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Ausgezeichnete GesellenstĂźcke im Tischler-/Schreinerhandwerk

2019



Der Bundesinnungsverband Tischler Schreiner Deutschland präsentiert:

Schirmherr: Peter Altmaier Bundesminister fĂźr Wirtschaft und Energie


Die Gute Form – was ist das? Beim Bundesgestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ dreht sich alles um das Gesellenstück. Das ist die Abschlussarbeit, die angehende Tischler-/Schreinergesellinnen und -gesellen am Ende ihrer Lehrzeit selbst planen und bauen. Die gelungensten Gesellenstücke eines Abschlussjahrgangs werden zunächst auf regionalen Wettbewerben prämiert. Die Besten nehmen dann im Folgejahr am Bundesentscheid teil, der auf einer großen Handwerksmesse mit Tausenden Besuchern stattfindet. Worauf wird geachtet? Eine Anforderung des Wettbewerbs besteht darin, dass die Gesellinnen und Gesellen Werkstücke entwerfen, die dem heutigen Zeitgeist entsprechen. Dabei kommt es aber nicht nur auf das Design an. Die Jury schaut ganz genau hin und bewertet außerdem Idee und Form, aber auch, wie sorgfältig gearbeitet wurde und dass Nutzungsqualität gegeben ist. Viel Spaß beim Stöbern!


Du willst wissen, welches Gesellenstück am meisten überzeugte? Das erfährst du hier: www.tischler-schreiner.de/die-gute-form-2019

Apropos Tischler oder Schreiner: Der Unterschied liegt nur im Namen. Im Norden heißt es Tischler und im Süden eben Schreiner. Der Bundesgestaltungswettbewerb „Die Gute Form 2019“ wird von Remmers (Hauptsponsor), OPO Oeschger (Mitausrichter), Festool (Hauptpreise) und dem Fachmagazin dds unterstützt.


Grußwort von Peter Altmaier Foto: BMWi

Bundesminister für Wirtschaft und Energie für den Bundeswettbewerb „Die Gute Form 2019“ Liebe Innungsmitglieder der Tischler und Schreiner, liebe Gesellinnen und Gesellen, liebe Auszubildende, liebe Preisträgerinnen und Preisträger, seit 2005 liegt die Schirmherrschaft für den Bundesentscheid „Die Gute Form“ beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Es ist mir eine Freude, diese Tradition weiterführen zu dürfen. In diesem Jahr zeigen die jungen Handwerkerinnen und Handwerker wieder einmal in beeindruckender Weise, wie innovativ und kreativ Gesellenstücke sein und das Publikum begeistern können. Es ist erstaunlich, wie handwerkliches Können und die Gabe der Gestaltung zusammen eine Harmonie bilden. Diese Fähigkeiten und Fertigkeiten spiegeln sich in zeitloser Gestaltung wider und sind die beste Werbung in eigener Sache. Es benötigt schon besonders qualifizierter Fachkräfte, diese Fähigkeiten in Theorie und Praxis zu vereinen. Der Preis für „Die Gute Form 2019“ soll aber nicht nur auszeichnen, sondern auch ein Ansporn für alle bisher nicht ausbildenden Handwerksbetriebe sein. Es ist ein großer Gewinn, jungen Menschen durch eine Ausbildung die Möglichkeit zur Entdeckung ihrer Talente und zur freien Entfaltung ihrer Kreativität zu bieten.


„Die Gute Form“ soll Handwerkerinnen und Handwerker bereits zu Beginn ihres Berufslebens motivieren, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Ergebnisse dieser Leistungsschau sind jedes Jahr einzigartig und individuell. Den Preisträgerinnen und Preisträgern des Bundesentscheids „Die Gute Form 2019“, aber auch allen anderen Gesellinnen und Gesellen, die sich an dem Wettbewerb beteiligt haben, gratuliere ich sehr herzlich! Ihre ausgezeichneten Leistungen stehen nicht nur für das große Potenzial bei den Auszubildenden, sondern auch für die hervorragenden Ausbildungsleistungen der deutschen Tischler- und Schreiner­betriebe. Darauf können Sie zu Recht stolz sein. Als innovative und kreative Gestalter leisten Sie Ihren Beitrag zur Stärkung des mittelständischen Handwerks. Dafür danke ich Ihnen. Allen Gästen wünsche ich viel Freude beim Entdecken und Bestaunen einer besonderen Vielfalt, die das Schreinerhandwerk hier bietet.

Bundesminister für Wirtschaft und Energie


Der ganz normale Traumberuf Holz begleitet den Menschen ein ganzes Leben. So manches Möbelstück – kunstvoll gefertigt durch fachkundige Hand – überdauert Generationen. Das Gesellenstück ist für Tischler/-innen und Schreiner/-innen der krönende Abschluss ihrer einzigartigen handwerklichen Ausbildung. 21 besonders eindrucksvolle Abschlussarbeiten finden sich in diesem Katalog. Individuelle Entwürfe, kreative Lösungen und handwerklich anspruchsvolle Verarbeitung kennzeichnen alle Exponate. Sie spiegeln einen Prozess wider, den alle jungen Gesellinnen und Gesellen in drei Ausbildungsjahren durchlaufen. Für junge Menschen, die eine erstklassige berufliche Qualifikation suchen, sind sie Ansporn und Inspiration zugleich. Die Möbel, die in diesem Katalog vorgestellt werden, illustrieren auf beeindruckende Weise den hohen Anspruch des Tischler- und Schreinerhandwerks an seine Produkte. Sie sind gekennzeichnet von Individualität, Innovation und Qualität. Tischler Schreiner Deutschland, Hauptsponsor Remmers und Mitausrichter OPO Oeschger stehen für diese Werte und wünschen Ihnen viel Freude am Bundesgestaltungswettbewerb „Die Gute Form 2019“.

Thomas Radermacher Präsident des Bundesinnungsverbands Tischler Schreiner Deutschland

Roland Brinkmann Vertriebsleiter Holzhandwerk Remmers GmbH

Patrick Oeschger CEO OPO Oeschger


Inhaltsverzeichnis Johannes Albrecht Bett in Kernesche

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Marie Kolbeck 34 Stehlampe

Robin Baum 10 Ankleide

Andreas Kosok 36 „Hexagon“

Frederik Dünwald 12 Schreibtisch

Sophie Leschke 38 Esstisch

Kai Haseloff 14 Schreibtisch

Malte Modricker 40 Schreibtisch

Lorenz Hofmann 16 „Kaufmannsladen-Truhe“

Florian Neuhaus 42 „Round about“

Patrick Hofmann 18 „Neu interpretierter Herrendiener“

Maximilian Payenberg 44 Schreibtisch „Maxls Schuibeng“

Dominik Hoppe 20 Schreibtisch

Enno Peeck 46 Sekretär „Leo“

Laurens Hübsch Esstisch

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Hannes Schröder 48 „Schreibtisch mit Hirn“

Paul Jacobeit 24 Sitzbock

Leonard Schulz 50 Barvitrine

Informationen zum Traumberuf 26 Hintergrund und Ausbildungsblog

Matthias Stezycki 52 Zeichentisch

Jasmin Knedeisen 32 „Schreibtisch aus Mecklenburger Esche“

Serdar Ömer Yilmaz 54 „Jackenschrank“


Bett in Kernesche Material und Abmessungen: Kernesche B 240 cm H 81 cm T 220 cm Begründung der Jury Baden: „Der reduzierte Materialeinsatz und die interessante Materialwahl überzeugen beim spielerischen Umgang mit der Anordnung. Die schwebende Form wird durch den Einsatz von Technik mit sinnvoller Positionierung eines Bewegungsmelders unterstrichen.“ Johannes Albrecht: „In meinem Gesellenstück wollte ich das Schöne mit dem Nützlichen verschmelzen, bei einfach gehaltener Formgebung. Der wie schwebend wirkende Bettkasten mit zurückspringendem Sockel verleiht meinem Bett Leichtigkeit. Die zwei daran befestigten Nachttische mit integrierter Beleuchtung unterstreichen seinen funktionalen Charakter, die verschiedenen Zinkenverbindungen die hohe Handwerkskunst.“

Ausbildungsbetrieb: Behringer + Behringer OHG Ortsstraße 15 79695 Wieden 07673 455 www.behringer-schreiner.de Baden 8


Johannes Albrecht Baden. Foto: Matthias Kupferschmidt 9


Ankleide Material und Abmessungen: Eiche, Fenix, Schwarzstahl B 166 cm H 210 cm T 52 cm Begründung der Jury Rheinland-Pfalz: „Mit seiner Mischung aus Schrank- und Ankleidemöbel hat Robin Baum ein praktisches, junges Möbel geschaffen, das gleichzeitig massiv und doch leicht wirkt. Überzeugend ist der moderne Materialmix, gelungen die Detaillösungen. Die eingelassenen Kleiderhaken runden das Bild ab. Entstanden ist ein in Form und Funktion klar durchdachtes Möbel, das durch seine schlichte Finesse besticht.“ Robin Baum: „Für mein Gesellenstück schwebte mir ein im Alltag gut nutzbares Unikat vor, das modern, stabil und doch filigran sein sollte; so verfiel ich auf die Idee eines Kleiderschranks im Industrielook. Die Kleiderstange wurde praktischerweise nach außen verlagert, im Inneren des Korpus verbirgt sich ein Spiegel. Die verzinkten Schubkästen mit Kulissenauszügen sowie die vielen Gehrungen betonen das handwerklich Besondere des Möbelstücks.“

Ausbildungsbetrieb: Möbel-Werkstätte Gert Schumann GmbH Graf-Zeppelin-Straße 17 57610 Altenkirchen 02681 95920 www.schumann-ak.de Rheinland-Pfalz 10


Robin Baum Rheinland-Pfalz. Foto: Brenner Photographie, Mainz 11


Schreibtisch Material und Abmessungen: Esche, Linoleum B 160 cm H 77 cm T 77 cm Begründung der Jury Hessen: „Der Schreibtisch in Esche und Linoleum zeigt eine klare horizontale Schichtung. Die mit Linoleum belegte Zarge integriert drei auf Kulissen geführte Schubkästen und scheint als umlaufendes Band die ausgestellten, konisch gedrechselten Beine fassen zu wollen. Die Kabeldurchführung der Platte ist als farblich abgesetztes Inlay gestaltet und sehr gelungen.“ Frederik Dünwald: „Mir war es wichtig, ein Möbel zu entwerfen, das mir über Jahre hinweg ein Begleiter sein kann – mein Ziel: zeitloses Design gepaart mit langlebiger Funktion. Der bewusst schlicht gehaltene, aufs Wesentliche reduzierte Schreibtisch mit seiner haptisch schönen Arbeitsplatte aus geseifter Esche und den Beinen mit 50er-Jahre-Anmutung strahlt Ruhe und Eleganz aus. Hier lässt es sich stilvoll und konzentriert arbeiten.“

Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Christian Bock Die Mühlenhöfe 1 34537 Bad Wildungen 05621 7818808 www.bock-tischlerei.de Hessen 12


Frederik DĂźnwald Hessen. Foto: Brenner Photographie, Mainz 13


Schreibtisch Material und Abmessungen: Eiche B 170 cm H 78 cm T 80 cm Begründung der Jury Brandenburg: „Ein Möbelklassiker, modern interpretiert – trotz Massivholzplatte sieht der Schreibtisch leicht und filigran aus. Die v-förmigen Beine verstärken die zeitgemäße Wirkung des stabilen Möbels. Die Gestaltung ist in sich stimmig und verfügt über eine hohe Funktionalität. Technisch eine saubere, einwandfreie Arbeit mit hochwertiger Materialauswahl.“ Kai Haseloff: „Bei einem Waldspaziergang wurde ich zu der Grundidee meines Schreibtischs inspiriert: Beine, die in ihrer Gestaltung an eine Astgabel erinnern, darauf ein Tischblatt, das massiv ist, und doch luftig wirkt. Dank seiner natürlichen Ausstrahlung präsentiert sich der Schreibtisch als moderner Arbeitsplatz mit hohem Wohlfühlfaktor.“

Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Dirk Haseloff Liebenwalder Straße 48 16244 Schorfheide 033393 465 www.haseloff.info Brandenburg 14


Kai Haseloff Brandenburg. Foto: Lea Ludwig 15


„Kaufmannsladen-Truhe“ Material und Abmessungen: Eiche, Ahorn, Nussbaum, Balsa, Linoleum, Baumwollstoff B 120 cm H 170 cm T 115 cm Begründung der Jury Sachsen: „Das Gesellenstück in Truhenform mit klassischen Gestaltungselementen birgt einen wahren Schatz – mit wenigen Handgriffen lässt sich das Möbel in einen Kaufmannsladen für Kinder verwandeln. Die komplexe und wohldurchdachte Konstruktion ist generationsüberdauernd angelegt, da sie höhenverstellbar und damit an individuelle ergonomische Ansprüche anpassbar ist.“ Lorenz Hofmann: „Mein Möbel bringt Kinderaugen zum Leuchten! Die traditionelle Truhe beherbergt einen liebevoll ausgestatteten Kaufmannsladen – mit ausklappbarer Theke, integrierter gepolsterter Sitzbank, hochschwenkbarem Regal mit Einschüben und variabler Markise. Der Clou ist die verdeckte Höhenverstellung im Sockel mittels Spindeln und Kettentrieb. So wächst der Kaufmannsladen mit und langer Spielspaß ist garantiert.“

Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Ulrich Hofmann Oberlanggasse 19 04703 Leisnig 034321 13665 Sachsen 16


Lorenz Hofmann Sachsen. Foto: Matthias Ander 17


„Neu interpretierter Herrendiener“ Material und Abmessungen: Esche, Zwetschge B 108 cm H 200 cm T 60 cm Begründung der Jury Baden: „Patrick Hofmann präsentiert eine gelungene Neuinterpretation eines alten Klassikers, die einen spannenden Kontrast zwischen Materialauswahl und Verarbeitung herstellt. Die haptisch interessanten Schubladen überzeugen durch eine gestalterisch elegante und technisch einfache Lösung.“ Patrick Hofmann: „Die Idee für den Herrendiener kam mir angesichts eines mit Kleidern überhäuften „Klamottenstuhls“. Mir schwebte eine Konstruktion vor mit ausreichend Platz, um Kleidung abzulegen, sowie der Möglichkeit, diese auszulüften. Besonders knifflig war die Entwicklung der Kleiderbügel mit „Magnetaufhängung“ sowie des speziellen Öffnungsbeschlags der grifflosen Schubkästen. Zapfenverbindungen und ein Kulissenauszug aus Holz runden den anspruchsvollen Charakter meines Gesellenstücks ab.“

Ausbildungsbetrieb: Schreinerei Martin Ranz GmbH Konrad-Zuse-Straße 9 79576 Weil am Rhein 07621 422240 www.ranz-raumkonzepte.de Baden 18


Patrick Hofmann Baden. Foto: Patrick Hofmann 19


Schreibtisch Material und Abmessungen: Nussbaum, Tischlerplatte, Linoleum B 130 cm H 105 cm T 75 cm Begründung der Jury Brandenburg: „Der Schreibtisch aus amerikanischem Nussbaum verbindet gekonnt klassische und moderne Elemente und wirkt dadurch zeitgemäß. Die Holzauswahl ist gelungen und harmonisch, das Möbel funktional ausgereift. Konstruktive Details sind sehr gut gelöst.“ Dominik Hoppe: „Ich wollte ein Möbelstück fertigen, das schlicht und wie aus einem Guss ist, dabei aber voller Finessen. Als besondere Herausforderung stellte sich die unterschiedliche Farbigkeit von Vollholz und Furnier heraus. Das Resultat ist ein Möbel mit spannendem Farbkontrast, das auch wegen des schräg gestalteten Aufbaus einzigartig ist. Eine weitere Abwechslung bietet die Platte aus schwarzem Linoleum.“

Ausbildungsbetrieb: Bautischlerei Behrendt GmbH & Co. KG Zur Heide 5 15712 Königs Wusterhausen 03375 290094 www.behrendt-tischlerei.de Brandenburg 20


Dominik Hoppe Brandenburg. Foto: art-pix.com, Berlin 21


Esstisch Material und Abmessungen: Esche, Stahl B 180 cm H 75 cm T 90 cm Begründung der Jury Nordrhein-Westfalen: „Laurens Hübsch hat in bester handwerklicher Manier ein stimmiges, gelungenes Möbel gebaut. Die Sorgfalt bei der Holzauswahl und der Konstruktion zeugen von der lebendigen Tradition, die das Tischlerhandwerk auszeichnet. Die Platte und Zarge aus Massivholz werden von Fußstollen aus scharfkantig gefügtem Stahlblech getragen – eine treffend ausgewählte Materialergänzung für diesen zeitlos schönen Tisch mit persönlicher Note.“ Laurens Hübsch: „Als großer Fan des traditionellen Holzhandwerks lag mir besonders am Herzen, mein Möbel handwerklich klassisch zu planen und umzusetzen. Ein funktionales, schönes Design spielte dabei eine ebenso große Rolle. Unterschiedlich lang gezogene Fasen an den Kanten der Eschenplatte lassen meinen Tisch gleich viel weniger massiv erscheinen. Im harmonischen Kontrast dazu stehen die Metallbeine, die von mir selbst zu einem Rahmen verschweißt wurden.“

Ausbildungsbetrieb: Schreinerei Hampel Küdinghovener Straße 86 53227 Bonn 0228 465557 www.schreinerei-hampel.de Nordrhein-Westfalen 22


Laurens Hübsch Nordrhein-Westfalen. Foto: Stephan Geiger, Köln 23


Sitzbock Material und Abmessungen: Rüster, Leder, Messing B 140 cm H 50 cm T 40 cm Begründung der Jury Niedersachsen: „Das Sitzmöbel von Paul Jacobeit erinnert den Betrachter von der Form her sofort an einen Turnbock, die roten Rindslederakzente tun dabei ihr Übriges. Die Materialkombination wirkt durch bewusst eingesetzte Wechsel sehr harmonisch. Die Proportionen überzeugen durch gute Dimensionen.“ Paul Jacobeit: „Der Sitzbock ist ein multifunktionales Möbelstück – Bank und Truhe in einem. Neben einem Schubkasten und dem abschließbaren Deckel birgt er an den Stirnseiten jeweils ein zusätzliches Fach. Unterschiedlich gemaserte Rüster in Komposition mit Leder und Messing geben dem Stück seinen edlen und doch rustikalen Charakter. Mein Möbel soll mit seiner natürlichen Haptik und schlichten Form zum Hinsetzen, Anfassen und Verweilen einladen.“

Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Friedhard Cohrs-Jobmann Auf dem Kamp 4 21649 Regesbostel 04165 211200 www.cohrs-jobmann.de Niedersachsen 24


Paul Jacobeit Niedersachsen. Foto: Andrea Janssen, Hannover 25


Ablauf deiner Ausbildung 1. Lehrjahr Ab in die Werkstatt – deine betriebliche Ausbildung beginnt im Team der Tischlerei/Schreinerei! Die Lehre im Tischler-/Schreinerhandwerk dauert drei Jahre und endet mit der Gesellen­ prüfung. Wie bei anderen Ausbildungen auch begleitet der Unterricht in der Berufs­schule die Arbeit im Betrieb. In einigen Bundesländern findet das 1. Ausbildungsjahr als Berufsgrundschuljahr (BGJ) oder an einer Berufsfachschule (BFS) statt. Ebenso wie im Betrieb lernen die Azubis hier alle Basics: welche Handwerkszeuge es gibt und wie man damit umgeht; wie die verschiedenen Holzarten aussehen, welche Eigenschaften sie haben und wofür man sie verwenden kann. So oder so wirst du deine ersten eigenen Projekte realisieren – natürlich auch mithilfe einiger Holzbearbeitungsmaschinen. Den Umgang damit lernst du nämlich ebenfalls. 2. Lehrjahr Grundsätzlich wirst du einen Tag pro Woche in der Berufsschule und vier Tage im Ausbildungsbetrieb sein – in manchen Regionen wird der Unterricht als Block von mehreren Tagen durchgeführt. Vor allem aber bist du Teil des Teams in deinem Betrieb. Dort lernst du von deinen Kolleginnen und Kollegen, was man als Tischler/Schreiner wissen muss: alles über den Bau von Möbeln, Türen oder Fenstern, das Furnieren und die Veredelung von Oberflächen. Oder auch, wie Wohnräume, Banken, Sportstätten oder Hotels eingerichtet werden – eben all das, was dein Betrieb für seine Kunden anbietet. Du bist also schon mittendrin in der Fertigung im Betrieb und bei der Montage vor Ort.

Deniz (26), 3. Lehrjahr 26


3. Lehrjahr Du bist gut. Das kannst du jetzt auch hervorragend zeigen. Denn bereits im 3. Lehrjahr stellst du eigenständig Möbel sowie verschiedene Elemente für den Innenausbau und den Baubereich her. Dabei wirst du immer besser darin, präzise und materialgerecht mit verschiedenen Vollhölzern, Furnieren und Holzwerkstoffen umzugehen und sie mit anderen Materialien zu kombinieren. Bei der Fertigung kommen hochmoderne CNC-Maschinen und branchen­ spezifische Planungs- und Konstruktionssoftware zum Einsatz. Wie das funktioniert, lernst du ebenfalls im 3. Lehrjahr. Darüber hinaus zeigen dir deine Kollegen, wie man Kundenwünsche analysiert, eigene Ideen entwickelt und sie anschließend in hochwertige Produkte umsetzt. Außerdem kannst du bei deinem ersten großen eigenen Projekt deine Kreativität ausleben. Denn zum Abschluss deiner drei Lehrjahre fertigst du dein Gesellenstück.

Loreen (22), 3. Lehrjahr 27


Tischler-/Schreinerlehre – darauf kannst du bauen! Tischler-/ Schreinermeister

Meisterschule

Innenausbau, Holztechnik, Innenarchitekt, Architekt, Designer, Berufschullehrer, Holzwirt

Führungskräfte des Handwerks, z. B. Gestalter, Restaurator im Handwerk, Betriebswirt des Handwerks

Geprüfter Kundenberater, Fertigungsplaner, Fachbauleiter

Akademie des Handwerks (Fachakademien)

Technikerschule, z. B. Holztechnik

Berufserfahrung als Geselle

Studium: Universität, Fachhochschule, Akademie der bildenden Künste

Fachoberschule, Berufsoberschule

Ausbildung zum Tischler/Schreiner

Hinweis: Die Regelungen können in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sein. Zur besseren Übersicht wurde auf die weibliche Berufsbezeichnung verzichtet. Quelle: Tischler Schreiner Deutschland

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Warum denn ein langweiliger Beruf? kreativ und ideenreich Starke Graffiti, lässige Outfits, angesagte Musik, coole Möbel – immer stecken kreative Menschen dahinter. Ob Schränke, Betten, Fenster oder Treppen, eines ist beim Tischler/Schreiner immer gefragt: Kreativität. Die kannst du mit den unterschiedlichsten Materialien und in den vielseitigsten Arbeitsprozessen ausleben. Eine gute Idee, ein feines Auge und um die Ecke denken können, darum gehts. Deinen eigenen Style eben! leidenschaftlich und dynamisch Mit einer Tischler-/Schreinerlehre kannst du groß rauskommen. Als Unter­­nehmer, Möbeldesigner oder„Promi-Tischler/Schreiner“ – egal, welchen Weg du eines Tages gehst, mit dem nötigen Ehrgeiz wirst du es schaffen. Als zukünftiger Tischler/Schreiner solltest du vielseitig begabt sein, denn wenn jemand nur einen einzigen „Trick“ beherrscht, sieht er schnell mal alt aus. geschickt Die Hände unter Kontrolle und den Kopf frei haben für das Wesentliche. Geschick solltest du für die Tischler-/Schreinerlehre schon mitbringen. Denn du wirst es nicht nur mit kleinen „Tricks“ zu tun bekommen, sondern auch mit riesigen Hightech­maschinen. Und auf denen ist ein Fehler noch ärgerlicher als in der Halfpipe. Aber du bekommst das hin. Denn du hast gute Trainer. feinfühlig Ein gutes Gespür für Zahlen ist bei der Tischler-/Schreinerlehre so wichtig wie beim Snowboarden. 360° gehören beim Tischler/Schreiner genauso exakt gesetzt wie eine Landung beim Freestylen. Und wenn du schon mal versucht hast, stattdessen 380° zu landen, dann weißt du: Das endet unangenehm.

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Du willst wissen, was dich in der Ausbildung erwartet? Dann folge unseren Bloggern Loreen, Paul, Jonas und Deniz auf dem Azubiblog.

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WWW.BLOG.BORN2BTISCHLER.DE

WWW.BLOG.BORN2BSCHREINER.DE

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„Schreibtisch aus Mecklenburger Esche“ Material und Abmessungen: Esche B 140 cm H 75 cm T 75 cm Begründung der Jury Berlin: „Der Tisch besticht durch seine klare Formensprache, welche durch die wohlproportionierten Schattenfugen betont wird. Hier wird deutlich, dass gerade in der scheinbar detaillosen Form ein hohes Maß an Planung und Gestaltungswillen steckt. Das gibt den Blick frei auf die harmonische Holzauswahl, die den Gesamteindruck dieses einzigartigen Handwerksstück gelungen abrundet.“ Jasmin Knedeisen: „Ein filigraner Schreibtisch aus luftgetrockneter mecklenburgischer Esche – die Leichtigkeit als Prinzip. Wichtig war mir bei meinem Gesellenstück ein wahrhaft ökologischer Ansatz, von Materialauswahl über Konstruktion bis hin zur Oberflächenbehandlung. Gefertigt wurde der Schreibtisch aus einem Stamm, das Ergebnis ist ein schönes, homogenes Erscheinungsbild. Mit seiner schlichten Form lässt er sich universell einsetzen, zum Beispiel auch im Essbereich. Er ist also im besten Sinne zeitlos und nachhaltig.“

Ausbildungsbetrieb: JBW Wagner & Wagner GmbH Gustav-Krone-Straße 8 14167 Berlin 030 8459350 www.jbw-interiors.com Berlin 32


Jasmin Knedeisen Berlin. Foto: Nick StrauĂ&#x; 33


Stehlampe Material und Abmessungen: Birne, Linoleum, Messing B 26 cm H 180 cm T 30 cm Begründung der Jury Baden-Württemberg: „Je nach Bedarf kann die schirmlose Lampe mit dem Scherengitter geschwenkt und gezogen werden; auf einem kleinen Korpus ist Platz für Buch und Brille. Die charakteristische Formgebung des Auszugs spiegelt sich in der Ausführung des Gestells wider. Als Verbindungen der Gitterelemente kommen Hülsen mit Messingmuttern zum Einsatz, durch die das Kabel geführt wird. Die Kufen runden das harmonische Gesamtbild ab.“ Marie Kolbeck: „Am Anfang des Planungsprozesses stand die Überlegung, welches Möbelstück mein eigenes Zuhause bereichern würde – schnell fiel mir eine Stehlampe ein. Der luftig wirkende Ausziehmechanismus betont die zierliche Erscheinung der Leuchte aus dunklem, leicht rötlichem Birnbaumholz und macht sie variabel einsetzbar. Die kleine Ablage ist dank Linoleumbeschichtung widerstandsfähig und pflegeleicht. Hier kann ich entspannte Lesestunden verbringen.“

Ausbildungsbetrieb: Schreinerei Anton Frei Robert-Bosch-Straße 22/1 88353 Kißlegg 07563 7140 www.anton-frei.de Baden-Württemberg 34


Marie Kolbeck Baden-WĂźrttemberg. Foto: Jochen Hempler, Studio Medias Res, BĂśblingen 35


„Hexagon“ Material und Abmessungen: Räuchereiche, Corian B 140 cm H 100 cm T 45 cm Begründung der Jury Rheinland-Pfalz: „Das Möbel von Andreas Kosak ist ein besonderer Hingucker. Die in unterschiedlichen Winkeln angeordneten Sechsecke der Front schaffen eine lebendige Oberfläche, die schillernd und geradezu magisch wirkt. Die gewählten Materialien – massive Räuchereiche und Corian – stehen in elegantem Kontrast zueinander. Das filigrane Gestell fügt sich harmonisch unter den Korpus. Die Jury ist begeistert von der außergewöhnlichen Eigenständigkeit des Entwurfs und der perfekten Umsetzung.“ Andreas Kosok: „Kohlenstoffmonoküle, Eiskristalle, Bienenwaben – das Sechseck ist in der Natur allgegenwärtig. Fasziniert vom Hexagon habe ich mich für die Frontgestaltung meines Möbels an seiner Form orientiert. Der Rollladen aus massiver Räuchereiche wird von einer Boden- und Deckplatte aus weißem Corian umfasst. Er ist zweigeteilt und lässt sich zu beiden Seiten aufschieben. Der Innenraum des Möbels beherbergt sechs Fächer, eines davon mit Schublade.“

Ausbildungsbetrieb: Unikat Möbeltischlerei GmbH Romikastraße 88 54317 Gusterath-Tal 06588 988277 www.unikat-trier.de Rheinland-Pfalz 36


Andreas Kosok Rheinland-Pfalz. Foto: Brenner Photographie, Mainz 37


Esstisch Material und Abmessungen: Nussbaum, Multiplex B 240 cm H 76 cm T 80 cm Begründung der Jury Niedersachsen: „Sophie Leschkes Esstisch überzeugt durch seine schlichte, konsequente Form und raffinierte Funktionalität, so etwa beim Einzug oder Einlegemechanismus sowie auch bei der Platte, die mit einem verdeckt drehbaren Griff hochgeklappt werden kann. Ausgereifte Details wie die eingebohrten Distanzstücke, die dafür sorgen, dass die Einlegeplatte die richtige Höhe hat und bündig abschließt, sowie perfekte Gehrungen sind das I-Tüpfelchen.“ Sophie Leschke: „Meine Vorstellung war, etwas Exklusives zu bauen, das einen hohen Nutzen hat. Für die Konstruktionsidee der innenliegenden, hochklappbaren Tischplatte habe ich mehrere Anläufe gebraucht, bis ich endlich zufrieden war. Das Besondere an meinem Tisch: Auf den ersten Blick erahnt man seine Funktionen nicht, weder, dass er ausziehbar ist, noch, dass sich seine Platte hochklappen lässt. Bei der Materialauswahl war mir eine warme Farbgebung wichtig – beim Anblick des Tisches soll man sich gleich wie zu Hause fühlen.“ Ausbildungsbetrieb: Möbel- und Bautischlerei Tibor Suck Zum Bürgerpark 3 29683 Bad Fallingbostel 05163 503 www.tischlerei-suck.de Niedersachsen 38


Sophie Leschke Niedersachsen. Foto: Andrea Janssen, Hannover 39


Schreibtisch Material und Abmessungen: Rüster, Ahorn, Tischlerplatte, MDF, Linoleum B 185 cm H 76 cm T 80 cm Begründung der Jury Hessen: „Die symmetrische, monolithische Außenform zeigt eine starke und dennoch angenehm unaufdringliche Präsenz im Raum. Mit lindgrünem Linoleum abgesetzte Schubkastenfronten und rückseitige Blenden setzen einen modischen Akzent mit Vintagecharakter. Ein sehr schönes Detail ist die dezente seitliche Griffmulde. Das fertigungsbedingte Fugenbild der Tischecken wird bewusst in den Korpus übernommen. Das Möbel zeigt von vorn und hinten die gleiche Ansicht und kann frei im Raum stehen.“ Malte Modricker: „Für meine neue Wohnung fehlte der passende Schreibtisch – damit war die Idee für mein Gesellenstück geboren. Tischplatte und -beine bestehen aus einem Verbund aus Tischlerplatte und Hartfaser. Die Rundungen, welche Platte und Beine verbinden, sind aus massivem Ahorn und in Handarbeit mit einem Handhobel entstanden. Der Korpus ist aus CNC-gefrästen MDF-Ringen gefertigt, die Schubkästen und die mit Linoleum belegten Schubkastenvorderstücke aus massiver Rüster.“ Ausbildungsbetrieb: Baum & Söhne Möbelwerkstätten Sandershäuser Straße 17 34123 Kassel 0561 53131 www.baum-moebel.de Hessen 40


Malte Modricker Hessen. Foto: Brenner Photographie, Mainz 41


„Round about“ Material und Abmessungen: Eiche, HPL B 38 cm H 96 cm T 38 cm Begründung der Jury Nordrhein-Westfalen: „Auf der Grenze zwischen Möbel und Objekt ist eine zylindrische Stele entstanden, die aus lauter dünnen Scheiben besteht, welche in Abständen auf vertikale Stäbe geschichtet sind. Oben dreht ein kleiner Deckel zur Seite und gibt ein kreisrundes Fach frei. Auf den ersten Blick entschieden und klar, wird der Eindruck durch die umlaufende Handschrift auf den konzentrischen Scheiben freundlich abgemildert.“ Florian Neuhaus: „Meine Stele birgt verschiedene Fächer, die mittels eingelassener Magneten offen gehalten werden können. Im kleinsten Fach ist eine zylinderförmige, mit Eichenfurnier belegte, schwarz gebeizte Dose eingearbeitet. Die Außenkanten der konzentrischen Ringe wurden nicht gefräst, sondern ausgesägt und von Hand geschliffen. Auf die Ringe selbst habe ich mit Griffel das Gedicht „Alles macht weiter“ von Rolf Dieter Brinkmann geschrieben.“

Ausbildungsbetrieb: Reichenberg-Weiss OHG Pascalstraße 17 47506 Neukirchen-Vluyn 02845 980800 www.reichenberg-weiss.com Nordrhein-Westfalen

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Florian Neuhaus Nordrhein-Westfalen. Foto: Reichenberg-Weiss, Neukirchen-Vluyn 43


Schreibtisch „Maxls Schuibeng“ Material und Abmessungen: Eiche, MDF, Leder B 140 cm H 76 cm T 70 cm Begründung der Jury Bayern: „Der Schreibtisch von Maximilian Payenberg aus massiver Eiche und einer Platte aus tafelgrüner MDF ist in seiner dynamischen Linienführung einem klassischen Schulpult nachempfunden. Hinter der Klappe in der Tischfläche verbirgt sich eine Vertiefung mit einer als Faltenwurf verleimten Schiebelade, die Platz bietet für allerlei Schreibutensilien. Hier lässt man sich gern zum Arbeiten nieder.“ Maximilian Payenberg: „Ich hatte die Idee, die traditionelle Form einer alten Schulbank nachzuempfinden und ihr gleichzeitig ein modernes Gesicht zu verleihen. Um dem Schulmöbel optisch möglichst nahezukommen, habe ich als Materialien Eiche und eine grün durchgefärbte MDF-Platte gewählt.“

Ausbildungsbetrieb: VOIT Schreinerei + Planung GmbH Nandlstädter Straße 6 84072 Au/Reichertshausen 08752 867784 www.voit.bayern Bayern 44


Maximilian Payenberg Bayern. Foto: Studio Pfleiderer für dds, Nürnberg 45


Sekretär „Leo“ Material und Abmessungen: Eiche, Hi-Macs, Lineoleum B 180 cm H 78 cm T 60 cm Begründung der Jury Hamburg/Schleswig-Holstein: „Das Möbel besticht durch sein außergewöhnliches Design. Zeitgemäße Materialien wurden harmonisch miteinander kombiniert. Im geschlossenen wie auch im geöffneten Zustand hat das Möbel eine gestalterisch attraktive Form. Im Gestell finden sich traditionelle Holzverbindungen, die im Kontrast stehen zum Mineralwerkstoff im Korpus. Gestaltung und Funktion bilden eine gelungene Einheit.“ Enno Peeck: „Die Idee war es, einen schlichten Laptop-Arbeitsplatz zu schaffen, der sich schnell aufräumen lässt. Die äußere Hülle aus Hi-Macs ist sehr robust und pflegeleicht. Beide Arbeitshöhen funktionieren als Tisch. Im tiefer liegenden Bereich sind USB-Anschlüsse und eine induktive Ladestation verbaut. Außerdem kann man mittels der Exciter-Lautsprecher Musik über Bluetooth hören. Alles ist schnell verstaut, nichts stört den klaren Gedanken.“

Ausbildungsbetrieb: Goos GmbH & Co. KG Kratt 3 24354 Rieseby 04355 283 www.die-kreativen-tischler.de Hamburg/Schleswig-Holstein 46


Enno Peeck Hamburg/Schleswig-Holstein. Foto: Enno Peeck 47


„Schreibtisch mit Hirn“ Material und Abmessungen: Eiche, Glas B 132 cm H 78 cm T 72 cm Begründung der Jury Mecklenburg-Vorpommern: „Hannes Schröder hat mit seinem Schreibtisch ein modernes Designstück aus massiver Eiche gefertigt. Die Oberfläche des Möbels ist mit Hirnholzfurnier belegt; es strahlt eine skulpturale Eleganz aus, die durch die zeitgemäße Verbindung von Holz und Glas eindrucksvoll betont wird. Ein unverwechselbares Unikat!“ Hannes Schröder: „Von Anfang an stand fest, dass ich ein modernes Möbelstück bauen wollte. Mir schwebte ein Tisch vor, der von oben betrachtet einem Baumstamm mit Jahresringen ähnelt. Die seltene Furnierart mit Vierecken aus Hirnholz gibt meinem Gesellenstück seinen Namen. Damit das Möbel nicht zu schwer wirkt, habe ich eine Seite durch Glas ersetzt.“

Ausbildungsbetrieb: mobili ART Josef Brenner e.K. Lambrechtshäger Weg 2 a 18198 Klein Schwaß 038207 77899 www.mobili-art.de Mecklenburg-Vorpommern 48


Hannes Schrรถder Mecklenburg-Vorpommern. Foto: art-pix.com, Berlin 49


Barvitrine Material und Abmessungen: Esche, MDF, Glas B 60 cm H 170 cm T 38 cm Begründung der Jury Baden-Württemberg: „Bei der Barvitrine von Leonard Schulz strahlt das Licht der Innenbeleuchtung sowohl durch die Glastür als auch durch die Zwischenräume der einzelnen Leisten, aus denen die Seitenwände bestehen – das Möbel wird so zur stimmungsvollen Laterne. Das Gesellenstück zeichnet sich durch seine Feingliedrigkeit und die sensible Konstruktion aus. Hier kann Trinkgenuss so richtig zelebriert werden.“ Leonard Schulz: „Mit meiner Barvitrine wollte ich ein Gesellenstück fertigen, das mehr als nur Möbel ist und durch klare Linien und filigrane Details besticht. Korpus und Fußgestell sind aus heller geölter Esche und bilden einen schönen Kontrast zur dunkel lackierten Rückwand. Die Schattenfuge am Fuß der Vitrine verleiht dem konischen Korpus beinah schwebende Wirkung. Ganz besonders gefällt mir, wie das Licht der Innenbeleuchtung durch die aus einzelnen Leisten bestehenden Seiten dringt und zarte Muster auf Wände und Boden malt.“

Ausbildungsbetrieb: Die Schreinerei Muny GmbH Enzstraße 37 70806 Kornwestheim 07154 70777 www.muny.de Baden-Württemberg 50


Leonard Schulz Baden-WĂźrttemberg. Foto: Jochen Hempler, Studio Medias Res, BĂśblingen 51


Zeichentisch Material und Abmessungen: Birke, Acrylglas, Linoleum B 130 cm H 89 cm T 60 cm Begründung der Jury Sachsen-Anhalt: „Der Zeichentisch ist eine Hommage an die „gute alte“ Handzeichnung und vereint gekonnt mehrere Funktionen. Die Deckplatte ist durch das aufgebrachte Linoleum hervorragend als Schreibtisch geeignet. Mittels eines raffinierten Klapp-SchiebeMechanismus lässt sie sich öffnen und an der Rückseite verstauen. Zum Vorschein kommt nun die hinterleuchtete Zeichenebene, die auch als Durchlichttisch funktioniert. Darunter verbirgt sich ausreichend Platz für Schreib- und Zeichenutensilien.“ Matthias Stezycki: „Für Zeichen-, Schreib- oder Abpausarbeiten ist mein Tisch der ideale Arbeits­ ort. Sogar zum Sichten von Fotonegativen lässt er sich verwenden. Die Idee dahinter war, ein multifunktionales Nutzmöbel zu schaffen, das sich mit einem schönen Design und in hochwertiger Ausführung in jeden Raum einfügt und zum unverzichtbaren Lieblingsstück wird.“

Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Hillger & Söhne GmbH An der Saale 5 06198 Salzatal 034609 21141 www.tischlerei-hillger.de Sachsen-Anhalt 52


Matthias Stezycki Sachsen-Anhalt. Foto: Matthias Stezycki 53


„Jackenschrank“ Material und Abmessungen: Esche, Linoleum, Stahl B 65 cm H 210 cm T 40 cm Begründung der Jury Bayern: „Serdar Ömer Yilmaz beweist mit seinem Gesellenstück viel Gespür für Form und Material. Der schlichte Jackenschrank mit dem schlank aufstrebenden Korpus und seinem geradlinigen Untergestell aus Stahl besticht durch feine Dimensionen und eine hervorragende Ausführung. Ein schönes Detail: Von außen ganz in dunkles Linoleum gekleidet, lässt nur der Griff erahnen, dass sich im Inneren des Schranks helles Eschenholz verbirgt.“ Serdar Ömer Yilmaz: „Mit meinem ‚Jackenschrank‘ wollte ich ein Möbelstück fertigen, das rein äußerlich betrachtet sehr schlicht, ruhig und ‚aufgeräumt‘ wirkt, bei näherer Betrachtung aber durch geschickte konstruktive Lösungen und eine saubere, hochwertige Ausfertigung überzeugt.“

Ausbildungsbetrieb: Schreinerei Lars Popp & Friends Straßäcker 21 82418 Murnau 08841 487533 www.popp-art.de Bayern 54


Serdar Ömer Yilmaz Bayern. Foto: Studio Pfleiderer für dds, Nürnberg 55


Jurymitglieder Wendelin Becherer Innenarchitekt Bundesausschuss Öffentlichkeitsarbeit und Gestaltung Tischler Schreiner Deutschland Hans Christoph Bittner Möbel- und Innenraumgestalter, Tischlermeister Formgebungsberater im Fachverband des Tischlerhandwerks Nordrhein-Westfalen Florian Klein Innenarchitekt, Schreinermeister Fachverband Schreinerhandwerk Bayern Johannes Niestrath Redakteur, Tischlermeister Fachmagazin dds Brigitte Steffen Professorin für Material & Surface Design Fakultät Textil & Design Hochschule Reutlingen

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Beteiligte Landesverbände Schreiner Baden Wirtschaftsverband holz- und kunststoff­verarbeitendes Handwerk e. V. Landesfachverband Schreinerhandwerk Baden-Württemberg Fachverband Schreinerhandwerk Bayern Landesinnungsverband des bayerischen Schreinerhandwerks Tischler-Innung Berlin

Fachverband des Tischlerhandwerks Nordrhein-Westfalen Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz Fachverband Tischler Sachsen Landesinnungsverband des Tischlerhandwerks im Freistaat Sachsen Tischler Sachsen-Anhalt Landesinnungsverband des Tischlerhandwerks Sachsen-Anhalt

Fachverband Tischler Brandenburg Tischler Nord Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen – Landesinnungsverband

Tischler Mecklenburg-Vorpommern Landesinnungsverband des Tischlerhandwerks

Fachverband Tischler Nord Landesinnungsverband des Tischlerhandwerks Hamburg/Schleswig-Holstein

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Impressum Herausgeber Bundesverband Holz und Kunststoff Bundesinnungsverband für Tischler/Schreiner, Drechsler und Baufertigteilmonteure Konzeption und redaktionelle Leitung: Fridtjof Ludwig, Abteilungsleiter Marketing und Kommunikation Redaktion: Michaela Kolodziejcok, Marketing und Kommunikation Littenstraße 10 10179 Berlin Tel.: 030 308823-40, Fax: 030 308823-42 E-Mail: info@tischler-schreiner.de www.tischler-schreiner.de Produktion TSD Service + Produkt GmbH Littenstraße 10 10179 Berlin Tel.: 030 279070-0, Fax: 030 279070-60 E-Mail: info@tsd-onlineshop.de www.tsd-onlineshop.de Fotobearbeitung Meiko Janke, art-pix.de, Berlin Grafik, Satz, Layout united communications GmbH, Berlin Druck DBM Druckhaus Berlin-Mitte GmbH

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Dieser Katalog wurde auf FSC-Mix-zertifiziertem Papier gedruckt. Das FSC-Mix-Siegel kennzeichnet Papierprodukte, die ausschließlich Holzfasern aus nachhaltiger Waldwirtschaft und kontrollierten Quellen enthalten.


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