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Wirtschaftsmagazin BODENSEE

Labhards

W I R T S C H A F T S MAGAZIN

BODENSEE 2016

B u s i n e s s M a g a z i n e L a k e C o n s ta n C e

WIRTSCHAFT TOURISMUS POLITIK MEDIEN

IM GESPRÄCH: Dr. Nils Schmid Dr. Michael Schwabe Edgar G. Sidamgrotzki Arnold Kannenberg Torsten Schmitz Jürgen Schatz Bettina Gräfin Bernadotte Birgit Sauter-Paulitsch Enrico Heß Uli Burchardt

Nr. 13 (33) 6,– € / 8.– CHF

Dr. Wolfgang Zoll Andreas Reinhardt Bernd Häusler Benedikt Otte Sabine Becker Dr. Klaus F. Erkes Dr. Bernhard Kräußlich Andreas Netzle Markus Thalmann Andreas Balg Christoph Thoma Mag. Brigitte Plemel

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REDEN WIR

MITEINANDER… Seit 33 Jahren erscheint nun das Wirtschaftsmagazin Bodensee. Ein Kaleidoskop der Wirtschaftsgeschichte der internationalen Bodenseeregion, das beispiellos ist. Wie sehr sich dieses Printmedium zu einer festen Größe entwickelt hat, zeigt sich schon an der Tatsache, dass wir zusätzlich zu den Fachbeiträgen in dieser Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Bodensee mit 22 Persönlichkeiten aus der internationalen Vierländerregion Interviews führten. Wer etwas zu sagen hat, der nimmt sich dafür die Zeit und erhält von uns den Raum, um den Leserinnen und Lesern Nachdenkliches, Zukunftsweisendes und Überraschendes mitzuteilen. Heutzutage sind die Kommunikationsmöglichkeiten sehr vielfältig. Zu diesem Thema hat die Hirnforschung die Frage untersucht, in welchem Zustand, in welchem Operationsmodus sich das Gehirn bei den unterschiedlichen Kommunikationskanälen befindet. Liest oder betrachtet man Gedrucktes, egal ob Text oder Bild, befindet sich das menschliche Gehirn biophysikalisch in einem anderen Zustand, als wenn man dies vor einem Bildschirm tut. Das Lesen auf Papier geschieht mit wesentlich höherer Konzentration. Das ist in der Kommunikation von hoher Relevanz. Will ich das a priori überforderte, abgelenkte Hirn erreichen oder das, das im Modus der Konzentration operiert? Schön, dass Sie angefangen haben, das Wirtschaftsmagazin Bodensee zu lesen und sich somit im Modus der Konzentration befinden. Natürlich gibt es in der Kommunikation für uns keine Einbahnstraße. Unsere vielen Printtitel, unsere Internetaktivitäten und das persönliche Gespräch, z.B. im Rahmen unserer Bodensee Salongespräche, sind unsere Kommunikationswege. Dabei halten wir uns an unser Motto: „Reden wir miteinander“, anstatt ungefragt plakative Werbebotschaften und ungefilterte Informationen in die Welt zu tragen. Miteinander reden, das hat immer auch etwas mit Verantwortung und Glaubwürdigkeit zu tun. In unserem Kerngeschäft an Print festzuhalten, ist unserer Erfahrung, ja der Tatsache geschuldet, dass die Glaubwürdigkeit von Printprodukten wie dem Wirtschaftsmagazin Bodensee wesentlich höher ist als jene von Beiträgen im lnternet. Warum das so ist? Ganz einfach: Was gesagt ist, ist gesagt. Was gedruckt ist, ist gedruckt. Da lassen sich unsere Interviewpartner und unsere Autoren dann auch gerne in die Verantwortung nehmen. Sie spekulieren nicht darauf, einfach den ,,Löschen-Knopf" zu drücken. Auch deshalb sind Zeitschriften das Vertrauensmedium Nr. 1 bei den Leserinnen und Lesern. Titel_WIMA_2016:Layou

t 1 01.12.15 11:43 Seite 2

Das Wirtschaftsmagazin Bodensee hat zusätzlich den Vorteil, dass

und Leser auf Themen stoßen, die sie gar nicht zwingend gesucht haben, die sie überraschen, die sie schlauer machen. Wer auf der Suche nach Information bekannte Pfade nicht verlässt, verlernt mit der Zeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen, verpasst neue Entwicklungen und neue Erkenntnisse. Es ist nicht das Smartphone, das uns zu neuen Erkenntnissen führt.

agazin BODENS EE

gen und Zeitschriften haben die Eigenschaft, dass die Leserinnen

Labhards

Wirtsc haftsm

niemand mitliest. Die Texte gehören dem Leser. Magazine, Zeitun-

WIRTSCHAFTS

BODENSEE

M AG AZ IN

Business Mag azine Lake Co n s ta n C e

2016

WIRTSCHAFT TOURISMUS POLITIK MEDIEN

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen beim Lesen viele neue Erkenntnisse. Entdecken Sie die internationale Wirtschaftsregion Bodensee,

IM GESPRÄCH:

ihre vier Länder Deutschland, Schweiz, Österreich und Liechten-

Dr. Nils Schmid

Dr. Michael Schwabe Edgar G. Sidamgrotzk i Arnold Kannenberg Torsten Schmitz Jürgen Schatz Bettina Gräfin Berna dotte Birgit Sauter-Pauli tsch Enrico Heß Uli Burchardt

stein, eine Region mit hoher Lebensqualität, eine Tourismusregion erster Güte, einen prosperierenden Wirtschaftsstandort mit interessanten Menschen, die Ihnen viel zu sagen haben, eben Nachdenkliches, Zukunftsweisendes, Überraschendes. Nr. 13 (33) 6,– € / 8.– CHF

Das Team vom Wirtschaftsmagazin Bodensee

Dr. Wolfgang Zoll Andreas Reinhardt Bernd Häusler Benedikt Otte Sabine Becker Dr. Klaus F. Erkes Dr. Bernhard Kräuß lich Andreas Netzle Markus Thalmann Andreas Balg Christoph Thoma Mag. Brigitte Pleme l

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Foto: Stefan Arendt

INHALT Editorial Impressum

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Menschen & Innovationen Autobau AG Autohaus A. Gohm GmbH bodenseecrew Werbeagentur GmbH, Torsten Schmitz Branchen in der Vierländerregion Bodensee Creditreform Konstanz Müller & Schott KG Dr. Nils Schmid, Minister für Wirtschaft und Finanzen, Baden-Württemberg Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton Thurgau, Edgar G. Sidamgrotzki Eto Magnetic GmbH, Dr. Michael Schwabe Geberit Vertriebs GmbH Handwerkskammer Konstanz Hesta Immobilien GmbH, Arnold Kannenberg Holenstein GmbH Hypo Landesbank Vorarlberg Internationale Bodensee-Hochschule Internationale Bodensee Konferenz Ifm IHK Bodensee-Oberschwaben, Jürgen Schatz Interreg Kanzlei Mosbrugger

18 5 48 28 40 10 26 16 30 54 42 88 86 62 66 59 56 68 44

Konstanz-Ravensburg Agentur für Arbeit Konzept Informationssysteme GmbH Labhard Medien Liebherr Meinlschmidt Raumkonzepte Gmbh Meyer-Hayoz Design Engineering GmbH Neher Dia GmbH & Co. KG OMNI PC Systemintegration GmbH puren GmbH PR2 Schindler Parent GmbH Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG Weber Automotive GmbH

60 51 22/160 50 77 3/36 53 46 52 69 38 14 17

Tourismuswirtschaft Bodenseehotels Bodensee Schiffsbetriebe Comfort Hotel Deutsche Bodensee Tourismus GmbH, Enrico Heß Hotel Bad Schachen Hotel Bayerischer Hof Mainau GmbH, Bettina Gräfin Bernadotte MS Sonnenkönigin Regionalbahn Thurbo AG Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee e.V., Birgit Sauter-Paulitsch

84 78 85 80 82 83 72 87 89 74


BIKEPARKING

Parking space für das Bike und den Helm, für die Einkaufstasche und die Online Shopping Pakete, für den Regenschirm und die Sportausrüstung, für das Surfbrett und den Rucksack, für den Konzertanzug und die Jeans fürs Pub, für Bike sharing und Bike service, für Schutz vor Vandalismus und Diebstahl, Regen oder Schnee.

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Foto: WilliamJu_Fotolia

Vierländerregion Bodensee Bodensee Standort Marketing GmbH

92

Deutschland Bodenseekreis Abenteuerparks Immenstaad/Kressbronn Friedrichshafen Meersburg Schlossschule Salem Überlingen, Sabine Becker RAFI Eltec Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH, Benedikt Otte Landkreis Konstanz Allensbach BGV / Badische Versicherungen Bruder Digitaldruckhaus Dorner Digitale Gestaltung GmbH Engen Gottmadingen Konstanz Uli Burchardt Bodenseeforum Konstanzer Konzil BioLago und CyberLago SolarLake Facts & Figures Technologiezentrum Stadtwerke Konstanz Businesspark Radolfzell Stadtwerke Radolfzell, Andreas Reinhardt Reichenau, Dr. Wolfgang Zoll Klosterinsel Reichenau Singen, Bernd Häusler Stadthalle Singen Stockach Takeda GmbH

81 136 142 147 138 141 134 113 105 128 111 112 130 129 94 96 98 100 102 103 104 106 108 110 118 122 114 116 124 126 132 127

Landkreis Sigmaringen Bad Saulgau Gammertingen HFM Modell- und Formenbau GmbH Meßkirch Pfullendorf Schunk GmbH & Co. KG WiS - Wirtschaftsförderungs- und Standortmarketinggesellschaft Landkreis Sigmaringen mbH Dr. Bernhard Kräußlich, Dr. Klaus F. Erkes Volksbanken Raiffeisenbanken Landkreis Ravensburg Ravensburg WiR – Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH

158 156 160 161 154 159 150 153 151 148 144

Schweiz Arbon, Andreas Balg Saurer Museum Depot Neuhausen am Rheinfall Kanton Thurgau - Amt für Wirtschaft und Arbeit Kreuzlingen, Andreas Netzle Tägerwilen, Markus Thalmann

170 172 174 162 166 168

Österreich Bregenz Tourismus & Stadtmarketing GmbH Christoph Thoma Vorarlberg Tourismus, Mag. Brigitte Plemel

176 179 180

Fürstentum Liechtenstein Liechtenstein Marketing First Tax AG

182 189


MENSCHEN & INNOVATIONEN


www.dorniermuseum.de


S_010 S_150

„Wir stehen mit beiden Füßen auf dem Gas.“ Uli Burchardt, Oberbürgermeister Konstanz, S. 96

Darauf hat die Stadt über 20 Jahre gewartet“

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Sabine Becker, Oberbürgermeisterin Stadt Überlingen, S. 138

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„Die Gestaltung der Zukunft gelingt nur mit gut vernetzten Partnerschaften."

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Alfons Mattes, Vizepräsident, Unternehmerverband Landkreis Sigmaringen, S. 150

„Zusammen sind wir 100 % Kreuzlingen.“ Andreas Netzle, Stadtpräsident von Kreuzlingen, S. 166

8 Menschen & Innovationen | Interviews


MENSCHEN UND POSITIONEN DR. NILS SCHMID Wirtschafts- und Finanzminister, Baden-Württemberg S. 10 DR. MICHAEL SCHWABE Eto Magnetic, Stockach S. 16 THOMAS WILLAUER Labhard Medien, Konstanz S. 22 EDGAR G. SIDAMGROTZKI Amt für Wirtschaft und Arbeit, Kanton Thurgau S. 26

S_074 S_056

ARNOLD KANNENBERG Hesta Immobilien, Radolfzell S. 42 TORSTEN SCHMITZ bodenseecrew, Konstanz S. 48 JÜRGEN SCHATZ IHK Oberschwaben, Weingarten S. 56 BETTINA GRÄFIN BERNADOTTE Insel Mainau S. 72

„Es ist die Art und Weise, wie die Dinge gemacht werden, die Wettbewerbsvorteile schafft.“ Mag. Brigitte Plemel, Vorarlbergtourismus, S. 180

BIRGIT SAUTER-PAULITSCH VTWB, Weingarten S. 74 ENRICO HESS DBT, Friedrichshafen S. 80 ULI BURCHARDT Oberbürgermeister Stadt Konstanz S. 96 DR. WOLFGANG ZOLL Insel Reichenau S. 114 ANDREAS REINHARDT Stadtwerke Radolfzell S. 122 BERND HÄUSLER Oberbürgermeister Stadt Singen S. 124 BENEDIKT OTTE Wirtschaftsförderung Bodenseekreis S. 134

S_080 S_134

SABINE BECKER Oberbürgermeisterin Stadt Überlingen S. 138 ALFONS MATTES Vizepräsident Unternehmerverband Landkreis Sigmaringen S. 150 ANDREAS NETZLE Stadtpräsident von Kreuzlingen S. 166 MARKUS THALMANN, Gemeindepräsident von Tägerwilen S. 168 CHRISTOPH THOMA GF Bregenz Tourismus & Stadtmarketing S. 179 MAG. BRIGITTE PLEMEL Vorarlbergtourismus, Dornbirn S. 180

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S_180 Interviews | Menschen & Innovationen 9


POSITION Dr. Nils Schmid

AUS STUTTGART

Im Gespräch mit Dr. Nils Schmid, Minister für Finanzen und Wirtschaft und stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg

Herr Dr. Schmid, die Bodenseeregion wird oft als Musterregion für Innovation und Hightech bezeichnet. Gibt es darüber hinaus noch Punkte, in denen die Region Modellcharakter besitzt? Dr. Nils Schmid: Die Bodenseeregion ist auch in Stuttgart sehr präsent. Der grenzüberschreitende Austausch von Auszubildenden, die starke Position von mittelständischen Betrieben am See, die Modellregion für nachhaltige Entwicklung und die gemeinsame Vermarktung der „Vierländerregion Bodensee“ sind natürlich auch in der Landeshauptstadt Thema. Wir wissen die Innovationskraft der Region zu schätzen. Die Bodenseeregion hat ihren Modellcharakter übrigens auch schon im aktuellen Wettbewerb des Landes zur zukunftsfähigen Regionalentwicklung „RegioWIN“ unter Beweis gestellt: Sowohl das regionale Entwicklungskonzept des Bodenseekreises als auch das gemeinsame regionale Entwicklungskonzept der beiden Kreise Konstanz und Sigmaringen wurden von der Jury als WINregion ausgewählt und im Januar 2015 prämiert. Ein schöner Kristallisationspunkt für viele dieser Ansätze war das Wirtschaftskonzil 2015 in Konstanz. Das Land Baden-Württemberg hatte 2015 den Vorsitz in der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) unter der Federführung vom Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten, Peter Friedrich. Inwiefern waren Sie als Wirtschafts- und Finanzminister involviert? Das Wirtschaftsministerium ist bei den konkreten Aktivitäten der IBK stark involviert, wir leiten seit 2011 die wichtige Kommission „Wirtschaft“ der IBK. Mit deren aktiver Beteiligung wurde dieses Jahr das Wirtschaftskonzil“ in Konstanz veranstaltet. Ich treffe meine Kolleginnen und Kollegen aus den Wirtschaftsministerien rund um den See immer wieder im Rahmen der IBK. Zuletzt habe ich sie 2012 nach Meersburg eingeladen, dort haben wir uns zum Austausch von Auszubildenden und zur Innovationspolitik getroffen - das sind Themen die dauerhaft für die Bodenseeregion relevant sind. Ich bin natürlich als Wirtschaftsminister immer wieder in der Region unterwegs und im tausche mich mit den Menschen vor Ort intensiv aus. Die wirtschaftlichen Beziehungen von Baden-Württemberg zu seinen südlichen Nachbarn sind eng. Gibt es aus baden-württembergischer Sicht Handlungsbedarf, um diese noch zu verbessern? Gerade die grenznahen Regionen des Landes leben von der wechselseitigen Öffnung der Waren-, Arbeits-und Dienstleistungsmärkte zwischen der Schweiz und der EU. Rund 52.000 Grenzpendler aus

Baden-Württemberg sind derzeit in der Schweiz beschäftigt. Die Schweiz ist aber leider kein Mitglied der EU oder wie das Fürstentum Liechtenstein des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). Ihre wirtschaftlichen Beziehungen zur EU hat die Schweiz in rund 120 bilateralen, sektorenspezifischen Abkommen geregelt. Damit ist ein bunter Flickenteppich von Regelungen entstanden, die zum Teil sehr intransparent geworden sind. Diese Regelungen sind aber auch für die baden-württembergische Wirtschaft sehr relevant. Lassen Sie mich hier Beispiele für das Handwerk herausgreifen: Im Bereich der grenzüberschreitenden Dienstleistungserbringung kann ein Handwerksbetrieb Aufträge in der Schweiz nur innerhalb von 90 Tagen abwickeln. Durch die Einführung der sogenannten flankierenden Maßnahmen ist ein bürokratisches Monster mit Kontrollen der in der Schweiz geltenden Mindestlohn- und Arbeitsschutzbestimmungen geschaffen worden. Ich halte die Kontrolle von Mindestlöhnen für unerlässlich, Lohndumping und kriminelle Machenschaften in bestimmten Branchen müssen bekämpft und die Tarifbindung sichergestellt werden. Aber es geht auch um das „wie“: um einen in den letzten Jahren immer mehr gesteigerten Papierkrieg, um stetig sich verschärfende Meldepflichten, um zu hinterlegende Kautionen, um unverhältnismäßige Sanktionen, um immer kompliziertere Erfordernisse bei der Umrechnung der Löhne. Mein Eindruck ist, dass diese Kontrollen oft die Falschen treffen. Ich wehre mich auch dagegen, dass alle Betriebe aus den Grenzräumen unter Generalverdacht gestellt werden. Wir haben unsere Kritik an diesen Praktiken gemeinsam mit den grenznahen Kammern und betroffenen Verbänden in einem Zehn-Punkte Papier zu den offenen Problemen im Vollzug der flankierenden Maßnahmen zusammengefasst, das ich Ende August an den Schweizer Wirtschaftsminister Schneider-Ammann übermittelt habe. Der Kurs des Franken ist gegenüber dem Euro 2015 nochmal gestiegen. Das sorgt für einen enormen Unterschied in der Kaufkraft zwischen der Schweiz und Baden-Württemberg. Welche Auswirkungen hat das und wie schätzen Sie die weitere Entwicklung ein? Wir können hier verschiedene Entwicklungen unterscheiden. Auf der deutschen Bodenseeseite sehen wir eine gewisse Sonderkonjunktur. Viele Einzelhändler, aber auch Hotels und Gaststätten in den grenznahen Gebieten, freuen sich über die zahlungskräftigen schweizerischen Kunden. Gleichzeitig nehmen wir aber auch die Sorgen über Verkehrsbelastungen, lange Schlangen vor den Kassen und teilweise steigende Preise ernst. Die Schweiz ist einer der wichtigsten


Foto: Achim Mende

Handelspartner für Baden-Württemberg. Bei den Exporten liegt sie nach den USA, China und Frankreich auf Platz vier, bei den Importen belegt die Schweiz den ersten Platz. Wir hatten zunächst die Sorge, dass es durch die Freigabe der Franken-Wechselkursstützung durch die Schweizer Nationalbank im Januar 2015 in der Schweiz zu einer Rezession kommen könnte mit negativen Auswirkungen auch auf die baden-württembergische Exportwirtschaft. Mittlerweile scheint die Schweiz ein leichtes Wachstum verzeichnen zu können, die Ursache hierfür sind die Verbilligung der Energiepreise sowie der Importpreise. Die Schweiz ist außerdem auf Platz 1 der ausländischen Investoren in Baden-Württemberg, diese Tendenz könnte sich noch verstärken. Die schweizerische Exportwirtschaft – hier vor allem die Maschinen- und Elektronikindustrie und die Uhrenbranche – haben mit erheblichen Problemen wegen der währungsbedingten Nachteile zu kämpfen. Das könnte dazu führen, dass schweizerische Unternehmen durch Betriebsverlagerungen in den Euro-Raum den Kostendruck reduzieren und sich dadurch auch einen leichteren Zugang in den EU-Binnenmarkt verschaffen. Die Vorteile des Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg liegen klar auf der Hand. Die Arbeitgeber in Österreich und der Schweiz bieten für Fachkräfte attraktive Job- und Verdienstmöglichkeiten. Für die Bodenseeregion ergibt sich daraus eine besondere Konkurrenzsituation. Was kann aus Ihrer Sicht getan werden, um Arbeitsplätze auch diesseits des Sees attraktiver zu gestalten? Die Bodenseeregion besticht nicht nur durch ihre reizvolle Lage und dem vielfältigen Urlaubs- und Freizeitangebot. Die Region ist vor allem auch ein sehr bedeutender Gewerbe- und Industriestandort

mit einer prosperierenden Wirtschaft und attraktiven beruflichen Perspektiven. Um mehr inländische und ausländische Fachkräfte für die Region zu gewinnen, wurde eine regionale Infrastruktur geschaffen, die sich speziell an diese Zielgruppe richtet. Das Land fördert die Koordinierungsstelle der regionalen Fachkräfteallianz Bodensee-Oberschwaben, die im Bündnis mit den Allianzpartnern aus Wirtschaft, Gewerkschaft und Arbeitsverwaltung ein wichtiges Netzwerk in der Region bildet. Die regionale Allianz setzt Handlungsfelder um, die auf Landesebene definiert wurden und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Fachkräftesicherung vor Ort. Mit dem ebenfalls vom Land geförderten Welcome Center Bodensee-Oberschwaben sollen darüber hinaus gezielt Fachkräfte aus dem Ausland angesprochen werden. Die Welcome Center agieren als zentrale Anlaufstelle für internationale Fachkräfte und ihre Familien sowie ausländische Absolventen baden-württembergischer Hochschulen. Zudem begleiten sie kleine und mittelständische Unternehmen bei der Rekrutierung und Integration internationaler Fachkräfte und tragen damit zur Willkommenskultur in den Regionen bei. Neben großen Unternehmen in der Luft- und Raumfahrtindustrie, im Maschinenbau und bei den Autozulieferern gibt es eine Reihe von mittelständischen Unternehmen am Bodensee, die in ihrem Segment marktführend sind. Im Rahmen der Tour de Handwerk haben Sie einige dieser Unternehmen besucht. Wie erklären Sie sich die wirtschaftliche Stärke der Region? Auf meiner „Tour de Handwerk“ habe ich im Februar dieses Jahres drei innovative und engagierte Handwerksunternehmen – Maler und Lackierer, Augenoptiker, Zimmerer- und Holzbaubetrieb – per-


sönlich kennengelernt, die in ihren Branchen Hervorragendes leisten, zukunftsfähige Arbeitsplätze anbieten und zur Lebensqualität der Bevölkerung beitragen. Der wirtschaftliche Erfolg und der Wohlstand unseres Landes beruhen in hohem Maß auf den Leistungen der zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen. Die kleinen und mittleren Unternehmen stellen rund 80 Prozent der Ausbildungsplätze, 60 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und erwirtschaften mehr als die Hälfte des steuerbaren Umsatzes der Wirtschaft. Inhaber und Beschäftigte tragen mit Fleiß, Tüftlergeist und unternehmerischem Wagemut entscheidend zu dem Ansehen bei, das Baden-Württemberg weltweit genießt. Sie prägen mit ihren Produkten maßgeblich die Innovationskraft unseres Landes mit. Oft sind sie innerhalb ihrer Marktsegmente sogar Weltmarktführer. Viele mittelständische Unternehmer sind eng mit ihrer Region verbunden und engagieren sich vor Ort für soziale Einrichtungen, kulturelle Zwecke oder den Sport, nicht zuletzt auch deshalb, weil der weitaus größte Teil dieser Unternehmen Familienunternehmen sind, die sich dort besonders verwurzelt fühlen. Dies alles gilt auch für die Bodenseeregion. Hinzu kommen dort sicherlich noch weitere Faktoren wie die herrliche Landschaft mit ihrer hohen Lebens- und Freizeitqualität, die zahlreiche Touristen anzieht sowie die Nähe zur Schweiz, die im Handel und der Gastronomie für eine Art Sonderkonjunktur sorgt. Tourismus spielt am Bodensee wirtschaftlich eine bedeutende Rolle. Genauso aber ist das produzierende Gewerbe nach wie vor auch in räumlicher Hinsicht im Wachstum begriffen. Wie beurteilen Sie diesen „Spagat“ zwischen gewerblicher Expansion und dem Erhalt der attraktiven Landschaft? „Spagat“ klingt nach Spannung. Ich würde aber viel weniger von Spannung als von Synergie oder Symbiose sprechen. Die Bodenseeregion steht sicherlich sowohl für Produktion als auch für Tourismus. Touristische Highlights, eine attraktive Kulturlandschaft mit einem hohen Freizeit- und Wohnwert prägen diese Region ebenso wie international renommierte Unternehmen in einer reizvollen geographischen Lage im Verbindungsfeld vierer Nationalstaaten. Es sind die positiven Standortfaktoren, die die Innovationsstärke und damit die Produktionsstärke dieses Raumes vorantreiben. Forschen und entwickeln in attraktiver Lage ist

doch ein positiver Standortfaktor. Natürlich gibt es da unterschiedliche Nutzungsansprüche, gerade im hochverdichteten Uferbereich. Das Bodenseehinterland in den Erfolg der Uferregion integrieren und zugleich den Uferbereich entlasten – das ist ein gutes Zusammenspiel. Für mich macht diese Mischung gerade das Alleinstellungsmerkmal dieser besonderen Region aus. Der Zuzug in die Region ist nach wie vor groß, insbesondere in Städten wie Konstanz fehlt günstiger Wohnraum. Wie kann der dringend notwendige soziale Wohnungsbau angekurbelt werden? Die Herausforderung durch die angespannten Wohnungsmärkte und den großen Zuzug in unser Land sind immens. Nur gemeinsam können die verschiedenen Akteure im Bereich des Wohnungsbaus sie bewältigen. Deswegen brauchen wir eine umfassende Offensive für bezahlbaren Mietwohnraum. Vor diesem Hintergrund habe ich Mitte Oktober alle Beteiligten zu einem Wohnungsbaugipfel eingeladen, um über die notwendigen Maßnahmen und Anstrengungen für mehr Wohnraum zu diskutieren. Darunter waren Vertreterinnen und Vertreter von Ministerien und Regierungspräsidien, Abgeordneten des Landtags, kommunalen Landesverbänden, den Oberbürgermeistern der großen Städte im Land, Wohnungs-, Eigentümer- und Immobilienverbänden, Mieterbund, Architektenkammer sowie Baufinanzierer. Und wir setzen die dort besprochenen Maßnahmen auch schnell und konsequent um: Die Fördermittel für den Wohnungsbau werden erhöht. Die vom Bund beim Flüchtlingsgipfel Ende September 2015 versprochenen zusätzlichen Mittel in Höhe von rund 40 Millionen Euro pro Jahr fließen zweckgebunden in den Wohnungsbau. Die Landeswohnraumförderung ist unser zentrales Förderinstrument, um den Wohnungsbau voran zu bringen. Schon 2011 haben wir einen Paradigmenwechsel eingeleitet, indem wir die Mittel erhöht und den Fokus auf den sozialen Mietwohnungsbau gelegt haben. Das Landeswohnraumförderungsprogramm 2015/2016 – die Grundlage zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus in BadenWürttemberg – wird jetzt zu besseren Konditionen fortgeschrieben. Wir haben nach dem Gipfel noch einmal an einzelnen Stellschrauben gedreht und die Voraussetzungen für die Förderungen für Investoren weiter verbessert. Zum einem wird den Antragstellern, die in die Schaffung


von Sozialmietwohnraum investieren, eine Eigenkapitalverzinsung von bis zu 4 Prozent ermöglicht – das soll den sozialen Wohnungsbau auch in der aktuellen Niedrigzinsphase attraktiv halten. Außerdem wird den Investoren als zusätzliche Variante der Förderung ein für zehn Jahre zinsloses Darlehen verbunden mit einer zehnjährigen Miet- und Belegungsbindung angeboten. Damit wird das Angebot, das bereits Zeiträume von 15 und 25 Jahren umfasst, vergrößert. Aber die Steigerung beim Wohnungsbau ist nur zu schaffen, wenn auch private Investoren sich engagieren. Das zeigt sich auch daran, dass lediglich vier von 100 Wohnungen im Land in öffentlichem Besitz seien. Deshalb setze ich mich auf Bundesebene dafür ein, dass die erhöhte steuerliche Absetzbarkeit von sozial gebundenem Wohnungsbau wieder eingeführt wird. Außerdem wird das Land konsequent alle Regelungen auf den Prüfstand stellen, die den Wohnungsbau hemmen könnten. Das heißt, dass zeitlich befristete Ausnahmen und Befreiungen von baurechtlichen Bestimmungen zugelassen werden sollen. Die besten Bauvorschriften, die attraktivsten Förderangebote und steuerlichen Anreize nützen aber nichts, wenn nicht genug Baufläche ausgewiesen ist. Was tut das Land, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken? Was sind Ihre konkreten Zielsetzungen in diesem Bereich? Baden-Württemberg hat als industriestärkster Standort in Deutschland einen großen Fachkräftebedarf im technischen Bereich. Wir haben Engpässe bei Ingenieuren, Informatikern und Softwareentwicklern und bei vielen technischen Ausbildungsberufen. Aber auch im Bereich der Pflege besteht großer Bedarf an qualifizierten Kräften. Die Brisanz des Fachkräftethemas wird sich verstärken, wenn ab 2020 die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Um das Fachkräfteangebot im Land nachhaltig zu sichern, habe ich vor vier Jahren die „Allianz für Fachkräfte Baden-Württemberg“ ins Leben gerufen. Gemeinsam mit relevanten Akteuren am Arbeitsmarkt – wie den Organisationen der Wirtschaft, den Gewerkschaften und der Arbeitsverwaltung – wollen wir durch vielfältige Maßnahmen das Fachkräftepotenzial besser erschließen und Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen. Die in der Fachkräfteallianz vereinbarten Zielsetzungen reichen dabei von A wie Ausbildung bis Z wie Zuwanderung. Zur Umsetzung dieser Ziele hat die Allianz ein Fachkräfteprogramm mit

Schwerpunktmaßnahmen beschlossen, das regelmäßig fortgeschrieben wird. In den vergangenen Jahren haben wir deutliche Fortschritte erzielt. So ist die Beschäftigung von Frauen, von älteren Personen, von hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund und von neu zugewanderten Fachkräften gestiegen. In allen zwölf Regionen Baden-Württembergs sind Fachkräfteallianzen nach dem Vorbild der landesweiten Allianz gegründet worden, hier am See die regionale Fachkräfteallianz Bodensee-Oberschwaben und die des Landkreises Konstanz. Die Fachkräfteallianz wird ihre Anstrengungen in bestimmten Handlungsfeldern weiter ausbauen Das gilt für ein noch stärkeres duales Ausbildungssystem, ein höheres Arbeitsvolumen von Frauen und Älteren, eine stärkere Bildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund und den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit. Aber auch die Integration von Flüchtlingen durch Ausbildung ist ein wichtiges Thema. Deshalb fördern wir unter anderem sogenannte Kümmerer, um für eine Ausbildung geeignete junge Flüchtlinge zielgenau in Praktika und Ausbildung zu vermitteln. Die meisten bringen eine hohe Motivation mit, brauchen aber Unterstützung. Wenn wir diese Hilfestellung geben, profitieren beide Seiten. Denn es gibt keine bessere Integration als durch Arbeit und Ausbildung. Das Thema Industrie 4.0 " ist ein wichtiges Thema für die Wirtschaft, " welche Aktivitäten gibt es in der Bodenseeregion dazu? Der Trend zur Digitalisierung der Wirtschaft ist eindeutig. Deswegen habe ich im März eine Initiative zur „Industrie 4.0“ gegründet. Sie soll alle wesentlichen Akteure des Landes vernetzen und Maßnahmen bündeln. Dafür stellen wir für Industrie-4.0-Projekte in den kommenden beiden Jahren zweistellige Millionenbeträge zur Verfügung. Wir wollen vorrangig kleinen und mittleren Unternehmen Orientierung auf dem Weg zur Industrie 4.0 geben und dazu beitragen, dass sich Beschäftigte auf ein sich veränderndes Aufgabenspektrum vorbereiten können. Das Thema wurde übrigens auch beim Wirtschaftskonzil im April in Konstanz intensiv diskutiert. Ein regionales Netzwerk zu diesem Thema ist in der Diskussion, außerdem sind Veranstaltungen für die kleinen und mittleren Unternehmen unter dem Motto „Digitalisierung kennt keine Grenzen“ bereits geplant. Das Interview führten Stephan Bickmann und Holger Braumann Foto: Michael Häfner


VETTER PHARMA-

FERTIGUNG GMBH & CO. KG VON DER APOTHEKE ZUM WELTMARKTFÜHRER

Als international tätiger Pharmadienstleister arbeitet Vetter sowohl für die Top Ten-Unternehmen der Branche als auch für zahlreiche kleine und mittlere Firmen. Das in Ravensburg und Umgebung ansässige Familienunternehmen füllt Medikamente in Spritzen und andere Injektionssysteme ab, die zum Beispiel zur Behandlung von Krankheiten wie Multipler Sklerose, schwere rheumatische Arthritis und Krebs eingesetzt werden. Derzeit arbeiten rund 3.500 Mitarbeiter täglich daran, die Auftraggeber des Unternehmens durch ihr Know-how und ihre Erfahrung bereits während der Medikamentenentwicklung zu unterstützen. Sie helfen ihnen dabei, die Investitionen und die Zeit bis zur Zulassung ihrer Medikamente und der späteren Marktversorgung zu reduzieren. Davon profitieren letztlich Patienten auf der ganzen Welt.

KONTAKT Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG Schützenstraße 87 D-88212 Ravensburg Phone: +49 751 37000 Fax: +49 751 37004000 info@vetter-pharma.com www.vetter-pharma.com

14 Menschen & Innovationen | Vetter

Familienunternehmen und Global Player Vetter wächst organisch und investiert beständig in seine Standorte. Das Unternehmen besitzt in Oberschwaben drei hochmoderne Fertigungsstätten für die Abfüllung von Medikamenten. Darüber hinaus hat Vetter in der Region weitere Betriebsstätten für Logistik und Verpackung, unter anderem im Gewerbegebiet Ravensburg Erlen. Mit Niederlassungen in Singapur und Tokyo (Japan) und einem Produktionsstandort in Chicago (USA), an welchem wichtige frühe Entwicklungsschritte für die spätere Abfüllung der Wirkstoffe in Oberschwaben stattfinden, stärkt das Unternehmen international seine Präsenz sowie die Wahrnehmung seines Angebotsportfolios. Durch zahlreiche Innovationen wie beispielsweise die Doppelkammerspritze Vetter Lyo-Ject® entwickelte sich Vetter zu einem innovativen Partner für die Pharmaindustrie und zu einem Weltmarktführer in seinem Segment. Passend dazu konnte die Mitarbeiterzahl

des Unternehmens in den letzten zehn Jahren um über 1.500 gesteigert werden. Umfangreiche Weiterbildungs- und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Baustein für die Qualifikation der Mitarbeiter und unverzichtbar für das Wachstum des Unternehmens. Das breite Betätigungsfeld erlaubt die Mitgestaltung jedes einzelnen Mitarbeiters, egal ob Fachkraft, Experte oder Führungskraft. Aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat einen hohen Stellenwert bei Vetter, was sich beispielsweise in der Durchführung von Kinderferienprogrammen sowie der Bezuschussung von Kinderbetreuungsplätzen widerspiegelt.

Soziales Engagement Vetter unterstützt Projekte und Vereinigungen aus dem Medizin- und Gesundheitsbereich. Hierzu zählen unter anderem die Landesgesellschaft BIO PRO Baden-Württemberg, die sich für Förderung und Entwicklung der Biotech- und Life-Science-Branche einsetzt, und das Life Science-Netzwerk der Bodenseeregion BioLAGO e.V. Das Unternehmen trägt als einer der größten Arbeitgeber Oberschwabens eine hohe soziale Verantwortung. Dies beinhaltet auch den Bereich Umweltschutz. Ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Unternehmenspolitik ist daher der schonende Umgang mit Ressourcen, beispielsweise durch die Einbindung regenerativer Energien wie Sonnenenergie oder Geothermie an den Standorten.


TYPISCH VETTER: NEUE

PERSPEKTI EN PERSPEKTI EN TYPISCH VETTER: NEUE

DURCH WACHSTUM UND VERÄNDERUNG SCHAFFEN –

AUCH FÜR DIE EIGENEN MITARBEITER. DURCH WACHSTUM UND VERÄNDERUNG SCHAFFEN – AUCH FÜR DIE EIGENEN MITARBEITER. Als international führender Pharmadienstleister und unabhängiges Unternehmen in Familienbesitz unterstützen wir Arzneimittelhersteller in der sterilen Abfüllung und Endverpackung von Spritzen und anderen Injektionssystemen. Dies sowohl in der klinischen Entwicklung neuer Präparate als auch bei der globalen Marktversorgung. Qualität steht bei unserer Arbeit seit jeher an oberster Stelle. Auch setzen wir immer wieder neue Trends und Standards in unserer Branche. Mit dem Ergebnis: Auf uns verlassen sich nicht nur zahlreiche der größten PharmaAls führender Pharmadienstleister und unabhängiges Unternehmen Familienbesitz unterstützen wir Arzneimittelhersteller in undinternational Biotech-Unternehmen der Welt, sondern vor allem Millionen von Patienten. in Ohne ein verantwortungsvolles Arbeiten auf allen Ebenen der sterilen Abfüllung und Endverpackung vonbis Spritzen und anderen sowohl in der klinischen Entwicklung neuer wäre das nicht möglich – von der Produktion zur Verwaltung. DasInjektionssystemen. macht uns stark fürDies ein weltweites Wachstum und den sich ständig Präparate alsGesundheitsmarkt. auch bei der globalen Qualität für steht bei unserer Arbeit seit jeher an oberster Stelle. Auch setzen wir immer wandelnden Es Marktversorgung. bietet aber auch Chancen unsere Mitarbeiter. wieder neue Trends und Standards in unserer Branche. Mit dem Ergebnis: Auf uns verlassen sich nicht nur zahlreiche der größten Pharmaund Biotech-Unternehmen der Welt, sondern vor allem Millionen von Patienten. Ohne ein verantwortungsvolles Arbeiten auf allen Ebenen wäre das nicht möglich – von der Produktion Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten bei uns: bis zur Verwaltung. Das macht uns stark für ein weltweites Wachstum und den sich ständig wandelnden Gesundheitsmarkt. Es bietet aber auch Chancen für unsere Mitarbeiter. Leben. Qualität. vetter-pharma.com/karriere Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten bei uns: Leben. Qualität. vetter-pharma.com/karriere


AUSGEZEICHNET INNOVATIV INTERVIEW MIT DR. MICHAEL SCHWABE, GESCHÄFTSFÜHRER BEI ETO MAGNETIC

Dr. Michael Schwabe Geschäftsführer bei ETO MAGNETIC

KONTAKT ETO GRUPPE Beteiligungen GmbH Hardtring 8 D-78333 Stockach Phone: +49 7771 809-0 info@etogroup.com www.etogroup.com

Herr Dr. Schwabe, die ETO MAGNETIC GmbH wurde mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnet, dafür mussten Sie sich einem zweistufigen wissenschaftlichen Analyseverfahren unterziehen. Wie beurteilen Sie eine solche Auszeichnung? Dr. Michael Schwabe: Für uns ist die Auszeichnung mit dem TOP 100-Siegel eine wichtige Bestätigung, dass wir mit unserer konsequenten Ausrichtung auf innovative technologische Lösungen, die unseren Kunden deutliche Vorteile bieten, den für uns richtigen Weg eingeschlagen haben und uns mit den Besten der Besten messen können. Die Auszeichnung stärkt aber auch das Vertrauen unserer Kunden und Mitarbeiter in die Fähigkeiten und das Potenzial unserer Firma. Besonders wichtig sind für unser Managementteam neben der Bestätigung aber auch die Impulse für weitere Verbesserungen und Denkanstöße, die wir im Rahmen des Analyseverfahrens bekommen haben. Die Mission der Firma lautet „Gemeinsam innovativ“. Ihr Unternehmen hat bereits rund 80 Patente angemeldet, 100 weitere sind in der Anmeldung. Welche Bedeutung hat dieser Bereich für das Unternehmen? Unsere guten Ideen und ihre schnelle Umsetzung sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für uns. Deshalb versuchen wir unseren Mitarbeitern ein gutes Umfeld zu bieten, das Kreativität und Eigeninitiative fördert. Zusätzlich investieren wir viel Zeit und Aufwand in unser Innovationsmanagement. Innovationen entstehen in der Grundlagen- und Vorentwicklung, im Kundenprojekt und in internen Prozessen. Wir setzen auf den Ideenreichtum unserer Mitarbeiter. 26 Mitarbeiter sind ausschließlich mit Innovationsthemen beschäftigt. Mit Patenten sichern wir uns gegen Wettbewerber ab, die versuchen, die Ergebnisse unserer Arbeit zu nutzen, ohne den Aufwand für Forschung und Entwicklung tragen zu müssen. Außerdem bekommt man im Patentprüfungsverfahren zurückgespiegelt, wo genau man im Verhältnis zum internationalen Stand der Technik steht.

16 Standort Deutschland | ETO GRUPPE Beteiligungen GmbH

Die ETO GRUPPE entwickelt hochdynamische Produkte im Bereich Elektromechanik wie Stellmagnete und Magnetventile. Eines Ihrer innovativen Produkte ist das „Magnetic Shape Memory“. Was steckt hinter dieser Technologie? Die Magnetic Shape Memory Technologie basiert auf metallischen Kristallen, die im Magnetfeld ihre Form verändern und als Antriebe genutzt werden können. Magnetic Shape Memory Legierungen (MSMA) sind ferromagnetische Materialien und erzeugen unter moderaten Magnetfeldern Kraft und Bewegung. Sie können aufgrund ihrer einzigartigen Dynamik und ihrer geringen Leistungsaufnahme in Hochleistungsantrieben zum Einsatz kommen. ETO ist weltweit das einzige Unternehmen, das über das Know-how dieser als MAGNETOSHAPE® bezeichneten Technologie verfügt und mit ersten Prototypen bereits Erfahrung in der Anwendung gesammelt hat. Interessant ist eine solche Entwicklung bspw. für die Luft- und Raumfahrtbranche. Zahlreiche Unternehmen in der Vierländerregion Bodensee haben Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Was tut ETO MAGNETIC, um geeignete Mitarbeiter zu finden und auch an sich zu binden? Bei der Mitarbeitersuche ist unsere größte Herausforderung, geeigneten Bewerbern ETO überhaupt erst bekannt zu machen und zu erläutern, welche Entwicklungs- und Gestaltungsspielräume man bei einem großen, internationalen Mittelständler schon sehr schnell bekommen kann. Konnten wir Mitarbeiter für uns und unsere Vision begeistern, so versuchen wir sie durch Freiräume, interessante Aufgabenstellungen, Weiterbildungen, ein gutes Betriebsklima und ein gut ausgestattetes ETO-Versorgungswerk dauerhaft in der ETO-Familie zu halten. Das Interview führten Stephan Bickmann und Holger Braumann


Weber WEBER AUTOMOTIVE PARTNER DER FAHRZEUGINDUSTRIE Weber Automotive fertigt im Auftrag namhafter Hersteller Antriebskomponenten für Pkw, Nutzfahrzeuge und Freizeitmobile. Für unsere Kunden übernehmen wir zudem den kompletten Herstellungsprozess von der Rohteilbeschaffung über die Just-in-time-Lieferlogistik, von der Fertigung komplexer Motoren- und Getriebekomponenten bis

hin zur Endmontage kompletter Antriebssysteme. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden mit viel Erfahrung und Know-how bei Bedarf in Forschung, Entwicklung und Konstruktion einzelner Bauteile und Systeme. Wir fertigen große Stückzahlen, aber auch Prototypen und exklusive Kleinserien.

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Weber Automotive GmbH | Weber Motor GmbH | Weber Fibertech GmbH Otto-Lilienthal-Straße 5, 88677 Markdorf Telefon: +49 7544 963-0, Telefax: +49 7544 963-5001 info@weber-automotive.com, info@weber-motor.com, info@weber-fibertech.com

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VERANSTALTUNGSORT

MIT DRIVE

Eventlokalitäten gibt es viele im Bodenseeraum. Gesucht sind darum spezielle Orte, die eine besondere Ausstrahlung haben und damit den Veranstaltungen ein besonderes Flair verleihen. Die autobau Erlebniswelt in Romanshorn vereint historische Gebäude, ein spannendes Rahmenprogramm und eine topmoderne Eventinfrastruktur. Inmitten all dem steht die außerordentliche Fahrzeugsammlung.

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Die autobau AG steht für die Leidenschaft Automobil. So entstand 2009 mit der Erlebniswelt eine außerordentliche Lokalität, die zum einen die Fahrzeugsammlung zeigt und zum anderen für Events gemietet werden kann. Die Fahrzeugsammlung mit Sportwagen und Rennfahrzeugen wird laufend erneuert. Und auch die Eventräumlichkeiten wurden seit der Eröffnung im Mai 2009 stetig modernisiert. Heute erleben Gäste außergewöhnliche Veranstaltungen in perfekter Infrastruktur und dies für bis zu 250 Personen.

Spannendes Rahmenprogramm Nebst den vielseitigen Möglichkeiten in den Eventräumen sind die Besucher eingeladen, ein spannendes Rahmenprogramm zu erleben. Wichtiger Teil ist bestimmt eine Führung durch die Sammlung. Diese zeigt Einblicke in die Leidenschaft Automobil und Geschwindigkeit. Nicht nur technische Erläuterung werden von den kompetenten Guides erzählt, großer Wert wird auf Hintergrundgeschichten gelegt. Und auch aktiv können Gäste werden: Geschicklichkeitsfahrten, Rennspaß auf der großen Carrerabahn oder volle Konzentration in einem der Fahrsimulatoren. Ein besonderes Highlight sind Taxifahrten auf der hauseigenen Rennstrecke: Ein kleiner Rundkurs macht dieses Erlebnis möglich.

Neuheit im kommenden Jahr In wenigen Wochen fahren auf dem Gelände der autobau die Baufahrzeuge auf. Nachdem 2011 mit der autobau Factory ein erster Erweiterungsschritt gemacht wurde, folgt nun das nächste große Projekt. Im Stahltank im Polygon entsteht ein neuer Ausstellungsteil. Auf drei Etagen erleben die Besucher ab Herbst 2016 über 20 Wagen. Der Tank mit einem Druchmesser von fast 22 Meter untersteht dem Denkmalschutz und bleibt deshalb so erhalten, wie er vor fast 100 Jahren erbaut wurde. www.autobau.ch

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Storytelling – Face to Face beim Jubiläum „30 Jahre Bodensee Magazin“

PRINT WIRKT KOMMUNIKATION UND TOURISMUS Die Diskussion über die Relevanz von Printmedien währt nun doch schon lange und allen Unkenrufen zum Trotz gibt es heute mehr Printmedien denn je. Mit diesem neuerlichen Beitrag zum Thema „Print wirkt“ befasse ich mich einmal mit der Entwicklung von Printmedien im Allgemeinen und dann mit unseren Printmedien in einem Umfeld des sich wandelnden Tourismus. Es waren vielfach die Verlage selbst, insbesondere die Großverlage von Springer bis Burda, die dem eigenen Gewerbe die Krise an den Hals redeten. Anstatt sich den neuen Anforderungen an den Qualitätsjournalismus zu stellen, haben sie ihr Kerngeschäft abgestoßen oder haben durch Einsparungen gleichzeitig die Qualität ihrer Produkte herunter gefahren. Der einst so stolze Springerkonzern ist heute ein Gemischtwarenladen von der Partnerbörse bis zum Online-Gebrauchtwarenhändler. Die Bildzeitung geben sie natürlich nicht ab, weil man damit immer noch einflussreich Politik machen kann. Erinnert sei hier an das skandalöse „Griechenbashing“ gegen eine vom Volk gewählte „linke“ Regierung. Viele Milliarden Euro haben Medienunternehmen im Internet schon verbrannt. Ihr Führungspersonal postet in die Welt hinaus, das Web würde alles Mediale auf den Kopf stellen. Und ihr selbstgemachtes Krisengerede über Print verunsichert dann die meist jungen Berufsanfänger in den Media-Agenturen, die als „Generation Internet“ zeitgeistorientiert Werbegelder flugs von Print ins Online umschichten. Doch eine Erfolgsrechnung kann auch da nicht wirklich erfolgen. Die Verteilung von Werbegeldern besteht eben auch hier aus 50% Psychologie. Aber wer 22 Menschen & Innovationen | Labhard Medien

heute auf Online setzt, kann zeitgeistgetrieben scheinbar nichts falsch machen. Das Jammern der Verlagsmanager ist groß, dass Print Werbegelder verliert. Sie sind selbst schuld. Das Schlimme dabei ist, dass die Verlage mit der Schwächung ihres eigenen Unternehmens Google, Facebook, und andere Plattformanbieter im Netz stark gemacht haben. Diese verdienen ihr Geld übrigens sehr konventionell mit Anzeigenschaltungen. Ihr unternehmerisches Auftreten ist das aggressiver, multinationaler Konzerne. Bei Google, Facebook und Co. sind es soziale Bedürfnisse und geistiges Eigentum, die ausgebeutet werden. Diese Unternehmen versuchen kulturelle Normen rücksichtslos im eigenen Geschäftsinteresse zu dominieren. Unsere grundsätzliche Erfahrung mit unseren Medien besagt: Im Bereich der Kommunikation gibt es für uns keine Verabsolutierungen und keine Trennungen zwischen Print, Internet und dem persönlichen Gespräch, wobei gerade dieses die Kür in der Kommunikation darstellt. Hier sprechen wir miteinander und schauen uns dabei an. Die intelligenten, die anspruchsvollen Konsumenten wollen Medien haben, für die sie sich Zeit nehmen dürfen. In dem Moment, in dem bedrucktes Papier


nicht mehr allein unseren Informationsalltag bestimmt, wird es noch viel interessanter. Print entwickelt sich zum Luxusgegenstand. Luxus verstanden im Sinne von Zeit und Muße. Für Leute, die das suchen, ist eine gedruckte Zeitschrift etwas Besonderes, etwas das Sinnlichkeit besitzt, eben das, was das Internet nicht hat. Wir bieten dem Leser ein sinnliches Vergnügen mit hochwertigen Inhalten und gutem Design. Man braucht nur Autoren, Illustratoren und Fotografen zu fragen – in Print veröffentlicht zu werden bedeutet ihnen nach wie vor mehr als in digitalen Medien. Auch die Glaubwürdigkeit ist in Print wesentlich höher als im Internet, denn was gedruckt ist, ist gedruckt. Autoren müssen zu dem stehen, was sie geschrieben haben und können nicht einfach den Löschen-Knopf drücken. Internet ist für uns ein Kanal mit dem wir aktuelle Informationen kommunizieren. Internet ist für uns ein Vertriebskanal. So viel an dieser Stelle zum Thema Entwicklung bei den Printmedien. Wenden wir uns nun den Printmedien im Tourismus zu, speziell unserer Produktfamilie Bodensee Magazin. Das hier ausgeführte gilt auch für unsere Verlagstätigkeit in Sachsen, für unsere Produktfamilie SachsenMagazin. Zunächst drängt sich uns der Eindruck auf, dass unsere touristischen Printmedien, gerade weil sie einen ständigen Prozess der Entwicklung durchlaufen, eine wirkliche Konstante sind. Greifen wir einige Beispiele heraus, die das belegen. Es ist noch nicht lange her, da schwadronierten Tourismusberater und Tourismuspolitiker davon, man müsse die Kräfte bündeln, nur noch Leuchttürme vermarkten, TouristInformationen schließen oder zumindest finanziell austrocknen. Die Bündelung von Finanzmitteln im Tourismus führte in der Regel stets zu deren Kürzungen. Einzig im Bodensee Magazin wurde an der Linie

festgehalten, dass wir die Vielfalt der Bodenseeregion stärken und diese gleichzeitig als Einheit kommunizieren. Obwohl inzwischen Ernüchterung eingekehrt ist, wird immer noch behauptet: Das „Smartphone weiß alles“, so die Botschaft. Wozu braucht man dann noch Tourist-Informationen und gedruckte Werbemittel? Aber wer liefert den Content? Etwa das Smartphone? Oder Google? Oder gar Blogs mit zweifelhafter Qualität? Klicks und Downloads bestimmen die Statistiken. Gezählte Klicks und die Anzahl heruntergeladener Apps sollen die neue Werbewährung sein. Quantität statt Qualität. Kluge Leute aus der Tourismusbranche wissen längst: Niemand kann mit Sicherheit sagen, was hinter dem Klick steht, was mit einer heruntergeladenen App passiert, welche Wirkung sie hat. Aber Hotelbuchungen im Internet sind doch was ganz Tolles. Ja, im Hotelvertrieb geben Online-Portale, einst als Helfer gedacht, längst den Takt vor. Es klingt vernichtend, was Hotelexperten über ihre Branche sagen: Geld verdient man wohl weniger in der Hotellerie, als an der Hotellerie. Man vergleiche die steigenden Aktienkurse der großen Onlineportale mit den sinkenden Kurswerten in der Hotellerie. Erfahrene Reiseexperten geben den Tipp, dass man sich im Hotelbereich mindestens 9 Bewertungsportale anschauen soll, bevor man sich entscheidet, weil ganz offensichtlich die gekauften Bewertungen zunehmen. In der Zeit kann ich dann auch ins Reisebüro gehen, das auch schon vielfach für tot erklärt wurde. Dann habe ich sogar jemanden, an den ich mich mit meiner Beschwerde persönlich wenden kann. Ganz fiebrig werden manche Tourismusakteure, wenn es um das Thema buchbare Angebote und um BIG DATA geht. Natürlich muss

„Print entwickelt sich zum Luxusgegenstand. Luxus verstanden im Sinne von Zeit und Muße“

Thomas Willauer und Gabriele Schindler, Geschäftsführung von Labhard Medien


der Bodensee buchbar sein. Wer aber unter buchbar billige Pauschalen versteht, ist auf dem Holzweg. Wollen wir am Bodensee wirklich in Konkurrenz zu 10-tägigen Busreiseangeboten durch ganz Italien für 600 Euro treten? Konzentrieren wir uns doch darauf, dass es „machbare Angebote“ gibt, also echte Kooperationen, möglichst rund um den See. Qualifizierte Informationen, was man am und wie man den Bodensee erleben kann. Konzentrieren wir uns doch darauf, was der Gast in der globalisierte Welt in seinem Urlaub ganz oft sucht: temporäre Heimat. Um dieses Gefühl zu vermitteln, braucht man dann Tourist-Informationen und gut gemachte Printmedien. Der aktuell neue Tourismus-Traum ist der gläserne Gast. Was die Datenvorratsspeicherung kann, wollen wir auch. Bewegungsprofile unserer Gäste. Wollen wir wirklich den Gast nur noch als Datenträger sehen? Und nicht mehr als Menschen mit Emotionen und Neugierde, auch auf Neues? Über die Frage, „Was ist eigentlich Tourismus?“, wird zu wenig reflektiert. Unsere Antwort lautet: Alle, die für und mit Gästen etwas tun, erfüllen eine Aufgabe, die gesellschaftlich bedeutsam ist. Es geht darum, den Menschen Erholung von all den Belastungen, denen sie in der Arbeitsund Lebenswelt ausgesetzt sind, zu ermöglichen. Der Tourismus dient dem Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen, erweitert Wissen und öffnet geistige Horizonte. Tourismus schafft regionale Infrastruktur, gestaltet Umwelt und erhöht Lebensqualität, auch für die Einheimischen. Von „Big Brother ist watching you“ sollte der Tourismus die Finger lassen. Schon 2011 habe ich auf dem Bodensee-Tourismusforum gesagt, unser Produkt ist nicht das buchbare Angebot, sondern der begeisterte Gast oder – so füge ich jetzt hinzu – auch der Leser, der sich schon beim Lesen auf seinen Urlaub freuen kann und sich begeistert. Das Bodensee Magazin macht Freude. Grundsätzlich gilt natürlich: Wir brauchen die ganze Breite dessen, was dem Gast im Tourismus angeboten werden kann, was er an Kommunikation, Qualität und Information braucht, was es ihm leicht macht, seinen Urlaub, seine Freizeit möglichst unbeschwert zu genießen. Falsch sind aber Vereinfachungen, Verabsolutierungen, auch von Trends, scheinbar wissenschaftlich und beratungstechnisch untermauert, die aber allesamt interessengeleitet sind, um möglichst immer wieder schnell an Tourismusbudgets zu kommen. Reiseentscheidungen hängen stark vom Image einer Region ab. Und Image wird vor allem von guten Printmedien geschaffen. Selbst Onliner greifen gerne in Ruhe zum Magazin, bevor sie buchen. Es sind die Kunden, die sich nach wie vor Papier wünschen. Eine Reisebuchung geschieht selten ad hoc. Man schmökert auf dem Sofa, träumt von Sonne und See, tauscht sich mit der Familie aus. Hierfür sind das Bodensee Magazin und manch anderes Printmedium unserer Wettbewerber fantastische Medien. Thomas Willauer 24 Menschen & Innovationen | Labhard Medien

Labhard Medien ist spezialisiert auf Medien für Tourismus- und Standortmarketing. Standort- und Tourismusmarketing sind die zwei Seiten einer Medaille: Präsentation einer Destination und eines Wirtschaftsstandortes. Produktfamilie Bodensee Magazin Unsere Medien präsentieren sich unter der Dachmarke Labhard, als Produktfamilie. Hinter dem Konzept der Produktfamilie Bodensee Magazin steht ein ineinander greifendes Kommunikationskonzept. Mit den einzelnen Magazinen entwickeln wir individuell abgestimmte Werbemöglichkeiten, so dass jedes Medium spezifischen Kommunikationsaufgaben gerecht wird. Und dies im Interesse einer qualifizierten Information für unsere Leserinnen und Leser, Lesevergnügen inklusive! Mit dem touristischen Bodensee Magazin sind wir Gästebringer und prägen das Image der Region, indem wir ihre Vielfalt als Einheit (als einheitlich erlebbaren touristischen Raum) darstellen. Das Bodensee Magazin ist das touristische Leadmagazin der Region und als überregionales Kaufmagazin erfolgreich im Markt. Mit dem Wirtschaftsmagazin Bodensee betreiben wir Standortwerbung für die internationale Bodenseeregion. Wirtschaftsförderung, Unternehmen und Politik, weiche Standortfaktoren, zu denen auch die touristische Infrastruktur gehört, sind dabei unsere Themen. Mit dem Oberschwaben Magazin tragen wir der differenzierten Betrachtung der Tourismusräume am Bodensee Rechnung. Das Oberschwaben Magazin war und ist von Anfang an ein eigenständiges Verlagsprodukt der Labhard Medien GmbH und gleichzeitig eines der zentralen Werbemedien für die Tourismusregion Oberschwaben in Zusammenarbeit mit der offiziellen touristischen Dachorganisation (heute OTG). Mit dem Zeitungsformat Bodensee Magazin Aktuell informieren wir die bereits angereisten Gäste, Tagestouristen wie auch die freizeitaktiven Einheimischen. Mit unserer digitalen Hotelzeitung für die Hotelkooperation der Bodenseehotels informieren wir aktuell die Hotelgäste von knapp 100 Hotels rund um den Bodensee. Mit unseren Spezialmagazinen zu verschiedenen Themen (Vital, Wein, Geschichte, Schifffahrt) vertiefen wir touristisch relevante Themen. Mit den fremdsprachigen Bodensee Magazinen (englisch, italienisch und französisch) geben wir dem Bodensee Tourismus attraktive Medien zur Bearbeitung entsprechender internationaler Quellmärkte an die Hand.

Das Verlagsbüro von Labhard Medien in Dresden hat ganz ähnlíche Produkte: Das touristische SachsenMagazin, das Wirtschaftsmagazin Sachsen, SIGHTGEIST, ein englischsprachiges Reise- und Lifestylemagazin, ein russischsprachiges Magazin über medizinische Einrichtungen in Sachsen, spezielle Themenmagazine und das Zeitungsformat SachsenZeit. Labhard Medien ist Medienpartner der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen.

Am Ende eines langen (Fest-)Tages auf der Insel Mainau geht es um das nächste Treffen in Sachsen. TMGS-Geschäftsführer Hans-Jürgen Goller (links) und Thomas Willauer bei der Terminfindung.


Medien für Tourismus und Standortmarketing

Labhard Medien

Bodensee Magazin Édition française

Bodensee Magazin English Edition

Bodensee Magazin Edizione Italiana

MAGAZIN 2013

BODENSEE

Die Reisemagazine in französischer, englischer und italienischer Sprache

BODENSEE Labhards

MAGAZIN 20 15

INTERNATIO NAL

Sonnige Seiten vom Bodensee

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Bodensee Magazin Erhältlich im Zeitschriften-Fachhandel

Labhards SPEZIAL MAGAZIN

MAGAZIN

BODENSEE

MAGAZIN

SPEZIAL

BODENSEE

Labhards

BODENSEE SPEZIAL

BODENSEE MAGAZIN

SPEZIAL

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Oberschwaben

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St. Gallen

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Konstanz

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Ittingen

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Salem

hitzefrei

K LOSTE R I N S E L

Reichenau

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Kirchen, Klöster Konzil Schaffhausen K LOSTE R A LLE R H E I LIG E N

Heitere Aussichten auf Herbst und Winter am See

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Stein am Rhein

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Bodensee Magazin Schweiz Spezial Die schönsten Ausblicke

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Bodensee Magazin Kirchen, Klöster & Konzil

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B E S T O F B O D E N S E E – A U T U M N A N D W I N T E R O N L A K E C O N S TA N C E

INKLUSIVE BOOKLET MIT TOUREN, TIPPS, TERMINEN

GartenTour Unterwegs zu Deutschlands Schlössern, Parks & Gärten

Bodensee Magazin Spezial „hitzefrei“ Herbst und Winter am See

Bodensee Magazin Spezial Kartause Ittingen – Neue Welten erschließen

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The Fateful Years of a Queen

Schicksalsjahre einer Königin Face à son destin

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Bodensee Magazin Vital Kraft tanken am Bodensee

Oberschwaben Magazin Zwischen Barock und Moderne

Napoleon III Der Kaiser der Franzosen am Bodensee

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Two Aristocratic Families

D OM I N I K G Ü G E L · C H R I S T I NA E G L I

Hortense de Beauharnais Schicksalsjahre einer Königin

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950 Jahre Hohenzollern Eine Dynastie – zwei Adelshäuser


Edgar G. Sidamgrotzki begrüßt die Gäste im Konzil Konstanz

IM GEISTE DES

HISTORISCHEN KONZILS INTERVIEW MIT EDGAR G. SIDAMGROTZKI

Im April 2015 fand in Konstanz das erste Internationale Wirtschaftskonzil statt. Edgar G. Sidamgrotzki, Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Thurgau, der das Organisationskomitee leitete, blickt auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurück. Herr Sidamgrotzki, am 30. April 2015 fand im Rahmen der Veranstaltungen zum Konstanzer Konzil von 1414 das Wirtschaftskonzil 2015 statt, an dem rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anwesend waren. Was war die Grundidee eines Wirtschaftskonzils? Edgar G. Sidamgrotzki: Die Idee zur Durchführung eines Wirtschaftskonzils entstand aufgrund von Überlieferungen des historischen Konzils. Damals suchte man nach Lösungen für eine langfristige, friedliche Zusammenarbeit und nach wegweisenden Reformen. Gleichzeitig brachte das historische Konzil der Bodenseeregion wertvolle wirtschaftliche Impulse und hat die Region, aber auch das damalige Europa, nachhaltig verändert. Wir wollten ganz in diesem Geiste während des ersten internationalen Wirtschaftskonzils 2015 26 Menschen & Innovationen | Interview mit Edgar G. Sidamgrotzki

ebenfalls einen Denkprozess anstoßen und Lösungsansätze für dringende Zukunftsfragen erarbeiten. Welche Ergebnisse zeitigte das Wirtschaftskonzil für die internationale Wirtschaftsregion Bodensee? In erster Linie galt es zentrale Fragen der heutigen Zeit zu benennen und zu diskutieren – beispielsweise Industrie 4.0, alternative Geschäftsmodelle, grenzüberschreitender Handel oder Fachkräftemangel und Einwanderung. Das ist gelungen. Nicht zuletzt die hohe Teilnehmerzahl aus allen Ländern der Bodenseeregion und das große Medienecho bestätigen die Relevanz der Themen. Konkrete Ergebnisse gibt es in Form von Nachfolgeveranstaltungen, die als Sonderveranstaltungen


des Wirtschaftskonzils bereits geplant sind und in denen die Themen nun vertieft werden. Es gab ja immer wieder schon grenzüberschreitende Veranstaltungen, die sich mit der internationalen Zusammenarbeit am Bodensee befasst haben. Was hebt das Wirtschaftskonzil aus diesen Veranstaltungen heraus und wie nachhaltig können die Ergebnisse bewertet werden? Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen war bereits der Ablauf des Wirtschaftskonzils mit sechs verschiedenen Forumsveranstaltungen sowie drei Inputreferaten einzigartig. Zudem konnten wir zahlreiche namhafte Podiumsteilnehmerinnen und –teilnehmer gewinnen. Meines Wissens wurden noch nie in einer solch hochkarätigen Besetzung die zentralen, wirtschaftlichen Fragen unserer näheren und weiteren Region in dieser kompakten und integralen Form diskutiert. Und nicht zuletzt gab auch die Lokalität im historischen Konzilsgebäude in Konstanz der Veranstaltung eine ganz besondere Note. Die Nachhaltigkeit der Veranstaltung zeigt sich in den bereits vorher erwähnten Folgeveranstaltungen. Wird es eine Fortsetzung geben? Und wenn ja, welche Inhalte sind geplant? Ja, spätestens im Jahr 2018 soll es nochmals ein großes internationales Wirtschaftskonzil im Konzilsgebäude geben. Ziel ist es, dann vor allem die Themen und Ergebnisse der Folgeveranstaltungen zu präsentieren und zu vertiefen.

Interview mit Edgar G. Sidamgrotzki | Menschen & Innovationen 27


STARK UND GRENZENLOS

DIE BRANCHEN IM INTERNATIONALEN WIRTSCHAFTSRAUM BODENSEE

Tourism

Foto: Achim Mende

Der Tourismus ist ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor in der internationalen Bodenseeregion. Die Gäste schätzen die hochwertige Freizeit- und Erholungsinfrastruktur. Für die Einheimischen ist die touristische Infrastruktur ein unbestreitbarer Bestandteil der Lebensqualität am Bodensee. Tourism is a significant economic factor in the international region of Lake Constance. Guests appreciate the high-quality leisure and recreational facilities, while locals know that the tourist infrastructure contributes to the quality of life they enjoy on Lake Constance.

28 Menschen & Innovationen | Branchen

Envirotech

In der Bodenseeregion gibt es eine Vielzahl an produzierenden Betrieben, Handwerksbetrieben und Dienstleistern im Umweltsektor. Insgesamt sind rund 280 Unternehmen und Institutionen dem Bereich Umwelttechnologie zuzuordnen. A large number of industrial firms, craftsmen’s enterprises and service providers in the environmental sector are based in the region of Lake Constance. Overall, around 280 companies and institutions around Lake Constance work in the field of environmental technology.

Life sciences

Die Bodenseeregion bietet ein vielschichtiges lebenswissenschaftliches Umfeld mit Global Playern wie Takeda, Vetter, VIVITInstitut oder GATC, Europas führendem DNA-Sequenzierdienstleister (Erbgutentschlüsselung). Das Netzwerk BioLAGO e. V. fördert die Entwicklung dieses Clusters. The region of Lake Constance provides an ideal environment for companies in the life sciences industry with global players such as Takeda, Vetter, the VIVIT Institute and GATC, Europe’s leading provider of DNA sequencing services (deciphering genomes). The BioLago network promotes the cluster’s development.

Food

Ganz besonders ist der Bodensee für seinen Wein, seine Äpfel und das Gemüse von der Reichenau bekannt. Um die Landwirtschaft herum hat hier aber auch die Lebensmittelindustrie Tradition: Maggi, Gaggli, Hilcona, Rauch Fruchtsäfte, Widemann und BINA sind nur einige Marken, die hier hergestellt werden. Lake Constance is particularly well known for its wine and apples, as well as vegetables from Reichenau Island. Not only agriculture has a long tradition here, but also the food industry: Maggi, Gaggli, Hilcona, Rauch Fruchtsäfte, Widemann and BINA are just a few of the brands made on Lake Constance.

Aerospace

Der Bodensee gehört zu den fünf stärksten Luft- und Raumfahrtregionen in Deutschland. Zeppelin, Airbus Defence & Space, ZIM Flugsitz, Diehl Aerospace, der Flughafen Friedrichshafen, die Fachmesse Aero und der Studiengang Luft- und Raumfahrttechnik kennzeichnen den Cluster „BodenseeAIRea“. Lake Constance is one of the five strongest aerospace regions in Germany. Zeppelin, Airbus Defence & Space, ZIM Flugsitz, Diehl Aerospace, Friedrichshafen Airport, the Aero trade fair and the university degree course in aerospace technology are all part of the “bodenseeairea” cluster.

Foto: AERO; Messe Friedrichshafen

Die Architektur Vorarlbergs ist in Europas Fachkreisen längst ein Begriff. Kaum eine andere Region weist eine ähnliche Dichte an qualitätsvollen Bauten auf. Außerdem stammen bekannte Kleidungsmarken wie Strellson, Wolford, Schiesser und Vaude aus der Bodenseeregion. Vorarlberg has long been famous among experts in Europe for its excellent architecture. Not many other regions on the continent can boast such a high concentration of quality buildings. A number of wellknown design brands in the fashion industry are also based here, such as Strellson, Wolford, Schiesser and Vaude.

Foto: Holy Fashion Group

Architecture & design


Der Bodenseeraum verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und bedeutende Kompetenzen im Bereich Mikro- und Nanotechnologie. Zur Förderung der Nanotechnologie tragen die Initiativen Nano-Cluster Bodensee, NanoZentrum Euregio Bodensee e. V. und Swiss Nano-Cube bei. The region of Lake Constance also boasts an outstanding infrastructure and expertise in the area of microtechnology and nanotechnology. The Nano Cluster Bodensee, Nano-Zentrum Euregio Bodensee e. V. and Swiss Nano-Cube initiatives actively promote nanotechnology.

Packaging

Weltmarktführer auf dem Gebiet Verpackungstechnik wie SIG Holding, Amcor oder die Alpla Werke sind hier angesiedelt, hinzu kommen bedeutende abpackende Unternehmen wie Maggi oder Unilever. In Neuhausen hat das europaweit einzige Internationale Verpackungsinstitut (IPI) auf Hochschulniveau seinen Sitz. Global market leaders in the field of packaging technology such as SIG Holding, Amcor or Alpla have their headquarters in the region of Lake Constance as do important packing companies like Maggi and Unilever. The International Packaging Institute (IPI) with its universitylevel courses based in Neuhausen is the only one of its kind in Europe.

IT & electronics

Insbesondere die Region um Tettnang hat sich zu einem Zentrum der Elektronik entwickelt. Zu den bekanntesten Unternehmen gehören Avira, ifm, wenglor und TechniData. 2011 wurde CyberLago mit Sitz in Konstanz gegründet. CyberLago versteht sich als das Kompetenz-Netzwerk für Unternehmen aus den Bereichen IT, Webtechnologie und digitale Medien in der Bodenseeregion. The region around Tettnang has grown into a centre for electronics firms. Avira, ifm, wenglor and TechniData are among the best known. CyberLago based in Constance was founded in 2011. CyberLago sees itself as a competence network for companies in the areas of IT, web technology and digital media in the Lake Constance region.

Automotive & engineering

In der Bodenseeregion entwickeln und produzieren starke Unternehmen der Automotive- und Maschinenbaubranche ihre Produkte. Namen wie Georg Fischer, ZF und MTU illustrieren das weite Spektrum. Major companies in the automotive and machine construction industries develop and manufacture their products in the region of Lake Constance. Firms such as Georg Fischer, ZF and MTU are just some examples.

Foto: Adolf Bereuter

Nanotech

Foto: ZF Friedrichshafen AG

Foto: Deutsches Suppeninstitut im Verband der Suppenindustrie e.V., Bonn

Foto: vfa, Martin Joppen

vorarlberg museum. Panorama-Raum gestaltet von Florian Pumhösl

Branchen | Menschen & Innovationen 29


ANGENEHM UND SANFT

DIE PO-REINIGUNG MIT WASSER

30 Region im Fokus | Geberit Vertriebs GmbH


GEBERIT ALS BOTSCHAFTER FÜR DIE PERFEKTE KÖRPERHYGIENE: UNZÄHLIGE MENSCHEN TESTEN JEDES JAHR DAS DUSCH-WC – UND SIND BEGEISTERT


Die meisten Menschen genießen täglich eine belebende Dusche oder ein warmes Bad. Ohne Wasser läuft bei der persönlichen Hygiene nichts. Nur im Intimbereich wird trockenes Papier benutzt. Dabei ist besonders für diese sensible Körperregion die Pflege mit Wasser viel schonender, sauberer und außerdem erfrischender als die Reinigung mit Papier. Ideal für die sanfte Intimhygiene sind Dusch-WCs. Sie sorgen für ein gepflegtes und sauberes Gefühl, indem sie den Po auf Knopfdruck mit einem warmen Wasserstrahl reinigen. Botschafter für diese neue Hygienekultur ist Geberit. Das Unternehmen bietet Interessierten viele Möglichkeiten und Orte, um die Reinigung mit Wasser zu testen – sei es im Rahmen einer Kooperation mit Lifestyle-Magazinen, während der Geberit AquaClean Roadshow, die in Deutschland wegweisend ist, oder einfach beim Fachpartner um die Ecke.

Einmal ein Dusch-WC, immer ein Dusch-WC

Dusch-WCs sorgen für ein gepflegtes und sauberes Gefühl, indem sie den Po auf Knopfdruck mit einem warmen Wasserstrahl reinigen. Geberit ist Botschafter für diese neue Hygienekultur.

Langjährige Nutzer eines Geberit AquaClean Dusch-WCs sind von der Reinigung des Pos mit Wasser komplett überzeugt – sie möchten sich nie wieder anders reinigen. Doch auch Anfänger in Sachen Dusch-WC sind oft schon nach dem ersten Mal begeistert. Das beweisen zahlreiche Testkampagnen, die Geberit gemeinsam mit namhaften Verlagen und Lifestyle-Magazinen wie „Brigitte Woman“ und „Schöner Wohnen“ durchgeführt hat. „Meine Frau und ich können uns schon nach ein paar Tagen das Dusch-WC nicht mehr aus dem Alltag wegdenken“, bloggt da beispielsweise ein Mitglied der Birgitte Woman-Markenjury und resümiert: „An Luxus gewöhnt man sich eben schnell.“ So schnell und nachhaltig, dass manche Tester selbst zu Botschaftern des Kulturwandels auf der Toilette werden: „Ich würde mal sagen, 99 Prozent verlassen mein Badezimmer mit einem strahlenden Gesicht. Alles in allem kommt es gut an und Freunde, die neu bauen, überlegen schon, sich auch ein Dusch-WC zu gönnen“, schreibt ein männliches Mitglied im Markenjury-Blog.

Web-Reporter berichten von ihrem „ersten Mal“ Bei der Word-of-Mouth-Kampagne der Zeitschriften „Brigitte Woman“ und „Schöner Wohnen“ wurden insgesamt 25 Frauen und Männer ausgewählt, um das Dusch-WC zu testen und als Web-Reporter über ihre Erfahrungen zu berichten. Zunächst installierte ein Fachhandwerker den Dusch-WCAufsatz Geberit AquaClean 4000 in der Toilette der Tester, dann ging es los. Die Web-Reporter auf Zeit erzählen nicht nur von ihren eigenen Erfahrungen, sondern auch darüber, was Familienmitglieder und Freunde über die Reinigung mit Wasser denken. Es gilt das Ehrlichkeitsprinzip: Auch Vorbehalte und Bedenken dürfen geäußert werden. Ein Tester bekannte unumwunden: „Das erste Mal hat es mich etwas Überwindung gekostet, den Knopf zu drücken, schließlich war es mein erstes Mal, und die Vorstellung war komisch.“ Doch danach war er begeistert: „Man hat tatsächlich ein viel saubereres Gefühl als nur mit Toilettenpapier. Einmal Dusch-WC, immer Dusch-WC!“ So wie diesem Markenjury-Mitglied geht es vielen Menschen, die erstmals eine Toilette mit Duschfunktion benutzen. Zuerst überwiegt die Skepsis, dann kommt die Erkenntnis und zum Schluss die Überzeugung: Das fühlt sich richtig gut an! Selbst das vorher heiß geliebte feuchte Toilettenpapier wurde nach der Erfahrung mit der Wasserreinigung aus dem Bad verbannt: „Jetzt, wo ich weiß, wie toll ein Dusch-WC ist, braucht man mit feuchtem Toilettenpapier gar nicht mehr anzufangen“, bloggt eine Testerin.

Diskret testen beim Fachhändler vor Ort Auch im Jahr 2016 nutzt Geberit die Plattform der Markenjury, um den Hygienewandel in Deutschland voranzubringen. Wer sich für die Erfahrungen der Tester interessiert oder gar selbst ein Jury-Mitglied werden möchte, kann sich auf www.markenjury.de/geberit informieren. Wer sich selbst nicht als Web-Reporter sieht, jedoch trotzdem gerne einmal ein Geberit AquaClean Dusch-WC ausprobieren möchte, kann das diskret und kostenlos beim Sanitärfachmann tun. Speziell geschulte AquaClean Partner bieten die Geberit Dusch-WCs in ihren Kundentoi32 Menschen & Innovationen | Geberit Vertriebs GmbH


Dusch-WC-Aufsätze für Mietwohnungen Es gibt unterschiedliche Modelle für den Neubau und die Modernisierung von Badezimmern. Der Dusch-WCAufsatz Geberit AquaClean 4000, der auch bei den Markenjury-Testern installiert wurde, lässt sich schnell und einfach montieren. Deshalb ist er gerade für Mietwohnungen gut geeignet. Er passt auf nahezu alle gängigen WC-Keramiken – wobei lediglich der WC-Sitz ersetzt wird. Neben einem Wasseranschluss, der an jedem Spülkasten vorhanden ist, benötigt er zusätzlich einen Stromanschluss. Sehr angenehm am Geberit AquaClean 4000 Dusch-WC ist der regulierbare Wasserstrahl. Besonders komfortabel und hygienisch: Die Duschdüse reinigt sich von selbst – vor und nach jedem Einsatz.

letten zum Selbsttest an. Nähere Informationen dazu gibt es ebenfalls auf der Geberit AquaClean Homepage www.geberit-aquaclean.de/fachpartner

Besonderes Erlebnis: das „erste Mal“ auf einem Dusch-WC Eine weitere Möglichkeit, sich mit dem Dusch-WC und der Po-Reinigung mit Wasser auseinanderzusetzen, bietet die Geberit AquaClean Roadshow. Unter dem Motto „Mein erstes Mal“ tourte Geberit in den Sommermonaten 2015 erstmals mit dem AquaClean Mobil quer durch Deutschland. Hier konnten Interessierte erleben, wie sich die Reinigung mit Wasser anfühlt. Fast 11.000 Menschen nutzten das Angebot, um sich über Geberit AquaClean zu informieren. Mehr als 650 Besucher probierten das Dusch-WC gleich vor Ort aus – in einer der beiden Testkabinen direkt im AquaClean Mobil.

Ein besonderes Erlebnis: Das „erste Mal“ Natürlich war den Verantwortlichen bei Geberit von Anfang an klar: „Das Schwierigste ist, die Menschen zum Testen zu bewegen. Denn Intimhygiene ist ein Thema, über das kaum jemand gerne spricht“, sagt Thomas Brückle, Bereichsleiter Marketing bei Geberit, „deshalb haben wir die Kampagne ‚Mein erstes Mal’ genannt – analog zum berühmten ersten Mal. Das soll zum einen neugierig machen und zum anderen den Selbstversuch in den Fokus rücken.“ Um zu zeigen, wie vergnüglich und angenehm ein Test sein kann, hat Geberit ein Video erstellt, das ganz unterschiedliche Menschen bei ihrem „ersten Mal“ zeigt. Alles ist echt: das Dusch-WC, der Test und auch die gezeigten Gefühle. Die Klickraten des YouTube-Films beweisen es: Die Neugierde der Internetnutzer war geweckt. In den sozialen Netzwerken wurde das Video vielfach geteilt und kommentiert. Die Intimpflege mit Wasser kommt an – oft fehlt nur die Gelegenheit zum Ausprobieren. Die bekamen die Interessierten im Geberit AquaClean Mobil.

Versteckte Duschfunktion: Geberit AquaClean Sela wurde von dem italienischen Designer und Architekten Matteo Thun entworfen. Es hat eine geradlinige, kompakte Form und sieht dadurch wie eine normale Toilette aus.

Sensibles Thema behutsam erklärt Das schicke AquaClean Mobil gastierte an vielen öffentlichen Orten in ganz Deutschland und auf sommerlichen Events. So mancher Besucher wunderte sich zuerst: Was steht denn da mitten auf der Wiese? Funktionstüchtige Dusch-WCs, die man ganz unverbindlich begutachten konnte. Wer Lust hatte, konnte sich dann im AquaClean Mobil weitere Modelle ansehen – WC-Aufsätze und Komplettanlagen für jeden Anspruch und jedes Budget. Besonders gut kam bei den Besuchern der Handstrahltester an. Der Wasserstrahl verschiedener AquaClean WCs konnte im Mobil mit der Hand erfühlt werden. Nach diesem hautnahen Erlebnis gab es meist kein Halten mehr, das WC auszuprobieren.

Dusch-WCs reinigen den Po sanft und gründlich mit warmem Wasser. Per Knopfdruck wird der Duscharm, der in der Toilette integriert ist, ausgefahren.

Geberit Vertriebs GmbH | Menschen & Innovationen 33


Dusch-WC Videoclip

Spontane Gesichtsausdrücke lügen nicht – diese Menschen erleben zum ersten Mal die Po-Reinigung mit Wasser.

Ein Geberit AquaClean Dusch-WC? Ja, gerne auch zuhause Getestet wurde stilvoll auf dem neuesten Modell von Geberit, dem AquaClean Mera mit Duschfunktion, Föhn, Geruchsabsaugung, WCSitz-Heizung und automatisch öffnendem und schließendem Deckel. Die Testkabinen waren nahezu ständig belegt. Und mancher Besucher nahm sich eine Viertelstunde und mehr Zeit, um wirklich alle Komfortfunktionen auszuprobieren. „Ungewöhnlich, aber toll“ – das war der Tenor, mit dem viele Besucher von ihrem „ersten Mal“ berichteten. Rund 90 Prozent der Geberit AquaClean Mobil-Besucher, die ein Dusch-WC getestet haben, können sich diesen Komfort auch für zu Hause vorstellen.

Neue Chance zum Testen: Die Roadshow geht weiter Auch in diesem Jahr ist Geberit wieder mit seinem AquaClean Mobil unterwegs. Wer also im Vorjahr die Chance zum Informieren und Ausprobieren verpasst hat, kann jetzt die Gelegenheit nutzen und sein „erstes Mal“ erleben. Infomationen zu den neuen Terminen und Orten gibt es demnächst auf www.geberit-aquaclean.de/mein-erstes-mal

Die „japanische Toilette“ ist eine Schweizer Erfindung Häufig wird das Dusch-WC als „japanische Toilette“ bezeichnet, denn es hat in Japan einen enorm hohen Verbreitungsgrad: Rund 80 Prozent der Privathaushalte sind damit ausgestattet. Dabei wurde das Dusch-WC in den 1950er Jahren vom Schweizer Hans Maurer erfunden. Nach Auslauf des Patents entwickelten sowohl das Schweizer Unternehmen Geberit

Unter dem Motto „Mein erstes Mal“ tourte Geberit im Sommer 2015 erstmals mit dem AquaClean Mobil quer durch Deutschland. Hier konnten Interessierte erleben, wie sich die Reinigung mit Wasser anfühlt.

Ist die Neugierde geweckt? Der Videoclip von Geberit zum Duscherlebnis ist auf YouTube zu sehen. Beim Regisseur hat Geberit auf eine echte Branchengröße gesetzt: Zoran Bihac ist vor allem durch seine Videoproduktionen für die Musikindustrie bekannt. Er arbeitete mit zahlreichen Bands wie Rammstein und Die Fantastischen Vier zusammen. Für Geberit hat er Menschen auf ein Dusch-WC gesetzt und sie bei ihrem „ersten Mal“ gefilmt. Natürlich ganz diskret. Das Video vermeidet unangenehme Assoziationen mit der Toilette, setzt stattdessen auf leisen Humor und echte Gefühle. www.geberit-aquaclean.de/mein-erstes-mal

als auch japanische Hersteller das Dusch-WC weiter und brachten eigene Modelle auf den Markt. In Japan, wo man sich traditionell mit Wasser reinigt, fand die neue Technik schnell Anklang. In Europa hemmten die Verbreitung des Dusch-WCs bislang vor allem die Tradition des Toilettenpapiers und die Sensibilität des Themas. Jetzt ist der Trend auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern angekommen.

Die Toilette neu erfunden Designer von Luxusprodukten gestaltet Komfort-WC Für die Küche gibt es ständig neue Erfindungen: Spülmaschine, Mikrowelle und Magnetfeldherd erleichtern den Alltag. Im Badezimmer dagegen sind Patente rar. Designer Christoph Behling, der unter anderem als Chefdesigner für Uhrenhersteller TAG Heuer tätig ist, sieht hier jede Menge Potenzial, angefangen bei der Toilette. Gemeinsam mit Geberit ist er angetreten, mit dem KomfortWC AquaClean Mera das Bad aus dem technologischen Tiefschlaf zu befreien. Innovative Funktionen wie Po-Dusche, Warmluftföhn, Geruchsabsaugung und WC-Sitz-Heizung sollen den Hygienealltag erleichtern. Zur Innovation gehört jedoch vor allem das gute Design, denn im modernen Wellnesstempel muss auch die Toilette gestalterische Akzente setzen.

Das Dusch-WC als besondere Freude im Alltag Christoph Behling ist für die Gestaltung von Luxusprodukten bekannt. „Für viele Menschen hat Luxus etwas mit teuren Materialien wie Gold und Diamanten zu tun“, sagt der Designer, „für mich ist es


(von links) Im Vergleich zur Küche hat das Bad viel aufzuholen, meint Designer Christoph Behling. Produkte wie AquaClean Mera von Geberit können das Bad aus dem technologischen Dornröschenschlaf wecken.

Hightech und „floating Design“: Trotz ihrer vielen Funktionen wirkt die Keramiktoilette leicht. Sie scheint vor der Wand zu schweben.

das Ziel von Luxus, besondere Freude ins tägliche Leben zu bringen“. Das neue AquaClean Mera ist so eine kleine Freude: „Damit wird die Nutzung der Toilette zum Vergnügen“, so der Designer. Für ihn ging es nicht nur um Design, sondern um die Neuerfindung der Toilette, die längst überfällig war. „Obwohl die Toilette bereits vor 150 Jahren erfunden wurde, hat sie sich seitdem nicht verändert – im Gegensatz zum Rest der Welt. Zum Beispiel Autos: Sie sind jünger als das WC und wurden ständig weiterentwickelt. Jetzt haben wir diese Maschinen mit beheizten Sitzen und elektrischen Fensterhebern. Nur die Toilette ist bislang immer noch laut, riecht schlecht und wir wischen uns immer noch mit Papier ab.“

Das Bad hat bei technischen Innovationen viel aufzuholen Seit einem Aufenthalt in Japan ist der Designer von der Po-Reinigung mit Wasser überzeugt: „Wasser ist in jeder Beziehung besser, hygienischer und erfrischender als Papier. Jetzt haben wir die Technik, uns richtig zu reinigen. Und nicht nur das: AquaClean Mera spült auch noch leise und lässt keine schlechten Gerüche ins Bad.“ Für Christoph Behling sind die neuen Komforttoiletten erst der Anfang: „Das Bad ist der Raum im Haus, der sich in den nächsten Jahren am meisten verändern wird. Vor allem was die technischen Innovationen angeht, hat das Bad viel aufzuholen. Für die Küche wurden ständig neue Produkte entwickelt. Ich finde es erschreckend, dass es im Bad so wenige neue Patente gibt. Ich bin mir ganz sicher: Innovative Produkte wie AquaClean Mera sind am Kommen.“

Floating Design – die Toilette schwebt vor der Wand Seine Aufgabe als Designer sieht Christoph Behling darin, das Beste aus einem Produkt herauszuholen. Diese Sichtweise wirkt sich auf seine Gestaltungsprinzipien aus: „Ich drücke den Dingen nicht meine Handschrift auf. Ich betrachte sie eher wie Lebewesen und versuche zu ergründen, was in der DNA angelegt ist. Das arbeite ich dann heraus.“ Aus AquaClean Mera hat er etwas herausgearbeitet, das er „floating Design“ nennt, denn die Toilette scheint vor der Wand zu schweben. Dieser Eindruck entsteht durch eine Chromblende, die zwischen Wand und WC-Keramik die technische Installation ummantelt. Die Umgebung spiegelt sich in der Chromoberfläche und löst den Zusammenhang zwischen Wand und WC auf. Im Kontrast dazu steht die körperliche Präsenz des WC-Beckens aus Vollkeramik. Der Werkstoff war für Behling wichtig: „Andere Dusch-WCs sehen aus wie Maschinen, deshalb werden sie von den Nutzern nicht angenommen. AquaClean Mera wirkt durch die Keramik wie eine herkömmliche Toilette.“

Perfekt bis hin zum Knopf der Fernbedienung Christoph Behling ist wie sein Auftraggeber Geberit ein Perfektionist. Das zeigt sich vor allem an den Details, beispielsweise bei der Fernbedienung. Die Herausforderung für den Designer: „Trotz zahlreicher Funktionen und Einstellmöglichkeiten darf es keine tausend Knöpfe geben, sondern nur wenige. Und diese wenigen Knöpfe müssen hübsch aussehen“, so Christoph Behling. Bei der Kombination der Materialen und der Gestaltung von Kanten und Oberflächen hat der Designer auf seine Erfahrungen beim Uhrendesign zurückgegriffen. „Der Anspruch von Geberit ist sehr hoch“, so Behling, „jedes noch so kleine Detail muss perfekt sein.“

Komplettanlagen mit Designanspruch Bequemer und äußerlich attraktiver als WC-Aufsätze sind die DuschWC-Komplettanlagen, bei denen die Duschfunktion bereits in die Keramik integriert ist. Bei den Geberit Dusch-WCs kommt auch das Design nicht zu kurz: Geberit AquaClean Sela beispielsweise wurde vom italienischen Designer und Architekten Matteo Thun entworfen. Es hat eine geradlinige, kompakte Form und sieht dadurch wie eine normale Toilette aus. Lediglich ein Bediendisplay am WC-Sitz und eine schicke Fernbedienung verraten die besondere Duschfunktion. Andere AquaClean Modelle bieten weitere Komfortfunktionen wie eine Geruchsabsaugung an: Die Gerüche werden dabei direkt in der Keramik abgesaugt, gefiltert und als frische Luft wieder an den Raum abgegeben.

KONTAKT Geberit Vertriebs GmbH Theuerbachstraße 1 D-88630 Pfullendorf www.geberit.de www.geberit-aquaclean.de


DESIGN: USABILITY UND MEHR WELCHE ANFORDERUNGEN WERDEN HEUTE AN DESIGNENTWICKLUNGEN IN DER MEDIZINTECHNIK SOWIE DER INDUSTRIE GESTELLT? Bei einer Geräteentwicklung stellen sich immer wieder die Fragen, wer solch ein Produkt bedient, welcher interkulturelle Background zu berücksichtigen ist und wie die Bediensicherheit für den Nutzer weiter verbessert werden kann. Gerade bei Medizinprodukten sind die Aspekte der Hygiene und letztlich der Patientensicherheit absolut zentral. Das ganze Wissen um Handling und Ergonomie, die Usability generell, darf heute in der Designprofession als „State of the Art“, als Beherrschung des Handwerks, vorausgesetzt werden. Was sicher noch nicht überall Standard ist, ist die präzise und detaillierte Umsetzung und Anwendung von Normen im Designprozess von Medizinprodukten, wie sie beispielsweise die Norm DIN EN 62366 (Anwendung der Gebrauchstauglichkeit auf Medizinprodukte) empfiehlt bzw. vorschreibt. Hierfür braucht es noch verstärkte Kommunikation und Aufklärung auf beiden Seiten, einerseits beim Medizinproduktehersteller und andererseits auch beim Designer. Der hierfür notwendige und deutlich höhere Entwicklungsaufwand, nicht zuletzt auch für die Dokumentation der Entscheidungsfindung, darf nicht unterschätzt werden. In den weiteren Ausführungen werde ich mich nicht nur auf Medizinprodukte beschränken, denn es gibt sehr viele Wechselwirk-ungen auch aus anderen Branchen.

© Designentwurf Meyer-Hayoz Design Engineering

DAS EINZIGARTIGE DENTAL-IMPLANTATSYSTEM VITACLINICAL Das multidisziplinäre Team von Meyer-Hayoz Design Engineering begleitet die anspruchsvolle Entwicklung. Angefangen von den Überlegungen der Unternehmenspositionierung, der Produktentwicklung und den Packaging-Lösungen bis hin zu Markenentwicklung und Branding als innovativer Partner.

Schutz vor Nachahmungen Wesentliche Anforderungen ergeben sich heute aus dem internationalen Wettbewerb. Einerseits der vorgegebene Marktpreis, die verfügbare Technologie, die realistischen Produktionsstückzahlen in einem definierten Zeitraum. Hier stellen sich sehr rasch die Fragen, welche Materialien, welche Produktionsprozesse z. B. kunststofftechnisch einsetzbar und bezahlbar sind. Nicht zuletzt sollte parallel zum Marketing auch der Designpartner eine sorgfältige Mitbewerberanalyse leisten, auch um sicherzustellen, dass nicht aus Unkenntnis plötzlich ein Plagiat entsteht oder man sich unabsichtlich in der „visuellen Nähe“ eines Mitbewerbers positioniert. Zum Glück gibt es in Deutschland mit der Plagiarius Verleihung – dieses Jahr zum 39. Mal – eine öffentliche Negativ-Auszeichnung, welche zumindest eine abschreckende Wirkung und eine Sensibilisierung für das Thema erzeugt. Der beste Schutz gegen Plagiate ist sicher, neben

dem „Vorsprung durch Innovationen“ die Designschutzanmeldung (Internationales Haager Abkommen), sodass der Zoll an den Grenzen oder an Messen einschreiten kann. Der Designer Rido Busse, Gründer der Plagiarius, geht von einem Umsatz bei gefälschten Waren in Deutschland von ca. 40 Milliarden Euro aus. Internationale Wettbewerbsfähigkeit Die eingangs erwähnten Marktanforderungen lassen sich durch Kriterien, wie sie beispielsweise bei der Juryarbeit bei red dot, dem weltweit größten und wohl bedeutendsten Design Award (Zeche Zollverein in Essen) zur Anwendung kommen, auszugsweise wie folgt umschreiben und bilden für Designer ebenfalls wichtige Anforderungen für den Gestaltungsprozess:

KONTAKT

Wolfgang K. Meyer-Hayoz MEYER-HAYOZ DESIGN ENGINEERING GmbH Zollernstrasse 26 D-78462 Konstanz Phone: +49 7531 90930 info@meyer-hayoz.com www.meyer-hayoz.com

Wolfgang K. Meyer-Hayoz ist Gründer und Geschäftsführer der Meyer-Hayoz Design Engineering GmbH in Konstanz. Als Fachjuror beim Red Dot Design Award in Essen und Singapur und beim Design Preis Schweiz sowie als früherer, langjähriger Präsident des schweizerischen Designerverbandes engagiert er sich für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort, Competitiveness und Innovationsentwicklung.


© Designentwurf Meyer-Hayoz Design Engineering

MEDIZINTECHNIK-DESIGN: DIALYSEGERÄT DIALOG+ VON B. BRAUN AVITUM Den Produktdesignern von Meyer-Hayoz Design Engineering und dem Entwicklungsteam von B. Braun gelang es in enger Zusammenarbeit, hinsichtlich Dialyseeffizienz, Patientensicherheit und Gestaltungsqualität, einen neuen Benchmark zu setzen. Dies überzeugte nicht nur internationale Spitäler und Dialysezentren, sondern auch die Juroren des iF Design Award.

Formale Qualität: Wie schlüssig sind die Logik im konstruktiven Aufbau und die Folgerichtigkeit in der formalen Ausarbeitung? Wie verhält sich die Form gegenüber der Funktion? Ökologische Verträglichkeit: Stehen Material, Materialaufwand, Fertigungstechnik und Energieverbrauch in einem angemessenen Verhältnis zum Produktnutzen? In welchem Ausmaß werden Entsorgungsprobleme und Fragen der Rohstoffrückgewinnung berücksichtigt? Generell sollten wir darauf achten, dass Entwickler und Gestalter in Zukunft neue Produkte und deren Usability noch intensiver gemeinsam studieren und entsprechend bessere Lösungen entwickeln. Prof. Dr. Zec, der Initiator und Geschäftsführer vom Design Zentrum Nordrhein-Westfalen, hat eine griffige „Faustformel“ für gutes Design formuliert. Er benennt hierbei vier Qualitäten: Die Qualitäten der Funktion, der Verführung, des Gebrauchs und der Verantwortung. Ich halte diese einfache Checkliste für ein sehr hilfreiches Tool, um sich in Innovationsprozessen rasch einen ersten Überblick zu verschaffen. Nicht zuletzt geht es bei heutigen Designprozessen ganz entscheidend auch um das Wissen und um die Berücksichtigung von Werten eines Unternehmens. Durch die Berücksichtigung von ethischen und ökologischen Wertvorstellungen, und damit zentrale Anforderungen einer gelebten und glaubwürdigen Unternehmenskultur, kann in einer starken Marke ihre ökonomische Kraft entfaltet werden. Antizipation und Trends im Design Einen wesentlichen weiteren Schritt bei Designentwicklungen stellt das Thema Antizipation dar. Die gedankliche Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten von Morgen, im Sinne der Wortübersetzung aus dem Lateinischen: Erwartung, gedankliche Vorwegnahme eines Geschehnisses oder einer Entwicklung, auch Vorausahnung.

Von einer Designentwicklung erwarte ich, dass sich die Gestalter und die beteiligten Ingenieure im Rahmen des Research, der Objekt- und Umfeldanalyse auch intensiv mit möglichen Zukunftsszenarien antizipatorisch auseinandersetzen und hierbei wahrnehmbare Trends z. B. auch im Medizintechnik–Design und der Vernetzung mit neuen Technologien entwickeln und darstellen. Ich halte dies auch für sehr wichtig, um frühzeitig Schlüsselpatente zu besetzen. Nachstehend einige Trends, welche speziell im Life Science Design sichtbar werden: ·  Die Digitalisierung in vielfältiger Weise, Telemedizin, digitale Patientenakten. ·  Smartphoneerweiterungen: Nutzung der Technologiebasis von Smartphones und Tablets durch entsprechende Andockmodule. ·  Miniaturisierung: Neue Akkutechnologien und Elektroniklösungen ermöglichen schnurlose, schlankere und damit auch handlichere Medizinprodukte. ·  Mobilität: Mobil einsetzbare, flexible Tools verdrängen stationäre Großgeräte. ·  Bedienbarkeit neuer Eingabesysteme (Touch Displays) und verbesserte Softwarearchitekturen optimieren die Usability-Voraussetzung für den Home Care Einsatz. Im Hinblick auf das Ziel von „einzigartigen Designlösungen und Produkten“, welche das Unternehmen im Markt differenzieren und erkennbar machen (Branding), muss sich das Design- und das Entwicklungsteam vermehrt dem Thema der Antizipation und den Technologietrends zuwenden. In diesem Zusammenhang können sie den Mut fassen und überlegen, in einem weiter gefassten Designverständnis auch neue Formen der Zusammenarbeit und der Entwicklung zu testen. Wolfgang K. Meyer-Hayoz Meyer-Hayoz | Menschen & Innovationen 37


Value Selling in der Praxis: Workshop zur Entwicklung des Profit Efficiency Program PEP von SAPPI.

ALLES, WAS WERT IST. ÜBER DEN ERFOLG VON VALUE SELLING Value Selling hat direkte Auswirkungen auf den Umsatzerfolg von Unternehmen. Gefühlt haben wir es immer schon, jetzt wissen wir es auch. Eine Untersuchung1 der Universität Sankt Gallen belegt das und bestätigt, wovon die Anhänger dieses Ansatzes längst überzeugt gewesen sind. Kunden kaufen Werte. Und das gilt auch für den B2B-Sektor. Doch was ist Value Selling? Value Selling ist eine wertbasierte Verkaufsphilosophie, die davon ausgeht, dass Kunden Produkte präferieren, die ihnen einen echten Mehrwert geben. Der Preis wird dann sekundär betrachtet. Das sollte selbstverständlich sein. Doch die Wirklichkeit sieht meist anders aus. Deutlich wird das, wenn man genauer in die Preisfindungspraktiken deutscher Zulieferunternehmen blickt. Hier orientiert man sich überwiegend an den Kosten, die für Entwicklung, Produktion und Vertrieb anfallen. Zuletzt schlägt man noch eine Schippe drauf, um auf seine Marge zu kommen. Die Gewinnspanne richtet sich dabei nach dem für den Kunden veranschlagten Wert, der aus den Produkteigenschaften ermittelt wird. Doch Wert und Kunde kommen in dieser kostengetriebenen Preispolitik an letzter Stelle. Dahinter steht der Glaube vieler Unternehmen, dass der Preis die entscheidende Größe für den Kauf ihrer Produkte ist. Eine 2013 erschienene McKinsey-Studie2 scheint diese Einschätzung sogar zu untermauern. Die Befragung zeigt, dass für 27 % der befragten deutschen Einkäufer der Preis an erster Stelle steht. Doch das eigentlich Interessante offenbart ein Blick auf die Faktoren Marke (14 %) und Information (13 %). Marke und Kommunikation sind für die Kaufentscheidung genauso wichtig wie der Preis. In den USA fällt das Verhältnis mit insgesamt 33 % noch deutlicher zugunsten von Marke (18 %) und Kommunikation 38 Menschen & Innovationen | Schindler Parent

(15 %) im Gegensatz zum Preis (27 %) aus. Die Studie konstatiert, dass für viele Entscheider das Wertversprechen der Marke letztlich die größere Strahlkraft hat.

Die Marke verkauft, nicht der Preis Aus Agentursicht ist das wenig überraschend. Für uns ist es gerade die Marke, die verkauft. Es ist ihr Charakter, mit dem sich die Zielgruppe identifiziert. Es ist die Geschichte, für die sie steht. Und es ist die Leistung, für die sie geschätzt wird. Genau das macht Marken zu „Freunden“, denen man vertraut. Und Vertrauen ist die Währung, von der erfolgreiche Marken langfristig profitieren. Der Preis mag höher sein als bei vergleichbaren Produkten, aber Kunden nehmen ihn in Kauf, weil ihnen die Marke mehr gibt, als sich in barer Münze bemessen lässt. Zwei Beispiele aus der Papierindustrie unterstreichen das. Zum einen ist da Iggesund Paperboard. Der schwedische Kartonproduzent bot mit Invercote einen Karton, der in einem überschaubaren Markt in einen selbstzerstörerischen Preiskampf zu geraten drohte. Bewahrt haben wir ihn davor, indem wir den Karton auf dem weitaus größeren Markt für grafische Feinpapiere positionierten. Das erschloss der Marke neue Käufergruppen und sie erzielte Preise, von denen andere Kartone nur träumen konnten. Dank überragender Materialeigenschaften wie Steifigkeit und Biegefestigkeit überzeugte Invercote seine Zielgruppen durch echten Mehrwert. Es sicherte die Qualität der Druckerzeugnisse. Und da aufgrund dieser Eigenschaften auch geringere Grammaturen eingesetzt werden konnten, ließ sich damit sogar noch Geld bei Logistik und Lagerung sparen. Das machte Invercote zu einem lukrativen Wertschöpfungsfaktor, der den Preis rechtfertigte.


Preiswert ist, was seinen Preis wert ist Preis-wert bekommt in dieser value-basierten Sicht seine originäre Bedeutung zurück: Nicht günstig, nicht billig, nicht teuer, sondern angemessen. Das belegt auch unser zweites Beispiel, die Realisierung des Profit Efficiency Program PEP für den südafrikanischen Papierhersteller Sappi. PEP versteht sich als umfassende Kundenunterstützung: Statt über den Händler zu gehen, liefert Sappi das Papier direkt. Zugleich bietet das Unternehmen von der Format- und Materialanalyse bis hin zur Logistikoptimierung alles, was jenseits der üblichen Kernkompetenz von Druckereien liegt. So steigert das Programm die Wertschöpfung, insofern es Druckern Arbeit abnimmt, die Qualität optimiert und Kosten senkt. Der Gewinn übersteigt bei weitem den im Vergleich zum Wettbewerb geringfügig höheren Preis. Das ist Value Selling – Win-Win für alle Beteiligten.

Markenkommunikation ist Wert-Arbeit Beide Beispiele zeigen, dass der Nutzen entscheidend ist, nicht die Produkteigenschaften. Diese sind wichtig. Doch sie müssen in Nutzen übersetzt werden, um als Wert wahrgenommen zu werden. Je besser diese Übersetzung gelingt, desto eher sehen wir alle wieder in den Dingen den Wert und nicht mehr den Preis. Diese Übersetzung ist Aufgabe der Markenkommunikation. Wir leisten diese Wert-Arbeit seit vielen Jahren. Es sind keineswegs vereinzelte Projekte. Derzeit realisieren wir ValueSelling-Konzepte für Unternehmen aus so unterschiedlichen Branchen wie Elektronik, Maschinenbau, Automotive oder Chemie. Und es werden immer mehr.

Ein Ergebnis des Profit Efficiency Program PEP war die Kampagne "Sappi.Eco.Effective", die am Beispiel von Nachhaltigkeit zeigt, wie Value Selling funktioniert.

Value Selling in fünf Schritten: Werte identifizieren, gestalten und kommunizieren, um Kunden zu gewinnen und zu binden.

Autor: Michael Meier, Geschäftsführender Gesellschafter Schindler Parent GmbH, www.schindlerparent.de Unternehmen: Schindler Parent ist die kreative Verbindung von Marke und Marge, die Identität gestaltet, Industrie versteht und international agiert. Die Kommunikationsagentur am Bodensee wurde 1979 gegründet und betreut viele Unternehmen aus unterschiedlichen Industriezweigen. 1 2

Christian Artmann. Implementing Value Selling. Twenty Four Proven Success Factors With Practical Roadmap. Runkersraith Publishing Germany 2014. McKinsey Marketing and Sales Practice. Business Branding. Bringing Strategy to Life. 2013. Schindler Parent | Menschen & Innovationen 39


Foto: Eisenhans_Fotolia

BODENSEEKREIS – LANDKREIS MIT TOPWERT DER REGIONENCHECK VON CREDITREFORM

KONTAKT Creditreform Konstanz Müller & Schott KG Mainaustraße 48 D-78464 Konstanz www.creditreform-konstanz.de Matthias Müller Phone: +49 7531 89500 info@konstanz.creditreform.de

Der Regionencheck von Creditreform dient als Instrument zur Darstellung der Risikostruktur einer Region und zeigt Gefährdungspotenziale nach verschiedenen Strukturmerkmalen auf. So wird die Struktur einer Region aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, um die spezifische Risikosituation darzustellen und daraus Rückschlüsse zu ziehen. Datengrundlage für die Analysen ist die Creditreform-Wirtschaftsdatenbank mit über 4,2 Mio. Unternehmensdatensätzen. Durch stichtagsbezogene Selektionen wird die Anzahl der Unternehmen sowie die Anzahl der ausgefallenen Firmen (unternehmerisches Insolvenzverfahren, Abgabe der Vermögensauskunft) je Region ausgewiesen. Grundlage und Orientierungsgröße des Analyseverfahrens ist der Creditreform-Risiko-Indikator (CRI in %), der die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Region misst. Je höher der Creditreform Risiko-Indikator, desto höher ist die Insolvenzgefahr.

Konstanz und Bodenseekreis im Vergleich Mit einem aktuellen Creditreform-Risiko-Indikator von 1,63% (2014: 1,96%) liegt Konstanz z.B. leicht über dem CRI-Schnitt der Bundesrepublik (1,60%). Der Bodenseekreis bleibt mit 0,90% (2014: 1,22%) weit darunter. Statistisch ist die Gefahr des Pleiterisikos im Kreis Konstanz demnach wahrscheinlicher als im Bodenseekreis. Dennoch folgt Konstanz 2015 dem allgemeinen Trend in Deutschland mit einem sinkenden CRI.

Branchenspezifischer Einblick Auf diese Weise kann aber auch herausgearbeitet werden, in welchen Branchen die untersuchte Region besonders insolvenzgefährdet ist und welche Rechtsformen oder Umsatzklassen mit einem hohen Ausfallrisiko behaftet sind. Bezüglich Branchen sei gesagt, dass stückzahlmäßig die meisten Ausfälle im Handel vorkommen. Beinahe ein Fünftel aller Insolvenzen im Kreis Konstanz und im 40 Menschen & Innovationen | Creditreform Konstanz Müller & Schott KG


1,80 1,63

1,60

1,60 1,44 1,40

1,00

0,90

0,20 0,00

BODENSEEKREIS

0,40

KONSTANZ

0,60

DEUTSCHLAND

0,80

BADEN-WÜRTTEMBERG

CRI in %

1,20

Quelle: Creditreform Konstanz Müller & Schott KG, Stand: 06/2015.

Bodenseekreis sind dem Handel zuzuschreiben. Allerdings bildet dieser auch die größte Hauptbranche in der Region. Höchstes Ausfallrisiko nach CRI hat im Bodenseekreis die Branche „Verkehr und Lagerei“, unter welche z.B. Kurierdienste fallen. Im Kreis Konstanz sind es die Finanz- und Versicherungsdienstleister, die das Negativranking anführen.

Gewerbebetriebe stark gefährdet Unter dem Gesichtspunkt der Rechtsformen gelangt man zu der Erkenntnis, dass die meisten Ausfälle bei den Gewerbetreibenden zu finden sind, die aber auch die größte Anzahl an Betrieben repräsen-

tieren. So sind 3 von 5 Ausfällen im Bodenseekreis und im Kreis Konstanz den Gewerbebetrieben zuzuordnen. Schlechte wirtschaftliche Verhältnisse, eine dünne Kapitaldecke und starke Abhängigkeiten von einigen wenigen Geschäftspartnern sind mögliche Gründe für die zahlreichen Insolvenzen bei diesen Unternehmen. Betrachtet man die Negativmerkmale (Ausfälle) unterteilt nach Umsatzklassen, bestätigt sich der bereits durch die Rechtsformanalyse gewonnene Eindruck. Im Wesentlichen sind es kleine Betriebe, in der Regel Gewerbetreibende, die zahlungsunfähig werden, da diese wirtschaftliche Durststrecken oder Forderungsverluste oftmals deutlich schlechter kompensieren können.

Über Creditreform Gegründet im Jahre 1879 in Mainz, stand zunächst die Erteilung von Wirtschaftsauskünften zur Sicherung von Unternehmensbeziehungen im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit von Creditreform. Das Dienstleistungsangebot wurde im Wandel der Zeit ständig optimiert und erweitert, so dass Creditreform heute als moderner Full Service Anbieter entlang der Prozesskette im integrierten Debitorenund Risikomanagement positioniert ist.

Informationen aus der Auskunft zusammengefasst und mittels einer dreistelligen Punktzahl zwischen 100 und 600 darge-stellt. Je höher der Bonitätsindex, desto größer ist das Risiko, dass das betreffende Unternehmen die Rechnungen nicht zahlen kann. Neben der Erteilung von Firmenauskünften unterstützt Creditreform Unternehmen auch im Bereich Forderungsmanagement, um Außenstände zu minimieren.

Beurteilung auf einen Blick Mit der Firmenauskunft können Unternehmen bereits vor der Aufnahme einer Geschäftsbeziehung die Bonität des Kunden überprüfen. Zum Zwecke der „Beurteilung auf einen Blick“ hat Creditreform den Bonitätsindex entwickelt. Darin werden

130 Geschäftsstellen Creditreform ist dezentral organisiert und agiert deutschlandweit mit 130 selbstständigen Geschäftsstellen. Die Nähe zum Kunden in der Region ist unersetzbar, um aktuelle und zuverlässige Informationen aus der Wirtschaft zu erhalten.

Creditreform Konstanz Müller & Schott KG | Menschen & Innovationen 41


ERWEITERUNG 2016

INTERVIEW MIT

ARNOLD KANNENBERG

Das Wirtschaftsmagazin Bodensee im Gespräch mit Arnold Kannenberg, Geschäftsführer der Hesta Immobilien GmbH, dem Betreiber des seemaxx Factory Outlet Centers in Radolfzell. Herr Kannenberg, nach über fünf Jahren, in denen Sie sich gegen etliche Widerstände bei der Erweiterung des seemaxx durchsetzen mussten, können Sie nun nach erfolgter Genehmigung Ihr Konzept endlich in die Tat umsetzen. Wie fühlen Sie sich jetzt? Arnold Kannenberg: Nach einem derart langen Prozess und den damit verbundenen nervlichen Belastungen fühlt man sich jetzt natürlich besser. Dennoch – ein Projekt, um das man fünf Jahre gekämpft hat und bei dem man zuvor glaubte, die Genehmigung komme in einem Jahr zustande, hat ja auch eine monetäre Seite und kostet einfach viel Geld.

Arnold Kannenberg

Geschäftsführer Hesta Immobilien GmbH

Wie ist denn der aktuelle Stand? Wird der Eröffnungstermin im Herbst 2016 eingehalten werden können? Wir wollen Nachhaltiges schaffen hier in Radolfzell und ich bin stolz darauf, dass wir viele Unterstützer in unserer Stadt haben. Die Beschlüsse des Gemeinderates waren einstimmig und wir haben den Konsens mit den Nachbarn gefunden. Bei derart großen Projekten muss gemeinschaftlich zusammengearbeitet werden und das regionale Denken im Vordergrund stehen. Ein Einkaufszentrum in eine Bestandsimmobilie wie hier in die Fabrikhalle zu bauen, ist nicht so leicht, wie es allerorten scheint. Ich erinnere nur an die Brandschutzauflagen, deren Einhaltung beim Einbau Kraft und Energie gekostet hat. Dennoch können wir mit Stolz behaupten, dass wir genau im Terminplan liegen – keinen Tag gewonnen, keinen Tag verloren. Wir wollen das Center im Oktober 2016 eröffnen. Welche Marken werden im seemaxx vertreten sein? Wir haben im Vorfeld Kundenbefragungen durchgeführt, und wir meinen, unsere Kunden gut zu kennen. Und ich denke, auch das Einkaufsverhalten der Touristen am Bodensee recht gut einschätzen zu können. Resultierend aus diesen Befragungen haben wir uns ein Bild gemacht, welche Marken zu uns passen. Darin liegt unsere Philosophie, die schon beim bestehenden seemaxx erfolgreich war. Das seemaxx wird nun größer, die Angebotspalette für die Kunden wird breiter. Um welche Marken es sich handelt? Nun, das bleibt bis zur Eröffnung im Oktober 2016 eine Überraschung.

42 Menschen & Innovationen | Hesta Immobilien


Welche Erwartungen an die Erweiterung haben die bisherigen Mieter? Wir sind als No-Name gestartet in einem Business, das aufgrund der wenigen erteilten Genehmigungen hart umkämpft ist. Es gibt in Deutschland sechs große Outlet Center, und wir lagen mit unseren 4500 m² eigentlich weit unter dem Radar der großen Marken. Dennoch ist es uns gelungen, mehrere A-Marken als Mieter zu gewinnen. Diese erwarten seit langem nicht nur die Erweiterung des Centers, sondern zudem eine bessere Präsentation nach außen, sowohl regional als auch in der Schweiz und im touristischen Bereich. Unser Marketing-Budget hängt unmittelbar mit der Größe des Centers zusammen, da dies eine gemeinsame Aufgabe von uns und unseren Partnern ist. Welche Aufgaben liegen vor der Hesta Immobilien GmbH nach der Eröffnung im Herbst 2016? Unsere erste Aufgabe ist es, das Projekt seemaxx in seiner neuen Größenordnung zum Erfolg zu führen. Wir sind jetzt in der Bringschuld, wir müssen die Frequenz erhöhen und ein noch wirkungsvolleres Marketing machen. Darüber hinaus hat sich Radolfzell aber auch zu einem überaus beliebten Wohnstandort entwickelt. Und die demografische Entwicklung spricht für ein weiteres Wachstum. Wir wollen auch als Stadt qualitätsvoll wachsen, das allein verlangt die gemeinsame Arbeit aller Akteure. Man muss das gesamtheitlich betrachten. Für die Radolfzeller ist das seemaxx Einkaufszentrum, ein Nahversorger bei der Bekleidung. Diese Kunden wollen wir natürlich pflegen. Das sind meine 1A-Kunden. Wie möchte sich das seemaxx in der Region positionieren? Dazu muss man die Lage der Stadt Radolfzell zwischen den starken Handelszentren Singen und Konstanz betrachten, und die Stadt selbst mit der kleinteiligen Innenstadt und den nicht mehr erweiterbaren Flächen im

Einzelhandel. Das führte dazu, dass die Stadt sich in den letzten zwanzig Jahren mit der Handelsentwicklung schwer tat. Die vielen Filialisten, die in Singen und in Konstanz aufschlagen, sind bei uns nicht vorhanden. Sie können nicht vorhanden sein, weil die Flächen fehlen. Schon vor zehn Jahren war es eine wichtige Aufgabe, diesem Trend entgegenzuwirken. Es wurde mit allen Verantwortlichen ein Konzept entwickelt, in dem das seemaxx eine ganz primäre Rolle spielt. Die Verbindung von seemaxx mit dem Bodenseeufer durch die Altstadt entlang der sogenannten Seemeile war dabei die wesentliche Orientierung. Und wir wollen diese Entwicklung qualitätsvoll fortsetzen, weil wir in der Massenware keine Chance haben. Hinzu kommen attraktive Gesichtspunkte, die Radolfzell zu bieten hat, wie Natur oder Kur und Erholung wie mit dem Bora Hot Spa Resort. Und auch Projekte anderer Investoren haben die Umsetzung des gemeinsamen Konzepts schon vorangetrieben, man nehme nur den Gerberplatz, Luisenplatz oder die laufenden Arbeiten am „Wasserturm“. Das bedeutet also, mit der Erweiterung des seemaxx soll eine Steigerung der Attraktivität der Innenstadt und des Bodenseeufers einhergehen? Ja, es gibt Zahlen, die das bestätigen: In der letzten Befragung wollten wir von unseren Kunden wissen, ob sie auch die Innenstadt von Radolfzell besuchen. 70 % bejahten dies. Diejenigen, die ins seemaxx kommen, gehen mit großer Wahrscheinlichkeit auch in die Innenstadt und an den See. Und gäbe es diese beiden Orte nicht, wäre der Kunde vielleicht an diesem Tag nicht zu uns gekommen. Es ist ein Geben und ein Nehmen! Wir müssen in Radolfzell noch an vielem arbeiten, ob unten am Seeufer oder vielleicht an einer Erweiterung der gastronomischen Angebote. Aber dieser Prozess läuft, und wenn die Investoren dann die Attraktivität unseres Standortes erkennen, kann ich mir vorstellen, dass auch in Zukunft noch viel passieren wird. Das Gespräch führten Thomas Willauer und Holger Braumann


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DIE STEUERSELBSTANZEIGE IMMER NOCH AKTUELL In der Öffentlichkeit ist das Thema Steuerhinterziehung so langsam wieder in Vergessenheit geraten. Die Steuer-CD-Panik ist abgeflaut und die großen Fische sind gefangen. Und für die kleinen Fische interessiert sich ja doch niemand, schon gar nicht das Finanzamt. Weit gefehlt! Ab dem 01.01.2016 könnte es gerade für die kleinen Fische im Steuerhinterziehungsteich sehr eng werden aufgrund der neuen Netze, die die EU und die Bundesregierung auswerfen: Mit der EU-Zinsrichtlinie, dem Finanzkontenaustauschgesetz und diversen weiteren Amtshilfegesetzen steigt die Wahrscheinlichkeit ab 2016, dass im immer engmaschigeren Netz auch die kleinen Fische hängenbleiben. Durch schärfere Regeln ab dem 01.01.2015 wurde die strafbefreiende Selbstanzeige teurer und riskanter. Will ein Steuersünder reinen Tisch machen, sollte er dies aufgrund der Komplexität und der Fallstricke nur mit Unterstützung eines Fachmannes tun. Im Folgenden kurz die wichtigsten Änderungen ab dem 01.01.2015, die unbedingt beachtet werden sollten, damit auch die eingereichte Selbstanzeige wirksam wird und damit zur Strafbefreiung führt. Zu beachten ist, dass eine wirksame Selbstanzeige zwar die Strafbefreiung herbeiführen kann, die hinterzogenen Steuern sowie die Zinsen dennoch zu zahlen sind. Seit dem 01.01.2015 wurde die Zahlung der Zinsen neben der Zahlung der hinterzogenen Steuern sogar zur zwingenden Voraussetzung für die Erlangung der Straffreiheit.

44 Menschen & Innovationen | Kanzlei Mosbrugger – Rainer Mosbrugger

Schließlich muss unbedingt beachtet werden, dass für einige Berufsgruppen trotz einer wirksamen Selbstanzeige disziplinarische Maßnahmen oder auch ein Berufsverbot resultieren können (z.B. Beamte, Organe einer Kapitalgesellschaft).

Senkung der Grenze für die strafbefreiende Selbstanzeige

Wer bisher bis zu einem Betrag von 50.000,- € hinterzogen und eine wirksame Selbstanzeige eingereicht hatte, blieb ohne Zahlung eines zusätzlichen Geldbetrages straffrei. Diese Grenze wurde inzwischen auf 25.000,- € halbiert. Ab einem Betrag von mehr als 25.000,- € hinterzogenen Steuern ist nun ein Strafzuschlag von 10 % des Hinterziehungsbetrages fällig, damit das Steuerstrafverfahren eingestellt werden kann. Ab 100.000,- € sind 15 % fällig, ab einer Million ein Strafzuschlag von 20 %. Zu beachten ist dabei, dass der Zuschlag für jeden Beteiligten erhoben wird. Der 20 % Zuschlag ist auch fällig bei besonders schweren Fällen, z.B. bei Hinterziehung mit Beteiligung eines Amtsträgers, bei gefälschten Belegen oder bandenmäßiger Umsatzsteuer- und Verbrauchssteuerhinterziehung.


Neuer Zehnjahreszeitraum Bis zur Gesetzesänderung genügte in den meisten Fällen die Nachmeldung der hinterzogenen Beträge für 5 Jahre. Nunmehr ist eine vollständige Berichtigung für 10 Veranlagungszeiträume vor der Anzeige erforderlich. Die Verjährung der Steuerstraftat unterliegt weiter in den meisten Fällen der 5 jährigen Verjährung. Aber Achtung: Da die Strafbefreiung nur bei richtigen und vollständigen Angaben greift, steigt so das Risiko, trotz Selbstanzeige strafrechtlich belangt zu werden.

Verlängerte Festsetzungsverjährung bzw. Anlaufhemmung gem. § 170 VI AO Hat ein Steuerpflichtiger nicht erklärte Kapitalerträge aus Nicht-EU und Nicht–EFTA Länder (Island, Lichtenstein, Norwegen und Schweiz), so beginnt die Festsetzungsfrist frühestens mit dem Ablauf des Kalenderjahres, in dem diese Kapitalerträge der Finanzbehörde durch Erklärung des Steuerpflichtigen oder in sonstiger Weise bekannt geworden sind, spätestens jedoch zehn Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist. Dies bedeutet, dass im schlimmsten Fall Kapitalerträge aus diesen Ländern auch noch nach 20 Jahren steuerlich und steuerstrafrechtlich relevant sind und damit in einer wirksamen Selbstanzeige nicht fehlen dürfen.

Einschränkungen bei der Selbstanzeige Bekannt sein dürfte, dass eine strafbefreiende Selbstanzeige nicht mehr möglich ist, wenn der Betriebsprüfer vor der Tür steht. Es reicht aus, dass einem an der Hinterziehung Beteiligten (Täter, Mittäter, Anstifter, Begünstigter etc.) eine Außenprüfung angekündigt wird. Selbst eine Lohnsteuer- oder Umsatzsteuernachschau verhindert die strafbefreiende Selbstanzeige für Zeiträume und Steuern, auf die sich die Prüfung erstreckt.

Rainer Mosbrugger Rainer Mosbrugger ist Inhaber einer Steuerberatungs- und Rechtsanwaltskanzlei mit Schwerpunkt Jahresabschlüsse, Finanz- und Lohnbuchhaltung, Steuererklärungen sowie die Beratung unter Berücksichtigung von steuerrechtlichen und zivilrechtlichen Aspekten.

Ausschluss durch frühere Entdeckung

Achtung Erbschaften

Die Selbstanzeige war früher erst ausgeschlossen, sobald die Finanzverwaltung den Täter oder dessen Vertreter über die Einleitung eines Straf- oder Bußgeldverfahrens informiert hat.

Über Erbschaften freut man sich in der Regel, nicht jedoch, wenn man ein Schwarzgeldkonto erbt. Man haftet zwar strafrechtlich nicht für das Vergehen des Erblassers, jedoch muss man die Steuererklärungen rückwirkend für die letzten 10 Jahre korrigieren und nicht angezeigte Erträge versteuern. Unterlässt der Erbe dies, so macht er sich selbst der Steuerhinterziehung schuldig. Um eine Strafverfolgung zu vermeiden, hilft auch in diesem Fall nur eine Selbstanzeige.

Nach der neuen Rechtslage genügt es bereits, dass einer der Beteiligten (Täter, Mittäter, Anstifter etc.) davon in Kenntnis gesetzt wird. So stellt sich gerade bei dem Ankauf der Steuer-CD sowie den neuen Informationsgesetzen die Frage, wann genau die Tat als entdeckt gilt.

Teilselbstanzeige eingeschränkt wieder zulässig Die bereits durch frühere Gesetzesänderungen gestrichene Teilselbstanzeige wurde wieder eingeführt, jedoch nur begrenzt auf Umsatzsteuervor- und Lohnsteueranmeldungen. Somit gilt eine korrigierte oder verspätete Umsatzsteuervor- oder Lohnsteueranmeldung wieder als wirksame Selbstanzeige.

Besonderheit bei der Schenkungssteuer Bei der Schenkungssteuer gibt es eine wichtige Besonderheit zu beachten. Die Verjährung der Schenkungssteuer tritt nicht 10 Jahre nach der Schenkung, sondern 10 Jahre nach dem Tod des Schenkers ein. Somit kann es sein, dass eine Schenkung, die vor über 30 Jahren erfolgte, jetzt noch der Schenkungssteuer unterliegt, da der Schenker noch lebt bzw. erst innerhalb der letzten 9 Jahre verstorben ist.

Fazit Das Leben wird insgesamt komplizierter. Vor 30 Jahren konnte ich ohne große Probleme an meinem VW Käfer den Motor selbst aus- und einbauen. Heute schaffe ich es nicht mal, eine Birne am Auto zu wechseln, da man entweder Spezial-Werkzeug oder Spezial-Wissen benötigt. Genauso ist es im Steuerrecht und insbesondere im Steuerstrafrecht der Fall. Informieren Sie sich daher sehr genau, bevor Sie sich entscheiden eine wirksame Selbstanzeige zu machen, nicht dass es Ihnen so geht wie bei Herrn H., bei dem die von ihm eingereichte mangelhafte Selbstanzeige dazu führte, dass er zu Recht strafrechtlich verurteilt wurde. Bei einer guten Beratung wäre dies zu vermeiden gewesen.

KONTAKT Rainer Mosbrugger Rechtsanwalt Fachanwalt für Steuerrecht Malvine-Schiesser-Weg 3 D-78315 Radolfzell Phone: +49 7732 982730 kanzlei.mosbrugger@datevnet.de www.mosbrugger.de

Kanzlei Mosbrugger – Rainer Mosbrugger | Menschen & Innovationen 45


LEICHTIGKEIT FÜR IHR BUSINESS

ENTWICKLUNGSCHANCEN UND POTENZIALE MIT DIGITALER ARCHIVIERUNG Dokumentenmanagement und digitale Archivierung, intelligentes Informationsmanagement und Automatisierung der Geschäftsprozesse mit Workflows - mit diesen Begriffen verbindet man moderne Unternehmensführung. Sie stellen die Basis für ein effizientes und erfolgreiches Agieren am Markt dar. Viele Unternehmen arbeiten jedoch noch mit klassischen Methoden und stoßen an ihre Grenzen, wenn sie mit den Herausforderungen der modernen Arbeitswelt konfrontiert werden. Überfüllte Mailboxen, nicht auffindbare Dokumente und manueller Ausdruck von elektronischen Rechnungen sind nur wenige Stichworte, die vielen bekannt vorkommen.

Beispiel: Eingangsrechnungsbearbeitung in Papierform – Stillstand seit 50 Jahren

KONTAKT OMNI PC Systemintegration GmbH Turmstr. 9 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 892830 Mollenbachstr. 1 D-71229 Leonberg Phone +49 7152 3311060 info@omnipc.de www.omnipc.de

Die Vollkosten der Bearbeitung einer Eingangsrechnung in Papierform liegen bei 30 – 50 € pro Rechnung. Das Verfahren ist personalintensiv und fehleranfällig, zahlreiche Schritte sind nötig: Umschlag öffnen, Eingangsstempel, Weitergabe an die zuständigen Stellen, Abgleich von Bestellung und Lieferschein, Überprüfung der Zahlungskonditionen, Erstellung des Zahlungsträgers, Weitergabe an den Steuerberater, Kontierung, Verbuchung, Rückgabe und zehnjährige Archivierung in Ordnern, in Regalen und Kartons ... Während im Rechnungsausgang die Automatisierung und der elektronische Versand häufig bereits als Standard gelten, ist im Bereich der Eingangsrechnungsbearbeitung die Zeit stehengeblieben. Besonders bei Kleinunternehmen werden elektronische Rechnungen häufig sogar ausgedruckt, weiterbearbeitet und dann als Ausdruck archiviert – obwohl dies nicht gesetzeskonform ist.

Wettbewerbsfähigkeit durch DMS und Workflows Mit dem Einsatz eines digitalen Dokumentenmanagementsystems im Unternehmen lassen sich die Arbeitsprozesse effizient und transparent gestalten. Durch digitale Kunden- und Lieferantenakten, auf die alle Mitarbeiter Zugriff haben, entsteht eine unternehmenseinheitliche Aktenstruktur - die schnelle 46 Menschen & Innovationen | OMNI PC Systemintegration GmbH

Ablage per Mausklick wird ermöglicht, es gibt keine Dubletten, das Suchen von Informationen wird durch Finden in kürzester Zeit abgelöst und zwar ortsunabhängig und bei gleichzeitiger Verfügbarkeit. Erwähnt sei auch die Revisionssicherheit der digitalen Archivierung. Nach der Einführung eines DMS-Systems können viele Abläufe im Unternehmen über Workflows dargestellt werden. Ein einfaches Beispiel ist der Urlaubsantrag eines Mitarbeiters, bei dem erst die Vertretungssituation geklärt werden muss, bevor die Genehmigung aus der Personalabteilung kommt. Dieser Arbeitsablauf kann problemlos digital dargestellt werden. Die Abbildung der Workflows in einem Unternehmen basierend auf einem DMS / ECM-System bietet einen hohen Nutzen:  ptimierung der Bearbeitungsprozesse, geringere O Fehleranfälligkeit Reduzierung von Durchlauf- und Liegezeiten, Vermeidung des „Verlustrisikos“ Höhere Transparenz. Die Prozesse sind jederzeit und an jeder Stelle nachvollziehbar Entlastung der Mitarbeiter von zeitraubenden Nachforschungen Vermeidung von mehrfacher Datenerfassung Hohe Kosteneinsparungen durch massiv verkürzte Bearbeitungszeit


ELO – ECM-Anbieter mit Zukunftssicherheit ELO Digital Office entwickelt und vertreibt leistungsfähige Software für elektronisches Dokumentenmanagement, digitale Archivierung und Workflow-Management und deckt das gesamte Spektrum des Enterprise-Content-Managements (ECM) ab. Das Unternehmen ist international aufgestellt und betreibt neben dem Hauptsitz in Stuttgart weltweite Niederlassungen. Alle ELO-Produkte werden über geschulte und zertifizierte ELO-Business-Partner vertrieben. Die ELO-Produkte finden aufgrund ihrer Flexibilität und des hohen Leistungspotenzials Einsatz in Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größe, vom Einzelplatzanwender bis zu Konzernen wie Lufthansa und Daimler. Als Big Player im Markt bietet ELO den Unternehmen Zukunftssicherheit.

OMNI PC – ELO Business Partner mit Erfahrung und Kompetenz Die OMNI PC Systemintegration mit ihren Standorten in Konstanz und Leonberg/Stuttgart ist seit 14 Jahren ELO-Business-Partner. Ein fachlich hochqualifiziertes und erfahrenes Consultant-Team realisiert seitdem anspruchsvolle und innovative ELO-Projekte für Unternehmen von fünf bis 500 Mitarbeitern in ganz Deutschland.

OMNI PC – Spezial: der ELO–DATEV-Workflow

Revisionssicherheit und Datenschutz ELO erfüllt die gesetzlichen und steuerrechtlichen Anforderungen für die Realisierung eines revisionssicheren EDV-Systems. Jedoch muss sichergestellt werden, dass die gesamte IT-Infrastruktur die Anforderungen erfüllt. Dazu gehören Eingangsquellen wie PC und Scanner, aber auch Speichermedien. Selbstverständlich unterstützt OMNI PC hierbei mit den richtigen Produkten. In allen Fragen des Datenschutzes berät OMNI PC nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes. Auf Wunsch begleitet ein geprüfter Datenschutzbeauftragter gemäß §4f BDSG die Dokumentation der Prozesse. Mit der Automatisierung der Geschäftsprozesse und dem Einsatz eines leistungsfähigen Informationsmanagementsystems kann sich der Kunde voll und ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

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Durch seine Spezialisierung auf die Bereiche ECM (ELO) – CRM (Cobra), mit der Verknüpfung zu klassischer IT-Netzwerkbetreuung und dem

Steuer-, Finanz- und Rechtsfachwissen als DATEV-Systempartner verfügt OMNI PC über ein einzigartiges Know-how, von dem die Kunden profitieren. So wurde für ein marktführendes Online-Versandhandelsunternehmen aus Baden-Württemberg ein Workflow entwickelt, der die buchhalterischen Tätigkeiten im Rechnungseingang bereits bei der digitalen Erfassung miterfasst. Das heißt im Klartext: Sofort bei der Erfassung der Belege in ELO werden diese kontiert, es sind keine buchhalterischen Kenntnisse mehr nötig. Zudem kann der Zahlungsverkehr im „Unternehmen Online“ genutzt werden, die Daten werden gleich an die DATEV-Finanzbuchhaltung übertragen.

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„WIR MACHEN MARKE PERSÖNLICH“ IM GESPRÄCH MIT TORSTEN SCHMITZ, GESCHÄFTSFÜHRER UND INHABER DER BODENSEECREW WERBEAGENTUR GMBH

Torsten Schmitz Geschäftsführender Gesellschafter

KONTAKT bodenseecrew Werbeagentur GmbH Franz-Liszt-Straße 2a D-78464 Konstanz Phone: +49 7531 28237-0 www.bodenseecrew.design info@bodenseecrew.de

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Konstanzer Werbeagentur über die Region hinaus einen Namen gemacht. Im Herbst 2015 wurde die Firmierung geändert. Die Crew am Bodensee heißt seitdem bodenseecrew Werbeagentur GmbH. Was dahinter steckt und welche Ziele die Agentur für die Zukunft verfolgt, verrät Gründer und Inhaber Torsten Schmitz im Interview. Herr Schmitz, Ihre Agentur hat einen neuen Namen. Ist auch sonst alles neu? Torsten Schmitz: Im Gegenteil. Unsere neue Firmierung bewahrt ja zwei ganz wesentliche Elemente unseres Selbstverständnisses. „Bodensee“ transportiert unser Bekenntnis zum Standort und somit zur Vierländerregion und „Crew“ steht für den persönlichen Einsatz eines eingespielten Teams. Die Änderung des Namens liegt darin begründet, dass wir seit Oktober 2015 nicht mehr Teil der Agenturgruppe Die Crew sind. Und warum arbeitet die bodenseecrew in Zukunft ohne Die Crew? Als wir die Agentur im Jahr 2005 gründeten, geschah das mit Unterstützung meines Mentors Gerhard Mutter, zu dieser Zeit Vorstand und Eigentümer von Die Crew. Die Agenturmarke hat uns damals den Einstieg

48 Menschen & Innovationen | bodenseecrew

in den Markt erleichtert. Im Jahr 2014 zog sich Gerhard Mutter aus dem aktiven Geschäft zurück. Dieser Generationswechsel und der Weggang meiner Bezugsperson in der Agenturgruppe gaben für mich den Ausschlag, alle Anteile zu übernehmen und in Zukunft ohne Die Crew zu agieren. Ändern sich dadurch Ihre Philosophie oder Ihr Leistungsspektrum? Ein klares Nein. Seit dem ersten Tag arbeiten wir hier am Bodensee unabhängig und autark. Dank vieler spannender Projekte und anspruchsvoller Kunden haben sich bei uns über die Jahre besondere Stärken herausgebildet. Dazu gehören Markenentwicklung und Markenführung. Keine Organisation, egal ob kleiner Handwerksbetrieb, Mittelständler oder Großkonzern, kann es sich auf Dauer erlauben, Mitarbeiter, Kunden


bodenseecrew bringt Marken mit klaren Strategien auf Erfolgskurs.

und Partner im Unklaren darüber zu lassen, wofür die Marke steht, wie sie sich verhält und welchen Werten sie sich verpflichtet fühlt. Unsere Leidenschaft ist es, Marken zu Persönlichkeiten zu machen, die Menschen berühren und bewegen. Oder kürzer gesagt: Wir machen Marke persönlich. Wie gehen Sie das Thema Markenentwicklung mit Ihren Kunden an? In den meisten Fällen geht es bei Markenprozessen darum, die Mitarbeitenden, Partner und Kunden des Unternehmens zu motivieren. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Kunden neue Ideen zu entwickeln oder Bestehendes durch neue Perspektiven zu erweitern. Zentral dabei ist, verschiedene Inspirationsquellen einzubinden, Ideenfragmente zu kombinieren und dann die Ergebnisse für alle greifbar zu machen. Dies geschieht über die Visualisierung und Umsetzung in Kommunikationsmaßnahmen. Es geht um klare Zielsetzungen, realisierbare Strategien und fundierte Konzeptionen. Welche Rolle spielt für Sie das Thema Design? Eine sehr große Rolle. Allerdings ist schönes Design für uns nicht Selbstzweck, sondern immer Mittel zum Zweck. Die Art der Gestaltung hat einen wesentlichen Anteil daran, wie eine Marke wahrgenommen wird – konservativ oder innovativ, billig oder exklusiv, verspielt oder pragmatisch. Ob Farben, Typografie, Bildsprache oder Gestaltungsraster – mit jedem Designelement verfolgen wir immer dasselbe Ziel: die perfekte Passung zwischen Markenpersönlichkeit und Markenbild. Wie würden Sie denn die Marke bodenseecrew als Persönlichkeit beschreiben? Wir sind ein Partner auf Augenhöhe, der bei jeder Aufgabe mit- und vorausdenkt, um mit dem gegebenen Budget die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Das ganze Team packt die Dinge schnell, flexibel und effizient an. Mit unseren Kunden pflegen wir ein offenes und konstruktives Miteinander. In unserer Crew finden Sie keine abgehobenen Werbefuzzis, sondern kreative, neugierige Menschen, die konzentriert und zielorientiert ans Werk gehen – und dabei auch die Kosten im Blick behalten. Das gilt übrigens auch für unsere langjährigen Partner wie rrooaarr interactive solutions in Ulm oder wirkstoff media in Stuttgart. Durch diese Koopera-

Kreative Köpfe entwickeln und designen wirkungsstarke Kommunikation.

tionen können wir für unsere Kunden ganzheitliche, medienübergreifende Kommunikationskonzepte entwickeln und umsetzen – klassisch und digital, lokal und international. Welche Marken machen Sie und Ihre Crew zu Persönlichkeiten? Wir haben ein breites Portfolio mit einem Schwerpunkt auf B-to-B. Unsere Kunden sitzen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz. Dazu gehören z. B. die Dillinger Hütte, die BKK Linde in Wiesbaden, Mahle in Stuttgart, Amann Group Mettler in Rorschach, Bühler in Uzwil oder profine in Pirmasens und in Schaffhausen. Wir freuen uns als bodenseecrew, mit unseren Kunden in Zukunft noch mehr bewegende Markengeschichten zu schreiben.

ZUR PERSON: Torsten Schmitz – Der Inhaber und Geschäftsführer der bodenseecrew ist Kommunikationsexperte und Markenmensch, der seit fast 30 Jahren jeden Tag dazulernt – von der Lehre zum Offset-Drucker und Werbekaufmann übers Studium zum Fachkaufmann für Marketing bis zum geprüften Social-MediaManager. Seine besondere Leidenschaft gehört den Themen Markenberatung, strategisches Marketing, Design und Ducati Motorräder.

ZUM UNTERNEHMEN: bodenseecrew – Die unabhängige Konstanzer Werbeagentur vereint Kompetenz im Bereich der strategischen Markenführung mit dem persönlichen Engagement eines eingespielten Teams. Bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher, medienübergreifender Kommunikationskonzepte arbeitet die Agentur eng mit einem Netzwerk spezialisierter Partner zusammen. www.bodenseecrew.design

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© Airbus Helicopters

© Airbus

Den Fortschritt erleben.

Liebherr-Elektronik GmbH, Lindau

Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH

Die Liebherr-Elektronik GmbH ist auf die Entwicklung und Fertigung zuverlässiger Elektronik für Baumaschinen, Flugzeuge und den Schienenverkehr spezialisiert.

Die Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH ist mit über 50 Jahren Erfahrung einer der führenden Ausrüster für Flugzeuge. Das Unternehmen liefert technisch hochstehende Produkte aus den Bereichen Flugsteuerung / Betätigungssysteme, Fahrwerke und Getriebe an nahezu alle namhaften Flugzeughersteller. Vom kleinen Business Jet bis zum größten Verkehrsflugzeug, dem Airbus A 380, vertrauen Kunden weltweit auf die innovative Technologie von Liebherr-Aerospace.

Die komplexen elektronischen Baugruppen auf den Gebieten der Steuerungs- und Regelungselektronik, der Antriebs- und Leistungselektronik sowie der Bedien- und Anzeigeeinheiten werden in fast allen Produkten der Firmengruppe Liebherr eingesetzt.

www.liebherr.com

Die Firmengruppe


Foto: Konzept IS/Anja Koehler

Neue Chefs, vertraute Gesichter: Seit Januar 2016 bilden Dr. Christophe Schoenenberger, Dr. Peer Griebel und Frank Häßler (von links) die Führungsspitze von Konzept IS.

VERLÄSSLICH IM HIGH END-BEREICH Seit über 20 Jahren ist die Konzept Informationssysteme GmbH Softwarepartner für Branchen auf höchstem Niveau. Auch mit dem neuen Führungstrio will man in einem anspruchsvollen Umfeld weiter wachsen. Kaum eine Branche wandelt sich so rasant und ist so innovativ wie die IT. Zugleich stellt sie besonders hohe Anforderungen an die Verlässlichkeit, insbesondere in Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie oder der Bahn- und Medizintechnik. Verlässlichkeit jedoch braucht es nicht nur bei der Erfüllung von technischen Standards – sondern vor allem auch bei Menschen. Das Softwareund Systemhaus Konzept Informationssysteme (IS) hat den Balanceakt zwischen Wandel und Kontinuität jetzt mustergültig gemeistert. Zum Jahreswechsel haben die drei Gründer von Konzept IS – Heinz Grötzinger, Dr. Udo Konzack und Hans-Peter Zimmermann – das operative Geschäft abgegeben. Ihre Nachfolger sind für Kunden und Mitarbeiter vertraute Gesichter: Denn die neuen Geschäftsführer Dr. Peer Griebel, Frank Häßler und Dr. Christophe Schoenenberger waren bislang die Prokuristen des Unternehmens, das an fünf Standorten in Süddeutschland und der Schweiz 140 Mitarbeiter beschäftigt. „Vertrauensvolle Kundenbeziehungen, die sich über Jahre weiterentwickeln, sind für unser Unternehmen ein besonderer Schatz. Auch das Wir-Gefühl, die Offenheit und die Wohlfühlatmosphäre, die unsere Mitarbeiter schätzen, machen mich stolz“, resümiert Mitgründer Dr. Udo Konzack die vergangenen 21 Jahre. Während die Gründer nun den Beirat von Konzept IS bilden, liegt die operative Führung beim neuen Trio. „Die Werte, die Konzept IS groß gemacht haben, wollen wir hoch halten und mit ihnen in einem

anspruchsvollen Umfeld weiter wachsen“, erklärt Dr. Peer Griebel stellvertretend in der Unternehmenszentrale in Meersburg am Bodensee. An den Strukturen werde man dafür „das ein oder andere Detail schärfen“, etwa in der Zuordnung von Verantwortlichkeiten. Den Generationswechsel hat man selbst wie ein Projekt geplant: präzise, sorgfältig und fair für alle Beteiligten. Nachdem die Gründer vor etwas mehr als zwei Jahren ihre Nachfolger in den eigenen Reihen gefunden hatten, wurde mithilfe eines Unternehmensberaters zunächst die künftige zweite Führungsebene qualifiziert, um den neuen Geschäftsführern Zeit und Raum zu geben, Schritt für Schritt ihre neuen Aufgabenbereiche zu übernehmen.

Hohe Softwarequalität zu fairen Preisen Auch deshalb werden die Kunden vom Übergang kaum etwas spüren. Vielmehr können sie sich weiterhin auf das verlassen, was Konzept IS zu einem namhaften Partner für anspruchsvolle Projekte gemacht hat, wie Dr. Peer Griebel betont: „Wir bieten hohe Softwarequalität zu fairen Preisen, verfügen sowohl technologisch als auch methodisch über ein extrem breites Wissen und sind sehr flexibel.“ Der damit verbundene Abwechslungsreichtum ist es auch, der den promovierten Informatiker selbst in seinen zwölf Jahren bei Konzept IS immer wieder fasziniert hat. Und auf den sich auch künftige Bewerber freuen dürfen. „Gute, flexible und qualifizierte Mitarbeiter sind bei uns immer gefragt“, verspricht er.

KONTAKT Konzept Informationssysteme GmbH Am Weiher 13 D-88709 Meersburg Phone: +49 7532 44660 www.konzept-is.de info@konzept-is.de

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Einweihung der neuen Hallen in Überlingen (von links nach rechts): Bürgermeister Matthias Längin, puren Betriebsleiter Matthias Aulbach, Geschäftsführer Dr. Andreas Huther, Oberbürgermeisterin Sabine Becker, puren Beirat Hans Bommer, Landrat Lothar Wölfle und die Architekten Nils und Dietmar Kolberg

SENSIBILISIERUNG FÜR ENERGIEWENDE UND KLIMASCHUTZ „Die Modernisierung des Immobilienbestands ist eine zentrale Voraussetzung für die Erreichung der energie- und umweltpolitischen Ziele der Bundesregierung. Mit einer Sanierungsquote von aktuell weniger als ein Prozent pro Jahr würde der Prozess über 100 Jahre dauern“ Dr. Andreas Huther

Energieeinsparung, Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und damit auch Umweltschutz sind tief verankert in der Philosophie der puren gmbh, die zu den führenden Unternehmen der Polyurethan-HartschaumIndustrie zählt.

KONTAKT puren gmbh Geschäftsführer Dr. Andreas Huther Rengoldshauser Str. 4 D-88662 Überlingen Phone: +49 7551 80990 info@puren.com www.puren.com

Insbesondere im Bauwesen können puren-Produkte ihre Energieeffizienz voll ausspielen, sowohl als hochleistungsfähige Dämmelemente für Neubau bis hin zur Passivhausbauweise als auch für Gebäudesanierungen, für Ein- und Mehrfamilienhäuser, Gewerbe-, Industrie- und Kommunalbau. Zur puren Gruppe gehört auch die BOMAT Heiztechnik, die hochwertige Abgaswärmetauscher zur Steigerung der Energieeffizienz von Öl- und Gasfeuerungen, Blockheizkraftwerken und industriellen Anwendungen herstellt. Mit ihrem innovativen und umfassenden Leistungsspektrum erbringt die puren Gruppe einen enormen Beitrag zum Umweltschutz und zum Gelingen der Energiewende.

Erstes Energiewirtschaftsforum Angesichts einer Quote von unter einem Prozent bei der energetischen Sanierung im Gebäudebereich zur Reduzierung des Energieverbrauchs steht die Energiewende im Gebäudesektor jedoch vor dem Scheitern. Vor diesem Hintergrund fand am 20. Oktober 2015 das „1. Energiewirtschaftsforum Bodenseekreis“ des Landratsamtes Bodenseekreis statt. Als Gastgeber konnte puren hochkarätige Referenten für die erfolgreiche Veranstaltung ge-

52 Menschen & Innovationen | puren GmbH

winnen und rund 350 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft begrüßen.

Eröffnung der beiden neuen Werkhallen Als ein in der Wärmedämmstoff-Branche tätiges Unternehmen, das seit seiner Gründung „Energiegewinne und Schadstoffreduktionen durch Dämm-, Heiz- und Umwelttechnologien mittels innovativer Produkte" fest in seiner Firmenphilosophie verankert hat, war es für puren eine Selbstverständlichkeit, beim Neubau der beiden Werkhallen mit insgesamt ca. 3.800 m² Fläche mit dem sogenannten KfW-70-Standard den modernen Anforderungen an eine energieeffiziente Bauweise zu genügen. Realisiert wurde dies zum einen mit einer wärmebrückenfreien und puren Hartschaum gedämmten Gebäudehülle, zum anderen mit einer innovativen und optimierten Heizungstechnik mit BOMAT-Abgaswärmerückgewinnung, vorteilhaft kombiniert mit einer Wärmepumpenanlage. Der mit einer Fußbodenheizung ausgestattete Hallenboden führt als Energiespeicher gleichzeitig überschüssige Sommerwärme ins Erdreich ab, damit diese Energie in den Wintermonaten wieder genutzt werden kann.


IN DEN KOMMENDEN JAHREN STEHEN ZAHLREICHE UNTERNEHMEN ZUR ÜBERGABE BEREIT Vor 27 Jahren startete die Firma CNC-Hauser ihre Erfolgsstory, 2015 sollte das mittlerweile florierende Unternehmen mit 1.500 Quadratmetern Produktionsfläche, 20 Mitarbeitern und Produkten, die weltweit zum Einsatz kommen, aus Altersgründen übergeben werden. Die eigenen Kinder hatten sich anders orientiert, die Schließung des Betriebs stand für Firmenchef Herbert Hauser jedoch außer Frage. Nach langer Suche traf Herbert Hauser im März 2015 erstmals den Mann, der in seine Fußstapfen treten sollte: Marius Bode, diplomierter Wirtschaftsingenieur und begeisterter Triathlet mit ähnlichen Auffassungen zur Unternehmensführung wie Hauser selbst. Es wurde rasch verhandelt, man einigte sich auf eine für beide akzeptable Kaufsumme. Für Hauser ein echter Glücksfall.

Jedes vierte Handwerksunternehmen wird in den kommenden fünf Jahren übergeben So wie der Firma CNC-Hauser wird es in den kommenden Jahren vielen Unternehmen gehen. „Allein in den nächsten fünf Jahren plant in Baden-Württemberg rund jeder vierte Inhaber, seinen Handwerksbetrieb an einen Nachfolger zu übergeben“, berichtet Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz und bezieht sich dabei auf eine aktuelle Umfrage der Baden-Württembergischen Handwerkskammern. Die Suche nach geeigneten Nachfolgern allerdings wird immer schwieriger, denn aufgrund der demografischen Entwicklungen sind die Unternehmen nicht nur mit einem zunehmenden Mangel an Fachkräften, sondern auch an potentiellen Unternehmerinnen und Unternehmern konfrontiert. Die Folge: Wichtiges Know-how, Wertschöpfung, Arbeits- und Ausbildungsplätze könnten verloren gehen.

Chancen auch für Nachfolger ohne handwerklichen Hintergrund

KONTAKT Handwerkskammer Konstanz Webersteig 3 D-78462 Konstanz Phone: +49 7531 2050 info@hwk-konstanz.de www.hwk-konstanz.de

Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen mit bis zu 19 Mitarbeitern stehen in den kommenden Jahren zur Übergabe bereit und tun sich bei der Suche nach einem Nachfolger mitunter schwer. Dabei sind die einzelnen Handwerksbereiche unterschiedlich stark von Betriebsnachfolgen oder -schließungen betroffen. Allein unter den Bäckereien stehen über 35 Prozent kurz vor der Übergabe, bei Betrieben mit Schwerpunkt

Feinwerkmechanik sind es gar knapp 40 Prozent. Diese Unternehmen sind in der Regel gut etabliert und erfolgreich am Markt aktiv. „Wir erleben aufgrund der nach wie vor hohen Binnennachfrage gerade einen echten Boom im Handwerk, der anhalten wird. Die Übernahme eines Handwerksunternehmens ist also eine durchaus lukrative Sache“, so Hiltner. Natürlich gilt es einiges bei der Stabübergabe zu beachten, doch die meisten Unternehmen – auch das ergab die Umfrage – sind erfreulicherweise gut auf die Übergabe vorbereitet. Die Mehrheit hat sich bereits über den eigenen Steuerberater informiert oder die Expertise der Handwerkskammer eingeholt. Nur rund drei Prozent der Unternehmensinhaber denken über eine Schenkung, also letztlich die Übergabe innerhalb der eigenen Familie, nach. Annähernd sechs Prozent planen den Verkauf des Gesamtbetriebs. Die meisten befragten Betriebe gaben allerdings an, sich noch nicht entschieden zu haben. „Die größte Hürde ist für die Unternehmer tatsächlich, einen passenden Nachfolger zu finden. Steuerrechtliche Aspekte spielen weniger eine Rolle“, sagt Georg Hiltner und betont: „Auch für Nichthandwerker kann die Führung eines gut aufgestellten Handwerksunternehmens übrigens eine attraktive Alternative sein.“ Die Experten der Handwerkskammer Konstanz beraten gerne rund um alle Fragen der Betriebsübergabe und -übernahme. Außerdem bringt die Unternehmensnachfolgebörse www.nexxt-change. org nachfolgeinteressierte Unternehmer und Existenzgründer zusammen.

Das Handwerk ist mit seinen vielen kleinen und mittleren Betrieben das Herz der deutschen Wirtschaft. Rund 5.000 Lehrlinge werden derzeit im Kammerbezirk der Handwerkskammer Konstanz ausgebildet. Insgesamt arbeiten in den Landkreisen Konstanz, Schwarzwald-Baar, Tuttlingen, Rottweil und Waldshut etwa 70.000 Fachkräfte. Die Handwerkskammer vertritt nicht nur die Interessen ihrer Mitglieder in rund 12.000 Handwerksunternehmen, sondern bietet auch eine umfassende Beratung an. Dazu gehört unter anderem die Beratung der Betriebe von der Existenzgründung bis zur Unternehmensnachfolge sowie in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Betriebswirtschaft, Außenwirtschaft, Unternehmensführung, Recht, Umweltschutz und Technologie.

54 Standort Deutschland | Handwerkskammer Konstanz

Foto: Shutterstock

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Leidenschaft ist das beste Werkzeug.


MIT IHK-WEITERBILDUNGEN AUF ERFOLGSKURS Die IHK baut an. Im Frühjahr 2016 soll der neue IHK-Weiterbildungsanbau fertig sein und neue, moderne Räume für die Weiterbildungsteilnehmer der IHK Bodensee-Oberschwaben bieten. Interview mit Jürgen Schatz, Bereichsleiter Weiterbildung der IHK Bodensee-Oberschwaben.

Herr Schatz, bald soll der neue Anbau stehen. Was versprechen Sie sich von den neuen Räumen? Jürgen Schatz: Zunächst einmal einfach mehr Platz. Wir haben seit Jahren mit einer steigenden Raumnot zu kämpfen und konnten zuletzt einige Maßnahmen gar nicht realisieren. Mit dem neuen Weiterbildungszentrum können wir jetzt nicht nur mehr, sondern auch nachfragespezifischer konzipieren.

KONTAKT Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben Lindenstraße 2 D-88250 Weingarten Phone: +49 751 4090 info@weingarten.ihk.de www.weingarten.ihk.de

Welche neuen Anforderungen gibt es auf dem Weiterbildungsmarkt? Insgesamt steigt die Anfrage nach Weiterbildungen aller Art aus der Wirtschaft an. Immer wichtiger werden Angebote für kleine Gruppen, die nicht selten passgenau für einzelne Unternehmen zugeschnitten werden. Aber auch neue Vollzeitangebote sind gefragt. Immer mehr Menschen wagen den Schritt raus aus der Beschäftigung, um sich für einen gewissen Zeitraum voll ihrer persönlichen Weiterqualifizierung zu widmen. Neue Fachwirtlehrgänge und Zertifikatslehrgänge sind daher bei uns konkret in der Planung.

56 Menschen & Innovationen | IHK Bodensee-Oberschwaben

Wie wichtig sind die Lernatmosphäre und das Umfeld für einen Weiterbildungsanbieter? Sehr wichtig, denn eine Weiterbildung ist anstrengend und kostet Zeit, Mühe und auch Geld. Wer lernt, braucht optimale Bedingungen. Deshalb haben wir das Konzept „Lernraum IHK“ auch zur Grundlage für den Weiterbildungsanbau gemacht. Mit vielen Lerninseln und so genannten EDV-gestützten RecherchePlätzen möchten wir Angebote und Möglichkeiten schaffen, bei uns gemeinsam zu lernen, Gruppenarbeiten fördern und Rückzugsmöglichkeiten für unsere Teilnehmer bieten. Auch ein neuer „Lerngarten“ soll an schönen Tagen das Lernen in einer angenehmen Atmosphäre und mehr Flexibilität erlauben. Ihr Standort im Gewerbegebiet Hähnlehof machte die kulinarische Versorgung manchmal etwas schwierig. Kommt auch da eine Verbesserung? Definitiv. Wir bekommen ein schönes und offen gestaltetes Casino, das uns hier ganz andere Möglichkeiten bietet. Wir stellen unser gesamtes bisheriges Angebot um und haben dabei natürlich die Bedürf-


Foto: kasto_Fotolia

„LEBENSINTEGRIERTES LERNEN, SPRICH DIE FORTWÄHRENDE PERSÖNLICHE UND BERUFLICHE WEITERENTWICKLUNG, WIRD SICH IMMER MEHR ETABLIEREN.“

nisse unsere Teilnehmer im Auge. Wir möchten auf regionale Produkte und ein breites Angebot für unsere Hausgäste setzen. Jeder, der nach der Arbeit direkt zu einem Weiterbildungskurs der IHK kommt, soll sich noch gut mit Essen und Trinken versorgen können. Wie sehen Sie persönlich die Zukunft im Bereich Weiterbildung? Lebensintegriertes Lernen, sprich die fortwährende persönliche und berufliche Weiterentwicklung, wird sich immer mehr etablieren. Die Weiterbildungsangebote werden sich immer mehr den unterschiedlichen und veränderten Anforderungen in den Unternehmen und Biografien der Menschen anpassen müssen. Derzeit sehe ich einerseits einen Trend, vor allem bei neuen Vollzeitlehrgängen, andererseits in einer zunehmend modularisierten Weiterbildung – also einer Weiterbildung aufgeteilt in mehrere Etappen. Auch werden sich die finanziellen Förderungen von Weiterbildungsmaßnahmen zunehmend flexibilisieren und öffnen. So zum Beispiel das neue Meister-BAföG. Hier wird künftig mehr als eine Weiterbildung im Leben gefördert werden und auch die Erhöhung der Förderungssumme ist geplant.

Jürgen Schatz

Bereichsleiter Weiterbildung IHK Bodensee-Oberschwaben

Was ist die größte Gefahr bei den aktuellen Entwicklungen? Intransparenz im Bildungssektor. Wir brauchen eine klare und durchsichtige Vergleichbarkeit von Abschlüssen. Sonst ist die Qualität gefährdet. Wenn ich als Personaler nicht richtig einschätzen kann, welche Qualifizierungsmaßnahme welchen Wert hat, dann werden unter Umständen viele Abschlüsse und Zertifizierungen über einen Kamm geschoren, die eigentlich von ihrem Umfang und der Qualität nichts miteinander zu tun haben. Was wünschen Sie sie sich für den Weiterbildungsmarkt? Wir würden uns hier eine Eingliederung aller non-formalen Abschlüsse in dem einheitlichen DQR (deutscher Qualitätsrahmen) wünschen. Es muss deutlicher werden, dass auch der Weg über eine duale Berufsausbildung und Weiterqualifizierungen erfolgreiche Karrierewege sind. Es ist kaum bekannt, dass viele Weiterbildungsabschlüsse mit dem Bachelor gleichgesetzt sind und so auch ohne Abitur zum Beispiel ein Masterstudium möglich ist. Unsere Bildungswege müssen in beide Richtungen offen bleiben. Denn auch wer sein Studium abbricht und dann seinen Weg über gezielte passgenaue Weiterbildungen geht, hat exzellente Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dieses Selbstverständnis wünsche ich mir für die Zukunft einer qualitätsorientierten Weiterbildungseinrichtung.

Richtfest und Architekturmodell zum neuen Anbau

IHK Bodensee-Oberschwaben | Menschen & Innovationen 57


Bildungsstandort Bodensee-Oberschwaben

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POTENZIALE NUTZEN FLÜCHTLINGE IN BESCHÄFTIGUNG BRINGEN Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, hat sich seit 2015 dramatisch erhöht. Gleichzeitig sind die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und das Engagement der Verantwortlichen enorm. Wir sehen aber auch, dass das derzeitige System nicht darauf ausgelegt ist, diese Herausforderungen effektiv zu bewältigen. Die Asylverfahren dauern noch zu lange, auch weil Daten oft mehrfach erfasst werden. Eine Folge davon ist, dass die Integration der Flüchtlinge in Arbeit nicht schnell genug in Angriff genommen werden kann. Berufliche Integration aber ist ein unverzichtbarer Teil gesellschaftlicher Eingliederung der zugewanderten Menschen.

K O N T A K T Agentur für Arbeit Konstanz-Ravensburg Pressestelle Strohmeyersdorfstraße 1 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 585118 www.arbeitsagentur.de

Die Aufgabe: Es muss uns gelingen, die nach Deutschland Kommenden, und in vielen Fällen auch Bleibenden, schneller in Arbeit zu bringen und damit in die Gesellschaft zu integrieren. Und die aktuelle Herausforderung bedarf der Anstrengungen vieler Seiten. Eine enge Zusammenarbeit des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und der Bundesagentur für Arbeit kann dabei Abläufe schneller und effizienter gestalten.

keit, Flexibilität und interkulturelle Erfahrung. Diese Kompetenzen zahlen sich am Arbeitsplatz aus. In der Regel besteht keine kurz- oder mittelfristige Rückkehrmöglichkeit und Viele möchten ihre Verwandten im Herkunftsland unterstützen. Oftmals bringen sie hierfür eine überdurchschnittliche Motivation, Eigeninitiative sowie eine hohe Lern- und Leistungsbereitschaft mit, die auch zum Teil fehlende Sprachkenntnisse und Zeugnisse kompensiert.

Hohe Motivation und Lernbereitschaft

Anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen dürfen jede Beschäftigung annehmen. Hier müssen Betriebe keine Besonderheiten beachten. Bei Asylsuchenden mit Aufenthaltsgestattung und Personen mit Duldung gelten jedoch andere Regelungen. In diesen Fällen sollten sich Unternehmer von der Arbeitsagentur, dem JobCenter oder der Ausländerbehörde beraten las-

Im Wettbewerb um Fachkräfte und Auszubildende lohnt es sich, neue Wege zu gehen. Dazu gehört, die Potenziale von geflüchteten Menschen stärker in den Fokus zu rücken. Geflüchtete Menschen bringen oftmals berufliche und soziale Kompetenzen und Erfahrungen aus ihren Herkunftsländern mit. Dazu gehören schulische und berufliche Bildungsabschlüsse, Arbeitserfahrung sowie Mehrsprachig60 Menschen & Innovationen | Agentur für Arbeit


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sen. Die früher geltende „Residenzpflicht”, wonach sich Asylsuchende nur im Gebiet der zuständigen Ausländerbehörde aufhalten und dort einer Beschäftigung nachgehen konnten, ist mittlerweile „gelockert” worden. Seitdem dürfen sie sich in der Regel nach Ablauf von drei Monaten frei im Bundesgebiet bewegen. Dies bedeutet, dass in Ausbildung oder Beschäftigung befindliche Asylsuchende grundsätzlich im gesamten Bundesgebiet eingesetzt werden können.

Sprachförderung ist der Schlüssel zum Erfolg Ohne Sprachförderung kann keine dauerhafte, nachhaltige Integration am Arbeitsmarkt gelingen. Mit den erarbeiteten und den derzeit noch in der Entwicklung befindlichen Maßnahmen wird es gelingen, Sprachförderung deutlich früher in Angriff zu nehmen. Darüber hinaus werden durch die enge Vernetzung der Behörden die Voraussetzungen geschaffen, Asylverfahren zu beschleunigen. Aber: Ganz schnelle Erfolge sind kaum zu erwarten. Angesichts der demographischen Entwicklung und des Fachkräftebedarfs in einigen Branchen wäre es eine falsche Erwartung zu glauben, dass Flüchtlinge und Asylbewerber diese Probleme alleine lösen können. Die Voraussetzungen, die Flüchtlinge mitbringen, sind sehr unterschiedlich. Ein Teil der angekommenen Menschen hat keine kurzfristig nutzbare berufliche Qualifikation. Es ist damit zu rechnen, dass ein Teil der heutigen Flüchtlinge nach Ab-

schluss des Verfahrens zunächst Kunden der Jobcenter sein werden. Wenn es gelingt, nicht nur die durchschnittliche Dauer von Asylverfahren, sondern auch die Übergänge hin zu beruflicher Integration deutlich zu verbessern, dann ist ein großer Schritt getan. Dann können aus den geflüchteten Menschen zwar nicht die Fachkräfte von morgen, aber von übermorgen werden.

Die Weiterbildungs- und Qualifizierungsprogramme der Bundesagentur für Arbeit. Nutzen Sie den Arbeitgeber-Service und erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre Beschäftigten und Ihr Unternehmen weiterbringen können. Informieren Sie sich jetzt unter 0800 4 5555 20 oder www.dasbringtmichweiter.de

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Agentur für Arbeit | Menschen & Innovationen 61


Foto: Internationale Bodensee-Hochschule

INTERNATIONALE

BODENSEE-HOCHSCHULE 15 JAHRE ERFOLGREICHE ZUSAMMENARBEIT

KONTAKT Internationale BodenseeHochschule Hauptstrasse 90 CH – 8280 Kreuzlingen info@bodenseehochschule.org www.bodenseehochschule.org

Die Internationale Bodensee-Hochschule IBH ist ein Verbund von Universitäten und Hochschulen aus Deutschland, dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich und der Schweiz. Sie ist das umfangreichste Projekt der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) und mit 30 Mitgliedshochschulen der größte arten- und länderübergreifende Hochschulverbund Europas. Ziel der IBH ist es, sowohl den Studierenden als auch den Lehrenden und Forschenden ein Lernen und Arbeiten über die Grenzen hinweg zu ermöglichen. Die IBH vernetzt die Forschenden, Mitarbeitenden und Studierenden der Mitgliedshochschulen länder- und hochschulartenübergreifend und leistet einen Beitrag zu relevanten Themen in der Bodenseeregion. Die IBH wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen und kann somit heuer das 15jährige Bestehen feiern.

Geschichte der IBH Basierend auf der Vision eines Bildungsraums Bodensee im Bodensee-Leitbild 1994 nahm sich die IBK in den späten 1990er Jahren als Schwerpunktthema vor, „die Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungspotentiale der Region zu vernetzen und grenzüberschreitend nutzbar zu machen“. Die 20. Regierungschef62 Bildung & Institutionen | Internationale Bodensee-Hochschule


konferenz der IBK hat am 19.11.1998 den grundlegenden Auftrag zur Bildung eines Kooperationsverbunds „Bodenseehochschule“ unter der Koordination der Hochschulen erteilt. Daraus und aus den vielfältigen Kontakten der Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen im Bodenseeraum resultierte im Juli 2000 die Gründung der „RegioRektorenkonferenz“ durch elf Rektoren – womit der Grundstein der heutigen IBH gelegt war. Ziel der Rektoren damals war es, sich in strategischen, formalen und finanziellen Fragen abzustimmen. Die IBH hat sich seit ihrem Bestehen kontinuierlich weiter entwickelt, ihr Profil geschärft und ihre Aktivitäten ausgebaut. Innerhalb von 15 Jahren ist es ihr gelungen, das Netzwerk auf 30 Mitgliedshochschulen zu erweitern und die IBH als wichtige Akteurin zur Förderung des Forschungs-, Wissens- und Bildungsraums Bodensee zu etablieren. Zwischen 2009 und 2014 konnten 58 grenzüberschreitende Vorhaben gefördert werden, an denen 440 Forschende und Mitarbeitende beteiligt waren. Insgesamt haben in diesem Zeitraum rund 23‘000 Personen von den Aktivitäten der IBH profitiert (z.B. Forschungsprojekte, Arbeitsgruppe, Tagungen, Veranstaltungen etc).

Die IBH heute Zum 1.1.2014 trat die 4. Leistungsvereinbarung zwischen der IBK und der IBH in Kraft. Diese zielt auf eine weitere Entwicklung der IBH, indem die Kooperation im Verbund gefördert und ausgebaut, aber auch die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Gesellschaft durch Aktivitäten in Lehre, Forschung sowie Wissens- und Technologietransfer intensiviert werden soll. Für den Zeitraum 2014-2017 wurden folgende Ziele für den Verbund festgelegt:  Ausbau der grenzüberschreitenden Mobilität in der Lehre und Weiterbildung sowie gemeinsame Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

 Gezielte hochschulübergreifende Zusammenarbeit in Lehre und Forschung sowie bei Hochschulservices Verstärkte Ausrichtung auf die für die Region besonders relevanten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen  Nutzbarmachung für die Praxis durch wirksamen Wissens- und Technologietransfer  K onzentration und Weiterentwicklung der Forschung in den Schwerpunkten “Energie, Umwelt und Mobilität” und “Bildung, Soziales und Gesundheit mit besonderer Berücksichtigung des demografischen Wandels” Die 30 Mitgliedshochschulen bieten in grenzüberschreitenden Kooperationen neue Studiengänge an, unterstützen die Forschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und verbessern das Aus- und Weiterbildungsangebot der Region nachhaltig. Leistungsfähige Forschungskooperationen und Arbeitsgruppen zu Querschnittsthemen, wie z.B. dem Wissens- und Technologietransfer und die Förderung von familien- und frauenfreundlichen Strukturen an den Hochschulen, sind die Grundlage einer thematischen vielschichtigen Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg. Hierdurch werden Kompetenzen gebündelt, Synergien genutzt sowie Know-how transferiert und Wissen in der Region generiert. Im Rahmen des Hochschulverbundes (IBH) werden unter anderem Projekte unterstützt, die sich mit für die Bodenseeregion relevanten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen beschäftigen. Hierbei stehen die Umsetzungsorientierung, der nachhaltige Nutzen für die Bodenseeregion sowie der Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft und Gesellschaft im Vordergrund. Für die Mitgliedshochschulen ist die IBH eine Ermöglichungsstruktur, die einen Beitrag zur Profilschärfung und Attraktivitätssteigerung gegenüber Studierenden, Forschenden und Mitarbeitenden leistet. Die Regio Bodensee hat mit der IBH die Chance, sich als Modellregion im Bereich der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit zu positionieren und ihre Standortattraktivität zu erhöhen.

Internationale Bodensee-Hochschule | Bildung & Institutionen 63


BODENSEE 2030

EIN BLICK IN DIE ZUKUNFT DER REGIO BODENSEE

Städte und Regionen sind heute genauso wie Unternehmen gezwungen, ihre Aktivitäten laufend zu überprüfen und zu schauen, ob sie für die Zukunft gerüstet sind. Ohne eine intensive Auseinandersetzung mit den zukünftigen Herausforderungen laufen sie Gefahr, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren und damit ihre wirtschaftliche Entwicklung zu gefährden. Auch die Regio Bodensee ist mit dieser Herausforderung konfrontiert und muss sich mit ihrer Zukunft beschäftigen. Im Rahmen eines von der Internationalen BodenseeHochschule IBH geförderten Projektes wollen die Universitäten St.Gallen, Konstanz und Liechtenstein sowie die Zeppelin Universität aufzeigen, wie die Regio Bodensee mittelfristig auf die wichtigsten globalen Trends und Herausforderungen reagieren kann und muss.

KONTAKT Institut für Systemisches Management und Public Governance IMP-HSG Universität St.Gallen Dr. Roland Scherer Projektleitung roland.scherer@unisg.ch

Die Regio Bodensee gilt in wirtschaftlicher Hinsicht als eine sehr leistungsfähige Grenzregion und weist in allen Teilregionen überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten auf. Schon seit langem wird versucht, die regionale Entwicklung dieses Raumes durch entsprechende regionalpolitische Strategien zu beeinflussen. Erste gemeinsame Strategien, wie z.B. das Internationale Leitbild für die Bodenseeregion wurden bereits Anfang der 1980er Jahre erarbeitet und grenzüberschreitend verabschiedet. Gegenwärtig existiert ein breites Set unterschiedlicher regionalpolitischer und raumplanerischer Strategien. Diese werden zum Teil auf grenzüberschreitender Ebene formuliert, wie das INTERREG-Programm oder das Leitbild der Interna-

64 Bildung & Institutionen | Internationale Bodensee-Hochschule

tionalen Bodensee Konferenz. Die meisten solcher Strategien werden jedoch in den einzelnen Bundesländern, Kantonen oder Kreisen des Bodenseeraums beschlossen. Dort finden sich umfassende Konzepte der Regionalentwicklung (bspw. kantonales Umsetzungsprogramm des Kanton St.Gallen 2016-2020 zur Neuen Regionalpolitik), aber auch Fachplanungen für einzelne Themen (bspw. Tourismusstrategie Vorarlberg 2020). Die meisten dieser Entwicklungsstrategien werden für einen überschaubaren Zeitraum formuliert, der sich primär an Förderperioden orientiert. Zudem beschränken sie sich oft darauf, vorangegangene Konzepte mehr oder weniger fortzuschreiben. Doch ist die Bodenseeregion damit ausreichend gut


Die Universitäten St.Gallen, Konstanz und Liechtenstein sowie die Zeppelin Universität versuchen mit dem von der IBH geförderten Projekt „Bodensee 2030“ in der Regionen einen grenzüberschreitenden Dialog über die zukünftigen Herausforderungen dieses Grenzraumes zu initiieren. Dabei will das Projekt unter intensiver Beteiligung unterschiedlicher Wissensträger und Interessensgruppen mittel- bis langfristige Entwicklungen und Entwicklungsbedingungen systematisch antizipieren, weitgehend losgelöst von den – teils auch strittigen - Themen der Tagespolitik. Das Projekt hat eine konkrete Handlungsorientierung zum Ziel: generelles Trendwissen soll in regionales Handlungswissen umgewandelt werden. Regionalen Entscheidungsträgern sollen folglich sowohl Zukunftsbilder und langfristige Entwicklungsbedingun-

gen als auch mögliche Aktions- und Reaktionsmuster für ihre gegenwärtigen Aktivitäten aufgezeigt werden. Da aufgrund der begrenzten Ressourcen nicht alle Bereiche gleichberechtigt betrachtet werden können, fokussiert man sich auf die Bereiche Raumentwicklung, Arbeitsmarkt, Tourismus und Industrie. Im Rahmen des Projektes wurde im Sommer 2015 eine umfangreiche Online-Befragung durchgeführt, an der fast 1’000 regionale Entscheidungsträger aus den verschiedensten Bereichen und Regionen rund um den Bodensee teilgenommen haben. Ziel der Befragung war es, die wichtigsten Herausforderungen aus Sicht der regionalen Akteure zu identifizieren. Im Ergebnis zeigt die Befragung, dass die Akteure in der Region äußerst optimistisch in die Zukunft blicken und eine weitere positive Entwicklung in der Wirtschaft, dem Tourismus und in Bezug auf die Bevölkerungsentwicklung erwarten. Gleichwohl wurde aber in den verschiedenen Bereichen ein deutlicher Handlungsbedarf festgestellt, um die Regio Bodensee zukunftsfähig zu machen. Die Erkenntnisse aus der Befragung werden mit dem übergeordneten Trendwissen in Bezug gesetzt und mit regionalen Experten aus den vier Themenbereichen in einer Reihe von Workshops diskutiert und mit den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern aus der Regio Bodensee reflektiert. Es wäre wünschenswert für die Zukunft der Regio Bodensee, wenn dieser Diskussionsprozess auch nach dem Projektende von „Bodensee 2030“ weitergeführt wird und so mittelfristig ein laufender regionaler Strategieprozess über die zukünftige Entwicklung entsteht.

Foto: Bodensee Tourismus

Foto: St.Gallen Bodensee Tourismus

gerüstet für die kommenden Jahre eines verschärften internationalen Standortwettbewerbs? Viele der globalen Entwicklungstrends, seien es der demografische Wandel, technologische Entwicklungen oder der Klimawandel, machen vor der Region rund um den Bodensee nicht Halt, sondern beeinflussen auf unterschiedliche Art und Weise die regionale Entwicklung. Auch die anhaltende Urbanisierung, neue Mobilitätsformen oder die fortschreitende Digitalisierung werden das Leben und Arbeiten in der Bodenseeregion verändern. Manche dieser Einflüsse sind bereits kurz- bis mittelfristig spürbar, einige werden erst auf lange Sicht zu veränderten Rahmenbedingungen führen. Eine kohärente vorausschauende Auseinandersetzung mit ihren langfristigen Entwicklungsbedingungen im Sinne einer regionalen Vorausschau fehlt der Bodenseeregion bislang.

Internationale Bodensee-Hochschule | Bildung & Institutionen 65


DIE INTERNATIONALE BODENSEE KONFERENZ KOMPETENZZENTRUM FÜR GRENZÜBERSCHREITENDE ZUSAMMENARBEIT Was mit dem Regio-Büro Bodensee 1994 als Kontaktpunkt begann und mit der Geschäftsstelle der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) im Jahr 2003 als Stabsstelle professionalisiert wurde, entwickelt sich weiter zu einem Kompetenzzentrum für grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

KONTAKT Geschäftsstelle der Internationalen Bodensee Konferenz Benediktinerplatz 1 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 52722 info@bodenseekonferenz.org www.bodenseekonferenz.org

Die IBK-Geschäftsstelle strukturiert ihre Services für die Kooperation im Bodenseeraum neu und baut etwa die Fördermittelberatung und die Beratung für Interreg-Kleinprojekte weiter aus. „Mit den Interreg-Kleinprojekten schließen wir eine bestehende Förderlücke für kleine, aber wirkungsvolle grenzüberschreitende Kooperationsprojekte. Dafür bietet die IBK ausführliche Beratung und attraktive Bedingungen, wie ein vereinfachtes Antragsverfahren an“, so Klaus-Dieter Schnell, IBK-Geschäftsführer und Leiter der Geschäftsstelle. Auch für die wirtschaftliche Zusammenarbeit kann eine Förderung als Interreg-Kleinprojekt ein interessanter Impuls sein. Denkbar sind etwa kleine Standortförderungs- oder Wissenstransferprojekte, bei denen auch kleine und mittlere Unternehmen mitwirken können. Bedingung ist, dass Projekte von Partnern aus mindestens zwei Ländern realisiert werden, die zudem einen Eigenanteil ihrer Projektkosten erbringen (40% auf EU-Seite, 50% auf CH-Seite). Nähere Informationen unter www.bodenseekonferenz.org/kleinprojekte. „Erfolgreiche grenzüberschreitende Projekte, die dauerhaft Wirkung entfalten sollen, brauchen Küm-

66 Bildung & Institutionen | Internationale Bodensee Konferenz (IBK)

merer. Daher unterstützt die IBK mit der Geschäftsstelle insbesondere die Initiierung und Begleitung von Plattformen zur Vernetzung von Schlüsselakteuren zu grenzüberschreitend relevanten Fragen. Aktuell etwa zu Themen wie „Digitalisierung/Innovation“ oder „Welterbe Pfahlbauten“. Für derartige Projekte bilden die Kommissionen und Projektgruppen der IBK vielfach die Klammer zur erfolgreichen Umsetzung. „Die Kommission Wirtschaft begleitet die wichtigsten Kooperationsvorhaben zum internationalen Wirtschaftsraum Bodensee“, so Dr. Frank Speier, Vorsitzender der Kommission Wirtschaft. Zuletzt wurde das Wirtschaftskonzil als Prozess für einen zukunftsorientierten Wirtschaftsraum Bodensee unterstützt [siehe dazu Seite 22, Interview mit Edgar Sidamgrotzki, Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Thurgau]. „Und die IBK wird das Wirtschaftskonzil weiter aktiv unterstützen“, so Dr. Frank Speier weiter, „geplant sind 2016 Anlässe in Konstanz und Zürich.“ Über dieses und weitere spannende Projekte zu grenzüberschreitenden Herausforderungen in der Bodenseeregion sowie über anstehende Prozesse zur Wahrnehmung der Grenzregion und zum Dialog über die Grenzen hinweg informiert die IBK auf ihrer Webseite.


❯ ENGLISH SUMMARY What began with the regional Lake Constance office in 1994 was professionalised as an administrative department in 2003 with the IBK branch office, and is now being further developed into a competence centre for cross-border cooperation. The International Lake Constance Conference (IBK) is restructuring its services to promote cooperation in the Lake Constance region and further expanding its consulting services on funding and advice for small projects. Funding for small projects through the Interreg programme could also be an interesting incentive for economic cooperation. For example, small projects might be set up for location funding or knowledge transfer involving small and midsized companies. These projects must be implemented by partners from at least two countries that contribute to the project costs (40% for EU partners, 50% for CH). More information can be found at www.bodenseekonferenz.org/kleinprojekte. Successful cross-border projects need looking after to ensure long-term impact. The IBK therefore supports platforms that link key players on relevant cross-border questions. Current topics include “digitalization/innovation” or “World Heritage pile dwellings”. For projects of this kind, the commissions and project groups within the IBK often provide the framework to ensure successful implementation. For example the Economy Commission supports important cooperation projects to promote Lake Constance as an international business region. More recently it has promoted the Economic Council in connection with the Council of Constance as a process for an innovative economic region. The IBK will continue to actively support this project with events planned in 2016 in Constance and Zurich.

Klaus Dieter Schnell

Dr. Frank Speier

Geschäftsführer und Leiter

Vorsitzender IBK-Kommission

der Geschäftsstelle

Wirtschaft

schnell@bodenseekonferenz.org

frank.speier@mfw.bwl.de

Die Internationale Bodensee Konferenz (IBK) ist die gemeinsame Plattform der Regierungen der Länder und Kantone Baden-Württemberg, Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Fürstentum Liechtenstein, Vorarlberg und Bayern. Ziel der IBK ist es, die Bodenseeregion als attraktiven Lebens-, Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum zu erhalten und zu fördern und die regionale Zusammengehörigkeit zu stärken. Sie bildet den Kern eines breit gefächerten Netzwerkes der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Bodenseeregion.

On its website, the IBK provides more information on these and other exciting cross-border challenges in the Lake Constance region and on upcoming processes to raise awareness of the border region and encourage a cross-border dialogue.

Die Geschäftsstelle der IBK und der IBK-Kleinprojektefonds werden durch das Programm Interreg V „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ gefördert. Weitere Informationen unter www.interreg.org

Internationale Bodensee Konferenz (IBK) | Bildung & Institutionen 67


INTERREG ALPENRHEIN-BODENSEE- HOCHRHEIN NIMMT FAHRT AUF Dem Förderprogramm für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Vier-Länder-Region stehen in der aktuellen Förderperiode (2014-2020) insgesamt über 50 Mio. € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und aus nationalen Mitteln der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein zur Verfügung. Erste Förderanträge für Projekte wurden 2015 bereits bewilligt, die Einreichung von Projektskizzen ist jederzeit möglich.

Was ist Interreg und was wird gefördert?

KONTAKT Christoph Dudenbostel Gemeinsames Sekretariat Interreg-Programm „AlpenrheinBodensee-Hochrhein“ Regierungspräsidium Tübingen Konrad-Adenauer-Straße 20 D-72072 Tübingen Phone: +49 7071 7573240 christoph.dudenbostel@rpt.bwl.de www.interreg.org

Interreg ist ein Regionalprogramm der Europäischen Union zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gespeist wird. Im Programmgebiet Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein besteht die Besonderheit, dass mit der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein auch Nicht-EU-Staaten am Programm beteiligt sind und Fördergelder einbringen. Das Programm sieht die Förderung von grenzüberschreitenden Projekten in drei Bereichen vor: Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Beschäftigung und Bildung Umwelt, Energie und Verkehr Verwaltungszusammenarbeit und bürgerschaftliches Engagement

Zum Programmgebiet gehören folgende Regionen: Deutschland: Landkreise: Bodenseekreis, Konstanz, Lindau, Lörrach, Ravensburg, Sigmaringen, Tuttlingen, Oberallgäu, Ostallgäu, Unterallgäu, Waldshut, Schwarzwald-Baar-Kreis Kreisfreie Städte: Kaufbeuren, Kempten, Memmingen Österreich: Land Vorarlberg, zusammengesetzt

68 Bildung & Institutionen | Interreg „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein”

aus den Gebieten „Bludenz-Bregenzer Wald“ und „Rheintal-Bodenseegebiet“ Schweiz: Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen, Thurgau und Zürich sowie das Fürstentum Liechtenstein.

Von der Idee zur Förderung Um eine Projektförderung können sich sowohl natürliche oder juristische Personen als auch öffentliche Träger sowie sonstige Einrichtungen aus dem Programmgebiet bewerben. Projektskizzen und Förderanträge können jederzeit eingereicht werden. Eine Genehmigung erteilt der Lenkungsausschuss, welcher mehrmals jährlich zusammentritt.

Kontakt und Ansprechpartner Die Programmabwicklung erfolgt durch das Gemeinsame Sekretariat der Programmpartner, das seinen Sitz beim Regierungspräsidium Tübingen hat. Zugleich gibt es in der Schweiz, Vorarlberg, in Bayern sowie im Fürstentum Liechtenstein nationale Netzwerkstellen als erste Anlaufmöglichkeiten für Projektinteressierte. Auch die Programm-Homepage www.interreg.org bietet weiterführende Informationen und mit einem Newsletter regelmäßig aktuelle Nachrichten zum Programm.


„Lassen Sie uns über Botschaften sprechen. Denn nur, wer sein Angebot in die richtigen Worte und Bilder packt, kann eine erfolgreiche Kommunikation entwickeln. Kennen Sie Ihre Botschaften? Und was wissen Ihre Mitarbeiter über Ihr Produkt?“ Petra Reinmöller

Kommunikation mit Haltung. Dafür steht PR2.

PR2 Petra Reinmöller Public Relations GmbH Beratung und Konzepte, Pressearbeit, Medientraining, Social Media (Marketing und Content) Spezialisiert auf Kommunikation in Tourismus und Kultur Max-Stromeyer-Str. 116 | D-78467 Konstanz www.pr2.de | www.facebook.com/PR2PR


TOURISMUSWIRTSCHAFT


Foto: Mettnau_Achim Mende


Foto: Insel Mainau/Peter Allgaier

NOBELPREISTRÄGER UND

NACHWUCHSWISSENSCHAFTLER AUF DER MAINAU Mainau-Geschäftsführerin Bettina Gräfin Bernadotte über die Rolle von Tourismuszielen und Großveranstaltungen als Motor zur Steigerung der Attraktivität und Bekanntheit der Bodenseeregion.

KONTAKT Mainau GmbH D-78465 Insel Mainau Phone: +49 7531 3030 info@mainau.de www.mainau.de

Gräfin Bernadotte, wie zufrieden sind Sie mit der Saison 2015? Bettina Gräfin Bernadotte: Wir sind mit erfolgreichen Oster- und Pfingstwochenenden in die Saison 2015 und ein besucherstarkes Frühjahr gestartet. In den überwiegend sonnigen Sommermonaten lagen die Besucherzahlen im Plan. Viele positive Rückmeldungen haben wir u.a. im Juni und Juli zu einem im Rahmen unseres Jahresmottos „God Dag, Kalimera, Dobrý Den – Reise durch Europa“ angelegten Lavendelfeld vor dem Schloss bekommen, das südfranzösisches Ambiente versprühte. Insgesamt gehen wir davon aus, die geplante Jahresbesucherzahl von 1,2 Millionen sowie ein erfreuliches Ergebnis zu erreichen. Sie leiten gemeinsam mit Ihrem Bruder Björn Graf Bernadotte einen der größten touristischen Anziehungspunkte am Bodensee. Wie sehen Sie den Wert des Tourismus für die Region und diesbezüglich Tourismusunternehmen wie die Mainau? Ich denke, dass in diesem Zusammenhang viele erst einmal an Wertschöpfung denken, an Arbeitsplätze und erzielte Umsätze in Tourismusbetrieben sowie Handwerksbetrieben, die durch diese Aufträge bekommen oder auch Zulieferer. Wir legen z.B. großen Wert darauf, viele unserer Pflanzen, Lebensmittel für die gastronomischen Betriebe und Dienstleistungen von Anbietern aus der nahen Region zu beziehen. Darüber hinaus machen das Zusammenspiel von touristischen Angeboten, der See an sich und die Landschaft die Region attraktiv, nicht nur für Urlauber, sondern auch für uns Einheimische oder wenn

72 Menschen & Innovationen | Mainau GmbH

sich Firmen in der Region ansiedeln und Arbeitskräfte suchen. Die Bodenseeregion hat einen guten Ruf. Ich finde, darauf können wir in der Region alle stolz sein. Sie engagieren sich auch für die Lindauer Nobelpreisträgertagungen, sind Präsidentin des Kuratoriums. Welchen Wert haben die Tagungen für die Region? Auch solche Großveranstaltungen wie die Lindauer Nobelpreisträgertagungen machen die Region attraktiv. Die Reize der Region werden z.B. im Rahmen der medialen Berichterstattung zu den Tagungen vermittelt. Auch wissenschaftlich wird diese so interessant. Ich kann jedes Jahr aufs Neue sehen, wie begeistert die Laureaten und die jungen Forscher von der Region sind und als Botschafter des Bodensees nach Hause gehen. Lindau und die Region bilden den idealen Rahmen für den ungezwungenen Austausch zwischen Nobelpreisträgern und Nachwuchswissenschaftlern, der von allen Teilnehmern so geschätzt wird. In den nächsten Jahren soll die Lindauer Inselhalle – Veranstaltungsort der Tagungen – erneuert werden. Welches Potenzial sehen Sie darin für die Tagungen? Wichtig ist der eben beschriebene Austausch zwischen Nobelpreisträgern und Nachwuchswissenschaftlern. Er bildet den Kern der Tagungen und diesem immer wieder neue Impulse und Rahmen zu geben, ist unser Ziel. Dazu gehören natürlich auch die technischen und räumlichen Möglichkeiten, die eine neue Halle bietet.


1 Podiumsdiskussion „Science Eduaction“: Moderator Alok Jha, Redakteur von ITV News (Vereinigtes Königreich), Tagungsteilnehmerin Lucia Prieto Godino, Post-Doc am Zentrum für Integrative Genomik (CIG) der Universität Lausanne (Schweiz), Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi, Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Chemienobelpreisträger Harold W. Kroto, Institut für Chemie und Biochemie der Florida State University (USA) 2 Chemienobelpreisträger Kurt Wüthrich (ETH Zürich), Björn Graf Bernadotte af Wisborg, Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg 3 Picknick auf der Insel Mainau auf Einladung des Landes BadenWürttemberg

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❯ ENGLISH SUMMARY Countess Bettina Bernadotte has been Managing Director of Mainau GmbH since 1 January 2007. She wants visitors to the island to be able to find peace to recuperate from the trials of everyday life through contact with nature. In addition to her duties as Managing Director of Mainau GmbH, Bettina Bernadotte is committed to various organizations in an honorary capacity. Since 2008, she has been President of the Council for the Nobel Laureate Meetings in Lindau, an honorary post which, like Mainau Island, she took over from her parents Count Lennart Bernadotte († 2004) and Countess Sonja Bernadotte († 2008). The 65th meeting in 2015 included the disciplines Chemistry, Physics and Physiology or Medicine. Sixty-five Nobel laureates and more than 650 young scientists from 88 countries travelled to Lindau. On the final day of the one-week meeting, a trip was organized to Mainau Island, where, inspired by the meeting, more than 30 Nobel laureates signed the Mainau Declaration on Climate Change in the presence of José Manuel Barroso, former President of the European Commission, and accompanied by considerable media coverage.

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Bettina Gräfin Bernadotte ist seit dem 1. Januar 2007 Geschäftsführerin der Mainau GmbH und möchte, dass die Menschen während des Inselbesuches durch den Kontakt mit der Natur Erholung vom Alltag finden. Neben ihren Aufgaben als Geschäftsführerin der Mainau GmbH ist Bettina Gräfin Bernadotte auch vielfältig ehrenamtlich engagiert. Seit 2008 ist sie Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau e.V., ein Ehrenamt, mit dem sie wie auf der Insel Mainau die Nachfolge ihrer Eltern Lennart Graf Bernadotte († 2004) und Sonja Gräfin Bernadotte († 2008) antrat. Im Jahr 2015 fand die 65. Tagung statt und umfasste die Disziplinen Chemie, Physik und Physiologie oder Medizin. 65 Nobelpreisträger und über 650 Nachwuchswissenschaftler aus 88 Ländern reisten nach Lindau und zum Abschlusstag der einwöchigen Tagung auf die Insel Mainau. Dort haben sich - inspiriert durch die Tagungen - in Anwesenheit des ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso über 30 Nobelpreisträger zusammengetan und eine Deklaration zum Klimawandel unterzeichnet, begleitet von einer großen medialen Berichterstattung.

Mainau GmbH | Menschen & Innovationen 73


GEMEINSAM IN DIE ZUKUNFT

TOURISMUSWIRTSCHAFT BODENSEE

INTERVIEW MIT BIRGIT SAUTER-PAULITSCH Frau Sauter-Paulitsch, seit Anfang Oktober sind Sie die neue Sprecherin des Verbandes der Tourismuswirtschaft Bodensee. Beginnen wir dieses Interview doch damit, dass Sie uns sagen, was Sie beruflich im Tourismus tun, welchen Bezug Sie zum Tourismus haben? Birgit Sauter-Paulitsch: Wenn ich jetzt mal zurückrechne, dann „beschäftigt“ mich der Tourismus jetzt schon fast 25 Jahre. Dabei habe ich inzwischen schon einige Stationen durchlaufen, angefangen in der Hotellerie übers Destinationsmanagement hin zur Beratung und der Tagungs- und Kongressorganisation. Und seit mittlerweile zehn Jahren bin ich intensiv mit dem BodenseeTourismus verbunden und dadurch auch mit dem VTWB.

74 Menschen & Innovationen | VTWB

Es gibt immer wieder Fragen zur Rolle, zu den Tätigkeiten des VTWB. Wie beschreiben Sie diese? In erster Linie ist der VTWB die Interessensvertretung unterschiedlicher touristischer Wirtschaftsunternehmen der internationalen Bodenseeregion. In dieser Funktion sehen wir unsere Verantwortung u.a. in der qualitativen Weiterentwicklung unserer Tourismusregion. Allein der Wirtschaftsfaktor den die touristischen Unternehmen rund um den Bodensee erbringen ist enorm, dies gilt es zu erhalten, zu stärken, die große Anzahl an Arbeits- und Ausbildungsplätzen zu sichern und die Tourismus- und Freizeitwirtschaft zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Hierzu wollen wir mit den im Verband or-


„Die VTWB-Mitglieder vereinen ein hohes Maß an Erfahrung und Kompetenz und damit eine starke Innovationskraft – dies gilt es jetzt zu nutzen und zu stärken.“

Birgit Sauter-Paulitsch Sprecherin des VTWB e.V.

ganisierten Unternehmen einen Beitrag leisten und intensiv daran arbeiten.

Foto: Stefan Arendt

Welche Entwicklungsschritte sehen Sie als notwendig an, wenn Sie an die weitere Perspektive des VTWB denken? Die VTWB-Mitglieder vereinen ein hohes Maß an Erfahrung und Kompetenz und damit eine starke Innovationskraft – dies gilt es jetzt zu nutzen und zu stärken. Wir müssen uns klar werden, wohin wir uns entwickeln wollen – welcher Gast zukünftig zu uns kommen soll und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind. Wie sieht unser „Zukunftsgast“ aus, woher kommt er, wo holen wir ihn ab, und wie begleiten wir ihn durch unsere Region. Welche Rolle nimmt der Tagesgast ein und wie schaffen wir die Verbindung zwischen Touristen und Einheimischen. Die Marktgegebenheiten verändern sich ständig, darauf müssen wir stetig reagieren. Der VTWB sieht durch die Bearbeitung dieser Themen seine Aufgabe darin, die Wirtschaftskraft der touristischen Unternehmen zu stärken und Grundlagen für Innovationen und qualitatives Wachstum zur liefern. Das Tourismusforum 2015, durchgeführt von der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH (IBT) und dem VTWB e.V. hat auch die Schwierigkeiten der internationalen Zusammenarbeit am Bodensee deutlich gemacht. Welche Probleme müssten da aus Ihrer Sicht grundsätzlich gelöst werden, welche Aufgaben stehen vor dem Bodensee Tourismus und wie kooperativ ist der VTWB aufgestellt? Zunächst muss einem klar sein, dass wenn man vom „Bodensee-Tourismus“ spricht, man hier auf einen sehr bedeutenden und umfassenden Wirtschaftszweig trifft. (s. Studie). Beim Tourismusforum haben wir festgestellt, dass es viele verschiedene „Bodenseen“ gibt und dabei auch unterschiedlichste Interessen,

Bedürfnisse und Ansichten aufeinander treffen – sicher ist dies u.a. aufgrund der internationalen Zusammensetzung vorgegeben. Hinzu kommt, dass die touristischen Unternehmen zunächst, und auch zurecht, ihre eigenen wirtschaftlichen und auch strategischen Interessen vertreten und erst im zweiten Schritt in bzw. an Kooperationen denken. Dies wirkt sich im Weiteren dann auch auf die budgetären und thematischen Belange einer Interessengemeinschaft aus. Umso mehr bedarf es einer immer intensiveren Arbeit, um den Nutzen und die Bedingungen einer kooperativen Zusammenarbeit aufzuzeigen. Der VTWB blickt hier auf eine nahezu einzigartige, positive Vergangenheit zurück – es gelingt uns seit vielen Jahren, zahlreiche touristische Unternehmen im Verband zu vereinigen und wertschätzend sowie kollegial zusammenzuarbeiten. Dennoch stehen wir auch vor der Herausforderung, uns zukunftsfähig aufzustellen und unseren Mitgliedern einen Mehrwert durch die Verbandsarbeit zu bieten. Daran arbeiten wir bereits intensiv und werden unsere strategischen Ziele danach ausrichten. Auch wenn der VTWB e.V. sich mehr denn je als Interessenvertretung für die Tourismuswirtschaft zählt: Wenn man Sie fragt, warum man Urlaub am Bodensee machen sollte, was antworten Sie dann? Oh, da fällt mir einiges ein: die einzigartige, heterogene Landschaft, die hervorragende Wasserqualität, beste Kulinarik in und durch regionale Anbieter und die abwechslungsreiche Mobilität mit Schiff, Rad, Bahn, und dann noch die Kombination mit der mannigfaltigen Kultur – einfach fantastisch! Es ist ein Genuss, rund um den See immer wieder was Neues zu entdecken! www.vtwb.net Das Interview führten Thomas Willauer und Johanna Lambach

VTWB | Menschen & Innovationen 75


KURZ UND KNAPP WIRTSCHAFTSFAKTOR TOURISMUS Im Jahr 2014 veröffentlichten der VTWB, die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, die IHK Hochrhein Bodensee, die IHK Schwaben, die Internationale Bodensee Tourismus GmbH und der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB e.V.) die beim dwif in Auftrag gegebene Studie: „Wirtschaftsfaktor Tourismus in der internationalen Region Bodensee“. Sie kann über die Geschäftsstelle des VTWB e.V. c/o IHK Bodensee-Oberschwaben, Kindenstraße 2 in 88250 Weingarten bestellt werden. Die wichtigsten Studienergebnisse kurz zusammengefasst: D  ie Zahl der Übernachtungen liegt bei 17,6 Mio. Übernachtungen. Die Zahl der Tagesgäste beträgt 70 Mio. Aus der touristischen Nachfrage resultieren Bruttoumsätze in Höhe von 3.808,9 Mio. €, die sich fast hälftig zwischen den Übernachtungsgästen (1.883,0 Mio. €) und den Tagesgästen (1.925,9 Mio. €) aufteilen. D  ie durchschnittlichen Tagesausgaben über alle Zielgruppen hinweg betragen etwa 43,50 € pro Kopf. Der Tourismus schafft mindestens 60.000 Vollzeitarbeitsplätze, die vielen Saisonarbeitsplätze noch gar nicht mit erfasst. Und dies sind Arbeitsplätze, die nicht verlagert werden können. Der Tourismus stellt sich als klassische Querschnittsbranche dar, von der zahlreiche Wirtschaftszweige – vom Bäcker bis zur Werbe-

76 Menschen & Innovationen | VTWB

agentur – profitieren. Mit einem Gesamteinkommen von knapp 4 Mrd. Euro leistet der Tourismus einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Auslastung der in der Region vorhandenen Infrastruktureinrichtungen und Unternehmen. Der Erfolg der Tourismuswirtschaft kommt allen zugute, in Form von Arbeitsplätzen, Investitionen, meist für die heimische Wirtschaft, als Steuermittel und natürlich als touristisches Angebot sowie als wesentliches Element der Lebensqualität für die einheimische Bevölkerung. Die Zahlen besagen, die Steuereinnahmen durch den Tourismus sowe die Infrastrukturleistungen der Tourismuswirtschaft übersteigen die Tourismusförderung durch die öffentliche Hand um ein Vielfaches. Und auch diese Zahlen sind interessant: Die im Verband der Tourismuswirtschaft (VTWB e.V.) zusammengeschlossenen Unternehmen und Einrichtungen haben (ohne die Hotellerie) im Jahr durchschnittlich 20 Mio. Besucher und Gäste. Sie generieren einen Umsatz von 300 Mio. Euro, stellen über 5.000 Arbeitsplätze und geben als einzelne Unternehmen in Summe über 12 Mio. Euro an Marketinggeldern pro Jahr aus. Diese Unternehmen und Einrichtungen leisten somit den größten finanziellen Beitrag für das Marketing für die internationale Tourismusdestination Bodensee. Die Summe der jährlichen Investitionen für neue Projekte bzw. für den Erhalt der Einrichtungen beträgt jährlich ca. 20 Mio. Euro.


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BODENSEE-SCHIFFSBETRIEBE MIT UMWELTPLAKETTEN AUSGEZEICHNET Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) zeichnete die Weiße Flotte der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) mit Umweltplaketten aus: Drei der zwölf Ausflugsschiffe sind mit Rußpartikelfiltern besonders umweltfreundlich auf dem Bodensee unterwegs.

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„Binnenschiffe mit Filter sind nach wie vor leider die Ausnahme. Schön, dass wir hier gleich deren drei unsere Umweltplakette überreichen dürfen. Die BSB zeigen damit, dass nicht immer erst auf Vorschriften und Gesetze gewartet werden muss. Anpacken und Umsetzen ist die Devise“, äußerte Ralf Stolz, Hauptgeschäftsführer des BUND BadenWürttemberg, seine Freude über das gezeigte Engagement. Der BUND setzt sich seit vielen Jahren für die Reduzierung von Feinstaub und Dieselruß ein und legt dabei sein Augenmerk auch verstärkt auf Verursacher außerhalb des Straßenverkehrs. „Es ist für uns eine Verpflichtung, den Schadstoffausstoß unserer Schiffe so gering wie möglich zu

78 Tourismus | Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH

halten und damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz am Bodensee zu leisten“, sagte BSBGeschäftsführer Dr. Norbert Reuter. „Wir sehen uns hier in der Verantwortung, nicht nur bestehenden Umweltauflagen mindestens gerecht zu werden, sondern unsere Schiffe nach Möglichkeit auf dem neuesten Stand der Technik in Bezug auf Sicherheit und Umweltschutz zu betreiben.“ Bereits Anfang 2014 wurde das Motorschiff (MS) „Konstanz“ nachgerüstet: „Wir haben die Rußpartikelfilter im Zuge der Neumotorisierung mit eingebaut“, sagte Christoph Witte, Geschäftsbereichsleiter Schiffs- und Hafentechnik. Im Frühjahr 2015 bekam die „München“ neue Motoren sowie eine


Der BUND zeichnete die Bodensee-Schiffsbetriebe für ihr Umweltengagement aus: (Von rechts) Ralf Stolz, Hauptgeschäftsführer des BUND Baden-Württemberg, überreichte Umweltplaketten an BSB-Geschäftsführer Dr. Norbert Reuter, Christoph Witte, Geschäftsbereichsleiter Schiffs- und Hafentechnik, und Frank Weber, Geschäftsbereichsleiter Schiffs- und Hafenbetrieb. Zu den drei Ausflugsschiffen, die mit Rußpartikelfiltern besonders umweltfreundlich auf dem Bodensee unterwegs sind, gehört auch das Motorschiff „Überlingen“, das im Bild zu sehen ist.

komplett neue Abgasanlage inklusive Filter. Die beiden Schiffe sind seitdem nahezu rußfrei auf dem Bodensee unterwegs. Weiterer Pluspunkt für die Umwelt: Durch den Einsatz der neuen Motoren wird der Kraftstoffverbrauch der Schiffe um je etwa 20 Prozent reduziert: „Das Klima wird am besten geschützt, wenn wir Treibhausgase reduzieren, beziehungsweise erst gar nicht entstehen lassen. Genau das tun wir mit diesen Maßnahmen“, so Witte. Das MS „Überlingen“, mit Baujahr 2010 das jüngste Schiff der Flotte, verfügte von Anfang an über Rußpartikelfilter. „Wir setzen auf diesem Schiff als einzige Reederei am See auch einen Rußpartikelfilter in einer Projektversion auf einem kleinen Hilfsdiesel ein“, berichtete Witte. „Hiermit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Auf Umweltfreundlichkeit setzen die BSB auch bei der Fährverbindung Friedrichshafen-Romanshorn: So rüsteten sie 2015 die Fähre „Fried-

richshafen“ um. Wie die anderen Schiffe erhielt auch die Fähre neue Motoren und zusätzlich einen solchen Filter. Die Fähre „Euregia“, die die BSB und die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) gemeinsam betreiben, ist bereits seit ihrer Inbetriebnahme 1995 mit Rußpartikelfiltern ausgestattet. Durch die Filter in den fünf Schiffen wird in Summe etwa eine Tonne weniger Ruß pro Jahr ausgestoßen. „Wir werden auch in Zukunft weiter in den Umweltschutz investieren“, sagte Reuter. „Jede unserer zukünftigen Neumotorisierungen wird mit dem Einbau von Rußpartikelfiltern erfolgen.“ Die Umrüstung der Schiffe hat noch einen weiteren Vorteil: Sie werden mit dem neuen Motorenkonzept insgesamt beweglicher. Außerdem können die Kosten für die Instandhaltung verringert werden. Der Stromverbrauch wird mit dem konsequenten Einsatz von LEDLeuchtmitteln gesenkt. Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH | Tourismus 79


DEUTSCHE BODENSEE TOURISMUS GMBH Interview mit Enrico Heß

„Eine Wiedererkennbarkeit unserer Marke und die Erfüllung der Erwartungen [...] sind unser Ziel. Es geht also nicht nur um Werbung, es geht um Kundenorientierung und Qualität.“ Herr Heß, Sie sind von Thüringen beruflich an den Bodensee gewechselt. Es tut uns hier in der Region immer gut, wenn jemand von außen einen Blick auf den Bodensee wirft. Was sollte man tun, damit die Destination auch künftig mit und vom Tourismus leben kann? Enrico Heß: Gute Frage, denn als DBT-Chef bin ich ja gerade dazu da, mögliche Defizite der Region im nationalen und internationalen Wettbewerb zu erkennen und Lösungen zu entwickeln, diesen zu begegnen. Ich denke, dass es gerade in guten Zeiten - besonders auf deutscher Seite jagt ein Rekordjahr im Tourismus das andere - wichtig ist, nicht selbstzufrieden zu werden, sondern immer kritisch zu hinterfragen, was man noch besser machen kann. Hier sehe ich Verbesserungspotenzial zum Beispiel in der Hinsicht, dass wir uns im Bereich der Service- und Kommunikationsqualität, aber auch im Destinationsmarketing und der Produktentwicklung, noch moderner aufstellen müssen. So ist beispielsweise eine große Zahl der Gastgeber noch nicht online erreichbar. Das ist nicht nur nicht zeitgemäß, sondern geht am sich schnell verändernden Kundenverhalten vorbei. Wir alle leben vom zahlenden Gast und wie sich Menschen für ein Reiseziel inspirieren lassen, wie sie sich informieren und letztlich buchen, all das ist heute anders als noch vor einigen Jahren und wird sich auch künftig schnell weiterentwickeln. Wir müssen Trends frühzeitig erkennen und Agieren statt Reagieren, um nicht bei der härter werdenden Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten. KONTAKT Deutsche Bodensee Tourismus GmbH Albrechtstraße 77 D-88045 Friedrichshafen Phone: +49 7541 4028999 info@echt-bodensee.de www.echt-bodensee.de

Die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH tritt unter dem Logo „Echt Bodensee“ auf. Was braucht es, um aus einem Logo eine Marke „Echt Bodensee“ zu machen und was sollen sich für Bilder und Emotionen bei den Menschen einstellen. Wie soll das „schmecken“? Eine Marke ist ein Versprechen. Wenngleich heute schon die meisten Leute mit dem Bild des Bodensees im Kopf an positive Dinge, wie Uferpromenaden, gutes Essen, mildes Wetter oder ein einmaliges Landschaftsbild denken, ist das noch kein buchbares Produkt. Wir wollen die Aspekte, die uns besonders machen und von fast allen anderen Destinationen unterscheiden, künftig als „Echt Bodensee“ so inszenieren, dass sie die Begehrlichkeit des Buchens wecken. Eine Wiedererkennbarkeit unserer Marke und die Erfüllung der Erwartungen, die wir mit der Kommunikation der touristischen Angebote beim Konsumenten auslösen, sind unser Ziel. Es geht also nicht nur um Werbung, es geht um Kundenorientierung und Qualität. Ich sehe auch große Chancen darin, dass wir vermehrt Partnerschaften, wie etwa mit den Obst- und Gemüsebauern entwickeln, von denen der Tourismus ebenso partizipiert wie der Apfelproduzent. „Echt Bodensee“ kann doch auch ein Kennzeichen und Qualitätsmerkmal für Obst und Gemüse in den Supermarktregalen Deutschlands werden. Wecken wir damit auch die Lust zu einer Reise in das Herkunftsgebiet, also den Bodensee, haben wir über den Gaumen dann auch noch Einfluss auf die Kaufentscheidung bei der nächsten Urlaubsbuchung genommen.

80 Tourismus | Deutsche Bodensee Tourismus GmbH


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Bevor Sie Ihren Chef auf die Palme bringen, treiben Sie es doch bei uns auf die Spitze!

Enrico Heß

Geschäftsführer Deutsche Bodensee Tourismus GmbH Ein wichtiges Projekt ist die „Echt Bodensee Card“. Wie sieht die Konzeption dahinter aus? Welchen Mehrwert soll für Gäste und Tourismuswirtschaft generiert werden? Haben auch Einheimische einen Nutzen davon? Die Einführung einer einheitlichen Gästekarte am gesamten deutschen Bodensee, die jeder anreisende Gast automatisch bei seiner Anreise erhält, ist längst überfällig. In den meisten gut aufgestellten Urlaubsregionen ist dies heute schon Standard und wird von vielen Kunden auch bei uns erwartet. Die „Echt Bodensee Card“ beseitigt also einen Wettbewerbsnachteil und ist mit ihrem Leistungsspektrum ein großer Schritt für die Region. Die Gäste können mit der Gästekarte ohne Zusatzkosten die Busse und Bahnen im Gebiet des Bodo-Verkehrsverbundes nutzen und in der gesamten Region Vorteile bei den Freizeit- und Tourismusanbietern genießen. Dies spart nicht nur Geld, sondern schont auch Umwelt und Nerven, weil sich die Autofahrer nicht mehr auf stressige Staus konzentrieren müssen. Den Gastgebern geben wir mit der „Echt Bodensee Card“ ein zusätzliches Verkaufsargument an die Hand und informieren die Urlauber über die zur Gästekarte zugehörigen Medien über das umfassende Tourismusangebot am Bodensee und im Umland. Hier setzen wir künftig nicht nur auf Broschüren und Flyer, sondern wollen die deutlich besseren Möglichkeiten der digitalen Kommunikation nutzen. Die Einheimischen profitieren nach meiner Überzeugung von einem starken Tourismus, da dieser auch zu einem größeren Spektrum an Kultur-, Shopping- und Gastronomieangeboten führt, von dem auch die Bürger vor Ort etwas haben. Darüber hinaus bietet die „Echt Bodensee Card“ die Chance, dass sich gerade in der Hochsaison die Verkehrssituation entspannt. Die ab 2017 Schritt für Schritt einzuführende Gästekarte gibt uns auch bei der zielgerichteten Entwicklung unserer Marketingmaßnahmen wertvolle Hilfe, da wir noch besser nachvollziehen können, wie sich unsere Gästestruktur entwickelt und wo Quellmärkte mit besonderem Potenzial liegen. Das Interview führte Thomas Willauer

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Samstag, 13. August 2016 KONSTANZER SEENACHT - Genuss mit allen Sinnen Freitag, 14. Oktober 2016 / Samstag, 15. Oktober 2016 OKTOBERFESTPARTY Eventschiff MS Sonnenkönigin | Menschen & Innovationen 87


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THURBO DIE OSTSCHWEIZER REGIONALBAHN Die Regionalbahn Thurbo AG ist ein Bahnunternehmen in der Ostschweiz mit Sitz in Kreuzlingen. Es gehört den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und dem Kanton Thurgau, ist aber selbständig und eigenverantwortlich. Der Betriebsstart erfolgte im Dezember 2002. Thurbo positionierte sich in dieser Zeit erfolgreich als dynamische, kunden- und marktorientierte Regionalbahn. Von Waldshut im Westen bis St.Margrethen im Osten und von Singen im Norden bis Chur im Süden ist Thurbo erlebbar.

Im Dienst der Ostschweiz

Die S-Bahn am Bodensee-Südufer

Mehr als dreizehn Millionen Zugkilometer für rund 35 Millionen Fahrgäste legt Thurbo jährlich zurück. Ein moderner Fahrzeugpark leistet Gewähr für ein angenehmes Reisen am Tag wie auch in der Nacht. Thurbo fährt nicht nur für den Berufs- und Schülerverkehr. Auf den meisten Linien verkehren die Züge heute im Halbstundentakt. Speziell für Nachtschwärmer entwickelte die Regionalbahn ein fast flächendeckendes Nachtnetz an den Wochenenden. Thurbo – ein junges, innovatives Unternehmen. Nah am Kunden und nah am Markt. Und damit auch ganz im Dienst der Region. Diese gute Erschliessung auch im ländlichen Raum ist ein wichtiger Standortfaktor für die Kantone.

Ausgehend vom Knoten St.Gallen fahren die SBahnen im 30 Minuten-Takt Richtung Rorschach – St.Margrethen und Romanshorn – Kreuzlingen – Schaffhausen. Auch der Abschnitt Romanshorn – Rorschach wird täglich von 5 Uhr bis Mitternacht im Halbstundentakt betrieben. Die beiden Universitätsstädte Konstanz und St.Gallen sind neu täglich mit fünf RegioExpress-Zügen verbunden. Die umsteigefreie Fahrt dauert nur noch 35 Minuten. Der nächste Ausbauschritt im Kanton Thurgau ist auf Dezember 2018 geplant. Dank schnelleren Fernverkehrsverbindungen und optimierten Anschlüssen werden die Reisezeiten von Zürich auf die Seelinie bis zu 15 Minuten schneller.

Thurbo – die Freizeitbahn Neben der grossen Zahl von Berufspendlern und Schülern ist es wichtig, ausserhalb der Hauptverkehrszeit – besonders auch Samstag und Sonntag – zusätzliche Kunden zu gewinnen. Thurbo positioniert sich darum stark als Freizeitbahn. Speziell die Seelinie von Schaffhausen bis Rorschach mit den vielfältigen Ausflugszielen eignet sich besonders für Freizeitaktivitäten. ‚Hop on, hop off‘ an 36 Haltepunkten im Halbstundentakt ist dabei das Motto. Die Regionalzüge von Thurbo sind ein wichtiges Verbindungs-Element im Tourismus-Angebot am Schweizer Bodenseeufer.

Qualität ist wichtig. Wirtschaftlichkeit auch. Thurbo sucht den Ansprüchen der Kundschaft durch Leistung, Qualität und einen optimalen Service gerecht zu werden. In Sachen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit kann Thurbo mit Spitzenwerten aufwarten. Es ist aber nicht die maximale Qualität, welche im Fokus steht, sondern eine bezahlbare Qualität. Insbesondere muss der Regionalverkehr auch für die Besteller – das sind der Bund und die Kantone – bezahlbar bleiben. Das hat Thurbo in den letzten Jahren mit wirtschaftlichen Angeboten bewiesen.

❯ ENGLISH SUMMARY The regional railway Thurbo AG is a railway company based in Kreuzlingen in Eastern Switzerland. It belongs to the Swiss Federal Railway (SBB) and the Canton of Thurgau, but is independent and autonomous. The railway went into operation in December 2002. At the time, Thurbo successfully positioned itself as a dynamic, customer and market-oriented regional railway. Thurbo runs from Waldshut in the west to St.Margrethen in the east and from Singen in the north to Chur in the south. Good transport connections, in rural areas too, are an important location factor for the cantons. Netzlänge1  Bahnhöfe und Haltepunkte1  Fahrzeuge  Zugkilometer pro Jahr  Fahrgäste pro Jahr  Mitarbeitende 

640 km 187 105 13,7 Mio. 34,7 Mio. 452

KONTAKT Regionalbahn Thurbo AG Bahnhofstrasse 31 CH-8280 Kreuzlingen Phone: +41 51 2234900 hallo@thurbo.ch www.thurbo.ch www.facebook.com/ thurbo.ch

1 Die Infrastruktur gehört mehrheitlich der SBB und wird von Thurbo gegen Entgelt mitbenutzt.

Regionalbahn Thurbo AG | Menschen & Innovationen 89


VIERLÄNDERREGION

BODENSEE

Das Wirtschaftsmagazin Bodensee zeigt die Vierländerregion Bodensee als Magnet für kreative Menschen, innovative Unternehmen, modernes Regionenmarketing und erfolgreiche Standort- und Wirtschaftsförderung.


Foto: Achim Mende


VIER LÄNDER, EINE REGION, EIN SEE VIERLÄNDERREGION BODENSEE – WO GEGENSÄTZE VERBINDEN

Die Vierländerregion Bodensee assoziieren viele dank ihrer landschaftlichen Attraktivität und kulturellen Vielfalt mit Urlaub: Jährlich übernachten so über 30 Millionen Menschen am Bodensee, „kulturelle Perlen“, darunter drei UNESCO-Weltkulturerbestätten, warten auf ihren Besuch.

Thorsten Leupold Geschäftsführer der Bodensee Standort Marketing GmbH KONTAKT Bodensee Standort Marketing GmbH Max-Stromeyer-Straße 116 D-78467 Konstanz www.bodenseestandortmarketing.com

Thorsten Leupold Geschäftsführer / CEO Phone: +49 7531 1145 info@b-sm.com Gefördert durch:

EUROPÄISCHE UNION Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung

Doch ist der internationale Verflechtungsraum rund um den See nicht nur ein viel gefragter Wohnort und äußert begehrtes Urlaubsziel. Die Region ist auch wirtschaftlich extrem stark: Sie verfügt über eine leistungsfähige, innovative KMU-Landschaft und herausragende international agierende Unternehmen, darunter zahlreiche „Hidden Champions“. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 42.000 Euro pro Einwohner – insgesamt sind es 94,5 Mrd. Euro – schlägt die Vierländerregion Bodensee sogar Baden-Württemberg. Der renommierte Zukunftsforscher Matthias Horx sieht die Bodenseeregion gar auf dem besten Weg, eine der künftigen Top-Regionen Europas zu werden. Ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg ist gewiss auch die hervorragende Forschungs- und Bildungslandschaft mit 30 Hochschulen im Verbund der Internationalen Bodensee Hochschule (IBH). Kurzum: In der Vierländerregion Bodensee bieten sich ideale Lebens- und Arbeitsbedingungen inmitten einer der landwirtschaftlich schönsten Regionen Europas, bei der sich die Unterschiede der vier Anrainerstaaten zu einer spannenden und unverwechselbaren Vielfalt verbinden. Diese Kombination aus wirtschaftlicher Stärke, Innovationsgeist, Zugang zu Investoren, gut ausgebildeten Arbeitnehmern und einzigartiger Lebensqualität schätzen nicht zuletzt viele Start-ups, die sich in der Region ansiedeln. Hier lebt, arbeitet und forscht man mit Seeblick – und hat stets den Er-

92 Vierländerregion Bodensee | Bodensee Standort Marketing GmbH

folg vor Augen. Das Branchenspektrum ist hier breit gefächert. Um diese Standortvorteile im stetigen Wettbewerb der Regionen hervorzuheben, die vorhandenen Kräfte zu bündeln und den Bodenseeraum gemeinschaftlich und nachhaltig als starken Wirtschaftsstandort zu positionieren und zu vermarkten, wurde 2010 mit 15 Partnern und 13 Projektbeteiligten aus den vier Anrainerstaaten (Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich) das Projekt „Internationaler Wirtschaftsraum Bodensee“ (IWB) gestartet. Als ein Meilenstein ging hieraus die Vierländerregion Bodensee hervor, die vor allem als ganzheitliches Angebot und unverwechselbare Regionenmarke punktet. Die Regionenmarke lässt in Verbindung mit dem Bodensee positive Emotionen spüren. Sie stellt alle Stärken und Potenziale der Region unter ein gemeinsames Dach, kommuniziert diese nach außen und gibt der Region ein gemeinsames Gesicht. Sichtbares Zeichen einer langjährigen, erfolgreichen grenzüberschreitenden partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die auf eine anhaltende Stärkung und Förderung des Wirtschaftsraumes, seiner Akteure und Bewohner ausgerichtet ist. Ein Highlight des Projektes IWB bei der Vermarktung der regionalen Standortvorteile war der Launch des mittlerweile mit einem renommierten W3-GoldAward prämierten Internetportals zur Vierländerregion Bodensee im Frühjahr 2014. Mit seinem inno-


vativen und lebendigen Design ist das Portal ebenso einzigartig, sympathisch und vielschichtig wie die Region und die Menschen, die in ihr leben und arbeiten. Unter den fünf Kategorien „Leben, Lernen, Arbeiten, Entdecken und Investieren“ erzählen Menschen aus der Region ihre persönliche Geschichte und machen auf diese Weise die spannende Vielfalt und die Vierländerregion Bodensee erlebbar. Der Erfolg des Projektes IWB, das Förderung durch das EU-Förderprogramm Interreg IV erhielt, soll nun im Rahmen des Projektes „Vierländerregion Bodensee“ fortgesetzt und ausgebaut werden. Aufbauend auf den Errungenschaften des Projektes IWB und einer Intensivierung der überregionalen Zusammenarbeit wird hier das Ziel verfolgt, den grenzüberschreitenden Verflechtungsraum rund um den Bodensee auch auf internationaler Ebene als wirtschaftsstarken und zukunftsorientierten metropolitanen Wirtschaftsraum zu verankern und die Regionenmarke über die teilregionalen Grenzen hinaus als Markenzeichen der Region zu etablieren. Mit der Gewinnung zusätzlicher internationaler Projektpartner und einer möglichen Förderung durch Interreg V wurden hierfür die Weichen gestellt, erste vielversprechende Kommunikationsmaßnahmen, wie der Dreh neuer Kategoriefilme für das prämierte Internetportal www.vierlaenderregion-bodensee.info, wurden bereits umgesetzt, weitere Maßnahmen sind in Planung.

Die Bodensee Standort Marketing GmbH ist als überregionale Wirtschaftsförderung Ansprechpartner in der Vierländerregion Bodensee und hat zur Aufgabe, das Profil der Region als Wirtschaftsstandort zu stärken. Als Lead-Partner war die Bodensee Standort Marketing GmbH (BSM) am seeumfassenden Marketing- und Kommunikationsprojekt „Internationaler Wirtschaftsraum Bodensee“ (IWB) beteiligt, aus dem die Regionenmarke „Vierländerregion Bodensee“ hervorgegangen ist. Nun ist die BSM auch Lead-Partner des Projektes „Vierländerregion Bodensee“. Als Markeninhaberin sowie Projektkoordinatorin ist die BSM für das Markenmanagement der Vierländerregion zuständig, bie-

tet Beratung rund um den Standort, Investorenservices sowie Unterstützung bei Ansiedlungsanfragen. Die BSM betreut die Clusterinitiative Bodensee (CLIB), ist auf den Fachmessen EXPO REAL und MIPIM vertreten, ist Geschäftssitz der Business Angels Switzerland (BAS) Bodensee-Sektion und sichert den regionalen Fachkräftebedarf mit dem EU-Fachkräfteprojekt Go&Learn.

❯ ENGLISH SUMMARY Nowadays, regions are in competition with each other in many respects. "Four-country region Bodensee" stands out as a distinctive regional brand with an all-round approach. The aim is to position and market the region of Lake Constance as a strong business location and to combine its existing strengths in a shared effort. In addition to its economic advantages, this involves capturing existing potential in the areas of tourism, science & education, culture and politics. In this respect, the "Four-country region Bodensee" brand is the visible result of many years of crossborder cooperation, promoted by the EU Interreg IV support programme as well as other partners and networks. The brand represents the region, consolidating its various aspects and potential, communicating them to the public and giving the region a shared identity. The activities of the IWB project (International Economic Region of Lake Constance) are geared towards strengthening and promoting the economic region, its neighbouring countries, subregions and population in the long term and should be continued in future. Since 2015, the "Four-country region Bodensee" project has been enhanced and expanded. Bodensee Standort Marketing GmbH (BSM, Lake Constance Region Location Marketing) is an international business promotion service and your contact partner for the Lake Constance region. Its task is to strengthen the profile of the region as an economic location. The BSM is involved as a lead partner in the marketing and communication project IWB that was launched in 2010 and encompasses all countries around the lake. The regional brand "Four-country region Bodensee" is a result of this project. As owner of the trademark and project coordinator, the BSM is responsible for managing the brand. Bodensee Standort Marketing GmbH | Vierländerregion Bodensee 93


KONSTANZ Die Stadt zum See


Foto: Achim Mende


Foto: Achim Mende

KONSTANZ

INTERVIEW MIT OBERBÜRGERMEISTER ULI BURCHARDT Uli Burchardt

Oberbürgermeister Stadt Konstanz

KONTAKT Stadt Konstanz Kanzleistraße 15 D-78462 Konstanz Phone: +49 7531 900-0 www.konstanz.de

Seit 2012 ist Uli Burchardt Oberbürgermeister der Stadt Konstanz. Das Wirtschaftsmagazin Bodensee sprach mit dem studierten Förster nach fast der Hälfte seiner Amtsperiode über die wirtschaftliche Lage der größten Stadt am See, über den Wohnungsbau, den Verkehr und über die strukturellen Veränderungen im städtischen Marketing.

Herr Burchardt, bevor Sie Oberbürgermeister wurden, waren Sie in der freien Wirtschaft tätig. Wo sehen Sie die Unterschiede in punkto Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren? Uli Burchardt: Die Zielsetzungen städtischen Handelns sind ganz andere als jene von Unternehmen. Bei uns geht es nicht darum, ein Ziel aufgrund eines möglichen Wettbewerbsvorteils besonders schnell zu erreichen, sondern es geht um die Rechtssicherheit des Verwaltungshandelns und um langfristig orientierte Themen, letztlich um die Lebensqualität der Stadt. Dafür braucht man die Kommunikation mit den Bürgern. Deren Beteiligung wird gerade ausgebaut und professionalisiert. Wir haben einen Beauftragten für Bürgerschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung eingestellt und eine Arbeitsgruppe aus Bürgern, Verwaltung und Gemeinderäten eingesetzt. Wir werden zügigen Schrittes bei dem Thema weiterkommen. Die heutigen medialen Möglichkeiten der Kommunikation sind groß, erzeugen aber auch Lärm, den man erstmal durchdringen muss. Die Bürger einer Stadt sollten verstehen, warum die Verwaltung so arbeitet, wie sie arbeitet. Tun sie es nicht, wird es schwierig.

96 Menschen & Innovationen | Konstanz

Sie haben stets die Bedeutung der Themen Wohnen und Verkehr hervorgehoben. Wie beurteilen Sie die Fortschritte seit Beginn Ihrer Amtszeit? Die Funktionsfähigkeit der Stadt ist unmittelbar verknüpft mit dem Thema Wohnen. Eine gesunde Bevölkerungsstruktur setzt bezahlbaren Wohnraum voraus. Wir haben deshalb das Handlungsprogramm Wohnen beschlossen – einstimmig. Das war ein starkes Signal des Gemeinderates. Wir müssen viel Wohnraum schaffen, geplant sind 5300 neue Wohnungen bis 2030. Ohne Wachstum würden die Immobilienpreise ins Uferlose steigen. Mit dem Abarbeiten dieses Programms sind wir über Plan und waren zuletzt bei 500 plus x Wohnungen, die pro Jahr fertiggestellt werden konnten. Konstanz ist die führende Stadt beim sozialen Wohnungsbau in Baden-Württemberg. Wir stehen mit beiden Füßen auf dem Gas. Was den Verkehr betrifft, so haben wir gerade 60 Mio. für die B33 in Berlin losgeeist. Ich möchte das aber nicht auf meine Fahne schreiben, andere haben da viel mehr Anteil als ich. Nicht einverstanden sind wir mit der Entwicklung der Zugverbindungen, diesbezüglich ist noch viel zu tun. Beschlossen dagegen sind der Masterplan Mobilität


„Wir stehen mit beiden Füßen auf dem Gas!“ und das Verkehrskonzept Innenstadt. Hinzu kommen die Sofortmaßnahmen wie der Umbau des Döbelekreisels. Am Döbele steht die Errichtung eines Parkhauses an, dessen Größe ist allerdings noch offen. Je größer, desto teurer, denn es wird in die Tiefe gebaut werden müssen. Und wir setzen massiv auf den Ausbau des Fahrrad- und des Fußverkehrs, auch deswegen haben wir das bundesweite Forschungsprojekt „Transportrad“ nach Konstanz geholt. Zudem sind wir dran an einem Fahrradverleihsystem – endlich! Und nicht zuletzt läuft eine Untersuchung über drei potentielle neue Verkehrsmittel - Wassertaxi, Straßenbahn und Seilbahn. Im Landes-Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sind erstmals urbane Seilbahnsysteme fest aufgenommen worden und damit deren Nutzen auch von der Seite des Landes anerkannt worden. Siehe Koblenz – dort wurden für den Erhalt der Seilbahn über den Rhein 110.000 Unterschriften gesammelt. Eine tolle Geschichte! Nach dem Wandel der wirtschaftlichen Strukturen spielen Netzwerke eine wichtige Rolle, aber auch ein großes Unternehmen wie Siemens hat sich entschieden, vor Ort zu bleiben. Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Lage der Stadt? Das Netzwerk Biolago hat seit 2011 mehr Arbeitsplätze geschaffen als der große Pharmahersteller Takeda abgebaut hat. Auch CyberLago wird eine Erfolgsgeschichte werden. Für eine Stadt wie Konstanz mit wenig Fläche und eher kleiner strukturierten Wirtschaftsunternehmen ist das von enormer Bedeutung. Aber eben auch Siemens – allein schon wegen der 700 Arbeitsplätze und der Strahlkraft des Namens. Siemens passt zu Konstanz, und dass mit dem Campus ein neuer Standort gefunden wurde, gehört zu den vielen tollen Geschichten über Konstanz, die niemand erzählt. Auf dem Areal sind auch darüber hinaus einige hochinteressante Unternehmen angesiedelt, die zum Teil extra deswegen nach Konstanz gekommen sind. Rückblickend auf die Hoffnungslosigkeit, die dort noch vor wenigen Jahren herrschte, ist das eine tolle Entwicklung. Mit der Reform im Bereich Marketing wird die bisherige Struktur massiv verändert. Was ist der Grund für diese Veränderungen? Der Reformbedarf ist unstrittig. Die Stadtmarketing GmbH war in den letzten Jahren in einem chronischen Finanzierungsdefizit und hat sich vom ursprünglichen Leitbild weit entfernt. Auch die Touristinfo bewegt sich in einem sich stark verändernden Umfeld. Insofern ist es der richtige Zeitpunkt, mal alles auf den Prüfstand zu stellen. Unser Modell sieht eine Zusammenführung von Stadtmarketing, Tourismus und des Standortmarketings von der Wirtschaftsförderung vor. Alle Gremien haben dem zugestimmt. Sind denn auch die politisch Verantwortlichen bereit, für Marketing Geld in die Hand zu nehmen? Da herrscht sicher kein politischer Konsens. Unser Ansatz aber ist der richtige. Ein Beispiel: Wir investieren sechs Mio. Euro über fünf Jahre in das Konziljubiläum. Stand Ende 2014 – also nach einem Jahr – wiesen

diese Investitionen einen Medienäquivalenzwert von 5,1 Mio. Euro auf. Also: Die Investition ins Konziljubiläum war und ist richtig, das zeigen diese Zahlen. Trotzdem kann man so etwas nicht 1:1 in Nutzen umrechnen – die Wirkungen sind langfristig und oft indirekt. Am Ende geht es auch um die Strahlkraft der Stadt, und die nützt uns allen. Wie kann die Stadt Konstanz die Einheimischen dabei unterstützen, trotz teilweise hoher Belastungen gute Gastgeber zu sein? Drei der vier stärksten Tourismusbetriebe Baden-Württembergs sind in Konstanz, die Bodensee-Schiffsbetriebe, die Bädergesellschaft Konstanz und die Mainau. Manchen Bürgern wird es wohl an dem einen oder anderen Tag zu viel. Händler als auch Touristiker sollten den Bogen nicht überspannen. Der Tourismus erschafft und ermöglicht Strukturen in der Stadt, die sonst nicht möglich wären. Aber er kann ebenso zerstörerisch wirken. Unsere Aufgabe lautet, die Grenzen dazwischen zu finden. Bei Themen wie TTIP, dem demographischen Wandel oder auch in der Flüchtlingsfrage gilt für Kommunen, global zu denken und lokal zu handeln. Wie handeln Sie? Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass ein transatlantisches Abkommen wie TTIP Dinge vereinfacht und alle davon profitieren können. Ich habe aber immer klar gesagt: Wir wollen nicht, dass die kommunale Selbstverwaltung oder die kommunale Daseinsvorsorge darunter leidet. Eine Wasserversorgung kann man nicht dem freien Markt überlassen, die kommunale Selbstverwaltung hat sich einfach bewährt. Sie ist auch kein wettbewerbshemmender Faktor. Wir als Kommune sind ein fairer Wirtschaftsteilnehmer, haben aber ein paar Aufgaben lieber in unserer eigenen Hand. Und der demografische Wandel ist auch in Konstanz zu spüren. Glücklicherweise sind wir eine sogenannte Schwarmstadt, das heißt es kommen viele Menschen zu uns nach Konstanz. Aber wir dürfen sie nicht vertreiben, indem wir ihnen keine passenden bezahlbaren Wohnungen anbieten. Arbeitgeber haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden, quer durch alle Branchen. In Konstanz ist das noch schwieriger als in anderen Städten. Nur ein Stichwort - großes Möbelhaus! Der übliche Reflex der Menschen ist: Da entstehen 60 Arbeitsplätze! Aber brauchen wir denn 60 Arbeitsplätze, wenn es schon für die Bestandsgeschäfte nicht genügend Arbeitskräfte gibt? Wir haben quasi Vollbeschäftigung. Wir haben mehr Unternehmen hier denn je. Wir haben mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse als je zuvor in der Geschichte der Stadt. Und das interessante ist, dass das in der Bevölkerung kaum wahrgenommen wird. Da können die Flüchtlinge durchaus als Chance für die Stadt betrachtet werden. Vorausgesetzt, es gelingt uns, diese Menschen gut zu integrieren und falls erforderlich auch auszubilden. Die Flüchtlingskrise ist aber zunächst eine Belastung für uns, weil wir sehr wenig Platz haben, das will ich nicht verschweigen. Aber ich bin überzeugt: Die Chancen überwiegen die Risiken bei weitem. Gerade in Konstanz! Das Interview führten Thomas Willauer und Holger Braumann Konstanz | Standort Deutschland 97


STADT KONSTANZ

KONGRESSKULTUR MIT BLICK AUFS WASSER

BODENSEEFORUM KONSTANZ BIETET EVENTSERVICE VOM FEINSTEN

Direkt am Ufer des Seerheins baut die Stadt Konstanz ein ehemaliges Forschungszentrum zum lichtdurchfluteten Tagungs- und Kongresshaus um. Ab Herbst 2016 finden im Bodenseeforum Konstanz Veranstaltungen für bis zu 1.000 Personen statt. Starke Argumente sprechen für das Haus: die einzigartige Lage am Wasser, das variable Raumkonzept und die professionelle Unterstützung in allen Fragen der Kongressorganisation.

KONTAKT Voreröffnungsbüro Bodenseeforum Konstanz Reichenaustr. 21 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 9596085 info@bodenseeforumkonstanz.de www.bodenseeforumkonstanz.de ab Herbst 2016 jetzt buchen für 2017/2018

98 Standort Deutschland | Konstanz

Das Bodenseeforum Konstanz liegt direkt an der neu gestalteten Seerhein-Promenade und verfügt über insgesamt 2.000 Quadratmeter Nutzfläche. Großflächige Glasfronten öffnen beinahe von jedem Raum aus einen Panoramablick aufs Wasser und die nahe Altstadt. Im Fokus stehen Tagungen und Kongresse, Firmen- und Kulturveranstaltungen, Präsentationen, Messen und Ausstellungen. Das Veranstaltungshaus bietet dazu ein hochgradig variables Raumkonzept, das sich ganz dem Bedarf seiner Mieter anpasst. Die Räume werden passend zum jeweiligen Event verändert und bieten Platz für kleinere Veranstaltungen mit 50 Personen oder Großevents mit bis zu 1.100 Gästen.

Entdecke die Möglichkeiten! Entstehen können bis zu 14 Veranstaltungsräume zwischen 63 und 1.560 Quadratmetern. Der große Saal im Erdgeschoss fasst 1.100 Sitzplätze. Allein für ihn sind elf Gestaltungsvarianten vorgesehen. Durch Teilung des Saals mit mobilen Wänden sind parallele Raumnutzungen in vielen Varianten möglich – auch kleinere Räume mit geringer Platzanzahl. Kulturevents, Fasnachtsfeiern oder Prunksitzungen sind ebenfalls möglich. Im ersten Obergeschoss liegen weitere Be-

sprechungs- und Konferenzräume. Hier befindet sich auch die VIP-Lounge für bis zu 20 Personen. Für kongressbegleitende Ausstellungen steht ebenfalls ausreichend Fläche zur Verfügung.

Alles, was dazugehört Das Management des Bodenseeforums richtet sein Angebot ganz an den Bedürfnissen der Tagungsveranstalter aus. Das Team bietet dabei Leistungsmodule, die die Organisation enorm erleichtern. Auf Wunsch beginnt das bereits bei der Aufstellung des Kongressbudgets und geht über die Entwicklung von Veranstaltungsdesign und –dramaturgie bis zur Erstellung von Zeitplänen und deren Überwachung. Teilnehmer können sich über ein Onlinetool registrieren und auch gleich ihr Hotel über das Internet buchen. Vorab werden Hotelzimmerkontingente verschiedener Preiskategorien gebucht und die Übernachtungslogistik von der Anfrage über die Belegung bis hin zur Abrechnung organisiert. Die Organisation begleitender Ausstellungen und Messen ist ebenso Teil des Angebots wie passende Rahmenprogramme, Festabende oder Präsentationen.


Professionelle Rundumbetreuung – auch bei der Technik Alle Säle und Konferenzräume sind mit hochmoderner Medientechnik und audiovisuellen Kommunikationslösungen „State of the Art“ ausgestattet. Gerne berät das Team in allen Fragen der technischen Inszenierung, beispielsweise zu Lichtdesign, Videotechnik oder Bühnenbild. Im gesamten Haus ermöglichen Hotspots einen kostenlosen Zugang ins Internet mit schneller Datenübertragung und höchster Sicherheit. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Spezialagenturen wird eine moderne Abstract- und Medienverwaltung angeboten. Damit können Referenten etwa Poster und Präsentationen elektronisch einreichen und verwalten. Eine hauseigene KongressApp verschickt relevante Infos direkt aufs Handy oder Tablet. Selbstverständlich können alle Präsentationen im Rahmen eines virtuellen Kongresses auch on- und offline übertragen werden. Ressourcenschonend ist auch das Registrierungsverfahren vor Ort: An Selbstbedienungsterminals registrieren sich Teilnehmer und drucken ihre Kongresstickets, Namensschilder oder Teilnahmebescheinigungen direkt aus.

Kulinarische Genüsse garantiert Die Bodenseeregion zählt zu den fruchtbarsten Ecken Europas. Obst, Wein und Gemüse gedeihen hier prächtig, die lokalen Bauern pflegen eine nachhaltige Landwirtschaft und der Fisch kommt fangfrisch vom See auf den Teller. Kein Wunder also, dass das Bodenseeforum für das Catering beinahe ausschließlich mit regionalen Lieferanten, viele davon Mitglied im Verein „Gutes vom See“, zusammenarbeitet. Damit unterstützt das Bodenseeforum Erzeuger der Region, die umweltschonend

oder ökologisch wirtschaften. Alle Produkte mit dem Gütesiegel stammen vom Bodensee oder aus dem direkten Umland. Das Ergebnis ist ein niveauvolles, unverwechselbares Speise- und Getränkeangebot, das passend zum jeweiligen Event zusammengestellt wird.

❯ ENGLISH SUMMARY Right on the shores of Lake Constance, the town of Constance is converting a former research centre into a lightfilled congress house. Bodenseeforum Konstanz will be available for events with up to one thousand participants from autumn 2016. There are strong arguments in favour of the project: Its unique position on the water’s edge, the variable room allocation concept and professional support in all aspects of congress organization. Bodenseeforum Konstanz with more than 2,000 square metres of floor space is situated directly on the newly designed promenade along the Seerhein. Large glass facades in almost every room offer panoramic views of the water and the old town nearby. The centre is an ideal venue for meetings and conferences, company and cultural events, presentations, trade fairs and exhibitions. It also features a highly variable room allocation concept that can be adapted to the needs of each tenant. The rooms can be changed individually for each event and offer space for smaller events with 50 people as well as major events with up to 1,100 guests.


2016 – Imperia – Lebendiges Mittelalter Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac bezeichnete die Imperia in seinen „Tolldreisten Geschichten“ als die „anspruchsvollste und launischste Dirne des Erdenrundes“. 2016 ist sie die Schirmherrin des dritten Konziljubiläumsjahres, das unter dem Motto „Lebendiges Mittelalter“ die Frauen in den Mittelpunkt rückt. Die Imperia steht heute in Form eines imposanten Denkmals im Konstanzer Hafen, wo sie sich seit 1993 unbeirrt und betont lässig um sich selbst dreht, geschaffen von Künstler Peter Lenk. In der einen Hand hält die Imperia den Kaiser, in der anderen den Papst. Und sie erinnert daran, womit viele Frauen während des Konstanzer Konzils ihr Geld verdienten.

Women at work 1416: Königinnen, Nonnen, Prostituierte

KONTAKT Konzilstadt Konstanz Markstätte 1 D-78467 Konstanz www.konstanzer-konzil.de

Doch wie verhielt es sich überhaupt mit der Frau im Mittelalter? War sie tatsächlich meist gesellschaftlich so unselbständig, wie viele Menschen heute glauben? Weibliche Angehörige des Adels und des Klerus genossen weitreichendere Privilegien als wir es uns heute vorstellen. So war es adeligen Frauen beispielsweise möglich, an der Seite ihres Gatten Herrschaft auszuüben – oder sie in seiner Abwesenheit ganz zu übernehmen. Als Vorsteherin eines Klosters oder als Äbtissin übten Frauen sowohl geistliche als auch weltliche Herrschaftsrechte aus.

100 Standort Deutschland | Konzilstadt Konstanz

Foto: Achim Mende

600 JAHRE KONSTANZER KONZIL 2014 BIS 2018

Eine dieser einflussreichen Frauen war Barbara von Cilli, die zweite Ehefrau König Sigismunds, dem Initiator des Konstanzer Konzils. Cilli war die gebildete und wissenschaftlich interessierte Tochter Hermanns II., Graf von Cilli, und Anna Gräfin von Schaunberg. Sie übernahm in Abwesenheit ihres Mannes, so auch während des Konstanzer Konzils, die Aufgabe der Statthalterin in Ungarn. Sie wurde zur römisch-deutschen, ungarischen und böhmischen Königin gekrönt, griff aktiv in die Politik ein und führte in Sigismunds Namen umfangreiche Finanzgeschäfte mit den Reichsfürsten durch. Barbara von Cilli selbst besaß in Ungarn große Ländereien, über das sie sich das Geld absicherte, das sie ihrem stets klammen Mann lieh. Frauen der städtischen Gesellschaft waren meist aus wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus erwerbstätig. Nur wenige Bürgerinnen – zumeist Witwen – verfügten über Vermögen bzw. Haus- und Grundbesitz. Im Spätmittelalter arbeiteten Frauen im zünftigen wie unzünftigen Handwerk als Hilfskräfte, als Mägde und als mithelfende Ehefrauen, jedoch nur selten als selbstständige Meisterinnen. Frauenarbeit war am häufigsten im Nahrungsmittelgewerbe und auf dem Textilsektor verbreitet. Um das spärliche Auskommen aufzubessern, arbeiteten viele zur Zeit des Konzils als Prostituierte, die man auch „Heimliche“ nannte. Daneben gab es professionelle „Hübschlerinnen“, die allein mit Prostitution ihren Lebensunterhalt verdienten.


HandWerkStadt 2016: Frau im Fokus

600 Jahre Konstanzer Konzil Der größte Kongress des Mittelalters

Die diesjährige HandWerkStadt setzt Anfang Mai 2016 ihren Fokus auf die Frauen im Handwerk. Führungen durch die Stadt und die offenen Werkstätten auf der Konzilsmole geben lebendige Einblicke in das heutige Arbeitsleben engagierter Handwerkerinnen.

Kirchliche und weltliche Würdenträger trafen sich vor 600 Jahren zu einem der größten Kongresse, den die westliche Welt bis dahin erlebt hatte. Hohe Vertreter aus Klerus und Adel kamen, um sich kirchlichen und politischen Fragestellungen zu widmen: Zwei Päpste, Kardinäle, Bischöfe, Könige, Fürsten, Humanisten, Musikanten, Händler, Gelehrte und Schaulustige bevölkerten die Stadt. 70.000 Besucher weilten laut dem Konstanzer Konzil-Chronisten Ulrich Richental während des Konzils am Bodensee. Mit zwei Reichstagen, zahlreichen Belehnungen und anderen politischen Akten prägte es die europäische Geschichte nachhaltig. Der größte Kongress des Mittelalters war zugleich Treffpunkt für Universitäten, Büchermarkt und Kopierzentrum für neue oder in Vergessenheit geratene Schriften. Im Vorfeld der Renaissance kam es zu einem regen Austausch von Glauben und Meinungen, Wissen und Waren, Kunst und Kultur. Nachdem das erste Jubiläumsjahr als „Jahr der Europäischen Begegnungen" König Sigismund gewidmet war und das zweite Jahr als „Jahr der Gerechtigkeit" an das Schicksal von Jan Hus und Hieronymus von Prag erinnerte, dreht sich 2016 unter dem Motto „Lebendiges Mittelalter" alles um die Imperia.

Foto: © Rosgartenmuseum Konstanz

Barbara von Cilli, Abbildung in der Richentalchronik

Szene mit Martkfrauen, Abbildung in der Richentalchronik

❯ ENGLISH SUMMARY Between 2014 and 2018, the city of Constance is commemorating the Council of Constance from 1414 to 1418 together with many regional and European partners. In the first anniversary year, countless events took place under the auspices of Sigismund, German king and emperor of the Holy Germany Empire. The second anniversary year was dedicated to the Bohemian reformer Jan Hus. Imperia is the patron of the third anniversary year of the Council of Constance in 2016, which puts the spotlight on women under the motto “Living Middle Ages”. Imperia is now an impressive statue in Constance harbour created by the artist Peter Lenk. Since 1993, she has rotated obliviously and with a demonstratively nonchalant air, holding the emperor in one hand and the pope in the other. She is a reminder of how women earned their living during the Council of Constance. Women in the late Middle Ages were otherwise employed mainly as skilled help, maids or they supported their husbands. They only very rarely exercised power as female members of nobility or the clergy – like Barbara von Cilli, for example, wife of King Sigismund, who initiated the Council of Constance.

PROGRAMMHIGHLIGHTS 2016 23. April Science Slam INNOVATIONEN Baustelle Bodensee-Forum 02.-08. Mai HandWerkStadt: Führungen und offene Werkstätten Fokus: Frauen im Handwerk in Kooperation mit der Handwerkskammer Konstanz 24. Juni – Anfang August Konzilfestspiele auf dem Münsterplatz Umberto Eco: Der Name der Rose Teresia Walser und Karl-Heinz Ott: Konstanz am Meer Theater Konstanz 30. September – 03. Oktober Europäische Avantgarde um 1400 Musikfestival mit vier Konzerten in Kooperation mit SWR2 Oktober Illuminationen Konzilorte in Konstanz 15. November Konstanzer Kontroversen Konzilgebäude Konstanz ganzjährig Kunstfonds Konzil Kunst, Theater, Performance

Konzilstadt Konstanz | Standort Deutschland 101


BioLAGO UND cyberLAGO BIOTECHNOLOGIE UND IT – HAND IN HAND Als wirtschaftsfördernde Organisationen treiben die Netzwerke BioLAGO und cyberLAGO die High-Tech-Branchen Life Science und IT in der Vierländerregion Bodensee voran. Sie verknüpfen gemeinsam über 150 Mitglieder aus Wirtschaft und Wissenschaft, unterstützen die Umsetzung von Ideen in Produkte und stärken damit den Standort Bodensee. Beide Netzwerke arbeiten intensiv zusammen. Ziel ist es, Fragestellungen an der Schnittstelle Gesundheit und IT zu lösen und das Angebot für ihre Mitglieder zu verbessern.

KONTAKT

BioLAGO e.V. life science network Byk-Gulden-Str. 2 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 2842722 info@biolago.org www.biolago.org

cyberLAGO e.V. IT competence network Byk-Gulden-Str. 2 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 5849010 info@cyberlago.net www.cyberlago.net

Beide Netzwerke werden von der Stadt Konstanz, dem Landkreis Konstanz und smart business IT gefördert.

die IT-Experten Zugang zu Seit 2007 vernetzt der BioLAGO e.V. Anwendern aus anderen Unternehmen und Forschung in den Branchen bekommen. Wie Life Sciences, zu denen Branchen groß das Interesse beider wie Pharma, Diagnostik, Biotechnologie und Medizintechnik zählen. Branchen am Austausch Diese liefern Innovationen für die Geist, zeigt die positive Resundheitswirtschaft und gehören mit sonanz auf die bisherigen über 200.000 Arbeitsplätzen zu den gemeinsamen Veranstaltungen der Netzwerke. In drei größten Branchen am Bodensee. mehreren Workshops und Mittlerweile vereint BioLAGO über Foren haben Mitglieder 90 Mitglieder und verzeichnet über beider Netzwerke Lösun170 Kooperationen im Netzwerk. Im gen zu Themen wie DatenFrühjahr 2015 bekam BioLAGO das sicherheit, elektronische Exzellenz-Gütesiegel der EU. Vom Archivierung von PatienKonzept und Erfolg von BioLAGO inspiriert, entstand 2013 mit cyberLAGO Reger Austausch zwischen Gesundheit und IT tendaten sowie Laborauein weiteres von Unternehmen an- in der gemeinsamen Geschäftsstelle: Andreas tomatisierung diskutiert. gestoßenes Netzwerk. Der Verbund Baur, Geschäftsführer von BioLAGO und Guido Diese fanden unter anderem im Rahmen eines gemit den Schwerpunkten IT, digitale Sondern, Geschäftsführer von cyberLAGO. Medien und Webtechnologien verbindet bereits über meinsamen Förderprojekts statt, unterstützt durch das 60 Mitglieder, die wie bei BioLAGO mehrheitlich aus Land Baden-Württemberg. Auch in 2016 sind weitere Konstanz stammen. Von Anfang an haben cyberLA- Aktivitäten und Veranstaltungen geplant, um UnternehGO und BioLAGO in vielen Bereichen Hand in Hand men erfolgreicher zu machen. Beide Netzwerke werden gearbeitet. Seit 2014 teilen sich die beiden Netzwerke von der Stadt Konstanz und dem Landkreis Konstanz gemeinsame Büroräume auf dem Campus Konstanz. gefördert. „Das ermöglicht uns eine verstärkte Kommunikation und einen direkten Erfahrungsaustausch“, erklärt ❯ E N G L I S H S U M M A R Y Guido Sondern, Geschäftsführer von cyberLAGO. Eine gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und Verwal- The industry networks BioLAGO and cyberLAGO are tung macht darüber hinaus die Netzwerksarbeit effi- organizations for economic development represenzienter und bildet die Grundlage für eine Ausdehnung ting the life science and IT industries in the region of der Services und die weitere Professionalisierung Lake Constance. Among other things, they promote beider Netzwerke. „In der Life Science-Branche gibt exchange and cooperation between companies and es einen großen Bedarf an passenden IT-Lösungen“, researchers in their respective sectors, helping them ergänzt Andreas Baur, Geschäftsführer von BioLAGO. to translate ideas into products. The two networks inDurch die Zusammenarbeit mit cyberLAGO können die tend to work together more closely in future, which BioLAGO-Mitgliedsunternehmen Beratung und Unter- will benefit both their members and Lake Constance stützung in IT- und Marketingfragen erhalten, während as a centre of business and commerce.

102 Standort Deutschland | BioLAGO e.V. & cyberLAGO e.V.


smart energy workshop cossmic im Konzil am 13./14.7.2015

STANDORT FÜR INTELLIGENTE ENERGIEKONZEPTE

PLATTFORM SOLARLAKE ERÖFFNET KONSTANZ BETEILIGUNG AN EUROPAWEITER „SMART-GRID-FORSCHUNG“ – THEMA IST DAS ENERGIEMANAGEMENT VON MORGEN Nach der Krise in der Solarindustrie stehen die Zeichen in Sachen Photovoltaik wieder auf Entwicklung und Expansion. Und zwar nicht nur, indem Konstanzer Unternehmer und Wissenschaftler weiterhin daran arbeiten, Solarstrom effizient und günstig zu erzeugen. Sondern auch, indem sich viele namhafte Unternehmen und Forschungsinstitutionen in Konstanz und Umgebung über die Plattform SolarlakeKonstanz zusammengeschlossen haben (www.solarlake-konstanz.de). Die Plattform dient dem Meinungsaustausch und veranstaltet Meetings rund um die Energie von morgen. Hauptthema der Vergangenheit war die Kostenentwicklung in der Photovoltaik. Seit nunmehr drei Jahren setzt man mit „smart energy“ einen weiteren Themenschwerpunkt. Hierdurch möchten die Experten neue Wege der intelligenten Nutzung von Solarstrom entwickeln. Die Experten des International Solar Energy Research Center Konstanz (ISC) und die Universität Konstanz beschäftigen sich nach wie vor mit der Aufgabe der Optimierung von Solarzellen. Das ISC hat gerade mit einem Partner aus Italien die Bifazialen Solarzellen in eine neue Produktionslinie gebracht. Auch die Universität ist in mehreren Forschungsvorhaben rund um die Solarzelle aktiv. So führt sie zum Beispiel Langzeittests von Solarzellen durch und beteiligt sich am Forschungsverbund um das Unternehmen Solarworld, das mit neuen Solarmodulen einen neuen Wirkungsgradrekord aufgestellt hat. Der Anteil erneuerbarer Energien in der Stromversorgung soll weiter steigen. Deshalb ist auch für die PhotovoltaikBranche wichtig, zuverlässig Strom liefern zu können – auch wenn die Sonne nicht scheint. Hierzu werden innovative Technologien in einem EU-Forschungsprojekt („CoSSMic“: Collaborating Smart Solar-powered Microgrids) entwickelt. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, ein Modell zu entwickeln, wie in dezentralen Nachbarschaften die regenerative Energie am effizientesten unter den Nachbarn geteilt und zur Verfügung gestellt werden kann. Partner sind in dem Projekt für Konstanz das ISC Konstanz, Sunny Solartechnik, die Stadt Konstanz und die Stadtwerke Konstanz (siehe www.cossmic.eu).

❯ ENGLISH SUMMARY Following the crisis in the solar industry, the signs in the photovoltaic sector are once more pointing to development and expansion. This can be seen not only in the continued work of entrepreneurs and scientists in Constance to produce solar energy efficiently and at a low cost, but also in the platform Solarlake-Konstanz (www.solarlake-konstanz. de) that brings together many renowned companies and research institutes in Constance and the surrounding area. This platform allows them to exchange views and organizes meetings on the topic of tomorrow’s energy.

Mitglieder der Plattform Solarlake-Konstanz: Duale Hochschule BW Ravensburg energy depot E-Senza Technologies HTWG Konstanz International Solar Energy Research Center Konstanz neonsee rmsolar seenovation Solarcomplex Stadt Konstanz Stadtwerke Konstanz Sunny Solartechnik GmbH tas2k Universität Konstanz viridis.iq Werbeagentur Rheingold Zebotec ZHAW

KONTAKT SolarLake Konstanz c/o Wirtschaftsförderung Stadt Konstanz Leiter: Friedhelm Schaal Untere Laube 24 D-78462 Konstanz Phone: +49 7531 900631 www.solarlake-konstanz.de

Solarlake Konstanz | Standort Deutschland 103


Facts & Figures Gemarkungsfläche

5.410 ha

Gesamtzahl der Bevölkerung (2014) Arbeitsmarkt Betriebe (2012) Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (2014) Arbeitslosenquote (Schnitt 2014)

Surface area

5,410 ha

83.179

Total population (2014)

83,179

4.211 28.746 4,4 %

Labour market Companies (2012) Employees subject to social insurance contributions (2014) Unemployment rate (average 2014)

4,211 28,746 4.4 %

Steuersätze Grundsteuer (A/B) 410 % / 410 % | Gewerbesteuer 390 %

Tax rates Property tax agriculture/construction 410 % / 410 % | Business tax 390 %

Verkehrsanbindung Straße: (D) B 33 – A 81 Richtung Stuttgart | (CH) A 7 – A 1 Richtung Zürich Schiene (Direktverbindungen nach): (D) Offenburg – Karlsruhe/Singen – Stuttgart | (CH) Zürich/Kloten – Zürich – Biel/Rorschach/St.Gallen Schiff: Meersburg/Friedrichshafen – Lindau – Bregenz (A)/Überlingen Luft: Flughafen Zürich/Kloten (CH) | Bodensee Airport Friedrichshafen | Flughafen Stuttgart

Transport connections Road: (D) B33-A81 towards Stuttgart | (CH) A7 - A1 towards Zurich Rail (direct connections): (D) Offenburg - Karlsruhe/Singen - Stuttgart | (CH) Zurich/Kloten - Zurich - Biel/Rorschach/St.Gallen Boat: Meersburg/Friedrichshafen - Lindau - Bregenz (A)/Überlingen Air: (CH) Zurich Airport | (D) Bodensee Airport Friedrichshafen | Stuttgart Airport

Kinderbetreuung und Schulen Kindergärten/Kindertagesstätten, Spielgruppen, verschiedene Kinder- und Jugendzentren sowie zahlreiche Sondereinrichtungen und private Initiativen, Grundschulen, Sonderschule, Hauptschule, Werkrealschulen Realschulen, Gymnasien, Gewerbeschulen, Volkshochschule und viele weitere Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen

Child care and schools Nursery schools/day care centres, crèches, various child and youth centres as well as numerous special institutions and private initiatives, primary schools, secondary schools (Hauptschule, Realschule, Gymnasium), vocational schools, adult education centre and many other general and continued educational institu­tions and facilities

Hochschulen (Stand 2014/15) Exzellenzuniversität Konstanz 11.711 Studierende HTWG Konstanz 4.812 Studierende Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen Klinikum Konstanz | Vincentius Krankenhaus | Kliniken Schmieder | Herzzentrum Bodensee

Universities (2014/2015) Konstanz University of Excellence 11,711 students Konstanz University of Applied Sciences (HTWG) 4,812 students Hospitals and rehabilitation facilities Constance Clinic | Vincentius hospital | Kliniken Schmieder neurological centre | Lake Constance Heart Centre

Sport- /Freizeitmöglichkeiten U. a. Bodensee-Therme und zahlreiche Bäder | SealifeCentre | Bodenseestadion (30.000 Plätze) | Tennisplätze | Über 30 Sport- und Mehrzweckhallen | 25 Sportplätze | Fitnessstudios | Golfplatz | Bootshäfen | Mehrere Reitsport- und Skateanlagen

Sports/recreational opportunities Bodensee-Therme spa and numerous public swimming pools | Lake Constance stadium (seats 30,000) | Tennis courts| More than 30 sports and multipurpose halls | 25 sports grounds | Fitness centres | Golf course | Marinas | Several horse-riding centres and skateboarding parks

Kultur Vielfältiges Angebot mit Stadttheater | Südwestdeutscher Philharmonie | Rosgartenmuseum | Archäologischem Landesmuseum | Stadt- und Hochschulbibliotheken | Mehrere Kulturzentren Freie Gewerbeflächen Wirtschaftspark Stromeyersdorf | Seerhein | Businesspark | Campus Konstanz | Technologiezentrum | Genehmigungsdauer für Bauanträge 1-3 Monate Bürgermeister Oberbürgermeister Uli Burchardt | 1. Beigeordneter Dr. Andreas Osner | 2. Beigeordneter Karl Langensteiner-Schönborn Gemeinderat 10 Freie Grüne Liste | 9 CDU | 7 SPD | 5 Freie Wähler Gemeinschaft | 4 JFK | 3 FDP | 2 Linke Liste Konstanz KONTAKT Stadt Konstanz Kanzleistraße 15 D-78462 Konstanz www.konstanz.de

Uli Burchardt Oberbürgermeister / Mayor Phone: +49 7531 900211 OB@stadt.konstanz.de

104 Standort Deutschland | Stadt Konstanz

Culture Varied program with town theatre | South-West Philharmonic Orchestra | Rosgartenmuseum | Archaeological State Museum | City and university libraries | Several cultural centres Available commercial lots Stromeyersdorf commercial estate | Seerhein | Businesspark | Campus Konstanz / Technology centre | Approval for building applications 1-3 months Mayors

Mayor Uli Burchardt | 1st Deputy Mayor Dr. Andreas Osner | 2nd Deputy Mayor Karl Langensteiner-Schönborn Municipal council 10 Freie Grüne Liste / 9 CDU / 7 SPD / 5 FWG (independent) / 4 JFK / 3 FDP / 2 Linke Liste Konstanz


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Der Präsident der Hochschule Konstanz Professor Carsten Manz (rechts) gratuliert TZK-Geschäftsführer Stefan Stieglat

TECHNOLOGIEZENTRUM KONSTANZ 30 JAHRE INNOVATIONS- UND JUNGUNTERNEHMERSCHMIEDE Mit vielen offenen Türen, Infoständen und diversen Angeboten für Kinder feierte das Technologiezentrum Konstanz (TZK) Ende 2015 sein 30-jähriges Bestehen. Besucher informierten sich über Innovationen und Dienstleistungen der über 40 im TZK angesiedelten Unternehmen – teils auf eigene Faust, teils als Teilnehmer an Führungen, die vertiefte Einblicke in die Arbeit der Unternehmen boten. Ziel des TZK ist es, die Wirtschaft von morgen am Standort Konstanz mitzugestalten: Vom LED-basierten Designhimmel-Hersteller über WellnessprodukteErfinder, Energiespeicher-Pioniere, Life-Science-Laborfirmen oder IT- und Software-Spezialisten bis hin zu Sound- oder Werthaltigkeitsagenturen existiert ein breiter Unternehmensmix.

KONTAKT Technologiezentrum Konstanz e.V. Blarerstraße 56 D-78462 Konstanz www.tz-konstanz.de Stefan Stieglat Geschäftsführer / CEO Phone: +49 7531 20050 tzk@tz-konstanz.de

Unter den zahlreichen Gästen waren auch drei Gründerväter des TZK: Alt-OB Dr. Horst Eickmeyer und die ehemaligen Rektoren Professor Olaf Harder (FH/HTWG) und Professor Horst Sund (Universität). Nicht zuletzt ihr Engagement für die Gründung des TZK wurde in den Ansprachen von Hochschulpräsident und TZK-Vorstand Professor Carsten Manz sowie Stadtrat Dr. Jürgen Ruff gewürdigt, die den Wert des TZK für den Standort Konstanz hervorhoben. Einer der Erfolgsfaktoren sei die „Branchenoffenheit und die Öffnung für innovative Dienstleister“, so Manz. Auch für Ruff führt an der Förderung junger innovativer Unternehmen „kein Weg vorbei“. Er stellte die konstant gute Entwicklung des TZK heraus, das bislang über 180 junge Unternehmen in der Startphase begleitet hat. Sehr erfreulich sei die „ungebrochen starke Nachfrage, obwohl die Gründerzahlen zurückgehen“. Ruff verwies darauf, dass 90 Prozent der unterstützten Unternehmen sich nach ihrer Zeit im TZK in Konstanz oder der Region niederließen. Dies sei „Wirtschaftsförderung pur“. Beim Unternehmertalk kamen zwei ehemalige und ein Wieder-TZK-Unternehmer zu Wort. „Wiederho-

lungstäter“ Roland Burkhardt startete einst mit Sunways, heute mit Energy Depot zum zweiten Mal im TZK durch. Das Plus der Einrichtung sei die enge Vernetzung mit anderen Organisationen, deshalb könne er das TZK „jedem Gründer wirklich empfehlen“. Sein Appell an die Politik: „Unterstützen Sie Jungunternehmer, damit sie ihre Kreativität in die Realität umsetzen können.“

❯ ENGLISH SUMMARY The Technologiezentrum Konstanz (TZK) provides start-ups and innovative young companies with office space suited to their requirements and the corresponding infrastructure. It is geared towards companies in the areas of technology and technology-oriented or knowledge-based services. The TZK also sees itself as a knowledge mediator for all aspects of setting up a company and self-employment. One instrument it uses is the series of IMPULSE lectures it has successfully organised for many years. In 2015 the TZK celebrated its 30th anniversary, making it one of the oldest centres of its kind in Germany.

Das Technologiezentrum Konstanz (TZK) bietet für Gründer und innovative Jungunternehmen passgenaue Räume und die Infrastruktur drumherum. Zielgruppe sind die Bereiche Technologie sowie technologieorientierte oder wissensbasierte Dienstleistungen. Das TZK versteht sich zudem als Wissensvermittler rund um Gründung und Selbständigkeit. Ein Instrument dazu ist die seit einigen Jahren erfolgreich durchgeführte Vortragsreihe IMPULSE.

106 Standort Deutschland | Technologiezentrum Konstanz


DIE FIRMEN IM TECHNOLOGIEZENTRUM KONSTANZ audity GbR Rainer Hirt, Michael Hoppe, Markus Reiner Phone: +49 7531 3638524 | www.audity-agentur.de

LimSa Gewässerbüro GbR Dr. Sabine Schmidt-Halewicz Phone: +49 7531 8027370 | www.limsa.de

Bamberger Wellness GmbH Simon Bamberger Phone: +49 9073 9968000 | www.bamberger-vacu.com

LUMENIC Joachim Schrempp Phone: +49 7531 9226525 | www.lumenic.de

BaseX GmbH Dr. Alexander Holupirek, Michael Seiferle, Dr. Christian Grün Phone: +49 7531 2828676 | www.basex.org

Management Performance Systems m. p. s. Meinrad Arnold Phone: +49 7531 455627 | www.mps-edu.com

Ceresana - Market Research. Consulting. Oliver Kutsch Phone: +49 7531 942930 | www.ceresana.com Co-Invent Maike Franzen Phone: +49 7531 9026430 | www.co-invent.de creatisto GmbH Marc Wimmer Phone: +49 7531 9226177 | www.creatisto.com designhimmel e.K. Wulf Reise Phone: +49 7531 8046338 | www.designhimmel.com Energy Depot Deutschland GmbH Roland Burkhardt Phone: +49 7531 3696165 | www.energydepot.ch

Medsoto GmbH Sven Wittorf Phone: +49 7531 584860 | www.medsoto.de naturblau +++ Ralph J. Schiel Phone: +49 7531 2824890 | www.naturblau.de neonsee GmbH Martin Maier, Hannes Deuser Phone: +49 7531 2843543 | www.neonsee.com papierprintit GmbH Gerd W. Dunkelberg, Jens Dunkelberg Phone: +49 7531 363200 | www.papierprintit.de Refund Suisse AG Philippe Bartscherer Phone: +49 7243 35427350 | www.refund-suisse.ch

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Stertzik, Alexander Fotografie Alexander Stertzik Phone: +49 1512 2659171 | www.alexanderstertzik.de

Gmeiner GmbH Stefan Gmeiner Phone: +49 7531 9227500 | www.gmeiner-interior.de

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Gründerschiff UG (haftungsbeschränkt) Moritz Meidert, Hans Christian Hillmann Phone: +49 7531 813542 | www.gruenderschiff.de

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IBE Ingenieurbüro Ebner Markus Ebner Phone: +49 7531 916555 | www.ebner-konstanz.de

VIDA Eat Different GmbH Torben Götz Phone: +49 7531 2824680 | www.eatdifferent.de

IFN Ingenieurbüro für Nachrichtentechnik Helmut Brandl Phone: +49 7531 91250 | www.ifn-brandl.de

Vidatics GmbH Dr. Christian Rohrdantz, Dr. Andreas Stoffel, Franz Wanner Phone: +49 7531 8040040 | www.vidatics.de

Innovationswerkstatt Konstanz Thomas Schuchhardt, Franz Wanner www.innovationswerkstatt.org

Walter, Marco – Umweltberatung Marco Walter Phone: +49 7531 9026426

Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung GmbH (IFBG) Dr. Utz Niklas Walter Phone: +49 179 90 42 987 | www.ifbg.eu

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Konvena UG (haftungsbeschränkt) Dr. Nadine Meidert Phone: +49 7531 8045177 | www.konvena.de

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LimCo International GmbH Dr. Almut Gerhardt Phone: +49 7531 9913594 | www.limco-int.com

(Stand 11/2015)

Technologiezentrum Konstanz | Standort Deutschland 107


AUS DER TIEFE DES BODENSEES Sauberes Trinkwasser direkt aus der Leitung, herrlich erfrischend und jederzeit verfügbar: Seit 110 Jahren versorgen die Stadtwerke Konstanz die Bürger sicher und zuverlässig mit Wasser aus dem Bodensee. Das Wasserwerk, in dem das Seewasser aufbereitet wird, liegt idyllisch gelegen am Ufer des Bodensees unweit des beliebten Strandbads Hörnle. Viele Spaziergänger kennen das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1905 mit seiner Jugendstil-Fassade, welches als Pumpwerk dient, und das benachbarte Filtergebäude mit der gelben Klinkerfassade aus dem Jahr 1967, in welchem die Aufbereitungseinrichtungen angeordnet sind. Im Jahre 2005 wurde das Ensemble durch eine Filterrückspülwasser-Aufbereitungsanlage vervollständigt, die sich durch eine gefällige, mit rötlichen Tonziegeln verkleidete Fassade ins Bild einreiht. Das Seewasserwerk der Stadtwerke Konstanz versorgt die Stadt Konstanz und ihre Vororte, die Gemeinde Reichenau sowie die Insel Mainau mit dem kostbaren Nass. Mit der Nachbarstadt Kreuzlingen in der Schweiz ist Konstanz seit 1991 durch eine leistungsfähige Notwasserleitung verbunden. Die Qualität des Konstanzer Trinkwassers ist hervorragend: Alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung werden deutlich unterschritten. Damit die sehr hohe Qualität auch in Zukunft erhalten bleibt, wurde bereits 1998 der „Konstanzer Wasser-Generationenvertrag“ unterschrieben. Darin hielten die Stadt Konstanz, die Stadtwerke Kon108 Menschen & Innovationen | Stadtwerke Konstanz

stanz, die Kläranlage, Umweltverbände, Gewerbetreibende, Landwirte und Bürger fest, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Trinkwasser ein gemeinsames Anliegen ist: „Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Wasserwerk der Stadtwerke Konstanz und in der Kläranlage der Entsorgungsbetriebe Konstanz sorgen für gutes Trinkwasser. Ihre Arbeit braucht Unterstützung; vor allem durch Rücksichtnahme auf unsere Umwelt. Denn je mehr die Umwelt belastet ist, desto höher ist der Aufwand, sauberes Trinkwasser zu gewinnen. Der Staat und die Gemeinden setzen sich in vielfältiger Weise für den Schutz unserer Gewässer ein. Konstanz, das sein Trinkwasser direkt aus dem Bodensee bezieht, ist – wie auch die anderen Ufergemeinden und Abnehmer der Bodenseewasserversorgung (BWV) – besonders darauf angewiesen, dass das Seewasser nicht verunreinigt oder verschwendet wird.“ Von seiner Aktualität hat der Vertrag bis heute nichts verloren. Die Bemühungen, den großen Trinkwasserspeicher sauber zu halten, sind erfolgreich: Bei den strengen Kontrollen durch unabhängige zertifizierte Laborinstitute und die Überwachungsbehörden schneidet das Konstanzer Trinkwasser regelmäßig sehr gut ab. Die gemessenen Nitratwerte liegen 90 Prozent unter dem Grenzwert, sodass selbst


Fotos: Franz-Josef Stiele-Werdermann/Stadtwerke Konstanz GmbH

Säuglingsnahrung bedenkenlos mit dem Konstanzer Trinkwasser zubereitet werden kann. Ein Blick in die jüngere Geschichte des Bodensees zeigt, dass ein derart selbstverständlicher und bedenkenloser Umgang mit dem Wasser nicht immer möglich war: Ende der 1970er Jahre war der See überdüngt und verschmutzt – er drohte „umzukippen“. Ein vorbildliches Gewässerschutzprogramm der Bodensee-Anrainerstaaten hat mit Hilfe der Landkreise, Kommunen und der Bevölkerung den Bodensee gerettet. So genießen wir heute ein Bodenseewasser, das natürlichem Grund- und Quellwasser sehr ähnlich ist und mit einer Gesamthärte von 8°dH eine mittlere Härte im Grenzbereich zum weichen Wasser aufweist.

Ufer aus 40 Metern Tiefe dem Überlinger See entnommen wird, passiert zunächst die trommelförmigen Mikrofilter. Die meisten Feststoffe sind damit entfernt. Dann kommt das Wasser für etwa zehn Minuten mit Ozon in Berührung. Dabei werden eventuell noch vorhandene Keime vernichtet. In einem dritten Schritt strömt das Wasser durch eine fast einen Meter starke Sandschicht. Das vollständig gereinigte Wasser wird in zwei Reinwasserbehältern gesammelt. Von dort wird es den Pumpen im alten Wasserwerk zugeleitet, die es über die Versorgungsleitungen den Hochbehältern zuführen. Um die Qualität des Trinkwassers auch auf den Transportwegen sicherzustellen, wird noch eine geringe Menge von Chlordioxid als sogenannter Netzschutz zugegeben.

Neben dem Natur- und Umweltschutz investieren die Stadtwerke Konstanz auch in die Infrastruktur des Wasserversorgungsnetzes: Derzeit wird das größte Trinkwasserreservoir der Stadtwerke Konstanz, der Hochbehälter Friedrichshöhe, neu gebaut. Er ist die zentrale Speicheranlage für die Versorgung der Kernstadt, der Stadtteile Petershausen und Wollmatingen sowie des Industriegebiets und der Reichenau. Der Neubau ist notwendig, um auch in Zukunft die sichere Wasserversorgung und die hohe Qualität des Trinkwassers aufrecht erhalten zu können.

Die Anlage rief viele positive Reaktionen hervor, zum einen aufgrund der ganz neuen Qualitätsstufe der Konstanzer Wasserversorgung, zum anderen auch, weil sie im internationalen Vergleich eine echte Neuheit darstellte. Dass sich diese Art der Wasseraufbereitung über einen langen Zeitraum bewährt hat, zeigt sich darin, dass die Gesamtkonzeption bis heute weitgehend unverändert geblieben ist. Lediglich Anpassungen an die neueste Pump- und Regeltechnik und ein Umbau der Sandfilter vom Einschicht- zum Zweischichtfilter wurden vorgenommen. 2012 investierte das Wasserwerk in ein neues System zur Steuerung und Überwachung der gesamten Betriebstechnik. Die verbesserten Steuerungsmöglichkeiten schaffen die Voraussetzungen für ein flexibles Energiemanagement und eine verbesserte Energieeffizienz durch einen gleichmäßigeren Betrieb der Anlagen.

So wird das Trinkwasser aufbereitet Das Wasserwerk am See wurde bereits vor 110 Jahren – im Jahre 1905 – in Betrieb genommen. Die Lage am Lorettowald zeichnete sich durch die hohe Wasserqualität aus. In den Jahren 1967/68 wurde eine neue Aufbereitungsanlage gebaut. Das Verfahren bestand – und besteht bis heute – aus drei Stufen: Das Wasser, das in 700 Meter Entfernung vom

www.stadtwerke-konstanz.de Stadtwerke Konstanz | Menschen & Innovationen 109


DER BUSINESSPARK EIN STÜCK KONSTANZER WIRTSCHAFTSKRAFT

Strukturwandel, ein für Konstanz typischer Branchenmix, der Trend zur Dienstleistungsgesellschaft – das sind nicht nur Schlagworte, sondern Fakten, die für die Stadt tiefgreifende Veränderungen mit sich brachten. Innovationsmotoren sind gleichermaßen die Hochschulen wie die kleinen und mittelständischen Unternehmen.

KONTAKT Businesspark Konstanz GmbH Max Stromeyerstraße 116 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 363020

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Unternehmen brauchen den optimalen Ort zum Arbeiten – einen Raum für Entfaltung und Wachstum. Hier kommt der Businesspark ins Spiel – mit einem breiten Angebot an attraktiven Flächen, einer ausgereiften Infrastruktur und maßgeschneiderten Angeboten für die Mieter. Seit 15 Jahren bietet der Businesspark etablierten Unternehmen den Platz, den sie benötigen. Ein Markenzeichen des Businessparks ist die Beständigkeit – etliche Firmen sind seit vielen Jahren im lebendigen Quartier an der Grenze der Konstanzer Stadtteile Petershausen und Fürstenberg unweit des Seerheins zu Hause. Ein faires PreisLeistungs-Verhältnis, unübertroffene Möglichkeiten des Netzwerkens unmittelbar vor Ort und ein Servicepaket an Technik und Dienstleistung mit Kantine, Telefon- und Sekretariatsservice, zentraler Poststelle und internem IT-Service sorgen für Kontinuität. Eine zentrale Rezeption im Foyer sorgt für einen repräsentativen Empfang der Gäste, ein

110 Standort Deutschland | Businesspark Konstanz GmbH

Security-Service für Sicherheit. Parkplätze stehen auf dem großzügigen Areal jederzeit in ausreichender Anzahl zur Verfügung und nicht zuletzt kann der Businesspark mit einem Bahnanschluss für Regionalzüge, der Haltestelle Konstanz-Fürstenberg, punkten. Mehr als 850 Mitarbeiter sind in den 80 im Businesspark ansässigen Unternehmen tätig, unter denen mit der Bodensee Standort Marketing GmbH als überregionale Wirtschaftsförderung und der Stabsstelle „Wirtschaftsförderung, Tourismus und Europa“ des Landkreises Konstanz auch kommunale Einrichtungen zu finden sind. Etabliert wie bekannt ist der Businesspark mit seinen drei für das Konstanzer Stadtbild markanten Türmen nicht nur in wirtschaftlichen Kreisen – davon zeugt die beständige Nachfrage von Künstlern, den Empfangsbereich für wechselnde Ausstellungen zu nutzen!


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Gesamtzahl der Bevölkerung Arbeitsstätten/Beschäftigte

7.000 443/1.632

Zusammensetzung des Gemeinderates 9 CDU, 5 Freie Wähler, 3 SPD, 3 Bunte Liste

KONTAKT Gemeinde Allensbach Rathausplatz 1 D-78476 Allensbach www.allensbach.de Stefan Friedrich Bürgermeister Phone: +49 7533 801-0 gemeinde@allensbach.de

Foto: Tobias Knoch

Bild: Shutterstock


ALLENSBACH Mit dem Gewerbegebiet „Reihetal“ und dem Technologiezentrum Allensbach sowie den Arbeitgebern Kliniken Schmieder, Institut für Demoskopie und Kloster Hegne ist die Gemeinde Allensbach eine zuverlässige Plattform für Handwerk und mittelständische Unternehmen der Dienstleistungs- und Technologiebranche. Durch die Anbindung an das Netz der Deutschen Bahn sowie die Bundesstraße bestehen schnelle und kurze Verbindungen zu den Märkten über Schiene, Fernstraßennetz und mit den naheliegenden Flughäfen Zürich und Friedrichshafen auch an das Flugverkehrsnetz. Die Gemeindeverwaltung sowie die eingerichtete Wirtschaftsfördergesellschaft in Kooperation mit der Bezirkssparkasse Reichenau sind verlässliche Partner in allen Ansiedlungs- und Wirtschaftsförderfragen und gewähren eine reibungslose Unterstützung. Neben zwei Grundschulen und vier Kindergärten besteht im Ortsteil Hegne die sozialpädagogische Fachschule Marianum Hegne mit privater Real-

schule und sozialwissenschaftlichem Gymnasium. An Freizeitmöglichkeiten bietet die Gemeinde ein interessantes kulturelles Angebot an Kleinkunst, Klassik- und Jazzmusik. Die zwei Campingplätze mit Freibädern, der Wild- und Freizeitpark Bodanrück, die Konzertterrasse im Seegarten, Bootsverleih, Bocciabahn, Tennisplätze, Volleyball- und Streetballfelder, zwei Sporthallen, ein ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz sowie Skateranlagen bieten attraktive Aktivitätsfelder. Zahlreiche örtliche Vereine gewährleisten ein aktives bürgerschaftliches Engagement.


GEMEINDE REICHENAU INTERVIEW MIT BÜRGERMEISTER DR. WOLFGANG ZOLL Herr Dr. Zoll, am Bodensee heißt es oft, wir arbeiten da, wo andere Urlaub machen. Wie inspirierend sind die Landschaft und der See, wenn Sie morgens zur Arbeit ins Rathaus gehen.

Dr. Wolfgang Zoll

Dr. Wolfgang Zoll: Für mich strahlt die ganze Region eine besondere Attraktivität aus und der Arbeitsort Reichenau und das historische Rathaus natürlich insbesondere. Schon beim Hereinkommen werden alle Sinne angesprochen. Hier im Haus sind fast alle Lebensbereiche vertreten, die unsere besondere Insel auszeichnen – der Winzerverein, das Pfarrhaus, der Blick über den See und natürlich ein ständiges Kommen und Gehen der Bürger. All das macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem. Aber schon der Weg auf die Insel ist außergewöhnlich. Unsere Gemeinde besteht aus den Ortsteilen auf dem Festland und der Insel selbst. Ich komme jeden Tag vom Festland auf die Insel über die wunderschöne Pappelallee. Allein durch das räumliche Erleben fokussiert dieser Weg den Blickwinkel. Und ich überlege mir: Was kommt heute auf mich zu? Was ist das Wichtigste? Was ist heute der Mittelpunkt des Interesses? Die Insel bringt Konzentration mit sich. Zum einen durch eine räumliche Begrenzung und zum anderen, weil so viele Facetten präsent sind – der Gemüse- und Weinbau, das Weltkulturerbe, die drei Kirchen und natürlich der See-, dass man gezwungen wird Prioritäten für die Arbeit zu setzen. Der Bodensee war für mich stets Kulturlandschaft im eigentlichen Sinne des Wortes. Der Mensch hat eine sehr lange Geschichte mit dieser Region. Und seit der Gründung des Klosters auf der Insel im Jahr 724 sind die Themen Natur und Kultur hier im besten Sinne fest verbunden.

KONTAKT Gemeindeverwaltung Reichenau Münsterplatz 2 Phone: +49 7534 80121 Dr.Zoll@Reichenau.de www.reichenau.de

Bereits in der Umsetzung und Erschließung befindet sich das Gewerbegebiet Göldern. Auf der Insel ist es zentral, Schwerpunkte zu setzen. Eine Möglichkeit, die andere Kommunen vielleicht haben, fällt hier weg. Wir können den Platz nicht vermehren. Infolgedessen haben wir ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das deutlich macht, wo Wohnungsbau stattfinden kann und wo andere Nutzungen möglich sind. Ein weiteres Thema ist der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Der Gemüsebau steht vor großen Herausforderungen, u.a. was die Konkurrenz angeht durch größere Betriebe im Ausland. Darüber hinaus stellt sich in vielen Betrieben die Nachfolgeproblematik. Auch hier erarbeiten wir im Moment einen Flächennutzungsplan für die Zukunft. Ein wichtiges Thema wird im Zuge dessen sicher auch der Anbau in Gewächshäusern sein, um eine ausreichende Wertschöpfung erzielen zu können. Ziel ist es, dem Gemüsebau auf der Insel eine Zukunftsperspektive zu geben. Die Bearbeitung der Insel als Kulturlandschaft hat eine lange historische Tradition und ist noch heute für uns Marke und Identität.

114 Standort Deutschland | Insel Reichenau

Foto: Martin Böhler

Sie arbeiten an einem der schönsten Plätze des Sees. Trotzdem sind Sie sicher mit kommunalen Problemen und Aufgaben befasst. An welchen kommunalpolitischen Projekten wird im Moment gearbeitet? Wo wollen Sie Akzente setzen?


Die Insel Reichenau ist ein Hotspot des Tourismus, sie ist UNESCO-Welterbe. Die Hotels und Ferienwohnungen, ein schönes Museum und eine Tourist-Information, die zu den schönsten und modernsten am internationalen Bodensee gehört, Wein und regionales Gemüse, bilden eine ausgezeichnete touristische Infrastruktur. Wie wichtig ist der Tourismus? Und wie empfinden Sie das Verhältnis von Einheimischen und Touristen? Wir versuchen den Tourismus auf der Insel zu stärken und zu lenken. Generell wollen wir die Qualität fördern und nicht die Quantität erhöhen. Gemessen an der Fläche der Insel und der Größe der Gemeinde haben wir bereits sehr viel Quantität, eine hohe Dichte an Hotels mit 200.000 Übernachtungen im Jahr. Die Tagesbesucher lassen sich kaum erfassen. Generell möchten wir gerne den Übernachtungstourismus stärken, weil dadurch mehr Wertschöpfung auf der Insel stattfindet. Wir arbeiten auf eine Stärkung des Wirtschaftsfaktors Tourismus im Verhältnis zur Dichte der Bebauung und zur Auslastung der Fläche hin. Wenn wir im Sommer einen extrem großen Zustrom an Besuchern verzeichnen, ist vor allem die Verkehrsbelastung sehr hoch. Wir versuchen daher durch die Lenkung der Touristenströme gezielt Zonen zu schaffen, die den Einheimischen vorbehalten bleiben. Aber die Tatsache, dass unsere Insel als Ganzes zum Weltkulturerbe erklärt wurde erfüllt ganz sicher viele Reichenauer mit Stolz. Und das schärft den Blick auf die Qualität der hier vorhandenen Kultur- und Naturgüter. Insgesamt profitieren wir stark von der touristischen Infrastruktur auf der Insel. Viele Arbeitsplätze entstehen und viele Gewerbetreibende arbeiten direkt oder indirekt für den Tourismus. Das Thema ist also sehr differenziert zu sehen und hat immer zwei Seiten – eine zeitweise erhöhte Belastung, die aufgrund der hohen Zahlen entsteht, aber auch Stolz und Freude, etwas Besonderes zu sein.

Die Verkehrssituation auf einer Insel ist immer ein „Sonderfall“. Wie begegnen Sie dieser Thematik? Ein wichtiger kommunalpolitischer Punkt, der direkt mit dem Tourismus in Zusammenhang steht ist der öffentliche Personennahverkehr. Wir wollen ein lebendiges Dorf mit lebendigem Gemeinwesen sein. Verkehr wird oft mit Tourismus identifiziert. Aber wie in allen Seegemeinden gibt heutzutage auch immer mehr Ziel- und Quellverkehr, der hausgemacht“ ist. Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten ist es“ eine besondere Herausforderung, dem ständig zunehmenden Verkehr eine passende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Das soll der nächste Punkt im Entwicklungskonzept werden. Der erste Ansatz, auch kurzfristig, ist der ÖPNV. Hier sollen die Verbindungen gestärkt und eine Alternative zum PKW geschaffen werden. So wie es baurechtlich eine besondere Situation auf der Insel gibt, gibt es auch ne besondere Situation im Bereich Verkehr. Um alle Anbindungen und Parkmöglichkeiten um einen Hotspot zu konzentrieren ist die Insel zu groß und auch allein aufgrund der vielen historischen Stätten zu diversifiziert. Deshalb müssen diese vielen Quadratkilometer erschlossen und eine Anbindung der Waldsiedlung an den Bahnhof Reichenau geschaffen werden. Für die Festlandortsteile ist es wichtig, den Bahnhof und die Insel zu

erreichen, andernfalls wird das Zusammenleben der Ortsteile sehr erschwert.

Die Gemeinde Reichenau besteht aus Ortsteilen auf dem Festland und der Insel selbst. Gibt es eine gemeinsame Identität? Es gibt sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten. Die Unterschiede sind hauptsächlich historisch und geographisch begründet. Auf der Insel gibt es eine Identität, die durch die insulare Struktur hervorgerufen wird. Ein sehr starke soziale Bindung, ein ausgeprägtes Vereinsleben – sicher in noch stärkerem Maße als in Gemeinden, die sich nicht auf einer Insel befinden. Es gibt eine ausgeprägte kulturelle Tradition – drei Kirchenchöre, mehrere Orchester, den Männergesangverein … Hier finden sich durchaus Parallelen zu den Strukturen der Gemeindeteile auf dem Festland. Auch im Ortsteil Reichenau Waldsiedlung hat sich angesichts der sehr überschaubaren Zahl der Einwohner ein hohes Maß an Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt. Die starke Verdichtung der sozialen Kontakte, die Art wie man Leben gestalten möchte ist auf der Insel ganz ähnlich wie in der Waldsiedlung. Auch die gelebte Tradition von Gebräuchen ist in allen Teilen der Gemeinde sehr ausgeprägt, wenn auch unterschiedlich gefüllt. Aufgrund des UNESCO Welterbetitels und der damit verbundenen Inselfeiertage gibt es ein hohes Maß an Identität, das sichtbar direkt auf die Insel bezogen ist. Wohingegen der Welterbetitel auf dem Festland weniger präsent ist. Aufgabe der Politik und Verwaltung ist es sicherlich, die Verbindungen weiter zu stärken.

Im Jahr 2000 wurde die Insel Reichenau in ihrer Gesamtheit zum Weltkulturerbe erklärt. Welche Verantwortung bringt eine solche Auszeichnung mit sich? Das Weltkulturerbe hat einen sehr ganzheitlichen Aspekt. Als man angefangen hat Weltkulturerbestätten zu identifizieren, waren es hauptsächlich Gebäude. Das Besondere hier ist, dass die Insel als Gesamtzusammenhang Welterbe ist. Viele kommen zu uns und fragen nach dem Kloster – was eigentlich verkürzt ist. Die Klostergebäude und der „heilige Bezirk“ sind die gesamte Insel. Diesen Zusammenhang bildet der Begriff Weltkulturerbe ab. Das Erbe ist die Kulturlandschaft, die 1300 Jahre lang von Menschen bewohnt und bearbeitet wurde. Hinzu kommt das „immaterielle Welterbe“, die Gebräuche, die auch als ganz besonderes kulturelles Erscheinungsbild zum Welterbebegriff gehören. Deshalb ist es wichtig für uns, das dörfliche Leben und Arbeiten zu erhalten. Würden wir es aufgeben wäre nicht nur das tägliche Zusammenleben, sondern der Welterbebegriff im Kern gefährdet. Etwas so Wertvolles wie ein Welterbe bringt immer auch Fragen der Nachhaltigkeit mit sich. Nachhaltigkeit in verschiedenen Dimensionen: ökologisch, ökonomisch und sozial. Fragen, die auch in jedem modernen Unternehmen beantwortet werden müssen. Auf der Reichenau gibt es jeden dieser Bereiche. Die Insel als Wirtschaftsstandort, die schützensund erhaltenswerte Natur und natürliche eine soziale Dimension im täglichen Zusammenleben von Einheimischen und auch Gästen. Sie alle müssen mit einbezogen werden, um das Welterbe weiter in die Zukunft zu tragen.

Das Interview führten Thomas Willauer und Johanna Lambach

Insel Reichenau | Standort Deutschland 115


UNESCO–WELTKULTURERBE

KLOSTERINSEL REICHENAU

Foto: Achim Mende

Die Klosterinsel Reichenau wurde im Jahr 2000 in die Liste der Welterbestätten aufgenommen und von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. Die drei erhaltenen romanischen Kirchen sind heute noch sichtbarer Ausdruck der großen Vergangenheit der Abtei. Mit ihrer Architektur und den einzigartigen, sorgfältig restaurierten Wandmalereien von St. Georg in Reichenau-Oberzell gehören sie zu den Meisterwerken der europäischen Kunstgeschichte.

EILAND MIT GESCHICHTE Die Reichenau ist heute nicht nur als geschichtsträchtige Klosterinsel, sondern auch als Gemüse- und Ferieninsel bekannt. Mit einer Länge von 4,5 Kilometern und einer Breite von 1,5 Kilometern ist sie die größte der drei Bodenseeinseln. Auf der Hochwart, dem höchsten Punkt der Insel – 440 Meter über dem Meeresspiegel, aber nur 45 Meter über dem Seespiegel – genießt man die beste Rundumsicht. Im Süden bildet der Seerhein die Grenze zur Schweiz. Am gegenüberliegenden Ufer erhebt sich der thurgauische Seerücken, in der Ferne erkennt man bei Föhnwitterung deutlich die Alpen. Im Westen schließen sich die Halbinsel Höri und der Zeller See an. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis in den Hegau mit seinen Vulkankegeln und weiter bis in die Ausläufer der Hegaualb. Richtet sich der Blick nach Norden, haben wir den Gnadensee vor Augen, dahinter die Hügellandschaft des Bodanrücks. Im Osten schließlich verbindet das Band der Pappelallee die Insel mit dem Festland. Sie durchzieht das Schilfmeer des Wollmatinger Rieds mit seinen vorgelagerten Flachwasserzonen. Inmitten des Untersees erhebt sich die Insel mit ihren drei Ortsteilen, die sich um die drei erhaltenen Kirchen herum gruppieren. Südlich des ehemaligen Klostergeländes, in Reichenau-Mittelzell, liegt zwar schon seit Jahrhunderten das gemeindliche Siedlungszentrum, dennoch ist auffällig, dass die Insel keine geschlossene Siedlungsform besitzt. Die über viele Generationen hinweg erfolgte Realteilung hat die Siedlungslandschaft in kleine Parzellen gegliedert. Einzelhöfe, Weiler und Glashausflächen wechseln sich mit unbebauten Freiflächen ab. Sanft geschwungene Rebberge und in verschiedenen Grüntönen leuchtende Gemüseanbauflächen bestimmen das Erscheinungsbild. Zur Zeit der Karolinger und Ottonen war das Inselkloster eines der bedeutendsten geistigen und kulturellen Zentren im Reich. Von adligen Stiftern 116 Standort Deutschland | Insel Reichenau

mit großzügigen Schenkungen ausgestattet, besaß das Kloster eine ausgedehnte Grundherrschaft. Seine Äbte gingen als hochrangige Politiker in die Geschichte ein. Über Jahrhunderte fungierten sie als Berater der Könige und Kaiser, als Diplomaten und Gesandte. Häufig waren sie Erzieher oder Vertreter der minderjährigen Königssöhne. Abt Hatto III. beispielsweise war zeitweise Erzkanzler des Reichs und Vormund des sechsjährigen Königs Ludwig des Kindes. Ebenso gewichtig waren die Leistungen der Abtei auf dem Gebiet der Wissenschaft, der Dichtung, der Kunst und der Architektur. Bedeutendster Vertreter der lateinischen Literatur war Walahfrid Strabo. Aus seiner Feder stammen zwei heute noch berühmte Werke. Die Visio Wettini” “ schildert in Hexametern die Jenseitsvisionen des Mitbruders Wetti; der Hortulus”, eine lateinische Dichtung über den Gartenbau, gibt “ Einblick in die mittelalterliche Kräuterheilkunde. Im ehemaligen Klosterbezirk der Insel wurde ein „Kräutergärtlein” angelegt, in dem die von Walahfrid beschriebenen Pflanzen zu sehen sind. Auf dem Gebiet der Buchmalerei erreichte die Klosterschule höchstes Niveau. Besonders die für Kaiser Otto II., Otto III. und Heinrich II. illustrierten Prachthandschriften erlangten weltweite Beachtung. Die wenigen erhaltenen, reich verzierten Codices werden in den jeweiligen Bibliotheken als unschätzbare Kostbarkeiten gehütet. Die zehn berühmtesten gehören seit 2003 zum Welterbe memory of “ the world”.


BODENSEE MAGAZIN SPEZIAL

„KIRCHEN, KLÖSTER & KONZIL“ Die zweite und überarbeitete Auflage des 104-seitigen Bodensee Magazin Spezial „Kirchen, Klöster & Konzil“ entführt in eine Zeit, die scheinbar längst vergangen ist. Der Beginn führt weit zurück ins 6. Jh. zur Gründung des Bistums Konstanz, setzt sich mit den Klostergründungen in St.Gallen und auf der Insel Reichenau fort (heute beides UNESCO Welterbestätten), umfasst als historischen Meilenstein das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418 und mündet in die Blütezeit des 18. Jahrhunderts. Es berichtet außerdem über die vielen Kloster der Region, das barocke Oberschwaben u.v.m. Der neuen Ausgabe liegt ein Booklet mit vielen Tipps, Touren und Terminen bei. Das Bodensee Magazin Spezial „Kirchen, Klöster & Konzil“ (ISBN 978-3-944741-08-6) ist im gut sortierten Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich oder direkt zu bestellen bei www.labhard.de

St. Peter und Paul ist eine im Jahre 799 durch Bischof Egino von Verona erbaute Säulenbasilika im Ortsteil Reichenau-Niederzell. Die Kirche, wie sie heute besteht, ist eine dreischiffige Basilika. Sie wurde im 11. Jahrhundert nach dem Abbruch der alten Peters- kirche zum Teil auf den alten Grundmauern wieder errichtet.

DER BESONDERE TIPP

MUSEUM REICHENAU WELTKULTURERBE KLOSTERINSEL REICHENAU Die Inselbesucher können sich im MUSEUM REICHENAU in drei Museumseinheiten über die herausragende kulturhistorische Bedeutung der Reichenau informieren. Gemeinsam mit den drei romanischen Kirchen bilden die Museen, die sich in unmittelbarer Nähe dazu befinden, ein „Informationsnetzwerk” zum UNESCO Welterbe „Klosterinsel Reichenau”. Zu den präsentierten Ausstellungsthemen gehören u.a. die Baugeschichte der Kirchen, die Dichtungen des Mönchs Walahfrid Strabo, der auf der Reichenau entstandene sogenannte St.Galler Klosterplan, das Wirken des wissenschaftlich tätigen Mönchs Hermann des Lahmen und die Reliquienverehrung. Einen Schwerpunkt bildet die Darstellung der Reichenauer Buchmalerei. Öffnungszeiten aller Museumsgebäude: April–Oktober täglich jeweils 10.30–16.30 Uhr, Juli u. August täglich jeweils 10.30–17.30 Uhr, Nov.–März Sa., So. Feiertag jeweils 14.00–17.00 Uhr

info@museumreichenau.de, www.museumreichenau.de


Foto: Kuhnle und Knödler Fernsicht bis zur Alpenkette – bei klaren Sichtverhältnissen wird deutlich, in welch traumhafter Lage sich Radolfzell am Bodensee befindet.

STADT RADOLFZELL AM BODENSEE WIRTSCHAFTLICHES POTENZIAL IN ATTRAKTIVER UMGEBUNG Innovation, Weitblick und hohe Lebensqualität: Das sind nur drei der herausragenden Attribute, mit denen Radolfzell am Bodensee punkten kann. Die Stadt liegt an einer exponierten Stelle – direkt am Untersee und verkehrsgünstig geschickt im Städtedreieck der Arbeiter- und Industriestadt Singen und der Universitätsstadt Konstanz.

KONTAKT Stadtverwaltung Radolfzell am Bodensee Marktplatz 2 (Rathaus) D-78315 Radolfzell am Bodensee www.radolfzell.de

Städtebaulich hat sich in den zurückliegenden Jahren ausgesprochen viel getan. So hat Radolfzell am Bodensee, jahrzehntelang geprägt durch das Schiesser-Industrie-Areal, eine Wandlung vollzogen. Wo früher Industrieflächen waren, befindet sich nun das Herstellerverkaufszentrum seemaxx. Das seemaxx bietet qualitativ hochwertige Waren an und positioniert sich als Ergänzung der Sortimente in der Innenstadt. Das seemaxx hat in der Region ein Alleinstellungsmerkmal – hier wurde frühzeitig die Chance erkannt, nachhaltig die Wirtschaft zu stärken. Dass das seemaxx ein Erfolgsmodell ist, von dem Radolfzell am Bodensee profitiert, beweist die Erweiterung der Verkaufsfläche von 4.500 Quadratmeter auf 8.500 Quadratmeter. Die Umbauarbeiten des Outlets sind in vollem Gange. Im Herbst 2016 soll die Erweiterung abgeschlossen sein.

Martin Staab Oberbürgermeister / Mayor Phone: +49 7732 81-101 oberbuergermeister@radolfzell.de

„Die Seetorquerung ist eine wichtige und richtige Investition in unsere Infrastruktur. Sie wird die Achse zwischen seemaxx, Innenstadt und Seeufer stärken und die Attraktivität unserer Stadt erhöhen.“ Martin Staab

118 Standort Deutschland | Radolfzell am Bodensee


Foto: Kuhnle und Knödler 23 Millionen Euro investiert Radolfzell in die Verbesserung der Infrastruktur am Bahnhof. Die neue Unterführung stellt einen barrierefreien Zugang zu den Gleisen her. Baustart ist im Frühjahr 2017.

23 Millionen Euro für neue Unterführung Eine Achse verbindet das seemaxx mit der Innen- und Altstadt Radolfzells. Und diese Achse wird schon bald weiter ausgebaut: Radolfzell setzt in den nächsten Jahren auf den Ausbau seiner Infrastruktur am Bahnhof. Für 23 Millionen Euro wird die Seetorquerung gebaut; der Bahnhof und dessen Umfeld werden umgestaltet. Die neue breitere Unterführung stellt Barrierefreiheit her und bringt zudem eine optische Aufwertung mit sich. Zwei Gleise der Deutschen Bahn werden rückgebaut, sodass die Unterführung kürzer wird. Doch das ist noch nicht alles: Das Seeufer wird aufgehübscht. Auch hier wird die Stadt in den nächsten Jahren investieren und Schritt für Schritt mit gezielten Maßnahmen die Seeuferpromenade weiter verbessern. Besucher können schon bald auf einer Achse vom seemaxx kommend durch die schöne Altstadt bummeln und durch die neue Unterführung an der Seepromenade flanieren. Der Gemeinderat bekräftigte seinen Baubeschluss am 6. Oktober 2015 – der Baustart ist für Frühjahr 2017 geplant.

Kostenloses WLAN

mer anmelden. Ein Content-Filter stellt sicher, dass der Jugendschutz gewahrt wird. Oberbürgermeister Martin Staab betonte bei der offiziellen Inbetriebnahme des WLAN, wie wichtig der freie Zugang zu Informationen in unserer heutigen Zeit sei. „Der freie Zugang zum Internet ist ein Grundrecht“, sagte er. Bei den neun Hotspots wird es nicht bleiben. Oberbürgermeister Martin Staab kündigt den weiteren Ausbau des WLAN-Netzes an. Kehrt der Besucher übrigens der Innenstadt den Rücken und läuft Richtung seemaxx, kann er auch dort über den Zugang „free key seemaxx“ kostenlos ins Internet.

Investorenwettbewerb für das Quartier Kapuzinerweg Unweit des Bahnhofs entsteht ein neues Quartier, das sich durch die zentrale Lage, die Anbindung an den Bahnhof und die unmittelbare Nähe zum Seeufer an einer sehr attraktiven Stelle befindet. Mithilfe eines Wettbewerbsverfahrens wird ein geeigneter Investor gesucht. Das Ziel ist die städtebauliche Aufwertung des Quartiers, das derzeit noch von Leerstand und großen Parkflächen geprägt ist. An dieser Stelle soll ein Einzelhandelsschwerpunkt etabliert werden, der das Warensortiment der Altstadt sinnvoll ergänzen und zusätzliche Frequenz in die Innenstadt bringen soll. Weitere Nutzungen wie unter anderem Dienstleistungseinrichtungen, Büros, Einrichtungen für soziale und gesundheitliche Zwecke, Gastronomie sowie touristische und kulturelle Nutzungen sind denkbar. Seine zentrale Lage im Stadtgebiet und seine unmittelbare Nähe zum Bahnhof machen das Quartier Kapuzinerweg zu einem Projekt von herausragender Bedeutung für die Innenstadtentwicklung Radolfzells.

Radolfzell liegt direkt am schönen Untersee, der Besuchern und Einwohnern zahlreiche Wassersportmöglichkeiten bietet.

Foto: Kuhnle und Knödler

Foto: Kuhnle und Knödler

Kabellos ins Internet im öffentlichen Raum: Auch hier beweist Radolfzell am Bodensee Innovation. Denn seit August 2015 gibt es in der Radolfzeller Innenstadt und am Skaterplatz kostenlosen Zugang zum World Wide Web. Neun Hotspots machen es möglich. Mit Smartphones, Tablets oder anderen mobilen Geräten können die Nutzer kostenlos und ohne Datenbeschränkung im Internet surfen. Nach drei Stunden wird allerdings aus Sicherheitsgründen die Verbindung automatisch getrennt. Danach müssen sich die Nutzer neu anmelden. Und so geht‘s: WLAN aktivieren, „free key Radolfzell“ antippen und sich mit der Email-Adresse oder der Handynum-

Wenn die Passanten vom seemaxx Richtung Bodensee laufen, werden sie bald schon von der Altstadt aus das Ufer sehen können.

Nicht nur beim Altstadtfest sind die Gassen und Straßen der Innenstadt voll: Radolfzell hat viel zu bieten.

Radolfzell am Bodensee | Standort Deutschland 119


Foto: Stadtverwaltung Radolfzell startet mit der Vermarktung des neuen Gewerbegebietes Kreuzbühl. Es schließt direkt an das schon bestehende Gewerbegebiet Nord an und befindet sich in einer verkehrsgünstigen Lage.

Kreuzbühl – das neue Gewerbegebiet Verkehrsgünstige Lage ist ein Pluspunkt Das sind gute Nachrichten für Unternehmer in der Region und darüber hinaus: Die Stadt Radolfzell entwickelt ein neues Gewerbegebiet. Die Weichen sind gestellt und die Pläne vorangeschritten. Im aktuellen Jahr 2016 startet die Vermarktung der insgesamt etwa sieben Hektar großen Fläche, die bisher landwirtschaftliche Nutzfläche ist. Die Nachfrage nach weiteren Gewerbeflächen ist groß. Das neue Gewerbegebiet Kreuzbühl liegt durch die gute Anbindung in einer verkehrsgünstigen Lage. Es befindet sich direkt an der Landesstraße 226. Das bedeutet vergleichsweise kurze Wege: Die Anschlussstellen zur A81 Richtung Stuttgart und zur B33 Richtung Konstanz sind nur ungefähr fünf Kilometer entfernt. Die zentrale Lage Radolfzells im

Landkreis Konstanz und die Nähe zu Schaffhausen und Zürich sind weitere wichtige Faktoren. Ein weiterer Pluspunkt ist die unmittelbare Nachbarschaft zum attraktiven Gewerbegebiet Nord. Kreuzbühl schließt direkt an dieses schon bestehende Gewerbegebiet, das eine Fläche von ungefähr 15 Hektar hat. Ein gut funktionierender Branchenmix zeichnet das Gewerbegebiet Nord aus. So sind dort zahlreiche Firmen – von Maschinenbau über Reinraumtechnik bis zum Großhandel – angesiedelt. Eine besondere Einrichtung ist sicher das RIZ – das Radolfzeller Innovations- und Technologiezentrum, in dem zahlreiche Unternehmen Büro- und Gewerberäume sowie Gewerbeflächen angemietet haben. Im RIZ sind derzeit das städtische startUp Center und weitere 70 Mieter untergebracht. Das neue Gewerbegebiet Kreuzbühl kann somit an ein gut funktionierendes Konzept anknüpfen.

Milchwerk Radolfzell

Milchwerk Radolfzell Werner-Messmer-Straße 14 D-78315 Radolfzell am Bodensee Phone: +49 7732 81-362 milchwerk@radolfzell.de www.milchwerk-radolfzell.de

❯ ENGLISH SUMMARY Radolfzell’s Milchwerk is a prestigious conference, cultural and exhibition centre that enjoys an excellent reputation among organisers of these events. Milch-

120 Standort Deutschland | Kreuzbühl | Milchwerk Radolfzell

werk is situated right next to the seemaxx factory outlet centre. It is just a few minutes’ walk from Radolfzell town centre, the shores of Lake Constance and the Mettnau peninsula. With more than 2,000 m2 of exhibition space, it is an ideal venue for trade fairs and product presentations.

Foto: Milchwerk

KONTAKT

Ein Industriegebäude macht Karriere Das Radolfzeller Milchwerk ist ein repräsentatives Tagungs-, Kultur- und Messezentrum, das in Veranstalterkreisen einen hervorragenden Ruf genießt. Das umgebaute Industriegebäude – ehemals ein milchverarbeitender Betrieb – liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Factory Outlet Center seemaxx. Die Radolfzeller Altstadt ist in wenigen Gehminuten ebenso zu erreichen wie das Bodenseeufer oder die Halbinsel Mettnau. Exklusiv für Tagungsgäste reserviert ist der 2008 fertiggestellte markante Anbau des Milchwerks: Weithin sichtbar signalisiert der rote Kubus die Individualität und Moderne des Radolfzeller Veranstaltungszentrums. Mit einer Ausstellungsfläche von über 2.000 Quadratmetern bietet es zudem die ideale Plattform für Messen und Produktpräsentationen. Gerne ist das Team des Milchwerks bei der Planung und Zusammenstellung eines attraktiven Rahmenprogramms behilflich.


Facts & Figures Gemarkungsfläche Höhe  Gesamtzahl Bevölkerung  (Stand 30.06.2015)

5.857 ha 395-675 m ü. NN 30.748 Einwohner

Arbeitsstätten Beschäftigte  davon produzierendes Gewerbe davon Handel/Verkehr/Gastronmie davon sonstige Dienstleistungen

1.353 12.359 4.635 2.072 5.652

Steuersätze 2015 Grundsteuer A 365 % | Grundsteuer B 365 % | Gewerbesteuer 370 % Verkehrsverbindungen Radolfzell liegt an der Bundesstraße B33 und B34 mit Anschluss an die A81 Singen-Stuttgart. Die Bahnstrecken Offenburg-Konstanz und Basel-Lindau führen durch Radolfzell. Die Flughäfen Friedrichshafen, Zürich und Stuttgart sind ca. 58 km, 80 km bzw. 150 km entfernt. Der ÖPNV wird durch Stadtbus, Bahn und Schiffsverkehr bewerkstelligt. Schulen/Hochschulen/sonstige Bildungseinrichtungen Grund- und Hauptschulen | Gesamtschule | Grundschulförderklasse Förderschule | Realschule | Gymnasium | Gewerbliche Schulen/Berufskolleg für Mode und Design | Haus- und Landwirtschaftliche Schulen Kaufmännische Schulen | Mettnau-Schule | Carl Duisberg Centrum (Deutschkurse für ausländische Fach- und Führungskräfte) Volkshochschule | Musikschule Radolfzell Medizinische Einrichtungen Krankenhaus Radolfzell der Hegau-Bodensee-Hochrhein-Kliniken GmbH mit 149 Betten (Gesundheitsverbund im Landkreis Konstanz) METTNAU, Medizinische Rehabilitationseinrichtungen der Stadt Radolfzell Soziale Einrichtungen Alten- und Pflegeheime | Tagespflege | Seniorenwohnanlagen | Luisenklinik - Tagesklinik für Kinder- und Jugendliche Sport- und Freizeitmöglichkeiten Große Vielfallt an (Wasser-)Sportmöglichkeiten, Skateranlage, Tennisanlage/Tennishalle | über 250 Vereine | Kletterhalle des DAV Kunst/Kultur Museum in der Alten Stadtapotheke | Fasnachtsmuseum | Stadtbibliothek mit Lesestube | Kunstausstellungen in der Villa Bosch | Im 2-jährigen Turnus Bundeskunstpreis für Menschen mit Behinderung | Kunstverein Radolfzell e.V. | Doppelgänger Theaterforum | Musikschule Radolfzell mit Jugendblasorchester und Stadtkapelle | Jährliche Kulturnacht | Nostalgiekino Universum e.V. Freie Fläche Gewerbeflächen in Planung

Surface area

5,857 ha

Altitude 

395-675 m above sea level

Total population (June 30, 2015)

30,748 inhabitants

Places of employment Employees Manufacturing trade Retail trade/transport/catering Other services

1,353 12,359 4,635 2,072 5,652

Tax rates in 2015 Property tax agriculture 365 % | Property tax construction 365 % | Business tax 370 % Transport connections Radolfzell is located on the federal roads B33 and B34 with a direct link to the Singen-Stuttgart motorway. The rail lines Offenburg Constance and Basel-Lindau go through Radolfzell. The airports of Friedrichshafen, Zurich, and Stuttgart are just 58 km, 80 km, and 150 km away respectively. Public transportation is provided by numerous bus lines as well as rail and ship connections. Schools/universities/other educational facilities Primary and secondary-level schools | Comprehensive school | Special needs class in primary school | Special education school | Secondary-level Realschule | Secondary-level Gymnasium | Vocational schools and a vocational college for fashion and design | Home economics and agricultural schools | Commercial schools | Mettnau School | Carl Duisberg Centrum (German classes for foreign professionals and executives) | Adult education centre | Music school Medical facilities Radolfzell Hospital as a part of the Hegau-Bodensee-Hochrhein Kliniken GmbH with 149 beds (Healthcare network in the District of Constance) | Mettnau, Radolfzell’s medical rehab facilities Social institutions Residential and nursing home | Day care | Sheltered accommodation for the elderly | Luisenklinik day care centre for children and young people Sports and recreational opportunities A wide variety of (water) sports, skater park, tennis courts/hall | More than 250 clubs. Art/culture Museum in the Alte Stadtapotheke | Fasnacht Museum | Public library with reading room | Art exhibits in Villa Bosch | Biennial Federal Art Prize for people with a disability | Kunstverein Radolfzell e. V. art club | Doppelgänger theater forum | Music School Radolfzell with youth brass band and municipal orchestra | Annual art night | Universum nostalgic cinema.

ca. 7,1 ha

Zusammensetzung des Gemeinderates 8 CDU | 6 Freie Grüne Liste | 5 Freie Wähler | 4 SPD | 3 FDP

Available lots Commercial zones in the planning stage

approx. 7.1 ha

Members of the municipal council 8 CDU | 6 Freie Grüne Liste (Greens) | 5 Independents | 4 SPD | 3 FDP Radolfzell am Bodensee | Standort Deutschland 121


INTERVIEW MIT

ANDREAS REINHARDT STADTWERKE RADOLFZELL

Andreas Reinhardt Geschäftsführer Stadtwerke Radolfzell

Herr Reinhardt, wie würden Sie das Unternehmen Stadtwerke Radolfzell beschreiben? Andreas Reinhardt: Wir verstehen uns als kommunales Unternehmen für unsere Kunden vor Ort, auch wenn wir nur zu 51% der Stadt gehören. Mit unseren 90 Mitarbeitern zähle ich uns zu den mittleren Stadtwerken in Deutschland. Wir generieren eine Wertschöpfung bzw. Umsatz von ca. 60 Millionen Euro und sind aufgrund der 49-prozentigen Beteiligung der Thüga AG, München an unserem Unternehmen im Zusammenschluss von knapp 100 Stadtwerken auf der Einkaufseite in der Lage, wettbewerbsfähige Angebote zu erstellen und durch den intensiven Kontakt mit unseren Kunden in unserem Serviceangebot besonders innovativ zu sein. Wir verwalten das kommunale Vermögen der Bürger der Stadt Radolfzell am Bodensee. Das müssen wir mehren, im Wettbewerb mit anderen, gerade im Strom- und Gasbereich. Aber auch in den neuen interessanten Produktlinien wie Breitbandtechnologie, Telefonie und Internetdienstleistungen. Das Portfolio der Stadtwerke hat sich enorm erweitert. Gehört das noch zu den Kernaufgaben? Seit 250 Jahren gibt es in Radolfzell die kommunale Trinkwasserversorgung, das ist eine Form der Daseinsvorsorge, zu der auch Strom, Gas und Wärme gehören. Aber eben auch der öffentliche Nahverkehr mit unseren acht Linien des Stadtbusses und das jüngste Kind unserer kommunalen 122 Standort Deutschland | Radolfzell am Bodensee

Produktfamilie, die Breitbandversorgung. Dabei handelt es sich um eine leitungsgebundene Technik und wer, wenn nicht wir vor Ort, ist in der Lage, bereits vorhandene Netzstrukturen zu nutzen? Gerade im ländlichen Räumen können wir schnelles Internet in die Fläche bringen, dort, wo sich große Konkurrenten schwer tun. Hierfür gehen wir Kooperationen mit den Kollegen aus der Region ein, etwa, um bei der Versorgung von Liegenschaften der Landratsämter gleichbleibende Qualität anbieten zu können. Man könnte also sagen, Sie nutzen Ihren Standortvorteil? In der Tat, die Kunden müssen uns vertrauen und von der Kompetenz unserer Mitarbeiter überzeugt sein. Wir sind vor Ort für unsere Kunden ansprechbar, das ist durchaus Teil unseres Brandings. Wir sind ein klassischer Querverbund. Das bedeutet, wir übernehmen die Verluste des öffentlichen Nahverkehrs. Das bezahlt der Kunde mit seinem Strom- und Wasserentgeld im Grunde mit. Aber Stadtwerke sind keine Monopolisten mehr, sondern ein Infrastrukturdienstleister mit gesellschaftlicher Verantwortung. Und Infrastruktur heißt für mich neben der Daseinsvorsorge zur Energie- und Wasserversorgung unter anderen auch ÖPNV, Internet und innovative Dienstleistungen. Diese wollen wir in noch stärkerem Maße anbieten, zum Beispiel über Nahwärmenetze, intelligente Speicherlösungen im Bereich Photovoltaik, Umstellung auf LED. Alles das, was mit Energieoptimierung für unsere Kunden und nachfolgenden Generationen zu tun hat.


Die Stadtwerke haben mittlerweile ein Image als innovatives Unternehmen. Und mit unserem neuen Corporate Design wollen wir uns noch stärker über unsere gesamte Produktpalette definieren. Aber Innovationen gibt es bei uns auch intern. Wir haben ein Vorschlagswesen für Mitarbeiter eingeführt, und ein Großteil davon erfährt auch Umsetzung. Das bindet Mitarbeiter an das Unternehmen und stärkt unseren Teamgedanken. Wir brauchen Fachkräfte, dafür investieren wir in Weiterbildung. Und wir haben eine Ausbildungsquote von über 10% und bilden in den Bereichen Energieelektroniker, Industriekauffrau und IT selber aus. In letzter Zeit hört man oft von „intelligenten Netzen“. Was steckt dahinter? Der Umbau der Energiewirtschaft erfolgt auf digitaler Basis, Systeme werden miteinander verknüpft zu intelligenten Netzen. Ein Stichwort ist Smart Meter, die intelligenten Stromzähler. Wir gehen davon aus, dass wir ab 2017 beginnen werden, diese verpflichtend einzubauen. Sie dienen perspektivisch der Versorgungssicherheit, indem man das Nutzerverhalten feststellt und daraus Regelungen ableitet, um Netzüberlastungen zu vermeiden. Der Weg führt zu Smart Grids, zu intelligenten Netzen mit dem Ziel der automatisierten Regulierung der Versorgungssicherheit bei zunehmend volatiler Stromeinspeisung und Entnahme. Und je mehr Hausbesitzer auf den Dächern ihren Strom selber erzeugen und ins Netz einspeisen, desto herausfordernder wird das System der Verteilnetzbetreiber. Spüren Sie denn eine gesteigerte Nachfrage der Kunden nach Öko-Strom? Vereine wie NABU und BUND haben hier ihren Sitz, von daher gilt Radolfzell ein bisschen als Ökohauptstadt. Das findet seinen Widerhall in der Bevölkerung. Auch bei der Energieversorgung werden ökologische Aspekte in die Überlegungen mit einbezogen . Mit dem Angebot, alle unsere Kunden mit CO2-neutralem Strom aus Wasserkraft zu versorgen, sind wir dem Kundenwunsch gefolgt. Gerade die junge Bevölkerung hat eine hohe Affinität zum Ökologischen. Das sind unsere Kunden der Zukunft, auch deswegen investieren wir in Kooperation mit Partnern in erneuerbare Energien, z.B. mit der IG Hegauwind. Die IG Hegauwind engagiert sich in der Windkraft. Soll es in der Region Windräder geben? Nicht nur in Schleswig-Holstein oder in Niedersachsen kann man Windräder aufstellen, sondern auch hier in der näheren Umgebung gibt es Möglichkeiten der dezentralen Energieerzeugung in Form von Windkraft. Es wurden Gutachten eingeholt und man hat Wirtschaftlichkeitsberechnungen durchgeführt. Nun werden wir gemeinsam mit zwei Schweizer Unternehmen, anderen Stadtwerken und einer Bürgerenergiegenossenschaft einen eigenen Windpark in der Gemarkung Tengen bauen. Geplant sind drei Windmühlen mit über drei MW pro Mühle. Und wir haben durchaus eine hohe Akzeptanz vor Ort. Man muss mit Argumenten überzeugen. Nehmen Sie das Beispiel Atomkraftwerke: Sie sind 30 oder 40 Jahre in Betrieb, mit der Folge, dass wir mehrere 10.000 Jahre Altlasten hinter uns her tragen müssen. Die damit einhergehenden Risiken wollen wir nicht mehr. Ich bin in Merseburg

im Chemiedreieck von Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Im Winter hatten wir dort braunen Schnee. Das hat mich geprägt, deswegen bin ich ein Verfechter erneuerbarer Energien. Auch weil sie in zunehmenden Maße wettbewerbsfähiger sein werden. Sie gelten auch als Verfechter einer dezentralen Energieversorgung. Wie sieht hier das Engagement der Stadtwerke aus? Neben der dezentralen Versorgung der Ortsteile mit Wärme geht es auch um Bürgerdachprojekte, Blockheizkraftwerke in Wohnsiedlungen und um Wärme-Contracting-Angebote. Große Chancen sehe ich bei Nahwärmekonzepten wie den geplanten Solarthermie-Feldern in Liggeringen. Dort ergeben sich zusätzlich Synergieeffekte, weil nicht nur Stromkabel oder Wärmeleitungen verlegt werden, sondern gleichzeitig Leerrohre für Glasfaserkabel. Das ist ein spannendes Projekt. Auch das Bioenergiedorf in Möggingen findet zunehmend Akzeptanz. Wenn der Verkehrswert der Grundstücke dort durch unsere Maßnahmen steigt, lohnt sich das auch für die Grundstückeigentümer. Es macht Sinn, darüber nachzudenken, Strom oder Wärme dort zu erzeugen, wo sie benötigt werden. Wir als Stadtwerke sehen darin durchaus Chancen, als Dienstleiter Anlagen in Wohngebieten, beim Gewerbe oder in der Industrie aufzustellen, die sowohl Strom als auch Wärme erzeugen und auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Kunden möchten zunehmend Strom selber produzieren und nicht angewiesen sein auf die Versorger. Wir als Stadtwerke sind bereit, diesen Wettbewerb anzugehen. Wir haben beim Energietag Baden-Württemberg Photovoltaik- und Speicherlösungen präsentiert, die auch im kleinen Maßstab wirtschaftlich sein können. In diesem Bereich verdienen wir unser Geld eben nicht über den Verkauf von Strom, sondern über die Dienstleistung, über die Wartung bis hin zur Finanzierung von derlei Anlagen. Sie sind auf dem Weg zur Rundumversorgung Ihrer Kunden, man könnte fast behaupten, es ist eine Form der Rekommunalisierung. Ist das der richtige Weg? Und was sind die nächsten Schritte? Zukünftige Projekte werden individuelle Photovoltaikanlagen inklusive Speicher sein. Es wird weiterhin Förderprogramme für Energieeffizienzmaßnahmen im Bestand und bei Neubau von Immobilien geben. Aber ebenso das Thema WEB-TV und Streamingdienste werden zunehmend von der Gesellschaft nachgefragt. Wir werden zukünftig IP-TV zu attraktiven Konditionen in unserem Sortiment anbieten können. Ist eine Rekommunalisierung der richtige Weg? War denn eine Privatisierung der Falsche? Ich denke, um Ihre Frage richtig beantworten zu können, ist es wie im wahren Leben: Es gibt weder Schwarz noch Weiß, aber die Stadtwerke können ein guter Baustein im Gesamtsystem sein, um die Wertschöpfung vor Ort zu organisieren und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Gestatten Sie mir, dass ich mit einem Zitat von Henry Ford ende: „Ein Geschäft, das nur Geld bringt, ist ein schlechtes Geschäft“. Insofern kommt es auf die Partnerschaft zum gegenseitigen Vorteil an. Daran lassen wir uns als Stadtwerke Radolfzell gerne messen. www.stadtwerke-radolfzell.de Das Interview führten Thomas Willauer und Holger Braumann Radolfzell am Bodensee | Standort Deutschland 123


AM HOHENTWIEL

INTERVIEW MIT OBERBÜRGERMEISTER

BERND HÄUSLER

Bernd Häusler

Oberbürgermeister Stadt Singen

KONTAKT Singen Hohgarten 2 D-78224 Singen www.singen.de Bernd Häusler Oberbürgermeister / Mayor Phone: +49 7731 85-101 ob@singen.de

Herr Häusler, ein spannendes kommunalpolitisches Jahr liegt hinter Ihnen. Welche Themen davon werden Sie denn auch weiter begleiten? Bernd Häusler: Eine Reihe von Themen werden uns auch im nächsten Jahr beschäftigen. Das Thema der Flüchtlinge wird auch für Singen eine große Herausforderung bleiben, der wir uns stellen müssen und werden. Die Planungen für ein Einkaufs- und Dienstleistungszentrum waren im ablaufenden Jahr für mich und die beteiligten Mitarbeiter sehr anspruchsvoll. Das Thema wird auch 2016 eine große Rolle spielen, da der Gemeinderat dann die Entscheidung treffen wird, ob das Center kommen soll oder nicht. Ein wichtiges Projekt, das auch in diesem Kontext zu sehen ist, ist die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Sollte das Center kommen, wäre es natürlich geboten, die Baumaßnahmen aufeinander abzustimmen. Beide Projekte sind geeignet, dem Besucher, der den Bahnhof verlässt, einen deutlich attraktiveren ersten Eindruck zu vermitteln, als es heute der Fall ist. Nun haben Sie ja auch endlich eine Beigeordnete an Ihrer Seite. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Ute Seifried? Die Zusammenarbeit läuft sehr gut. Wir ergänzen uns hervorragend. Für mich ist es verblüffend, wie schnell sich Ute Seifried in kürzester Zeit in die Singener Themen eingearbeitet hat. Wo werden Sie in 2016 Ihre politischen Akzente setzen? Bei allen Themen werde ich weiterhin mit der größtmöglichen Transparenz und Offenheit zu Werke gehen. Der Bürger will mitdiskutieren und die Hintergründe für politische Entscheidungen verstehen. Daher bieten wir bei vielen Projekten Bürgerwerkstätten an. Viele Rückmeldungen zeigen mir, dass wir hier auf einem richtigen Weg sind. Die Flüchtlinge sind ja auch für Ihre Stadt ein großes Thema. Wie läuft es in Singen? Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge? Wir prüfen gemeinsam mit dem Landratsamt Konstanz alle möglichen Optionen. Mir ist bewusst, dass es für uns alle großer Anstrengungen bedarf, bis zum Jahresende fast 600 und bis Ende 2016 über 1000 Flüchtlinge in der Stadt unterzubringen.

124 Standort Deutschland | Singen am Hohentwiel

Foto: Michael Häfner

SINGEN


Inwieweit belastet das Thema Asylbewerber die Wohnsituation in Ihrer Stadt? Gelingt es, genügend Wohnraum für alle zu schaffen, wie Sie es sich vorgenommen haben? Es wird schwer, denn der Singener Wohnungsmarkt steht schon ohne Flüchtlinge gehörig unter Druck. Wir versuchen, etwa durch die Ausweisung eines Neubaugebietes am Schnaidholz, weitere Angebote zu schaffen, um den Markt zu entlasten. Kurzfristig wird es aber eng werden. Schon vor der Flüchtlingskrise haben wir im Rahmen von Runden Tischen verschiedene Akteure zusammengebracht, um Lösungen zu erarbeiten, wie wir mehr Wohnraum in Singen schaffen können. Wie steht es denn mit dem sozialen Frieden in der Stadt? Sehen Sie den gefährdet? Singen war schon immer eine sehr offene Stadt. Fremde wurden schon immer gut integriert, egal ob es um die Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg ging oder später die Gastarbeiter. Die Singener lamentieren nicht, sondern stehen zusammen und packen an. Das erfüllt mich als Singener mit einem gewissen Stolz und deshalb mache ich mir hier auch keine Sorgen. Was sind denn für Sie die Singener Highlights in 2016? Neben den genannten Themen biegen wir nächstes Jahr bei unserem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) auf die Zielgerade ein. Gemeinsam mit den Bürgern entwickeln wir die Ziele der Stadtentwicklung für das Jahr 2030. Ich freue mich schon auf die Ergebnisse, das ist ein sehr spannender Prozess. Außerdem hoffe ich, dass unsere Bemühungen als Klimaschutzkommune Früchte tragen und wir beim European Energy Award dieses Mal Gold holen können. Das 1100jährige Jubiläum des Hohentwiels, beziehungsweise der urkundlichen Erwähnung der Burg darauf, wurde ja mit vielen Aktionen und Projekten würdig begangen. Welche Bilanz ziehen Sie nach dem Jubiläumsjahr? Was hat es gebracht? Wie empfanden Sie die Resonanz darauf? Wir haben, wie ich finde, unseren Hohentwiel gekonnt in Szene gesetzt. Den Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, die hier das ganze Jahr über viel Aufwand betrieben haben, spreche ich meinen Dank aus. Die Auszeichnung „Burg des Jahres“ ist nur ein Indiz dafür, dass wir unseren Hausberg auch überregional stärker ins Bewusstsein gerückt haben. Ob es einen nachhaltigen Schub für den Tourismus bringt, wird sich zeigen. Singen ist ja als Wirtschaftsstandort nach wie vor attraktiv. Was werden Sie tun, um diese Attraktivität noch weiter zu erhöhen? Wir sind weiter bestrebt, die guten Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, sofern wir diese beeinflussen können. Egal, ob es um technische Infrastruktur wie Straßen oder Breitbandverbindungen geht, um wirtschaftsbezogene Veranstaltungen oder die Vermittlung geeigneter Objekte und Grundstücke: Unsere Wirtschaftsförderung, das Standortmarketing Singen aktiv aber auch ich persönlich sind immer für die Belange unserer Betriebe ansprechbar und versuchen, schnell und unbürokratisch Unterstützung zu geben.

Facts & Figures Gesamtzahl der Bevölkerung (Stand 31.12.2014)

46.563 Einwohner

Sozialversicherunspflichtig Beschäftigte (Stand 30.06.2014) nach Wohnort nach Arbeitsort Einpendler Auspendler Produzierendes Gewerbe Handel, Gastgewerbe und Verkehr Sonstige Dienstleistungen Land- und Forstwirtschaft Zahl der Betriebe

24.304 16.620 24.304 15.271 7.650 9.125 5.576 9.558 45 1.373

Steuersätze Grundsteuer A: 360 % | Grundsteuer B: 360 % | Gewerbesteuer: 360 % Handelskennziffern (jeweils normiert auf Bundesdurchschnitt = 100,0) (Quelle: GfK 2012) Kaufkraft-Index Zentralitätskennziffer

Total population (December 31, 2014)

96,3 ca. 200

46,563 inhabitants

Employees subject to social insurance contributions (June 30, 2014) By place of residence By place of work In-commuters Out-commuters Manufacturing industry Trade, hotels and restaurants, transport Other services Agriculture and forestry Number of businesses

24,304 16,620 24,304 15,271 7,650 9,125 5,576 9,558 45 1,373

Tax rates Property tax agriculture: 360 % | Property tax construction: 360 % | Business tax: 360 % Trade index (adapted to the national average = 100.0) (source: GfK 2012) Buying power index 96,3 Centrality index approx. 200

Was wünschen Sie sich für Ihre Stadt und für sich selbst in 2016? Dass wir in konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat die richtigen Entscheidungen zum Wohle unserer Stadt treffen und Singen wieder ein gutes Stück schöner und lebenswerter machen. Singen am Hohentwiel | Standort Deutschland 125


TAGEN UNTER DEM VULKAN

MEHR ALS RÄUME Das Team der Stadthalle/SingenCongress bietet Ihnen mehr als die reine Organisation der Logistik für Ihre Veranstaltung! Sie erhalten einen „Rundumservice“. Wir kümmern uns sehr gerne nicht nur um die passenden Hotelzimmer, sondern offerieren Ihnen selbstverständlich die gewünschten Cateringleistungen oder aber ein tolles Rahmenprogramm. Die Palette reicht bspw. von Outdoor-Aktivitäten über Weindegustationen und Teambuilding bis zur Bodenseeschifffahrt. Wir beraten Sie auch gerne bei der geplanten Methode und dem Ablauf Ihres Programms. In unserem durch die EU geförderten Projekt „Tagung/Kongress der Zukunft“ befassen wir uns intensiv mit neuen und interaktiven Methoden und Formaten. Machen Sie TeilnehmerInnen zu TeilgeberInnen! Wir unterstützen Sie gerne. Weitere Infos und Kontakt unter: www.singencongress.de


Takeda-Werk in Singen: Der Neubau (helles Gebäude links) schließt direkt an die bestehende Fabrik (Bildmitte) an

Verpackungsstraße: Künftig verlassen jährlich bis zu 47 Millionen Fläschchen mit gefriergetrocknetem Pulver die Takeda-Fabrik in Singen

ARZNEIMITTEL AUS SINGEN FÜR PATIENTEN WELTWEIT

Die Arzneimittelproduktion am Bodensee hat ihren Ursprung am Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach der Zerstörung der Fabriken in Oranienburg bei Berlin siedelte sich der Arzneimittelhersteller BykGulden 1945 in Konstanz an und legte damit einen der Grundsteine für die Medikamentenherstellung in der Bodenseeregion. Um den steigenden Produktionsbedarf zu decken, gründete das Unternehmen 1979 eine Fabrik in Singen (Hohentwiel). Heute gehören die Standorte Singen und Konstanz zum global tätigen japanischen Arzneimittelunternehmen Takeda. Von Konstanz aus unterstützen rund 140 Mitarbeiter den Hauptsitz von Takeda Deutschland in Berlin und übernehmen zentrale Funktionen für die Märkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Standort Singen ist spezialisiert auf gefriergetrocknete Pulver und halbfeste sowie flüssige Darreichungsformen von Arzneimitteln. Über 800 Mitarbeiter, darunter über 40 Auszubildende, stellen dort 300 verschiedene Medikamente her. Im Sommer 2015 eröffnete Takeda in Singen ein neues Produktionsgebäude. Mit dem Ausbau bekennt sich Japans größtes Pharmaunternehmen nicht nur zum Standort Deutschland, sondern besonders auch zum Standort Singen mit seiner aus-

gezeichneten Infrastruktur, sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern und einem Umfeld, das für weiteres Wachstum von Takeda gerüstet ist. Rund 20 Millionen Euro hat Takeda in das neue Produktionsgebäude investiert, das sich mehrstöckig an die bisherige Anlage anschließt. Etwa 100 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Rund 30 Millionen Fläschchen mit dem gefriergetrockneten Pulver stieß Singen bisher pro Jahr schon aus. Nun kommen noch einmal jährlich 17 Millionen Einheiten hinzu. Die Singener Fabrik und der Standort Deutschland sind für den japanischen Pharma-Riesen, der in mehr als 70 Ländern aktiv ist, auch noch aus einem anderen Grund von weltweiter Bedeutung. Hier produzierte Arzneimittel unterliegen der scharfen Kontrolle deutscher und internationaler Behörden – und sind damit auch für wichtige Märkte wie die USA zugelassen. Was in Singen hergestellt wird, darf praktisch überall verkauft werden. Von hier aus geht es in alle Welt!

KONTAKT Takeda GmbH Byk-Gulden-Straße 2 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 840 pr@takeda.de www.takeda.de

„Der Standort Singen ist für Takeda deswegen wichtig, weil wir hier die Schlüssel-Technologie der Gefriertrocknung haben. Die Gefriertrocknungstechnik ist besonders wichtig für die Herstellung unseres bekannten Magenmedikaments, das in der Welt bereits einer Milliarde Patienten geholfen hat.“ Dr. Jürgen-A. Mahling, Geschäftsführer der Takeda GmbH und Standortleiter in Singen.

Takeda | Standort Deutschland 127


TITELSTORY Auf unserem Titelbild beziehen zwei überlebensgroße Spielfiguren Position am Bodenseeufer. Sie entstanden in einer gemeinnützigen Aktion, die das Ravensburger Spieleland im Jahr 2008 zusammen mit vielen Tourismusund Wirtschaftsunternehmen rund um den See zugunsten von Kindern in Not ins Leben gerufen hat. Die überlebensgroßen Figuren wurden zusammen mit Künstlern aus der Region gestaltet und anschließend versteigert. Der Erlös ging an die Radio7 DrachenkinderAktion. Das vielfältige Engagement des Ravensburger Spielelandes wurde in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Preis belohnt. Über 40.000 national befragte Kunden haben entschieden: Der Freizeitpark Ravensburger Spieleland ist das familienfreundlichste Unternehmen und damit gleichzeitig der familienfreundlichste Themenpark Deutschlands. * Ergebnis der jährlich von der ServiceValue GmbH durchgeführten Befragung in Kooperation mit der WELT am SONNTAG und unter wissenschaftlicher Begleitung der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt wird.

IMPRESSUM ISBN 978-3-944741-17-8 Titel_WIMA_2016:Layout 1 01.12.15 11:43 Seite 2

Wirtschaftsmagazin BODENSEE

Labhards

W I R T S C H A F T S MAGAZIN

BODENSEE 2016

B u s i n e s s M a g a z i n e L a k e C o n s ta n C e

WIRTSCHAFT TOURISMUS POLITIK MEDIEN

IM GESPRÄCH: Dr. Nils Schmid Dr. Michael Schwabe Edgar G. Sidamgrotzki Arnold Kannenberg Torsten Schmitz Jürgen Schatz Bettina Gräfin Bernadotte Birgit Sauter-Paulitsch Enrico Heß Uli Burchardt

Nr. 13 (33) 6,– € / 8.– CHF

Dr. Wolfgang Zoll Andreas Reinhardt Bernd Häusler Benedikt Otte Sabine Becker Dr. Klaus F. Erkes Dr. Bernhard Kräußlich Andreas Netzle Markus Thalmann Andreas Balg Christoph Thoma Mag. Brigitte Plemel

POSITION BEZIEHEN

Das Wirtschaftsmagazin Bodensee 2016 ist eine Publikation der Labhard Medien GmbH. Das Wirtschaftsmagazin Bodensee ist ein Magazin zur Standortwerbung und Öffentlichkeitsarbeit und dient der Selbstdarstellung des internationalen Wirtschaftsraumes der Vierländerregion Bodensee sowie der Präsentation von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen dieser Region. Das Wirtschaftsmagazin erscheint jährlich.

Layout 7 Helga Stützenberger stuetzenberger@angrik.de

Druck westermann druck GmbH, Braunschweig Fotos Wenn nicht anders vermerkt, wurden uns die Fotos von den betreffenden Kommunen, Organisationen und Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Geschäftsführung 1 Thomas Willauer (twillauer@labhard.de) 2 Gabriele Schindler (gschindler@labhard.de)

Sondertitel Businesspark Konstanz (Foto: Helmuth Scham), Stadt Radolfzell (Foto:Hesta), Landkreis Sigmaringen (Foto: WIS Sigmaringen), Stadt Konstanz (Foto: Bodenseeforum Konstanz), Stadt Bregenz (Foto: Udo Mittelberger)

Produktmanagement 3 Stephan Bickmann (sbickmann@labhard.de) Projektteam 4 Holger Braumann (hbraumann@labhard.de) 5 Johanna Lambach (jlambach@labhard.de) 6 Beate Laub (blaub@labhard.de) Stephanie King

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Übersetzungen Claire Gordon-Kühl info@gordon-kuehl.de

Gestaltung/Satz Anja Ruh, Medienagentur animarco, www.animarco.de

Labhard Medien GmbH Max-Stromeyer-Straße 116 D-78467 Konstanz Phone: +49 7531 90710 verlag@labhard.de; www.labhard.de

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Vertrieb Katharina Schlude (kschlude@labhard.de)

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128 Standort Deutschland | Bruder Werbung | Impressum

Alle Rechte vorbehalten: Labhard Medien GmbH. Namentlich gekennzeichnete Beiträge können, müssen aber nicht die Meinung der Herausgeber wiedergeben.

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GOTTMADINGEN HEGAU IN HÖCHSTFORM Die Lage in einer landschaftlich schönen und wirtschaftlich prosperierenden Region lockt nicht nur Urlauber, sondern auch Wirtschaftsunternehmen nach Gottmadingen. Die Gemeinde ist stolz auf ihr permanentes Wirtschaftswachstum der letzten Jahre. Das Team der Wirtschaftsförderung berät Investoren und Interessenten gerne bei ihrer Suche nach einem passenden Bestandsobjekt oder der geeigneten Gewerbefläche in den kontinuierlich gewachsenen Gewerbegebieten, die eine große Auswahl an Möglichkeiten für mittelständische Betriebe und große Industrieunternehmen bieten. Dabei sorgt die Wirtschaftsförderung für optimale Lösungen: aktiv, unbürokratisch und individuell – immer auf Wachstum ausgerichtet. Dazu gehört auch die Ausweisung neuer Gewerbe- und Wohngebiete, die Platz schaffen für Familien und die Ansiedlung von Firmen. Das neu ausgewiesene Gewerbegebiet „Schweizer Tor“ mit 40.000 m² frei verfügbarer Fläche liegt direkt an der Autobahn A81 und an der Zollanlage Gottmadingen- Bietingen/Thayngen (CH) und ist damit bundesweit einzigartig. Das Miteinander von wirtschaftlichen Interessen und einem ruhigen Wohnumfeld basiert auf einer gelungenen städtebaulichen Entwicklung. Ein breites Dienstleistungs- und Warenangebot und vielfältige Einkaufsmöglichkeiten in nächster Nähe sorgen für kurze Wege und sind optimale Bedingungen für ein buntes und geschäftiges Leben. Die Qualitäten als Wirtschaftsstandort, die kulturelle Vielfalt und die optimalen Freizeitmöglichkeiten sowie die gut entwi-

ckelte Infrastruktur machen das Unterzentrum Gottmadingen zu einem exzellenten Wohn-, Industrie- und Gewerbestandort.

❯ ENGLISH SUMMARY The town of Gottmadingen is set in the beautiful countryside of the Hegau region directly on the border to Switzerland. Thanks to its convenient position with first-rate connections to Switzerland and an ideal transport infrastructure, Gottmadingen is an attractive location for companies. In addition, the town has sufficient available land to enable companies to make long-term planning decisions. It offers a wide choice of fully developed industrial real estate for implementing business building projects in the short term. In Gottmadingen, business interests thrive side by side with a peaceful residential environment thanks to the town´s successful urban planning concept. Gottmadingen is a lively and bustling town with a wide range of services and products and a good choice of shops nearby. In addition to being a business venue, it boasts a wide cultural diversity, excellent leisure opportunities and a well-developed infrastructure, making it an excellent place to live and an ideal location for industry and trade. KONTAKT

Gemarkungsfläche Gesamtzahl der Bevölkerung (Stand Dezember 2014) Arbeitsmarkt Beschäftigte insgesamt (Stand Juni 2014)

2.359 ha 10.369

3.343

Kindergärten und Schulen Kindergärten mit Regelbetreuung, verlängerten Öffnungszeiten, Ganztagsbetreuung, Aufnahme von Kindern in Kleinkindgruppen ab 1 Jahr, Grundschule, Realschule und Werkrealschule im Schulverbund

Verkehrsanbindungen Direkter Anschluss an Autobahn A81, Bundesstraße B34, S-Bahn-Anschluss nach Singen und Schaffhausen (CH) im Halbstundentakt

Gemeinde Gottmadingen Johann-Georg-Fahr-Straße 10 D-78244 Gottmadingen www.gottmadingen.de Thomas Schleicher Wirtschaftsförderung / Business Development Phone: +49 7731 908134 wirtschaftsfoerderung@ gottmadingen.de

Freizeitmöglichkeiten/Kultur/Veranstaltungen Höhenfreibad, Naturlehrpfad Hardseen, ausgeprägte Fastnacht, Kunstausstellung Experimentelle, autofreier Rundkurs „Slow-up“, Frühjahrsund Herbstmarkt, Weihnachtsmarkt, Tischmesse „Meetingpoint-Hegau“

Gottmadingen | Standort Deutschland 129


ENGEN IM HEGAU STARKE WIRTSCHAFT. STARKE STADT. Engen zählt in Süddeutschland zu den attraktivsten Standorten für die Zukunft von Familien und Unternehmen. Am Tor zu der einzigartigen Vulkanlandschaft des Hegaus stimmen Lebensqualität und Wirtschaftskraft ganz besonders überein. Die wachsende Stadt mit ihren rund 10.000 Einwohnern erfüllt in vielerlei Hinsicht geradezu idealtypische Bedingungen: unmittelbarer Autobahnanschluss an die A81 Richtung Stuttgart und Schweiz, direkte Anbindung an die Bahnstrecke Stuttgart-Mailand, S-Bahn-Verbindung nach Singen/Konstanz/ Schweiz, nur wenige Minuten zum Bodensee – besser geht’s nicht! In nur einer Stunde erreicht man sogar die internationalen Flughäfen in Stuttgart, Zürich oder Friedrichshafen. Die Stadt mit besonderem Flair Die Stadt selbst verfügt über ein südländisches, romantisches Flair in ihrem spätmittelalterlichen Stadtkern. Er gilt als eines der besterhaltenen Altstadt-Ensembles in Süddeutschland. Eine lebendige und offene Stadtgesellschaft prägt das kulturelle Leben. Hier weiß man zu feiern und ausgefallene Märkte abzuhalten. Engen steht für nachhaltiges Wirtschaften und zukunftsorientiertes Denken. Insbesondere jungen Familien bieten sich hier erstklassige Bedingungen. Von der Kleinkindbetreuung bis zum eigenen Gymnasium verfügt die Stadt über ein breit gefächertes Bildungsangebot. Die örtliche Gesundheitsversorgung gilt als vorbildlich. Natur- und Freizeitangebote, Kunst und Kultur, das Zusammenspiel der Generationen – hier lässt es sich noch zu vernünftigen Preisen im Bodenseeraum gut leben!

KONTAKT Stadt Engen Hauptstraße 11 D-78234 Engen www.engen.de Johannes Moser Bürgermeister / Mayor Phone: +49 7733 502210 rathaus@engen.de Peter Freisleben Wirtschaftsförderer / Business Developer Phone: +49 7733 502212 pfreisleben@engen.de

130 Standort Deutschland | Engen

Der Standort für innovative Unternehmen Geschwindigkeit ist für Unternehmen häufig ein entscheidender Faktor. Deshalb unterstützt die Stadt Engen mit einer aktiven Wirtschaftsförderung ansässige und ansiedlungswillige Betriebe schnell und unkompliziert. Dabei haben die Sicherung bestehender und die Schaffung neuer Arbeitsplätze höchste Priorität. Die Stadt Engen verfügt über rund 650 Gewerbebetriebe aus Industrie, Dienstleis­tung, Handwerk und Handel. Drei voll erschlossene Gewerbegebiete in Engen und dem Stadtteil Welschingen sind bereits von zukunftsorientierten Unternehmen als Standorte ausgewählt worden. Weitere Flächen von 1.000 bis 45.000 Quadratmetern stehen dort zum Preis von 44 bis 46 Euro/Quadratmeter zur Verfügung. In Welschingen ist zudem das Innovationszentrum Engen (IZE) für junge und innovative Unternehmen entstanden. Hier bietet die Stadt Engen besonders kostengünstige Büro-, Labor- und Werkstatträume zur Miete an. Engen ist bekannt für sein unternehmerfreundliches Klima und seine unkomplizierte Verwaltung. Der Gewerbesteuer-Hebesatz mit 330 Prozent ist einer der günstigsten in der Region.

❯ ENGLISH SUMMARY Engen is one of the most attractive locations in South Germany with excellent prospects for families and businesses. At the gateway to the unique volcanic landscape of the Hegau region, quality of life and a healthy economy go hand in hand. The town offers ideal conditions in many ways, with direct access to the A81 motorway to Stuttgart and Switzerland, direct railway connections to Stuttgart and Milan and the commuter train to Singen/Constance/Switzerland, and only a few minutes' drive to Lake Constance. The international airports in Stuttgart, Zurich and Friedrichshafen are also just one hour away. The town supports local businesses and companies wishing to set up their business in Engen fast and unbureaucratically. Engen is home to more than 650 commercial businesses in industry, services, crafts and commerce. Three fully developed business parks in Engen and the district of Welschingen have already attracted innovative companies. The Innovationszentrum Engen (IZE), an incubator for young and innovative companies, has also been set up in Welschingen. Businesses can rent space here for offices, laboratories and workshops at very reasonable rates. The business tax rate of 330 percent is one of the lowest in the region.


Facts & Figures Gemarkungsfläche Gesamtzahl der Bevölkerung Steuersätze 2015 Gewerbesteuer Grundsteuer A  Grundsteuer B 

7.000 ha ca. 10.300

330 % 330 % 330 %

Surface area

7,000 ha

Total population Tax rates in 2015 Business tax  Property tax agriculture  Property tax construction 

approx. 10,300

330 % 330 % 330 %

Verkehrsverbindungen Autobahn A81, direkter Anschluss Nr. 39 | Bundesstraße B31 | S-Bahn-Anschluss nach Singen/Konstanz/Schweiz im Halbstundentakt (Seehas) | Regional-Express | Internationale Flughäfen Zürich und Stuttgart in 60 Minuten erreichbar

Transport connections Motorway A81, direct link to exit 39 | Federal road B31 | Commuter train connection to Singen/Constance/Switzerland every 30 minutes (seehas railway) | Regional express train | International airports in Zurich and Stuttgart just 60 minutes way

Schulen 2 Grundschulen | 1 Werkrealschule | 1 Realschule | 1 Gymnasium | 1 Förderschule

Schools 2 primary schools | 1 secondary-level Werkrealschule | 1 secondarylevel Realschule | 1 secondary-level Gymnasium | 1 special education school

Sport-/Freizeitmöglichkeiten Über 130 Vereine | Erlebnisbad | Tennisplätze | Reithalle u. Reitplatz | Skateanlage | Beachsoccer | Beachvolleyball | Stadion | 2 Sportplätze | 4 Mehrzweckhallen/Sporthallen | Loipe | Nordic-Walking-Rundweg | Trimm-Dich-Pfad | 6 Bürgerhäuser Kunst/Kultur Städtisches Museum Engen + Galerie | Kulturelle Veranstaltungen der Stadt und der „Stubengesellschaft“ | Historische Altstadt | Altstadtfest | Eiszeitpark | Petersfelstage | Ostermarkt | Ökomarkt | Weihnachtsmarkt | Vereinsfeste Freie Flächen Büro- und Gewerbeflächen zur Miete im Innovationszentrum EngenWelschingen (IZE) und im Gewerbepark Welschingen | Industrie- und Gewerbebauland; u. a. in den Gewerbegebieten Grub und Welschingen (44-46 €/m² voll erschlossen) | Einzelhandelsflächen in exponierter Innenstadtlage auf Anfrage | Bauland für Einfamilien- und Doppelhäuser Sonstiges Aktive Wirtschaftsförderung | Innovationszentrum für Existenzgründer | Städtepartnerschaften mit Pannonhalma (Ungarn) | Trilport (Frankreich) und Moneglia (Italien)

Sport/recreational opportunities More than 130 clubs | Adventure pool | Tennis courts | Riding school | Skateboard park | Beach soccer | Beach volleyball | Stadium | 2 sports grounds | 4 multi-purpose/sports halls | Cross-country ski trail | Nordic walking trail | Fitness trail | 6 community centres Art/culture Engen Municipal Museum and Gallery | Cultural events organized by the town and the “Stubengesellschaft” art association | Historic old town | Festival in the old town | Ice Age Park | Petersfelstage festival | Easter market | Ecological market | Christmas market | Club festivities Available lots Office and commercial premises for rent in the Innovationszentrum Engen-Welschingen (IZE) and in Welschingen business park | Land for industrial and commercial use, e.g. in the Grub and Welschingen business parks (€ 44-46 per m², fully developed) | Retail space in prime locations in the town centre available on request | Land for building detached and semi-detached houses Other Committed to business development | Incubator for start-ups | Twinned with Pannonhalma (Hungary), Trilport (France) and Moneglia (Italy)

Engen | Standort Deutschland 131


STOCKACH

WIRTSCHAFTSSTANDORT MIT WOHNQUALITÄT UND DYNAMIK Städtische Infrastruktur und ländliches Flair, gepaart mit vielseitigen Bildungs- und Kulturangeboten, bieten für Unternehmen in verkehrstechnisch optimaler Lage eine hohe Standortqualität für eine erfolgreiche Zukunft

KONTAKT Stadt Stockach Adenauerstraße 4 D-78333 Stockach www.stockach.de Rainer Stolz Bürgermeister / Mayor Phone: +49 7771 802195 r.stolz@stockach.de Amt für Wirtschaftsförderung www.gewerbepark-bodensee.de Bernhard Keßler Wirtschaftsförderer / Business Developer Phone: +49 7771 802118 wifoe@stockach.de

132 Standort Deutschland | Stockach

In direkter Nachbarschaft zum nordwestlichen Bodensee bietet die Stadt Stockach als Mittelzentrum der Region eine attraktive Umgebung für Gewerbeund Industriebetriebe. Einerseits bestechen die Gewerbegebiete Himmelreich und Blumhof sowie das Industriegebiet Hardt durch ihre verkehrsgünstige Lage. Die Autobahnauffahrten Stockach-Ost und StockachWest sorgen für den direkten Anschluss sowohl an die A81 auf der Nord-Süd-Achse als auch an die A98 / B31 in der Ost-West-Verbindung und bieten dadurch kurze Wege in die Schweiz und in die benachbarten Wirtschaftszentren Friedrichshafen, Konstanz, Singen und Tuttlingen. Andererseits hat Stockach auch darüber hinaus einiges zu bieten, um sowohl Arbeitgeber als auch qualifizierte Arbeitnehmer für die Region zu gewinnen und an diese zu binden. Der Bodenseenähe zum Trotz ist und bleibt der Wohnraum in Stockach bezahlbar. Die stetige Investition in die Erschließung von Baugebieten wird auch den Anforderungen der Häuslebauer gerecht. In der Kinderbetreuung sorgen sieben städtische Einrichtungen sowie sechs Einrichtungen in kirchlicher oder freier Trägerschaft für ausreichend Kapazitäten, auch für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren. Die Schullandschaft Stockachs weist ein breit gefächertes Angebot auf, das allen Bildungsperspektiven junger Menschen gerecht wird. Eine Volkshochschule und eine Musikschule runden das Bildungsangebot ab. Für Weiterbildungen steht die Steinbeis-Hochschule mit berufsbegleitenden Studiengängen zum Bachelor of Arts mit einem Standort

in Stockach zur Verfügung. Neben dem hohen Freizeitwert der Region mit ihrer Nähe zum Bodensee und gut ausgebauten Rad- und Wanderwegen ergänzen über 100 Stockacher Vereine sowie ein Freibad und ein Hallenbad die Betätigungsmöglichkeiten außerhalb des Berufs. In Sachen Kultur ist in Stockach im Jahresverlauf eine Vielfalt vorhanden, die von klassischen Konzerten, Kabarett und Kleinkunst, über Lesungen und Vorträge bis zu Kino- und Theateraufführungen reicht. Eine gut ausgestattete Bücherei sowie ein Museum mit wechselnden Ausstellungen bilden weitere Aspekte des kulturellen Lebens.

❯ ENGLISH SUMMARY At the north-western end of Lake Constance, the town of Stockach offers an attractive environment for commercial and industrial businesses. Its three industrial and commercial estates are conveniently situated with connections to the A 81 and A 98 motorways via two sliproads. This guarantees short distances to Switzerland and the neighbouring economic centres. In addition, Stockach offers further significant advantages as a business location to attract and retain both employers and qualified employees in the region: Not only is there a wide choice and adequate places in childcare and education, but also countless opportunities for various sports and cultural activities.


Facts & Figures Gesamtzahl der Bevölkerung Beschäftigte insgesamt 

16.393 Einwohner 6.420

Total population  Employees total

16,393 inhabitants 6,420

Verkehrsverbindungen Verkehrsgünstig im Schnittpunkt der B313, B14 und B31 mit Anschluss an die A98 und A81 sowie an das regionale (Seehas) und überregionale Schienennetz (Bodensee-Gürtelbahn). Der Flughafen Friedrichshafen ist ca. 45 km entfernt; ebenfalls gut erreichbar sind die Flughäfen Stuttgart und Zürich.

Transport connections Conveniently located at the interface of federal roads B313, B14, and B31 with a direct link to motorways A98 and A81 as well as to the regional rail line (seehas) and the interregional rail network (Bodensee-Gürtelbahn). Friedrichshafen Airport is approx. 45 km away; the airports in Zurich and Stuttgart are also close by.

Bildung/Weiterbildung/Soziales Die Stadt verfügt über ein umfassendes Bildungsangebot in vielfältigen Kindergärten und Schulen, Stockach ist zudem ein Standort der Steinbeis-Hochschule mit berufsbegleitenden Studiengängen zum Bachelor of Arts. Weiterhin stehen eine Volkshochschule, eine Musikschule, ein Krankenhaus und mehrere soziale Einrichtungen zur Verfügung.

Education/continued education/social facilities The town has excellent educational facilities with a wide choice of kindergartens and schools. Stockach is also home to the Steinbeis University offering part-time courses leading to a Bachelor of Arts. An adult education centre, a music school, a hospital as well as several social facilities are also located here.

Kunst/Kultur/Freizeitangebote Inmitten der liebevoll sanierten historischen Altstadt befindet sich das Kultur- und Touristikzentrum „Altes Forstamt“. Ausgeschilderte Radund Wanderwege mit zahlreichen Ausflugszielen, ein Kulturangebot mit Konzerten und Kleinkunst und über 100 Vereine in Stadt und Ortsteilen bieten vielfältige Freizeitmöglichkeiten für die gesamte Familie.

Art/culture/recreational opportunities Right in the heart of the lovingly renovated historic old town is the cultural centre “Altes Forstamt”. Designated bike paths and hiking trails with numerous destinations, a wide range of cultural events with concerts and various performing arts and more than 100 clubs in the town and its suburbs provide a wide range of recreational opportunities for the entire family.

Freie Flächen Als eine von wenigen Bodenseekommunen verfügt Stockach über ein reines Industriegebiet. Dieses liegt nur ca. 1 km von der Autobahnauffahrt Stockach-West entfernt. Es stehen noch ca. 5 ha zur sofortigen Bebauung zur Verfügung. Die Ausweisung und Erweiterung von Gewerbegebieten ist vorgesehen, um weitere attraktive Flächen zur Verfügung zu stellen.

Available lots Stockach is one of the few municipalities on Lake Constance with a commercial zone set aside exclusively for industrial use: This is located only about 1 km from the motorway exit Stockach West. Approx. 5 ha are available for immediate construction. Stockach intends to designate and expand commercial areas to provide further attractive lots.

Besondere Stärken/Vorzüge der Gemeinde Verkehrsgünstige Lage am nordwestlichen Ende des Bodensees - Ausgangspunkt für Unternehmungen rund um den Bodensee. Stockach bietet somit neben einer hohen Lebensqualität auch die idealen Bedingungen als Wirtschaftsstandort.

Specific strong points/advantages of the municipality Conveniently located at the northwestern corner of Lake Constance, it is a starting point for excursions around the lake. In addition to a high quality of life, Stockach provides ideal prerequisites as a business venue.


EINE ZUKUNFTSORIENTIERTE REGION

Foto: Michael Häfner

DER BODENSEEKREIS

Der Bodenseekreis ist das wirtschaftliche und technologische Zentrum in der Vierländerregion Bodensee und Standort bedeutender Unternehmen. Hier gestaltet und begleitet die Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH (WFB) als öffentlich-privates Dienstleistungsunternehmen den wirtschaftlichen Entwicklungsprozess aktiv mit. Die WFB unterhält Geschäftsstellen in Friedrichshafen und Überlingen und agiert von dort kreisweit. Darüber hinaus wird mit Wirtschaftsförderungen um den gesamten Bodensee herum kooperiert. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH (WFB) ist Dipl. Kfm. Benedikt Otte. Gemeinsam mit seinem Team engagiert er sich für die Unternehmen des Bodenseekreises und leistet so einen positiven Beitrag zur Entwicklung und Festigung des Wirtschaftsstandortes Bodenseekreis und zum Wohlergehen der Region.

INTERVIEW MIT BENEDIKT OTTE

KONTAKT Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH Leutholdstraße 30 D-88045 Friedrichshafen Phone: +49 7541 38588-0 info@wf-bodenseekreis.de www.wf-bodenseekreis.de

Herr Otte, Wirtschaftsförderung ist eine Tätigkeit mit vielen Herausforderungen, zumal die Erfolgskriterien für die Tätigkeit einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft nicht immer eindeutig definierbar sind. Mal auf die letzten drei bis fünf Jahre zurückgeschaut, was sind für Sie die wichtigsten Erfolge, die Sie bzw. die WFB erzielt haben? Benedikt Otte: Als Wirtschaftsförderung ist uns natürlich wichtig, dass die Unternehmen der Region erfolgreich sind. Hier konnten wir die letzten Jahre branchenunabhängig einer Vielzahl an Unternehmen durch gezielte Informationen hilfreich zur Seite stehen. Mit unseren verschiedenen Veranstaltungsformaten leisteten wir einen Beitrag dazu, dass sich die teilnehmenden Unternehmer/innen erfolgreich miteinander vernetzen konnten. Durch den Aufbau des Luft- und Raumfahrtclusters BodenseeAIRea ist es uns zudem gelungen, den Bodenseekreis über die Grenzen hinaus als Wirtschaftsstandort bekannt zu machen. Der Bodenseekreis gehört zur wirtschaftsstärksten Gebietskörperschaft in der Bodenseeregion und dies schon seit Jahren. Welche Rolle spielen dabei die großen Unternehmen, welchen Beitrag leisten kleine und mittlere Unternehmen, welche Handlungsfelder liegen bei der WFB? Große und kleine Unternehmen haben in der Region tragende Funktionen. Darüber hinaus sind sie durch Auftragsund Lieferverhältnisse eng miteinander verbunden. Die WFB richtet ihre Aktivitäten an den jeweiligen Bedürfnissen der Unternehmen aus und sorgt für einen regen Austausch zwischen Unternehmen jeder Größenordnung auf B2BVeranstaltungen, bei denen die ersten Schritte zu neuen Kooperationen gemacht werden können.

134 Menschen & Innovationen | Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH


Für wie wettbewerbsfähig halten Sie diese Struktur für die zukünftige Entwicklung in Ihrer Region? Welche Entwicklungsperspektiven sehen Sie? Gibt es Schwerpunkte, die Sie setzen wollen? Durch den Branchenmix aus Automotive & Maschinenbau, IT & Elektronik, Handwerk & Dienstleistung, Freizeit & Gesundheit sowie Luft& Raumfahrt ist der Bodenseekreis zukunftssicher aufgestellt, da die einzelnen Branchen unterschiedlichen konjunkturellen Schwankungen ausgesetzt sind. Da die Unternehmen stets an ihrer Innovationsstärke arbeiten, sind sie ebenfalls gut für die Zukunft gerüstet. Die Aufgabe der WFB besteht auch darin, die Unternehmen über neue Technologietrends zu informieren. Welche Schnittmengen zur Zusammenarbeit gibt es zwischen der Wirtschaftsförderung und dem Tourismus am See? Der Tourismus stellt vor allem im Bodenseekreis eine nennenswerte Wirtschaftsgröße dar und ist darüber hinaus die Branche, welche die Region bekannt und liebenswert macht. Die wenigsten unserer Gäste wissen, dass sie in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands Urlaub machen. Deshalb sprechen wir mit verschiedenen Marketingmaßnahmen die Touristen direkt an und zeigen ihnen, was die Region noch zu bieten hat. In der Marke „Vierländerregion Bodensee“ finden sich Tourismus und Wirtschaft sowie Bildung und Kultur, Wissenschaft und Sport – also alles, was die Region zu bieten hat, vereint. Sie transportiert im Rahmen der Standortmarketingkampagne die Vorzüge der Region gemeinsam und gesamthaft nach außen. Obwohl Sie ja in einem und für einen wirtschaftlich starken Landkreis arbeiten, sind Sie ein überzeugter Anhänger der internationalen Zusammenarbeit am Bodensee und einer der großen Befürworter der gemeinsamen Präsentation des Bodensees unter dem Logo der "Vierländerregion Bodensee“. Wie bewerten Sie den Stand dieser internationalen Zusammenarbeit und wo soll es zukünftig hingehen? In der gesamten Vierländerregion Bodensee findet sich eine spannende Vielfalt. Deshalb haben sich rund um den See Akteure aus

Dipl. Kfm. Benedikt Otte

Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis

allen vier Ländern zusammengeschlossen, um die Region gemeinsam als „Vierländerregion Bodensee“ zu präsentieren. Das gemeinsame Ziel schweißt zusammen und ermöglicht ein zunehmendes Einheitsgefühl in der Region. Nach außen transportiert das ein positives Image. Gemeinsam sind wir auf einem sehr guten Weg, das Ziel haben wir noch vor uns. Das Interview führte Thomas Willauer

www.expedition-zukunft.de

www.BodenseeAIRea.de

www.immoportal-bodensee.net

Wirtschaftsförderung Bodenseekreis im Netz

www.karriere-im-sueden.de

www.vierländerregion.com

Wirtschaftsförderung Bodenseekreis GmbH | Menschen & Innovationen 135


FRIEDRICHSHAFEN

DER WIRTSCHAFTSSTANDORT MIT SEESICHT UND WEITSICHT

KONTAKT Stabstelle Wirtschaftsförderung Adenauerplatz 1 D-88045 Friedrichshafen Manfred Häberlein Leiter Stabsstelle Wirtschaftsförderung Phone: +49 7541 203-4020 m.haeberlein@friedrichshafen.de Tobias Wedi Stv. Leiter Stabsstelle Wirtschaftsförderung Phone: +49 7541 203-4021 t.wedi@friedrichshafen.de

Schon immer war Friedrichshafen geprägt von Pioniergeist und Hochtechnologie. Bahnbrecher wie Ferdinand Graf von Zeppelin oder Claude Dornier waren Wegbegleiter für viele Unternehmen mit Weltbedeutung. Mehr denn je setzen viele mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe, Handel und große Konzerne auf Friedrichshafen. Friedrichshafen ist deshalb die erste Wahl, wenn es um eine erfolgreiche Neuansiedlung von Unternehmen geht. Der Messestandort bietet dank seiner zentralen Lage in der Vierländerregion ein besonderes Forum für die Wirtschaft: Hier trifft sich die Welt im Herzen Europas. Von Friedrichshafen aus können viele europäische Ziele und die wichtigsten Metropolen in Deutschland über den Bodensee-Airport Friedrichshafen schnell und direkt erreicht werden. Damit ist die Stadt eine der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in der Region. Friedrichshafen ist aber auch eine Stadt mit hoher Lebensqualität. In ihr gelingt die Symbiose aus innovativem und starkem Wirtschaftsstandort mit hoch qualifizierten Arbeitsplätzen und einem attraktiven Lebensumfeld. Immer stärker etabliert sich Friedrichshafen als technologisch-wissenschaftlicher Bildungsstandort am See. Friedrichshafen bietet Unternehmen eine Perspektive für Wachstum und Erfolg. Private Investitionen und Projektentwicklungen sorgen für eine hervorragende Standortqualität. Zwei innovative Beispiele von zukunftsorientierten und städtebaulich prägnanten Vorhaben sind an der Friedrichstraße zu finden.

136 Standort Deutschland | Friedrichshafen

SEE.STATT Friedrichshafen – Ich SEE mich in der STATT. Die SEE.STATT der Vorarlberger PRISMA-Unternehmensgruppe liegt am Bahnhofsplatz in direkter Nähe zur Innenstadt und der Uferpromenade. Aus dem 1972 erbauten Postgebäude entwickelte sich nach einer umfassenden Sanierung 2008 die SEE.STATT, ein attraktiver Unternehmensstandort, den PRISMA seit 2015 auf rund 5.920 Quadratmetern mit drei weiteren Gebäuden zu einem modernen, flexiblen und kreativen Standort weiter ausbaut. Hier entstehen auf rund 2.700 Quadratmetern hochwertige Büroflächen sowie Räume für aktives Co-Working mit flexiblen Mietmodellen für kreativ-innovative Unternehmen. Auf weiteren rund 730 Quadratmetern entsteht der REWE City-Markt mit einem hochwertigen Nahversorgungskonzept. Eine weitere wichtige Entwicklung erfährt der Standort am Bahnhof durch den Bereich Wohnen. Rund 40 Mietwohnungen – von der 2-Zimmer-Wohnung bis zum Penthouse in attraktiver Südausrichtung mit See- und Bergsicht – entstehen auf rund 3.400 Quadratmetern. Gleichzeitig werden 200 Tiergaragenstellplätze auf zwei Ebenen und etwa 20 Außenstellplätzen gebaut.

Quartier Metzstraße – Gelungener Blickfang in der Innenstadt und besonderes Beispiel für Nachhaltigkeit Unmittelbar angrenzend an die Innenstadt entwickelte die Fränkel AG das Quartier Metzstraße, kurz QM. In dieser zentralen Lage an der Friedrichstraße entstand


Foto: Achim Mende Quartier Metzstraße

ein architektonisches und ökologisches Highlight – ein städtebaulicher Eyecatcher auf rund 4.600 Quadratmetern mit einem Bio-Supermarkt und verschiedenen Arzt- und Gesundheitspraxen. Gemeinsam mit den dortigen Penthouse-Wohnungen und weiteren Büroflächen ist so ein stimmiges Gesamtkonzept entstanden. Gleichzeitig hat die Stadt Friedrichshafen in die Infrastruktur investiert und die gesamte Metzstraße erneuert und zu einem verkehrsberuhigten Bereich umgebaut. Die Kombination aus Passivhausstandard und DGNB-Zertifizierung ist einmalig im süddeutschen Raum. Ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk liefert den Strom für die Tiefgarage, die Beleuchtung und die Lüftung. Ein Gas-Brennwertkessel dient zur Spitzenabdeckung des Wärmebedarfs. Die energetische Grundversorgung wird über 35 Erdsonden gesichert. Entscheidend für das Erreichen des Passivhausstandards ist die geschlossene Doppelglasfassade mit einem 80 Zentimeter dicken Luftpuffer. Durch dieses ausgeklügelte Energiekonzept liegen die Energiekosten bei maximal 30% des üblichen Wertes. Nach einem Lebenszyklus des Gebäudes von 50 Jahren kann es vollständig recycelt werden.

SEE.STATT

Die Wirtschaftsförderung Friedrichshafen – Der Partner vor Ort

❯ ENGLISH SUMMARY

Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung ist der kompetenter Partner, wenn es um Investitionsvorhaben in Friedrichshafen geht. Als zentraler Ansprechpartner für Gewerbetreibende, Projektentwickler und Investoren berät ein fachkundiges Team zu den aktuellen Investitionsmöglichkeiten in Friedrichshafen. Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung kümmert sich um alle Wünsche und hilft bei der bedarfsorientierten Auswahl und Konzeption von Grundstücken in Abstimmung mit allen erforderlichen Ämtern und Behörden und vermittelt Kontakte zu Dienstleistern im Bau- und Finanzwesen.

Friedrichshafen is a strong business location that offers highly qualified jobs and an attractive living environment. As the second largest trade fair centre in Baden-Württemberg with a regional airport, Bodensee Airport Friedrichshafen, the town is one of the most important hubs in the region of Lake Constance. Its excellent infrastructure provides companies with opportunities to implement innovative projects such as SEE.STATT and the newly designed Metzstrasse district. Friedrichshafen has successfully implemented creative concepts to promote sustainability and a work-life balance. Friedrichshafen | Standort Deutschland 137


ÜBERLINGEN

INTERVIEW MIT OBERBÜRGERMEISTERIN

SABINE BECKER

Das Wirtschaftsmagazin Bodensee im Gespräch mit Frau Oberbürgermeisterin Sabine Becker über den Ausbau der B31, das integrierte Stadtentwicklungskonzept, das Energie- und Klimaschutzkonzept und die Positionierung der Stadt als Tourismusstandort.

Sabine Becker

Oberbürgermeisterin Stadt Überlingen KONTAKT Stadt Überlingen Münsterstraße 15-17 D-88662 Überlingen www.ueberlingen.de Oberbürgermeisterin Sabine Becker Phone: +49 7551 99-1001 ob@ueberlingen.de

138 Standort Deutschland | Überlingen

Frau Oberbürgermeisterin Becker, seit unserem letzten Gespräch gibt es eine neue Beschlusslage zur B31. Wie lange hat Überlingen auf den Ausbau gewartet und wie wichtig ist das für die Stadt? Sabine Becker: Ja, ich habe mich natürlich gefreut. Den Schwung vom Brückenneubau sollten wir sofort mitnehmen. Darauf hat die Stadt über 20 Jahre gewartet. Hätte das Land den Ausbau der B31 nicht priorisiert, wären wir gar nicht in den Genuss der Zustimmung gekommen. Der Bund verlangt, dass sich das Land einig ist, in welcher Reihenfolge die Straßenbaumaßnahmen abgearbeitet werden sollen. Jetzt war es die grüne Regierung, die sich trauen konnte, die Priorisierung vorzunehmen, bevor in diesem Zusammenhang Versprechungen gemacht werden, die dann keiner mehr zurücknehmen will. Wichtig war auch, dass sich die Bürger für die Gartenschau entschieden haben. So haben sie mitgewirkt, dass die neue B31 kommt. Die Ansage war deutlich, dass wir nur mit der Gartenschau überhaupt eine Chance auf den Bau dieses Straßenabschnitts haben. Die bestehende B31 wird dann verengt und es können Fahrradwege und Möglichkeiten zu Parkplätzen an dieser Straße realisiert werden. Von dort werden Shuttle-Busse in die Stadt fahren, das bedeutet eine Entlastung der Innenstadt. Schon aus diesem Grund ist es für die Stadt wichtig, ganz abgesehen von der Gartenschau. Wann soll denn der neue Streckenabschnitt fertig sein? Um es mal vorsichtig zu formulieren: Man kann sich ja nie absolut sicher sein, aber der Wille ist da, dass der Ausbau nicht erst 2020 fertig wird, sondern schon 2019 oder 2018. Im Vergleich mit Friedrichshafen ist es eher eine kleine Baumaßnahme, mit einem Volumen von 32 Millionen Euro. Aber der Ausbau des


Gartenschau anfahren. Was wahrscheinlich sehr viele Gäste nutzen werden, in Verbindung mit der Kooperation, die wir mit der Mainau eingehen werden. Das macht diese Gartenschau so besonders. Darüber hinaus steht noch der normale ÖPNV zur Verfügung. Kommen wir zum Thema Stadtentwicklung. Im Sommer gab es einen zweiten Bürgerbeteiligungs-Workshop zum ISEK. Was steckt genau dahinter? ISEK, das Konzept zur integrierten Stadtentwicklung, bedeutet, dass jede Einzelmaßnahme in ein Gesamtkonzept eingebettet sein muss, um zuschussfähig zu sein. Das heißt, auch von Maßnahmen im Zusammenhang mit der Gartenschau wird verlangt, dass sie ins integrierte Stadtentwicklungskonzept eingebettet sein müssen. Ein Zuschuss gebendes Land möchte natürlich nicht, dass eine mitfinanzierte Maßnahme mit der nächsten obsolet wird. Das Land möchte wissen, ob es eine nachhaltige, in die Zukunft gerichtete und in ein Gesamtkonzept eingebettete Maßnahme ist. Jede Maßnahme ist dann ein Puzzleteil, das ins Gesamtbild passt. Ein ISEK ohne die Bürger kann ich mir gar nicht vorstellen. Nach dem Workshop für die Bürger gab es einen für den Gemeinderat, und das Gesamtwerk ist für uns Arbeitsgrundlage der nächsten Jahre. Herrscht diesbezüglich Konsens, oder war die Verwaltung alleiniger Konzeptionsgeber? Nein, wir hatten eine Firma hinzugezogen, um die Bürgerbeteiligung und die Ideenwerkstatt durchzuführen. In den Workshops hatten die Bürger die Möglichkeit, mehr als nur zu konsumieren, was am Rednerpult gesagt wird. Stattdessen gab es fünf Thementische, an denen man mit eigenen Ideen zum ISEK beitragen konnte. Die Ergebnisse wurden dann von der Firma in eine Form gegossen. Der Bürger wird aus meiner Sicht auch gut informiert von der Verwaltung, neben dem „Hallo Ü“ wird es mit der neuen Homepage ab November noch eine weitere Informationsquelle geben und damit ein Medium, die Bürger über die Stadtentwicklung in Kenntnis zu setzen.

Streckenabschnitts von der Straßenverengung ab Andelshofen bis dahin, wo sich der Schwerlastverkehr teilt, wird eine große Entlastung mit sich bringen. Und die Achse in Richtung Sipplingen wird frei. Dort können wir dauerhaft außerstädtisch Park-and-ride-Plätze einrichten. Die neue B31 wird mehr Ab- und Zufahrten haben, wie z.B. den Anschluss Rengoldshausen bei Nussdorf. Das muss alles fertig sein. Heute achtet man bei den Gartenschauen sehr darauf, dass man etwas Nachhaltiges schafft, ohne Einrichtung von Provisorien. Möglicherweise wird es trotzdem notwendig, aber besser ist natürlich eine dauerhafte Nutzung. Was den Ausbau der B31 generell betrifft, so wird es mit einer Lösung für die Durchfahrt von Hagnau weitergehen müssen. Weil erst dann der Verkehr entlang des Sees fließen wird. Wir B31-Anlieger sind alle wegen Friedrichshafen mit Oberbürgermeister Andreas Brand in Berlin gewesen und haben unsere Sache vorgetragen. In Überlingen lösen wir nun auch städtische Not und es macht mich als Oberbürgermeisterin dieser Stadt sehr glücklich, dass es jetzt grünes Licht für den Bau gibt. Welche Anreisemöglichkeiten zur Landesgartenschau wird es abgesehen vom Auto geben? Der Bahnhof West liegt direkt an der Landesgartenschau, mit dem Zug wird die Gartenschau also sehr gut zu erreichen sein. Zur Verfügung stehen natürlich auch die Wasserwege. Besucher aus Meersburg müssen sich nicht zwangsläufig ins Auto setzen, sondern können mit Schiffen die

Was waren denn die einzelnen Punkte, mit denen man den Bedürfnissen der Bürger Rechnung trug? Im Kern ging es um die Anforderungen an einen attraktiven Wohnstandort und die Stadt als Versorgungsstandort. Um Themen wie Landschaft, Natur, Freizeit und um das Stadtbild, zum Beispiel in der Altstadt. Und um die Stadteingänge mit der Lippertsreuter- und Nußdorferstraße als zukünftige Visitenkarten der Stadt. Themen wie Verkehr und zukunftsweisende Mobilität wurden diskutiert sowie die Anforderungen an eine umweltgerechte und soziale Stadt. Und die Frage: „Wo sehen Sie wichtige Zukunftsthemen?“ Mit dem Energie- und Klimaschutzkonzept kommt jetzt das nächste Projekt, das wir gemeinsam mit der Energieagentur Ravensburg ausarbeiten. Als nach den Messungen des Deutschen Wetterdienstes klar war, dass für die schlechten Emissionswerte im Kneippheilbad Überlingen nicht allein die verkehrlichen Belastungen ursächlich sind, sondern auch von bestimmten chemischen Stoffen aus den alten Heizanlagen in der Altstadt verursacht werden, wurde die Altstadt miteinbezogen. Anfangs war das Energiekonzept nur für den Campus und die neuen Wohnquartiere angedacht. Wir haben uns dann mit der Frage an die Energieagentur Ravensburg gewandt: „Was machen wir mit der Altstadt?“ Empfohlen wurde uns schließlich, ein gesamtstädtisches Konzept zu erarbeiten. Wie sieht so ein gesamtstädtisches Energiekonzept aus? Wir wollen die Altstadt verkehrsberuhigen. Der Landungsplatz und die Hofstatt sollen eine Verkehrsfläche werden, über die nur noch die kleinen Shuttle-Busse fahren, nicht mehr die ganz großen Busse. Damit einher geht eine große Emissionsherabstufung. Hinzu kommt eine ganz andere Aufenthaltsqualität. Mehr Fläche für den Bürger, für den Fußgänger, für den Touristen. Der Parksuchverkehr soll vermieden werden, dafür muss der Parkplatz am Kapuziner weichen. Man kann dort dann wieder innerÜberlingen | Standort Deutschland 139


städtisches Grün zulassen. Im Rahmen des gesamtstädtischen Konzeptes können auch private Eigentümer Investitionen bezuschussen lassen. Nur wenn Sie eine Stadtsanierung in Gang setzen, erhalten die Eigentümer auch Zuschüsse. Wir führen Gespräche mit der BGÜ, der Baugenossenschaft Überlingen, die sich beim Energie- und Klimaschutzkonzept einbringen wird. Im Wohngebiet am Hildegardring haben wir ein Blockheizkraftwerk, nun geht es darum, wie man wärmevernetzen kann, um eine innovative und umweltfreundliche Anlage zu realisieren. Das ganze Quartier soll mit den besten Heizanlagen modernisiert werden, die Zuschüsse hierfür können mit dem Energie- und Klimaschutzkonzept beantragt werden. Auch in der Altstadt. Wir wollen die Emissionen in der ganzen Stadt herabsenken. Das ist das große neue Ziel, das nach dem ISEK kommt. Wo gibt es außer in der Altstadt und in den neuen Wohngebieten noch Bedarf? Im neuen Schulcampus. Die neue Sporthalle und die Schulgebäude mit der Mensa sollen energieeffizient und günstig geheizt werden können. Es ist wichtig, dass wir dies mit der Planung jetzt angehen. Auch die Architekten müssen dann nach den Vorgaben aus dem Energie- und Klimaschutzkonzept planen. Letztlich schaut man, wie man den Rest der Stadt an diese Spots anschließen kann. Ausgangspunkt für das Energiekonzept ist also das Zertifikat „Kneippheilbad“, das man gerne behalten möchte. Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Überlingen. Gibt es auch dort ein neues Konzept? Das Zertifikat ist ein wichtiger Grund von mehreren. Und ja, wir arbeiten bereits an einem neuen Marketingkonzept. Entscheidende Frage war, welche Besonderheit unter den Städten am See Überlingen auszeichnet. Wie grenzen wir uns ab? Und das andere ist das Prädikat „Kneippheilbad“. Wie wollen wir uns positionieren? „Das Profil schärfen“ war der Wunsch der touristischen Partner. Auch hier gab es Workshops, es wurden Daten gesammelt und analysiert. Durch die Touristiker feststellen zu lassen, wo stehen wir und wo will man hin, war ein interessanter Prozess. Wohin möchte Überlingen? Und was bleibt von Sebastian Kneipp? Ist man überzeugt von Kneipp, was viele sind, dann stellt sich die Frage, wo und wie leben wir es heute und wie können wir das ausbauen. Überlingen 140 Standort Deutschland | Überlingen

ist Garten- und Gesundheitsstadt. Und zwar Gesundheit mit allen fünf Säulen des Sebastian Kneipp. Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Balance, das alles zeichnet Überlingen aus Sicht der Touristiker aus. Das sollten wir in einer modernen Form in den Fokus rücken. Das Wort Wellness kann keiner mehr hören und ist völlig abgenutzt. Man geht an die Sprudelmassage im Schwimmbad, und Punkt. Das ist nicht wirklich etwas, …. … mit dem man sein Profil schärfen kann! Ja! Wir haben viel mehr zu bieten. Allerdings fehlt, auch das wurde festgestellt, die Möglichkeit der ambulanten Kur. Da haben wir Ausbaubedarf. Es wird sich zeigen, inwieweit es private Anbieter von ambulanten Anwendungen geben wird. Aktuelle Themen am Bodensee sind die Saisonverlängerung und die Frage nach internationalen Gästen. Mit Buchinger Wilhelmi gibt es hier in Überlingen ein renommiertes Haus mit vielen internationalen Gästen. Auch Buchinger Wilhelmi hat, wie überhaupt die großen Kureinrichtungen, bei dem Thema mitdiskutiert und ihren Beitrag dazu geleistet, wie man die Kräfte bündeln kann. Durch die Diskussion hat das Thema Fahrt aufgenommen. Auch wie man internationales Know-how mit einbringt. Ich finde das sehr begrüßenswert für die Stadt Überlingen. Zum Thema Tourismus und Einheimische. Der Tourismus ist ja ein nicht unbeträchtlicher Wirtschaftsfaktor, im Sinne von Wertschöpfung, von Arbeitsplätzen, von Steuern, auf der anderen Seite bringt er aber auch gewisse Belastungen mit sich für die Menschen, die hier wohnen in Bezug auf Infrastruktur und Lebensqualität. Ist Überlingen da anders? Für Überlingen empfinde ich das nicht so. Ich sehe es eher so, dass alle sehr dankbar sind über den Tourismus, weil sich alle bewusst sind, dass wir niemals eine so vielfältige Geschäftswelt hätten ohne die Touristen. Darüber sind sich alle im Klaren. Andererseits sahen viele die Ursache hinter der hohen Belastung durch den Verkehr in den vielen Besuchern. Wir mussten aber bei einer Zählung der Kfz feststellen, dass wir uns das Verkehrsaufkommen selber schaffen, indem wir selber durch die Straßen kreuzen. Und das kann man erst dann lösen, wenn der Parkplatzsuchverkehr verschwindet. Viele fahren durch die Stadt und hoffen,


Foto: Achim Mende

es könnte ja noch ein Platz für mich übrig sein. Wir lassen das zu, weil wir überhaupt Parkplätze in der Innenstadt vorhalten. Dabei haben wir an jeder Stelle um die Innenstadt herum Parkhäuser. Welche Maßnahmen würden noch nachhaltig zu Veränderungen führen? Was die Touristenströme betrifft, so halte ich die Lage des Gartenschaugeländes für einen Segen, weil sich dadurch eine Entzerrung ergibt. Ein Punkt, den es noch zu beachten gilt, sind die Badenden im Badgarten. Wenn man da eine Alternative böte, Stichwort freier Zugang zum See, auch für die Bürger, hätten wir mehr Möglichkeiten, den Badgarten freizuhalten. So könnten wir unsere Parkanlagen ganz anders präsentieren, mit viel mehr Blumen. Wir müssen in der Stadt Räume schaffen, wo die Aufenthaltsqualität hoch ist. Momentan fühlt man sich sehr unwohl, wenn man durch die Christophstraße läuft. Ein solch schmaler Gehweg ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Im Tourismuskonzept geht es also vorwiegend um eine Positionierung, weniger um konkrete Investitionen? Ja, es geht darum, auf welches Profil wir uns einigen. Auf der einen Seite Gesundheit und Garten in der historischen Stadt Überlingen und Wohlfühlen in historischen Mauern und Gärten. Das andere sind die Teilorte, in denen mehr der Bauernhofurlaub und der Familienurlaub gefragt sind. In Verbindung mit der Nähe zum See. Ganz generell wollen wir die KneippPhilosophie leben, aber man rückt Sebastian Kneipp nicht ständig allein in den Vordergrund, weil das nicht jeden anspricht. Kneipp ist aber auch anders als früher, moderner. Auch da gab es einen Relaunch. Wir sind sicher noch in der Findungsphase, aber die Säulen von Kneipp bleiben bestehen. Diese Einrichtungen für die Gesundheit nutzen genauso der Bürgergesundheit, sie sind schließlich auch für die Bürger offen. Wir wollen unser Kneippheilbad-Prädikat behalten, auch deswegen werden diese Anstrengungen unternommen. Die Luftreinheit wird in vier Jahren erneut gemessen werden. Das heißt, auch das spitzt sich auf 2020 zu. Man könnte fast den Eindruck haben, 2020 macht es „Peng!“ und alles ist gut! Aber so ist es natürlich nicht. Wir müssen hart darauf hinarbeiten. Das Gespräch führten Stephan Bickmann, Thomas Willauer und Holger Braumann

RAFI Eltec entwickelt und produziert als Technologie­ dienstleister, von der Idee bis zum fertigen Produkt, elektronische Baugruppen und Systeme nach kunden­ spezifischen Anforderungen. An unserem Standort in Überlingen am Bodensee setzen wir mit 300 Mitarbeitern Ihre Ideen in hochwertige Produkte um. Von der Entwicklung über die Materialbeschaffung, Prototypenfertigung, Testerstellung bis zur Serienfertigung erhalten Sie von uns Qualität aus einer Hand.

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Überlingen | Standort Deutschland 141 22.10.15

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MEERSBURG TOURISMUS ALS STANDORTFAKTOR Meersburg gehört zu den charmantesten Städten am Bodensee. Die Alte Burg, das Neues Schloss, die mittelalterlichen Gassen und Winkel mit Türmen, Toren und Fachwerkhäusern sowie viele andere architektonische Kostbarkeiten sind Zeugen einer reichen historischen Vergangenheit. Durch die exponierte Lage am See gewinnt der Standort Meersburg zusätzlich an Attraktivität.

KONTAKT Stadt Meersburg Marktplatz 1 D-88709 Meersburg www.meersburg.de rathaus@meersburg.de Dr. Martin Brütsch Bürgermeister / Mayor Phone: +49 7532 440101

Kulturelle Akzente werden in der Veranstaltungsvielfalt Meersburgs sichtbar. Überregional beachtete Ereignisse wie die Internationalen Schlosskonzerte Meersburg, die Open-Air-Konzerte auf dem Schlossplatz, Kunstausstellungen und die der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff gewidmeten Literaturtage sind feste Bestandteile im jährlichen Programm. Besondere Beachtung finden die Konzerte der Knabenmusik Meersburg. In ihren schmucken Uniformen begeistern die jugendlichen Musiker Jung und Alt gleichermaßen. Vorträge und Kleinkunstveranstaltungen sowie Weinproben oder Wander- und Führungsangebote finden regelmäßig statt. Das beheizte Frei- und Strandbad gehört zu den schönsten am See und die Meersburg Therme bietet Wellness und Wohlbefinden der besonderen Art. Die zentrale Lage Meersburgs ermöglicht auf kurzen Wegen Ausflüge in die Nachbarländer Schweiz und Österreich. Zahlreiche Cafés, Restaurants und Weinstuben sowie kleine Boutiquen und Einzelhandelsgeschäfte machen Meersburg zu einer sehenswerten und gern besuchten Stadt. Tourismus und Weinbau sind die bedeutendsten Wirtschaftszweige Meersburgs. Dazu kommen Handwerk, Dienstleistung und mittelständische Betriebe. Im Rahmen der weiteren Stadtentwick-

142 Standort Deutschland | Meersburg

lung stehen mittelfristig neue Gewerbeflächen zur Verfügung. Das lebenswerte Meersburg begeistert mit seinem historischen Stadtbild und seiner Vielfältigkeit.

❯ ENGLISH SUMMARY Meersburg is one of the most charming towns on Lake Constance. The Old Castle, the New Palace, the medieval alleyways and corners with towers, gates and half-timbered houses as well as a wealth of other architectural gems are witnesses of a rich past. The town’s prominent position on the lake makes it even more attractive. Meersburg’s central location means that the neighbouring countries of Switzerland and Austria are just a stone’s throw away. With its countless cafés, restaurants and inns as well as small boutiques and shops, Meersburg attracts visitors from all over the world. Meersburg’s economy is dominated by tourism and viticulture, as well as crafts, services and medium-sized businesses. The town has sufficient industrial real estate in the medium term as defined in its urban development plan. As a town with a high quality of life, Meersburg’s historic centre and diversity are captivating.


Facts & Figures Gemarkungsfläche Höhe Gesamtzahl der Bevölkerung (Stand Juli 2015) Arbeitsstätten Produzierendes Gewerbe Handwerk Handel Sonstiges (Stand 2015) Haushaltsvolumen Verwaltungshaushalt Vermögenshaushalt Steuersätze Grundsteuer A / B Gewerbesteuer

1.207 ha 400–533 m ü. NN

5.780

10 107 168 377

16,22 Mio. € 4,8 Mio. €

320 % / 300 % 340 %

Surface area

1,207 ha

Altitude

400–533 m above sea level

Total population (July 2015)

5,780

Places of employment Industry Crafts Commerce Other (as at 2015)

10 107 168 377

Budget volume Administrative budget Capital budget

€ 16.22 million € 4.8 million

Tax rates Property tax agriculture / construction Business tax

320 % / 300 % 340 %

Einrichtungen für Kinder und Familien Kinderbetreuungseinrichtungen im "Sommertal", ruhig gelegen am Waldrand, für Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Eintritt in die weiterführende Schule. Verschiedene Betreuungsmodelle von Montag bis Freitag in der Zeit von 7:00 Uhr bis 16:30 Uhr, auch mit Mittagessen buchbar Familientreff Meersburg e.V. | Ferienbetreuung in den Sommerferien

Childcare and family institutions Childcare facilities in "Sommertal", set in a quiet location on the edge of the woods, for children aged from one year until secondary school. Various childcare models from 7 am to 4.30 pm, Monday to Friday , including lunch | Familientreff Meersburg e.V. | Childcare in the summer holidays

Schulen Sommertalschule: Gemeinschaftsschule mit Grundschule | Droste- Hülshoff-Gymnasium, Staatl. Gymnasium in Aufbauform mit Internat | Jugendkunstschule | Jugendmusikschule

Schools Sommertal comprehensive school | Droste-Hülshoff-Gymnasium, state grammar school with advanced secondary school leading to Abitur and boarding facilities | Youth Art School | Youth Music School

Soziale Einrichtungen Seniorenheim Dr. Zimmermann-Stift | Tagespflege | Essen auf Rädern

Social institutions. Dr. Zimmermann Foundation nursing home | Meals on wheels | Daycare

Sport-/Freizeitmöglichkeiten Meersburg-Therme, Bade- u. Saunawelt/Freibad mit 50m-Becken, Kinderbecken u. Beachvolleyballplatz | Ca. 30 Vereine | Mehrteilige Sporthalle | Skateranlage | Wassersport | 2 Sportplätze | Tennis | Minigolf Kunst/Kultur Meersburg, die Museumsstadt, lädt ins Mittelalter, zur Droste, ins Barockschloss mit Schlosskonzerten und Ausstellungen, zum Erleben der Stadtgeschichte und des Weinbaus, in die Bibelgalerie, zu Konzerten der Knabenmusik und der Stadtkapelle ein. Freie Flächen

Sport/recreational opportunities Meersburg Therme, spa and sauna/50 m open-air pool, children’s pool with slide, baby pool and beach volleyball pitch | Approx. 30 clubs | Sports hall with several areas | Skateboard park | Water sports | 2 sports grounds | Tennis | Minigolf Art/culture Meersburg offers a wealth of culture: The medieval Old Castle, the baroque New Palace with exhibitions and castle concerts, the Wine Museum and Bible Gallery, concerts by the boys' orchestra and the town band.

Gewerbegebiet „Toren“ Available lots

“Toren” industrial park

Städtepartnerschaften Hohenstein/Sachsen | Louveciennes/Frankreich | San Gimignano/ Italien

Twin towns Hohenstein/Saxony | Louveciennes/France | San Gimignano/Italy

Zusammensetzung des Gemeinderates 7 CDU | 4 FWV | 3 Unabhängige Meersburger Bürgerorganisation | 2 SPD | 1 Grüne | 2 Umweltgruppe

Members of the municipal council 7 CDU | 4 FWV | 3 independent Meersburg citizens’ organization | 2 SPD | 1 Greens | 2 Environmental Group

Meersburg | Standort Deutschland 143


„PERSPEKTIVE WIRTSCHAFT“ IM LANDKREIS RAVENSBURG EIN WIRTSCHAFTSSTANDORT STELLT SICH UND SEINE UNTERNEHMEN VOR

K O N T A K T WiR – Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH Kuppelnaustraße 8 D-88212 Ravensburg info@wir-rv.de www.wir-rv.de www.Nr.1-Region.de Hans-Joachim Hölz Geschäftsführer  /  CEO Phone: +49 751 3590660 Landratsamt Ravensburg Friedenstraße 6 D-88212 Ravensburg www.landkreis-ravensburg.de Peter Brecht Wirtschaftsbeauftragter / Business Developer Phone: +49 751 855200 peter.brecht@landkreisravensburg.de

Interessante und spektakuläre Präsentationen und Vorführungen aus dem Handwerk und der gewerblichen Wirtschaft, kombiniert mit einem stimmungsvollen Mix aus Mitmachaktionen und Unternehmenspräsentationen stehen im Mittelpunkt eines spannenden Veranstaltungskonzeptes des Landkreises Ravensburg. „Perspektive Erlebnis Wirtschaft“, so der programmatische Name, soll das Thema Wirtschaft im Landkreis Ravensburg hautnah erlebbar machen und dabei gleichzeitig aufzeigen, welche beruflichen Perspektiven es in den kreisansässigen Unternehmen gibt.

Spannende Einblicke für die Fachkräfte von morgen Entwickelt hat das Konzept die kreiseigene Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft (WiR). „Unser Ziel war und ist es, mit Hinblick auf den demographischen Wandel und den im Landkreis nach wie vor in vielen Bereichen herrschenden Fachkräftebedarf, den Besuchern im Rahmen der mehrstündigen Abendveranstaltung Einblicke in die beruflichen Perspektiven der regional ansässigen Unternehmen aus dem Handwerk, der Industrie und dem Dienstleistungsgewerbe zu geben,“ erläutert WiRGeschäftsführer Hans-Joachim Hölz. Insbesondere Jugendliche, aber auch angehende Studenten sollen moderne Produktionsprozesse und –technologien kennen-lernen, Arbeitsabläufe in unterschiedlichsten Branchen verfolgen können und dabei mehr über die damit verbundenen Berufsbilder erfahren. Ganz klar, die Absicht der Kreiswirtschaftsförderung ist es, die jungen Menschen für berufliche Perspektiven zu

144 Standort Deutschland | Landkreis Ravensburg

begeistern, die in den Firmen gebraucht werden. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass es wesentlich einfacher und weniger aufwändig ist, jemanden für eine berufliche Perspektive am Standort zu begeistern, als ihn mit großem Aufwand, marketingtechnisch und finanziell, aus dem Bundesgebiet zurückzuholen.

Vernetzung mit Zukunft: Perspektive-Erlebnis Technik/Wirtschaft Vor diesem Hintergrund fand im Mai 2011 erstmals die Veranstaltung „Perspektive - Erlebnis Technik“ in Ravensburg statt. Organisiert und finanziert wurde das damalige Pilotprojekt gemeinsam von der WiR, der Wirtschaftsförderung der Stadt Ravensburg, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Campus Ravensburg sowie der Bezirksvereinigung BodenseeOberschwaben von Südwestmetall. 14 namhafte Ravensburger Firmen, u.a. EBZ, Voith Paper, Andritz Hydro, Vetter Pharma usw., öffneten an einem Freitag von 18 - 24 Uhr ihre Türen für interessierte Besucher. Neben dem „Erlebnis Technik“, das durch zahlreiche Mitmachaktionen begleitet wurde, standen vor allem die Vorstellung von Ausbildungsberufen und Berufsbildern sowie Studiermöglichkeiten an der DHBW im Fokus. Die einzelnen Standorte der Firmen wurden durch einen Shuttle-Bus-Service miteinander verbunden. Aufgrund des großen Erfolges, es konnten mehr als 4.000 Besucher gezählt werden, wurde das Konzept 2013 in Bad Waldsee sowie 2015 in Isny erneut mit großem Erfolg umgesetzt. Insgesamt profitierten von dem spannenden Angebot nicht nur die zahlreichen begeis-


terten Besucher, sondern auch die teilnehmenden Unternehmen selbst, deren Vernetzung durch die enge Zusammenarbeit in der Vorbereitung enorm gestärkt wurde. So ist beispielsweise zwischen den teilnehmenden Vertretern der Isnyer Betrieben ein Unternehmensnetz entstanden, dass über die Perspektive Wirtschaft hinaus Bestand hat. Zunächst hatten die Organisatoren für das „Perspektive“-Konzept, aufgrund des hohen Organisationsaufwandes, einen Zweijahresrhythmus geplant. Doch die Begeisterung bei den Unternehmen und den Kommunen war so groß, dass es bereits 2016, anlässlich des Stadtjubiläums der Stadt Leutkirch, eine Neuauflage in Leutkirch geben wird. Eingebettet in die 1250-Jahrfeier der Stadt und die regionale Gewerbe- und Leistungsschau öffnen Leutkircher Großbetriebe im Herbst 2016 ihre Pforten, um aufzuzeigen, welche beruflichen Möglichkeiten in Leutkirch geboten werden. Und damit nicht genug. In den Startlöchern stehen bereits die Unternehmen der Gemeinde Kißlegg, die 2017 ihre unternehmerischen Perspektiven präsentieren werden. Das Konzept von „Perspektive Erlebnis Technik/Wirtschaft“ hat sich damit in nicht einmal 5 Jahren, zu einem etablierten Instrument der aktiven Wirtschaftsförderung im Landkreis Ravensburg entwickelt.

Innovativer Partner für die Wirtschaft Die WiR - Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH fördert und unterstützt branchenunabhängig kleine und mittlere Unternehmen im Landkreis Ravensburg bei der

marktgerechten Umsetzung ihrer Vorhaben und hilft bei der Beschleunigung von Innovationen. Die Bandbreite der Unterstützungsmöglichkeiten reicht dabei von rein technischen Ansätzen bis hin zu organisatorischen oder betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. Als neutrale Anlaufstelle vermittelt sie Kontakte zu Spezialisten oder Kooperationspartnern, Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder der Steinbeis GmbH und Co. KG. Finanziell getragen wird die WiR durch den Landkreis und die Kreissparkasse Ravensburg.

❯ ENGLISH SUMMARY WiR - Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH (Association for the Promotion of Industry and Innovation) supports small and mid-sized companies from all sectors in the district of Ravensburg in implementing their projects in line with market requirements and helps to speed up innovation. The opportunities for support range from purely technical concepts to dealing with organisational and business issues. As a neutral point of contact, WiR puts the companies in touch with specialists and cooperation partners, universities, research centres or Steinbeis GmbH and Co. KG. It is funded by the district of Ravensburg and Kreissparkasse Ravensburg.


Facts & Figures Fläche und Einwohner Größe des Kreises 163.200 ha Gemeinden 39 (davon 4 große Kreisstädte)  Einwohner (12/2014) 275.339 Bevölkerungsdichte 168 Einwohner pro km² Ausländeranteil (2013) 7,7 %  Landrat Harald Sievers  Kreistag 72 Mitglieder  Wohnbevölkerung (Altersklassen) Stand 2013 Unter 18 50.484  18,45 % 18-40 72.030 26,63 % 40-65 99.266 36,28 % 65 und älter 51.760 18,92 %  Verkehrserschließung Bundesautobahnen 64 km (A96) Bundesstraßen 147 km Landesstraßen 469 km Kreisstraßen 645 km  Überregionale Flugverkehrsanbindung Friedrichshafen: Entfernung von Ravensburg 17 km Memmingen: Entfernung von Ravensburg 72 km  Schienenstrecken 751: Ulm-Aulendorf-Friedrichshafen (Südbahn) 753: Aulendorf-Kißlegg-Hergatz 766: Aulendorf-Sigmaringen-Tübingen 971: Augsburg-Memmingen-Kißlegg-Lindau  Wirtschaft Erwerbstätige insgesamt (2015) 155.400 davon Land- und Forstwirtschaft 5.600 Produzierendes Gewerbe 46.800 Dienstleistungsbereiche 102.900 Handwerk (2015) Unternehmen 3.800 Beschäftigte 19.500

Surface area and population Surface area of the district 163,200 ha Municipalities 39 (of which 4 are district towns)  Inhabitants (12/2014) 275,339 Population density 168 inhabitants per km² Foreign residents (2013) 7.7 %  Harald Sievers District Administrator  District council 72 representatives  Population structure (age groups) in 2013 Under 18 50,484 18.45 % 18-40 72,030 26.63 % 40-65 99,266 36.28 % 65 and older 51,760 18.92 %  Transportation infrastructure Motorways 64 km (A96) Federal roads 147 km State roads 469 km District roads 645 km  Interregional airports Friedrichshafen: Distance from Ravensburg 17 km Memmingen: Distance from Ravensburg 72 km  Railway lines 751: Ulm-Aulendorf-Friedrichshafen 753: Aulendorf-Kißlegg-Hergatz 766: Aulendorf-Sigmaringen-Tübingen 971: Augsburg-Memmingen-Kißlegg-Lindau  Economy Total employees (2015) 155,400 Agriculture and forestry 5,600 Production industry 46,800 Other service sectors 102,900 Crafts (2015) Companies Employees Unemployment rate 2014

Arbeitslosenquote 2014 2,9 %  Hochschulen Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen in Ravens­ burg-Weingarten | Pädagogische Hochschule in Weingarten | Duale Hochschule Ravensburg | Naturwissenschaftlich-Technische Akademie in Isny

146 Standort Deutschland | Landkreis Ravensburg

3,800 19,500 2.9%

Universities University of Applied Sciences Ravensburg-Weingarten | University of Teacher Training in Weingarten | Ravensburg University of Cooperative Education | Natural Science and Technical Academy Isny


DER WIRTSCHAFTSSTANDORT

RAVENSBURG

Mit seinen historischen Gebäuden, Toren und Türmen liegt Ravensburg inmitten der oberschwäbischen Kulturlandschaft. Die historische Stadt mit ihrem besonderen Flair dokumentiert die lange Tradition von Handel, Handwerk, Dienstleistung und Industrie. Sie ist Wirtschafts- und Einkaufsstadt zugleich sowie ein wichtiger Knotenpunkt der Region Bodensee-Oberschwaben.

In Ravensburg trifft Hightech auf Tradition

KONTAKT Wirtschaftsförderung Ravensburg Seestraße 36 D-88214 Ravensburg Phone: +49 751 82-333 wirtschaftsfoerderung@ ravensburg.de www.ravensburg.de

Eine innovative Unternehmerlandschaft, ein hoher Freizeitwert, hervorragende Bildungs- und Betreuungsangebote, eine positive Bevölkerungsentwicklungsprognose – dies alles vereint der Standort Ravensburg. Die anhaltend niedrige Arbeitslosigkeit sowie die stetige Zunahme an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen in den vergangenen Jahren durch Unternehmen vor Ort oder neu angesiedelte Betriebe verdeutlichen die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Ravensburg. Technisch anspruchsvolle Produkte werden in Ravensburg entwickelt, hochwertige Dienstleistungen angeboten. Viele Ravensburger Unternehmen agieren global, unter ihnen bekannte Markenführer. In Ravensburg ist gewachsene Vielfalt Trumpf: vom Hightech-Gerät bis hin zum spannenden Gesellschaftsspiel, vom Feingebäck über Pharma-Produkte bis hin zur Großturbine. Dank ihrem dichten Netz an unterschiedlichen Aus- und Fortbildungseinrichtungen ist die Stadt zudem ein überregional bedeutender Bildungsstandort, was für einen innovativen Standort entscheidend ist. Durch die Nähe zur Hochschule Ravensburg-Weingarten, der Dualen Hochschule Baden-Württemberg sowie den Beruflichen Schulen bestehen für Unternehmen vor Ort ideale Kooperationsmöglichkeiten zur Gewinnung von Fachkräften.

Gewerbegebiet "Erlen" Für Unternehmen, die sich am Standort Ravensburg ansiedeln möchten, bietet insbesondere das Gewerbegebiet "Erlen“ Gewerbegrundstücke in Top-Lage mit einer hochmodernen Infrastruktur, wie beispielsweise Breitband-Glasfaseranschlüsse oder der Möglichkeit einer Wärmeversorgung per Biogas als Alternative zu den herkömmlichen Versorgungsarten. Über die B33 besteht eine gute Verbindung zur Ravensburger Innenstadt

148 Standort Deutschland | Ravensburg


und zum überörtlichen Verkehrsnetz. Die Grundstückspreise liegen bei 97 Euro pro erschlossenem Quadratmeter. Insgesamt reicht das Spektrum von Kleingrundstücken (ca. 1.500 m²) bis zu Großparzellen. Abhängig von den Bedürfnissen der Unternehmen können die einzelnen Grundstücke individuell zugeschnitten werden. Durch großzügige Grünzüge und Baumgruppen wurde das Gewerbegebiet einerseits verträglich in die bestehende Landschaft eingebunden, andererseits bietet es hierdurch ein angenehmes Arbeitsumfeld für die Unternehmen und deren Mitarbeiter. Darüber hinaus bietet der Event Hangar eine hochwertige Gastronomie mit Mittagstischangeboten für die Unternehmen am Standort samt deren Beschäftigten. Die Wirtschaftsförderung Ravensburg ist Partner aller ansässigen und an einer Ansiedlung interessierten Unternehmen. Als Bindeglied zwischen Wirtschaft und den zuständigen Stellen in Stadt und Region erbringt sie folgende Leistungen: Rundumbetreuung für Investoren Vermittlung von Grundstücken und Immobilien

Informationen rund um den Standort Existenzgründerberatung Unterstützung bei Genehmigungsverfahren Vermittlung von Kontakten zu potenziellen Partnern und Kunden

Einwohner

49.172

Arbeitsplätze

43.020

Einpendler

28.845

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte davon Produzierendes Gewerbe Dienstleistungen Handel, Verkehr, Gastgewerbe

33.778 31,1 % 51,2 % 15,9 %

Ravensburg | Standort Deutschland 149


WIRTSCHAFTSRAUM LANDKREIS SIGMARINGEN DER STARKE NORDEN IN DER VIERLÄNDERREGION BODENSEE

An der Schnittstelle zwischen der Metropolregion Stuttgart und der Vierländerregion Bodensee, zentral in Süddeutschland gelegen, befindet sich der Landkreis Sigmaringen. Mit seinen rund 127.000 Einwohnern, 25 Kommunen, einer Hochschule und über 66.000 Erwerbstätigen ist der Landkreis eine dynamisch wachsende Region im westlichen Oberschwaben. Der starke Anstieg der Beschäftigungszahlen, bei gleichzeitig unterdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit verdeutlicht, dass eine florierende Wirtschaft nicht im Widerspruch zu einer schönen Landschaft stehen muss. Durch die engen Verflechtungen mit dem Wirtschaftsraum Bodensee besteht für den Wirtschaftsraum Landkreis Sigmaringen ein enormes Potenzial an qualifizierten Fachkräften.

Platz für Industrie im Norden des Bodensees Expertenmeinungen bestätigen: Die Vierländerregion Bodensee ist ein Hot Spot. Und der Landkreis Sigmaringen hat anderen vor allem eines voraus: Er kann attraktive Industrie- und Gewerbeflächen anbieten. In den verschiedenen Städten und Gemeinden verfügt der Landkreis über mehr als 100 Hektar Grundstücksflächen, auf die Industrie und Gewerbe sofort bauen können. Und man kann hier bauen, wie es einem passt – hoch und breit. Und wenn dann erst einmal produziert wird, dann darf auch Krach gemacht werden, wenn es nötig ist. Zu haben ist das alles für einen vergleichsweise günstigen Preis – und das mit allen Qualitäten, die die Vierländerregion Bodensee zu bieten hat. Zusätzlich dazu verfügt der Landkreis Sigmaringen über den Regio-Airport-Mengen, der kurze Wege zu Geschäftspartnern schafft.

Für Unternehmen, die im Norden der Vierländerregion Bodensee großzügige Industrieflächen brauchen, hat die WIS GmbH den Investorenatlas aufgelegt. Dort sind alle TOP-Standorte ausführlich dargestellt.

Zu betonen sind auch die günstigen Rahmenbedingungen, die bei einer Unternehmensansiedlung wichtig sind. Mit der Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat man einen hervorragenden Partner im Landkreis, der nicht nur junge Fachkräfte ausbildet, sondern Berufstätigen auch die Möglichkeit zum berufsbegleitenden Studium gibt. Für Interessierte ist die WIS GmbH der zuverlässige Ansprechpartner. Sie begleitet und unterstützt unternehmerische Vorhaben von der Planungsphase bis zur Realisierung durch umfassende Beratung, Herstellung von Kontakten zu öffentlichen Stellen und Kooperationspartnern sowie mit Angeboten beziehungsweise Vermittlung geeigenter Standorte und Immobilien.

Ein Exemplar des neuen Investorenatlas kann kostenfrei unter info@wissigmaringen.de oder +49 7571 72890-0 angefordert werden. Weitere Flächen in der Bodenseeregion sind auch zu finden unter www.immoportalbodensee.net.

150 Standort Deutschland | WIS Sigmaringen


Die

macht sich stark...

... für die Unternehmen im Landkreis Sigmaringen! Vom Azubi bis zum Hochschulabsolventen – die WIS hilft bei der Fachkräftesicherung!

Die Angebote: Die FirmenErlebnisTage im Landkreis SIG

Die Bildungsmesse für künftige Absolventinnen & Absolventen mit Hochschulzugangsberechtigung

www.wis-sigmaringen.de

Die FirmenErlebnisTage für Schülerinnen & Schüler der Haupt-, Real- & Werkrealschulen sowie Gymnasien & Berufsfachschulen

Die Initiative für einen Karrierestart im Süden

Die Fachkräftesicherung in der

WIS Sigmaringen | Standort Deutschland 151


Impression zur ersten "Morgenstund"-Veranstaltung bei Tegos in Ostrach

KONTAKT Unternehmerverband Landkreis Sigmaringen (UVS) Geschäftsstelle Fürst-Wilhelm-Straße 12 D-72488 Sigmaringen info@unternehmerverbandsigmaringen.de www.unternehmerverbandsigmaringen.de

Wirtschaftsförderungs- und Standortmarketinggesellschaft Landkreis Sigmaringen mbH Fürst-Wilhelm-Straße 12 D-72488 Sigmaringen Phone: +49 7571 72890-0 info@wis-sigmaringen.de www.wis-sigmaringen.de

UNTERNEHMERVERBAND IM LANDKREIS SIGMARINGEN VEREINT UNTERNEHMERGEIST UND UNTERNEHMERISCHE KOMPETENZ Der Unternehmerverband vertritt als berufs- und branchenübergreifendes, parteipolitisch neutrales Netzwerk die Interessen von Unternehmen im Landkreis Sigmaringen. Er soll Vermittler sein zwischen Innovation und Tradition, Verbesserung und Erhalt sowie quantitativem und qualitativem Wachstum, um den Standort und die Region nachhaltig und sozial verantwortlich zu stärken und gleichzeitig ein unternehmerfreundliches Klima zu schaffen. Hierfür bündelt der Verband Unternehmergeist und unternehmerische Kompetenz und vernetzt Leistungsträger, Mitgestalter und Ideengeber. Der Landkreis Sigmaringen ist ein leistungsstarker Standort, der Wirtschaft, Wissenschaft und Lebensqualität gleichermaßen verbindet. In dieser Raumschaft steckt viel Potenzial für erfolgreiches Unternehmertum. Dem Wirtschaftsstandort Landkreis Sigmaringen soll mit diesem engeren Zusammenschluss der Unternehmen noch mehr Bedeutung verliehen werden. 28 Unternehmen aus dem Landkreis Sigmaringen haben im Frühjahr 2015 den Unternehmerverband Landkreis Sigmaringen e.V. (UVS) gegründet. Mittlerweile ist die Mitgliederzahl auf knapp 40 Unter-

Impressionen von der Gründungsversammlung des Unternehmerverbandes

152 Standort Deutschland | WIS Sigmaringen

nehmen angestiegen. Im Rahmen einer großen Gründungsversammlung im Hochofengebäude der Firma Zollern in Sigmaringendorf haben die Unternehmer die Satzung des Verbandes beschlossen und den Vorstand gewählt. Die acht Vorstandsmitglieder sind Geschäftsführer bedeutender Unternehmen im Landkreis Sigmaringen. Jedes Vorstandsmitglied hat sich ein spezielles Themenfeld auf die Fahne geschrieben und tritt dazu als Ansprechpartner in den Vordergrund. Alle Themenfelder (z.B. Fachkräftesicherung, Standortmarketing, Unternehmensnachfolge, Innovationsförderung, Wirtschaftspolitischer Dialog, etc.) finden innerhalb des Unternehmerverbandes einen eigenen Rahmen und werden durch verschiedene Veranstaltungen unterstützt. Mit der „Morgenstund“ – dem UVS-Unternehmerfrühstück – wurde bereits eine sehr gut genutzte Plattform geschaffen, auf der sich die Unternehmer regelmäßig, bei einem gemeinsamen Frühstück, austauschen können. Außerdem können die Unternehmen so auch die anderen Mitgliedsunternehmen, innerhalb einer kurzen Betriebsführung, kennenlernen.


„Im UVS treffen Vorstellungen und Ideen von erfolg- reichen Unternehmern zusammen, die im Austausch zu einem Mehrwert für jeden führen.“

Dr. Klaus F. Erkes, UVS-Präsident

„Der UVS fördert den Austausch der verschiedensten Unternehmen und spiegelt damit die Themen wider, die die Wirtschaft im Kreis bewegen.“

Dr. Bernhard Kräußlich, WIS-Geschäftsführer

„HIER SCHLÄGT DER PULS DER WIRTSCHAFT" Dr. Klaus F. Erkes ist seit 16. April 2015 Präsident des Unternehmerverbands Landkreis Sigmaringen e.V. (UVS). Das Wirtschaftsmagazin Bodensee sprach mit ihm und dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WIS), Dr. Bernhard Kräußlich über die Wirtschaft im Landkreis. Herr Dr. Erkes, Glückwunsch zur Wahl zum Präsidenten des UVS. Sie waren neben weiteren Unternehmerpersönlichkeiten auch Initiator der Gründung des Verbands. Was waren Ihre Motive? K. Erkes: Unternehmerischer Erfolg - und das betrifft das Handwerk ebenso wie den Handel, den Mittelstand gleichermaßen wie die Industrie - ist in unserer Region auch immer von den Standortfaktoren abhängig. Will die Wirtschaft hier Einfluss nehmen, muss sie sich vernetzten, Interessen bündeln und sich im Schulterschluss aktiv in die Standortentwicklung des Landkreises einbringen. Das war der Anlass und das ist auch das Ziel. Im UVS schlägt der Puls der Wirtschaft im Landkreis Sigmaringen.   Herr Dr. Kräußlich, wie sieht die Verbindung zwischen dem UVS und der WIS aus? B. Kräußlich: Gemäß dem Selbstverständnis des Verbands versteht sich der UVS als starker Partner der WIS. Der UVS ist Gesellschafter und Förderer der WIS. Im Dialog mit all den anderen Gesellschaftergruppen, also dem Landkreis, den Kommunen, den Banken und Sparkassen, der

IHK und der Kreishandwerkerschaft, bringt sich der UVS ein, um aktiv an einer zukunftsorientierten Standortentwicklung mitzuwirken. In einer kürzlich veröffentlichten Studie im Nachrichtenmagazin Focus belegt der Kreis Sigmaringen einen bemerkenswerten 120. Platz von 402 Vergleichsregionen. In den Kategorien „Wachstum / Jobs“ und „Produktivität / Standortkosten“ gar den 39. bzw. 92. Rang. Wie schätzen Sie dieses Ergebnis ein? K. Erkes: Die ländlich geprägte Region zwischen Alb und Bodensee ragt im Vergleich zu anderen ländlichen Räumen in Deutschland in wirtschaftsstruktureller Hinsicht positiv heraus. Gerade im Bereich der Beschäftigtenentwicklung konnte der Landkreis in den vergangenen Jahren im Verhältnis zu vergleichbaren Räumen deutlich punkten. Stetig steigende Erwerbstätigenzahlen - und das auch während der Krisenjahre 2008 / 2009 - und eine kontinuierlich niedrige Arbeitslosenquote zeigen, dass die Wirtschaft im Landkreis sehr erfolgreich agiert. B. Kräußlich: Dieser positiven wirtschaftlichen Lage wird das Image des Landkreises leider bislang überhaupt nicht gerecht. Das wäre aber gerade auch im Hinblick auf die Gewinnung von Fachkräften sehr wichtig. Unbestritten sind die „weichen“ Standortfaktoren: Von wildromantischer Natur über ausgefallene Sportmöglichkeiten bis hin zu kulturellen Einzigartigkeiten und urbanem Lifestyle lässt sich hier alles finden. Jetzt muss es uns noch besser gelingen, die hervorragenden Karrieremöglichkeiten in den Fokus zu rücken.

Die Vorstandsmitglieder (v.l.): Günter Stecher, Dr. Bernhard Kräußlich, Vizepräsident Alfred Späh, Präsident Dr. Klaus F. Erkes, Vizepräsident Alfons Mattes, Sandra Späh, Markus Kleiner und Peter Müller.

WIS Sigmaringen | Standort Deutschland 153


PFULLENDORF INDUSTRIESTANDORT

BODENSEE NORD

AUSGEPRÄGTE STANDORTZUFRIEDENHEIT DER UNTERNEHMEN SOWIE ATTRAKTIVITÄT FÜR NEUANSIEDLUNGEN

KONTAKT Stadt Pfullendorf Kirchplatz 1 D-88630 Pfullendorf www.pfullendorf.de Thomas Kugler Bürgermeister / Mayor Phone: +49 7552 251002 info@stadt-pfullendorf.de Felix Kretz Wirtschaftsförderer / Business Developer Phone: +49 7552 251111 felix.kretz@stadt-pfullendorf.de

Der Wirtschaftsstandort Pfullendorf zeichnet sich durch eine dynamische sowie wachstumsstarke Entwicklung aus. Neben laufenden Expansionsvorhaben sind einige Ansiedlungen in der Planung, was für ein attraktives Investitionsklima spricht. Die Wirtschaftskraft des Standortes in der Bodenseeregion ist vor allem mit den vier international agierenden und größten Arbeitgebern verbunden. Die Unternehmen Geberit, Kramer, Alno und Escad haben eine entscheidende Bedeutung für die Prosperität des Unternehmerbestandes in Pfullendorf. Die wirtschaftliche Situation und Vitalität des Standortes wird maßgeblich von diesen global vernetzten Großunternehmen geprägt. Erfreulich ist die positive Entwicklung der Beschäftigtenzahlen, die in den Jahren 2013 bis 2015 deutliche Zuwachsraten vorweist. Eine Vielzahl von einigen Hundert Mittelstands- und Kleinstbetrieben bildet die wirtschaftliche Basis des Standortes. Die Gesamtheit der Wirtschaftsbetriebe in Pfullendorf leistet einen großen Beitrag zur Erhaltung von Arbeitsplätzen

154 Standort Deutschland | Pfullendorf

und ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren der Stadt im Standortwettbewerb. Neben der Konzentration der Sanitärtechnik, Baumaschinen, sowie der Küchenbranche sind in Pfullendorf weitere Unternehmensbranchen traditionell vertreten. Hierzu zählen die Branchen Automobilzulieferer, Metallverarbeitung und Maschinenbau. Der Wirtschaftsstandort innerhalb der nördlichen Bodenseeregion bietet ein breites Spektrum an zukunftsorientierten Arbeitsplätzen, einen attraktiven Natur- und Freizeitraum, eine vollständig ausgebaute Schulinfrastruktur, diverse Erholungs- und Kulturangebote, sowie eine malerische Altstadt und ein aktives Sozialleben. Das Industriegebiet Mengener Straße bietet Unternehmen mit Expansionsabsichten und Ansiedlungsvorhaben verlässliche Perspektiven. Bisher wurden ca. drei Hektar der derzeit verfügbaren 13 Hektar an Gewerbeflächen veräußert. Das Industriegebiet umfasst insgesamt 45 Hektar.


Escad AG

Kramer-Werke GmbH

Facts & Figures Einwohnerzahl gesamt (Stand: 31.12.2014) Gemarkungsfläche Beschäftigte 2015 Gesamtzahl davon im Bereich Dienstleistungen davon im produzierenden Gewerbe Einpendler Auspendler

13.012 9.056 ha

6.384 3.411 2.816 3.664 2.596

ein Krankenhaus, ein Frei- und ein Hallenbad, mehrere Alten- und Pflegeheime sowie über eine Musikschule und eine Bücherei. Weiche Standortfaktoren Touristisches Highlight ist der Seepark Linzgau. Auch Gäste aus der Schweiz und Österreich machen von dem einzigartigen Angebot mit Wasserskianlage, Adventuregolf und Gastronomien Gebrauch. Das Waldfreibad bietet eine schöne Naturkulisse sowie neben den Schwimmerbecken auch eine Sprungturmanlage sowie eine innovative Kletterwand.

Verkehrsanbindung Pfullendorf liegt ca. 24 km nördlich vom Bodensee und ist über die A81/A98, Ausfahrt Stockach-Ost, schnell erreichbar. Zwischen Pfullendorf und Altshausen verläuft eine öffentliche Bahnstrecke. In Mengen liegt ca. 15 km entfernt ein Verkehrslandeplatz; der Bodensee Airport Friedrichshafen ist in 50 Minuten erreichbar.

Service und Dienstleistungen Die Wirtschaftsförderung bietet Unternehmen eine individuelle Bedarfsanalyse, einen exklusiven Fördermittelcheck sowie Flächenempfehlungen und -angebote. Nutzen Sie unseren Beratungsservice: Professionell. Profitabel. Persönlich.

Angebote für Bürger Die Stadt Pfullendorf verfügt über alle Schulformen,

Besondere Stärken der Stadt 45 ha reine Industriefläche zu preisgünstigen Konditionen.

Pfullendorf | Standort Deutschland 155


GAMMERTINGEN INMITTEN DER SCHWÄBISCHEN ALB TOSKANA

Ein schöner Sommerblick über die Schwäbische Alb Toskana / Wonderful summer views over the Tuscan Swabian Alb

Am südlichen Rand der Schwäbischen Alb liegt, quasi inmitten der „Schwäbischen Alb Toskana“ mit mäandernden Flüsschen in Tälern und Albhochflächen in schönen Hügellandschaften, das Laucherttalstädtchen Gammertingen. Trotz der reizvollen Umgebung und unberührter Natur ist die Raumschaft um Gammertingen weitaus mehr als nur beliebtes Tourismus- und Erholungsgebiet.

KONTAKT Stadtverwaltung Gammertingen Phone: +49 7574 406-1 10 info@gammertingen.de www.gammertingen.de Martin Fiedler Wirtschaftsförderer / Business developer

Holger Jerg Bürgermeister/Mayor

Weitere Infos unter www.gammertingen.de

Die ca. 6.300 Einwohner schätzen die moderne Infrastruktur in der Stadt mindestens ebenso, wie die Alblandschaft der Umgebung. Mag Gammertingen auf der Landkarte auch im Randgebiet des oberschwäbischen Landkreises Sigmaringen gelegen sein, so liegt es exakt in der Mitte zwischen Stuttgart und dem Bodensee und ist Teil der Vierländerregion-Bodensee. Vor Ort gibt es eine Vielzahl von marktführenden Unternehmen im Distributionsgewerbe, der mittelständischen Industrie, des Handwerks und vor allem der sozialen und medizinischen Dienstleistungen. Damit diese Firmen expandieren können oder sich auch neue in gutem Umfeld ansiedeln können, stellt die Stadt aktuell rund zehn Hektar sofort bebaubare Gewerbeflächen zur Verfügung. Mit der Erweiterung des Gewerbegebietes „Herdleäcker II“ und mit der Erweiterung des Gewerbegebietes „HarthausenAlb“ (liegt verkehrsgünstig an der als „Alb-Highway“ bekannten Kreisstraße K8205 Sigmaringen – Reutlingen) stehen in naher Zukunft weitere 17 Hektar Gewerbeflächen zur Verfügung. Familien finden im Kleinstädtchen ein mehr als umfassendes Bildungs-, Betreuungs- und Kulturangebot vor. Vier Kindergärten betreuen bereits die Kleinsten von null bis sechs Jahren je nach Bedarf von 6.30 Uhr bis 17 Uhr, Mittagessen inbegriffen. Die wohnortnahen Grundschulen, Förderschule, Werkrealschule, Realschule und auch das städtische Gymnasium bieten den momentan 1.600 Schülern ein sehr gutes Fundament mit Ganztagesangeboten für ihren weiteren Bildungsweg. Weitere private Bildungseinrichtungen der Diakonie im Stadtteil Mariaberg oder die kommunale Akade-

156 Standort Deutschland | Gammertingen

mie Laucherttal ergänzen das umfassende Bildungsangebot. Die medizinische Versorgung übernehmen hervorragend die wohnortnahen Allgemein- und, Fachmediziner, sowie Zahnärzte. Die Fachkliniken von Mariaberg e. V. und die Wendelstein Klinik bieten ebenso jungen Medizinern gute beruflich-fachspezifische Weiterbildungsmöglichkeiten. Im erst kürzlich mit der Traumnote 1,0 zertifizierten Altenpflegeheim St. Elisabeth finden bis zu 70 Menschen eine freundliche und fachkundige neue Heimat, ergänzt durch viele ambulante Angebote für Menschen im Alter. Ein Vollsortimenter, drei Discounter, einige Drogeriemärkte und viele Fachgeschäfte in der Stadt decken den täglichen Bedarf rund herum ab. Seit vielen Jahren bilden u. a. die klassischen Schlosskonzerte, das Jazz-Event vor dem Schloss, das Open-Air-Kino, die Akademie Laucherttal, Veranstaltungen in der Stadtbücherei und viele andere Festivitäten einen bunten Blumenstrauß an kulturellen Aktivitäten, die für jeden Geschmack etwas Tolles anbieten. Mehr als 70 Vereine ergänzen die ehrenamtlichen Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung in Sport, Musik, Natur und Kultur. Eigenheim-Interessierte aufgepasst: Wer sich hier ein eigenes Häuschen bauen möchte, findet preisgünstige Bauplätze in Größen zwischen 500 und 1.100 Quadratmetern. Zusätzlich werden Familien beim Häuslebauen und beim Wiederbefüllen einer innerstädtischen Baulücke im Bestand mit Sonderzuschüssen von der Stadt gefördert.

Weitere News finden Sie auch im Internet unter www.gammertingen.de.


entdeckungsreise

www.gammertingen.de // plz 72501 // längengrad: 9.21667/E 9° 13‘ 0‘‘ / breitengrad: 48.25 / N 48° 15‘ 0‘‘

❯ ENGLISH SUMMARY The small town of Gammertingen in Laucherttal valley is situated on the southern edge of the beautiful Swabian Alb hills. But Gammertingen is much more than just a popular tourist and holiday area. Its 6,300 inhabitants appreciate the town’s modern infrastructure just as much as the surrounding landscape. Gammertingen may be on the fringes of the Upper Swabian district of Sigmaringen on the map, but it is also exactly between the metropolitan region of Stuttgart and Lake Constance and is part of the “Four-country region Bodensee”. The town boasts a large number of companies that are leaders in their markets in the areas of distribution trade, mid-sized industrial businesses, skilled crafts and trades and above all social services. To enable these firms to expand and to attract new businesses that are looking for a good environment, the town currently provides some 15 hectares of commercial land for all kinds of activities in the areas of trade, services and industry. In the new intermunicipal industrial estate Einwohner Beschäftigte insgesamt davon im produzierenden Gewerbe davon im Handel, Verkehr und Gastgewerbe davon in sonstigen Dienstleistungen

6.335 2.866 18,7 % 19,85 % 61,37 %

“Herdleäcker II” situated on the western edge of town, seven hectares of land are available immediately for development by commercial or industrial enterprises. More industrial land is available north of the town in the “Alb” industrial estate of Harthausen. Both offer excellent transport connections. The town offers families a wide choice of educational institutions and a varied cultural programme. The primary schools, special needs schools, secondary schools and grammar schools in the residential neighbourhoods provide a good foundation with all-day schools for continued education. Gammertingen has several general practitioners and medical specialists as well as two specialist clinics that offer medical care close to home. Potential homebuyers who want to build their own home can find low-priced land in plots of 500 to 1,100 square metres. In addition, the town of Gammertingen offers special grants to families who want to build a house on new land or fill an empty site in the town centre. Population Total employees Manufacturing trade Retail trade/traffic/catering Other services

6,335

2,866 18.7 % 19.85 % 61.37 %

Property tax construction Property tax

320 % 340 %

Grundsteuer A Grundsteuer B Gewerbesteuer

330 % 320 % 340 % 10 ha

Commercial land in the "Herdleäcker II", "Schelmengarten Mittelberg" and "Sigmaringer Straße Süd" industrial estates

10 ha

Gewerbeflächen insgesamt im Gewerbegebiet „Herdleäcker II“, „Schelmengarten/ Mittelberg“, „Sigmaringer Straße Süd“ Weitere Gewerbeflächen in den kommenden Jahren Erweiterung Gewerbegebiet „Harthausen – Alb“ Erweiterung Gewerbegebiet „Herdleäcker II“

Further commercial land in the years to come  Extension of "Harthausen – Alb" industrial estate Extension of "Herdeläcker II." industrial estate

17 ha

17 ha

Gammertingen | Standort Deutschland 157


BAD SAULGAU 80.000 QUADRATMETER NEUE INDUSTRIEFLÄCHE AN DER B32 Bad Saulgau ist mit knapp 6.400 Beschäftigten (45,5% davon im produzierenden Sektor) einer der wichtigsten und attraktivsten Wirtschaftsstandorte in der Region Bodensee-Oberschwaben. In Bad Saulgau sind erfolgreiche Betriebe zuhause – vom Start-up-Unternehmen über mittelständische Handwerksbetriebe bis hin zu bekannten Firmen wie KNOLL Maschinenbau, CLAAS Saulgau, Reisch Bau, Platz Haus 21 oder die Möbelwerke Staud. Als Mittelzentrum verfügt Bad Saulgau mit seinen 17.600 Einwohnern über eine hervorragende Infrastruktur, Unternehmen finden hier nicht nur bestens ausgebildete Fachkräfte, sondern auch gleich das passende Umfeld für diese.

Vor Kurzem hat die Stadt zusätzliche Wohnbauplätze in der Kernstadt und den Teilorten erschlossen, für Familien stehen 14 Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Sämtliche Schulabschlüsse sind vor Ort möglich, ebenso wie eine berufliche Ausbildung am Berufsschulzentrum. Maßstäbe bei der Talentförderung im MINT-Bereich setzt das in Bad Saulgau beheimatete Schülerforschungszentrum Südwürttemberg (SFZ®). Ein umfangreiches medizinisches Versorgungsangebot garantieren nicht nur die niedergelassenen (Fach-)Ärzte, die SRH-Klinik Bad Saulgau sowie vier hochspezialisierte Fachkliniken. Überraschend vielfältig zeigt sich Bad Saulgau zudem nicht nur als Einkaufsstadt mit rund 140 oftmals inhabergeführten Einzelhandelsbetrieben, sondern auch mit seinem herausragenden Kulturangebot. Und als Naturschutzkommune und Landeshauptstadt der Biodiversität ist Bad Saulgau in Sachen Ökologie Vorreiter in der ganzen Region. KONTAKT Stadt Bad Saulgau Oberamteistraße 11 D-88348 Bad Saulgau www.bad-saulgau.de Doris Schröter Bürgermeisterin / Mayor Phone: +49 7581 207-101 info@bad-saulgau.de

Industriegebiet „An der Hochberger Straße 4“ Im Industriegebiet „An der Hochberger Straße" stehen in unmittelbarer Nähe zur B32 Richtung Ravensburg im Augenblick noch rund 80.000 Quadratmeter reine Industriefläche zur Verfügung.

Thomas Schäfers Wirtschaftsförderung / Business Development Phone: +49 7581 207-104 wirtschaftsfoerderung@ bad-saulgau.de Weitere Infos www.bad-saulgau.de

158 Standort Deutschland | Bad Saulgau

 usweisung als Industriegebiet für größtmögliche A Handlungs- und Gestaltungsspielräume

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Ein starkes Team Bei Greifsystemen und in der Spanntechnik ist SCHUNK die Nr. 1. Wir wissen, wie man präzise greift und sicher hält – genau wie unser Markenbotschafter, die Torwartlegende Jens Lehmann. Seit Jahrzehnten setzen unsere Greifer und Präzisionsspannmittel rund um den Globus Maßstäbe. Mehr noch: Sie prägen den rasanten Fortschritt in vielen Branchen.

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INDUSTRIEPARK NÖRDLICHER BODENSEE INVESTIEREN AM RICHTIGEN STANDORT

Der neue Industriepark Nördlicher Bodensee befindet sich im nahen Umland des Bodensees. Hier ist Raum für Investition auf bis zu 61 Hektar zusammenhängender Fläche. Starke Wirtschaftsunternehmen, die in ihrem Segment teilweise zu den Weltmarktführern gehören, haben sich im Norden der Vierländerregion angesiedelt oder sind sogar hier gegründet worden. Und mitten in der Ferienregion Bodensee und Donautal zu wohnen und zu arbeiten bewirkt eine respektable Fachkräftebindung. Hinzu kommt der nahegelegene Hochschulstandort Albstadt-Sigmaringen, welcher qualifizierten Nachwuchs garantiert. Warum sich dieser Standort besonders eignet? Highspeed-Internet über Glasfaserhausanschluss Maximale industrielle und gewerbliche Nutzung Kommunale Wirtschaftsförderung und Verfahrensunterstützung Beste Infrastruktur in landschaftlich reizvoller Lage Noch mehr Vorteile? Attraktive Wohnbaugebiete & Freizeitangebote Bildungsqualität durch Angebot sämtlicher Schul- arten sowie nahegelegene Hector-Akademie und Hochschulstandorte

Investieren

Komplettes ärztliches Versorgungsnetz, Kreis- krankenhaus in Sigmaringen Kulturelle Highlights und Sehenswürdigkeiten Im Zentrum der Ballungsräume München, Stuttgart und Zürich bietet der Wirtschaftsstandort Industriepark Nördlicher Bodensee eine optimale Lage. Der internationale Flughafen Stuttgart sowie der Flughafen Friedrichshafen, kurze Wege zur Autobahn und die direkte Anbindung an der Schnittstelle der B 311 mit der B 313 bei Meßkirch sind ideale Voraussetzungen.

❯ ENGLISH SUMMARY The new industrial park "Nördlicher Bodensee" is located close to Lake Constance. It offers room for investments on 61 hectares of contiguous land. The industrial park is situated ideally between the conurbations of Munich, Stuttgart and Zurich with excellent transport connections. Major industrial firms, some of which are global market leaders in their field, have moved to the district or were even founded here. Qualified employees have the advantage of living and working at the heart of the holiday region of Lake Constance and the Danube valley. In addition, the university town of Albstadt-Sigmaringen is nearby, guaranteeing a supply of qualified future employees.

KONTAKT Industriepark Nördlicher Bodensee Stadt Meßkirch Conradin-Kreutzer-Straße 1 D-88605 Meßkirch www.messkirch.de www.industrieparknoerdlicher-bodensee.de Arne Zwick Bürgermeister / Mayor Phone: +49 7575 206-21 Arne.Zwick@messkirch.de Anna-Maria Merz Wirtschaftsförderung Phone: +49 7575 206-28 merz@messkirch.de

Arbeiten

Leben Meßkirch | Standort Deutschland 161


Der Thurgau – eine sanfte Hügellandschaft zwischen Bodensee und Hörnli – besticht durch seinen ländlichen Charakter und den Charme seiner Bevölkerung. Nebst unzähligen Naherholungsgebieten, bedeutenden historischen Bauten und einer Fülle von kulinarischen Genüssen, punktet der Thurgau auch als erfolgreicher Wirtschaftsstandort. Zahlreiche KMU und bedeutende Industrieunternehmen haben ihn wegen seiner Grenznähe, der guten Verkehrsinfrastruktur und der unbürokratischen Verwaltung als Standort gewählt.

KONTAKT Kanton Thurgau Amt für Wirtschaft und Arbeit Verwaltungsgebäude Promenade CH-8510 Frauenfeld Phone: +41 58 3455424 www.wifoe.tg.ch www.awa.tg.ch

Eingebettet zwischen Bodensee und Voralpen, am nordöstlichen Rand der Schweiz, befindet sich auf einer Fläche von fast 1.000 Quadratkilometern der Kanton Thurgau. Eine intakte Landschaft und die gut ausgebaute Infrastruktur machen ihn zu einem immer beliebteren Wohnkanton. Auch Unternehmen schätzen den Thurgau zunehmend als attraktiven Wirtschaftsstandort, der insbesondere durch seine Grenznähe, moderate Steuern und gute Verkehrsanbindungen auffällt. Die Grenzen zu Deutschland, Österreich und dem Fürstentum Liechtenstein sind nah, die Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen St.Gallen, Schaffhausen und Zürich ist freundschaftlich und konstruktiv.

Zentral und wirtschaftsfreundlich Öffentliche Verkehrsmittel und ein gut ausgebautes Straßennetz verbinden den Thurgau mit den nahen Wirtschaftszentren, Zürich, St.Gallen und Konstanz.

162 Standort Schweiz | Kanton Thurgau

Gleich drei Flughäfen sorgen in unmittelbarer Nähe für Verbindungen zur ganzen Welt. Im Herzen des europäischen High-Tech-Dreiecks Stuttgart-München-Mailand profitieren Thurgauer Unternehmen zudem von internationaler Vernetzung. Zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe, aber auch international tätige Großkonzerne machen sich die ideale Infrastruktur des Thurgaus zu Nutze und profitieren gleichzeitig vom zentralen Standort. Auch bei politischen Entscheidungsprozessen und Kontakten mit Behörden profitieren Thurgauer Unternehmen und Investoren von kurzen Wegen und raschen, zielgerichteten Dienstleistungen. Im Thurgau kennt man sich noch persönlich und unterstützt sich gegenseitig. Ob in Wirtschaft, Politik, Forschung oder bei den Behörden sind die richtigen Ansprechpartner rasch gefunden. Anregungen können direkt platziert und Gespräche persönlich mit


KANTON THURGAU INNOVATIVER WIRTSCHAFTSSTANDORT

UND LEBENDIGER WOHNKANTON

den Entscheidungsträgern geführt werden. Daher erstaunt es kaum, dass der Thurgau eine der effizientesten und kostengünstigsten Verwaltungsstrukturen der Schweiz aufweist. Aktiv sucht und fördert der Kanton Thurgau auch die internationale Zusammenarbeit im Bodenseeraum und stärkt damit seinen Werkplatz.

Optimale Voraussetzungen für Unternehmen Ansässige und neue Unternehmen werden im Thurgau aktiv gefördert und unterstützt. Beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons finden beispielsweise Unternehmen, die sich neu im Thurgau ansiedeln wollen, einen kompetenten und gut vernetzten Ansprechpartner. Die Fachstelle „Wirtschaftsförderung“ vermittelt geeignete Immobilien, hilft bei Genehmigungen und knüpft für Unternehmer wichtige Kontakte zu Ämtern und Behörden. Weiter setzt sich das AWA für eine zukunftsgerichtete Entwicklung des Standortes ein und vermarktet die Region und ihre besonderen Qualitäten professionell. Gleichzeitig arbeitet das Amt eng mit diversen Spezialisten aus der Privatwirtschaft zusammen, um den Unternehmen im Kanton ein

kompetentes Netzwerk bieten zu können. Die Vielfalt des Thurgauer Wirtschaftsraums zeigt sich insbesondere in der guten Durchmischung von verschiedensten Unternehmensformen. Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, aber auch weltweit agierende Industriefirmen, wie zum Beispiel die Stadler Rail AG in Bussnang oder die General Dynamics European Land Systems-Mowag in Kreuzlingen, profitieren von den unternehmerfreundlichen Rahmenbedingungen und moderaten Steuern. Genau dieses abwechslungsreiche Umfeld ist ein optimaler Nährboden für die Entwicklung von zukunftsweisenden Technologien. Ein dichtes Netz von Universitäten und Hochschulen im Bodenseeraum fördert diese Innovationen zusätzlich.

Hohe Wohn- und Lebensqualität Die zahlreichen nahen Arbeitsplätze sowie die hohe Wohn- und Lebensqualität schätzen auch die rund 260.000 Einwohnerinnen und Einwohner des Thurgaus. Der Schweizer Kanton am Bodensee verzaubert immer mehr Menschen mit seinem ländlichen Charme und der Kanton Thurgau | Standort Schweiz 163


Stadler Rail AG

vielfältigen Landschaftsstruktur – so zieht der attraktive und vor allem bezahlbare Wohnraum seit Jahren zahlreiche Zuzüger aus den umliegenden Kantonen und dem Ausland an. Auch wenn der Thurgau nicht mit einer pulsierenden Metropole aufwarten kann, ist das Freizeitangebot riesig. Beispielsweise stehen über 1.000 Kilometer markierte Wege zum Radfahren oder Inlineskaten zur Verfügung. Zahlreiche Museen, Schlösser oder andere kulturelle Sehenswürdigkeiten gilt es zu entdecken. Riesige Obstplantagen, die im Frühjahr eine atemberaubende Blütenpracht zeigen und zahlreiche Rebgebiete prägen das Landschaftsbild des Thurgaus. Und natürlich laden Bodensee, Untersee und Rhein zu ausgiebigen Spaziergängen oder allen Arten von Wassersport ein. In den Städten und größeren Orten des Thurgaus – die alle innerhalb kürzester Zeit erreichbar sind – erfüllen Einkaufszentren, Warenhäuser und Spezialgeschäfte alle Wünsche für's Shopping. Kinos, kulturelle Veranstaltungen und unzählige Vereine im ganzen Kanton bieten eine abwechslungsreiche und sinnvolle Freizeitgestaltung an. Auch das gastronomische Angebot ist wie der Thurgau selbst: facettenreich und lebendig. Es reicht von Gault-Millau-Betrieben über Gilde-Restaurants bis hin zu rustikalen Besenbeizen und spezialisierten Fischrestaurants am Bodensee.

Sympathisch und humorvoll Der Thurgau wird von seinen Bewohnern wegen seiner Form, die an Indien erinnert, und den zahlreichen Apfelbäumen auch liebevoll als „Mostindien“ bezeichnet. Diese Selbstironie macht ihn und seine Bevölkerung zusätzlich sympathisch. Sie spricht die ursprünglich landwirtschaftliche Ausrichtung des Kantons an, aber auch die intakte Landschaft an den Ufern des Bodensees und lässt etwas vom ureigenen Thurgauer Humor durchblitzen. Kurz und bündig: Den Thurgau mag man einfach.

Kantonsfläche

991 km2

Einwohner davon Ausländer davon Deutsche Hauptstadt

261.992 61.306 (23,4 %) 20.230 (33,0 %) Frauenfeld (24.409 Einwohner)

Bezirke

5

Wirtschaft Total Beschäftigte 129.708 Arbeitslose 3.242 (2.5 %) Beschäftigte Sektor 1 5,8 % (Land- und Forstwirtschaft) Beschäftigte Sektor 2 36,5 % (Industrie, Gewerbe, Bau) Beschäftigte Sektor 3 57,7 % (Dienstleistungen) Starke Branchen Baubranche, Metallbe- und Verarbeitung, Maschinenbau, Nahrungsmittel Quelle/Stand: Staatskanzlei / Thurgau in Zahlen 2015

164 Standort Schweiz | Kanton Thurgau


❯ ENGLISH SUMMARY A stable economy and a flexible mindset, a commitment to innovation and a healthy dose of continuity, an excellent infrastructure and rural tranquility – the Canton of Thurgau is a place of contrasts. This region on the Swiss shores of Lake Constance has all the ingredients a successful business location needs. Nestled between Lake Constance and the Alpine foothills, the Canton of Thurgau is on the north-eastern fringe of Switzerland at the heart of the region of Lake Constance. A large number of innovative and successful companies appreciate the many advantages Switzerland has to offer as a stable business location while benefiting from the international connections in the European high-tech triangle between Stuttgart, Munich and Milan. The canton is traversed by a dense network of roads and railways, while the public transport system ensures regular connections to all of Switzerland’s important economic regions, and as many as three airports nearby offer flights all over the world.

Room for technology and innovation The Canton of Thurgau is a vibrant economic region without cumbersome structures, offering ideal prerequisites for all kinds of companies. A large number of small and medium-sized companies form the backbone of Thurgau’s economy, while firms with global operations like Stadler or Mowag add to the mix. Production, development and construction companies can be found side by side with service and technological businesses. They all benefit equally from the outstanding conditions – including a low tax burden that is the same for all companies.

A fascinating place to live In addition to its advantages as a business location, the Canton of Thurgau boasts an impressively high quality of life. The diverse landscape offers something for every taste. In their free time, cyclists and inline skaters enjoy more than 1,000 kilometres of signposted routes. A large number of museums and castles offer visitors a glimpse into the region’s rich cultural past and an outstanding choice of bars and restaurants provide culinary delights. Thurgau is a vibrant and varied canton.

Kanton Thurgau | Standort Schweiz 165


KREUZLINGEN

INTERVIEW MIT STADTPRÄSIDENT ANDREAS NETZLE

Andreas Netzle

Stadtpräsident Kreuzlingen

KONTAKT Stadtverwaltung Kreuzlingen Hauptstrasse 62 CH-8280 Kreuzlingen Phone: +41 71 6776111 stadt@kreuzlingen.ch

166 Standort Schweiz | Kreuzlingen

Herr Netzle, Kreuzlingen war in den letzten Jahren auf Wachstumskurs, die Zahl der Einwohner ist deutlich gestiegen. Wie ist die aktuelle Situation? Andreas Netzle: Momentan hat der Zuzug etwas nachgelassen. Werden aber Siedlungen oder größere Mehrfamilienhäuser fertiggestellt, kommt wieder ein Schub, in der Regel von außen, das heißt aus dem Ausland. Aber das impliziert Internationalität, die durchaus konstituierend ist für die Stadt. 54% der Kreuzlinger haben keinen Schweizer Pass, über ein Viertel der Bevölkerung sind Deutsche. Das hat aber durchaus Tradition, seit Generationen sind wir in der Lage, damit gut umzugehen. Wir können das, nennenswerte Probleme gibt es deswegen nicht. Als wir auf die Parität zusteuerten, haben wir den Slogan kreiert „Zusammen sind wir 100% Kreuzlingen“. Auch die Erstaufnahme von Flüchtlingen in unserem Empfangszentrum wird bewundernswert gut angenommen, obwohl es ab und zu auch Schwierigkeiten gibt. Sie arbeiten seit Längerem daran, Kreuzlingen ein unverwechselbares Profil zu geben. Wie soll das aussehen? Wir können natürlich keine Altstadt bauen, aber unser Zentrum am Bärenplatz wollen wir neu ge-

stalten. Mit verschiedenen Infrastrukturprojekten wollen wir eine offene Stadtmitte schaffen. Das größte Bauprojekt ist das Stadthaus, ein Verwaltungsgebäude mit einer großen öffentlichen Tiefgarage, und die Gestaltung der Festwiese, die, wenn man so will, der Bevölkerung zurückgegeben werden soll, nachdem bis jetzt nur Autos darauf standen. Das Projekt Stadthaus ist aus einem Wettbewerb hervorgegangen und wird mit der Festwiese und dem Dreispitz Sport- und Kulturzentrum die Mitte der Stadt markieren. Vielleicht ist es sogar der entstehende Freiraum mit Festwiese, Dreispitzpark und Sallmannpark, der für das Zentrum steht. Die Kreuzlinger und Konstanzer Bevölkerung scheinen sich in einem einig zu sein: Beide sind vorsichtig, wenn es um Neues geht! Die Bevölkerung von Kreuzlingen ist vorsichtig, wenn etwas Geld kostet. Vom Stadtrat kommen gute und überlegte Vorschläge, aber bei den Volksabstimmungen kann es eben auch zu Ablehnungen kommen, selbst wenn die Maßnahmen notwendig sind. Man wünscht sich hier und da, mehr Leute sähen die größere Linie. Unsere Aufgabe ist es, sie aufzuzeigen und dafür zu werben, aber man stößt als Exekutive an politische Grenzen.


„Als wir auf die Parität zusteuerten, haben wir den Slogan kreiert: Zusammen sind wir 100 % Kreuzlingen“

Wie geht die Politik mit abgelehnten Projekten um? Stichwort Bushof oder Schwimmhalle! Das heutige Provisorium des Bushofs am Bärenplatz muss jetzt endlich fertig gestaltet und verbessert werden. Aus Systemgründen steht der Standort im Stadtzentrum fest. Aber wir werden mit einer Vorlage kommen, welche die Einwände der Bürger berücksichtigt. Der Bedarf für eine Schwimmhalle besteht nach wie vor. Wir brauchen mehr Indoor-Wasserfläche in der Region. Man muss wohl aber zugeben, dass das Schwimmbadprojekt vielen zu teuer und vielleicht auch zu perfekt war. Nun gilt es gemeinsam zu überlegen, wie ein neues, vielleicht redimensioniertes Projekt umgesetzt werden kann. Welche Bedeutung hat die Bildung als Standortfaktor für die Stadt? Kreuzlingen ist ein sehr bedeutender Bildungsstandort, auch über die Kantonsgrenzen hinweg. Immerhin drei Universitätsinstitute sind auf Kreuzlinger Boden, die internationale Bodenseehochschule hat hier ihren Sitz, die Pädagogische Hochschule, die pädagogische Maturitätsschule, eine Berufsschule sowie etliche Privatschulen wie etwa die Internationale Schule Kreuzlingen-Konstanz und eine von Swiss Olympic, der Dachorganisation der Schweizer Sportverbände, zertifizierte Nationale Elitesportschule. Das ist schon ein Unique Selling Point von Kreuzlingen. Wir sind „Denk-Sport-Stadt“, ein Label, das die Aspekte Bildung und Bewegung vereinen soll. Wie bewerten Sie die wirtschaftliche Lage der Stadt? Die Auftragslage des größten Arbeitgebers Mowag ist gut, es gibt zudem die Amcor und die Holy Fashion Group, die mit ihrer Marke Strellson etliche Arbeitsplätze in Kreuzlingen geschaffen hat. Das große Wachstum bei den exportorientierten Unternehmen gibt es momentan aufgrund der Euroschwäche zwar nicht, aber die Steuereinnahmen in diesem Sektor sind stabil, insofern läuft es den Umständen entsprechend gut. Der Handel dagegen ist ein schwierigeres Thema – vor allem in Kreuzlingen! In Kreuzlingen ist das Problem unmittelbar spürbar. Für die Einwohner ist das geradezu paradiesisch, sie können im nahen Konstanz in eine andere, viel günstigere Einkaufswelt eintauchen. Für die Fachhändler bei uns ist das schlimm. Direkt unterstützen können wir die Händler zwar nicht, aber es wurde am Erscheinungsbild der mittleren Hauptstraße, des Boulevards, gearbeitet, um das Einkaufserlebnis der Kunden zu verbessern. Wenn aber Läden leer stehen, dann ist oftmals der Eindruck noch schlechter als die tatsächliche Lage. Wir suchen nun nach Möglichkeiten, wie man diese Ladenflächen nutzen

kann. Vielleicht ist die Zeit einiger Fachgeschäfte auch aus anderen Gründen, etwa dem Online-Verkauf, vorbei, aber vielleicht gibt es Lösungen, die signalisieren „Hier ist Leben! Hier ist Geschäft!“ Wie weit sind die Planungen bezüglich des Areals am Ufer des Sees an der Grenze zu Konstanz? Es ist die Absicht beider Städte, den Bereich Klein-Venedig und Seeufer West gemeinsam zu planen. Die Sportanlagen auf unserer Seite sind dort nicht am richtigen Ort, langfristig sollte diese einmalige Lage anders genutzt werden. Ziel ist ein grenzüberschreitender Freiraum für die breite Öffentlichkeit. Diesbezüglich gab es den EuropanWettbewerb, in dessen Rahmen sich junge Architekten Gedanken darüber machen konnten. Ergebnis war ein sehr schönes Siegerprojekt. Es wird nicht eins-zu-eins umgesetzt werden können, aber es gibt einen Hinweis darauf, was möglich wäre. Und es zeigt, wie von außen die Situation eingeschätzt wird. Wichtig ist, dass der Freiraum am See erhalten bleibt, es wäre nicht gut, bis ans Wasser zu bauen. Natürlich wären Wohnungen gut zu verkaufen, aber wir wollen ja an diesem besonderen Ort etwas für alle Einwohner erschaffen. Es gibt eine Fülle an internationalen Zusammenschlüssen, sei es im Tourismus oder in der Kommunalpolitik. Was ist diesbezüglich unverzichtbar? Zentral ist für uns die Zusammenarbeit mit Konstanz. Es gibt eine Fülle an Themen, die die andere Seite auch betreffen. Mit Oberbürgermeister Uli Burchardt bespreche ich periodisch Themen. Dann gibt es regelmäßig ein Planer-Treffen. Von planerischer Bedeutung ist das Agglomerationsprogramm Kreuzlingen - Konstanz und acht weiterer Gemeinden, wo Verkehr und Siedlung gemeinsam geplant werden. Im Rahmen der Grenzland-Konferenz beider Städte mit Tägerwilen geht es zum Beispiel um Fragen wie die Verlegung der erwähnten Sportplätze in Klein-Venedig ins Töbeli, was weitgehend in Konstanzer Besitz ist. Ich bin prinzipiell offen für internationale Zusammenarbeit. Es existieren allerdings rund um den See zu viele Foren und Organisationen. Eine Reduktion und eine Konzentration auf die wichtigen Fragen, vielleicht unter einer Holding mit Fachgruppen, wären wohl zielführender, als neue Organisationen zu schaffen, die mitunter in Konkurrenz zueinander stehen. Wir haben uns ja gern, aber wir müssen nicht dauernd zusammen sitzen und sagen, wie gern wir uns haben.

Das Gespräch führten Thomas Willauer und Holger Braumann Kreuzlingen | Standort Schweiz 167


TÄGERWILEN ORTSPLANUNG IST BEWILLIGT Interview mit Markus Thalmann, Gemeindepräsident von Tägerwilen

Markus Thalmann Gemeindepräsident Tägerwilen

KONTAKT Gemeinde Tägerwilen Gemeindeverwaltung Bahnhofstrasse 3 CH-8274 Tägerwilen Phone: +41 71 6668020 gemeinde@taegerwilen.ch www.taegerwilen.ch Markus Thalmann Gemeindepräsident markus.thalmann@ taegerwilen.ch

168 Standort Schweiz | Tägerwilen

Herr Thalmann, Tägerwilen ist nach wie vor auf Wachstumskurs. Wie komplex ist es, die Entwicklung von Tägerwilen vernünftig zu steuern? Markus Thalmann: Am 17. September 2015 genehmigte das Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau den überarbeiteten Zonenplan und das Baureglement. Tägerwilen ist damit die erste Gemeinde im Kanton Thurgau, welche auf Basis des neuen Planungs- und Baugesetzes ihre Ortsplanungsinstrumente überarbeitet hat. Die Planungskommission hat den Schwerpunkt auf die sinnvolle Möglichkeit für eine innere Verdichtung gelegt und dafür in einzelnen Zonen die Nutzungsbegrenzungen sogar aufgehoben. Das heißt, dass nach wie vor Unternehmensansiedlungen in Tägerwilen möglich und aktuell auch Realität sind? Nebst Wohnbauten, die natürlich ein Bevölkerungswachstum mit sich bringen, sind auch diverse Gewerbebauten entstanden. So hat sich Tägerwilen zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsort mit rund 400 Unternehmerinnen und Unternehmer und ca. 2.600 Arbeitsplätzen entwickelt. Die Gabs AG hat ihren Erweiterungsbau mit einem großen Fest eingeweiht und den Standort Tägerwilen gestärkt. Die Brunnert-Grimm AG hat die neue Bootseinstellhalle bereits bezogen und sucht für das Untergeschoss noch Mieter. Die Gebrüder Spiegel AG startet in den nächsten Wochen mit einem Betriebsneubau an der Hauptstrasse. Weitere Firmen prüfen den Standort Tägerwilen. Aber wir können auch nicht immer alles realisieren. Die Familie Egloff baut im Ribi ein Gewerbehaus und erweitert die bestehende Waschanlage inklusive einer Waschstraße für große Fahrzeuge. Der Familienbetrieb hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und regelmäßig wurde der Fahrzeugpark erweitert. Der Platz wird knapp und für große Fahrzeuge ist die Talackerstrasse nicht optimal. Diese Aussiedlung der Egloff Pannen und Unfallhilfe AG entlastet das Gebiet Rick und ermög-

licht neue Nutzungen an zentraler Lage. Die Firma kann sich am neuen Ort besser entfalten und neue Einsatzfelder entwickeln. Unternehmensansiedlungen, Bevölkerungswachstum: Beides stellt auch Herausforderungen für die Weiterentwicklung der Infrastruktur der Gemeinde Tägerwilen dar. Zweifellos. Hier können wir auf eine sehr positive Einrichtung verweisen. Mit der Eröffnung der Gemeinschaftspraxis vor gut zwei Jahren haben sich Adrian Hermann, Urs Roth und Thomas Schneider das Ziel gesetzt, medizinische Kompetenzen zu bündeln und das Angebot zukunftsorientiert neu auszurichten. Mit diesem Schritt ist die ärztliche Versorgung für Tägerwilen samt Umgebung langfristig gesichert. Weiter kann jungen Ärztinnen und Ärzten ein attraktives und sympathisches Arbeitsumfeld angeboten werden. Das Ärztezentrum hat sich zu einem wichtigen Unternehmen mit sieben Ärztinnen und Ärzten, elf Praxisassistentinnen, drei Personen im Sekretariat und der Buchhaltung sowie vier Auszubildenden, also insgesamt 25 Personen, entwickelt. Die Vision ist realisiert und zur Wirklichkeit geworden. Unsere kommunalpolitischen Aktivitäten zur Verbesserung unserer Infrastruktur müssen vieles berücksichtigen. So stößt die Abwasserreinigungsanlage nach 35 Jahren an ihre Grenzen. Verschiedene Variantenstudien haben aufgezeigt, dass aus ökonomischen und ökologischen Gründen der Anschluss an das Konstanzer Klärsystem die beste Lösung darstellt. Im Mai hat der Souverän das Kreditbegehren genehmigt. Der Baustart ist im Frühling 2016 geplant. Das Bauvorhaben soll im Frühsommer 2017 abgeschlossen sein. In diesem Zusammenhang wird gemeinsam mit der Stadt Konstanz auch die Konstanzerstrasse im Tägermoos saniert. Das Interview führte Thomas Willauer


Facts & Figures Gemeinde Tägerwilen, nahe am Seerhein gelegen, ist der westliche Nachbarort von Kreuzlingen und Konstanz. Bei der Gründung des nordseits des Rheins gelegenen Klosters Petershausen durch den damaligen Konstanzer Bischof Gebhard II. ist die Schenkung eines Landgutes bei Tegirwilare durch eine Edelfrau, datiert im Jahre 990, erwähnt.

Municipality Located close to the Seerhein, Tägerwilen lies west of Kreuzlingen and Constance. When the Monastery of Petershausen was founded north of the Rhine by Constance’s former Bishop Gebard II, mention was also made of a noblewoman donating a country estate near Tegirwilare in 990.

Gemarkungsfläche davon Wald davon Gewässer davon Siedlungsfläche davon Landwirtschaftsflächen davon unproduktive Vegetationsflächen

Surface area Forests Lakes and rivers Residential area Agricultural area Non-productive vegetation

Höhe

1.158 ha 428 ha 4 ha 143 ha 574 ha 9 ha

Hauptstrasse 420 m.ü.M.

Gesamtzahl Bevölkerung (30. September 2015)

4.343

Steuersätze (Kanton, Gemeinde, Schule) 2015 Ohne Kirchensteuer Mit Kirchensteuer katholisch Mit Kirchensteuer evangelisch Juristische Personen

Main road 420 m above sea level

Total population (September 30, 2015)

4,343

Places of employment and employed persons Approx. 400 companies with approx. 2,600 employees

Arbeitsstätten und Beschäftigte ca. 400 Unternehmen mit ca. 2.600 Arbeitsplätzen Haushaltsvolumen

Altitude

1,158 ha 428 ha 4 ha 143 ha 574 ha 9 ha

14 Millionen CHF

250 % 267 % 270 % 268,7 %

Budget volume Tax rates (canton, municipality, school) in 2015 Excluding church tax Including church tax, Roman Catholic Including church tax, Protestant Legal persons

CHF 14 million

250 % 267 % 270 % 268.7 %

Verkehrsverbindungen (Richtung) Bus: Ortsbus nach Kreuzlingen | Zug-Linien: Schaffhausen – Rorschach – St.Gallen, Weinfelden – Kreuzlingen – Konstanz | Autobahnanschluss A7 Richtung Zürich | Zollübergang nach Konstanz

Transport connections Bus: Local bus to Kreuzlingen | Rail lines: Schaffhausen – Rorschach – St.Gallen, Weinfelden – Kreuzlingen – Constance | Motorway A7 to Zurich | Border crossing to Constance

Schulen/Hochschulen Kindergärten | Volksschule | In Kreuzlingen Kantonsschule und Pädagogische Hochschule | Sport- u. Internationale Schule | In Konstanz Fachhochschule und Universität

Schools/universities Nursery schools | Primary school | In Kreuzlingen: Cantonal school and University of Teacher Training | Sports school and international school | In Constance: University of Applied Sciences and University

Kunst/Kultur Alte Säge | Burgruine Castell | Müller-Thurgau-Haus | In Kreuzlingen: Puppen- und Seemuseum | Museum Rosenegg und Theater an der Grenze | In Konstanz: Stadttheater und vieles mehr

Art/culture “Alte Säge” | Castell castle ruin | Müller Thurgau building | In Kreuzlingen: Puppet Museum | Lake Museum | Rosenegg Museum | “Theater an der Grenze” | In Constance: Town theatre and much more

Genehmigung Bauanträge Baugesuchsverfahren dauern 4-6 Wochen (ohne Einsprachen, nur kleinere Gewerbebauten); bei größeren Gewerbebauten 2-3 Monate

Approval of building applications Planning application procedure lasts 4-6 weeks (without objections, only smaller commercial buildings); for larger commercial buildings, 2-3 months

Besondere Stärken/Vorzüge der Gemeinde Übersichtliche Strukturen | Kurze Verbindungswege zur Verwaltung | Gute Schulen | Attraktives Angebot für familienergänzende Kinderbetreuung | Alles für tägl. Gebrauch | Sportclubs mit Anlagen | Aktives Vereinsleben | Soziale Einrichtungen: Heime und Spitex Zusammensetzung des Gemeinderates 2015–2019 Gemeindepräsident Markus Thalmann (parteilos) | Gemeinderäte Brigitte Seger (CVP), Jean-Michel Farine (parteilos), Kurt Frauenfelder (SVP), Jörg Sinniger (parteilos)

Specific strong points/advantages of the municipality Transparent structures | Unbeaurocratic public authorities | Excellent schools | Attractive choice of complementary childcare for families | Has everything for daily consumer needs | Sports clubs with requisite facilities | Active club life | Social institutions: Care centres and Spitex outpatient service Constitution of the municipal council 2015–2019 Mayor Markus Thalmann (independent) | Councillors Brigitte Seger (CVP), Jean-Michel Farine (independent), Kurt Frauenfelder (SVP), Jörg Sinniger (independent) Tägerwilen | Standort Schweiz 169


ARBON

INTERVIEW MIT STADTPRÄSIDENT ANDREAS BALG

Andreas Balg

Herr Balg, Sie sagten bei Ihrer ersten Wahl, Sie wollten gestalten, nicht verwalten. Gilt das auch für Ihre zweite Legislaturperiode? Andreas Balg: Meine Aussage hat nichts von ihrer Gültigkeit verloren, allein schon deswegen, weil grundsätzlich die Notwendigkeit des Gestaltens besteht. In Arbon liegt eine der größten Entwicklungsflächen der Ostschweiz, möglicherweise sogar der gesamten Schweiz. Wir gestalten ein Areal von 200.000 Quadratmeter allein beim „Saurer WerkZwei“, mit den Flächen rundherum sind es sogar 350.000 Quadratmeter. Wir reden hier von einer ganz neuen Stadtmitte.

KONTAKT Stadt Arbon Hauptstrasse 12 CH-9320 Arbon Phone: +41 71 447 6161 stadt@arbon.ch www.arbon.ch

170 Standort Schweiz | Arbon

Welche Flächen werden neu bebaut werden? Zu den Entwicklungsflächen gehört das Areal mit dem Saurer WerkZwei, dem Hamel-Gebäude und dem Vögele-Gelände. Hinzu kommt der Neubau eines Hotels auf dem Grundstück des heutigen Hotel Metropol, die Häuser am See und das Gelände vom Jumbo-Markt. Und das Steinacher Hochhaus, obwohl es zum Kanton St.Gallen gehört. Die Stadt besitzt ausreichend Flächen in der Arboner Bucht, um wesentlich mitgestalten zu können. Die Zusammenarbeit mit dem Hauptinvestor, der HRS Real Estate AG in Frauenfeld, läuft im Übrigen sehr gut, obschon es auch harte Verhandlungen darüber gibt, wer was zahlt. Aber ich stelle immer wieder fest, dass Vorstellungen der HRS und die unsrigen miteinander einhergehen. Wir legen Wert auf eine qualitativ und ökonomisch gute Entwicklung. Die Erschließung des neuen Areals war nur möglich dank der neuen Linienführung der Kantonsstraße. Statt durch die Altstadt, wird der Verkehr entlang der Gleise in die neue Unterführung geleitet. Die Verlegung der Straße führt zudem zu einer Entlastung der Altstadt.

Welche Projekte können in der Altstadt umgesetzt werden? Da die Hauptverkehrsstraße nicht mehr durch die Altstadt führt, können wir ein neues Konzept entwickeln. Die Gestaltung von Plätzen kann geändert werden, auch andere Straßenbeläge sind möglich. Wir können mehr Raum für den Handel und die Gastronomie schaffen. Die Stadt kann attraktiver gestaltet werden, für Einwohner und Touristen. Dabei hat Arbon schon jetzt die wahrscheinlich schönste Altstadt am oberen Schweizer Bodenseeufer, vergleichbar mit den Altstädten in Stein am Rhein oder einigen Orten am deutschen oder österreichischen Ufer. Wir haben hier das Glück, schon im 19. Jahrhundert Stadt gewesen zu sein, damals die größte im heutigen Kanton Thurgau. Arbon ist eine geschichtsträchtige Stadt, und das sieht man. Wie wird der neue Stadtteil aussehen? Auf dem Gelände werden sich Handel und Gewerbe ansiedeln, im hinteren Teil des Areals wird es auch eine industrielle Nutzung geben. Es wird Büroraum geschaffen und Wohnungen für unterschiedliche Alters- und Interessengruppen, dabei in erster Linie Wohnraum für Familien, aber auch dem altersgerechten Wohnen wird Platz eingeräumt. Möglicherweise entstehen im Hamel Lofts für alternatives, kreatives Wohnen. Bedarf für Sozialwohnungen haben wir momentan nicht. Wir haben eher zu viele günstige Wohnungen, dafür aber zu wenige im hochpreisigen Segment. Der Stadtteil wird mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen sein. Der Bahnhof existiert bereits, die Errichtung eines Bushofes wird folgen. Die Bewohner werden zudem in unmittelbarer Nähe ausreichend Einkaufsmöglichkeiten haben. Und es wird einen Park geben mit 20.000 Quadratmetern entlang des renaturierten Bachlaufs.


Wird man eine Verbindung von der Altstadt zum neuen Stadtteil schaffen? Der Stadtteil soll nach und nach mit der Altstadt verbunden werden. Ein verbindendes Element ist das Hamel-Gebäude. Vordergründig scheint es abgrenzend zwischen Vögele-Areal, der St.Galler-Straße und dem Saurer WerkZwei zu stehen, aber es wird einen öffentlichen Durchgang mit drei großen Torbögen geben. Ein weiteres Element ist der neue Stadtpark. Der Erschließung für den motorisierten Verkehr wird ebenso Rechnung getragen. Die Integration des neuen Areals in das bestehende Stadtbild wird gelingen, da habe ich gar keine Bedenken. Von wie vielen neuen Bewohnern gehen Sie in den nächsten Jahren aus? 2014 stagnierte die Einwohnerzahl, und auch 2015 gab es lediglich ein kleines Plus. Insbesondere deswegen, weil keine Entwicklung möglich ist, so sind zum Beispiel keine Flächen mehr für Einfamilienhäuser verfügbar. Durch die Erschließung des Saurer WerkZwei-Areals haben wir eine neue Ausgangslage. Wir gehen von zunächst etwa 1.000 neuen Einwohnern und ähnlich vielen Arbeitsplätzen aus. Es gibt aber weitere Wohnprojekte, die zum Teil bereits in der Baubewilligungsphase sind, zum Teil noch in der Planungsphase. Theoretisch wäre also möglich, dass Arbon innerhalb der nächsten 10 Jahre bis zu 3.000 zusätzliche Einwohner bekommen wird. Wie reagiert der Einzelhandel auf die Zuwächse bei den Gewerbeflächen? Unsere Aufgabe wird sein, das Bedürfnis der Menschen in der Region abzudecken. Wir versuchen in der Altstadt mit Qualitäts- und Spezialitätenläden Nachfrage zu generieren und andere Kundengruppen anzulocken. Wir stehen in regem Kontakt mit den bestehenden Geschäftsinhabern und motivieren Immobilienbesitzer, mehr in die alte Gebäudeinfrastruktur zu investieren. Die Hauptstrasse war früher offen für LKW, die ganzen Häuser haben vibriert. Heute ist der Verkehr massiv zurückgegangen und ich gehe davon aus, dass dies positive Auswirkungen auf die Ladengeschäfte haben wird. Unternehmern bieten wir zudem mehr Freiraum, wie im Fall der Lockerung bei den Parkplatznachweisen. Wie stehen die Bürger Arbons zum Bau des neuen Stadtteils? Zum Beispiel beim geplanten neuen, 14-geschossigen Hotelneubau? Die generellen Rahmenbedingungen des Projektes WerkZwei sind schon vor rund sieben Jahren festgelegt worden. Insofern ist die Ein-

flussnahme des Bürgers bereits abgeschlossen. Bei den Projekten rund um dieses Areal ist eine Diskussion und eine mögliche Einflussnahme von außen aber noch größer. Die Diskussion um den Hotelneubau begann schon vor der Planung eines Hochhauses. Das jetzige Gebäude aus dem Jahr 1959 gilt als schutzwürdig im Sinne des Denkmalschutzes, das machte eine wirtschaftliche Nutzung nicht mehr möglich. Einwände gegen derart große Projekte gibt es immer, aber es bringt eine enorme Verbesserung. Und das neue Gebäude sieht gut aus, wer das Modell gesehen hat, wird das bestätigen. In die Höhe zu bauen bedeutet weniger Flächenverbrauch, diese Fläche kommt dann der Öffentlichkeit zugute. Und das Potenzial des Tourismus ist noch längst nicht ausgeschöpft. Wie sehen Sie die internationale Zusammenarbeit in der Vierländerregion Bodensee? Vorneweg sei gesagt, dass ich sowohl Deutscher als auch Schweizer bin, und meine Mutter ist Österreicherin, von daher habe ich durchaus einen grenzübergreifenden Horizont. Die Zusammenarbeit erfolgt zunächst im Kanton selbst oder auf Ebene der Agglomeration St.GallenBodensee, zu der sich auch Arbon zugehörig fühlt und wo ich auch in verschiedenen Vorstandsgremien tätig bin. Was die Zusammenarbeit am See angeht, so gibt es Dinge, die sehr gut funktionieren, z.B. wenn es um die Wasserqualität geht oder auch um polizeiliche Aufgaben. Andere leider weniger, wie die Zusammenarbeit bei der Schifffahrt, davon könnten wir alle, Deutsche, Österreicher und Schweizer, noch profitieren. An realisierbaren und nutzenstiftenden Projekten wirke ich gerne mit, der Bodensee ist ja auch eine Marke, nicht nur touristisch, auch wirtschaftlich. Im europäischen Ranking finden sich Bodenseeregion und das Rheintal ganz vorne wieder, das darf man sich gern immer wieder in Erinnerung rufen. Wie sehen Sie Ihre persönliche Rolle bei all den Aufgaben der nächsten Jahre? Ich bin davon überzeugt, dass jeder seine ihm zugedachten Aufgabenfelder hat. Ich lasse mich von Nebenschauplätzen nicht beeinflussen, denn ich bin nicht der Politiker mit dem Ziel einer politischen Karriere, sondern es geht mir um die qualitative Entwicklung von Arbon. Ich denke, genau diese Aufgabe passt zu mir. Das Interview führten Stephan Bickmann und Holger Braumann

Arbon | Standort Schweiz 171


ERWEITERUNG SAURER MUSEUM ARBON DAS SAURER MUSEUM DEPOT KOMMT! Schon seit Jahren steht es auf der Wunschliste des Saurer Museums in Arbon: Ein Depot, in welchem die remisierten Fahrzeuge und Maschinen, aber auch Abertausende von Ersatzteilen geordnet und sicher gelagert werden können. Dieser Wunsch wird nun Wirklichkeit. Seit Jahren sind diese Objekte an verschiedenen Standorten verstreut. Dank des Entgegenkommens von HRS Real Estate AG, der Eigentümerin des großen Areals westlich vom Bahnhof Arbon, wurden sie teilweise auf dem Areal von Saurer WerkZwei in Arbon provisorisch untergebracht. Im Laufe des Jahres 2014 zeichnete sich plötzlich eine Lösung ab: Dem Oldtimer Club Saurer (OCS) – Betreiber des Saurer Museums in Arbon – wurde von HRS eine historische Halle im ehemaligen Presswerk im Areal Saurer WerkZwei angeboten. Schnell war das Projekt skizziert, der Finanzbedarf ermittelt. Dann begann die Phase des Geldsammelns, denn ohne Geld hätte der OCS nicht gewagt, den Kaufvertrag von einer Million Franken zu unterzeichnen. Im August 2015 war es soweit. Nachdem die Finanzierung großteils gesichert war, konnte der Vertrag zwischen HRS und OCS unterzeichnet werden. Die Bauarbeiten begannen mit dem Abbruch des vorderen Teils des Presswerks, der ehemaligen Saurer Reparaturwerkstätte. Danach folgt die Restauration des wunderschönen, über 100 Jahre alten Gebäudeteils.

Ist das Gebäude etwas Besonderes, hat es eine Geschichte? Das Gebäude hat eine große, tolle Geschichte. Es ist das älteste Gebäude auf dem Saurer WerkZwei. Adolph Saurer kaufte zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit unglaublichem Wagemut und mit Weitsicht das Areal, „200‘000 m2 Sumpfland“, wie es damals hieß. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich das Kesselhaus der Stickereifirma Heine, später Hamel. Hier wurde in zwölf riesigen Kohlekesseln Dampf produziert, mit dem via Dampfturbinen Generatoren angetrieben wurden. Der Strom wurde gebraucht für die vielen Stickmaschinen im Bau daneben. Auf der Visitenkarte eines Stickerei-Vertreters der damaligen

Firma Heine kann man das „Kraftwerk“ mit dem großen Kamin gut ausmachen. Hinter dem Kraftwerk sieht man das zeichnerisch großzügig geratene Areal Heine, später Hamel. Der dem Kraftwerk schräg gegenüberliegende, noch existierende großartige Ziegelbau, wird einer Totalrestaurierung unterzogen. Hier soll aus dem über 100 Jahre alten Gemäuer des Kraft- und später Presswerk genannten Baus u.a. das Saurer Museum DEPOT entstehen. Ein Ensemble mit historisch herausragender Bedeutung.

Wird das DEPOT eine reine Lagerhalle für Ersatzteile und alte Fahrzeuge? Der Oldtimer Club Saurer hat die Halle erworben, um hier ein SchauDepot einzurichten. In einer einmaligen Fabrikatmosphäre werden hier Ersatzteile eingelagert, aber auch die Motorensammlung und die Objektsammlung. Die Motoren – so die Ideenskizze – sollen in einem Motorenturm ausgestellt werden, frei zu besichtigen und auch von außen zu sehen sein. Hinter den großen Bogenfenstern werden, auch von außen gut sichtbar, die Bijoux der Fahrzeugsammlung zu sehen sein. Über zwanzig der schönsten Fahrzeuge stehen im Museum am See, und ebenso viele, teilweise sehr schön restaurierte, teilweise un- oder halb restaurierte „Scheunenfunde“ werden im DEPOT stehen. Nicht zu vergessen: die Stick- und Webmaschinen, welche zwar nicht funktionieren werden, aber angeschaut werden können. Nebst den Renovationsprofis von HRS sind die Freiwilligen des OCS mit der sorgfältigen Restauration der Halle beschäftigt. Auch wird das Betriebskonzept ausgearbeitet. Geplant ist, dass das DEPOT, wie das Saurer Museum am See auch, nach der Eröffnung im Frühjahr 2016 täglich von 10 – 18 Uhr für Besucher zugänglich sein wird. Dr. Rudolf Baer

Die Firma Heine, gegründet 1898, war Anfang des 20. Jahrhunderts ein Riesenbetrieb im damaligen Stickerei-Boomzeitalter. So schnell die Firma aufgebaut war, so schnell ging sie auch zugrunde. Die Aufträge blieben aus, der Patron flüchtete 1912 in die USA und Tausende von Arbeitern verloren ihre Stellen.

172 Standort Schweiz | Arbon


Die Firma Saurer begann in Arbon am See ganz bescheiden. Aus der kleinen Werkstatt wuchs unter der Ägide Franz, später Adolph und zuletzt Hippolyt Saurer eine für schweizerische Verhältnisse große und erfolgreiche Industrielandschaft. Zuerst am See, wo heute das Saurer Museum in einer alten Saurer-Halle seine Schätze zeigt, expandierte Saurer hinter den Bahnhof, wo ein großer Industriekomplex entstand. Rund 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden hier beschäftigt. Nach Boom- und Krisenzeiten begann mit der Öffnung der internationalen Märkte in den 1960er-Jahren der Niedergang, 1983 schloss die Fahrzeugproduktion und 1986 die Webmaschinenabteilung. Tausende Mitarbeiter verloren ihre Stellen. Aus dem Restbestand (die Produktion von Stickmaschinen überlebte alle Stürme!) entstand nach mehreren Irrungen und Wirrungen der neue Oerlikon Konzern sowie die Saurer Group, welche in den ehemaligen Saurer-Produktbereichen zusammengenommen weltweit fast 10.000 Mitarbeiter beschäftigen, in China, in Indien, in Deutschland und in der Schweiz. Einzig die Fahrzeugsparte verschwand endgültig.

Dr. Rudolf Baer, Chef des Saurer Museums Arbon, ist hauptberuflich Strategieberater im weiten Feld der IT-Security. Als ersten, zweiten und dritten Nebenjob leitet er den Oldtimer Club Saurer, die Vereinigung der Freunde des Saurer Museums sowie das Museum selbst. Er leitet, leitet an, motiviert die fast 60 Mitarbeitenden, ist PR-Verantwortlicher, gibt Auskunft im weiten Internet- und Emailverkehr, ist zuständig für das Fundraising und ist Chefredaktor der „Gazette“, dem Quartalsmagazin dieses speziellen Museums in Arbon. Das Saurer Museum ist Mitglied in den Verbänden VMS, Thurgauer Museumsgesellschaft, Classic Bodensee und Textilland Ostschweiz und stolzer Preisträger des Europäischen Museumspreises „Silletto-Prize 2014“.

Arbon | Standort Schweiz 173


River View, Außenansicht

Neighbourhood, Sommer

NEUHAUSEN AM RHEINFALL DIE STÄDTEBAULICHE ERNEUERUNG HAT BEGONNEN

KONTAKT Gemeinde Neuhausen am Rheinfall Zentralstrasse 38 CH-8212 Neuhausen am Rheinfall www.neuhausen.ch Dr. Stephan Rawyler Gemeindepräsident / Mayor Phone: +41 52 6742218 stephan.rawyler@neuhausen.ch

Drei Projekte im Bereich des Industrieplatzes, der einen Teil des Neuhauser Zentrums bildet, sollen im Folgenden als Beispiele für die städtebauliche Erneuerung von Neuhausen am Rheinfall vorgestellt werden: «River View» an der Industriestrasse, die Zentrumsüberbauung «Neighbourhood» am Industrieplatz und «Grünerbaum» für die Umnutzung eines Teils des SIG-Areals. Der Industrieplatz verfügt ab Dezember 2015 mit der S-Bahnhaltestelle «Neuhausen Rheinfall» über einen eigenen Bahnhof, von dem mittels Liften der Zugang zum Rheinfall erleichtert wird. Mit der Eröffnung dieses neuen Bahnhofs geht auch die Einführung eines verbesserten Zugangebots einher. Mit dem Fahrplanwechsel 2015/2016 fahren im Bahnhof Schaffhausen zu den Minuten xx.15 und xx.45 Züge aus fast allen und in fast alle Himmelsrichtungen. Das führt zu einer Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs und des mit Zug und Bus bestens erschlossenen Industrieplatzes, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Neuhausen am Rheinfall verfügt bereits heute über

Neighbourhood, Industrieplatz

174 Standort Schweiz | Neuhausen am Rheinfall

River View

sehr gute Verkehrsanbindungen zum Flughafen Kloten, nach Zürich und Winterthur sowie in die deutsche Nachbarschaft, sowohl mit dem öffentlichen Verkehr als auch mit dem Auto, was Neuhausen am Rheinfall insbesondere für Pendlerinnen und Pendler sehr interessant macht.

Das Projekt «River View» an der Industriestrasse Die Eigentümerschaft ließ die bereits vor Jahren errichtete Liegenschaft von Grund auf sanieren und so herrichten, dass sie wieder den heutigen Anforderungen entspricht. Die Mieterinnen und Mieter genießen eine herrliche Sicht auf den Rheinfall und die bereits erwähnte S-Bahnhaltestelle «Neuhausen Rheinfall» befindet sich in unmittelbarer Nähe. Die Wohnungen fanden denn auch schnell neue Mieterinnen und Mieter. Im Erdgeschoss der Liegenschaft befindet sich eine stattliche Quadratmeterzahl an Fläche für Gewerbe oder Dienstleistungen. Im Gegensatz zu den beiden anderen Projekten ist dieses Vorhaben bereits realisiert worden und die ersten Mieterinnen und Mieter sind Anfang Oktober 2015 eingezogen.


Grünerbaum

Zentrumsüberbauung «Neighbourhood» am Industrieplatz Unmittelbar neben dem Projekt «River View» entwickelt die Halter AG auf dem Teilgebiet «Industrieplatz Nord» eine Zentrumsüberbauung. Um die Machbarkeit einer Aufwertung des Industrieplatzes zu bestätigen, führte sie bereits einen Studienauftrag mit verschiedenen renommierten Architekturbüros durch. Als bester Vorschlag stellte sich das Projekt «Neighbourhood» der Arbeitsgemeinschaft Tony Fretton Architects, London, und Blättler Dafflon Architekten, Zürich, heraus. Dieses sieht eine Mischnutzung für den dreiteilig abgestuften Baukörper mit Publikumsflächen im Erdgeschoss und Wohnungen in den Obergeschossen vor. Das Gebäude soll eine Maximalhöhe von 38 Metern erreichen. Die Gemeinde Neuhausen am Rheinfall ist daran, die nötigen planungsrechtlichen Grundlagen zu erarbeiten. Bei optimalem Verlauf des Bewilligungsverfahrens ist der Baubeginn 2017 möglich.

Umnutzung des SIG-Areals (Projekt «Grünerbaum») An den Industrieplatz schließt das bisher geschlossene, 120'000 Quadratmeter große SIG-Areal an. Die SIG Gemeinnützige Stiftung als Grundeigentümerin hat entschieden, dass das Gelände für dessen Umgestaltung in verschiedene Baufelder aufgeteilt werden soll, wobei die Entwicklung des nördlichen Teils des Areals mit seinen Industriebauten und Freiflächen im

River View, Innenansicht

Vordergrund steht. Mit dem Projekt «Grünerbaum» ist der Startschuss zur Umnutzung des Areals gefallen. Die zurzeit leerstehenden Gebäude «Hochbau», «Grünerbaum» und «Weinberg» sollen in diesem Zusammenhang nach denkmalpflegerischen Grundsätzen einer neuen Nutzung zugeführt werden. Dabei soll im Erdgeschoss eine öffentliche Nutzung und in den Obergeschossen eine in den Innenhof gewandte Wohnnutzung im Vordergrund stehen. Mit der Projektierung wurde im Frühjahr 2015 begonnen und die Baueingabe soll Anfang 2016 erfolgen. Kann mit dem Bau im zweiten Semester 2016 begonnen werden, sollte das Projekt «Grünerbaum» voraussichtlich Ende 2017 realisiert sein.

❯ ENGLISH SUMMARY The redevelopment of Neuhausen am Rheinfall has begun. In this article, three different projects are presented, which are all located in the vicinity of the Industrieplatz that builds part of Neuhausen's centre. The project «River View» includes commercial and living space and has already been realized. In October 2015 the residents have moved in. The two other projects are currently in the planning stage and should be realized within the next two to four years. The project «Neighbourhood» offers also a mix of commercial and living space, whereas the project «Grünerbaum» aims to convert a part of the huge SIG-area into a modern business and living district.

SIG Areal, Grünerbaum

Neuhausen am Rheinfall | Standort Schweiz 175


BREGENZ

EINE STADT MIT VISIONEN

176 Standort Österreich | Bregenz


Bregenz sucht die Herausforderung, Bregenz beschreitet neue Wege, die nicht nur geradeaus gehen, sondern mitunter über kreative Umwege und befruchtende Abzweigungen zum Ziel führen. Da wäre zum einen die Vision von einem Bodenseeufer ohne Bahn und der dringliche Wunsch, den See für die Stadt Bregenz zurückzugewinnen: Hinter diesem Bestreben steht die Initiative „mehramsee“. Sie ist aus dem Wunsch aktiver Bürgerinnen und Bürger entstanden, Bregenz und die gesamte Region als einen Ort zu erhalten bzw. neu zu schaffen, an dem Menschen arbeiten, leben und lieben wollen. „mehramsee“ ist eine aktive Bürgerbewegung, die das Leben in der Vorarlberger Landeshauptstadt thematisiert und die sich die Sicherung des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Vorarlberg sowie der Kultur- und Festspielstadt Bregenz im internationalen Spitzenfeld als Ziel genommen hat. „Visionen ohne Taten werden zu Träumereien, Taten ohne Visionen zu Alpträumen", lautet ein japanisches Sprichwort. Es trifft nicht nur auf die Vision eines Bregenzer Seeufers ohne Bahn zu, sondern auch auf den bevorstehenden Baustart der Seestadt und des Seequartiers. Viel wurde über die beiden Projekte geschrieben, aber eines ist aus touristischer Sicht klar: Bregenz wird sein Stadtzentrum erweitern und es durch diesen Ausbau noch stärker beleben. Städtisches Leben bedeutet Urbanität, die auch in Bregenz fokussiert werden muss und damit aktiv auf gesellschaftliche Entwicklung reagiert, im Herzen der Stadt.

Nur wirksame Visionen schaffen Orientierung und vermitteln Sinn Bregenz forciert seine Markenkommunikation als „Kultur- und Festspielstadt“ im digitalen Raum. Das dient nicht zuletzt einem Vernetzungsgedanken, den Bregenz Tourismus & Stadtmarketing immer wieder aufs Neue thematisiert – im regionalen und internationalen Kontext. Bleiben wir bei Visionen und neuen Technologien, mit denen wir globale Vernetzungen aktiv vorantreiben. Der Tourismus und die Wertschöpfungskette, die dahinterliegt, bilden eine Grundlage für unseren Wohlstand. Sie beinhalten aber auch die Chance, aktiv auf Wirtschaft und Gesellschaft zuzugehen. Bregenz, die Kultur- und Festspielstadt am Bodensee, ist grün, lebenswert, fußgänger- und radfahrerfreundlich. Sie hat einen Trend zum urbanen Lebensstil, der sich im reichhaltigen kulturellen, gastronomischen und trendigen Angebot spiegelt. Ingredienzien, die Visionen und deren Umsetzung voraussetzen.

Bregenz definiert seine Identität als Kulturstadt Nicht nur die Bregenzer Festspiele ziehen bereits Besucher/innen aus ganz Europa an, sondern auch das Kunsthaus Bregenz, das Theater Kosmos, das vorarlberg museum, der Bregenzer Frühling und die vielen kleinen Galerien sind das ganze Jahr über Magnet für alle Kulturbegeisterten aus dem In- und Ausland. Bregenz ist es gelungen, all seine Erlebnisqualitäten in einem starken und einschlägigen Markenauftritt zu integrieren. Diese Kommunikationsstrategie, die kontinuierlich ausgebaut wird, basiert auf dem Fundament eines differenzierten Kulturbegriffs. Der Standortfaktor Kultur ist von zentraler Bedeutung, nicht nur für Bregenz, auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Landeshauptstadt Bregenz nimmt den Kulturbegriff sehr ernst und befindet sich aktuell in einem Diskursprozess über eine mögliche Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2024.

Foto: Achim Mende

Fokus Kreativwirtschaft Bregenz wird sein Stadtbild bis 2020 verändern. Mit der Seestadt und dem Seequartier entsteht ein neuer Stadtteil direkt am Bodensee. Neue Chancen der Wahrnehmung werden entstehen. Parallel dazu wird sich das historische Quartier rund um den Leutbühel verändern. Neben dem Schwerpunkt auf Genuss werden gerade dort kreative Allianzen im Vordergrund stehen, Kreativwirtschaft wird als Wirtschaftsfaktor thematisiert und braucht Austausch, lebt vom urbanen Lebensumfeld, will aktiv Freizeit gestalten. Leben und arbeiten am selben Platz, dort wo man sich bestens vernetzen kann. Kultur, Kreativität und wirtschaftliches Wachstum gehen Hand in Hand. Dies trifft insbesondere für die Bodenseeregion rund um die Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz zu. Bregenz | Standort Österreich 177


Was schätzen Sie am Standort Bregenz?

„Das anregende und kulturgetriebene Umfeld, die Positionierung inmitten des Dreiländerecks und die wirtschaftliche Stärke der Region macht Bregenz für uns zum idealen Standort.“

Florian Wassel, Geschäftsführer der Digitalagentur TOWA, Bregenz

Dynamik durch Kreativität

KONTAKT Bregenz Tourismus & Stadtmarketing GmbH Rathausstraße 35a A-6900 Bregenz Phone: +43 5574 4959-0 www.bregenz.travel/ citymanagement

178 Standort Österreich | Bregenz

Kreativwirtschaft in Bregenz Das Stadtmarketing Bregenz setzt sich aktiv für die Förderung von Unternehmen der Kreativwirtschaft ein. Damit wird nicht nur die Attraktivität als Wirtschaftsstandort, sondern auch die Lebensqualität in Bregenz gestärkt. Nur wenige Branchen haben in den vergangenen Jahren so viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt wie die Kreativwirtschaft. Der Wirtschaftszweig, zu dem beispielsweise Kunst, Design & Architektur, Werbung, Rundfunk, Presse, das Musikwesen oder die Buch- und Filmwirtschaft gehören, besitzt ein hohes Wachstums- und Beschäftigungspotenzial. Hinzu kommen noch junge, sehr dynamische Märkte wie die Software- und Games-Industrie. Bereits heute gehört jedes 12. heimische Unternehmen der Kreativwirtschaft an. Diese sind mit 1.360 Unternehmen, 4.300 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 580 Millionen Euro ein wichtiger Teil der Vorarlberger Wirtschaft. Und die Tendenz steigt, zumal sich die Branche auch durch eine hohe Gründungs- und Beschäftigungsrate auszeichnet. Ihre Leistungen tragen dazu bei, Produkte und Dienstleistungen attraktiver zu gestalten, deren Vermarktung zu fördern oder Geschäftsprozesse neu zu denken – durch die Kreativwirtschaft wird aber auch das kulturelle Gesicht einer Stadt und Gesellschaft wesentlich mitgeprägt.

Urbane Räume für Kreative Zahlreiche Studien belegen: Die Kreativindustrie ist Schrittmacher für andere Unternehmen und gerade, was den Fortschritt der Digitalisierung im Wirtschaftsleben betrifft, federführend. Zudem leistet sie auch einen wichtigen Beitrag zur Belebung von Städten und Regionen. Denn die Konzentration von kreativem Potenzial in einzelnen Stadtgebieten stärkt die Lebensqualität und internationale Attraktivität des Standorts. Bereits heute zeigt sich die Landeshauptstadt als ein lebendiger Ort mit einer hohen Qualität: Der See und die Berge, die junge, innovative Architektur sowie hochwertige Angebote in Kunst und Kultur, aber auch im Handel und in der Gastronomie – das sind gute Voraussetzungen für anregende Milieus und die Ansiedelung einer kreativen Szene. Die Kreativwirtschaft ist eine höchst heterogene Gruppe, die meist aus Klein- oder Ein-PersonenUnternehmen (EPU) besteht. Neben etablierten Firmen finden sich viele Freelancer, Patch- oder Portfolioworker. Aus diesem Grund spielen Zusammenarbeit, Vernetzung und Austausch eine große Rolle. Dazu braucht es Räume und Experimentierflächen, die sich auch für temporäre Zwischennutzungen eignen.


Christoph Thoma, Geschäftsführer von Bregenz Tourismus & Stadtmarketing im Gespräch zum Fokus Kreativwirtschaft in Bregenz. Warum legt Bregenz den Fokus auf Kreativwirtschaft? Christoph Thoma: Kaum ein anderer Wirtschaftszweig hat in den letzten Jahren mehr an Bedeutung gewonnen, die wirtschaftliche Entwicklung ist unglaublich dynamisch. Die Kreativwirtschaft wirkt hier als Motor mit hoher Innovationskraft, die das Potenzial hat, den Standort Bregenz in den nächsten Jahren weiter zu stärken.

sen werden können. Wichtig: Offenheit für neue Formen der Vernetzung und Zusammenarbeit.

Was macht Bregenz zu einem zukunftsfähigen Standort für die Kreativwirtschaft? Eine Stadt der kurzen Wege, die Lage in der Vier-Länder-Region, urbanes Flair, ein großes Kunst- und Kulturangebot und eine spürbare Bereitschaft, neue Formen von gemeinsamen, unternehmerischen Projekten zu lancieren, was die Basis für neue Ideen bildet. Und zudem die Bereitschaft von Immobilienbesitzern, eine vielfältige Unternehmenskultur zuzulassen.

The creative economy is an important aspect for Bregenz when it comes to positioning itself as a business location. The town pursues its chosen path consistently by developing models that foster creative approaches. These include regular meetings for companies based here in the creative sector as well as the strategic management of real estate for creative or artistic purposes, co-working spaces as an alternative utilization concept, or the option of using public rooms and spaces. The international congress VLOW!, which has taken place in Bregenz every other year since 2008, is also a breeding ground for creative minds as it creates the right conditions for players in the creative economy to network with like-minded people and with other sectors. Events such as these also strengthen Bregenz’s brand in the long term as a cultural and festival town, raising awareness even more of the creative potential available in Bregenz on Lake Constance.

Welche Branchen zählen Sie dazu? Österreichweit gehört etwa jedes zehnte Unternehmen der Kreativwirtschaft an. Wir zählen neben IT-Unternehmen, Grafikern, Fotografen und anderen Medienschaffenden auch Betriebe dazu, die durch neue Entwicklungen und Innovationskraft durchaus dieser Gruppe zugewie-

Welche Maßnahmen treffen Sie, um Kreativwirtschaft anzusiedeln? Kreativwirtschaft braucht Austausch, lebt vom Lebensumfeld, aktive Freizeitgestaltung ist ein wichtiges Thema. Leben und arbeiten am selben Platz – dort, wo man sich bestens vernetzen kann. Wir forcieren den gemeinsamen Gedankenaustausch und gehen mit dieser Branche eine Lernpartnerschaft ein. Wir werden einen Marktplatz für kreative Menschen und Unternehmer schaffen, quasi ein Kompetenzzentrum für kreative Leistung. Die Auftaktveranstaltung folgt im Herbst dieses Jahres.

❯ ENGLISH SUMMARY Creating ideal conditions

Bregenz | Standort Österreich 179


Kalbelesee

Mag. Brigitte Plemel

ZUKUNFT AUF

VORARLBERGER ART

Foto: Peter Mathis

Bereichsleitung, Marktforschung, Content Management, Digitale Services – Vorarlberg Tourismus

INTERVIEW MIT BRIGITTE PLEMEL

Frau Plemel, Vorarlberg Tourismus hat sich seit einiger Zeit eine strategische Ausrichtung unter dem Titel „Tourismusstrategie 2020“ gegeben. Welche neuen Akzente setzen Sie? Auf welchen Erfahrungen bauen Sie dabei auf? Brigitte Pleml: Die „Tourismusstrategie 2020“ gibt Antworten auf die Frage: Was muss der Vorarlberger Tourismus unternehmen, um auch 2020 noch nachhaltig erfolgreich zu sein? Die von Land Vorarlberg, Wirtschaftskammer und Vorarlberg Tourismus gemeinsam formulierte Strategie identifiziert die Erfolgsbausteine  und formuliert den Anspruch, eine Pionierregion in Sachen Gastfreundschaft, Regionalität und Nachhaltigkeit in Europa zu sein. Dabei geht es ganz wesentlich um Prozessund Netzwerkarbeit, bei der Vorarlberg Tourismus eine Schlüsselaufgabe zukommt. Denn es ist die Art und Weise, wie die Dinge gemacht werden, die entscheidende Wettbewerbsvorteile für eine Region schafft. Vorarlberg mit seinen überschaubaren Strukturen hat für einen solchen Weg sehr gute Voraussetzungen. So sind die Destinationen und Vorarlberg Tourismus in ihrem Wirken auf verschiedene Weise miteinander verbunden. Wir können hier auf Erfahrungen  bei der „Marktbearbeitung im Netzwerk“ aufbauen. Dies findet auch im neuen Unternehmenszielbild für die Vorarlberg Tourismus GmbH seinen Niederschlag. Zum „Management der Marke „  und der „Marktbearbeitung“ kam Anfang dieses Jahres der neue Bereich „Dienstleistungen für das Tourismussystem Vorarlberg“  dazu, der sich aktuell um Marktforschung, das ContentManagement sowie den Aufbau und die Pflege von digitalen Infrastrukturen und Services kümmert.  Im Tourismus wird viel über Zielgruppen gesprochen. Schaut man sich die Zielgruppendefinition in unterschiedlichen Tourismusdestinationen an, kann man feststellen, dass es da nicht wirklich ein 180 Standort Österreich | Vorarlberg Tourismus

gemeinsamen Verständnis von „Zielgruppe“ gibt. Oft wird diese am Alter festgemacht. Wie geht Vorarlbergtourismus an dieses Thema heran? Vorarlberg positioniert sich schon seit längerem als kulturell geprägtes Tourismusland im alpinen Raum, als anregende Verbindung von Natur und Kultur. Vorarlberg zielt damit auf reisefreudige Menschen in höheren Bildungs- und Einkommensschichten. Es sind Menschen, die in ihren Ferien in ein möglichst persönliches Erfahrungserlebnis investieren, die sich für Land, Alltagskultur, Menschen und die Geschichte des Ortes, den sie erkunden, interessieren. Das Alter ist dabei zweitrangig bzw. kaum relevant. Nun wissen wir aber seit längerem, dass unterschiedliche Wertorientierungen, Lebensstile und ästhetische Präferenzen das Konsum- und Reiseverhalten viel mehr bestimmen als Alter, soziale Schicht oder ausgeübte Aktivitäten. Wir nutzen deshalb in unserer Arbeit das sozialwissenschaftlich fundierte Instrument der „Sinus-Millieus“. Diese Methode gruppiert Menschen, die sich in ihrer Lebensauffassung und Lebensweise ähneln. Sie vermittelt uns ein ganzheitliches Bild davon, was Menschen bewegt und wie sie bewegt werden können. Wir fokussieren in unserer Markenarbeit auf die Milieus der „Etablierten Postmateriellen“. Angehörige dieser Leitmilieus haben ein breites kulturelles Interesse. Bildung, Kultur, Ästhetik sind Themen der persönlichen Weiterentwicklung und sind auch im Urlaub wichtig. Genauso wichtig ist, im Urlaub körperlich aktiv zu sein – dies resultiert aus einer generellen Sehnsucht nach einer gesundheitsbewussten Lebensführung. Wo sehen Sie Ihre Kernmärkte und welche Relevanz haben die sogenannten „Zukunftsmärkte“? Mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent der Gesamtnachfrage ist Deutschland unser wichtigster Herkunftsmarkt, dann folgen Österreich


mit 16 und die Schweiz mit 13 Prozent aller Ankünfte. Es liegt also auf der Hand, dass für den Vorarlberger Tourismus die Pflege der deutschsprachigen Kernmärkte essenziell ist. Die Internationalisierung der Gästestruktur bleibt aber die Herausforderung für die Branche zur Risikostreuung. Sie ist auch ein Signal für die Weltoffenheit einer Region. Deshalb bearbeiten wir gemeinsam mit den Destinationen (Marketing im Netzwerk) und unserem wichtigsten Partner, der Österreich Werbung, Märkte wie Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Belgien oder die Tschechische Republik und Polen. Aufgrund unserer sehr begrenzten Mittel zur Internationalisierung werden wir uns künftig stärker darauf konzentrieren, passende Anlässe – wie aktuell etwa die weltweit im Einsatz stehende Ausstellung „Getting Things Done – Evolution of the Built Environment in Vorarlberg“  - aufzugreifen und für die touristische Kommunikation zu nutzen. Wenn in Vorarlberg 2019 zum zweiten Mal die Welt-Gymnaestrada – das weltweit größte internationale Turnsport-Festival – mit Teilnehmern aus 60 Nationen stattfindet, wird sich Vorarlberg als guter Gastgeber für (junge) Menschen aus aller Welt präsentieren. In Vorarlberg spielt das Thema „Architektur“ eine große Rolle. Und wird häufig „Architekturtourismus“ als Geschäftsfeld verstanden. Auf dem 9. Tourismusforum der IBT Ende 2015 haben Sie dazu Aussagen gemacht, die aufhorchen ließen. Die Vorarlberger Baukultur zeigt als kulturelles Gesamtphänomen seit vielen Jahren eine erhebliche Wirkung nach außen. Die zahlreichen Beispiele überzeugender architektonischer Lösungen in ihrer einfachen und klaren Formensprache bringen neue Qualitäten in das Landschaftsbild Vorarlbergs und wirken heute image- und markenbildend. Es geht für uns also nicht einfach um ein neues touristisches Geschäftsfeld „Architekturtourismus“. Deshalb ist es wichtig, dass auch Touristiker und andere Entscheidungsträger im Land sich ernsthaft mit baukulturellen Fragen beschäftigen und versuchen, anspruchsvolle, gute Lösungen zu finden. Dies gilt für den Neubau eines Hotels genauso wie für den Umbau einer Gaststätte oder für die Gestaltung eines Dorfplatzes sowie für den Bau einer neuen Seilbahnstation. Wer sich individuell auf eine baukulturelle Entdeckungsreise machen möchte, für den haben Vorarlberg Tourismus und das Vorarlberger Architekturinstitut 10 thematische Architektur-Routen durch Vorarlberg – die „Architektouren“ ausgearbeitet hat. Mehr Informationen zu allen Touren mit Hinweisen zur Nutzung über eine App gibt es auf der Website von Vorarlberg Tourismus www.vorarlberg.travel/architektur.

wird als Datenträger gesehen und nicht mehr als Mensch mit Emotionen und vielfältigen Wünschen. Wie sehen Sie diese Entwicklungen? Wenn von der „Digitalisierung“ die Rede ist, denken wir noch viel zu sehr an die sichtbaren Formen einer Entwicklung, die in hohem Tempo unseren Alltag durchdringt. An neue, in immer kürzeren Abständen auf den Markt kommende Produkte, Applikationen oder Kommunikationskanäle, die es nun zusätzlich zu bedienen gilt. Die Digitalisierung stellt die radikale Frage nach dem nutzenstiftenden (Lösung-)Beitrag von Organisationen und Strukturen. Die Auswirkungen der Entwicklung können wir heute noch gar nicht abschätzen. Wir haben uns z.B. vor fünf Jahren entschieden, mit verschiedenen verlässlichen Content-Partnern eine GeoWeb-Datenbank für Vorarlberg mit im weitesten Sinne touristisch relevanten Daten „shareable“ zu organisieren. Heute denken wir über adäquate Methoden zur Messbarkeit digitaler Kommunikationsmaßnahmen nach. Zur gleichen Zeit haben wir uns aber auch ganz bewusst dafür entschieden, jährlich ein eigenes sehr hochwertiges gedrucktes Vorarlberg Magazin mit authentischen Geschichten und vielen vor Ort recherchierten Reportagen herauszugeben. Dieses soll den Lesern Land und Leute auf sympathische, unterhaltsame Art näherbringen. Nun entwickeln wir es weiter und nutzen die Geschichten und die dafür produzierten Inhalte (Bilder, Texte, Videos) auch für digitale Kanäle. Ganz nach der Devise: Content first! Das Interview führte Thomas Willauer Ausstellung „Getting Things Done – Evolution of the Built Environment in Vorarlberg“

Im Tourismus gibt es immer wieder die Tendenz zur Vereinfachung. Eine besondere Rolle spielt dabei die „Digitalisierung“. Der Gast

Foto: Werkraum Bregenzerwald

Foto: Peter Mathis

E-Biking: emotional meets digital

Foto: Ludwig Berchtold

Skigebiet Damüls: Über den Wolken

Vorarlberg Tourismus | Standort Österreich 181


FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN

WO UNTERNEHMERTUM SICH LOHNT Unternehmen in Liechtenstein entwickeln, produzieren und verkaufen führende Produkte und Dienstleistungen in der ganzen Welt. In Liechtenstein lohnt es sich, Unternehmer zu werden. Die Rahmenbedingungen dafür sind ausgezeichnet.

Companies in Liechtenstein develop, produce and sell leading products and services around the world. In Liechtenstein, entrepreneurship pays off. The country offers ideal conditions for businesses.


LIBERAL, UNTERNEHMERFREUNDLICH, VERLÄSSLICH Ernst Risch Geschäftsführer Liechtenstein Marketing

„Liechtenstein lebt das freie Unternehmertum. Leistung wird geschätzt und gewürdigt. Nehmen Sie unverbindlich mit uns Kontakt auf.“ "Liechtenstein lives free enterprise. We appreciate and acknowledge performance. Feel free to contact us." Ernst Risch

KONTAKT Liechtenstein Marketing Äulestrasse 30 FL-9490 Vaduz Phone: +423 2396363 business@liechtenstein.li www.liechtenstein-business.li

184 Standort Liechtenstein

Ein stabiler, breit diversifizierter Wirtschaftsstandort auf kleinster Fläche mit über 4000 tätigen Unternehmen und nahezu gleichvielen Arbeitsplätzen wie Einwohnern: Das ist Liechtenstein – eines der höchst industrialisierten Länder der Welt, ein starker Finanzplatz, ein innovatives Hightech-Land. Ausgezeichnete Rahmenbedingungen und attraktive Wachstumsperspektiven machen Liechtenstein zu einem Wirtschaftsstandort der Extraklasse. Firmen in Liechtenstein behaupten sich als globale Nischenplayer erfolgreich auf dem Weltmarkt. Liechtensteins Wirtschaft ist stark auf die Bereiche Industrie und Gewerbe sowie Dienstleistungen fokussiert und verfügt über einen ungeahnt hohen Industrialisierungsgrad. Industrie und warenproduzierendes Gewerbe erwirtschaften nahezu 40 % der Bruttowertschöpfung. Das Rückgrat der liechtensteinischen Industrie bilden dabei neben einer überschaubaren Zahl von Großunternehmen vor allem die vielen Klein- und Mittelbetriebe.

International vernetzt und stabil: Beste Voraussetzungen für Unternehmer Unternehmen in Liechtenstein entwickeln, produzieren und verkaufen ihre Produkte und Dienstleistungen in der ganzen Welt. Durch den kleinen Heimmarkt ist der Außenhandel für die Firmen von zentraler Bedeutung. Internationale Abkommen sichern den Zugang zu wichtigen Märkten. So profitieren die Unternehmen vom direkten Marktzugang zum EU/EWR Binnenmarkt und dem freien Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr. Der Zollvertrag mit der Schweiz regelt die Verwendung des stabilen Schweizer Frankens als Währung und die Zollunion mit dem Nachbarland. Aufgrund dieser Zollunion gelten die bilateralen Freihandelsabkommen, welche die Schweiz abschließt auch für Liechtenstein. Als Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) profitiert das Fürstentum zusätzlich von einem der größten Netzwerke an abgeschlossenen Freihandelsabkommen weltweit. Der schuldenfreie Kleinstaat, der sogar über Reserven verfügt, steht für politische Kontinuität und eine liberale Wirtschaftspolitik. 2015 bestätigten die Analysten von Standard & Poor's wiederum das AAA für Liechtenstein und betonten den stabilen Ausblick für das Land. Liechtenstein ist ein Jobwunder mit nahezu gleichvielen Arbeitsplätzen wie Einwohnern. Rund 37.000 Arbeits-


plätze sind vorhanden, nicht ganz die Hälfte davon vermag Liechtenstein mit seiner eigenen erwerbstätigen Wohnbevölkerung zu besetzen. Die andere Hälfte, mehr als 19.000 Stellen, wird von sogenannten Grenzgängern eingenommen, die als Zupendler täglich aus dem benachbarten St.Galler Rheintal, aus Vorarlberg und der näheren Bodenseeregion zur Arbeit nach Liechtenstein fahren. Aus diesem Grund bewegt sich die Arbeitslosenquote in Liechtenstein traditionell auf sehr tiefem Niveau zwischen 2 % und 3 %.

Im sogenannten Banking Industry Country Risk Assessment (BICRA) wird Liechtenstein sehr gut bewertet und steht damit auf einer Stufe mit den international anerkanntesten Finanzplätzen wie Luxemburg, Österreich, Hongkong und Singapur. Die FMA ist zudem in allen europäischen Finanzmarktaufsichtsbehörden sowie wichtigen globalen Organisationen vertreten. Hohe Standards und ein effektives System in der Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung kennzeichnen den liechtensteinischen Finanzplatz.

Exportland Liechtenstein: Ein bedeutender Industriestandort

Bildung als Schlüsselfaktor für Innovationskraft und wirtschaftlichen Fortschritt

Besucher in Liechtenstein denken oft nicht zuerst an den bedeutenden Industriestandort. Rund 40 % der Beschäftigten in Liechtenstein finden ihren Arbeitsplatz im Industriesektor. Viele Industrieunternehmen sind in sehr spezialisierten Marktnischen tätig und einige haben es durch intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit geschafft, sich als Weltmarktführer in ihren Bereichen zu etablieren. Der durchschnittliche Betrieb in Liechtenstein hat weniger als zehn Mitarbeitende, welche sich jedoch durch ihre hohe Qualifikation und Produktivität auszeichnen. Die sehr stark exportorientierte und auf hohe Qualität ausgerichtete Industrie ist besonders im Maschinen- und Gerätebau, dem Anlagenbau, der Herstellung von Präzisionsinstrumenten, der Dental- und der Nahrungsmittelindustrie vertreten.

Liechtenstein verfügt über keine natürlichen Ressourcen oder Bodenschätze. Aus diesem Grund ist die Bildung der Schlüsselfaktor für den Erfolg. Bildung, Forschung und Wissenschaft sind wichtige Zukunftsinvestitionen, welche die Innovationskraft von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft sichern. Ein wichtiger Pfeiler der liechtensteinischen Bildungslandschaft ist die duale Berufsbildung. Sie erfolgt mit der praktischen Ausbildung in einem Lehrbetrieb und begleitender theoretischer Ausbildung in der Berufsschule. Während es in Liechtenstein selbst genügend Lehrbetriebe für etwa 80 verschiedene Berufe gibt, absolvieren die jungen Berufsleute die Berufsschule in der Schweiz. Das Hochschulangebot orientiert sich weitgehend an den Bedürfnissen des Wirtschaftsstandortes Liechtenstein. Die Universität Liechtenstein hat sich auf Architektur und im Bereich Wirtschaft auf Entrepreneurship, Finanzdienstleistungen und Wirtschaftsinformatik spezialisiert. Mit dem Aufbau von Instituten erfolgte der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Neben der Universität Liechtenstein gibt es drei weitere Institutionen auf HochschulNiveau mit unterschiedlicher Ausrichtung: die Internationale Akademie für Philosophie (IAP), das Liechtenstein-Institut als wissenschaftliche Forschungsstätte für spezifisch liechtensteinische Themen und die Private Universität in Liechtenstein. Sie bietet Studiengänge und Dissertationsstudien in den Fachbereichen Medizinische Wissenschaft und Rechtswissenschaften an.

Innovativer Finanzplatz mit starker Finanzmarktaufsicht Liechtenstein verfügt über einen spezialisierten Finanzplatz. Tradition, Qualität und Stabilität sowie der Fokus auf Innovation und Nachhaltigkeit prägen dieses wichtige Standbein der Liechtensteiner Wirtschaft. Die internationale Ausrichtung wird mit der Umsetzung der globalen OECD Standards für Transparenz und Informationsaustausch in Steuerfragen vorangetrieben. In Liechtenstein gelten für die Finanzmarktteilnehmer dieselben gesetzlichen Anforderungen wie in den EU-Ländern. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der starken, international anerkannten Finanzmarktaufsicht (FMA).

Der Wirtschaftsstandort ist breit diversifiziert. Die Informationsbroschüre zum Wirtschaftsstandort gibt einen guten Überblick. Kostenlos zu bestellen unter business@liechtenstein.li. / An information brochure on business in Liechtenstein provides a good overview. It can be ordered free of charge at business@liechtenstein.li.

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Die Standortvorteile auf einen Blick Das Fürstentum Liechtenstein ist ein ausgezeichneter Ort für Firmenansiedlungen. Die Vorteile des attraktiven Standorts lassen sich nicht nur an einer Hand abzählen. Hohes Maß an politischer Kontinuität und Stabilität Breite Diversifikation des Wirtschaftsstandorts Zwei Marktzugänge (EU/EWR und Schweiz) Liberale Wirtschaftspolitik, liberales Gesellschaftsrecht Stabile Sozial-, Rechts- und Wirtschaftsordnung Moderate Unternehmensbesteuerung, einfaches Steuersystem (Flat-Tax) Solide Finanzpolitik der öffentlichen Haushalte AAA-Länder-Rating Sehr gute Infrastruktur Überschaubare Größe, die Flexibilität und kurze Entscheidungswege mit sich bringt Große Kapitalkraft der öffentlichen Hand Förderung von Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten

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Liechtenstein verfügte im Jahr 2014 über 4.331 Unternehmen bei 37.706 Einwohnern. Das macht 1 Unternehmen pro 9 Einwohner. / In 2014, Liechtenstein had 4‘331 companies registered and a population of 37‘706. That makes 1 company to 9 residents.

Business advantages at a glance The Principality of Liechtenstein is an excellent place for companies to set up business. The advantages of this attractive business venue can be counted on more than one hand. High degree of political continuity and stability Strong business diversification Direct access to two markets (EU/EEC and Switzerland) Liberal economic policies and corporate law Stable social, legal and economic conditions Moderate company taxation, simple fiscal system (flat tax) Solid public financial policy AAA credit rating Excellent infrastructure Small size means flexibility and fast decision-making Financially strong public sector Promotion of research and development

Standort Liechtenstein 187


❯ ENGLISH SUMMARY Liberal, business-friendly, reliable Liechtenstein is a stable and diverse business location within a small area with more than 4,000 active companies and almost as many jobs as there are inhabitants. It is one of the most highly industrialized countries in the world, a strong financial centre and an innovative high-tech location. With excellent conditions for companies and attractive growth perspectives, Liechtenstein is a great place to do business. Companies in Liechtenstein are global leaders that are highly successful in their respective niche markets. Liechtenstein’s economy has a strong focus on industry and commerce as well as services and is highly industrialised. Industry and the manufacturing sector account for almost 40% of the country’s gross value added. In addition to a few large industrial companies, a large number of small and medium-sized enterprises form the backbone of Liechtenstein's economy.

Stable economy with international networks: Ideal conditions for entrepreneurs Companies in Liechtenstein develop, produce and sell leading products and services across the world. As the country has a small domestic market, export is of vital importance for companies here. Access to key markets is ensured by international agreements. Companies here benefit from direct access to the EU/EEC common market and the free movement of goods, persons, services and capital. Thanks to a customs treaty with Switzerland, the two countries have formed a customs union and the Swiss franc is the official currency. This means that bilateral free trade agreements signed by Switzerland also apply to Liechtenstein. As a member of the European Free Trade Association (EFTA), the Principality also benefits from one of the largest networks of free trade agreements worldwide. The debt-free country that even has reserves is committed to political continuity and liberal economic policies. In 2015 Standard & Poor's confirmed Liechtenstein’s AAA credit rating and emphasised the economy's stable outlook. Liechtenstein is a job miracle with almost as many jobs as inhabitants. Of its around 37,000 jobs, almost half are filled by Liechtenstein’s own working population. The other half, more than 19,000 jobs, are performed by workers who live over the border in the Rhine Valley area near St.Gallen, in Vorarlberg and in the region around Lake Constance and commute to Liechtenstein every day. For this reason, the unemployment rate in Liechtenstein has always been very low at between 2 % and 3 %.

An exporting nation and significant business location Visitors to Liechtenstein do not usually consider it to be a significant industrial location. Around 40 % of the workforce in Liechtenstein is employed in the industrial sector. Compared to other German-speaking countries in Europe, this is extremely high: In Switzerland, 21.4% of jobs are in the secondary sector, in Austria the share is 25.9% and in Germany 28.2%. Many industrial companies operate in very specia188 Standort Liechtenstein

lized niche markets and some are even global market leaders in their area thanks to their intensive research and development activities. The average business in Liechtenstein has fewer than ten employees, yet these workers are characterised by excellent qualifications and high productivity. Liechtenstein's industry is heavily export-oriented and focuses on high-quality goods and services. Manufacturing, machine and plant construction, precision tools, dental instruments and the food industry are the main areas of activity.

Innovative financial hub with strong financial market supervision Liechtenstein has a very specialized financial community. Tradition, quality and stability as well as a focus on innovation and sustainability characterize this important pillar of Liechtenstein’s economy. Its international focus is driven by Liechtenstein’s commitment to the OECD standards on transparency and information exchange in the area of taxation. In Liechtenstein, financial market participants are subject to the same requirements as in EU countries. The strong, internationally recognised Financial Market Authority (FMA) plays a key role in this. Liechtenstein is rated highly in the so-called Banking Industry Country Risk Assessment (BICRA), putting it on a par with the most highly recognised international financial marketplaces such as Luxemburg, Austria, Hong Kong and Singapore. The FMA is also represented in all European financial market supervisory bodies and important global organizations. Liechtenstein’s financial hub sets high standards with an effective system for combatting money laundering and the financing of terrorism.

Education as a key factor for innovation and economic progress Liechtenstein does not have any natural resources of its own. For this reason, education is a key factor for success. Education, research and science are important investments in the future to safeguard innovation in the economy, the state and society. An important pillar of the educational landscape in Liechtenstein is its two-track approach to vocational education. This combines on-the-job training within a company with teaching in a special vocational school. Whereas enough companies in Liechtenstein itself offer apprenticeships for around 80 different jobs, apprentices complete their vocational training in Switzerland. The range of courses offered at institutes of higher education in Liechtenstein is mainly geared to the needs of its economy. The University of Liechtenstein is specialised in architecture and in the business-related fields of entrepreneurship, financial services and information management. Institutes bridge the gap between science and business. In addition to the University of Liechtenstein, the country is home to three further institutes of higher education at university level with different areas of focus: The International Academy of Philosophy (IAP), Liechtenstein Institute as a scientific research platform for topics relating to Liechtenstein, and the Private University in the Principality of Liechtenstein, which offers courses and post-graduate studies in the fields of medical science and law.


FIRST TAX AG

NATIONALE UND INTERNATIONALE STEUERBERATUNG AUS ERSTER HAND

Die First Tax AG ist eine national und international agierende Steuerberatungsgesellschaft mit Standorten in Liechtenstein und der Schweiz. Sie erarbeitet mit ihren Spezialisten und internationalen Kooperationspartnern steueroptimierte Gesamtlösungen unter Berücksichtigung von globalen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Schwerpunkt hierbei ist die individuelle Beratung, welche wichtige Kernthemen wie die persönliche Situation der Kunden, Familie, Kapital und Unternehmungen mit einbezieht. Die Analyse und Optimierung grenzüberschreitender Sachverhalte von Privatpersonen und Unternehmen unterstreichen dabei den weltweiten Ansatz.

Nationale und internationale Steuerberatung Steuerabkommen und Steuersystem lassen sich – mit der richtigen Beratung – optimal nutzen, für mehr Altersrente, mehr Investitionskapital, mehr Handlungsspielraum. Die First Tax AG verfügt über ein langjährig gewachsenes, kompetentes und international ausgerichtetes Netzwerk, das ihre Kunden von der Planung bis zur Realisierung steueroptimierter Konzepte von A bis Z berät und unterstützt. Eine Wanderung durch die international unterschiedlichen Steuergesetzgebungen gleicht einer anspruchsvollen Gipfeltour. Die First Tax AG kennt die besten Bergführer!

Steuerberatung und Steuerplanung

Foto: Achim Mende

Steueroptimierung grenzüberschreitender Investitionen Strukturierung von Firmen-Gruppen Gestaltung grenzüberschreitender Finanzstrukturen Verfassen von Steuergutachten Beratung bei Wohnsitzverlagerung Verhandlungen mit Vertragspartnern und Behörden Mehrwertsteuerberatung

First Tax AG

Steueroptimierte Vermögens- und Nachlassplanung Steuerliche Prüfung von Testamenten, Ehe- und Erbverträgen Berücksichtigung von Vermögensschutz und Vermögensnachfolge Steueroptimierung unter Einbezug von Instrumenten für den Vermögensschutz Testamentsvollstreckung

First Tax AG Wuhrstrasse 6 LI-9490 Vaduz Phone: +423 236 39 30 www.firsttax.ag

First Tax AG Burgstrasse 8 CH-8280 Kreuzlingen Phone: +41 71 686 50 50 E-Mail info@firsttax.ag

First Tax AG Dreikönigstrasse 12 CH-8002 Zürich Phone: +41 44 208 17 85 E-Mail info@firsttax.ag

Standort Liechtenstein 189


DIE ALS LIECHTENSTEINISCHE STIFTUNG INSTRUMENT DER UNTERNEHMENSNACHFOLGE In den nächsten Jahren werden zahlreiche Unternehmensinhaber über ihre Nachfolge im Familienbetrieb nachdenken müssen, sofern sie ihr Unternehmen nicht einem möglichen Auseinanderfallen, z.B. aufgrund erbrechtlicher Auseinandersetzungen, preisgeben wollen.

KONTAKT First Tax AG Wuhrstrasse 6 LI-9490 Vaduz Phone: +423 2363930 www.firsttax.ag First Tax AG Burgstrasse 8 CH-8280 Kreuzlingen Phone: +41 71 686 50 50 E-Mail info@firsttax.ag First Tax AG Dreikönigstrasse 12 CH-8002 Zürich Phone: +41 44 208 17 85 E-Mail info@firsttax.ag

Im Bereich der Nachfolgeplanung für Unternehmer werden häufig die gemeinnützige Stiftung und die Familienstiftung eingesetzt. Der Unterschied liegt im Stiftungszweck. Eine Stiftung ist gemeinnützig, wenn sie gemäß der Stiftungserklärung ganz oder überwiegend gemeinnützigen Zwecken zu dienen bestimmt ist. Hierunter versteht man die Förderung der Allgemeinheit, wenn die Tätigkeit dem Gemeinwohl auf karitativem, religiösem, humanitärem, wissenschaftlichem, kulturellem, sittlichem, sozialem, sportlichem oder ökologischem Gebiet nützt. Die Familienstiftung ist i.d.R. auf die Förderung des Interesses oder Wohls einer Familie oder einzelner Familienangehöriger ausgerichtet. Mit ihrer Errichtung erhält die Stiftung eigene Rechtspersönlichkeit, wodurch sie eine rechtlich verselbständigte Einheit bildet und daher unabhängig vom Schicksal des Stifters existiert. Im Gegensatz zu einer Gesellschaft hat die Stiftung keine Gesellschafter und Eigentümer. Als Unternehmensstiftung bezeichnet man eine Stiftung, die ein Unternehmen im Stiftungsvermögen hält. Die Gründe, eine Unternehmensstiftung zu errichten, können vielfältig sein. Denkbar sind u.a.: Der Erhalt des „Lebenswerks“ Die dauerhafte Existenzgrundlage für die Nachkommen Keine bzw. keine geeigneten Nachfolger Bei nicht mündigen Erben Bei Erbstreitigkeiten Zur Sicherung von Arbeitsplätzen Der Vermögensschutz (Asset Protection) Die Flexible Ausgestaltung der Unternehmensnachfolge

190 Standort Liechtenstein | First Tax AG

Nachfolgend soll für Stifter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht werden, inwiefern eine liechtensteinische Unternehmensstiftung steuerliche Vorteile gegenüber einer inländischen Stiftung bringen kann.

Deutschland Aus deutscher Sicht sind bei Unternehmensstiftungen insbesondere die Schenkungsteuer bei Einbringung des Unternehmens in die Stiftung, die Wegzugsbesteuerung, die laufende Besteuerung der Stiftung und die Besteuerung des Stifters und der Stiftungsbegünstigen zu beleuchten. Ausgangspunkt soll hier die Errichtung einer liechtensteinischen Stiftung sein, wobei der Stifter sich vollumfänglich vom Stiftungsvermögen trennt und die Stiftung in Liechtenstein ordentlich, d.h. mit mindestens CHF 1.200,00 besteuert. Überträgt der Stifter Vermögen auf eine ausländische Stiftung, kommt die Steuerklasse III (und damit einhergehend ein Freibetrag von lediglich 20.000 EUR) mit Steuersätzen zwischen 30% und 50% zur Anwendung. Eine Übertragung ist dann sinnvoll, wenn eine Steuerbegünstigung in Anspruch genommen werden Franz Wegscheider kann. Mit Urteil vom


17.12.2014 hat das Bundesverfassungsgericht die jetzige Regelung der Besteuerung von Firmenvermögen (bislang konnte unter bestimmten Voraussetzungen eine Steuerbefreiung von 85% oder 100% erreicht werden) in Teilen für verfassungswidrig erklärt und dem Gesetzgeber eine Frist bis zum 30.06.2016 zwecks Nachbesserung aufgegeben. Die Bundesregierung hat am 06.07.2015 mit einem Gesetzentwurf reagiert, zu dem der Bundesrat am 25.09.2015 Stellung genommen und Änderungsvorschläge unterbreitet hat. Bislang ist davon auszugehen, dass die Bundesregierung den Bestand der Unternehmen nicht gefährden will und die für Beschäftigung und damit für den Wohlstand insgesamt vorhandene Bedeutung der mittelständischen und inhabergeführten Unternehmen anerkennt. Die Voraussetzungen haben sich zwar geändert, eine Übertragung von Firmenvermögen sollte künftig dennoch steuerbegünstigt möglich sein. Nichtsdestotrotz gilt es, solange kein neues Gesetz verabschiedet wird, im Schenkungsvertrag Widerrufsklauseln aufzunehmen. Dem Wegzug einer natürlichen Person werden Vorgänge gleichgestellt, bei denen Deutschland hinsichtlich der Veräußerung der Anteile (mindestens 1%-Beteiligungen) vom Besteuerungsrecht ausgeschlossen oder beschränkt wird. Im Falle eines Verkaufs weist das DBA Deutschland – Liechtenstein das Besteuerungsrecht Liechtenstein zu. Deutschland würde das Besteuerungsrecht verlieren, und es müssten die stillen Reserven sofort versteuert werden. In der Stiftungsurkunde kann der Verkauf der Anteile aber ausgeschlossen werden. Eine zinslose Stundung der stillen Reserven kann erreicht werden. Hier empfiehlt sich die Einholung einer verbindlichen Auskunft beim zuständigen Finanzamt. Die laufende Besteuerung der Stiftung erfolgt in Liechtenstein, wobei anders als bei einer deutschen Familienstiftung keine alle 30 Jahre entstehende Erbersatzsteuer anfällt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Gewinnausschüttungen an die Stiftung aufgrund des DBA Deutschland Liechtenstein quellensteuerfrei erfolgen können. In Liechtenstein sind Beteiligungserträge steuerfrei. Die Auskehrungen der Erträge aus der Stiftung unterliegen beim Begünstigten i.d.R. den Einkünften aus Kapitalvermögen und werden mit 26,375% versteuert. Die Auskehrung von Vermögensteilen ist steuerfrei, sofern es sich um Kapitalrückzahlungen handelt

Fazit Zusammenfassend lässt sich sagen, dass aus deutscher Sicht eine liechtensteinische Stiftung zur Unternehmensnachfolge geeignet ist. Mit der richtigen Ausgestaltung können zudem steuerliche Vorteile erlangt werden. Autor: Franz Wegscheider, LL.M., Steuerberater, First Tax AG Vaduz

Österreich In Österreich wie in Liechtenstein ist es möglich, eine Stiftung zu gründen, die rein privatrechtlichen Zwecken dient. Allerdings hat die österreichische Privatstiftung seit ihrer Einführung 1993 aufgrund zahlreicher Gesetzesänderungen stark an Attraktivität verloren. Die Anzahl der frustrierten Stifter, die mit großen Versprechen in die österreichische Privatstiftung „gelockt“ wurden und deshalb auch bewusst die „Mausefalle“ (im Extremfall Verlust von 25% des Vermögens bei Auflösung der Stiftung) in Kauf genommen haben, ist enorm hoch. Die steuerlichen Vorteile der Privatstiftung wurden mittlerweile zur Gänze beseitigt, und auch die Entscheidungen der obersten Gerichte haben die Stifter und die Begünstigten in den vergangenen Jahren eher entmündigt. Die ständigen Diskussionen hinsichtlich der Einführung einer Vermögenssteuer haben zur weiteren Verunsicherung vieler Österreicher beigetragen. Liechtenstein blickt hingegen auf eine sehr lange und erfolgreiche Tradition im Stiftungsbereich zurück. Dem liechtensteinischen Gesetzgeber war es in der Vergangenheit immer ein großes Anliegen, Liechtenstein als attraktiSimon Oberhofer ven Stiftungsstandort zu etablieren, First Tax AG | Standort Liechtenstein 191


Zudem besteht die Möglichkeit, für österreichische Privatstiftungen eine oder mehrere Substiftungen in Liechtenstein zu errichten, um die günstigeren Rahmenbedingungen in Liechtenstein nutzen zu können. Autoren: Mag. iur. Stephan Kaufmann, Member Management Board, First Family Estate Planning, Vaduz | Mag. Simon Oberhofer, österreichischer Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, First Tax AG, Vaduz

Schweiz In der Schweiz ist das Stiftungsrecht wenig flexibel ausgestaltet. Deshalb ist die Wahl einer ausländischen Jurisdiktion, um maßgeschneiderte Lösungen zu ermöglichen, schon fast zwingend. Hierzu bietet sich idealerweise Liechtenstein als Nachbar an. So sind denn liechtensteinische Unternehmungsstiftungen zivilrechtlich auch anerkannt.

dies ist auch gelungen. Auch für die Zukunft ist kein Abgehen von dieser Politik zu erwarten. Im Gegenteil: Durch den Abschluss von Doppelbesteuerungsabkommen sowie Steuerabkommen ist es Liechtenstein gelungen, die Anerkennung der liechtensteinischen Stiftung vor allem in den umliegenden Ländern zu stärken und somit Rechtssicherheit für ausländische Stifter zu schaffen. Gerade im Verhältnis zu Österreich konnten in den letzten Jahren große Erfolge erzielt werden. Mit dem Abschluss des Steuerabkommens zwischen Liechtenstein und Österreich wurden erstmals konkrete Merkmale definiert, die eine liechtensteinische Stiftung erfüllen muss, um aus österreichischer Sicht steuerlich anerkannt zu werden. Auch die im Jahr 2015 ergangenen höchstrichterlichen Urteile zu liechtensteinischen Stiftungen haben allesamt bestätigt, dass liechtensteinische Stiftungen, sofern sie ähnlich einer österreichischen Privatstiftung ausgestaltet sind und gelebt werden, analog zu behandeln sind. Aufgrund des attraktiven liechtensteinischen Steuerrechts eignet sich eine Stiftung hervorragend für eine steuerschonende Thesaurierung von Gewinnen. Zuwendungen aus der Stiftung unterliegen in Liechtenstein keiner Quellenbesteuerung. In Österreich sind die Zuwendungen als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu versteuern. In Höhe der eingebrachten Vermögenswerte können nach Ausschüttung aller erwirtschafteten Gewinne erfolgsneutrale Substanzzuwendungen vorgenommen werden. Aufgrund dieser Tatsachen stellt eine liechtensteinische Unternehmensstiftung auch für österreichische Stifter eine sehr attraktive Lösung dar. Zudem besteht die Möglichkeit, ohne große Strukturierungen, Wohnsitzverlagerungen oder sonstige steuerlich riskante Konstruktionen, Vermögen einer österreichischen Privatstiftung, in eine liechtensteinische Stiftung, eine sogenannte Substiftung, einzubringen. Mit Errichtung einer Substiftung kann der Stifter der österreichischen Stiftungsumklammerung entfliehen und somit auch die Vorteile, die der Standort Liechtenstein bietet, für Teile seines Vermögens nutzen. Eine liechtensteinische Stiftungslösung ist natürlich auch immer dann interessant, wenn es Begünstigte im Ausland gibt, da in Liechtenstein bei Zuwendungen keine Quellensteuern einbehalten werden, dies kann unter Umständen zu einem deutlich günstigeren steuerlichen Ergebnis führen.

Fazit Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine liechtensteinische Stiftung für österreichische Unternehmensinhaber eine interessante Lösung bei hoher Rechtssicherheit in einem steuerattraktiven Umfeld darstellen kann. 192 Standort Liechtenstein | First Tax AG

Darüberhinaus gilt es, weitere zivilrechtliche Aspekte vor Errichtung der Stiftung zu klären: Die Übertragung der Unternehmensanteile des Stifters auf die Stiftung entzieht diese Vermögenswerte unwiderruflich dem Privatvermögen. In diesem Zusammenhang kann es vorkommen, dass Ansprüche von pflichtteilsgeschützten Erben im Erbfall und/oder Ansprüche von Ehegatten im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung tangiert werden. Deshalb ist Dr. Wolfgang Maute es ratsam, dass der Stifter und die Erblasser/Ehegatten gemeinsam diese Aspekte vor Errichtung resp. Übertragung der Unternehmensanteile bspw. mittels Erbverzichtsverträgen oder Ehe- und Erbverträgen klären. Zudem sollte auch mitberücksichtigt werden, ob und inwieweit Gläubiger des Stifters unter Umständen eine geringere Haftungsmasse für ihre Ansprüche zur Verfügung haben. In steuerrechtlicher Hinsicht ist vor Errichtung der Stiftung zu klären: Je nach Ausgestaltung der Stiftung ist diese nach Ansicht der schweizerischen Steuerbehörden kein eigenes Steuersubjekt, sondern sie wird als transparent angesehen, und die Erträge und das Vermögen den Begünstigten zugeordnet. Diese Steuerfolge wird häufig gewünscht, da ansonsten die Widmung der Anteile eine Schenkungssteuerfolge auslösen könnte. Durch das voraussichtliche Inkrafttreten des Doppelbesteuerungsabkommens mit Liechtenstein werden diese Strukturen zusätzliche Rechtssicherheit erlangen. Eine vorgängige Klärung mit den Behörden ist dennoch zu empfehlen.

Fazit Die liechtensteinische Stiftung kann Vorteile bei der Gestaltung in der Unternehmensnachfolge bieten, da die Weiterführung der Firma geschützt wird und die Nachkommen oder sonstige Personen an den Erträgnissen der Stiftung partizipieren. Die Entscheidungsbefugnis für die Führung des Unternehmens liegt somit bei den Organen der Stiftung. Durch die Bestellung eines kompetenten Stiftungsrates sowie allfälliger Beiräte kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen auch nach Ableben des Stifters zuverlässig in seinem Sinne weitergeführt wird. Vor Stiftungserrichtung sind jedoch zwingend ehe-, erb-, konkurs- sowie steuerrechtliche Aspekte zu klären. Autoren: Florian Krobath, dipl. Steuerexperte, First Tax AG, Kreuzlingen | Wolfgang Maute, Dr. iur. HSG, dipl. Steuerexperte, LL.M. International Taxation, First Tax AG, Kreuzlingen/Vaduz | Christian Wille, lic. oec. HSG, First FEP, Vaduz


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