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Außenwirtschaftsförderung für Unternehmen aus Baden-Württemberg


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

5

Baden-Württemberg: Wachstumsmotor Export

6

Außenwirtschaftsförderung: Akteure in Baden-Württemberg

12

Wo kann ich mich über Auslandsmärkte informieren?

15

Wie finde ich den geeigneten Kunden oder Geschäftpartner?

Außenwirtschaftsinformationen Internationale Geschäftskontakte

17

Wer kann mich beim Export unterstützen?

Exportberatung

19

Export- und Projektfinanzierung

20

Export- und Clusterinitiativen

21

Welche Veranstaltungen helfen mir vor Ort?

23

Wer unterstützt mich bei Investitionsvorhaben?

Veranstaltungen im Ausland Auslandsinvestitionen

25

Wer kann mir vor Ort helfen?

Einrichtungen im Ausland

27

Kontaktadressen

28


„Export ist kein Selbstläufer“ Baden-Württembergs Bild wird durch eine im internationalen Wettbewerb hervorragend positionierte Wirtschaft geprägt. Als eine der stärksten Industrieregionen in Europa ist Baden-Württemberg Schrittmacher für den Export in Deutschland. Der Exporterfolg ist jedoch kein Selbstläufer. Es gilt, den Status Quo zu sichern und die eigene Position auszubauen. Darum unterstützt das Land die Unternehmen Baden-Württembergs bei der Erschließung neuer Märkte im Ausland. Ein breit gefächertes Förderinstrumentarium hilft speziell den kleinen und mittelständischen Unternehmen auf dem Weg in die Exportmärkte der Welt. Sie finden in dieser Publikation eine Übersicht über die vielschichtigen und interessanten Förderprogramme in der Außenwirtschaft. Nutzen Sie die Gelegenheit! Ihr Erfolg auf den Auslandsmärkten bleibt für uns ein wichtiges Anliegen: Sie schaffen damit die Grundlage für das Wirtschaftswachstum und die Sicherung von Arbeitsplätzen in unserem Land.

Ernst Pfister, MdL Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg

5


Baden-Württemberg: Wachstumsmotor Export Der Export ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Aktuelle Konjunkturdaten bestätigen die Gültigkeit dieser Aussage, die deutsche Wirtschaft boomt dank starker Nachfrage aus dem Ausland. Gerade das kräftige Plus bei den Exporten hat die Konjunktur im ersten Halbjahr 2010 unerwartet schnell anziehen lassen. Der Erfolg spiegelt sich auch auf Landesebene wider: Wie das Statistische Landesamt feststellt, wurden im ersten Halbjahr 2010 Waren im Wert von 72,9 Mrd. Euro aus Baden-Württemberg ausgeführt. Dieser Wert liegt gut ein Fünftel (22,0 Prozent) über der von Januar bis Juni 2009 erzielten Exportziffer.

6


Anhand der Entwicklung der Importe und Exporte Baden-Württembergs für den Zeitraum der letzten 20 Jahre ist die Tendenz deutlich zu erkennen: Der baden-württembergische Außenhandel befindet sich in einem stetigen Aufwärtstrend. Trotz ebenfalls gestiegener Einfuhren konnte im gesamten Zeitraum stets ein Außenhandelsüberschuss verzeichnet werden. Ein Indiz dafür, dass die baden-württembergische Exportwirtschaft bestens aufgestellt ist.

Importe und Exporte Baden-Württembergs 1989 bis 2009 in Mrd. Euro 160,0 140,0

Importe

Exporte

120,0 100,0 80,0 60.0 40,0 20,0 0 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09

7


Export: Starke Branchen, neue Märkte Baden-Württemberg ist eine

Anteil der Hauptausfuhrgüter am Export* Baden-Württembergs und des Bundesgebiets

der wirtschaftsstärksten und wett-

2008

bewerbsfähigsten Regionen Europas. Dies hat das Land vor allem der Maschinenbau- und Automobilindustrie zu verdanken. Mit je-

2009**

Baden-Württemberg

Bundesgebiet

Baden-Württemberg

Bundesgebiet

Wert

Wert

Anteil

Wert

Wert

Anteil

Mill. Euro

%

Mill. Euro

Mill. Euro

%

Anteil BaWü insg.

Hauptausfuhrgüter Mill. Euro

Bund

%

Anteil BaWü insg.

Bund

%

Maschinen

36 087,1

24,2

22,5

160 493,6

16,3

27 633,5

22,1

22,7

121 787,4

15,1

Kraftwagen und Kraftwagenteile

33 423,8

22,4

19,7

169 502,0

17,2

23 967,8

19,2

19,9

120 485,7

14,9

Pharmazeutische u.ä. Erzeugnisse

10 192,1

6,8

21,5

47 465,3

4,8

10 776,3

8,6

22,8

47 366,0

5,9

Elektrische Ausrüstungen

10 380,2

7,0

17,5

59 161,7

6,0

8 454,2

6,8

17,4

48 647,0

6,0

10 203,0

6,8

12,3

82 840,1

8,4

8 365,7

6,7

12,9

64 825,3

8,0

des Landes im letzten Jahr einen

Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse

beträchtlichen Anteil an den Aus-

Chemische Erzeugnisse

7 585,7

5,1

8,3

91 730,0

9,3

6 336,9

5,1

8,6

73 893,1

9,1

weils um die 20 Prozent tragen die zwei Industriezweige knapp zur Hälfte der Gesamtsausfuhren Baden-Württembergs bei. Daneben hat auch die Pharmabranche

fuhren verzeichnen können, ebenso die elektronische und chemische Industrie.

Metallerzeugnisse

6 566,5

4,4

18,3

35 811,7

3,6

4 957,9

4,0

18,0

27 577,4

3,4

Gummi- und Kunststoffwaren

4 460,8

3,0

13,7

32 672,3

3,3

3 953,8

3,2

14,5

27 225,2

3,4

Metalle

4 251,4

2,8

7,6

56 181,7

5,7

3 628,7

2,9

9,7

37 259,1

4,6

Nahrungs- und Futtermittel

3 038,7

2,0

8,2

37 195,7

3,8

2 758,2

2,2

8,1

33 996,6

4,2

* Spezialhandel – Hauptausfuhrgüter nach dem Güterverzeichnis für die Produktionsstatistiken (GP 2009) ** 2009: vorläufige Ergebnisse

8


Mit über 60 Prozent bleibt Europa die wichtigste Exportregion für baden-württembergische Erzeugnisse. Insbe-

Exporte Baden-Württembergs 2009* nach Bestimmungsländergruppen

sondere die aufstrebenden Schwellenländer aus Brasilien, Russland, Indien und China (kurz: BRIC) reihen sich je-

1.1 % Übrige Länder Asiens 3.2 % Naher und mittlerer Osten

doch immer selbstbewusster in die Riege der klassischen Industrienationen. Zu den wichtigsten Abnehmern der genannten Staaten zählt zweifellos die Volksrepublik China. Mit 7,1 Prozent im ersten Halbjahr 2010 ist das Reich der

11.1 % Ost- und Südostasien 1.6 % Übrige Länder Amerikas 9.4 % NAFTA-Länder Insgesamt 125.0 Mrd. EUR

Mitte inzwischen der viertgrößte Auslandskunde BadenWürttembergs, während es 2009 noch auf dem 8. Platz der Handelspartner war. Im Verbund mit den Ländern Ost-

0.9 % Australien und Ozeanien

2.2 % Afrika 5.0 % Übrige Länder Europas

und Südostasiens bildet es die zweitwichtigste Exportregi-

8.6 % EFTA-Länder

57.0 % EU-Länder (27)

on für baden-württembergische Erzeugnisse.

* 2009: vorläufige Werte

9


Import: Impulse für die Wertschöpfung in Europa Zu den beliebtesten Import-

Anteil der Haupteinfuhrgüter am Import* Baden-Württembergs und des Bundesgebiets

gütern Baden-Württembergs zählen pharmazeutische und ähnliche

2008 Hauptausfuhrgüter

Bundesgebiet

Baden-Württemberg

Bundesgebiet

Wert

Wert

Anteil

Wert

Wert

Anteil

gesamten Einfuhren. Parallel zu den

%

Mill. Euro

Mill. Euro

%

Exporten stieg auch die Importnach-

Anteil BaWü insg.

Erzeugnisse sowie Maschinen mit jeweils um die 15 Prozent an den

Mill. Euro

Pharmazeutische u.ä. Erzeugnisse

18095,6

Bund

%

14,2

Mill. Euro

52,5

34437,6

4,3

Anteil BaWü insg.

Bund

%

18202,5

16,7

51,0

35668,0

5,3 11,4

8647,3

6,8

15,8

54875,7

6,8

14320,8

13,1

18,5

77408,5

Maschinen

17553,1

13,7

25,4

69158,7

8,5

12688,2

11,6

25,3

50129,2

7,4

12068,1

9,4

14,2

84926,5

10,5

9662,3

8,9

13,7

70533,6

10,4

Euro. Gegenüber dem entsprechen-

Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse

den Vorjahreszeitraum haben sie um

Kraftwagen und Kraftwagenteile

11292,6

8,8

14,9

75908,3

9,4

8350,4

7,7

13,4

62308,2

9,2

14,1 Prozent zugelegt.

Chemische Erzeugisse

8829,7

6,9

13,9

63453,7

7,8

8218,2

7,5

16,8

48841,1

7,2

Elektrische Ausrüstungen

7629,9

6,0

20,9

36491,5

4,5

5933,5

5,4

20,1

29510,4

4,4

frage im Südwesten wieder deutlich an. Hier lagen die Einfuhrwerte im ersten Halbjahr 2010 bei 61,9 Mrd.

Sonstige Waren

2009**

Baden-Württemberg

Erdöl und Erdgas

8431,2

6,6

10,1

83072,1

10,3

4236,7

3,9

7,7

54947,6

8,1

Metalle

7493,2

5,9

12,8

58359,4

7,2

4162,3

3,8

12,5

33237,8

4,9

Nahrungs- und Futtermittel

4115,1

3,2

11,8

34901,7

4,3

3727,2

3,4

12,0

31060,6

4,6

* Generalhandel – Haupteinfuhrgüter nach dem Güterverzeichnis für die Produktionsstatistiken (GP 2009) ** 2009: vorläufige Ergebnisse

10


Der Import Baden-Württembergs reflektiert die enge Verflechtung der globalen Wirtschaftsräume. Die Bedeutung

Importe Baden-Württembergs 2009* nach Ursprungsländergruppen

Asiens bei der Beschaffung wächst. Beim Importvolumen hat Asien Nordamerika überflügelt. Welche Rolle die baden-württembergischen Unternehmen für die europäischen Nachbarmärkte spielen, wird an der hohen Importquote der EU-Länder deutlich. Baden-Württemberg gibt auf diese Weise seine Wachstumsimpulse an die mit ihm verflochtenen Volkswirtschaften in Europa weiter.

0.8 % Übrige Länder Asiens 0.9 % Naher und mittlerer Osten

0,2 % Australien und Ozeanien

13.0% Ost- und Südostasien

1.0 % Übrige Länder Amerikas 10.3 % NAFTA-Länder

2.2 % Afrika 3.5 % Übrige Länder Europas

9.9 % EFTA-Länder

Insgesamt 125.0 Mrd. EUR

58.1 % EU-Länder (27)

* 2009: vorläufige Werte

11


Außenwirtschaftsförderung: Akteure in Baden-Württemberg

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Baden-Württemberg International (bw-i)

12

Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag (BWIHK)


Kleine und mittlere Unternehmen aus Baden-Württemberg werden bei der Erschließung ausländischer Märkte durch das Land Baden-Württemberg unterstützt. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg koordiniert die Maßnahmen des Landes zur Außenwirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsorganisationen und der vom Land und den Wirtschaftsorganisationen getragenen Außenwirtschaftsfördergesellschaft Baden-Württemberg International. Sämtliche Akteure in der Außenwirtschaft tragen dazu bei, dass die baden-württembergischen Unternehmen maximal bei ihren Auslandsaktivitäten unterstützt werden. Darüber hinaus stehen baden-württembergischen Unternehmen auch bundesweite Angebote zur Verfügung.

Handwerk International Baden-Württemberg

Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank)

Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e.V. (LVI)

13


„Wo kann ich mich über Auslandsmärkte informieren?“


Außenwirtschaftsinformationen Der unternehmerische Gang ins Ausland will gut vorbereitet sein. Hierzu bieten markt- und länderspezifische Auskünfte sowie fachthematische Veranstaltungen einen guten Einstieg. Inner- und außerhalb Baden-Württembergs gibt es hierfür mehrere Anlaufstellen, die einem bei der digitalen und persönlichen Informationsbeschaffung helfen können. Sowohl Baden-Württemberg International (www.bw-global.de) als auch die baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (www.bw.ihk.de) und Handwerk International Baden-Württemberg (www.handwerk-international.de) offerieren ein umfassendes Informationsangebot, damit die Unternehmen des Landes von den Vorteilen globaler Märkte profitieren können. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg (www.statistik.baden-württemberg.de) stellt darüber hinaus aktuelle Statistiken und Publikationen zur Verfügung, welche interessante Aufschlüsse zu Auslandsmärkten und Fragen des Außenhandels bieten. Geht es um die spezielle Frage von unlauteren Informationsabflüssen und dagegen gerichteten vorbeugenden Schutzmaßnahmen, steht den Unternehmen des Landes der Arbeitsbereich Wirtschaftsschutz des Landesamtes für Verfassungsschutz (www. verfassungsschutz-bw.de) für Informationen zur Verfügung. Auf Bundesebene bietet Germany Trade & Invest (www.gtai.de) in Deutschland angesiedelten Unternehmen täglich aktuelle Informationen über ausländische Märkte, Ausschreibungen im Ausland, Investitionen und Entwicklungsvorhaben sowie Rechtsund Zollinformationen. Das Außenwirtschaftsportal des Bundes IXPOS (www.ixpos.de) rundet das Informationsangebot ab.

15


„Wie finde ich den geeigneten Kunden oder Geschäftspartner?“


Internationale Geschäftskontakte Die Identifizierung geeigneter ausländischer Handels- und Kooperationspartner ist für ein erfolgreiches Auslandsengagement unverzichtbar. Umso wichtiger ist es, die entsprechenden Anlaufpunkte zu kennen, die einem die Kontaktaufnahme erleichtern. Baden-Württemberg International (www.bw-i.de) bietet baden-württembergischen Firmen zahlreiche Maßnahmen und Dienstleistungen zur Gewinnung von internationalen Geschäftskontakten. Das Serviceangebot reicht von Messebeteiligungen im In- und Ausland, Kooperationsbörsen und Fact-Finding-Reisen bis zur elektronischen Business-Börse. Ab 2011 wird jungen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zudem angeboten, sich kostenreduziert auf internationalen Inlandsmessen zu präsentieren und dabei Geschäftskontakte zu knüpfen. Die baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (www.bw.ihk.de) unterstützen die Geschäftspartnersuche unter anderem durch gezielte Datenbank-Adressrecherchen sowie die Suche und Vermittlung von Kooperationspartnern mit Unterstützung der deutschen Auslandshandelskammern. Baden-württembergischen Handwerksbetrieben eröffnet darüber hinaus die Kooperationsdatenbank von Handwerk International Baden-Württemberg (www.handwerk-international.de) ein vielfältiges Angebot an ausländischen Geschäftspartnern, erstellt auf der Grundlage eines vorherigen Kooperationschecks. b2fair-Kooperationsbörsen helfen den Handwerksunternehmen bei der Kooperationssuche auf ausgewählten Fachmessen. Das E-Trade-Center (www.e-trade-center.com) ist die zentrale Geschäftskontaktbörse des Bundes. Sie enthält Anfragen deutscher und ausländischer Unternehmen, die für ihre Geschäftsvorhaben und –ideen Partner suchen. Zudem fördert auch der Bund bei jungen innovativen Unternehmen die persönliche Geschäftskontaktanbahnung auf internationalen Inlandsmessen (www.bafa.de und www.foerderdatenbank.de).

17


„Wer kann mich beim Export unterstützen?“


Exportberatung Eine Beratung durch Experten ist bei den ersten Schritten in ausländische Märkte unverzichtbar. Die vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg geförderten Exportberatungsprogramme der RKW Baden-Württemberg GmbH (www.rkw-bw. de) im Verbund mit den baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (www.bw.ihk.de) sowie des Handwerk International Baden-Württemberg (www.handwerk-international.de) erleichtern den Weg ins Ausland. Gefördert werden vor allem kleine und mittelständische baden-württembergische Unternehmen der Industrie, der Freien Berufe, des Handwerks und solcher Wirtschaftsbereiche, die über keine landesgeförderten Exportberatungsdienste verfügen. Die Beratungs- und Dienstleistungen umfassen das Prüfen der Exportfähigkeit, die Suche nach Marktinformationen, den Aufbau der Organisation sowie die Partnersuche und münden in der Maßnahmendurchführung vor Ort.

Mit dem neuen Netzwerk der EU-Kommission Enterprise Europe Network Baden-Württemberg (www.enterprise-europe-bw.de) bündeln sieben Industrie- und Handelskammern, Handwerk International Baden-Württemberg, das SteinbeisEuropa-Zentrum und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg ihre Beratungskompetenz zu Internationalisierung und Innovation. Zu den Nutznießern dieses Exportberatungsprogramms zählen Unternehmen aus Handwerk, Industrie und Handel, Universitäten sowie Forschungseinrichtungen. Sie erhalten Informationen zum EU-Binnenmarkt sowie Unterstützung bei grenzüberschreitenden Kooperationen und der Forschungszusammenarbeit. Europaweit umfasst das Netzwerk über 550 Organisationen in 44 Ländern.

19


Export- und Projektfinanzierung Größenbedingt fehlt es kleinen und mittelständischen Unternehmen zumeist an den notwendigen finanziellen Ressourcen, die einen Schritt ins Ausland überhaupt erst möglich machen. Das Land und der Bund erleichtern Exportgeschäfte und Auslandsprojekte durch finanzielle Unterstützungen. Über das Programm Exportförderung/ Sonderfinanzierung Ausland übernimmt die L-Bank (www.l-bank.de) Bürgschaften für Exportgarantien der Hausbank (Anzahlungs-, Erfüllungs- und Gewährleistungsgarantien) und beteiligt sich an der Vorfinanzierung von Exportgeschäften. Zudem kann sie sich an Auslandsrisiken beteiligen. Zusammen mit einer Hausbank besteht die Möglichkeit der Absicherung des Auslandsrisikos von Exportgeschäften (Akkreditivbestätigungen, Forfaitierungen oder Bestellerkredite). Die Bundesregierung unterstützt deutsche Unternehmen, die im Exportgeschäft tätig sind, mit garantierten Krediten. Durch die so genannten „Hermesdeckungen“ können sich die Exporteure auch bei der Ausfuhr deutscher Waren in Schwellen- und Entwicklungsländer gegen Risiken absichern und im internationalen Wettbewerb bestehen. Ansprechpartner ist die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG (www.eulerhermes.de). Finanzierungshilfen erfolgen über die AKA Bank (www.akabank.de), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de) und die DEG - Deutsche Investitionsund Entwicklungsgesellschaft (www.deginvest.de).

20


Export- und Clusterinitiativen Exportinitiativen zur Optimierung der Vermarktung stehen derzeit insbesondere im Bereich Umwelt- und Energietechnik zur Verfügung. Ob Projektinformationen, Kooperationswünsche oder Kontakte zu Delegationen und Unternehmen aus dem Ausland, für den Bereich Umwelttechnologien liefert der Landesverband der baden-württembergischen Industrie (www. lvi.de) ansässigen Unternehmen mit seiner „Plattform Umwelttechnik“ die ideale Basis für die ersten Schritte ins Auslandgeschäft. Mit den Exportinitiativen „Energieeffizienz“ (www.efficiency-from-germany.info), „Recycling- und Effizienztechnik Retech“ (www.retech-germany.net), „Erneuerbare Energien“ (www.exportinitiative.de) und „Wasserwirtschaft“ (www.germanwaterpartnership.de) stehen auf Bundesebene für Unternehmen dieser Bereiche der Umwelt- und Energietechnik weitere Exportinitiativen zur Verfügung. Eine Anlaufstelle speziell für exportorientierte Ingenieure verschiedener Fachrichtungen ist bw-engineers (www.bw-engineers. de). Das von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg gegründete Netzwerk unterstützt gezielt baden-württembergische Ingenieurbüros bei der Anwerbung von Auslandsaufträgen. Zudem bietet es eine Plattform zur Bildung von Kooperationen und gemeinsamen Entwicklung von Kompaktlösungen. Manager und Managerinnen von regionalen Clusterinitiativen und landesweiten Netzwerken können unter bestimmten Voraussetzungen Internationalisierungsgutscheine in Anspruch nehmen. Mit diesen Gutscheinen ist eine Teilnahme an den von Baden-Württemberg International (www.bw-i.de) geförderten Außenwirtschaftsmaßnahmen möglich. Cluster und Netzwerke können auch selbst über Baden-Württemberg International Maßnahmen initiieren und das erlangte Wissen an die Mitgliedsunternehmen weitergeben. 21


„Welche Veranstaltungen helfen mir vor Ort?“


Veranstaltungen im Ausland Das Land Baden-Württemberg unterstützt kleine und mittlere Unternehmen mit einem breiten Angebot an Maßnahmen im Ausland zur Markterschließung. Das Maßnahmenprogramm reicht von Fachinformationsreisen zur Erkundung ausländischer Märkte über Messebeteiligungen bis hin zu individuellen Firmenpräsentationen und Kooperationsbörsen. Erstmals werden im Programm 2010/11 auch Baden-Württemberg-Foren als gemeinsame Veranstaltung der Außenwirtschaft und des Standortmarketings mit Bezug zu den wichtigsten Branchen und Sektoren des Ziellandes durchgeführt. Zugleich wird die Internationalisierung des Dienstleistungssektors und der regionalen Cluster verstärkt. Das Maßnahmenprogramm wird von Baden-Württemberg International (www.bw-global.de) organisiert und durchgeführt. Die Vorteile bestehen insbesondere in der zielgerichteten Kundenakquisition, dem Service vor Ort sowie den geringen Kosten. Aber auch Eigeninitiative lohnt sich! Kleine und mittlere Unternehmen, welche sich als Gruppe von mindestens drei Teilnehmern zusammen schließen und an einer Auslandsmesse beteiligen, werden gleichfalls unterstützt, sofern sie die Fördervoraussetzungen erfüllen. Darüber hinaus ermöglicht der Bund (www.bmwi.de) kleinen und mittleren Unternehmen die Teilnahme an einem umfangreichen Auslandsmesseprogramm oder Delegationsreisen.

23


„Wer unterstützt mich bei Investitionsvorhaben?“


Auslandsinvestitionen Oft sind geplante Auslandsinvestitionen mit größeren Kapitalaufwendungen verbunden. Das Land und der Bund helfen den Unternehmen dabei, dieses Kapital zu stemmen. Beide bieten verschiedene Programme und Maßnahmen zur Förderung von Investitionen im Ausland an. Im Konsortium mit der Hausbank unterstützt die L-Bank (www.l-bank.de) mittelständische baden-württembergische Unternehmen bei Direktinvestitionen im Ausland (Käufe ausländischer Unternehmen, Beteiligungen an ausländischen Unternehmen, Aufbau einer Niederlassung im Ausland, Joint Ventures), indem sie bis zu 50 % des Finanzierungsrisikos übernimmt. Die Konditionen werden im Einzelfall festgelegt. Darüber hinaus dient auch der „Unternehmerkredit Ausland“ der KfW-Bankengruppe (www.kfw.de) der Finanzierung von Markteintritts-, Gründungs- und Aufbauinvestitionen deutscher Unternehmen. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben werden dabei in besonderem Maße gefördert. Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (www. deginvest.de), eine Tochter der KfW-Bankengruppe, richtet in diesem Zusammenhang ihren besonderen Fokus auf Entwicklungs- und Reformländer: Sie finanziert und strukturiert langfristige private Investitionen in diesen Ländern, sofern sie entwicklungspolitisch sinnvoll sowie umwelt- und sozialverträglich sind. Über die PwC AG (www.agaportal.de) übernimmt der Bund Garantien zur Absicherung politischer Risiken (z.B. Verstaatlichung, Enteignung, Krieg und Zahlungsverbote) zur Förderung deutscher Direktinvestitionen.

25


„Wer kann mir vor Ort helfen?“


Einrichtungen im Ausland Unternehmen tun gut daran, ausgewählte lokale Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Denn Dienstleister vor Ort vermitteln wertvolle Informationen aus erster Hand und sind hilfreiche Wegbegleiter bei den ersten Schritten auf dem fremden Markt. Baden-württembergischen Unternehmen steht seit 1986 das China Liaison Büro Nanjing offen. Dieses bildet speziell für kleine und mittelständische Unternehmen aus Baden-Württemberg eine Brücke nach China. Zu den Hauptaufgaben des von BadenWürttemberg International (www.bw-i.cn) geführten Büros gehört die Förderung von betrieblichen Kontakten zwischen badenwürttembergischen und chinesischen Firmen. Dafür stellt das Büro in Nanjing mit finanzieller Unterstützung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg ein umfassendes Serviceangebot zur Verfügung. Unternehmen benötigen oftmals nicht nur örtliche Unterstützung, sondern auch lokale Stützpunkte. Dieses gilt besonders für Aktivitäten auf entfernten und schwierigen Märkten. Die German Centres (www.germancentre.com) bieten optimale Voraussetzungen für lokale Einrichtungen. Multifunktional nutzbare Räumlichkeiten und ein umfassendes Dienstleistungsangebot unter einem Dach schaffen eine hervorragende Basis für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Die L-Bank (www.l-bank.de) offeriert mit dem German Centre in Jakarta/Indonesien baden-württembergischen Unternehmen eine optimale Lokalität mit einem integrierten Beratungs- und Serviceangebot. Weitere German Centres mit gleicher Leistungspalette stehen Unternehmen über die Landesbank Baden-Württemberg (www.lbbw.de) in Delhi.Gurgaon, Mexiko, Moskau, Peking und Singapur offen, darüber hinaus über die Bayerische Landesbank auch in Shanghai.

27


Kontaktadressen

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg Theodor-Heuss-Str. 4 70174 Stuttgart Telefon.: 0711 / 123-0 Telefax: 0711 / 123-2126 www.wm.baden-wuerttemberg.de

 aden-Württemberg International (bw-i) B Gesellschaft für internationale wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit GmbH Willi-Bleicher-Str. 19 70174 Stuttgart Telefon: 0711 / 22 78 7-0 Telefax: 0711 / 22 787-22 www.bw-i.de

 andwerk International H Baden-Württemberg Heilbronner Str. 43 70191 Stuttgart Telefon: 0711 / 1657-0 Telefax: 0711 / 1657-827 www.handwerk-international.de

 Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank) Bereich Mittelstand Auslandsfinanzierung Friedrichstr. 24 70174 Stuttgart Telefon: 0711 / 122-2635 Telefax: 0711 / 122-2695 www.l-bank.de

28

 aden-Württembergischer B Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) Jägerstr. 40 70174 Stuttgart Telefon: 0711 / 22 55 00-60 Telefax: 0711 / 22 55 00-77 www.bw.ihk.de

Landesverband der Baden-Württembergischen Industrie e.V. (LVI) Gerhard-Koch-Straße 2 - 4 73760 Ostfildern Telefon: 0711 / 327 325 - 00 Telefax: 0711 / 327 325 - 69 www.lvi.de


Impressum

Herausgeber

Foto-Credits

Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

S. 05 Offizielles Bild Ernst Pfister

Referat Außenwirtschaft

S. 06 Fotolia, Sculpies S. 12 Flickr, Joschmaltz

Satz

local global GmbH

S. 14 Stock Exchange S. 16 Stock Exchange S. 18 iStock

STAND

Oktober 2010

S. 22 Stock Exchange S. 26 Stock Exchange S. 28 German Centre Shanghai Grafiken & Tabellen

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2010


Baden-Württemberg­­– auch 2011 weltweit aktiv


Wirtschaftsministerium Baden-W端rttemberg | Theodor-Heuss-Str. 4 | 70174 Stuttgart

Außenwirtschaftsförderung Baden-Württemberg  

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