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Die Ritter von Rynach Eine kurze Zusammenfassung

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Die Ritter von Rynach

Vorwort

*** Lieber Leser, liebe Leserin, auf den folgenden Seiten findest du eine kurze Zusammenfassung aurs der Geschichte der Ritter von Rynach. Die meisten historischen Angaben habe ich nicht selber recherchiert, sondern sind aus dem Internet zusammengetragen. Bitte beachte also, dass die Aussagen dem Urhebergesetzt des jeweiligen Autors unterliegen. Vielen Dank!

*** Nun w체nsche ich dir spannende und kurzweilige Lesestunden.

im M채rz 2014 2


Die Ritter von Rynach Die Ritter von Rynach Die drei Burgen der Ritter von Rynach erhoben sich einst auf den Höhenzügen zwischen Baldeggersee und Suretal: Alt-Rynach (oder auch Untere-Rynach) im Dorf Burg oberhalb von Menziken und Reinach im Kanton Aargau, Hintere-Rynach bei Mullwil / Rickenbach und Ober-Rynach (Neu-Rynach) zwischen Herlisberg und Römerswil im Kanton Luzern. Nur von Letzterer sind heute noch Mauerreste vorhanden. Ihre grösste Macht erreichten die Ritter von Rynach wohl im 14.Jh., wo sie sich von Oberrinach bis nach Rickenbach und über Gontenschwil bis nach Zetzwil ausdehnen konnten. Die Ritter oder auch Herren von Rynach waren ursprünglich wohl Dienstleute der 1173 ausgestorbenen Grafen von Lenzburg. Im frühen 13. Jhdt. tauchen sie im Gefolge von deren Erben auf, den Grafen von Kyburg. Als erste Vertreter der Familie werden 1210 die Ritter Arnold I. und Hesso I. von Rynach erwähnt. Die Nachkommen von Hesso I. bildeten die jüngere Seitenlinie „von Ober-Rynach“. Ulrich I. und Kuno von Ober-Rynach erbauten sich um die Mitte des 13. Jhdts. oberhalb des Baldeggersees eine neue Burg. Ihre erste direkte Erwähnung stammt aus einer Urkunde von 1302. Darin wurde festgehalten, dass von der „Burg von Rynach die obern“ jährlich ein Pfund Wachs an das Stift Beromünster zu entrichten sei, da sie auf dessen Grundbesitz stehe. Zu Beromünster befand sich auch die Grablege der Familie von Rynach.

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Die Ritter von Rynach Nach dem Aussterben der Kyburger (1264) wurden die Rynacher Parteigänger der Habsburger. Dies brachte ihnen im 14. Jhdt. beinahe den Untergang. Im Jahre 1386 fielen in der Schlacht von Sempach (9. Juni 1386) auf habsburgischer Seite nicht weniger als drei Angehörige der Familie. Unter den Toten war auch Ulrich V. von Ober-Rynach. Seine Burg war bereits im Vorfeld der Schlacht durch Truppen aus Luzern zerstört worden. Auch ihre anderen Burgen wurden aus Rache von den Eidgenossen zerstört und abgebrannt. Nach diesem Unglück fiel die Herrschaft Ober-Rynach der Hauptlinie der Familie zu, die damals auf den aargauischen Burgen Wildenstein, Trostburg und Auenstein residierte. Als im 15. Jhdt. auch der Aargau an die Eidgenossen fiel, verlegten die Herren von Rynach ihren Wohnsitz ins Elsass (wo sie heute noch als „Baron de Rynach“ leben). 1635 wurden sie in den Reichsfreiherrenstand erhoben, und 1773 gestand der französische König Ludwig XV. allen Familienangehörigen den Freiherrentitel zu. Karl von Rynach kaufte 1849 den Burghügel von Ober-Rynach zurück, seither ist die Ruine wieder im Besitz der Familie. Bereits 1853 und 1888 fanden erste Ausgrabungen statt. Später bemühte sich vor allem Baron Maurice de Reinach-Hirtzbach (†1994) um die Erforschung und Erhaltung der Anlage.

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Die Ritter von Rynach Die Ruine Alt-Rynach (Untere-Rynach) Die Ursprünge des Dorfes Burg gehen auf die im 12. Jahrhundert erbaute Burg Alt-Rynach (Untere-Rynach) zurück, dem Stammsitz der Herren von Rynach. Diese waren ein Ministerialen Geschlecht der Habsburger und herrschten über das obere Wynental. Während des Sempacherkrieges im Jahr 1386 wurde die Burg von den Eidgenossen zerstört. Die Reste dieses Stammsitzes, namentlich eine mit Gesträuch und einzelnen Tannen bewachsene Turmscharte, waren noch übrig, als zu Ende 1871 die Familie Fischer in Rynach ihr Eigentumsrecht schenkweise an die genannte Gemeinde abtrat. Die über 15 Meter hohe Burgruine musste 1872 dem Neubau des Schulhauses Burg weichen.

Wo einst die Burg stand, befindet sich heute das Schulhaus der Gemeinde Burg. 5


Die Ritter von Rynach Die Ruine Ober-Rynach Der Ortsteil Herlisberg oberhalb des Baldeggersees taucht als Erlinsberg im Jahr 1150 in einer Besitzbest채tigung des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen erstmals auf. Die Gemeinde unterstand zuerst den Grafen von Lenzburg, dann ab 1173 den Grafen von Kyburg und als deren Nachfolger ab 1263 den Habsburgern. Alle diese Herren 체berliessen die Verwaltung den Rittern von Rynach welche ihren Sitz in der Burg Ober-Rynach hatten. Erbaut wurde die Burg im 13. Jahrhundert durch Ulrich I und Kuno von Rynach. Die Rynacher k채mpften 1386 bei der Schlacht bei Sempach auf der Seite der Habsburger und verloren die Schlacht.

Ruine Ober-Rynach - Unter ihren Ruinen soll nach dem Volksglauben ein Schatz verborgen sein. 6


Die Ritter von Rynach Danach wurde die Burg wurde von den Eidgenossen zerstört und die überlebenden Herren von Rynach setzten sich ins Elsass ab. Besitzer der noch heute sichtbaren Ruine sind die Barone de Rynach im Elsass. Die Ausgrabung auf der Burg Ober-Rynach bei Herlisberg 1888 ist wohl das früheste Beispiel von ernsthafter Burgenforschung im Kanton Luzern. Nicht zuletzt ist dies dem grossen Interesse der Familie Rynach- Hirzenbach an einem der Stammsitze ihrer Vorfahren zu verdanken. Vor allem Baron Maurice de Rynach (1911-1994) war darauf bedacht, die Baugeschichte der Burganlage zu ergründen und die nötigen Massnahmen zum Schutz des Bauwerks zu ergreifen. Eine grössere Grabungskampagne wurde in den Jahren 1940 bis 1942 mit französischen Internierten durchgeführt, welche bis anhin noch unbekannte Mauerzüge freilegten und das Mauerwerk des Bergfriedes sanierten. Danach schlummert die Forschungstätigkeit auf der Burgstelle für mehr als 20 Jahre. Da die begonnenen Sanierungsarbeiten 1942 nicht vollständig abgeschlossen wurden, ist das Mauerwerk in den 60er Jahren bereits wieder in einem sehr schlechten Zustand. Deshalb sind die vom Zerfall bedrohten Teile der Anlage 1965 erneut Gegenstand von Sicherungsmassnahmen. Weitere Konservierungsarbeiten mit kleineren archäologischen Untersuchungen folgen in den Jahren 1986 und 1991.

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Die Ritter von Rynach 12.03.2014 - Expedition Ruine Ober-Rynach: Ich kämpfte mich durch dichten Wald, steile Tobel, musste klettern, rutschte den Abhang hinunter, zog mich an Baumstämmen den Hang hinauf… war ganz ausser Atem und erreichte endlich die Ruine…

Auf dem Weg von Schwarzenbach in Richtung Herlisberg. 8


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Wo ist die Ruine?...

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Blick in Richtung Innerschweiz und Alpen. 16


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und nun der ganze Weg wieder zur端ck... 17


Die Ritter von Rynach Die Ruine Hintere Rynach Die Burg Hintere Rynach wurde vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts von den Söhnen Arnold‘s von Rynach erbaut. Sie stand im Westen der Gemeinde Rickenbach, bei Mullwil auf einer Hügelkuppe. Zu dieser Zeit erreichte die Herrschaft Rynach ihren Höhepunkt.

Die Hintere-Rynach Mitte des 13ten Jahrhunderts. Die Hintere Rynach verfügte über einen besonders stark gebauten Turm, mit 16 Metern Länge und 13 Metern Breite und einer beachtlichen Mauerdicke von 2 Metern. Der einzige Eingang zum Turm war in ca. 6-8 Metern Höhe. Vom Burgplatz aus gelangte man über eine steile Holztreppe hoch zum Eingang. Im Belagerungsfall hätte man die Holztreppe abgebrochen, sobald die Adligen im Turm in Sicherheit 18


Die Ritter von Rynach gewesen wären. Das untere Geschoss war das Verlies, welches angeblich besonders dunkel und stickig war. Nach vielen Auseinandersetzungen der Eidgenossen und den Habsburgern kam es 1386 zur Schlacht bei Sempach. Wie alle Ritter der Habsburger mussten auch alle Rynacher Familienzweige lienzweige in die Schlacht ziehen. Die Hintere Rynach galt als uneinnehmbar, doch auch sie wurde im Jahre 1386 von den Eidgenossen erobert und abgebrannt. Die Überreste der Burg wurden im Jahre 1661 zum Bau der Kirche in Rickenbach verwendet. Vereinzelt wurden Höfe bis Ende des 18. Jahrhunderts noch mit Steinen der Burgruine erbaut. Heute lässt sich leider nur noch ein kleiner Teil der Aussenmauer erahnen.

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Ăœberreste der Ruine Hintere-Rynach bei Mullwil / Rickenbach - Mai 2013.

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Die Ritter von Rynach Legenden zur Hinteren Rynach Der Schlüsselbund Ein Ritter auf der gleichen Burgruine bietet oft dem Sager am Fusse der Burghalde am frühen Morgen einen Bund voll Schlüssel an mit dem Bedeuten, mit demselben grosse Schätze in der Ruine heben zu können. Der Sager, der Sache nicht trauend, fragt den Pfarrer in Rickenbache, der ihm solche Dinge verbietet. Die Sage von der weissen Dame Nachbaren der Burgruine wollen auch an gewissen Tagen ein weiss gekleidetes Edelfräulein mit dem obligaten Schlüsselbund am Gürtel im Schlosshof spazieren gehen gesehen haben. Das Blattgold Einst sammelten einige Mädchen der Umgegend am Burgrain Erdbeeren, da finden sie eine Wanne voll dürren, fahlen Laubes. Ein Mädchen nimmt ein solches Laub und heftet es an sein Kleid; wie das Kind heimkommt und auf das Blatt schauen will, ist es lauter Gold. Hätten die Kinder nur ein Pfand in die Wanne mit den Laubblättern geworfen, welch‘ ein Glück für sie, die Blätter wären alle Gold und zugleich ihr Eigentum geworden.“

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Die Ritter von Rynach Hintergrund - Der Sempacherkrieg Luzern und Habsburg: Gegenseitige Provokation Schon Jahre vor der Schlacht wachsen die Spannungen zwischen den habsburgischen Landvögten und ihren Untertanen im Gebiet von Luzern. Denn zwischen 1381 und 1386 nimmt die Stadt über 1300 Landleute in ihr Bürgerrecht auf. Die Landvögte antworten mit wirtschaftlichen Schikanen, erheben in Rothenburg Zölle und untergraben damit das alte Luzerner Zollprivileg. Die Luzerner zerstören die Festung Rothenburg, die beiden Burgen in Wolhusen und viele andere Befestigungen des österreichtreuen Adels auf dem Land. Die Schlacht Schliesslich wird Habsburg-Österreich zu einer Entscheidung gedrängt. Am 9. Juli 1386 zieht Herzog Leopold III. mit einem Heer von 4000 Rittern und Fussknechten und grossem Tross von Sursee Richtung Luzern. Beim Meierholz ob Sempach stellen sich ihm etwa 1300 Eidgenossen in den Weg. Erst nach langem Ringen und dem Einsatz eidgenössischer Reserven entscheidet sich der Kampf. Dass die Heldentat eines Einzelnen (‹Erni Winkelried›) den Umschwung herbeigeführt habe, wird erst 1476 berichtet. Folgen für Luzern und Österreich Für Österreich sind die Folgen katastrophal. Der Herr des Hauses Habsburg ist gefallen und mit ihm mehrere hundert seiner Adligen. Zahlreiche Rittergeschlechter sind ausgelöscht oder dezimiert, Herrschaften wechseln die Hand. Dem Haus Habsburg-Österreich fehlt die starke Persönlichkeit, die das Abbröckeln der Gebiete rund um die Eidgenossenschaft verhindern könnte. 23


Die Ritter von Rynach Luzern dagegen baut sein Gebiet aus. Es erhält das grosse Amt Rothenburg als Pfand.

Eine Sage aus dem Gebiet Baldeggersee Der Nebel Zur Zeit, als die Eidgenossen mit dem Herzog Leopold von Österreich im Kriege lagen und ihn bei Sempach so gewaltig aufs Haupt schlugen, standen um den lieblichen, kleinen Baldeggersee eine ganze Reihe Burgen, die österreichischen Edelleuten gehörten. Wie nun die siegreichen Eidgenossen nach der Schlacht bei Sempach in die Gegend des kleinen Sees kamen, brachen und verbrannten und zerstörten sie eine Burg nach der andern. Es fielen die Burgen Baldegg, Lieli, Richensee und OberRynach, und weithin leuchteten ihre Feuer und verkündigten den Untergang ihrer stolzen Herrschaften. In jenen Tagen stand ob dem Baldeggersee auch die Burg Heidegg. Mit Grausen sah die Edelfrau, die allein mit ihren Mägden im Schloß war, wie ringsum die festen Burgen ihrer Gefreundeten lichterloh brannten. Und obwohl sie eine gute Frau war, eine Edelfrau der Tat und nicht nur des Namens, und obwohl sie die Armen immer reichlich beschenkt und den Notleidenden geholfen hatte, versprach sie sich dennoch von den Eidgenossen nichts Gutes. Sie kannte ihren unbändigen Sinn. Und nun würden sie wohl noch von Kampfeswut erfüllt sein und wollten gewiß der Herren 24


Die Ritter von Rynach Burgen, die so nahe bei ihren Ländern standen, einmal gründlich ausräuchern und zerstören. Als nun die Edelfrau von Heidegg durch ihre kundschaftenden Mägde vernahm, daß die Eidgenossen eben die Burg Lieli oder Neuneck, wie sie auch hieß, erstürmt und angezündet hätten, wußte sie, daß nun ihre Burg, als die den Eidgenossen zunächstliegende, darankommen würde. Jetzt rötete das aufsteigende Feuer der erstürmten Burg weithin den Himmel, und nicht lange ging es, da meldete der Knabe eines Hörigen, daß die Eidgenossen durch den dichten Wald vom unteren Klotisberg nach Heidegg hinüberstürmten. Verzweifelt schrien die Mägde auf und umringten die hilflose Herrin. Alles schien verloren. Doch die gottesfürchtige Edelfrau verlor den Mut und das Gottvertrauen nicht. Sie warf sich auf die Knie und gelobte der Muttergottes, eine Kapelle zu erbauen, wenn das Schloß verschont bliebe. Da war es seltsam, es wurde auf einmal dunkel in der Burg, mitten am Tag. Und als die Edelfrau erschrocken aufstand und an ein Bogenfenster trat, sah sie zu ihrer Verwunderung einen dichten Nebel daherziehen, der sich über die ganze Gegend und, allmählich undurchdringlich werdend wie eine Mauer, um ihre Burg Heidegg legte. Zugleich hörte man den Dinkelbach ungewöhnlich rauschen. Lange, lange lag der Nebel über der Landschaft, und lange zitterten und zagten die Mägde in der Burg. Jeden Augenblick erwarteten sie das wilde Kriegsgeschrei der heranstürmenden Eidgenossen und das Brüllen ihrer Harsthörner zu vernehmen. Doch es blieb alles totenstill, bis endlich die Nacht hereinbrach. 25


Die Ritter von Rynach

Schweren Herzens begab sich die Edelfrau in später Nachtstunde zur Ruhe. Wie erstaunte sie aber, als sie am andern Morgen vernahm, daß die Eidgenossen wohl die Burg Heidegg hatten plündern und niederbrennen wollen, daß sie jedoch im dichten Nebel, der ganz unversehens dahergeflogen sei, den Weg verfehlt hätten. Sie seien dann nach langem Umherlaufen am hochgehenden, tosenden Dinkelbach ganz von der Heidegg abgekommen und hätten sich erst auf der oberen Mau wieder zurechtgefunden. Danach hätten sie die ihnen zu weit vom Weg abgekommene Burg aufgegeben und seien rasch abgezogen, da sie vor Einbruch der Nacht noch ihr Feldlager erreichen wollten. Also war die Burg Heidegg vom sicher scheinenden Untergange gar wunderbar gerettet worden. Die Edelfrau aber ließ eine schöne Schloßkapelle bauen, die heute noch die Inschrift trägt: Procul estote profani! Was ungefähr sagen will: Ferne bleiben sollen die Frevler!

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Die Herren von Rynach