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// 145 JAHRE DEUTSCHES ROTES KREUZ KREISVERBAND DORTMUND e.V. //

MARKETING BERATUNG DESIGN KONZEPTE

COM M I T

1868 2013

Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Dortmund e.V. Beurhausstraße 71 44137 Dortmund Telefon: 02 31 1810-0

Eine Idee. VIELE Menschen mit Geschichten.

Telefax: 02 31 1810-111 www.drk-dortmund.de

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// 145 JAHRE DEUTSCHES ROTES KREUZ KREISVERBAND DORTMUND e.V. //

Rotkreuz-Stiftung Dortmund

Eine starke Stadt für alle Bürger.

Eine gute Idee zur Förderung der Allgemeinheit Wir arbeiten in der Tradition der Idee unseres Gründers Henry Dunant, der aus Anteilnahme über das Grauen einer Schlacht im Jahre 1859 den Grundstein für das Rote Kreuz legte. Der Gedanke der zivilen Hilfe leitet uns hier in Dortmund und im Verbund mit Deutschland.

Der DRK-Kreisverband Dortmund hat zur Unterstützung seiner vielfältigen sozialen und karitativen Aufgaben die „Rotkreuz-Stiftung Dortmund“ gegrün­det, die am 04.06.2012 durch die Be­­zirksregierung Arnsberg als gemeinnützig anerkannt wurde. Die Stiftung wird ausschließlich ehrenamtlich verwaltet und dient der selbstlosen Förderung der Allgemeinheit durch finanzielle Unterstützung der gemeinnützigen Aufgaben des DRKKreisverbandes Dortmund e.V., seiner Ortsvereine sowie anderer Rot-KreuzGliederungen und gemeinnütziger Einrichtungen zur Verwirklichung von unter anderem folgender steuerbegünstigter Zwecke:

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 örderung der JugendF und Altenhilfe;  örderung der Erziehung, F Volks- und Berufsbildung;

Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben ist die Stiftung auf Ihre Spenden und Zustiftungen, die in vollem Umfang dem Förderzweck zu Gute kommen, dringend angewiesen. Bitte helfen Sie mit!

Förderung des Wohlfahrtswesens;  örderung des bürgerschaftlichen F Engagements zugunsten gemeinnütziger Zwecke;  örderung von Personen, die infolge F ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Rotkreuz-Stiftung Dortmund Beurhausstraße 71, 44137 Dortmund Rufen Sie uns an unter Telefon 1810222 oder senden Sie eine Mail an rotkreuz-stiftung@drk-dortmund.de. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.rotkreuzstiftung-dortmund.de.

IMPRESSUM Herausgeber: Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Dortmund e.V. // www.drk-dortmund.de In Zusammenarbeit mit DRK-Blutspendedienst West, Zentrum für Transfusionsmedizin Hagen Konzept, Gestaltung und Herstellungsleitung: Oliver Schäfer Umsetzung: C/O/M/M/I/T Marketing Beratung Design Konzepte // www.commit.de Texte: Jörg Aderholz, Peter Beinecke, Sebastian Betz, Sabine Czubak, Katrin Emmel, Thorsten Hellwetter, Anne Holz, Madeleine Irmer, Dominique Krebbers, Karin Langrzyk, Cornelia Schnittger, Helmut Schäben, Oliver Schäfer, Hildegard Schönig, Christine Stula, Gerda Tillmann, Antonia Uhle, Christa Vogler, Silja Wiese Bildnachweise (in der Reihenfolge): leksustuss/Fotolia (Titel), Soeren Spoo/Dortmund-Agentur (S. 5), Michael Handelmann/DRK (S. 7), DRK (S. 12), Peter Geymayer/Wikipedia (S.12), DRK (S.14), Tbachner/Wikipedia (S.16), DRK (S.18), Hermann Lorch Kunstanstalt (S.19), DRK (S. 21/23), DRK (S. 24), Wikipedia (S. 27), Bundesarchiv (S. 28), DRK (S. 28/29), Stadt Dortmund (S. 30), Christine Stula (S. 31), DRK (S. 32/33/34), BSD Hagen (S. 36/37), DRK (S. 38/40/41/42/43/44/47/49), Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst/Wikipedia (S. 49), DRK (S. 51/52), drubig-photo/Fotolia (S. 53), DRK (S. 55/56/58), Fred Weingardt (S. 57), Pedro Citoler (S. 57) Produktion: Hitzegrad Print, Medien und Service // www.hitzegrad.de 2

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145 Jahre vor Ort in Dortmund.

1868-2013 Wir vom Roten Kreuz sind Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Menschen, die Opfern von Konflikten und Katastrophen sowie anderen hilfsbedürftigen Menschen unterschiedslos Hilfe gewähren. Im Zeichen der Menschlichkeit setzen wir uns für Le­­ben, Gesundheit, Wohlergehen, den Schutz und das friedliche Zusammenleben und die Würde aller Menschen ein. Unsere Hilfe findet Stadt – seit 145 Jahren.

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Verlässlichkeit im Einsatz Ein Grußwort von Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund Dem Deutschen Roten Kreuz gratuliere ich herzlich zum 150 jährigen Bestehen, ebenso wie dem DRK-Kreisverband Dortmund zu seinem 145. Jubiläum. Die lange Historie des Deutschen Roten Kreuzes ist vor allem eine beeindruckende Geschichte bürgerschaftlichen Engagements. Das Deutsche Rote Kreuz ist mit diesem Engagement und seinem großen Leistungsspektrum zum internationalen Symbol für den „Helfer in der Not“ geworden. Die Menschen in Krisengebieten, sei es erst kürzlich in den deutschen Hochwassergebieten oder weltweit im Falle von Kriegs- oder Naturkatastrophen, wissen: Auf die Helferinnen und Helfer des DRK können wir uns verlassen.

Die Rolle des Helfers ist jedoch nicht die einzige Funktion, welche das Deutsche Rote Kreuz wahrnimmt. Die vielen Ortsvereine sind zudem wichtige Anker im sozialen und gesellschaftlichen Gefüge der Städte und Gemeinden. Besonders das ehrenamtliche Engagement wird beim Deutschen Roten Kreuz großgeschrieben und ohne diesen großen Einsatz könnten viele Dinge in unserer Gesellschaft nicht geleistet werden. „Aus Liebe zum Menschen täglich im Einsatz“ – der Slogan des DRK ist Programm. Dem Deutschen Roten Kreuz und dem Kreisverband Dortmund wünsche ich für die Zukunft alles Gute und vor allem viel Erfolg bei den vielfältigen Einsätzen für die Menschen.

Ullrich Sierau Oberbürgermeister der Stadt Dortmund

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Eine starke Stadt f端r alle B端rger.

Gut zu wissen, dass immer jemand da ist.

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Hilfe findet Stadt Ein Grußwort von Thorsten Barlog, Vorsitzender DRK KV Dortmund e.V. Menschen, die bei uns Heimat suchen oder sich um das Nötigste zum Leben sorgen müssen.

150 Jahre Deutsches Rotes Kreuz, 145 Jahre Rotes Kreuz in Dortmund – das sind stolze Jubiläen und ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie stark die Idee, Menschen in Not zu helfen, in Deutschland und in Dortmund verankert ist. Vieles hat sich in den 150 Jahren geändert. Zum Glück dürfen wir in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkrieges friedliche Zeiten erleben, aber die Not ist deshalb nicht ausgestorben. Es ist die Not alter oder kranker Menschen, die Not durch Unglücksfälle oder Katastrophen, die Sorge der

Rettungsdienst, Katastrophenschutz und vielfältige Angebote der Sozialarbeit sind unsere heutigen Antworten auf diese Herausforderungen. Trotz aller Veränderungen in der Rotkreuzarbeit ist der Grundgedanke gleich geblieben: Menschen die Hilfe brauchen, sollen nicht allein bleiben. Frauen und Männer im Roten Kreuz sind für andere da, die sich nicht allein helfen können. Das ist Solidarität zwischen den Menschen, die wir im Alltag umsetzen und spürbar machen. Im Mittelpunkt der Arbeit im Roten Kreuz steht der Mensch – sowohl der, der auf Hilfe angewiesen ist, als auch der, der bereit ist zu helfen. Viele Aufgaben verlangen den Einsatz hauptamtlicher Kräfte. Das Herzstück des Roten Kreuzes ist und bleibt aber das Ehrenamt, der Einsatz von Zeit und Kraft aus freien Stücken und ohne Gegenrechnung, die Bereitschaft zur Hilfe,

ohne nach politischer, religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit zu fragen. Wo immer Menschen ehrenamtlich und in Zusammenarbeit mit dem Hauptamt erfolgreich handeln, da wird an einer menschenwürdigen Welt gebaut. Mein Dank gilt an dieser Stellen allen Menschen, die in den letzten 145 Jahren das Rote Kreuz in Dortmund unterstützt haben. Dazu gehören besonders die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Fördermitglieder, unsere Spenderinnen und Spender. Sie alle haben gemeinsam durch ihren Einsatz und eine bei­­spielhafte Kooperation dazu bei­ getragen, das Leid von Menschen in Not zu lindern.

Thorsten Barlog, Vorsitzender DRK-KV Dortmund e.V.

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Einer starken Idee verpflichtet.

Eine starke Gemeinschaft in Deutschland und weltweit.

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Wir möchten Ihnen sagen, was uns bewegt „Als ich als Asylbewerberin nach Deutschland gekommen bin, war das Rote Kreuz von Anfang an da und hat mir sehr viel geholfen. Inzwischen kann ich auch anderen Migranten helfen. Das finde ich schön und deshalb bin ich beim DRK.“ // Comfort B., Ghana, 46 Jahre, ehrenamtlich im DRK-Dolmetscherdienst //

„Engagiert! Und ich bin aus Überzeugung dabei.“ // Daniela, 44 Jahre, Fachberatung Kindertagespflege //

„Das DRK ist super! Ich hab meine Chance genutzt und bin gerne dabei!“ // Ingo, 33 Jahre, DRK-Tagesvater //

Ich bin gerne beim DRK wegen der Kameradschaft, der Teamarbeit und dem Einsatz für die Menschen, die Hilfe brauchen – unabhängig von Alter, Nation oder Einkommen. // Mirko Paluszkewicz, 38 Jahre, Helfer (Betreuung) //

// Unsere MOTIVATION ZITATE AUS DEM KREISVERBAND DORTMUND e.V. // 8

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So vielfältig wie unsere Aufgaben sind auch die Menschen, die sich beim Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Dortmund e.V. engagieren und sich gemeinsam für andere Menschen einsetzen. Wie sehen sie ihre Organisation? Was motiviert Sie, mit anzupacken? Auf den folgenden Seiten lesen Sie eine Auswahl an persönlichen Worten.

Unsere Motivation in Worten.

„Ich bin beim DRK, weil ich die deutsch-französische Freundschaft pflege.“ // Helmut Schäben, 61 Jahre, Beauftragter Sanitätswachdienst //

„Es gefällt mir, dass ich Teil einer Organisation sein kann, die Menschlichkeit in die Welt trägt.“ // Eva Leßmeister, 22 Jahre, Rettungssanitäterin //

„Ich schenke den Senioren einige entspannte Stunden bei Sport und Volkstanz. Zu jeder Stunde gibt es einen Spruch, der für die Woche gilt. Zum Beispiel: Ein lieber Gruß, ein nettes Wort, ein Lächeln, ein fröhlicher Blick, fördert unser aller Glück!” // Liane Sondhof, 75 Jahre, Übungsleiterin //

„Helfen bereitet mir Freude und ich möchte mein Hobby zum Beruf machen.“ // Lilli Wienhusen, 22 Jahre, Rettungshelferin //

„Ich bin nun seit 25 Jahren dabei und habe immer wieder Spaß daran, mit den unterschiedlichsten Charakteren zusammenzuarbeiten.“ // Marko Thurow, 44 Jahre, Fahrzeugwart //

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„Die Zeit mit Helfen zu verbringen, kann man nicht in Geld aufwiegen.” // Silja Wiese, 20 Jahre, Helferin (Betreuung) //

„Vielseitiges Angebot – es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Und wir tun etwas!” // Christine, 30 Jahre, Fachberatung Kindertagespflege //

„Wie in einer echten Familie gibt´s auch im DRK Gutes und weniger Gutes. Aber wenn es darauf ankommt, stehen haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter zusammen und unterstützen sich. Wir müssen uns immer wieder aktuellen Anforderungen stellen. Das ist spannend, manchmal stressig und anstrengend, aber auch bereichernd und ein Zugewinn an persönlicher Bildung und Erfahrung. Und nicht zuletzt ist Dankbarkeit von unseren Mitmenschen eine tolle Bestätigung für unseren Einsatz. Das motiviert zum Weitermachen.” // Anne H., 61Jahre, Sozialarbeiterin im Migrationsdienst //

„Das Rote Kreuz ist eine große Organisation, da ist alles positiv. Ich bin zufrieden. Ich bekomme Hilfe, wenn ich sie brauche.” // Danica K., Serbien, 39 Jahre, ehrenamtlich im DRK-Dolmetscherdienst //

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„DRK – immer in Bewegung. Durch Menschen mit Ideen und Engagement.”

Unsere Motivation in Worten.

// Heinrich S., 62 Jahre, Ehrenamtlicher Mitarbeiter Blutspende //

„Das DRK ist immer an Ort und Stelle! Die haben immer ein offenes Ohr für mich – super!” // Iris, 44 Jahre, Tagesmutter //

„Ehrenamt ist einfach mehr als nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.” // Sebastian Betz, 36 Jahre, Kreisrotkreuzleiter //

„Wir sind glücklich, dass wir als Migranten beim Roten Kreuz in Dortmund aktiv sein können. Dadurch haben wir eine sinnvolle Aufgabe, die uns zufrieden macht und wir helfen anderen Menschen.” // Wilma R., Russlanddeutsche, 59 Jahre, Leiterin ehrenamtlicher Besuchsdienst //

„Das Rote Kreuz ist eine tolle und gute Institution. Es hat schon so vielen Menschen geholfen und wir helfen immer noch.” // Barbara B., 69 Jahre, Kleiderkammerteam //

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// 145 JAHRE DEUTSCHES ROTES KREUZ KREISVERBAND DORTMUND e.V. // Aus unserer Fotokiste: Der Kreisverband in den 1970er-Jahren

UNSERE HISTORIE Gründung des Vaterländischen Frauenvereins durch die Preußische Königin Augusta (1811‑1890) spätere Deutsche Kaiserin und Ehefrau von Kaiser Wilhelm I.

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1869 hatten sich bereits 291 Zweigvereine des Vaterländischen Frauenvereins unter dem Roten Kreuz über das Land verteilt, mit der Aufgabe, Notstände zu lindern, Krankenpflege zu fördern und sich in Kriegszeiten um Verwundete zu kümmern.

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Wir leben eine Idee

Einer starken Idee verpflichtet.

Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns Was unsere Arbeit ausmacht, beschreibt Dipl. Päd. Cornelia Schnittger, die Schulleitung unseres Ausbildungszentrums.

Eine Begebenheit an meinem zweiten Arbeitstag am 04.03.1991 beim DRK war sehr eindrücklich für mich:

Ein libanesischer Flüchtling kam in das Fachseminar für Altenpflege und sagte: „I need 6 pyjamas for my 6 children.“ Da ich wusste, dass das DRK Altkleider sammelt, habe ich mich also im Kreisverband erkundigt, wo der Mann „6 pyjamas“ bekommen konnte. Auf diesem Weg konnte ich ihm helfen. So habe ich das erste Mal persönlich erfahren, dass man als Mitarbeiter des DRK in der Öffentlichkeit Ansprechpartner für viele Dinge im Leben ist. Im Laufe der Jahre habe ich viele verschiedene Anfragen gehabt, die nichts mit meinem eigentlichen Aufgabenfeld und nichts mit hauptamtlich oder ehrenamtlich zu tun haben. Menschen vertrauen dem Roten Kreuz und erwarten Hilfe.

DIE ENTSTEHUNG DES DEUTSCHEN ROTEN KREUZES – KREISVERBANDES DORTMUND E.V. 27.01.1868: Zusammenschluss des Dortmunder Kriegshilfevereins und des Vaterländischen Frauenvereins unter dem Vorsitz des Dortmunder Landrates, Otto Freiherr von Heyden-Rynsch für das Hilfskomitee und mit dessen Ehefrau, Berta Freifrau von HeydenRynsch als Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereines unter dem Roten Kreuz.

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Der Verein hatte den Charakter einer Rahmenorganisation, die bei Eintritt des Katastrophenfalles zur Aktivität aufgerufen werden sollte.

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Die Schlacht von Solferino in einem Gemälde von Carlo Bossoli

Henry Dunant (*1828 †1910)

UNSERE HISTORIE 19.07.1870 Eintritt des Katastrophenfalles, mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges

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1870

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23.07.1870 Aufruf im „Dortmunder Anzeiger“ an die Vorstände der Zweigstellen der Vaterländischen Frauenvereine zur Anfertigung von reglementmäßig vorgeschriebenem Verbandszeug, welches für die ausrückenden Reserven und für die Landwehr schleunigst in 10 bis 20.000 Exemplaren zu beschaffen war. Das Verbandszeug hatte der Soldat in einer bestimmten Tasche seines Waffenrockes zu tragen, es ist von einer vorgeschriebenen Größe. Muster wurden von der Zentrale an alle Zweigvereine versendet.

31.07.1870 Der Dortmunder Anzeiger vermeldete, dass die Comitees rege Tätigkeiten entwickelten, das notwendige Verbandszeug für die Truppen anzufertigen. Die hiesigen Ärzte hatten sich bereit erklärt, Kriegsverwundete in ihre Privathäuser aufzunehmen und medizinisch zu versorgen. Der Turnverein „Eintracht“ stellte seine Turnhalle als „Lazarett“ zur Verfügung.

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Menschlichkeit als Auftrag

Die Historie unserer Idee.

Henry Dunant handelte, weil er sich verpflichtet fühlte

Die Schlacht von Solferino im Jahre 1859 gilt als Auslöser für die weltweite Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Der eher zufällig anwesende Kaufmann Henry Dunant ist von der Not und dem Elend der auf dem Schlachtfeld Verwundeten tief erschüttert und organisiert in den folgenden Tagen mit Dorfbewohnern zivile Hilfe. Dunant verarbeitet und veröffentlicht seine Erlebnisse 1862 in dem Buch „Eine Erinnerung an Solferino“. Er berichtet von den Greueln des Krieges und hat die Idee, dass zivile Helfer bei der Versorgung der verwundeten

Soldaten helfen. Dunant macht zwei Vorschläge: n

n

 ie Gründung von freiwilligen HilfsD gesellschaften, und zwar schon in Friedenszeiten und dauerhaft.  ie Staaten sollen ein internationales D und rechtsverbindliches Abkommen vereinbaren, das als Basis zur Gründung dieser Hilfsgesellschaften dienen kann.

Die Ideen Dunants finden zahlreiche Anhänger. In Genf wird am 9. Februar 1863 das „Komitee der Fünf“ gegrün­

det, das am 17. Februar einem ersten Treffen zusammen kommt – die Geburtsstunde des heutigen „Internationalen Komitees vom Roten Kreuz“. Das Komitee lädt Vertreter der europäischen Staaten zu einer internationalen Konferenz nach Genf ein, um sie von der Gründung nationaler Hilfsgesellschaften zu überzeugen. Am 12. November 1863 wird auf deutschem Boden die erste nationale Rotkreuzgesellschaft gegründet: der Württembergische Sanitätsverein. Der Anfang einer großen Sache. Herzlichen Dank, Henry.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. 03.08.1870 Endgültige Konstituierung durch die Amtsleute aus dem Kreis zu einem Kreisverein unter dem Namen „Dortmunder Kriegerhilfsverein“. Der Vorstand: Landrat von Rynsch als Vorsitzender sowie die Herren Berghauptmann Prinz von Schönaich-Carolath, Oberbürgermeister Zahn, Pastor Fluhme, Kaufmann Karl Schulz, Abgeordneter Dr. Becker, Kreisbaumeister Genzmer, Ingenieur Peters und Kaufmann A. Polscher.

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Manchmal sagen Zahlen doch was über Menschen

1.762.293 345 Zuschauer im Signal Iduna-Park konnten sich im Jahr 2012 sicher fühlen, weil wir vor Ort waren.

Sanitätswachdienste 2012

UNSERE HISTORIE 03.12.1870 Errichtung einer Verbandstation an der Bornstraße. Der Frauenverein hatte diese mit dem erforderlichen Material ausgestattet und den Ärzten gehen freiwillige Krankenpflegerinnen zur Hand, die seit Ausbruch des Krieges im St. Johannes Hospital ausgebildet wurden. Ausbildung von 17 weiteren freiwilligen Krankenpflegerinnen im St. Johannes Hospital und 18 freiwilligen Krankenpflegern im Städtischen Krankenhaus (damals Luisenhospital).

Sieben Krankenpfleger wurden zum Kriegsschauplatz entsendet. Einrichtung eines Bahnhofsdienstes, der die passieren­ den Truppen sowie die Kranken und Ver­ wun­deten mit Getränken und Verpflegung versorgt hat.

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Unsere Leistungen in Zahlen.

Sie zeigen Engagement Hinter dem Deutschen Roten Kreuz stehen Menschen, die sich für andere Menschen einsetzen. Es steht im Vordergrund, dass Hilfe und Unterstützung ankommen. Das bezieht sich auf alle Bereiche des Lebens, wie die Zahlenbeispiele zeigen. Denn der Einsatz des Kreisverbandes Dortmund erreicht mehr Menschen, als man vielleicht auf den ersten Blick sieht oder vermutet. Gute Ideen und Einsatz bringen Hilfe in die Stadt. Auch zu Ihnen.

5.862 408 Teilnehmer in

LEHRGÄNGEN

z. B. Erste-Hilfe-Schulungen, Sanitätslehrgänge, Häusliche Krankenpflege 145 Jahre vor Ort in Dortmund.

Das Korrespondenzbüro berät die Bürger, wie man an die im Felde stehenden Männer und Verwandte einen Brief schreiben oder etwas schicken konnte. Die Entsendung von Liebesgaben an die im Felde stehenden Truppen, bestehend aus Nahrungsmitteln, Lazarettgegenständen und wärmender Bekleidung. Diese wurden aufgrund eines Aufrufes des Oberbürgermeisters mit dem Zug an die Front transportiert und die Waggons durch einen Delegierten begleitet. Endlich wurden Lazarette errichtet.

Bei Ausbruch des Krieges wurden im Städtischen Krankenhaus und im St. Johannes-Hospital Betten für Verwundete und erkrankte Soldaten zur stationären Behandlung freigehalten. Da diese nicht ausreichten, werden in der nachfolgenden Zeit ein Barackenlazarett für an Seuchen Erkrankte und je ein Lazarett in der Krimschule, im Saal der „Eintracht“, am Fredenbaum und in Hörde aufgestellt. Der Dortmunder Kriegerhilfsverein und der Vaterländische Frauenverein unter dem Zeichen des Roten Kreuzes sorgten sich um das Wohlergehen der an der Front stehenden Söhne

unserer Stadt. Die Versorgung mit Liebesgaben, Leibbinden und vor allem warmer Bekleidung stand im Vordergrund. Ende Dezember 1870 stand im Rechenschaftsbericht, dass 440 Verwundete gezählt und von den Hilfsvereinen versorgt wurden.

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Deutsch-Französische Freundschaft Starke Gemeinsamkeiten zwischen DRK Dortmund und CRF Amiens Rosenmontag in Dortmund am 11.02.2013 – DRK Dortmund und CRF Amiens

Der Beginn der mittlerweile 43-jährigen Freundschaft war 1970, als am 22. Mai die Kameraden Jacques Bouton (CRF Amiens) und Carl Ortlepp (DRK KV Dortmund e.V.) ihre Dienstmützen tauschten. Heute ist Helmut Schäben aus Dortmund Delegationsleiter. DRK und CRF haben an vielen gemeinsamen Übungen, Ausbildungen und Leistungsvergleichen teilgenommen. Gemeinsame Aktionen, Einsätze und Übungen, entweder in Amiens oder in Dortmund, stehen auf dem Programm, beispielsweise die Begleitung einer Gruppe des CRF im Sanitätswach-

dienst beim Rosenmontagszug oder die Unterstützung einer DRK-Gruppe bei der Überschwemmung im SommeTal in der Nähe von Amiens in Mai/ Juni 2001. Auch bei Challenges gibt es regen Austausch, an der Challenge “Croix-Rouge Interrégions” (Picardie/ Normandie/Nord-Pas-de-Calais) in Contre bei Amiens hat im Oktober 2010 eine Gruppe aus Dortmund teilgenommen. Durch den regelmäßigen Austausch profitiert jeder von den Erfahrungen des anderen, auch Besichtigungen von Einrichtungen des DRK wie die

Einsatzabteilung Westfalen in Nottuln oder die Sondereinsatzgruppe am Kreisverband standen bisher auf dem Programm. Aber nicht nur in fachlicher Hinsicht profitiert das starke Team. Es haben sich in dieser Zeit sehr viele Freundschaften gebildet, die bis heute

UNSERE HISTORIE 28.01.1871 Durch einen geschlossenen Waffenstillstand hatten das Blutvergießen und das Elend des Krieges endlich ein Ende. Nun versank der Dortmunder Kriegerhilfsverein in Untätigkeit, weil er sich zu einer Rahmenorganisation rückentwickelte. Andererseits mag es an den noch altertümlichen Ordnungsprinzipien der damaligen Gesellschaft gelegen haben.

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1870

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Der Dortmunder Vaterländische Frauenverein jedoch, der stets unter der Leitung und im Rahmen der Tätigkeit des Kriegerhilfsvereins auftrat, wurde Ende der 70er Jahre noch einmal mit einer Sonderaufgabe betraut: Dem Frauenverein wurde die Sorge um die Hinterbliebenen der im Krieg gefallenen Soldaten übertragen.

Frau Landrat von Rynsch, als Vorstand des Frauenvereins, wohnte mit ihrer Familie in der Märkischen Str. 6. Im Haus Nr. 5 hatte der Justizrat Röder Wohnung und Büro. Daher wurde die Abwicklung des organisatorischen Verkehrs der Vorsitzenden von der Anwaltskanzlei Röder übernommen. Herr Justizrat Röder unterzeichnete den ersten Rechenschaftsbericht.

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DeutschFranzösische Freundschaft.

halten. Auch Beziehungen, Ehen und Patenschaften für Kinder sind häufig entstanden. Das kann spannend werden, wie die Geschichte von Petra Gundermann vom DRK und Christian Noel vom CRF beweist. Beide sind 1974 jeweils in ihre Organisation eingetreten, lernten sich 1975 bei einem Treffen in Dortmund kennen und lieben. Mittlerweile sind beide 34 Jahre verheiratet und haben drei Kinder und drei Enkelkinder. Aber es kommt noch schöner: Petra ist der Liebe wegen nach Frankreich gezogen und ihre älteste Tochter ist wieder nach

Deutschland gezogen und hat hier „ihren” DRKler geheiratet. Die langjährigen internationalen freundschaftlichen Beziehungen im Sinne des Roten Kreuzes werden auch zukünftig weiter gepflegt und es wird dort mit angepackt, wo Bedarf oder Not ist. Auch jüngere Rotkreuzler sollen involviert werden, damit die Zusammenarbeit lange erfolgreich weitergehen kann. Einen herzlichen Dank an die Helferinnen und Helfer mit Ihren Familien in Dortmund und Amiens, ohne die dieses alles nicht möglich gewesen wäre und ohne dieses weiter nicht möglich ist.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Nun erlebte Dortmund nicht nur einen geistigen sondern vor allen Dingen einen sozialen Wandel: Streikende Bergleute auf den Zechen „Tremonia und Westfalia“. Dies wurde vom Dortmunder Bürgertum mit Unbehagen und Unverständnis zur Kenntnis genommen.

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Die Zeche Tremonia auf einer alten Ansichtskarte.

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„ Dabei hatte ich keinen Führerschein” Herta Reuter war 57 Jahre im Einsatz und ist dem DRK bis heute treu „Ich zahl’ noch Beitrag.“ Herta Reuter sitzt in ihrem Wohnzimmer. In der dunkelbraunen Schrankwand ist eine Ecke für Rotkreuz-Geschichte der letzten 60 Jahre reserviert. Dazwischen findet sich das DRK-Ehrenzeichen. Es war 1941. Mit 18 kam Reuter zum DRK. Damals, als auch die Frauen im 2. Weltkrieg zum Dienst am Vaterland verpflichtet wurden, war Schwesternhelferin zu sein das kleinere Übel. Besser als Flugabwehrgeschütz-Helferin. Nun ist sie 90 Jahre alt geworden und dem Roten Kreuz ist sie nach wie vor eng verbunden.

Im Mai 1942 lag Dortmund in Schutt und Asche. Nach der Ausbildung zur Schwesterhelferin, begann Reuter in der Rettungsstelle des DRK im Franziskaner-Kloster ihre Tätigkeit. Nach Bombenangriffen rückte man aus, um der verletzten Bevölkerung zu helfen. „Wir waren 10 Helferinnen. Es war eine schwere Aufgabe, aber eine gute Kameradschaft“, so Herta Reuter. Nach Kriegsende wurde das Rote Kreuz von den Alliierten aufgelöst. Die Ortsvereine arbeiteten aber trotzdem weiter. Die Menschen brauchten schließlich Hilfe. Reuter arbeitete von

nun an hauptamtlich für 90 Mark im Monat. Aus einer Baracke über dem Bunker an der Bornstraße heraus wurde eine Verpflegungs- und Suchdienststelle organisiert. In der Lindenschule, Schmiedingstraße, hängte man selbstgefertigte Plakate mit Fotos von Vermissten und ihren Personalien aus. In der hier eingerichteten Suchdienststelle wurden alle Informationen zum Verbleib zusammengetragen. Ab 1947 konnten die Kriegsheimkehrer systematisch erfasst und zum Abgleich mit den Vermisstenbildern befragt werden. Für Dortmund galten etwa 12.000 Personen als verschollen.

UNSERE HISTORIE Die soziale Gesetzgebung durch kaiserliche Botschaft wurde verkündet.

Einführung der Krankenversicherung.

Einführung einer Alters- und Invalidenversicherung

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Einführung der Unfallversicherung.

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Unsere älteste Helferin.

Im Januar 1950 wurde die Suchdienststelle in das Gebäude des DRK-Kreisverbandes, Beurhausstraße, verlegt. Sieben Jahre später wird Herta Reuter Leiterin des Suchdienstes im Kreisverband Dortmund. Die Aufgabe, das Zusammenführen von Angehörigen, hat sich kaum verändert. Die Suchdienststelle in München hat gerade Bildlisten produziert. 199 Bände mit 1,4 Millionen Vermissten. Die Chance einer tatsächlichen Zusammenführung ist jedoch gering. „Gutachten ausgeben war besonders schwer“, sagt Herta Reuter. Herta Reuter in der Suchdienststelle // Herta Reuter mit ihrem DRK-Ehrenzeichen Besuch des Warta-Werkes am 20.10.1949 // Das Ehrenzeichen von 1970 (von links nach rechts)

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Es flammte im ganzen Ruhrgebiet ein Streik auf, der allein im Gebiet des Oberbergamtes Dortmund 50.000 Bergarbeiter erfasste. Das Militär schritt ein, mehrere Arbeiter fielen und der Notstand war eklatant geworden. Dazu kamen die sich häufenden technischen Katastrophen. Mit Mitteln des Staates und der Bürgerschaften – wie in alten Zeiten – war nur nichts mehr zu machen.

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Auf die Hilfsgemeinschaft unter dem Roten Kreuz kamen große Aufgaben in Friedenszeiten zu. Dem Vaterländischen Frauenverein wurde die „Soziale Wohlfahrt“ als neues Arbeitsgebiet zugewiesen.

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In den Gutachten wurde suchenden Familienangehörigen mitgeteilt, dass der oder die Vermisste mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verstorben sei. Neben der Suchdienstarbeit kommen in den sechziger Jahren neue Aufgaben dazu: Pakete für Kriegsgefangene werden aus Spenden gepackt. Außerdem richtet das Rote Kreuz eine Volksküche ein, in der Bedürftige gespeist werden. Reuter engagiert sich neben ihrer hauptamtlichen Tätigkeit auch ehrenamtlich auf Sanitätsdiensten im Kino oder Theater. „Eben den Teller leer essen und dann weiter zum Dienst.“ Wenn der Fahrer ausfiel, musste sie notfalls auch geschmierte Brötchen in Waschkörben zum nächsten Blutspendetermin fahren. „Dabei hatte ich gar keinen Führerschein.“

Aus der Andenken-Ecke holt Reuter ein Album, in dem Bilder und Zeitungsausschnitte archiviert sind. Darauf ist sie in Schwesterntracht zu sehen – auf Ausflügen, bei der Suchdienstarbeit oder bei Versammlungen des Landesverbandes Westfalen-Lippe in der Halle Münsterland. Ihre Mutter hat mit dem Sammeln der Ausschnitte angefangen und sie hat es einfach weitergemacht. Auf mehreren Seiten sieht man Reuter, wie sie 1970 für ihr Engagement das DRK-Ehrenzeichen erhält. Es ist die höchste Auszeichnung innerhalb des Roten Kreuzes in Deutschland. 1980 folgt noch die Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes. Bis in die neunziger Jahre bleibt Reuter aktiv. Im Dortmunder Hauptbahnhof betreibt das Rote Kreuz zu dieser Zeit eine Sanitätsstelle. „Gerade im Winter kamen viele Skifahrer verletzt zurück.“

Herta Reuter kümmert sich auch hier. Zum Schluss erzählt Reuter noch stolz, dass sie, nachdem sie 1985 in Rente gegangen ist, weitere 13 Jahre ehrenamtlich beim Senioren-Treff des DRK im Hansmann-Haus gestickt hat. Die zahlreichen selbstgefertigten Wandbilder und Kissen finden sich noch heute neben den Rotkreuz-Andenken in ihrem Wohnzimmer. Jetzt ist sie immer noch Fördermitglied. Demnächst bekommt sie einen Hausnotruf-Anschluss vom DRK. Dafür zahlt sie gerne Beitrag.

UNSERE HISTORIE Die Politische Diskriminierung der Arbeiterschaft ließ alle institutionellen Bemühungen des Vaterländischen Frauenvereins ohne Wirkung. Der auch in Dortmund mit viel Tatkraft angepackten Aufgabe war der Erfolg zu jener Zeit versagt. Es bildete sich jedoch damals schon die heutige Struktur der weiblichen Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes.

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Der Verein besaß in der Alten Radstraße 15 ein Haus, worin n eine Kinderbewahrschule bis zum schulpflichtigen Alter n ein Kinderhort für schulpflichtige Kinder n eine Näh- und Flickschule für Mädchen im Alter von 10-16 Jahre, betrieben werden. Ferner wurde dort die Hauspflege durch angestellte Helferinnen gegen ein mäßiges Entgelt ausgeübt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren es technische Katastrophen, die den öffentlichen Notstand wieder hervorriefen. Auch hier bediente sich der Staat der Hilfe der freiwilligen Gesellschaft. Daraus entwickelten sich die beiden ältesten männlichen Bereitschaften des Roten Kreuzes.

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Aus unserer Fotokiste. Werbung aus den 60ern und Rettungsfahrzeuge

145 Jahre vor Ort in Dortmund. 17.07.1890 Tagung des „Westfälischen Provinzial-Kriegerverbandes“. Hier ist die Bildung von Krieger-Sanitätskolonnen empfohlen worden.

14.05.1892 Auf Anregung des damaligen Steuerinspektors Mertens, Vorsitzender des Kreiskriegerverbandes Dortmund-Hörde, ist die Empfehlung der Bildung von Sanitätskolonnen in die größeren Dortmunder Hilfsvereine weitergeleitet worden. Die einberufene Versammlung verlief jedoch wegen Mangel an Beteiligung ergebnislos.

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Aus unserer Fotokiste: Werbung für das DRK

UNSERE HISTORIE 06.05.1894 Der Vorsitzende Mertens hatte nochmals eindringlich auf den Zweck und die Bedeutung einer Sanitätskolonne hingewiesen.

Eine 18 Mann starke Samariterabteilung, ausgebildet durch den Kolonnenarzt Dr. Jakobs, wurde ins Leben gerufen.

22.10.1900 Aus diesen Anfängen heraus wurde dann mit 43 Mitgliedern, unter dem Vorsitz von Dr. Jacobs, der „Deutsche Samariterverein vom Roten Kreuz“ gegründet. Später nannte er sich „Erste Dortmunder freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz“, Seine Tradition lebt noch heute in der Ersten Bereitschaft, Ortsverein I, des Dortmunder Roten Kreuzes fort.

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19.08.1894 Bildung einer Sanitätskolonne.

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Unsere Leistungen in Zahlen.

Immer im Einsatz In 2012 haben wir 17.687 Rettungseinsätze gefahren

11.032 1.831 4.455 369 RTW-Einsätze in 2012

KTW-Einsätze in 2012

NEF-KnappschaftSkrankenhaus

Kinder-NEF

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Durch die Initiative der Herren Le Claires und Dräger bildete sich nun die „Zweite Dortmunder Sanitätskolonne vom Roten Kreuz“.

Die ersten Sanitätskolonnen hatten ihre Helfer theoretisch und praktisch in der Ersten Hilfe, zur Versorgung von Verletzten ausgebildet. Ferner hatten sie mehrere Unfallstellen in Dortmund eingerichtet und damit eine regelmäßige Versorgung aller öffentlichen

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Veranstaltungen mit Sanitätspersonal sichergestellt. Ebenso standen die Sanitätskolonnen bei Unglücksfällen jeglicher Art zur Versorgung der Verletzten zur Verfügung.

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Das Ehrenamt zählt Katrin Emmel aus der Rotkreuzgemeinschaft 3 Was heißt es genau, ehrenamtlich tätig zu sein? Was bewegt Menschen, sich im Ehrenamt einzubringen? Ehrenamtliche Helfer sind Menschen, die sich für eine Sache mit Herzblut einsetzen. Sie sind keine preiswerten Arbeitskräfte, die Arbeit von hauptamlichen Mitarbeitern übernehmen, sondern Ideengeber und Anpacker. Ehrenamt bedeutet … n freiwillig handeln, n unentgeltlich, n zum gemeinnützigen Wohle anderer, n aber dennoch mit einem ideellen Benefit für einen selbst tätig zu sein.

Beim Roten Kreuz arbeiten Ehrenamt und Hauptamt zusammen, um in unserer Gesellschaft dort Hilfe zu leisten, wo sie notwendig ist. Die ehrenamtlichen Helfer bringen Impulse von außen ein, gerade auch aus Ihren verschiedenen Berufen. Es macht ihnen Freude, in der Gemeinschaft etwas zu bewegen. Hier die Geschichte von Katrin Emmel aus unserer Gemeinschaft 3: Wie bin ich zur ehrenamtlichen Tätigkeit beim Deutschen Roten Kreuz gekommen? Vor bald zehn Jahren bin ich über meine Tätigkeit als Rettungsschwimmerin für meinen Schwimmver-

ein in Kontakt mit Helfern der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes gekommen. Zu diesem Zeitpunkt war es so, dass wir nicht nur die Arbeit am Beckenrand erledigten, sondern auch den Sanitätsraum besetzten, um das eine oder andere Pflaster zu kleben. Ich hatte zwar zuvor bereits mehrere Erste-Hilfe Kurse besucht, war aber bei jedem Verletzten sehr nervös. Die Wasserwachtler hingegen waren ruhig, stellten Fragen und versorgten die Menschen total gelassen. Das faszinierte mich. Ich erkundigte mich, wie Sie so cool reagierten. Die Antwort war: Dass es jede Woche Fortbildungsabende gibt, auf welchen die Helfer die Versorgung der unterschiedlichsten Krankheitsbilder erlernen. Ihr Angebot, mich einmal mit zu nehmen, nahm ich dankend an. Drei Wochen später traf ich mich mit Ihnen

UNSERE HISTORIE

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30.01.1914 Erster nachgewiesener Großeinsatz. Auf der Zeche „Minister Achenbach“ in Brambauer ereignete sich eine schwere Schlagwetterexplosion mit 24 Toten und zehn Verletzten. Unter der Leitung von Dr. Jacobs waren hier 40 Mann im Einsatz.

01.08.1914 Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges hatte die Sanitätskolonne des Dortmunder Roten Kreuzes im Hauptbahnhof und auf dem Südbahnhof (Heiliger Weg) eine Geschäftsstelle für die „Erfrischungs- und Verbandstation“ eingerichtet.

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04.08.1914 Aufnahme eines geordneten Dienstes auf allen Stationen. Die Leitung der Erfrischungsstationen übernahm die damalige Vorsitzende des Dortmunder Frauenvereines, Frau Eichhoff. Die Leitung der Verbandsstationen übernahm Kolonnenarzt Dr. Jacobs. Der Erfrischungsstation des Hauptbahnhofes sind 300 Helferinnen, 20 Helfer und 50 Schüler, die dem Dortmunder Schülerhilfstrupp des Korvettenkapitäns Ruhr angehörten, zugeteilt.

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in Dortmund-Oespel in den Räumen der Gemeinschaft 3 des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Dortmund e.V.. Als ich an meinem ersten Tag das Gelände betrat, war ich von diesem nicht sonderlich begeistert, es war ein unscheinbarer Hof, bei welchem ich nicht vermutete, dass dort das Deutsche Rote Kreuz eine seiner Unterkünfte hatte. Die mir bekannten Wasserwachtler und ich waren nicht die ersten. Die anderen Helfer wuselten bereits durch die Gegend. Drei konnte ich in der Garage sehen, wie sie Tragen reinigten, zwei waren im Büro mit Papierkram beschäftigt und zwei weitere standen in einem großen Ausbildungsraum und hatten den Inhalt zweier Taschen vor sich auf den Tischen verteilt. Mir wurden die Räume gezeigt und ich lernte alle Helfer kennen. Jeder stellte sich mir vor und ging wieder seiner

Arbeit nach. Ich wurde auch direkt mit eingebunden. Eine Stunde lang half ich bei Reinigungs- und Aufrüstarbeiten – Material, welches auf Diensten verbraucht oder abgelaufen ist, wird dabei ausgetauscht. Dann folgte eine Pause und der Gemeinschaftsleiter der Gruppe bat alle in den Ausbildungsraum. Einer kurzen Informationsphase über Aktuelles folgte der Unterricht. Es wurde das Thema Herzinfarkt unterrichtet. So toll aufgebaut, dass sogar ich mit nur ein paar Zwischenfragen dem Stoff folgen und ihn verstehen konnte. Ich war begeistert! Es war um mich geschehen und mit dem Antrieb, meine ehrenamtliche Arbeit im Wassersportverein auf Erste Hilfe oder Sanitätsdienstebene zu verbessern, wurde dies zu meinem zweiten Hobby oder gar meiner

Das Ehrenamt im DRK.

Leidenschaft. Ich habe seither die unterschiedlichsten Fort- und Weiterbildungen besucht, den Umzug meiner Rotkreuzgemeinschaft nach Lütgendortmund mit bestritten und in vielen Projekten mitwirken können. Was mich auch persönlich stolz macht. Viele weitere Erwachsene, die alle ein Ziel verfolgen, sich weiterbilden, untereinander Hilfestellung geben, einander anlernen und mit dieser Arbeit anderen Menschen helfen, finden sich hier. Dies ist mein Antrieb und der Grund warum ich bis heute ehrenamtlich für das Rote Kreuz tätig bin.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Rheinischer Bahnhof

Aus diesen Helferinnen und Helfern wurden acht Gruppen zusammengestellt die sich tagsüber alle 5-6 Stunden ablösen und im Nachtdienst von 22:00 Uhr bis 07:00 Uhr tätig sind. Die erste Sanitätskolonne übernimmt den Dienst auf der Verbandsstation des Hauptbahnhofes, die zweite Sanitätskolonne auf der Verbandsstation des Südbahnhofes. Hinzu kommen etwas 35 Dortmunder Ärzte, von denen 21 für den Dienst auf dem Hauptbahnhof und 14 für den Dienst auf dem Südbahnhof eingeteilt werden.

Während des 1. Weltkrieges wuchsen die Sanitätskolonnen des Dortmunder Roten Kreuzes und versorgten sowohl die verwundeten Soldaten von der Front als auch die Dortmunder Bürger.

Das Rote Kreuz betrieb währen des Krieges auch eine sogenannte „Volksküche“ und versorgte die Menschen mit warmen Mahlzeiten und Getränken.

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Aus unserer Fotokiste: Werbung für das DRK

UNSERE HISTORIE

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges

11.11.1918 Ende des 1. Weltkrieges. Das Rote Kreuz führte inzwischen einen Kindergarten sowie 14 Kinderhorte. Man gründete ebenfalls sogenannte „DRK-Ortsgemeinschaften“ in denen Helferinnen zu Hauspflegediensten ausgebildet werden.

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Aus unserer Fotokiste.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. 19.02.1927 Herr und Frau Toyka übertragen dem Roten Kreuz Dortmund gemäß Stiftungsurkunde, das Grundstück Beurhausstraße 71 mit dem darauf stehenden Wohnhaus. Hier wird das Marien-Kinderheim eingerichtet. Das Rote Kreuz wächst heran, zählt bereits mehr als 700 Mitglieder und breitet sich auch in den Vororten aus.

Das Haus in der Beurhausstraße 71 wurde dem Roten Kreuz weggenommen. Als Eigentümer im Grundbuch wird die N.S.V (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt e.V.) eingetragen. Ein Kaufpreis von 53.000 Reichsmark wurde festgesetzt – rein formell – jedoch nie gezahlt, wie es bei enteigneten Judengrundstücken in dieser Zeit ebenfalls der Fall war.

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Erste Hilfe für die Kleinen bieten die KiGa-Retter des DRK Dortmund Der KiGa-Retter wurde 2008 das erste Mal in Dortmund durch die Gemeinschaft 3 des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Dortmund e.V. auf einem Kindergartenfest durchgeführt. Das Projekt soll Kindern die Möglichkeit geben, sich einen Krankenwagen anzuschauen und sie sollen über kleine Stationen spielerisch an die ErsteHilfe herangeführt werden. Mit einem Krankenwagen, einem Pavillon, Sitzgelegenheiten, einem Teddybären und verschiedenen Erste-Hilfe-Materialien fahren die Helfer der Gemeinschaft 3 seitdem zu verschiedenen Veranstaltungen im Raum Dortmund. Sommer-

und Gemeindefeste, Tage der offenen Tür, Ausflüge für Grundschulkinder und viele andere Aktivitäten wurden schon durch Rotkreuzhelfer begleitet und bereichert. Die Kinder können beim KiGaRetter spielerisch an jeder Station einen Teil des Körpers mit unserer Rettungsraupe kennenlernen, indem Sie Pflaster aufkleben, Verbände anlegen, Bilderrätsel zu Notsituationen lösen oder lernen, wie man einen Notruf absetzt. Kindern die Angst zu nehmen, Verletzten zu helfen und ihnen zu zeigen, dass auch sie die Notrufnummern wählen können, haben wir uns zur Aufgabe

gemacht. Die größte Angst der meisten ist, dass sie nicht wissen, was sie sagen sollen, wenn sie die 112 (Feuerwehr und Rettungsdienst) oder 110 (Polizei) gewählt haben. Doch eigentlich kann das Groß und Klein: Sich melden und erklären, dass man Hilfe braucht. Dann ist es noch wichtig, nicht aufzulegen, sondern erst die Fragen der Leitstellendisponenten zu beantworten. In den Rollenspielen können die Kinder das richtige Verhalten bereits ausprobieren und die Bilderrätsel schulen den Blick dafür, dass wirklich jeder im Notfall das Richtige tun kann.

UNSERE HISTORIE Während der Kriegsjahre waren in Dortmund mehr als 15 Rettungsstationen über die Stadt verteilt, meistens in Verbindung mit einem Krankenhaus. Die DRK-Helferinnen mit Führerschein fuhren zur Entlastung der Feuerwehr Krankentransporte. In den Rettungsstationen wurden die Helferinnen Tag und Nacht in drei Schichten eingesetzt. Die Helferinnen bzw. Rot-Kreuz-Schwestern erkannte

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1939-1945

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man an ihrem Schwesternkleid mit gestärktem Kragen, Häubchen und blütenweißer Schürze sowie einer Rot-Kreuz Brosche am Kragen. Die Arbeit war hart, besonders in Bombennächten, da gab es für Ärzte und DRK-Schwestern reichlich Arbeit und die Heimwege nach Dienstende waren immer sehr abenteuerlich und gefährlich. Im Umkreis des Bahnhofs gab es im Laufe der Jahre verschiedene Rot-Kreuz-Stellen. Diese wurden immer mal wieder ausgebombt.

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Spenden für das DRK Dortmund: Wo kommen Ihre Spenden an? Ein Projekt welches mittlerweile schon seit 2006 besteht, ist die „Kindertagespflege“ (mehr ab Seite 42). Rund 80 Tagesmütter und Tagesväter sind im gesamten Stadtgebiet mit ihren Tageskindern unterwegs. Sie kümmern Sie sich um die Kleinsten der Kleinen und bieten eine „All-inclusive-Betreuung“ an: Spiel und Spaß, Essen und Pflege, Förderung und Bildung. Finanziert wird dieses tolle Angebot durch das Jugendamt Dortmund. Die Entlohnung deckt zwar das Alltägliche ab, aber besondere Wünsche bleiben offen. „Super wäre mal ein großer gemeinsamer Ausflug in den Zoo! Mit vielen anderen Tagesmüttern und ihren Kindern!“ schwärmt eine DRK-Tagesmutter. Hier schließt sich auch das DRK-Büro der Kindertagespflege an: „Viele Tagespflegepersonen zusammen bei einer Aktion? Das wäre schön! Aber es fehlt das Eintrittsgeld …“ sagt Christine Stula, sozialpädagogische Fachberatung. Wir würden uns sehr über Spenden dafür freuen!

Wenn alle Stationen geschafft sind, erhalten die Kinder als Anerkennung für ihre tolle Mitarbeit eine Urkunde sowie Überraschungen aus der Ersten Hilfe. Über die Zeit hat sich aus dem kleinen Kindergartenprojekt etwas mehr entwickelt, so dass wir das Angebot nun auch für Altersgruppen bis ca. 12 Jahre anbieten. Die Aufgaben werden altersgemäß anspruchsvoller, damit sich auch ältere Kinder nicht langweilen. Vereine und Veranstalter können jederzeit Kontakt zum Kreisverband Dortmund aufnehmen, oder die Helfer bei einem KiGa-Retter direkt ansprechen,

Einsatz für unsere Kinder.

wenn sie sich für ihre Veranstaltung ebenfalls einen solchen wünschen. Da es sich um ein ehrenamtliches Projekt handelt und wir Menschen die Wichtigkeit von Erster Hilfe bewusst machen wollen, ist der KiGa-Retter für den Veranstalter kostenlos.  Mit den Jahren konnten wir feststellen, dass die Kinder das in der kurzen Zeit Erlernte wirklich behalten. Auf den Festen, bei denen wir jedes Jahr vertreten sind, kommen oft dieselben Kinder und zeigen uns, dass sie nichts verlernt haben. Oft erzählen sie uns Geschichten, wie sie bereits in ihrem jungen Alter anderen helfen konnten.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Als „Geschäftsstelle“ diente in dieser Zeit der Bunker „Danziger Freiheit“ an der Bornstraße (Brügmannplatz). Zu erwähnen ist auch der Einsatz in Solda­ ten­heimen. Diese befanden sich im Bereich Schwanenwall/Kampstraße und wurden nach Zer­störung verlegt.

Eine der Schwestern, Frau Kleihege, eine langjährige aktive DRK-Helferin, erinnert sich, dass dort im Zwei-Schicht-Betrieb der Dienst verrichtet wurde. Man versorgte die Frontfahrer- und Urlauber mit Verpflegung und die Verwundeten wurden gepflegt.

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Aus unserer Fotokiste: Vor Ort in Dortmund

UNSERE HISTORIE Mai 1945 Der Krieg ist endlich vorbei und alles änderte sich. Das Deutsche Rote Kreuz, nicht nur in Dortmund, war wegen seiner zwangsweisen Gleichgestellung mit dem NSRegime und seiner starken Verbundenheit mit den kämpfenden Truppen verboten. Aber sehr bald wurde es wieder gebraucht.

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Die Rot-Kreuz-Kolonnen und Bereitschaften hatten sich während der „verbotenen Zeit“ bereits wieder gesammelt. Noch führungslos arbeiteten die Bereitschaften in den einzelnen Stadtteilen in einer Art „Familienbetrieb“.

Dezember 1945 Der Leiter des Gesundheitsamtes, Herr Medizinaldirektor und Kreisarzt Dr. Olivier erhielt von der Militärregierung den Auftrag, die Wiedergründung des DRK-Kreisverbandes Dortmund – diesmal als eingetragener Verein – in die Hand zu nehmen und drei weitere Persönlichkeiten als Gründungsvorstand vorzuschlagen.

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Aus unserer Fotokiste.

145 Jahre vor Ort in Dortmund.

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Aus unserer Fotokiste: Werbung für das DRK

UNSERE HISTORIE 10.01.1946 Der Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes in Dortmund bestand aus Herrn Stadtrat Dr. Kaiser, 1. Vorsitzender, Herrn Dr. Olivier, stv. Vorsitzender und dem Schatzmeister, Sparkassendirektor Herrn Arnold. Die Leiterin der Frauenarbeit wurde Frl. Tuxhorn. Nun gab es einen Vorstand, aber keine Geschäftsstelle. Dieser befand sich nach wie vor im Bunker, Bornstraße 21.

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Die erste Sitzung fand im zerstörten Ratssaal des Stadthauses statt. Die Wände waren eingerissen und die Decke hing halb herunter. Es war eine besonders turbulente Sitzung, da es sich als äußerst schwierig erwies, die einzelnen Rot-Kreuz-Kolonnen als Rot- Kreuz-Bereitschaften unter die Dachorganisation des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Dortmund zu bringen. Die erste konstituierende Sitzung fand im Saal des Konsumvereins an einem Sonntagvormittag statt. Inzwischen hatte der

Oberstadtdirektor Hansmann auf Wunsch von Dr. Kaiser den Vorsitz übernommen. Herr Hansmann erklärte kategorisch, dass man nun zur Wahl des Vorstandes schreite: „Der bisherige Vorstand ist zu wählen, ich erwarte keinen Gegenvorschlag.“ Der Vorstand des Kreisverbandes bestand also fortan mit folgender Besetzung: 1. Vorsitzender Oberstadtdirektor Hansmann, 2. Vorsitzender Dr. Olivier, Schatzmeister Sparkassendirektor Arnold und die Leiterin der Frauenarbeit, Frl. Tuxhorn.

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Das Team der Blutsbrüder

Blutspende gemeinsam mit dem BSD.

Die starke Zusammenarbeit mit dem DRK-Blutspendedienst

Blutspende ist eine der satzungsgemäßen Aufgaben, die das Rote Kreuz in ganz Deutschland wahrnimmt. Seit den Anfängen ist die Zusammenarbeit zwischen DRK-Blutspendedienst und dem DRK-Kreisverband Erfolgsfaktor für die Versorgung der Patienten mit Blutpräparaten.Die Spendetermine in Dortmund wurden nach Gründung des Blutspendedienstes 1951 zunächst von Breitscheid aus organisiert und durchgeführt. Ziele waren dabei vor allem die Ablösung der Direkttransfusion durch Bereitstellung von Vollblutkonserven, Versorgung der Krankenanstalten, die selbst keine ausreichenden Spender

haben und die Bereitstellung von Vollblutkonserven und Trockenplasma für Notstände. Nach der Gründung des Zentrums für Transfusionsmedizin in Hagen am 1. Oktober 1969 werden auch die Blutspendetermine in Dortmund und Umgebung von hier übernommen. Zum ersten gemeinsamen Termin des Kreisverbandes Dortmund und des Zentrums in Hagen kommen am 21. Oktober 1969 rund 200 Spender. Zu Beginn wurden durch die Blutspendeteams, damals noch mit Anzug, Krawatte und Kittel, vor allem Firmenund Behördentermine wahrgenommen.

So gingen ganze Wachabteilungen der Feuerwehr oder Polizei zur Spende, bevor auch immer mehr Bürger für die freiwillige und unentgeltliche Blutspende beim DRK gewonnen werden konnten. Militärtermine bei den in Dortmund stationierten englischen Streitkräften vervollständigten die Aktivitäten des Blutspendedienstes in den 50er und 60er Jahren. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Rotkreuz-Schwestern erfolgte die Spende auf den Terminen damals noch in Glasflaschen, die Mitte der 70er Jahre durch einmal verwendbare Kunststoffbeutel abgelöst wurden.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Das Jugendrotkreuz entstand als selbstständige Gliederung des DRK. Im Laufe des Jahres 1946 entstand auch wieder ein Landesverband in Münster, dem sich die Kreisverbände unterstellten. Präsident des Landesverbandes wurde der Landeshauptmann Dr. Salzmann. Man war bemüht, das Haus in der Beurhausstraße 71 wieder zurück zu erhalten, um dort die Geschäftsstelle anzusiedeln. Der Geschäftsführer Ullrich führte die Verhandlungen mit der Militärregierung zwecks Rückgabe des Hauses.

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Der DRK-Suchdienst nahm seinen Dienst auf. Frau Meffert und Frau Herta Reuter erstellen selbst angefertigte Plakate mit Fotos und Personalien von Vermissten und nahmen Suchanträge auf. Alle Heimkehrer wurden erfasst.

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Blutspende-Weltrekord in der Westfalenhalle: 4.472 Bürger spenden

Am Samstag, den 11.09.1993, dann ein besonderes Highlight: Der erste Blutspendetermin mit einem Entnahmemobil an der Reinoldikirche in der Dortmunder Innenstadt, anlässlich der 125-Jahr-Feierlichkeiten des DRKKreisverbandes Dortmund. 97 Spender erschienen, davon 23 Erstspender. 1996 wird Laborgeschichte geschrieben. Die sogenannte PCR-Testung („Polymerase-Chain-Reaction“) aller Blutspenden wird im Rahmen einer Feldstudie in Nordrhein-Westfalen zur Anwendung gebracht. Tausende Proben pro Tag können nun, neben der üblichen Infektionsserologie, direkt auf den Virus von Hepatitis A, B, C, HIV und dem Parvovirus B19 (Ringelrötelnerreger) getestet werden. Das macht die Blutpräparate noch sicherer.

Im Oktober 1998 wird die Blutspende schwarzgelb. Bei einer Pressekonferenz im Presseraum des Westfalenstadions wird der ehemalige Pokalheld und heutige Stadionsprecher Norbert Dickel als Botschafter der Blutspende in Dortmund vorgestellt. Eine Blutspendeaktion im VIP-Bereich des Stadions schließt sich im November an, bei der Dickel seine erste Blutspende leistet. Insgesamt begeistern sich 172 Spender für den Termin, 14 davon spenden zum ersten Mal.

Ein Weltrekord wird schließlich am 18.05.2003 in die Westfalenhalle nach Dortmund geholt. Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Adolf Miksch spenden 4.472 Bürger Blut, 795 kommen aus Dortmund. Möglich macht das die Beteiligung aller Zentren für Transfusionsmedizin des DRK-Blutspendedienstes West aus NordrheinWestfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Westfalenhalle 1 wird in vier Bereiche aufgeteilt, abgetrennt durch Messewände.

UNSERE HISTORIE

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Verteilung von Lebertran- und Vitamintabletten an die Schulkinder und Kinderspeisungen (Schwedenspeisung = Plättchensuppe, bestehend aus Nudeln mit etwas Fleisch).

Staatliche Registrierung der Vermissten mit halbamtlichem Auftrag, wofür es auch Zuschüsse gab. Aus Schweden kamen viele Kleiderspenden nach Dortmund. Für Flüchtlinge und Ausgebombte. Das DRK verteilt Textilien. Die Kleiderkammer entsteht, der auch eine Nähstube zugeordnet war.

09.01.1951 Endlich erhielt der DRK, Kreisverband Dortmund e.V. die Grundbesitzung und das Haus Beurhausstraße 71 zurück. Leider war das Haus eine Ruine und im ersten Stock hatte sich ein Kaufmann notdürftig eingerichtet. Der DRK-Kreisverband Dortmund hatte jedoch das Bestreben, das Haus wieder aufzubauen und zu erweitern.

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120 Spender- und 120 Ruheliegen sowie die tatkräftige Unterstützung von ca. 600 haupt- und ehrenamtlichen Rotkreuz-Mitarbeitern sichern den reibungslosen Ablauf. Unterstützung findet das DRK auch bei Borussia Dortmund. Norbert Dickel und Stürmerstar Jan Koller bewerben den Termin bei einer Pressekonferenz im Westfalenstadion. Ein großes Rahmenprogramm mit den jungen Tenören, Schlagersängerin Sandra S., Thorsten Sander, Linus, Überschlagmobil, Kletterwand und Bergwacht, Vorführungen der Rettungshundestaffel und der Wasserwacht, ein Erste-Hilfe-Parcours und die Kinderbetreuung mit Puppe Paul runden den Tag des Weltrekordes ab. Zwei Jahre später, im April 2005, wird in den Westfalenhallen 3 und 4 noch

einmal eine besondere Blutspendeaktion durchgeführt. Dem Aufruf zur Spende mit Knochenmarktypisierung für einen damals 8-jährigen Jungen folgen 342 Spender, darunter 67 Erstspender. Heute spenden etwa 1,5 % der Dortmunder regelmäßig Blut beim DRK. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der Blutspendeaktionen auf dem Campus der Universität: hier spenden jedes Jahr über 1.000 Studierende und Mitarbeiter Blut und helfen damit Patienten. Neben den Spendemobilen, die regelmäßig in der Innenstadt stehen und besonders Erstspender mobilisieren, finden in den Stadtteilen weiterhin klassische Blutspendetermine statt. Mit großer Unterstützung des Ehren­amtes entsteht hier eine familiäre At­­­­­­mosphäre, in der sich die Spender wohlfühlen und welche die Blutspende beim DRK auszeichnet.

Blutspende gemeinsam mit dem BSD.

In den Anfangszeiten der Bluspende.

Die Herausforderungen in der Zukunft liegen zum einen in der Gewinnung von Neuspendern und zum anderen darin, das Angebot weiterhin so zu gestalten, dass die Spender dieses gerne annehmen. Mit der weiterhin gemeinsamen Arbeit von Kreisverband und Blutspendedienst wird dies sicher gelingen.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Durchführung der ersten Blutspendetermine in Zusammenarbeit mit dem Blutspendedienst in Düsseldorf.

Startete das Pilotprojekt „Essen auf Rädern“. Die Mahlzeiten wurden in der Küche der Geschäftsstelle frisch zubereitet und anschließend an die Kunden aufgeliefert. Die Belegschaft sowie die Senioren und Hilfsbedürftigen in der Nachbarschaft konnten direkt in der Geschäftsstelle essen.

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UNSERE HISTORIE

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Der Bauauftrag für die neue Geschäftsstelle wurde an eine Baufirma Müller vergeben. Die dazu erforderlichen Mittel wurden von der Stadt und vom Land zur Verfügung gestellt.

Das Haus wurde fertig, und es fand eine Einweihungsfeier statt. Als Ehrengast begrüßte man auch Frau Toyka, die 1927 gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann dem DRK bzw. Vaterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz das Haus geschenkt hatte. Herr Dr. Salzmann vom Landesverband Münster bedankte sich beim Vorstand für die Mühe und Arbeit und das soziale Werk.

Die Bereitschaften übernahmen die Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen wie Karnevalsumzüge, Außenveranstaltungen im Westfalenpark und Sportveranstaltungen (Deutsches Turnfest). Die Altenpflegeschule wurde von Frau Klemp aufgebaut und später zur staatlichen Anerkennung geführt mit Unterstützung von Frau Hamm.

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Jugendrotkreuz Dortmund

Einsatz für unsere Jugend.

Einfach viel mehr als nur Pflaster kleben

Ein starkes Rückgrat der RotkreuzArbeit in Dortmund bildet das örtliche Jugendrotkreuz. Das zeigt sich unter anderem in den vielen großen Einsätzen, die es in Dortmund immer wieder zu bewältigen gilt. Fragt man Unbeteiligte zum Jugendrotkreuz, hört man immer wieder „Ach, das sind doch die Jugendlichen, die schon als Kinder lernen, wie man erste Hilfe leistet. Finde ich gut“. Aber Jugendrotkreuz ist nicht nur das – speziell in Dortmund. „Wir sind in Dortmund sehr vielfältig: Von Kinderbetreuung bei großen Veranstaltungen in Dortmund, Fahrdiensten für eigene Einsatzkräfte, Aufbau von

Zelten oder logistische Unterstützung von Einsatzkräften. Wir bieten den Jugendlichen in Dortmund vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten und das auch schon seit vielen Jahren“, so der amtierende JRK-Leiter Jörg Aderholz. „Sicherlich gehört auch mal der ein oder andere Sanitätsdienst dazu, aber wir achten schon genau auf die Tätigkeiten der Jugendlichen und dass der Spaß in keiner Sekunde zu kurz kommt“, fügt Aderholz noch an. Und dass die eingeschlagene Richtung korrekt ist, zeigt sich in der durchweg

positiven Resonanz. „Wir sind mit derzeit vier Gruppen und über 100 Kindern und Jugendlichen gut aufgestellt“, berichtet Jörg Aderholz. Die Gruppen sind breit im Stadtgebiet verteilt. So gibt es Gruppen im DRK-Zentrum Scharnhorst, an der Geschäftsstelle in Mitte, im Ausbildungszentrum in Schüren und an der Rotkreuzgemeinschaft in Asseln. Viele Jugendliche sieht man innerhalb der Woche vermehrt in allen Gruppen. „Uns macht das Jugendrotkreuz so viel Spaß, dass wir uns dort auch gerne öfter treffen“, ist vermehrt zu hören.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Die ehrenamtlichen Helferinnen der Bereitschaften begleiten Kindertransporte in die Ferien sowie Freizeitveranstaltungen für behinderte Menschen und Rollstuhlfahrer. Fort- und Qualifizierungsangebote für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer und auch für die Dortmunder Bürger in der Breitenausbildung (Erste Hilfe, Krankenpflegepflege in der Familie etc.) fanden große Nachfrage.

Die Stadt Dortmund entwickelt aufgrund der politischen Lage einen „Katastrophenabwehrplan“, in den neben den anderen Dortmunder Organisationen auch der DRK‑Kreisverband Dortmund e.V. mit seinen Einheiten (Bereitschaften) gemäß seinen satzungsgemäßen Aufgaben eingebunden wurde.

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Und auch das Jugendrotkreuz Dortmund geht mit der Zeit. Die Homepage www.jrk-do.de steht kurz vor einer Neugestaltung und seit diesem Jahr sind die JRK’ler auch unter www.facebook.com/jugendrotkreuz.dortmund zu erreichen. Hier kann man sich aktuell über die Arbeit informieren, die Seite wird jeweils vor Ort von den Veranstaltungen aktualisiert. Jugendrotkreuz Dortmund, das ist schon seit vielen Jahren eben mehr als nur Pflaster kleben.

Aus unserer Fotokiste: Spendengala 1987 in den Westfalenhallen Dortmund

UNSERE HISTORIE

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Neubau und Einweihung des DRK-Seniorenzentrums in Dortmund-Lütgendortmund.

Abschluss der Helsinkiverträge. Die Stadt Dortmund beauftragte den DRK-Kreisverband Dortmund e.V. offiziell mit der Betreuung und Beratung von Spätaussiedlern, wofür auch Zuschüsse gezahlt wurden. In Zusammenarbeit mit den anderen Dortmunder Wohlfahrtsverbänden sollte die Häusliche Pflege in Dortmund flächendeckend organisiert werden.

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Der Kreisverband Dortmund bekam eine eigene Sozialstation. Der Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Dortmund ging mit einem eigenen Rettungswagen unter der Leitung von Herrn Marko Siegert an den Start. Später erfolgte die Einbindung in den Rettungsdienst der Stadt Dortmund.

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Aus unserer Fotokiste. Spannende Übungen und Hilfe beim Anpacken

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Herr Siegert entwickelte das SEG (Sondereinsatzgruppe Rettungsdienst) Konzept. Die SEG kommt bei Großschadensereignissen zum Einsatz und ist aufgrund der hohen fachlichen Kompetenz der Mitarbeiter und der medizinisch-technischen Ausrüstung der Einsatzfahrzeuge ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Gefahrenabwehr. Herr Siegert wurde für sein Konzept mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

1983

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01.01.1993 Der erste DRK-Kindergarten in der „Droote“ in Dortmund-Scharnhorst nahm seinen Betrieb auf. Die Berufsfachschule Rettungsdienst wurde gegründet.

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Kindertagespflege macht viel Spaß Viel Liebe und Zuwendung für die Kleinen seit 2006 Fünf Tagesmütter und acht Tageskinder – das war 2006 der kleine Beginn einer großen Erfolgsgeschichte und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Das DRK stieg in ein umfangreiches Projekt des Dortmunder Jugendamtes ein: Den Ausbau der Kindertagespflege. Mit viel Engagement organisierte Frau Ulrike Nettelstroth erste Qualifizierungs­ kurse im DRK. Sie suchte und sie fand unsere ersten DRK-Tagesmütter. Was in kleiner Runde begann, wurde seitdem zu einem weitreichenden Arbeitsfeld. Heute sind wir stolz, mit über 80 Tagesmüttern und drei Tagesvätern

zusammen zu arbeiten. Sie leisten unter Trägerschaft des DRK jeden Tag einen wertvollen Beitrag, um für über 200 Familien die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten. Viele Freundschaften sind gewachsen und begleiten die Kinder bis in ihre Schulzeit. Eine Mutter schreibt: „Wenn man sich entscheidet, nach einem Jahr Elternzeit wieder arbeiten zu gehen, ist es für Eltern entscheidend, in welche Obhut man sein Kind gibt. Ich schreibe Ihnen heute, weil ich unbedingt noch einmal ausdrücken möchte, wie hochzufrieden ich die ganze Zeit über mit meiner Tagesmutter war. Von Anfang

an hat sie sich jeweils mit voller Liebe und Aufmerksamkeit meinen beiden Kindern gewidmet und für die beiden gesorgt. Sie hat sich immer wieder neue Spielideen ausgedacht, ihnen tolle Geschichten erzählt, ist viel mit den Kindern nach draußen gegangen, hat ihre Fantasie angeregt, gesungen und getanzt […].“

UNSERE HISTORIE

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September 1993 Der DRK-Kreisverband Dortmund e.V. feierte seinen 125. Geburtstag mit einem Festakt im Dortmunder Rathaus. Die Zeitung schrieb: „Symbol der Hoffnung“ wird 125. Der Präsident des DRK Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein nahm dies als Anlass, um verdiente Rot-Kreuz-Helfer auszuzeichnen.

Inbetriebnahme des DRK-Baby-Notarztwagens aufgrund einer Spendenaktion der „Elterninitiative Frühchen“.

02.02.1998 Der zweite Rot Kreuz-Kindergarten „Zwergenland“ in der Kirchderner Straße (Hoeschpark) öffnete seine Pforten.

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Es ist eine große Verantwortung, Tag für Tag. Zehntausende von Windeln, die durch die geübten Hände unserer Tagespflegepersonen gewechselt wurden, unzählige ermunternde Worte, wenn die ersten Schritte auf unsicheren kleinen Füßen geübt werden, Kinderlieder, Fingerspiele und ganz viel mehr. Mit geschultem Blick auf die Bedürfnisse der Kinder und mit viel Geduld und Wärme gestalten unsere Tagespflegepersonen den Tag mit den ihnen anvertrauten Kindern. Die Spielplätze werden gestürmt und die Gärten zum Spielparadies umgewandelt. Viele Tagespflegepersonen treffen sich dort re­gelmäßig mit ihren Tageskindern und können so eine gute Vertretung untereinander gewährleisten. Jährliche Qualifizierungskurse und Fortbildungen sichern und erweitern

die Qualität der Betreuung laufend. Unterstützt und begleitet werden alle Familien und Tagespflegepersonen von einem fünfköpfigen Team pädagogischer Fachkräfte. Das DRK steht täglich für alle Fragen bereit. Nicht nur Kinder unter drei Jahren sondern auch Kinder im Kindergartenund Schulalter finden hier und da einen Platz bei einer Tagespflegeperson. Die Öffnungszeiten der Einrichtungen decken leider immer weniger die langen Arbeitszeiten im Einzelhandel, in pflegerischen Berufen und in vielen anderen Arbeitsbereichen ab.

Einsatz für unsere Kinder.

Dafür stehen unsere Tagesmütter und Tagesväter bereit. Das DRK bedient Anfragen aus dem gesamten Stadtgebiet und es gibt immer wieder freie Plätze. Neuanfragen nimmt das Team der Kindertagespflege gerne an.

145 Jahre vor Ort in Dortmund. Das Jugendrotkreuz wurde 75 Jahre alt.

Gründung des Kriseninterventionsteam (KIT) des DRK-Kreisverbandes Dortmund zur psychosozialen Versorgung von Einsatzkräften, Betroffenen und Angehörigen bei Großschadensereignissen unter der Leitung von Albrecht Klemm.

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Aus unserer Fotokiste: Einsatz mit Tatkraft

UNSERE HISTORIE Tag der offenen Tür im DRK-Haus, Beurhausstraße 71. Weltjugendtag in Köln, mit aktiver Beteiligung des DRK-Dortmund, im Rahmen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr.

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Weltwirtschaftsgipfel mit DRK-Beteiligung. Im Juni fand der G8-Weltwirtschaftsgipfel in Heiligendamm statt. Auf Anforderung des Innenministeriums NRW entsendete die Stadt Dortmund Führungs- und Einsatzkräfte sowie Material des DRK und anderer Hilfsorganisationen im Rahmen des Einsatzes eines Behandlungsplatzes nach Mecklenburg-Vorpommern. Fast zehn Tage waren wir vor Ort.

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Bau einer Servicewohnanlage für Senioren mit 30 Wohneinheiten.

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Wir leben eine Idee

Einer starken Idee verpflichtet.

Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns

Was unsere Arbeit ausmacht, beschreibt Silja Wiese, Helferin (Betreuung)

Im Herbst 2012 erreichte Dortmund ein Strom mit Flüchtlingen, aus Rumänien und anderen Ländern. Wie es in den Medien zu hören war, waren die Asylheime überlastet und so wurden am 11. Oktober 2012 in Dortmund, Unna und Umgebung Zufluchtsorte und Zwischenstationen vom Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen errichtet. Auch ich war eine Helferin, die sich bereit erklärt hatte, dort mitzuhelfen. Meine Aufgabe bestand darin, die Flüchtlinge zu betreuen und ggf. medizinische Hilfestellungen, wie Blutdruckmessen, durchzuführen. Ich sah viele Familien mit Kindern, die ihren ganzen Besitz zurück gelassen hatten, um ein neues Leben anzufangen. Sehr beschäftigt haben mich die vielen Kinder und ein Mann, der aus dem Irak geflohen ist, und nur einen Anzug und Badeschuhe trug. Der Mann im Anzug hat mir gezeigt, wie richtig es war, dass ich mich entschieden habe, ehrenamtlich für das Rote Kreuz zu arbeiten. Die Zeit, die ich zum Helfen zu Verfügung gestellt habe, hat direkt den Menschen geholfen, die sie gebrauchen konnten. 145 Jahre vor Ort in Dortmund. Tag der offenen Tür in der Servicewohnanlage für Senioren. Umbau- und Erweiterung des DRK-Kindergartens Droote zwecks Betreuung von unter 3-jährigen Kindern.

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Artikel der Genfer Konvention

„Laut Genfer Konvention gilt als Flüchtling: Jede Person, die sich aus begründeter Furcht von Verfolgung, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung das Land verlässt.” Ein Zusatzprotokoll aus dem Jahre 1967 schließt Wirtschafts- und Umweltflüchtlinge zum Schutz der Konvention aus .

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Migration mit Herz und Verstand Das DRK-Beratungszentrum für Migration und Suchdienst „Suchdienst und Familienzusammenführung“ ist ein satzungsgemäßes Hauptaufgabenfeld des DRK und bis heute bundesweit von allen DRKKreisverbänden zu erfüllen. Als Folge des II. Weltkriegs wurde die Suchdienstarbeit in den ersten Jahrzehnten nach Kriegsende bestimmt von der Schicksalsklärung und Suche nach vermissten (deutschen) Soldaten, Angehörigen und Kindern. Aber das allein macht heute nicht mehr den Suchdienst aus, seine Aufgaben sind vielfältiger geworden. „Die Welt ist kleiner geworden, die Menschen

mobiler. Die sogenannte Globalisierung führt zu weltweiten Wanderbewegungen über alle Grenzen hinweg. Auch in Deutschland leben Millionen Migranten, die wissen wollen, was mit ihren Angehörigen geschehen ist. Denn die Ungewissheit über das Schicksal von Angehörigen ist noch immer die bittere Realität für unzählige Familien in Zeiten bewaffneter Konflikte, innerer Unruhen und übermächtig erscheinender Naturkatastrophen. Menschen Gewissheit zu geben, darin besteht die humanitäre Aufgabe des modernen Suchdienstes.“ Der heutige Migrationsdienst hat seine Wurzeln in der vor fast 40 Jahren ini­

ti­­ierten Aussiedlerbetreuung. Dies ist dem enormen Engagement von 15 Ehrenamtlichen zu verdanken, die seinerzeit ohne Auftrag „von oben“ mit viel Herzblut und gesundem Menschenverstand und auf eigene Kosten Aussiedlerfamilien in städtischen Übergangswohnheimen aufsuchten. Zurückliegende politische, soziale und wirtschaftliche Ereignisse in Deutschland und weltweit zogen immer auch Veränderungen in der DRK-Arbeit nach sich und haben deren Weiterentwicklung entscheidend beeinflusst.

UNSERE HISTORIE Im Rahmen der BVB-Meisterfeier am 13. Mai 2012 mit Pokalfeier sorgte das Deutsche Rote Kreuz für eine sichere Veranstaltung. Nach dem Pokalendspiel gegen Bayern München gab es die Double-Party der Superlative und rund 200.000 Menschen feierten die Siege unserer Dortmunder Fußballmannschaft mit Autokorso und Meisterfeier.

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Es war eine besondere Herausforderung für das DRK, die wir gut „gemeistert” haben. Mitte Oktober 2012 hat der Kreisverband Dortmund e.V. im Rahmen eines großen Einsatzes des Katastrophenschutzes die zeitweise Betreuung von Asylbewerbern und Flüchtlingen aus Serbien, Afghanistan, Syrien, Irak, Rumänien, Bulgarien und anderen Ländern in der Sporthalle des Brüggemannblocks übernommen sowie im

Rahmen der überörtlichen Hilfe auch in der kurzfristig wieder in Betrieb genommenen Sammelstelle in Unna-Massen. Besonders zu erwähnen ist der große Einsatz der freiwilligen Helfer. Gründung und Aufbau der Rotkreuz-Stiftung Dortmund. Nach Abschluss der Gründungsphase wurde die Tätigkeit aufgenommen.

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Migration mit Herz und Verstand.

Gemeinsames Familien-Grillfest 2010 des DRK-Arbeitskreises ehrenamtlicher Dolmetscherdienst und des Ortsvereins Hörde

Das IntegraDo-Team: DRK Dortmund, Stadtteilschule, Caritas, AWO und jüdische Gemeinde Dortmund

So gibt es seit 2006 die DRK-Inte­ gra­tionsagentur, deren Aufgabe es ist, Fachdienste, Einrichtungen und Mi­granten­organisationen in Fragen der Integration und bei der interkulturellen Öffnung fachlich zu unterstützen. Als Mitglied von IntegraDo (Zusammenschluss von fünf Dortmunder Integrationsagenturen in Trägerschaft der Wohlfahrtsverbände) wirkt unsere Integrationsagentur ebenfalls mit bei gemeinsamen Veranstaltungen und gemeinsamen Öffentlichkeitsaktivitäten. Der „DRK-Migrationsfachdienst“ vereint die Aufgabenbereiche Migrationsbera-

tung, Integrationsagentur, Suchdienst und Familienzusammenführung. Denn in der täglichen DRK-Arbeit spielen Vernetzung und bereichsübergreifendes Handeln eine wichtige Rolle. Wie viel gemeinsam erreicht werden kann zeigen die in den letzten Jahren entstandenen sozialen Arbeitskreise, in denen sich Migranten und Einhei­ mische gemeinsam ehrenamtlich engagieren: als Bildungspaten in der Grundschule, als Seniorenbesuchsdienst in verschiedenen Altenheimen oder als internationale Gesangsgruppe.

145 Jahre vor Ort in Dortmund.

Der Mensch steht im Mittelpunkt unserer Arbeit – das gilt seit 145 Jahren und wird auch so bleiben. Wir sind stolz, dass unsere Arbeit vielen Menschen geholfen und Not gelindert hat. Wir werden in Zukunft alles tun, damit wir täglich noch stärker für Dortmund im Einsatz sind.

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Der Kuss zur Fußball-WM 1974 Guiseppe „Josef“ Perez war Helfer im neu gebauten Westfalenstadion Damals – der Sommer war besonders kühl gewesen mit einer Temperatur von durchschnittlich 15,5 Grad. Das Spiel zwischen den Niederlanden und Schweden ging nur 0:0 aus, aber für Giuseppe „Josef“ Perez war es der schönste Tag des Sommers. Er bekam einen Kuss auf die Wange von einem jungen Mädchen, von dem er heute noch schwärmt. Damals, dass war zur Fußball-WM 1974 im neu gebauten Westfalensta­ dion und das schwedische kleine Mädchen hatte am 19. Juni im Getümmel von 50.000 Zuschauern ihren Vater verloren. Josef Perez wird geholt – er kann gut mit Kindern umgehen und ist gerade selber erst 21 Jahre alt.

Weil das Mädchen immer noch weint, zieht Perez die Uniform aus, um nicht zu sehr nach Soldat auszusehen. Die Filzuniformen waren ausgemustert und das Rote Kreuz hatte lediglich seine Abzeichen aufgebracht. Perez kümmert sich, kauft Eis, eine Wurst, zeigt das Stadion und als der Vater nach über einer Stunde endlich gefunden ist, bekommt er den Kuss des Mädchens auf die Wange. Der Vater lädt ihn als Dankeschön noch zu einem Urlaub in Schweden ein, doch Perez fährt nie hin. Angefangen hat für Josef Perez alles in Hombruch. Hier ist er 1973 das erste Mal in Kontakt gekommen mit dem, wie er sagt, Karnevalsverein. Zunächst noch im Bürgerschützenverein engagiert, bleibt er wenig später in der Bereitschaft 10 in der Menglinghauser Straße hängen. Giuseppe, der Italiener, war zu der Zeit der einzige Ausländer im Roten Kreuz. „Das hat man nicht so gerne gesehen“, sagt Perez.

Aber die Bereitschaftsleitung steht hinter ihm. Und er fühlt sich wohl. Schließlich fährt er, lediglich ausgebildet mit einem Erste-Hilfe-Kurs, Rettungswagen. Die Patienten hat man sich selber gesucht, abgerechnet wurde ohne Umwege mit der Krankenkasse. Wenig später dann die Fußball-WM in Dortmund. In der gesamten Stadt wurden Helfer „auf Teufel komm raus“ für das neue Stadion gesucht. Die Bereitschaft 10 meldet Helfer – unter ihnen Josef. Perez kann sich noch genau an das letzte Spiel von Borussia Dortmund in der alten Kampfbahn Rote Erde erinnern. „Da sind Tränen geflossen“, so emotional war der Abschied aus der Südkurve des Stadions und so neu war der komische Palettenbau aus dem Fertigbau-Kasten als neue Spielstätte. Dabei wollte zur Eröffnung des Westfalenstadions niemand gegen Dortmund – damals zweitklassig und finanziell angeschlagen – antreten. Schließlich spielte Schalke gegen Dortmund. Schalke siegte 3:0 und verzichtete auf die Gage.

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Ein ganzes Leben als Helfer. Josef Perez (Mitte) im Einsatz bei der WM 2006, hier mit zwei französischen Kollegen des CRF Amiens.

Die Bereitschaft 1 hatte seinerzeit den Vertrag über den Sanitätsdienst mit Borussia Dortmund vereinbart. Geld gab es nicht. 24 Helfer, braune lederne Sanitätstaschen, alte Funkgeräte und Manfred Schmidt als Chef – so lief der Dienst damals. Die Zentrale des Roten Kreuzes war unter der Nordtribüne. Nicht nur, dass manchmal der Funk ausfiel, auch für den angrenzenden Schrebergarten war man zuständig. Patienten mit Wespenstichen im Mund wurden einfach während des Spiels ins Stadion gebracht und behandelt. Oder die Sanitäter liefen, verständigt vom Ordnungsdienst, herüber zum Behandeln. „Wir wurden immer respektiert“, so Perez.

Sicherheitskonzepte, Verträge, DINNormen und Algorithmen geben heute den Takt bei Sanitätsdiensten vor. Vieles ist anders geworden, nicht alles besser. „Damals lief alles per Handschlag“, sagt Perez. In seiner Stimme hört man, dass er mit Wehmut an die alten Zeiten zurück denkt. Ganz anders 1974: Die Fußball-WM in Dortmund war ein echtes Highlight. Nur zwei Jahre nach den Anschlägen bei den Olympischen Spielen in München ist von verstärkten Sicherheitskontrollen nichts zu spüren. Leibesvisitationen werden nur stichprobentartig durchgeführt. Der Sportjournalist Dieter Kürten schwärmte von der „englischen Atmos­ phäre“. Im Stadion, dem einzigen deutschlandweit ohne Laufbahn, war es voll. In Block 13 besonders. Wenn das Rote Kreuz nicht in den Block reinkam, „haben die Fans die Trage genommen und den Verletzten über die Köpfe zurück zum DRK gehoben.“

In schlimmer Erinnerung geblieben ist auch eine Massenschlägerei zwischen Dortmundern und Schalkern 1978. Die Fans waren damals brutaler als heute. Dagegen ist die Episode, bei der einer der Sanitäter unter dem schallenden Applaus der Fans beim Sprint auf den Platz stolpert und hinfällt, in lustiger Erinnerung geblieben. Als die Bereitschaft 10 pleite ist, führt Perez’ Weg über die Bereitschaft in Lütgendortmund zur Bereitschaft 1, wo er seit 31 Jahren tätig ist. Dabei hat er alle Funktionen schon inne gehabt, alle Ausbildungen gemacht. Daher engagiert er sich seit 2004 nur noch für die Blutspende. Für ihn eine Herzensangelegenheit. Wie das DRK überhaupt. „Junge Leute sollten sich Zeit nehmen für so etwas.“

WM 1974 im Westfalenstadion: Am 14. Juni verlor Zaire gegen Schottland 0:2 49

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Liebevoller Einsatz für Senioren ... Ehrenamtliche Wohlfahrtsarbeit im Kreisverband Dortmund e.V. Wie wichtig die Arbeit der Ehrenamtlichen des Migrationsfachdienstes ist, betonte der Ehrenvorsitzende des Kreisverbandes Dortmund e.V., Willi Hänel, beim letzten Treffen zum Jahresende. Die gemeinsame Arbeit steht im Vordergrund, aber auch gemeinsame Aktivitäten wie beispielsweise ein Ausflug nach Bad Sassendorf stärken den Gemeinschaftssinn. Zu Beginn des Jahres treffen sich alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Wohlfahrtsarbeit und der Arbeitskreise der Blutspende zum Neujahrsempfang in der Kreisgeschäftsstelle, ein kleines „Dankeschön” für den unermüdlichen Einsatz.

Ein schwieriges und umfangreiches Aufgabenfeld in der Wohlfahrts-Sozi­al­ arbeit findet im DRK-Zentrum in Dortmund-Scharnhorst statt. Besondere Erwähnung verdient die Seniorengruppe in Scharnhorst unter der Leitung von Frau Regina Bonnekoh und Frau Magdalene Schäfer. Die Mitglieder dieser Gruppe sind vorrangig Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund aus Polen und Russland. Diese Gruppe trifft sich bereits seit 1979 jeden Dienstag zur festen Zeit in Scharnhorst. Hier wird unter anderem über vorgegebene Programmpunkte und Diavorträge gesprochen. Auch über aktuelle sowie aufklärende The­men wird diskutiert. Aber es wird auch sehr viel gespielt, gesungen und gelacht.

Zu den Höhepunkten der Seniorenbegegnung gehörten der Besuch der Weinkönigin, Auftritt einer Stepptänzerin und Beteiligung an den Seniorentagen. Mit schönen Hutmodenschauen, in der die Senioren als Model auftreten, wird Spaß und Freude in Altenheime und Begegnungsstätten gebracht. Fröhliche und informative Stunden erleben die Senioren bei den Treffen im Ortsverein II in der Arndtstraße an jedem zweiten Dienstag unter der Leitung von Frau Karin Hensel und Frau Magdalene Schäfer. Weitere Begegnungen der Senioren finden in den Begegnungsstätten am Kreisverband, in Dortmund-Löttringhausen, Dortmund-Neuasseln und DortmundBövinghausen statt. Kranke Senioren werden zu Hause oder im Krankenhaus besucht, für die Verstorbenen wird bei der nächsten Zusammenkunft zum Gedenken eine Kerze angezündet. Es gibt immer ein offenes Ohr für die großen und kleinen Probleme der Besucherinnen und Besucher.

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... und Sozialarbeit mit Herz Die Seniorengymnastik-Gruppe unter der Leitung von Liane Sondhof besteht aus 18 sehr aktiven Damen im Alter zwischen 65 Jahren und 98 Jahren. Die Gruppe trifft sich an jedem Montag zur gleichen Zeit in den Räumen an der Beurhausstraße. Zum Aufwärmen werden zunächst leichte Gymnastikübungen gemacht, mit Bällen, Bändern oder Stäben. Gerne werden zwischendurch auch mal Seniorentänze einstudiert. Nach einer guten Stunde „Power“ folgt eine Pause mit Entspannungsübungen, die mit Musik untermalt wird. Das Programm wird von den Seniorinnen begeistert aufgenommen. Die DRK-Kleiderkammer in der Josephstraße unter der Leitung von Frau Bialecki leistet gerade in der heutigen Zeit eine nicht weg zu denkende, schwierige Sozialarbeit. Der Umgang mit der nicht ganz so einfachen Klientel, die Sortierung und Ausgabe der abgegebenen, nicht immer sauberen Kleidungsstücke sowie den Wünschen und Erwartungen der Empfänger, ist nicht immer ganz einfach und erfordert viel Geschick.

Gute Stimmung bei der Karnevalsfeier in der Arndtstraße

Einsatz für Menschen in Not.

Auch sonst ist viel los, es werden Geburtstage gefeiert, Ausflüge unternommen und Weihnachtsfeiern gestaltet. Auch der gemeinsame Tagesausflug einmal im Jahr mit der Seniorengruppe des Ortsvereines II in der Arndtstraße, den Leiterinnen und Helferinnen der Se­ni­orenbegegnungsstätten, der Kleiderkammer, der Gymnastikgruppe und des Arbeitskreises Blutspende ist schon fast zur Tradition geworden. Das Team arbeitet kontinuierlich an weiteren Ideen für noch mehr Abwechslung, beispielsweise ein ErsteHilfe-Lehrgang für Senioren oder der Vortrag eines Rechtsanwaltes zum Thema „Patientenverfügung“. Alle Senioren waren dankbar über die Themen, und es werden noch mehr werden.

Viel Spaß und Erste-Hilfe-Schulungen bei der Seniorengymnastik

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Aus unserer Fotokiste: Werbung f端r das DRK

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Migranten helfen Migranten

Bindeglied zwischen Kulturen.

Ehrenamtlicher Dolmetscherdienst beim Kreisverband Dortmund e.V. Der DRK Dolmetscherdienst wurde 2009 gegründet und leistet einen Bei­­­ trag zur Verbesserung der Kommunikation zwischen Migranten und sozialen Diensten und Einrichtungen sowie umgekehrt. Mittlerweile sind 20 Mitglieder aus 13 verschiedenen Ländern im Einsatz, die in zwölf Sprachen eingesetzt werden können. Die Qualität der Gespräche wird durch die Einbindung von unseren neutralen und geschulten „Dolmetschern” verbessert, Missverständnisse und gegenseitige Vorurteile werden abgebaut. Die Ehrenamtlichen fungieren sensibel als Bindeglied unter Berücksichtigung sprachlicher und interkultureller Aspekte zwischen den Klienten und beispielsweise Mitarbeitern der Regeldienste. Die Mitglieder des Dienstes fungieren nicht als professionelle Dolmetscher.Sie

sind eher Sprach- und Kulturvermittler. Bei Gesprächen werden die Ehrenamtlichen von Mitarbeitern des Jugendhilfedienstes, der Familienbüros, des Gesundheitsamtes, der Erziehungsberatungsstelle und der DRK-Migrationsberatung gern in Anspruch genommen. Die Resonanz war bisher sehr positiv, denn die Klienten haben das Gefühl, dass sie ihre Überlegungen besser vermitteln können, und für die Mitarbeiter der Regeldienste ist es eine Unterstützung bei Hausbesuchen oder Beratungsgesprächen. Sie können dadurch besser und zielgerichteter helfen. Auch für die aktiven Migranten ist es eine tolle Erfahrung in bürgerschaftlichem Engagement, die in den meisten Ländern in der Art nicht bekannt ist. Das ist ein Gewinn für alle.

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Der Mensch im Mittelpunkt Selbstbestimmtes Leben im DRK-Altenzentrum Lütgendortmund Der Einzug in eine stationäre Betreuungseinrichtung stellt für jeden einzelnen Menschen einen gravierenden Einschnitt in das bisherige Leben dar. Liebgewonnene Gewohnheiten können meist nicht mehr aufrecht erhalten werden, da sich der Allgemeinzustand des Menschen, das soziale Umfeld und hiermit verbunden der Kontakt zu Angehörigen, Nachbarn und zum Freundeskreis verändern. Wir wollen individuell durch diesen Lebensabschnitt begleiten. Eine Begleitung in Krisenzeiten ist für uns selbstverständlich. Cicely Saunders, die bekannte Ärztin und Sozialarbeiterin sagte: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Doch nicht nur deshalb steht in unserem DRK-Altenzentrum Lütgen­ dortmund der Mensch bei allen betreuenden und pflegerischen Maßnahmen im Mittelpunkt unseres Handelns. Unsere qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen und respektieren den Menschen als eigenständige unverwechselbare Persönlichkeit mit indivi-

duellem Lebensweg. Entsprechend seiner individuellen Pflegebedürftigkeit hat jeder Bewohner das gleiche Recht auf Pflege und Betreuung. Dabei werden die ganz persönliche Biographie, die Selbstsorgefähigkeit des Bewohners, die Ursachen für bestehende Defizite und die persönlichen, sachlichen und umgebenden Ressourcen berücksichtigt. Ein besonderer Schwerpunkt unseres DRK-Altenzentrums ist die Palliative Geriatrie. Das Wort „palliativ“ kommt aus dem Lateinischen und leitet sich von „Pallium“ – dt. „Mantel“ –, ab. Wie ein Mantel soll die palliative Begleitung den Betroffenen schützend umhüllen. Geriatrie ist die Heilkunde am älteren zumeist an mehreren Krankheiten leidenden Menschen. Ihr Hauptziel ist die Förderung von Selbständigkeit und Alltagskompetenz der Betroffenen. In der „Palliativen Geriatrie“ werden geriatrisch erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner behandelt und begleitet, die an belastenden Symptomen, z. B.

Schmerz, Luftnot, Übelkeit oder Angst leiden und deren Lebensprognose deutlich eingeschränkt ist. Dazu gehören neben Bewohnerinnen und Bewohnern mit bösartigen Tumoren ausdrücklich auch die mit nichtbösartigen Erkrankungen. Das Erkennen belastender Symptome bei kognitiv beeinträchtigten Bewohnerinnen und Bewohnern, z. B. bei Demenz, ist oft sehr schwierig, da die Kommunikation gestört sein kann. Diesen besonderen Herausforderungen stellen wir uns mit unserem Fachwissen, intensiver Zuwendung und Begleitung in dieser Lebensphase. Es ist uns wichtig, unseren Bewohnern Geborgenheit und Sicherheit zu geben. Interessen, Neigungen und Vorlieben werden akzeptiert und berücksichtigt. Mit Achtung und Wertschätzung werden die eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Ressourcen unserer Bewohner im gesamten Tagesablauf eingebunden. Generell bieten wir Einzel- und Gruppenaktivitäten zur Erhaltung und

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Service für Senioren mit Herz.

Förderung der Fähigkeiten an, z. B. Hilfen zur Tagesstruktur, Zeitungsrunde, basale Stimulation, Musik und Tanz, jahreszeitliche Veranstaltungen und vieles mehr. Dabei werden wir unterstützt von unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern, die teilweise eigene Aktivitäten anbieten. Die häusliche Umgebung nimmt im täglichen Lebenslauf der meisten Menschen einen zentralen Platz ein – trotz oder gerade wegen unserer modernen Lebensverhältnisse. In unseren großen Einzel- und Doppelzimmern möchten wir gerne Heimat und Behaglichkeit vermitteln, deshalb finden eigene, ans Herz gewachsene Erinnerungsstücke und Dekorationen ihren festen Platz. Auch liebgewonnene kleinere Möbel, Bilder oder Sammelstücke vermitteln bereits Gemütlichkeit und Geborgenheit. Johann Wolfgang von Goethe erklärte: Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen. Deshalb können unsere Bewohner täglich

zwischen zwei verschiedenen Menüs auswählen. Besonders beliebt ist der „Schnitzeltag“ in unterschiedlichen Variationen, der jeden Mittwoch den Speiseplan bereichert. Neben den regulären Speiseplänen sorgen monatliche „Spezialitätentage“ für zusätzliche Abwechslung. Auch saisonale Gerichte, wie z. B. Spargel oder Maischolle, werden selbstverständlich angeboten. Als besonderes Angebot der Küche darf das „Geburtstagskind des Tages“ sich sein Lieblingsessen wünschen.

rinnen und Bewohner. Sie können nur dann erfüllt werden, wenn ein reger Austausch zwischen ihnen, ihren Angehörigen, persönlichen Bezugspersonen, Betreuern, Ärzten und den Pflegenden stattfindet. Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Wir, die Mitarbeiter des DRK-Altenzentrums Lütgendortmund, sehen in der Bilanz unserer Arbeit nicht die Steigerung der Lebensjahre, sondern die Erhaltung der Lebensqualität.

Die Kurzzeitpflege / Urlaubspflege / Verhinderungspflege ist unser Angebot, pflegende Angehörige zeitweise von den pflegerischen Aufgaben zu entlasten. Deshalb bieten wir 15 eingestreute Plätze an. Dieses Angebot richtet sich auch an Schlaganfallpatienten und an Menschen mit krankheitsbedingtem Übergewicht, für die wir besondere Hilfsmittel bereit halten. Unser professionelles Hilfeangebot beinhaltet die Erfüllung der angemessenen Bedürfnisse unserer Bewohne-

Unsere Bewohnerin Frau Hildegard Köhler, die vor kurzem 101 Jahre alt geworden ist

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Zivil- und Katastrophenschutz Eine wahrhaft traditionelle Aufgabe im Wandel der Zeit Zahlreiche Kriegsereignisse brachten verschiedene Kriegervereine immer wieder dazu, Sanitätskolonnen ins Leben zu rufen, um die verwundeten Soldaten auf dem Schlachtfeld zu versorgen. Mit Ende des Ersten Weltkrieges wurden am 09.11.1918 aus vielen Sanitätskolonnen der Kriegervereine die freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz. Die Mitglieder wurden als Krankenträger und Krankenhelfer ausgebildet, um in Friedenszeiten bei Feuerbrünsten, Überschwemmungen, Eisenbahn- und Fabrikunfällen sowie bei Seuchen zu helfen und eine enge Verbindung mit den Staats- und Gemeindebehörden anzustreben. Sie sollten dort Erste Hilfe leisten, wo ihre Dienste verlangt wurden.

Gleichzeitig blieb aber die ursprüng­ liche Auf­gabe des Kriegssanitätsdiens­ tes beibehalten, um bei späteren Krie­gen den Militärbehörden zur Seite stehen zu können. Der Beginn der Zeit des Nationalsozialismus brachte für alle in Deutschland lebenden Bürger viele politische und soziale Veränderungen mit sich. Das Deutsche Rote Kreuz erfuhr mit der Infiltration hochrangiger Nationalsozialisten an entscheidenden Stellen innerhalb seines Dachverbandes einschneidende organisatorische Veränderungen. Mit dem Erlass des heute in dieser Form nicht mehr existierenden DRK-Gesetzes von 1937 wurde das Rote Kreuz mit all seinen Untergliede-

rungen dem damals regierenden NSRegime unterstellt. Aus den freiwilligen Sanitätskolonnen des Roten Kreuzes wurden die sogenannte „MännerBereitschaften“, welche der Deutschen Wehrmacht mit ihrem Sanitätswesen halfen, vom Betrieb der Verbandplätze direkt hinter den Frontlinien bis hin zur Begleitung der Verwundeten in die heimischen Kranken- und Lazarettzüge. Aus den vaterländischen Frauenvereinen des Roten Kreuzes hingegen wurden die „Frauen-Bereitschaften“, welche sowohl den Betrieb der über die Stadt verteilten Rettungsstationen als auch die Pflege der zurückgekehrten Verwundeten in den Heimatlazaretten übernahmen.

Dortmund 2006: Übung Behandlungsplatz-Bereitschaft 50 56

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Häufig befanden sich diese Heimatlazarette auch nur in umgestalteten Wohnzimmern vieler Bürger. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt das Deutsche Rote Kreuz aufgrund seiner vorangegangenen zwangsweisen Gleichstellung vielerorts als verboten. Auch in Dortmund wurde die Organisation trotz der Vielzahl örtlicher Hilfsgesuche durch die Alliierten aufgelöst. Unter der britischen Besatzungsmacht wurden die aber immer noch „am Volk“ fleißig und ehrenhaft tätigen Helferinnen und Helfer in Form eines „eingetragenen Vereines“ neu organisiert und die gute Arbeit konnte weitergehen. Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs wurden 1949 die Genfer Konventionen neu gefasst und mit dem vierten Abkommen über den „Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten“ ergänzt. Mit dem Koreakrieg begann 1950 die erste heiße Phase des Kalten Krieges,

wodurch in vielen Ländern moderne Zivilschutzmaßnahmen vorangetrieben wurden. Der Luftschutzhilfsdienst (LSHD) war eine 1957 mit dem „Ersten Gesetz über Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung“ gegründete Bundesinstitution in Westdeutschland, in welcher 1% der Bevölkerung – da­ mals also 600.000 Bürger – ausge­ bildet und im Bedarfsfall tätig werden sollten, um den Auswirkungen von Massenvernichtungswaffen entgegenzuwirken. Wenngleich der LSHD eine eigenständige Institution mit eigenen Ausbildungsstätten war, so wurden die Einheiten für den Luftschutzhilfsdienst meist den Hilfsorganisationen, der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk zugeordnet. Denn hier gab es zahlreiche Ehrenamtliche, wie auch beim DRK in Dortmund, welche sich schon lange und mit viel Erfahrung um den Schutz der Zivilbevölkerung sorgten. „Es gab zwei Dienst- und Unterrichts-

Immer im Einsatz für alle Bürger.

abende pro Woche – einen reinen Rotkreuz-Abend und einen für den Zivilschutz. Es gab sogar zwei verschiedene Uniformen im Spind eines jeden Rotkreuzhelfers, zahlreiche vom Bund gestellte Einsatzfahrzeuge und -materialien und eine Menge an groß angelegten Übungen“ erinnert sich Michael Stommel, heutiger Rotkreuzbeauftragter für den Zivil- und Katastrophenschutz in Dortmund. „Regelmäßig fuhren wir mit ganzen Fahrzeugkolonnen Samstag früh morgens los, um uns mit den Fahrzeugen und Materialien für den möglichen Ernstfall vertraut zu machen. Die Kameradschaft unter den Kollegen war schon damals großartig. Glücklicherweise kam es nie zu einem realen Einsatz“.

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Gegliedert war der Luftschutzhilfsdienst in verschiedene Fachdienste, welche sich wiederum aus mehreren Zügen und Fachgruppen zusammensetzen. Mehrere Züge und Fachgruppen bildeten eine Bereitschaft. Der „2. Luftschutz-Sanitätsbereitschaft Dortmund“ gehörten 162 Männer vom DRK an, welche sich in die Züge Sanitätsdienst für den Einsatz an der Front, Verbandplatz, Transport und Versorgung und die Führungsgruppe aufteilten. Wer sich für diese Aufgabe auf mindestens 10 Jahre „ehrenamtlich verpflichtete“, brauchte keinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr zu leisten. Im Jahr 1962 fiel dem Land NRW erstmals auf, dass die vom Bund gestellten Fahrzeuge und Materialien des LSHD nur für den Verteidigungsfall, also mit Eintreten von Kriegsereignissen

in Deutschland, vorgehalten und ein­ gesetzt werden durften. Das Land erkannte aber ebenso die Notwendigkeit, Hilfe bei regionalen und überregionalen Katastrophen, beispielsweise bei Naturkatas­trophen und größeren Unglücken haben zu müssen. Das DRK in Dortmund übernahm – zusätzlich zur bereits erwähnten „2. Luftschutz-Sanitätsbereitschaft Dortmund“ – die personelle Besetzung von zwei sogenannten regionalen Katastrophenschutz-Sanitäts-Zügen (K-San-Züge). Jeweils 29 ehrenamtliche Frauen und Männer aus den Dortmunder RotkreuzBereitschaften 1 und 7 besetzten die vom Land gestellten Einsatzfahrzeuge.

hilfsdienst, Unterstützung des Gesundheitsamtes bei der Durchführung von Schutzimpfungen und Mutter-Kind-Beratung waren nur einige davon. Darüber hinaus fuhren regelmäßig Rotkreuzhelferinnen aus Dortmund ins Grenzdurchgangslager Friedland nahe bei Göttingen, um Evakuierten, Flüchtlingen, Vertriebenen und (Spät-)Heimkehrern eine erste Anlaufstelle in ihrer (neuen) Heimat zu bieten. Seit seiner Gründung 1945 war das Grenzdurchgangslager für mehr als 4.000.000 Menschen die erste Anlaufstelle in der Bundesrepublik Deutschland, weshalb es auch als „Tor zur Freiheit“ bezeichnet wurde.

Die Vielzahl der Frauen hingegen hatte in ihren Rotkreuz-Bereitschaften eine Vielzahl anderer, nicht weniger wichtiger Aufgaben zu bewältigen: Pflege-

Das Ende des Kalten Krieges führte nach der Wende 1989/90 zu einem starken Abbau des Zivil- und Katastrophenschutzes. Lediglich für Naturkatastrophen oder

G8-Weltwirtschaftsgipfel in Heiligendamm 2007 58

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für größere Unfälle und Schadenslagen wurden begrenzte Mittel und Hilfskräfte vorgehalten. Nach den Terrorschlägen in den Vereinigten Staaten im Jahre 2001 und den grenzüberschreitenden Hochwasserkatastrophen an Oder und Elbe um die Jahrtausendwende begann sich diese Entwicklung umzukehren. Katastrophenschutz wur­de wieder in größerem und erforderlichem Zusammenhang gesehen. Bis heute werden in jeder Kommune in NRW jeweils vier Einsatzeinheiten mit je 33 Einsatzkräften für den (über)regionalen Einsatz vorgehalten – das DRK Dortmund besetzt davon 2,5 Einheiten. Regelmäßig geplante und ungeplante Einsätze haben unsere Dortmunder DRKler gerade in den vergangenen Jahren zum Einsatz gerufen: Papst-

besuch 2005 auf dem Marienfeld bei Köln, Fußball-WM 2006, Orkan Kyrill in Dortmund, G8-Weltwirtschaftsgipfel in Heiligendamm 2007, Love-Parade 2008 in Dortmund, Love-Parade 2010 in Duisburg, Fußball-Meisterfeier 2011 und Doublefeier 2012 sowie mehrere Evakuierungsmaßnahmen in Dortmund waren immer wieder herausfordernde Einsätze für unsere Ehrenamtlichen.

Immer im Einsatz für alle Bürger.

Ein moderner und multifunktionaler Katastrophenschutz ist entstanden – und wir helfen gerne …

Loveparade 2010 in Duisburg

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Erste Hilfe für die Seele Krisenintervention und Einsatzkräftenachsorge beim DRK Dortmund Ein schreckliches – und bis heute un­ vergessenes Unglück – vor mittlerweile 17 Jahren gab den ersten Anstoß. Am Fronleichnamstag 1996 auf der Jugendmesse YOU hatte die Bundeswehr als Attraktion zu Schauflügen mit dem Hubschrauber eingeladen. Die Maschine, mit meist jugendlichen Messebesuchern, Journalisten und Soldaten an Bord, berührte in Dortmund-Kirchhörde die Baumwipfel und stürzte ab. Von 14 Insassen wurden 13 getötet. Nicht nur für Angehörige und Augenzeugen ein ungeheuerlicher Schock und ein traumatisches Ereignis. Natürlich auch für die Helfer des Rettungs- und Sanitätsdienstes, die im Geschehen selber zu Betroffenen des Unglücks wurden.

Weiterbildung beim PSNV-Tag im DRK-Ausbildungszentrum, Mai 2010

Als Konsequenz aus solchen extremen psychischen Belastungen, ergriff Albrecht Klemm, der damals Rettungsassistent auf dem Baby-Notarztwagen war, die Initiative und ließ sich in der noch wenig verbreiteten Kriseninterventionshilfe schulen. Gemeinsam mit Helfern anderer Hilfsorganisationen gründete er ein erstes Interventionsteam – zunächst gezielt für betroffene Kinder. 2001 rief Albrecht Klemm im Dortmunder Roten Kreuz mit anderen engagierten Helferinnen und Helfer das Kriseninterventionsteam ins Leben und bildete neue Teammitglieder aus. Sechzehn von ihnen bilden die heutige PSNV-Gruppe (Psychosoziale Notfall-

versorgung). Kriseninterventionshilfe kann viel leisten, denn immer wieder werden Menschen von einem Augenblick zum anderen aus ihren gewohnten Lebensumständen herausgerissen. Ursachen für solch ein Ereignis können Unfälle von Freunden und Verwandten sein, genauso wie Todesfälle im Familienoder Freundeskreis. Unter Umständen sind diese Menschen selbst von einem Schadensereignis betroffen. Das sind Situationen, in denen sie die Orientierung verlieren und hilflos dastehen können. In solchen Fällen kann Krisenintervention erste Hilfestellung geben, dem Betroffenen zuhören, ihn so unterstützen und einfach „da sein“. Betroffene von Not- und Unglücksfällen, Angehörige und Freunde eines oder mehrerer Notfallopfer sowie Hin­ terbliebene eines Verstorbenen sind Menschen, die von der Kriseninterventionshilfe profitieren können. Aber auch Augen- und Ohrenzeugen eines Unglücks oder einer Gewalttat sowie Überlebende eines Unglücks brauchen häufig Menschen, die für sie da sind.

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Quelle: Fred Weingart

Quelle:Pedro Citoler

Intervention bei vielen Krisen.

Kriseninterventionshelfer nehmen sich für die Betroffenen die Zeit, die einsatzbedingt dem Rettungsdienst oder auch der Polizei meist nicht zur Verfügung steht. Sie sind bestrebt, sich in die Situation einzufühlen, zu informieren und zu beraten. Dabei bewerten sie nicht die Situation aus ihrem eigenen Blickwinkel, sondern unterstützen die Betroffenen nach deren Bedürfnislage. Krisenintervention begleitet und betreut sie bis zu mehreren Stunden. Im Rahmen dieser Betreuung in einem geschützten Raum, soll Orientierung und Informationen vermittelt werden über das, was geschehen ist und was in den nächsten Stunden und Tagen auf die Betroffenen zukommen kann.

Im Vordergrund steht die Hilfestellung bei den nächsten Schritten, das soziale Umfeld wird aktiviert und eingebunden und bei Bedarf werden weiterführende Unterstützungsangebote vermittelt. Schließlich sind auch Helfer nicht unverwundbar und so kann es vorkommen, dass Helfer Hilfe brauchen. Zur Vorbeugung und Bewältigung von starkem Stress sowie körperlichen und seelischen Belastungen in schwierigen Einsätzen stehen mehrere Mitglieder der PSNV-Gruppe immer zur Verfügung, die besonders in der Einsatz­ kräftenachsorge geschult sind.

Einsatzkräfte können so nicht nur bei Bedarf von Nachbesprechungen oder der Vermittlung schneller therapeutischer Hilfe Gebrauch machen, sondern auch in Kurzschulungen an Dienstabenden oder in einem Wochenendtraining ihre psychosoziale Basiskompetenz erweitern und festigen. Dazu gehören unter anderem die Analyse möglicher eigener Reaktionen und der positive Umgang mit ihnen. Die PSNV-Gruppe trifft sich jeden ersten Montag im Monat um 18:30 Uhr im DRK-Kreisverband der Kreisgeschäftsstelle in der Beurhausstraße.

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Voller Einsatz im Rettungsdienst Das Programm des starken Teams im Kreisverband Dortmund e.V. 1970 fing es mit einem Ford Transit an, heute ist der Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Dortmund e.V. auf der Grundlage des Rettungsdienstgesetzes in Nordrhein-Westfalen in den öffentlichen Rettungsdienst der Stadt Dortmund eingebunden. Dieser ist nicht nur zuständig für den kommunalen Rettungsdienst, sondern auch für die Sicherstellung von rettungsdienstlichen Leistungen im Rahmen von Sanitätswachdiensten. Für den Massenanfall von Verletzten hält der DRK-Kreisverband eine „Sondereinsatzgruppe Rettungsdienst“ vor, die nicht nur bei besonderen Notfällen, sondern auch auf Großveranstaltungen wie der BVB-Meisterfeier zum Einsatz kommen. Die Sondereinsatzgruppe wird durch ehrenamtlich rettungsdienstlich ausgebildetes Personal besetzt und ist an der Geschäftsstelle des Kreisverbandes stationiert.

Die seit 2003 bestehende Fahrradstaffel ist mit Rettungsassistenten des Kreisverbandes Dortmund fester Bestandteil der Planungen bei größeren Sanitätswachdiensten mit hohem Besucheraufkommen auf großen Flächen, wie beispielsweise Rosenmontagszug oder Lichterfest im Westfalenpark. Sie kann zeitnah bei den Notfallpatienten sein und eine qualifizierte Erstversorgung durchführen. Seit mehr als 25 Jahren betreibt der Kreisverband den medizinischen Transportdienst mit einem speziell ausgerüsteten Fahrzeug. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass diese Dienstleistungen rund um die Uhr das ganze Jahr zur Verfügung stehen.

Auch die Verkürzung der Beschaffungszeit von Blutkonserven oder der Transport von Transplantationspatienten gehört zu den Leistungen. Auch ein Hausnotrufdienst gehört zum Angebot des DRK-Kreisverbandes Dortmund. Die ehrenamtlichen Helfer des medizinischen Transportdienstes sind an der Erstversorgung der Hausnotrufkunden beteiligt. Sie entscheiden aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation über weitere Versorgung. Im Rettungsdienst muss häufig schnell und unkompliziert gehandelt werden. Das funktioniert nur durch den unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten des Rettungsdienst-Teams.

Aus unserer Fotokiste: 1979 wurde der Notarztdienst im Marienhospital Hombruch gegründet. Marko Siegert verkaufte seinen 3er BMW an das DRK. Am ersten Tag, einen Samstag, saßen Dieter Bolz und Peter Beinecke im Fahrzeug und warteten auf einen Einsatz. Nach 5 Stunden Wartezeit kam er dann. 62

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Rotkreuz-Stiftung Dortmund

Eine starke Stadt für alle Bürger.

Eine gute Idee zur Förderung der Allgemeinheit Wir arbeiten in der Tradition der Idee unseres Gründers Henry Dunant, der aus Anteilnahme über das Grauen einer Schlacht im Jahre 1859 den Grundstein für das Rote Kreuz legte. Der Gedanke der zivilen Hilfe leitet uns hier in Dortmund und im Verbund mit Deutschland.

Der DRK-Kreisverband Dortmund hat zur Unterstützung seiner vielfältigen sozialen und karitativen Aufgaben die „Rotkreuz-Stiftung Dortmund“ gegrün­det, die am 04.06.2012 durch die Be­­zirksregierung Arnsberg als gemeinnützig anerkannt wurde. Die Stiftung wird ausschließlich ehrenamtlich verwaltet und dient der selbstlosen Förderung der Allgemeinheit durch finanzielle Unterstützung der gemeinnützigen Aufgaben des DRKKreisverbandes Dortmund e.V., seiner Ortsvereine sowie anderer Rot-KreuzGliederungen und gemeinnütziger Einrichtungen zur Verwirklichung von unter anderem folgender steuerbegünstigter Zwecke:

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 örderung der JugendF und Altenhilfe;  örderung der Erziehung, F Volks- und Berufsbildung;

Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben ist die Stiftung auf Ihre Spenden und Zustiftungen, die in vollem Umfang dem Förderzweck zu Gute kommen, dringend angewiesen. Bitte helfen Sie mit!

Förderung des Wohlfahrtswesens;  örderung des bürgerschaftlichen F Engagements zugunsten gemeinnütziger Zwecke;  örderung von Personen, die infolge F ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Rotkreuz-Stiftung Dortmund Beurhausstraße 71, 44137 Dortmund Rufen Sie uns an unter Telefon 1810222 oder senden Sie eine Mail an rotkreuz-stiftung@drk-dortmund.de. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.rotkreuzstiftung-dortmund.de.

IMPRESSUM Herausgeber: Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Dortmund e.V. // www.drk-dortmund.de In Zusammenarbeit mit DRK-Blutspendedienst West, Zentrum für Transfusionsmedizin Hagen Konzept, Gestaltung und Herstellungsleitung: Oliver Schäfer Umsetzung: C/O/M/M/I/T Marketing Beratung Design Konzepte // www.commit.de Texte: Jörg Aderholz, Peter Beinecke, Sebastian Betz, Sabine Czubak, Katrin Emmel, Thorsten Hellwetter, Anne Holz, Madeleine Irmer, Dominique Krebbers, Karin Langrzyk, Cornelia Schnittger, Helmut Schäben, Oliver Schäfer, Hildegard Schönig, Christine Stula, Gerda Tillmann, Antonia Uhle, Christa Vogler, Silja Wiese Bildnachweise (in der Reihenfolge): leksustuss/Fotolia (Titel), Soeren Spoo/Dortmund-Agentur (S. 5), Michael Handelmann/DRK (S. 7), DRK (S. 12), Peter Geymayer/Wikipedia (S.12), DRK (S.14), Tbachner/Wikipedia (S.16), DRK (S.18), Hermann Lorch Kunstanstalt (S.19), DRK (S. 21/23), DRK (S. 24), Wikipedia (S. 27), Bundesarchiv (S. 28), DRK (S. 28/29), Stadt Dortmund (S. 30), Christine Stula (S. 31), DRK (S. 32/33/34), BSD Hagen (S. 36/37), DRK (S. 38/40/41/42/43/44/47/49), Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst/Wikipedia (S. 49), DRK (S. 51/52), drubig-photo/Fotolia (S. 53), DRK (S. 55/56/58), Fred Weingardt (S. 57), Pedro Citoler (S. 57) Produktion: Hitzegrad Print, Medien und Service // www.hitzegrad.de 2

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