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A U SG A B E S O MM ER 2 01 6 WWW.AMEN - MAG AZ I N . C H

VOLL GLAUBEN LEBEN

GOTTES WIRKEN

PLÖTZLICH & STETIG

M I K E P I L AVAC H I

S A BINE DE R R O N

R U EDI JO SU R A N

«GEISTERFÜLLT LEBEN IST IM KERN, DEN WILLEN DES VATERS ZU TUN.»

G O T T E S LI EBE UND GOTTES REDEN E R LE BEN GEHT HA ND I N HA ND

WI E MI CHELA NGELO: GOTT LEG T DAS V ERBORGENE ORI GI NAL FRE I


INHALT

04 W IR M ÜSSE N E S NIC H T K O M P L IZ IE R T M AC H E N! Interview mit Mike Pilavachi

08 D IE NE USC H A F F E ND E K R A F T D E S H E IL I G E N GE IST E S von Prof. Dr. Emil Brunner

1 1 GE M E IND E L E B E N

Kolumne von Viviane Herzog

1 2 E R K A M P LÖ T Z L IC H UND B L IE B F ÜR IMM E R Portrait über Janic Müller

1 5 M E NSC H E N M IT GO T T IN B E R ÜH R UNG B R INGE N

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CU R R Y, GEI S T UND GEHO RS AM

Portrait über Sabine Derron

1 8 D E N F E INE N IM P UL SE N F O L GE N von Andreas «Boppi» Boppart

20 GO T T A M W E R K W IE M IC H E L A NGE LO

Interview mit Martin Bühlmann

Portrait über Ruedi Josuran

25 B E Z IE H UNGSW E ISE

Kolumne von Sabine Fürbringer

26 F E G SC H W E IZ UNT E R W E GS M IT D E M H E IL IGE N GE IST Portrait über Peter Schneeberger

34 E R W E C K UNG IM A A R GA U

Portrait über Markus Hauser

36 A UF D E M W E G Z UR GA NZ E N L E B E NSF Ü L L E

von Peter Höhn

39 B L IC K P UNK T W E L T

Kolumne von Martin Stoessel

4 0 K UR Z UND GUT

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Interview mit Caroline Mathies

4 6 WA S C A M P US B E W IR K T DER G A N Z NO RMALE WAHNS I NN

Portrait über Barbara Langhans

4 9 IM C H AT : JE SUS IST . .. Interview mit Rachel Stoessel 5 3 A UT O R E N/ IM P R E SSUM 5 5 P E R SÖ NL IC H

von Viviane Herzog

DAS MAGAZI N VON

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N EPA L – WUNDER TRO TZ W I DERS TAND

von Lukas Herzog

Amen ist hebräisch und bedeutet fest, verlässlich, treu und ist verwandt mit Begriffen wie Glauben, Wahrhaftigkeit und Treue. Das Magazin Amen, voll Glauben leben inspiriert mit Lebensberichten und geistlichen Impulsen zu authentischer, verbindlicher und glaubwürdiger Jesus-Nachfolge.


EDITORIAL

GOT T E S Z W EI FAC H E PÄ D A GO GI K Gott wirkt in der Welt auf zweifache Weise: zum einen plötzlich, ereignishaft, rettend; zum anderen stetig, prozesshaft, segnend. Diese Erkenntnis, die der Alttestamentler Claus Westermann (1909–2000) in den 1960er-Jahren beschrieb, ist so einfach wie genial. Sie verhilft zu einer ausgewogenen und gesunden Sicht davon, wie Gott sich Menschen offenbart und sie in der Glaubensbeziehung zu ihm ein Leben lang entwickelt. Es ist darum im wahrsten Sinn lebensfördernd, beide Dimensionen von Gottes Wirken willkommen zu heissen. Manchmal neigen Christen dazu, je nach Persönlichkeit, Biografie oder Gemeindetheologie nur die eine Seite von Gottes Wirken hervorzuheben. Die einen suchen vor allem die kurzfristigen, «lebensverändernden» Ereignisse, das spektakuläre Reden Gottes, die Klarheit seines Wortes, das erweckliche Hereinbrechen des Heiligen Geistes in Heilungen und Kraft. Die anderen betonen das langfristige, stille Wirken des unergründlichen Gottes, die Art, wie er die Dinge wachsen und reifen lässt, wie er uns durch alle Lebenslagen hindurch segnend trägt, leitet und formt – und uns doch oft erfahren lässt, wie viel höher seine Gedanken und Wege sind als unsere (vgl. Jesaja 55,9). Was ist wichtiger für unsere geistliche Entwicklung: das plötzliche oder das stetige Gotteswirken? Eine müssige Frage, denn beides gehört zusammen, und wir sollten deshalb unsere Glaubenssicht von Gott beständig erweitern und schärfen lassen. Wenn wir kurzsichtig fixiert sind auf eine bestimmte Vorstellung, wie Gott jetzt handeln müsste, benötigen wir mehr Weitsicht und Geduld für Gottes stetiges, segnendes Handeln.

Wenn wir vor lauter «christlicher» Routine den Blick auf den lebendigen Christus verloren haben, brauchen wir eine frische Sicht dafür, dass er jetzt da ist und konkret reden und retten will. Bildlich gesprochen: Wir sind herausgefordert, mit einer «geistlichen Gleitsichtbrille» zu sehen, um sowohl das plötzliche als auch stetige Wirken Gottes zu erkennen und gut darauf zu reagieren. All die Menschen, die in dieser Ausgabe von Amen aus ihrem Leben erzählen, haben sich mit dieser zweifachen Pädagogik Gottes auseinandergesetzt und sind daran gewachsen, seien es der junge Rapper Janic Müller, Sabine Derron auf dem Weg ihrer prophetischen Begabung oder die Urgesteine Martin Bühlmann und Ruedi Josuran. Ich hoffe, dass Sie von ihren und den anderen Beiträgen motiviert werden, die ganze Bandbreite davon auszuloten, wie Gott durch seinen Geist wirken will − so, wie es zurzeit auch die FEG-Gemeinden in der Schweiz tun. Dafür lohnt es sich, wie im Lebensbild von Markus Hauser und im Interview mit Mike Pilavachi zum Ausdruck kommt, Gott intensiv im Gebet zu suchen und seinen Geist in der Tiefe in uns wirken zu lassen. Dann werden sich in unserem Leben über kurz oder lang Gottes Verheissungen seines plötzlichen und seines stetigen Wirkens als wahr erweisen, und es wird als Segen in die Welt fliessen.

Peter Höhn


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WIR MÜSSEN ES NICHT KOMPLIZIERT MACHEN! Interview: Samuel Müller

Mike Pilavachi ist eine unglaublich erfrischende Mischung aus umwerfender Komik, geistlichem Tiefgang und Leidenschaft für Menschen. Im Gespräch verrät er, was ihn antreibt: «Geisterfüllt leben bedeutet im Kern, den Willen des himmlischen Vaters zu tun.» Ich will genauer wissen, wie er zu Jesus gefunden hat und wie er mit dem Heiligen Geist lebt. An Silvester treffe ich Mike, Leiter der Jugendbewegung Soul Survivor, zum Gespräch in der VIP-Lounge der Explo 15. Eine Tortur für ihn. Nicht wegen des Interviewtermins, sondern wegen der allgegenwärtigen Schokolade, die er über alles liebt, aber bloss nicht essen darf. Diabetes. Abnehmen hat der Arzt angeordnet. Und so widersteht Mike der süssen Versuchung. Seinem Humor und seiner Komik kann das jedoch nichts anhaben. Nur schon seine Erscheinung − Trainerhosen, Fussballtrikot, farbige Schuhe – ist etwas Besonderes. Die ersten beiden Fragen stellt Mike gleich selber in den Raum und beantwortet sie auch. Er sei nun schon lange auf der Welt, trotzdem würden ihn die Leute fortwährend fragen, was eigent-

lich seine grösste Gabe sei. «Demut», ist die Antwort. Es sei schwierig, demütig zu bleiben, wenn man so begabt und mit so vielen Fähigkeiten gesegnet sei wie er. Die andere Frage, die immer wieder auftauche, sei die nach seinem guten Aussehen. Auch er frage sich oft, wie er damit umgehen könne, christlicher Diener und Sexsymbol gleichzeitig zu sein. Aber er könne ja nichts dafür, schliesslich habe er sich nicht selber erschaffen. Für mich steht jetzt schon eines fest: Der ironische Humor ist ganz bestimmt eine grosse Gabe des britischen Schwergewichts! Doch nun will ich mich auch noch ernsthafteren Themen zuwenden. Mike, du wirkst nicht wie ein typischer Brite. Woher kommst du eigentlich? Meine Eltern kamen als Immigranten aus Zypern nach England. Sie waren

MIKE PILAVACHI, geboren 1958, ist Gründer und Leiter von Soul Survivor, einer Bewegung, die junge Menschen zur Nachfolge von Jesus ermutigt, anleitet und aussendet. Mike Pilavachi ist Pastor der Kirche Soul Survivor Watford, ordinierter Diakon der anglikanischen Kirche, Buchautor, internationaler Redner und Single aus Berufung. www.soulsurvivor.com


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nicht religiös und hassten alles, was mit Religion zu tun hatte. Ich wuchs als Atheist auf. Mit 14 Jahren schrieb ich in der Schule einen Vortrag mit dem Titel: «Warum ich kein Christ bin!» Zwei Jahre später bin ich dann Christ geworden. Während meiner Kindheit und Jugendzeit war ich oft sehr unglücklich. Mein Vater war ein grober Mann. Ich hatte immer dieses innere Gefühl, dass es im Leben mehr geben muss, als ich bisher erlebt habe. Doch das Christentum habe ich zuerst abgelehnt, ohne zu wissen, was ich genau daran ablehne.

«ALS ICH GOTT INNIG UM MEHR VON SEINEM GEIST GEBETEN HATTE, MERKTE ICH, WIE DAS BIBELLESEN LEBENDIGER WURDE, MEIN DIENST EINFACHER GING UND GOTT UNERWARTETE DINGE TAT.»

Warum bist du trotzdem Christ geworden? Zwei Lehrer in meiner Schule waren Christen. Ich bombardierte sie oft mit Glaubensfragen und realisierte immer mehr, dass es im Christentum nicht um Religion, sondern um eine persönliche Beziehung zu Jesus geht. Gott zog mich immer mehr zu sich. Einer jener Lehrer gab mir das Buch «Der christliche Glaube» von John Stott. Hinten drin war ein Gebet, das ich dann nach reiflicher Überlegung eines Tages auf den Knien betete. Danach fühlte sich nichts anders an, ausser, dass ich wusste, dass alles anders war. Wie bist du dann tiefer in diese Beziehung zu Gott hineingewachsen? Ich habe vom Heiligen Geist und den Geistesgaben gehört und dann begonnen, Gott immer wieder darum zu bitten, dass ich mit seinem Geist erfüllt werde. Doch nichts geschah. So ging ich zu dem Ehepaar, das unseren Hauskreis leitete, und bat sie, für mich zu beten. Sie wussten eigentlich gar nicht, was zu tun war, und ebenso wenig wusste ich es. Wir sassen dann einfach im Zimmer, beteten und warteten still. Plötzlich, nach etwa einer Stunde, kam der Heilige Geist über mich – es war wie eine unglaublich tiefe und erfrischende Begegnung mit Jesus, und da war die innere Gewissheit: Jesus ist in mir und mit mir! Wie ging es dann weiter? Ich war 17, und als Baby-Christ tat

Samuel Müller (links) im Gespräch mit Mike Pilavachi

ich die verrücktesten Dinge: Ich kaufte mir Hunderte von «One Way Jesus»-Aufklebern und brachte sie überall an: an Autos, Strassenlaternen, Hauswänden. Dann wartete ich, beobachtete die Reaktion der Leute und hoffte, dass sie sofort auf die Knie fallen und sich bekehren würden. Ich hatte zu der Zeit mehr Leidenschaft als Verstand! Aber vor allem hatte ich ein unglaubliches Bedürfnis, Gott besser kennenzulernen. Ich las in der Bibel, so oft ich konnte, und besuchte jedes Gebetstreffen, das sich finden liess. Oft sass ich für Stunden auf dem Bett und sagte einfach nur zu Gott:

«Ich liebe dich. Du bist mein Vater. Ich liebe dich!» Zwar dachte ich, dass das Gott irgendwann langweilen muss, aber die Worte sprudelten einfach aus mir heraus. Mehr und mehr lernte ich, in Gottes Gegenwart zu sein und in Zungen zu beten, und als Folge davon auch wieder mit klarem Verstand. Wie hast du deine Berufung entdeckt? Jesus kennenzulernen, war für mich total einschneidend und folgenschwer. Von da an wollte ich ihm mit allem, was ich hatte und war, dienen. Doch vorerst, weil sich nichts anderes zeigte,


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ging ich auf die Universität und arbeitete dann acht Jahre als Buchhalter. Es war eine Qual, aber sie führte mich zu dem Punkt, an dem ich mich einfach Gott überlassen und sagen konnte: «Herr, ich will dich einfach lieben, und das soll mir genügen.» Rückblickend war jene Zeit eine «Wüstenerfahrung», die Gott verwendet hat, um mich in die Tiefe zu führen und auf das, was kommen sollte, vorzubereiten. Dann gingen auf einmal die Türen auf. In der St. Andrew’s Church in Chorleywood, in der man offen war für das Wirken und die Gaben des Geistes, fand ich meine geistliche Heimat und entdeckte mein Herz für junge Menschen. Man berief mich als vollzeitlicher Jugendarbeiter, und in den folgenden Jahren entstand aus diesem lokalen Kontext Schritt für Schritt die Soul-SurvivorBewegung. Der Heilige Geist scheint für dein Glaubensleben entscheidend zu sein. Warum ist er so wichtig? Die Hauptaufgabe des Heiligen Geistes ist es, uns Jesus zu offenbaren. Der Heilige Geist ist auf Christus fokussiert. In Johannes 16,14 steht, dass der Geist Jesus verherrlicht, ihn ehrt und gross macht. Er macht die Liebe des Vater-Gottes und Jesus, den Sohn und den Retter, für uns zu einer realen Erfahrung. Eine echte Ausgiessung des Geistes hat zur Folge, dass wir mehr auf Jesus ausgerichtet sind. Wenn ich die Bibel lese, bitte ich deshalb den Geist, dass er mir beim Verstehen hilft und ich Jesus deutlicher sehe − was ich auch immer wieder erlebe. Der Heilige Geist bringt uns Jesus nahe. Und umgekehrt! Im Epheserbrief Kapitel 1,3 steht, dass wir in Christus gesegnet sind mit allen geistlichen Gaben. Der Geist kommt von Christus und weist uns zurück auf Christus. Jemand fragte mich mal: «Hast du den Geist oder hast du nur Jesus?» Was für eine Frage! Der Geist ist eine Gabe von Christus. Es gibt kein Pfingsten ohne Golgatha. Als Jesus am Kreuz hängend

von einem Speer durchbohrt wurde, floss aus seinem Körper Blut, das sinnbildlich für die Vergebung der Sünde, und Wasser, das für die Ausgiessung des Geistes steht. Nie dürfen wir das Werk des Geistes vom Werk von Jesus trennen. Darum: Wenn du mehr vom Geist erfüllt werden willst, jage Jesus nach, mit allem was du bist und hast! Was rätst du jemandem konkret, der mehr vom Heiligen Geist bevollmächtigt werden möchte? Ganz einfach: Bitte darum! Jesus sagt im Lukasevangelium 11,9–13: Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan [...] wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten! Warte nicht auf ein spezielles Erlebnis. Vertraue einfach fest darauf, dass Gott der «Wie viel mehr»-Vater ist. Du brauchst keine überirdischen Gefühle. Aber du wirst es an den Resultaten merken: Als ich Gott innig um mehr von seinem Geist gebeten hatte, merkte ich, wie das Bibellesen lebendiger wurde und ich plötzlich vieles verstand. Mein Dienst ging einfacher. Gott tat und tut bis heute Dinge, die ich gar nicht erwartet habe. Was bedeutet für dich die Aufforderung in Epheser 5,18 «Lasst euch fortwährend vom Heiligen Geist erfüllen»? Im Kontext heisst es dort, dass wir einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Lieder ermuntern sollen, damit sich der Heilige Geist gerne bei uns ausbreitet. In unseren Herzen soll Musik sein zum Lob Gottes. Also übe ich mich im Lobpreis und Dank, vertiefe mich ins Wort Gottes, und – ganz wichtig − ich bleibe nicht allein, sondern pflege Gemeinschaft mit Glaubensgeschwistern. Ich habe das Privileg, mit engen Freunden zu arbeiten. Wir dienen gemeinsam Jesus, ermutigen einander täglich, trösten uns und teilen unser Leben. Das ist auch das Werk des Heiligen Geistes, dass wir zusammen unterwegs sein und uns am «Erfolg» des anderen freuen können!

Gibt es für dich sonst noch etwas, was für ein geisterfülltes Leben absolut wesentlich ist? Unsere Bevollmächtigung mit dem Heiligen Geist – die Bibel redet auch von «Salbung» − geht Hand in Hand mit Gehorsam. Darum gilt: Tun, was Jesus uns sagt! Gehorsam ist nichts Schweres, es ist etwas Befreiendes, etwas Wunderbares! Manchmal bedeutet Gehorsam in einer bestimmten Situation ein gewisses Risiko. Doch wenn ich das Risiko nicht eingehe, wenn ich nicht bereit bin, herauszutreten und allenfalls zu versagen, kann ich keine Wunder erleben. Jesus sagte zu seinen Leuten in Johannes 15,15: Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch aufgetragen habe. Ich möchte ein Freund von Jesus sein! Nichts weiter! Darum geht es. Das ist die Grundlage von allem. Jesus nahe sein, auf ihn hören und tun, was er sagt – und zuschauen, wie der Heilige Geist es bestätigt. So könnte man es sagen. Geisterfülltes Leben bedeutet Leben aus der Freundschaft mit Jesus heraus, das durch den Gehorsam zum Vater bestimmt ist. Geisterfülltes Leben ist ein Sich-Einlassen auf den Vater, so, wie es Jesus von sich sagte (Johannes 5,19): Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht. Oder wie er es in Johannes 4,34 den verdutzten Jüngern erklärte: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Wir müssen es nicht kompliziert machen! Geisterfüllt leben bedeutet im Kern, den Willen des Vaters zu tun.


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DEN FEINEN IMPULSEN FOLGEN

von Andreas «Boppi» Boppart, Missionsleiter Campus für Christus Schweiz

E

s ist eines der faszinierendsten und gleichzeitig unverständlichsten Dinge, dass Gott sich entschieden hat, durch den Heiligen Geist in uns Menschen zu wohnen. Kein Wunder, dass das immer wieder mächtig für Verwirrung gesorgt hat.

So musste sich die Menschheit im Lauf der Geschichte in Bezug auf Gottes Erscheinungsform ständig umgewöhnen. Gott hat sich nicht verändert, aber sich immer wieder anders gezeigt. Seine Offenbarungslinie liest sich etwa wie folgt: nahe (1. Mose 3,8) – weit weg (1. Mose 11,5) – als Wolken- und Feuersäule (2. Mose 13,21) – in der Stiftshütte/Bundeslade (2. Mose 25,8) – im Tempel (Esra 3,10) – als Mensch (Markus 1,1) – überall (Apostelgeschichte 7,49) – durch den Heiligen Geist auf uns (Apostelgeschichte 1,8) − und in uns (1. Korinther 6,19)! Es ist ein spannender Weg von der Nähe Gottes im Paradies über die Dis-

tanz der Trennung durch den Sündenfall und die schrittweise Wiederannäherung bis zum unmittelbaren «In-uns-Sein»! Näher geht es nicht. Intimer geht es nicht. Persönlicher geht es nicht.

DER SUPERNAHE GOTT

Eine solche Vielfältigkeit forderte selbst die frommen Menschen zur Zeit von Jesus heraus. Sie hatten zwar die Verheissungen von einem Messias, aber ihr Gottesbild war bis dahin geprägt gewesen durch den Tempel, die Opfer und ein Heiligtum, das man nicht betreten konnte, ohne zu sterben. Und jetzt plötzlich sollte der heilige und unantastbare Gott in Gestalt eines Menschen gekommen

sein, der ganz normale Dinge tat, die ein Mensch halt einfach so tut – schlafen, essen und das Verdaute dann auch wieder in irgendeiner Form loswerden. So etwas passte überhaupt nicht in ihr Gottesbild. Und als dann diese «Ich bin jetzt auch ein Mensch»-Phase vorbei war, mussten sie sich schon wieder auf die Gottesoffenbarung des Heiligen Geistes umstellen – und sich an die Tatsache gewöhnen, selber dessen Tempel zu sein. Für mich ist es ein wunderbares Liebeszeichen und immer wieder ein Grund zum Staunen, dass dieser Schöpfergott und liebende himmlische Vater in Jesus berührbar wurde, ja noch mehr, sich entschieden hat,


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die maximale Nähe zu mir persönlich zu suchen – dabei all das abstossend Sündige und Unfertige an mir zu überwinden und in mir selbst Wohnung zu nehmen. Damit sein Geist so nah wie nur möglich an meinem Geist, meinem Denken und meinem Herzen dran ist. Ich werde diese Dimension wohl nie ganz begreifen, und das ist gut so. Denn Gott ist supernah, aber gleichzeitig auch oft gar nicht so wirklich «greifbar».

EMPFÄNGLICH FÜR DIE DIMENSION DES GEISTES

Tatsache ist, dass ich lernen muss, mit dieser Power in mir – von der ich oftmals kläglich wenig spüre, wenn ich so durch den Alltag stapfe und mich mit irgendwelchen Hindernissen und Problemen konfrontiert sehe – zu leben, mit ihr umzugehen. Denn oftmals lebe ich drauflos, getrieben vom Fluss der anfallenden Aufgaben des Alltags, und frag mich dann im Nachhinein, wo ich Gottes Gegenwart und Kraft bewusst beansprucht habe. Manchmal wünschte ich, Gott wäre in Form seines Sohnes immer noch berührbar hier. Dann könnte ich Jesus aus der Distanz beobachten, könnte ihn mal freundschaftlich umarmen und mit ihm um die Häuser ziehen. Gleichzeitig weiss ich, dass die Dimension seines Geistes in mir ein unvergleichbarer «Mehrwert» ist – und es an mir liegt, zu lernen und zu entdecken, wie sich diese unerschöpfliche Kraftquelle anzapfen und in meinen Alltag integrieren lässt.

DER HEILIGE GEIST IM ALLTAG

Klar, für mich steht ausser Frage, dass der Heilige Geist bei mir ist, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Aber manchmal sind die Auswirkungen seiner Gegenwart nicht wirklich ersichtlich, und seine

Stimme ist nicht hörbar. Gerade eben hatte ich ein Radiointerview per Telefon, bei dem ich mich nachher fragte, wo denn jetzt bei mir die Komponente «inspiriert durch den Heiligen Geist» geblieben war. Wenn ich übermüdet mitten im Alltag mit meinen Kindern die Geduld verliere und dabei laut oder lieblos werde, agiere ich definitiv aus mir und nicht aus Gottes Geist heraus. Dasselbe gilt für den Umgang mit meinen Mitmenschen. Gleichzeitig gibt es aber auch immer wieder diese Momente, in denen innere Impulse kommen oder Gedanken hängenbleiben, länger und hartnäckiger als andere. Ich habe gelernt, dass dahinter oft die feine Stimme des Heiligen Geistes steckt. Es ist in dem Augenblick nicht etwa so, dass ich genau unterscheiden kann, was von Gott kommt und was von mir. Aber wenn ich irgendwo die Chance sehe, dass Gott dahinter sein könnte, wage ich das Abenteuer und schaue, ob Gott es bestätigt. Denn die Frucht, die daraus entsteht, spricht oft eine klare Sprache und hilft, immer genauer herauszuschälen, wie Gott zu einem persönlich spricht.

SICH MUTIG FÜR GOTT BLAMIEREN

Trotzdem – oder gerade deshalb – erlebe ich auch die «tollen» Geschichten, wie jene mit dem Taxifahrer, dem ich aus einem Impuls heraus 100 Franken Trinkgeld entgegenstreckte. Ich war überzeugt, dass er gleich in Tränen ausbrechen, seine Sünden beichten oder irgendwas dergleichen tun würde. Er hat aber nur in knappem Deutsch ein «Danke» genuschelt und ist weggefahren. Gut möglich, dass hinter dem Impuls nicht Gottes Stimme gesteckt hatte, sondern einfach meine eigenen Gedanken. Doch wenn wir solche Dinge nicht wagen, werden wir es nie herausfinden – und auch

nicht die Chance haben, die Stimme des Heiligen Geistes immer besser kennenzulernen. So versuche ich einfach, kindlich und gehorsam den feinen Impulsen nachzugeben, sei es im Kleinen oder im Grossen, sei es dadurch, dass ich jemandem eine SMS schreibe oder etwas Bestimmtes in eine Predigt einbaue, obwohl es eigentlich gar nicht passt. So habe ich zum Beispiel einmal vor Tausenden von Menschen ganz viel Zeit damit verbracht, jedem Mitglied des Chors auf der Bühne die Hand zu schütteln und die Person nach ihrem Namen zu fragen, wofür die Hälfte meiner Sprechzeit draufging. Aber es war ein Impuls, und mehrere Menschen haben mir im Nachhinein erzählt, dass sie genau in diesem Moment Gottes Gegenwart stark erlebt hätten. Den feinen Impulsen zu folgen, das gilt auch für grosse Projekte wie eine Explo oder die «Jesus ist»-Kampagne. Letztere ist aus einem Gedanken im Zug entstanden, der mich durchzuckte und dann nicht mehr losliess. Im Gespräch mit anderen Menschen hat sich die Vision verfeinert, und der Impuls hat sich mehr als nur bestätigt. Es kamen so viele Dinge zusammen, dass klar war, dass da Gott gesprochen hatte. Der Heilige Geist in uns macht das Leben erst so richtig abenteuerlich, weil er oftmals völlig quer zu unseren eigenen Vorstellungen agiert und doch immer unsere Eigenart und Persönlichkeit miteinbezieht. Wenn du mit dem Heiligen Geist im Alltag unterwegs bist, versuche dir daher nicht Tag und Nacht verkrampft «den Herrn vor Augen zu malen», sondern schreite einfach mutig in das hinein, was er dir vor die Füsse legt, und tu gehorsam, was er dir sagt.


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BEZIEHUNGSWEISE

TÜCHTIG BEGIESSEN Sabine Fürbringer ist Psychologin und Familienfrau und arbeitet bei Campus für Christus als Referentin, Autorin und Beraterin.

Viele von uns haben dafür in ihrem Alltag Strategien entwickelt, wie sie sich Gott nähern und nahebleiben können. Früher sagte man dem «Stille Zeit machen», heute sind wir da etwas freier geworden. Geblieben ist das Bedürfnis, durch Gebet, Bibellektüre, Gemeinschaft und Dienst dem Glauben eine Form zu geben. Doch wie immer wir diese Disziplinen gestalten, wir kommen wohl nicht um die Erfahrung herum, dass es neben Sternstunden oft auch staubtrockene Routine gibt.

Für mich wäre es am naheliegendsten, der Pflanze immer genug Wasser zu geben, quasi täglich. Genau das, so erfuhr ich, ist für Trauben aber nicht ideal, weil so die Wurzeln nur oberflächlich und in die Breite wachsen, was keine kräftigen und fruchtbaren Rebstöcke hervorbringt. Bekanntlich brauchen Trauben warmes, trockenes Klima, und damit verbunden ist eine Trockenheit des Bodens, die für die Pflanze gut ist. Sie zwingt sie, die Wurzeln tief in den Boden wachsen zu lassen. Zugleich behält der Weinbauer die Pflanze im Auge und erkennt, wann der Moment gekommen ist, in dem er eingreifen muss. Dann begiesst er jede Pflanze mit einer grossen Wassermenge aufs Mal. Verpasst er den Zeitpunkt, wird der Boden zu trocken, die Reifung schreitet zu schnell voran, und die Trauben werden fast zu Rosinen am Stock. Das gibt natürlich keinen guten Wein mehr.

Wie stark «Trockenheit» zu Gottes Plan für unser Leben gehört, begriff ich vor ein paar Monaten bei einer Führung auf einem toskanischen Weingut. Bezüglich Bewässerung der Rebstöcke lernte ich dort eine geistliche Lektion, die mich beeindruckte und mir bis heute nachgeht.

Der Gang durch den Weinberg wurde mir zur Predigt, zumal Jesus das Bild des Rebstocks selber gebraucht hat. Ich kenne diese Sehnsucht nach «mehr von Gott», möglichst jeden Tag. Unzählige Worshipsongs erzählen davon und verführen zur Ansicht, die Beziehung zu Gott könne als Dauer-

Wer länger mit Gott unterwegs ist – und das betrifft doch einige der Amen-Leserinnen und -Leser –, kennt die Herausforderung, in der Beziehung zu Gott nicht im Gestern stehenzubleiben, sondern heute neu mit ihm zu rechnen und aus einer lebendigen Verbundenheit mit ihm zu leben.

hoch erlebt werden. So selbstverständlich abrufbar ist der heilige Gott aber nicht. Für unser geistliches Wachstum wäre das auch nicht optimal, genauso wie tägliches Giessen in der Weinbaukunst nicht angebracht ist. So erzählt denn die Bibel in zig Lebensgeschichten und Psalmen von den Trockenphasen im Leben. Neige ich aber dazu, diesen kargen Lebensstil zu glorifizieren, wird es süsslich-schrumplig und letztlich zuckere ich am eigentlichen Ziel vorbei. Mein Glaubensleben ist ein Zusammenspiel von Festhalten, Durchhalten und Vertrauen auf Gott. Als guter Weinbauer beobachtet er mich und sieht genau, wie viel Trockenheit es braucht. Die trockenen Phasen stärken meinen Glauben; durch die Ausdauer kann er sich sogar bewähren und tief werden. Kommt dann der ersehnte Regen oder eben Gott persönlich mit seiner Giesskanne, dann erfrischt, erneuert und belebt das meinen Glauben, und es ist wieder wie beim ersten Verliebtsein. Der Heilige Geist, der in mir wohnt, ist in beidem wirksam, sowohl im Ausharren in der Trockenheit als auch im überfliessenden Begiessen.


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ERFAHREN WAS CAMPUS BEWIRKT - CAMPUS GENERATION -

WOWGOD-DAYS BADEN Über die Ostertage besuchten 3000 Interessierte im Trafo Baden den Jugendevent WOWGOD-DAYS und erfuhren in zeitgemässen Predigten mehr über den christlichen Glauben. Ergänzt wurde das Programm durch Theatervorstellungen, Konzerte und persönliche Lebensberichte. Viele junge Menschen haben ihr Leben erstmals oder neu Jesus übergeben. Eine 15-jährige Besucherin dazu: «Dieser Abend zeigte mir, wie wichtig Vergebung auch für einen selber ist.» Interessierte werden zurzeit im Rahmen von Alphalive in Baden und Brugg oder an anderen Anlässen weiter im Glauben begleitet. Eine junge Frau meinte begeistert: «Meine Freundin besucht nun ab und zu mit mir den Jugendgottesdienst und ist Jesus gegenüber viel offener geworden.» Stefan Fischer, Projektleiter der WOWGOD-DAYS und Präsident der Evangelischen Allianz Baden-Wettingen, zog eine positive Bilanz der Veranstaltung, die von zwölf Kir-

chen der Regionen Baden - Wettingen und Brugg getragen wurde: «Über 280 freiwillige Mitarbeiter haben den Event mit enormem Engagement mitgetragen. Ich bin überwältigt, wie viele Menschen gekommen sind und von der christlichen Botschaft bewegt wurden.» Bei der Aktion «Do something now» kamen mehrere 100 Kilogramm Winterkleider für Flüchtlinge im Kanton Aargau sowie Bedürftige in Osteuropa zusammen. Die nächsten WOWGOD-DAYS finden vom 15. bis 19. September 2016 in Schaffhausen statt. www.wowgod.ch


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- ALPHALIVE-

DAS MAGAZIN Schuhkönig Heinrich Deichmann, Germanistikstudentin Gioia, Weltabenteurer Bear Grylls und weitere spannende Leute erzählen im neuen Alphalive-Jahresmagazin, was sie dazu bewegt, mit Jesus in ihrem Alltag unterwegs zu sein, und wie ihnen Alphalive dabei geholfen hat. Neu enthält das schön aufgemachte Heft zum Weitergeben und Einladen Berichte, Statements und Infos zum Ehekurs, zum Ehevorbereitungskurs und zu den neuen Erziehungskursen sowie wichtige Infos zur weltweiten Alphalive-Kampagne ab September 2016. www.alphalive.ch

CD «SWISS WORSHIP NIGHT (LIVE)» Für viele war die Swiss Worship Night das Erlebnis an der Explo 15: Dreissig Schweizer Anbetungsleiter und -musiker aus allen möglichen Regionen und Kirchen standen am Silvesterabend gemeinsam auf der Bühne und setzten ein Zeichen der Einheit. Das einzigartige Konzert wurde live festgehalten und steht jetzt in voller Länge zur Verfügung. Das Album enthält Lieder wie «Chünig Jesus», «Ewige Gott» oder «Es isch Jesus, wo mir fyre», die Schweizer Worshipgeschichte geschrieben haben. Weiter finden sich auf der CD Alphornklänge, Jodeleinlagen und Hits der letzten Jahre wie «Wunderbar», «Alles Läbe» oder «Afänger und Vollender» sowie «Ich säge’s zu mir sälber» – ein brandneuer Song, der an der Swiss Worship Night zum ersten Mal öffentlich gespielt wurde. CHF 20.00 | shop.explo.ch

magaz n

- CAMPUS POUR CHRIST -

SALAM ALAIKUM Im Sommer, vom 13. bis 26. Juli in Genf und vom 30. Juli bis 10. August in Montreux, gibt es wieder Gelegenheit, als Teil eines internationalen Camps mit Touristen aus arabischen Ländern ins Gespräch über Christus zu kommen. Einsätze sind auch tageweise möglich. Infos und Kontakt: Ruth Berney, rberney@cfc.ch

- ATHLETES IN ACTION -

PROJEKTWOCHE ZÜRI OBERLAND Ende Februar veranstaltete Athletes in Action erstmals im Zürcher Oberland eine von verschiedenen Kirchen der Region unterstützte Projektwoche. 60 Kinder und Jugendliche trainierten mit viel Spass in fünf Camps und erhielten in Time-outs kurze Einblicke in die Beziehung ihrer Trainer mit Gott. Die positive Stimmung nahmen auch verschiedene Eltern dankbar zur Kenntnis: «So gut, dass ihr das macht! Mein Kind kommt richtig gut gelaunt nach Hause.» Im Herbst stehen in Basel, Bern und St. Gallen die nächsten Projektwochen an. www.projektwoche.ch


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- LEBEN IN FREIHEIT -

MULTIPLIKATION IN AFRIKA Karin Briggen

Sara Rhyner

- CHRISTEN IM DIENST AN KRANKEN -

40-JAHR-JUBILÄUM UND LEITERWECHSEL Am 5. März 2016 feierte Christen im Dienst an Kranken (CDK) Deutschschweiz mit einem Fest in Riehen das 40-Jahr-Jubiläum. Karin Briggen, die wesentlich zum Aufbau einer regionalen Gebetsarbeit beigetragen und CDK in den letzten neun Jahren mit viel Leidenschaft geführt hat, übergab die Gesamtleitung an Sara Rhyner. Das Ziel von CDK bleibt auch unter Rhyner unverändert: «Mein Wunsch ist es, dass durch die christlichen Mitarbeiter und die verschiedenen Gebetsgruppen Patienten und Klienten in den verschiedenen Institutionen Gott begegnen und ihn erkennen und erleben dürfen.» Sara Rhyner und ihr Team dürfen bei ihrer Arbeit auf ein Netz von tragfähigen Beziehungen bauen, wie die Aussage einer Regionalverantwortlichen am Jubiläumsfest

unterstreicht: «In all den Jahren, in denen ich mit CDK unterwegs war, habe ich eine Atmosphäre der Liebe und der Wertschätzung, der Freude und Freiheit erlebt. Das half mir, mich selber immer mehr als wertvoll in Gottes Augen zu sehen. Ich wurde mutiger und fühle mich heute nicht nur in der hintersten Reihe wohl.» Ende August startet mit den Pulse Days ein neues Angebot von CDK. Ziel der dreizehn Tagesseminare, die einzeln oder als Jahreskurs besucht werden können, ist es, Christen im Gesundheitswesen für ihre anspruchsvolle Arbeit zu inspirieren und mit ihnen Wege zu finden, wie sie ihr Christsein im Alltag leben können.

50 000 Meinungen wurden auf die rund 1500 Plakate in der Deutschschweiz geschrieben. 20 000 Interessierte besuchten www. jesus-ist.ch und äusserten über 5500 Meinungen.

Ernest, ein Pastor aus Sambia (links im Bild): «Mein Grossvater, ein bekannter Zauberer, wurde am Tag meiner Geburt umgebracht. Meine Mutter hat mir seinen Namen gegeben und glaubte, ich sei eine Reinkarnation von ihm. Das hat mein Leben als Christ geprägt und belastet. Jetzt konnte ich mich im Namen Jesu davon lösen und diesen dunklen Einfluss brechen – ich bin frei!» Nächste LIF-Leiterkonferenz in der Schweiz vom 27. bis 29. Oktober 2016 in Thun.

www.cdkschweiz.ch www.lebeninfreiheit.ch

«JESUS IST …» Die interaktive Kampagne «Jesus ist...» vor und an Ostern 2016 hat zu vielen Gesprächen und Diskussionen innerhalb der Bevölkerung, den Medien und den Kirchen geführt. Rund 2.2 Millionen Personen kamen damit in Berührung.

Dreissig Leiter aus neun afrikanischen Ländern besuchten im März die Konferenz von Leben in Freiheit (LIF) in Ruanda. Gott hat den Leitern gedient, sie aus geistlichen Festungen befreit und sie für die Multiplikation von LIF in ihren Ländern vorbereitet.

Auf Facebook wurden knapp 50 000 Nutzer erreicht und 7600 Interaktionen fanden statt. Kirchenbundpräsident Gottfried Locher, Mitglied im Patronatskomitee der Kampagne: «Die Plakataktion war ein Erfolg – Tausende haben mitgemacht. Mir gefällt, wenn öffentlich über den Glauben gesprochen wird. Die Aktion ist auch ein mutiges Zeichen für mehr Zusammenarbeit über Konfessionsgrenzen hinaus.» www.jesus-ist.ch


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W as meinst du? Viviane Herzog Rachel Stoessel, Leiterin Alphalive Schweiz, Geschäftsführerin der «Jesus ist»-Kampagne Rachel, wie ergänzt du persönlich den Satz «Jesus ist …»?

«… der, der mir Würde schenkt.» Zu dem komme ich immer wieder zurück. Warum? Wenn ich die Geschichten von Jesus lese, dann berührt mich immer, wie Jesus Menschen ihre verloren gegangene Würde zurückgegeben hat. Dazu gehören die vielen Frauenstorys wie die der Ehebrecherin, der blutfüssigen Frau oder jene von Maria, die so gerne bei Jesus war und ihm einfach nur zuhören wollte. Aber auch Männer wie Petrus erfuhren diese volle Annahme. Auch ich erlebe heute ganz real, wie Jesus meine Selbstanklagen in Liebe umwandelt oder meine Scham liebevoll zudeckt.

Wofür kritisierst du dich am häufigsten? Meistens dafür, dass ich meinen Erwartungen nicht genüge. Dir stehen gerade ein paar Stille-Tage bevor. Erlebst du Jesus eher still oder laut? Hmm, in der Stille erlebe ich, wie Jesus in mir Dinge anrührt und Themen zur Sprache bringt, die ich im Lärm des Alltags nicht höre. Andererseits erlebe ich Jesus auch im Trubel des Alltags, wie er Geistesblitze schenkt oder Ordnung ins Chaos bringt. Also sowohl als auch. Gibt es für dich auch ein «Jesus ist NICHT …»? Sicher! Jesus ist NICHT aufdringlich, unfair, erbarmungslos, unbedacht und vieles mehr.

Oh – da kommt einiges! Was geht in dir vor, wenn du siehst, dass jemand etwas Negatives auf ein Plakat von «Jesus ist …» geschrieben hat? Klar betrübt es mich. Auch bei Alphalive geschieht es manchmal: Wenn Menschen sich kritisch darüber äussern, wer Jesus für sie ist, dann ist mein erster Reflex, dass ich Jesus und meinen Glauben verteidigen will. Wenn ich dann kurz durchatme, dann gelingt es mir, ehrlich hinzuhören und nachzufragen: «Woher kommt deine Einschätzung oder dieser Frust?» Dem nachzugehen, ist spannend und entspannend zugleich. Ich muss Jesus nicht verteidigen. Machst du die Erfahrung, dass Jesus sich selbst verteidigt?

Ich glaube nicht, dass er das zu tun braucht. Er verteidigte sein Gott-Sein auch nicht am Kreuz. Wenn er wiederkommen wird, so heisst es, werden ihn alle Menschen erkennen: diejenigen, die an ihn glauben, und die anderen, die nicht glauben. Schon heute erlebe ich aber, dass Menschen, die sich ernsthaft mit Jesus auseinandersetzen − vielleicht auch, indem sie sich zunächst irrational über ihn aufregen −, plötzlich erfassen und glauben können, dass er wirklich von Gott gekommen ist. Danke, das ist eine sehr hilfreiche Perspektive. Was fordert dich an der «Jesus ist …»-Kampagne am meisten heraus? Wir, die Verantwortlichen der Kampagne, haben alle einen Hauptberuf. Dies bedingt, dass ich gewisse Dinge, die ich gerne perfekter hätte, aus Zeitgründen so stehen lassen muss, wie sie sind. Zurück zur dritten Frage. Es fordert mich heraus, zu akzeptieren, dass das, was ich habe und tue, genug ist ... Der Kreis schliesst sich. Danke dir vielmals für den Chat, Rachel!


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