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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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OBAMA 2013

IM HEFT

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Spott und Häme Wie die DDR-Medien auf Kennedys Besuch im Westteil der Stadt reagierten SEITE 11

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SEITEN 8-9

„Ich bin ein Berliner“ Analyse einer der berühmtesten Reden der Geschichte

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Polizei im Großeinsatz Der große Serviceteil zum Obama-Besuch und zum Kennedy-Jubiläum

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Cowboys und Roboter Über die Popkultur 1963 und 2003 in Deutschland und Amerika

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Elegant und klug Die First Ladys Michelle Obama und Jackie Kennedy im Vergleich

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Nach der Hybris Der Wissenschaftler Jackson Janes über das deutschamerikanische Verhältnis

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SEITEN 2−3

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Enttäuschte Liebe Von der Obama-Euphorie des Jahres 2008 ist in Berlin nichts mehr zu spüren.

Mythos Kennedy Egon Bahr erlebte den historischen Auftritt des Präsidenten SEITEN 12-15

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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Obama 2013 − Kennedy 1963

Von Damir Fras

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Auf dem Weg nach oben: Obama im Fahrstuhl des Weißen Hauses am Tag seines Amtsantritts 2009.

DPA

Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist gut. Aber von der Obamania des Jahres 2008 ist in Berlin nichts mehr zu spüren. Man blickt nüchtern auf den US-Präsidenten, der Drohnen-Krieg und Internet-Spionage verantwortet.

Ein Delegierter auf dem demokratischen Parteikonvent 2012 freut sich auf Obamas Auftritt.

„Obama, Obama“: 200 000 Menschen jubeln dem Präsidentschaftskandidaten vor der Siegessäule zu.

DPA

Enttäuschte Liebe

ASHINGTON. Der Abend ist lau. Auch das mag ein Grund sein, warum am 24. Juli 2008 gleich 200 000 Menschen auf der Straße vor der Siegessäule in Berlins Mitte stehen – einige Amerikaner sind darunter, die meisten sind Berliner. Es ist aber nicht der wichtigste Grund. Der steht vorne auf einer Bühne, trägt einen schwarzen Anzug und eine blassblaue Krawatte. Es ist Barack Obama, ein damals den Deutschen noch weitgehend unbekannter Mann, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden will. Und der sich ausgerechnet Berlin als Ort ausgewählt hat, um seine Vorstellungen von Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt zu präsentieren. Der Senator aus Chicago weiß, dass es keinen besseren Ort für diese Rede gibt. Sie wirkt über den Atlantik hinweg nach Amerika, wo seine Wähler zu Hause sind. Obama, der Verfassungsrechtler, hat seine Geschichtsbücher studiert. Berlin ist für Amerikaner mit historischer Symbolik so dick überzogen wie ein Doughnut mit Zuckerguss. John F. Kennedy, das Vorbild Obamas, hat 1963 vor dem Schöneberger Rathaus gesprochen. Ronald Reagan, beileibe kein Vorbild Obamas, hat 1987 mit dem Brandenburger Tor im Rücken dem Machthaber in Moskau entgegengerufen: „Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein.“ Die Geschichte um Obama spielt vor ziemlich genau fünf Jahren. Am Mittwoch wird Obama wieder eine Rede in Berlin halten. Dieses Mal darf er sogar am Brandenburger Tor sprechen – eine Ehre, die ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2008 noch nicht gewähren wollte. Doch dieses Mal, das lässt sich schon sagen, wird die öffentliche Reaktion eine andere sein. Vorgelassen werden nur noch geladene Gäste. Auch euphorischen Jubel dürfte Obama nicht mehr bekommen. Der ist schon lange der Enttäuschung gewichen. Die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA sind zwar noch gut, doch leidenschaftlich sind sie längst nicht mehr. Dafür haben zuletzt vor allem die Berichte gesorgt, dass die US-Geheimdienste in großem Stil das Internet überwachen und Millionen von Deutschen davon offenbar auch betroffen sind. „United Stasi of America“ – niemand hätte sich im Sommer 2008 gedacht, dass dieser Kalauer nur fünf Jahre später in Mode kommen wird. Denn an diesem Juli-Tag 2008 wird in Deutschland ein US-Politiker in einem Ausmaß gefeiert, dass sich deutsche Politiker fragen müssen, warum sie eigentlich nicht so beliebt sind. Obama spricht schöne Sätze vom gemeinsamen Kampf gegen die neuen Mächte der Finsternis – Terrorismus, Atomwaffen, Klimawandel, Armut. Er sagt, es sei an der Zeit, neue Brücken zu bauen. „Die Geschichte hat bewiesen, dass keine Herausforderung zu groß ist für eine Welt, die zusammensteht.“ Seine Rede wird von einem Jubelsturm begleitet. „Yes, we can“, skandieren seine Zuhörer und übernehmen damit den Wahlkampf-Slogan des Präsidentschaftskandidaten. Es herrscht ungezügelte „Obamania“. Die Rede ist der Beginn einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung zwischen den Deutschen und Obama, der wenige Monate später tatsächlich zum ersten schwarzen Präsidenten der USA gewählt wird. Ob ihm die Berliner Rede dabei geholfen hat, ist ungewiss. Geschadet hat sie ihm nicht. Die Beziehung kühlt sich aber über die Jahre merklich ab. In den ersten Monaten seiner Amtszeit unternimmt Obama noch alles, um den Eindruck zu erwecken, dass der versprochene Wandel sich, wenn nicht gleich, dann doch bald einstellen wird. Acht Jahre lang war George W. Bush der Präsident im Weißen Haus. Es waren lange Jahre des Krieges und der Hoffnungslosigkeit. Die Deutschen sehnen sich wie die Amerikaner nach einem Ende dieser Ära.

AF P

W

Ein nahezu perfekter Auftritt: Die Rede Barack Obamas in Berlin klingt nach einem neuen Amerika.

Obama ist erst wenige Tage im Amt, da weckt er schon Hoffnung darauf. Er sagt, er werde den Rückzug aus Afghanistan beginnen und den Krieg im Irak beenden. Er verspricht die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba. Dorthin hat die CIA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington Hunderte von Terrorverdächtigen und Unschuldigen verschleppt. Im Juni 2009 hält Obama eine Rede in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Das Manuskript trägt die Überschrift „Ein neuer Anfang“. Der US-Präsident kündigt an, die Beziehungen seines Landes zur arabisch-muslimischen Welt ins Positive drehen zu wollen. Einmal noch wird Obama in diesem Jahr in Deutschland bejubelt. Er besucht die Mitte des „alten Europa“. So hat Bushs Verteidigungsminister Donald Rumsfeld den Kontinent abschätzig genannt, nachdem ihm Deutsche und Franzosen nicht in den IrakKrieg folgen wollten. Obama wird in Dresden von der Kanzlerin durch das Grüne Gewölbe geführt, die Schatzkammer des sächsischen Königs August des Starken. Später an diesem Tag legt der Präsident eine weiße Rose in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ab. Bei diesem Besuch wird zwar deutlich, dass der US-Präsident und die Kanzlerin nicht so herzlich miteinander umgehen wie es Merkel und Bush getan haben. Aber das lässt sich erklären. Obama wird immer noch wie ein Popstar wahrgenommen. Dass Merkel dagegen wie eine nüchterne, zuweilen sprödeWissenschaftlerin wirkt, wissen die Deutschen seit Jahren. Doch Obamas Versprechen werden nicht weniger. Ende 2009 bekommt er den Friedensnobelpreis. Ein gewaltiger Vertrauensvorschuss. „Es geschieht selten, dass eine Person wie jetzt Obama die Aufmerksamkeit der Welt derart auf sich zieht und neue Hoffnung auf eine bessere Welt macht“, schreibt das Komitee in seiner Begründung. Andere sagen, außer vielen Ankündigungen sei noch nichts Bemerkenswertes aus Washington gekommen. Gut möglich, dass es Obamas Dankesrede im Rathaus von Oslo ist, die den Blick der Öffentlichkeit auf den Präsidenten verändert. Der US-Publizist Peter Bergen, der ein Buch über die Jagd auf Osama bin Laden veröffentlicht hat, schreibt:„Obwohl er bereit ist, Gewalt anzuwenden, wird Barack Obama nicht als der Falke angesehen, der er ist.“ Zumindest gilt dieser Eindruck bis zur Rede von Oslo, danach aber kann er nicht mehr gelten. Denn Obama sagt in deutlichen Worten, dass für ihn der Krieg auch weiterhin ein Instrument der Außenpolitik ist. Es ist aber ein Krieg neuen Typs. Obama führt einen Schattenkrieg – mit Angriffen im Cyberspace, mit nächtlichen Kommandoaktionen, mit unbemannten Flugkörpern, deren Raketen von Computern am anderen Ende der Welt ins Ziel gelenkt werden. Obama hat zwar die US-Armee aus dem Irak abgezogen, und wahrscheinlich wird auch Ende 2014 der US-Kampfeinsatz in Afghanistan beendet. Doch in Obamas Philosophie ist der Krieg denkbar, wenn es denn ein gerechter Krieg ist. Diese Grundhaltung gilt bis heute: Am 23. Mai, Obamas zweite Amtszeit ist nicht einmal sechs Monate alt, hält der Präsident eine Rede an der National Defense University in Washington. Er sagt wieder einmal, er wolle Guantanamo schließen. Er sagt, dass der Kampf gegen den internationalen Terrorismus nicht auf ewig militärisch geführt werden könne. Er sagt aber auch, dass er vom Einsatz unbemannter Drohnen gegen Terrorverdächtige im Ausland nicht lassen werde, solange Amerika bedroht sei. Das kann dauern. Vor wenigen Tagen wird öffentlich, dass Obama entgegen seinen vollmundigen Versprechungen den Überwachungsapparat in den USA nicht verkleinert, sondern vergrößert hat. Selbst Kom-

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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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A U F

A R B E I T S B E S U C H

Es ist sein erster Berlin-Besuch als US-Präsident: Am Dienstag ab 19 Uhr wird die Ankunft Barack Obamas auf dem Flughafen Tegel erwartet. Eine Nacht und einen Tag verbringt er in der deutschen Hauptstadt. Das Protokoll sieht am Mittwochmorgen eine Begrüßung durch den Bundespräsidenten Joachim Gauck im Schloss Bellevue vor. Anschließend soll Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt zusammentreffen. Der Höhepunkt seines Arbeitsbesuches wird am Mittwochnachmittag sein: Dann nämlich wird Obama eine Rede vor dem Brandenburger Tor halten. Dies war ihm bei seinem letzten Besuch 2008, als er noch Präsidentschaftskandidat war, verwehrt worden. Vor seinem Rückflug am Mittwochabend gegen 22 Uhr ist noch ein Essen im Schloss Charlottenburg geplant. Mit dem Besuch des US-amerikanischen Präsidenten sind eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen, Absperrungen und Umleitungen verbunden. Autofahrer sollten am besten die Innenstadt meiden. (Siehe Seiten 8 und 9)

mentatoren, die noch immer zu ihm gestanden haben, fallen vom Präsidenten ab. Von republikanischer Seite tönt es hämisch, es habe offenbar gerade die vierte Amtszeit von GeorgeW. Bush begonnen. Die US-Konservativen sind es aber auch, die manches politische Vorhaben Obamas durch störrische Blockade vereiteln. Dennoch taucht der Name „George W. Obama“ immer öfter in den Zeitungen und im Internet auf – der Mann, der Bushs Hochsicherheitsstaat in einen Überwachungsstaat überführen könnte. Auch an anderer Stelle hält sich Obama an die Tradition. Wie seine Vorgänger George W. Bush und Bill Clinton versucht er, der Supermacht eine stärkere Position im pazifischen Raum zu verschaffen. Schon kurz nach seinem Amtsantritt sagt Obama, er werde ein pazifischer Präsident sein. Dass darüber die Beziehungen zu Europa und damit auch Deutschland ein wenig in den Hintergrund rücken, ist fast zwingend. Der letzte Besuch der Kanzlerin imWeißen Haus ist zwei Jahre her. Im Juni 2011 richtet Obama ein Staatsbankett zu Angela Merkels Ehren aus und verleiht ihr die Freiheitsmedaille. 19 Böller werden abgefeuert. Obama sagt, Deutschland sei „einer unserer engsten Verbündeten“. Es mache Spaß, mit der Kanzlerin zusammenzuarbeiten. „Ich vertraue ihr.“ Und Merkel sagt, ohne den Beitrag der USA zum Fall der Berliner Mauer„würde ich wahrscheinlich heute hier nicht stehen können“. Aus den Äußerungen lässt sich nicht erkennen, wie sehr die Amerikaner irritiert sind, weil sich Deutschland im UN-Sicherheitsrat enthalten hat, als es wenige Monate zuvor um die Billigung der Luftschläge gegen das Gaddafi-Regime in Libyen ging. Erkennen lässt sich aber ein altes Muster. Zwei Pragmatiker treffen da aufeinander, zwei überaus rationale Menschen, denen Pathos zuwider ist. Merkel ist Kanzlerin eines Landes, das sich emanzipiert hat. Obama ist Präsident eines Landes, das vor allem wirtschaftlich an seine Grenzen gelangt ist. In gewisser Weise sind nur noch die Bürokraten beiderseits des Atlantiks die wirklich euphorischen Transatlantiker. Als Obama etwa im Februar dieses Jahres seine Rede zur Lage der Nation hält, zählen deutsche Diplomaten in Washington mit und fragen hinterher, ob man wohl auch bemerkt habe, dass der Präsident Deutschland gleich zweimal erwähnt habe. Das stimmt zwar, doch für eine Renaissance der alten Leidenschaft spricht dennoch nicht viel. Denn es könnte ernster als erwartet werden, wenn Obama jetzt zum ersten Mal zum offiziellen Besuch nach Berlin kommt. Eine vor allem mit Symbolik angereicherte Visite ist plötzlich zu einer politisch brisanten Angelegenheit geworden. Die Kanzlerin, heißt es, werde beim Präsidenten um eine Erklärung nachsuchen, was es mit der jetzt enthüllten Datenschnüffelei durch die US-Geheimdienste auf sich habe. Der Skandal hat den letzten Rest an Leidenschaft aus der bereits abgekühlten Liebesbeziehung zwischen den Deutschen und Obama vertrieben. Die britische Zeitung The Guardian hat eine ihr zugespielte Weltkarte des US-Abhördienstes NSA veröffentlicht. Demnach schnüffelte die NSA in Deutschland deutlich beflissener als anderswo in Europa. Wenn die Angaben stimmen, dann ist für die US-Dienste Deutschland potenziell genauso verdächtig wie der Irak, wie Saudi-Arabien, wie China. Und wie passt das mit dem Satz Obamas zusammen, wonach Deutschland einer der engsten Verbündeten der USA sei? Noch weiß niemand, welche Erklärung Obama für die Internet-Spionage haben wird, wenn ihn die Kanzlerin tatsächlich auf das Problem ansprechen sollte. Sicher aber ist: Ein Wiederaufleben der Obamania des Sommers 2008 ist in Berlin nicht zu befürchten.

REUTERS /JIM Y OU NG

Obama 2013 − Kennedy 1963

Der im Jahr des Kennedy-Gedenkens zunächst symbolisch aufgeladene Berlin-Besuch des Präsidenten ist plötzlich eine hochbrisante Visite. Die Kanzlerin fordert Aufklärung zum Überwachungsskandal.

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Obama 2013 − Kennedy 1963

Die deutsch-amerikanischen Beziehungen haben sich in den letzten 50 Jahren stark gewandelt. Heute vertritt jede Seite selbstbewusst ihre eigenen Interessen. Doch die Verflechtungen sind noch eng. Ein Gespräch mit Jackson Janes

In den Jahren nach dem Kennedy-Besuch hat sich die Außenpolitik der westlichen Staaten stark verändert. Neben die Abschreckungs- trat die Entspannungspolitik. Ging diese Umorientierung mehr von Europa oder mehr den USA aus? Es gab eine Wechselwirkung. Die Amerikaner waren ja keineswegs nur auf Europa oder Deutschland ausgerichtet. Sie erlebten auch die Krisen mit Kuba und dann Vietnam. Kennedy hat daher im Sommer 1963 in den USA eine berühmte Rede gehalten, in der er forderte, dass wir nicht nur auf die militärische Stärke setzen, sondern auch mit der anderen Seite reden. Er wollte einen gemeinsamen Nenner mit Russland finden. Während des Kalten Krieges haben US-Präsidenten und deutsche Kanzler eng zusammengearbeitet und waren sich in der Außen- und Sicherheitspolitik in den wesentlichen Punkten einig. Man denke nur an den Nato-Doppelbeschluss. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Verschwinden des einigenden Feindbildes Sowjetunion änderte sich das. Was war dafür der wichtigste Grund? Hybris. George H. W. Bush meinte, ganz Europa sei nun endlich frei und friedlich. Die Amerikaner dachten: Wir haben gesiegt, wir haben alles im Griff. Doch ganz so war es nicht. Die EU reagierte auf die veränderte Lage, in dem sie osteuropäische Staaten aufnahm. Auch die Nato tat das. Doch gerade hier stellte sich die

DPA

Nach der Zeit der Hybris

Frage: Warum tun wir das, was wollen wir hier erreichen? Ist Russland überhaupt noch der Feind?

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen dem Besuch Barack Obamas in Berlin und dem Besuch von John F. Kennedy vor 50 Jahren? Kennedy kam 1963 nach Berlin, um die Menschen zu beruhigen und zu signalisieren, wir lassen euch nicht im Stich. Er musste zeigen, dass Amerika noch bereit ist, sich den Russen entgegenzustellen. Es war ein wichtiger Besuch, weil Deutschland ein zentrales Objekt der amerikanischen Außenpolitik war. Nach dem Fall der Mauer stellt sich die Weltlage völlig anders dar: Es gibt in Deutschland kein „Fulda Gap“ mehr, wie die Amerikaner sagen, also keine Konfliktlinie zwischen zwei Machtblöcken, aber es gibt Fulda Gaps überall auf der Welt. Der US-Präsident kommt nun zu Besuch, um über diese Herausforderungen zu sprechen. Er sieht Deutschland nun als ein Subjekt der amerikanischen Außenpolitik. Und das ist zunehmend verbunden mit Erwartungen an die deutsche Außenpolitik.

US-Präsident Ronald Reagan und Helmut Kohl (r.) im Juni 1987 vor dem Brandenburger Tor.

Z U R

P E R S O N Jackson Janes leitet das Amerikanische Institut für deutsche Gegenwartskunde (AICGS) an der Johns Hopkins University in Washington. Zudem ist er Mitglied im renommierten Council on Foreign Relations.

Eine Reaktion auf den Untergang der Sowjetunion war das Erstarken der Neokonservativen in der US-Politik, die schon in den 90er-Jahren einen Zusammenprall der Zivilisationen zwischen demWesten und den islamischen Staaten ausmachten. Seit dem 11. September 2001 hatten sie wesentlichen Einfluss auf die amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik. Wie stark sind die USA und Teile Europas dadurch auseinandergedriftet? Es gab immer die Frage, ob wir gemeinsam eine Bedrohung definieren können. 9/11 hatte gezeigt, wie groß die Gefahren sein können. Als Reaktion auf die Anschläge wollten die USA daher verhindern, dass so etwas je wieder geschieht. Das war auch verbunden mit einer guten Portion Hybris. Beeinflusst durch neokonservative Ideen war die Haltung: Wir müssen jetzt eingreifen, egal wo die Terroristen sind – in Afghanistan, Irak oder in den Staaten auf der Achse des Bösen. Dadurch sind wir in Konflikt mit Europa geraten. Wir konnten uns nicht auf die Mittel einigen, die notwendig sind, um gegen die terroristische Bedrohung vorzugehen. Das fing schon mit Afghanistan an. Die Deutschen begriffen es als polizeiliche Aktion, die Amerikaner als Krieg. 2003 trat die deutsche Regierung dann entschieden gegen die amerikanische Intervention in Irak auf. Wie stark hat dieser Konflikt die deutsch-amerikanischen Beziehungen verändert? Es fiel vielen US-Politikern schwer, die deutsche Position zu verstehen. Sie fragten sich, wie es sein kann, dass ausgerechnet die Deutschen, zu denen man 40 Jahre gestanden hat, nun nicht Amerika unterstützen. Vor allem haben die USA Vertrauen verloren, weil sie auf eigene Faust gehandelt haben. Und das hat lange nachgewirkt, sogar bis in Obamas Amtszeit. Deutschland, die wichtigste europäische Nation, scheint für Barack Obama nicht so wichtig zu sein. Warum kam er nicht wie seine Vorgänger in der ersten Amtszeit hierher? Weil andere Dinge wichtiger waren. Am Beginn seiner ersten Amtszeit war er vollauf mit der Wirtschaftskrise beschäftigt – einer Krise, wie wir sie seit 1933 nicht hatten. Zudem wollte er die große Gesundheitsreform durchsetzen. Danach stellte sich die Frage: Wozu nach Deutschland reisen?Wenn es um die Finanz- undWirtschaftskrise ging, reichte es doch, wenn Finanzminister Timothy Geithner kam, um mit Wolfgang Schäuble zu reden. Wichtiger war es für Obama, nach Ägypten zu reisen oder nach China. Nicht nur Amerika, auch Deutschland hat mittlerweile China entdeckt. Was bedeutet diese Neuausrichtung? Dass beide Länder über den Tellerrand hinausblicken. Das ist notwendig für die USA wie für Deutschland. Es führt dazu, dass wir nun nicht mehr nur über die deutsch-amerikanischen Beziehungen sprechen, sondern über Probleme in allen möglichen Weltgegenden, bei denen wir zusammenarbeiten sollten. In dieser Hinsicht erwartet man in Washington durchaus einiges von Berlin. Deutschland ist ja gewissermaßen der Vorstandsvorsitzende der Europäischen Union. Meine Frage an Europa ist vor allem: Können die Staaten hier in absehbarer Zeit eine einheitliche Haltung in Konflikten finden? Das wäre wichtig, selbst wenn es nicht die Haltung ist, die die Amerikaner einnehmen. Die USA haben schon genug internen Streit über die Frage, wofür wir uns zuständig fühlen in der Welt. Da wäre es hilfreich zu wissen, für welche Konflikte sich die Europäer verantwortlich fühlen.

„Wir konnten uns nicht auf die Mittel einigen, die notwendig sind, um gegen die terroristische Bedrohung vorzugehen.“

Europa auf der einen Seite und die USA auf der anderen formulieren ihre eigenen Interessen stärker als früher. Ist das die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit in der Zukunft? Ja, es ist eine Interdependenz, die anders aussieht als vor 50 Jahren. Dennoch sind die transatlantischen Partner immer noch eng verflochten. In den USA setzt sich auch zunehmend die Erkenntnis durch, dass die neokonservative Vorstellung falsch ist, dass man auf der Welt irgendetwas im Alleingang erreichen könne. Das gilt militärisch wie ökonomisch. In Deutschland mag diese Erkenntnis selbstverständlich sein, in den USA ist sie das keineswegs. Sie begleiten die transatlantischen Beziehungen seit bald fünf Jahrzehnten. Welche Veränderungen haben Sie in dieser Zeit beobachtet? Wichtig ist die unmittelbare Erfahrung. Früher waren Millionen Amerikaner als Soldaten in Deutschland stationiert und haben so eine persönliche Beziehung zu dem Land aufgebaut. Heute sind das bedeutend weniger. Alles ist zudem wirtschaftsorientierter. Man arbeitet für Siemens oder Volkswagen, aber man interessiert sich nicht so sehr für das Land. Neulich war ein Politiker aus Pittsburgh bei mir, der nach Deutschland reisen wollte. Und was interessierte ihn? Was aus der Solarindustrie wird, weil in Pittsburgh ein großer Hersteller für Solarzellen sitzt. Dass die politischen Kulturen in beiden Ländern so unterschiedlich sind, dass die Todesstrafe, das Verhältnis zu Religionen oder das Gesundheitswesen ganz verschieden diskutiert werden diesseits und jenseits des Atlantiks, nehmen viele Amerikaner gar nicht wahr. Das Gespräch führte Daniel Haufler.


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Obama 2013 − Kennedy 1963

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aris, 1961. Als John F. Kennedy die französische Hauptstadt besuchte, stand es nicht zum Besten um die transatlantischen Beziehungen. Der Amerikaner galt den Franzosen als kulturlos und vor allem als unerwünschter Einmischer in die Geschicke Europas. Der Präsident und seine Berater wussten, dass Kennedy keine Jubelstürme auf den Champs-Élysée erwarten konnte. Also holten sie ihre Geheimwaffe: Jackie Kennedy. Die schöne, stilsichere und frankophile First Lady sollte die Grand Nation mit ihrem Charme einnehmen – was mühelos gelang. Mit ihrem eleganten Auftreten und ihrem europäischen Chic bezauberte Jackie die Franzosen und vernebelte so die Differenzen zwischen Charles de Gaulle und Kennedy. Über Politik debattierte niemand mehr, es ging um Pillbox-Hütchen und Gala-Roben. „Ich bin der Mann, der Jackie Kennedy nach Paris begleitete, und ich habe es genossen“, resümierte JFK am Ende des Besuchs. Dieser Satz ist die bis heute am häufigsten zitierte Aussage des gesamten Treffens. Wenn Präsident Barack Obama in diesen Tagen nach Berlin kommt, wird auch er nicht mehr auf jene Jubelstürme treffen, die er noch bei seinem Besuch als Kandidat erlebt hat. Obama ist heute nicht mehr der Hoffnungsträger, sondern im besten Fall ein einigermaßen geschätzter US-Präsident, der, wie viele seiner Vorgänger, auch enttäuscht hat. In Guantanamo gibt es keine Gerechtigkeit, US-Drohnen töten in Pakistan, und jetzt wurde bekannt, dass Obama auch noch dieWelt bespitzelt. Entzaubert sei er, heißt es in deutschen Medien, ein „verlorener Freund“. Höchste Zeit also auch für Obama, seinen charmantesten Nebelwerfer in Stellung zu bringen. Wie Jackie Kennedy vor 52 Jahren wird nun First Lady Michelle Obama ihren Mann nach Europa begleiten und versuchen, die Obama-Kritik durch ihre Herzlichkeit zu entkräften. Seit Michelle Obama auf der politischen Bühne wahrgenommen wird, hat man sie oft mit Jackie Kennedy verglichen: ihre elegante Erscheinung, ihre Vorliebe für Perlenketten und farbenkräftige Etuikleider, das kurze, dunkle Haar und die Perfektion, mit der sie sich und ihre Familie inszeniert, weckten vom ersten Moment an die Erinnerungen an Camelot – wie Königin Jackie damals ihren Hof in Washington nannte. Barack Obama wurde zum „schwarzen JFK“, seine Frau zur „schwarzen Jackie“. Aus dem Weißen Haus strahlt wieder Glanz in die Welt. Welche Gemüse pflanzt die First Lady in ihrem Garten? Welchen Designer trägt sie zur Inauguration? Und wer durfte ihren Pony schneiden? Diese Fragen bewegen die Nation zuweilen mehr, als die Zukunft der Obama’schen Gesundheitspolitik. Wie Jackie Kennedy ist Michelle Obama in die Rolle der unpolitischen Diplomatin geschlüpft, und selbst im Ausland wird die Frisur der First Lady thematisiert. Mit der Mischung aus Charme und Zielstrebigkeit kann sie Brücken bauen, die einem Präsidenten im harten politischen Alltag verwehrt bleiben. Als John F. Kennedy in den 60er-Jahren an die Macht kam, wollte zumindest ein Teil Amerikas ein anderes, ein moderneres Land werden. Soziale Ungerechtigkeiten sollten gemindert, die Gleichberechtigung zwischen Schwarz und Weiß vorangetrieben werden. Der Hollywood-Designer Oleg Cassini steckte die gertenschlanke Kennedy in Garderobe mit klaren Linien und opulenten Stoffen. Es war ein Zeichen für Understatement, das auch den Wunsch erfüllte, dem Mief der 50er-Jahre zu entrinnen, den die etwas matronenhafte Erscheinung von First Lady Mamie Eisenhower widergespiegelt hatte. Jackie Kennedy hingegen verkörperte ein junges und weltoffeneres Amerika – genau wie Michelle Obama das Lebensgefühl von heute reflektiert. Die 49-jährige Michelle Obama kommt als eine First Lady nach Deutschland, die es geschafft hat, den Glanz der Position der ersten Frau des Landes mit einer lässigen Bodenständigkeit zu verbinden. Sie kann im eleganten Abendkleid von Jason Wu die USA bei einem Gala-Dinner repräsentieren und im nächsten Moment in einem Ensemble von J. Crew für knapp über 100 Dollar in einer Talk-Show sitzen. Michelle Obama zeigt neben Glamour immer auch ihre praktische Seite, mit der sich viele Frauen identifizieren können, die versuchen Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Im Gegensatz zu Jackie Kennedy wählt sie unter einer Riege von Designern aus und zeigt dabei auch den Mut, sich angreifbar zu machen – wie zum Beispiel in jenem rot-schwarzen NarcisoRodriguez-Cocktailkleid, das sie in der Wahlnacht 2008 trug, und das auch abfällig als Feuerkutte bezeichnet wurde. Vier Jahre später aber machte sie alles richtig, als sie in einem lila Michael-Kors-Ensemble erschien, das sie bereits zwei Mal zuvor getragen hatte. In Zeiten wirtschaftlicher Probleme entspricht das dem Zeitgeist in den USA. Im Gegensatz zu Jackie Kennedy, die von französischen Einwanderern abstammte, an der Sorbonne studiert hatte und ziemlich gut Französisch sprach, als sie 1961 Paris besuchte, hat Michelle Obama auf den ersten Blick einen kleinen Nachteil bei diesem Deutschland-Besuch: Sie kann keine teutonischen Wurzeln, keine Studentenerinnerungen oder Sprachkenntnisse vorweisen. Dennoch haben wir das Gefühl, Michelle Obama auch so zu verstehen. Im Gegensatz zu ihrem Mann hat diese Obama nichts an Sympathien in der Bundesrepublik eingebüßt. Sie verkörpert den Teil des Teams, den wir lieben: Die selbstbewusste, kluge und schöne schwarze Amerikanerin, die 2008 gemeinsam mit ihrem Mann antrat, ihr Land zu verändern. Michelle Obama ist mehr als vier Jahre später immer noch diese Person. Sie hat es geschafft, sich von den Niederlagen ihres Mannes nicht beeinflussen zu lassen. Sie hat ihre eigene Identität bewahrt und ist noch immer so beliebt, wie es die Obamas am Anfang ihrer Präsidentschaft waren. Das gilt für die USA ebenso wie für ihr Image im Ausland. Berlin wird First Lady Michelle Obama feiern und damit auch den Mann, der sie begleitet.

Wenn Politik nicht weiterkommt

Schön, stilsicher, frankophil: Jackie Kennedy begeisterte Amerikaner und Europäer. SZ-PHOTO

REUTERS

Elegant, herzlich, bodenständig: Michelle Obama zeigt neben Glamour immer auch ihre praktische Seite, mit der sich viele Frauen identifizieren können.

First Ladys auf Charmeoffensive: Wie einst die schöne Jackie Kennedy wirbt heute Michelle Obama für ihr Land. Beide Frauen verkörpern das weltoffene und moderne Amerika Von Olivia Schoeller

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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Obama 2013 − Kennedy 1963

Von Jens Balzer

Roboter, Rap, Ruinen, rollendes R Über das deutsch-amerikanische Verhältnis in der Popkultur des Jahres 2013 Von Jens Balzer

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ünfzig Jahre nach der Kennedy-Rede ist die Vorliebe der Deutschen für Wildwest- und andere USA-Themen deutlich geschwunden – jedenfalls soweit sich dies aus den aktuellen Musikhitparaden erschließt. Cowboys, Squaws und Rinderherden kommen nur noch gelegentlich vor! Genauso groß wie im Jahr 1963 ist hingegen die Begeisterung für den deutschen Schlager: In den Album-Charts aus dem Juni 2013 herrscht dieser so unangefochten vor wie zu Kennedy-Zeiten. Auf Platz 1 thront der Schmusepopknabe Tim Bendzko, gewissermaßen der Heintje seiner Generation; es folgen die Sportfreunde Stiller und die DSDSGewinnerin Beatrice Egli sowie weiter hinten die holsteinische Shanty-Gruppe Santiano und die Berliner Kleinkunst-Diseuse Anna R. alias Gleis 8. Lediglich drei nicht aus Deutschland stammende Alben sind in den Top 10 zu finden, zwei aus Frankreich (Daft Punk und Zaz) und eine einsame US-amerikanische Band auf dem letzten Platz, die Emorocker von Thirty Seconds to Mars. Zwischen 1963 und heute herrschten US-amerikanische Künstler lange Zeit über den internationalen und damit auch deutschen Pop: von Bruce Springsteen bis zu Michael Jackson und Prince, von Madonna und Whitney Houston in den Achtzigern bis zu Nirvana und Marilyn Manson in den Neunzigerjahren. Im letzten Jahrzehnt hingegen haben die USA, abgesehen vielleicht von Lady Gaga, keinen Popstar von globaler Relevanz mehr hervorbringen können. Zwar gehen weite Teile der populären Musik immer noch auf amerikanische Wurzeln zurück, insbesondere im R ’n’ B, HipHop und Rap. Doch haben die Varianten der nationalen Aneignung die Originale inzwischen weit übertrumpft. Deutschsprachige Rapper wie Bushido, Casper, Cro, Haftbefehl oder neuerdings Kollegah und Farid Bang sind – unabhängig von ihrem künstlerischen Talent – in Deutschland erheblich erfolgreicher als ihre Vorbilder aus New York und L. A. oder aktuelle US-Superstars wie Kanye West und Jay-Z. Vielleicht könnte man sagen: Was man einst als spezifisch „US-amerikanisch“ empfand, ist in den globalen Stilmix des Pop diffundiert und darin schließlich unkenntlich geworden. Überaus kenntlich ist das spezifisch „Deutsche“ hingegen bei jenen deutschen Popkünstlern, die es in den USA zu Erfolg gebracht haben. In den letzten drei Jahrzehnten hat es überhaupt nur drei deutsche Gruppen gegeben, die sich dort einer nennenswerten Beliebtheit oder doch wenigstens eines künstlerischen Einflusses erfreuten: Rammstein, Kraftwerk

CINETEXT

In Deutschland berühmte US-Amerikaner: die Cartwright-Familie aus „Bonanza“.

Selbst die Lieder von Elvis können sich nur in eingedeutschten Versionen durchsetzen; Udo Jürgens feiert im Juni 1963 Erfolge mit „Kiss Me Quick“.

Was man einst als spezifisch „US-amerikanisch“ empfand, ist in den globalen Stilmix des Pop diffundiert und darin unkenntlich geworden.

DPA

Über das deutsch-amerikanische Verhältnis in der Popkultur des Jahres 1963

In den USA berühmte Deutsche (1): Kraftwerk.

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Singende Cowboys, sadistische Nazibräute

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ie Rede John F. Kennedys vor dem Rathaus Schöneberg hat bis heute tiefe Spuren in der Popkultur hinterlassen; man denke nur an das in der Serie „Die Simpsons“ immer wieder vorgebrachte Bekenntnis: „Ich bin ein Springfielder.“ Auch für das deutsch-amerikanische Verhältnis ist sie fraglos von Bedeutung gewesen. Gelegentlich wird sogar behauptet, das hiesige Publikum habe sich vor Kennedys Auftritt überhaupt nicht für die USA und die dazugehörige Kultur interessiert. Das entspricht freilich nicht ganz der Wahrheit, wie beispielsweise ein Blick in die deutschen Popmusik-Charts aus dem Juni 1963 beweist. In den Top 20 finden sich immerhin fünf Lieder, die sich mit amerikanischen Themen befassen! Auf Platz 2 rangiert Peter Hinnen mit dem Cowboy-Song „Siebentausend Rinder“; bei Hinnen handelt es sich um einen schweizerischen Kunstjodler, der seit Anfang der Sechziger die Jodelkunst mit Country-und-Western-Klängen verbindet. Auf Platz 7: der Titelsong aus der gerade in Deutschland angelaufenen TV-Serie „Bonanza“, interpretiert von Ralf Paulsen. Auf Platz 9: Martin Lauer mit „Wenn ich ein Cowboy wär“. Platz 14 gehört dem schwedischen Westernsänger Gunnar Wiklund mit „Geh nicht zu den Indios“. Auf Platz 15 schließlich das MediumTerzett mit „Der Schatz im Silbersee“. Womit wir bei einem zweiten zentralen Bereich der Populärkultur wären, nämlich dem Kino. Denn natürlich bezieht sich das Medium-Terzett mit seinem Song auf den im Jahr zuvor gestarteten gleichnamigen Karl-May-Film mit Pierre Brice und Lex Barker. „Der Schatz im Silbersee“ ist nicht nur der erfolgreichste Film des Jahrs 1962, sondern begründet eine ganze Reihe von Karl-May- und sonstigen Deutschwestern, von „Winnetou I“ aus dem Kennedy-Jahr 1963 bis zu „Graf Bobby, der Schrecken des WildenWestens“ aus dem Jahr 1965 mit Peter Alexander in der Hauptrolle; hierzu singt Alexander auch eine Hit-Single mit dem Titel „Ja, so ein Cowboy müsste man sein“ ein. Bis sich original US-amerikanische Musik in größerem Umfang in den deutschen Hitparaden zu etablieren vermag, dauert es allerdings noch bis Anfang der Siebzigerjahre: Selbst die Lieder von Elvis Presley können sich zumeist nur in eingedeutschten Versionen durchsetzen: Einen Monat nach der KennedyRede, im Juli 1963, klettert Udo Jürgens mit seiner „Kiss Me Quick“-Interpretation auf Platz 5 der Charts, immerhin einen Platz vor Gitte mit „Ich will ’nen Cowboy als Mann“. Dass englischsprachige Musik es in Deutschland generell so schwer hat, liegt wesentlich daran, dass sie von den ausschließlich öffentlich-rechtlich organisierten Radiostationen nicht aufgeführt wird. Wer US-Musik hören will, ist auf alliierte Soldatensender wie das American Forces Network, AFN, angewiesen.

In den USA berühmte Deutsche (2): Rammstein.

Dessen Berliner Station beginnt nach dem Bau der Mauer damit, 24 Stunden am Tag zu senden – was dazu führt, dass sich bis Ende der Sechzigerjahre in West-Berlin eine Rockmusikszene herausbilden kann, die sich dezidiert von allen US-amerikanischen Einflüssen abzugrenzen versucht. In Clubs wie dem Zodiak am Halleschen Ufer konstituiert sich mit Gruppen wie Tangerine Dream, Ash Ra Tempel und Cluster die erste Krautrock-Generation. Wie sieht es nun andererseits mit dem Deutschland-Bild in den USA zur Zeit des Kennedy-Besuchs aus? Einen wesentlichen Anteil an dessen Ausprägung haben die populären „Men’s Adventures“-Magazine gehabt, die seit Ende der Fünfzigerjahre die letzte – aber immer noch höchst erfolgreiche – Generation der Pulp-Literatur bilden. Hier verbinden sich Kriegs- und Abenteuergeschichten jeglicher Art mit erotischen und anderen Männerfantasien. Wenn Deutsche dabei auftreten – und es treten oft Deutsche auf –, dann entweder als perverse Nazi-Offiziere, die lustvoll amerikanische Jungfrauen quälen, oder als perverse Nazi-Dominas, von denen sich amerikanische Soldaten mindestens ebenso lustvoll quälen lassen. Die Ausgabe des For-Men-Only-Magazins aus dem März 1963 lockt etwa mit der reich bebilderten Titelgeschichte „Swastika Slave Girls in Argentina’s No Escape Brothel Camp“ – Hakenkreuzsklavenmädchen in einem ausbruchssicheren argentinischen Prostitutionslager –; während das Cover der Men-Today-Ausgabe aus dem Juli des gleichen Jahres in durchaus typischer Rollenverkehrung mit zwei knapp bekleideten Nazi-Scherginnen illustriert ist, die einen gefesselten GI mit einem Bunsenbrenner bedrängen: „Scream for my Kisses, Amerikaner Soldat!“ Einerseits führt dieser ikonografische Strang zu den vor allem in Italien gedrehten NazisploitationFilmen der Siebzigerjahre wie etwa „Ilsa, She-Wolf of the SS“. Andererseits findet man seine Spuren auch in einer der erfolgreichsten US-Fernsehserien des Kennedy-Jahrzehnts: In „Hogan’s Heroes“ – auf Deutsch erst in den Neunzigerjahren als „Ein Käfig voller Helden“ zu sehen – führt eine pfiffige Gruppe amerikanischer Kriegsgefangener ihre dusseligen Nazi-Lager-Aufseher nach allen Regeln der Kunst an der Nase herum. Die ersten Folgen von „Hogan’s Heroes“ werden in den USA im Jahr 1965 gezeigt, zwei Jahre nach der Berliner Rede von Kennedy. All diesem überbordenden Nazi-Trash steht zu diesem Zeitpunkt, zwanzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, mit Sidney Lumets 1964 erschienenem „Der Pfandleiher“ ein – genau ein – abendfüllender Mainstream-Film gegenüber, der sich in ernsthafter Weise mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust befasst. In Westdeutschland hat es von 1948 bis zum Anfang der Siebzigerjahre keinen einzigen gegeben.

und die Einstürzenden Neubauten. Bei allen von ihnen finden sich – in unterschiedlich reflektierterWeise – nationale Stereotype und Klischees. Mit den Neubauten kann man die deutsche Romantik assoziieren und deren Ruinen-Ästhetik, aber auch ein diffus romantisches Bild von der Ruinenstadt des alten WestBerlins. In Kraftwerk spiegelt sich die technokratische Exaktheit und Kälte, die man dem modernen Deutschland gern unterstellt. Und Rammstein schließlich rufen von rollenden„R“ bis zu Leni-Riefenstahl-Filmen, vom Sozialistischen Realismus bis zu Joseph Goebbels sämtliche Klischees auf, die man irgendwo auf der Welt mit dem „hässlichen“ Deutschen verbinden könnte. In gewisser Weise kann man Rammstein mithin als direkte und freiwillig betriebene Fortsetzung jener militärisch-sado-masochistisch aufgeladenen Ikonografie vom perversen Nazi betrachten, wie sie in den Sechzigerjahren in den „Men’s Adventures“-Magazinen gepflegt wurde: Eine deutsche Band spiegelt in dieWelt zurück, was dieWelt seit weit mehr als einem halben Jahrhundert an angst(lust-)besetzten Klischees von den Deutschen pflegt. Jenseits des Hitparaden-Mainstreams hat es aber natürlich einen deutsch-amerikanischen Austausch gegeben, dessen Einfluss auf die deutsche Popkultur wenigstens der Neunziger- und Nullerjahre gar nicht zu überschätzen ist: den Techno, wie er im Berlin der unmittelbaren Nachwendezeit entstand. Techno war nicht nur die erste Musik, zu der die wiedervereinigte deutsche Jugend gemeinsam zu tanzen begann. Ohne das transatlantische Wechselspiel zwischen „deutschen“ Maschinenbeats und „amerikanischem“ Groove und Soul, ohne die permanente Interaktion zwischen Chicago und Detroit auf der einen und Berlin auf der anderen Seite hätte sich dieser musikalische Stil nie entwickelt. Mit ihm sind vielleicht keine neuen Superstars, aber neue Sehnsuchtsorte der Popkultur entstanden – gerade auch für US-Amerikaner. Vor einer Weile wohnte ich einmal in NewYork ein paar Tage im Chelsea Hotel, einem mythischen Ort für jeden, der sich irgendwie für die Rockmusik der letzten Jahrzehnte interessiert. Als ich ehrfürchtig am Check-in meinen Reisepass zückte, sah mich der Hotelangestellte mindestens ebenso ehrfürchtig an: „Wow! Du kommst aus Berlin! Das ist meine liebste Stadt auf der Welt! Ich liebe das Berghain! Es gibt keinen tolleren Club auf der Welt! Ich kenne jeden DJ, der jemals dort aufgelegt hat! In jeder freien Minute fahre ich wieder dorthin!“ Wenige Monate nach dieser Begegnung fiel das Chelsea Hotel dann der Gentrifizierung Manhattans zum Opfer.


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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Für die Schifffahrt gesperrt werden die SpreeOder-Wasserstraße zwischen Abzweig Westhafenkanal und Schleuse Mühlendamm und der Spandauer-Schifffahrtskanal. Die Dampferanlegestellen Paul-Löbe-Haus, Moltkebrücke und Haus der Kulturen der Welt sind zu.

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Das Schloss Charlottenburg, wo Obama am Mittwoch zu Abend isst, wird ab Mittwochmittag weiträumig abgesperrt. Anlieger werden zu Fuß durchgelassen, wenn sie sich ausweisen können. Die beiden Kontrollstellen sind am Spandauer Damm/Sophie-Charlotte-Straße und am Spandauer Damm/Kaiser-Friedrich-Straße.

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Dort, wo Obama seine Rede hält, und wo er übernachten wird, ist Sperrgebiet. Anlieger dürfen nichteinmal ihre Fenster öffnen.

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Am Brandenburger Tor und Potsdamer Platz werden ab Dienstag früh die Absperrungen verschärft. Wer nahe des Tores wohnt oder arbeitet, kommt durch, Passanten nicht. Am Pariser Platz, wo Obama seine Rede hält, gilt ein „absoluter Sicherheitsbereich“, der nur geladenen Gästen offensteht. Auch der Potsdamer Platz, wo der Staatsgast im Hotel nächtigt, wird laut Polizei ab Dienstag, 12 Uhr, für Passanten teils dicht gemacht. Abgestellte Fahrräder werden in beiden Bereichen entfernt.

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Orte, an denen Kennedy-Veranstaltungen stattfinden werden

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Kennedy zeigte Solidarität mit den West-Berlinern im Kalten Krieg und sprach vor dem Schöneberger Rathaus. Obama leistet Wahlkampfhilfe für die Kanzlerin und darf vor dem Brandenburger Tor für sich Punkte sammeln: Zwei spektakuläre Besuche prägen die Stadt Bo

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Zwei Präsidenten in Berlin

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BLZ/RITA BÖTTCHER; QUELLE: POLIZEI, BLZ

Im Bereich des Schlosses Charlottenburg wird es am Mittwoch weiträumige Absperrungen geben. Bereits ab 8 Uhr morgens gelten Halteverbote auf dem Spandauer Damm, der Otto-Suhr-Allee, der Schlossstraße, dem Luisenplatz und dem Tegeler Weg. Die Sperrungen werden nach Angaben der Polizei bis etwa 23 Uhr andauern, wenn der USPräsident wieder nach Hause fliegt.

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18. Juni: Die Maschine von US-Präsident Barack Obama wird ab 19 Uhr auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel 1 erwartet. Von dort werden Barack Obama und seine Frau Michelle in einem Konvoi, dessen Autos zuvor eingeflogen werden, zum Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz 2 gefahren. Die genaue Route für den Konvoi wird aus Sicherheitsgründen erst kurzfristig festgelegt. Über einen Abendtermin ist noch nichts bekannt. Im Ritz Carlton wird Obama im 11. Stock in der Präsidenten-Suite residieren. 19. Juni, 10 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck begrüßt Obama mit militärischen Ehren im Schloss Bellevue 3 . 11 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt den Gast, der nicht auf Staats-, sondern auf Arbeitsbesuch ist, im Kanzleramt 4 . Wie lange das Gespräch der beiden Regierungschefs genau dauern wird, ist unklar. Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA soll allerdings bei den politischen Gesprächen in Berlin oben auf der Agenda stehen. Nach dem Treffen mit Merkel wird es eine Pressekonferenz geben. 16.15 Uhr: Präsident Barack Obama wird, wie sein Vorgänger Kennedy auch, zu den Berlinern sprechen. Geplant ist die öffentliche Rede auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor 5 . Unter den mehreren Tausend geladenen Gästen sind 600 Schüler der John-F. Kennedy-Schule in Zehlendorf. 19 Uhr: Im Schloss Charlottenburg 6 beginnt ein Abendessen mit geladenen Gästen. Gegen 22 Uhr: Obama startet vom Flughafen Tegel aus in Richtung Heimat. Die Berliner müssen während des Besuchs mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und Einschränkungen rechnen. Am Rande der Visite hat ein Bündnis von Friedensaktivisten zu Protesten aufgerufen. Motto: „Yes we can: Obama die rote Karte zeigen“.

J O H N Orte der Erinnerung: Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der amerikanische Präsident John F. Kennedy Berlin besucht hat. Die Bilder dieser Tage sind jedoch nie in Vergessenheit geraten. Zusammen mit Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem West-Berliner Bürgermeister Willy Brandt fuhr er in seinem offenen Wagen durch die Stadt, war den Berliner nahe, sprach zu ihnen. Die Rede vor dem Schöneberger Rathaus ist unvergessen. Knapp eine halbe Million Menschen war gekommen, um seine berühmten vier Worte zu hören „Ich bin ein Berliner.“ Noch heute erinnern viele Orte in der Stadt an ihn: Posthume Würdigung: Im November des Jahres 1963, in dem Kennedy Berlin besucht hatte, wurde er ermordet. Um ihn posthum zu würdigen, wurden damals der Rudolph-Wilde-Platz vor dem Schöneberger Rathaus 1 und das Amerika-Institut der Freien Universität 2 nach ihm benannt. Seither will das John-F.-Kennedy-Institut mit seinem Namen an die Verdienste Kennedys für Berlin und die Förderung der jungen Universität durch die USA nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern. Die John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf: Die Schule 3 hat sich der Verbindung deutscher und amerikanischer Tradition verschrieben. Der Unterricht an Grundschule und High-School findet sowohl in Deutsch als auch in Englisch statt . Die 1960 gegründete GermanAmerican Community School wurde nach dem Attentat auf Kennedy zu seinen Ehren umbenannt. Das Kennedy-Museum: Seit 2006 hat Berlin ein eigenes Kennedy-Museum 4 . Es eröffnete zunächst am Pariser Platz. Da die Ausstellungsfläche nicht mehr ausreichte, zog es im November vergangenen Jahres in die ehemalige jüdische Mädchenschule in die Auguststraße nach Mitte um. Fotografien, Filme, Dokumente und private Gegenstände erzählen die Geschichte der Präsidentenfamilie. Vom 20. bis 29. Juni 2013 gibt es dort die Sonderausstellung „Ich bin ein Berliner – Kennedys Deutschland-Besuch im Juni 1963“, es werden auch Aufnahmen seiner berühmten Rede vor dem Schöneberger Rathaus gezeigt. Das Hotel: Im Stil Kennedys nächtigen verspricht das nach Kennedy benannte Hotel John F am Werderschen

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Markt 5 mit seinem Kennedy-Zimmer. Das in blau gehaltene 25-Quadratmeter-Zimmer schmücken eine große deutsche und eine amerikanische Flagge sowie ein Kennedy-Porträt auf dem dunklen Holzschreibtisch. Eine Nacht kostet ab 120 Euro. Auf den Spuren Kennedys: Zum 50-jährigen Jubiläum seines Berlin-Besuchs finden in der Stadt eine Reihe von Veranstaltungen statt. Alliierten-Museum: An der Clayallee, dem ehemaligen Hauptstützpunkt der US-Soldaten, thematisiert die Dauerausstellung das Engagement und Leben der Westmächte in Berlin von 1945 bis 1994 1 . Museum und Outpost Theater, Clayallee 135, Dahlem „Ish bin ein Bearleener“. Der amerikanische Historiker John Provan stellt sein Buch über Kennedys Berlin-Besuch vor, in dem Zeitzeugen zu Wort kommen.

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BERLINER-ZEITUNG.DE Präsident Obama zu Besuch in Berlin! Aktuelle Berichte, Bilder, Hintergründe und einen Live-Ticker finden Sie unter berliner-zeitung.de/obama Outpost Theater, 20. 6., 18.30 Uhr Kennedy Revisited. Gezeigt werden Aufnahmen des ehemaligen West-Berliner Rundfunks SFB von Kennedys Besuch in der Originallänge von sieben Stunden. Outpost Theater, 26. 6., 10-18 Uhr Auf den Spuren John F. Kennedys durch Berlin. Das Amerika-Haus ist Startpunkt für eine Bustour auf Kennedys Route. Ziel ist das Schöneberger Rathaus. Buchung über das Museum, 15 Euro pro Person. 21., 22., 23. 6. jeweils 11 und 15 Uhr, Amerika-Haus, Hardenbergstraße 22-24, Charlottenburg Gedenkstätte Berliner Mauer: Der Ort 2 erinnert mit dem letzten erhaltenen Mauerstück wie kein anderer an die Teilung. Wie der DDR-Geheimdienst Kennedy gegenüberstand, soll Helmut Kulick von der Stasi-Unterlagen-Behörde erklären. 18. 6., 19 Uhr, Besucherzentrum, Bernauer Straße 119, Mitte

N O C H

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B E R L I N E R

Amerika-Gedenkbibliothek: 1962 hatte Kennedy sein Oval Office im Weißen Haus mit einer geheimen Aufnahmetechnik ausstatten lassen. Politisches und Privates, das mit der Veröffentlichung der Tonbänder ans Licht kam, wird von Experten beleuchtet 3 . 26. 6., 18 Uhr, Blücherplatz 1, Kreuzberg Freie Universität: Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des John-F.-Kennedy-Instituts für Nordamerikastudien wird dem Freiheitsgedanken und dem Besuch Kennedys und seiner Rede an der FU gedacht 4 . Anmeldung bis 21. 6. auf ww.jfki.fu-berlin.de

„John F. Kennedy spricht zu den Berlinern“, BRD 1964 und Direktübertragung des Auftritts vor dem Rathaus Schöneberg, BRD 1963. 23. 6. , 21 Uhr und 26.6., 16Uhr Checkpoint Charlie Stiftung: Bei einer Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen darf Neues rund um die Person Kennedy und den Besuch ans Licht kommen 7 . Anmeldung bis zum 19.6. per Mail an projekt@cc-stiftung.de. 22. 6.,18-20 Uhr, BVV-Saal Rathaus Schöneberg, JohnF.-Kennedy-Platz

Festakt. Prominente Gastredner wie US-Botschafter Philip D. Murphy und der Yale-Professor Alan Trachtenberg sprechen. 27. 6., ab 16 Uhr, Hörsaal 1B, Habelschwerdter Allee 45, Dahlem

Deutsch-Russisches Museum: Direktor Jörg Morré hält einen Vortrag über den Gegenbesuch des sowjetischen Staatschefs Chruschtschow in Berlin 8 . 23. 6., 17 Uhr, 15 Uhr kostenlose Führung, Zwieseler Straße 4, Karlshorst

Symposium. US-Professoren referieren über Entwicklungen in der nordamerikanischen Gesellschaft. Am Abend veranstalten die Studenten ein Fest. 28. 6., ab 10.30 Uhr, John-F.-Kennedy-Institut, Raum 340, Lansstraße 7-9, Dahlem

Berlin-Patrol: Seit 2011 erinnert die Initiative einmal jährlich mit ihrem Programm an das Leben der Alliierten im geteilten Berlin. Dieses Jahr findet eine Sternfahrt mit Militäroldtimern zum Militärhistorischen Museum in Gatow statt.

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika: Oliver Lubrich stellt sein Buch „John F. Kennedy. Unter Deutschen“ vor 5 . Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion unter anderen mit Egon Bahr statt. 25. 6., 18 -20.30 Uhr, Friedrich-Ebert-Stiftung, Konferenzraum 2, Hiroshimastraße 28, Tiergarten

Eröffnungszeremonie am London Block, dem ehemaligen Hauptquartier der britischen Truppen 9 . 21.6., 10 Uhr, Adlerplatz/Zugang über Hanns-BraunStraße, Charlottenburg

Deutsches Historisches Museum: Gemeinsam mit dem Haus der Geschichte in Bonn betreibt das DHM 6 das Internet-Geschichtsportal Lebendiges Museum Online. In dessen Rückblick-Kategorie steht diesen Monat der Deutschlandbesuch Kennedys im Mittelpunkt. www.dhm.de/lemo Zeughauskino: Der Juni im DHM-Kino steht im Zeichen der Besuche Kennedys und Chruschtschows in Berlin. Unter den Linden 2, Mitte „Deutschland grüßt Kennedy. Vier geschichtliche Tage“, BRD 1963 und „Dank dem Freunde. Zu Ehren Walter Ulbrichts“, DDR 1963. 23. 6., 19 Uhr und 26. 6., 20 Uhr

Allied Times Picknick. Mit dem Picknick-Korb geht es Richtung Spandau, um Militärfahrzeuge zu begutachten und das Museum 10 zu besuchen. Alliierten-Veteranen erzählen von ihrer Zeit in Berlin. 23. 6., 10-18 Uhr, Kladower Damm 182, Kladow Forum Willy Brandt: DasHaus 11 gedenktdesTages,denBrandtundKennedy in Berlin verbrachten, sowie der Beziehung der beiden Politiker zueinander. Gezeigt wird der Film „J. F. Kennedy in Berlin“. Sonderführung „Willy Brandt und John F.Kennedy in Berlin“ 11/14/16 Uhr und Vortrag „Willy Brandt und John F. Kennedy“ 15/17 Uhr 26. 6., 10-18 Uhr, Unter den Linden 62-68, Mitte Weitere Informationen unter http://www.berlin.de/kennedys

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9.45 Uhr: John F. Kennedy landet auf dem West-Berliner Flughafen Tegel 1 . Bundeskanzler Konrad Adenauer und der WestBerliner Bürgermeister Willy Brandt heißen ihn dort willkommen. Kennedy besucht die Stadt anlässlich des 15. Jahrestags der Luftbrücke, er will seine Solidarität mit der Bevölkerung von WestBerlin ausdrücken. 11.10 Uhr: An der Kongresshalle, dem heutigen Haus der Kulturen der Welt 2 , hält Kennedy eine Rede vor dem Gewerkschaftskongress der IG BauSteine-Erden. Einer seiner zentralen Punkte ist die Rolle der Gewerkschaften bei dem Aufbau einer freien Gesellschaft. Anschließend macht er Halt in der Nähe des Brandenburger Tors. Von einer Aussichtsplattform, die britische Militärs für ihn am Ende der Straße des 17. Juni 3 errichtet haben, macht er sich ein Bild von der Mauer. 12.05 Uhr: Das nächste Ziel auf der Route ist der Grenzübergang Checkpoint Charlie 4 an der Kochstraße, wo sich im Oktober 1961 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden. 12.50 Uhr: „Ich bin ein Berliner.“ Diese vier bis heute unvergessenen Worte sagt Kennedy vor dem Schöneberger Rathaus 5 . Knapp eine halbe Million Menschen sind zum Sitz des Bürgermeisters von West-Berlin gekommen, um den amerikanischen Präsidenten zu hören und zu sehen. 15 Uhr: Kennedy hält eine Ansprache vor dem Henry-Ford-Bau der Freien Universität 6 . Rund 20 000 Studenten haben sich dort versammelt. 16 Uhr: Das letzte Ziel ist der Hauptstützpunkt der amerikanischen Truppen in der Clayallee 7 . Kennedy dankt den Soldaten für ihren Einsatz. 17 Uhr: Bevor Kennedys Maschine von Tegel aus Richtung Irland startet, hält er eine letzte Rede und wird anschließend von Adenauer und Brandt verabschiedet.

Höchste Sicherheit Um den Gast zu schützen, ist die Polizei im Großeinsatz. Straßenschlachten wie in früheren Zeiten wird es wohl nicht geben. Aber die Angst vor einem Anschlag ist groß V ON A NDREAS K OPIETZ

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ie Sicherheitsstufe, die für einen US-Präsidenten gilt, ist nicht wirklich definiert. Besucht Russlands Präsident Deutschland, dann gilt Sicherheitsstufe 1. Das heißt: Es ist mit einem Anschlag auf sein Leben zu rechnen. Gleiches gilt für Israels Ministerpräsidenten und das Chinesische Staatsoberhaupt. Aber im Fall eines US-Präsidenten gilt gewissermaßen Sicherheitsstufe 1 ++. Der US-Präsident gilt als der meist gefährdete Politiker der Welt. Berliner erinnern sich noch gut an den letzten Besuch eines US-Präsidenten: Als George W. Bush im Mai 2002 nach Berlin kam und im Hotel Adlon abstieg, glich die Innenstadt einem Heerlager der Polizei. Ab Friedrichstraße herrschte im Bereich um das Brandenburger Tor Totenstille. Kein Auto, kein Passant kam durch. Diese weiträumigen Absperrungen galten auch deshalb, weil Bush nicht nur gefährdet, sondern in Deutschland auch äußerst unbeliebt war, weshalb es mehrere Großdemonstrationen gab. Schon kurz nach seiner Landung lieferten sich Demonstranten die ersten Straßenschlachten mit der Polizei. Noch schwerere Krawalle hatte es 1987 beim Besuch von US-Präsident Ronald Reagan gegeben. Beim Besuch von Barack Obama sind schwere Krawalle nicht zu befürchten. Vier kleinere Demonstrationen sind angemeldet. Gleichwohl verfolgen die Staatsschützer bei Bundes- und Landeskriminalamt aufmerksam die öffentliche Diskussion um die jüngst bekannt gewordene Spionage-Affäre des US-Geheimdienstes NSA, von der offenbar auch Deutschland betroffen ist. Die Polizei schließt nicht aus, dass kurzfristig zu diesem Thema noch Demonstrationen angemeldet werden. Weit größere Gefahr droht aus Sicht der Sicherheitsbehörden von Extremisten – nicht nur von Islamisten, sondern auch von Rechtsextremisten aus den USA, die daheim schon mehrfach propagierten, Obama allein wegen seiner Hautfarbe töten zu wollen. Für die Sicherheit des Politikers innerhalb von Gebäuden ist das Bundeskriminalamt (BKA) zuständig. Es folgt zum großen Teil den Wünschen des Secret Service, der den Präsidenten in den USA und auf seinen Weltreisen bewacht. Den unmittelbaren Personenschutz leitet der Secret Service, der sich auch der Beamten der Sicherungsgruppe des BKA bedient. Für den Schutz außerhalb von Gebäuden sowie der Route für die Präsidenten-Kolonne ist dagegen die Berliner Polizei zuständig. Der stadtweite Einsatz wird von der örtlichen Direktion 4 (Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg) geleitet. Das Landeskriminalamt (LKA) postiert zum Beispiel seine Präzisionsschützen dort, wo auch Obama ist. Längst sind die LKA-Beamten deshalb dabei, Gebäude zu inspizieren, die an der Fahrtroute zwischen Flughafen Tegel und dem Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz liegen, wo der hohe Gast nächtigen wird. Dabei geht es unter anderem auch darum, mögliche Schusswinkel für die Präzisionsschützen zu ermitteln. Für die Präsidenten-Kolonne gibt es mehrere Routen. Welche die Autos schließlich benutzen, das wird aus Sicherheitsgründen erst kurz vorher festgelegt. Um das Brandenburger Tor herum, wo Obama am Mittwoch seine Rede halten soll, ist ein Sicherheitsbereich eingerichtet, der sich von der Wilhelm- über die Behrenstraße auf die Straße des 17. Juni erstreckt. Bereits seit Freitag ist der Pariser Platz für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Selbst Radfahren ist dort schon ab Wilhelmstraße nicht mehr möglich. Ab Dienstag lässt die Polizei dann nur noch diejenigen durch, die nachweisen können, dass sie dort wohnen oder arbeiten. Sie werden dann von Polizisten zu ihren Büros oder ihrer Wohnung begleitet. Am Mittwoch, ab 6 Uhr, erfahren diese Sicherheitsvorkehrungen „eine deutliche Steigerung und Erweiterung“, wie es in einem internen Polizeipapier heißt, das dieser Zeitung vorliegt. Demnach erstreckt sich innerhalb des Sicherheitsbereichs der „absolute Sicherheitsbereich“, in dem Anlieger an dem Tag von 14 Uhr bis zum Verlassen der Kolonne des Staatsgastes die Fenster geschlossen halten müssen. Präzisionsschützen auf den Dächern und auf dem Tor selbst halten dann Ausschau nach möglichen Terroristen. Höchste Sicherheit herrscht auch im Ritz Carlton, wo Obama übernachtet, sowie vor dem Bundeskanzleramt, wo er mit Angela Merkel zusammenkommt, am Schloss Bellevue, wo er Bundespräsident Joachim Gauck trifft und am Schloss Charlottenburg, wo er am Mittwoch zu Abend isst. In diesen Bereichen begannen Polizisten bereits am Donnerstag damit, mit Hunden Gullys, Büsche und Beete auf Sprengstoff zu untersuchen. Für die Polizei, die mit rund 8 000 Beamten aufpassen wird, ist dies ein Großeinsatz. Immer wieder gibt es Abstimmungsrunden zwischen Berliner Polizei, BKA, Auswärtigem Amt und der amerikanischen Seite. Hin und wieder wird dann dem Vernehmen nach auch der Ton etwas ruppiger. „Wir lassen uns von den Amerikanern nicht alles vorschreiben“, sagt ein Polizist. „Wenn die Kollegen zu fordernd werden, dann argumentieren wir, dass Präsidenten bislang immer auf amerikanischem Boden erschossen oder verwundet wurden.“

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Ein Oldtimer mit Sonderausstattung: Mit dieser Boeing reist US-Präsident Barack Obama durch die Welt – und auch nach Berlin.

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as Flugzeug, mit dem Barack Obama am Dienstag auf dem Flughafen in Berlin-Tegel landet, wäre bei einer Billig-Airline längst ausgemustert worden. Private Luftfahrtunternehmen müssen, anders als bisher die US-Regierung, äußerst streng den Spritverbrauch kalkulieren, sie erneuern ihre Flotten ständig. Die Air Force One, eine modifizierte Boeing 747-200 B, ist Baujahr 1986, das heißt, sie gehört mittlerweile zu den Oldtimern am Himmel. Das allerdings ist nicht das größte Problem, bemisst sich das Alter eines Flugzeugs doch weniger nach Lebensjahren, denn nach Betriebsstunden. In dieser Hinsicht dürfte die Präsidentenmaschine ganz gut abschneiden, da sie die meiste Zeit im Hangar ihrer Heimatbasis verbringt, dem Luftwaffenstützpunkt Andrews in der Nähe von Washington. Gravierender ist da schon der technologische Standard des Jets. Dessen Cockpit ähnelt mit seinem Steuerhorn, den vielen Rundinstrumenten und der Konsole für den Flugingenieur beinahe dem eines Rosinenbombers. Von den heute gebräuchlichen Breitbildmonitoren ist nichts zu sehen, obgleich einige analoge Anzeigen inzwischen gegen kleine LCD-Displays ausgetauscht wurden. Die vier Triebwerke sind wenig effizient, was zu Flugkosten von ungefähr 162 000 Dollar pro Stunde führt. Nur der Stealthbomber B 2 und die fliegende Kommandozentrale E 4, ebenfalls ein umgebauter Jumbo, sind im Unterhalt teurer als die Air Force One. Auch deshalb wird für sie nun ein Nachfolger gesucht. Seit dem Amtsantritt von Barack Obama läuft die Ausschreibung für ein neues Präsidentenflugzeug, das spätestens im Jahr 2020 in Dienst gehen soll. Nachdem die europäische Firma Airbus verzichtet hat, ihren Großraumjet A 380 als mögliche Alternative anzubieten, läuft alles auf den traditionellen Regierungsausrüster Boeing hinaus. Nach derzeitigem Stand wird der Konzern drei Exemplare seines runderneuerten Modells Boeing 747-8 für diesen besonderen Zweck umrüsten. Dabei handelt es sich um die neueste Jumbo-Version mit hochmodernen Triebwerken und avancierten Bordcomputern. Als unter Präsident Ronald Reagan Mitte der 80er-Jahre die Boeing 707 ersetzt werden sollte – ein Muster, das bereits John F. Kennedy genutzt hatte und mit dem am 22. November 1963 auch sein Leichnam von Dallas nach Andrews überführt worden war – fiel die Entscheidung für den Jumbo gegen den Konkurrenten McDonnell Douglas, der sich mit der DC-10 für den prestigeträchtigen Auftrag beworben hatte. Das Geschäft umfasste die Lieferung von zwei nahezu identischen Flugzeugen, die 1987 ihren Erstflug absolvierten, nachVerzögerungen bei der Ausrüstung aber erst 1990 in der Ära von George Bush senior mit der militärischen Typenbezeichnung VC-25 den Dienst aufnahmen. Den populären Namen Air Force One tragen die Maschinen offiziell nur, wenn sich der Präsident an Bord befindet, es ist das Rufzeichen, mit dem sich die Crew bei der Luftraumüberwachung meldet. Fliegt allein der Vizepräsident der USA mit derselben Maschine, wird sie Air Force Two genannt. Für den Nimbus, den das Flugzeug genießt, sorgt vor allem dessen spektakuläre Sonderausstattung, von der sich Kinozuschauer in Wolfgang Petersens Thriller „Air Force One“ ein Bild machen können – wie authentisch dieses auch sein mag. So soll zu den Extras ein Abwehrsystem gehören, das anfliegende Flugkörper nicht nur elektronisch stört, sondern im Ernstfall Kartuschen mit Magnesiumleuchtkörpern und Aluminiumprojektilen ausstößt, deren Hitzeentwicklung Raketen von ihrem eigentlichen Ziel ablenken soll. Nach allem, was man sonst noch weiß, wurden in der Spezialanfertigung doppelt so viele Kabellängen verbaut wie in einer handelsüblichen Boeing 747, was auf eine ausgeklügelte Elektronik hinweist. Allein die 85 fest installierten Telefone wollen sorgfältig verdrahtet sein. Die Kommunikationszentrale, von der aus der Präsident das Militär der Vereinigten Staaten weltweit kommandieren kann, befindet sich in dem Buckel hinter dem Cockpitbereich. Darunter liegen die Privaträume der präsidialen Familie mit einer Schlafcouch, die sich passgenau in den Konus am Bug des Jumbos einfügt. Sämtliche Arbeitsbereiche des Stabs sind an der Steuerbordseite angeordnet, backbord zieht sich ein Korridor entlang, in dem ständig zwei Sicherheitsbeamte postiert sind. Die medizinische Abteilung verfügt neben einem faltbaren Operationstisch auch über ein Laufband, das sich George W. Bush einst einbauen ließ. Im hinteren Bereich ähnelt die Air Force One einem normalen Passagierflugzeug mit einer Kabine für circa 100 Fluggäste, die in der Regel mitreisenden Journalisten vorbehalten ist. Die Luftbetankungsanlage im Bug verschafft der Air Force One eine enorme Reichweite. Theoretisch könnte sie mehr als 24 Stunden in der Luft bleiben und nonstop ein Mal um die Erde fliegen. Tatsächlich dürfte das allerdings kaum nötig sein. Beim Abflug von Tegel gibt es übrigens ein spezielles Problem. Da die Startbahn des Flughafens für das Gewicht eines vollbetankten Jumbos zu kurz ist, hüpft die Air Force One zumeist von Berlin aus nur bis zur US-Basis in Ramstein, um von dort aus komplett abgefüllt die Heimreise anzutreten.

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Die Air Force One ist das wohl berühmteste Flugzeug der Welt. Zum ersten Mal landet Barack Obama mit ihr in Berlin. Doch die Präsidenten-Maschine kommt in die Jahre

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Für Passanten dicht: Obama wird im Ritz Carlton am Potsdamer Platz übernachten. Ab Dienstag, 12 Uhr, ist dort kein Durchkommen mehr.


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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Für die Schifffahrt gesperrt werden die SpreeOder-Wasserstraße zwischen Abzweig Westhafenkanal und Schleuse Mühlendamm und der Spandauer-Schifffahrtskanal. Die Dampferanlegestellen Paul-Löbe-Haus, Moltkebrücke und Haus der Kulturen der Welt sind zu.

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Das Schloss Charlottenburg, wo Obama am Mittwoch zu Abend isst, wird ab Mittwochmittag weiträumig abgesperrt. Anlieger werden zu Fuß durchgelassen, wenn sie sich ausweisen können. Die beiden Kontrollstellen sind am Spandauer Damm/Sophie-Charlotte-Straße und am Spandauer Damm/Kaiser-Friedrich-Straße.

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Dort, wo Obama seine Rede hält, und wo er übernachten wird, ist Sperrgebiet. Anlieger dürfen nichteinmal ihre Fenster öffnen.

D I C H T

Am Brandenburger Tor und Potsdamer Platz werden ab Dienstag früh die Absperrungen verschärft. Wer nahe des Tores wohnt oder arbeitet, kommt durch, Passanten nicht. Am Pariser Platz, wo Obama seine Rede hält, gilt ein „absoluter Sicherheitsbereich“, der nur geladenen Gästen offensteht. Auch der Potsdamer Platz, wo der Staatsgast im Hotel nächtigt, wird laut Polizei ab Dienstag, 12 Uhr, für Passanten teils dicht gemacht. Abgestellte Fahrräder werden in beiden Bereichen entfernt.

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Kennedy zeigte Solidarität mit den West-Berlinern im Kalten Krieg und sprach vor dem Schöneberger Rathaus. Obama leistet Wahlkampfhilfe für die Kanzlerin und darf vor dem Brandenburger Tor für sich Punkte sammeln: Zwei spektakuläre Besuche prägen die Stadt Bo

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BLZ/RITA BÖTTCHER; QUELLE: POLIZEI, BLZ

Im Bereich des Schlosses Charlottenburg wird es am Mittwoch weiträumige Absperrungen geben. Bereits ab 8 Uhr morgens gelten Halteverbote auf dem Spandauer Damm, der Otto-Suhr-Allee, der Schlossstraße, dem Luisenplatz und dem Tegeler Weg. Die Sperrungen werden nach Angaben der Polizei bis etwa 23 Uhr andauern, wenn der USPräsident wieder nach Hause fliegt.

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18. Juni: Die Maschine von US-Präsident Barack Obama wird ab 19 Uhr auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel 1 erwartet. Von dort werden Barack Obama und seine Frau Michelle in einem Konvoi, dessen Autos zuvor eingeflogen werden, zum Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz 2 gefahren. Die genaue Route für den Konvoi wird aus Sicherheitsgründen erst kurzfristig festgelegt. Über einen Abendtermin ist noch nichts bekannt. Im Ritz Carlton wird Obama im 11. Stock in der Präsidenten-Suite residieren. 19. Juni, 10 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck begrüßt Obama mit militärischen Ehren im Schloss Bellevue 3 . 11 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt den Gast, der nicht auf Staats-, sondern auf Arbeitsbesuch ist, im Kanzleramt 4 . Wie lange das Gespräch der beiden Regierungschefs genau dauern wird, ist unklar. Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA soll allerdings bei den politischen Gesprächen in Berlin oben auf der Agenda stehen. Nach dem Treffen mit Merkel wird es eine Pressekonferenz geben. 16.15 Uhr: Präsident Barack Obama wird, wie sein Vorgänger Kennedy auch, zu den Berlinern sprechen. Geplant ist die öffentliche Rede auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor 5 . Unter den mehreren Tausend geladenen Gästen sind 600 Schüler der John-F. Kennedy-Schule in Zehlendorf. 19 Uhr: Im Schloss Charlottenburg 6 beginnt ein Abendessen mit geladenen Gästen. Gegen 22 Uhr: Obama startet vom Flughafen Tegel aus in Richtung Heimat. Die Berliner müssen während des Besuchs mit erheblichen Verkehrsbehinderungen und Einschränkungen rechnen. Am Rande der Visite hat ein Bündnis von Friedensaktivisten zu Protesten aufgerufen. Motto: „Yes we can: Obama die rote Karte zeigen“.

J O H N Orte der Erinnerung: Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass der amerikanische Präsident John F. Kennedy Berlin besucht hat. Die Bilder dieser Tage sind jedoch nie in Vergessenheit geraten. Zusammen mit Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem West-Berliner Bürgermeister Willy Brandt fuhr er in seinem offenen Wagen durch die Stadt, war den Berliner nahe, sprach zu ihnen. Die Rede vor dem Schöneberger Rathaus ist unvergessen. Knapp eine halbe Million Menschen war gekommen, um seine berühmten vier Worte zu hören „Ich bin ein Berliner.“ Noch heute erinnern viele Orte in der Stadt an ihn: Posthume Würdigung: Im November des Jahres 1963, in dem Kennedy Berlin besucht hatte, wurde er ermordet. Um ihn posthum zu würdigen, wurden damals der Rudolph-Wilde-Platz vor dem Schöneberger Rathaus 1 und das Amerika-Institut der Freien Universität 2 nach ihm benannt. Seither will das John-F.-Kennedy-Institut mit seinem Namen an die Verdienste Kennedys für Berlin und die Förderung der jungen Universität durch die USA nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern. Die John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf: Die Schule 3 hat sich der Verbindung deutscher und amerikanischer Tradition verschrieben. Der Unterricht an Grundschule und High-School findet sowohl in Deutsch als auch in Englisch statt . Die 1960 gegründete GermanAmerican Community School wurde nach dem Attentat auf Kennedy zu seinen Ehren umbenannt. Das Kennedy-Museum: Seit 2006 hat Berlin ein eigenes Kennedy-Museum 4 . Es eröffnete zunächst am Pariser Platz. Da die Ausstellungsfläche nicht mehr ausreichte, zog es im November vergangenen Jahres in die ehemalige jüdische Mädchenschule in die Auguststraße nach Mitte um. Fotografien, Filme, Dokumente und private Gegenstände erzählen die Geschichte der Präsidentenfamilie. Vom 20. bis 29. Juni 2013 gibt es dort die Sonderausstellung „Ich bin ein Berliner – Kennedys Deutschland-Besuch im Juni 1963“, es werden auch Aufnahmen seiner berühmten Rede vor dem Schöneberger Rathaus gezeigt. Das Hotel: Im Stil Kennedys nächtigen verspricht das nach Kennedy benannte Hotel John F am Werderschen

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K E N N E D Y

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Markt 5 mit seinem Kennedy-Zimmer. Das in blau gehaltene 25-Quadratmeter-Zimmer schmücken eine große deutsche und eine amerikanische Flagge sowie ein Kennedy-Porträt auf dem dunklen Holzschreibtisch. Eine Nacht kostet ab 120 Euro. Auf den Spuren Kennedys: Zum 50-jährigen Jubiläum seines Berlin-Besuchs finden in der Stadt eine Reihe von Veranstaltungen statt. Alliierten-Museum: An der Clayallee, dem ehemaligen Hauptstützpunkt der US-Soldaten, thematisiert die Dauerausstellung das Engagement und Leben der Westmächte in Berlin von 1945 bis 1994 1 . Museum und Outpost Theater, Clayallee 135, Dahlem „Ish bin ein Bearleener“. Der amerikanische Historiker John Provan stellt sein Buch über Kennedys Berlin-Besuch vor, in dem Zeitzeugen zu Wort kommen.

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BERLINER-ZEITUNG.DE Präsident Obama zu Besuch in Berlin! Aktuelle Berichte, Bilder, Hintergründe und einen Live-Ticker finden Sie unter berliner-zeitung.de/obama Outpost Theater, 20. 6., 18.30 Uhr Kennedy Revisited. Gezeigt werden Aufnahmen des ehemaligen West-Berliner Rundfunks SFB von Kennedys Besuch in der Originallänge von sieben Stunden. Outpost Theater, 26. 6., 10-18 Uhr Auf den Spuren John F. Kennedys durch Berlin. Das Amerika-Haus ist Startpunkt für eine Bustour auf Kennedys Route. Ziel ist das Schöneberger Rathaus. Buchung über das Museum, 15 Euro pro Person. 21., 22., 23. 6. jeweils 11 und 15 Uhr, Amerika-Haus, Hardenbergstraße 22-24, Charlottenburg Gedenkstätte Berliner Mauer: Der Ort 2 erinnert mit dem letzten erhaltenen Mauerstück wie kein anderer an die Teilung. Wie der DDR-Geheimdienst Kennedy gegenüberstand, soll Helmut Kulick von der Stasi-Unterlagen-Behörde erklären. 18. 6., 19 Uhr, Besucherzentrum, Bernauer Straße 119, Mitte

N O C H

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B E R L I N E R

Amerika-Gedenkbibliothek: 1962 hatte Kennedy sein Oval Office im Weißen Haus mit einer geheimen Aufnahmetechnik ausstatten lassen. Politisches und Privates, das mit der Veröffentlichung der Tonbänder ans Licht kam, wird von Experten beleuchtet 3 . 26. 6., 18 Uhr, Blücherplatz 1, Kreuzberg Freie Universität: Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des John-F.-Kennedy-Instituts für Nordamerikastudien wird dem Freiheitsgedanken und dem Besuch Kennedys und seiner Rede an der FU gedacht 4 . Anmeldung bis 21. 6. auf ww.jfki.fu-berlin.de

„John F. Kennedy spricht zu den Berlinern“, BRD 1964 und Direktübertragung des Auftritts vor dem Rathaus Schöneberg, BRD 1963. 23. 6. , 21 Uhr und 26.6., 16Uhr Checkpoint Charlie Stiftung: Bei einer Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen darf Neues rund um die Person Kennedy und den Besuch ans Licht kommen 7 . Anmeldung bis zum 19.6. per Mail an projekt@cc-stiftung.de. 22. 6.,18-20 Uhr, BVV-Saal Rathaus Schöneberg, JohnF.-Kennedy-Platz

Festakt. Prominente Gastredner wie US-Botschafter Philip D. Murphy und der Yale-Professor Alan Trachtenberg sprechen. 27. 6., ab 16 Uhr, Hörsaal 1B, Habelschwerdter Allee 45, Dahlem

Deutsch-Russisches Museum: Direktor Jörg Morré hält einen Vortrag über den Gegenbesuch des sowjetischen Staatschefs Chruschtschow in Berlin 8 . 23. 6., 17 Uhr, 15 Uhr kostenlose Führung, Zwieseler Straße 4, Karlshorst

Symposium. US-Professoren referieren über Entwicklungen in der nordamerikanischen Gesellschaft. Am Abend veranstalten die Studenten ein Fest. 28. 6., ab 10.30 Uhr, John-F.-Kennedy-Institut, Raum 340, Lansstraße 7-9, Dahlem

Berlin-Patrol: Seit 2011 erinnert die Initiative einmal jährlich mit ihrem Programm an das Leben der Alliierten im geteilten Berlin. Dieses Jahr findet eine Sternfahrt mit Militäroldtimern zum Militärhistorischen Museum in Gatow statt.

Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika: Oliver Lubrich stellt sein Buch „John F. Kennedy. Unter Deutschen“ vor 5 . Im Anschluss findet eine Podiumsdiskussion unter anderen mit Egon Bahr statt. 25. 6., 18 -20.30 Uhr, Friedrich-Ebert-Stiftung, Konferenzraum 2, Hiroshimastraße 28, Tiergarten

Eröffnungszeremonie am London Block, dem ehemaligen Hauptquartier der britischen Truppen 9 . 21.6., 10 Uhr, Adlerplatz/Zugang über Hanns-BraunStraße, Charlottenburg

Deutsches Historisches Museum: Gemeinsam mit dem Haus der Geschichte in Bonn betreibt das DHM 6 das Internet-Geschichtsportal Lebendiges Museum Online. In dessen Rückblick-Kategorie steht diesen Monat der Deutschlandbesuch Kennedys im Mittelpunkt. www.dhm.de/lemo Zeughauskino: Der Juni im DHM-Kino steht im Zeichen der Besuche Kennedys und Chruschtschows in Berlin. Unter den Linden 2, Mitte „Deutschland grüßt Kennedy. Vier geschichtliche Tage“, BRD 1963 und „Dank dem Freunde. Zu Ehren Walter Ulbrichts“, DDR 1963. 23. 6., 19 Uhr und 26. 6., 20 Uhr

Allied Times Picknick. Mit dem Picknick-Korb geht es Richtung Spandau, um Militärfahrzeuge zu begutachten und das Museum 10 zu besuchen. Alliierten-Veteranen erzählen von ihrer Zeit in Berlin. 23. 6., 10-18 Uhr, Kladower Damm 182, Kladow Forum Willy Brandt: DasHaus 11 gedenktdesTages,denBrandtundKennedy in Berlin verbrachten, sowie der Beziehung der beiden Politiker zueinander. Gezeigt wird der Film „J. F. Kennedy in Berlin“. Sonderführung „Willy Brandt und John F.Kennedy in Berlin“ 11/14/16 Uhr und Vortrag „Willy Brandt und John F. Kennedy“ 15/17 Uhr 26. 6., 10-18 Uhr, Unter den Linden 62-68, Mitte Weitere Informationen unter http://www.berlin.de/kennedys

2 6 . J U N I

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9.45 Uhr: John F. Kennedy landet auf dem West-Berliner Flughafen Tegel 1 . Bundeskanzler Konrad Adenauer und der WestBerliner Bürgermeister Willy Brandt heißen ihn dort willkommen. Kennedy besucht die Stadt anlässlich des 15. Jahrestags der Luftbrücke, er will seine Solidarität mit der Bevölkerung von WestBerlin ausdrücken. 11.10 Uhr: An der Kongresshalle, dem heutigen Haus der Kulturen der Welt 2 , hält Kennedy eine Rede vor dem Gewerkschaftskongress der IG BauSteine-Erden. Einer seiner zentralen Punkte ist die Rolle der Gewerkschaften bei dem Aufbau einer freien Gesellschaft. Anschließend macht er Halt in der Nähe des Brandenburger Tors. Von einer Aussichtsplattform, die britische Militärs für ihn am Ende der Straße des 17. Juni 3 errichtet haben, macht er sich ein Bild von der Mauer. 12.05 Uhr: Das nächste Ziel auf der Route ist der Grenzübergang Checkpoint Charlie 4 an der Kochstraße, wo sich im Oktober 1961 amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden. 12.50 Uhr: „Ich bin ein Berliner.“ Diese vier bis heute unvergessenen Worte sagt Kennedy vor dem Schöneberger Rathaus 5 . Knapp eine halbe Million Menschen sind zum Sitz des Bürgermeisters von West-Berlin gekommen, um den amerikanischen Präsidenten zu hören und zu sehen. 15 Uhr: Kennedy hält eine Ansprache vor dem Henry-Ford-Bau der Freien Universität 6 . Rund 20 000 Studenten haben sich dort versammelt. 16 Uhr: Das letzte Ziel ist der Hauptstützpunkt der amerikanischen Truppen in der Clayallee 7 . Kennedy dankt den Soldaten für ihren Einsatz. 17 Uhr: Bevor Kennedys Maschine von Tegel aus Richtung Irland startet, hält er eine letzte Rede und wird anschließend von Adenauer und Brandt verabschiedet.

Höchste Sicherheit Um den Gast zu schützen, ist die Polizei im Großeinsatz. Straßenschlachten wie in früheren Zeiten wird es wohl nicht geben. Aber die Angst vor einem Anschlag ist groß V ON A NDREAS K OPIETZ

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ie Sicherheitsstufe, die für einen US-Präsidenten gilt, ist nicht wirklich definiert. Besucht Russlands Präsident Deutschland, dann gilt Sicherheitsstufe 1. Das heißt: Es ist mit einem Anschlag auf sein Leben zu rechnen. Gleiches gilt für Israels Ministerpräsidenten und das Chinesische Staatsoberhaupt. Aber im Fall eines US-Präsidenten gilt gewissermaßen Sicherheitsstufe 1 ++. Der US-Präsident gilt als der meist gefährdete Politiker der Welt. Berliner erinnern sich noch gut an den letzten Besuch eines US-Präsidenten: Als George W. Bush im Mai 2002 nach Berlin kam und im Hotel Adlon abstieg, glich die Innenstadt einem Heerlager der Polizei. Ab Friedrichstraße herrschte im Bereich um das Brandenburger Tor Totenstille. Kein Auto, kein Passant kam durch. Diese weiträumigen Absperrungen galten auch deshalb, weil Bush nicht nur gefährdet, sondern in Deutschland auch äußerst unbeliebt war, weshalb es mehrere Großdemonstrationen gab. Schon kurz nach seiner Landung lieferten sich Demonstranten die ersten Straßenschlachten mit der Polizei. Noch schwerere Krawalle hatte es 1987 beim Besuch von US-Präsident Ronald Reagan gegeben. Beim Besuch von Barack Obama sind schwere Krawalle nicht zu befürchten. Vier kleinere Demonstrationen sind angemeldet. Gleichwohl verfolgen die Staatsschützer bei Bundes- und Landeskriminalamt aufmerksam die öffentliche Diskussion um die jüngst bekannt gewordene Spionage-Affäre des US-Geheimdienstes NSA, von der offenbar auch Deutschland betroffen ist. Die Polizei schließt nicht aus, dass kurzfristig zu diesem Thema noch Demonstrationen angemeldet werden. Weit größere Gefahr droht aus Sicht der Sicherheitsbehörden von Extremisten – nicht nur von Islamisten, sondern auch von Rechtsextremisten aus den USA, die daheim schon mehrfach propagierten, Obama allein wegen seiner Hautfarbe töten zu wollen. Für die Sicherheit des Politikers innerhalb von Gebäuden ist das Bundeskriminalamt (BKA) zuständig. Es folgt zum großen Teil den Wünschen des Secret Service, der den Präsidenten in den USA und auf seinen Weltreisen bewacht. Den unmittelbaren Personenschutz leitet der Secret Service, der sich auch der Beamten der Sicherungsgruppe des BKA bedient. Für den Schutz außerhalb von Gebäuden sowie der Route für die Präsidenten-Kolonne ist dagegen die Berliner Polizei zuständig. Der stadtweite Einsatz wird von der örtlichen Direktion 4 (Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg) geleitet. Das Landeskriminalamt (LKA) postiert zum Beispiel seine Präzisionsschützen dort, wo auch Obama ist. Längst sind die LKA-Beamten deshalb dabei, Gebäude zu inspizieren, die an der Fahrtroute zwischen Flughafen Tegel und dem Hotel Ritz Carlton am Potsdamer Platz liegen, wo der hohe Gast nächtigen wird. Dabei geht es unter anderem auch darum, mögliche Schusswinkel für die Präzisionsschützen zu ermitteln. Für die Präsidenten-Kolonne gibt es mehrere Routen. Welche die Autos schließlich benutzen, das wird aus Sicherheitsgründen erst kurz vorher festgelegt. Um das Brandenburger Tor herum, wo Obama am Mittwoch seine Rede halten soll, ist ein Sicherheitsbereich eingerichtet, der sich von der Wilhelm- über die Behrenstraße auf die Straße des 17. Juni erstreckt. Bereits seit Freitag ist der Pariser Platz für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Selbst Radfahren ist dort schon ab Wilhelmstraße nicht mehr möglich. Ab Dienstag lässt die Polizei dann nur noch diejenigen durch, die nachweisen können, dass sie dort wohnen oder arbeiten. Sie werden dann von Polizisten zu ihren Büros oder ihrer Wohnung begleitet. Am Mittwoch, ab 6 Uhr, erfahren diese Sicherheitsvorkehrungen „eine deutliche Steigerung und Erweiterung“, wie es in einem internen Polizeipapier heißt, das dieser Zeitung vorliegt. Demnach erstreckt sich innerhalb des Sicherheitsbereichs der „absolute Sicherheitsbereich“, in dem Anlieger an dem Tag von 14 Uhr bis zum Verlassen der Kolonne des Staatsgastes die Fenster geschlossen halten müssen. Präzisionsschützen auf den Dächern und auf dem Tor selbst halten dann Ausschau nach möglichen Terroristen. Höchste Sicherheit herrscht auch im Ritz Carlton, wo Obama übernachtet, sowie vor dem Bundeskanzleramt, wo er mit Angela Merkel zusammenkommt, am Schloss Bellevue, wo er Bundespräsident Joachim Gauck trifft und am Schloss Charlottenburg, wo er am Mittwoch zu Abend isst. In diesen Bereichen begannen Polizisten bereits am Donnerstag damit, mit Hunden Gullys, Büsche und Beete auf Sprengstoff zu untersuchen. Für die Polizei, die mit rund 8 000 Beamten aufpassen wird, ist dies ein Großeinsatz. Immer wieder gibt es Abstimmungsrunden zwischen Berliner Polizei, BKA, Auswärtigem Amt und der amerikanischen Seite. Hin und wieder wird dann dem Vernehmen nach auch der Ton etwas ruppiger. „Wir lassen uns von den Amerikanern nicht alles vorschreiben“, sagt ein Polizist. „Wenn die Kollegen zu fordernd werden, dann argumentieren wir, dass Präsidenten bislang immer auf amerikanischem Boden erschossen oder verwundet wurden.“

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Ein Oldtimer mit Sonderausstattung: Mit dieser Boeing reist US-Präsident Barack Obama durch die Welt – und auch nach Berlin.

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as Flugzeug, mit dem Barack Obama am Dienstag auf dem Flughafen in Berlin-Tegel landet, wäre bei einer Billig-Airline längst ausgemustert worden. Private Luftfahrtunternehmen müssen, anders als bisher die US-Regierung, äußerst streng den Spritverbrauch kalkulieren, sie erneuern ihre Flotten ständig. Die Air Force One, eine modifizierte Boeing 747-200 B, ist Baujahr 1986, das heißt, sie gehört mittlerweile zu den Oldtimern am Himmel. Das allerdings ist nicht das größte Problem, bemisst sich das Alter eines Flugzeugs doch weniger nach Lebensjahren, denn nach Betriebsstunden. In dieser Hinsicht dürfte die Präsidentenmaschine ganz gut abschneiden, da sie die meiste Zeit im Hangar ihrer Heimatbasis verbringt, dem Luftwaffenstützpunkt Andrews in der Nähe von Washington. Gravierender ist da schon der technologische Standard des Jets. Dessen Cockpit ähnelt mit seinem Steuerhorn, den vielen Rundinstrumenten und der Konsole für den Flugingenieur beinahe dem eines Rosinenbombers. Von den heute gebräuchlichen Breitbildmonitoren ist nichts zu sehen, obgleich einige analoge Anzeigen inzwischen gegen kleine LCD-Displays ausgetauscht wurden. Die vier Triebwerke sind wenig effizient, was zu Flugkosten von ungefähr 162 000 Dollar pro Stunde führt. Nur der Stealthbomber B 2 und die fliegende Kommandozentrale E 4, ebenfalls ein umgebauter Jumbo, sind im Unterhalt teurer als die Air Force One. Auch deshalb wird für sie nun ein Nachfolger gesucht. Seit dem Amtsantritt von Barack Obama läuft die Ausschreibung für ein neues Präsidentenflugzeug, das spätestens im Jahr 2020 in Dienst gehen soll. Nachdem die europäische Firma Airbus verzichtet hat, ihren Großraumjet A 380 als mögliche Alternative anzubieten, läuft alles auf den traditionellen Regierungsausrüster Boeing hinaus. Nach derzeitigem Stand wird der Konzern drei Exemplare seines runderneuerten Modells Boeing 747-8 für diesen besonderen Zweck umrüsten. Dabei handelt es sich um die neueste Jumbo-Version mit hochmodernen Triebwerken und avancierten Bordcomputern. Als unter Präsident Ronald Reagan Mitte der 80er-Jahre die Boeing 707 ersetzt werden sollte – ein Muster, das bereits John F. Kennedy genutzt hatte und mit dem am 22. November 1963 auch sein Leichnam von Dallas nach Andrews überführt worden war – fiel die Entscheidung für den Jumbo gegen den Konkurrenten McDonnell Douglas, der sich mit der DC-10 für den prestigeträchtigen Auftrag beworben hatte. Das Geschäft umfasste die Lieferung von zwei nahezu identischen Flugzeugen, die 1987 ihren Erstflug absolvierten, nachVerzögerungen bei der Ausrüstung aber erst 1990 in der Ära von George Bush senior mit der militärischen Typenbezeichnung VC-25 den Dienst aufnahmen. Den populären Namen Air Force One tragen die Maschinen offiziell nur, wenn sich der Präsident an Bord befindet, es ist das Rufzeichen, mit dem sich die Crew bei der Luftraumüberwachung meldet. Fliegt allein der Vizepräsident der USA mit derselben Maschine, wird sie Air Force Two genannt. Für den Nimbus, den das Flugzeug genießt, sorgt vor allem dessen spektakuläre Sonderausstattung, von der sich Kinozuschauer in Wolfgang Petersens Thriller „Air Force One“ ein Bild machen können – wie authentisch dieses auch sein mag. So soll zu den Extras ein Abwehrsystem gehören, das anfliegende Flugkörper nicht nur elektronisch stört, sondern im Ernstfall Kartuschen mit Magnesiumleuchtkörpern und Aluminiumprojektilen ausstößt, deren Hitzeentwicklung Raketen von ihrem eigentlichen Ziel ablenken soll. Nach allem, was man sonst noch weiß, wurden in der Spezialanfertigung doppelt so viele Kabellängen verbaut wie in einer handelsüblichen Boeing 747, was auf eine ausgeklügelte Elektronik hinweist. Allein die 85 fest installierten Telefone wollen sorgfältig verdrahtet sein. Die Kommunikationszentrale, von der aus der Präsident das Militär der Vereinigten Staaten weltweit kommandieren kann, befindet sich in dem Buckel hinter dem Cockpitbereich. Darunter liegen die Privaträume der präsidialen Familie mit einer Schlafcouch, die sich passgenau in den Konus am Bug des Jumbos einfügt. Sämtliche Arbeitsbereiche des Stabs sind an der Steuerbordseite angeordnet, backbord zieht sich ein Korridor entlang, in dem ständig zwei Sicherheitsbeamte postiert sind. Die medizinische Abteilung verfügt neben einem faltbaren Operationstisch auch über ein Laufband, das sich George W. Bush einst einbauen ließ. Im hinteren Bereich ähnelt die Air Force One einem normalen Passagierflugzeug mit einer Kabine für circa 100 Fluggäste, die in der Regel mitreisenden Journalisten vorbehalten ist. Die Luftbetankungsanlage im Bug verschafft der Air Force One eine enorme Reichweite. Theoretisch könnte sie mehr als 24 Stunden in der Luft bleiben und nonstop ein Mal um die Erde fliegen. Tatsächlich dürfte das allerdings kaum nötig sein. Beim Abflug von Tegel gibt es übrigens ein spezielles Problem. Da die Startbahn des Flughafens für das Gewicht eines vollbetankten Jumbos zu kurz ist, hüpft die Air Force One zumeist von Berlin aus nur bis zur US-Basis in Ramstein, um von dort aus komplett abgefüllt die Heimreise anzutreten.

Wisbyer

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Die Air Force One ist das wohl berühmteste Flugzeug der Welt. Zum ersten Mal landet Barack Obama mit ihr in Berlin. Doch die Präsidenten-Maschine kommt in die Jahre

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Teures Auslaufmodell

1 1 Flughafen Tegel

Für Passanten dicht: Obama wird im Ritz Carlton am Potsdamer Platz übernachten. Ab Dienstag, 12 Uhr, ist dort kein Durchkommen mehr.


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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Obama 2013 − Kennedy 1963

„Meine Berliner und Berlinerinnen, ich bin stolz, heute in Ihre Stadt zu kommen als Gast Ihres hervorragenden Regierenden Bürgermeisters, der in allen Teilen der Welt als Symbol für den Kampf- und Widerstandsgeist West-Berlins gilt. Ich bin stolz, auf dieser Reise die Bundesrepublik Deutschland zusammen mit ihrem hervorragenden Herrn Bundeskanzler besucht zu haben, der während so langer Jahre die Politik der Bundesregierung bestimmt hat nach den Richtlinien der Demokratie, der Freiheit und des Fortschritts.

Vier Wörter Es ist eine der berühmtesten Reden der Geschichte, die Kennedy am 26. Juni 1963 gehalten hat. Wie alle großen Dinge ist sie ziemlich simpel, aber nicht so simpel, wie der am häufigsten von ihm zitierte Ausspruch vermuten lässt

A KG

„Ish bin ein Bearleener“: Kleine Hilfe für Kennedy zur Aussprache seines weltberühmten Satzes.

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ezählt hat die Leute vor dem Schöneberger Rathaus niemand, aber es waren viele. Filmaufnahmen zeigen einen Platz, der bis weit in die Seitenstraßen hinein gefüllt ist. Kennedy war nach Aussage seiner Biografen so beeindruckt von dem großen Ansturm und dem begeisterten Empfang durch die Berliner, dass er beschloss, die vorbereitete Rede etwas abzuändern und zwei Sätze auf deutsch zu sprechen. Im Rathaus Schönberg lernte er die Worte auswendig, lief dazu auf und ab und ließ sich immer wieder von seinem Dolmetscher und dem späteren Bausenator Klaus Franke korrigieren. Der Coup, ein paar Sekunden deutsch zu sprechen, war so gelungen, dass von der ganzen Rede nur diese eine Wendung – „Ich bin ein Berliner“ – im kollektiven Gedächtnis gespeichert wurde. Dadurch wurde die Aussage der Rede im Nachhinein sowohl verflacht als auch verharmlost. Die kurze Rede ist ein rhetorischer Höhepunkt des Kalten Kriegs. West-Berlin, selbstverständlich immer nur Berlin genannt, wird darin zum Herzstück der freien Welt erklärt, wie das alte Rom Herzstück des römischen Imperiums war. Deshalb könne ein jeder Bewohner der freien Welt mit Fug und Recht sagen: Ich bin ein Berliner. So wird ein Weltmachtblock rhetorisch kartiert und innerlich gefestigt. An ihrer kritischsten, bedrückendsten Stelle, in der geteilten Stadt nämlich, bestätigt Kennedy die politisch-militärische Frontstellung in der Weltpolitik und ruft die West-Berliner zum Durchhalten auf. Zugleich hält er dem sozialistischen Anspruch auf einen natürlichen Geschichtsverlauf Richtung Kommunismus eine ebenso zwangsläufige Entwicklung in Richtung universelle Freiheit entgegen. Den Berlinern spricht er dabei die weltpolitische Aufgabe zu, diesen Kampf mit zu entscheiden, wobei, logischerweise, nun ganz Berlin im Brennpunkt der Entwicklung steht. Das aufrührende Pathos der Rede erfüllte die Frontstädter mit Stolz und versicherte sie der Solidarität der Amerikaner. Das war aber nur die eine Seite der Medaille. Am Nachmittag fuhr Kennedy nach Dahlem und hielt an der Freien Universität eine Rede, die differenzierter und nüchterner war und den Berlinern eine lange Periode der Koexistenz beider Systeme in ihrer Stadt prophezeite. Er sprach sich für Frieden und Rüstungsbegrenzung aus – und für eine Intensivierung der Ost-West-Beziehungen: „Es ist wichtig, dass für die Menschen in den stillen Straßen östlich von uns die Verbindung mit der westlichen Gesellschaft aufrechterhalten wird – mittels aller Berührungspunkte und Verbindungsmöglichkeiten, die geschaffen werden können, durch das Höchstmaß von Handelsbeziehungen, das unsere Sicherheit erlaubt.“ Kennedy setzte auf die Dynamik des Freiheitsbedürfnisses. Die Freiheit müsse eine Sache der Selbstbestimmung der Völker sein. In ihr sieht er die stärkste Triebkraft der Geschichte. Seinem eigenen Land bescheinigte er in der FU-Rede, den Demokratisierungsprozess noch lange nicht abgeschlossen zu haben. Ein halbes Jahr später wird John F. Kennedy in Dallas erschossen. (jae.)

Mehr Jubel geht nicht: John F. Kennedy bei seiner Rede vor dem Rathaus Schöneberg am 26. Juni 1963.

Ich bin stolz darauf, heute in Ihre Stadt in der Gesellschaft eines amerikanischen Mitbürgers gekommen zu sein, General Clays, der hier in der Zeit der schwersten Krise tätig war, durch die diese Stadt gegangen ist, und der wieder nach Berlin kommen wird, wenn es notwendig werden sollte. Vor zweitausend Jahren war der stolzeste Satz, den ein Mensch sagen konnte, der: Ich bin ein Bürger Roms. Heute ist der stolzeste Satz, den jemand in der freienWelt sagen kann: Ich bin ein Berliner. Ich bin dem Dolmetscher dankbar, dass er mein Deutsch noch besser übersetzt hat. Wenn es in der Welt Menschen geben sollte, die nicht verstehen oder nicht zu verstehen vorgeben, worum es heute in der Auseinandersetzung zwischen der freien Welt und dem Kommunismus geht, dann können wir ihnen nur sagen, sie sollen nach Berlin kommen. Es gibt Leute, die sagen, dem Kommunismus gehöre die Zukunft. Sie sollen nach Berlin kommen. Und es gibt wieder andere in Europa und in anderen Teilen der Welt, die behaupten, man könne mit dem Kommunismus zusammenarbeiten. Auch sie sollen nach Berlin kommen. Und es gibt auch einige wenige, die sagen, es treffe zwar zu, dass der Kommunismus ein böses und ein schlechtes System sei, aber er gestatte es ihnen, wirtschaftlichen Fortschritt zu erreichen. Aber lasst auch sie nach Berlin kommen. Ein Leben in Freiheit ist nicht leicht, und die Demokratie ist nicht vollkommen. Aber wir hatten es nie nötig, eine Mauer aufzubauen, um unsere Leute bei uns zu halten und sie daran zu hindern, woanders hinzugehen.

Ich möchte Ihnen im Namen der Bevölkerung der Vereinigten Staaten, die viele Tausend Kilometer von Ihnen entfernt lebt, auf der anderen Seite des Atlantiks, sagen, dass meine amerikanischen Mitbürger stolz, sehr stolz darauf sind, mit Ihnen zusammen selbst aus der Entfernung die Geschichte der letzten 18 Jahre teilen zu können. Denn ich weiß nicht, dass jemals eine Stadt 18 Jahre lang belagert wurde und dennoch lebt in ungebrochener Vitalität, mit unerschütterlicher Hoffnung, mit der gleichen Stärke und mit der gleichen Entschlossenheit wie heute West-Berlin. Die Mauer ist die abscheulichste und stärkste Demonstration für dasVersagen des kommunistischen Systems. Die ganze Welt sieht dieses Eingeständnis des Versagens. Wir sind darüber keineswegs glücklich; denn, wie Ihr Regierender Bürgermeister gesagt hat, die Mauer schlägt nicht nur der Geschichte ins Gesicht, sie schlägt der Menschlichkeit ins Gesicht. Durch die Mauer werden Familien getrennt, der Mann von der Frau, der Bruder von der Schwester, und Menschen werden mit Gewalt auseinandergehalten, die zusammen leben wollen. Was von Berlin gilt, gilt von Deutschland: Ein echter Friede in Europa kann nicht gewährleistet werden, solange jedem vierten Deutschen das Grundrecht einer freien Wahl vorenthalten wird. In 18 Jahren Frieden und der erprobten Verlässlichkeit hat diese Generation der Deutschen sich das Recht verdient, frei zu sein, einschließlich des Rechtes, die Familien und die Nation in dauerhaftem Frieden wiedervereinigt zu sehen, in gutem Willen gegen jedermann. Sie leben auf einer verteidigten Insel der Freiheit. Aber Ihr Leben ist mit dem des Festlandes verbunden, und deshalb fordere ich Sie zum Schluss auf, den Blick über die Gefahren des Heute hinweg auf die Hoffnung des Morgen zu richten, über die Freiheit dieser Stadt Berlin und über die Freiheit Ihres Landes hinweg auf den Vormarsch der Freiheit überall in der Welt, über die Mauer hinweg auf den Tag des Friedens mit Gerechtigkeit. Die Freiheit ist unteilbar, und wenn auch nur einer versklavt ist, dann sind nicht alle frei. Aber wenn der Tag gekommen sein wird, an dem alle die Freiheit haben und Ihre Stadt und Ihr Land wieder vereint sind, wenn Europa geeint ist und Bestandteil eines friedvollen und zu höchsten Hoffnungen berechtigten Erdteiles, dann, wenn dieser Tag gekommen sein wird, können Sie mit Befriedigung von sich sagen, dass die Berliner und diese Stadt Berlin 20 Jahre die Front gehalten haben. Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner.“

Ich bin ein Berliner ... aber auch New Yorker, Londoner, Hamburger, Münchner, Wiener, Kölner, Venezianer und Katalane!

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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Obama 2013 − Kennedy 1963

B E R L I N

I M

Kennedys Besuch in West-Berlin 1963 symbolisierte die Bedeutung Berlins als Brennpunkt des Kalten Krieges zwischen den Westmächten unter Führung der USA und dem Ostblock unter Führung der Sowjetunion. Er erreichte einen ersten Höhepunkt 1948 mit der Blockade der Westsektoren durch die Sowjetunion, der die westlichen Alliierten mit der Luftbrücke zur Versorgung WestBerlins begegneten. Aus den westlichen Siegermächten wurden Schutzmächte und Freunde.

BERLINER VERLAG

B

is nahezu auf den letzten klapprigen Revierhengst und Kripobullen werden Westberlins Polizeidienststellen entvölkert sein, wenn Mittwoch, 9.45 Uhr, Präsident Kennedy zu einem Acht-Stunden-Rundlauf in der Frontstadt eintrifft“, schrieb am 22. Juni 1963 die Berliner Zeitung. „Noch während er sich in Tegel an den Klängen des Marsches ‚Hail to the chief‘ delektiert, reißen sich – zu Lande, zu Wasser, in der Luft – 16 000 Westberliner Polizisten noch einmal symbolisch am Riemen: 130 Funkwagen surren ab. Zehn Wasserschutzboote blubbern in See. Zwei Hubschrauber lüften die Schwingen. 70 Wald- und Flurexperten hoch zu Roß durchkämmen das Gelände. Und selbst das Musikkorps der Schutzpolizei muß – zweckentfremdet – Absperrdienst an 5 000 Metern Absperrgittern und 12 000 Metern Absperrseil schieben.“ Da es viele neuralgische Punkte in West-Berlin gebe, erließen „Schönebergs Schultheiße auch Order an die Bürger: Laßt keine Fremden ans Fenster heran! Werft keine Blumen aus den Fenstern.“ Das Neue Deutschland kommentierte sarkastisch: „Schauen Sie mal, zwischen den Rosen könnten doch Nadeln oder Atomsprengköpfe stecken.“ Wenn „wir in der Hauptstadt der DDR hohe Gäste haben …, dann haben wir es noch nie nötig gehabt, Barrieren zwischen den Gästen und den Berlinern zu bauen.“ Die aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen waren den DDR-Medien Anlass für Spott und Häme, und sie waren eine willkommene Steilvorlage, um den Kennedy-Besuch herunterzuspielen. In den Wochen zuvor hatte die Agitationskommission beim Zentralkomitee der SED „Argumentationshinweise“ an die Medien gegeben, wie der Besuch zu kommentieren sei. „Wir bitten alle Redaktionen“, hieß es darin, „in der nachfolgend vorgeschlagenen Richtung zu informieren. Dabei ist der angekündigte Besuch Kennedys auf keinen Fall überzubewerten.“ Die Medien hielten sich an die vorgegebene Linie, der Beitrag der Journalisten bestand darin, mit möglichst deftigen Formulierungen den Klassenfeind lächerlich zu machen. Die „Wünsche“ der Parteiführung an die Medien vor dem Besuch gingen aber noch weiter. „Wir schlagen vor, in den Meldungen ständig zu beweisen, wie die USA die Menschenrechte und die Selbstbestimmung mit Füßen treten.“ Oder: „Ausgangspunkt der Argumentation ist die Anprangerung der abenteuerlichen und revanchistischen Politik Bonns.“ Besonders die Rassendiskriminierung in den USA nahmen sich die Journalisten vor, und da gab es genug Beispiele. So schrieb die Neue Zeit, Organ der Blockpartei CDU, unter der Überschrift „Quo vadis, Präsident Kennedy?“: „Im Widerspruch zu dem verlogenen Gerede der Exponenten imperialistischer Unmenschlichkeit stehen auch die Tatsachen aus der US-amerikanischen Wirklichkeit. Negerkinder, die an Demonstrationen für bescheidene und elementare Forderungen nach einem menschenwürdigen, gleichberechtigten Dasein teilnehmen, werden mißhandelt, verhaftet, der Schulen und der Städte verwiesen … Um bei Anwesenheit einer lynchwürdigen Meute die Immatrikulation zweier junger Neger zu ermöglichen, müssen in Tuscaloosa 3 000 Soldaten aufgeboten werden. Der Negerführer Medgar Evers fällt den tödlichen Schüssen weißer Rassenfanatiker zum Opfer.“

Gegenbesuch: Nikita Chruschtschow (2. v. l.) in Ostberlin, rechts SED-Chef Ulbricht.

„Waren das die antikommunistischen Tiraden von Hitler und Goebbels, die in Schöneberg aus den Lautsprechern quollen?“, fragte das Neue Deutschland.

B R E N N P U N K T

D E S

An solchen Beispielen beweise sich überzeugend, dass der Mensch den Monopolen nichts gilt. Die Berliner Zeitung forderte unter der Schlagzeile „Blut fließt in den USA“, Kennedy solle sofort in die USA zurückkehren, denn es sei unverständlich, dass der amerikanische Regierungschef das Land verlassen habe, ohne dem „Wüten der rassistischen Horden“ Einhalt zu gebieten. Kein Satz kam in die Zeitungen, kein Bild ins Fernsehen, die den Jubel der Westberliner wiedergaben, den Kennedy mit seiner „Ich bin ein Berliner“-Rede auslöste. Im Westteil der Stadt brachte sie ihm viel Sympathien, im Ostteil bewirkte sie genau das Gegenteil. Unter dem starken Eindruck, den die Berliner Mauer bei ihm auslöste, griff der Präsident zur Rhetorik des Kalten Krieges: Wer glaube, mit den Kommunisten zusammenarbeiten zu können, solle nach Berlin kommen. Dort würde einem klar, dass dies nicht möglich sei. Das Neue Deutschland warf ihm daraufhin in einem Kommentar vor, sich des Jargons jener zu bedienen, „gegen die er selbst vor 20 Jahren in den Krieg gezogen ist“, und fragte: „Waren das die antikommunistischen Tiraden von Hitler und Goebbels, die in Schöneberg aus den Lautsprechern quollen?“ Wenige Tage nach Kennedys Abreise kam der sowjetische Parteiführer Nikita Chruschtschow nach Ost-Berlin. Das war kein zeitlicher Zufall, sondern wurde als Gegenereignis bewusst inszeniert. Tagelang wurden die Ost-Berliner in den Medien auf den Besuch eingestimmt. Die Fahrtroute des „Führers des Kosmonautenvolkes“ wurde abgedruckt, öffentliche Gebäude waren zu beflaggen (solch eine verordnete Beflaggung hatte man beim KennedyBesuch im Westen bewusst unterlassen, da man keine Erinnerungen an nationalsozialistische Propaganda wecken wollte), die Ost-Berliner wurden aufgefordert, vor ihren Fenstern rote Fahnen zu hissen wie zum 1. Mai. Die Kinder bekamen schulfrei. Auch Chruschtschow fuhr im offenen Wagen vom Flughafen in die Stadt, nur war es kein Lincoln, sondern ein großer schwarzer SIM sowjetischer Produktion, vorbei an begeisterten Menschenmassen, die ihm vom Straßenrand zuwinkten. Hunderttausende empfingen ihn am Roten Rathaus, riefen in Sprechchören „Ni-ki-ta“ und ließen ihn hochleben. Chruschtschow hielt eine Lobrede auf den Kommunismus und die sowjetischen Erfolge im All. Gerade erst hatte die Kosmonautin Walentina Tereschkowa mit dem Raumschiff „Wostok 6“ in fast drei Tagen die Erde 49 Mal umkreist, als erste Frau der Welt im All. Nachdem die Sowjetunion bereits mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All geschickt hatte, war das mittlerweile der 6. Flug und fast schon Routine. Die sowjetische Raumfahrt war der amerikanischen voraus, das ließ sich propagandistisch gut einsetzen im Wettstreit der Systeme. Chruschtschow pries in seiner Rede vor dem Roten Rathaus die DDR für ihre Umsetzung des „russischen Wunders“ auf deutschem Territorium. Während für Kennedy die West-Berliner Pioniere auf einer vom Feind umzingelten Insel waren, nannte Chruschtschow die Ost-Berliner Pioniere des Aufbaus des Sozialismus in Deutschland. Als Äquivalent zum „Ich bin ein Berliner“-Satz Kennedys soll Chruschtschow, so berichteten Westberliner Zeitungen, „Ich liebe die Mauer“ gesagt haben. Aber das ist nicht belegt.

K A L T E N

1958 richtete die UdSSR das erste Berlin-Ultimatum an die Westmächte: Binnen sechs Monaten sollten sie sich an einem Friedensvertrag mit beiden deutschen Staaten beteiligen. Demnach hatten sie West-Berlin aufzugeben, das zwar als „Freie Stadt“ weiter das kapitalistische System behalten sollte, aber bezüglich der Verbindungen zur Außenwelt und aufgrund von Wohlverhaltensverpflichtungen völlig der DDR überantwortet werden würde.

Sprengköpfe zwischen den Rosen Die aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen zum Kennedy-Besuch begleiteten 1963 die Ost-Berliner Medien mit Häme und Spott. Sie prangerten die Rassendiskriminierung an und feierten Nikita Chruschtschow als Führer des Kosmonautenvolkes Von Thomas Leinkauf

K R I E G E S

Das Ultimatum blieb ohne Wirkung. Kreml-FührerChruschtschow versuchte daraufhin, West-Berlin mit anderen Mitteln „auszutrocknen“. Auch das scheiterte an der wirtschaftlichen Unterstützung durch die BRD und Kennedys Festhalten an seinen drei „wesentlichen Erfordernissen“, die er 1961 nach dem Mauerbau für Westberlin definiert und beim Besuch 1963 bekräftigt hatte: Truppenpräsenz, Zugang und Lebensfähigkeit für West-Berlin gewährleisten.

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John F. Kennedy, 1963, Abflug mit der Air Force One von Berlin-Tegel, Aufnahme © Ulrich Mack

DER BILDBAND ZUM 50-JÄHRIGEN JUBILÄUM VON KENNEDYS DEUTSCHLANDBESUCH


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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Obama 2013 − Kennedy 1963

zwischen den Welten Durch den Besuch Kennedys in Berlin fühlten sich Willy Brandt und Egon Bahr in ihrer Ostpolitik bestärkt. Beide waren nicht nur enge politische Vertraute, sie standen sich auch persönlich nah. Von Holger Schmale

DPA/PA

D Wandeln

er Journalist Egon Bahr, in den 50er -Jahren Chefredakteur des RIAS Berlin, war 1960 Senatssprecher geworden und entwickelte sich auf dieser Position zum engsten Vertrauten des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt. Das zentrale Ereignis jener Jahre war vor allem für die Berliner der Bau der Mauer im August 1961. Sie bewies, dass nun der Status quo, die Teilung Deutschlands und der Stadt, erst einmal zementiert war. Aber das wollten Brandt und Bahr zunächst noch nicht wahrhaben. Der Regierende Bürgermeister der ummauerten Halbstadt wandte sich mit einem Brief direkt an den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy und rief um Hilfe. Doch der antwortete kühl: „Diese Mauer ist nur durch Krieg zu beseitigen. Und niemand will Krieg. Sie auch nicht.“ Diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt der späteren „Ostpolitik“, die Brandt und Bahr dann vom Kanzleramt in Bonn aus verfolgten. Sie ging davon aus, erst einmal die Realität als solche anzuerkennen. Zum Beispiel die Existenz der DDR. Oder: „Man muss den Status quo anerkennen, um ihn verändern zu können“, wie Kennedy damals sagte. Mit seinem demonstrativen Besuch in West-Berlin ermunterte er Brandt und Bahr, auf ihrem Weg weiterzugehen. Dieser Weg folgte den Konzepten Egon Bahrs, die er zuerst wenige Wochen nach dem Kennedy-Besuch in einem Vortrag an der Evangelischen Akademie Tutzing präsentiert hat. Er verstand es, sie in schlüssige Formeln zu packen: „Politik der kleinen Schritte“ und„Wandel durch Annäherung“, das waren die zentralen Begriffe dieser Politik, die jeder verstand. Auch die Ostdeutschen und vor allem die Ost-Berliner, die sich von Brandt und Bahr mit ihren Anliegen endlich ernst genommen fühlten. Egon Bahr ist einer, der Geschichte gern in Anekdoten erzählt und damit die Absurditäten jener Zeit erst richtig deutlich macht. So berichtete er einmal, wie er sich als Staatssekretär und Berlin-Beauftragter

H I S T O R I S C H E R

O R T

26. Juni 1963, kurz vor zwölf: John F. Kennedy blickt von einem eigens für den Besuch errichteten Podest über die Mauer am Brandenburger Tor. Ganz links ist Egon Bahr zu erkennen. Ganz in der Nähe dieser Stelle hielt US-Präsident Ronald Reagan 1987 seine Rede, in der er forderte: „Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein.“ 1994 setzte Bill Clinton diese Tradition fort, an die nun auch Barack Obama anknüpft. Clintons deutsche Sätze lauteten: „Nichts wird uns aufhalten. Alles ist möglich. Berlin ist frei.“

im Kanzleramt während der Verhandlungen über das Viermächteabkommen 1971 heimlich mit dem sowjetischen Botschafter Valentin Falin in West-Berlin traf. „Am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf meines amerikanischen Verhandlungspartners Ken Rush: ‚Egon, du musst vorsichtig sein. Mein CIA-Mann berichtet mir, dass der sowjetische Botschafter gestern in der Residenz des Bundesbeauftragten in Dahlem war.‘ Ich sagte: ‚Ich weiß, ich war ja dabei.‘“ Bahrs Wandeln zwischen den Welten erweckte vielerlei Misstrauen in Bonn, wo anfangs noch Konrad Adenauer und später dessen politische Erben über die strikte Westbindung wachten. Da konnte einer, der wie Bahr in den Verhandlungen mit der DDR offenkundig einen Kurs der Anerkennung und Stabilisierung des kleineren deutschen Staates verfolgte, nur Verdacht erregen. Doch bezweifelt schon lange kein ernst zu nehmender Historiker mehr sein Bemühen, langfristig die Bedingungen für eine wie auch immer geartete staatliche Einheit herbeizuführen. „Ich bin eigentlich ein Nationalist“, bekannte Egon Bahr 1967. Genau so schätzte Henry Kissinger den Sozialdemokraten in seinen Memoiren ein: „Bahr gehörte zwar zur Linken, aber ich hielt ihn vor allem für einen deutschen Nationalisten.“ Und Arnulf Baring hielt schon 1982 in seinem Standardwerk „Machtwechsel“ fest: „Die Vorstellung und der Wille, die historische Chance einer Wiedervereinigung unbedingt offen zu halten, verließen Bahr nie.“ Damit aber war er ironischerweise ziemlich allein unter den politisch Handelnden in der Bundesrepublik jener Jahre. Willy Brandt und Egon Bahr aber waren seit dem Mauerbau nicht nur enge politische Vertraute, sie standen sich auch persönlich nah – so distanziert der 22 Jahre ältere Brandt sich auch stets gab. Kurz vor seinem Tod 1992 fragte sein Sohn Lars ihn, wer seine Freunde gewesen seien. „Egon“, antwortete Willy Brandt.

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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Obama 2013 − Kennedy 1963

Die Menschen vor dem Rathaus waren begeistert – konnten Sie Brandts Reaktion verfolgen? Ja. Er war beunruhigt. Es war ein Satz, der dem Kalten Krieg entsprach, wie die Menschen ihn hören wollten und auch brauchten. Aber es schien eine Abweichung von Kennedys Linie zu sein, die auf Kooperation mit der Sowjetunion zielte. Und der ja auch wir mit Blick auf die DDR folgen wollten. Das machte Brandt nervös, während Adenauer strahlte. Das politische Genie Kennedys haben wir erst später richtig erkannt und bewundert. Worin bestand das? In der Erkenntnis, dass ohne Zusammenarbeit mit der Sowjetunion keine Stabilität für Berlin erreichbar war. Und das hat funktioniert. Es hat dann ja keine große Berlin-Krise mehr gegeben oder Versuche, den Status quo in Europa und Deutschland zu verändern. Aber dieser deutsch gesprochene Satz hat die Stimmung und Erwartung der Berliner damals auf den Punkt getroffen. Es waren zwei Seiten der gleichen Strategie. Kennedy ist knapp zwei Jahre nach dem Mauerbau nach Berlin gekommen. Hatten Sie sich einen früherenfrüheren Besuch erhofft?

BERL INER ZEITU NG/MARKUS W ÄC HTER

Herr Bahr, sehr viele Berliner erinnern sich noch an die Rede von Präsident Kennedy am Rathaus Schöneberg. Sie waren hinter den Kulissen dabei … Unvergesslich ist für mich die Situation im Arbeitszimmer des Regierenden Bürgermeisters. Kennedy besuchte die sanitären Anlagen, die anderen warteten. Adenauer saß auf dem Sessel Willy Brandts und studierte das Neue Deutschland, was auch nicht gerade üblich war für ihn. Dann kam Kennedy zurück und begann in dem Büro auf und ab zu gehen, um leise einen deutschen Satz einzustudieren, den wir aber nicht verstehen konnten. Es war der später so berühmte, den wir aber auch erst wie alle anderen in der Rede zu hören bekamen.

D E R

V O R D E N K E R

Egon Bahr (91) gehört heute zu den großen alten Männern der SPD. Er war der engste Wegbegleiter Willy Brandts in Berlin und später als Außenminister und Bundeskanzler in Bonn. Seine wichtigste Rolle hatte er als Unterhändler bei der Vorbereitung der Verträge mit der Sowjetunion, Polen und der DDR, mit denen die Entspannungspolitik festgeschrieben wurde. Er gehörte viele Jahre dem Bundestag und dem Präsidium der SPD an, der er auch als Bundesgeschäftsführer diente. Zu Beginn seiner journalistischen Karriere nach dem Krieg arbeitete Bahr auch für die Berliner Zeitung.

Wir hatten gehört, dass er zögert. Weil de Gaulle ein Jahr zuvor diesen Riesenerfolg mit seinem Auftritt in Bonn hatte, wo er über das große deutsche Volk sprach. Wie sollte er das toppen? Was wir damals nicht gewusst haben: Dass Kennedy zwischen 1937 und 1945 schon drei Mal in Deutschland gewesen war. Bei einem Besuch in München hatte er nur begeisterte Nazis getroffen, unmittelbar nach dem Krieg aber keinen einzigen mehr gefunden. Man konnte sich vorstellen, dass er sich nun fragte, wie die Deutschen im Jahre 1963 sein würden – wankelmütig, verlässlich? Aber das Ergebnis war dann eindeutig … Ja, ich bin sicher, dass er durch diesen Besuch zu der festen Überzeugung gekommen ist: Auf die Deutschen ist Verlass! Er hat seinen Nachfolgern hinterlassen: Wenn es mal schwierig wird, geh nach Berlin. Wie bewerten Sie die inzwischen aus seinen Reisetagebüchern bekannt gewordenen, etwas befremdlichen Äußerungen Kennedys über Hitler, aus denen fast Bewunderung spricht? Der Jüngling verdient Milde, gemessen an den klaren Fehlurteilen damals verantwortlicher Träger großer Namen in demokratischen Ländern. Es gibt diese wunderbaren Bilder, wie Kennedy mit Adenauer und Brandt im offenen Wagen durch die Straßen fährt, Tausende Menschen an den Rändern. Gab es überhaupt keine Angst vor einem Attentat, wie es dann kein halbes Jahr später in Dallas passiert ist? Ich kann mich nicht erinnern, dass das bei der Vorbereitung des Besuchs eine Rolle gespielt hat. Ich kann mir aber vorstellen, dass einige Sicherheitsleute graue Haare bekommen haben, als sie das erlebt haben. Es wäre ja nicht zu verhindern gewesen.

„Brandt war beunruhigt“ Bei einem Besuch in Deutschland hatte Kennedy 1937 nur begeisterte Nazis getroffen, nach dem Krieg aber keinen einzigen mehr gefunden. Man konnte sich vorstellen, dass er sich fragte, wie die Deutschen im Jahre 1963 sein würden – verlässlich?

Das Gespräch führte Holger Schmale.

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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Obama 2013 − Kennedy 1963

Von Holger Schmale

ULLRICH MACK

Die Begeisterung, die Hoffnungen, die Barack Obamas Wahl zum ersten schwarzen Präsidenten der USA begleiteten, sind durchaus vergleichbar mit jenen um John F. Kennedy 50 Jahre zuvor.

Kopf hoch: John F. Kennedy macht den Berlinern mit seiner Rede vor dem Schöneberger Rathaus Mut.

Von wegen höchste Sicherheitsstufe: Kennedy zeigt sich gern dem Volk.

A FP

Mythos Kennedy

DPA

E

s ist selten, dass ein Politiker außerhalb seines Landes einen magischen Moment erlebt, der zu einem Schlüssel seiner politischen Biografie wird. Im Falle von John F. Kennedy ist das so. Nie hat der junge Präsident der USA vor mehr Menschen gesprochen als an jenem 26. Juni 1963 am Schöneberger Rathaus. Nie dürfte er seine Wirkung auf die Massen stärker gespürt haben als an jenem Tag. „Wenn ich denen gesagt hätte, reißt die Mauer ein, dann hätten sie es getan“, notierte der Kennedy-Biograf Robert Dallek. Der Präsident war sich der Bedeutung dieses Ereignisses sehr bewusst. „So lange wir leben, werden wir niemals wieder einen solchen Tag wie heute erleben“, sagte er noch am selben Tag in Berlin. Und es gibt wohl keine andere politische Rede der Neuzeit, die mit einem einzigen Zitat so im kollektiven Gedächtnis mehrerer Generationen zweier Länder verankert ist wie diese. Viele politisch interessierte Amerikaner nennen neben Kennedys legendärem Appell „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“, noch heute die Berliner Rede, das deutsche Zitat darin, als die wichtigste dieses Präsidenten. Sie ist ebenso Teil des Kennedy-Mythos wie sein mitreißender Aufruf in seiner Nominierungsrede auf dem Parteitag der Demokraten 1960 – sich New Frontiers, neuen Herausforderungen zu stellen, die gesellschaftliche Spaltung der USA zu überwinden. Nur tausend Tage amtierte Kennedy im Weißen Haus, wenig Zeit, um greifbare Ergebnisse erzielen zu können. Davon hat er tatsächlich nicht viel vorzuweisen, es sind eher negative, die in Erinnerung sind: Das Fiasko der gescheiterten Invasion auf Kuba, der Eintritt in den Vietnamkrieg. Und doch zählt das jüngste Staatsoberhaupt, das die USA je hatten, heute zu den drei, vier „großen“ Präsidenten in der über 230-jährigen Geschichte des Landes. So zynisch es klingen mag, die Größe des Mythos ist ohne seine Ermordung im November 1963 nicht zu erklären. Hätte es diesen gewaltsamen, in aller Öffentlichkeit und vor den Augen von Millionen Fernsehzuschauern verübten Mord nicht gegeben, hätte auch ein John F. Kennedy von den Mühen des politischen Alltags zermürbt werden können, so, wie es Barack Obama ergeht. Die Begeisterung, die Hoffnungen, die dessen Wahl zum ersten schwarzen Präsidenten der USA begleiteten, sind durchaus vergleichbar mit jenen um Kennedy 50 Jahre zuvor. Beide Männer verkörperten eine sehr amerikanische Aufbruchsstimmung, einen Optimismus, frische Ideen und die Hoffnung auf bessere Zeiten. So erschütterte der plötzliche Tod Kennedys das Selbstverständnis vieler Amerikaner und eröffnete eine finstere Dekade mit den Morden an seinem Bruder Robert, dem Bürgerrechtler Martin Luther King und der Eskalation des Vietnamkrieges bis zu dessen für das nationale Selbstbewusstsein der USA katastrophalem Ende. Umso strahlender leuchtete in der Rückschau das Bild John F. Kennedys, sorgfältig gepflegt von seiner Familie und vor allem von seiner Frau Jacqueline, Jackie, die ihn zu dem ersten wie einen Popstar an der Spitze eines großen Landes gefeierten Mann gemacht hatte. So sehr er sie auch durch Beziehungen zu anderen Frauen gedemütigt hatte, sie war es, die schon kurz nach seinem Tod alles tat, um ihren ermordeten Mann als eine Ikone der amerikanischen Geschichte zu erhalten. Das begann schon mit der in aller Fassungslosigkeit und grenzenlosen Trauer doch so sorgfältig inszenierten Beisetzung in Washington. Angelehnt an die Beerdigungszeremonie Abraham Lincolns, der erste Präsident, der einem Attentat zum Opfer gefallen war, wurde Kennedy auf demselben Katafalk aufgebahrt. Ein gesatteltes, reiterloses Pferd folgte, wie schon zuvor bei Lincoln, dem Sarg im Trommelgeleit. Die Reiterstiefel, die verkehrt herum in den Steigbügeln steckten, symbolisierten den gefallenen und verlorenen Reiter, der nicht mehr zurückkehren würde. Die gesamte Inszenierung sollte darauf hinweisen, dass es sich auch bei Kennedy um die Beerdigung eines Helden und Märtyrers handeln musste,

Fünf Monate nach der Berlin-Visite wurde Kennedy erschossen, ein letztes Foto von ihm und seiner Frau.

wie es in einer Analyse des Berliner Kennedy-Museums heißt. Diesem Helden erwies auch sein liebevoll John-John genannter Sohn, der an diesem Tag seinen dritten Geburtstag hatte, mit militärischem Gruß seine Reverenz; ein Foto, das sich selber wie eine Ikone tief in das kollektive amerikanische Symbolgedächtnis eingegraben hat. Dass John jr. ebenso wie seine Schwester Caroline schwer unter der Last dieses auf sie übertragenen Anspruchs gelitten haben, gehört wie sein Tod bei einem Flugzeugabsturz 1999 zur Tragödie der Familie Kennedy, die wiederum Teil des bis heute wirkenden Mythos ist. Noch immer erregt es besondere Aufmerksamkeit, wenn ein Mitglied der großen Familie sich entscheidet, in die Politik zu gehen. Doch sind dies zuletzt immer Geschichten des Scheiterns gewesen, womöglich auch dies eine Folge des kollektiven Drucks, welcher der Heldenmythos um John und Robert auf die Kennedys ausübt. John (oder Jack, wie ihn seine Freunde nannten) und Jackie Kennedy waren das erste Politikerpaar, das die Medien und vor allem das Fernsehen systematisch zur Pflege der eigenen Popularität eingesetzt hat. Sie schufen und bedienten ein Interesse auch an ihrem Privatleben, das oft mit einer heimlichen Sehnsucht der Amerikaner nach einem Königshaus begründet wurde. Ihre Privatangelegenheiten, ihre Urlaube auf dem mondänen Familiensitz Hyannis Port am Atlantik, Fehlgeburten Jackies, die Affären Johns, die kaum verheimlichte Beziehung zu Marilyn Monroe, alles wurde in den Medien diskutiert, damals eine noch ungewohnte, aber sehr populäre Art des Regenbogenjournalismus. Und irgendwie gelang es dem Clan, trotz aller auch düsteren Seiten dieses Lebens, zu denen auch mysteriöse, frühe Kontakte zur Mafia zählten, stets als strahlende Vorbildfamilie zu erscheinen. Das Meisterwerk an medialer Inszenierung aber gelang Jackie Kennedy mit einem Interview des damals äußerst einflussreichen Magazins Life. Ihr Anliegen war es, wie sie offen zugab, die Geschichtsschreibung über ihren Mann zu kontrollieren. Deshalb bestand sie darauf, dass der Journalist und alte Freund der Familie Theodor H. White das Interview mit ihr führte; einer, von dem sie sicher sein konnte, dass er ihr Anliegen unterstützte. Nur eine Woche nach dem Attentat empfing sie ihn in Hyannis Port zu einem Gespräch, das wie kein anderes den Blick auf John F. Kennedy für die Nachwelt prägen sollte. Von daher rührt die bis heute wirkende Assoziation der Kennedys mit Camelot, dem sagenhaften Königreich. Jackie erzählte ihm, wie sie und Jack manchmal vor dem Schlafengehen den Soundtrack zum Broadway Musical „Camelot“ aufgelegt hatten, und wie vor allem die letzten Zeilen des letzten Liedes einen besonderen Zauber auf den Präsidenten ausübten: „Don’t let it be forgot, that once there was a spot, for one brief shining moment that was known as Camelot – Lasst uns nicht vergessen, dass es einmal, für einen kurzen strahlenden Moment, einen Ort gegeben hat, der Camelot hieß.“ Wie in der Sage war Camelot das Königreich der Guten und sein Herrscher, König Artus, aufgrund seines Edelmuts beim Volke sehr beliebt. Wie er verzauberte auch das Präsidentenpaar die Menschen auf der ganzen Welt mit seinem Charme und mit seiner Ausstrahlung. Die Sage um Camelot und der damit einhergehende Artus-Mythos suggerieren aber immer auch den Glauben des Volkes an die Wiederkehr ihres Königs und die Wiederaufnahme seiner Herrschaft. Diese Symbolik kann also nicht nur auf John F. Kennedy, sondern auf die gesamte Familie angewendet werden, schreiben die Biografen des KennedyMuseums. Am Ende des Interviews stellte Jackie Kennedy fest, dass Amerika in Zukunft bestimmt wieder großartige Präsidenten haben werde, aber nie wieder ein „Camelot“. Mit dieser Aussage stilisierte Jackie die Regierungszeit ihres Mannes zum strahlenden Moment Amerikas. Seine Amtszeit war vielleicht kurz gewesen, aber dennoch hatte sie etwas Magisches und war schon deswegen nicht weniger maßgebend als die anderer Präsidenten – das ist die bis heute

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Bereits zum 50. Mal jährt sich in 2013 die legendäre Rede, die John F. Kennedy an der Seite des damaligen Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt vor rund 1,5 Millionen Menschen am Rathaus Schöneberg hielt. „All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‚Ich bin ein Berliner‘!“ Symbolisch stehen Kennedy, die Luftbrücke und das Zitat „Ich bin ein Berliner“ für den gleichermaßen unermüdlichen wie friedlichen Kampf um Freiheit, an den der limitierte und von Hand nummerierte Kunstdruck auch mit Verweis auf bekannte Berliner Sehenswürdigkeiten erinnern soll.

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Berliner Zeitung · Nummer 138 · Montag, 17. Juni 2013

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Obama 2013 − Kennedy 1963

Das Brandenburger Tor im Rücken: John F. Kennedy, Willy Brandt und Konrad Adenauer (v. l.) auf der Fahrt im offenen Wagen durch die Stadt.

A U S

S O L I D A R I T Ä T

Kinder haben schulfrei, viele Betriebe und Behörden arbeiten nicht: Am 26. Juni 1963 besucht John F. Kennedy anlässlich des 15. Jahrestags der Luftbrücke West-Berlin. Alle Berliner sind auf den Beinen – dankbar für den ersten Besuch eines US-Präsidenten nach dem Mauerbau im August 1961 in der geteilten Stadt, neugierig auf den jungen, glamourösen Präsidenten. Kennedy spricht vor Gewerkschaftern in der Kongresshalle, er fährt in seinem offenen schwarzen Präsidentenwagen durch die Stadt und stoppt am Brandenburger Tor, um die Mauer zu sehen. Er hält am Checkpoint Charlie in der Kochstraße, er wird vor dem Schöneberger Rathaus bejubelt, wo er sich zum Berliner erklärt. Er spricht auch vor 20 000 Studenten, die er an der Freien Universität besucht. Fünf Monate später ist John F. Kennedy tot. Nach den Schüssen von Dallas kommen wieder Hunderttausende Berliner vor dem Rathaus Schöneberg zusammen – zu einer Trauerfeier.

wirksame Botschaft. Der Mord an seinem fast genau so populären Bruder Robert fünf Jahre später fügte der Geschichte der Kennedys noch ein tragisch anmutendes Kapitel hinzu. Eine weitere Facette des Mythos Kennedy, an dem viele mitwirkten. 1967, ein Jahr vor dem Tod Roberts, schrieb Gore Vidal ahnungsvoll: „Die Kennedys sind einzigartig in unserer Geschichte, und der Tag, an dem sie wieder aus dem Rampenlicht treten, wird ein trauriger sein; denn dann verlieren wir eine Familie, die zu unserer eigenen geworden ist.“ Ganz in diesem Sinne wirkte die Ermordung Kennedys auch in Deutschland wie ein Schock. Nach seinem Besuch wenige Monate zuvor fühlte man sich ihm hier besonders verbunden. Sein Tod wirkte auf viele Menschen, als hätten sie einen persönlichen Freund verloren. Tageszeitungen erschienen mit Sonderausgaben, Magazine wie Stern und Quick mit großen Bilderstrecken, wie man sie in Deutschland bis dahin noch nicht kannte. In vielen Familien wurden diese Hefte über Jahrzehnte aufbewahrt und immer wieder hervorgeholt. Dass Kennedy gerade in Deutschland als ein Hoffnungsträger der Zukunft angesehen wurde, hing mit der historischen Situation des Landes zusammen. Die Bundesrepublik stand vor einer Zeitenwende. Wirtschaftlich hatte das Land, auch Dank der Hilfe der Amerikaner und ihres Marshall-Planes, einen sagenhaften Wiederaufstieg vollzogen, es besaß die modernste Industrielandschaft der Welt. Politischkulturell aber verharrte die Bundesrepublik in der verdrucksten Nachkriegszeit. Ihr 87 Jahre alter Kanzler Konrad Adenauer war die Personifizierung dieses Zustandes. Konservativ, verknöchert, geistig beengt. Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Willy Brandt, war der Gegenentwurf, er stand für einen modernen, offenen, besonders am großen Vorbild USA orientierten Politikentwurf. Der Sozialdemokrat war bei der Bundestagswahl 1961 der logische Herausforderer Adenauers. Im Wahlkampf wurde der 48-Jährige mit dem gerade zum Präsidenten gewählten, vier Jahre jüngeren, charismatischen Kennedy verglichen. Er kopierte Formen dessen Straßenwahlkampfes. 1961 scheiterte Brandt noch im Bund, doch zwei Jahre später zeigte das Berliner Wahlergebnis von 61,9 Prozent für die SPD, welch ungeheure Popularität Willy Brandt zumindest unter der städtischen Bevölkerung erlangt hatte. Die von ihm gespürte Geistesverwandtschaft mit Kennedy erlaubte es ihm, dem amerikanischen Präsidenten kurz nach dem Mauerbau einen empörten Brief zu schreiben, in dem er ein sofortiges Einschreiten der Schutzmacht USA forderte. Er umging damit Adenauer, der wenig Sensibilität für die besondere Situation der Berliner zeigte, und brach die protokollarisch-diplomatischen Regeln. Kennedy verstand ihn. Er verlegte als demonstrative Geste eine US-Kampfgruppe mit 1 500 Mann aus Westdeutschland auf dem Landweg durch die DDR nach WestBerlin, die dort wie die neuen Befreier gefeiert wurde. Vor allem aber sandte er umgehend seinen Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson nach Berlin, der dort früher eintraf als der wahlkämpfende Bundeskanzler. Er hatte einen persönlichen Brief an Brandt dabei, in dem Kennedy ein militärisches Vorgehen gegen die Mauer ausschloss, weil dies Krieg bedeutet hätte. Doch dieser Brief argumentierte bereits in der Dialektik der Entspannungspolitik, die kurz darauf auch Brandt und Egon Bahr entwickelten; sie lautete im Kern, dass der kommunistische Block mit der Mauer ein Monstrum geschaffen habe, das im Moment zwar seine Macht zeige, dessen Existenz mit der Zeit aber jede Glaubwürdigkeit und Attraktivität des anderen Systems zunichte machen werde. Brandt und Bahr verstanden Kennedys Gedanken, sie waren wirkliche Geistesverwandte. Wenn man die Mauer nicht wegbekam, musste man wenigstens Löcher in sie bohren – Passierscheinabkommen und Besuchsregeln. Wenn man die DDR nicht wegbekam, musste man sie wenigstens zu beeinflussen suchen – die Politik des Wandels durch Annäherung. Als Kennedy 1963 neben Brandt am Branden-

Nach seiner Rückkehr in die USA notierte Kennedy: „Ich sagte gestern, ich würde meinem Nachfolger eine Mitteilung mit der Aufschrift hinterlassen: Bei Mutlosigkeit öffnen. Und darin werden nur drei Wörter stehen: Geh nach Deutschland.“

burger Tor stand und nach Osten schaute, waren sie einander sehr nah und Adenauer ein Fremdkörper. Ein Eindruck, den Zehntausende bei der Fahrt der drei im offenen Wagen durch die Straßen der Stadt noch einmal erlebten. Es war diese Grundhaltung, die in den Reden Kennedys in Deutschland zum Ausdruck kam, und die ein sofortiges Einverständnis erzeugte. Die Menschen vertrauten ihm, hier kam ein Freund. Und Kennedy, der, was damals fast niemand wusste, bereits während des Krieges und 1945, kurz nach der Befreiung, in Berlin gewesen war, fühlte sich hier wie zu Hause. Er hatte mit seinem Besuch gezögert, wohl auch, weil er sich der Gefühle der Deutschen, die er zunächst als begeisterte Anhänger Hitlers und dann als vernichtend geschlagenes Volk erlebt hatte, nicht sicher war. Doch hatten sich gerade die West-Berliner nach der mithilfe der USA überstandenen Blockade der Stadt zu den größten Amerikafreunden in Deutschland überhaupt entwickelt. Hier herrschte eine begeisterte Identifikation mit den USA und allem Amerikanischen. „West-Berlin wollte noch moderner und amerikanischer werden als jeder andere Ort in Deutschland, Europa oder der ganzen Welt“, schrieb der US-Historiker Diethelm Prowe. Deshalb fühlten sich die Amerikaner dieser Stadt ganz besonders verbunden. In ihren Augen war die glitzernde Insel mitten im kommunistischen Machtgebiet ein Schaustück der Überlegenheit amerikanischer Demokratie und Marktwirtschaft, ein Stück American Way of Life in Europa. Auf diese Stimmung stieß John F. Kennedy im Juni 1963. Die Menschen sahen in ihm beides, den antikommunistischen Kalten Krieger, der denen da drüben offen die Stirn bot. Und zugleich den Hoffnungsträger einer neuen, freieren, moderneren Welt. Er fühlte sich tief berührt und getragen von dieser Stimmung. Nach seiner Rückkehr in die USA notierte Kennedy: „Ich sagte gestern, ich würde meinem Nachfolger eine Mitteilung mit der Aufschrift hinterlassen: Bei Mutlosigkeit öffnen. Und darin werden nur drei Wörter stehen: Geh nach Deutschland. Vielleicht werde ich diesen Brief eines Tages selbst aufmachen.“ Fünf Monate später starb Kennedy. Seine Ermordung hat alle mit ihm verbundenen Träume jäh zerplatzen lassen. Aber der Mythos lebt weiter.

„Frage […], was du für dein Land tun kannst!“ – Sohn F. RennedT, 20. Sanuar 1961 – Präsident Kennedy besuchte am 26. Juni 1963 mit Berlin eine—wie er es in seiner Rede ausdrückte—„verteidigte Insel der Freiheit.“ Freiheit war immer eine Grundkomponente des Lebens dieser Stadt, auch in den dunkelsten Kapiteln ihrer Geschichte. Ohne Freiheit gibt es kein selbstbestimmtes Leben; sie ist der Grundstoff der menschlichen Existenz. In diesem freiheitlich-demokratischen Geist errichtete das Abgeordnetenhaus von Berlin anlässlich des Abzugs der amerikanischen Streitkräfte 1994 die Checkpoint Charlie Stiftung als gemeinnützige, überparteiliche Institution von Bürgern für Bürger zur Pflege der deutsch-amerikanischen Beziehungen der Stadt Berlin. Seitdem wurden mit rund 3 Mio. €uro über 600 deutsch-amerikanische Projekte in Berlin oder den USA gefördert und ermöglichten etwa 50.000 Bürgerinnen und Bürgern beidseitig des Atlantiks interkulturelle Begegnungen, die sich häufig zu tiefen Freundschaften entwickelten. Wer auf der Welt über 6.300 Kilometer voneinander getrennt lebt, muss nicht nur Entfernungen überwinden, sondern für ein gut funktionierendes, vertrauensvolles, innovatives Miteinander auch hart arbeiten und viel investieren – das geht langfristig nur mit Ihrer finanziellen Hilfe!

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Berliner Zeitung 路 Nummer 138 路 Montag, 17. Juni 2013

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KENNEDY 1963

50 Jahre John F. Kennedy  

50 Jahre John F. Kennedy

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