abends nach Hause und hat erkennbar zu viel gehabt. Alkohol? Drogen? Versuchen Sie, herauszufinden, ob der Jugendliche „nur“ Alkohol konsumiert oder gekifft hat. „Beides ist normalerweise nicht gefährlich, so lange der Betroffene noch weckbar ist“, sagt der Kindernotfallmediziner, „da gibt es nicht wirklich etwas, das Sie als Eltern geben können oder müssen.“ Kann man den Patienten nicht mehr wecken oder hat er weitere Substanzen eingenommen, dann sollte die Ambulanz gerufen werden.

Zahnunfall Als Faustregel für Zahnunfälle gilt: Wenn es sich bei dem verletzten oder ausgeschlagenen Zahn um einen bleibenden Fremdkörper Zahn handelt, sollten Sie mit Ihrem Kind Man kennt das aus Filmen: Auf keinen sofort in eine Zahnarztpraxis oder ZahnFall, heißt es da oft, solle ein Gegenstand klinik gehen. „Hingegen ist nicht jeder entfernt werden, den man sich irgendwo Milchzahnunfall ein zahnmedizinischer in den Körper gerammt hat. Das gelte tat- Notfall“, sagt Andreas Filippi, Professor sächlich, sagt Georg Staubli, allerdings für Oralchirurgie am Universitären Zentnur bei wirklich gefährlichen Gegenstän- rum für Zahnmedizin Basel. „Richtig erden und Stellen am Körper: zum Beispiel kannt und behandelt, können auch stark einem Messer im Oberschenbeschädigte Zähne häufig erkel oder einem Bleistift im halten werden“, sagt Filippi. Auge. Das sollte so lange drin Zecken schnell Die Bundeszahnärztekambleiben, bis sich ein Arzt mer empfiehlt bei Zahnunfäldrum kümmern kann. Doch entfernen – len folgendes Vorgehen: Evenso etwas passiert glücklicher- zur Not mit tuelle Blutungen mit sterilem weise nur selten. Verbandsmaterial stillen und den eigenen Viel häufiger gelangen kleidie betroffene Stelle von nere Fremdkörper aus Holz Fingern außen kühlen. Dann den Zahn oder Metall ins Fleisch. „Geoder das Zahnbruchstück surade alles Holzige sollte chen. Wurde ein Zahn komschnell entfernt werden, um Infektionen plett ausgeschlagen, ihn nur an der Krone vorzubeugen“, sagt Staubli, „allerdings und auf keinen Fall an der Wurzel anfastut das oft saumäßig weh.“ sen, auch nicht reinigen. Der Zahn sollte Daher am besten mit dem Kind in die feucht gehalten werden, das gelingt am Klinik fahren, dort können Fremdkörper besten mit einer Zahnrettungsbox, die bei Bedarf mit der Hilfe von Lachgas ent- man in Apotheken oder Zahnarztpraxen fernt werden. Zu Fremdkörpern im wei- bekommt. Darin kann der Zahn 24 bis 48 testen Sinne gehören übrigens auch Ze- Stunden lagern. Alternativen, in denen cken: Die sollte man so schnell wie mög- der Zahn allerdings nur 30 Minuten bis lich entfernen, notfalls mit den eigenen zwei Stunden lang überlebt, sind HFingern. So kann das Risiko verringert Milch, Speichel, Kochsalzlösung oder werden, dass die Zecke potenziell krank eine Plastikfolie. Ungeeignet sind Wasser, machende Erreger ins Blut abgibt. „Da ist ein feuchtes Taschentuch, die Mundhöhes auch nicht schlimm, wenn ein Stück- le oder eine trockene Lagerung. Die Müchen in der Haut stecken bleiben sollte, he kann man sich bei Kleinkindern jedas wird vom Körper herausgeschafft“, doch sparen: Ein ausgeschlagener Milchsagt Staubli. zahn wird nicht wieder eingesetzt.

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Man soll in seinem Leben ja immer wieder mal neue Dinge unternehmen, damit es spannend bleibt. Schreiben Sie sich doch für die nächsten Wochen auf die Liste: Einmal ein paar Scheiben Yacon knabbern. Ganz so einfach wird es nicht, denn diese ursprünglich aus Südamerika stammende Knolle gibt es bei uns noch nicht zuverlässig im Supermarkt. Doch die Chancen steigen, da Yacon, die auch unter dem Namen Inkawurzel bekannt ist, nicht nur häufiger importiert, sondern inzwischen auch in Europa angebaut wird. Die vom Aussehen her an die Süßkartoffel erinnernde, mit dem Topinambur verwandte Wurzelknolle kann roh und gekocht gegessen werden, mit oder ohne Schale, die Möglichkeiten sind endlos. Sie schmeckt leicht süßlichmalzig und ist in frischem Zustand knackig – prima Knabberkram. Yacon liefert an Nährstoffen vor allem Vitamin C und A sowie ein bisschen Kalzium, Phosphor und Kalium. Sie ist nicht sehr stärkereich, weist dafür aber einen sehr hohen Anteil an Speicherkohlenhydraten wie Inulin oder Fructooligosacchariden auf. Für einen sommerlichleichten Rohkostsalat eine frische Yaconknolle schälen und raspeln, sofort etwas Zitronensaft hinzugeben, sonst wird sie braun. Je nach Größe der Yacon und persönlicher Präferenz zwei bis drei Karotten raspeln und unterheben. Leicht (!) salzen und pfeffern, als Dressing genügt der Zitronensaft, wer mag, gibt noch einen Schuss Ahornsirup hinzu. Auch Rosinen sind erlaubt. cfr

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Impfreaktion: Was sie aussagt Schutz vor Covid-19 Viele Menschen haben nach der Impfung gegen Covid-19 unangenehme Reaktionen. Sie klagen über Muskelschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Manche fühlen nach der Spritze aber überhaupt keine Veränderung – und machen sich Sorgen, ob sie deshalb nur einen schwachen Impfschutz haben. Diese Sorge ist allerdings unbegründet. Richtig ist, dass Fieber und Müdigkeit ein Zeichen dafür sind, dass der Körper sich wehrt. Die Symptome kommen aber in der Regel aus einem bestimmten Teil des Immunsystems, dem sogenannten „angeborenen Immunsystem“. Das werde nach einer Impfung als erstes aktiviert und signalisiere dem Körper eine potenzielle Gefahr durch einen fremden Eindringling, erklärt Peggy Riese, Expertin für Impfungen am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Für diesen Teil des Immunsystems ist der Impfstoff so ein Eindringling. Dieser Teil des Immunsystems reagiert also sofort, aber eher allgemein. Der spezifische Schutz gegen den Sars-CoV-2-Erreger wird dagegen erst mit der Zeit von den Zellen des sogenannten „erworbenen Immunsystems“ erzeugt. Dabei lernt der Körper, bei einer solchen Infektion auch in Zukunft passgenaue Antikörper zu bilden. „Auch wenn man keine oder nur sehr milde Nebenwirkungen wie leichte Schmerzen an der Injektionsstelle oder Kopfschmerzen bekommt, ist man mit der gleichen Wahrscheinlichkeit geschützt wie Menschen die stärkere Impfreaktionen wie Fieber, Unwohlsein und Gelenkschmerzen aufzeigen“, erklärt Forscherin Riese. dpa


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VON HERZEN

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UNTER UNS Rollenmuster und Geschlechterklischees sind gar nicht so einfach zu bekämpfen / Von Patrik Müller

Über Sex reden lernen „In deutschen Betten herrscht häufig eine gewisse Sprachlosigkeit“, findet Bernhard Meyer, Sexualtherapeut bei Pro Familia in Freiburg und Lörrach. Er meint das wörtlich: Vielen Paaren fehle es an einer gemeinsamen Sprache. „Manchmal sind Paare, die bei mir sitzen, dankbar, wenn ich stellvertretend Worte formuliere für Ihre sexuellen Vorstellungen.“ Inhaltlich ginge es oft um das Thema Lust, dass etwa Männer sich häufiger Sex wünschen und abwechslungsreicher. „Frauen

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vermissen Nähe, Aufmerksamkeit und Zuwendung.“ Und wie kann in solchen Fällen die Lösung aussehen? „Ein erster Schritt besteht häufig schon darin, seine Bedürfnisse zu erkennen und die Wünsche zu artikulieren.“ Und das reicht? „Meist kommt dadurch etwas in Bewegung“, sagt Meyer. Manche Paare vereinbarten zwei Mal in der Woche Sex oder kreuzten sich Tage im Kalender an. Das Problem werde in der Regel damit nicht gelöst, da Bedürfnisse nicht so einfach steuerbar seien. Was tun? „Sich mit seinen Bedürfnissen dem Partner zuzuwenden, mit der Bitte, dass das eigene sexuelle Verlangen erfüllt wird und andere Bedürfnisse für den Moment zurückgestellt werden. Im besten Fall haben beide zum selben Zeitpunkt Appetit auf das Gleiche. Manchmal kommt der Appetit erst, wenn wir uns zum Essen dazusetzen“, so Meyer schmunzelnd. Martina Philipp

Von Baggern und Pferden Wer sagt, dass Männer mehr Ahnung von Technik haben als Frauen, hat mich nie erlebt. Ich tue mich schwer damit, eine Glühbirne zu wechseln oder den Ölstand beim Auto zu messen – und musste heiraten, um zu lernen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Akkuschraubern, Schlagbohrern und Bohrhammern. „Schreib, dass bei uns die Hilti im Schrank neben meinen Pumps liegt“, sagt meine Frau. „Du hast keine Hilti“, antworte ich. „Leider“, sagt sie. Wir diskutieren zu Hause viel über Rollenmuster und Geschlechterklischees. Dass wir beide Philosophie studiert haben, macht die Sache nicht besser. Ein Fach, das traditionell mehr Fragen aufwirft, als es Antworten gibt, schult für solche Auseinandersetzungen. Dass sie auch noch Gender Studies und Psychologie studiert hat, macht die Sache für mich nicht leichter. Ich habe die Hosen an, sie aber auch. Und wenn wir mal Cocktails trinken gehen, stellt der Kellner ihr die süße Piña-ColadaSahneplörre hin und mir den herben Old Fashioned. Wir sagen nichts und tauschen die Gläser. Es gibt viele Klischees. Männer hören nicht zu, Frauen können nicht einparken. Männer sind Schweine und weinen heimlich. Frauen wollen erobert werden, geben ihr letztes Geld für Schuhe aus und kreischen irre, wenn der Bote mit dem Zalando-Paket in der Straße auftaucht. Solche Rollenbilder sind ja in erster Linie ein soziales Konstrukt. Mädchen haben kein Pony-Chromosom, Jungs kein Bagger-Gen.

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Trotzdem gibt es Babyrasseln in Rosa und Wickelbodys, auf denen Maschinen abgebildet sind – natürlich in Blau. Unser Sohn weiß das alles noch nicht. Baustellen liebt er aber. Die Stadt, in der wir leben, ist mo-

mentan voller Kräne und Gruben und Schuttberge. Wir fördern das Baggergucken nicht, wir ziehen ihn aber auch nicht weg, wenn er minutenlang durch Bauzäune glotzt und staunt. Er darf natürlich auch

Pferdchen gucken, aber der Weg zur nächsten Koppel ist weiter als der Weg zur nächsten Baugrube und seine Füße sind noch klein. Er ist jetzt gerade mal eineinhalb Jahre alt. Wir hatten beim Klamottenkaufen schon immer die Wahl zwischen dunklen T-Shirts mit schwerem Gerät darauf und pastellfarbenen, auf denen Dinge stehen wie „Princess“ oder „Hugs and Kisses“. Wir entscheiden uns fast immer für Tiermotive. Pandas, Bärchen, Stinktiere. Wir mögen es bunt. Wenn es heiß ist und er seinen breitkrempigen hellen Sonnenhut trägt, fragen uns Passanten manchmal, wie die Kleine eigentlich heißt. Wir sind überzeugt: Das würde nicht passieren, wenn er eine Baseballmütze auf dem Kopf hätte, und einen Fußball oder eine Baumaschine auf dem T-Shirt. Bald geht er in die Kita. Wir sind jetzt schon gespannt, was er da über Jungs und Mädels lernen wird, über Bagger und Bohrmaschinen, über Ponys und Prinzessinnen. Er soll machen, was ihm Spaß macht – und der Mensch werden, der er mal sein will. Das kann mit Pferden zu tun haben, aber auch mit Baggern. Vielleicht interessiert er sich ja mal für Technik, meine Frau wird ihm einiges beibringen können. Zur Not, wenn er wirklich will, kann er später natürlich auch eine Familientradition beginnen und Philosophie studieren. Oder halt doch eine*n Prinzess*in heiraten. Hugs and Kisses! d An dieser Stelle sinnieren im Wechsel Martina Philipp, Simone Lutz und Patrik Müller über die Finessen des Alltags.

Das Wohnzimmer des Dorfes

HÄPPCHEN H A L L OUM I

Der, der nicht schmelzen wird

GRUSS AUS DER KÜCHE (4):

d Halloumi schmilzt ganz käseuntypisch nicht auf dem Grill. Die KäseSchmelz-Regel besagt: Käse mit einem pH-Wert unter 5.9 schmelzen, die anderen nicht. Halloumi liegt drüber. FOT O: M OV ING M OV EM E NT (S T OCK. A D OBE . COM )

d Beim Kauen quietscht Halloumi so schön. Das liegt an seiner gummiartigen Konsistenz. Für die wiederum ist das Eiweiß verantwortlich, das beim Kochen der Käsemasse seine Struktur verändert – ähnlich wie beim Ei. d Bei der Herstellung von Halloumi – egal, ob aus Kuh-, Schaf- oder Ziegenmilch – werden frische Minzblätter eingearbeitet. d Nur Käse, der in Zypern nach den vorgegebenen Standards produziert wird, darf seit April dieses Jahres in der EU Halloumi genannt werden. Alles andere ist Grillkäse. cfr

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ie ist Gastronomin mit Leib und Seele: Natalie Filippone. Während der Hochzeit der Pandemie gab ihr vor allem die Treue ihrer Gäste immer wieder neue Kraft. Doch leicht war der Neustart der Restaurants auch für sie nicht. Ihre Devise ist: Anpacken statt Trübsal. Filippone führt in Herrischried ihr Restaurant namens Herrischrieder Hof seit dem Jahr 2019. Bei Ihnen gibt es italienische Küche. Haben Sie Ihr Handwerk in der Familie gelernt? Ja, von Kindesbeinen an. Mit meiner italienischen Großmutter habe ich schon als ganz kleines Mädchen Pasta hergestellt. Ich war lieber in der Küche oder mit meinem Papa fürs Restaurant einkaufen als im Kindergarten. Was ist das Geheimrezept für eine gute Pizza? Gute Zutaten, Leidenschaft und viel Zeit. Was belastet Sie in der Pandemie? Die Unmöglichkeit, wirklich zu planen. In der Gastronomie ist das Personalproblem immer groß, aber nun hat es sich noch verschärft. Ohne ein richtig gutes Team können wir nun mal nicht aufmachen. Und gute Leute finden sich nicht von heute auf morgen. Welche Eigenschaften muss eine Gastronomin auf jeden Fall mitbringen? Strapazierfähigkeit, Flexibilität, Kreativität, Humor und natürlich eine grundsätzliche Freundlichkeit. Ohne Freundlichkeit kann man keine Gastronomin sein.

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d Der halbfeste Käse wird seit mehr als 2000 Jahren in den Mittelmeerländern hergestellt, ursprünglich aus Mufflonmilch. Als Heimatland des Halloumi gilt Zypern.

Italienische Küche nach Familienrezept gibt es im Herrischrieder Hof seit 2019 Ihr eindrücklichstes Erlebnis mit Gästen? Da gibt es viele. Jemand hat in unserem ersten Jahr in Herrischried mal gesagt, wir seien das neue Wohnzimmer des Dorfes. Das hat uns sehr gefreut. Und zur Fastnacht wurde uns sogar ein Lied gewidmet. Der Text davon hängt immer noch in unserem Büro. Am eindrücklichsten ist jedoch die Treue unserer Gäste durch die Pandemie hindurch. Ohne sie wären wir aufgeschmissen gewesen. Die Gäste jedes Wochenende am Take-away-Fenster zu sehen, das hat uns Mut und Kraft gegeben. Mit wem würden Sie gern mal ein edles Vier-Gänge-Menü genießen und warum? Ehrlich gesagt mit meiner Frau. Das haben wir lange nicht mehr gehabt. Welches Lebensmittel wird unterschätzt und warum? Für mich ist es die Linse – diese Hülsenfrucht enthält fast alle Nährstoffe und Mineralien, die wir brauchen. Sie gedeiht auch in trockeneren Regionen, wo sonst nicht viel wachsen kann. Und sie passt quasi zu jeder Küche dieser Welt. Was kommt Ihnen nicht auf den Teller? Kutteln. Ihr Lieblingsgetränk? Wasser, gelegentlich ein guter Whiskey. Welches leckere Gericht lässt sich aus drei Zutaten zaubern? Eine gute Kartoffel, Butter und Salz – das kann ein echter Hochgenuss sein.

Hört beim Kochen gern Jan Delay: Gastronomin Natalie Filippone.

Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, die . . . ? …sind bei uns immer willkommen. Für sie sind wir genau so gern kreativ wie für Menschen, die tierische Produkte konsumieren.

Beim Kochen hören Sie am liebsten? … den Sänger Jan Delay. In zehn Jahren … ? Bin ich 54. Den Rest sehen wir dann. niwi –

Ihre größte Leidenschaft ist . . .? … meine Frau, Kochen und Saunieren.

Ristorante Herrischrieder Hof, Kirchweg 1, Herrischried, t 07764/9331712 www.facebook.com/ristoranteherrischriederhof

Welcher Frühstückstyp sind Sie? Am liebsten eine Kanne frischer Earl Grey und dazu ein Ei Benedict.

D Alle Folgen der Serie finden Sie unter mehr.bz/kuechengruss.


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FO TOS : SOL VIN Z A NK L (A L F RED -WE G EN ER- INS TI TU T)

Vermisst: die Auster Die Muschelart ist aus der Nordsee verschwunden / Jetzt wird versucht, sie zurückzuholen / Von Tomma Schröder

Die Europäische Auster (Foto) spielt auf dem Weltmarkt quasi keine Rolle – gegessen werden fast nur Pazifische Austern.

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in Riff, soweit das Auge reicht: loge Karl Möbius von der preußischen Re- schung fest: Schon vor dem Beginn der Schwämme, Seenelken und gierung den Auftrag, zu prüfen, ob nicht starken Befischung ging es den Austern in Moostierchen siedeln darauf, Austernkulturen im Wattenmeer ange- der Nordsee anscheinend nicht immer kleine Jungfische spielen Ver- legt werden könnten. Möbius sammelte blendend. Die Altersanalysen deuteten stecken und ein großer Krebs lugt schräg daraufhin verschiedene Exemplare, stu- darauf hin, dass die Austernbank schon unter einer Auster hervor. So oder so ähn- dierte die Biologie der Auster, schaute im frühen Mittelalter menschlichen Einlich könnte es einmal ausgesehen haben sich Kulturen und geeignete Meeresge- flüssen ausgesetzt war. Durch das Roden auf weiten Teilen des Nordseebodens. biete in England und Frankreich an und von Wäldern, das Aufkommen der LandDenn dort, wo heute meist ebener sandig- kam schließlich zu dem für die Regierung wirtschaft und durch Sturmfluten gelangmodriger Boden ist, fanden sich noch vor ernüchternden Schluss: Eine Austern- te so viel Sediment in die Nordsee, dass 150 Jahren ausgedehnte Austernbänke. zucht ist in Deutschland nicht möglich. die Austern teilweise darunter verÜber sechs Prozent der Bodenfläche, so Karl Möbius sollte vorerst Recht behalten. schwanden, vermuten die Forscher. heißt es nach Schätzungen, seien einst In den 1920er Jahren wurden mehrfach Dass die Europäischen Austern sehr gevon Austern besiedelt gewesen. Das ent- Millionen Saataustern im Wattenmeer nau an ihre Umgebungsbedingungen anspricht einer Fläche, die ungefähr die Größe Nordrhein-Westfalens hat. Dann kam die Fischerei: Eine florierende Flotte fischte die schmackhafte Muschel millionenfach aus der Nordsee und machte sie zu Geld. Fest verwachsen an ihrem Standort war die Auster für die Fischer eine leichte und schnelle Beute: Anstatt mühsam irgendwelchen Fischschwärmen nachzuspüren, fuhren sie einfach zu den bekannten Stellen und holten, was zu holen war. Allein die Engländer, so wird aus zeitgenössischen Dokumenten geschätzt, holten pro Jahr elf bis 18 Millionen Austern aus der Nordsee. Die ebenfalls stattlichen Fänge deutscher und niederländischer Boote übertrafen immerhin die Millionengrenze. Dennoch: Der Gewinn, der mit den so gefischten Austern erzielt wurde, dürfte in keinem Verhältnis stehen zum langfristigen Preis, den diese Fischerei gefordert hat. Denn heute lassen sich nur noch einzelne Restbestände an Austern in den Küstengewässern Norwegens, Dänemarks, Frankreichs oder Schottlands finJede Auster filtriert pro Tag eine ganze Badewanne an Nordseewasser. den. Aus den tieferen Regionen der Nordsee, in denen die Auster einst heimisch war, ist sie verschwunden. In den deutschen Gebieten ausgebracht – ohne Erfolg. Die Europäi- gepasst waren und es große genetische gilt die Europäische Auster sogar bereits sche Auster wollte im Wattenmeer nicht Unterschiede zwischen den Muscheln seit den 1930er Jahren als ausgestorben. mehr heimisch werden. Sie ist damit ein verschiedener Standorte gab, konnte Sa„Wann immer weit draußen eine Bank besonders frühes und eindrückliches Op- rah Hayer zeigen. Die Biologin hat sich entdeckt wurde, wurde sie intensiv be- fer der Überfischung. die umfangreiche Sammlung von Karl fischt“, sagt die Meeresbiologin BernaDoch ob die Fischerei die alleinige Möbius zunutze gemacht, die auch heute dette Pogoda vom Alfred-Wegener-Insti- Schuld am Verschwinden der Auster noch im Zoologischen Museum in Kiel latut in Bremerhaven. Auf diese Weise ver- trägt, wird in neueren Studien infrage ge- gert. Mit vorsichtigen kleinen Bohrungen schwanden teils Jahrtausende alte Aus- stellt. Im vergangenen Jahr fanden For- gelang es ihr, DNA-Material aus den Schaternbetten innerhalb weniger Jahre. scher des Alfred-Wegener-Instituts auf len der jahrhundertealten Muscheln zu Weil die Endlichkeit der Austernbänke Helgoland in der Nähe der Insel eine fossi- gewinnen. bei dieser Art der Fischerei durchaus ab- le Austernbank und untersuchten sie geVor allem bei der Auster aus dem nordsehbar war, kam man schon damals auf nauer. Aus 33 bis 44 Metern Wassertiefe friesischen Wattenmeer fand sie große die Idee, dass das, was man so kräftig ern- holten sie einige Exemplare an die Ober- Unterschiede. „Sie scheint genetisch sehr tete, vielleicht auch wieder neu „ausge- fläche, bestimmten Alter und Zustand der stark an ihre Umgebung angepasst gewesät“ werden müsse. 1863 erhielt der Zoo- Austern und stellten zu ihrer Überra- sen zu sein“, sagt die Biologin. „Deshalb

vermuten wir, dass dieser Art nicht nur die Fischerei, sondern auch die sich verändernden Umweltbedingungen im Wattenmeer zugesetzt haben.“ Welche Gründe es auch immer waren, am Ende steht fest: Mit der Europäischen Auster ist nicht nur eine Muschel aus weiten Teilen der Nordsee und des Wattenmeeres verschwunden, sondern eine ganze Gemeinschaft verschiedener Lebewesen. Als Karl Möbius vor mehr als 150 Jahren die Europäische Auster studierte, prägte er den Begriff der Biozönose – also einer Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren in einem Biotop – und legte damit einen wichtigen Grundstein der modernen Ökologie. Möbius zeigte, wie verschiedene Arten untereinander und mit der sie umgebenden Umwelt in Wechselwirkung stehen: Mit ihren Riffen bildeten die Austernbänke einen einzigartigen Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere und Organismen. Zudem bildeten sie eine ungeheuer mächtige Filtriermaschinerie: Jede einzelne der Millionen Muscheln, die hier einst heimisch waren, filtriert pro Tag eine ganze Badewanne an Nordseewasser. Heute wissen wir, dass solche „Ökosystemleistungen“ oft unbezahlbar sind. Und der Gedanke liegt nahe, dass der Mensch versuchen sollte, seinen Fehler von einst wieder rückgängig zu machen. Das Bundesamt für Naturschutz sowie das Alfred-WegenerInstitut (AWI) auf Helgoland haben daher 2016 das Projekt „Restore“ gestartet, um die Europäische Auster zurück in die deutsche Nordsee zu bringen. Dieses Mal aber nicht in die flachen, eher untypischen Gebiete der Auster im Wattenmeer, sondern dort, wo der Großteil der Austern einst heimisch war: in 30 bis gut 40 Metern Wassertiefe. Kleinere Wachstumsversuche in der Nähe der Insel Helgoland seien schon erfolgreich gewesen, meint Bernadette Pogoda vom AWI: „Die Tiere sind sehr gut und schnell gewachsen und waren viel schneller geschlechtsreif, als wir erwartet hätten.“ Sogar kleine Larven konnten die Forscher schon finden. Im vergangenen Jahr wurden nun 100 000 Austern in einem Meeresschutzgebiet weit draußen vor der ostfriesischen Insel Borkum ausgebracht. Bald, erzählt Pogoda, werde man mit Kamera und Tauchern nachschauen, wie es den Muscheln seit dem Aussetzen im Juli 2020 ergangen ist.

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FRAGEN SIE NUR!

Schön auf die Erdfeuchte achten Mit welchem Sand lassen sich die besten Sandburgen bauen? Zwei Faktoren seien wichtig, sagt Dirk Hebel, Professor für Nachhaltiges Bauen am Karlsruher Institut für Technologie: „Zum einen sollten die Sandkörner gebrochen, also möglichst kantig sein, zum anderen sollten sie unterschiedliche Größen haben.“ Dadurch lässt sich der Sand gut verdichten, die Körner verhaken sich, es gibt kaum Zwischenräume. „So lassen sich Kräfte gut ableiten, etwa das Eigengewicht der Sandburg von Korn zu Korn bis auf den Boden.“ Sprich: Die Burg steht stabil. Leider erfüllt Meeressand diese Kriterien kaum: „Die Sandkörner sind vom Meer abgerundet und auch die Siebkurve ist flach“, sagt Hebel, die Körner sind also ähnlich groß. Geeigneter Sand ist auch in der Bauwirtschaft schwer zu finden, wo er etwa bei der Betonherstellung inzwischen eine knappe Ressource sei. Am Strand bekomme man eine Burg trotz abgerundeter Körner hin, wenn man auf die „Erdfeuchte“ achte, sagt Hebel: Eine Sandkugel sollte man von einer in die andere Hand werfen können – zerbröselt sie, ist der Sand zu trocken, zerfließt sie, ist er zu nass. thg –

Noch Fragen? Fragen Sie nur! Per E-Mail an fragen@badische-zeitung.de

KURZ GEMELDET KL A R E S E E N B EDR O H T

Gefährliche Fadenalgen Massenansammlungen sogenannter Fadenalgen bedecken den Seeboden in Ufernähe, dort, wo viele Menschen spielen oder schwimmen. Von diesem neuen Phänomen sind weltweit vor allem klare Seen betroffen, schreibt ein internationales Forschungsteam im Fachmagazin BioScience. Die Algenteppiche können Gemeinschaften anderer Lebewesen auf dem Seeboden gefährden und dadurch die Nahrungsnetze verändern. Auch für Badende und Hunde kann es gefährlich werden: In den glibberig-grünen Algenmengen können sich Giftstoffe von Cyanobakterien anreichern. Über die Gründe der zunehmenden Ausbreitung der Algen auch in deutschen Seen diskutieren die Experten. In Frage kommen demnach lokale und globale Einflüsse: zunehmende Nährstoffeinträge, der Verlust fadenalgenfressender Wassertiere, der Klimawandel und invasive Arten. BZ BR E IT MA UL N A SH O R N

Vorm Aussterben retten Mit einer aufwendigen Prozedur wollen deutsche Wissenschaftler in einem internationalen Konsortium das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben retten. Unter Leitung von Thomas Hildebrandt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung entnahmen Tiermediziner einem der beiden letzten noch existierenden Tiere in einem kenianischen Wildpark Eizellen, die mit dem Sperma verstorbener Männchen befruchtet wurden. So konnten bisher zwölf Embryonen der Nashorn-Unterart erzeugt werden, wie das Konsortium bekanntgab. Der nächste wichtige Schritt sei nun ein erfolgreicher Embryotransfer. Weibchen des Südlichen Breitmaulnashorns sollen die Embryos austragen. Die Arbeit gilt als weltweit einzigartig. dpa


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sa ms ta g, 7. a ugu s t 2021

FO TO: G E SCH ICH T SVE RE IN G E NT H IN

Es war das schwerste Eisenbahnunglück in der deutschen Geschichte: Im Bahnhof von Genthin raste ein Personenzug in einen anderen

Die nicht versunkene Zeit Wie Politik ins Leben eingreift: Gert Loschütz besichtigt in seinem neuen Roman mehr als ein Unglück /Von Peter Schultze-Kraft

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noch ein kleiner Schritt zur Ausstoßung und schließlich Auslöschung war. Die Normen für Recht und Moral sind verkehrt, ein neuer Ton macht sich breit: „Nicht die Stille war das Normale, sondern das Laute, das Trommeln und Pfeifen, das Absatzknallen und Fahnenflattern, das Wummern mit Fäusten gegen die Tür“. Die Sprache wird nazifiziert: „Parteiabzeichen“, „deutscher Gruß“, „Gauleiter“, „Luftgau“, „Reichskleiderkarte“, „die deutsche Frau“, „Volljude“, „Nürnberger Gesetze“, „Berufsverbot“, „Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“. In den widrigen Umständen hängt Richard in unverbrüchlicher Liebe an Carla, versucht vergeblich, die Schwerverletzte im Krankenhaus in Genthin zu besuchen,

Im dritten Teil des Romans folgt Thomas, der von sich sagt, er trete „bei sich abzeichnender Beziehungsverfestigung die Flucht an“, den Lebenswegen seiner in Liebesdingen glücklosen Mutter Lisa von ihrer Jugend in Genthin über ihre Flucht mit dem Sohn nach Westberlin bis in ihr späteres Leben, er kommt darauf, wer sein Vater war, und auf dessen verwickelte Herkunft. Das Erkennen des Vaters ist eine der zartesten Szenen, eine VaterSohn-Beziehung entwickelt sich aber nicht: „Bruno wusste es, Lisa wusste es, und jetzt wusste ich es auch . . . aber wir behielten es für uns . . . Es folgte nichts daraus. Wir wussten es und wussten, dass der andere es auch wusste, taten aber, als wüssten wir es nicht . . . und gingen danach auch nicht anders miteinander um.“

F OT O: G ER H A R D L EB E R (I MA G O)

er Roman beginnt mit einem mane und Lyrik umfasst, ist „Besichtistarken Kontrapunkt, mit gung eines Unglücks“ nach „Flucht“ leichter Hand gesetzt, Meis- (1990) und „Ein schönes Paar“ (2018) terhand. „Nicht deine Zeit“, der dritte Roman, in dem der Autor seisagt Yps, die Geliebte des Ich-Erzählers nem „deutschen Thema“ nachgeht: dem Thomas Vandersee, die „auf einen Einfluss politischer Umstände auf persönSprung“ zu ihm gekommen ist (und in sei- liche Schicksale. ner Abwesenheit auch andere Männer in Der Roman führt durch die deutsche seine Wohnung schleppt). Yps hatte nach Geschichte von den späten 1930er Jahder Hauptsache noch Zeit gefunden, ren bis ins neue Jahrtausend hinein. Er einen Blick auf die Aufzeichnungen von spielt in vier Ländern oder Staatsgebilden einem im Jahr 1939 geschehenen Eisen- – im Deutschen Reich, in der DDR, in bahnunglück zu werfen, die auf Thomas’ Westberlin und im heutigen Deutschland Schreibtisch liegen. – und drei verschiedenen Zeiten, die 1939, das ist in der Tat nicht die Zeit durch einen epochalen Einschnitt, den des nach dem Krieg geborenen Thomas – „Zusammenbruch“ 1945 und die „Wendoch als er sich, nachdem Yps gegangen de“ 1989, voneinander getrennt sind. ist, den Papieren wieder zuwendet, Das erste Unglück, das wir mit dem Autor taucht er leibhaftig ein in die Erinnerung besichtigen, ist das schwerste Eisenbahnan „die im Stollen der unterirdischen Mu- unglück der deutschen Geschichte am nitionsfabrik gefundenen und auf die 22. Dezember 1939 in Genthin mit minSchienen der Kleinbahn gelegten Patro- destens 196 Todesopfern und hunderten nen, die ausgemergelten Männer mit Verletzten. Ein vollbesetzter Schnellzug dem zusammengerollten und unterm aus Berlin fuhr im Bahnhof Genthin auf Stumpf mit einer Sicherheitsnadel festge- einen dort irrtümlich gestoppten anderen steckten Hosenbein, das KlaPersonenzug auf. „Hätte der cken der sich vom Pflaster abMann im Stellwerk das Haltestoßenden Krücken“. Die Bil- Wann beginnt signal vier Sekunden später der aus seiner Jugend verbingegeben, wäre es nicht zum den ihn mit den zur Sklaven- ein Unglück? Unglück gekommen.“ Vier Searbeit in der deutschen Rüs- Wo ist der kunden: der Kippmoment. tungsindustrie verdammten Loschütz rekonstruiert mit schicksalhafte erstaunlichem ausländischen Zwangsarbeieisenbahnterinnen, mit den im Krieg zu Kippmoment? technischem und meteoroloKrüppeln geschossenen Solgischem Fachwissen und gedaten. nauer Ortskenntnis den HerDamit widerlegt er auf subtile Weise gang des Unglücks und die polizeilichen Yps’ Bemerkung. Nein, gibt der Erzähler Ermittlungen zur Schuldfrage. Der laut zu verstehen, meine Zeit ist nicht nur das Personalakte wenig qualifizierte LokfühJetzt, sondern auch das Vorher, die Spu- rer des zweiten Zugs hatte zwei Haltesigren der Vergangenheit, die in die Gegen- nale überfahren. Aber ist sein Fehler urwart hineinragen – und er macht sich auf sächlich für das Unglück? „Wären nicht die Suche nach der keineswegs versunke- so viele Lokführer zum Kriegsdienst einnen Zeit. Herausgekommen ist ein äu- gezogen worden, wäre ihm nicht die Verßerst vielschichtiges, sprachlich glanzvol- antwortung für eine Schnellzuglok überles, inhaltlich spannendes, ja, dramati- tragen worden. Demnach begann das Unsches, in seinem Herzstück tief trauriges, glück hier?“ Oder noch früher? 1933?, berührendes Kunstwerk. „Besichtigung möchte man fragen. eines Unglücks“ ist vieles in einem: Im Lauf seiner Recherchen kommt Eisenbahnroman, historischer Roman, Thomas einem weiteren Unglück auf die Detektivroman, Familienroman, Liebes- Spur: der Liebesgeschichte von Carla roman und eine Reflexion über die Zufäl- Finck und Richard Kuiper. Carla befand ligkeit oder Kausalität schicksalhafter Er- sich auf dem Weg von Berlin nach Düsseleignisse. Wo liegt der Ursprung eines Ge- dorf an Bord eines der verunglückten Züschehens? Was wäre, wenn? Wann ist der ge, aber nicht mit ihrem Verlobten RiKippmoment, die Zeitspanne, in der sich chard, sondern mit einem Italiener naentscheidet, ob das Schicksal die eine mens Buonomo. Thomas macht sich auf oder die andere Richtung nimmt? die Spurensuche im Neusser Raum, wo In Gert Loschütz’ Biografie gibt es zwei Richard und Carla lebten. Über den LieDreh- und Angelpunkte: seine Wurzeln in benden schwebt das Damoklesschwert Genthin in Sachsen-Anhalt, wo er 1946 der Verfolgung durch das Naziregime: Rigeboren wurde, und der Weggang 1957 chard ist Jude, Carla „Halbjüdin“. Es ist mit seinen Eltern nach Westdeutschland. die Zeit der Entrechtung, Ausplünderung Innerhalb seines reichen Werks, das Hör- und Erniedrigung der Juden in Deutschspiele, Theaterstücke, Erzählungen, Ro- land, ihrer Ausgrenzung, von der es nur

Verfasser eines äußerst vielschichtigen Kunstwerks: Gert Loschütz reicht zum Beweis seiner Reiseberechtigung Carlas Liebesbriefe aus Berlin ein. Und Carlas Fremdgehen mit Buonomo? Aus Lust am Abenteuer? Wenig plausibel. Eher aus Liebe zu Richard, deutet der Autor an: um sich in Berlin Papiere für die geplante gemeinsame Auswanderung nach Argentinien zu verschaffen. Im Grunde ist das ganze Buch ein Detektiv-, das heißt: ein Aufdeckungsroman, denn der Ich-Erzähler recherchiert nicht nur minutiös Hergang und Aufklärung des Eisenbahnunglücks, sondern holt auch anderes ans Licht. So entlarvt er die systemimmanente Verdrehung der Wahrheit in der DDR durch die Analyse eines Artikels im ostdeutschen Fachmagazin „Der Eisenbahnfreund“, in dem der Lokführer, der zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, zum proletarischen Helden hochstilisiert wird, zum Opfer eines faschistischen Willkürurteils.

Thomas entdeckt auch, dass es infolge des Eisenbahnunglücks eine Verbindung zwischen seiner Mutter und Carla gegeben haben muss. Durch die Katastrophe von Genthin sind die Protagonisten Carla, Richard, Lisa, Thomas miteinander verknüpft. Und ihrer aller Leben, auch das von Yps, Yps’ Ehemann Lennart und Bruno, sind wie Zugunglücke. Ist dies das letzte Wort? Nein. Man ist versucht, dem Sinnieren des Autors über die Eigentümlichkeiten des Schicksals eine Frage hinzuzufügen: Wann ist ein Geschehen wirklich zu Ende? Richard ist im KZ umgekommen, Carla nach einem ruhelosen Leben im Altersheim gestorben. Ihre Liebe aber hat Gert Loschütz, fast drei Menschenalter danach, mit seinem Roman gerettet. –

Gert Loschütz: Besichtigung eines Unglücks. Roman. Verlag Schöffling & Co., Frankfurt am Main 2021. 334 Seiten, 24 Euro.

KRIMINALROMANE

Ein BRD-Märchen Max Annas: Hochsitz. Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg 2021. 272 Seiten, 22 Euro. Es hat etwas von Kindern im Märchen. Die Freundinnen Sanne und Ulrike, beide elf Jahre, gehen gerne in den Wald. Sie klettern verbotenerweise auf einen Hochsitz und schauen auf ihr Dorf herunter. Und auf der anderen Seite bis nach Luxemburg. Wir sind im Jahr 1978, in der Eifel. Max Annas, fünffacher Krimipreisträger, hat nach zwei DDR-Romanen nun einen BRD-Roman geschrieben. Es ist die Zeit der RAF und der Fußball-WM in Argentinien, wo die westdeutsche Nationalmannschaft den Titel verteidigen will. Beides macht sich in Sannes und Ulrikes Dorf in Form von Bildchen bemerkbar – auf Fahndungsplakaten und in Hanutas. Dass auch echte Terroristinnen im Ort sind, bekommen sie nicht mit. Annas lässt weiterhin typische DorfKrimi-Gestalten auftreten: nicht so schlaue Bauern, einen Dorfpolizisten, der vor allem seine Ruhe will, eine verwahrloste Brüderschar, die Drogen über die Grenze schmuggelt, eine verrückte Frau, die sich immer in den Bach schmeißt. Dann beobachten Sanne und Ulrike nächtens – diesmal aus dem Kinderzimmerfenster – einen Mord an einem Motorradfahrer. Sie forschen dem Täter im schwarzen Umhang hinterher. Aus wechselnden Perspektiven, mit wechselndem Tonfall erzählt Annas eine Geschichte voll unterdrückter Konflikte. Die Nazi-Zeit spielt noch hinein. Dann geraten die Mädchen in Gefahr, die Hexe ist hinter ihnen her. Doch die fremden Feen retten sie. Ob das Märchen auch für diese gut ausgeht? Thomas Steiner

Nicht verheilte Wunden Javier Cercas: Terra Alta. Roman. Aus dem Spanischen von Susanne Lange. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2021. 448 Seiten, 24 Euro. Er ist ein Hurensohn, im wahrsten Sinn des Wortes. Melchor Marín wächst in der Unterwelt Barcelonas auf, gerät auf die schiefe Bahn und landet bald im Knast. Hinter Gittern erfährt er von der brutalen Ermordung seiner Mutter, einer Prostituierten, und beschließt daraufhin, Polizist zu werden. Victor Hugos Roman „Die Elenden“ hilft ihm bei dem Entschluss. Später verschlägt es den Polizisten, der während seiner Laufbahn immer wieder Frauenmisshandler verprügelt, in das Gebiet Terra Alta an der Ebromündung. Er findet dort Ruhe und privates Glück – bis zu einem grausamen Mord an einem Unternehmerehepaar. „Terra Alta“ heißt auch dieser Roman des spanischen Erfolgsautors Javier Cercas, der mit seinem Bürgerkriegsepos „Die Soldaten von Salamis“ vor rund 20 Jahren auch in Deutschland bekannt wurde. Wieder spielen die Zeit von 1936 bis 1939 und die danach nicht verheilten Wunden Spaniens eine Rolle. Wer hat Rache genommen an der Familie Adell? Und warum? Woher der Hass? Cercas gelingt ein spannender Plot mit präzise gezeichneten Charakteren, gewürzt mit Ausflügen in die Geschichte und Zeitgeschichte (islamistische Anschläge, Unabhängigkeitsbestreben in Katalonien). Der Verlag kündigt bereits einen Folgeband an, dieser wird dann in Barcelona spielen. Wird aus dem unkonventionellen Polizisten Melchor Marín ein zweiter Pepe Carvalho werden? Ob der junge Wilde jenem viel gelesenen Privatdetektiv und Genießer aus der Feder Manuel Vázquez Montalbáns nachfolgt, bleibt abzuwarten.

Dominik Bloedner


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s a ms ta g, 7. a ug us t 20 21

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Nacktbaden im Urlaub

Nicht nur an Corona denken

Deutschland hat viele schöne FKK-Strände zu bieten – wie auch andere europäische Länder und Inseln / Von Nina Witwicki

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ein Höschen drückt, kein BH ziept. Der Wind streichelt die Haut und die Sonne färbt sie braun – ganz ohne Streifen. Nacktheit ist für viele Menschen eng verbunden mit dem Gefühl von Freiheit und der Selbstbestimmung des Körpers. Der Mensch im Einklang mit der Natur. Und Nacktsein macht glücklich – zumindest besagt das eine 2019 veröffentlichte Studie von Wissenschaftlern des Goldsmith Colleges der Universität von London, die den passenden Titel „The Naked Truth“ (Die nackte Wahrheit) trägt. Darin heißt es, dass Menschen, die FKK machen, ein besseres Körpergefühl hätten und selbstbewusster seien. Wieso also gibt es nicht mehr Nackedeis? Die Freikörperkultur ist längst nicht mehr so beliebt. „Seit den 1990ern sind die Mitgliederzahlen in FKK-Vereinen stark zurückgegangen“, sagt Wilfried Blaschke, Präsident des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur. Daher seien auch die textilfreien Bereiche an der Nord- und Ostsee geschrumpft. Selbst in Prerow auf dem Darß auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, das einst als Naturisten-Paradies galt, wurde der FKK-Abschnitt verkleinert. Doch seit rund vier Jahren gebe es nun eine leichte Trendwende, sagt Blaschke. Besonders in städtischen Bereichen wie in Freiburg und Karlsruhe gebe es wieder eine leicht steigende Zahl von Naturisten. „Viele Menschen, die als Kinder FKK erlebt haben, kehren als Erwachsene mit ihren Kindern wieder zurück.“ Eine Erklärung für das vorherrschende Nacktheitstabu sieht der Leipziger Sexualforscher Kurt Starke in der stärker werdenden Instrumentalisierung des Körpers und dem derzeitigen Schönheitsideal, sagte der Wissenschaftler bereits 2019 gegenüber der Deutschen Presseagentur. Glatte Haut, kein Haar darf sprießen, Muskeln statt Fettröllchen. Der Druck, einen perfekten Körper zu haben, ist durch Social-Media-Plattformen wie Instagram und Co. für viele im Alltag zu jeder Zeit präsent, ebenso wie die Scham, dem nicht gerecht werden zu können. Der Höhepunkt des FKK-Trends sei in Deutschland überschritten und habe sich nur im Osten richtig durchgesetzt, sagte Starke.

F OT O: A X EL H E IM IMK KE EN N ( DP A )

Urlaub ganz textilfrei: Viele schätzen dieses Körpergefühl.

Für den Urlaub wichtige Medikamente mitnehmen

Nacktbaden kann ein befreiendes Gefühl auslösen. Ein weiterer Grund für weniger Naturisten dürften aber auch Smartphones sein. Filme und Fotos von Nackten verbreiten sich blitzschnell im Netz – und das Internet vergisst nicht. Doch Deutschland ist und bleibt das Land der Naturisten. Im gesamten Bundesgebiet finden sich offizielle und inoffizielle FKK-Bereiche an Strandabschnitten, Flüssen, Badeseen oder in Strandbädern. Wer bei den ersten warmen Sonnenstrahlen die Textilien von sich streifen möchte, muss auch in Südbaden nicht weit fahren. FKK ist beispielsweise im Raum Freiburg am Dietenbachsee, Flückigersee, Opfinger See, Silbersee und am Rimsinger Baggersee möglich. Ein beliebter Ort für Naturisten ist auch der Schluchsee, dort ist textilfrei auf der Waldseite geduldet. Ebenso gibt es FKKCampingplätze wie den Dreiländereck Ferienpark der Naturisten in Neuenburg oder jenen beim Sportbund Sonnland in Freiburg. Nacktbaden kann insbesondere im Urlaub reizvoll sein. Kein Nachbar, der gafft, kein Arbeitskollege, der zufällig zum selben Badesee fährt. Die wohl schönsten FKK-Bereiche in Deutschland finden sich vermehrt auf den nord- und ostdeutschen Inseln, aber auch auf dem Festland. Hier eine kleine, natürlich unvollständige Liste: d Sylt d Borkum d Norderney d Eibsee d St. Peter-Ording

d Amrum d Kollerinsel d Usedom d Spiekeroog d Rügen d Fehmarn d Chiemsee d Prerow auf dem Darß d Rätzsee

In vielen Teilen der Welt ist Nacktbaden in ausgewiesenen Bereichen oder Hotels möglich, wie beispielsweise in Dänemark, Schweden, Bulgarien oder Spanien. Doch nicht jedes Land ist für eine textilfreie Lebensweise offen, in einigen muslimischen Ländern ist Naturismus strafbar. Daher sollten sich Naturisten vor ihren Urlauben gut informieren. Zu den beliebtesten FKK-Ständen im europäischen Ausland gehören: d Mirtiotissa Beach, Korfu d Orient Bay, St. Martin d Platja de Portals Vells, Mallorca d Playa de las Gaviotas, Teneriffa d Jerolim Island, Kroatien d El Cavallet, Ibiza d Faliraki, Rhodos d Cap d’Agde, Agde, Frankreich d Red Beach, Santorini d Praia do Homem Nu, Tavira, Portugal

Keine falsche Scheu: Hosen runter und Erfahrungen sammeln. Wer sich als Naturist versuchen möchte, sollte sich – wie auch erfahrene Nacktbadende – an die wesentlichen Regeln für die Freikörperkultur halten. Denn Diskretion spielt

Mit dem Hund auf Bergtour Mal Kühe, mal steile Wege: Wer mit seinem Tier wandern geht, sollte einiges beachten Eine gemeinsame Wanderung in den Bergen stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund. Eine gelungene Tour hängt aber von einer guten Vorbereitung ab. Wer eine Bergwanderung mit Hund unternimmt, sollte zum Beispiel bei der Routenplanung darauf achten, Kuhweiden zu meiden – und wenn doch eine zu durchqueren ist, dann möglichst ruhig und ohne Hektik. Kommt es dennoch zu einem Angriff durch eine Kuh, sollte der Halter seinen Hund unbedingt von der Leine lassen. Das raten die Experten der

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Welttierschutzgesellschaft (WTG). Nur so sei der Hund schnell genug, um vor der Kuh zu fliehen – und so könne er auch deren Aufmerksamkeit vom Wanderer weg lenken. Zur Vorbereitung eines Ausflugs in die Natur empfiehlt die WTG, sich auch einen Überblick über regionale Bestimmungen zur Leinenpflicht sowie lokale wildwachsende Giftpflanzen und Gifttiere zu verschaffen. Auch sollte man sich über die Verfügbarkeit sauberer Quellen entlang des Weges informieren. Gibt es

diese nicht, muss genug Wasser für den Hund eingepackt werden. Sehr steinige und steile Pfade sind zu meiden. Vor der Wanderung sollte der Hund an ein sicheres Geschirr gewöhnt werden, rät die WTG. Unterwegs ist der Hund möglichst vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, und bei Elektrozäunen sollten Halter besonders aufpassen und das Tier nicht zu nah heranlassen. dpa –

Checklisten zum Reisen mit Hund: mehr.bz/hundreise

FOTO: OWEN HUMPHREYS (DPA)

hierbei eine wichtige Rolle und trägt zum Wohlbefinden aller bei: 1. Nacktheit. Wer sich in einem FKK-Bereich aufhält, sollte sich auch ausziehen. 2. Starren ist nicht erlaubt. Nur weil sich jemand nackt sonnt, badet oder Sport treibt, möchte diejenige oder derjenige nicht angestarrt werden. 3. Keine Fotos von Fremden schießen. Smartphones sind in FKK-Bereichen nicht gerne gesehen. Niemand möchte von einem Unbekannten fotografiert werden und unbekleidet im Internet landen. 4. Abstand halten. Jeder Mensch braucht eine individuelle Wohlfühldistanz, daher sollte Rücksicht aufeinander genommen werden. 5. Badetuch griffbereit. Für die Hygiene sollte man immer ein Badetuch bei sich haben, etwa für Stühle und Liegen. Denn diese Möbel werden auch von anderen benutzt.

INFO TI PP S UND A K T IV IT Ä T E N Unter dem Dach des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur, kurz DFK, befinden sich 135 FKK-Vereine. Der DFK versteht sich als Interessenvertretung der Anhänger der Freikörperkultur und wurde 1949 gegründet. Das Leitbild lautet: „Naturismus ist eine Lebensart in Harmonie mit der Natur.“ Auf der Website des DFK sind sowohl Tipps für FKK-Reisen, Sport- und Aktivtage zu finden: www.dfk.org niwi

Auch wenn das Coronavirus aktuell die Reiseplanung mitbestimmt: Urlauber sollten auch andere Erkrankungen und Gesundheitsrisiken unterwegs nicht außer Acht lassen. „Es gibt eben nicht nur Corona, bei weitem nicht“, betont der Reisemediziner Tomas Jelinek. Sonnenbrand, Durchfall und Mückenstiche seien viel häufiger. „Darauf sollte man sich natürlich auch vorbereiten.“ Jelineks Ratschlag lautet, immer einen guten Sonnenschutz, ein gutes Mückenmittel und ein Präparat gegen Reisedurchfall mitzunehmen. Auch sollten Urlauberinnen und Urlauber, die ein Mittelmeerland ansteuern, eine Impfung gegen Hepatitis A haben – das ist eine Entzündung der Leber. Das sei absolut sinnvoll, sagt der wissenschaftliche Leiter des Centrums für Reisemedizin: „In Süditalien ist das Risiko, sich eine Hepatitis A zu holen, etwa achtmal höher als bei uns, wenn Sie auf dem Markt etwas kaufen.“ Für viele Reiseregionen sollte eine FSME-Impfung erwogen werden. Gerade im Süden Deutschlands habe die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) Zahlen erreicht, die es in Deutschland zuvor noch nie gegeben habe, sagt Jelinek. Hier kann es sinnvoll sein, sich durch eine Impfung zu schützen. Auch Mücken können Krankheiten übertragen. „Je nach Land kann das mal mehr oder weniger relevant sein“, erklärt Jelinek. Betroffen sind hier eher Fernreiseziele, wo zum Beispiel Dengue-Fieber grassiert. Am Mittelmeer sei das nicht so sehr ein Problem, weiter weg sehr wohl. Die oft gehörte Behauptung, dass erst am jeweiligen Urlaubsort gekaufte Mittel besser gegen die vor Ort vorhandenen Mücken wirkten, sei allerdings ein urbaner Mythos, der nicht auszurotten sei, sagt Jelinek: „Das stimmt nicht.“ Gerade in einkommensschwächeren Ländern gebe es gar nicht den Markt für effektive Mückenschutzmittel. Es sei schon so, dass in Deutschland sehr effektive Mückenmittel auf dem Markt seien, die auch gut verfügbar seien, sagt der Experte. dpa

Limit der Girocard lieber prüfen Vor einer Auslandsreise sollten Urlauber das Limit ihrer Girocard prüfen. Je nach Reiseziel kann der Verfügungsrahmen der Karte aus Sicherheitsgründen im Ausland niedriger als in Deutschland sein, teilt die Initiative Euro Kartensysteme mit. Damit es im Ausland keine Überraschungen am Geldautomaten gibt, raten die Experten: Reisende sollten sich vorab bei ihrer Hausbank erkundigen. Gibt es für das Reiseziel Einschränkungen für den Karteneinsatz, können Bankkunden diese aufheben oder anpassen lassen – und zum Beispiel ein Tages- oder Wochenlimit vereinbaren. dpa

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S AT. 1

PRO 7

5.30 Elefant & Co. 5.55 Wissen macht Ah! 6.20 Durch die Wildnis 7.10 Anna und die wilden Tiere 7.35 Pia und die Haustiere 7.50 Checker Julian 8.15 neuneinhalb 8.25 Die Pfefferkörner 9.50 Tagesschau 9.55 Seehund, Puma & Co. 11.30 Quarks im Ersten 12.00 Tagess. 12.05 Die Tierärzte 12.55 Tagesschau 13.00 ^ Meine Schwester und ich. TV-Drama (D 2005)

9.03 Olympische Sommerspiele Tokio 2020. 15. Wettkampftag. ca. 09.05 Basketball: Damen, Spiel um Bronze / ca. 09.30 Wasserball: Damen, Finale / ca. 09.55 Bahnradsport: Madison Herren, Finale / ca. 10.00 Handball: Herren, Spiel um Bronze. Moderation: Rudi Cerne, Katrin Müller-Hohenstein 12.00 heute Xpress 12.05 Olympische Sommerspiele Tokio 2020

6.05 NaturNah. Dokumentationsreihe 8.00 Wo unser Wetter entsteht – Die Alpen. Dokumentationsreihe 8.45 Marktcheck checkt .... Magazin. Rossmann 9.30 Hauptsache Camping. Reihe 10.15 Nachtcafé. Sex, Lust und Frust. Moderation: Michael Steinbrecher 11.45 Um Himmels Willen 12.30 ^ Endstation Glück. TV-Komödie (D 2016) Mit Gundi Ellert. Regie: Karola Meeder

5.50 Familien im Brennpunkt8.50 Der Blaulicht-Report. U. a.: Jugendamtsmitarbeiterin wird von Radfahrer niedergestochen / 9-Jähriger allein mit Traktor unterwegs / Bahnarbeiter findet Blutspuren / Jugendliche überfällt Apotheke / Ehepaar beobachtet brutale Entführung / Ausgesetztes Baby enttarnt verzweifelte Mutter / Verzweifelte Mutter geht auf Jugendamtsmitarbeiterin los vor

5.20 Auf Streife – Berlin. Gewalt in der Familie, Drogenhandel, Diebstahl: Der Polizeialltag in Berlin ist hart und oft gefährlich. 10.00 Auf Streife – Die Spezialisten. Doku-Soap. Reporter schauen Beamten der Autobahnpolizei, Wasserschutzpolizei, Feuerwehr und des Zolls über die Schulter. 12.00 Auf Streife – Die Spezialisten. Doku-Soap 13.00 Tourenwagen: DTM. Aus Zolder (B)

5.20 Galileo 6.15 The Middle 6.45 Two and a Half Men 8.05 The Big Bang Theory 9.25 How I Met Your Mother 10.44 MOTZmobil 10.45 Eine schrecklich nette Familie. Comedyserie 11.45 Superstore. Comedyserie 12.40 Die Simpsons. Eine Frau für Moe / Der merkwürdige Schlüssel / Die Trillion-Dollar-Note / Die neuesten Kindernachrichten / König der Berge / Die Kugel der Isis

14.30 ^ J C v Heimat ist kein Ort TV-Drama (D 2015) Mit Marie Gruber. Regie: Udo Witte 16.00 W wie Wissen Magazin Staub – Im Kosmos der Kleinstpartikel 16.30 Weltspiegel-Reportage 17.00 Tagesschau Mit Wetter 17.10 Brisant Boulevardmagazin 17.50 Tagesschau Mit Wetter 18.00 Sportschau U. a.: Fußball: DFB-Pokal, 1. Hauptrunde, SV Sandhausen – RB Leipzig, 1. FC Lok Leipzig – Bayer 04 Leverkusen, VfL Osnabrück – SV Werder Bremen, Weiche Flensburg 08 – Holstein Kiel

15.00 heute Xpress 15.05 Olympische Sommerspiele Tokio 2020 15. Wettkampftag. U. a.: Ringen: Freistil Herren bis 65 kg, Finale; Freistil Herren bis 97 kg, Finale; Freistil Damen bis 50 kg, Finale 17.00 heute Xpress 17.05 Länderspiegel Magazin. Aus den Bundesländern 17.35 plan b Dokumentationsreihe 18.05 SOKO Kitzbühel Krimiserie Mit Jakob Seeböck 19.00 heute / Wetter 19.20 Wetter 19.25 Der Bergdoktor Arztserie. Lebensangst. Mit Hans Sigl

14.00 14.30 15.00 15.45

Fahr mal hin Reportagereihe Schnittgut Magazin Lichters Originale Iss besser! – Tariks wilde Küche Dokumentationsreihe Lecker aufs Land (4/6) Reportagereihe Champagne, da will ich hin! Genussvoll durch Südtirol – Feiern und Schlemmen mit Brot, Speck und Wein Dokumentation SWR Aktuell BW Magazin Menschen und Momente Stadt – Land – Quiz Show. Das Städteduell im Südwesten SWR Aktuell BW Magazin

15.50 Die 50 (4) Show. verrücktesten Abenteuer. Während ein Junge mitten auf einer Hauptstraße spielt, entscheidet ein Beobachter in Sekunden, wie das Abenteuer zum Happy End wird. 17.45 Best of ...! Show 18.45 RTL Aktuell 19.04 Klima Update Magazin 19.05 Life – Menschen, Momente, Geschichten Magazin. Moderation: Annika Begiebing. „Life“ – das Magazin bei RTL – berichtet über Menschen und Momente, die bewegen und begeistern.

14.50 Auf Streife Doku-Soap. Reporter schauen Beamten der Autobahnpolizei, Wasserschutzpolizei, Feuerwehr und des Zolls über die Schulter. 16.00 Lenßen übernimmt DokuSoap. Mit Ingo Lenßen 18.00 Lebensretter hautnah – Wenn jede Sekunde zählt In Stuttgart müssen David und Paulchen bei einem schweren Verkehrsunfall Erste Hilfe leisten, wobei es auf jede Sekunde ankommt. Sindy und Petro kämpfen in Jena um das Leben einer 15-Jährigen. 19.55 Sat.1 Nachrichten

15.35 Two and a Half Men U. a.: Bereit für die Großaufnahme / Ich kümmere mich um Prudence. Alan und Charlie treffen in einem Kino zufällig auf Alans Ex-Frau Judith, die kaum wiederzuerkennen ist. 17.00 Outmatched – Allein unter Genies Comedyserie. Das Date / Der Mobber fällt nicht weit vom Stamm 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons Zeichentrickserie. Mein Freund, der Wunderbaum / Coole Aussichten 19.05 Galileo Magazin. Moderation: Funda Vanroy

20.00 Tagesschau Nachrichten 20.15 ^ J C v 3 1/2 Stunden TV-Drama (D 2021) Mit Susanne Bormann, Jan Krauter, Jördis Triebel. Regie: Ed Herzog. 13. August 1961: Die Passagiere eines Zugs von München nach Berlin werden vor eine schwierige Entscheidung gestellt. 21.50 Wir Kinder der Mauer Dokumentarfilm (D 2021) Der Tag des Mauerbaus bestimmt auf lange Zeit das Leben vieler Kinder und Jugendlicher, die allem ausgeliefert sind. 23.20 Tagesthemen 23.50 Das Wort zum Sonntag Mit Christian Rommert (Bochum) 23.55 Olympische Sommerspiele Tokio 2020 U. a.: 00.00 Leichtathletik: Marathon, Herren / 02.00 Volleyball: Damen, Spiel um Platz 3 / 04.00 Rhythmische Sportgymnastik: Gruppe, Finale

20.15 Das große Deutschland-Quiz Das Spiel für unser Land. Mit Henry Maske, Anja Kling, Leonard Lansink, Armin Rohde, Sonja Zietlow, Judith Williams, Bettina Zimmermann, Kai Wiesinger. In dieser Quizshow spielen vier Promis aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands für den guten Zweck. In spannenden Duellen mit Aktionsspielen und Fragerunden stellen sie ihr Wissen unter Beweis und zeigen, wie facettenreich unser Land ist. 22.45 heute-journal 23.15 ^ J E C a Leave No Trace – Meine Wildnis Drama (USA/CDN 2018) Mit Ben Foster, Thomasin Harcourt McKenzie, Jeff Kober Regie: Debra Granik  0.55 heute Xpress  1.00 ^ J E C Geister der Vergangenheit Horrorthriller (GB 2011) Mit Rebecca Hall

20.00 Tagesschau 20.15 Schlager-Spaß Show. Mit Amigos, Anita & Alexandra Hofmann, Judith & Mel, Ramon Roselly, Mühlbach Quintett, Linda Feller, Teddy und die Lollipops. Mit Andy Borg. Andy Borg begrüßt u.a. Ramon Roselly, Mühlbach Quintett, Linda Feller, Teddy und die Lollipops, Amigos und Judith & Mel. 22.15 SWR Aktuell BW Magazin 22.20 SWR4 Schlagerfest Show Die Sommershow. Moderation: Anna Lena Dörr 23.50 Sven Ratzke „Songs in a Cabaret“ Konzert  0.40 ^ J E C v Nach all den Jahren TV-Drama (D 2013) Mit Simone Thomalla, Sven Martinek, Jutta Wachowiak. Regie: Michael Rowitz  2.10 ^ J E C v Leberkäseland TV-Komödie (D 2015) Mit Neda Rahmanian

20.15 5 gegen Jauch (2) Show. Mit Günther Jauch, Rúrik Gíslason, Nicolas Puschmann, Anne Menden, Maria Groß, Antoine Monot jr. Moderation: Oliver Pocher. Mit Einzelduellen zwischen Günther Jauch und den Promis, spontanen Schnellrate-Buzzer-Runden, Joker-Spielen und einer neuen „5 Secrets“-Spielrunde, in der die Stars Persönliches verraten, gibt es neue Spielregeln: So wird die Event-Show noch spannender, spontaner und abwechslungsreicher.  0.10 Take Me Out – XXL Show Moderation: Jan Köppen. In der zweiten Ausgabe dieser Staffel der Show kam es zu einer kuriosen Situation: Franzi hatte hat sich verdrückt und schob noch hinterher: „Ich bin jetzt rot und wäre gern weiß.“  2.00 5 gegen Jauch (2) Show

20.15 ^ J C The Jungle Book Abenteuerfilm (USA/GB 2016) Mit Neel Sethi. Ein Wolfsrudel hat den Menschenjungen Mogli adoptiert. Dies missfällt dem Tiger Shir Khan. Er fordert Moglis Tod. Der Bär Balu und der Panther Baghira wollen Mogli in eine Menschensiedlung bringen. 22.20 Promi Big Brother Show. Mit Ina Aogo, Melanie Müller, Heike Maurer, Mimi Gwozdz, Uwe Abel, Rafi Rachek, Daniel Kreibich, Eric Sindermann, Jörg Draeger 23.50 Promi Big Brother – Die Late Night Show  1.45 ^ C Wo ist Fred? Liebeskomödie (D 2006) Mit Til Schweiger, Alexandra Maria Lara, Jürgen Vogel. Regie: Anno Saul. Lustig: Til Schweiger als falscher Rollstuhlfahrer  3.30 ^ J C Today You Die Actionfilm (USA 2005)

20.15 ^ J CHiPS Actionkomödie (USA 2017) Mit Michael Peña, Dax Shepard, Vincent D’Onofrio. Regie: Dax Shepard. Der ehemalige Motocross-Champion Jon Baker und Frank Ponch Poncherello müssen sich wider Willen zusammenraufen, um einen Millionenraub aufzuklären, bei dem korrupte Highway-Cops beteiligt sind. 22.25 ^ J Teacher Fight – Wer petzt, wird zerfetzt Komödie (USA 2017) Mit Ice Cube. Regie: Richie Keen  0.10 ^ J CHiPS Actionkomödie (USA 2017) Mit Michael Peña. Regie: Dax Shepard  2.10 ^ J Teacher Fight – Wer petzt, wird zerfetzt Komödie (USA 2017) Mit Ice Cube. Regie: Richie Keen  3.45 ^ J C Movie 43 Komödie (USA 2013) Mit Richard Gere, Dennis Quaid, Kate Winslet

B AY E R N

16.00 BR24 Rundschau 16.15 Expeditionen ins Tierreich Dokureihe. Wilde Azoren – Wunderwelt im Atlantik 17.00 Blickpunkt Sport 17.45 Zwischen Spessart und Karwendel Magazin 18.30 BR24 Rundschau 19.00 Eine Welt ohne Fleisch 19.30 Kunst & Krempel Magazin 20.00 Tagesschau 20.15 ^ J E v Paradies in den Bergen TV-Romanze (D/A 2004) Mit Ursula Buschhorn 21.45 BR24 Rundschau 22.00 ^ J E Liebe auf den dritten Blick TV-Romanze (D 2007) Mit Katja Weitzenböck 23.30 ^ J E C v Einfach Rosa – Wolken über Kapstadt TV-Romanze (D 2015)  0.55 ^ J E C Meine Heimat Afrika TV-Drama (D 2009)

16.00 Schnittgut. 16.30 Land und lecker (3) 17.15 Einfach und köstlich – Kochen mit Björn Freitag 17.45 Kochen mit Martina und Moritz U.a.: Schnelle Küche – In 20 Minuten auf den Tisch 18.15 Meisterküche Show 18.45 Aktuelle Stunde Magazin 19.30 Lokalzeit Magazin 20.00 Tagesschau 20.15 Legendär! Unsere Helden der 80er Doku Riccardo Simonetti 21.45 Verdamp lang her – Die Hits der 80er und ihre Geschichten Dokumentarfilm (D 2019) 23.15 Neue Deutsche Welle – Revolte, Spaß und Da-Da-Da Dokumentarfilm (D 2018) Regie: Melanie Didier  0.45 Legendär! Unsere Helden der 80er Dokumentation

SERVUS T V 14.10 MotoGP: Großer Preis der Steiermark 15.10 Moto2: Großer Preis der Steiermark 15.50 MotoGP: Großer Preis der Steiermark 16.05 Superbike: Weltmeisterschaft 17.05 Einfach gut leben 17.15 Gartln mit Starkl 17.50 Die besten Köche der Welt – Zu Gast im „Ikarus“. Reportagereihe 18.00 Servus Nachrichten 18.05 Heimat 18.10 Tierbabys – Die ersten Schritte 19.10 Terra Mater 20.15 ^ The Illusionist. Drama (USA/CZ 2006) Mit Edward Norton 22.15 ^ The Handmaid’s Tale – Die Geschichte der Dienerin. SciFi-Film (USA/D 1990) 0.15 ^ The Illusionist. Drama (USA/CZ 2006)

18.00 18.15 18.45 19.30

T V -T I P P S

10.30 Lokalzeit. Magazin 11.00 Quarks 11.30 Die Maus 12.00 Ausgerechnet 12.30 Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks. Magazin 13.15 Doc Esser – Der Hausbesuch. Reportage 14.00 ^ Das Glück ist eine Katze. TV-Komödie (D 2010) Mit Robert Atzorn. Regie: Matthias Steurer 15.30 Schnittgut

6.00 Infomercial 8.00 X-Factor: Das Unfassbare 10.15 Die Schnäppchenhäuser – Jeder Cent zählt (3+13) 12.15 Die Schnäppchenhäuser 14.15 Die Schnäppchenhäuser – Jeder Cent zählt. Das Bauwagen-Battle / Kinderparadies – Drinnen und draußen 16.15 Hartz und herzlich – Tag für Tag BenzBaracken. Ungewissheit / Die wichtigen Dinge im Leben / Alltagsprobleme / Familienstreit / Auf Wiedersehen. Beate bringt ihre Nachbarin Dagmar, die an einer schweren Lungenkrankheit leidet, ins Krankenhaus. 1.55 Hartes Deutschland – Leben im Brennpunkt

17.00 17.30

WDR

8.45 Tele-Gym 9.00 Sehen statt Hören 9.30 Welt der Tiere 10.30 ^ Wiedersehen in Verona. TV-Liebesfilm (D 2007) Mit Katharina Böhm 12.00 ^ Meine Heimat Afrika. TV-Drama (D 2009) 13.30 Verrückt nach Meer. Dokumentationsreihe 15.10 Glockenläuten. Magazin 15.15 Familienzeit

RTL 2

16.15

14.05 Arte, Dokumentationsreihe Nova: USA 2019. Nach ihrem Flug über den fernen Zwergplaneten Pluto im Jahr 2015 näherte sich die Sonde „New Horizons” am 1. Januar 2019 einem Himmelskörper im Kuipergürtel, rund 6,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Wissenschaftler gaben dem Objekt den Namen „Ultima Thule”. Der 2014 vom Hubble-Weltraumteleskop entdeckte Asteroid soll neue Erkenntnisse über die Entstehung der Sonnensysteme liefern.

20.15 Das Erste, TV-Drama 3 1/2 Stunden: Regie: Ed Herzog, D 2021. Am 13. August 1961 fährt ein Interzonenzug von München nach Ostberlin. Die Passagiere sind größtenteils DDR-Bürger. Als sich die Nachricht vom Mauerbau im Zug verbreitet, wird vielen bewusst, dass dies die letzte Chance zur Flucht aus der DDR ist. Sie könnten einfach vor dem Grenzübergang aussteigen. Ehepaare und Freunde zerstreiten sich deswegen. Auch Lokführerin Edith (LuisaCéline Gaffron) hegt Fluchtgedanken.

PHOENIX

3 S AT 10.45 Universum. Dokumentationsreihe 12.15 Liebesg’schichten und Heiratssachen. Magazin 13.00 ZIB 13.10 Notizen aus dem Ausland 13.15 Bezzel & Schwarz – Die Grenzgänger 14.00 Ländermagazin. Heute aus Bayern 14.30 Kunst & Krempel. Magazin 15.00 Natur im Garten 15.30 Eisenbahn-Romantik

16.00 ^ J E v Cecelia Ahern – In deinem Leben (1/2) TVRomantikkomödie (GB 2017) 17.30 ^ J E v Cecelia Ahern: In deinem Leben (2/2) TVRomantikkomödie (D/GB 18) 19.00 heute 19.18 3sat-Wetter 19.20 Die Schätze des Kaisers vor Gericht Dokumentation 20.00 Tagesschau 20.15 Klassik in den Alpen Konzert 21.55 Sommernachtsgala Grafenegg Konzert Ausführende: Rachel WillisSørensen (Sopranistin), Benjamin Bruns (Tenor) 23.30 ^ E Yves Saint Laurent Biografie (F/B 2014) Mit Pierre Niney  1.15 lebens.art U.a.: Almenrausch – Fluch oder Segen  2.15 Universum Dokureihe

10.00 Der Traum von der Neuen Welt. Dokumentationsreihe. Der Aufbruch / Im Rausch der Geschwindigkeit / Reeder sind Rivalen / Grenzen werden geschlossen 13.00 phoenix plus 14.15 Im Bann der Jahreszeiten. Dokumentationsreihe 15.00 Sommer an Islands Fjorden. Reportage 15.45 Wie ein einziger Tag

16.30 Ein Sommer in Sanssouci 17.15 Königliche Dynastien Dokumentationsreihe. Die Oranier / Die Glücksburger. Der Film erzählt von den deutschen Wurzeln des Hauses Oranien und den Wendepunkte der niederländischen Geschichte. 18.45 ZDF-History Russlands Krone 20.00 Tagesschau 20.15 Magie der Jahreszeiten 23.15 ZDF-History  0.00 Die Klasse – Berlin ’61 Dokumentarfilm (D 2015)  1.30 James Bond an der Berliner Mauer Dokumentation  2.00 Am Todesstreifen: DDRGrenzer erzählen  2.45 Es war der 9. November 1989 Dokumentation  3.00 ZDF-History  3.40 Schwarze Adler Sonderzeichen für Ihr TV-Programm: ^ = Spielfilm A = schwarzweiß

ARTE 10.30 Turmfalken – Unsichtbare Nachbarn 11.25 Die Rückkehr der Wölfe: Das Wunder im Yellowstone-Nationalpark 12.15 Bulgariens Bergwelten. Dokumentation 14.05 Nova 15.50 Rendezvous mit einem Kometen: Mission Rosetta. Mission Rosetta. Dokufilm (F 2017) Regie: Jean-Christophe Ribot

KABEL 1

VOX

5.30 Unforgettable 6.20 Hawaii Five-0. Hangover / Untergetaucht / Waikikikalypse 9.00 Blue Bloods. Starke Bande / Manhattan Queens 10.55 Castle. Im Auge des Betrachters / Dämonen / Banküberfall / Heartbreak Hotel / Bis dass der Tod uns scheidet 15.35 Scorpion. Heiße Fracht

5.35 Criminal Intent – Verbrechen im Visier. Blutsbande / Fluch der Schönheit / Der Playboy / Mord à la Carte / Auf Herz und Nieren / Blutsbande / Fluch der Schönheit 11.50 Shopping Queen. Motto in München: Sunshine and Happiness! Finde das perfekte Outfit zu deinen neuen Sommerschuhen!, Tag 1: Sarah

16.30 News Moderation: Norbert Anwander 16.40 Scorpion Actionserie Gefangen im Teer / Hüttenzauber / Cabe auf Eis / Falschgeld. Das Team muss eine Frau retten, die mit ihrem Auto in einer Teergrube versunken ist und nun zu ersticken droht. 20.15 Hawaii Five-0 Krimiserie. Die Rettungsmission / Ausgetanzt. Steves Mutter Doris hat versucht, Yao Fat aus einem CIA-Hochsicherheitsgefängnis in Marokko zu befreien. 22.15 MacGyver Actionserie. Kalter Krieg. Mit Lucas Till 23.15 Lethal Weapon Actionserie Bali. Mit Damon Wayans  0.10 Criminal Minds Die rote Tür / Wir kennen uns aus London  1.45 Hawaii Five-0 Krimiserie

16.55 Der V.I.P. Hundeprofi U.a.: Fall Hans Meiser mit „Laika“ 18.00 hundkatzemaus Magazin. Wohlfühlfaktor Kleintiereinstreu Diana Eichhorn, Judith Pein 19.10 Tierbabys – süß und wild! (2) Dokumentationsreihe U.a.: Und täglich grüßt das Entenküken 20.15 Ich bin besonders – Mein Leben mit dem Down-Syndrom Dokufilm (D 2019) Begleitet werden acht Menschen mit Downsyndrom ein Jahr lang bei unterschiedlichen Stadien ihrer Entwicklung.  1.05 Medical Detectives Winziger Fingerzeig / Freundschaften / Verhängnisvolle Begierden / Verhängnisvolle Begegnungen / Mörderische Verwandtschaft

KI.KA 9.50 Mein Bruder und ich 10.05 Pia und die Haustiere 10.20 SingAlarm 10.35 TanzAlarm 10.45 Tigerenten Club 11.45 Schmecksplosion 12.00 Simsalagrimm. Zeichentrickserie 13.40 ^ Der Junge mit den Goldhosen. Abenteuerfilm (S/ DK 2014) 15.05 Das Haustiercamp 15.30 Die Piraten von nebenan

17.25 Arte Reportage 16.40 18.20 360° – Geo-Reportage Reportagereihe 19.10 Arte Journal 19.30 Panama: Die Töchter der Kuna-Indianer Dokumentation Die Dokumentation nimmt die Zuschauer mit zu einem indigenen Volk, das seine Kultur fast unverändert erhalten hat. 18.00 18.15 20.15 Leben im All (1+2/4) Dokumentationsreihe. Planetenjäger / Unterwegs zu einem 18.40 neuen Planeten 22.05 Don Giovanni von W. A. Mozart Oper. Von den Salzburger Festspielen 2021 von musicAeterna Choir Mit Davide Lu- 18.47 18.50 ciano, Mika Kares, Nadezhda Pavlova  2.00 ^ E The Untamed Horrorfilm (MEX/N/DK/F/D/ 19.00 CH 2016) Mit Ruth Ramos J = Untertitel G = Zweikanal E = Breitbild

The Garfield Show Animationsserie. Die Eisfrau und der Steinzeitmensch / Der T 3000 / Die Kunst, nicht süß zu sein / Der Geflügelplanet / Die Geschichte der Katzen / Der Katzen-KontrollComputer / Ein ganz leichtes Essen Ritter Rost Der Babysitter Die Muskeltiere Animationsserie. Was ein Schutt / Bestohlene Diebe Löwenzähnchen – Eine Schnüffelnase auf Entdeckungstour Magazin. Keks und das Sonnenbad – Eidechse Baumhaus Barfußpfad Sandmännchen Reihe. Fuchs und Elster: „Die Vogelscheuche August“ Power Players Ein neuer Power Player? / Der dunkle Ritter I = Dolby

ONE 7.40 ^ Auf den Spuren der Vergangenheit. TV-Romanze (D 2004) 9.10 ^ Die Diva, Thailand und wir!. TV-Komödie (D/A 2016) 10.40 ^ Der Urbino-Krimi: Mord im Olivenhain. TV-Kriminalfilm (D 2016) 12.10 Spiel ohne Grenzen 13.35 Hart aber herzlich 15.10 Akte Ex (1-3) 17.35 Seinfeld 18.45 ^ Tanze Tango mit mir. TV-Komödie (D 2020) Mit Michael A. Grimm 20.15 ^ Wolfsland. Heimsuchung. TV-Kriminalfilm (D 2019) Mit Yvonne Catterfeld 21.40 ^ The Square. Drama (S/D/F/DK/USA 2017) Mit Claes Bang 0.05 ^ Late Show. Satire (D 1999) Mit Thomas Gottschalk

ZDF NEO 5.00 Derby Girl 5.50 Frag den Lesch 6.05 Terra X 13.30 Terra X. Dokumentationsreihe 17.25 Die glorreichen 10. Dokumentationsreihe. Die größten Junkies der Geschichte / Die beschwerlichsten Berufe der Geschichte 18.55 Sketch History. Show 19.45 Böhmi brutzelt 20.15 ^ Stealth – Unter dem Radar. Actionfilm (USA 2005) Mit Josh Lucas. Regie: Rob Cohen 22.00 ^ Simon Sez. Actionkomödie (D/B/USA 1999) Mit Dennis Rodman 23.20 ^ Wild Things. Thriller (USA 1998) Mit Kevin Bacon 1.00 ^ Stealth – Unter dem Radar. Actionfilm (USA 2005)


f e r n seh pro gr amm so n n tag

s a ms ta g, 7. a ug us t 20 21

20.15

DAS ERSTE

20.15

20.15

ZDF

20.15

SWR FERNSEHEN

RTL

20.15

badische zeitung

IX

20.15

S AT. 1

PRO 7

5.30 Olympische Sommerspiele Tokio 2020. U. a.: 06.30 Volleyball: Damen, Finale / 07.00 Boxen: Leichtgewicht Damen, Finale; 07.15 Mittelgewicht Damen, Finale; 9.00 Tagesschau 9.05 Olympische Sommerspiele Tokio 2020. 09.30 Wasserball: Herren, Finale / ca. 11.30 Olympia-Rückblick / ca. 13.00 Schlussfeier / ca. 16.45 Höhepunkte des 16. Olympiatages

5.50 zdf.formstark 6.00 Teletubbies 6.10 Lieselotte 6.25 Die Biene Maja 6.40 Petronella Apfelmus 6.50 Mumintal 7.15 Bibi Blocksberg 7.40 Bibi und Tina 8.10 Löwenzahn 8.35 1, 2 oder 3 9.00 heute Xpress 9.03 sonntags 9.30 Evangelischer Gottesdienst. Wenn die Sorge weicht 10.15 Bares für Rares – Lieblingsstücke 11.55 heute Xpress 12.00 ZDF-Fernsehgarten

7.30 Tele-Akademie 8.15 Heimspiel No.6. Konzert 9.15 Joo Kraus und die SWR Big Band 9.45 Online zum großen Glück? Partnersuche im Internet 10.15 Schnittgut 10.45 Die Rhône – Von den Schweizer Alpen in die Camargue 12.15 ^ Reiterhof Wildenstein – Der Junge und das Pferd. TV-Familienfilm (D 2020) 13.45 Geheimnisse Asiens – Die schönsten Nationalparks. Dokureihe

5.15 Der Blaulicht-Report. Doku-Soap 5.35 Die Superhändler – 4 Räume, 1 Deal 6.45 Undercover Boss (5+6) Doku-Soap 8.45 Die Versicherungsdetektive. Doku-Soap 10.55 Best of ...!. Show. Moderation: Angela Finger-Erben 11.50 Die faszinierendsten Tiergeschichten der Welt. Reportagereihe 13.45 Martin Rütter – Die Welpen kommen. Dokumentationsreihe

5.00 Auf Streife. Doku-Soap 5.30 Auf Streife. Doku-Soap 6.20 Auf Streife. Doku-Soap 7.15 Auf Streife. Doku-Soap 8.15 Auf Streife. Doku-Soap 9.15 Reingelegt – Die lustigsten Comedy-Fallen weltweit. Show 11.05 111 komische Kindsköpfe!. Show 13.00 Tourenwagen: DTM. Aus Zolder (B). Moderation: Andrea Kaiser, Matthias Killing. Kommentar: Edgar Mielke

5.25 How I Met Your Mother. Comedyserie. Pikante Partys / Showdown. Mit Josh Radnor 6.10 Eine schrecklich nette Familie. Ein Dodge für Japan / Auf den Hund gekommen 7.10 Die Simpsons. Die Antwort / Marge macht mobil 8.00 Galileo. Magazin 12.20 Big Stories. Show. Die außergewöhnlichsten Models 13.20 Big Stories. Show. Die erfolgreichsten Sängerinnen

16.45 Olympische Sommerspiele Tokio 2020 Höhepunkte des 16. Olympiatages. Die Spiele finden in der japanischen Hauptstadt Tokio statt, wo schon 1964 Olympische Spiele veranstaltet wurden. 17.00 Brisant Boulevardmagazin 17.30 Keine Kohle, keine Klassenfahrt, keine Chance? Dokumentation. Kinderarmut in Deutschland 18.00 Tagesschau 18.05 Bericht aus Berlin – Sommerinterview Gespräch. Zu Gast: Tino Chrupalla (AfD) 18.30 Sportschau

14.10 Duell der Gartenprofis – Lieblingsgärten Show 14.55 Duell der Gartenprofis Show 15.40 heute Xpress 15.45 Die Rosenheim-Cops 16.30 planet e. Dokureihe. Wenn die Wälder brennen 17.00 heute 17.10 Die Spiele von Tokio – eine Olympische Bilanz 17.55 Bodensee 18.25 Terra Xpress Magazin 18.55 Aktion Mensch Gewinner 19.00 heute Wetter 19.10 Berlin direkt – Sommerinterview Gespräch 19.30 Terra X Dokumentationsreihe

14.30 Expedition in die Heimat 15.15 Menschen und Spuren entlang einer Ferienstraße 16.00 Wunderschön! Reihe 16.45 Flussgeschichten – Unterwegs an der französischen Mosel Reportage 17.15 Die Wüstenpferde Namibias Doku. Afrikas wilder Westen 18.00 SWR Aktuell BW Magazin 18.15 Ich trage einen großen Namen Show 18.45 Treffpunkt Reportagereihe 19.15 Die Fallers – Die SWR Schwarzwaldserie Soap. Diese Männer...! 19.45 SWR Aktuell BW Magazin

14.45 Top Dog Germany – Der beste Hund Deutschlands (2) Show. Moderation: Laura Wontorra, Jan Köppen, Frank Buschmann 16.45 Explosiv – Weekend Moderation: Jana Azizi 17.45 Exclusiv – Weekend Magazin 18.45 RTL Aktuell 19.05 Martin Rütter – Die Welpen kommen (1) Dokumentationsreihe. Moderation: Martin Rütter. Begleitet werden nicht nur neue Familien und ihre Welpen: Es gibt auch ein Wiedersehen mit bekannten Hundehaltern.

14.55 SAT.1 Reportage Reportagereihe. Notruf Tier – Rettung in letzter Minute 15.55 ^ J C The Jungle Book Abenteuerfilm (USA/GB 2016) Mit Neel Sethi Regie: Jon Favreau 17.55 111 verrückte Feste! Die witzigsten Partyknaller der Welt Show. Ob Hochzeit, Geburtstag oder Taufe – Es geht um Partys, bei denen alles schiefgeht: Geburtstagstische krachen zusammen, Feuerwerke gehen nach hinten los, Taufen enden im Chaos. 19.55 Sat.1 Nachrichten

14.25 Wer stiehlt mir die Show? Kandidaten: Joko Winterscheidt, Shirin David, Teddy Teclebrhan. Heute ist Bastian Pastewka Gastgeber einer Quizshow und darf ganz nach seinen Wünschen moderieren. 17.00 taff weekend Magazin 18.00 Newstime 18.10 Die Simpsons Zeichentrickserie. Wem der Bongo schlägt / Homergeddon. Homer sperrt versehentlich den Familienhund im Schrank ein. Seine Familie unterstellt ihm jedoch gleich Böses. 19.05 Galileo Plus Magazin

20.00 Tagesschau Mit Wetter 20.15 J v Tatort Inferno. Kriminalfilm (D 2019) Mit Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel. Regie: Richard Huber 21.45 Kommissar Bäckström (3+4/6) Krimiserie Der Tsunami / Die Freundin Evert Bäckström fliegt auf eigene Faust nach Thailand. Dort will er herausfinden, ob die mit einem schwedischen Diplomaten verheiratete Jaidee 2004 tatsächlich bei dem Tsunami ums Leben gekommen ist. 23.15 Tagesthemen 23.45 ttt – titel, thesen, temperamente Magazin  0.15 ^ J C W.E. Drama (GB 2011) Mit Abbie Cornish  2.05 Tagesschau Nachrichten  2.10 Kommissar Bäckström (3+4/6) Krimiserie  3.40 ttt – titel, thesen, temperamente Magazin

20.15 ^ J E v Frühling Lieb mich, wenn du kannst. TVMelodram (D 2019) Mit Simone Thomalla, Cristina do Rego, Kristo Ferkic. Regie: Michael Karen. Katja sorgt sich um den jungen Freddie. Der talentierte Schüler will unbedingt die Schule abbrechen. 21.45 heute-journal mit Olympischen Sommerspielen Tokio 2020 und Wetter 22.15 J E Inspector Barnaby Der Tod radelt mit. Kriminalfilm (GB 2016) Mit Neil Dudgeon. Regie: Rob Evans 23.45 ZDF-History Dokureihe. Die Todesflotte – Die Suche nach den Schiffen des Kaisers  0.30 heute Xpress  0.35 Sløborn (5-8) Dramaserie Gegenwehr / Landunter / Widerstand / Zuflucht  4.00 SOKO Leipzig Sansibar / Silly – Tod im Konzert. Mit Andreas Schmidt-Schaller

20.00 Tagesschau 20.15 Trauminseln Mit dem Rad auf Korsika. Die Reportagereihe berichtet von anspruchsvollen Radtouren kreuz und quer über fünf der schönsten Inseln Europas. 21.00 Länder-Menschen-Abenteuer 21.45 SWR Sport 22.30 Das 20. Große Kleinkunstfestival 2020 Show. JuryPreis. Mit Friedemann Weise, Miss Allie, Tutty Tran, Torsten Schlosser, Archie Clapp. Jury: Frank Zander, Caroline Beil, Gregor Meyle 23.15 ^ J E C v Liebe Drama (A/F/D 2012) Mit Jean-Louis Trintignant  1.15 ^ J E Harold und Maude Tragikomödie (USA 1971)  2.40 ^ J E C v Reiterhof Wildenstein – Der Junge und das Pferd TV-Familienfilm (D 2020) Mit Klara Deutschmann. Regie: Teresa Hoerl

20.15 ^ E Spider-Man: Homecoming Actionfilm (USA 2017) Mit Tom Holland. Nachdem Peter Parker nach New York zurückgekehrt ist, taucht der Vogelmann Vulture auf. 22.50 ^ E Percy Jackson – Diebe im Olymp Fantasyfilm (GB/USA/CDN 2010) Mit Logan Lerman, Brandon T. Jackson, Alexandra Daddario. Regie: Chris Columbus. Teenager Percy erfährt, dass er ein Halbgott ist. Nachdem Zeus sein Blitz gestohlen wurde, wird Percy verdächtigt.  1.10 ^ E Spider-Man: Homecoming Actionfilm (USA 2017) Mit Tom Holland. Regie: Jon Watts  3.30 ^ E Percy Jackson – Diebe im Olymp Fantasyfilm (GB/USA/CDN 2010) Mit Logan Lerman, Brandon T. Jackson, Alexandra Daddario. Regie: Chris Columbus

20.15 ^ J Dirty Dancing Tanzfilm (USA 1987) Mit Patrick Swayze. 1963 soll Frances „Baby“ Houseman den Sommer mit ihren Eltern in einem Ferienresort in den Catskill Mountains verbringen. Dort lernt sie den Tanzlehrer Johnny Castle kennen und kommt ihm näher. 22.20 Promi Big Brother Show. Mit Ina Aogo, Melanie Müller, Heike Maurer, Mimi Gwozdz, Uwe Abel, Rafi Rachek, Daniel Kreibich, Eric Sindermann, Jörg Draeger 23.50 Promi Big Brother – Die Late Night Show  1.40 ^ J Dirty Dancing Tanzfilm (USA 1987) Mit Patrick Swayze. Regie: Emile Ardolino  3.20 ^ C Ruinen Horrorthriller (USA/D/AUS 2008) Mit Jonathan Tucker, Jena Malone, Laura Ramsey  4.45 Auf Streife Doku-Soap

20.15 ^ J Shape of Water – Das Flüstern des Wassers Drama (USA/CDN/MEX 2017) Mit Sally Hawkins, Michael Shannon, Richard Jenkins. Regie: Guillermo del Toro. 1962: Elisa ist stumm und arbeitet als Putzkraft in einem Geheimlabor. Dort führt man brutale Experimente durch an einer Unterwasserkreatur. Elisa zeigt Mitgefühl und entführt das fremde Wesen. 22.50 ^ J Ready or Not Horrorfilm (USA/CDN 2019) Mit Samara Weaving  0.45 ^ J Shape of Water – Das Flüstern des Wassers Drama (USA/CDN/MEX 2017) Mit Sally Hawkins. Regie: Guillermo del Toro  3.00 ^ J Ready or Not Horrorfilm (USA/CDN 2019)  4.40 Eine unbequeme Wahrheit Dokumentarfilm (USA 2006) Mit Al Gore

B AY E R N

WDR

T V -T I P P S

8.25 ^ Die Salzprinzessin. TV-Märchenfilm (D 2015) 9.25 Als die Tiere den Wald verließen 10.15 BR-Klassik 11.15 Sagenhaft 12.45 Querbeet 13.15 Wasserburg – Grüne Insel im Inn 13.45 Polizeiinspektion 1 14.30 Zsammg’spuit im Pinzgau. Show 15.15 Das perfekte Herrchen. Dokureihe

9.00 Einfach und köstlich – Kochen mit Björn Freitag 9.30 Kochen mit Martina und Moritz 10.00 Kölner Treff 11.30 Erlebnisreisen 11.45 30 Jahre Brings – Su lang mer noch am lääve sin 12.30 Wir werden Camper 13.15 Verrückt nach Camping 14.45 Wunderschön! 15.30 Rentnercops. Ich war das nicht

16.00 16.15 16.45 17.15 17.45

16.20 Rentnercops Krimiserie. Alles wird gut. Mit Tilo Prückner 17.10 Tierärztin Dr. Mertens Tierarztserie. Zwischen allen Stühlen 18.00 Tiere suchen ein Zuhause Magazin. Moderation: Simone Sombecki 18.45 Aktuelle Stunde Magazin 19.30 Lokalzeit-Geschichten 20.00 Tagesschau Nachrichten 20.15 Wunderschön! Reihe. Unterwegs mit Tamina Kallert. Wangerooge – Insel ohne Eile 21.45 Mord mit Aussicht Krimiserie. Waldhaus Amore / Die Saat des Bösen 23.20 Rentnercops Krimiserie  1.00 Rockpalast Konzert. Incubus (Bizarre 2002)  2.10 Neue Deutsche Welle – Revolte, Spaß und Da-Da-Da Dokumentarfilm (D 2018)

18.30 18.45 19.15 20.00 20.15 21.45 22.45 23.00 23.45  0.15  1.00  1.45

BR24 Rundschau Unser Land Magazin Weltspiegel-Reportage Einfach. Gut. Bachmeier Regional Magazin. U.a.: Fünf Sterne für den Dorfladen: der „Fritzla“ in Steinwiesen BR24 Rundschau freizeit Magazin Unter unserem Himmel Tagesschau Nachrichten ^ J v Der Hauptmann von Köpenick Tragikomödie (D 1956) Mit Heinz Rühmann Blickpunkt Sport BR24 Rundschau Heißmann & Rassau Show Woidboyz on the Road Reportagereihe. Per Anhalter durch Bayern Vereinsheim Schwabing Schlachthof – Das Beste Einfach. Gut. Bachmeier

RTL 2 5.15 GRIP – Das Motormagazin 7.00 Infomercial 9.00 X-Factor: Das Unfassbare 12.15 Die Schnäppchenhäuser (23+6-7) Doku-Soap. Grundsanierung in nur drei Wochen? / Schimmel in der ehemaligen Dorfschule 16.15 Die Schnäppchenhäuser – Jeder Cent zählt. Doku-Soap 17.15 Mein neuer Alter Doku-Soap 18.15 GRIP 20.15 ^ Planet der Affen. Sci-Fi-Film (USA 2001) Mit Mark Wahlberg 22.35 ^ Contact. SciFi-Film (USA 1997) Mit Jodie Foster 1.25 ^ Planet der Affen. Sci-Fi-Film (USA 2001) Mit Mark Wahlberg 3.15 ^ Contact. Sci-Fi-Film (USA 1997)

SERVUS T V 14.00 MotoGP: Großer Preis der Steiermark. Rennen 14.45 MotoGP: Großer Preis der Steiermark 15.15 Superbike: Weltmeisterschaft 16.15 World of Freesports 16.45 Einfach gut leben 17.00 Terra Mater 18.00 Nachrichten 18.05 Servus Österreich 19.05 Das Geheimnis der Bergkräuter 19.45 Hoagascht 20.15 Hudson & Rex. Krimiserie. Influencer-Welle / Ein Männlein stirbt im Walde 22.00 P.M. Wissen 23.00 Klartext 23.40 Morgan Freeman: Mysterien des Weltalls 0.30 Ab in die Zukunft 1.15 Hudson & Rex. InfluencerWelle / Ein Männlein stirbt im Walde

19.30 Arte, Reportagereihe GEO Reportage: F/D 2015. Die Savannen des AmboseliNationalparks sind ein wichtiger Rückzugsraum für etliche Wildtiere. Für ihren Schutz sorgt die Naturschutzorganisation „Big Life”. Ein Filmteam hat deren Ranger besucht, die einen erbitterten Kampf gegen Wilderer führen. Einen wichtigen Beitrag in diesem Kampf liefert Mutinda (Foto) mit seiner Hundestaffel. Er kennt alle Tricks der Wilderer, weil er einst einer von ihnen war.

20.15 Das Erste, Kriminalfilm Tatort: Regie: Richard Huber, D 2019. Im Klinikum Dortmund-Nord wird die Internistin Dr. Gisela Mohnheim tot aufgefunden. Sie ist mit einer Plastiktüte erstickt worden. Nach einer Tour de Force durch den rastlosen Alltag der Notfallambulanz gibt es Hinweise auf einen Täter aus dem Krankenhaus. Um ihn zu stellen, müssen die Dortmunder Kommissare Faber (Jörg Hartmann), Bönisch, Dalay und Pawlak sich auf ungewohnte Weise selbst in Gefahr begeben.

PHOENIX

3 S AT 9.00 ZIB 9.05 Sternstunde Philosophie 10.05 Stars on Street 10.50 „Diesen Kuss der ganzen Welt“ – Beethoven heute 11.25 Wiener Bäder – eine Erfrischungstour (1+2/2) 13.00 ZIB 13.05 Erlebnis Österreich 13.35 Erlebnisreisen-Tipp 13.45 Eisenbahn-Romantik 14.15 Wildes Südafrika (1-3/3)

16.30 ^ J E C Die weiße Massai Drama (D 2005) Mit Nina Hoss. Regie: Hermine Huntgeburth 18.30 Schweizweit Dokureihe 19.00 heute / Wetter 19.10 Spiegel TV – Reportage 19.40 Schätze der Welt – Erbe der Menschheit Ein Stück Ewigkeit – Das Wadi Rum (Jordanien) 20.00 Tagesschau 20.15 Torsten Sträter: Als ich in meinem Alter war Show 21.00 Philipp Weber: KI: Künstliche Idioten! Show 21.45 ^ J E v Extraklasse TV-Komödie (D 2018) Regie: Matthias Tiefenbacher 23.15 ^ E C Tod auf dem Meer Thriller (E/MEX 2003)  0.55 Afrikanische ImprovisationsKünste Dokumentation  1.25 Mit dem Jeep durch Angola

9.00 Sommer an Islands Fjorden 9.45 Wie ein einziger Tag 10.30 Ein Sommer in Sanssouci 11.15 phoenix gespräch 11.30 phoenix persönlich 12.00 internationaler frühschoppen. Diskussion 13.00 phoenix runde 14.00 Die Klasse – Berlin ’61. Dokufilm (D 2015) 15.30 James Bond an der Berliner Mauer

16.00 Am Todesstreifen: DDRGrenzer erzählen Doku 16.45 Es war der 9. November 1989 Dokumentation 17.00 Magie der Jahreszeiten U. a.: Frühling / Sommer. Der Frühling ist die Zeit des Neubeginns, des Wachsens. In den Bergen Alaskas erwachen Bären aus der Winterruhe. 20.00 Tagesschau Nachrichten 20.15 Geheimnisvolle Wildblumen Dokureihe. Blütenpracht im Wald / Wo Wasser nicht weit ist / Hoch oben am Hang / Von der Sonne verwöhnt 23.15 heute-show 23.45 extra 3 Magazin  0.15 phoenix gespräch  0.45 Mystischer Südschwarzwald Dokumentation  1.15 Geheimnisvolle Wildblumen  4.15 Fräulein Stinnes gibt Gas Sonderzeichen für Ihr TV-Programm: ^ = Spielfilm A = schwarzweiß

ARTE 11.10 Mord im Mittsommer (3/3) Die Toten von Sandhamn. Kriminalfilm (S 2013) Mit Jakob Cedergren 11.55 Der unsichtbare Puma – Ein Besucher in Frankreichs Wäldern? 12.50 Rom am Rhein (1-3/3) 15.25 Brot und Spiele. Wagenrennen im alten Rom. Dokufilm (GB 2018) Regie: Jens Monath, Giulia Clark

KABEL 1

VOX

5.40 Blue Bloods 6.20 Scorpion. Heiße Fracht / Gefangen im Teer / Hüttenzauber / Cabe auf Eis / Falschgeld 10.55 Abenteuer Leben Spezial 13.00 Yes we camp!. Dokumentationsreihe 15.00 Mein Lokal, Dein Lokal – Der Profi kommt. Reportagereihe. „Landvogtei bei Geli“, Ravensburg

5.05 Criminal Intent – Verbrechen im Visier. Der Playboy / Mord à la Carte / Auf Herz und Nieren / Ein tödlicher Antrag / Die Spur des Bären / Letzter Ausweg / Ein tödlicher Antrag / Die Spur des Bären 12.05 Ich bin besonders – Mein Leben mit dem Down-Syndrom. Dokumentarfilm (D 2019)

16.00 News 16.15 Mein Lokal, Dein Lokal – Der Profi kommt Reportagereihe. „Hotel Grüner Baum“, Bad Waldsee / „Restaurant bi:braud“, Ulm / „Petit Atrium“, Neu-Ulm / „Neuhof am See“, Gundelfingen an der Donau. Moderation: Mike Süsser 20.15 Trucker Babes – 400 PS in Frauenhand Gina ist heute besonders nervös, denn sie beliefert einen neuen Kunden – und dann streikt auch noch das Navi. Für die Südtirolerin Lissy geht es für eine mehrtägige Tour an die italienische Küste. 22.15 Abenteuer Leben am Sonntag Magazin  0.20 Trucker Babes – 400 PS in Frauenhand Doku-Soap

17.00 auto mobil „Bitte folgen“. Moderation: Andreas Jancke 18.10 Die Beet-Brüder (2) Schortens. Moderation: Ralf „Ralle“ Ender, Ralf Dammasch, Claus Scholz. Zwischen Jever und Wilhelmshaven haben Marion und Stefan mit viel Herzblut einen Bauernhof für sich und die drei Kinder renoviert. 20.15 Grill den Henssler SommerSpecial (1) Show. Experten: Christian Rach, Reiner Calmund, Ludwig Maurer, Ilka Bessin. Gäste: The BossHoss, Beatrice Egli, Detlef Steves. Moderation: Laura Wontorra 23.40 Prominent! Magazin  0.25 Medical Detectives Dokumentationsreihe. U. a.: Tödliche Beziehung / Krankhafte Seelen / Tödliche Familienbande / Knochenjob

KI.KA 10.15 Mama Fuchs und Papa Dachs 10.40 Siebenstein 11.05 Löwenzahn 11.30 Die Maus 12.00 ^ Sechs auf einen Streich – Hans im Glück. Märchenfilm (D 2016) 13.00 ^ Käpt’n Sharky. Animationsfilm (D 2018) 14.10 Yakari 15.00 Kein Keks für Kobolde 15.45 Mister Twister – Die Serie. Kinderserie

17.00 Magie der Museen Doku16.35 mentationsreihe. Das Musée 17.00 d’Orsay, Paris 17.55 Sternstunden der Musik Dokumentation. Anna Netrebko und Rolando Villazón singen 17.30 „La Traviata“ 18.40 Zu Tisch ... in Yorkshire 19.10 Arte Journal 19.30 GEO Reportage Reihe 20.15 ^ J E v Good Morning, 18.00 Vietnam Tragikomödie (USA 1987) Mit Robin Williams. Re- 18.15 gie: Barry Levinson 22.10 The Eagles: Himmel und Höl18.40 le Kaliforniens Doku  1.20 Musikfest Bremen 2019  2.10 Vaclav Havel, ein freier Mensch Porträt  3.25 Nach einer wahren Ge18.47 schichte Dokumentation 18.50  3.55 Abenteuer Archäologie  4.21 Pause J = Untertitel G = Zweikanal E = Breitbild

Anna und die wilden Tiere Wer lebt im Garten? 1, 2 oder 3 Show Quizzen & Wissen mit Elton Moderation: Elton Shaun das Schaf Animationsserie. Eiskalte Umleitung / Außerirdische Tricks / Hoch hinaus / Die Wunderlampe / Sondersendung Ritter Rost Animationsserie Feuerstuhl, der Star! Die Muskeltiere Animationsserie. Das Katzenkindermädchen / Schlangenalarm Löwenzähnchen – Eine Schnüffelnase auf Entdeckungstour Magazin. Keks und die flinken Hufe – Fohlen Baumhaus Magazin Sandmännchen Reihe. Kallis Gute-Nacht-Geschichten: „Kalli-Gespenst“ I = Dolby

ONE 5.55 extra 3 6.40 ^ Tanze Tango mit mir. TV-Komödie (D 2020) 8.10 Mord mit Aussicht 9.50 Polizeifunk ruft (1-6) 12.25 Hustle – Unehrlich währt am längsten (5) 13.15 ^ Praxis mit Meerblick. Der einsame Schwimmer. TV-Familienfilm (D 2018) 14.45 ^ Die Frau vom Checkpoint Charlie. TV-Drama (D 2007) 16.15 Cagney & Lacey 18.35 Akte Ex (4+5) 20.15 ^ Hanne. TV-Drama (D 2018) 21.45 Tatort. Inferno. Kriminalfilm (D 2019) 23.15 Agatha Christies Marple (4) Das Geheimnis von Sittaford. Kriminalfilm (GB 2006) 0.50 ^ The Square. Drama (S/D/F/DK/USA 2017)

ZDF NEO 5.50 Terra Xpress 6.15 Abenteuer Neuseeland. Dokumentationsreihe 7.45 Terra X 15.10 Terra X 15.50 Die glorreichen 10 16.35 Sketch History. Show 17.00 Death in Paradise. Krimiserie. Die tote Braut / Das letzte Spiel 18.45 Der junge Inspektor Morse. Freie Liebe. Kriminalfilm (GB 2016) Mit Shaun Evans 20.15 Ein starkes Team. Geplatzte Träume. Kriminalfilm (D 2015) Mit Maja Maranow 21.45 Nachtschicht. Blutige Stadt. Kriminalfilm (D 2009) Mit Barbara Auer 23.15 13 Fragen 23.45 ^ Wild Things. Thriller (USA 1998) Mit Kevin Bacon 1.25 Agatha Raisin


X

k in de r , k i n de r!

badische zeitung

sa ms ta g, 7. a ugu s t 2021

FRAGEBOGEN F OTO: P RIVA T

Glibberig schön Quallen sehen faszinierend aus, doch einige Arten können ganz schön gefährlich werden

W

er am Meer Urlaub macht, wird ihnen garantiert begegnen: Im Atlantik und in der Nordsee, im Mittelmeer und in der Ostsee – überall leben Quallen. Uaah, diese ekligen Glibberdinger! Sagen die einen. Total spannende Tiere! Sagen die anderen. Gucken wir uns die durchsichtigen Wesen mal genauer an. Quallen gehören zu den Nesseltieren. Es gibt viele verschiedene Nesseltiere, aber sie haben alle eine Gemeinsamkeit: so genannte Nesselkapseln. Das sind Zellen an der Außenseite der Tiere, die Gift enthalten. Besonders viele davon sitzen an den Tentakeln der Quallen. Werden sie berührt, schleudert jede der Zellen einen winzigen Schlauch mit Widerhaken heraus. Über den wird das Gift in die Beute gespritzt. Die Nesselkapseln brauchen Quallen also für die Jagd – sie fangen damit kleine Fische und Krebstiere. Aber sie schützen sich damit auch vor Feinden. Meeresschildkröten oder Schwertfische, zum Beispiel, lassen sich gerne mal eine Qualle schmecken. Die meisten Quallen in Europa sind nicht sehr gefährlich Wenn wir Menschen beim Baden aus Versehen eine Qualle berühren, bekommen wir natürlich etwas von dem Gift ab. Das ist oft nicht sehr schlimm, weil es ein schwaches Gift ist. Die Ohrenquallen, die wir im Ostseeurlaub häufig sehen, sind solche harmlosen Tiere. Von den Quallen, die in den Meeren rund um Europa leben, können die meisten uns wenig anhaben. Es gibt aber auch einige Arten, bei denen wir uns die Haut heftig verbrennen können, zum Beispiel die Feuer- und

Die Kompassqualle lebt im Atlantik, im Mittelmeer und der Nordsee. FOTO: LEEYIUTUNG

Lena, 10 Jahre, Waldkirch

(STOCK.ADOBE.COM)

Was magst du überhaupt nicht? Warum? Wenn ich krank bin und nicht in die Schule gehen kann. Welches ist dein Lieblingsplatz? Der Reitstall in Gundelfingen

die Leuchtqualle. An anderen Stränden auf der Welt können Quallen sogar lebensgefährlich werden, so giftig sind sie. In Australien schützen sich die Leute mit speziellen Badeanzügen vor einer Quallenart mit dem Namen Chironex fleckeri. Manche sagen auch Seewespe. Berührt man sie, stirbt man innerhalb von 20 Minuten, wenn man keine Hilfe bekommt. Besonders fies: Die Seewespe und viele andere Quallen sind auch giftig, wenn sie schon tot sind. Deshalb sollte man nicht einfach Quallen anfassen, die gestrandet sind. Mit genügend Abstand betrachtet sind Quallen wunderschöne Tiere. Sie scheinen durchs Wasser zu schweben. Ihren oberen Teil, den Schirm, ziehen sie zusammen und stoßen sich damit ab. Auf diese Weise können sie mit einer Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde durchs Meer düsen, das ist so schnell wie ein geübter Jogger. Quallen bestehen fast nur aus Wasser. Sie haben kein Gehirn, keine Knochen und fast keine Organe. Nur einige Arten haben Augen oben am Schirm. Viele Quallen sind durchsichtig, manche schimmern rot, andere blau, wieder andere leuchten sogar im Dunkeln. Wissenschaftler wissen noch recht

Wofür würdest du dich einsetzen, wenn du Bundeskanzlerin wärst? Dass arme Länder genauso viel Impfstoff bekommen wie wir. Was würdest du gerne einmal über dich in der Zeitung lesen? Lena Köberich reitet ihr erstes Turnier und gewinnt.

wenig über Quallen. Es ist sehr schwer, sie zu untersuchen, weil sie schnell kaputt gehen, wenn sie gefangen werden. Inzwischen weiß man aber zum Beispiel, dass eine Qualle nur in einem Teil ihres Lebens eine Qualle ist. Sie entsteht nämlich – wie alle Nesseltiere – aus sogenannten Polypen. Diese wachsen am Meeresboden und sehen aus wie Finger. Immer wieder schnüren die Polypen ein Stückchen von sich selbst ab. Dieses Stückchen sieht aus wie ein kleiner Teller – eine Babyqualle. Vor allem in Asien kommt die Qualle schon seit Jahrhunderten auf den Teller. Die Menschen haben Techniken entwickelt, mit denen sie das Gift einer Qualle unschädlich machen können. Na, Lust auf Quallensalat? Claudia Füßler

Willst du mehr Fragebogen lesen? Dann geh einfach auf www.bzetti.de. Dort kannst du auch deinen eigenen Fragebogen ausfüllen.

TIPPS FÜR KIDS

Sommerkino Sonne und Spaß, Abenteuer und Freundschaft – was braucht ein Sommerfilm mehr? All das bietet Sommer-Rebellen, der am 12. August in die Kinos kommt. Jonas büxt aus zu seinem coolen Opa in die Slowakei. Doch Opa ist leider nicht so gut drauf, wie Jonas gehofft hatte. Mit Nachbarskind Alex schmiedet er daher einen verrückten Plan. Toller er Film mit klasse Musik. sze

GEWINNSPIEL

FRAG’ DOCH MAL!

Der Witz kommt von Myriam, 9 Jahre, aus Denzlingen: Zwei Männer tragen ein Klavier in den zehnten Stock eines Hochhauses. Da sagt der eine „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.“ Sagt der andere: „Zuerst die gute!“ „Okay“, sagt der Erste. „Die gute ist: Wir sind schon im zehnten Stock. Die schlechte ist: Wir sind im falschen Haus.“ Kennst du auch einen Witz? Dann schicke ihn an: kinderseite@badische-zeitung.de

Weißt du das? Woraus entsteht eine Qualle? Schicke die Lösung an: Badische Zeitung, „Kinder, Kinder!“, Lörracher Straße 3, 79115 Freiburg; kinderseite@badische-zeitung.de, bitte mit Postadresse. Wir verlosen drei Mal das Buch „Textschmiede“. Der Einsendeschluss unseres Gewinnspiels ist am 10. August. Die Lösung von letzter Woche ist: Autokennzeichen. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden in den kommenden Tagen von uns benachrichtigt. BZ

Können Fische eigentlich auch seekrank werden? Da Fische ständig im Wasser sind, sollte man meinen, dass sie das nicht können. Doch falsch gedacht. Fische haben wie wir Menschen ein Gleichgewichtsorgan und zusätzlich ein Stromlinienorgan, die dafür sorgen, dass die Tiere im schwankenden Wasser nicht herumtorkeln. Kommen Fische jedoch in einen starken Strudel, kommen diese Sinnesorgane durcheinander: Den Fischen wird übel, sie sind seekrank. sze F OT O: SI LV A E (S TOC K. A DOB E . COM)

WITZ DER WOCHE

BUCHTIPP

Tipps für tolle Geschichten Was macht eine Gespenstergeschichte richtig gruselig? Wie schreibt man einen Blog, ein Drehbuch oder ein Gedicht? Wie funktioniert ein Comic und wie macht man seine Figuren lebendig und schickt sie in spannende Abenteuer? In diesem tollen Buch gibt es jede Menge Tipps, Ideen und Übungen für alle, die gerne schreiben und in den Ferien Zeit dafür haben. Louie Stowell: Textschmiede. Übers. Andrea Reinacher. Usborne Verlag, London 2021. 96 Seiten, 11,95 Euro, ab 9. klz


S a m s t a g , 7 . A u g u s t 2 0 21

Badische Zeitung

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Die Sonne anzapfen

BETRIEBSKOSTEN

Auch Mieter können Solarenergie nutzen / Zustimmung des Vermieters in der Regel erforderlich

Kleines Kraftwerk für selbst erzeugten Strom im Haushalt stellen, sollten sie aber das direkte Gespräch mit ihrem Vermieter suchen, rät Julia Wagner vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Stellt ein Mieter die Anlage auf den Balkon, dürfte dies zwar von der üblichen Nutzung gedeckt sein. „Dieser Standort wird jedoch ihren Ertrag mindern“, so Wagner. Wirklich effektiv arbeite eine solche Anlage meist nur, wenn man sie an der Balkonbrüstung oder der Fassade installiere – am besten in unverschatteter Südlage. Doch sobald das äußere Erscheinungsbild der Immobilie verändert oder die Bausubstanz verletzt

werde, bedürfe dies der vorherigen Zustimmung des Vermieters, erklärt Wagner. Diese Zustimmung könne an Auflagen geknüpft sein – etwa an den Nachweis einer fachgerechten Installation oder den Abschluss einer erweiterten Haftpflichtversicherung. „Dies ist ohnehin dringend zu empfehlen“, sagt Wagner, um bei eventuellen Schäden abgesichert zu sein. Auch Nachbarn dürften durch die Solarpanel nicht geblendet werden. „In diesem Fall ist der Mieter nämlich zum Rück- oder Umbau verpflichtet“, so Wagner. Hinzu können bürokratische Auflagen etwa vom örtlichen Netz-

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wasserzähler eingebaut werden. Dieser senkt zwar nicht die Wasser- dafür aber die Abwasserkosten deutlich, da das Wasser nicht über die Kanalisation zurückgeführt wird, sondern im Boden versickert. Die Kosten für die Gartenpflege und -bewässerung können auch dann als Betriebskosten abgerechnet werden, wenn der Garten durch die Mieter nicht genutzt wird oder genutzt werden darf. Das entschied höchstrichterlich der Bundesgerichtshof (BGH) (Az.: VIII ZR 135/03). Begründung: Ein gepflegter Garten komme den Bewohnern des Hauses nämlich auch dann zuteil, wenn sie den Garten nicht nutzten oder nutzen könnten. dpa

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„Dabei handelt es sich um kompakte Systeme“, sagt Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Diese speisen den erzeugten Strom über die Steckdose direkt ins Hausnetz ein, was dazu führen kann, dass sich der Stromverbrauch aus dem allgemeinen Stromnetz reduziert. Die Stecker-Solargeräte werden von Herstellern auch unter den Bezeichnungen „Mini-Solaranlagen“, „Plug & Play-Solaranlagen“ oder „Balkonmodule“ vermarktet. Sie bestehen aus ein oder zwei Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter, der die aus der Sonneneinstrahlung erzeugte Energie direkt in Strom für den Haushalt umwandelt. Die Anlage ist im Prinzip wartungsfrei, die Installation laut Brandis auch für Laien möglich. Bevor Mieter sie kaufen und auf-

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Wenn Mieter Strom aus Sonnenenergie nutzen wollen, gibt es auch für sie Möglichkeiten. Denn grundsätzlich reichen als technische Voraussetzungen für den Betrieb einer eigenen kleinen Solaranlage etwas freier Platz auf dem Balkon oder der Terrasse sowie eine Steckdose. Allerdings sollten zuvor einige Fragen geklärt sein.

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Der Sound auf der Straße

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Seit 100 Jahren sorgt das Autoradio für Unterhaltung Das Autoradio ist mittlerweile ein ganzes Jahrhundert alt und hat sich in dieser Zeit stark gewandelt. Ein kleiner Überblick über seine Geschichte. Seinen Ursprung hat das Autoradio in den frühen 1920ern in den USA. Was zunächst Einzelstücke von Bastlern waren, gelangte bald zu breiter Beliebtheit – trotz fragiler Röhrentechnik, klobiger Gehäuse und der quer über die Windschutzscheiben gespannten Antennendrähte. In Europa kamen die Autoradios erst ein knappes Jahrzehnt später an. Das erste Seriengerät war das „Blaupunkt

Autosuper 5“ von Bosch, das 1932 auf der Funkausstellung in Berlin präsentiert wurde. War das erste deutsche Autoradio noch zwölf Kilo schwer und musste umständlich im Beifahrerfußraum installiert werden, wurden die Geräte nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich kompakter, so dass sie komplett ins Armaturenbrett passten. Zu den ersten Exemplaren zählte das Becker AS 49, das ab 1950 als Sonderausstattung für den Mercedes 170 S lieferbar war. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Vereinfachung war später die Autoradio-DIN-Norm von 1984 (DIN-ISO 7736), die Anschlüsse

Bescheiden, aber funktionell: Autoradio im ersten VW Golf

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und Gerätegröße vereinheitlichte, so dass jedes Radio in jedes Fahrzeug passte. Die lange Zeit unverzichtbaren Elektronenröhren wurden schon in 1950er-Jahren schrittweise durch die robusteren und kleineren Transistoren ersetzt. Das erste reine Transistorradio für das Auto brachte Philips 1961 auf den Markt, 1963 folgte das noch heute bekannte Becker Monte Carlo. Empfingen die ersten Radios noch Signale im AM-Band, kam in den 1960er-Jahren die Ultrakurzwelle auf, die qualitativ hochwertige Tonqualität („High Fidelity“) mit weniger Rauschen sowie zweikanalige Stereo-Übertragung erlaubte. Ins Auto zog die Technik 1969 mit dem „Frankfurt Stereo“ von Bosch ein, die Konkurrenz folgte kurze Zeit später. Mittlerweile hat der digitale Rundfunk seinen analogen Vorläufer abgelöst. Neben der noch einmal besseren Sound-Qualität bietet der DAB-Standard eine bessere

VW-Bus Multivan Startline

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sich die Chinesen beim Getriebe einen ungewöhnlichen Luxus: Der Verbrenner ist mit einer Sechsgang-Automatik kombiniert und der Stromer wird über eine zweite Automatik mit vier Gängen geschaltet. Dafür ist die Ladetechnik nur Mittelmaß: Weil es lediglich einen 3,7 kW-Charger an Bord gibt, hängt der EHS im besten Fall 4,5 Stunden am Kabel. Trotz einer Systemleistung von 258 PS und 370 Nm Drehmoment ist der Auftritt aber keineswegs krawallig. Für den passiven Schutz gibt’s fünf Sterne und für den aktiven geben die Chinesen ihrem TiguanKonkurrenten alles mit, was gut für die Sicherheit ist wie automatische Abstandsregelung, teilautonomes Fahren auf der Autobahn, Spurführungshilfe, Querverkehrswarner oder 360-Grad-Kamera. Preise ab 32 312 Euro. SP-X

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Die britische Marke MG gehört längst den Chinesen und kommt von dort jetzt nach Deutschland zurück. Unter anderem mit dem Plug-in-Hybriden EHS – groß wie ein VW Tiguan, aber deutlich günstiger im Preis. Er ist eine wichtige Stütze im Programm neben dem vollelektrischen ZSE. Außerdem in der Pipeline: ein vollelektrischer SUV namens Marvel R sowie der E-Kombi MG5. Nun also der EHS. Auf den ersten Blick wirkt der 4,57 Meter lange SUV unspektakulär. Die Form ist schlicht und polarisiert nicht, das Innenleben kann es mit jedem Europäer aufnehmen. Wo der 1,5 Liter große TurboBenziner mit 119 kW/162 PS, der 90 kW/122 PS starke Stromer und der Lithium-Ionen-Akku von 16,6 kWh für bis zu 52 Kilometer Reichweite noch Standard sind, leisten

Empfangbarkeit und ein breiteres Senderangebot. Seit Dezember 2020 sind Neuwagen mit UKWRadio in Deutschland nicht mehr zulassungsfähig; ist ein Radio an Bord, muss es sich zwingend um ein DAB+-Modell handeln. Radiohören allein reichte den Autofahrern bald nicht mehr. In den 1960er-Jahren setzte sich die Tonbandkassette durch, die auch auf holpriger Straße nicht ins Stottern kam. Noch einmal 20 Jahre später begann die CD ihren Siegeszug, der aber mittlerweile ebenfalls ins Stocken geraten ist. In Neuwagen ist ein CD-Spieler bereits kaum mehr zu bekommen, stattdessen wird Musik aus dem Internet oder vom Handy gestreamt. Generell ist das einstige Radiogerät mittlerweile zur Infotainmentzentrale geworden, die Fahrer und Passagieren neben Unterhaltung auch Routenplanung, Verkehrsinformationen und Wetterdaten liefert. Holger Holzer (SP-X) Der MG EHS ist ein Sprössling von Saic Motor aus China.

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Recruiting-Apps Moderne Technik soll den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich machen.

Firmen bieten Bewerbung per App verstärkt an Zwar bewerben sich die meisten Jobsuchenden noch über klassische Wege, sei es per E-Mail, online oder mit gedrucktem Papier.

Bewerbung mit minimalen Aufwand Ein Stellenangebot interessiert nicht? Kein Problem, einfach mit dem Finger nach links wischen und das Angebot verschwindet vom Display. Ein Stellenangebot

klingt verlockend? Dann bitte einmal mit dem Finger nach rechts wischen – und schon haben sich Stellensuchende quasi beworben. Entweder haben sie zuvor ihren Lebenslauf in die App hochgeladen und senden ihn mit ihrer Geste automatisch an das Unternehmen. Oder sie schicken erst einmal keinen Lebenslauf, übermitteln dem potenziellen Arbeitgeber aber ihre Kontaktdaten. Die jeweilige Personalabteilung kann sich dann über den Kandidaten zum Beispiel im Internet über dessen Profil in Karrierenetzwerken informieren und sich bei Interesse mit ihm oder ihr in Verbindung setzen. Auch eine erste Kontaktaufnahme per Webcam ist bei Apps zumeist möglich. Wer als Stellensuchender ein bestimmtes Unternehmen als Wunsch-Arbeitgeber hat, kann schauen, ob dieses eine Bewerber- Mit einem Wisch zum nächsten Stellenangebot App auf seiner Webseite anbietet. Die Abläufe sind dann ähnlich wie Expertin Markert: „Personaler be- land, Business-Coach in Bielefeld. kommen so schon einmal eine Vor- Ein Gespräch mit einem potenzielbei Apps von Stellenbörsen. auswahl, welche Kandidaten tat- len Arbeitgeber über die Smartsächlich in Frage kommen.“ Klingt phone-Cam ist oft nur ein erstes Mobile Recruiting bequem. Aber viel Zeit sparen Be- Vortasten, dem letztendlich der als erstes Vortasten Nicht nur Stellensuchende profi- werber nicht unbedingt. „Auch übliche Bewerbungsprozess folgt: tieren von dieser bequemen wie wenn Bewerber-Apps vieles ver- Zeugnisse und Arbeitsproben schnellen Art von Bewerbung, einfachen, sollten Stellensuchen- hochladen und schicken, zu einem Vorstellungsgesondern auch Personaler, wenn de nicht denken, dass sie letztend- persönlichen Künstliche Intelligenz die Unterla- lich auch schneller an den Job spräch vorbeikommen. Sabine Meuter (dpa) gen vorfiltern kann, findet Bitkom- kommen“, sagt Ute Gietzen-Wie-

Wir erweitern unsere Aktivitäten und besetzen zeitnah folgende Stellen: STAATLICHES WEINBAUINSTITUT FREIBURG

Das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg (WBI) sucht zum 01.10.2021 eine/einen

Sachbearbeiterin/Sachbearbeiter für Finanzen (w/m/d) Das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg ist eine Forschungs- und Versuchseinrichtung des Landes Baden-Württemberg, wird als Landesbetrieb geführt und hat rund 120 Beschäftigte. Die Stelle ist unbefristet und gehört zur Verwaltung des WBI. Der Arbeitszeitumfang beträgt 50 % der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Vergütung erfolgt bei Vorliegen aller tariflichen und persönlichen Voraussetzungen nach Entgeltgruppe E 5 TV-L. Das Beschäftigungsverhältnis richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 19,75 Stunden. Weitere Informationen zur Stelle erhalten Sie über unsere Homepage www.wbi-freiburg.de Ihre aussagekräftige Bewerbung richten Sie bitte bis 18.08.2021 per Mail an personal@wib.bwl.de

Juniorverkäufer (m/w/d) (Binzen, WT, Freiburg, Offenburg) Account Manager (m/w/d) (Binzen, WT, Freiburg, Offenburg) Sind Sie an einem Einstieg bei resin interessiert? Details unter www.resin.de/jobs info@resin.de Binzen, Freiburg, Waldshut-Tiengen

Aushilfe/Personalsachbearbeitung (m/w/d) In der Verwaltung eines jungen Modeunternehmens in Freiburg-Haid. Kenntnisse in MS-Office wünschenswert. An zwei Vormittagen pro Woche. Bewerbungen bitte an: Fuchs GmbH + Co KG P.O. box 6360 . 79039 Freiburg . verwaltung@fuchs.sc

Bademeister m/w/d Rettungsschwimmer m/w/d in Voll- oder Teilzeit oder zur Aushilfe Stellenbeschreibung: ➢ Beaufsichtigung des Badebetriebes ➢ Betreuung unserer Badegäste ➢ Überwachung der technischen Anlage ➢ Prüfung der Wasserqualität ➢ Hygienearbeiten im Badebereich Ihre Qualifikationen: ➢ Abgeschlossene Berufsausbildung als Fachangestellte/r für Bäderbetriebe ➢ Als Quereinsteiger das silberne Schwimmabzeichen (kann nachgemacht werden) ➢ Sie sind engagiert, flexibel, freundlich und serviceorientiert ➢ Gepflegtes und kundenfreundliches Auftreten ➢ Bereitschaft zur Wechselschicht (2-Schicht-Betrieb) auch samstags und sonntags Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung.

Kur und Bäder GmbH

Florist/in

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Anstalt des öffentlichen Rechts – Direktion Freiburg sucht für die Hauptstelle Organisation und Personal, Abteilung Personal am Standort Freiburg ab 1. Oktober 2021, zunächst befristet bis Dezember 2022, eine/einen:

Sachbearbeiterin / Sachbearbeiter Personal (w/m/d) (Entgeltgruppe 9c TVöD Bund, Kennziffer 2584) Wir bieten Ihnen Unterstützung bei der Suche nach möglichst arbeitsortnahem und bezahlbarem Wohnraum im Rahmen der Wohnungsfürsorge des Bundes.

Wir suchen für Riehen und für Basel jeweils eine gelernte Fachkraft Vollzeit oder Teilzeit. Eintritt per sofort oder nach Vereinbarung. Peter van Oordt steht Ihnen für Auskünfte unter Telefon 0041 61 601 60 50 gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. Blumen Breitenstein u.Co. Keltenweg 18 CH 4125 Riehen pvo@blumen-breitenstein.ch

Herbert-Hellmann-Allee 12 79189 Bad Krozingen Telefon 0 76 33 / 40 08 -119 mail@bad-krozingen.info

Modeberater/Verkäufer (m/w/d)

Freiburg Sie haben Gespür für Mode. Sie kennen die Bedürfnisse der Kunden und des Handels. Und Sie haben verkäuferisches Talent? Dann schreiben Sie uns doch – mit frühestem Eintrittstermin! P.O. box 6001 . 79036 Freiburg . verwaltung@suva.cc

Projektmitarbeiter (m/w/d) Controlling (100%) Jetzt bis zum 5. September 2021 über unsere Karriere-Seite https://www.hwk-freiburg.de/de/uber-uns/karriere bewerben! Weitere Informationen erhalten Sie bei Markus Klemm (Telefon 0761 21800-435). Informationen finden sie unter www.hwk-freiburg.de

Wir bauen unsere Position als führender Einrichter Südbaden aus und suchen eine/n engagierte/n

INNENARCHITEKT/IN m/w/d oder EINRICHTUNGSBERATER/IN m/w/d Sie haben Erfahrung in der Kundenberatung, überzeugen mit zeichnerischem Ausdruck, unkonventionelles Handeln ist Ihnen nicht fremd. Sie haben Planungen erfolgreich umgesetzt, sind abschlusssicher und haben Lust, in einem aufgeschlossenen Team zu arbeiten. Ein erster Kontakt, 07 61 / 3 68 05 20, ist uns lieber, als ein langes Bewerbungsschreiben. Norbert Heck ist Ihr Ansprechpartner.

Die Röm.-kath. Kirchengemeinde TodtmoosBernau sucht für die Kindergärten St. Elisabeth in Todtmoos und St. Franziskus in Bernau ab sofort:

Nähere Informationen zu der ausgeschriebenen Stelle finden Sie auf unserer Homepage. Nutzen Sie die Möglichkeit einer Onlinebewerbung an bewerbungfreiburg@bundesimmobilien.de. Der E-Mail-Anhang im PDF-Format sollte eine Größe von 15 MB nicht überschreiten. Unterlagen, die nicht im Anhang der E-Mail enthalten sind, können nicht berücksichtigt werden.

Pädagogische Fachkräfte (w/m/d)

Ihre vollständige Bewerbung (insbesondere mit Lebenslauf und Zeugnissen) sollte bis spätestens 5. September 2021 unter Angabe der Kennziffer eingegangen sein bei der

Eine ausführliche Stellenausschreibung finden Sie auf unserer Homepage unter www.vst-schopfheim.de.

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Direktion Freiburg Hauptstelle Organisation und Personal Stefan-Meier-Straße 72 • 79104 Freiburg Frau Weis, +49 761 55770-108 • Fax: +49 761 55770-150 bewerbung-freiburg@bundesimmobilien.de

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung bis 31.08.2021 an die: Verrechnungsstelle für Röm.-kath. Kirchengemeinden Frau Schliep Adolf-Müller-Str. 5A, 79650 Schopfheim Tel: 0 76 22 / 67 60 - 45 E-Mail: info@vst-schopfheim.de

www.bundesimmobilien.de

Wir suchen Sie als

www.kraemer-einrichtungen.de

Erst hat ein Algorithmus den passenden Arbeitgeber gesucht. Dann ploppt das perfekte Job-Angebot beim Smartphone-Nutzer auf. Sogar die Einladung zum Vorstellungsgespräch landet später direkt auf dem Handy. Der Vorteil von diesem sogenannten Mobile Recruiting für Bewerber: „Es ist bequem, und es geht alles sehr schnell, wenn ein guter MatchingAlgorithmus vorhanden ist“, sagt Lisa Allegra Markert vom Branchenverband Bitkom in Berlin. Doch Vorsicht: Mit BewerberApps kommen Stellensuchende mitnichten schneller zu einem Job.

Laut einer Studie der Universität Bamberg aus dem Jahr 2019 gibt es beim Angebot von Bewerbungen über Apps im Vergleich zum Vorjahr aber einen Anstieg: Das zeigt sich sowohl bei unternehmenseigenen Apps als auch bei Apps von Internet-Stellenbörsen. „Mobile Recruiting hat noch viel Potenzial und wird zweifelsohne in den kommenden Jahren weiter zunehmen“, so die Einschätzung von Lisa Allegra Markert. Ganz praktisch sieht das dann so aus: Eine Person auf Stellensuche klickt auf dem Smartphone die App einer Stellenbörse an und sichtet Stellenangebote. Was genau angezeigt wird, orientiert sich an dem, was Kandidaten bei einer standardmäßigen Abfrage eingegeben haben: der Beruf, die genaue Position, die jeweilige Stadt. Immer mit von der Partie ist ein Algorithmus, der im Hintergrund das Suchverhalten des Interessierten analysiert und die Ergebnisse ständig optimiert.

in Voll- und Teilzeit

Ein neuer Job würde Dir gut stehen!

Samstags in der Badischen Zeitung und jederzeit auf jobs.badische-zeitung.de

Badischer Verlag GmbH & Co. KG, Lörracher Str. 3, 79115 Freiburg

Das Smartphone haben die meisten ohnehin fast immer zur Hand. Das wollen Unternehmen für die Personalgewinnung ausnutzen. Etwa, indem sie Kandidaten die Stellensuche und Bewerbung via App ermöglichen. Ein Wisch, und schon landet eine Bewerbung auf ein Stellenangebot beim Unternehmen.


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badische zeitung jobs.badische-zeitung.de

WIR HABEN WIEDER PLATZ IM TEAM

1953 gegründet, >200 Mitarbeiter Betriebsstätten in Mahlberg und Herbolzheim mit Hallenflächen > 30.000 qm, einer der größten Anbieter von Dekorationsartikeln in Europa mit Vollsortimenten

Ihre Benefits: Faire und leistungsgerechte Bezahlung inkl. Sondervergütung, Weihnachtsgeschenk, Mittagessenzuschuss, kostenloses Wasser, Beitrag Fitnessclub, regelmäßige Firmenevents, Karriere- / Weiterbildungschancen, (zukunfts-)sichere Arbeitsplätze in einem angenehmen Betriebsklima, 30 Tage Urlaub p.a., kostenlose Parkplätze

Leitender medizinischtechnischer Laborassistent

Begleiten Sie unseren erfolgreichen Weg und verstärken Sie unser Team!

(m/w/d)

In unbefristeter Anstellung suchen wir Sie als:

•

Speditionskaufmann Seefracht Import m/w/d

•

Vertriebsassistent m/w/d

•

Mediengestalter m/w/d

Koch Vollzeit (m/w/d) Fachkraft für Arbeitssicherheit und Technische Assistenz (m/w/d) Medizinische Schreibkraft 50 % (m/w/d)

Medizinische Schreibkraft

Sind Sie interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre aussagekräftigen Bewerbungs-unterlagen per E-Mail, mit Angaben zum möglichen Eintrittstermin sowie zu Ihrer Gehaltsvorstellung.

mit zusätzlicher Leitungsfunktion (m/w/d)

Reinigungskraft 50 %

Gerd Rodermund GmbH & Co. KG Mario G. Krebs - Kaufmännischer Geschäftsführer Schmiedeweg 6-8 | 77972 Mahlberg

(m/w/d)

Chefarztsekretärin 60 % (m/w/d)

Tel.: +49 (0) 7825 843-0 | bewerbung@rodermund.de

Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald ist eine moderne Verwaltung an der Schnittstelle von Politik und Bürger. Wir haben folgende Stelle zu besetzen:

Vermessungstechniker oder -ingenieur (m/w/d) im Außendienst Den vollständigen Ausschreibungstext und weitere Informationen zu uns als Arbeitgeber finden Sie auf unserem Stellenportal unter: www.breisgau-hochschwarzwald.de Wir freuen uns auf Ihre Online-Bewerbung. Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Stadtstr. 2, 79104 Freiburg

Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d)

Der Baden-Württembergische Landes erband für Prä ention und Rehabilitation gGmbH (bwl ) sucht für sein Haus Altglashütten in 79868 Feldberg zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen

Mitarbeit im Bereitschaftsdienst (m/w/d)

www.diakoniekrankenhaus.de/stellenangebote

nach Vereinbarung (Nacht- und Wochenenddienste) Den vollständigen Ausschreibungstext und das entsprechende Bewerbungsformular finden Sie auf unserer Homepage unter www.bw-lv.de/karriere

Werden Sie Teil unseres sympatischen Teams!

PTA für Offizin, Rezeptur und Herstellung https://rieselfeld-apotheke.de/karriere/

PTA PraktikantIn (m/w/d) https://rieselfeld-apotheke.de/karriere/

ApothekerIn (m/w/d) https://rieselfeld-apotheke.de/karriere/

Die Stadt Kenzingen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt jeweils einen

Bautechniker / Meister / Bauzeichner (m/w/d) Fachbereich Tiefbau 39 Wochenstunden (Stelle ist teilbar) / unbefristet

Mitarbeiter für das Bürgerbüro (m/w/d) 25 Wochenstunden / unbefristet

Zur Ver tärkung un ere Team in Freiburg uchen wir zum näch t­ möglichen Eintrittstermin eine/n

Bürokauffrau / Bürokaufmann (m/w/d) in Voll- oder Teilzeit in Festanstellung

Schichtleitung (m/w/d) Rotation Vollzeit

Lörracher Str. 3, 79115 Freiburg

unbefristet

Ihre Aufgaben: " Sie sind für die Planung der Schicht hinsichtlich der Auftragsreihenfolge sowie Nachbereitung und Dokumentation verantwortlich " Die Sicherstellung der festgelegten Standards und die Kontrolle der Probeentnahmen, Qualitätsaufzeichnungen sowie Checklisten gewähren Sie " Sie stellen die Verfügbarkeit aller notwendigen Materialien und Aufträge an der Maschine sicher " Sie zeichnet ein moderner Führungsstil aus, mit dem Sie die Mitarbeitenden zielorientiert führen Ihr Profil: " Sie verfügen über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich Druck und besitzen einschlägige Berufserfahrung in der Rotation sowie ein sehr gutes technisches Verständnis " Ihr Führungsstil ist gekennzeichnet durch Durchsetzungs- jedoch auch Einfühlungsvermögen, lösungsorientiertes Konfliktmanagement und gezielte Mitarbeitendenmotivation " Sie sind ein organisierter Teamplayer und zeichnen sich durch hohes Verantwortungsbewusstsein und Eigeninitiative aus " Die Bereitschaft in einem Schicht-Betrieb zu arbeiten stellt für Sie keine Herausforderung dar " Solide EDV-Kenntnisse runden Ihr Profil ab Wir bieten mehr: " Symbadisch, innovativ, familiär – werden Sie Teil der BZ.medien-Familie " Sehr gute Verkehrsanbindung " Vielfältige Fitnessangebote mit Hansefit " Teilnahme am jährlichen B2Run " Fitradeln mit dem Jobrad " Mobil machen mit unserem Jobticket im RVF-Verbundgebiet " Frühstückssnacks und leckere Mittagsspeisen aus unserem Betriebsrestaurant " Gesicherter Fahrradabstellplatz " Vergünstigtes BZ-Abonnement inklusive BZ-Card " Rabattierte Anzeigenschaltung (z.B. Geburtstagsanzeigen) Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann freuen wir uns über Ihre Bewerbung mit Angabe Ihres frühestmöglichen Eintrittstermins über www.bz-medien.de/jobs-und-karriere/stellenangebote/.

Die Freiburger Hochbau GmbH i t der Partner für Bauprojekte in Süd­ we tdeut chland. IHRE AUFGABEN:  • Assistenz der Geschäftsführung  • Vorbereiten der Belege für die Finanzbuchhaltung  • Bürgschafts- und Mahnwesen  • Allgemeine Büro- und Sekretariatsaufgaben IHR PROFIL:  • Eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung (m/w/d)  • Erfahrung in einer vergleichbaren Position im Bauwesen wäre wün chen wert  • Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und Genauigkeit IHRE PERSPEKTIVEN: Wir bieten Ihnen einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz in einem modernen Unternehmen und einem engagierten Team. Die vollständige Stellenanzeige finden Sie unter: jobs.badische-zeitung.de Bitte senden Sie Ihre Bewerbung, gerne per E-Mail, an: Freiburger Hochbau GmbH Berta-Ottenstein-Straße 11 79106 Freiburg im Breisgau dieter.jehle@freiburger-hochbau.de

Stellengesuche

Für unser interdisziplinares Team von Vita Movere Soziale Betreuungen in Freiburg suchen wir ab sofort eine/n

Dipl. /BA Sozialarbeiter/Sozialpädagoge/ Familienpfleger (m/w/d) (80 – 100 %) Aufgabenschwerpunkt ist das ambulant intensiv betreute Wohnen (aibW) und das ambulant betreute Wohnen (abW) für Menschen mit einer seelischen Behinderung. Wir erwarten: - professionelle und empathische Grundhaltung - einschlägige Berufserfahrung - hohes Maß an Eigenständigkeit, Kommunikationsfähigkeit + Flexibilität - Übernahme von telefonischen Bereitschaftsdiensten - Teamfähigkeit, Humor, Führerschein Wir bieten: - Eine gute Arbeitsatmosphäre in angenehm gestalteten Räumlichkeiten - Selbstständiges und flexibles Arbeiten - Möglichkeiten zu internen und externen Fortbildungen, Supervision und Teamtage - Arbeiten in einem lebendigen Team Bei Interesse senden Sie bitte ihre Bewerbungsunterlagen mit ihren Gehaltsvorstellungen an folgende Adresse: Vita Movere, z. Hd. Frau Hawellas Burkheimer Str. 13, 79111 Freiburg www.vita-movere.de

Erzieherin mit heilpädagogischer Erfahrung, 47 Jahre, teamfähig, eigenständig, zuverlässig, sucht neue Tätigkeit. In/um Freiburg, naturnah, eine Tagesgruppe oder in einem soz.-päd./öko./handwerk. Projekt. Zuschriften unter Nr. 240104139Z an diese Zeitung.

Die Kirchengemeinde Breisach-Merdingen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt für die deutsch-franz. Kita St. Joseph in Breisach in Teilzeit

Erzieherinnen | Erzieher

Freiburger Druck GmbH & Co. KG | Daniela Ristic (HR) | Lörracher Str. 3 | 79115 Freiburg

Die BZ.medien Gruppe verbindet hochwertigen Journalismus und zukunftsorientierte Medien-Dienstleistungen. Die unabhängige, familiengeführte Unternehmensgruppe beschäftigt derzeit rund 850 Mitarbeitende. Die Freiburger Druck GmbH & Co. KG ist ein mehrfach ausgezeichneter Dienstleister für Produkte rund um den wasserlosen Rotationsdruck und deren Weiterverarbeitung. Das Unternehmen steht für ökologisches Drucken auf Topniveau.

Weitere Informationen zu den Stellenangeboten erhalten Sie unter www.kenzingen.de unter der Rubrik Rathaus, Aktuelles, Stellenangebote.

Ihre Chiffre-Antwort können Sie in Ihrer nächsten BZ-Geschäftsstelle abgeben oder per Post einsenden. Badische Zeitung, Postfach 280, 79002 Freiburg

(m/w/d) oder päd. Fachkräfte mit vergleichbarem Abschluss Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! Nähere Informationen zu der Stellenausschreibung finden Sie unter: www.vst-riegel.de (Stellenbörse) Ihre schriftliche Bewerbung mit Angabe der Kennziffer 21/33 senden Sie bitte bis 03.09.2021 an: Verrechnungsstelle für Kath. Kirchengemeinden, Postfach 11 55, 79357 Riegel.

www.stelleninserate.de


badische zeitung

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Das Bewerbungsgespräch per Video meistern Sich beim Video-Bewerbungsgespräch aufs Wesentliche zu konzentrieren, ist eine Herausforderung. Kamera- und Karriereprofis geben Tipps.

1. Inhaltliche und technische Vorbereitung Ganz gleich, ob persönliches Treffen oder Videogespräch: Die inhaltliche Vorbereitung für das Bewerbungsgespräch bleibt identisch, sagt Karriere- und BusinessCoach Bernd Slaghuis. Es ist wichtig, einen Überblick über das Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen, Umsatz und Anzahl der Mitarbeiter zu haben. Der Vorteil beim Videogespräch: Spickzettel sind erlaubt. Solange man nicht alles mit gesenktem Kopf abliest, stört es die Personaler nicht, was auf dem Tisch liegt. Damit überhaupt ein flüssiges Gespräch stattfinden kann, sollte man vorab einen Technik-Check machen. Dazu gehört zum einen eine stabile Internetverbindung, aber auch die rechtzeitige Installation und Aktualisierung der Software. Außerdem empfiehlt der Bundesverband der Personalmanager (BPM) verschiedene Funktionen schon vor dem Gespräch auszuprobieren. Wenn etwa darum gebeten wird, seinen Bild-

schirm zu teilen oder sich stummzuschalten, macht es einen guten Eindruck, nicht lange suchen zu müssen. 2. Licht und Ton wie ein Profi Der wohl größte Unterschied zum analogen Bewerbungsgespräch entsteht durch weniger Kommunikationskanäle, erklärt Nicole Krieger, Leiterin der Moderatorenschule Baden-Württemberg. Man sieht nur den Oberkörper und das ganze Bild ist zweidimensional. „Deswegen muss man noch überzeugender sein mit dem, was man sieht und hört.“ Dafür sind Licht und Ton entscheidend, so die langjährige TV-Moderatorin. Am besten sei natürliches Tageslicht von vorne, also wenn man mit dem Gesicht zum Fenster schaue. Der Ton sollte ebenfalls vor Gesprächsbeginn getestet werden. Klingt die Stimme blechern, empfiehlt Krieger ein externes Mikrofon oder Kopfhörer mit eingebautem Mikrofon auszuprobieren. 3. Wohlfühlen und gut aussehen vor der Kamera Für die Kleidung gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für ein Bewerbungsgespräch im Unternehmen. „Es geht allerdings nicht jedes Outfit vor der Kamera“, sagt Nicole Krieger. Kleine Muster können ein Flimmern erzeugen, weshalb sie zum Beispiel von Hemden mit feinem Karo abrät. Ansonsten zählt das Körpergefühl, sagt Bernd Slaghuis. „Manche brauchen den kompletten Anzug mit Krawatte

und Anzugschuhen, andere fühlen sich wohler, wenn Sie unter dem Tisch Kuschelsocken für das Gespräch anlassen.“ Neben dem eigenen gepflegten Aussehen ist ein aufgeräumter Hintergrund unverzichtbar. Zum einen lenkt alles, was man zusätzlich im Bild sieht, ab. Zum anderen überlegen Personaler, ob das Gesagte mit dem Hintergrund zusammenpasst, sagt Ballschuh. „Denn auch der Hintergrund sagt etwas über Bewerber aus“, bestätigt der BPM. Professionell wirken eine schlichte Wand mit Bild oder frische Blumen. 4. Ein Gespräch auf Kamerahöhe Blickkontakt per Video ist gar nicht so einfach: Denn schaut man sein Gegenüber auf dem Bildschirm an, geht der Blick nicht mehr in die Kamera und damit zum Gesprächspartner, erklärt Andrea Ballschuh. Gerade wenn man selbst spricht, sollte man sich daher zwingen, den Blick direkt in die Kamera zu richten. Das ist anfangs ungewohnt, hinterlässt aber Eindruck. Damit man es nicht vergesse, könne man sich einen Aufkleber neben die Linse oder ein Foto dahinter kleben. Auch die eigene Position ist relevant: Das Videogespräch sollte nicht mit Tablet oder Smartphone in der Hand oder auf dem Tisch geführt werden, da diese Perspektive meist unvorteilhaft wirkt. Stattdessen rät Ballschuh die Computerkamera auf Augenhöhe auszurichten oder das Smartphone in einem Stativ aufzustel-

F OT O: F IZ KE S ( ST OCK .A D OB E .CO M)

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – das gilt auch für ein Bewerbungsgespräch. Aufgrund der CoronaPandemie fällt aber zur Zeit nicht nur das Händeschütteln zur Begrüßung weg, sondern oft das komplette Treffen. Stattdessen findet ein Video-Gespräch statt. Doch gelten da die gleichen Regeln? Wie gelingt es, vor der Kamera ein gutes Bild zu machen?

Vor dem Vorstellungsgespräch sollte man auf alle Fälle einen Technik-Check machen. len. Der Bildausschnitt sollte dabei wie bei Nachrichtensprechern von den Ellenbogen bis knapp über den Kopf reichen, sagt Nicole Krieger. „Das wirkt sehr präsent, aber nicht aufdringlich.“ 5. Haltung zeigen und Fragen stellen Eine aufrechte Haltung kommt gut an. Wer sitzt, sollte sich laut Krieger auf den vorderen Teil des Stuhls setzen, die Füße auf den Boden stellen und sich nicht zurücklehnen, sondern leicht zur Kamera beugen. Ballschuh dreht ihre Videos zuhause am liebsten im Ste-

Möchten Sie gerne im Team mit freundlichen Kollegen arbeiten und Kunden zu mehr Gesundheit und Mobilität verhelfen?

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Für unsere Standorte in Freiburg (Zentrale und Innenstadt) suchen wir in Vollzeit eine

Die Gemeinde Bernau im Schwarzwald im Landkreis Waldshut liegt mit ihren ca. 2.000 Einwohnern inmitten des Biosphärengebiets Schwarzwald und des Naturparks Südschwarzwald.

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FACHBERATERIN LYMPHOLOGIE Außendienst (m/w/d) Sie besitzen idealerweise eine abgeschlossene Berufsausbildung im Pflegebereich, Sanitätsfachhandel und/oder Erfahrung in diesem Bereich?

Zum nächs möglichen Zei punk suchen wir eine/n

Lei ung für die Finanzverwal ung/ Fachbediens e en für das Finanzwesen (m/w/d)

hen und barfuß. Das gibt ihr einen festen Stand. Außerdem gestikuliere man im Stehen natürlicher. Am besten denkt man gar nicht darüber nach, was man mit den Händen macht, sagt Ballschuh. „Die Hände unterstützen die Worte automatisch.“ Wichtiger als die Körperhaltung bewertet Bernd Slaghuis die innere Haltung. „Das Fachwissen wurde schon im Lebenslauf überprüft. Im Bewerbungsgespräch will man den Menschen als potenziellen Mitarbeiter und Kollegen kennenlernen.“ Dazu gehört auch, Klarheit zu schaffen: Wer nervös ist, weil es das ers-

te Video-Bewerbungsgespräch ist, könne das ruhig zu Beginn ansprechen. Auch zum Thema Covid-19 dürfen Bewerber und Bewerberinnen Fragen stellen. Schließlich ist es wichtig einzuschätzen, wie zukunftsfähig der neue Arbeitgeber ist, sagt Slaghuis. Der BPM ermutigt daher Ängste und Unsicherheiten in Zusammenhang mit Covid-19 und der beruflichen Neuorientierung zu thematisieren. Die Frage „Wie kann ich mich unter diesen Umständen erfolgreich ins Team integrieren?“ signalisiert Offenheit für aktuelle Herausforderungen. Vera Kraft (dpa)

Kirchzartens Jüngste freuen sich auf Sie! Erzieher oder Fachkräfte (m/w/d) nach KiTaG §7 in Vollzeit oder Teilzeit für den Gemeindekindergarten Zarten (U3 und Ü3 Betreuung) und für das Burger Kinderhaus (Kindergartenbereich) FSJ-Praktikanten (m/w/d) für das Burger Kinderhaus (Kindergartenbereich) Infos und Bewerbung unter www.kirchzarten.de/stellenangebote

irchzarten

(Vollzeit, bis A12 LBesGBW) De aillier e Infos unter: tinyurl.com/67fk5e5t gemeinde.bernau-schwarzwald.de

Nierenzentrum Emmendingen-Waldkirch Wir suchen ab sofort für den Einsatz in der Dialyse

Generell sind bei uns Mitarbeiter aus anderen Berufsfeldern herzlich willkommen. Als Quereinsteiger bieten wir Ihnen die Möglichkeit einer Karriere mit Perspektive! DETAILLIERTE STELLENBESCHREIBUNGEN FINDEN SIE UNTER https://karriere.schaub.eu Kommen Sie zu uns. Wenn Sie an einer Mitarbeit in einem stetig wachsenden Unternehmen interessiert sind, bewerben Sie sich bitte unter: Schaub KG · Frau Canan Kaya · Bötzinger Straße 55 79111 Freiburg · karriere@schaub.eu · www.schaub.eu

examinierte/n Gesundheits- und Krankenpfleger/in oder Arzthelfer/in oder Altenpfleger/in

Teningen zwischen Schwarzwald & Kaiserstuhl Mittelzentrum, mehr als 19.000 Einwohner, in der Mitte zwischen Freiburg und Basel im Herzen des Markgräflerlandes Die Stadtverwaltung Müllheim sucht für den Fachbereich Haushalt & Controlling zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen

Mitarbeiter (m/w/d) unbefristet in Vollzeit Ausführliche Informationen zu der angebotenen Stelle und der Stadtverwaltung Müllheim erhalten Sie unter www.muellheim.de. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung über unser Online-Bewerbungsportal unter https://www.muellheim.de/rathaus/stellenangebote bis spätestens zum 29.08.2021 Für Fragen zum Aufgabengebiet stehen Ihnen Herr Danksin unter 07631 801-153 und zu personalrechtlichen Fragen Herr Mack unter 07631 801-221 gerne zur Verfügung.

m/w/d Textfeld

Die Gemeinde Teningen hat zum schnellstmöglichen Zeitpunkt im Fachbereich 2 „Planung, Bau und Umwelt“ eine Vollzeitstelle unbefristet zu besetzen:

Fachkraft für Wasserversorgungstechnik Nähere Informationen finden Sie in der ausführlichen Stellenausschreibung auf unserer Homepage: www.teningen.de/aktuelles/stellenausschreibungen.

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• Teilzeit- oder Vollzeitstelle (28 – 35 Std./Woche) • interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit in freundlichem Team • Ausbildung in Dialyse • professionelle Einarbeitung • gute Bezahlung

Das wünschen wir uns: • Engagement und Flexibilität • fachliche Kompetenz • Teamfähigkeit • Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen • Dialyseerfahrung nicht erforderlich Fühlen Sie sich angesprochen und haben Sie Interesse? Wir freuen uns auf Ihre schriftliche Bewerbung mit den üblichen Unterlagen. Nierenzentrum Emmendingen-Waldkirch z. Hd. Herrn Dr. Martin Friedrich Schützenstraße 5/2 • 79312 Emmendingen • info@nz-ew.de


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Sie möchten Ihre Karriere bei einem Weltmarktführer starten und von den Vorteilen einer mitarbeiter­ orientierten Unternehmenskultur profitieren? Dann sind Sie bei Hellma genau richtig! WIR SUCHEN SIE ALS

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Weitere Auskunft erteilt der zuständige Abteilungsleiter Gerhard Zerrer unter 0781 82-2315

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Rechtsanwaltsfachangestellte (m/w/d) Werden Sie Mitglied unseres Teams. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung unter: bewerbungen@ags-freiburg.de Eisenbahnstraße 52, 79098 Freiburg, Tel. 07 61 - 3 85 69 75 www.ags-freiburg.de

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PERSONALDISPONENT (M/W/D) Stadt Bad Säckingen Für unser Rechts- und Ordnungsamt stellen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen vollzeitbeschäftigten

Ordnungsamtsleiter (m/w/d) für die stellvertretende Amtsleitung beim Rechts- und Ordnungsamt ein. Frauen werden ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert. Zu den Kernaufgaben gehören insbesondere folgende Tätigkeitsfelder: – – – – – –

Leitung der Abteilung Ordnungsamt Vertretung der Amtsleitung und der Straßenverkehrsbehörde Auswertung und Bereitstellung statistischer Daten Durchführung der allgemeinen Wahlen Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung Gewerbe- und Gaststättenrecht (Gewerbeuntersagungen, endgültige Gaststättenkonzessionen, Glücksspielrecht u.a.) – Vergnügungsparks und Märkte, Festsetzung von Veranstaltungen – Benennung von Straßen, Gebäudenummerierung – Katastrophenschutz (Entscheidungszuständigkeit und Unterstützung) Nähere Informationen zu den geforderten Einstellungsvoraussetzungen finden Sie auf der städtischen Homepage https://www.bad-saeckingen.de/rathaus-service/ aktuelles/stellenausschreibungen Bitte senden Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen an bewerbung@bad-saeckingen.de oder an die Stadtverwaltung Bad Säckingen Postfach 1143, 79702 Bad Säckingen

Ihre Aufgaben • Betreuung von Bestandskunden • Neukundengewinnung • Organisation der kaufmännischen Abwicklung • Führen von Vorstellungsgesprächen und Vermittlung der Kandidaten

Ihre Benefits bei • unbefristeter Arbeitsvertrag, Urlaubs- und Weihnachtsgeld • flache Hierarchien, ein tolles Team und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten • ein attraktives Gehaltspaket

Ihre Qualifikation • Sie haben Spaß am Vertrieb und dem Kontakt zu Geschäftspartnern • Sie verfügen über einen PKW-Führerschein Klasse B • Quereinsteiger und Erfahrene aus der Personaldienstleistung willkommen Ihre Bewerbung richten Sie bitte an Herrn Christian Ebner (ch.ebner@ame-zeitarbeit.de). Er steht Ihnen auch für telefonische Rückfragen vorab gerne zur Verfügung. Wir freuen uns auf Sie - UND - Wir sind für Sie da. Versprochen. a/m/e GmbH | Heckerstraße 3 | 79114 Freiburg T 07 61 / 45 647 - 0 | www.ame-zeitarbeit.de


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Du machst dein Team stärker? Wir deine Zukunft sicher.

BREISGAU-KLINIK Rehabilitations- und AHB-Klinik für Orthopädie und Rheumatologie Innere Medizin/Gastroenterologie und Onkologie Ambulantes Therapiezentrum | Praxis für Physiotherapie

Wir suchen ab sofort oder später in Vollzeit

Für unsere REWE Märkte im Großraum Freiburg suchen wir ab sofort:

Reiseverkehrskauffrau/-mann (m/w/d) Tourismuskauffrau/-mann (m/w/d)

Verkäufer (m/w/d)

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Dilan Dasdelen rewe.de/karriere bewerbung@rewe-group.com REWE Group Recruiting Center Postfach 170153 33701 Bielefeld

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Quellpunkt CHRISTIANI e.V. Wir betreuen im Rahmen der Eingliederungshilfe psychisch kranke Menschen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Für unser Wohnheim in Müllheim-Zunzingen suchen wir ab sofort einen/eine

• Hauswirtschafter/in (m/w/d) möglichst mit pädagogischer Qualifikation

PHYSIOTHERAPEUTEN (m/w/d) WIR BIETEN · eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Beschäftigung · die Zusammenarbeit in einem qualifizierten, freundlichen und eingespielten Team · einen attraktiven Arbeitsplatz in angenehmer Atmosphäre · eine leistungsgerechte Vergütung · wir arbeiten im 30-Min.-Takt (Physio) Ihre aussagekräfige Bewerbung senden Sie bitte an:

BREISGAU-KLINIK Herrn Verwaltungsleiter Raimund Weber, Herbert-Hellmann-Allee 37 79189 Bad Krozingen, Tel. 0 76 33 / 4 01-0, bewerbung@breisgau-klinik.de

www.breisgau-klinik.de

Zur Verstärkung

STELLENANGEBOT

Interesse? Dann zögern Sie nicht und bewerben Sie sich unter Angabe der Job-ID bei uns.

MITARBEITER

(m/w/d) für die Therapiedisposition und Schulungsveranstaltungen, geeignet z.B. für Gesundheitspädagogen (m/w/d) oder Kaufleute im Gesundheitswesen.

unseres Teams suchen wir: • Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d)

Der Arbeitsbereich beinhaltet die Betreuung und Anleitung unserer Bewohner*innen bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten im Rahmen der Tagesstrukturierung.

• MFA für die Dialysestation (m/w/d)

Wir bieten Ihnen: – Eine unbefristete Stelle (50 – 80%) (Mo. – Fr.) – Externe Supervision und Fortbildung – Interessante und abwechslungsreiche Mitarbeit in einem engagierten, multiprofessionellen Team – Vergütung angelehnt an TVÖD Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, gerne auch per E-Mail (Anhänge bevorzugt im PDF-Format) Quellpunkt CHRISTIANI e.V. Herr Winkler Dattinger Str. 9, 79379 Müllheim www.quellpunkt-christiani.de mail: quellpunkt@christiani-ev.de

• Quereinsteiger/ Altenpfleger (m/w/d) Das Nierenzentrum Freiburg ist mit zwei Standorten in Freiburg und einem Standort in Breisach der größte Anbieter ambulanter nephrologischer Leistungen im Raum Freiburg/Kaiserstuhl. In unserer internistischen Praxis werden vorwiegend Patienten mit akuten oder chronischen Nierenerkrankungen, Patienten mit Bluthochdruck sowie Patienten nach Nierentransplantationen behandelt.

Nierenzentrum Freiburg

Die Stadt Waldkirch (ca. 22.000 Einwohner) bietet eine hohe Lebensqualität. Perspektiven sind es, die uns antreiben. Und Perspektiven sind es, die Sie zu uns führen. Willkommen in einer modernen Verwaltung mit über 400 Beschäftigten. Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt und aufgrund Förderung vorerst auf 3 Jahre befristet einen

Praxis für Nieren- & Hochdruckkrankheiten Dialysezentrum

Jetzt bewerben: Nierenzentrum Freiburg Konrad-Goldmann-Str. 5 79100 Freiburg

Beauftragten (m/w/d) für Klimaschutzmanagement

Tel: 0761 38 90 99 0 pdl@nzf-freiburg.de

Ausführliche Angaben finden Sie auf unserer Website www.karriere.stadt-waldkirch.de Unser Bewerbungsschluss ist am 19.09.2021

Weitere Infos: www.nzf-freiburg.de

Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n

Gesundheits- und Krankenpfleger/in (m/w/d) Mehr Informationen finden Sie auf unserer Internetseite.

Stellenanzeigen Sommer-Spezial

Hospiz Karl Josef gGmbH Türkenlouisstr. 22 · 79102 Freiburg · www.hospiz-karl-josef.de

Wir suchen zum 01.09.2022

Geschäftsführung (w/m/d) für „Entwicklung und verbandliches Profil“ 100%, mit Dienstsitz in Kirchzarten bei Freiburg Profil: Sozialarbeit/ -pädagogik, Sozialmanagement oder vergleichbare Qualifikation Info zur Bewerbung über den Scan oder unsere Webseite Diakonisches Werk Breisgau-Hochschwarzwald, Am Fischerrain 1, 79199 Kirchzarten / www.diakonie-breisgau-hochschwarzwald.de

Badischer Verlag GmbH & Co. KG, Lörracher Str. 3, 79115 Freiburg

Auch als Quereinsteiger sind Sie bei uns herzlich willkommen – wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Kurzfristig zusätzlicher Ausbildungsplatz zum u Tourismuskaufmann/-fra (m/w/d) frei geworden

*Weitere Infos unter www.berufundfamilie.de und rewe.de/karriere

Voll- oder Teilzeit

• mit Kassiertätigkeit in Voll-/Teilzeit & Minijob • Obst & Gemüse in Voll-/Teilzeit & Minijob • Convenience in Voll-/Teilzeit & Minijob • Frischetheke (Metzgerei) in Voll-/Teilzeit & Minijob

Ansprechpartner: Online unter: Per Mail an: Per Post an:

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In der siebenwöchigen Serie „Jobwechsel? Jetzt!“ gibt die Redaktion der Badischen Zeitung während der Sommerwochen zahlreiche Anregungen rund um dieses Thema. Nutzen Sie dieses attraktive Umfeld für die Veröffentlichung Ihrer Stellenanzeige.

Eine Stellenanzeige buchen und die zweite zum halben Preis veröffentlichen Kostenfreies Print-Testimonial* Kostenfreier Online-PR-Text inkl. Startseiten-Airplay auf badische-zeitung.de* *abhängig vom Anzeigenformat

Aktionszeitraum: 29. 7. 2021 – 12. 9. 2021

Kontakt über Ihre Medienberaterin / Ihren Medienberater oder unter 0761/496-41 62 und stellen@badische-zeitung.de


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Die Erzdiözese Freiburg sucht für das Erzbischöfliche Ordinariat zum nächstmöglichen Zeitpunkt

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mit einem Beschäftigungsumfang von 100% (39,5 Wochenstunden) unbefristet einen

VOLLJURIST ALS RECHTSREFERENT (w/m/d) FÜR DIE HAUPTABTEILUNG 8 FINANZEN

• Marktführer für Regenwassernutzung in Europa • Krisensicheres, mittelständisches Unternehmen • Über 125 Mio. € Umsatz, rund 600 Mitarbeiter • Kontinuierliches Wachstum

mit einem Beschäftigungsumfang von 75% (29,63 Wochenstunden) zunächst bis 30.11.23 befristet eine

SACHGEBIETSLEITUNG IM BEREICH PERSONALSACHBEARBEITUNG (w/m/d) mit einem Beschäftigungsumfang von 100% (39,5 Wochenstunden) zunächst bis 08.04.23 befristet eine

SACHBEARBEITUNG SV UND LST. (w/m/d) mit einem Beschäftigungsumfang von 75% (29,63 Wochenstunden) unbefristet einen

ARCHITEKTEN (w/m/d) IM ERZBISCHÖFLICHEN BAUAMT FREIBURG Nähere Informationen zu den Ausschreibungen und weitere Stellenangebote finden Sie unter:

www.ebfr.de/stellen

Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Mercystraße 23, 79100 Freiburg schule@efs-freiburg.de www.efs-freiburg.de Die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Freiburg sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Verstärkung im

Schulsekretariat (m/w/d)

Wir suchen Sie als

SACHBEARBEITER IM RECHNUNGSWESEN (m/w/d) • Sie unterstützen unser Team in der Buchhaltung • Sie erfassen Aufträge und Mitarbeitereinsätze sowie Stundennachweise und Urlaubsscheine • Sie prüfen Ein- und Ausgangsrechnungen • Sie übernehmen weitere Aufgaben innerhalb unserer Buchhaltung nach Absprache und Einarbeitung

Ihre Benefits bei • unbefristeter Arbeitsvertrag, Urlaubs- und Weihnachtsgeld • flache Hierarchien, ein tolles Team und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten • ein attraktives Gehaltspaket • Arbeitszeit nach Vereinbarung (Voll- und Teilzeit möglich)

Wir freuen uns auf Sie - UND - Wir sind für Sie da. Versprochen.

Wenn Sie kaufmännische oder vergleichbare Verwaltungserfahrungen haben, freuen wir uns auf Ihre zeitnahe Bewerbung bis 31. August an bewerbung@efs-freiburg.de

a/m/e GmbH | Waldmattenstr. 16 a | 79183 Waldkirch T 07 61 / 45 64 7 - 0 | www.ame-zeitarbeit.de

Für Fragen steht Ihnen die stellvertretene Schulleiterin, Frau Rudolf, telefonisch 0761/769930 – 0 zur Verfügung.

Mitarbeiter (m/w/d) zur Reinigung unser Campinganlage und Appartements. In Vollzeit, Teilzeit oder auf 450-€-Basis. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Dietzelbachstr. 6, 79244 Münstertal Auf Ihre Bewerbung freut sich Familie Ortlieb  0 76 36-70 80 E-Mail: info@camping-muenstertal.de

Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen mit der Information über Ihre Verfügbarkeit und Ihren Vorstellungen zur Vergütung an: Otto Graf GmbH Kunststofferzeugnisse Carl-Zeiss-Straße 2 – 6 • DE-79331 Teningen bei Freiburg im Breisgau Direkt an der Autobahn A5 • Ihre Ansprechpartnerin Michaela Glanzmann • Tel.: 07641 589-20 • bewerbung@graf.info Maximales Datenvolumen (E-Mail + Anlagen): 8 MB

• Sie verfügen über eine Ausbildung oder Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich • Sie verfügen über Berufserfahrung in der Sachbearbeitung bzw. im Rechnungswesen • Sie haben Spaß an einer strukturierten Arbeitsweise

Die Anstellung erfolgt in mit einem Beschäftigungsumfang von 10 bis zu 15 Wochenstunden gemäß dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD-B).

Küchenhilfe (m/w/d)

www.graf.info/jobs

Ihre Qualifikation

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an Herrn Christian Ebner (ch.ebner@ame-zeitarbeit.de). Er steht Ihnen auch für telefonische Rückfragen vorab gerne zur Verfügung.

Konditor/in (m/w/d)

Fachlagerist/Fachkraft (m/w/d) für Lagerlogistik Schwerpunkt Wareneingang Dieses und viele weitere GRAF Stellenangebote unter

Ihre Aufgaben

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere die Bearbeitung der alljährlichen Förderungen gemäß AFBG, BaföG und der Schulgebühren sowie die Vertretung der Schulsekretärin.

Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir ab sofort oder nach Vereinbarung

Über ne offe n + e Stell dungsl i b s Au lätze! p

Zahnmedizinische Fachangestellte (m/w/d) und Auszubildende (m/w/d) nach Neuenburg gesucht Junge, moderne Gemeinschaftspraxis in Neuenburg sucht ab sofort in Vollund Teilzeit eine – Zahnmedizinische Fachangestellte (m/w/d) für Prophylaxe und Stuhl­ assistenz. Wir bieten eine gute Arbeitsatmosphäre in einem freundlichen Team. Fortbildungsmöglichkeiten, übertarifliche Bezahlung und eine flexible Urlaubsplanung gehören zu unseren Stärken. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. Tel. 0 76 31 - 7 21 57 www.zahnaerzte-beim-stadthaus.de

Wir suchen Verstärkung für unser Team! Unser Familienunternehmen sucht nach Vereinbarung: ·

Junior-Küchenchef (m/w/d)

·

Chef de Partie (m/w/d)

für unsere Gourmetküche in Vollzeit (4-Tage Woche, sonntags frei, Teil– und Durchdienste nach Absprache) Wir freuen uns auf Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen! Colombi Hotel Herr Derfuß / Frau Nippert Colombi GmbH, Am Colombi Park, 79098 Freiburg

jobs@colombi.de, Tel. 0761 2106 416

Sachbearbeiter Controlling (m/w/d) POWERFUL SOLUTIONS – PASSIONATE PEOPLE

WIR STELLEN EIN. IHRE KARRIERE BEI KALTENBACH

in Teilzeit, zur Erstellung von betriebswirtschaftlichen Auswertungen und Analysen, sowie Mitarbeit bei Sonderprojekten in einem jungen Modeunternehmen. Umfassende MS-Office-Kenntnisse, insbesondere Excel erforderlich. Bitte richten Sie Ihre Bewerbung an: Fuchs GmbH + Co KG, Postfach 63 60, 79039 Freiburg oder verwaltung@fuchs.sc

Bleiben Sie anspruchsvoll!

Ihre Zukunft am Ortenau Klinikum Betriebsstelle Offenburg

Zeitraum Unbefristet

Beginn 01.10.2021

Umfang Vollzeit

Kontakt Barbara Oschwald-Häg, Leitende MTLA, 0781 472-8100

Online n informiere t k e ir d und ! n e rb e w be

Medizinischtechnischer Laboratoriumsassistent (MTLA) m/w/d für das Zentrallaboratorium → Offenburg → Detaillierte Stellenbeschreibung: www.ortenau.jobs/37379 Arbeitsplätze mit Zukunft! Das Ortenau Klinikum hat viel zu bieten – nutzen Sie unsere exzellenten Möglichkeiten für Ihre berufliche Entwicklung. Ausführliche Infos und weitere attraktive Stellen finden Sie in unserem Karriere-Portal.

www.stellenangebote-ok.de

Der Landkreis Lörrach freut sich auf Ihre Bewerbung für die Sachbearbeitung:

Die KALTENBACH GmbH + Co. KG ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe. Sie ist dank wegweisender Technologien und ihrem umfassenden Produktsortiment für den Stahlbau und -handel als Pionier ihrer Branche bekannt. Dabei entwickelt, produziert und optimiert sie ihre Produkte an drei Standorten in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Für den weltweiten Vertrieb und Service sind 10 Tochterfirmen und über 20 Vertretungen zuständig.

 Baurecht

Zur Verstärkung unseres Team suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt:

 Bewerbermanagement

Konstrukteur (m/w/d) Produktmanager (m/w/d) Sachbearbeiter Vertriebsinnendienst (m/w/d) Mitarbeiter Service – Ersatzteilmanagement (m/w/d) Mitarbeiter Service – Projektleiter (m/w/d) Mitarbeiter Service – Servicetechniker (m/w/d) Mitarbeiter Qualitätswesen – Prüftechniker/-planer (m/w/d) Weitere Informationen finden Sie auf unserem online-Portal unter www.kaltenbach.com. Wir freuen uns auf Ihre Online-Bewerbung! KALTENBACH GmbH + Co. KG | Blasiring 4 | D-79539 Lörrach | Tel.: 07621 / 175-0 | info@kaltenbach.de

im Fachbereich Baurecht im Fachbereich Personal & Service  Erhebungsstelle Zensus 2022

im Dezernat I  Feuerwehrwesen / Bevölkerungsschutz

im Fachbereich Ordnung Was können wir Ihnen bieten? Wir sind eine moderne und bürgerorientierte Verwaltung mit sicheren und mobilen Arbeitsplätzen, vielfältigen Entwicklungsund Weiterbildungsmöglichkeiten, flexiblen Arbeitszeiten, modernen Gesundheitsangeboten und weiteren Benefits – wie Jobticket, geförderte Teamentwicklungsmaßnahmen oder die Möglichkeit eines Sabbaticals.

2016

Interesse? Dann bewerben Sie sich jetzt online. www.loerrach-landkreis.de/karriere


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Übungsleiter

Physiotherapeut/ in Teiloder Vollzeit m/w/d

Verantwortung für ein soziales Gesundheitswesen: Wir vergrößern unsere Teams und suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt für die Prüfung der Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit und Festlegung der Pflegegrade nach dem Pflegeversicherungsgesetz sowie zur Unterstützung unseres Verbundes Qualitätsprüfung Pflegeeinrichtungen (§ 114 SGB XI) ...

Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d) oder Altenpfleger (m/w/d) oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger (m/w/d) Detaillierte Stellenausschreibungen mit den entsprechenden Anforderungsprofilen finden Sie unter www.md-bw.de/de/karriere/stellenangebote

Nebenverdienst ab sofort für 4 Std./Woche in GrenzachWyhlen. Tel. 0152-31975314

Schrauber/Mitstreiter für Restaurierung von Oldtimer-Fahrzeugen auf 450,-- €-Basis nach Maulburg gesucht. Tel. 0171 / 99 73 73 5

... strukturierter Einar... betrieblicher Gebeitung und vielfältigen sundheitsförderung Fortbildungsangeboten und vielem mehr

Zuverl. Pflegehelferin nach Breisach v. Priv. ges., Teilzeit o. Nebenbeschäftigung, Tel. 0152-28804063

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Homepage. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Mechaniker (m/w/d)

www.md-bw.de

Haushälterin gesucht Wir suchen ab September/Oktober eine sehr zuverlässige Haushälterin in Festanstellung (reinigen, abstauben, bügeln, aufräumen, etc.) mit Berufserfahrung für unser Zuhause in Lörrach. Die Arbeitszeit beträgt 20 Wochenstunden, vorzugsweise am Nachmittag. Führerschein ist von Vorteil. Wir freuen uns über Ihre aussagekräftige Bewerbung mit Gehaltsvorstellung an sabrina.schuetz@gmx.com

Support Web/Online-Marketing (m/w/d)

zur Verstärkung unseres Werkstattteams gesucht. Aufgabenbereich: Reparatur Baumaschinen und LKW Fa. EAL GmbH,  0 76 62 / 94 94 90

Oralchirugie Implantologie

Dr. Ingo Erhardt Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir für unsere moderne Praxis eine freundliche und kompetente

Der Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) sucht

Freelancer/freien Mitarbeiter/Minijobber/ Studierenden (m/w/d) für Support in Typo3 Back- und Frontend, Google Business Account und Analytics, Matomo, Figma und Social Media für nebenberufliche mittelfristige Anstellung (mind. 2 Jahre). IT-Erfahrung insbesondere Typo3 erforderlich, ÖPNV-Affinität erwünscht. Arbeitsplatz in Freiburg am HBF bzw. Home Office nach Absprache, ebenso Arbeitspensum und Vergütung. Kurzbewerbung per E-Mail an marketing@rvf.de bis zum 05.09.2021.

Fahrer (m/w/d) bevorzugt

Finanz, Recht & Steuer

Zahnmedizinische Fachangestellte (m/w/d)

Institut für Pathologie im Zentrum Freiburgs mit gutem Arbeitsklima sucht für längerfristig eine erfahrene

Hausmeister-Komplett-Service Kai Veser GmbH

in Teilzeit oder Vollzeit v.a. für die Stuhlassistenz und Prophylaxe.

Sekretärin (m/w/d)

Wahrscheinlich einer der schönsten Arbeitsplätze in Freiburg. Für unseren Blumenstand auf dem Freiburger Münstermarkt suchen wir für sofort eine

r h äB n e s o R

rewhcS ierenträG

Verkaufshilfe (m/w/d) Sie sind zuverlässig und freundlich und haben Spaß am Verkaufen. Arbeitszeit von ca. 7 – 14.30 Uhr Kontakt: Rosen Bähr, Bahnhofstr. 61, 77948 Friesenheim Tel. 0 78 21 - 9 98 89 77 E-Mail: rosen-baehr@web.de

Stellenangebote Handwerk Wir, Trautwein GmbH, Emmendingen suchen für unsere Produktion Mechaniker, Industriemechaniker od. Elektriker bzw. Allrounder (m/w/d) in Vollzeit. Wenn Sie keine stumpfsinnige, einseitige Arbeit suchen und gerne im Team arbeiten, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung unter: bewerbung@trautwein-gmbh.com Rückfragen an Fr. Schätzle, Tel. 07641 - 467 550.

Hotel & Gastronomie

Kenntnisse in med. Nomenklatur sind wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. Bewerbungen bitte per E-Mail an: annahme@ifpss.de

Wir suchen in Vollzeit (m/w/d) eine

Mit MLD (MT wünschenswert) ab August / September für 2 Nachmittage / Abende pro Woche. Bewerb. bitte ausschl. per Email an: Gut Physiotherapie & Training, Michael Gut,physiotherapiegut@gmail.com www.physiotherapiegut.de

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Homepage oder telefonisch bei Frau Hornecker.

Orthop. Praxis in FR Zentrum

www.hausmeister-veser.de

Tel. (09632) 9 22 91 20 Mo-Fr 8-18h www.steuerverbund.de/standbein

Rosen Bähr

Suche erfahrene, zuverl.

Verhinderungspflege

Tel. 07 61/790 90 90 Weißerlenstr. 2a 79108 Freiburg

2. Standbein für Steuerfachleute

Früh-/Rentner, für gelegentliche Kurierfahrten mit unserem PKW auf 450€-Basis gesucht. Wir suchen mehrere Fahrer im Wechsel. T. 03212-1235756 (AB) oder: bewerbung@guenther-transporte.de

Haushaltshilfe für schöne pflegeleichte Wohnung (Einpersonenhaushalt), ca. 3. Std. alle 14 Tage in Emmendingen, Tel. 0176-61063647

• Sachbearbeitung Buchhaltung / Personal

Physiotherapeut (m/w/d) auf Mini-Job-Basis gesucht!

Reinigungskraft (m/w/d) für 6 Std/ Woche für Büro und Treppenhaus in Freiburg-Herden, auf Minijob-Basis gesucht. Infos unter 0761/ 31758 oder www.heinzelmannimmo.de

Freundliche Haushaltshilfe mit Pkw für einen 1 Pers.-Haushalt in Emmendingen gesucht. Die Arbeit besteht aus Haushaltspflege, Einkaufen und Zubereitung eines kleinen Mittagessens. Arbeitszeit: Mo.-Fr., 9-12 h. T. 07641-6011

Zuverl. Reinigungskraft ges. f. Kehrwoche 2 Std., 12€/Std., in FR ab sof. Ihre Bewerbung: Tel. 01573 9701642

Ausbildung Wir bieten für 2021 einen Ausbildungsplatz zum

Mechatroniker m/w/d Kälte- und Klimatechnik Ihre Bewerbung richten Sie bitte an:

im Raum Breisach f. Privathaushalt im Zeitr. vom 16.8.-26.8. gesucht. 015125095861

gründliche Haushaltshilfe zuverlässig und flexibel, in Festanstellung (FR-Wiehre), AZ: 10-15 Uhr, Zuschr. unt. 40162080Z an diese Ztg.

Haush.hilfe nach Denzlingen gesucht für 3 x 2 Std./Wo. für 1 Pers.-Seniorenhaushalt. T.07666-949745

sucht freundliche u. engagierte Mitarbeiter (m/w/d) zur Verstärkung im Bereich der Anmeldung in Voll-/Teilzeit. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung, gerne auch aus nichtmedizinischem Bereich. Dr. Norman Biebow, Kaiser-Joseph-Str.178, 79098 Freiburg, Tel. 0761-2927997

BÜROKAUFFRAU SUCHT JOB! 46J., Raum FR, Vollzeit, ab sofort. Zuschr. unter: jobfreiburg@t-online.de Online unter: schnapp.de/0629464

Bürokauffrau Bürokauffrau (45) mit über 20 Jahren Berufserfahrung u. Teamgeist sucht neue Stelle in Müllheim (75 - 80 %). Gerne im Handwerksbereich. Keine Zeitarbeit o. Arbeitsvermittlung. E-Mail: neueziele75@web.de, Voll- oder Teilzeit, Online unter: schnapp.de/0629055

Topfitte Büro-Allroundkraft sucht anspruchsvolle Herausforderung. Tel. 01525 9514443 Online unter: schnapp.de/0629515

Suche Bürotätigkeit langjährige Erfahrung, oder Empfang, Telefonzentrale, in VZ/TZ im Raum Freiburg. Mobil: 0173-4221183 Online unter: schnapp.de/0629625

Nebenverdienst Schüler, 16, sucht Ferienjob in Vollzeit von 9-8.-27.8. in EM oder Umgebung. Tel. 07641-570155, mail: jonasbuerkin@gmx.de Online unter: schnapp.de/0630252

Prof. Gärtnermeisterin bietet indivduelle Gartenberatung, -pflege u. -gestaltung an. Auch Hilfe für Senioren mit großen Garten. Spezialisiert auf biologisches Gärtnern. Gärtnern im Einklang m. der Natur. Mobil: 0172-3496648 oder Mail: garten.engel@mail.de Online unter: schnapp.de/0629214

Erfahrene Frau sucht Arbeit in Haushalt, Büro, Putzen v.Treppen, Fenstern od. leicht. Pflege, Tel. 01516-5065684 Online unter: schnapp.de/0630063

Minijob ab sofort gesucht Im Bereich Pflege, Lager und Handel, Region Waldkirch / Elzach, Mobil: 0152 / 23915027 Online unter: schnapp.de/0628933

Südkälte GmbH zu Hd. Herrn Christian Hunold Grünstraße 13, 79232 March Tel. 0 76 65 / 9 34 48 - 0 · Fax 0 76 65 / 9 34 48 - 10 info@suedkaelte-gmbh.de

Zugehfrau gesucht für alle im Haushalt anfallendeArbeiten, so wie es eine Hausfrau machen würde, möglichst mit Erfahrung in Hausarbeit aller Art, (2x3 Stunden pro Woche), Teilzeit, hausfrau@magenta.de

Gesundheit & Soziales

Bewerbungen bitte an: Dr. Ingo Erhardt Zahnarzt - Oralchirurgie Friedhofstr. 10, 79183 Waldkirch www.zahnarzt-erhardt.de

Haushaltshilfe für Privathaushalt gesucht. Zuverlässige, freundliche Haushaltskraft für unser Privathaus in FR-Zähringen gesucht. Aufgaben: Reinigungsarbeiten, Waschen/Bügeln, ggf. Kochen. Ca. 20 Std./ Woche, vormittags, ab sofort. Gehalt nach Rücksprache und Erfahrung. Bewerbungen bitte an: haushalt-freiburg@gmx.de

Herbert-Hellmann-Allee 12 79189 Bad Krozingen Telefon 0 76 33 / 40 08 - 119 mail@bad-krozingen.info

Zuverl. Reinigungskraft bei guter Bezahlung gesucht

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Schulbegleitung gesucht Pädagog. Fachkraft als Schulbegleitung in Neuenburg ges. (Gymn.) Bitte bewerben Sie sich unter: schulbegleitung21@web.de

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Seriöse Dame sucht in FR für Priv.büro u. Hausverwaltung eine Bürohilfe mit EDV-Kenntn. Nur Whatsapp: 0157 / 35194514

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Ausbildung Suche Lehrstelle Im Einzelunternehmen für 2021. Tel. 07629-486 oder 01523 6330 Online unter: schnapp.de/0630191

Stellengesuche Logistik & Material Kurierfahrer Fachlagerist sucht Stelle als Kurierfahrer im Lkr. LÖ / WT, Führerschein BC1E, Teilzeit, Zuschr. unt. 40162144Z an diese Ztg. Online unter: schnapp.de/0630084

Ich hab einen neuen Job für Dich!

Gesundheit & Soziales Gesellschafterin kompetent, liebevoll, zuverlässig übernimmt Betreuung Damen/ Herren/ Ehepaar (erfahren in Demenz) ca.15 Std./ Woche o. nach Vereinb.,i. R, FR., 07666 8846639 AB Online unter: schnapp.de/0629918

28 jähr. Frau aus Polen mit 2 jähr. Erfahrung in Deutschland als Altenpflegerin sucht Tätigkeit als Altenpflegerin. Demenzerfahren. 01778306707 Online unter: schnapp.de/0630199

Frau 50+ Seniorenbetreuung Tag oder Nacht in FR/ EM u. Umgebung. Tel.07666-9129149 Online unter: schnapp.de/0629438

Samstags in der Badischen Zeitung und jederzeit auf jobs.badische-zeitung.de

Gärtnerei Schwer Engag. MTRA/MFA (m/w/d)

von großer überörtlicher nuklearmedizinischen Praxis für den Standort Freiburg oder Bad Krozingen gesucht. Wir bieten ein abwechslungsreiches Arbeitsumfeld, eine geregelte Arbeitszeit, die Möglichkeit zur Weiterbildung sowie diverse Vergünstigungen (z.B. Regiokarte, 13. Monatsgehalt). Lernen Sie uns kennen und senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an freiburg@nuk-suedbaden.de

MFA und Azubi sowie Rezeptionistin gesucht Große neurolog.-psychiatrische Gemeinschaftspraxis (4 Ärzte, 16 Mitarb.) in FRCity mit hellen klimat. Räumen bietet vielseit. Tätigkeit, Beginn sobald mögl.: Anmeld., Nervenmessung, Blutabnahme, Labor, wöch. Teamsitzung, regelm. Mitarb.gespräche, übertarifliche Bezahlung, 13.Monatsgehalt, 30-32 Urlaubstage. Rezeptionistin, auch ungelernt f. Mo./Die./Do. 15-18 Uhr gesucht. Bitte schriftl. Bewerbung mit Zeugnis + Bild: Praxis Dr. Gerlach & Kollegen, Rempartstr.11, 79098 Freiburg.

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Administration Koch, Spüler und Küchenhilfe m/w/d zur Aushilfe und zur Festanstellung für den Ganter Brauereiausschank am Freiburger Münsterplatz gesucht. Bewerbungen bitte an: info@ganter-brauereiausschank, Dagmar Pedon, Tel. 07 61 - 3 43 67

FR-City: Immobilienfirma sucht erfahr. Mitarbeiter-/in für Mietverwaltung, 20 Std./Wo., vormittags. Schriftl. Bewerbungen bitte an: LÜWA GMBH Colombistr. 17, 79098 FR, info@luewa.de, Tel. 0761-31777

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Bekanntmachungen Öffentliche Bekanntmachung Kreiswahlvorschläge für die Bundestagswahl im Wahlkreis 281 Freiburg am 26.09.2021

Aktenzeichen: 791 K 72/20

Freiburg, 07.07. 2021

Nach § 26 Abs. 3 Bundeswahlgesetz i. V. m. § 38 Bundeswahlordnung gebe ich bekannt, dass der Kreiswahlausschuss in seiner Sitzung am 30.07.2021 folgende Kreiswahlvorschläge für die Bundestagswahl im Wahlkreis 281 Freiburg zugelassen hat: Bewerber/innen im Wahlkreis 281 Freiburg Nr. Partei/Kennwort (bei anderen Kreiswahlvorschlägen)

Name

Beruf

Geburtsjahr, Geburtsort

Straße/ Hausnummer

Wohnort

1

Marschall von Bieberstein, Matern Christoph Kajetan

MdB, Verleger

1962, Freiburg im Breisgau

Eichstetter Straße 17 A

79232 March

Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Söhne, Julia Sophie

wiss. Mitarbeiterin

1993, Freiburg im Breisgau

Hugstetter Straße 50

79106 Freiburg im Breisgau

3

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE)

Kopf, Chantal Johanna Siglinde

Politikwissenschaftlerin

1995, Baden-Baden

Gluckstraße 9

79104 Freiburg im Breisgau

4

Freie Demokratische Partei (FDP)

Raffelhüschen, Claudia

Dozentin

1968, Köln

Thüringer Straße 3

79117 Freiburg im Breisgau

5

Alternative für Deutschland (AfD)

Näger,Marco Manuel

Angestellter

1984, Freiburg im Breisgau

Hauptstraße 8

79268 Bötzingen

6

DIE LINKE (DIE LINKE)

Plüger, Tobias Klaus

MdB, Politikwissenschaftler

1965, Stuttgart

Im Eckartshof 6

79249 Merzhausen

8

Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die PARTEI)

Kohl, Hanna

Studentin

1995, Marburg

Rieselfeldallee 23

79111 Freiburg im Breisgau

FREIE WÄHLER (FREIE WÄHLER)

Glenz, Anke

Dipl.-Betriebswirtin

1981, Freiburg im Breisgau

Schwarzwaldstraße 4 A

79341 Kenzingen

14 Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)

Kaizl, Mira

Redakteurin

1980, Saarbrücken

Bugginger Straße 31

79114 Freiburg im Breisgau

16 Basisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis)

Kropf, Sabine

Busfahrerin

1972, Schönau im Schwarzwald

Blauenstraße 10

79115 Freiburg im Breisgau

21 Partei der Humanisten (Die Humanisten)

Grimm, Simon

Polizeibeamter

1995, Freiburg im Breisgau

Gartenstraße 27

79098 Freiburg im Breisgau

24 Volt Deutschland (Volt)

Rasputina, Anna

Studentin

1992, Beresniki Gebiet Perm

Maltererstraße 24

79102 Freiburg im Breisgau

25 Klimaliste Baden-Württemberg (KlimalisteBW)

Grevel, Alexander Carl Dietmar

wiss. Mitarbeiter

1988, Frankfurt am Main

Burgweg 23

79112 Freiburg im Breisgau

Terminsbestimmung: Datum Freitag, 08.10. 2021

Uhrzeit 09.00 Uhr

Raum

Ort Amtsgericht Freiburg i. Breisgau IV, Sitzungssaal Holzmarkt 2, 79098 Freiburg

öffentlich versteigert werden: Grundbucheintragung: Eingetragen im Grundbuch von St. Ulrich, Gemeinde Bollschweil Gemarkung Flurstück Wirtschaftsart u. Lage

Freiburg, den 07.08.2021 Kreiswahlleiter Martin W. W. Horn

Der Verein „Freie Akademie für Ethik und Bewusstsein e.V.“ wurde aufgelöst. Die Gläubiger des Vereins werden gebeten, ihre Ansprüche beim Liquidator, Reinhard Krause, Kalkackerweg 20a, 79111 Freiburg, anzumelden.

VOLLSTRECKUNGSGERICHT

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft soll am

2

9

Amtsgericht Freiburg im Breisgau

badische-zeitung.de

St. Ulrich

19

Anschrift

m²

Blatt

Gebäude- und Freifläche St. Ulrich 7 3.780 2026 Landwirtschaftsfläche, Verkehrsfläche

Objektbeschreibung/Lage (lt Angabe d. Sachverständigen/unverbindlich ): 3-Familienwohnhaus mit Doppelgarage und Doppelcarport (ehem. landw. Wohnund Ökonomiegebäude); teilweise Abbruch und Neubau 1982, teilweise Erweiterung ca. 1996 und teilweise Sanierung eines Altbaus ca. ab 1997, Wohnfläche ca. 360 m², Nutzfläche ca. 119 m²; Verkehrswert: 650.000,00 d Der Versteigerungsvermerk ist am 09.12.2020 in das Grundbuch eingetragen worden. Aufforderung: Rechte, die zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks aus dem Grundbuch nicht ersichtlich waren, sind spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Antragsteller widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebotes nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Wer ein Recht hat, das der Versteigerung des Grundstücks oder des nach § 55 ZVG mithaftenden Zubehörs entgegensteht, wird aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Hinweis: Gemäß §§ 67 - 70 ZVG kann im Versteigerungstermin für ein Gebot Sicherheit verlangt werden. Die Sicherheit beträgt 10 % des Verkehrswertes und ist sofort zu leisten. Sicherheitsleistung durch Barzahlung ist ausgeschlossen. Bietvollmachten müssen öffentlich beglaubigt sein.


Ausgabe 3 I August 2021

DANKE


© Jennifer Rohrbacher


Vorwort

3

Liebe Freiburgerinnen und Freiburger,

Liebe Freiburgerinnen und Freiburger,

900 Jahre Stadt Freiburg – was haben wir uns nicht alles überlegt für unseren beeindruckenden Stadtgeburtstag. Und dann kam alles anders.

es sollte ein ganz besonderes Geburtstagsfest werden: Alle Freiburgerinnen und Freiburger waren aufgerufen, eigene Projekte für das Jubiläumsprogramm einzureichen. Die Resonanz auf diese Aufforderung hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Bürger- und Sportvereine, Theater, Galerien, freie Kunstschaffende, die Universität, Schulklassen und sogar das Universitätsklinikum haben sich beteiligt. Weit über 500 Ideen haben uns erreicht und die Auswahl fiel entsprechend schwer. Rund 300 Projekte bekamen schließlich einen Zuschlag.

Die Corona-Pandemie hat uns vor unzählige Herausforderungen gestellt. Insbesondere unsere direkten sozialen Kontakte mussten wir massiv einschränken. Und noch immer ist die Krise nicht vorbei. Abstand halten – was das für unser Stadtjubiläum bedeutet hat, das verdeutlichen unsere beiden vergangenen Neujahrsempfänge: Im Januar 2020 waren 2.500 Menschen im Publikum – und ein Jahr später: Null. Vom größten ging es schnurstracks zum kleinsten Neujahrsempfang in der Geschichte der Stadt Freiburg. Viele Kulturveranstaltungen konnten während unseres Jubiläumsjahrs nicht wie geplant stattfinden. Umso schöner ist es, dass die vielen Beteiligten trotzdem das Beste aus dieser schwierigen Situation gemacht haben – herzlichen Dank an alle für das tolle Engagement! Nur ein Beispiel, das ich wirklich schön fand: Viele unterschiedliche Menschen – von jung bis alt – haben hunderte Briefe mit individuellen Botschaften für die Zukunft geschrieben. Geöffnet werden diese Briefe dann erst in hundert Jahren: Zum 1000-jährigen Stadtgeburtstag. Heute schon an morgen denken: Für eine gute Zukunft ist das ganz entscheidend. Gerade in der Corona-Krise zeigt sich exemplarisch, wie wichtig es ist, die Digitalisierung voranzubringen und unsere Umwelt sowie unser Klima zu schützen. In Freiburg genießen beide Themen eine hohe Priorität – durch viele verschiedene Maßnahmen machen wir unsere Stadt Stück für Stück noch grüner und digitaler. Liebe Leserinnen und Leser, ich danke Ihnen für Ihre Mithilfe bei der Bewältigung der Pandemie in den vergangenen Monaten. Das Stadtjubiläum haben wir uns alle anders vorgestellt. Aber nun besteht die berechtigte Hoffnung, dass wir mit Blick auf Corona die schwierigste Zeit hinter uns gelassen haben. Lassen Sie uns daher zuversichtlich in die Zukunft blicken!

Nach einem spannenden Auftakt im Augustinermuseum, mit der Eröffnung der Ausstellung „freiburg.archäologie“ im November 2019, schien alles auf einem guten Weg. Es folgte im Januar die beeindruckende Ausstellung „World Press Photo 2020“ und im Februar der nächtliche Fackelumzug der Narren mit über 10.000 Schaulustigen. Mitte März brach die Pandemie aus und in der Folge, so schien es zunächst, ging nichts mehr. Aber es ging dann eben doch noch ganz viel. Gut zwei Drittel der geplanten Veranstaltungen fanden trotz aller Einschränkungen statt: Sei es an einem anderen Termin, sei es im Netz oder später unter freiem Himmel. Alle am Jubiläum Beteiligten – Bürgerinnen und Bürger, kulturelle Einrichtungen und städtische Ämter, Vereine und Institutionen – haben in der Krise unglaubliche Kreativität und Improvisationsvermögen bewiesen. In dieser Publikation berichten einige von ihnen, wie sie in der ungewohnten Situation neue Ideen entwickelt, ihr Projekt neu aufgestellt und oft anders als ursprünglich geplant umgesetzt haben. Danken möchte ich allen, die ein Projekt beigesteuert haben, Herrn Thiemann und seinem ganzen Team vom Stadtjubiläum, allen beteiligten Ämtern, den Jubiläumsbotschafterinnen und -botschaftern sowie den vielen Spender_innen und Sponsor_innen. Für ihr Durchhaltevermögen in der Krise, aber vor allem dafür, dass sie trotz aller Einschränkungen geholfen haben, das Unmögliche möglich zu machen. Ihr

Ihr Ulrich von Kirchbach, Erster Bürgermeister

Martin W. W. Horn, Oberbürgermeister © Fionn Große (o.l.), Patrick Seeger/Stadt Freiburg (o.r.)


4

Rückblick von Holger Thiemann

Blick zurück nach v rn „Wer braucht sch n die Seine in Paris, wenn man die Dreisam in Freiburg hat?“ Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seiner Vide -B tschaft zum Finale des Freiburger Stadtjubiläums. Nein, wir werden jetzt nicht das große Wehklagen über das Pandemie-Pech des Stadtjubiläums anstimmen! Wir werden uns nicht darüber auslassen, dass wir jeden, aber auch jeden Versuch, das ganze Projekt doch noch irgendwie neu zu positionieren im Wochenrhythmus zu den Akten legen mussten. Und über das Wetter, das uns zum Schluss auch noch einen Strich durch die Rechnung machte, möchten wir schon gar nicht sprechen. Es sollte einfach nicht sein … zumindest nicht so, wie wir uns das alle gewünscht hatten. Bleibt uns also nur die Dreisam? Ich denke nicht. Rekapitulieren wir ganz kurz die Ausganglage und schauen, was trotz alledem in den vergangenen eineinhalb Jahren passiert ist. Für den zweiten Anlauf (über den ersten Anlauf siehe den Artikel von Edith Lamersdorf auf S. 24, 25) genehmigte der Gemeinderat drei Millionen Euro, davon die eine Hälfte für Organisation, Personal, Werbung etc., die andere für Projektförderung. Neben der deutlich geringeren finanziellen Ausstattung verzichtete der Freiburger Gemeinderat auch konzeptionell auf eine überregionale Ausrichtung. Es sollte „ein Fest von, mit und für die Bürgerinnen und Bürger aller gesellschaftlichen Milieus und jeden Alters sein“.

900 Jahre jung Die Stadtgesellschaft wurde aufgefordert, eigene Ideen zu entwickeln und Projekte zu erarbeiten. Dieser Aufruf hatte einen unerwarteten Erfolg: Über 500 Projekte jeglicher Größe wurden eingereicht. Finanzielles Volumen dieser Projekte: runde 18 Millionen Euro! Den Förderanträgen

Holger Thiemann vor einem Mosaik, das Auszubildende des Garten- und Tiefbauamtes gefertigt haben © Patrick Seeger/Stadt Freiburg

in Höhe von 18 Millionen Euro standen damit Projektmittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro gegenüber. Die Arbeit der Projektgruppe Stadtjubiläum bestand nun darin, diese 1,5 Millionen Euro sinnvoll zu verteilen. Am Ende eines langen und intensiven Austauschprozesses mit den Antragsteller_innen, wurden dann nahezu 300 Projekte ausgewählt. Die höchste Fördersumme betrug 90.000 Euro (ein großes Musikprojekt rund um die Hosanna-Glocke des Münsters), die kleinste 10 Euro (Kopierkosten für eine Kirchenführung); dazwischen lagen Förderbeträge in allen Größenordnungen. Geplant war ein Ganzjahresprogramm mit jeweils zwei Monatshighlights und jeder Menge Einzelveranstaltungen, verteilt über das Jahr. Höhepunkt sollte eine zentrale Festwoche im Juli 2020 werden – mit Open-Air-Konzerten auf dem Münsterplatz und parallel dazu ein großes zentrales Fest auf dem neuen Rotteck-Boulevard mit vier Bühnen und allen denkbaren Aktivitäten. Die Jubiläumsaktivitäten nahmen im Spätherbst 2019 mit einem Prolog in Form eines großen Ausstellungsprojekts des Augustinermuseums ihren Anfang und wurden im Januar und Februar unter großer Beteiligung der Freiburger Bevölkerung fortgeführt. Mitte März dann der Bruch durch Corona! Eine gewaltige Zäsur für alle von uns – für die Projektverantwortlichen, für uns als Veranstalter, für alle Unterstützer_innen, Begleiter_innen und Helfer_innen. Die Herausforderung war immens und wir alle haben erst sehr langsam wirklich begriffen, wie unvergleichbar und neu die Situation war: Andere Veranstaltungsformate mussten entwickelt, neue Werbe- und Kommunikationswege gefunden und die veränderten Verhaltensweisen der Menschen berücksichtigt werden.

gemeinsam.weiter

Die Stadt Freiburg bedankt sich bei allen Beteiligten. © Stadtjubiläum

Als Mitte Juni 2020 klar wurde, dass sich die Verhältnisse im Jahr 2020 kaum mehr entscheidend ändern würden, fasste der Gemeinderat den Beschluss, das Jubiläum um ein halbes Jahr zu verlängern. Zu viel Arbeit war in die Planungen und Vorbereitungen geflossen, zu viele Projekte befanden sich in einer großen Warteschlange und hatten es verdient, ins Licht der Stadtgesellschaft zu treten. Aus dem Motto „900 Jahre jung“ wurde „gemeinsam.weiter“, aus Freiburg 2020 wurde Freiburg 20/21.


Rückblick von Holger Thiemann

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Fulminanter Neujahrsempfang, inszeniert vom Aktionstheater Pan.Optikum, im Januar 2020 in der Messe Freiburg © Fionn Große

Mit jeder Woche, mit jedem Monat wurde allerdings klar, dass sich unter den Bedingungen einer Pandemie ein Stadtjubiläum im erhofften Stil nicht durchführen lässt. Ein Jubiläum braucht Stimmung, Emotionen und Begeisterung. Dies erreicht man durch zahlreiche Begegnungen, durch gemeinsames Feiern, durch Austausch, Entdeckungen und Aktionen. Fehlt all dies, wird es ungemein schwer, eine Jubiläumsstimmung zu erzeugen. Fehlen zudem auch noch die „normalen“ Kommunikationsmöglichkeiten, ist es nahezu unmöglich, einen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten beziehungsweise einen solchen zu entwickeln. Es ist bedauerlich, dass ein Teil der Freiburger Medienlandschaft und darunter jener, der zweifelsohne selbst einen wichtigen Part in der Freiburger Stadtgeschichte einnimmt, das Stadtjubiläum nur in sehr bescheidenem Ausmaß unterstützte und somit auch nicht dazu beitrug, das Kommunikationsproblem zu verkleinern. Dennoch war es richtig, das Stadtjubiläum nicht einfach ausfallen zu lassen, denn es hat sich trotz aller Widrigkeiten für Freiburg gelohnt und das nicht nur wegen der schönsten Straßenbahn Deutschlands, den auch nach zwei Jahren immer noch attraktiven und lebendigen Jubiläumsfarben, der Jubiläums-Sondermarke, der Gedenkmünze und den

zahlreichen Publikationen, Schriften und Film-Produktionen. Nein, Ideen wurden entwickelt, die man auch noch zu einem späteren Zeitpunkt realisieren kann, Anstöße wurden formuliert, Vernetzungen und neue Verbindungen haben sich ergeben und — last but not least – viele Projekte haben stattgefunden. All das führte dazu, dass sich die unterschiedlichsten Bereiche der Stadtgesellschaft intensiver mit der eigenen Stadt, ihrer Geschichte, ihren Stärken und Schwächen auseinandergesetzt haben. Und stellt nicht gerade diese Auseinandersetzung mit der Stadt, in der man lebt und arbeitet, den elementaren Kern des Stadtjubiläum-Gedankens dar? Feiern und es sich zusammen gut gehen zu lassen, keine Frage – dieser Teil musste bedauerlicherweise zu kurz kommen! – aber über die eigene Stadt und die eigene Rolle in dieser Stadt nachzudenken, ist mindestens ebenso wichtig. Gerade dies zeichnet ein Jubiläum aus und macht den entscheidenden Unterschied zwischen einem normalen Geburtstag und einem 900-jährigen Bestehen aus. Sehen wir diese Stadt heute nicht anders als vor zwei Jahren? Viele Dinge, die man früher nicht wahrgenommen hat, traten und treten plötzlich ins Blickfeld und fast von selbst ergeben sich aus dieser Perspektive neue Ideen und Impulse. Man begegnet der Stadt und seinen Menschen auf eine andere Art, begreift diesen Ort neu, lernt – quasi nebenbei – Menschen, Institutionen

Theater R.A.B. im Rahmen einer Monatsaktion auf dem Rathausmarkt © Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Installation in der Ausstellung "FreiBurg" des AK Kunst Vauban auf dem Weingut Dilger © Annette Burrer


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Rückblick von Holger Thiemann

und Bewegungen kennen und entwickelt ein intensiveres Verhältnis zu der Stadt und ihren Eigenarten … und das ist gut so.

Kraft, Kreativität … Ähnliches gilt übrigens auch für viele unserer Projektpartner_innen und Projektverantwortlichen. So gesehen ist es – im Nachhinein betrachtet – eigentlich ein Glücksfall, dass das Jubiläumsprogramm aus Projekten, Aktionen und Veranstaltungen bestand, die aus der Bürgerschaft heraus entwickelt worden sind und nicht einfach „eingekauft“ wurden. Der Motor Stadtjubiläum konnte nur deshalb am Laufen gehalten werden, weil viele unterschiedliche Personen, Gruppen, Einrichtungen und Institutionen Lust auf diese Auseinandersetzung mit der Stadt hatten und natürlich auch daran interessiert waren, ihre Ideen, an denen sie lange gearbeitet haben, im Anschluss zu zeigen – Pandemie hin oder her. Es war und ist beeindruckend, mit welcher Energie viele Projektverantwortliche sich der Herausforderung (und den neuen Hürden) immer wieder aufs Neue gestellt, nach alternativen Wegen gesucht und an ihren Projekten gearbeitet haben. Wie beispielsweise Ralf Buron, der schwer an Corona erkrankte und dennoch an seinem Projekt „FreiRäume" festhielt und unter Corona-Bedingungen eine Stadtraum-Inszenierung an 12 unterschiedlichen Orten von 12 unterschiedlichen Künstlergruppen mit insgesamt 54 Akteuren bewältigte – im Stadtjubiläum und mit Hilfe des Stadtjubiläums. Oder das Theater R.A.B. um Franziska Braegger und Len Shirts, das sich durch die vielen Änderungen, Verschiebungen, Einschränkungen nicht abschrecken ließ, die Zwangspause nutzte, um die aktuellen Entwicklungen in das historischen Geschehen einzuarbeiten und am Ende ein gänzlich neues Stück („Granat Tochter. Die Geschichte von Katharina Egg und Christian Wentzinger“) präsentierte, das auf dem Münsterplatz den Startschuss für unseren Jubiläums-Endspurt abgab. Dies sind nur zwei Beispiele von vielen. Alle Projekte hatten ihre pandemiebedingten Schwierigkeiten, mussten lernen, zu improvisieren und den eigenen Anspruch zu hinterfragen und machten oft die schmerzliche Erfahrung, dass ihre gesamte finanzielle Kalkulation plötzlich nicht mehr stimmte.

…und einen langen Atem Hinzu kamen dann noch unzählige Projekte, die auf digitale oder hybride Formate umstiegen und – nicht zu vergessen – diejenigen Projekte, die unter dem Eindruck der Pandemie und deren veränderten Möglich-

FreiRäume 2021 – eine Stadtinszenierung von Pro Kultur e.V., geführt von Freiburg Living History. © Karl Apsel

keiten gänzlich neu entwickelt wurden. Eines dieser pandemiekompatiblen Projekte war unser Briefe-Projekt „Alles Liebe, Dein/e…“. Was ist das für eine wunderbare Chance, sich mit einem persönlichen Brief an einen Menschen, eine Einrichtung oder eine Gruppe von Personen in der Zukunft zu wenden? Unsere Nachfahren werden in 100 Jahren lesen können, was uns in diesen verrückten Zeiten bewegt hat, was wir uns wünschen, was wir hoffen und sicherlich auch vor was wir uns fürchten. Bis dahin bleiben die Briefe ungeöffnet und wir können nur hoffen, dass sie die 100-jährige Reise gut überstehen und ihre Adressaten erreichen. Ein schönes Projekt, das uns viele begeisterte Reaktionen, interessante Gespräche und sehr liebevoll gestaltete Briefe beschert hat! Das alles sorgte dafür, dass trotz Pandemie nahezu zwei Drittel aller eingereichten Projekte durchgeführt und zusätzliche Aktionen angeboten werden konnten. Zum Schluss waren es im Juli fast 60 Präsenz-Veranstaltungen, die wir noch unter der Flagge des Stadtjubiläums zeigen konnten! Leider gab es auch Projekte, die ob der zu großen Probleme das Rennen ganz aufgeben mussten, wie z.B. das großartige Hosanna-Projekt. Wieder andere verschoben ihre Idee nach hinten in 'sicherere' Zeiten, wie die „Chornacht der Kulturen" oder das „Münster-Mapping", das jetzt als Epilog des Stadtjubiläums im Oktober 2021 stattfinden wird. Und so manches Vorhaben der Projektgruppe, wie zum Beispiel der Mittsommernachtstisch oder die großen Konzerte auf dem Münsterplatz, konnten verantwortungsvoll nicht durchgeführt werden. Vielleicht erscheinen sie ja einmal in nicht allzu ferner Zukunft auf dem Freiburger Veranstaltungskalender!? Getreu dem Motto „gemeinsam.weiter“ haben alle versucht, aus der Situation das Beste zu machen und sie alle haben damit die Idee eines Stadtjubiläums hochgehalten – jeder auf seine Art und mit seinen Möglichkeiten: ob finanziell wie die vielen Spender_innen sowie unsere Sponsoren, ob ideell und moralisch wie unsere Botschafter_innen, die mit großem Engagement auch die Verlängerung mitgetragen haben … und natürlich auch die gesamte Verwaltungsspitze, die kein Problem damit hatte, gemeinsam mit allen Beteiligten Freiburg 900 + 1 Jahr zu begehen.

Das Team des Stadtjubiläums v.l.n.r.: Manuel Brenneisen, Susan Herbstritt, Thomas Tritschler, Bettina Birk, Holger Thiemann, Kristina Müller, Lena Walter © Patrick Seeger

Danke also an alle, die uns bis zum Ende begleitet und unterstützt haben und danke an die vielen Menschen, die dafür gesorgt haben, dass im Jahr 2120 die Menschen in Freiburg zu ihrem 1000-jährigen Stadtbestehen ein wunderbares Geschenk bekommen werden: viele Hundert Briefe aus einer anderen Zeit!


Rückblick von Holger Thiemann

Das Aktionstheater Pan.Optikum bezaubert die Zuschauer_innen beim abschließenden Festakt vor dem Theater Freiburg. © Patrick Seeger/Stadt Freiburg

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Projekte – eine Auswahl

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M

ach mit!“ Dieser Aufforderung, sich mit einem eigenen Projekt am Stadtjubiläum zu beteiligen, sind überwältigend viele Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Initiativen gefolgt. Auf den folgenden Seiten berichten einige von ihnen, wie sie ihr Projekt zunächst geplant und dann infolge der Krise umgebaut und neu aufgestellt haben. Ein spannender Einblick in die Kreativität aller am Jubiläum Beteiligten.

Telemach Wiesinger: Portrait Freiburg Für „PORTRAIT FREIBURG“ habe ich im Jubiläumsjahr viele Menschen getroffen und mit der analogen Großformatkamera fotografiert. Seit vielen Jahren verfolge ich diese Portraitserie – ein Kaleidoskop meiner Heimatstadt, das aktuell rund 25 Jahre Stadtleben umfasst. Die geplante große Ausstellung (Dezember 2020/Januar 2021) wurde aufgrund der Pandemie erst noch mit einem FünkThomas Wenk Telemach Wiesinger chen Hoffnung ins Frühjahr 2021 verschoben und dann ganz abgesagt. Mit der Kulturmanagerin Kristina Müller fanden wir einen „Plan B", unter Berücksichtigung der aktuellen Hygienebedingungen doch noch einige der Arbeiten im Original am 30. Juli im Kreuzgang von Sankt Martin zu präsentieren. An diesem Termin hatte ich meine Kamera dabei und konnte sogar noch weitere Portraits aufnehmen. Für mich steht es außer Frage, dieses Projekt auch zukünftig weiterzuführen. Die Bildersammlung wird als lebendiges Dokument der Freiburger Stadtgeschichte dauerhaften Wert behalten. Um die neuen Portraitbilder trotzdem in eine weitere Veröffentlichung zu führen, habe ich zusätzlich einen Filmbericht angefertigt. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es zu einer wie ursprünglich geplanten Ausstellung kommt, in der „historische“ und „aktuelle“ Bilder kombiniert gezeigt werden können. Fortsetzung folgt!

Telemach Wiesinger

privat

Fassadenbanner an der Universitätsbibliothek Freiburg

Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Inspiriert von den Aktionen des französische Plakat-Künstlers „JR“ haben wir von überlebensgroßen Papier-Plakaten an Freiburger Gebäuden geträumt, die zum Stadtjubiläum bekannte und unbekannte Freiburger_innen an ihrer Wirkungsstätte sichtbar machen. Freiburger_innen, die zum demokratischen Herzschlag der Stadt beigetragen haben, für ein solidarisches, offenes Freiburg stehen und eine Migrationsgeschichte erzählen. Nach langen Recherchen hatten wir entschieden: Gertrud Luckner, mit ihrem Widerstand im Nationalsozialismus auf der Fassade der Unibibliothek, „Emilia und ihre Kolleg_innen“ mit ihrem Statement für ein interkulturelles Zusammenleben an der Uniklinik, die aus Freiburg ausgewanderten Familien Schmidt und Drescher und der FC Juventus Capri, eine der ersten Migrant_innen-Selbstorganisation in Freiburg, am Gründungsort Cafe Capri in der Gerberau. Als das stattliche Banner schließlich in den Druck gegangen war, meldete sich plötzlich die UB mit Bedenken. Auf dem lang bekannten Motiv des Banners – eine Alltagsszene mit Gertrud Luckner in Freiburg im Jahr 1934 – waren zwei Hakenkreuzfahnen zu sehen. Die Universität befürchtete Irritationen wegen der Nähe zum Platz der Alten Synagoge und auch für die eigene Einrichtung, die mit den Hakenkreuzfahnen in Verbindung gebracht werden könnte. Um das gedruckte Banner und das Gedenken an Gertrud Luckner zu retten, entschieden wir uns, doch einem Vorschlag aus der Universität zu folgen und die Hakenkreuze auf dem Motiv zu überdecken. Und damit gegen unsere feste Überzeugung, dass ein historisches Foto von 1934, das in einen erläuterten Kontext gesetzt wird, zum Nachdenken einlädt und keine Förderung eines faschistischen Symbols darstellt. Am 11. Dezember 2020 wurde das Banner feierlich eingeweiht. Der Deutsche Clemens Hauser Jürgen Gocke


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Caritasverband wird das Banner für ihr 125-jähriges Bestehen zweitverwerten (bevor es zu Taschen drittverwertet wird) und auch im Ausland gab es ein Echo: Persönliche Kontakte nach Liverpool, der Geburtsstadt von Frau Luckner, haben neue Recherchen in Liverpool angestoßen, der dortige Gemeinderat möchte Gertrud Luckner in das historische Gedächtnis der Stadt aufnehmen.

Freiburger Stadtgeschichte für Kinder

ich werden und somit der Protagonist des Buches sein. Und eine „Geheimwaffe“ bekam ich auch noch: Im Stadtwappen befindet sich eine Zeitmaschine, mit der ich in die verschiedenen Epochen reisen kann. In jedem Beitrag steht ein Ereignis oder eine Persönlichkeit, manchmal auch ein Gebäude im Zentrum. Mit Blick auf die Zielgruppe der 10- bis 12-Jährigen haben wir Texte eingeschoben, in denen es um das Spielen von Kindern geht. Wie haben Kinder zur Zeit der Stadtgründung gespielt? Und in den 80er-Jahren? Anknüpfend an die „Haupttätigkeit“ von Kindern ergeben sich spannende Einblicke, wie sich das Spielen in 900 Jahren verändert hat – von der Murmel bis zur PlayStation.

Wir, das sind die Kinderstädtler_innen Michaela Moser, Erika Weisser, Ute Stephan, Cristina Gangotena, Uschi Velter, Stefan Mayer und ich, Bobbelino, – Zeitreiseerzähler und Stadtgeschichte-Maskottchen. Wie kann man bei Kindern Begeisterung wecken für 900 Jahre Stadtgeschichte, ohne zu langweilen, ohne gelehrsame Besserwisserei, bestenfalls mit erhellenden Einsichten und Impulsen zum Selber-Nachforschen? Das waren Fragen, die wir uns gestellt haben, als es um die Konzeption des Stadtgeschichte-Buches für Kinder ging. Vereinsvorsitzende Michaela Moser lieferte eine entscheidende Idee: Ein heimatverbundener Superheld muss her! Das war meine Geburtsstunde. Eine pfiffig-freundliche Comic-Figur mit Bollen-Cap, Tarnbrille, Strohfinken und knallrotem Superheld_innen-Anzug mit dem Stadtwappen auf der Brust sollte

Zukunft bauen

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Bobbelino Bertold © Hans-Gunther Weigel

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Thorsten Leucht: soundcity Festival

Auftakt im Vorjahr – Stadtarchäologie in den Museen

Im Juli 2018 hatten wir uns mit der Projektskizze soundcity für das Freiburger Stadtjubiläum beworben. Wir, das ist die Freiburger Kreativ-Agentur subculture urban media. Seit 1996 inhabergeführt aktiv, brennen wir für Kulturkommunikation und -ereignisse. Wir sind nicht nur Konsumenten, sondern auch Konstrukteure der regionalen Sub-, Club- und Popkultur. Grundgedanke dieses Festivals war und ist, die musikalische Vielfalt und den Facettenreichtum Freiburger Sub-, Club- und Popkultur zu repräsentieren. So war natürlich auch ein Clubhopping-Event, eine große Party mit 20 teilnehmenden Veranstaltungsstätten und Kombiticket-Eintritt, zentraler Bestandteil des Konzepts. Und dann kam Corona … Solch eine Tanzveranstaltung im Social-Distancing-Modus durchzuführen, funktioniert natürlich nicht. Da wir aber der Meinung sind, dass Clubkultur aktuell mehr denn je Aufmerksamkeit und Unterstützung verdient, haben wir umdisponiert. Neben einer Grammophon-Performance, einer Tonträgerbörse, einer Lesung, einer Führung durch das Zentrum für populäre

Fragmente eines römischen Mosaiks vom Schloßberg in Freiburg © Axel Killian

Thorsten Leucht in der Ausstellung über das „Freiburger Nachtleben" © Fotogräfin Lisa

Kultur und Musik, einer Stream/Watch-Party und einer Filmvorführung war die Ausstellung in der Karlsruher Straße 52 wichtigster Bestandteil der soundcity. Dort, wo gerade die neuen Band-Proberäume entstehen, zeigte die Schau „Das Freiburger Nachtleben von 1970 bis 2020“ u.a. Flyer, Plakate, Fotos und Artefakte aus Freiburger Clubs und Diskotheken. Resonanz und Besucherzuspruch waren sehr erfreulich. Übrigens, der Termin für das soundcity Festival 2021 steht bereits: Samstag 9. Oktober 2021.

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Schon Mitte der 2010er Jahre hatten wir gemeinsam mit der Denkmalpflege die Idee, zum Stadtjubiläum eine umfassende Ausstellung zur Stadtarchäologie in Freiburg vorzubereiten und erstmals alle wichtigen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte im Augustinermuseum zu präsentieren. Neben dem Kernteam mit Peter Kalchthaler vom Museum für Stadtgeschichte, Bertram Jenisch vom Landesdenkmalamt und Hans Oelze von ArCo arbeiteten vielen Kolleginnen und Kollegen im Hintergrund. Das reichhaltige Material wurde gesichtet, ausgewählt und aufbereitet, eine gelungene Gestaltung wurde gefunden und dann die freudige Nachricht: die feierliche Eröffnung von „freiburg.archäologie – 900 Jahre Leben in der Stadt” wird am 22. November 2019 den offiziellen Beginn des Jubiläum einläuten. Die Ausstellung wurde ein Publikumserfolg bis zu den Einschränkungen durch die Pandemie, die ab März 2020 wie alle Kultureinrichtungen auch die Museen trafen. Das Haus blieb zwei Monate geschlossen und die im Winter erfolgreich begonnene Vortragsreihe konnte im Sommersemester nicht fortgesetzt werden. Immerhin: Dank digitaler Formate blieben wir präsent und konnten bis Oktober 2020 immerhin knapp 27.000 Besuche verzeichnen. Was bleiben wird, ist das mit vielen Beiträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gespickte Begleitbuch, das sich als wahres Standardwerk in die zahlreichen Publikationen zum Jubiläum 2020 einreiht und der auf den Erkenntnissen der Stadtarchäologie beruhende Comic, der Freiburgs Weg von den Zähringern bis in die GePeter Kalchthaler © privat genwart nachzeichnet.


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Frank Ohlh ff: Schal mFreiburg! – auf den Spuren jüdischen Lebens „SchalomFreiburg!“ ist eine Ausstellung zur jüdischen Geschichte Freiburgs, die online frei verfügbar ist und laufend inhaltlich ergänzt wird. Entstanden ist die digitale Ausstellung aus einem gemeinsamen Projekt der Israelitischen Gemeinde Freiburg (K.d.ö.R.) mit der Geschichtsagentur past [at] present und Studierenden der Universität Freiburg. Dr. Heinrich Schwendemann vom Historischen Seminar der Universität Freiburg bot an, uns Studierende im Rah- Frank Ohlhoff © privat men einer Lehrveranstaltung das Projekt mitgestalten zu lassen. Im Sommersemester 2019 waren 17 Teilnehmende von uns damit beschäftigt, die Inhalte zu erstellen: Wir recherchierten mögliche Geschichten und verfassten eigenständig Beiträge, die später professionell vertont wurden. Die fertigen Hörstücke wurden in die interaktive Webseite eingebunden und der Audiowalk sollte im April 2020 mit einer Präsentation in der neuen Synagoge vorgestellt und veröffentlicht werden. Die Veranstaltung musste jedoch in Folge der Covid-19-Pandemie abgesagt werden. Die Webseite konnte Anfang Mai dennoch online gehen. Der Audiowalk wurde von der Stadt im Zuge des Stadtjubiläums öffentlichkeitswirksam unterstützt und auch die lokale Presse berichtete positiv darüber. Im September 2020 konnte die öffentliche Präsentation unter veränderter Pandemielage schließlich nachgeholt werden, mit einer gemeinsamen Podiumsdiskussion, einer Gedenkfeier und einer Lichtinstallation am Platz der Alten Synagoge. Auch wenn pandemiebedingt nicht alles so ablaufen konnte wie geplant, waren alle Beteiligten stolz, an der Ausstellung mitgewirkt zu haben: Sie wirft ein wichtiges Licht auf die vielfältige jüdische Geschichte Freiburgs. Besonders für uns Studierende war es eine wertvolle Erfahrung, an so einem maßgeblichen Projekt beteiligt zu sein, die eigene Forschung einem breiten Publikum zugänglich zu machen und das öffentliche Geschichtsbild der Stadt mitzuprägen.

Regina Gensler und Sim ne Th mas: (Virtueller) Stadtrundgang: 9 aus 900 – Frauenarbeit hat Geschichte

Simone Thomas (l.) und Regina Gensler © Patrick Seeger/Stadt Freiburg

„9 aus 900“ ist ein gemeinsames Stadtjubiläumsprojekt der Kontaktstelle Frau und Beruf und der Stelle zur Gleichberechtigung der Frau. Im Rahmen eines (virtuellen) Stadtrundgangs wird das Leben und Arbeiten von neun Freiburger Frauen aus verschiedenen historischen Epochen

Jung bleiben ist einfach … … mit dem richtigen Partner an der Seite. 900 Jahre plus 1 Stadtgeschichte. Hunderttausende bunte Lebensgeschichten. Her lichen Glückwunsch Freiburg um Stadtjubiläum.

Der Gedenkbrunnen auf dem Platz der Alten Synagoge © Holger Thiemann

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erzählt und mit neun konkreten Orten in Freiburg verknüpft. Die Vielfalt der Berufe, die Frauen ausübten, war weit größer als häufig angenommen. Nicht nur Hebammen, auch Mägde, Gassenfrauen, zünftige Handwerkerinnen oder Lehrfrauen haben ihre Spuren in der Geschichte der Stadt hinterlassen. Der Rundgang lässt sich anhand der Website www. freiburg.de/9aus900-stadtrundgang mit Audiodateien an den realen Orten oder auch virtuell erleben. Bilder sowie Zitate aus historischen Quellen auf der Website ermöglichen ein vertieftes Verständnis. Frauenerwerbstätigkeit ist kein modernes Phänomen. Frauen haben schon immer mit ihrem Arbeitseinkommen für den eigenen Lebensunterhalt und den anderer gesorgt. Das ist aber oft zu wenig bekannt und sichtbar. Daher wollen wir zeigen: Frauenerwerbsarbeit hat Geschichte. Mit Isabelle Zink konnten wir eine Historikerin gewinnen, der es gelang, trotz teils schwieriger Quellenlage, beispielhafte Frauenbiographien zu recherchieren. Daraus wurden spannende Podcasts, die der SWR Freiburg und seine Redakteur_innen produziert haben. Geplant war, die Ergebnisse mit einem realen Stadtrundgang vorzustellen und mit einem Empfang zu feiern. Stattdessen haben wir Corona bedingt das Projekt mit einem Livestream der Öffentlichkeit vorgestellt. 130 Gäste nahmen teil und waren rundum begeistert! Im Rückblick war es ein Glück, dass es viele kleinere Projekte gab, so auch unser „9 aus 900“, die dann trotz Corona realisiert werden konnten. Gefehlt haben die persönlichen Begegnungen. Mit unserem Stadtrundgang konnten wir aber ein nachhaltiges Angebot schaffen, das sicherlich auch in den nächsten Jahrzehnten für Freiburg eine Bereicherung sein Ein 12-jähriges Mädchen in einer Baumwird.

Karin Groll: Stadtgeschichte von Günterstal Unser Projekt konnte in 2020 mit einer Ausstellung und einem Vortrag über die historische Entwicklung Günterstals durchgeführt werden. Dank der Unterstützung des Stadtjubiläums konnten Interessierte erreicht werden, die nicht nur aus Günterstal selbst, sondern aus ganz Freiburg in der AusstelKarin Groll © privat lung zu Besuch waren. Dabei haben sich viele interessante Gespräche entwickelt. Bei vielen war das Erstaunen groß, dass Günterstal eine so alte und vielfältige Geschichte besitzt, die vor allem durch Armut geprägt war, ein Aspekt, der so gar nicht zum heutigen Bild passen will. Einige Besucher waren erfreut über den Anblick der Räumlichkeiten aus dem 18. Jahrhundert, in der die Ausstellung gezeigt wird und die das Leben in vergangenen Jahrhunderten greifbar werden lässt. Einige Besucher wollten sogar einziehen, um wieder in einem alten Gemäuer voller Geschichte und Geschichten wohnen zu können, andere kamen, um alte Erinnerungen aufzufrischen, die sie in ihre Jugend zurückversetzten, als sie in eben dem Gebäude der heutigen Kulturstube gewohnt hatten. Die Ausstellung endete im Herbst 2020. Seit Mai 2021 ist sie wieder geöffnet und hat schon einige Besucher angezogen. Die Ausstellung dauert voraussichtlich noch bis September 2021.

Ausstellung über die Geschichte von Günterstal in der Kulturstube © Karin Groll

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Alltagsgegenstände veranschaulichen vergangene Zeiten. © Karin Groll


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Mona Djabbarpour, Andreas Jobst und Hans-Peter Widmann & Breisgau-Geschichtsvereins Schauinsland: „365-Tage-Quiz“ Die Idee von unserem Freiburg-Quiz wurde im Sommer 2018 durch ein Festkomitee geboren, das sich aus engagierten Mitgliedern unseres Vereins zusammensetzte. Unser Ziel war es, über den gesamten Zeitraum des Jubiläumsjahres die Freiburger Stadtgeschichte präsent zu machen und allen Bürgerinnen und Bürgern – nicht nur den Ver-

Fundus erscheinen auch auf den Monitoren in den Straßenbahnen und Bussen der VAG und auf den Großbildschirmen im Wartebereich des Impfzentrums in der Neuen Messe. Da unser Projekt von Anfang an als rein digitales Angebot geplant war, konnte uns auch die Corona-Pandemie nicht „ausbremsen“. Rückblickend sind wir sicher, dass wir mit unserem Freiburg-Quiz einen „Volltreffer“ gelandet haben. Wir konnten dadurch sowohl unsere Vereinsarbeit intensivieren als auch ein breites Publikum für die Stadtgeschichte interessieren und sensibilisieren.

Mona Djabbarpour, Hans-Peter Widmann und Andreas Jobst (r.) © Christine Gutzmer

einsmitgliedern – einen spielerisch-interessanten digitalen Zugang zu ermöglichen. Die Erarbeitung der Fragen ist dann aus der Mitte des Vereins heraus erfolgt: Wir konnten auf eine breite Unterstützung unserer Mitglieder zählen, die wir aufgerufen hatten, mögliche Fragen mit Antwortvorschlägen einzureichen – mit überwältigendem Rücklauf. Unser „365-Tage-Quiz“ deckt sowohl zeitlich als auch thematisch die gesamte Freiburger Stadtgeschichte ab. Seit dem 1. Januar 2020 erscheint auf der responsiven Webseite des Breisgau-Geschichtsvereins Schauinsland (www.breisgau-geschichtsverein.de) täglich eine neue Quiz-Frage. Ein „Fragen-Archiv“ auf unserer Website beinhaltet noch einmal alle Fragen und Antworten zum Nachlesen und Nachspielen. Als das Stadtjubiläum in die Verlängerung ging, waren wir gerne weiterhin mit dabei und führten das Projekt bis Mitte 2021 fort. Quiz-Fragen aus unserem

Katharina Egg, Stifterin und Wohltäterin sowie Antwort auf eine Frage des 365-TageQuiz vom 19. September © Heiliggeistspitalstiftung

Wir gratulieren zu 900 Jahre Freiburg und freuen uns darauf, weiterhin Hand in Hand gemeinsam die Zukunft Freiburgs mit zu gestalten!

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Uwe Schellinger & Michael Nahm: Freiburger Spukphänomene aus 900 Jahren Das Projekt „900 Jahre Spuk in Freiburg“ haben wir als wissenschaftliche Mitarbeiter des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) durchgeführt. Da das IGPP im Jahr 2020 auch ein eigenes Jubiläum (das 70-jährige Bestehen) begehen konnte, lag der Gedanke nahe, sich am Jubiläumsprogramm der Stadt Freiburg zu beteiligen. Freiburg ist bekannt dafür, dass von hier aus seit Ende der 1940er-Jahre landesweit und grenzüberschreitend viele wissenschaftliche Untersuchungen zu Spukfällen durchgeführt wurden. Weitaus weniger Kenntnisse lagen hingegen über Spuk-Ereignisse vor, die sich in Freiburg selbst abgespielt hatten. Deshalb wollten wir eine Quellensammlung zum Thema „Spuk in Freiburg“ erarbeiten sowie deren Präsentation im Rahmen von kleineren Veranstaltungen, beispielsweise durch Lesungen, umsetzen. Mit den Recherchen und der Spurensuche in der Literatur und in verschiedenen Archiven haben wir Anfang des Jahres 2019 begonnen. Im November 2020 konnte die von uns erarbeitete Buchpublikation „Freiburgs Gespenster. Spuk und Geister in der Stadt von 1800 bis heute" schließlich in einer Auflage von 300 Exemplaren erscheinen. Gerne hätten wir auch mit einer Publikumsaktion zum Stadtjubiläum beigetragen. Die von uns anvisierte Veranstaltung, eine Lesung zur Buchvorstellung, konnte jedoch aufgrund der Pandemie nicht stattfinden. Überraschend gut gestaltete sich der Absatz unseres Buches sicher auch, weil wir große Unterstützung durch das Team Stadtjubiläum erhielten und die Publikation unter anderem im Jubiläumscontainer

Uwe Schellinger © pri at

Michael Nahm © pri at

zum Verkauf angeboten wurde. Da wir keinesfalls mit diesem großen Interesse gerechnet hatten, verbinden wir insbesondere diese positive Resonanz auf unser Buch mit dem Stadtjubiläum. Da sämtliche Buchexemplare bald verkauft waren, konnten wir das Projekt absolut kostendeckend durchführen. Aufgrund der erfreulichen Nachfrage haben wir inzwischen eine zweite, verbesserte Auflage unseres Buches gedruckt, die im Februar 2021 erschienen ist. Da jedoch auch der zweite Anlauf für eine Buchpräsentation im Rahmen des „Jubeläums im Mensagarten" massiven Regenschauern zum Opfer fiel, hat sich bei uns die Vermutung eingestellt, dass sich Freiburgs Gespenster eher ungern ins Licht der Öffentlichkeit ziehen lassen.

Daniel Armbrüster: Parkour Jam 2021 Sommer, Sonne, Live-Musik und herumspringende Menschen. Bei schönstem Sommerwetter fand am 20. Juni im Rahmen des Stadtjubiläums der Parkour Jam statt. Mit Live-DJ, Parkour-Workshops und einer Parkour-Show waren alle Parkour-Interessierten Freiburger_innen, ob Kleinkinder, Jugendliche oder Erwachsene, blutige Anfänger oder Profis eingeladen, einen Tag voller Bewegung zu erleben. Das Haus der Jugend

Morituri te salutant © Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene

Parkour Jam im Dietenbachpark © Patrick Seeger/Stadt Freiburg


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– kubez – hatte diese Parkour Jam 2020 ins Leben gerufen, nachdem der neue Redstone Parkour Park am Dietenbachsee gebaut wurde. Geplant ist, die „Parkour Jam Freiburg“ ährlich durchzuführen, um die Parkour Szene und weitere Interessierte regelmäßig zusammenzubringen. Durch eine Förderung der Stadt Freiburg im Rahmen des Stadt ubiläums konnten wir – Danimoves, die Parkour Community aus Freiburg, das kubez und das Sportreferat – das Pro ekt 2021 noch umfangreicher als im vergangenen Jahr gestalten: Es wurde eine Parkour-Show durchgeführt, bei der die Profis ihr Können präsentieren konnten, es gab Mitmachworkshops für Groß und Klein und DJ Andre sorgte mit seiner Live-Musik für das perfekte Ambiente. Um einen noch tieferen Einblick in die Philosophie und in die Szene zu bekommen, wurden dem Publikum auch einige Inhalte vermittelt, bestimmte Sprünge erklärt und Trainer vorgestellt. Angezogen von den Sportler_innen, der Musik und dem spielerischen Gute-Laune-Vibe, der das Sportareal am Dietenbachsee erfüllte, wurden viele vorbeilaufende Spaziergänger_innen, vor allem Eltern mit Kindern angezogen und erkundeten spontan den „Spielplatz für Erwachsene“. Die Parkour Community war sehr stolz, sich hier präsentieren zu dürfen und mitzuwirken bei der Idee, Parkour weiter zu verbreiten. Unser Team war begeistert, von der tollen Atmosphäre, der Einfachheit der Durchführung und natürlich über die vielen positiven Rückmeldungen.

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Die Parkour Show begeisterte das Publikum. © Patrick Seeger/Stadt Freiburg


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Stella Krause: Sport im Park Ich mache beim Stadtjubiläum mit, weil ich Freiburgerin und Sportwissenschaftlerin bin und wir, die Freiburger Turnerschaft von 1844 e.V., seit über 175 Jahren ein in Freiburg verankerter Sportverein sind. Bereits 2019 begannen wir, uns gemeinsam mit dem Sportreferat Freiburg Gedanken zu machen, wie wir das vielseitige und bunte Sportangebot aus den Hallen der Schwarzwaldstr. 181 in die Freiburger Parks bringen könnten. Es entstand ein abwechslungsreiches Programm von Functional Fit über Zumba bis hin zu Nordic Walking, das jede Woche in einem anderen Park in Freiburg, ein Jahr lang stattfinden sollte. Eingeladen waren alle Freiburger_innen, draußen in der Natur mit unterschiedlichen Übungsleitern Sport zu treiben. Doch dann kam alles anders. Anfang Februar 2020 stand das Projekt in den Startlöchern. Doch das Wetter spielte nicht mit. Nach dem Motto „immer wieder Donnerstags“ durchkreuzten Regen, Blitz und Donner unser Programm. So hissten wir gerade drei Mal die „Sport im Park“-Flagge. Doch das Wetter sollte nicht der letzte Stolperstein bleiben. Im März 2020 begann der erste Lockdown und das Angebot wurde bis auf weiteres auf Eis gelegt. Als Großsportverein sammelten wir erstmals Erfahrung damit, unser Sportangebot in Bild und Ton in die eigenen vier Wände unserer Mitglieder zu bringen. Im Herbst 2020 wagten wir einen zweiten Versuch zurück auf die Wiese. Mit Zumba, zahlreichen Teilnehmer_innen und Sonne im Seepark kam wieder Leben in das Projekt. Leider währte die Freude nur kurz. Doch für den zweiten großen Lockdown waren wir gewappnet. Seitdem fand jeden Donnerstag um 18 Uhr ein Live-Video auf Facebook und Instagram statt. Rückblickend betrachtet lief alles anders als gedacht, doch die vergangenen Monate haben gezeigt, auf wie vielen verschiedenen Kanälen wir gemeinsam Sport treiben können und was wir auch weiterhin jeden Donnerstag im Rahmen von „Sport im Park“ draußen umsetzen werden.

Stella Krause © Andree Kaiser

Annika Hertwig/ Theater Freiburg: Schauinsland – The Misfortune of the Englisch & Jukeboxopera Die Theatersaison 20/21 war arbeitsreich, so viel wurde geplant und verworfen – jetzt die Spielzeit gleich mit zwei Uraufführungen zu beenden, war eine schöne Herausforderung! „Schauinsland – The Misfortune of the English“ über das „Engländerunglück" am Schauinsland hatte am 19. Juni Premiere. So viel Schnee mitten im Sommer! Es ist ein tolles Stück geworden und in English sehr gut nachvollziehbar. Das Thema aus britischer Pers- Annika Hertwig © Marie-Luise Loewe pektive zu betrachten ist hochinteressant. Neben der tragischen Dimension, die der Stoff mit sich bringt, gibt es auch fröhliche und poetische Momente voller Theaterzauber. Die „Jukeboxopera“ war für 2020 geplant, mit großem Chor, Orchester, Liveelektronik und Solisten. Das zu reduzieren war an vielen Stellen schmerzhaft. Doch diese „Wachstumsschmerzen" haben sich gelohnt. Durch die Terminverschiebung hat sich auch die Solistenbesetzung verändert und wir durften die Sopranistin Gan-ya Ben-gur Akselrod, die sonst in New York, Wien und Stuttgart singt, erstmals in Freiburg begrüßen. In der „Jukeboxopera“ gehen drei Jugendliche auf Zeitreise und erleben allerhand Abenteuer. Musikalisch geht es einmal quer durch die Operngeschichte: Sie streifen mit Orlando durch einen Zaubergarten (mit Musik von Georg Friedrich Händel), lauschen Olympias Koloraturen (Jaques Offenbach) und sind mit der Ingenieurin Poppy Northcut und King Kong dabei, wenn eine Rakete ins Weltall startet (Detlef Heusinger). Der Zeitraum dieses Bilderbogens beginnt symbolisch vor 900 Jahren und reicht bis in die Gegenwart. Dieses musikalische Geburtstagsgeschenk an die Stadt Freiburg haben wir an drei Vorstellungen hintereinander gespielt.

„Schauinsland — The Misfortune of the English" © Paul Leclaire


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Position_900(+1) – eine klingende Perspektive a f die Zeit. Eine Komposition von Harald Kimmig nd Ephraim Wegner Die Komposition „Position_900“ war im Juni 2020 als eine auf die Stadt Freiburg zugeschnittene Klangintervention in drei Teilen angesetzt. Auf dem Rathausplatz in der Fußgängerzone, dem Komturplatz und in den Schlossruinen auf dem Schlossberg sollten sich Streicherensemble und Elektronik für jeweils eine Stunde subtil mit dem spezifischen Klang des bespielten Ortes mischen. Die Alltagsgeräusche und die normale Betriebsamkeit waren als Teil der Aufführung gedacht: Passanten, Stra-

Musik mischt sich mit Alltagsgeräuschen. © Ephraim Wegner

ßenbahnen und Vögel, die absichtsvoll oder zufällig zu Publikum und gleichermaßen zu Mitgestalter_innen der Komposition werden. Die äußeren Umstände haben eine solche Aufführungssituation bislang nicht zugelassen. Wir haben stattdessen eine digitale Blaupause von „Posititon_900“ in einem neutralen Raum ohne Publikum realisiert. Es entstand eine Bild- und Tonaufzeichnung, die zum Ausklang des Stadtjubiläums veröffentlicht wird.

Tonaufnahme ohne Publikum © Ephraim Wegner

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Martin Sturm: Auswandererlieder Herbert Schiffels aus dem Vorstand der Madison-Gesellschaft erinnerte sich, als Student im früheren Volksliedarchiv in der Silberbachstraße eine Kiste mit der Aufschrift „Auswanderer-Lieder“ gesehen zu haben. Das Volksliedarchiv ist aufgegangen im Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Universität Freiburg. Und tat- Martin Sturm privat sächlich, dessen Leiter Professor Fischer wusste von dieser Kiste und fand dort archivierte Liedtexte badischer Auswanderer in die USA im 19. Jahrhundert. Und passend dazu fand sich im Staatsarchiv Freiburg die Briefsammlung „Andreas Rübelmann“ – eines Seilers aus Denzlingen, der 1848 in Freiburg mit Hecker und dem jungen Rotteck die Republik errichten wollte. Herbert Schiffels knüpfte Kontakte zu Bernhard Hofmann von der Hochschule macromedia und an das Berthold-Gymnasium, wo

Offizielles Jubiläumsbuch der Stadt Freiburg

Studien von Schüler_innen des Leistungskurses Kunst des Berthold-Gymnasiums

ich (Martin Sturm) den Leistungskurs Geschichte unterrichte. Wir ließen uns von der Projektidee „Auswanderer-Lieder“ begeistern und die Begeisterung sprang über auf die Schüler_innen und Student_innen. Gemeinsam besuchten sie den Leiter des Staatsarchivs, Dr. Christof Strauß, der den Schüler_innen die historische Briefsammlung zeigte. Die Studierenden der songwriting/producing-Klassen der Hochschule komponierten zu den historischen Liedtexten Songs für eine sechsköpfige Band, und acht Schüler_innen des Leistungskurses Geschichte produzierten anhand der Brieftexte eine Biographie des Andrew Rubelman, die Leid und Freud des Auswanderers auf die Bühne bringen sollte. Mit Michaela Menzel, der Leiterin des Leistungskurses Kunst am Berthold-Gymnasium, wurde das Bühnenbild entwickelt. Die Aufführung war zunächst als Jubiläumsaktion im Juli 2020 am Rotteckring geplant – sie musste jedoch leider abgesagt werden. Ein zweiter Anlauf war coronakonform für den Oktober 2020 in historischen Räumen der Wodan-Halle geplant. Alles war für die Generalproben bereit – da kam uns die zweite Welle in die Quere. Nun haben sich die Verantwortlichen darauf verständigt, die Aufführung wiederaufzunehmen – mit wahrscheinlich neuen, interessierten Schüler_innen, sobald eine sichere Planung in Sicht kommt. Uns allen ist das Projekt so sehr ans Herz gewachsen, dass wir es unbedingt aufführen wollen!

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Carina Utz (Fluss e.V.): (Un)sichtbar — eine unerwartete Chance für queere Bildungsarbeit

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Was, wenn gesellschaftspolitische Bildungsarbeit und menschliche Begegnung nicht mehr analog, im persönlichen Rahmen stattfinden können? Die Pandemie stellte unsere Arbeit vor neue Herausforderungen. Niemand konnte erahnen, dass die erste Idee zur Kampagne, die schon vor der Pandemie existierte, unsere Bildungsarbeit zu den Themen geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung erweitern wird. In Kooperation mit der Geschäftsstelle Gender und Diversity der Stadt Freiburg, Radio Dreyeckland und der Fotografin Sévérine Kpoti, gelang es uns, im Rahmen des Stadtjubiläums 2020 eine Plakatkampagne zu veröffentlichen, die nachhaltig wirkt. 12 Freiburger_innen wurden portraitiert und ermöglichten uns damit, queeres Carina Utz Sévérine Kpoti


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Leben in Freiburg sichtbar zu machen. Was als kleine Plakatkampagne geplant war, entwickelte sich zu einem wertvollen gesellschaftspolitischen Bildungsprojekt. So entstand begleitend ein Podcast mit autobiografischen Interviews der Protagonist_innen, der über die gängigen Streamingportale hörbar ist. Da unsere Bildungsarbeit in Präsenz nicht möglich war, entschieden wir uns, die Kampagne zudem als Ausstellung zu konzipieren. So buchen zum Beispiel Schulen die Ausstellung und ermöglichen durch den abgedruckten QR-Code auf den Plakaten, die Geschichten für ihre Schüler_innen erlebbar zu machen. „Nicht über, sondern mit Menschen sprechen“ – so gelang es, zu Zeiten der Pandemie neue Formen der Begegnung zu schaffen. Inzwischen bundesweit bekannt, wurde die Kampagne im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ als vorbildlich eingestuft und mit einem bundesweiten Preis ausgezeichnet. Dank einer Folgefinanzierung des Landes Baden-Württemberg konnten wir weitere Portraits aufnehmen. Wer hätte gedacht, dass unser Podcast inzwischen 35 Personen zählt und weit über 80.000 Aufrufe verzeichnet. Im Mai veröffentlichten wir das Buch zum Projekt mit dem gleichnamigen Titel „SICHTBAR“. Wir sind überwältigt vom Anklang und von der zuvor ungeahnten Chance, unser Bildungsangebot auf eine neue Ebene zu bringen.

Mondo-Musiktheater: Freiburg liegt am Meer Niemand von uns hätte gedacht, dass der Blick, den wir im Frühjahr 2018 in die Zukunft wagten, geradezu visionär sein würde. Das Stadtjubiläum rückte näher, die Anträge waren eingereicht und bewilligt, unser Musiktheater war mit dabei. Mit einem Projekt, das sich nicht mit dem Blick in die Vergangenheit begnügte. Es sollte die Renate Heyberger © Claudia Sedelmeier Zukunft zum Thema haben. Und Fragen berühren, die aktuell sind und die die Studierenden umtreiben. Fragen, die sich damit befassen, wie Freiburg und die Welt wohl in 900 Jahren aussehen könnte? Das Setting wurde entwickelt: Neun Studentinnen, so die Idee, treffen sich, um das Stadtjubiläum zu feiern und lassen in fünf Szenen ihre Zukunftsvisionen tänzerisch und musikalisch Gestalt annehmen. Dabei entstanden ganz unterschiedliche Szenarien, bei denen es auch um die eigenen Ängste, Träume, Wünsche und Hoffnungen ging. Die Zukunfts-Phantasien ka-

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Plakat der Sichtbarkeitskampagne © Stadtjubiläum

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Christine Golz: Zukunftswettbewerb Freiburg 2040 – Deine Stadt. Deine Ideen.

Ronja Posthoff (l.) und Christine Golz vom Jugendbüro Freiburg © Marc Doradzillo

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Szene aus „Freiburg liegt am Meer" © Stefanie Huschle

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Die Stadt von übermorgen als Modell © Jugendbüro Freiburg


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schen für die Stadt von Übermorgen, nach ihren Ideen zu Mobilität und Umwelt, zu Gesellschaft, Bildung und Kultur. Von den Ergebnissen, die teilweise sogar komplett im Fernunterricht entstanden sind, waren nicht nur wir, sondern auch die Jury schwer beeindruckt! Über 100 Jugendliche haben uns ihre kreativen, nachhaltigen und innovativen Modelle und Collagen ins Haus der Jugend gebracht oder digital eingereicht. Das war ein Grund zu feiern: Mitte Mai haben wir deshalb alle Jugendlichen, Mitarbeitende verschiedener Ämter, Lehrkräfte, die Jury und Mitglieder des Gemeinderats zur Online-Abschlussveranstaltung unter dem Motto „Zukunft jetzt!“ eingeladen. Dabei ging es nicht nur um die Wertschätzung der Beiträge und um den Austausch, sondern auch darum, was mit den Ideen passiert und wie diese in Stadtverwaltung und Politik weiterverfolgt werden können. Ein Herzstück des Abends war die Preisverleihung durch Baubürgermeister Martin Haag und die Wahl eines konkreten Projekts für die sofortige Umsetzung. Als Projektidee entschieden sich die Jugendlichen für die Realisierung einer begrünten Freifläche als Treffpunkt für junge Menschen auf dem innenstadtnahen Schulhof des Goethe-Gymnasiums – beispielsweise mit Sitzgelegenheiten, Solarpaneelen und einer insektenfreundlichen Beleuchtung! Wir sind gespannt, wie es damit weitergeht!

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Extended Vision / Rolf Mathis: Freiburg Zeitreise-App Die Idee ist so simpel wie bestechend. Wenn wir die Uhr an einem beliebigen Ort Freiburgs um 50, 100 oder 150 Jahre zurückstellen oder 10 Jahre in die Zukunft vorstellen? Würden wir den Ort wiedererkennen? Gefällt er uns besser wie er heute aussieht oder damals aussah? Oder wie er nach einer geplanten Umgestaltung in der Zukunft aussehen wird? 2016 wurde mir klar, dass Thema und Fragestellung am besten auf einem Smartphone oder Tablet mit Hilfe einer angepassten App allen interessierten Besucher_innen und Bürger_innen Freiburgs eindrucksvoll vor Augen geführt werden sollte. Und gibt es einen besseren Anlass als ein Stadtjubiläum hierfür? Natürlich nicht. Im Frühling 2019 kommt die erlösende Nachricht. Die Projektförderung ist zugesagt, die Programmierung kann starten. Die Auswahl der Inhalte und Touren bleibt eine enorme Herausforderung. Am Ende sind es über 100 Stationen und sechs Touren mit historischen und aktuellen Bil- Rolf Mathis © Valeria Shopina

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dern sowie Visualisierungen geplanter Bauprojekte. Texte, Audio- und Videodateien machen Wandel und Entwicklung vor Ort lebendig und vertiefen die Inhalte an den einzelnen Stationen. Mit Unterstützung einer Vielzahl von Akteuren werden die Inhalte pünktlich zum Jahreswechsel 2019/2020 fertig. Konzepte und Texte von Vistatour und Freiburg Living History, spektakuläre Drohnenaufnahmen von ND Creative sowie als Sprecher_innen Bernd Kolarik, Tanja Gärtner und Kathrin Monser finden Eingang in die App. Stadtplanungsamt sowie Garten- und Tiefbauamt steuern Hintergrundwissen bei zur Frage, wo und wie Freiburg in den nächsten zehn Jahren sein Gesicht verändern wird. Auch Oberbürgermeister Martin Horn lässt sich nicht zweimal bitten und bringt sich per Videosequenz in die Station „Freiburgs Bürgermeister“ ein. Es ist keine Vorahnung – eher Ungeduld, die uns die Freiburg Zeitreise App bereits Mitte Januar 2020 im App Store und Play Store veröffentlichen lässt. Anfang Februar 2020 laden sich innerhalb weniger Tage dank prominenter Berichterstattung in der Presse über 2500 Nutzer_innen die App herunter und hinterlassen sehr motivierende Rückmeldungen. Der Lockdown wenige Wochen später setzt allen weiteren Überlegungen wie geführten Touren mit der App vorerst ein jähes Ende. Zeitreise-App: Das Martinstor heute und vor 150 Jahren © Extended Vision

Ingeborg Thor-Klauser: Dreisam-FOLLY – Ideenwe bewerb und Workshop für Schulklassen

tu Express-Repara

Das Projekt „Dreisam-FOLLY“ wurde zum Stadtjubiläum vom Architekturforum Freiburg e.V. durchgeführt. Seit vielen Jahren organisiere ich in Freiburg jährlich einen Modellbauwettbewerb für Schulklassen zu architektonischen und stadtplanerischen Themen. Durch die Förderung zum Jubiläumsjahr war es diesmal möglich, dass die Schüler_innen ihre Ideen nicht nur als Wettbewerbs-Modelle entwerfen, sondern auch als Pavillons bauen konnten. „Folly“ bedeutet wörtlich „Narretei“ und der Begriff wurde im englischen Landschaftsgartenbau des 18. Jahrhunderts für närrische Zierbauten in den Parks verwandt. Beim Projekt „Dreisam-FOLLY“ sollten die Schüler_innen das Ufer entlang der Dreisam zunächst in einem Modellbauwettbewerb erkunden und mit der Gestaltung von Holzrahmenwürfel, den sogenannten Follys, darauf re-

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SC-Freiburg-Trainer Christian Streich auf einem Pavillon © Patrick Seeger/Stadt Freiburg


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agieren. Die Standorte der „Dreisam-FOLLYs“ wurden so gewählt, dass sie eine Verbindung zwischen Innenstadt und Dreisam aufnehmen. 16 Klassen – drei Grundschulklassen, eine Klasse einer freien Schule und 12 gymnasiale Klassen – haben sich insgesamt beteiligt. Wegen der Corona-Pandemie musste die Wettbewerbslaufzeit verlängert werden, aber trotz Homeschooling wurden über 90 Modelle abgegeben. Eine Jury wählte 17 Modelle aus, wovon 15 realisiert wurden. Architekt_innen, Kunstpädagog_innen und Lehrer_innen haben die Schüler_innen in der Vorbereitungszeit begleitet und

Modelle als Pavillons, als Follys gebaut. Alle diese Dreisam-FOLLYs waren im Juli an der Dreisam zwischen Luisensteg und Kronenbrücke zu besichtigen. Es war eine wunderbare Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Danke für ein schönes Stadtjubiläum!

betreut. Wegen Corona haben wir uns in der Anfangszeit in Video-Konferenzen, später dann in Schulhöfen und Gärten getroffen. Erst seit Pfingsten 2021 konnten wir wieder, wenn auch mit Mundschutz, zusammenarbeiten. Der Workshop-Termin war wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden. Inzwischen war der Holzpreis aber um 60 Prozent gestiegen. Da die Unterkonstruktionen und die Holzrahmenwürfel für den Workshop von einem Zimmerer-Betrieb aufgebaut werden sollten, bedeutete dies fast das Ende des Projekts. Aber Dank eines erneuten Zuschusses der Stadt konnte weitergearbeitet werden. Im Workshop am 2. und 3. Juli 2021 haben die Schüler_innen endlich zusammen mit Lehrer_innen und Betreuer_innen ihre

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Ingeborg Thor-Klauser © privat

Seit 1846 bringen wir Informationen zu den Menschen in Baden. Anfangs mit gedruckten Blättern und Büchern, später mit der Freiburger Zeitung und heute mit der Badischen Zeitung – gedruckt und digital. Mit unserer Druckerei, den Verlagen und Tochterunternehmen möchten wir heute und auch zukünftig die Pressefreiheit und Meinungsvielfalt begleiten und bewahren. www.poppen-ortmann.de


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Von Anfang bis Ende

Ein kleiner Blick hinter die Kulissen des Projekts Stadtjubil um im Rathaus

Immer geht es um die Münsterwurst Der 900. Geburtstag steht an. Die Vorbereitungen beginnen holprig, der Gemeinderat kürzt das Budget, die Intendantin steigt aus, ein neuer Projektleiter übernimmt, viele Menschen tragen viel Programm zusammen und dann frisst ein kleiner Virus alles auf. Ist das die Bilanz von Freiburgs Stadtjubiläum? Dann doch lieber Miss Sophies 90. Geburtstag, eine Null hinzufügen und dann „the same procedure as every year“, also Anschluss an die Wurstparade von 1921?

Wie alles begann Freiburg wird 900, das muss gefeiert werden. Feiern kann man in Freiburg immer gerne und gut. Also ein Projekt im Rathaus gründen und los geht es. Projekte sind toll. Währenddessen und danach: Man kann das ganze Leben davon erzählen: „Ich war dabei“. Voll dabei. Genau, ich war dabei. Vom Anfang bis zum Schluss. Wann fing es an? Da muss ich erst mal kramen. Was – schon im Sommer 2015 berief man Barbara Mundel zur Kuratorin für die Feierlichkeiten? Dann müssen die ersten Gespräche über die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in meinem Erkerzimmer im Rathaus schon Anfang 2016 stattgefunden haben. Als damalige Leiterin des Presse- und Öffentlichkeitsreferats freute ich mich sehr auf ein neues Projekt: Das fordert heraus, gibt neue Impulse und verspricht rauschende Feste.

Wurstparade ja oder nein Mundel überlegte erste Ideen, man traf sich in verschiedenen Runden und im Juli 2016 zur ersten Veranstaltung. Mitglieder des Gemeinderats und andere Engagierte kamen an einem Abend ins E-Werk. Es wurde kurz geredet, dann verteilte man sich an verschiedenen Stationen, musste Zettel kleben, Bälle in Röhren werfen oder mit anderen diskutieren. Das Publikum fremdelte ein bisschen mit dem Format, aber gut, Frau Mundel würde schon wissen, was sie tut. Nur nicht zu intellektuell, auch an die Liebhaberinnen und Liebhaber der Freiburger Münsterwurst denken – das hörte man nicht nur ein Mal.

die Stadt ab: Im Osten eine Agentur zwischen Plattenbauten in einem alten DDR-Kindergarten, im Westen in einem alten Fabrikgebäude und am nächsten Vormittag nach Prenzlauer Berg – mehr Klischee geht nicht. Das wirklich Wichtige war jedoch: die Agentur musste irgendeinen Freiburg-Bezug haben. Ohne das wäre eine Berliner Agentur nicht vermittelbar gewesen. Bei zweien erfuhren wir von badischen Emigrantenbiografien in Berlin. Vor einer Auswahl aber kam der Freiburger Gemeinderat. Als ihm Mundel ihr Konzept samt Zahlen vorlegte, ging er nicht mit. Statt der gewünschten 9 Millionen Euro billigte er im Mai 2017 nur 3 Millionen Euro Etat. Da ging Mundel nicht mehr mit und stieg im Sommer aus. Ich selbst stand dazwischen, verstand die künstlerischen und gesellschaftspolitischen Ansprüche, die sie vertrat und beim Geburtstag im Interesse der Stadt diskutieren wollte, aber auch die Zwänge des Gemeinderats, der angesichts fehlenden Geldes im Haushalt nur ein kleines Budget sah.

Wie weiter mit dem Stadtjubil um

jung“ w Was nun? Den Geburtstag ausfallen zu lassen, war keine Option. Wie aus dem Hut gezaubert trat Holger Thiemann auf, beziehungsweise

Im Presse- und Öffentlichkeitsreferat suchten die Kollegen aus dem Amtsblatt schon mal Fotos von der 800-Jahr-Feier 1920 heraus. Und siehe da – es gab eine Parade. Die Metzger-Innung trug stolz ihre Produkte durch die Kaiserstraße, Münsterwurst inklusive. Beim Anblick dieser Bilder keimte eine Diskussion auf, die zwischen „bloß das nicht“ und „auf alle Fälle ein Fest für alle“ schwankte. Es zeigte sich früh, dass man es nie Allen Recht machen kann. Dem arbeiteten wir entgegen. Als Profi wusste Mundel, dass man mit dem grafischen Erscheinungsbild früh anfangen muss und begann die Suche nach einer Agentur. Vier kamen in die engere Wahl und weil sie alle in Berlin waren, nahmen Mundel, ihre Assistenz Katrin Feldhaus und ich frühmorgens den Zug dort hin. Auf der Fahrt gab es lange Gespräche darüber, was Freiburg ausmacht, wo es hingeht, wie man einen möglichst breiten Diskussionsprozess mit möglichst vielen unterschiedlichen Menschen in der Stadt führen kann, welchen Anteil Feiern und Vorträge haben sollten und vieles mehr. Angekommen klapperten wir

Sitzung der gemeinderätlichen Begleitgruppe im Januar 2018 © Albert Josef Schmidt


Von Anfang bis Ende

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wechselte seine Kulturbörsenbühne mit der des Stadtjubiläums. Ab April 2018 fing für ihn also nicht die Rente, sondern die Arbeit im Rathaus an. Wieder formierte sich eine kleine Gruppe. Es waren mutige Menschen. Denn vor ihnen lag eine heitere Mischung aus unerfüllbaren Erwartungen, zu wenig Zeit, Druck von allen Seiten und nie genügend Geld für niemanden. Die Aufgabe bedeutete also schon ohne Virus, das Unmachbare machbar zu machen. Begleitet wurde die Arbeit von einer gemeinderätlichen Gruppe. Hier entspann sich manch hitzige Debatte: „Es kann kein gutes Programm werden, wenn es nicht kuratiert wird“, riefen die einen, „es müssen einfach Viele zum Programm beitragen, das reicht zum Feiern“, die anderen. Minimale Zielvorgabe, auf die man sich einigen konnte, wurde „Von, für und mit den Freiburger Bürgerinnen und Bürgern“. Gebetsmühlenartig wiederholten wir das bei allen Gelegenheiten. Um die Kern-Projektgruppe herum bildeten sich Arbeitsgruppen mit Menschen aus Ämtern, die mitmachen sollten oder wollten. Neben der Arbeitszeit mussten mögliche Festbeiträge aus den laufenden Etats geschwitzt werden. Jeder Cent der bewilligten drei Millionen Euro sollte in externe Programme gehen. Also folgten penible Einteilungen, wie viel für welche Themen und Aufgaben zur Verfügung stehen und der Rest war Hoffnung auf externe Sponsoren.

Farbige Verjüngungskur Schwung kam im Februar 2018, als aus einer Ausschreibung unter sieben Agenturen sehr eindeutig die Siegerin für das Logo des Stadtjubiläums hervorging: kein Bollenhut, kein Schwarzwald, kein Münsterturm, nein, ein farbenfrohes Logo, vielfältig einsetzbar und wiedererkennbar wandelfähig. Nur das Motto saß noch nicht und so ließ ich an einen Abend in meinem Homeoffice die Wörterphantasie fließen. „900 Jahr jung“ wurde ausgewählt – passend zur so jungen Stadt Freiburg. Jetzt hatten wir etwas Wiedererkennbares, mit dem wir an die Freiburgerinnen und Freiburger herantreten konnten. Große Plakate riefen in der Stadt zum Einreichen von Programmpunkten auf. Und allen Unkenrufen zum Trotz kamen sie, die Ideen, so vielfältig wie die Menschen dieser Stadt: Flugblätter mit Geschichten aus dem Fenster werfen, Baumscheiben hübsch bepflanzen, Handtaschengeschichten von Frauenbiographien, Mountainbikerennen, Rap-Wettbewerbe, Führungen zu allem Möglichen, Tanzen bis zum Abwinken, Konzerte aus zerlegten Glockentönen, mit der Geschichte illuminierte Münsterfassaden, Konzerte von Chören, Bläsern, Orchestern, Kindern, neuen Kompositionen, Ausstellungen zur Geschichte, Wald, Nonnengrüften, Knackis, Uni, Studentenunruhen – der Phantasie schien keine Grenze gesetzt. Wieder und wieder gingen wir in der Arbeitsgruppe die Listen der über 500 eingereichten Projekte durch, bewerteten, diskutierten, stöhnten, feixten, waren angerührt, verzweifelten, bis wir schließlich 187 Projekte für das offizielle Jubiläumsprogramm ausgesiebt hatten, davon einige als Leuchttürme, hübsch über das Jubiläumsjahr verteilt. Neue Gelder, nicht zuletzt durch Sponsoringabende, konnten schließlich sogar 286 Programmpunkte ermöglichen. Unglaublich, phantastisch und kreativ, was da aufgeboten wurde. Geworben wurde weiter – auch mit persönlichem Einsatz. Zum Neujahrsempfang 2019 ließen wir Stoff im Design des Logos drucken, ein emsiger Schneider nähte und Andrea Steiert, Susan Herbstritt und ich traten mit einem Kleid auf, Holger Thiemann trug die entsprechende

Susan Herbstritt (v. l.), Andrea Steiert und Edith Lamersdorf in den Jubiläumskleidern beim Neujahrsempfang 2019 © privat

Weste, Bürgermeister Ulrich von Kirchbach einen Schlips und Stadtrat Tim Simms nähte sich selbst eine Fliege. „So eine Geldverschwendung“, schimpfte eine Stadträtin, aber das konnte uns den Spaß nicht verderben. Ich sah uns beim großen Mitternachtstisch in unseren Kleidern durch die abendliche, mit Menschen gefüllte Stadt wandeln. Es kam anders. Zunächst wechselte ich im April 2019 vom Rathaus ins Erzbischöfliche Ordinariat zu den Stiftungen der Erzdiözese. Für die Förderungen verantwortlich, las ich von der Geldsuche für das Hosanna-Projekt, eines meiner Lieblingsprojekte. Ging es doch vom Ton der alten Hosanna-Glocke des Münsters aus, die allfreitaglich um 11 Uhr so wunderbar ihren Klang über die Stadt schwingt. Hier konnten wir eine namhafte Förderung aussprechen und damit war ich wieder mitten drin beim Stadtjubiläum.

Virus frisst Stadtjubiläum Nur leider, selbst der fulminante Jubiläumsjahrsauftakt beim Neujahrsempfang der Stadt in der Messe im Januar 2020 konnte den Fortgang der Geschichte nicht aufhalten. Das kleine, fiese Virus fraß auch weite Teile des Stadtjubiläums auf und davon nicht nur die Schokoladenedition. Zu schade. Auch wenn es ab Juni 2020 „Freiburg 20/21 – gemeinsam.weiter“ hieß und sicherlich manches rettete. Aber jetzt, am Ende, konnte der Funke, der im Lockdown noch weitergeglimmt hatte, von Neuem zünden. Denn weder die Menschen noch die tapfere Projektgruppe ließen sich entmutigen. Sie machten einfach die 27. Umplanung für die Veranstaltungen. So konnten viele Programmpunkte Wirklichkeit werden, mitsamt fulminantem Festakt im Theater und auf dem Platz der Alten Synagoge. Und das nächste, ganz große Stadtgeburtstagskrachen wird dann eben 2120 steigen. In jedem Fall mit Münsterwurst.

Edith Lamersdorf Ab 1997 Pressesprecherin der Stadt Freiburg, erst 2002, dann von 2004 bis 2019 Leiterin des städtischen Presse- und Öffentlichkeitsreferats, seitdem Leiterin des Referats Fördertätigkeit und Stiftungskommunikation der Stiftungen der Erzdiözese Freiburg.


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Impressionen & Erinnerungen

Parkour Jam

© Patrick Se

eger/Stadt Fr eiburg

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beete © Stadt Freibu

900 blühende Baum

Dreisam-FOLLY © Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Das Leiterspiel von Chiara und German Ernst

Martin Horn mit der Sondermarke zum Sta dtjubiläum © Patrick Seeger/S tadt Freiburg

Angelika Klemme, „Frauen.Gestalten" © GEDOK Freiburg

Matthias Deutschmann meint: „900 Jahre sind © Wolf-Peter Steinheisser

genug!" Projekt „Dienstagzeichner" © Hannelore Bastia n

Aktion vom Netzwerk Inklusio n: Stühlinger wirALL © Stadtjubiläum

rträts ografin, vor ihren Po Ellen Schmauss, Fot

der „Weltenfrauen"


Impr Impressio Im ressio ionen & Erinner Erinn r runge ru ge gen

Jubeläum im Mensagarten © Patrick Seeger/Stad

t Freiburg

Nacht der Narren © Stadtjubiläum

Nacht der Narren ©

Stadtjubiläum

Theater R.A.B.: „Grana

t Tochter" © Stadtjubi

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seinen Brief Kurz vor knapp: Gemeinderat Atai Keller gibt t Freiburg am letzten Tag noch ab. © Patrick Seeger/Stad

münze.

t die Jubiläums Ulrich von Kirchbach zeig iburg Fre adt © Patrick Seeger/St

ng an den in Freiburg", Ausstellu „Strafraum-Absitzen rg ibu Fre eger/Stadt Freiburg © Patrick Se

A Außenmauern der JV Community Opera: „Fliegende Bauten". © Marc

Doradzillo

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Impressionen & Erinnerungen

Freiburger Turmbläser auf dem Rathausbalkon © Patrick Seeger/Stadt Frei burg

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ungen" © Thomas Tri

ne vier Himmelsricht

sei „Freiburgs Mitte und

„Große Köpfe" der Jugendkunstschule © Lennard Prediger

„Freilicht" - Lichtkunstfestival in der

FABRIK © Fionn Grosse

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ldMensch" im Waldh

Ausstellung „StadtWa © Stadtjubiläum

„Große Köpfe" der Jugendkunstschule © Lennard Prediger

Der Jubiläumswürfel auf dem Kanonenplatz © Patrick Seeger

rg: „2gether for Stadtpiraten Freibu er äch © Mini Nussb

Freiburg"

„Geowindow" Preisübergabe an das interaktive Lernmedium as Walny im Rahmen von „Freiburg liebt dich!" © Andre


Impressionen & Erinnerungen

rungser Qualifizie gen Freiburg zi rchbach üt Ki n nn ei vo m h ric ümle, vom ge , übergibt Ul Bl bH ne ß. m ei t tia af ris t-w ch Ch n ro lls n Stadtfarbe ftigungsgese kübeln in de und Beschä en nz la Pf ten in Oleanderblü Freiburg eger/Stadt © Patrick Se

Laternen

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Audioguide „Our Sto

Cécile Verny un d Holger Thiem ann in der Ausstellung „s oundcity: Das Freiburger Nachtleben vo n 1970 bis 20 20" © Stadtjubiläum

Luise und der Braumeister Ludwig Ganter im Rahmen des Projekts: „Du bist die 10! — Wer war vor Dir da?" © St. Ursula Gymnasium

oLogics

im Rahmen von" Ök „Collapse & Ghosts" gée llen Ba on nd © Bra

erhof". „Historische Perlen im Hint s Freiburg Ausstellung des Staatsarchiv

„MÄH…MÄH..MÄHEN WIE VOR 100 JAHREN!“ Ein Sensenworkshop im Dietenbac hpark © Stadt Freiburg

Infostand im Rahmen einer Monatsaktion ©

Patrick Seeger

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Impressionen & Erinnerungen

der Scheckübergabe Dietenbachpark: im Freiburg tz dt pla iel Sta sp er/ ms eg k Se Jubiläu Stiftung © Patric k Sic ut ltra Wa d Renate un

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Ranzengarde Concordia burg © Patrick Seeger/Stadt Frei

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Werk von Špela Petrič im Rah men von „ÖkoLogics" © Matej Vidmar

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STADT GESCHICHTE für Kinder

Aktionstheater Pan.Optikum zeigt „Fieberhaft" © Patrick Seeger/Stadt Freiburg

r la im Theate bschlussga er bei der A rg öd hr bu ei Sc Fr n ia dt Flor er/Sta Patrick Seeg Freiburg ©

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Aktionstheater Pan.Optikum zeigt „Fieberhaft" © Jennifer Rohrbach

Aktionstheater Pan.Optikum zeigt „Fieberhaft" auf dem Platz der Alten Synagoge © Jennifer Rohrbach er


Plakate zum Jubiläum

Mit, von und für uns alle!

Wir freuen uns!

I

ch liebe es, mit der

Straßenbahn durch diese schöne Stadt zu fahren – gerade am frühen Morgen, wenn man das Münster noch im Mondlicht sieht, es langsam Tag wird und die Stadt erwacht.

W

ir brauchen

gute Nachrichten und brauchen auch das Bewusstsein, dass es uns gut geht. Das sollte man auch mal richtig

I

ch wünsche unserer

Stadt, dass wir neugierig auf den anderen sind, achtsam miteinander

bewusst sind, dass wir alle zusammen „die Stadt“ sind. Diese gilt es stetig weiterzuentwickeln.

ch bin Afro-Europäerin

geben, damit es das Fest aller Bürger_innen in ihrer

feiern. Matthias Blattmann Unternehmer, Tanzschule Blattmann

Laura Kiefer • Straßenbahnfahrerin

umgehen und uns

I

und freue mich über die große Akzeptanz, die ich in Freiburg erfahren habe. Ich werde mein Bestes

Vielseitigkeit wird. Cécile Verny • Jazzsängerin

F

reiburg ist eine sport-

begeisterte Stadt mit einer großen Auswahl an Sportarten, aber auch mit einem großen Verbesserungspotential auf diesem Gebiet. Weshalb ich mich als Botschafterin hierfür einsetzen werde.

M

900 Jahre und dann sowas !

ir ist es wichtig,

dass so ein Jubiläum genutzt wird, in die Geschichte zurückzuschauen, in die Zukunft vorauszuschauen und in der Gegenwart gebührend zu feiern. Christian Würtz • Weihbischof Freiburg

Sandra Starke Fußballspielerin SC Freiburg

Peter Neske • Pfizer Healthcare Hub

I

ch hoffe, dass sich die

Menschen an dem breiten Spektrum erfreuen, das das Jubiläum bietet, und das Engagement aller Beteiligten zu schätzen wissen. Alain Stockmayr • Bächleputzer

I

ch wünsche Freiburg

zum Geburtstag, dass eine gemeinsame Vision von Stadt und Wissenschaft entsteht, wie wir diese Region weiterentwickeln – als Ort der Innovation, der besonders für junge Menschen attraktiv ist.

A

ls „Freiburgs

lebendige Sehenswürdigkeit“ stehe ich für ein buntes Freiburg aber auch für die Vielfalt einer liebenswerten Tourismusregion. Mein Motto: „Heimat ist nicht nur schwarzweiß“. Betty BBQ • Drag-Queen

Hans-Jochen Schiewer Rektor Albert-Ludwigs-Universität

www.2020.freiburg.de www.freiburg2020.de #freiburghältzusammen

Wir feiern mit Abstand am besten… … und freuen uns

KNEUSSLIN | hoyerdesign

auf viele Projekte in 2021

www.2020.freiburg.de

Briefe aus dem 900. ins 1000. Jubiläumsjahr

e,

Lieb

Matthias Kneusslin | hoyerdesign

/e ... Dein

Juli 2021 Der Monat Juli zeigt uns, wie bunt und abwechslungsreich das Jubiläumsjahr 2020 ausgesehen hätte. Freuen Sie sich auf: ++ ++ ++ ++

Aktionstheater Pan.Optikum ++ Matthias Deutschmann Dreisam-FOLLY ++ Schauinsland Musiktheater-Aufführung FreiRäume. Eine Stadtinszenierung ++ Jukeboxopera-Premiere Aktionsbühne im Mensagarten und weitere Veranstaltungen.

Wir danken allen, die nie aufgegebenen haben, die mitgemacht, mitgeholfen und mitgefördert haben … und die mit dabei waren!

www.freiburg.de/briefe

DA N K E ...an ALLE, die das Freiburger Stadtjubiläum 2020/21 unterstützt, begleitet, sich engagiert und uns bis zum Finale die Treue gehalten haben: Spender und Spenderinnen, Sponsoren und Sponsorinnen, Mitwirkende, Helferinnen und Helfer, Ideengeber und Ideengeberinnen, Projektverantwortliche, Amtliche und Ehrenamtliche und viele mehr – ein herzliches DANKESCHÖN!

Matthias Kneusslin | hoyerdesign

s Alle

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Bücher und Kataloge zum Jubiläum

Weitere Bücher

900 Jahre Freiburg – Menschen Plätze Gebäude Das offizielle Jubiläumsbuch der Stadt Freiburg Herausgeber Stadt Freiburg + Promo Verlag

Diebe, Mörder, Galgenstricke Wahre Verbrechen aus 900 Jahren Stadtgeschichte Wellhöfer Verlag

Strafraum – Absitzen in Freiburg Ausstellungskatalog Herausgeber Reinhild Dettmer-Finke, Thomas Hauser, Britt Schilling Herder-Verlag

Alltag findet Stadt Freiburger Studien zur Kulturanthropologie Herausgeber Sarah May, Universität Freiburg Waxmann Verlag GmbH

freiburg.comic 900 Jahre Leben in der Stadt von Bertram Jenisch und Jonatan Alcina Segura Herausgeber Städtische Museen Freiburg

Gestern – Heute – Morgen: 60 Jahre Reinhold-Schneider-Preis für bildende Kunst Ausstellungskatalog Erschienen bei Kunst-Koch www.beschlaege-koch.de

Freiburger Stadtgeschichte für Kinder Nachschlagewerk Herausgeber Kinderstadt Freiburg e.V.

Kleine Freiburger Stadtgeschichte Neuauflage anlässlich des Stadtjubiläums von Peter Kalchthaler Verlag Friedrich Pustet

Weltenfrauen – Im Gewand der Vielfalt Ausstellungskatalog Katalogbestellung über ellenschmauss@web.de

Wem gehört das rote Ding? Kinderbuch von Ruth Baron Eigenverlag

Freiburger Stadtrechte des hohen Mittelalters (1120-1293) Edition, Übersetzung, Einordnung Herausgegeber Marita Blattmann, Jürgen Dendorfer, Mathias Kälble und Heinz Krieg Verlag Stadtarchiv Freiburg

Freiburg. Archäologie Ausstellungskatalog Herausgeber Städtische Museen Freiburg Michael-Imhof-Verlag

Soundcity Freiburg Festival Sub+Club+Pop+Kultur Ein Projekt von Subculture Urban Media

EIN PROJEKT VON SUBCULTURE URBAN MEDIA


Bücher und Kataloge zum Jubiläum

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Nonnengruft – Schätze des Alten Friedhofs Ausstellungskatalog Herausgeber Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Freiburg e.V. Rombach Verlag

Freiburg auf dem Weg zur „Green City“ Ein Buch zum Stadtjubiläum Herausgeber Sven von Ungern-Sternberg Rombach Verlag

Die Tote aus der Playboy-Bar Jubiläumskrimi mit Privatdetektiv Jean-Marie Hämmerle von Jörg Schöning Sternwald Verlag

Freiburgs Gespenster Spuk und Geister in der Stadt von 1800 bis heute Ein Quellen und Textbuch von Uwe Schellinger und Michael Nahm Herausgeber Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V.

Das ‚russische‘ Freiburg Menschen – Orte – Spuren, Sachbuch von Elisabeth Cheauré Rombach Verlag

Die Zeit, sie vergeht nicht — 900 Jahre Stadt Freiburg Sonderpublikation der Amtsblatt-Redaktion, Dezember 2020 Konzept und Redaktion: Gerd Süssbier Herausgeberin Stadt Freiburg im Breisgau, Presse- und Öffentlichkeitsreferat, erhältlich als gedruckte Ausgabe in der Bürgerberatung im Innenstadtrathaus sowie auf Anfrage an die Amtsblatt-Redaktion (E-Mail: amtsblatt@stadt.freiburg.de)


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Merchandising und Jubiläumsbotschafter_innen

Bleibende Erinnerungen erwerben IMPRESSUM Diese Beilage wurde im Auftrag der Stadt Freiburg erstellt von: Badischer Verlag GmbH & Co. KG BZ-Extra Redaktion Lörracher Straße 3 79115 Freiburg

Verantwortlich für den Inhalt: Stadt Freiburg – Projektgruppe Stadtjubiläum Günterstalstraße 7 79102 Freiburg

Vom Magneten zur Tasse, om Regenschirm zur Sonnenliege – die Erinnerungsstücke an das Freiburger Stadtjubiläum sind ielfältig. Einige Restbestände können in der Tourist-Info am Rathaus noch erworben werden. Öffnungszeiten sind: Mo – Fr 9.30 bis 17.30 Uhr, Sa 9.30 bis 14.30 Uhr, So 11.00 bis 14.00 Uhr © Kristina Müller

Danke an alle Jubiläumsbotschafter und -botschafterinnen

Kontakt: Freiburg2020@stadt.freiburg. de

Redaktion: Bettina Birk Kristina Müller Holger Thiemann (verantwortlich)

Grafik Titelseite: Matthias Kneusslin

Satz & Layout: Tamara Eschenlohr

Verantwortlich für Anzeigen: Karsten Bader Badischer Verlag GmbH & Co. KG Lörracher Straße 3 79115 Freiburg

Druck und Versand: Freiburger Druck GmbH & Co. KG Lörracher Straße 3 79115 Freiburg v. l. n. r.: Peter Neske, Alain Stockmayr, Ulrich von Kirchbach, Cécile Verny, Martin Horn, Christian Würtz, Matthias Blattmann, Betty BBQ, Birgit Bauer, Holger Thiemann, Laura Kiefer, Botschafter Hans-Jochen Schiewer fehlt auf dem Foto © Fionn Grosse


Münster-Mapping

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Die Münsterillumination als Epilog zum Jubiläum der Stadt Freiburg

Einladung zum kostenfreien Münster-Mapping J

eden Abend erstrahlt beim Münster-Mapping die Südfassade des Freiburger Wahrzeichens mittels 20 Großprojektoren: Der 15-minütige projizierte Film erzählt die Geschichte Freiburgs und des Münsterbaus – von der Gründung der Stadt im Jahre 1120 bis heute. Mit eigens für das Projekt komponierter Musik, zwei Münsterpflegern, die die wechselvolle Geschichte erzählen, sowie besonderen Licht-Effekten und ausdrucksstarken Bildern erlebt man ein multimediales Spektakel der Extraklasse und eine unterhaltsame Geschichtsstunde mit allen Sinnen.

15.–24. Oktober 2021 ab 20 Uhr mit mehreren Vorstellungen Münsterplatz Freiburg Weitere Informationen, das Hygienekonzept und die Vorstellungszeiten ab Ende September auf: www.muenster-mapping.de Freundlich unterstützt durch:

Eine Veranstaltung des Freiburger Münsterbauvereins

gemeinsam.weiter

Das Projekt wird durch den Energie- und Umweltdienstleister badenova ermöglicht:

© Dennis Steven Müller

© Kai Flogaus

© Dennis Steven Müller


Sponsoren und Spender

Unsere Sponsoren

Vielen Dank an alle Spender*innen, die sich an der Aktion 900x900 beteiligt haben und mit einer Plakette im Bächle auf dem neuen Rotteckring verewigt sind. © Patrick Seeger

20-Euro-Gedenkmünze "900 Jahre Freiburg" © BVA

© Stadt Freiburg

BARMER

Geldermann Sektkellerei

GÖTZ + MORIZ

Schwarzwaldmilch

Thüga AG

Jung Fruchtsäfte


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