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CARITAS Nr. 3 / Juni 2018

Magazin

Integration – ja, aber wie? Seite 6

Schweiz

Brennpunkt

Jahresbericht

Die CaritasHilfe 2017

Kleine Kredite, grosse Schulden

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Seite 10

Seite 13

Rohingya – neue Katastrophe droht


Offener Brief

Liebe Spedenrinnen, Liebe Spender «Integration» ist ein grosses Wort. Aber wofür steht es eigentlich? Für Caritas bedeutet Integration, die Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben oder dorthin gedrängt werden, zurückzuholen und ihnen Türen zu öffnen, damit sie an unserer Gemeinschaft teilhaben können. Integration ist besonders bei Menschen, die als Migrantinnen und Migranten oder als Flüchtlinge in unser Land kommen, eine zentrale Aufgabe. Sie umfasst immer zwei Seiten: Einerseits sollte die bestehende Gemeinschaft

offen sein für Neues oder Ungewohntes. Dazu braucht es Aufklärungsarbeit und soziale Sicherheit. Andererseits müssen Migrantinnen und Migranten bereit sein, selber eine Leistung zu erbringen, um Integration zu ermöglichen. Dazu gehören das Erlernen einer Landessprache und die Bereitschaft, sich mit den Grundlagen der Gesellschaft vertraut zu machen. Vor mehr als hundert Jahren hat die Schweiz die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Diese weise Entscheidung basierte auf der Erfahrung, dass in einer immer komplexer werdenden Welt, die von Technik, Industrialisierung und ständigem

Wandel geprägt war, jeder Mensch und Staatsbürger eine gründliche Schulbildung benötigt. Der Sekundarabschluss I ist für alle Kinder in der Schweiz obligatorisch. Er ist Voraussetzung für eine Berufslehre sowie die Grundlage für die gesellschaftliche Zugehörigkeit und wirtschaftliche Existenzsicherung des Einzelnen.

«Nur auf einem ausreichenden Bildungsniveau lässt sich aufbauen.» Nur auf einem ausreichenden Bildungsniveau lässt sich aufbauen. Wenn wir das Grundlagenwissen in Rechnen und Schreiben den zugewanderten Menschen nicht vermitteln, dann führt dies zu Ausgrenzung und Chancenlosigkeit. Und wenn wir die Grundausbildung nicht sicherstellen, dürfen wir uns auch nicht darüber wundern, dass «Unausgebildete» auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen sind. Es gibt keine Integration ohne Bildung. Deshalb fordert die Caritas, dass für Asylsuchende und Flüchtlinge in der Schweiz Möglichkeiten geschaffen werden, das Bildungsniveau Sekundarstufe I zu erreichen. Damit auch sie eine Chance auf Unabhängigkeit und Selbständigkeit erhalten. Ich danke Ihnen, liebe Spenderinnen und Spender, ganz herzlich, dass Sie uns in diesem Anliegen unterstützen. Herzlich

Hugo Fasel Direktor Caritas Schweiz

Bild: Franca Pedrazzetti


Inhalt

Nur mit Bildung

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Yohannes Berhane aus Eritrea und Lava Khalil aus Syrien teilen ein ähnliches Schicksal: Krieg, Gewalt und die Flucht davor haben verhindert, dass sie in ihrer Heimat eine Ausbildung machen konnten. Bei ihrer Ankunft in der Schweiz waren sie jung, aber zu alt für den Besuch einer öffentlichen Schule. Lesen Sie in der Titelgeschichte, wie sie den Sprung in die Arbeitswelt dank der Hilfe der Caritas trotzdem geschafft haben. Seite 6

Brennpunkt: Rohingya – neue Katastrophe droht

Eine Million geflüchtete Rohingya harren in Bangladesch aus. Die Zustände sind katastrophal und mit dem Monsunregen droht eine weitere Gefahr. Die 38-jährige Roshida erzählt vom Überleben im weltweit grössten Flüchtlingscamp.

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Jahresbericht: Die Caritas-Hilfe 2017

2017 war ein unruhiges Jahr: Humanitäre Einsätze, unter anderem im kriegsgeschüttelten Syrien, prägten die Arbeit der Caritas. In der Schweiz stand die Hilfe für armutsbetroffene Kinder im Fokus.

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Schweiz: Kleine Kredite, grosse Schulden

Konsumkredite versprechen die schnelle Erfüllung von Träumen und Lösungen für finanzielle Engpässe. Die Realität ist eine ganz andere: Viele Menschen werden damit in die Schuldenfalle getrieben.

IMPRESSUM Das Magazin der Caritas Schweiz erscheint sechsmal im Jahr. Herausgeberin ist Caritas Schweiz, Kommunikation und Marketing, Adligenswilerstr. 15, Postfach, CH-6002 Luzern, E-Mail: info@caritas.ch, www.caritas.ch, Tel. +41 41 419 24 19 Redaktion: Sabine Schaller (ssc), Leitung; Jörg Arnold (ja); Fabrice Boulé (fbo); Stefan Gribi (sg); Anna Haselbach (ah); Vérène Morisod Simonazzi (vm); Odilo Noti (on) Das Abonnement kostet fünf Franken pro Jahr und wird einmalig von Ihrer Spende abgezogen. Grafik: Urban Fischer Titelbild: Fabian Biasio Druckerei: Kyburz, Dielsdorf Papier: 100 % Recycling Spendenkonto: PC 60-7000-4

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Echo

Medienecho

An den Informationsanlässen zum Thema Migration erhielten die Spenderinnen und Spender auch Einblick in die Arbeit der Caritas in Syrien.

Flucht in die Sackgasse? Was für eine Migrationspolitik brauchen wir? Darüber, sowie über die Situation in Syrien, diskutierten Caritas-Fachexperten und -expertinnen gemeinsam mit Spenderinnen und Spendern an je einer Informationsveranstaltung in Luzern und in Genf.

Am Anlass in der Romandie sprach Alessandro Monsutti, Professor für Sozial­ anthropologie und Soziologie am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung (IHEID), über die historische Perspektive der Migration. (ssc)

Prix Caritas 2018 Periode: Darüber spricht man nicht Am 15. Juni wird im KKL der Prix Caritas verliehen. Mit dem Preis ehren wir Persönlichkeiten, die sich für das Wohl der Schwachen einsetzen. Die Laudatio wird von Yves Serra, Generaldirektor der Georg Fischer AG (GF) gehalten. GF unterstützt die Caritas bei der Verbesserung der Wasserversorgung in Ländern des Südens. (ssc) Infos zum Preisträger ab 16. Juni: caritas.ch/prixcaritas

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Die Menstruation wird in vielen Gesellschaften tabuisiert – mit Folgen: Lesen Sie in unserer Webreportage, was es heisst, wenn Mädchen weder Binden noch Tampons haben, warum ihre Mobilität eingeschränkt ist, sie häufig auf Bildung verzichten müssen und was Caritas tut, um die Situation der betroffenen Mädchen und Frauen zu verbessern. (ssc)

Für faire Verfahren Das SEM hat die Caritas in den Bundesasylzentren in Boudry (NE) und Giffers (FR) mit der Rechtsvertretung von Asylsuchenden beauftragt. In diesen Zentren läuft seit April ein Pilotversuch mit beschleunigten Asylverfahren. Caritas sorgt dafür, dass die Asylsuchenden über ihre Rechte und Pflichten im Verfahren informiert sind. (ssc)

Radio SRF, Doppelpunkt: «Es droht eine Katastrophe in der Katastrophe» /27.3.18 Innert weniger Wochen sind rund 800  000 Rohingya von Burma nach Bangladesch geflüchtet. Die Glückskette hat für sie über 4 Millionen Franken gesammelt (…). Doch sie haben noch lange nicht alles, was sie benötigen (…). Caritas-Programmleiter Idris Ali Khan sieht ein grosses Problem darin, dass die Kinder nicht in die Schule gehen können. Etwa 60 Prozent der Campbewohner sind Kinder. Blick: «Das ist irreführend»/10.4.2018 Von 2013 bis 2016 wurde 12,3 Prozent der Bevölkerung in mindestens einem Jahr als arm bewertet. Das sind deutlich mehr, als die jährlichen Armutsquoten aufzeigen. Die Hauptbotschaft aus Bern war allerdings: Armut ist in der Schweiz meist von kurzer Dauer. Denn der grösste Teil der Armutsbetroffenen verfügt laut BFS relativ rasch wieder über ein Einkommen oberhalb der Armutsgrenze. «Die Lesart dieser Zahlen ist irreführend und wird der prekären Situation jedes achten Schweizers nicht gerecht. Denn jeder achte Schweizer gerät innerhalb von vier Jahren in die Armutsfalle», sagt Bettina Fredrich, Leiterin Fachstelle Sozialpolitik bei Caritas Schweiz. Südostschweiz: «Bern muss laut Caritas mehr für Syrien tun»  /  5.4.2018 Seit sieben Jahren herrscht Krieg in Syrien und Präsident Baschar al-Assad hat seine Macht gefestigt. Für Caritas Schweiz ist deshalb klar, dass die Schweiz einen grösseren Beitrag leisten soll, um die Not in dem gebeutelten Land zu lindern. Caritas Schweiz fordert (...), dass die jährliche humanitäre Hilfe mittels eines Zusatzkredites von 50 auf 100 Millionen Franken aufgestockt wird.

Webreportage: caritas.ch/periode

Bilder: Alexandrea Wey, Barbara Graf Horka


Brennpunkt

Rund die Hälfte der geflüchteten Rohingya sind Kinder.

Traumatisierten Rohingyas droht neue Katastrophe Fast eine Million Angehörige der Rohingya sind aus Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflüchtet. Während mit dem bevorstehenden Monsun eine neue Katastrophe droht, lasten die erlebte Gewalt und Unterdrückung schwer auf den heimatlosen Menschen. Die 38-jährige Roshida faltet beide Hände über den Bauch, während sie Helfern der Caritas Bangladesch erzählt, dass sie vor zwei Wochen eine Fehlgeburt erlitten hat. Die Caritas-Mitarbeitenden versorgen die Flüchtlinge im Camp Kutupalong nicht nur mit Nothilfe, sie hören ihnen auch immer wieder zu.

«Sie brannten unsere Häuser nieder. Wir flüchteten in grosser Angst. Es war ein Albtraum.» Was sie hören, ist erschütternd: «Wir glauben, dass niemand mehr lebt in unserem Dorf in Myanmar», sagt die Mutter von vier Kindern. «Sie brannten unsere Häuser nieder. Wir flüchteten in grosser Angst. Wir litten Hunger und versteckten uns im Wald. Es war ein Albtraum. Jedes Geräusch, das wir hörten, jagte uns Angst und Schrecken ein.»

Bild: Caritas Internationalis

«Sie hatten Waffen, wir hatten nichts» Bei der Überquerung eines Flusses musste sich Roshida ansehen, wie Leichen im Wasser herangetrieben wurden. «Einmal musste ich mir die Nase zuhalten und unter Wasser gehen, um mich vor Soldaten zu verstecken. Wir wussten nicht, wohin wir gehen sollten. Junge Männer wurden an Bäume gebunden und bei lebendigem Leib verbrannt. Sie hatten Waffen in der Hand, wir hatten nichts», berichtet sie. Mit dem Monsun drohen Überschwemmungen Nun lebt Roshida wie Hundertausende andere Angehörige der Rohingya in einem heillos überfüllten provisorischen Flüchtlingslager. Die hygienische Situation ist kritisch. Nicht auszudenken, was passiert, wenn der Monsunregen die notdürftigen Hütten unter Wasser setzt oder

die Hänge, an denen sie erbaut wurden, ins Rutschen bringt. Brennmaterial zum Kochen ist Mangelware. Roshida schickt ihre Buben weite Wege in den Wald, wo sie Holz sammeln und Äste von den Bäumen schlagen. Wie viele andere ziehen sie früh am Morgen los und kommen abends erschöpft zurück, um das Holz zu zerkleinern und zu trocknen. Verlorene Identität Roshida ist erleichtert darüber, an einem sicheren Ort zu sein, wo sie in der Nacht schlafen kann. Doch die Zukunftsaussichten sind düster: «Wir haben keine Ausweispapiere. Wenn uns die Regierung eine Identität geben würde, dann könnten wir uns ein Auskommen erarbeiten. Aber so ist humanitäre Hilfe der einzige Weg zum Überleben.» Caritas Schweiz leistet, unterstützt von der Glückskette, zusammen mit Caritas Bangladesch Nothilfe für 11 700 Flüchtlinge. (sg)

Mehr Infos zur RohingyaNothilfe der Caritas: caritas.ch/rohingya

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Reportage

«Schon als Kind wollte ich Mechaniker werden» Text: Vérène Morisod Simonazzi Bilder: Fabian Biasio

Mit eisernem Willen: Yohannes hat nie aufgegeben. Er hat die Sprache gelernt, Praktika gemacht und schliesslich mit Hilfe der Caritas eine Lehrstelle gefunden.


Reportage Sie sind zwischen 16 und 25 Jahre alt, kommen aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und dem Irak. Ihr altes Leben mussten sie zurücklassen, Schule und Ausbildung abbrechen. Wie sollen sie ohne ausreichendes Schulwissen und nach den traumatischen Erlebnissen einer Flucht den Weg in ein unabhängiges Leben schaffen? Im Kanton Freiburg können die jungen Flüchtlinge auf die Unterstützung von Caritas Schweiz zählen – mit Erfolg, wie die Geschichten von Yohannes und Lava zeigen. Es herrscht Hochbetrieb in der grossen Autowerkstatt in der Region Freiburg. Als der 22-jährige Yohannes Berhane* eintrifft, wird er von den Kollegen mit einem Schulterklopfen begrüsst. Der junge

« Yohannes ist höflich, pünktlich und motiviert. » Flüchtling aus Eritrea ist gerade dabei, das Eidgenössische Berufsattest (EBA) als Automobil-Assistent abzulegen. Yohannes kam 2012 mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester in die Schweiz. Er war damals 16 Jahre alt. Die erste Zeit in der Schweiz war schwierig. Er sagt: «Ich konnte die Sprache nicht, die Kultur war mir fremd und ich kannte kaum jemanden». Gleich nach seiner An-

kunft in Freiburg besuchte er einen einjährigen Vorbereitungskurs an der Gewerblichen und Industriellen Berufsfachschule Freiburg (GIBS). Danach folgten Praktika in verschiedenen Unternehmen. Endlich eine Lehrstelle «Schon als Kind wollte ich Mechaniker werden», erzählt Yohannes. Caritas Schweiz, die den jungen Flüchtling unterstützt, kontaktierte die Geschäftsführer einer grossen Werkstatt in der Region Freiburg. «Wir haben gleich gesehen, dass er motiviert ist», erinnern sich Corinne und Jean-François Lacilla. Sie stellten Yohannes ein und gaben ihm die Möglichkeit, eine zweijährige Ausbildung zum Automobil-Assistent EBA zu machen. Der junge Mann arbeitet vier Tage die Woche in der Werkstatt. Jeden Montag

hat er Unterricht. Corinne Lacilla ist sehr zufrieden: «Yohannes ist höflich, pünktlich und motiviert». Beeindruckt von seinem Wissenshunger und seinen guten Noten machten seine Chefs ihm das Angebot, seine Lehre fortzusetzen und nach drei Jahren mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis als Automobil-Fachmann EFZ abzuschliessen. Hilfe bei Französisch Doch zunächst muss Yohannes sein Französisch verbessern. Die Caritas unterstützt ihn und sucht nach einer Lösung, mit der er schnell Fortschritte machen kann: ein Intensivkurs in der Sommerpause oder abends, vielleicht mit Hilfe eines Freiwilligen. «Anfangs sprach Yohannes kaum», erzählt Corinne Lacilla. «Aber schon bald konnte man eine sehr schöne Entwicklung beobachten.» Heute ist der junge Mann gut ins Team integriert. Und Yohannes hat ein klares Ziel vor Augen. Er will seine Ausbildung erfolgreich ­abschliessen, um sich einen grossen Wunsch zu erfüllen. «Ich möchte selbständig und nicht von anderen abhängig sein.»

«Integration: Bessere Chancen für junge Flüchtlinge» Für junge Menschen, die in der Schweiz als Flüchtlinge anerkannt sind, stehen die Chancen schlecht, hier eine Stelle zu finden. Zwar gibt es zahlreiche Programme zur Förderung der Erwerbsintegration, doch wenn die Jugendlichen und jungen Erwachsenen keine ausreichende Schulbildung mitbringen, erzielen diese Programme selten den erwünschten Erfolg. Caritas Schweiz betreut im Auftrag des Kantons Freiburg 1600 anerkannte Flüchtlinge im Kanton Freiburg. 342 Flüchtlinge sind zwischen 16 und 25 Jahren alt. Der Kanton hat Massnahmen ergriffen, um die Integration der Jugendlichen in dieser Altersgruppe zu fördern: In einem ersten Schritt besuchen sie Intensivkurse an vier halben Tagen

pro Woche in dem von Caritas neu eröffneten Haus für Bildung und Integration in Matran. Ziel ist es, sie auf das Integrationsjahr an der Gewerblichen und Industriellen Berufsfachschule Freiburg (GIBS) vorzubereiten. Dort vertiefen sie ihre Kenntnisse in Französisch, Mathematik und Geografie. Anschliessend haben sie die Möglichkeit an einem Motivationssemester (SEMO) teilzunehmen und in verschiedenen Firmen Praktika zu absolvieren. Damit qualifizieren sie sich für die berufliche Grundbildung und können in einer zwei-, drei-, oder vierjährigen Ausbildung das Eidgenössische Berufsattest (EBA) oder das Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) erlangen. Während der Ausbildungszeit bietet die Caritas den Jugendlichen individuelle

Unterstützung und Begleitung an. Ebenfalls stellt sie den Kontakt zwischen Arbeitgebern und den Jugendlichen her. Ziel ist eine Partnerschaft zwischen Arbeitgeber, Schule und Jugendlichen. In ihrem Positionspapier «Integration: Bessere Chancen für junge Flüchtlinge» zeigt Caritas auf, was es braucht, damit junge geflüchtete Menschen die Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben können, die für eine erfolgreiche Berufsintegration zwingend sind.

Positionspapier zum Download: caritas.ch/positionspapiere

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Reportage Flucht statt Studium Auch die syrische Kurdin Lava Khalil teilt diesen Wunsch nach Unabhängigkeit. Die 21-Jährige besuchte die zweite Klasse des Gymnasiums, als sie alles hinter sich lassen musste, um aus ihrem Dorf zu fliehen, das zum Kriegsschauplatz geworden war. «Wir konnten nichts mitnehmen», erzählt die junge Frau. Gemeinsam mit den Eltern, ihren Brüdern und mit ihrer Schwester machte sie sich auf eine beschwerliche Reise. «Wir überquerten die Grenze zur Türkei und strandeten in

« Seit wir Französisch sprechen, sind die Dinge für uns einfacher geworden. » Istanbul. Sieben Monate verbrachten wir dort.» An ein Studium war nicht mehr zu denken. Alle – auch die Kinder – mussten arbeiten, um die Familie durchzubringen. 2014 endlich der langersehnte Moment: Die Familie konnte einen Antrag stellen und wurde von der Schweiz aufgenommen. «Der Anfang war nicht leicht, vor allem für meine Eltern», erzählt Lava. In Syrien arbeitete ihr Vater für eine Erdölfirma, ihre Mutter war als Lehrerin tätig. Heute

Nach einer tragischen Flucht und einem schwierigen Start in der Schweiz blickt Lava optimistisch in die Zukunft. Die 21-Jährige hat eine Lehrstelle gefunden. besuchen beide einen Französischkurs. Die von Caritas betreute Familie lebt in Romont und hat inzwischen den Flüchtlingsstatus erhalten. «Seit wir Französisch sprechen, sind die Dinge für uns einfacher geworden», freut sich Lava, «und unsere Nachbarn sind unsere Freunde». Lehrvertrag abgeschlossen Zwei Jahre lang besuchte das junge Mädchen an der GIBS in Freiburg Kurse in Französisch, Mathematik, Geographie und Geschichte. Im Anschluss daran konnte sie an einem Motivationssemester teilnehmen und Praktika in verschiedenen Berufen absolvieren. «In Syrien wollte ich Pharmazie studieren», erzählt Lava.

Junge Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe Ermöglichen Sie die Integration von jungen Menschen wie Yohannes und Lava. Unterstützen Sie diese dabei, einen Beruf zu erlernen und in der Schweiz Fuss zu fassen.

Helfen Sie mit einer Spende! Spendenkonto: 60-7000-4 Vermerk: «Integration»

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Daher auch ihr Wunsch, eine Ausbildung in dieser Branche zu machen. Nachdem sie in Matran ein Praktikum in einer Apotheke gemacht hatte, bekam sie den Ausbildungsplatz. Ihr Vertrag ist bereits unterschrieben. Im August startet sie ihre Lehre als Pharma-Assistentin EFZ. «In einigen Jahren bin ich vielleicht Apothekerin und habe Kinder», verrät die junge Frau ihre Träume. «Aber das Wichtigste ist, dass ich bei meiner Familie bin». * Der Name wurde aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert.

Mehr Infos: caritas.ch/integration


Reportage

«Durch unsere Arbeit tragen wir dazu bei, dass die jungen Menschen schneller auf eigenen Füssen stehen» Patrick Bussmann, Sie arbeiten täglich mit jungen Flüchtlingen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. Was bereitet ihnen am meisten Probleme auf dem Weg zur Integration? Ganz klar die mangelnden Schulkenntnisse. Man muss sich nur vor Augen führen, dass diese jungen Menschen oft monatelang auf der Flucht waren, bevor sie in Europa ankamen. Ganz zu schweigen von den selten guten Rahmenbedingungen für Schulbildung in ihren Herkunftsländern. Zum Glück machen sie die schlechten Startbedingungen häufig durch ihre grosse Motivation wieder wett. Doch es gibt noch viele andere Sorgen, die die jungen Menschen umtreiben: der Familiennachzug, die Suche nach vermissten Angehörigen, die fehlende Wohnung. Manche haben noch nie eine Schule besucht und machen deshalb nur langsam Fortschritte. Wenn sich ihre Situation nicht innerhalb kurzer Zeit verbessert, besteht die Gefahr, dass sie den Mut verlieren. Wie werden sie betreut? Zunächst einmal gilt es sich kennenzulernen und eine Beziehung aufzubauen. Dafür braucht es einige persönliche Begegnungen. Gemeinsam erarbeiten wir dann einen Aktionsplan und ein Bewerbungsdossier. Ich erläutere dem jungen Flüchtling, welche Massnahmen geeignet sind, um den Plan umzusetzen und versichere ihm, dass ich ihn dabei begleiten werde. Mein Beruf ist der eines Generalisten: Ich stelle Anträge für die Anerkennung von Abschlüssen, suche Plätze in Sprachkursen oder Praktika in Unternehmen, unterstütze die jungen Menschen bei der Suche nach einem möglichen Arbeitsplatz, beim Abschluss eines Arbeitsvertrags und im Hinblick auf ihre Arbeitserlaubnis. Ich

Bild: zVg

Zu welchen Ergebnissen führen die Integrationsmassnahmen? Ich habe den Eindruck, dass wir durch unsere Arbeit – wir sind fünf Erwerbsintegrationsberater – dazu beitragen, dass die jungen Menschen schneller auf eigenen Füssen stehen. Durch die Begleitung finden die Flüchtlinge schneller ihren Weg und ihren Platz in der Gesellschaft. Wir suchen nach langfristigen Lösungen und tun alles dafür, den jungen Menschen eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

Patrick Bussmann arbeitet als Integrations­ berater bei Caritas Schweiz in Freiburg.

stelle den Erstkontakt zu den Unternehmen her und unterstütze sie bei der Vorbereitung eines Bewerbungsgesprächs für ein Praktikum. Das Ziel ist immer Unabhängigkeit zu erreichen. Ich stehe den Flüchtlingen beratend zur Seite, aber die Integrationsarbeit müssen sie selber leisten. Wer dabei keine Hilfe benötigt, dem überlasse ich selbstverständlich die Initiative. Wie laufen die Kontakte mit den Arbeitgebern ab? Viele Arbeitgeber sind sehr aufgeschlossen gegenüber Flüchtlingen und bereit, sich einzubringen – vorausgesetzt, die jungen Menschen zeigen Engagement und sind motiviert. Ein erster Kontakt kommt häufig im Rahmen einer Praktikumsanfrage zustande. Ist der Arbeitgeber interessiert, werden an einem Treffen die Modalitäten geklärt. In der ersten Praktikumswoche findet nochmals ein Austausch statt und am Ende wird das Praktikum evaluiert. Wenn das Arbeitsverhältnis verlängert wird, stehe ich weiterhin als Berater zur Verfügung.

Sie arbeiten seit 35 Jahren in diesem Bereich. Wie haben sich die Dinge in diesen Jahren entwickelt und wie schätzen sie die Zukunft der Migranten ein? Die Situation hat sich drastisch verschlechtert: Viele Flüchtlinge sind stark traumatisiert, die Grenzen werden immer hermetischer abgeriegelt und die Fluchtrouten immer gefährlicher. Auch die Bedingungen im Aufnahmeland sind schwieriger. Als etwa die ungarischen Flüchtlinge im Winter 56/57 in die Schweiz kamen, war die Bevölkerung ihnen gegenüber sehr offen und es konnten relativ rasch Wohnungen gefunden werden. Heute ist das Gegenteil der Fall. Die angespannte geopolitische Situation und der Klimawandel werden die Flüchtlingszahlen weiter ansteigen lassen. Und es ist zu befürchen, dass sich die westlichen Gesellschaften immer weniger aufnahmebereit zeigen.

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Jahresbericht 2017

Insgesamt führte die Caritas 2017 über 200 Projekte weltweit durch.

Antworten 2017: Jahresbericht der Caritas Schweiz Der Krieg um Syrien und die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels prägten die Auslandarbeit der Caritas im vergangenen Jahr. In der Schweiz engagierte sie sich besonders für armutsbetroffene Kinder. Seit über sieben Jahren herrscht in Syrien Krieg. Die Bilanz ist erschütternd: 6,1 Millionen Syrerinnen und Syrer sind im eigenen Land auf der Flucht und 13,1 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Weitere 5,5 Millionen suchten Schutz in den Nachbarländern. Die Caritas hat im vergangenen Jahr erneut Hilfe geleistet, in Syrien sowie auch in Jordanien und im Libanon. In der langfristigen Entwicklungshilfe war der Einsatz für die Opfer des Klimawandels zentral. Weitere Schwerpunkte der Auslandaktivitäten waren die Notund Überlebenshilfe für die Opfer der Dürre am Horn von Afrika sowie die Hilfsprogramme in der Karibik nach dem Wirbelsturm «Irma». Insgesamt wurden 48,1 Millionen Franken für Projekte und Programme der internationalen Zusammenarbeit aufgewendet.

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Für die Kinder Im Inland förderte die Caritas unter anderem soziale Projekte im Umfang von 39,5 Millionen Franken. Sie setzte einen Schwerpunkt in der Hilfe von armutsbetroffenen Kindern – Kinder, die hier aufgewachsen und in die Armutsspirale geraten sind, und solche, die auf der Suche nach Asyl alleine in die Schweiz geflüchtet sind. In der Bündner Gemeinde Bondo unterstützte sie die von einem Bergsturz betroffene Bevölkerung. Mit ihren sozialen Angeboten wie der Sozial- und Schuldenberatung, den Caritas-Märkten und der KulturLegi leistete sie gemeinsam mit den Regionalen Caritas-Organisationen täglich praktische Hilfe für Armutsbetroffene. Spenden verändern Leben Caritas Schweiz hat im vergangenen Jahr weltweit über 200 Projekte umgesetzt. Diese Hilfe war nur möglich dank engagierter Menschen und Institutionen, die

unsere Arbeit mitgetragen haben. Auf der Einnahmeseite konnten direkte Spenden in der Höhe von 34,3 Millionen Franken verbucht werden – ein ausgezeichnetes Ergebnis, das nur vom Tsunami-Jahr 2005 (35 Millionen) übertroffen wurde. Die privaten Beiträge Dritter – von Seiten der Glückskette und anderer Caritas-Organisationen – betrugen 20,2 Millionen Franken. Hinzu kamen eigene betriebliche Erträge in der Höhe von 10,9 Millionen Franken sowie Beiträge der öffentlichen Hand im Umfang von 42,9 Millionen Franken für die Entwicklungszusammenarbeit (DEZA) sowie für Leistungsaufträge im Asyl- und Flüchtlingswesen. Der allgemeine Verwaltungs- und Werbeaufwand der Caritas betrug im vergangenen Jahr 9,4 Prozent. Damit flossen 90,6 Prozent der Spenden und Beiträge direkt in die Projekte und Programme.

Jahresbericht zum Download: caritas.ch/jahresbericht

Bild: Fabian Biasio


Jahresbericht 2017 Syrien 11 Mit ihrem Engagement in im vergangenen erreichte die Caritas 000 Menschen. Sie Jahr insgesamt 75 und ein Dach erhielten Nahrungsmittel sollte ihnen über dem Kopf. Ausserdem über die die Not- und Überlebenshilfe hinweghelfen. kalten Wintermonate

Caritas-Projekte weltweit in Bangladesch Dank Caritas haben Zugang zu sauberem 34 440 Menschen Personen verfügen Trinkwasser, 8057 über sanitäre Anlagen.

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im Kanton ZenicaMit einem Projekt egowina Doboj in Bosnien-Herz ihren Energiehaben 1000 Haushalte Drei Schulen wurden verbrauch gesenkt. erneuerbare Energien grösstenteils auf 500 Tonnen CO 2 umgestellt. So konnten

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Eine Zukunft für syrische Kriegsopfer?

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13 Äthiopien 14 Bolivien 15 Brasilien 16 Demokratische Republik Kongo 17 Griechenland 18 Guatemala 19 Indien 20 Indonesien 21 Irak 22 Italien 23 Jordanien 24 Kosovo 25 Kuba

Im Nordwesten von Meanchey, haben in der Provinz Bantey 800 Menschen gelernt, in 35 Dörfern 22 ungen sich besser auf Überschwemm vorzubereiten. und Trockenheit

26 Myanmar 27 Nicaragua 28 Pakistan 29 Palästina/ Israel 30 Philippinen 31 Ruanda 32 Rumänien 33 Somaliland 34 Sri Lanka 35 Tschad 36 Uganda 37 Ukraine 38 Vietnam

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15 Kambodscha ,

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ehren. Nach wie ihre Wohnorte zurückk Menschen, als an humanitäre Hilfe n Menschen auf vor sind 13 Millione ungen, die der der immensen Zerstör angewiesen. Trotz atischer Wieder­ hat, ist ein system n Flüchtlingen Krieg angerichtet Millione möglich. Den 6,5 aufbau derzeit nicht Europa ist eine n Syriens und in in den Nachbarländer Menschen in rt. Es ist klar: Die verweh hr baldige Rückke Hilfe. weiterhin unsere en brauch Syrien

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24 488 Menschen In Kenia haben erhalten. Dieses neu Zugang zu Wasser sowie zum Kochen wird als Trinkwasser genutzt. und für die Körperhygiene

Entwicklungszusammenarbeit Humanitäre Hilfe Entwicklungszusammenarbeit Hilfe und Humanitäre

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winkelgetreuen In der üblichen, Länder erscheinen die Weltdarstellung grösser, als sie des Nordens weit Die hier abgebildete tatsächlich sind. stellt die GrössenPeters-Weltkarte dar. Dafür nimmt verhältnisse besser in der sie eine Formverzerrung in Kauf. Äquator-Region

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Im Jahresbericht lesen Sie, was Caritas Schweiz 2017 bewirkt hat.

Schweiz

Unser Einsatz gegen Kinderarmut 108 000* Kinder leben hierzulande in Armut und weitere 154 000* in prekären Verhältnissen. Die Folgen für die Kinder sind verheerend: Sie haben häufiger gesundheitliche Probleme, weil das Geld für eine ausgewogene Ernährung fehlt. Wegen der ständigen finanziellen Notlage der Eltern müssen sie oft auf Hobbys verzichten. Und ihre Zukunftsaussichten sind düster – denn in der Schweiz sind nicht nur die Startchancen ungleich verteilt, auch die soziale Mobilität ist kaum gewährleistet: Wer in der Schweiz arm aufwächst, bleibt es häufig ein Leben lang.

Caritas Schweiz leistete für armutsbetroffene Kinder praktische Hilfe mit Sozialangeboten des Caritas-Netzes: 22 841 Kinder waren im vergangenen Jahr im Besitz einer KulturLegi und konnten billiger in den Zoo, ins Schwimmbad oder ins Kino gehen. 369 armutsbetroffene Kinder wurden im Projekt «mit mir» von freiwilligen Paten und Patinnen begleitet und konnten ihre Freizeit aktiv gestalten. In 21 Caritas-Märkten konnten die Kinder und ihre Familien gesunde Lebensmittel zu stark verbilligten Preisen einkaufen. Caritas setzte sich auch anwaltschaftlich für

die Kinder ein und zeigte in ihrem Positionspapier «Kinderarmut überwinden. Gefordert ist die Politik», wieso es für eine nachhaltige Armutspolitik unter anderem Familienergänzungsleistungen und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie einen Zugang zu Früher Förderung braucht. (ssc) * Aktuelle Zahlen des Bundesamts für Statistik, veröffentlicht im April 2018.

Video und mehr Infos: caritas.ch/kinderarmut

Welt

Unser Engagement für die syrischen Kriegsopfer Caritas Schweiz leistete im vergangenen Jahr verstärkt Hilfe in Syrien selbst: Sie unterstützte 34 500 Menschen in Aleppo und Homs mit Essen und Alltagsartikeln; sie leistete aber auch Hilfe bei den Mieten, bei der medizinischen Grundversorgung und dem Schulbesuch. In Aleppo erhielten 1800 vertriebene und rückkehrende Familien Winterhilfe. 650 000 syrische Flüchtlinge sind in Jordanien registriert. Sie verarmen zusehends und werden immer verwundbarer. Caritas Schweiz unterstützte in vier Provinzen 1850 Personen bei der Deckung ihrer Grundbedürfnisse. In Härtefällen

Bilder: Mauro Fermariello/Keystone; Alexandra Wey

leistete sie zusätzlich Soforthilfe. Zur Bewältigung der Winterkälte konnten sich 950 Familien Heizgeräte, Gasflaschen und Decken anschaffen. Je länger die Situation andauert, desto wichtiger wird es, dass die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung nachhaltige Einkommensmöglichkeiten finden. Caritas stellte für 2350 syrische Flüchtlinge und schutzbedürftige Jordanierinnen und Jordanier Arbeitsplätze in der Abfallentsorgung bereit. Mit der Flüchtlingskrise hat sich die Zahl der Schulkinder im Libanon verdoppelt. Unter dieser Überforderung des Schulwesens leidet eine ganze Genera-

tion. Mit ihrem Engagement im Bildungssektor schafft die Caritas ein sicheres und förderndes Lernumfeld für 3600 syrische Flüchtlingskinder und benachteiligte libanesische Kinder. Seit Beginn des Syrienkonflikts hat Caritas Schweiz 37 Millionen Franken für Projekte in Syrien, Jordanien, Libanon und Irak eingesetzt. 2017 erreichte sie mit einem Projektvolumen von über 8 Millionen Franken 90 000 hilfsbedürftige Personen. (sg) Video und mehr Infos: caritas.ch/syrien

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Menschen Alltagsfragen

Muradija Arifi, Kosovo

Alle ziehen an einem Strang: Sady Odinashoev (links) pflanzt Bäume gemeinsam mit Bauern.

«Ich wünsche mir auf jedem Quadratmeter einen Baum» Der Klimawandel prägt das neue Gesicht der Armut. Sady Odinashoev kämpft in Tadschikistan täglich dagegen und träumt derweil von einer bewaldeten Heimat. Ein warmer Märzabend in Muminabad, im Süden von Tadschikistan. Sady Odinashoev kommt von der Arbeit mit einer Gruppe von Bauern nach Hause. Es ist Pflanzzeit, die Tage sind lang und anstrengend. Doch die Müdigkeit macht ihm nichts aus. Etwas ganz anderes treibt ihn um. «Es ist März und 30 Grad warm. Die Felder drohen auszutrocknen und die Menschen sind sehr besorgt!» Im Tadschikistan seiner Träume Das Wasser in Tadschikistan ist knapp. «Der Regen bleibt immer häufiger aus», sagt Odinashoev. Wenn im sensitiven Ökosystem ein Rädchen still steht oder zu schnell dreht, hat das Folgen für die Menschen, die zu 70 Prozent von der Landwirtschaft leben. Odinashoev leitet in Muminabad ein Projekt von Caritas Schweiz, in dem Bauernfamilien lernen, mit Wasser schonend umzugehen und die natürlichen Ressourcen zu schützen. «Wir bieten Trainings und Workshops für neue Anbaumethoden an, pflanzen Bäume, um

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den Boden vor Erosion zu schützen und stehen den Bauern beratend zur Seite». Zu sehen, dass sie ihre Probleme zunehmend selber angehen, freut ihn – denn das sei ein grosses Stück Arbeit gewe-

«Der Regen bleibt immer häufiger aus.» sen. «Die Mentalität der Menschen ist immer noch geprägt vom sowjetischen System». Der Einsatz hat sich gelohnt: «Ich sehe jeden Tag, wie viel wir bewirken können». Und das spornt ihn an weiter an seinem grossen Traum zu arbeiten. «Ich wünsche mir auf jedem Quadratmeter einen Baum, damit die Menschen endlich sicher sind vor Naturkatastrophen und den Teufelskreis der Armut durchbrechen können». (ssc)

«Ich bin glücklich, dass ich dank der Hilfe von Caritas Schweiz in die Honigherstellung investieren konnte» Wie sieht Ihr Alltag aus? Ich bin Mutter von vier Töchtern und einem Sohn. Sobald die Kinder morgens bereit sind für die Schule, gehe ich zur Arbeit. Am Abend plane ich gemeinsam mit meiner Familie den nächsten Tag. Wovon leben Sie? Wir betreiben eine Pizzeria und auf unserem kleinen Hof produzieren wir Eierund Honig. Ich bin glücklich, dass ich mit Hilfe von Caritas Schweiz in die Honigherstellung investieren konnte. Dank dem zusätzlichen Einkommen kommt unsere Familie über die Runden. Was schätzen Sie an Ihrer Heimat? Das Zusammenleben verschiedener Kulturen und die positive Einstellung der Menschen. Was heisst für Sie Glück? Eine gesunde Familie, eine funktionierende Wirtschaft und in seiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt zu sein. Womit kämpfen Sie? Den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen und die Stellung der Frau in unserer Gemeinde zu verbessern. Sandra Ege

Mehr Infos: caritas.ch/160066

Bilder: Caritas Schweiz


Schweiz

Aggressive Werbung und gesetzeswidrige Kreditvergaben tragen zur Überschuldung von Privatpersonen bei.

Kreditwerbung verspricht das Unmögliche Die Angebote der Kreditwerbung sind verheissungsvoll: Sie versprechen finanzielle Probleme zu lösen und Träume zu erfüllen. Ein gewinnbringendes Massengeschäft, bei dem sich nicht alle Kreditinstitute an die gesetzlichen Vorgaben halten – mit fatalen Folgen für die Betroffenen. Egal ob Ferien oder eine Wohnungseinrichtung, die Verlockung der Konsumkreditwerbung ist gross und wird umso grösser durch Angebote der Kreditgeber, einen bereits bestehenden Kredit aufzustocken. Eigentlich ist aggressive Wer-

«Die Kreditinstitute müssen ihre gesetzlichen und sozialen Pflichten wahrnehmen.» bung gemäss Konsumkreditgesetz verboten. Jedoch überlässt der Gesetzgeber es den Kreditinstituten selbst, festzulegen, welche Werbung als aggressiv gilt. Die Erfahrungen aus der Tabakbranche zeigen, dass solche «Selbstbeschränkungsvereinbarungen» weitgehend wirkungslos sind. Und aus Sicht der Caritas hat die Kreditbranche bis jetzt nicht das Gegenteil bewiesen.

Bild: Keystone / Caro / Sorge

Keine sorgfältige Kreditfähigkeitsprüfung Konsumkredite spielen eine wichtige Rolle in der Überschuldungsgeschichte von Privatpersonen. Um eine Überschuldung durch Kredite zu verhindern, verlangt das Konsumkreditgesetz (KKG) eine Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit von Konsumentinnen und Konsumenten. Einige Kreditgeber führen jedoch die vorgeschriebene Kreditfähigkeitsprüfung nicht immer gesetzeskonform durch. Die Fachstelle Schuldenberatung der Caritas Schweiz prüfte Kreditverträge von zwei grossen Kreditinstituten und kam zum Schluss, dass bei rund 90 Prozent dieser Verträge keine korrekte Kreditfähigkeitsprüfung gemacht wurde. Die Überschuldung ist in solchen Fällen vorprogrammiert. Caritas Schweiz sieht dahinter systematische Verstösse, weshalb sie eine Anzeige gegen die beiden Kreditgeber bei der Bankenaufsichtsbehörde

FINMA eingereicht hat. In Anbetracht dieser Tatsache ist es umso stossender, dass kürzlich im National- und Ständerat eine Aufweichung der Sanktionen gegen die Kreditgeber bei Verstössen gegen das KKG diskutiert wurde. Das Konsumverhalten wird durch die Werbung beeinflusst und Personen, die sich etwa aufgrund geringen Einkommens und hohen Rechnungen in einem finanziellen Engpass befinden, sehen in der Kreditaufnahme vermeintlich die Lösung ihrer Schwierigkeiten. Privatpersonen nehmen Konsumkredite häufig in einer psychologischen Zwangslage auf, weshalb die Hauptverantwortung der Kreditvergabe bei der stärkeren Partei liegt. Die Kreditinstitute müssen daher zwingend ihre gesetzlichen und sozialen Pflichten wahrnehmen, um der Überschuldung durch Konsumkredite effektiv entgegenzuwirken. Claudia Odermatt

Mehr Infos: caritas-schuldenberatung.ch

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Service

Agenda Bis zum 8. Juli 2018: Zuger Ein- und Auswanderungsgeschichten: Die Sonderausstellung befasst sich mit den Geschichten von Menschen, die den Kanton Zug in den letzten 200 Jahren verlassen haben oder dorthin eingewandert sind. Sie schildern, warum und wie sie ihrer alten Heimat den Rücken gekehrt und wie sie sich in der Fremde eingerichtet haben. www.burgzug.ch

Noch nie waren so viele Menschen gezwungen ihre Heimat zu verlassen: Über 65 Millionen weltweit sind auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Armut.

Migration und nachhaltige Entwicklung

15. Juni 2018: Prix Caritas: Preisverleihung im KKL Luzern. Caritas Schweiz zeichnet eine Persönlichkeit für ihr Engagement im Bereich des Sozialen, in der Entwicklungszusammenarbeit oder in der interkulturellen Verständigung aus. www.caritas.ch/prixcaritas

Wohlhabende Länder bieten kaum mehr legale Zuwanderungsmöglichkeiten. Deshalb befinden sich die meisten Flüchtlinge und Migranten auf irregulären Routen und setzen sich lebensbedrohlichen Gefahren aus. Die Situation schafft auch in Transit- und Zielländern neue Problemlagen. Der Almanach Entwicklungspolitik 2019 der Caritas fragt nach den Fluchtursa-

chen, geht den Verflechtungen von Migration und Entwicklung auf den Grund und analysiert, was die Voraussetzungen für eine humanere Migrationspolitik sind. Der Sammelband erscheint im September. Manuela Specker

Spenden per Klick

Caritas bezieht Position

Sie möchten sich engagieren und die Arbeit der Caritas unterstützen? Auf dem neuen Online-Spendenportal informieren Sie sich einfach und schnell über verschiedene Spendenmöglichkeiten: Sie erfahren etwa, wie Sie mit Ihrer Firma oder anlässlich eines Geburtstags Spenden sammeln können. Sie möchten spontan spenden, dort wo die Hilfe gerade am Dringlichsten ist – zum Beispiel nach einer Katastrophe – oder sich mit einer Patenschaft langfristig und gezielt für Projekte gegen den Hunger oder für die Bildung von Kinder einsetzen? Das Spendenportal bietet Ihnen die Gelegenheit, mit nur wenigen Klicks das Leben notleidender Menschen besser zu machen. (ssc)

Armut hat strukturelle Ursachen. Deshalb leistet Caritas nicht nur konkrete Hilfe für Armutsbetroffene, derarmut übe sie bringt sich auch poli- GefKinord rwind ert ist die Pol en: itik tisch für sie ein. In den Positionspapieren, die vom Bereich Grundlagen erarbeitet werden, nimmt sie Stellung zu aktuellen Diskussionen in der Sozial-, Migrations- und Entwicklungspolitik. Sie zeigt Missstände auf, formuliert politische Forderungen und bietet Antworten auf brennende soziale Fragen. Ziel ist es, dass die Anliegen der Armutsbetroffenen auf der politischen Agenda bleiben und in politischen Entscheidungen berücksichtigt werden. (ssc)

Mehr Infos: caritas.ch/spenden

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Mehr Infos: caritas.ch/almanach-eza

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16./17./20. Juni 2018: Flüchtlingstage: Am nationalen Tag der Flüchtlinge (16.  Juni), am Flüchtlingssonntag der Kirchen (17.   Juni) und am Weltflüchtlingstag (20.  Juni) wird auf die Situation der Menschen aufmerksam gemacht, die weltweit auf der Flucht sind. Die katholischen Pfarreien nehmen am Flüchtlingssonntag das Opfer zugunsten der Caritas Schweiz auf. Sie unterstützen damit ihre Arbeit im Bereich Asyl und Migration. 1. Dezember 2018: youngCaritas-Award: Preisverleihung im Dynamo in Zürich. youngCaritas zeichnet die besten Projekte von jungen Menschen aus, die sich mit Kreativität und hohem persönlichen Einsatz für eine gerechtere Welt engagieren. www.youngcaritas.ch

Alle Positionspapiere zum Download caritas.ch/positionspapiere

Bilder: Lefteris Partsalis


Gemeinsam

Deshalb bin ich dabei

Letizia Witton (56), Propstei Wislikofen

«Kinderarmut geht mir sehr zu Herzen. Das darf es in der Schweiz nicht geben. Deswegen sammeln wir in der Propstei Wislikofen dafür, dass es Kindern besser geht.» spiel ialere Welt ein – zum Bei setzen sich für eine soz as arit ngC you von Junge Freiwillige und Asylpolitik. zum Thema Migration am MigrAction-Weekend

Die Jugend – unsere Zukunft? «Die Jungen sind die Zukunft unserer Gesellschaft», das hören wir immer wieder. Deshalb ist es an der Zeit, diese Generation zu stärken. youngCaritas nimmt die Bedürfnisse von jungen, engagierten Menschen wahr und unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer Anliegen. Dieses Erfolgsmodell praktizieren wir seit über 10 Jahren in der ganzen Deutschschweiz. Seit der Gründung von youngCaritas Zürich 2015 sind wir auch regional stärker verankert. Doch nicht nur hierzulande vernetzt sich die Jugend unter dem Dach von youngCaritas, sondern in ganz Europa. Regelmässig treffen sich junge Freiwillige an internationalen Veranstaltungen – und Caritas Europa will weiter wachsen: Bis 2030 soll es in allen 49 Caritas-Organisationen einen Jugendbereich geben. Unser Angebot reicht von partizipativen Projekten und Aktionen, über massgeschneiderte Infomaterialien und Schulbesuchen, bis hin zu Weiterbildungsmöglichkeiten für junge Menschen. Die Jugend ist nicht einfach nur unsere Zukunft. Nein, die Jugend ist die Gegenwart und sie hat den berechtigten Anspruch, unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Seid auch ihr ein Teil dieser

Bilder: youngCaritas, zVg

Bewegung und vernetzt euch als Schulklasse, Jugendgruppe oder Caritas-Regionalstelle mit youngCaritas – wir freuen uns auf euch! Andreas Lustenberger

Stephan Zehnder (48), univativ Schweiz AG

«Anstelle eines Weihnachtsgeschenkes haben wir mit unseren Kunden eine erfolgreiche Spendenaktion gestartet, um ein Projekt für bessere Berufsbildung zu unterstützen.»

Mehr Infos: youngcaritas.ch

Sei dabei! Sommerzeit ist Lagerzeit. Während Faires Lager Superheld/-innen sucht, die gegen die wachsenden Abfallberge auf unserem Planeten ankämpfen, verbringst du im interkulturellen Sommerlager Zeit mit geflüchteten Jugendlichen. Und zum Abschluss des aktiven Sommers lernst du im MigrAction-Weekend alles zu den Themen Asyl und Migration kennen. Mehr Infos unter www.youngcaritas.ch.

Klasse 2CFGP, Kantonsschule am Brühl, St. Gallen

«Auch in der Schweiz gibt es Menschen, die von Armut betroffen sind. Deshalb wollen wir uns für diese Leute einsetzen, indem wir Kleidung «aufpimpen» und diese spenden.»

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Yohannes Berhane (22), FlĂźchtling, ist dank seiner Ausbildung gut integriert.

Das Richtige tun

Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr Ăźber Yohannes: www.dasrichtigetun.caritas.ch

Caritas-Magazin Juni 2018  
Caritas-Magazin Juni 2018  
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