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STEIN Zeitschrift für Naturstein

S 03 | 2013 stein-magazin.de

Ab März 2013: Schneller mehr wissen Lesen Sie STEIN jetzt zwei Wochen früher!

Grabzeichen

Neue Symbole, neue Chancen Geweihter Bezirk

Muschelkalk­ für eine Kirche ­ in Bozen Seite 08

Flächen für alle Fälle

Oberflächen schleifen: Das müssen Sie beachten. Seite 18

Verkaufen auf Augenhöhe

Mit Geschäftskunden professionell umgehen Seite 40


Inhalt

Wir lieben Wasser! Weil wir es in die richtigen Bahnen lenken.

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Der Stadtteil Firmian in Bozen hat eine neue Kirche mit ­Gemeinde– zentrum: Die Fassade wurde mit Sellenberger Muschelkalk bekleidet, im Innenraum liegt Göflaner Marmor.

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Die Bearbeitung von Oberflächen beschäftigt jeden Stein­verarbeiter. Flächenschleifer mit einem oder mehreren ­Köpfen erzeugen Oberflächenarten von gebürstet bis hochglänzend.

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Aufträge von Architekten, Planern und Unternehmen werden immer wichtiger. Dabei ticken gewerbliche Kunden nur auf den ersten Blick anders als Privatkunden.

­ rabsteine orienG tierten sich lange Zeit an der kirchlichen Symbolik. Heute sind Grabzeichen gefragt, die einen Bezug zur ­Persönlichkeit des Toten herstellen.

Schöne Welt der Steine

Kunden gewinnen

08 Geweihter Bezirk Eine Kirche in Bozen erhält eine massive Steinfassade aus Muschelkalk und Marmor im Innenraum. 14

Titelfoto: Die Ente bleibt Loriot-Fans schmücken seine letzte Ruhestätte mit Badewannen-Entchen und Porzellanmöpsen. Kritiker halten das für pietätlos, das Grab werde damit ins Lächerliche gezogen. »Die Sitten und Gebräuche sind heute andere«, sagt Anke ­Wünnecke, bei der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zuständig für Friedhofs­ ange­legenheiten. Was die Besucher auf den Grab­stätten ablegen, ist auch ein Ausdruck von Zeit und Gesellschaft und verdeutlicht den Wandel der Grabästhetik. Foto: Stefan Boness/Ipon

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Freiluftatelier Der Bildhauer Peter Makolies gestaltet Gesichter aus Feldsteinen.

Steine bearbeiten 18 Flächen für alle Fälle Flächenschleifer erzeugen alle Oberflächenarten von gebürstet bis hochglänzend. 26

Virtuosen mit Meißel, Bürste, Schleifscheibe Ein Steinmetzbetrieb in Neukirchen bearbeitet Beton mit Steinmetzwerkzeugen.

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Vorsicht Fuge Die Ver­fugung mit natursteinverträglichen ­ Dichtstoffen schützt vor Reklamationen.

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Von einer Ruine zum Stadtdenkmal Seit den 80er-Jahren wird die Nikolaikirche  in Berlin restauriert und rekons­truiert.

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Verkaufen auf Augenhöhe Gewerbliche Kunden werden für Naturstein­betriebe immer wichtiger.

Chancen Nutzen 46

Der Wandel der Grabästhetik Der Trend zu personalisierten Grabmalen ist eine Herausforderung für das Steinmetzhandwerk.

panorama 56

Menschen, Termine, Produkte und mehr

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Seitenblicke Vom Bestatter lernen heißt ...

Rubriken 03 Betreff 64 Impressum 82 Vorschau/Fotonachweis

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AquaDrain® T+ ist eine einzigartige, kapillarpassive Flächendrainage mit nachgewiesen besten Entwässerungswerten im Vergleich zu allen gängigen Drainmatten (tBU Greven). Entwickelt vom Erfinder der kapillarpassiven Drainagematte und – wie alle GUTJAHR Entwässerungslösungen – umfangreich durch unabhängige Institute geprüft. Als Spezialist für sichere Komplettsysteme bietet GUTJAHR neben Drainagen auch passende Drainroste, Randprofile und Rinnen, Abdichtungen, Mörtelsysteme sowie Lösungen für den Innenbereich und für Fassaden.

gutjahr.com


Schöne Welt der Steine



Geweihter Bezirk

Eine »massive« Fassade aus Muschelkalk macht die Kirche zu einer »festen Burg«. Massive Ecksteine und massive Steine an der Attika lassen die Fassade wie ein einheitliches Ganzes wirken.

Massiv wirkende Steinfassade Der Stadtteil Firmian der Süd­tiroler Stadt Bozen hat eine neue Kirche mit ­Gemeindezentrum erhalten: Kürzlich wurde die ­Kirche der Pfarrei Mutter Teresa von Kalkutta g ­ eweiht. Die Fassade wurde mit Sellenberger Muschelkalk bekleidet, im Innenraum liegt ­Göflaner Marmor. Von Willy Hafner

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Schöne Welt der SteinE

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emeinsam mit einer Schule, einem Kindergarten und einem Einkaufszentrum bildet die Kirche die städtebauliche Mitte des neuen Stadtteils Firmian in Bozen. Die Kirchenanlage erstreckt sich in Schichten über ein rechteckiges Grundstück und beschreibt im Grundriss exakt das vom Bebauungsplan vorgegebene Rechteck mit der Kirche als wichtigstem und skulptural geformtem

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Gebäude im Westen, eingeschoben in den öffentlichen Fußgängerbereich von Firmian. Die Höhenentwicklung der Gebäude ist differenziert. Während die Kirche im Wesentlichen aus vier unterschiedlich hohen Raumquadern besteht, ist das Pfarrzentrum als breiter zweigeschossiger, das Pfarrhaus als schmaler dreigeschossiger Baukörper entworfen. Die drei Gebäude erscheinen durch eine verbindende Wand an der Südseite,

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Steine bearbeiten



Steine bearbeiten

Flächen für alle Fälle Schleifen und polieren Die Bearbeitung der Oberflächen von Rohplatten, Grabmalen und anderen Werkstücken beschäftigt jeden Stein­ verarbeiter. Flächenschleifer bewähren sich als fle­xible Lösung. Mit einem oder mehreren ­Köpfen erzeugen sie alle Oberflächenarten von gebürstet bis hochglänzend. 

Wenn das Schleifwasser wolkig abrinnt, sind Druck und Materialabtrag optimal.

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Schleifkopf parken

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Oberfläche kontrollieren

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Schleifteller wechseln

Von Richard Watzke

Für die kleine Serienfertigung Das Natursteinwerk Scheuermann in Kleinrinderfeld nutzt einen einköpfigen Flächenschleifer für vielfältige Oberflächen im Garten- und Landschaftsbau.

W Der Kopf der 2010 installierten Flächenschleifmaschine ist in Parkposition. Die Rohplatte aus Muschelkalk ist C120-geschliffen.

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Steinmetzmeister Philipp Scheuermann und Berthold Hilbert prüfen die Oberfläche nach zwei Überschliffen.

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Der Schleifteller wird gegen einen Teller mit Stockwalzen ausgetauscht.

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ährend die übrige Steinwelt viel Geld in Automation in­ vestiert, arbeitet im Natur­ steinwerk Scheuermann ein Flächen­ schleifer mit manuellem Kopfwechsel. Die Maschine vom Typ ASP 206 hätte es auch mit Werkzeugwechsel gegeben, doch in Kleinrinderfeld entschied man sich 2010 bewusst dagegen. Philipp Scheuermann erläutert den Verzicht: Vollautomatische Anlagen benötigen eine hohe Auslastung, die nur durch große Serien erreicht wird. Für kleinere Steinwerke und Handwerksbetriebe

sind kompakte Lösungen gefragt, die sich kurzfristig an jeden Auftrag anpas­ sen lassen. Der Garten- und Land­ schaftsbau ist das wichtigste Ge­ schäftsfeld bei Scheuermann. Das mit­ telständische Natursteinwerk produ­ ziert mit 15 Mitarbeitern Werkstücke für den Wachstumsmarkt Außengestal­ tung. Bodenplatten und Fassaden, aber auch Massivarbeiten, Blockstufen oder Sitzbänke sind gängige Produkte. Das Rohmate­rial stammt aus eigenen Stein­ brüchen: Muschelkalk aus dem Raum Kleinrinderfeld, dazu mainfränkischer

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chancen nutzen

chancen nutzen

Der Friedhof wird bunter und individueller und seine Symbole verändern sich.

Stein und Zeit Neue Zeichen auf dem Friedhof Grabsteine orientierten sich lange Zeit an traditioneller, meist kirchlicher Symbolik und sahen relativ uniform aus. Heute wollen Hinterbliebene oft ein einzig­ artiges G ­ rabzeichen, das einen unmittelbaren Bezug zur P ­ ersönlichkeit der Toten herstellt. Das Steinmetzhandwerk muss sich vermehrt auf außergewöhnliche Kundenwünsche einstellen. ­Kreativität und Origina­lität sind gefragt. 

Dr. Thorsten Benkel lehrt Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er hat Soziologie, Psychologie, Philosophie und Literaturwissenschaft studiert.

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Von Thorsten Benkel und Matthias Meitzler

Matthias Meitzler, M.A., arbeitet als Soziologe an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er hat Soziologie, Psychologie, Ethnologie und Geschichte studiert.

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