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adidas-Salomon

~1~ adidas-Salomon Impossible Is NOlhillg

Ein Schuh geht um die Welt Das Label ist untrennbar mit dem Leistungssport verbunden. Beim Namen adidas denkt man sofort an Fußball, an erfolgreiche Athleten und sportliche Höchstleistungen. Und natürlich an die berühmten drei Streifen, die in irgendeiner Form auf keinem adidas Artikel fehlen dürfen. Die adidas-Story begann mit ein paar handgemachten Schuhen aus Leinen und stellt heute das weltweit umfassendste Markenportfolio in der Sportartikelindustrie dar. Die Palette reicht dabei von Schuhen, Kleidung und Accessoires für Basketball, Fußball und Fitness bis hin zu Adventure, Trail, Ski und Golf.

H erbert Hainer Vorstandsvorsitzender adidas-Salomon AG

_ Der Mann war Visionär und Stratege gleichzeitig. Firmengründer Adi Dassler - nicht nur von seiner Idee überzeugt, sondern auch in der Lage, binnen kürzester Zeit andere von seiner Mission zu überzeugen. Als er in den 20er Jahren seine ersten, handgenähten Schuhe schuf - aus den wenigen Mitteln, die nach dem Ersten Weltkrieg zur Verfügung standen - stellte er sich drei Prämissen, die bis heute Vorgabe sind für adidas: optimale Anpassung an die jeweiligen sportlichen Anforderungen, Schutz der Gesundheit und lange Haltbarkeit der Modelle. Der erste Schuh aus seiner Werkstatt in Herzogenaurach war ein Trainingsschuh aus Leinen für Läufer und kostete zwei Reichsmark.

Ein Synonym für Qualität und Funktionalität Ausgehend von dem ursprünglichen Modell entwickelte er die ersten Spezialschuhe für Fußballspieler und Leichtathleten. Zum ersten Mal wurden Schuhe mit Dornen vorgestellt. Schon damals setzte er neueste Materialien zur Gewichtsersparnis ein und entwickelte unterschiedliche Modelle für die jeweiligen Laufstrecken. Sein Perfektionismus trug bald erste Früchte. 1928,

bei den Olympischen Spielen in Amsterdam, werden erstmals Schuhe aus seiner Hand getragen. Adi Dassler ist vor Ort und betreut "seine" Sportler, während er gleichzeitig in Zusammenarbeit mit den Aktiven kontinuierlich an der Optimierung seiner Werke arbeitet. Bis he~te hält man bei adidas an dieser Philosophie fest. Über 700 weltweit gültige Patente und Gebrauchsmuster sind Beweis dafür, dass Adi Dassler jede Möglichkeit nutzte, einen Schuh zu perfektionieren. Neue Produkte werden in enger Zusammenarbeit mit namhaften Sportlern entwickelt und intensiv getestet, bevor sie zur Marktreife gelangen . In Scheinfeld, nahe dem Unternehmenssitz im fränkischen Herzogenaurach, fertigt und testet man diese Produkte - übrigens die letzte Sportschuh -Produktionsstätte in Deutschland. Das vom Gründer vorgelebte Perfektionsstreben macht adidas zum erfolgreichsten Ausrüster in der Geschichte der Olympischen Spiele. Dieser Siegeszug begann 1934 in Los Angeles: Arthur Jonath holt Bronze im Sprint über 100 m und wird damit zum ersten Olympioniken, der in adidas-Laufschuhen Medaillen sammelt. Das


Unternehmen, mittlerweile bestückt mit einer Produktpalette von rund 30 verschiedenen Schuhen für elf Sportarten, beschäftigt knapp 100 Mitarbeiter und erlebt seinen ersten Höhepunkt bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Der Jahrhundertläufer Jesse Owens trägt adidas und erzielt Spitzenleistungen bei fast allen seiner ingesamt zwölf Starts. Die Wirren des Zweiten Weltkriegs setzen der Anfangseuphorie ein jähes Ende. Mit nur 47 Mitarbeitern und einem eisernen Willen zum Erfolg gelingt es Dassler jedoch, an die bereits erreichten Ziele anzuknüpfen. Seine Kenntnisse aus der Vorkriegszeit setzt er um und wandelt sie in neue Ideen. So entstehen aus Segeltuch und Gummi aus amerikanischen Treibstofftanks die ersten Nachkriegssportschuhe. 1948 schließlich die Einführung des Firmennamens - eine Kombination aus seinem Vor- und Zunamen. Ein Jahr darauf meldet Adi Dassler die typischen "Drei Streifen" als unverwechselbares Markenzeichen an.

adidas - die Marke der Weltmeister Ein Meilenstein in der Firmengeschichte wird 1954 zur Fußball-WM gesetzt- das Jahr, das den endgültigen Durchbruch darstellt. Denn im legendären Endspiel gegen Ungarn gewinnt die deutsche Mannschaft 3:2 und wird Weltmeister - in Schuhen von adidas. Das Wunder von Bern war perfekt. Adi Dassler ist vor Ort und passt noch in der Spielpause die Fußballschuhe mit den auswechselbaren Schraubstollen den Bodenverhältnissen an. Das damals getragene Modeli ging später unter dem Namen "Weltmeister" in die Annalen des Unternehmens ein. adidas hat damit Zeichen gesetzt in Sachen Qualität und Funktionalität. Kurz darauf die Entwicklung der ersten Nylon-Halbsohlen für Sprinter. Wilma Rudolph

Fußball- Star David Beckham

gewinnt 1960 an lässlich der Olympischen Spiele in Rom Gold über 100 mund 200 m sowie mit der 4x100 m Staffel. Der Allroundschuh "Rom" kommt auf den Markt - ein Klassiker, der bis heute zu den absoluten Trendschuhen zählt und in geringen Stückzahlen wieder produziert wird. adidas erweitert seine Produktpalette und begin nt mit der Entwicklung von Bällen, gefolgt von der Herstellung hochwertiger, langlebiger Sporttextilien - immer mit den bis heute aktuellen drei Streifen. Als erste Firma der Welt stellt adidas Nockensohlen aus Polyurethan im Spritzverfahren her und gibt darauf ein Jahr Garantie.


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KSK

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Der Umwelt zuliebe

Die Alchimisten aus dem Allgäu Aus verschiedenen unreinen Stoffen etwas Wertvolles zu schaffen - das war die ursprüngliche Idee der Alchimisten in allen Kulturen . Es mag verwunderlich scheinen, dass sich auch heute noch jemand damit auseinandersetzt. Und damit nicht nur Erfolg hat, sondern vor allem auch unserer Umwelt etwas Gutes tut.

Peter Käßmeyer, Dipl.-Ing. (FH) Geschäftsführer

_ Zwar wird nicht gerade Gold geschaffen bei der Käßmeyer GmbH und es werden auch nicht Heil versprechende Kräuterelixiere gemixt - und dennoch enstehen dort wertvolle energetische Rohstoffe. Dipl.-Ing. Peter Käßmeyer nennt den Output seines Unternehmens gerne "das Gold der Neuzeit". Gemeint ist Energie, die aus scheinbar wertlosem Bioabfall gewonnen wird. Als in den 80er Jahren, bedingt durch knappes Deponieraumvolumen sowie mangelnde Verbrennungstechnik ein Umdenken in der Abfallentsorgung stattfand, wurde der Grundstein gelegt für eine geregelte Entsorgungswirtschaft und zugleich die Frage nach der Wiederverwertbarkeit des scheinbar wertlosen Mülls gestellt. Biologische Abfälle - der vergessene Rohstoff

In dieser Zeit war der Abfallstrom "Organik" noch völlig unterbewertet und wurde auch an Technischen Universitäten und den entsprechenden Fakultäten höchst stiefmütterlich behandelt. Doch Käßmeyer, seines Zeichens Agrar-Ingenieur, witterte bereits damals das vorhandene Potenzial und gründete auf dieser Idee basierend sein Unternehmen - die Kompostierungs-Service Käßmeyer GmbH. Der in Vergessenheit geratene Rohstoff Kompost inspirierte den umtriebigen Entrepreneur zu weiteren Un-

ternehmungen: Denn unsere Landwirtschaft und auch der Gartenbau setzten lange Zeit auf die Mineraldüngung und den Pflanzenschutz unter Einsatz chemischer Stoffe, um höchste Erträge zu erzielen. Bodenkultur, Bodengesundheit und die jeweilige Struktur des Bodens wurden dabei weitgehend außer Acht gelassen. Die KSK verwertet Gartenschnitte von Bäumen und Sträuchern sowie Schilf, Gras und Laub - also organische Grünabfälle, mit Ausnahme von Altholz, behandelten Hölzern und Ähnlichem. Das Umsetzen des zerkleinerten Grünguts ist die notwendige Voraussetzung zur biologischen Abbauprozessbeschleunigung. Dadurch wird der der natürliche Abbau und Umbau der Organik immer wieder von Neuem angeregt. Innerhalb von nur etwa drei Monaten entsteht auf diese Weise hochwertiger Qualitätskompost biologisch einwandfrei und ohne Zusätze. Das "Gold des Gärtners" findet seinen Einsatz sowohl in Erdenwerken, der kommerziellen Landwirtschaft sowie im privaten Haushalt. Denn mit ihm wird das Bodenleben auf natürliche Weise mit Mikroorganismen, Mineralien und Nährstoffen angereichert. Das sorgt für üppiges Wachstum und den Schutz der Umwelt, sprich die Instandhaltung der Bodenkultur. Denn Kompost, eingearbeitet in Blumen- oder Gemüsebeete, wirkt wachstumsfördernd, struk-


Zahlen _ Fakten

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turgebend und wasserhaltend. Das Ergebnis sind beste Ernten und gesunde Pflanzen - ganz ohne mineralisches Düngen. Erst in den 90ern wurde der Wert organischer Abfälle entdeckt und das veranlasste Käßmeyer in 1998 zur Gründung der BIO-Energie Schwaben GmbH - einem Unternehmen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, aus kommunalen und industriellen Bioabfällen alternative Energien zu gewinnen und so den natürlichen Kreislauf wieder zu schließen. Dank dem Einsatz zukunftsweisender Technologien zählt die BIO-Energie Schwaben in ihrem Segment heute zu den führenden Firmen weltweit. Zur Zeit wird ca. 1 Megawatt "grüner Strom" p/h in der Vergärungsanlage im heimischen Erkheim erzeugt. Die moderne Anlagentechnik erfüllt selbst strengste Sicherheitsauflagen wie z.B. die vollautomatische Störstoffauslese, mit der ein Reinheitsgrad von 99 % erreicht wird. Geschlossene Anlagenteile verhindern ferner jedwede Lärm- oder Geruchsbelästigung. Aus Altholz mach' Neues

Ein weiteres Geschäftsfeld entstand 1992 aus der Aufbereitung und Verwertung von Althölzern aus dem Gebäuderückbau, Sperrmüllsammlungen und Industrierrückständen. Die KSK hat ein System entwickelt, das bei der Gebrauchtholzverwertung von der Abholung oder Bearbeitung vor Ort über die Lagerung bis hin zur Weiterverarbeitung reicht. Das von Fremdstoffen befreite, zu feinen Holzschnitzen aufbereitete Material wird anschließend sowohl der stofflichen als auch der thermischen Verwertung zugeführt. Innovation made in Allgäu

All dies geschieht im Biomasse-Kompetenz-Zentrum, mit dem ein Meilenstein zur Nutzung re-

gionaler, erneuerbarer Energien gesetzt wurde. Hier werden sämtliche Ressourcen gebündelt und an verschiedene Energieproduzenten weitergegeben. Damit trägt das Biomasse-Kompetenz-Zentrum in erheblichem Maß dazu bei, den Treibhauseffekt zu reduzieren, und ist gleichzeitig ein Paradebeispiel für die umweltfreundliche Nutzung natürlicher Ressourcen. Um auch andere Kommunen, Regionen und Bundesländer von dem umweltgerechten und nachhaltigen Prinzip zu überzeugen, entstand auch die BIO-Energie Consulting GmbH & CO.KG. Denn die Erfahrungen haben gezeigt, dass Betreibererfahrung im Umgang mit den Ausgangsmaterialien ein wesentlicher Bestandteil für den technischen, aber auch den wirtschaftlichen Erfolg beim Aufbau und Betrieb einer Abfallaufbereitungsanlage sind. Die optimale Verwertung und Vermarktung sowie die Weitergabe des erworbenen Wissens zählen daher zu den wichtigsten Aufgaben, die die BIOEnergie Consulting zu leisten hat. Mit erfahrenen Ingenieuren im industriellen Anlagenbau wurden zukunftsweisende Kooperationen geschlossen, die das in Erkheim gesammelte Know-how, zusammen mit ausgefeilter und hoch entwickelter Technologie, in alle Welt transferieren. Der Umweltpionier Peter Käßmeyer hat mit seinen Unternehmen Zeichen gesetzt. Nicht nur in unternehmerischer Hinsicht - er hat bewiesen, wie sich aus innovativen Ideen in Kombination mit einem hohen Anspruch an Umweltverträglichkeit durchaus Geschäftschancen verwirklichen können . Sein Biomasse-Kompetenz-Zentrum mit einer Gesamtfläche von 35.000 Quadratmetern ist ein echtes Vorzeigeobjekt. Und beweist, dass alte alchimistische Grundsätze durchaus noch in die Welt von heute passen. Vielleicht sogar mehr denn je ...

Sitz des Unternehmens

KSK Kompost ierungs-Service Käßmeyer GmbH Eidlerholzweg 100 87746 Erkh ei m Telefon 08336/8055-0 Telefax 08336/8055-55 firma@ksk-gmbh .de www.biomasse-kompetenzzentrum .de Geschäftsführung

Dipl.lng . Peter Käßmeyer Mitarbeiter

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RENK

Antrieb und Bewegung

High-lech aus Augsburg Antriebe von RENK Was eigentlich motiviert den Menschen, Dinge immer schneller bewegen zu wollen? Der Antrieb ist es - nicht nur der im Kopf, sondern vor allem der mechanische. Die entsprechende Technologie könnte beispielsweise von der RENK AG aus Augsburg stammen.

Vorstand der RENK AG: links: Ulrich Sauter rechts: Prof Dr. Manfred Hirt (Sprecher)

_ Antrieb und Bewegung - das waren die treibenden Kräfte, die Johann Julius Renk 1873 zur Eröffnung seiner mechanischen Werkstätte für die Herstellung von Zahnrädern aller Art bewegten. Bereits als Schlosser- und Dreherlehrling bei der Augsburger Maschinenfabrik, der späteren MAN, und später als ausgebildeter Dreher bei L.A. Riedinger dachte er über eine Maschine nach, mit der man Verzahnungen komplett mechanisch herstellen könne. Denn das Prozedere war damals noch äusserst mühsam: Üblich waren das maschinelle Vorarbeiten und anschliessend das manuelle, zeitaufwändige Fertigfeilen der einzelnen Zähne nach Schablonen. Johann Renk probierte geduldig aus. Zunächst gelang ihm der Bau einer halbautomatischen Stirnrad-Hobelmaschine, die nach dem Schablonenprinzip arbeitete. Und endlich, im Jahr 1877, der große Durchbruch: Er konstruierte und baute eine Bearbeitungsmaschine, mit der man konische Zahnräder komplett herstellen konnte. Ein Meilenstein in der Geschichte der industriellen Fertigung, für die er mit dem Patent DRP 8000/79 belohnt wurde und das damals in der Fachwelt für große Furore sorgte. Damit war auch der erste Schritt zur Expansion der kleinen Firma getan und man zog 1879 um in Augsburgs

Gögginger Straße, die bis heute Stammsitz des Unternehmens ist. Danach lief es buchstäblich wie geschmiert für Johann Renk und sein aufstrebendes Unternehmen. Arbeit im Zweischichtbetrieb, um alle Aufträge fristgerecht zu erledigen - und

5-MW-Planetengetriebe Typ AEROGEAR für eine Windkraftanlage


Doppelschiffsgetriebe fü r die weltweit zu rzeit größte "Color Line"

das bei der damals üblichen 60-Stundenwoche mit einem Entgelt von 40 Pf. Stundenlohn. Johann Renk, der bereits im Alter von 48 Jahren starb, stand auch zu seiner sozialen Verantwortung und gründete sechs Jahre vor seinem Tod im Jahr 1890 eine eigene Fabrikkrankenkasse. Er hinterließ einen Betrieb mit über 100 Mitarbeitern, die jährlich über 12.000 Zahnräder aller Art und Grösse herstellten. Kurz darauf, im Jahr 1897, wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Bereits 1923 in den Gutehoffnungshütte Aktienverein (die heutige MAN Gruppe) eingegliedert, zählt RENK heute zu den führenden Anbietern in der Antriebstechnik. Innovationen. die Geschichte schrieben

Rund um die Antriebstechnik konnte das Unternehmen im Laufe seiner langjährigen Firmengeschichte immer wieder mit bahnbrechenden Innovationen auf sich aufmerksam machen. Zum Beispiel im Jahr 1997 - der Bau des weltweit ersten Turbogetriebes, das für eine Gasturbinenleistung von 100 MW ausgelegt war. Inzwiswchen ist man bei einer Leistungsklasse von 140 MW angelangt. Derartige Leistungen beruhen auflangjähriger praktischer Erfahrung und profu ndem Know-how rund um den Getriebebau. Ganz in der Tradition des Firmengründers Johann Renk, überzeugte das Unternehmen mit seiner Erfahrung auch durch den Bau eines für 20.600 kW konstruierten Planetengetriebes, das im Schiffsantrieb eingesetzt wird und mit gegenläufigen Propellern ausgestattet ist. Doch damit nicht genug. Der RENK AG gelang es immer wieder, die bereits erbrachten Erfolge zu übertreffen - und das in allen Produktbereichen. Bereits 1961 wurde eine elektrische Steuerung für Fahrzeuggetriebe entwickelt - ein Novum seinerzeit, das für entsprechendes Aufsehen in


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Das Leben mit einem Klassiker

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© Design Arne Jacobsen

Purismus als Lebensphilosophie Schönheit ist vergänglich. Trends ebenso. Was heute in ist, kann schon morgen out sein. Das gilt für Mode wie Musik, für Architektur und Design ebenso wie in der Kunst. Allerdings gibt es immer wieder Dinge, die auf wundersame Weise nicht dem Geist der Zeit unterworfen sind und so etwas wie dauerhafte, nachhaltige Eleganz besitzen. In der Haute Couture zählt dazu das Chanel-Kostüm, beim Wohndesign etwa die berühmte Corbusier-Liege - und im Bereich Innenarchitektur ohne Zweifel die Armaturen von Vola.

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_ Vola ist ein Klassiker mit Kultstatus. Armaturen, die als technisch komplexe Produkte höchste Ansprüche erfüllen - in Funktion und Design. Ihre puristischen, klaren Formen sind nicht mehr zu verbessern, das Design ist formvollendet und hat eine gewisse Endstufe der Perfektion erfüllt. Die Gestaltungsdevise "weniger ist mehr" fand selten eine passendere Ausdrucksform als in diesen Stücken, die seit über 30 Jahren den Erfolg der Marke Vola begründen. Elegant und zeitlos passen sich die Produkte neuen Nutzungsansprüchen und Umfeldern nicht nur problemlos an, sondern setzen immer wieder neue Maßstäbe in Sachen Qualität und Ästhetik. Armaturen von Vola akzentuieren innovative Gestaltungsprozesse und schaffen stimmige Gesamtlösungen, wobei die zurückhaltende Präsenz der edlen Stücke in allen Stillagen spürbar bleibt - von traditionell bis minimalistisch. Der Vater von Vola - Architekt und Designer Arne Jacobsen

Vola ist mehr als Funktion. Die Marke steht für Wertbeständigkeit und Nachhaltigkeit, hohe Lebensqualität und Kultur des Wohnens. Die

klaren Linien von Vola waren und sind die erste Wahl, wenn es um die Gestaltung des Ambientes in Bädern und Sanitärräumen geht. Strenger Minimalismus, klare Geometrie der Formen und konsequente Schlichtheit - das sind die ästhetischen Prinzipien der Vola-Armaturen. Zu verdanken sind sie dem dänischen Architekten und Designer Prof. Arne Jacobsen. Dessen Landsmann, der Unternehmer Verner Overgaard, wandte sich 1961 an den frisch gekürten Gewinner eines Architektenwettbewerbs der dänischen Nationalbank. Sein Unternehmen, ein 1873 gegründeter Familienbetrieb, suchte nach einem Designer, der ganz spezielle Anforderungen erfüllen konnte: die Konzeption von Armaturen, bei denen alle Rohre und Funktionsteile in die Wand integriert werden und lediglich Griffe und Ausläufe zu sehen sind - ein geradezu revolutionäres Unterfangen in jenen Tagen. Doch zwischen Jacobsen und Overgaard stimmten sowohl die Chemie als auch die Vorstellungen. Und so entstanden Entwürfe, deren konsequente Umsetzung durch das Unternehmen Vola zu einer logischen Einheit aus klaren Formen und kompromissloser Qualität führten.


Ausgezeichnet in Form und Funktion

Das nachhaltige Design von Arne Jacobsen entspricht bis heute dem Selbstverständnis von Vola, das sich auf die Verwendung erstklassiger Materialien und Oberflächen stützt. Die Philosophie des Unternehmens baut auf der Langlebigkeit seiner Produkte in anspruchsvoller Ästhetik, die durch ihre innovativen, inhärenten Technologien und herausragende Funktionalität den höheren Preis mehr als rechtfertigen. Dass Vola schnell zu den Darlings von Designern und Architekten avancierte, ist kein Zufall. Bereits 1969 wurde das Vola-Design mit dem dänischen "IDPrisen" für herausragende Gestaltung ausgezeichnet. Zahllose internationale Auszeichnungen folgten, ebenso wie die Aufnahme in renommi er te Sammlungen wie die des MOM in New York, in die Neue Sammlung München, das Kunstgewerbemuseum Köln oder in das Cincinnati Museum der gleichnamigen Stadt. Arne Jacobsen, der Schöpfer des Vola-Designs, verstarb 1971. Sein Schüler Teit Weyland sowie Carsten Overgaard, Direktor von Vola in Dänemark, traten sein Erbe an und machten aus dem Produkt eine internationale Marke, basierend auf hohen Ansprüchen in Funktion und Form. Die Stücke von Vola sind mehr als zweckmäßige Funktionalität in ansprechender Hülle. Sie sind Ausdruck eines bestimmten, nicht alltäglichen Lebensgefühls, das vor allem Menschen anspricht, die in der Reduktion die Ästhetik der Dinge erfahren - zeitlose Designklassiker, die allen Anforderungen moderner Wasserführung in Bad und Küche gerecht werden. Das Produktspektrum beinhaltet Waschtischarmaturen für Stand- und Wandmodelle, Badewannenund Wannenrandarmaturen, Brause- und Spültischarmaturen sowie die dazu gehörigen Ventile und Absperrungen. Die Auswahl an Zubehör ist üppig - sie umfasst neben Handtuchhaken,

Spiegelhaltern, Ablageplatten und Rollenhaltern auch Seifen- und Shampoospender in verschiedenen Größen und Ausfertigungen. Für den Küchenbereich sind Eingriffmischer mit verschiedenen Ausläufen und Hebeln erhältlich. In insgesamt 21 Farben sind Vola-Waschtischmischer und -ventile mittlerweile auf dem Markt, neben den Klassikern in Edelstahl und Chrom. Hand made - tür die Hände

Armaturen von Vola sind kein Massenprodukt. Deshalb werden sie auch nicht in Fernost oder anderen Billiglohnländern gefertigt, sondern ausschließlich in der heimischen Produktionsstätte in Dänemark. Und das Prädikat "hand made" haben sie verdient: Bei Vola ist eine geradezu ideale Symbiose von Handwerk und zukunftsorientierter Technologie entstanden und das in Zeiten, in denen in immer stärkerem


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Wanzl Metallwarenfabrik

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Er rollt und rollt und rollt ...

Die Herren der Ein.kaufswagen Die Tatsache. dass der Mensch nur zwei Hände hat und damit nicht alles tragen kann. machte die Wanzl Metallwarenfabrik in Leipheim zu dem. was sie heute ist: Weltmarktführer in Sachen Einkaufswagen. Doch das Familienunternehmen sorgt nicht nur dafür. dass das Einkaufen leichter wird. Auch Gepäcktransportwagen für Flughäfen oder Container für logistische Aufgaben tragen dazu bei. dass der Transport sperriger oder schwerer Güter zum Kinderspiel wird.

RudolfWallzl Vorsitzender des Aufsichtsrates

_ Es begann mit einer kleinen Werkstatt für Landmaschinen und -reparatur sowie Waagenbau. Was Rudolf Wanzl senior damals im Jahr 1918 als gelernter Maschinenbauer mit immerhin 20 Beschäftigten auf die Beine stellte, fiel dem 2. Weltkrieg zum Opfer. Es folgten Kriegsgefangenschaft, Vertreibung der Familie aus dem Sudetenland und schließlich 1949 der Neuanfang in Leipheim bei Ulm - ganz unprätentiös in einem umgebauten Schweinestall. Sein Sohn Rudolf erinnert sich: "Die Vertreibung und das Ende der Werkstatt waren ein harter Schlag für meinen Vater. Nach Kriegsende wussten wir nicht, was wir überhaupt produzieren sollten." Vater und Sohn gingen in sich und fingen zunächst wieder mit dem Bau von Waagen an. Pick up nach amerikanischem Vorbild

Gottfried Wanzl Geschäftsführender Gesellschafter

Ein glücklicher Zufall leitete die Wende im überschaub aren Familienbetrieb ein. Rudolf Wanzl kam in Kontakt mit dem US-Konzern NCR, der damals in Augsburg Registrierkassen herstellte. Die Amerikaner brachten nicht nur ihr Knowhow mit nach Deutschland, sondern wussten auch, dass im Nachkriegsdeutschland nichts unmöglich war und alles nachgemacht werden konnte - zum Beispiel das System der Selbstbedienung. Während im fernen Amerika der Kun-

de im Supermarkt längst durch Ladenstraßen spazierte und sich an abgepackten Waren bediente, wurden bei uns noch Zucker und Mehl abgewogen und in Tüten oder andere Behältnisse abgefüllt. NCR suchte damals Leute, "die experimentell zehn Körbchen und zwei Wägelchen herstellen konnten. Und da habe ich ja gesagt", so erinnert sich Rudolf Wanzl. Trendwende nach USA-Besuch

Die ersten damals in Handarbeit zusammengelöteten Einkaufskörbe und -wagen aus Draht und Stahlrohr werden noch heute in Ehren gehaltensie stehen im großen Konferenzraum am Sitz des Unternehmens in Leipheim. Doch RudolfWanzl brachte nach seinem Besuch in Amerika beim Erfinder des Einkaufswagens, Sylvan N. Goldman, eine Reihe innovativer Ideen mit. Bereits auf dem Rückflug entwarf er beweglichere, handlichere Modelle, die noch heute die Basis aller Einkaufswagen bilden. Damit hat er die Entwicklung der Selbstbedienung in ganz Europa wesentlich beeinflusst und den Grundstein für den internationalen Aufstieg des Unternehmens gelegt. Ein deutsches Wirtschaftswunder Bereits Anfang der SOer Jahre entstand in Hamburg der erste SB-Laden der "Konsumgenossen-


schaft Produktion Hamburg". Die Firma Wanzl war mit 20 Einkaufswagen des Typs "Pick up" dabei. Danach ging es steil aufwärts. Das Grundstück in der Herrenbreite, wo einst alles im ehemaligen Schweinestall begann, wurde gekauft und das Werk 1 darauf errichtet. Und als 1956 in der Kölner Rheinlandhalle der erste Supermarkt Deutschlands auf 2000 Quadratmetern er.öffnete, war klar, dass der eigentliche Durchbruch geschafft war: Wanzl lieferte 600 Einkaufswagen nach Köln. Aus dem Familienbetrieb wurde rasch ein florierendes Unternehmen. Immer

mehr Mitarbeiter wurden eingestellt, der Ausstoß an Stückzahlen stieg jährlich um bis zu 25 %, und dementsprechend auch der Umsatz. 1961 erfolgt der Bau der ersten großen Produktionsstätte mit Büroräumen, und bereits sechs Jahre später an beiden Standorten weiterer Fertigungshallen. Das Unternehmen wächst parallel zum Marktanteil. Mit dem Eintritt von Rudolf Wanzl junior, der nach dem Ausscheiden des Vaters aus gesundheitlichen Gründen die Geschäftsführung übernimmt, kommt es Anfang der 70er Jahre dann zum Sprung ins europäische


ISBN 3-9810355-0-X

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Deutsche WirtschaftsChronik