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»Wir formulieren die Zukunft einer Gesellschaft, die mit weniger auskommt.« Prof. Dr. Harald Welzer

StiftungsWelt das magazin des bundesverbandes

deutscher stiftungen

01-2013 ISSN 1863-138X · Preis 15,90 €

Jahresstatistik: Stiftungszahlen 2012 » » » S. 32 Mission Investing: Geldanlagen in Bildungsfonds » » » S. 66

Kurs auf Zukunft Das Gemeinwesen von morgen gestalten

Mitreden!

Wer braucht Stiftungen?

Neues Gremium: Konferenz der Arbeitskreisleiter » » » S. 56

Her mit den Ideen!

Wohin steuert unser Gemeinwesen?


Eine erfolgreiche Stiftung braucht erfahrene Partner. Die Weberbank verf端gt als Privatbank 端ber die notwendige Erfahrung und eine exzellente Expertise. Nicht zuletzt durch die Beratung von 端ber 150 Stiftungen. Unsere Experten wissen, wie man ein Verm旦gen bewahrt und trotzdem die Chancen des Marktes nutzt. Informationen erhalten Sie telefonisch unter (030) 897 98-588 oder unter www.weberbank.de


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

Liebe Leserinnen und Leser,

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Editorial „Die Zukunft war früher auch besser“, bemerkte dereinst Karl Valentin. Stifter und Stiftungsengagierte geben sich mit dieser Feststellung nicht zufrieden. Die Sorge um und für die Zukunft ist ein zentraler Impuls des Stiftens und der Stiftungsarbeit, und die zukunftsgerichteten Aktivitäten von Stiftungen machen bereits in der Gegenwart einen wichtigen Teil der Vielfalt unseres Gemeinwesens und des Bemühens um seine Zukunftsfähigkeit aus. Unter dem Motto „Das Gemeinwesen von morgen stärken! Stiftungen in einer sich verändernden Welt“ findet vom 15. bis 17. Mai in Düsseldorf der Deutsche StiftungsTag 2013 statt. In Anlehnung an das Kongressmotto widmet sich der Schwerpunktteil dieser StiftungsWelt den damit zusammenhängenden Fragen: Vor welchen Veränderungen und Herausforderungen stehen wir? Wie können Stiftungen zum Gelingen des Gemeinwesens noch effektiver beitragen? Und wie können sie sich selbst – als mitprägender Teil der Gesellschaft – noch besser aufstellen? „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen“, hat Antoine de Saint-Exupéry gesagt. In diesem Sinne lade ich Sie herzlich nach Düsseldorf ein, um Gestaltungserfahrungen auszutauschen und gemeinsam Handlungsoptionen zu erörtern. Verbesserungen für die Zukunft des Stiftungswesens, insbesondere im steuerlichen und zivilrechtlichen Bereich, bringt Wir laden Sie herzlich uns das neue Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes. Der Bunein zum Deutschen desverband hat dazu maßgeblich beigetragen. Nähere InStiftungsTag nach formationen zum Gesetz finden Sie auf den Seiten 8 und 82. Ausführlich informiert Sie außerdem unsere Stiftungs­info Düsseldorf! Nr. 2 über die Neuerungen des Gesetzes, die allen Mitgliedern Ende März zugeschickt wurde. Sie ist auch im geschlossenen Mitgliederbereich unserer Internetseite zu finden. Die Konferenz der Arbeitskreisleiter, die seit November 2012 neben Vorstand und Beirat ein weiteres Gremium des Bundesverbandes ist, stellen wir Ihnen auf S. 56 vor. Last but not least möchte ich, auch im Namen der Redaktion, allen Leserinnen und Lesern sehr herzlich danken, die sich im Dezember und Januar an der Leserumfrage der StiftungsWelt beteiligt haben! Die Rückmeldungen sind ein wichtiger Wegweiser für die Weiterentwicklung des Magazins – eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie auf S. 62f. Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest und einen schönen Frühlingsanfang und freue mich auf ein Wiedersehen mit Ihnen beim Deutschen StiftungsTag!

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Dr. Wilhelm Krull  Vorsitzender des Vorstands Bundesverband Deutscher Stiftungen

Ihr


Nachhaltiges Stiftungsmanagement erfordert eine umfassende Kenntnis der Haftungs- und Reputationsrisiken. Unsere Compliance-Spezialisten helfen Ihnen, Risiken zu identifizieren und zu vermeiden. Sprechen Sie uns an. Ihre Ansprechpartner Sascha Voigt de Oliveira T +49 30 2068-4466 svoigtdeoliveira@kpmg.com Frank Wiethoff T +49 30 2068-4800 fwiethoff@kpmg.com

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Sicher in die Zukunft steuern.


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft5

inhalt 01-2013 Kurs auf zukunft!

StiftungsWelt digital lesen www.stiftungen.org/digital

Das Gemeinwesen von morgen Gestalten

schwerpunkt: Kurs auf Zukunft 10 �����Rückeroberung des Gemeinwesens von unten Die Bürger nehmen sich in neuer Art des Gemeinwesens an » » » Prof. Dr. Hans Fleisch 14 �����„Durch weniger Plunder erhöht sich die Lebensqualität“ Interview mit Prof. Dr. Harald Welzer » » » Interview Veronika Renkes 16 �����Klimaschützende Energie für das Gemeinwesen Welche Rolle können Staat, Gesellschaft und Bürger bei der Neuordnung der Energieversorgung spielen? » » » Thorsten Müller 18 �����Was prägt NGOs der Zukunft? Interview mit dem Zukunftsforscher Prof. Dr. Ulrich Reinhardt » » » Interview Benita v. Behr 20 �����Mit Augenmaß ins Netz Wie kann die Zivilgesellschaft das „digitale Zeitalter“ nutzen? » » » Dr. Nikolai Horn 22 �����Beteiligung als Handlungsprinzip Erfolgsfaktoren für Stiftungen als Moderatoren von Beteiligungsprozessen » » » Irene Armbruster und Dr. Helga Breuninger 24 �����Verjüngungskur für Stiftungen Beteiligung von jungen Menschen in Stiftungen » » » Rüdiger Ratsch-Heitmann 26 �����Das menschliche Maß finden Warum der Blick auf kommunale Gemeinwesen wichtiger wird » » » Sandro Giuliani und Dr. Heike Kahl 28 �����Für das Gemeinwohl? Stiftungen bringen sich verstärkt in politische Prozesse ein – doch was legitimiert sie dazu? » » » Marisa Klasen 30 �����Service: Literatur und Links im Internet zum Schwerpunktthema


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft7

inhalt 01-2013

34   » » »   Udo van Meeteren erhält den Deutschen Stifterpreis

35   » » »   Jetzt Anmelden: Deutscher StiftungsTAg 2013 in Düsseldorf

52   » » »   Mitmachen: Am 1. Oktober ist Tag der Stiftungen!

stiftungen Statistik a 32 �����645 Stiftungen neu errichtet: Jahresstatistik 2012    » » »   Katrin Kowark Porträt 34 �����„Nutze dein Leben, das Gute zu tun.“ Udo van Meeteren erhält den Deutschen Stifterpreis Interview 36 �����Lizenz zum Kreativwerden. Fragen an Prof. Dr. Joachim Rogall, neu in der Geschäftsleitung der Robert Bosch Stiftung Fortbildung 38 �����Neues Bildungszentrum der Stiftung Mercator » » » Tobias Leipprand und Prof. Dr. Bernhard Lorentz Interview 39 �����Nachgefragt: Peter Daetz neuigkeiten 40 �����Personalia  43_____Neuerrichtungen 44 �����Preisverleihungen  49_____Jubiläen  49_____Mosaik

Interna 52 �����Jetzt anmelden: Am 1. Oktober ist Tag der Stiftungen! 54 �����Rückblick: Verleihung des Deutschen Engagementpreises 2012 Gremien a 56 �����Neu: Konferenz der Arbeitskreisleiter 59 �����Adieu, Nikolaus Turner » » » Ein Brief von Dr. Klaus Wehmeier Mitglieder & 61 �����Danke für die Treue! Mitgliedschaftsjubilare 2013 Kooperationspartner 62 �����Ergebnisse der StiftungsWelt-Leserumfrage 64 �����Die Unternehmenspartner des Bundesverbandes

Termine & Veranstaltungen

Service Finanzen a 66 �����Geldanlage in Bildungsfonds » » » Peter Kreutter und Johannes Frankenfeld 71 �����Immobilieninvestment mit Weitblick » » » Dagmar Hotze Stiftungskommunikation 74 �����Stiftungskommunikation in Zeiten niedriger Zinserträge » » » Nadine Schöffer und Dietrich Schulze van Loon 76 �����Krisen vermeiden durch Prävention » » » Bettina Müller stiftungsManagement 78 �����Lernen aus Projekten – Serie Projektmanagement (Teil 3) » » » Prof. Dr. Steffen Koolmann Stiftungsrecht 80 �����Aktuelle Verfügungen und Urteile » » » Dr. Gregor Roth Buchmarkt 84 �����Besprechungen und aktuelle Literatur blickpunkte

3 ������Editorial  8_____Panorama   89_____Impressum/Bildnachweis  89_____In eigener Sache 90 �����Stipendiatenkochbuch der Adelhausenstiftung und der Dr.-Leo-Ricker-Stiftung a  Titelthema


8 StiftungsWelt 01-2013

Panorama presseschau Rund 200 regionale und überregionale Zeitungen griffen die Jahresstatistiken des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen auf. Auch das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts fand medialen Widerhall. „,Unser Werben darum, dass rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts ausreichend dotiert sein sollten, hat (...) gefruchtet: Bei kleineren Stiftungssummen werden alternative Stiftungsformen wie Treuhandstiftungen immer beliebter, auch Zustiftung­­en, z.B. in Form von Stiftungsfonds, gewinnen an Popularität. Darum ist die Zahl der neuen rechtsfähigen Stiftungen nicht ganz so stark gewachsen wie in den Vorjahren‘, so Dr. Wilhelm Krull, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Generalsekretär der VolkswagenStiftung.“ „Jahresstatistik: Stiftungssektor weiter auf Wachstums­ kurs“, dapd Nachrichtendienste, 31. Januar 2013

„Die Zahl der Stiftungen in Deutschland ist 2012 weiter gewachsen – wenn auch langsamer als in den Vorjahren. Neue Dynamik soll nun ein neues Gesetz bringen, das das Stiften weiter erleichtert. ,Wir müssen das Land der Stifter und der Stiftungen werden‘, sagte der Berichterstatter der Union, Christian von Stetten, dem Handelsblatt.“ „Bund verbessert Stiftungswesen“, Handelsblatt,­ 1. Februar 2013

„Die deutschen Stiftungen rechnen mit einem Boom neuer Stiftungsprofessuren in Deutschland. Angeregt werden könnte er durch das ‚Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts‘ (…). Es sieht vor, das sogenannte Endowment-Verbot aufzuheben, das Stiftungen bislang daran hinderte, Professuren dauerhaft mit Kapital auszustatten. (...) ‚Hier haben wir eine Chance, mit dem englischen und dem amerikanischen System gleichzuziehen‘, sagte Wilhelm Krull (…).“ „Stiftungen immer schlauer“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Februar 2013

FÜrsprecher der Stiftungen

Einer der politischen Wegbereiter des neuen Gesetzes zur Stärkung des Ehrenamtes ist der Hohenloher Bundestagsabgeordnete Christian Freiherr von Stetten (CDU/CSU). Der Deutsche Bundestag verabschiedete das Gesetz am 1. Februar, der Bundesrat am 1. März. Es wird nun dem Bundespräsidenten zur Unterschrift vorgelegt, sodass es nach Verkündung teilweise rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft tritt. Mit dem Gesetz soll die Arbeit der Ehrenamtlichen stärker unterstützt und der bürokratische Aufwand für gemeinnützige Organisationen, insbesondere für Stiftungen, verringert werden. Stiftungen können dadurch z.B. flexibler Rücklagen bilden und andere Stiftun-

gen mit Vermögen ausstatten (Endowments). Zudem wird die Anerkennung von Verbrauchsstiftungen erleichtert, die Haftung ehrenamtlich Tätiger reduziert und die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale angehoben. Wesentliche Inhalte sind bei Gesprächen und Disanstifter kussionen von Stettens mit ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus den Landkreisen Schwäbisch Hall und Hohenlohe erarbeitet worden. Christian von Stetten, gelernter Diplom-Betriebswirt (FH) und selbstständiger Unternehmer, engagiert sich ehrenamtlich im Stiftungssektor, u.a. als Mitglied des Parlamentarischen Beirats des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und als Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung des Hohenlohekreises und der Stadt Künzelsau zur Förderung der Reinhold-Würth-Hochschule Künzelsau. „Millionen von Bürgern engagieren sich in gemeinnützigen Vereinen. Aber wir sind auch auf einem guten Weg, das Land der Stiftungen und Stifter zu werden“, sagte von Stetten in seiner Bundestagsrede am 1. Februar 2013. „Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit den Stiftungen und Stiftern weitergehen, und deshalb beschließen wir auch zahlreiche Verbesserungen im Rahmen des StifGm tungsrechts.“

»»

Kaum ein anderer gesellschaftlicher Sektor in Deutschland hat über Jahre hinweg ein so stabiles Wachstum wie das gemeinnützige Stiftungswesen. Dr. Wilhelm Krull, Vorsitzender des Vorstands, Bundesverband Deutscher Stiftungen, anlässlich der Jahrespressekonferenz am 31. Januar 2013 in Berlin


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Stiftung MAyday

MAYDAY-MAYDAY-MAYDAY lautet der Notruf im Funksprechverkehr der internationalen Luftfahrt. Er signalisiert eine unmittelbare schwere Gefahr für die Durchführung eines Fluges: Sofortige Hilfe wird benötigt! Der Begriff wurde 1923 eingeführt, als es galt, ein Wort zu finden, das von allen Piloten und Fluglotsen ausgesprochen und verstanden werden konnte. Er entstand aus der englischen Ableitung der französischen Wendung „aidez moi“ („helft mir“), die über „m’aidez“ in „mayday“ umgewandelt wurde. Die von Piloten gegründete Stiftung Mayday trägt bewusst diesen Notruf in ihrem Namen, denn sie unterstützt in Not geratene Luftfahrer und deren Angehörige. Anlass zur Gründung war der tödliche Flugunfall des russischen Testpiloten Alexander Wjatkin am Vortag der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung 1994 in Berlin. Wjatkin hinterließ in Moskau eine vierköpfige Familie, die durch seinen Tod in eine Notlage geriet. Besucher, Piloten und Aussteller aus aller Welt sammelten auf der ILA spontan Geld für die Familie. Der Erfolg dieser Aktion ermutigte die Piloten zur Gründung einer Stiftung nach dem Vorbild jahrhundertealter Hilfswerke für Seefahrer. Neben der Einzelfallhilfe widmet sich die Stiftung seit 1998 auch der Krisenbewältigung. Um Besatzungsmitglieder bei der VerarAUSGEFALLEN beitung besonders belastender Situationen zu unterstützen, führte sie das „Critical Incident Stress Management“ (CISM) für Luftfahrer in Deutschland ein. Mittlerweile ist sie auf diesem Gebiet weltweit vernetzt, rund um die Uhr erreichbar und leistet mit gut 300 ehrenamtlichen, geschulten BvB Mitarbeitern jährlich weit über 200 Betreuungen. www.stiftung-mayday.de

6,5

6,5 Milliarden Euro haben die Deutschen 2012 schätzungsweise als Spende steuerlich geltend gemacht. Die Zahl geht auf eine neue Analyse der Spenden zurück, die in den Jahren 2001 bis 2008 beim Finanzamt angegeben wurden. Demnach belief sich das Wachstum des Spendenmarkts durchschnittlich auf 5,5 Prozent pro Jahr, wie Prof. Dr. Michael Urselmann von der Fachhochschule Köln und Wolfram Schwab­ bacher vom Statistischen Bundesamt

im Magazin Stiftung & Sponsoring zeigen. Bisher war vermutet worden, dass die Spendensumme spätestens seit dem Jahr 2000 stagniert. Wird dieses Wachstum als Schätzwert für 2009 bis 2012 genutzt, beträgt allein die Summe der steuerlich geltend gemachten Spenden für 2012 rund 6,5 Milliarden Euro. Unter Einbeziehung von nicht steuerlich geltend gemachten Spenden beläuft sich die Schätzung sogar Ph auf 7 Milliarden Euro.

» » » Seit März 2012 können Kunden an der Supermarktkasse „Aufrunden bitte!“ sagen und damit an Projekte für bessere Chancen benachteiligter Kinder in Deutschland spenden. Dahinter steht die DEUTSCHLAND RUNDET AUF Gemeinnützige Stiftungs-GmbH. Im ersten Jahr kam über 1 Million Euro zusammen. Nun werden weiticker tere Kinder-Projekte zur Förderung in 2014 gesucht. Bis 30. April können sich gemeinnützige Organisationen bewerben. Mehr Infos unter www.deutschland-rundet-auf.de. +++ Mit 100.000 Euro fördert die Bewegungsstiftung eine Kampagne der Anti-Atom-Organisation „.ausgestrahlt“ für einen schnelleren Atomausstieg. Es ist die bislang größte Einzelfördersumme der Stiftung. +++ Eine bundesweite Schulpflanzaktion haben die Deutsche Umweltstiftung und die Rossmann Drogeriemärkte am 27. Februar an der IGS Langenhagen bei Hannover gestartet. Im Laufe des Jahres werden 15.000 Schüler an rund 200 Schulen insgesamt 15.000 Bäume pflanzen. +++ Die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) Prof. Jutta Allmendinger Ph.D. erhält den Schader-Preis 2013. Mit dem Preis zeichnet die Schader-Stiftung Wissenschaftler aus, die wichtige Beiträge für die Lösung gesellschaftlicher Probleme geleistet haben. +++ Der SAP-Mitbegründer und Stifter Prof. Dr. Hasso Plattner ist am 20. Februar der amerikanischen Initiative „The Giving Pledge“ beigetreten, die 2010 von Bill Gates und Warren Buffett initiiert worden ist. Plattner hat angekündigt, über seine Stiftung die Hälfte seines Vermögens dem Gemeinwohl zukommen zu lassen. +++ Der Schauspieler Jürgen Holtz erhält den Theaterpreis Berlin 2013 der Stiftung Preußische Seehandlung. Die Auszeichnung in Höhe von 20.000 Euro wird am 5. Mai im Haus der Berliner Festspiele überreicht. +++ Ranking der Top 75 Thinktanks in Westeuropa: Die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Stiftung für Wissenschaft und Politik sind unter den 15 besten Denkfabriken im Global GoTo Think Ph Tank Index. 


10StiftungsWelt 01-2013

Rückeroberung des Gemeinwesens von unten Die Bürger nehmen sich in neuer Art des Gemeinwesens an. Wie können Stiftungen sie dabei stärken?

von Prof. Dr. Hans Fleisch

» » »   Es geht um mehr als Tomaten. Es ist ein politischer Akt: Die Urban Gardening-Bewegung pflanzt mit jedem Setzling ein Zeichen. Aber sie belässt es nicht beim Symbolischen. Denn Urban Gardening ist mehr als das; es ist direkte Gestaltung und zugleich bürgerliche (Rück-)Eroberung des Gemeinwesens von unten. Erwerben, erwirtschaften, erstehen, erobern, ersitzen – es gibt zahlreiche Formen der Inbesitznahme. Die aktuelle Aneignung des öffentlichen Raums durch engagierte, gestaltungswillige Bürger könnte man mit dem

Begriff „erstalten“ beschreiben: mehr als beim reinen „Gestalten“ machen sie sich eine Aufgabe, ein Thema, ein Problem oder eben ein Stück Garten zu eigen. Die Tomatenpflanzer der wachsenden Urban Gardening-Bewegung haben nicht mehr das Vertrauen, das die Tomatenwerfer eine Generation zuvor noch in die Repräsentanten der gesellschaftlichen Leitinstitutionen hatten: nämlich, dass allein mit öffentlichem Druck auf sie indirekt Zustände geändert, Missstände beseitigt, Fortschritt bewirkt werden könnte. Die wachsende bürgerschaftliche Erstaltung unseres Gemeinwesens geht direkt zur Sache und zeigt sich in unterschiedlichen Facetten: Community Organizer entwickeln Stadtteile, Senioren im Erzgebirge organisieren

Entwicklung von unten nach oben


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft11

bedürfnisgerechten Nahverkehr, Bürgerstifter renovieren den Stadtpark, andere Stiftungsakteure vermitteln Deutschkenntnisse. Eine stille Revolution  » » »   All dies ist gemeinwohlwirksames „doing business“, in dem sich Bill Clinton bezeichnenderweise erst angekommen sah, als er aus staatlichen Ämtern ausgeschieden war und sich seiner Stiftung widmete. Während manche noch politische Diskurse über neue Verantwortungsteilung zwischen staatlichen und anderen Sektoren abhalten und andere über die Einführung von einigen zusätzlichen Elementen der direkten Demokratie in unser repräsentatives Herrschaftssystem debattieren, verbreitet sich an der Basis das unmittelbare Verändern rapide. Der Repräsentation wird, und das ist zutiefst bürgerlich, die effektive Gemeinwohlleistung an Ort und Stelle hinzugefügt. Das unmittelbare Erstalten des öffentlichen Raumes gewinnt laufend an Kraft und Vielfalt auf ganz unterschiedlichen Feldern, und es hat längst begonnen, unser Land grundlegend zu verändern. Wie vor Jahrzehnten der demografische Wandel wird heute diese Entwicklung unseres Gemeinwesens noch unterschätzt; denn sie kommt nicht schlagartig, sondern gewissermaßen schleichend daher. „Eine stille Revolution“ nannte darum Roland Koch die Zunahme solchen Engagements. Auf dem letzten hessischen Stiftungstag, an dem Koch als Minis-

terpräsident teilnahm, zollte ausgerechnet er, der Machtpolitiker, dieser Umwälzung von unten seinen Respekt. Und ebenfalls in Hessen bekam wenig später ausgerechnet ein ehemaliger Altachtundsechziger vom Bundesverband Deutscher Stiftungen den Deutschen Stifterpreis, der mit seiner Stiftung Bewegungen wie das Urban Gardening an vorderster Front unterstützt. Jens Mittelsten Scheid setzt auch sonst als Stifter auf die heilsame Wirkung des Selbermachens. Das kommt nicht von ungefähr: Im postideologischen 21. Jahrhundert bevorzugen die effektiven Veränderer moderner Gesellschaften das Selbermachen und damit die Direktveränderung. Stiftende und Stiftungen, die solche Veränderer unterstützen, haben die Chancen der Zeit erkannt. Subsidiarität als hochmodernes Gesellschaftsprinzip  » » »   Ort der Erstaltung ist zunächst jeweils die lokale Nachbarschaft, die kommunale Ebene. Doch durch den an die lokalen Besonderheiten angepassten Transfer an andere Orte wird aus einem Gemeinschaftsgarten eine Bewegung, erwächst aus einer einzelnen Selbsthilfegruppe ein bundesweites Netzwerk, entwickelt sich aus der quantitativen Vermehrung lokaler Palliativinitiativen eine landesweit bessere Qualität der Versorgung. Es ist eine Entwicklung von unten nach oben, vom Lokalen zum Nationalen und darüber hinaus, ohne dass dabei das Prinzip der primär dezen-

Rückenwind für Erstalter!


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Zivilgesellschaftliche Heimathäfen stärken!

tralen Verantwortung und Steuerung – das ist ein Kern des Prinzips der Subsidiarität – aufgegeben wird. „Das Subsidiaritätsprinzip ist eine machtvolle Idee mit weitreichenden praktischen Folgen“, heißt es zu Recht im Bericht der Kommission „Familie und demografischer Wandel“ für die Robert Bosch Stiftung. Seine Wurzeln reichen Jahrhunderte zurück. Auf die grundgesetzliche Ordnung und die Entwicklung des Gemeinwesens der Bundesrepublik hatte das Subsidiaritätsprinzip gravierenden Einfluss. Es geriet in den letzten Jahrzehnten jedoch ins Hintertreffen gegenüber der zunehmenden Ökonomisierung von immer mehr Lebensbereichen durch „global players“ einerseits und andererseits dem Wachstum der zentralen Regelung und Versorgung durch einen paternalistischen Staat und die EU-Bürokratie. Wider die Entreicherung  » » »   Der damit verbundene Entzug der Möglichkeiten, individuelle Fähigkeiten in eigenverantwortlichen Gemeinschaften gestaltend einzusetzen, bereitet Unbehagen. Hinzu kommt die Erfahrung, dass die Dominanz globaler Wirtschaftsakteure das Leben vor der Haustür entreichert und zudem eine Scherenentwicklung nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht vorantreibt. Zudem wächst die Einsicht, dass bürokratische und notProf. Dr. Hans Fleisch  wendig standardisierte staatliche Lösunist seit 2005 Generalsekretär des Bundesvergen der gewachsenen Vielfalt unserer Lebandes Deutscher Stiftungen. 2009 wurde er zum Honorarprofessor der Universität benswirklichkeit immer weniger gerecht Hildesheim berufen. werden können. Eine offensichtliche AbKontakt  kopplung eines Teils führender Repräsenhans.fleisch@stiftungen.org tanten des politischen Betriebes und der entwurzelten Großunternehmen von dem, was als „anständig“ empfunden wird, gießt zusätzlich Öl in ein Feuer, das längst flächig brennt. Aus solchem Mangelgefühl, Mangelbewusstsein und Verlust von Vertrauen gegenüber „denen da oben“ speist sich das Bedürfnis von immer mehr Menschen, im nahen Sozialraum den Status des gegängelten Konsumenten zu verlassen und in der Gruppe mit anderen zugunsten gemeinsamer Anliegen ganz praktisch produktiv zu werden. Es spricht viel dafür, dass dies weiter zunehmen wird. Und das ist gut so. Denn es kehrt

was machen die da oben mit uns?

den Prozess der Entreicherung und Entmündigung um. Es schafft mehr Vielfalt – von zentraler Wichtigkeit auch für die Zukunftsfähigkeit des Gemeinwesens – und passgenauere Lösungen. Es vergrößert das soziale Kapital und stärkt den Zusammenhalt. Es tut gut: den Akteuren und dem Gemeinwesen, nicht nur vor Ort. Auch für unseren Kontinent ist Daniel Cohn-Bendits und Ulrich Becks Plädoyer für ein „Europa von unten“ ein besonders chancenreiches Konzept. Chancen für Stiftungen  » » »   Darum stellt sich für gemeinnützige Stiftungen nicht die Frage ob, sondern nur wie dieser Prozess der zunehmenden bürgerschaftlichen Erstaltung des öffentlichen Raumes „von unten“ weiter vorangebracht werden kann. Die gute Nachricht: Da gibt es unzählige Möglichkeiten. Passenderweise sollten die Chancen von unten nach oben in den Blick genommen werden. Auf lokaler Ebene ist eine wesentliche Aufgabe, diejenigen zu stärken, die gemeinwohlorientiert Verantwortung im öffentlichen Raum übernehmen. Das beginnt mit unbürokratischer Übernahme von Kosten, vor allem von Sachkosten ehrenamtlich getragener Initiativen – gerade auch solchen, die noch wenig Zugang zu anderen Finanzmitteln haben, und durch Bereitstellung sonstiger Ressourcen. Wo auf Dauer wirtschaftlich tragfähige „social entreprises“ eine gute Lösung zu bieten versprechen, kann aus Fördermitteln der Stiftung die Entwicklung des Geschäftsmodells und des Transfers, die Förderung der nicht profitablen Pilotphase und die wissenschaftliche Untersuchung der Funktionsfähigkeit der Unternehmung effektive Anschübe geben. „Mission related investing“ aus dem Stiftungsvermögen, z.B. in ein gartengeeignetes Grundstück in der Stadt, das an urbane Gärtnerinnen und Gärtner verpachtet werden kann, bietet weitere Chancen. Auch die Förderung der Qualifikation von dezentralen Erstaltern ist ein Betätigungsfeld, das von Stiftungen mit überschaubaren Mitteln geleistet werden kann. Eine besonders hebelwirksame Chance ist es, lokale zivilgesellschaftliche Heimathäfen für die verschiedenen Aktivisten, Initiativen und potenzielle „Mittäter“ zu stärken, wo dann ganz unterschiedliche Akteure andocken, sich lokal vernetzen, lernen und auftanken


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft13

Sind wir gegängelte Konsumenten oder produktive Gestalter?

können: Die Stärkung der Bürgerstiftungen, die dafür in einzigartiger Weise geeignet sind, bietet zudem die Chance, dass mit deren Entwicklungsförderung örtliche Ressourcen mobilisiert werden und sich die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten vor Ort auf Dauer selbst tragen. Auf überregionaler Ebene ist eine der von Stiftungen noch unternutzten Chancen, die Mittlerorganisationen der Zivilgesellschaft in die Lage zu versetzen, als verlässliche Knotenpunkte den Transfer von guten lokalen Lösungen sowie Vernetzung und professionelle Betreuung der Lokalmatadoren zu bewirken. Auf nationaler Ebene gilt es, die Aufbereitung und Verbreitung von Know-how zu ermöglichen, das dann dezentral und für Politikberatung hilfreich sein kann. Und es kommt darauf an, dass Stiftungen dem vielfältigen Engagement vor Ort eine zentrale starke Interessenvertretung auf Bundesebene ermöglichen. Die Erstalter brauchen eine starke Stimme  » » »   Mit dem „Bündnis für Gemeinnützigkeit“ ist – nicht zuletzt dank des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Förderung durch die Körber-Stiftung – vor nicht langer Zeit erstmals die Keimzelle einer Dachverbände übergreifenden Stimme der Zivilgesellschaft geschaffen worden. Es ist überaus bedeutsam, dass dieses Bündnis zusätzliche Förderung auch durch Stiftun-

gen erhält. Denn es kann wirksamer als ein einzelner Dachverband zugunsten hilfreicher Rahmenbedingungen seine Stimme erheben und machtvoller einfordern, dass der Staat seine Verantwortung, die er auch unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips hat, wahrnimmt. Zur Subsidiarität gehört nämlich – neben der Gewährleistung von Frieden, Sicherheit in weiterem Sinne und sozialem Ausgleich durch den Staat – auch ein staatlicher Beistand für diejenigen, die bürgerschaftlich Verantwortung übernehmen; darauf hat schon der Vordenker dieses Prinzips, Wilhelm Emmanuel von Kettler, hingewiesen. Worauf es ankommt, ist ein konstruktives Zusammenspiel zwischen Staat und Zivilgesellschaft. Dieses Zusammenspiel justiert sich neu, und dabei geht es um weit mehr als die Produktion von Tomaten. Es geht um die Zukunftsaussichten für unser Gemeinwesen. Sie sind so schlecht nicht; denn die Zunahme bürgerschaftlicher Erstaltung des Gemeinwesens ist ein positiver und kein nur kurzfristiger Trend.   « « « 

Reichtum ist Vielfalt!


14StiftungsWelt 01-2013

Was will ich gemacht haben?

„Durch weniger Plunder erhöht sich die Lebensqualität automatisch.“ Interview mit Prof. Dr. Harald Welzer, Gründer der Stiftung Futurzwei

interview Veronika Renkes

» » »   Den Hyperkonsum zu stoppen und Alternativen dazu aufzuzeigen, ist wichtiges Anliegen von „FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit“. Mit dem Soziologen und Sozialpsychologen Prof. Dr. Harald Welzer, der die Stiftung 2011 gemeinsam mit dem Unternehmerehepaar Hanna und Dieter Paulmann gegründet hat, sprach Veronika Renkes. Was war der Anlass für die Gründung von FUTURZWEI? Harald Welzer: Hauptgrund war das eklatante Defizit bei den praktischen Veränderungen in unserer Gesellschaft. Die brauchen wir aber dringend, denn wir leben weit über unsere Verhältnisse. Insbesondere beim Material- und Energieverbrauch und bei der Produktion von Emissionen und Müll. Da muss man dringend gegensteuern. Probleme dieser Art werden seit mehr als 40 Jahren mit apokalyptisch geprägter Negativität kommuniziert. Ohne Erfolg. Deshalb gehen wir einen anderen Weg und berichten über Projekte, die bereits begonnen haben, praktische Veränderungen in unserer Gesellschaft umzusetzen. Diese Beispiele zeigen anderen, dass Veränderungen möglich sind. Der Name Ihrer Stiftung assoziiert eine „vollendete Zukunft“. Warum? Wir fanden die Idee gut, die hinter dem Futur II steht. Man hat die Möglichkeit, sich in einen zukünftigen Zustand hineinzuversetzen und kann von dort aus den Weg beschreiben, den man gegangen sein muss, um an diesen fiktiven Zukunftspunkt zu gelangen. Wir formu-

lieren die Zukunft einer reduktiven Gesellschaft, einer Gesellschaft, die mit wesentlich weniger auskommt. Was heißt das ganz praktisch? Wir berichten über Menschen, die nachhaltige Strategien mit sozialem Mehrwert verbinden und genau damit erfolgreich sind. Diese Menschen tun etwas Unerwartbares, weil sie mit der Gegenwart nicht einverstanden sind. Im grammatikalischen Futur II sagt man: Wer will ich gewesen sein? Was will ich gemacht haben? Damit eröffnet man einen Horizont, der sich auf etwas bezieht, das Teil einer Zukunft ist, die man selbst mitgestalten kann. Das ist das, was wir zeigen wollen. Warum verwenden Sie nicht die einfache ­Zukunftsperspektive? Die einfache Zukunft reicht nicht aus, um etwas in unserer Gesellschaft zu bewirken. Wenn ein Klimaforscher sagt, wir müssen unsere CO2 Emissionen verringern, dann übersetzt sich das im einfachen Futur in Zumutungen wie: Ich soll weniger Autofahren, nicht mehr in den Urlaub fliegen oder mein Haus umbauen. Da hat niemand Lust drauf. Wenn man aber sagt: Ich möchte jemand gewesen sein, der dazu beigetragen hat, die Lebenswelt für die nächsten Generationen noch lebenswert zu machen, dann motiviert das, sich Handlungen auszudenken, selbst aktiv zu werden. Warum kann Ihr Modell erfolgreich Veränderungen in unserer Gesellschaft bewirken? Menschen tun nur dann etwas, wenn es auch etwas mit ihnen zu tun hat. Wenn dieses Handeln für das, was sie sein wollen, auch Sinn macht. Die übliche Kommunikation für Nachhaltigkeit oder gegen den Kli-


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft15

mawandel ist wirkungslos, weil sie viel zu abstrakt ist. Die meisten fragen sich: Was habe ich damit zu tun – außerdem trenne ich ja schon Müll und kaufe manchmal Bio. Im Futur II wird man zum Teil eines Zukunftsprojektes, das man selbst mit definiert. Woher wissen Sie, dass Ihre Vision funktioniert? Als Sozialpsychologe und Transformationsforscher habe ich mich viele Jahren mit den sozialen und ökologischen Problemen von Klimawandel beschäftigt. Meine Erfahrungen zeigen, dass die klassische Vermittlung von Informationen nichts bringt, besonders dann nicht, wenn sie auch noch mit moralischen Appellen daherkommt. Es sind nicht die Werte, die die Praxis verändern, sondern die Praxis verändert die Werte. Nehmen wir als Beispiel ein faszinierendes Projekt in Berlin, die „Prinzessinnengärten“, eine Idee von zwei Künstlern. Dort entstand aus einer Brache im Stadtraum ein attraktiver Nachbarschaftsgarten und zugleich ein Modell für nachhaltiges Leben in einer Stadt. In allen großen Städten der Welt gibt es heute solche Nachbarschaftsgärten. Modelle, die nachhaltige Strategien mit sozialen Veränderungen verbinden, führen uns in die richtige Richtung. Welches hochsubventionierte Konzept aus Wissenschaft, Forschung oder Verwaltung kann da mithalten? Sie erzählen Geschichten. Warum? Wir informieren nicht, wir klären nicht auf, wir stellen keine Daten bereit, sondern wir erzählen Geschichten über ganz konkrete Menschen, die ganz konkrete Dinge tun. Das wesentliche Medium, in dem Menschen sich verstehen, ist das Erzählen von Geschichten. Daran hat noch kein neues Medium etwas verändert, und das wird auch so bleiben. In unseren Geschichten geht es darum, wie Menschen ihre Handlungsspielräume nutzen: was jemand tut, welche Schwierigkeiten er damit hat, wie er Hindernisse überwindet und welchen Erfolg er hat. Wir zeigen mit diesen Beispielen: Das kann man nachmachen, das sind Vorbilder, die Geschichten kann man weitererzählen. So können wir den dringend notwendigen Transformationsprozess in Gang setzen. Wo sehen Sie die schlimmsten Probleme in unserer Gesellschaft? Im freiwilligen Verzicht auf die Freiheit, selbst zu denken und vernünftige Dinge zu machen. Jemand, der

Wer will ich gewesen sein?

sich einen SUV (Geländewagen für die Stadt) kauft, hat ja auf seine Denkfähigkeit aus freien Stücken verzichtet. Oder wie kommt man auf die Idee, mit etwas herumzufahren, das in keine Parkgarage mehr passt, aber mit seinem Material- und Energieverbrauch die Erde zerstört. Diese konsumistische Selbstaufgabe von Autonomie und Intelligenz findet man auch dort, wo jemand meint, er müsse immer wieder ein neues Handy haben oder jetzt dringend in New York shoppen gehen – alles Dinge, die bei nur fünf Minuten Nachdenken komplett irre sind. Der Hyperkonsum muss dringend bekämpft werden. Warum sind Sie nicht in die Politik gegangen? Warum sollte ich das tun? Ich kann meinen eigenen Handlungsspielraum viel besser durch die Arbeit ausbauen, die ich jetzt tue und die übrigens im Kern eine politische Arbeit ist. Wie sieht für Sie die ideale Zukunft unserer Gesellschaft aus? Die Welt, die ich gut finde, kommt mit erheblich weniger aus, und man lebt trotzdem besser. Wenn man einen leichteren Lebensstil entwickelt, wo man mit viel weniger Gütern auskommt, vieles teilt, etwa durch Genossenschaften oder wie beim Carsharing, dann lebt man leichter, weil man weniger hat. Durch weniger Plunder erhöht sich die Lebensqualität automatisch.  « « « Veronika Renkes ist Technik- und Wissenschaftsjournalistin in Berlin. Kontakt: www.redaktion-recherche.de  

im interview Prof. Dr. Harald Welzer  ist Direktor von „FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit“. Der Soziologe und Sozialpsychologe ist Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg und lehrt Sozialpsychologie an der Universität St. Gallen. Zuvor leitete er das Center for Interdisciplinary Memory Research in Essen, war Professor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke und Forschungsleiter von Teilprojekten der „KlimaKultur“ am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Seine primären Forschungsfelder sind politische Psychologie, Erinnerung, Gruppengewalt und Transformationsforschung. Die Bücher von Harald Welzer sind in 20 Sprachen übersetzt worden. Weitere Informationen  welzer@futurzwei.org www.futurzwei.org


16StiftungsWelt 01-2013

Klimaschützende Energie für das Gemeinwesen Welche Rolle können Staat, Gesellschaft und Bürger bei der Neuordnung der Energieversorgung spielen?

von Thorsten Müller

» » »   Energie ist zentrale Voraussetzung für unser „modernes“ Leben und stürzt uns gleichzeitig in ein Dilemma. Denn unsere Energieversorgung bedroht die Lebensgrundlagen für uns und zukünftige Generationen. Sie ist nicht nachhaltig, weil sie ursächlich für den Klimawandel ist, strahlenden Müll hinterlässt und endliche Rohstoffe unwiederbringlich verbraucht. Wir brauchen eine neue Energieversorgung, die unseren Wohlstand sicherstellt und ohne diese gravierenden negativen Konsequenzen möglich ist. Viel Zeit bleibt uns nicht, um die erforderlichen Umstellungen vorzunehmen. Basierend auf den Erkenntnissen der Klimaforschung soll die globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius begrenzt werden. Dazu muss kurzfristig der Treibhausgasausstoß um bis zu 95 Prozent reduziert werden. Es geht dabei um nicht weniger als die vollständige Neuorganisation der Energieversorgung. Dabei liegen die Probleme nicht im technischen Bereich. Die erforderlichen Technologien stehen zur Verfügung oder Thorsten Müller  ließen sich sehr kurzfristig entwickeln. ist Vorsitzender des Vorstandes und Vielmehr muss sich der Umgang mit Enerwissenschaftlicher Leiter der Stiftung Umweltenergierecht. Zu seinen Forschungsgie in der Gesellschaft grundlegend wanschwerpunkten gehören das deutsche und deln, Akteure müssen ihre Verhaltensweidas europäische Recht der erneuerbaren Energien. sen ändern, und neue Mitspieler werden Weitere Informationen  sich an der Energieversorgung beteiligen. mueller@stiftung-umweltenergierecht.de Das Gelingen der klimapolitisch zwinwww.stiftung-umweltenergierecht.de genden und politisch beschlossenen

Energiewende ist keine Herausforderung für wenige oder Einzelne, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nicht der Staat oder die Energieversorgungsunternehmen können diese allein bewerkstelligen. Alle Unternehmen und Bürger sind als Verbraucher Teil der Energieversorgung und ebenfalls gefordert. Das Thema Energieversorgung muss viel stärker in der Mitte der Gesellschaft verankert werden. Dies geschieht bereits auch zunehmend: Gemeinden kümmern sich wieder selbst um ihre Strom- und Wärmeversorgung, gründen neue Stadtwerke und rekommunalisieren die Energienetze. Die Bürger entwickeln ein wachsendes Interesse an Energiefragen. Beschränkte sich dieses in der Vergangenheit häufig darauf, dass der Strom aus der Steckdose kommt und die Heizung funktioniert, werden die Menschen nun selbst aktiv: Viele betreiben Erneuerbare-Energien-Anlagen oder beteiligen sich an solchen Investitionen. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile Hunderttausende solcher Anlagen. Doch häufig gehen die Menschen noch weit über eine bloße Investition hinaus. Dabei entwickeln sich auch neue Organisationsformen. Regionale Energiegenossenschaften werden gegründet, um gemeinschaftlich Energieprojekte zu realisieren und die eigene Energieversorgung zu organisieren. Dieselbe Idee verfolgen Bürgerwindparks. Sie sollen sicherstellen, dass möglichst viele Bewohner von den Vorteilen der lokalen Investitionen profitieren und die Wertschöpfung in der Region bleibt. Noch weitergehender ist das Modell der Bioenergiedörfer, in denen sich viele oder alle Einwohner zusammenschließen, um die gesamte Strom- und Wärmeversorgung aus eigenen, mit regionalen erneuerbaren Brennstoffen befeuerten Anlagen zu decken.


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Sonne, Wasser, Wind!

Nein, Energiewende!

Urlaub?

Diese neue „Mitmach-Energieversorgung“ ist letztlich Resultat der Rechtsetzung der letzten 20 Jahre. Denn erst die Verabschiedung von Gesetzen wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat es Menschen ermöglicht, aktiv zu werden. War es ursprünglich den Energieversorgungsunternehmen als gesetzlich geschützten Gebietsmonopolisten vorbehalten, Energieerzeuger zu werden, haben das EEG und seine Vorläufer mit Einspeisevorrang und gesetzlich garantierter Vergütung jedermann in diese Lage versetzt. Dieser Akteurswechsel ist das Erfolgsgeheimnis des EEG. Neuen Akteuren wird es durch die vom EEG ausgehende hohe Investitionssicherheit ermöglicht, Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zu errichten. Damit können sie die politisch gewollten Veränderungen realisieren, an denen die herkömmlichen Energieversorger kein Interesse haben, weil die neuen Erzeugungskapazitäten ihre bestehenden Kraftwerke sukzessive aus dem Markt drängen. Diese Entwicklung ist aber erst ein Anfang. Im Jahr 2011 wurden rund 12 Prozent der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien gedeckt. Der größte Teil des Transformationsprozesses ist noch zu bewältigen, und dabei sind vielfältige und zum Teil sehr grundlegende Fragen zu beantworten. Letztlich müssen wir als

Gesellschaft entscheiden, wie wir unsere zukünftige Energieversorgung organisieren und den weiteren Prozess gestalten wollen. Die Politik ist gefordert, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Umstellungen zu ermöglichen. Doch wie diese aussehen können, muss im gesellschaftlichen Diskurs erarbeitet werden. Stiftungen können in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle spielen. Sie können einerseits informieren und den Prozess moderierend begleiten. Andererseits können sie als Impulsgeber auftreten, indem sie neue technische und gesellschaftliche Lösungen entwickeln bzw. solche Entwicklungen durch entsprechende Förderungen anreizen. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Rechtsentwicklung zu legen, denn dieser kommt als Schnittstelle eine strategische Rolle zu. Die neuen Ideen müssen in neue gesetzliche Rahmenbedingungen „übersetzt“ werden. Allein mit marktlichen Entwicklungen und ohne neue staatliche Leitplanken können die gewünschten Ziele nicht erreicht werden, denn Klimaschutz ist (noch) kein preisbildender Faktor. Entscheidend wird dabei auch die Rollenverteilung sein. Eine Energiewende muss die Bürger mitnehmen und ihnen Möglichkeiten einräumen, nicht nur Verbraucher zu sein, sondern aktiver Teilhaber zu werden.   « « « 

Stiftungen für die Energiewende Stiftungen engagieren sich in vielfältiger Weise im Bereich der Energiewende und des Klimaschutzes. Ausführliche Informationen finden sich im StiftungsReport 2011/12. Mit der auf der Herbsttagung des Arbeitskreises Umwelt, Natur, Gesundheit 2011 beschlossenen Lenzener Erklärung haben die Umweltstiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen darüber hinaus die Erwartungshaltung an Politik und Gesellschaft formuliert und eigene Beiträge angeboten. Die Stiftung Umweltenergierecht entwickelt Antworten auf die Frage, wie sich der Rechtsrahmen ändern muss, um die energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen. Die am 1. März 2011 von 46 Privatpersonen, Unternehmen und Verbänden aus dem Bereich der erneuerbaren Energien gegründete rechtswissenschaftliche Forschungseinrichtung arbeitet dazu in einem interdisziplinären Netzwerk an Forschungsvorhaben zum deutschen, europäischen und internationalen Recht der erneuerbaren Energien und der Energiereduktion.


18StiftungsWelt 01-2013

Was ist morgen?

Was prägt NGOs der Zukunft? … und was sollte sie prägen? Ein Interview mit dem Zukunftsforscher Prof. Dr. Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen

Interview Benita v. Behr

StiftungsWelt: Herr Prof. Reinhardt, welche Zukunftsfragen treiben Sie zurzeit um? Herr Prof. Reinhardt: Derzeit widmen wir uns drei aktuellen Forschungsfeldern. Erstens gehen wir der Frage nach, ob uns eher ein neuartiger Generationenpakt oder ein Generationenkonflikt bevorsteht, zweitens untersuchen wir das Freizeitverhalten der Bürger und drittens interessiert uns, wie die jungen Europäer ihre Zukunft sehen. Warum sind Sie Zukunftswissenschaftler geworden? Ich halte es hierbei wie Albert Einstein: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“ Für Anfänger erklärt: Wie funktioniert Zukunftsforschung? Wie gehen Sie vor, wenn es gilt, für ein Thema einen Blick nach vorne zu werfen? Unser Forschungsansatz basiert u.a. auf Zeitreihen und Vergleichswerten. Das heißt, wir stellen einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung über Jahre und Jahrzehnte hinweg die gleichen Fragen und können so Entwicklungen erkennen und zuverlässige Prognosen erstellen. Ein Kernergebnis wiederholt sich hierbei fast immer: Die Bürger ändern ihr Verhalten

Wo geht es hier Richtung Zukunft?

nur sehr langsam und bleiben sich selber treu. Neue Möglichkeiten führen nicht automatisch zu einer Verhaltensänderung. Welche Forschungsschwerpunkte setzt Ihre Stiftung? Im Mittelpunkt unserer Forschung steht stets der Mensch – mit seinen Bedürfnissen und Wünschen, Ängsten und Hoffnungen. Dabei wollen wir nicht nur Antworten auf die Frage geben, wie werden wir morgen leben, sondern auch aufzeigen, wie wir morgen leben wollen. Welche wesentlichen Veränderungen im Alltag ­kommen in den nächsten 30 Jahren auf uns zu? In Deutschland stehen wir vor einem vierfachen Wandel: dem demografischen, dem Struktur-, dem Klimaund dem Anspruchswandel. Alle vier beinhalten große Herausforderungen, aber gleichzeitig auch zahlreiche Chancen für die Zukunft unserer Gesellschaft und jeden einzelnen Bürger. Welche Werte gewinnen für die Menschen an Bedeutung? Verlässlichkeit und Vertrauen, soziale Gerechtigkeit und soziale Verantwortung: Im Zentrum stehen wieder zunehmend prosoziale Werte, die auf die Gemeinschaft ausgerichtet sind. Die Individualisierungszeit um die Jahrtausendwende ist vorbei, und an die Stelle von Beliebigkeit tritt wieder Beständigkeit. Wie ist Ihre Prognose, wie sich die Menschen in ­ ukunft engagieren? Wie wird sich freiwilliges Z ­Engagement verändern? Statt wie früher aus einer eher altruistischen Motivation heraus zu agieren, werden die Bürger in Zukunft deut-


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft19

Sind wir auf dem richtigen Weg?

lich pragmatischer sein. Sie helfen, weil dabei auch ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Dieses auf Gegenseitigkeit beruhende Engagement wird zu großen Veränderungen innerhalb der Institutionen führen, die nicht mehr nur an den Helferpathos appellieren können, sondern konkrete neue Ansätze und Modelle vorstellen müssen, die den Bedürfnissen der Bürger entsprechen. Wie sieht es mit den jungen Bundesbürgern aus, was wollen diese konkret vorfinden, um sich gemeinnützig zu engagieren? Die junge Generation betont besonders die Bedeutung der Möglichkeit, Menschen zu treffen und Freunde zu gewinnen, wobei auch die soziale Anerkennung wichtig bleibt. Zudem wollen sie den zeitlichen Umfang selbst bestimmen, und natürlich muss neben Sinn auch Spaß garantiert werden. Die Stiftung für Zukunftsfragen wurde von einem Unternehmen gegründet, der British American Tobacco Germany GmbH. Wie kamen Stifterin und Stiftungszweck zusammen? Gesellschaftliches Engagement hat bei British American Tobacco Germany GmbH eine lange Tradition – von Kunst und Kultur bis hin zur Stiftung für Zukunftsfragen. BAT steht hierzu, weil es überzeugt ist, dass ein Unternehmen nur in einem gesellschaftlich intakten Umfeld dauerhaft erfolgreich sein kann. Insofern versteht die Stifterin ihr Engagement als wichtige Investition in die Zukunft der Gesellschaft. Wie sieht das Miteinander von Unternehmen und Stiftung bei Ihnen aus? Organisatorisch haben wir den großen Vorteil, die Infrastruktur des Unternehmens mitnutzen zu dürfen – vom Kopierer bis zur Kantine. Dagegen gab und gibt es inhaltlich, seit der Gründung vor über 30 Jahren, keinerlei Überschneidungen, da wir ganz bewusst nie zu den konzernrelevanten Bereichen geforscht haben. Viele große Unternehmen unterhalten Zukunftsabteilungen, um Innovationen zu fördern und neue Ideen zu entwickeln. Brauchen wir auch im Dritten Sektor mehr Thinktanks, die sich mit der Zukunft des Gemeinwesens befassen, oder sehen Sie den Bedarf mehr bei der Umsetzung bereits vorhandener Ideen? Der Dritte Sektor ist auf dem richtigen Weg. Einerseits professionalisiert er sich und passt sich den politi-

schen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen besser an als in der Vergangenheit. Andererseits behält er seine Identität bei und fördert das Gemeinwohl. An welcher Stellschraube ich noch gerne etwas drehe würde, ist die der Eigenvermarktung zur besseren Anerkennung auf staatlicher, wirtschaftlicher, sozialer und medialer Ebene. Viele erkennen noch immer nicht die Bedeutung des Non-Profit-Bereichs. Ihre Stiftung ist gerade Mitglied im ­Bundesverband Deutscher Stiftungen ­geworden. Warum? Der Bundesverband bietet wertvolle Informationen und zahlreichen Austauschmöglichkeiten mit anderen Stiftungen. Darüber hinaus sehe ich den Bundesverband aber auch als Interessenvertretung, die für die Anliegen von Stiftungen eintritt und ihre Bedeutung klar kommuniziert.   « « « 

Stiftung für Zukunftsfragen Die Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg wurde 2007 von der British American Tobacco Germany GmbH als rechtsfähige Stiftung gegründet. Sie initiiert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen und entwickelt Lösungsansätze für künftige Herausforderungen unserer Gesellschaft. Hervorgegangen ist sie aus dem B.A.T Freizeit-Forschungsinstitut, das 1979 vom Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski gegründet wurde. Über drei Jahrzehnte fokussierte sich das Institut auf Deutschland, im Jahr 2009 wurde das Forschungsfeld auf Europa ausgedehnt.

im interview Prof. Dr. Ulrich Reinhardt  ist seit Anfang 2011 Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. den gesellschaftlichen Wandel, das Freizeit-, Konsum- und Tourismusverhalten sowie die Europaforschung. Er ist Autor zahlreicher Publikationen. Seine letzten Buchveröffentlichungen behandelten die Felder „Edutainment – Bildung macht Spaß“ (2005), „Freizeitwirtschaft – Die Leitökonomie der Zukunft“ (2006), „Altersträume – Illusion und Wirklichkeit“ (2007), „Vision Europa – von der Wirtschafts- zur Wertegemeinschaft“ (2008), „Wie die Europäer ihre Zukunft sehen“ (2009), „United Dreams of Europe“ (2011), „Freizeit-Monitor 2012“ und „29. Deutsche Tourismusanalyse“ (2013). Der 42-Jährige ist zudem Professor am Zentrum für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg. Weitere Informationen  www.stiftungfuerzukunftsfragen.de


20StiftungsWelt 01-2013

Hilfe, der Infor­ma­tions­ tsunami rollt an!

Mit Augenmass ins Netz Virtuelle Öffentlichkeit: Wie kann die Zivilgesellschaft das „digitale Zeitalter“ nutzen?

von Dr. Nikolai Horn

Transparenz, Bürgernähe, Basisdemokratie – nicht nur die Piraten-Partei verspricht sich vom Web 2.0 den Aufbruch in ein neues Beteiligungszeitalter. Inwiefern ist diese Euphorie jedoch berechtigt? Wo liegen die Potenziale der Digitalisierung und wie können sie für die Stärkung des Gemeinwesens genutzt werden?

» » »   Öffentlichkeit bezeichnet einen Bereich, in dem sich die Menschen über gemeinsame Anliegen verständigen, ihre Meinungen austauschen und nach Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen suchen. Aber ab wann wird aus den virtuellen Orten des Netzes ein öffentlicher Raum? Das Web 2.0 bietet offene Kommunikationsmöglichkeiten, fördert die Meinungsbildung von Bürgern, die sich frei nach ihren Interessen vernetzen und organisieren können. Auch für das zivilgesellschaftliche Engagement bietet die Dr. Nikolai Horn  Netzwelt deshalb viele Vorteile. So erist Philosoph. Er ist als freier Mitarbeiter für möglichen die globale Vernetzung und die Herbert Quandt-Stiftung und die Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kultur die Kommunikation in Echtzeit einen ortstätig. Vor Kurzem erschien seine jüngste Pubunabhängigen Informationsaustausch likation „Der Bürger im Netz. Die digitale Welt als Herausforderung für die Zivilgesellschaft“ und eine unmittelbare Partizipation an als Heft 25 der Reihe „Gedanken zur Zukunft“ Entscheidungsprozessen. Der einzelne der Herbert Quandt-Stiftung. Bürger erhält durch das Internet qualitaKontakt  nhorn@uni-bonn.de tiv höhere Chancen, an der Gestaltung von politischen und gesellschaftlichen

Prozessen teilzuhaben und sich aktiv einzubringen. Insbesondere in ländlichen Regionen besitzt das Netz Potenzial, um Menschen zusammenzubringen, um neue Erkenntnisse aufs Land zu transferieren und gemeinsame Anliegen über große Entfernungen aufzugreifen. Die Engagementchancen erhöhen sich, weil Menschen sich vergewissern, mit ihren Problemen nicht alleine zu sein. Das Internet verbessert somit die Handlungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft. Die Öffentlichkeit wird um einen neuen, digitalen Charakter erweitert. Zugleich ist jedoch nicht alles, was im Netz möglich ist, für die Belebung der Bürgergesellschaft zwangsläufig förderlich. So ist beispielsweise die Anonymität der Nutzer nicht unbedingt etwas Positives: Genauso wie in der analogen Welt ist ein gewisser Grad an Anonymität ohne Zweifel auch online geboten. Problematisch wird es jedoch, wenn der Schutz der Namenlosigkeit für öffentliche Personen-Verunglimpfung und Hetze missbraucht wird. Wer polemische bis diffamierende Einträge auf manchen politischen Blogs liest, muss sich oft über den Kommunikationsstil mancher Netzteilnehmer wundern. Auch ein „Shitstorm“ sogenannter „Netz-Wut-Bürger“ kann kaum als zivilgesellschaftliche Öffentlichkeit bezeichnet werden. Öffentlich kann der Mensch als Bürger nur dann agieren, wenn er offen zu seinen Handlungen und Äußerungen steht. Eine Kultur der Namhaftigkeit könnte dazu – zumindest in demokratischen Staaten dieser Welt – einen wichtigen Beitrag leisten. Auch der permanente Kommentar-Austausch in Echtzeit belebt einen gesellschaftlichen Diskurs nicht nur, sondern führt oft im Gegenteil zu inhaltlichen Verkürzungen und lässt den Raum für eine vertiefte Reflexion über Gesellschaftsprobleme schwinden. Die Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen brauchen jedoch immer eine tiefere Einsicht und Zeit zum Ausreifen.


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft21

Hashtag, Retweet, Fanpage, Follower, QR-Code – wer steigt da noch durch?

Da außerdem die Kriterien, nach denen soziale Netzwerke und Suchmaschinen bestimmte Informationen herausfiltern und andere an den Nutzer herantragen, nicht immer nachvollziehbar sind, gehört ein mühsamer Kampf um Relevanz und Aufmerksamkeit in der Netz-Öffentlichkeit zum Alltag. Mehr Transparenz über die Filterungsalgorithmen in digitalen Diskussionsplattformen wäre daher wünschenswert. All diese Beispiele zeigen, dass das Netz eine freie Bürgergesellschaft nicht automatisch entstehen lässt. Um die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen, ist daher ein ausdifferenzierter, kritischer Umgang mit dem Medium Internet geboten. Die Vorteile für die zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und speziell auch Stiftungen mit einem gesellschaftspolitischen Anspruch sind vor allem organisatorischer Art: Die Online-Vernetzung schafft eine zusätzliche Form zielgruppenorientierter Kommunikation. Es wird für die zivilgesellschaftlichen Akteure leichter, in der Öffentlichkeit kosteneffizient und immer aktuell für ihre Zwecke zu werben, die vorhandenen Interessenten zu vernetzen und neue Unterstützer zu mobilisieren sowie ein offenes Feedback über ihre Arbeit zu bekommen. Neue Partizipationsformen dürfen dabei nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung „klassischer“ Formen sozialen Engagements und bestehender Kooperationsmodelle begriffen werden. Online-Kontakte können schließlich die physischen Begegnungen nicht wirklich ersetzen. Gesamtgesellschaftlich müssen auch die Interessen von Nichtnutzern berücksichtigt werden, sodass die E-Partizipation nicht zulasten derjenigen Bürger ausfällt, die nicht ständig interaktiv sein können oder wollen. Klassische Aktionsformen der Stiftungen wie Konferenzen, generationenübergreifende Veranstaltungen, Hintergrundgespräche und Vorträge sind deshalb nicht obsolet.

kommunizieren bis der arzt kommt …

Die zivilgesellschaftlichen Akteure sollten sich über Möglichkeiten und Ziele des Einsatzes sozialer Medien intensiv verständigen. Besteht bei ihnen überhaupt eine Bereitschaft oder der Bedarf, sich von der Netzgemeinde inspirieren zu lassen? Wird der Online-Auftritt (beispielsweise bei Facebook) womöglich nur deswegen eingesetzt, weil dies mittlerweile „in“ ist? Oder wird er für die Arbeit auch tatsächlich genutzt? Zu bedenken ist schließlich: Wenn in vermeintlichen Beteiligungsmodellen zwar die Meinungen abgefragt und abgeschöpft, daraus aber keine Handlungen abgeleitet werden, erhöht sich „das Gefühl des ‚Nicht-gehört-Werdens‘ bei den Beteiligten sogar noch“, so Christoph Dowe in einer Publikation zum Thema E-Partizipation der Stiftung Mitarbeit. Stiftungen sind herausgefordert, ihre Partizipationsstrukturen genau zu überdenken, wenn sie sich auf das wichtige und zugleich sensible Gebiet der E-Partizipation begeben wollen. Der soziale Raum wird im Zeitalter der Digitalisierung verflochtener, transparenter, aber zugleich auch entpersonalisierter und immer schneller. Die veränderte soziale Wirklichkeit im Netz verlangt daher eine Anpassung der Freiheits- und Verantwortungsstandards unserer Gesellschaft an neue Rahmenbedingungen. Die Chancen und die Gefahren des Netzes müssen dabei mit Augenmaß betrachtet werden. Das Gemeinwesen wird gestärkt, wenn das Netz als Plattform für wechselseitige Verständigung über die gesellschaftlichen Lesetipp Nikolai Horn: Der Bürger im Netz. Die Anliegen genutzt wird. Die zivilgeselldigitale Welt als Herausforderung für die schaftlichen Akteure stehen somit vor der Zivilgesellschaft. Gedanken zur Zukunft, Heft 25. Hg. von der Herbert Quandt-Stiftung. Bad Herausforderung, die Ressourcen des InHomburg v.d. Höhe 2013. ternets für die Förderung der Demokratie ISBN: 978-3-937831-24-4. 58 Seiten. www.herbert-quandt-stiftung.de/ und des bürgergesellschaftlichen Engage- Download: gedanken-zur-zukunft-25 ments effizient auszuschöpfen.   « « « 


22StiftungsWelt 01-2013

Beteiligung als Handlungsprinzip Stiftungen sind als Akteure der Bürgergesellschaft prädestiniert, Beteiligungsprozesse zu moderieren. Vier Faktoren für den Erfolg

von Irene Armbruster und Dr. Helga Breuninger

» » »   Es gibt ihn: diesen magischen Moment bei einer Projektentwicklung, wenn sich plötzlich alles fügt. Die Bürgerstiftung Stuttgart hatte eine Spende von 40.000 Euro mit der Auflage erhalten, Menschen Kultur zu ermöglichen, die sich Eintrittskarten für Konzert und Theater, für Museen und Lesungen nicht leisten können. Künstler, Vertreter von Kultureinrichtungen, Selbsthilfegruppen, Arbeitsloseninitiativen, Sozialträger, dem Kulturamt und dem Sozialamt saßen an einem runden Tisch zusammen. Sie brüteten über der Frage, wer in Stuttgart „arm“ ist, wie das zu ermitteln und zu kontrollieren ist. Andere Fragen hatte man schon aus dem Weg geräumt: Die Theater und Museen hatten zugestimmt, mindestens zwei Karten pro Vorstellung und Tag umsonst bereitzustellen. Der Name „Kultur für alle“ stand fest. Selbst über den organisato-

Wie gestalten wir unseren Lebensraum?

rischen Rahmen gab es Einigkeit: Ein Verein führt mit einer halben Stelle die Geschäfte und wirbt für immer mehr Besucher und Kulturinstitutionen, die mitmachen. Der magische Moment ereignete sich, als der Vertreter des Sozialamtes sagte: „Es gibt 70.000 ­Bürgerinnen und Bürger mit einem sehr niedrigen Einkommen in der Stadt. Wir haben direkten Zugang zu ihnen durch die städtische Bonuscard. Wir werten diese einfach zur ‚Bonuscard plus Kultur‘ auf.“ Wer diese Karte vorzeigt, bekommt freien Eintritt solange der Vorrat reicht. Inzwischen werden im Jahr mehr als 6.000 Karten genutzt, wie die erste Evaluierung zeigt, vor allem von Familien mit Kindern. Insgesamt 73 kulturelle Einrichtungen beteiligen sich. Und dank weiterer Spenden ist „Kultur für alle“ inzwischen ein Begriff in der Stadt. Beteiligung als Handlungsprinzip  » » »   Diese Erfolgsgeschichte wäre nicht möglich gewesen, wenn sich die Breuninger Stiftung nicht vor knapp sieben Jahren entschlossen hätte, Beteiligung als Handlungs-

Nicht hinter verschlossenen Türen!


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft23

prinzip zu ihrem Thema zu machen und Partner wie die Bürgerstiftung Stuttgart praktisch zu unterstützen. Damit reagierte die Breuninger Stiftung frühzeitig auf eine Entwicklung, die das Gemeinwesen bereits verändert hat und noch weiter verändern wird: Menschen engagieren sich bürgerschaftlich, wenn sie erleben, dass sie ihren Lebensraum mitgestalten können und ihr Know-how, ihre Erfahrungen und ihr Wissen gewertschätzt wird. Dagegen reagieren Bürger gleichgültig oder widersetzen sich, wenn sie erleben, dass Zukunftsprojekte und Reformen ausschließlich hinter geschlossenen Türen verhandelt werden. Beteiligungsprozesse auf Augenhöhe  » » »   Gespeist von diesen Erfahrungen wurde die Breuninger Stiftung zur „Beteiligungsexpertin“. Konzepte wurden mit Partnern entwickelt und sofort auf Kommunal- und Landesebene umgesetzt. Beim Handeln entwickelte sich eine Prozesskompetenz und die zentrale Aufgabenstellung: mit Menschen gemeinsam auf Augenhöhe eine Fragestellung bearbeiten, um zu einer von allen getragenen Lösung zu kommen. Solche Lösungen sind tragfähig und nachhaltig, weil sie von denen umgesetzt werden, die sie ersonnen und erarbeitet haben. Im besten Fall ist, wie das Beispiel „Kultur für alle“ zeigt, die Verwaltung mit dabei, damit teure Doppelstrukturen vermieden werden. Die Breuninger Stiftung hat mit der Bürgerstiftung Stuttgart in den letzten Jahren Beteiligungsprozesse zur Gewaltprävention an Schulen, zur Quartiersentwicklung in Innenstadtbezirken, Fragen von Palliativversorgung oder dem Miteinander von Generationen durchgeführt. Mit der Robert Bosch Stiftung und dem Land Baden-Württemberg entstanden die Netzwerke für Bildungspartner. Aktuell gibt es runde Tische zum Thema Inklusion und Beteiligungsformen in Einrichtungen für alte Menschen. Immer entstanden Ergebnisse, die alle Beteiligten stolz gemacht haben. Nie ist ein Prozess im Sande verlaufen, auch wenn es Klippen und Täler gab. Vier Erfolgsfaktoren für Beteiligung   » » »   Die Breu­ ninger Stiftung hat erlebt, dass der Erfolg von Beteiligung vor allem von vier Faktoren abhängt. Die ersten beiden betreffen das Team der Stiftung: Es muss erstens an die Weisheit der Gruppe glauben und davon überzeugt sein, dass Ergebnisse besser sind, die von Experten, Betroffenen, Zuständigen, aber auch Querdenkern gemeinsam entwickelt wurden, als solche,

die im Elfenbeinturm entstehen und von oben nach unten eingeführt werden. Zweitens muss die Stiftung bereit sein, nachhaltig in Infrastrukturprozesse zu investieren, d.h. in die Ausbildung und Begleitung von Beteiligungsexperten in Quartieren und Stadtteilen, in Schulen und Senioreneinrichtungen. Hier müssen Menschen mit ihrem Spezialwissen aus ihren täglichen Erfahrungen zusammengebracht werden. Sie werden von ExIrene Armbruster,  perten aus Wissenschaft und Stiftungen Jahrgang 1968, ist Mitglied der Geschäftsunterstützt, um gemeinsam Lösungen leitung der Breuninger Stiftung und Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Stuttgart. im Konsens zu erarbeiten. Infrastruktur Sie studierte Theologie und Geschichte heißt aber auch Ausbildung, denn sich in Freiburg und wurde bei Burda Medien München zur Redakteurin ausgebildet. Nach zu beteiligen kann man lernen. Deshalb ihrer Zeit als Chefin vom Dienst bei der hat die Breuninger Stiftung Menschen für Zeitung AUFBAU in New York leitete sie das Berliner Büro des AUFBAU. runde Tische vor Ort ausgebildet, aber Weitere Informationen  auch zusammen mit dem Arbeitskreis www.breuninger-stiftung.de Bürgerstiftungen des Bundesverbandes armbruster@breuninger-stiftung.de Deutscher Stiftungen, der Körber-Stiftung und der BMW Stiftung Herbert Quandt bundesweit sehr gut angenommene Angebote gemacht. Bei der „Qualifizierung zur Leitung runder Tische“ initiieren, moderieren und organisieren Teilnehmer eigene runde Tische. Der dritte Faktor für das Gelingen von Beteiligung hat mit Geld und politischem Willen zu tun. Menschen in Beteiligungsprozessen müssen sicher sein, dass ihre Ideen, ihre Konzepte gewollt sind. Es muss von Anfang an klar sein, welche Mittel es Dr. Helga Breuninger  für die Umsetzung gibt. Ähnliches gilt auch ist Vorsitzende der Breuninger Stiftung für die Legislative: Solange die Beteiligung und der Bürgerstiftung Stuttgart sowie im Vorstand verschiedener Kultur- und Bildungsnoch kaum gesetzlich verankert ist, ist zueinrichtungen. Neben ihrem gemeinnützigen mindest die Zusicherung wichtig, ErgebEngagement berät die diplomierte Volkswirtin und Psychologin Familienunternehmen nisse von Beteiligungsprozessen ernst zu beim Generationenwechsel. nehmen und auch umzusetzen. Viertens erfordern Beteiligungsprozesse ein professionelles Design und eine zeiteffiziente und ergebnisorientierte Moderation. Das ist eine herausfordernde Führungsaufgabe, die nicht ohne Ausbildung zu bewältigen ist. Unsere Erfahrungen zeigen, dass gerade Stiftungen dafür prädestiniert sind, als neutrale Akteure der Bürgergesellschaft diese anspruchsvolle und wichtige Rolle zu übernehmen.   « « « 


24StiftungsWelt 01-2013

Mehr Jugendliche in Stiftungs­­ gremien!

Verjüngungskur für Stiftungen Beteiligung von jungen Menschen in Stiftungen – das Modell „Schüler Helfen Leben“

von Rüdiger Ratsch-Heitmann

Was ist die Zukunft der Zivilgesellschaft? Es sind die Jugendlichen heute. Wie die junge Generation zu verantwortungsvollen Gestaltern und Entscheidern machen? Wie Engagement früh und langfristig verankern? Darauf gibt die erste von Schülern gegründete Stiftung eine Antwort. Hier entscheiden Jugendliche über Förderanträge. Wie funktioniert das – auch für andere? » » »   In 30 Prozent der Stiftungen in Deutschland existieren Programme für Kinder- und Jugendliche. Allerdings bleibt die Teilhabe häufig an entscheidender Stelle beschränkt: Beim (Mit-)Entscheiden über Aktivitäten und Programme werden Kinder und Jugendliche in der Regel nicht mit einbezogen, sondern sind die Empfänger von Zuwendungen. Aber gerade das ­(Mit-) Entscheiden ist ausschlaggebend, wenn es um die Förderung der langfristigen und aktiven Teilhabe an der Gesellschaft geht. Verantwortung und Engagement selbst liegen im Kern vom Mitentscheiden und Mitgestalten junger Menschen. „Schüler Helfen Leben“ ist eine von jungen Menschen getragene Organisation, die gerade ihren 20. Geburtstag gefeiert hat. Derzeit werden acht hauptamtliche Kräfte in Deutschland beschäftigt. Das Stiftungskapital von rund 6,5 Millionen Euro wurde von Schülerinnen und Schülern am Sozialen Tag erarbeitet. An diesem Tag gehen Schüler in ganz Deutschland nicht zu Schule, sondern jobben für den guten Zweck. Die zu fördernden Projekte werden von ihnen selbst gewählt.

Über 20 Millionen Euro konnten so für Kinder und Jugendliche, vor allem in Südosteuropa, eingesetzt werden. Das jüngste Stiftungsratsmitglied ist derzeit 17 Jahre alt. Bei „Schüler Helfen Leben“ gehört das Entscheiden junger Menschen zur Organisations-DNA. Trotz dieser besonderen und einzigartigen Geschichte ergeben sich nachahmungsfähige Aspekte für andere. Nicht zuletzt deshalb, da es auch im internationalen Kontext eine Reihe Beispiele erfolgreicher Jugendbeteiligungsstrukturen in Stiftungen gibt, die hervorragende Wirkungen erzielen. Eine in Kürze erscheinende Studie über die Partizipation von Kindern und Jugendlichen an Förderentscheidungen von der Active Philanthropy gGmbH und Children for a better World e.V. bietet darüber einen interessanten Überblick. „Wilde“ Partizipation und effiziente Strukturen   » » »   Stiftungen bringen den Vorteil mit sich, ohne langwierige Abstimmungsprozesse, unbürokratisch und mithin innovativ tätig sein zu können. Warum es also durch Partizipation verkomplizieren? Kann das überhaupt funktionieren, Jugendliche so in sein Kerngeschäft einzubeziehen? Je mehr doppelte Böden, Auffangnetze und Sicherungen, desto weniger Verantwortungsübernahme, Lernerfahrung, Entwicklungsmöglichkeit und auch Innovation. So zumindest meine persönliche Erfahrung bei „Schüler Helfen Leben“. Wie weit eine Organisation gehen kann und will, hängt viel von ihrem Selbstbild ab – es muss schon passen. Gleichzeitig gilt: Partizipation ist nicht regellos. So lassen sich Prozesse und Strukturen finden, in denen Partizipation junger Menschen an zentralster Stelle, der Projektmittelvergabe, gewinnbringend eingesetzt werden kann.


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft25

Und wie soll das gehen?

Zwei Beispiele  » » »   Am Projekt-Auswahltreffen von „Schüler Helfen Leben“ kommen einmal im Jahr 250 delegierte Schüler zusammen, um das Projekt zu wählen, dass durch den Sozialen Tag gefördert werden soll. Die Wahl von einem aus fünf Projekten stellt den Höhepunkt eines Wochenendes der intensiven Beschäftigung mit der Situation von Gleichaltrigen anderswo in der Welt dar. Dies erfolgt in verschiedenen, altersspezifischen thematischen Workshops, einem Projekt-Marktplatz und wird durch Reflexion und Diskussion in festen Kleingruppen vervollständigt. Die Kleingruppen werden im Peer-to-Peer-Prinzip von den Erfahreneren angeleitet. Für die jährliche Prüfung von Weiterförderungen und die Vorauswahl zum Projektauswahltreffen gibt es in einem Projektbeirat für fünf bis zehn engagierte Jugendliche die Gelegenheit, zusammen mit den hauptamtlichen Mitarbeitern Projektanträge, -verläufe und ihre Wirkungen zu prüfen. Gute Projekte werden weitergefördert, gute Anträge werden an das Projektauswahltreffen weitergeleitet. In beiden Fällen ist die Vorbereitung anspruchsvoll: Damit Unterlagen sowohl für Neueinsteiger als auch alte Hasen gleichwohl informativ und zugänglich sind, ist Zeiteinsatz und ein hoher Grad an Transparenz notwendig, wie auch eine Debattenkultur, die nicht auf maximale Effizienz und Wissensseniorität setzt, sondern Zeit gibt zum Verstehen und Fragen.

Auch in unserer Projektarbeit fördern wir Jugendbeteiligung in Form von „Youth Councils“ bzw. Jugendbeiräten und mit einem speziellen Fonds. Die Jugendlichen (statt Sie) beantragen ein Budget, mit dem sie eigene Projekte umsetzen können. Die besten Ideen entstehen in der Regel dort! Rüdiger Ratsch-Heitmann  Lernerfolge  » » »   Wie bei jedem Enist seit 2006 geschäftsführender Vorstand der gagement braucht es auch hier eine BeStiftung Schüler Helfen Leben. Zuvor studierte er Philosophie und Politikwissenschaften und gleitung – jedes Ehrenamt benötigt eine war in verschiedenen Jugendorganisationen professionelle Struktur. Die Qualität der tätig, u.a. als Generalsekretär der Föderation der jungen Europäischen Grünen in Brüssel. Förderentscheidung bleibt so immer gaSein Freiwilligendienst bei Schüler Helfen Lerantiert! Die beidseitigen Lernerfolge, die ben in Sarajewo, Bosnien und Herzegowina hat ihn nicht losgelassen. Seitdem versucht er die Intensität der Auseinandersetzung und Förderung von Bildung und Engagement junger auch das Am-Ball-Bleiben der JugendliMenschen im In- und Ausland voranzutreiben. chen sprechen für sich. Dieses SelbstbeWeitere Informationen  ruediger@schueler-helfen-leben.de wusstsein, sich neuer Themen anzunehwww.schueler-helfen-leben.de men und sie voranzutreiben, ist die Form der Verantwortungsübernahme, die die Zivilgesellschaft der Zukunft braucht. Und so können wir vielleicht – ganz effizient – junge Menschen als den wirksamen Hebel für gesellschaftliche Veränderungen anerkennen und unterstützen, der sie sind.   « « « 

Formen für die Einbindung Jugendlicher – zwei Beispiele Projekt-Auswahltreffen

Projekt-Beiräte

Seminarcharakter

Sitzungs-/Gremiencharakter

niedrigschwellig

anspruchsvoll

keine Vorbereitung der Teilnehmer nötig

Vorbereitung nötig (Anträge, Berichte etc.)

didaktische Aufbereitung von Informationen, Nutzung verschiedener Medien

Aufbereitung von Projektverlauf, Antragsmaterialien

Ehrenamtliche

Haupt- und Ehrenamtliche

Teilnehmerzahl unbegrenzt

sinnvolle Arbeitsgruppengröße

möglicherweise Wissenslücken

möglicherweise starker Einfluss der Hauptamtlichen

einfachere Entscheidungen

differenziertere Entscheidungen, z.B. auch Förderende

befördert Legitimität, Motivation und Interesse sowie Anschlussfähigkeit der gewählten Projekte

befördert zudem Qualität der Projekte und Verständnis von Entwicklungszusammenhängen


26StiftungsWelt 01-2013

Das menschliche Mass finden Warum der Blick auf kommunale Gemeinwesen wichtiger wird

von Sandro Giuliani und Dr. Heike Kahl

» » »   Der Architekt Le Corbusier entwickelte 1942–55 ein Proportionssystem, das Architektur an den Körpermaßen des Menschen ausrichten sollte. Die Idee des Modulors blieb Utopie. Dagegen standen die Unterschiedlichkeit der Menschen (Corbusiers Mensch war 183 cm groß und ausschließlich männlich), die Vorschriften der Bauherren, die Individualität der Architekten … Die Sehnsucht nach einem „menschlichen Maß“ erscheint weiterhin aktuell, ebenso wie die Suche nach objektiven Kriterien für Mess- und Vergleichbarkeit. Angesichts komplexer gesellschaftlicher Entwicklungen, in deren Auswirkungen sich globale und lokale Ebenen verschränken, angesichts der Beschleunigung und Entgrenzung, die viele Lebensbereiche verändert, wächst die Angst, „aus der Kurve“ getragen zu werden und dabei Richtung, Orientierung, letztlich Normen zu verlieren. Lesetipp Eine demokratische Gesellschaft, die Wie geht’s zur Bildungslandschaft? Die wichtigsten Schritte und Tipps. Ein eine solche bleiben möchte, muss die Praxishandbuch. Hg. von der Deutschen wachsende Sehnsucht der Menschen Kinder- und Jugendstiftung. Klett / Kallmeyer, Stuttgart / Seelze 2012. ISBN: 978-3-7800ernst nehmen, sich zu verorten, aufgeho4955-1. 119 Seiten. 21,95 Euro ben zu sein, in überschaubaren Verhältnissen zu agieren. Auf der anderen Seite wird sie neue Wege finden müssen, mit der Verschiedenartigkeit umzugehen. Für ein Gemeinwesen der Zukunft wird deshalb seine kleinste Einheit, die Kommune, als menschliches Maß fungieren, so die These. Dorf oder Stadt bilden ein komplexes System im Kleinen, in dem es noch vergleichsweise gut möglich

ist, eine ganzheitliche Perspektive einzunehmen und herauszufinden, wo Probleme und Lösungen liegen und wer dafür mit ins Boot geholt werden muss. Wirkungen werden in kleinräumlichen Einheiten schneller sichtbar, Umsteuern ist einfacher. Auf Landes- oder Bundesebene vollziehen sich Veränderungsprozesse langsamer und sind von deutlich mehr Faktoren abhängig. Kommune kann deshalb ein wertvoller Laborraum für Ideen und Prozesse sein, die in die Breite getragen werden sollen. Diese Erfahrungen haben die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und die Jacobs Foundation in den letzten Jahren sowohl in eigenen als auch gemeinsamen Programmen zum Aufbau lokaler Bildungslandschaften gemacht. Was konkrete Bedürfnisse und wer die relevanten Akteure sind, erkennt man nicht aus der Ferne.  » » »   Das Interesse der Kommunen am Thema Bildung wächst. Dies nicht nur, aber vor allem in subsidiär und dezentral organisierten politischen Systemen. Vor dem Hintergrund von demografischem und gesellschaftlichem Wandel sowie Fachkräftemangel wird Bildung zunehmend zum Standort-, auf lange Sicht vielleicht sogar zum Überlebensfaktor. Erfolgreiche Bildungsbiografien werden aber nicht nur in der Schule gemacht, sie beanspruchen alle Zellen eines Gemeinwesens. So bildete die Vision, allen Kindern im Ort die besten Bildungschancen zu schaffen, in den Programmen „Lebenswelt Schule“ und „Bündnisse für Chancengerechtigkeit“ immer die gemeinsame Folie für die verschiedensten Akteure der ca. 20 Modellkommunen. Sie setzen sich mit dem auseinander, was konkret in ihrer Gemeinde drängt. Das klingt leicht. Aber es ist keinesfalls selbstverständlich, dass


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft27

Schaut auf die Kommunen!

die Repräsentanten aus dem Bildungs- und dem Sozialbereich, von Schule, Jugendarbeit und Jugendamt dieselbe Sprache sprechen und gemeinsame Ziele verfolgen. Wie herausfordernd wird es erst, wenn dann auch noch Vertreter von Verkehrs- oder Stadtplanung, der Polizei, von Sport- oder Jugendvereinen Aufgaben gemeinsam lösen wollen. Und immer wieder zeigte sich: Es gibt nicht den richtigen Weg, nicht ein Maß, nach dem alle ihre Bildungslandschaft bauen können. Denn jede Kommune ist anders und die Unterschiede zwischen Ballungsräumen, von demografischem Wandel betroffenen ländlichen Kreisen, in Ost und West, Nord und Süd sind beträchtlich. Unser Ansatz geht deshalb über die bloße Anpassung eines Modells an regionale Unterschiede hinaus. Die Besonderheit und das Talent eines Ortes und seiner Menschen werden zum Ausgangspunkt für Weg und Ziel. Wenn Menschen ihr „Maß“ selbst bestimmen, mitgestalten und umsetzen können, sind Programme und Projekte besonders wirksam. Sie sind die Expertinnen und Experten. Sie sprechen zu lassen, ihnen zuzuhören, ihre Bedarfe herauszufinden und unsere Unterstützungsangebote daran anzupassen, stand für uns als Stiftungen im Mittelpunkt. Eine Herausforderung, aber auch neue Qualität stellt die meist ungeübte Kooperation ­untereinander dar. Die funktioniert nur, so unsere Erfahrung und eine Gelingensbedingung für Bildungslandschaften, wenn man sich auf ein gemeinsames Maß, sprich Ziel, verständigt hat. Sich dann um dieses konkrete Thema gemeinsam zu kümmern, half Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, Zuständigkeiten oder Blickwinkeln, Verständnis füreinander aufzubringen. Dabei wachsen soziale Bindungen und Verantwortungsgefühl – das, was Gemeinwesen ausmacht. Die Wirkung von kommunaler Entwicklung muss

sich nicht auf diese beschränken. Die Vernetzungsarbeit in Richtung Landes- und Bundesebene leisteten die Stiftungen mit Transferveranstaltungen, der Weitergabe und Veröffentlichung von Erkenntnissen der Kommunen und der Entwicklung eines Qualitätsrahmens. Feuermelder oder Brandlöscher – was können Stiftungen?  » » »   Welche Rolle nehmen Stiftungen in solchen Prozessen überhaupt ein? Sollen sie als Feuermelder an die Politik auftreten oder als Brandlöscher für Probleme, die in Zuständigkeits- oder Finanzlücken auftreten? Wie gelingt das Zusammenspiel mit staatlichen Akteuren? Stiftungen können Aufmerksamkeit für die Problemlage schaffen. Sie können denen eine Stimme geben, die bei Entscheidungen meist außen vor bleiben, wie Kinder und Jugendliche. Sie können Kooperationsprozesse moderieren. Sie können, vor allem als professionell agierende und operativ gut aufgestellte Stiftung, ihr Know-how einbringen und über ihre Netzwerke Impulse und Erfahrungen zwischen den Ebenen vermitteln. Für kleinere und lokal verankerte Stiftungen bietet sich in solchen Settings die Chance, ihr Engagement und Förderungen dort einzusetzen, wo es aus mehr als einer Perspektive notwendig und nachhaltig ist. Ein letzter, aber wichtiger Aspekt: Als Stiftungen konnten wir beim Aufbau der lokalen Bildungslandschaften Mobilisierungskräfte und Mut zum Handeln wecken. Nicht nur in Form von Ehrenamt, wie es ein enges Verständnis von Bürgergesellschaft vorsieht, sondern auch Bürgermut zur Verantwortung für öffentliche Belange.   « « « 

Sandro Giuliani  ist Geschäftsführer der Jacobs Foundation in Zürich, die sich der Innovationsförderung in der Kinder- und Jugendentwicklung widmet. Nach zwei gemeinsamen Bildungslandschaftsprogrammen mit der DKJS in Deutschland startete die Stiftung letztes Jahr in der Schweiz die zwei nationalen Programme „Bildungslandschaften Schweiz“ und „Primokiz – Frühe Förderung lokal vernetzt“. Beide Pilotvorhaben gehen angesichts des starken gesellschaftlichen Wandels der Frage nach, wie gesamtgesellschaftliche Lösungen für die Herstellung von Chancengerechtigkeit auf lokaler Ebene entwickelt werden können. Weitere Informationen  www.jacobsfoundation.org www.bildungslandschaften.ch www.jacobsfoundation.org/de/project/ primokiz-2

Dr. Heike Kahl  leitet seit 1994 die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Berlin. In verschiedenen Programmen begleitet die Stiftung Kommunen beim Aufbau von Bildungslandschaften und gibt gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium Anschwung für frühe Chancen in aktuell 200 Kommunen. Weitere Informationen  info@dkjs.de www.dkjs.de www.bildungslandschaften.de


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Mischt Euch ein in die Politik!

Für das Gemeinwohl? Stiftungen bringen sich verstärkt in politische Prozesse ein – doch was legitimiert sie dazu? Eine Analyse ermittelt Handlungsempfehlungen für Akteure.

von Marisa Klasen

» » »   Im deutschen Stiftungswesen ist seit wenigen Jahren ein neuer Trend zu erkennen: Stiftungen handeln zunehmend strategisch, verstehen sich mehr und mehr als gesellschaftspolitischer Akteur und erkennen, dass sie mehr Wirkung erzielen können, wenn sie die richtigen Hebel ansetzen. Politikveränderungen sind ein solcher Hebel, und die Teilnahme am politischen Prozess ist daher zur Zielerreichung oft zentral. So haben z.B. acht deutsche Stiftungen 2008 den „Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration“ (SVR) gegründet. Der SVR ist ein unabLesetipp hängiges wissenschaftliches GremiMarisa Klasen: Für das Gemeinwohl? Politium, ein Thinktank, der zu integrationssche Interessenvermittlung durch Stiftungen: eine organisationstheoretische Analyse und migrationspolitischen Themen der Legitimität. Opusculum 60. Maecenata Stellung bezieht. Er beobachtet die Institut, Berlin 2012. Kostenloser Download unter: www.maecenata.eu/publikationen/ Politik, berät sie und bewertet. Auch reihe-opuscula bislang vor allem durch klassische Wissenschaftsförderung bekannte Stiftungen wie die VolkswagenStiftung, die Fritz Thyssen Stiftung und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft beteiligen sich an dem Thinktank. Ein weiteres Beispiel ist die „Hochrangige Konsensgruppe Fachkräftebedarf und Zuwanderung“, die 2011 ebenfalls ein Konsortium von Stiftungen ins Leben gerufen hat. Unter dem Vorsitz von Peter Struck und Armin Laschet hat die Konsensgruppe Vorschläge für eine bessere Nutzung des inländischen Erwerbspersonenpotenzials sowie eine zukunftsorientierte und strategische Zuwanderungssteuerung nach Deutschland

erarbeitet. Aufgabe der Konsensgruppe war es, Politik und Öffentlichkeit – über Parteigrenzen hinweg – konkrete, politisch mehrheitsfähige Vorschläge zur Deckung des Fachkräftebedarfs zu machen. Das Ergebnis war selbst für die Trägerstiftungen überraschend erfolgreich. Beide Projekte zeigen exemplarisch, wie Stiftungen Angebote an politische Entscheider machen können. Die Frage nach der Legitimation  » » »   Da Stiftungen sich verstärkt am politischen Prozess beteiligen, wird immer öfter danach gefragt, was sie dazu legitimiert. Diese Frage nahm ich zum Anlass für eine Analyse im Rahmen meiner 2012 entstandenen Masterarbeit. Sie fragt nach den Grundlagen und Grenzen der Legitimität von privaten Stiftungen in Deutschland in der Wahrnehmung von Stakeholdern und danach, welche Chancen bestehen, ihre Legitimität zu erhöhen. Am Ende der Analyse, die auf qualitativen Experteninterviews beruht, stehen zehn Handlungsempfehlungen, deren Kernpunkte im Folgenden vorgestellt werden. Die befragten Experten aus Wissenschaft, Politik, Medien und Stiftungsberatung spiegeln die externe Wahrnehmung von Stiftungsarbeit wider. Sie geben Hinweise auf mögliche Grenzen des Stiftungshandelns, zeigen aber auch Chancen und Desiderate auf. Grundlagen der Legitimität: Stifterwille und Gemeinwohl   » » »   Zwei zentrale Faktoren bei den Grundlagen der Legitimität von Stiftungen sind nach den Experten die Bedeutung von Stiftungen für die Gesellschaft und der Wille des Stifters. Diese Tatsache können Stiftungen als Chance erkennen, um ihre Legi-


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft29

Dürfen wir das?

timität durch eine klarere Kommunikation des Stifterwillens und ihrer wichtigen gesellschaftlichen Rolle zu erhöhen. In Legitimitätskrisen sollten sich Stiftungen daher auf ihre Bedeutung für die Gesellschaft beziehen und sich weniger auf das Argument der gesetzlich bestätigten Gemeinnützigkeit verlassen. Grenzen der Legitimität: Außendarstellung und politische Nähe  » » »   Bei den Grenzen der Legitimität stehen die Außendarstellung und die politische Nähe von Stiftungen im Fokus der Betrachtung. Die großen Stiftungen in Deutschland werden häufig als selbstgefällig wahrgenommen, so das Urteil der Experten. Ihre Nähe zur Politik wird dabei als ein „sich Schmücken“ mit wichtigen Politikern interpretiert. Stiftungen können hier an positivem Image dazugewinnen, indem sie bescheidener auftreten und ihre Außenwirkung reflektieren. Die Experten sind der Auffassung, dass die Nähe von Stiftungen zur Politik wächst, während ihre Verankerung in der Zivilgesellschaft als ausbaufähig gesehen wird. Gleichwohl betonen Stiftungen regelmäßig ihre Unabhängigkeit von Politik und Wirtschaft. Sie sollten sich dieser Diskrepanz in der Außenwirkung bewusst sein, sich vermehrt als wirklich unabhängig präsentieren und sich im Gegenzug anderen Akteuren der Zivilgesellschaft stärker annähern. Es gibt nur wenige Instrumente der politischen Interessenvermittlung, die von den befragten Experten im Hinblick auf das Handeln von Stiftungen als nicht legitim angesehen werden. Zu diesen zählt in erster Linie das Ausleihen von Stiftungsmitarbeitern an politische Institutionen. Ein weiteres eher kontrovers betrachtetes Instrument ist die Beratung der Politik durch Stiftungen bei Gesetzesvorhaben. Wenn Stiftun-

gen eine Beratungsfunktion übernehmen, sollten sie dabei sehr transparent vorgehen und ihre Arbeit als Angebote an die im politischen Prozess dazu legitimierten Entscheider verstehen. Chancen: Bestehende Initiativen fördern, zu Positionen stehen und mutig mit Kritik umgehen  » » »   Chancen sehen die Experten in drei Bereichen: der Art der Förderung von Stiftungen, ihrer Diskursfähigkeit und ihrem Umgang mit Kritik. Große deutsche Stiftungen entwickeln nicht selten neue Projekte und stoßen Initiativen an. Diese Art des Agierens wird als wenig nachhaltig bewertet. Wünschenswert finden die Experten, dass Stiftungen sich stärker bereits bestehenden Initiativen anschließen, in Infrastruktur investieren und sich weniger zeitlich befristeten Projekten widmen. Allgemeiner Tenor: Stiftungen müssen das Rad nicht immer neu erfinden. Ein zweiter Aspekt ist die Debattier- bzw. Diskursfähigkeit von Stiftungen. Themenanwaltschaft ist ein Instrument, dem sich große Stiftungen mitunter verschreiben. Darunter wird verstanden, sich in den aktuellen Diskurs einzuschalten und aktiv Position zu beziehen. Die Analyse hat gezeigt, dass Stiftungen, die aktiv angeben, Themenanwaltschaft zu betreiben, dies aus Sicht der Experten noch zu wenig tun bzw. getan haben (z.B. in der Sarrazin-Debatte) und eine aktivere Rolle im jeweiligen Diskurs von ihnen erwartet wird. Auch bei der Kritikfähigkeit von Stiftungen wird noch Potenzial gesehen. Stiftungen, die im Hinblick auf ihr Handeln in der Kritik stehen, reagieren nach Ansicht der Experten zu zaghaft, zu wenig aufrichtig und zu defensiv. Sie erscheinen daher als zu wenig kritikfähig. Gleichzeitig hat die Analyse erwiesen, dass Stiftungen mit ihren Freiheiten und ihrer Unabhängigkeit von Staat und Markt mutiger und Marisa Klasen  risikobereiter umgehen sollten. Mögliist Kommunikationsmanagerin in der Stiftung che Kritik an diesem Verhalten sollten sie Mercator und hat 2011 und 2012 einen berufsbegleitenden MBA in Public Affairs an selbstbewusst aushalten können. der Quadriga Hochschule Berlin absolviert. Die Analyse zeigt, welche Chancen Als Masterarbeit ist die Analyse „Für das Gemeinwohl? Politische Interessenvermittlung für Stiftungen in diesem Diskurs liegen, durch Stiftungen: eine organisationstheoreund gibt Impulse für die politische Intetische Analyse der Legitimität“ entstanden (siehe Lesetipp). ressenvermittlung von Stiftungen, die in den kommenden Jahren sicherlich weiter Kontakt  marisa.klasen@stiftung-mercator.de zunehmen wird.   « « « 


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service

Links In der Datenbank des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen finden sich zurzeit 133 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts, deren Zweck das Wort „Zukunft“ enthält. Insgesamt 124 Stiftungen tragen „Zukunft“ auch in ihrem Namen, darunter: »

Denkwerk Zukunft – Stiftung kulturelle Erneuerung, Bonn Die Stiftung wurde am 6. Oktober 2007 von Prof. Dr. Meinhard Miegel und Dipl. rer. pol. Dieter Paulmann gegründet. Wichtigstes Ziel ist eine Erneuerung der westlichen Kultur, um diese wieder zukunfts- und verallgemeinerungsfähig zu machen. www.denkwerkzukunft.de

»

Stiftung Zukunftserbe, Freiburg im Breisgau Die Stiftung wurde im Jahr 2000 vom Öko-Institut e.V. gegründet. Sie versteht sich als Vordenkerin zukunftsorientierter Lösungen und will gesellschaftliche Innovationen ankurbeln, die sich mit strukturellen Problemen des 21. Jahrhunderts befassen. www.zukunftserbe.de

»

Stiftung Zukunftsfähigkeit, Bonn Seit 1997 setzt sich die Stiftung für ökologische Tragfähigkeit, ökonomische Effizienz und soziale Gerechtigkeit als Basisfaktoren einer überlebensfähigen Welt ein. Sie fördert u.a. den Verein GERMANWATCH und ist Gesellschafter der atmosfair gGmbH. www.stiftungzukunft.de


StiftungsWelt 01-2013 » » » Kurs auf Zukunft

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Literatur »

Genisis Institute for Social Innovation and Impact Strategies und Vodafone Stiftung Deutschland (Hg.) in Zusammenarbeit mit dem Magazin „enorm“: Denk’ die Welt weiter! 25 Ideen, selbst die ­Zukunft zu gestalten. Impact Edition, Berlin 2012. Wer löst die gesellschaftlichen Probleme in unserem Land? Wer entwickelt kreative Ideen für eine bessere Zukunft unserer Bildung, im Gesundheitswesen, für die Jungen und Alten, für die Integration, für eine intakte Umwelt und Arbeitswelt? Mit der Präsentation von 25 sozialen Innovatoren aus Deutschland wollen das Genisis Institut und die Vodafone Stiftung Deutschland die Öffentlichkeit einladen, ihr Land auch als „Land der sozialen Innovatoren“ zu entdecken.

» Timur Diehn: Die kommenden Tage. Risiken und Chancen der ­Wissensgesellschaft. Edition Stifterverband, Essen 2012. Unter dem Titel „Die kommenden Tage“ hatte das Web-TV des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft Video-Interviews mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft veröffentlicht. Der gleichnamige Band enthält weit mehr als Abschriften dieser Gespräche. Er schlägt einen weiten inhaltlichen Bogen und behandelt zentrale Themen unserer Zeit: die neuen Herausforderungen für Zivilgesellschaft und Bürgertum, Bildung als bedrohtes Kernmerkmal moderner Gesellschaft, Möglichkeiten und Potenziale von Diversity, neue Wissenspartnerschaften zwischen Wirtschaft und Hochschulen oder die Neuorientierung der Wirtschaftswissenschaften. Interviews mit Jutta Allmendinger, Stephan A. Jansen, Klaus Kinkel, Claus Leggewie, Franz Josef Radermacher, Sascha Spoun u.v.a. »

Wolfgang Gründinger: Wir Zukunftssucher. Wie Deutschland enkeltauglich wird. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2012. „Wolfgang Gründinger hat hier den Nerv des gegenwärtigen Politikdefizits getroffen. Wer sein Buch gelesen hat, kann sich nicht mehr aufs Jammern zurückziehen, sondern muss sich selbst auf den Weg machen“, so Gesine Schwan über das Buch, in dem der 1984 geborene Politikwissenschaftler unbeirrbar konstruktiv über eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft nachdenkt. Mit klaren Worten fordert der Autor die wachstumsverwöhnten Alten auf, Verantwortung zu übernehmen, ohne dabei künstliche Feindschaften zu schüren.

»

Birgit Gebhardt: 2037. Unser Alltag in der Zukunft. Edition Körber-Stiftung, Hamburg 2011. In „2037“ entwirft die Hamburger Trendforscherin Birgit Gebhardt aus dem Zusammenspiel von empirischen Fakten und Fiktionen realistische Bilder einer Welt von übermorgen. Wir werden wir in 25 Jahren leben? Wie wird unsere Arbeitswelt aussehen? Wir werden sich unser Familienleben und das Alter verändern? Und wofür werden wir kämpfen? Durch „konstruktive Gedankengymnastik“, wie die Autorin es nennt, entsteht auf der Basis von plausiblen Prognosen das Bild einer Welt, die uns noch fern scheint, aber doch schon nah ist.

»

Harald Welzer, Stephan Rammler (Hg.): Der FUTURZWEI-Zukunftsalmanach 2013. Geschichten vom guten Umgang mit der Welt. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2012. Das 21. Jahrhundert braucht Visionen: Geschichten von besseren Lebensstilen und über eine gelingende Zukunft. Erfolgreiche Projekte treiben schon heute die Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft voran. Das Buch präsentiert ihre Geschichten und liefert damit Vorbilder für nachhaltige Wirtschafts- und Lebensmodelle. Es zeigt, dass Gegenentwürfe zur derzeitigen Leitkultur von Wachstum und Verschwendung Spaß machen können. Das Schwerpunktthema Mobilität zeichnet in überraschenden Szenarien ein Bild unseres Lebens Mitte des 21. Jahrhunderts.


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neues aus der stiftungsszene

Stiftungen

Statistik

645 Stiftungen neu errichtet Bundesverband Deutscher Stiftungen veröffentlicht Jahresstatistik 2012

» » »   Die Zahl der Stiftungen in „Stiftungen bleiben in DeutschAuf 100.000 Bundesbürger ­ Deutschland ist im Jahr 2012 um land auf Wachstumskurs“, erklärkommen 24 Stiftungen   » » »   Mit 3,2 Prozent gewachsen. Aktute Dr. Wilhelm Krull, Vorstands126 Neugründungen und einem ell gibt es in Deutschland 19.551 vorsitzender des BundesverbanBestand von 3.780 rechtsfähigen rechtsfähige Stiftungen bürgerdes Deutscher Stiftungen, auf der Stiftungen bürgerlichen Rechts ist lichen Rechts, 645 unter den Bundesländavon wurden im dern Nordrhein-WestBei kleineren Stiftungssummen werden vergangenen Jahr falen in absoluten neu gegründet. DaZahlen führend. Ge­alternative Stiftungsformen wie Treuhandmit bleibt Deutschmessen an der Zahl stiftungen immer beliebter, auch Zustifland innerhalb Euder Bevölkerung (Stiftungen, z.B. in Form von Stiftungsfonds, ropas Spitzenreiter tungen pro 100.000 gewinnen an Popularität. in Sachen StiftungsEinwohner) liegen die  Dr. Wilhelm Krull neugründungen. Stadtstaaten Hamburg Auffallend ist die (70) und Bremen (48) große Zahl von Gevorn, stiftungsreichsmeinschaftsstiftungen unter den Jahrespressekonferenz am 1. Febtes Flächenland ist Hessen (29). Neugründungen. Zu nennen sind ruar. „Fast jeden Tag werden zwei Der Bundesdurchschnitt liegt bei hier beispielhaft die Stiftung neue Stiftungen errichtet. Unser 24 Stiftungen pro 100.000 Einwoh„Lern­ort Demokratie – Das DDRWerben darum, dass rechtsfähiner. Die fünf ostdeutschen BundesMuseum Pforzheim“, die Bürge Stiftungen bürgerlichen Rechts länder erreichen maximal die Hälfgerstiftung Cottbus und Region, ausreichend dotiert sein sollten, te des Bundesdurchschnitts. Bei The Document Foundation und die hat gleichwohl gefruchtet: Bei kleiden stiftungsreichsten GroßstädStiftung Haus im neren Stiftungssummen werden ten führt Würzburg (82) nach wie Park Hamburg-Ber- alternative Stiftungsformen wie vor das Ranking an, es folgt Frankgedorf. Zu den Treuhandstiftungen immer beliebfurt am Main (74).   « « «  Weitere Informationen Aktuelle Grafiken und Analysen finden Sie Katrin Kowark  |  Pressesprecherin des mutmaßlich größter, auch Zustiftungen, z.B. in Form unter www.stiftungen.org/pressemappe Bundesverbandes Deutscher Stiftungen ten Stiftungen von Stiftungsfonds, gewinnen an des vergangenen Popularität. Darum ist die Zahl der Jahres zählen die KfW Stiftung in neuen rechtsfähigen Stiftungen Frankfurt am Main und die Annetnicht ganz so stark gewachsen wie te-von-Droste-Hülshoff-Stiftung in in den Vorjahren.“ Havixbeck mit 20 bzw. 19,3 Millionen Euro Startkapital.

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34StiftungsWelt 01-2013

Porträt

„Nutze dein Leben, das Gute zu tun.“ Der Bundesverband Deutscher Stiftungen zeichnet den Düsseldorfer Unternehmer Udo van Meeteren am 17. Mai 2013 mit dem Deutschen Stifterpreis aus. » » »   „Udo van Meeteren ist ein Allround-Stifter im besten Sinne. In seinen Stiftungen, Zustiftungen und Spenden spiegelt sich die Vielfalt verantwortungsbewussten, gemeinnützigen Engagements wider“, begründete Prof. Dr. Michael Göring, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, als Vorsitzender der Findungskommission, weshalb eine der höchsten Auszeichnungen im deutschen Stiftungswesen in diesem Jahr nach Düsseldorf geht. Der Unternehmer Udo van Meeteren wird am 17. Mai in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt mit dem Deutschen Stifterpreis 2013 gewürdigt. Zum 100. Geburtstag seines Vaters gründete van Meeteren 1980 die Stiftung van Meeteren, die heute über ein Vermögen von 70 Millionen Euro verfügt. Die vom Deutschen Stiftungszentrum betreute Stiftung fördert Wissenschaft, Kultur, Naturschutz, internationale Verständigung durch Jugendaustausch, soziale und karitative Zwecke. 1990 folgte die Naturschutzstiftung van Meeteren. Der Düsseldorfer ist außerdem Mitgründer der Stiftung Schloss und Park Benrath, der BürgerStiftung Düsseldorf, der Stiftung Begabtenförderung Düsseldorf und weiterer Stiftungen. Besonders in seiner Heimat, der Metropolregion Rhein-Ruhr, hat van Meeteren viele mäzenatische Spuren hinterlassen. „Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen wären

ohne diesen Mäzen um viele soziale, karitative und wissenschaftliche Einrichtungen ärmer“, so Göring. Es sei eine Tugend, dass van Meeteren um seine Verdienste bisher wenig Aufhebens gemacht habe. Der Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf und Träger des Bundesverdienstkreuzes sagt von sich selbst, dass er nicht gern in der Öffentlichkeit steht. Für sein vorbildliches soziales und kulturelles Engagement erhielt van Meeteren 2010 bereits den James-Simon-Preis der James-Simon-Stiftung. Am 26. Mai 1926 wird Udo van Meeteren in Mühlheim/Ruhr geboren. Im selben Jahr zieht seine Familie nach Düsseldorf. Sein Studium des Maschinen- und Bergbaus an der RWTH Aachen wird durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1948 nimmt van Meeteren Ausbildung und Tätigkeit bei verschiedenen Firmen in Deutschland und den USA auf. 1952 heiratet er Irmel Hecker. Das Paar hat zwei Töchter und einen Sohn, der 1979 tödlich verunglückt. Von 1952 bis 1970 arbeitet van Meeteren als Vorstand und in weiteren leitenden Funktionen in den Gesellschaften des Michel Konzerns, der heute Teil der RAG Aktiengesellschaft ist. 1970 macht er sich selbstständig und wirkt bis vor wenigen Jahren als Mitglied und zum Teil Vorsitzender verschiedener Aufsichts-, Verwaltungs- und Beiräte, aber auch Gesellschafter

von verschiedenen deutschen und internationalen Unternehmen. Der Landeshauptstadt Düsseldorf hat van Meeteren 1985 die Skulptur „Der Mahner“ des russischen Künstlers Vadim Sidur geschenkt, die auf dem Ananasberg im Hofgarten steht. Die fünf Meter hohe Bronzeplastik trägt eine Inschrift mit Geleitworten des Stifters, in denen sein Credo zum Ausdruck kommt: „Mensch dieser Erde, wer du auch bist, woher du auch kommst, wohin du auch gehst, bedenke, Gott, der Allmächtige hat dir dies Leben geliehen, unterscheiden zu lernen, das Gute vom Bösen. Nutze dein Leben, das Gute Ko/Ph zu tun.“   « « « 


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

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.. gress . n o k s g Stiftun r e t , ß ö s gr ehmer a n p l i o r e T u E r 1.600 tungen ... übe 0 Veranstal rund 9

Herzlich willkommen!

15. bis 17. Mai 2013 in Düsseldorf Das Gemeinwesen von morgen stärken! Stiftungen in einer sich verändernden Welt Das erwartet Sie ... » Vernetzung und Austausch zu stiftungsspezifischen Themen » Fachvorträge und Podien mit Stiftungsexpertinnen und -experten » Lunchmeetings und Abendessen „Dialog der Stiftungen“ » Informelle Treffen der Arbeitskreise und anderer Fachgruppen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen » Verleihung des Deutschen Stifterpreises 2013 an Udo van Meeteren » Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen Veranstaltungen u.a. mit den vier namhaftesten Chefvolkswirten der großen Banken, dem Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit, dem Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski, dem Soziologen Harald Welzer, dem Rapper Doppel-U, dem Tischtennis-Goldmedaillengewinner Holger Nikelis, dem ehemaligen Verfassungsrichter Udo Di Fabio und der früheren EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann. Teilnehmerbeitrag für Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen » Stiftungen und gemeinnützige Organisationen: 250 Euro » Gewerbliche Teilnehmer (außer Förderer): 395 Euro Klimafreundlich anreisen: Nutzen Sie das Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn! » Preise für Ihre Hin- und Rückfahrt von jedem DB-Bahnhof: 2. Klasse: 99 Euro | 1. Klasse: 159 Euro Programm, weitere Informationen und Anmeldung (auch online): Heike Richter | Telefon (030) 89 79 47-53 | www.stiftungen.org/stiftungstag


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Interview

Lizenz zum Kreativwerden Am 1. April wechselt Prof. Dr. Joachim Rogall in die Geschäftsleitung der Robert Bosch Stiftung. Sechs Fragen an den bisherigen Programmbereichsleiter StiftungsWelt: Sie wechseln zum 1. April als Nachfolger von Dieter Berg in die Geschäftsleitung der Robert Bosch Stiftung und werden die Stiftung gemeinsam mit Dr. Ingrid Hamm leiten. Wie sind die Verantwortlichkeiten dann ­geregelt? Prof. Dr. Joachim Rogall: Ingrid Hamm und ich haben die gleichen Vorstellungen, wie sich die Robert Bosch Stiftung weiterentwickeln soll. Deshalb werden wir uns eng abstimmen und alle strategischen Entscheidungen gemeinsam treffen. Bezüglich der konkreten Zuständigkeiten wird Frau Hamm den Programmbereich Bildung und Gesellschaft, den Aufbau des UWC Roim interview bert Bosch College in Prof. Dr. Joachim Rogall   Freiburg, die Kommukam im Jahr 1996 von der Universität Heidelnikationsabteilung berg an die Robert Bosch Stiftung, wo er seit 1999 Bereichsdirektor des Programmbereichs und unsere Berliner „Völkerverständigung Mitteleuropa, SüdRepräsentanz verosteuropa, GUS, China“ ist. Der habilitierte Historiker ist im Nebenamt Professor am antworten und ich Seminar für Osteuropäische Geschichte der den ProgrammbeUniversität Heidelberg. reich Gesundheit und Weitere Informationen www.bosch-stiftung.de Wissenschaft, das Robert-Bosch-Krankenhaus und die Forschungsinstitute sowie die Verwaltung der Stiftung und die Stabsstelle Personal. Das sehr große Arbeitsgebiet der Völkerverständigung teilen wir uns künftig so auf, dass Frau Hamm für den Pro-

grammbereich „Amerika und Asien“ zuständig ist und ich für „Europa und seine Nachbarn“ – was auch Russland, die Türkei, den Nahen Osten und Nordafrika umfassen wird, zum großen Teil Gebiete, in denen ich in meiner vorigen Position als Bereichsdirektor bereits viele Jahre gearbeitet habe. Sind damit auch neue Schwerpunkte für die ­Stiftung verbunden? Wir engagieren uns seit vielen Jahren, zum Teil seit Jahrzehnten, mit Programmen zu Völkerverständigung, Bildung und Gesundheit. In der Tradition von Robert Bosch ist auch die Förderung der Bürgergesellschaft ein besonderes Anliegen. Das werden wir auch so weiterführen. Gerade in der Völkerverständigung will die Robert Bosch Stiftung aber auch neue Akzente setzen und sich z.B. stärker mit Konfliktprävention und Friedenssicherung beschäftigen. Außerdem öffnen wir unsere Programme schrittweise hin zur arabischen Welt, Afrika und neben Japan, China und Indien auch weiteren asiatischen Ländern. Welche Akzente möchten Sie ­persönlich setzen? Ein relevanter Beitrag zur Weiterentwicklung Europas ist für mich eine der großen Herausforderungen für unsere Stiftung. Wir müssen erreichen, dass Europa mit Bürgernähe und Vision versehen wird. Auch möchte ich das Engagement der Stiftung in und mit Afrika

ausbauen. Neben neuen inhaltlichen Akzenten werden wir in Zukunft noch stärker die Wirksamkeit und Qualität unserer Arbeit in den Blick nehmen. Evaluation hat in der Stiftung immer eine wichtige Rolle gespielt, aber wir wollen künftig noch genauer hinterfragen, wie gut wir mit unseren Programmen unsere Ziele und Zielgruppen erreichen, wie wir bürokratischen Aufwand minimieren und noch mehr und besser mit öffentlichen wie privaten Partnern arbeiten, kurz: effektiver werden können. Als Professor am Seminar für Osteuropäische Geschichte der Universität Heidelberg haben Sie noch einen Draht in die Universität. Was hat Sie am Wechsel von der Wissenschaft in die Stiftung gereizt? Ich hatte das Glück, beim Wechsel in die Stiftung die universitäre Arbeit nicht völlig aufgeben zu müssen. Dabei war ich immer mehr der akademische Lehrer als der große Forscher. Die Lehre ist für mich eine wichtige Ergänzung der Stiftungsarbeit. An der Stiftungsarbeit faszinieren mich die großen Gestaltungsmöglichkeiten und die ungeheure Vielfalt der Themen, die sich für mich mit der neuen Aufgabe noch einmal erheblich erweitern werden. Am Ende ist es immer Arbeit mit Menschen für Menschen, eine unerschöpfliche Quelle von Inspiration und Befriedigung.


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

Welche Werte sind Ihnen in einer Führungsposition persönlich am wichtigsten? Ein Vorgesetzter muss führen wollen, Verantwortung übernehmen, klare Ziele vorgeben und die Mitarbeiter fördern und anregen. Ich halte nichts davon, jeden Schritt zum Ziel vorzuschreiben, hoch qualifizierte Mitarbeiter brauchen einen Rahmen, in dem sie die Lizenz zum Kreativwerden haben. Das Wichtigste in der Zusammenarbeit sind Vertrauen und Respekt, in beide Richtungen. In einer gemeinnützigen Stiftung haben wir das Privileg, gesellschaftliche Themen mitgestalten zu können. Damit ver-

bunden ist aber auch die Verantwortung, unsere Gelder sinnvoll und effektiv zu verwenden. Eine zentrale Aufgabe der Geschäftsführung ist es, wichtige Initiativen für die gesellschaftliche Entwicklung zu erkennen oder entwickeln zu lassen und zu ihrer Umsetzung anzustiften. Dabei müssen auch Risiken eingegangen werden, wenn der Erfolg nicht garantiert ist. Wofür können Sie sich privat ­begeistern? Lesen (mit Leidenschaft Krimis und Spionagethriller), Reisen, Fischen, Jagen, Ski- und Radfahren, Langlauf, früher auch Fallschirm-

Wir legen

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springen. Ich sammle auch leidenschaftlich – ganz unterschiedliche Dinge, von Notgeldscheinen über evangelische Gesangbücher aus aller Welt bis zu Fallschirmspringerabzeichen. Auf jeden Fall viel in Gottes freier Natur sein. Durch meinen Foxterrier fängt z.B. der Tag zu Hause mit einem Waldspaziergang an. Ich liebe es, morgens die Natur um mich herum erwachen zu sehen oder abends den Sonnenuntergang zu genießen, am besten mit einem guten Glas Rotwein … Herr Prof. Rogall, wir wünschen Ihnen für Ihre neue Aufgabe viel Fragen: BvB Glück!   « « « 

drauf.

Der Jubiläums-Bonus der BFS zum 90jährigen Geburtstag: Wir legen zu jeder Spende ab 30 Euro, die online über das BFS-Net.Tool im Jahr 2013 abgewickelt wird, 1 Euro drauf. Die Ausschüttung erfolgt zum Ende des Jahres 2013 und ist auf insgesamt 500.000 Euro begrenzt. www.sozialbank.de


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Fortbildung

Know-how für NGOs Akteuren des Dritten Sektors bietet ein neues Bildungszentrum der Stiftung Mercator Fortbildungen zu Führung, Management und politischer Kommunikation.

Weitere Informationen www.le-ad.de www.stiftung-mercator.de

» » »   Zur Lösung der großen Aufgaben unserer Zeit, etwa Bekämpfung des Klimawandels, Schaffung sozialer Gerechtigkeit, Energieversorgung und Integration, braucht es Menschen, die als Themenanwälte Verantwortung übernehmen – Advocacy und Leadership. Um Akteure des Dritten Sektors bei diesen Aufgaben zu unterstützen, hat die Stiftung Mercator Anfang 2013 LEAD, das Mercator Capacity Building Center for Leadership and Advocacy, gegründet. Die Stiftung reagiert damit auf einen Wunsch ihrer Partner: In einer Befragung forderten diese noch stärker als bisher eine Unterstützung, die über rein finanzielle Ressourcen hinausgeht. Hoch im Kurs stehen insbesondere eine stärkere Hilfestellung beim Aufbau von Kompetenzen im Bereich der Personal- und Organisationsentwicklung. Nach Gesprächen mit der Stiftung Neue Verantwortung (SNV), einem unabhängigen Thinktank in Berlin, war schnell klar, dass das sogenannte Leadership Lab der SNV hier bereits ansetzt. Im Leadership Lab wurden bisher den Kooperationspartnern der SNV Methoden und Kompetenzen verantwortlicher Führung vermittelt. Die Stiftung Mercator hat nach einem entsprechenden Angebot der SNV beschlossen, das Leader­ ship Lab weiterzuentwickeln, mit

eigenen Initiativen zu vernetzen, es in einer selbstständigen Organisation zu bündeln und für weitere Zielgruppen zu öffnen. Das Ergebnis ist LEAD, für das die Stiftung Mercator bis 2015 insgesamt 1 ­Million Euro zur Verfügung stellt. Curriculum mit Seminaren, Workshops und Master­ classes   » » »   Die neue Organisation wird sich zwei zentralen Bereichen widmen: Einerseits bietet LEAD Seminare und Workshops für Akteure aus der Zivilgesellschaft an. Mehr als 20 verschiedene Themen deckt das Curriculum 2013 ab: von Medientraining über Schreibwerkstätten und Reflexionskompetenz bis hin zur Moderation von Großgruppen und Verhandlungstraining. Im „Impact Lab“ können kleinere gemeinnützige Organisationen über einen Zeitraum von knapp einem Jahr ein eigenes Konzept der Wirkungsmessung erstellen. In dem Seminar setzen sich die Teilnehmer mit den Grundsätzen der Wirkungsmessung im Dritten Sektor auseinander. Der Austausch untereinander erlaubt das Lernen von anderen Organisationen. Zusätzliche Coaching-Termine mit den Dozenten stellen sicher, dass direkt auf die Bedürfnisse der teilnehmenden Organisationen eingegangen wird. Das Curriculum von LEAD richtet sich an die Partner der Stiftung Mercator, an die Teilnehmer und Alumni der SNV und generell an ex-

zellente (Nachwuchs-) Führungskräfte im Dritten Sektor mit relevanter Erfahrung. Das Angebot ist kostenlos und wird zeitnah über die Internetseite abrufbar sein. Interessenten können sich auf freie Plätze bewerben und durchlaufen anschließend einen mehrstufigen Bewerbungsprozess. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Forschung und Diskurs   » » »   Daneben wird LEAD zu Führungs- und Advocacy-Fragen forschen, Studien veröffentlichen und Stellung beziehen. Über Diskussionsveranstaltungen und Konferenzen wird LEAD die Debatte zu den Themen Führung und politische Kommunikation anregen. Eine Symposienreihe, gemeinsam durchgeführt mit der BMW Stiftung Herbert Quandt und dem Technologiekonzern Giesecke & Devrient, hat ihren Auftakt am 8. Mai im ProjektZentrum Berlin.   « « « Tobias Leipprand  |  Geschäftsführender Direktor von LEAD und Prof. Dr. Bernhard Lorentz  |  Geschäfts­ führer der Stiftung Mercator


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

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Nachgefragt: Peter Daetz 123_rubrik Mit Ihrer Frau haben Sie vor 25 Jahren die Daetz-Stiftung gegründet, für die Sie 2004 vom Bundesverband Deutscher Stiftungen mit dem Deutschen Stifterpreis ausgezeichnet wurden. Was ist Ihr Anliegen und was möchten Sie in absehbarer Zeit erreichen? Wir suchen engagierte Personen, gemeinnützige Organisationen, vielleicht auch andere Stiftungen oder Unternehmen, mit denen wir zur Umsetzung unserer Bildungs-, Ausstellungs- und Eventprogramme eng zusammenarbeiten können. Hierbei denken wir an Zustifter, die gegebenenfalls gerne ihre Ideen und Anregungen persönlich einbringen möchten. Unsere Stiftungssatzung erlaubt uns auch, treuhänderisch für andere nicht rechtsfähige Stiftungen tätig zu sein.

123_Titel

Mit welchen Programmen hat Ihre Stiftung ihre Ziele bisher so erfolgreich verfolgen können? Unsere erste Idee entstand 1997, nämlich in Form einer Dauerausstellung die Traditionen und Glaubensformen aus anderen Ländern über die Holzbildhauerkunst aus fünf Kontinenten an die Bevölkerung heranzuführen. Wir haben sie zusammen mit der Stadt Lichtenstein in ihrem Schlosspalais

123_Subzeile

umsetzen können. Hierfür haben meine Frau und ich jeweils vor Ort gezielt für dieses Projekt solche Exponate in Asien, Ozeanien, Nordamerika, Afrika und Europa erworben oder in Auftrag gegeben, die dem Publikum auch die gewünschten Erklärungen geben. Über 450.000 Besucher haben bis heute bei uns eine Reise durch rund 45 Länder unternehmen können. Ist das Daetz-Centrum das einzige Stiftungsprojekt? Nein. Die Kultusministerkonferenz empfiehlt seit über zehn Jahren, interkulturelles Wissen in Schulen einzuführen, die Richtlinien der Vereinten Nationen für die Bildung nachhaltiger Entwicklung gehen in die gleiche Richtung. Die Daetz-Stiftung hat die Empfehlungen aufgegriffen und in Kooperation mit dem Sächsischen Kultusministerium Unterrichtsmodule zu den Ländern Indien, Türkei, China, Polen, Tsche-

Daetz-Stiftung und Daetz-Centrum Lichtenstein Die Daetz-Stiftung wurde 1998 von Marlene und Peter Daetz gegründet. Das Stifterehepaar entwickelte die Idee für das weltweit erste Zentrum, in dem die Kulturen der Welt über die Holzbildhauerkunst aus fünf Kontinenten vermittelt werden. Mit der Stadt Lichtenstein (Sachsen) gründeten sie das Daetz-Centrum Lichtenstein als Public Private Partnership. Die Stadt brachte u.a. das Schloss­ palais in die Partnerschaft ein, in dem das Daetz-Centrum und die Daetz-Stiftung beheimatet sind. Das Stifterehepaar stellte rund 600 Kunstwerke aus Afrika, Asien, Europa, Amerika und aus dem polynesischen Archipel zur Verfügung. Im Juni 2001 eröffnete die Ausstellung ihre Pforten.

chien, Russland und für den Kontinent Afrika entwickelt und in den Schulen eingeführt. Bis heute haben über 14.500 Schüler und rund 850 Lehrkräfte unsere Lehrinhalte in ihren Schulen erleben können. Das Modell wurde vor zwei Jahren auch vom Hessischen Kultusministerium für seine Schulen übernommen. Es hat zum dritten Mal in Folge die Anerkennung der Vereinten Nationen bekommen. Was erzielt die Daetz-Stiftung mit ihrem „Lichtensteiner Modell“? In dem wir die Schülerinnen und Schüler an die Denkweisen der Menschen aus anderen Ländern heranführen, verbessern wir ihre Berufschancen, denn es wird zunehmend erforderlich, neben Fachwissen auch interkulturelles Wissen zu besitzen. Mit den Unterrichtsmodulen erreichen wir eine Sensibilisierung für Umweltthemen und die Bereitschaft, Menschen aus anderen Ländern mit Hochachtung und Respekt auf Augenhöhe zu begegnen; eine gute Basis zur Verbesserung der Willkommenskultur. Was wünschen Sie sich für die Weiterentwicklung Ihrer Stiftung? Gerne würden wir unsere Programme mit Interessierten und engagierten Partnern weiterentwickeln und in die Zukunft tragen, vielleicht auch als Treuhänder für nicht rechtsfähige Stiftungen.  « « « 

Peter Daetz  Der gebürtige Hamburger war 37 Jahre lang als Diplom-Ingenieur in der Industrie tätig, davon 31 Jahre bei Siemens. Berufliche Stationen in verschiedenen Führungspositionen führten ihn u.a. nach Indonesien, Malaysia, Japan und in den Iran. 1991 beschloss Daetz, in seinem dritten Lebensabschnitt nur noch gemeinnützig tätig zu sein. Nach dem Rückzug aus dem Berufsleben arbeitete er fünf Jahre im Bereich Wirtschaftsförderung in der Chemnitzer Region, bevor er mit seiner Frau Marlene die Daetz-Stiftung gründete. 1990 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz, 2001 der Verdienstorden des Freistaates Sachsen und 2005 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Lichtenstein verliehen. Nähere Informationen www.daetz-stiftung.org www.daetz-centrum.de contact@daetz-stiftung.org kontakt@daetz-centrum.de


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Neuigkeiten Personalia Dr. Michael Bürsch Am 9. Dezember 2012 ist Dr. Michael Bürsch nach schwerer Krankheit verstorben. Bürsch war zwölf Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestages. Er widmete sich insbesondere der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Bürsch leitete die Enquete-Kommission zur Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements und war Vorsitzender des Unterausschusses Bürgerschaftliches Engagement. Der Mitbegründer des Centrums für Corporate Citizenship Deutschland (CCCD) engagierte sich u.a. im Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), im Bündnis für Gemeinnützigkeit sowie im Parlamentarischen Beirat des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. „Michael Bürsch hatte das große Talent, Menschen zusammenzubringen, Beziehungen zu stiften und Kooperationen vorzubereiten, und er war ein Meister des Aushandelns tragfähiger Kompromisse“, schreibt Dr. Susanne Lang in ihrem Nachruf.

Begründung heißt es: „Die Udo Keller Stiftung Forum Humanum gehört zu den eigenwilligsten Stiftungen Deutschlands und quantitativ zu den bedeutendsten des Landes Schleswig-Holstein.“ Die Udo Keller Stiftung fördert den interdiszipli-

Dr. Clemens Börsig und Dr. Tessen von Heydebreck nären Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaft und den interreligiösen Dialog der Weltreligionen. „Udo Keller war ein ebenso nachdenklicher wie mutiger Stifter. Er ist seinen in langen Jahren des Selbststudiums gereiften Überzeugungen gefolgt und hat dabei dem deutschen Stiftungswesen fantasievoll neue Wege eröffnet“, so Dr. Michael Klett, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. www.forum-humanum.org Prof. Dr. Dr. Andreas Barner und Dr. Arend Oetker Prof. Dr. Dr. Andreas Barner (Foto links), der Vorsitzende der Unternehmensleitung der Boehringer Ingelheim GmbH, soll neuer Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft werden. Dafür hat sich das Präsidium

Udo Keller Der Stifter Udo Keller ist am 21. November 2012 nach schwerer Krankheit verstorben. Kurz vor seinem Tod war der Hamburger Kaufmann für sein Wirken als Stifter mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet worden. In der

des Amtes sind für die Jahresversammlung des Stifterverbandes im Juni 2013 geplant. Barner würde auf Dr. Arend Oetker folgen, der seit 1998 Präsident des Stifterverbandes ist und zuvor zwei Jahrzehnte lang dessen stellvertretender Vorsitzender war. www.stifterverband.de

einstimmig ausgesprochen, wie der Stifterverband am 7. Februar mitteilte. Die Wahl und Übergabe

Die Deutsche Bank hat Dr. Clemens Börsig (Foto links), ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, zum 1. Januar 2013 zum Vorsitzenden des Vorstands der Deutsche Bank Stiftung berufen. Er folgt auf

Dr. Tessen von Heydebreck (Foto rechts), der aus dem Vorstand der Stiftung ausscheiden wird. Von Heydebreck wird im Jahr 2013 voraussichtlich den Vorsitz des Kuratoriums der Deutsche Bank Stiftung übernehmen. www.deutsche-bank-stiftung.de Eugen Brysch Eugen Brysch ist am 20. Dezember 2012 für die Dauer von fünf Jahren zum Alleinvorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz (vormals Deutsche Hospiz Stiftung) in Dortmund berufen worden. Die


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

bisherigen Vorstandsmitglieder Johannes Freiherr Heereman, ehemaliger Präsident des Malteser-Hilfsdienstes, und Prof. Dr. Wolfram Höfling, Direktor des Instituts für Staatsrecht der Universität zu Köln, sind aus dem Vorstand ausgeschieden und in den Stiftungsrat gewechselt. www.patientenschuetzer.de Dr. Hermann Falk und Prof. Dr. Burkhard Küstermann Dr. Hermann Falk (Foto links), stellvertretender Generalsekretär und seit knapp neun Jahren beim Bundesverband Deutscher Stiftungen, ist zum 1. Februar als Geschäftsführer zum Bundesverband Erneuerba-

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Gabriele Geertz

Dr.h.c. Fritz Pleitgen

In der Stiftung Mercator hat Gabriele Geertz zum 1. Januar die Position der kaufmännischen Geschäftsführerin übernommen. Die ehemalige Geschäftsführerin von Dussmann Service International verstärkt das Geschäftsführungsteam der Stiftung Mercator unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Bernhard Lorentz. Geertz ist zuständig für die Bereiche Administration sowie das Finanz- und Rechnungswesen. Lorentz verantwortet weiterhin die gesamten Förderaktivitäten, die Strategieentwicklung und die Kommunikation der Stiftung. www.stiftung-mercator.de

Das Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung hat Dr.h.c. Fritz Pleitgen am 13. Februar einstimmig als neues Mitglied in das Kuratorium berufen. Der gebürtige Düsseldorfer war zwölf Jahre lang Intendant des Westdeutschen Rundfunks und zwei Jahre Präsident der Europäischen Rundfunkunion. Anfang 2007 übernahm Pleitgen die Geschäftsführung der Ruhr 2010 GmbH. Als Präsident der Deutschen Krebshilfe erhielt er 2012 für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz. www.krupp-stiftung.de

neuigkeiten

Klaus-Henning Groth re Energien e.V. gewechselt. „Hermann Falk hat die Entwicklung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen seit Ende 2004 wesentlich mitgeprägt und mit ungeheurem Engagement viel zum gemeinsamen Erfolg beigetragen“, würdigte Generalsekretär Prof. Dr. Hans Fleisch Falks Leistungen. Als stellvertretender Generalsekretär des Bundesverbandes folgt im Laufe des ersten Halbjahres 2013 Prof. Dr. Burkhard Küstermann (Foto rechts). Der Jurist ist als Leiter der Initiative Bürgerstiftungen (IBS) bereits Mitglied der Geschäftsleitung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Er tritt sein neues Amt an, sobald eine neue Leitung der IBS gefunden worden ist. www.stiftungen.org

Klaus-Henning Groth ist seit dem 1. Februar neuer Leiter des Bereichs Strategische Kommunikation der Bertelsmann Stiftung. Zuvor verantwortete Groth als stellvertretender Bundesgeschäftsführer beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) den Fachbereich Fundraising, Kommunikation und Marketing. Weitere Stationen waren die RAG-Stiftung in Essen sowie verschiedene Leitungsfunktionen beim WWF, zuletzt als Chef des Bereichs Kommunikation und Politik. www.bertelsmann-stiftung.de

Ihre News in den Medien des Bundesverbandes Zusammengestellt von Timon M. Pohl  Sollen hier auch Neuigkeiten aus Ihrer Stiftung stehen? Dann senden Sie bitte Pressemitteilungen, Hinweise und Fotos an redakteure@stiftungen.org. Timon Pohl, Referent Medien & Kommunikation, ist beim Bundesverband Ihr Ansprechpartner für alle Neuigkeiten aus dem Stiftungswesen für das Magazin StiftungsWelt, den Newsletter StiftungsNews und Social Media. News, Termine und Jobs können Stiftungen außerdem kostenlos selbst auf stiftungen.org, dem Portal für Stiftungen und das Stiftungswesen, veröffentlichen. Infos und Zugangsdaten: www.stiftungen.org/stiftungen-online


42StiftungsWelt 01-2013

neuigkeiten

Dr. Sabine Schopp und Prof. Dr. Burkhard Huch Die Ökonomin Dr. Sabine Schopp ist seit Beginn des Jahres geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes der Rut- und Klaus-Bahlsen-Stif-

tung in Hannover. Sie folgt in dieser Funktion auf Prof. Dr. Burkhard Huch, der „den schönsten Job der Stadt“ (Hannoversche Allgemeine Zeitung) nach über 30-jähriger Tätigkeit übergeben hat. Huch bleibt der Stiftung als Vorsitzender des fünfköpfigen ehrenamtlichen Vorstands weiterhin verbunden. www.rut-und-klaus-bahlsen-­ stiftung.de Katharina Hoffmann und Thomas Krüger Die Stifterin Katharina Hoffmann hat am 17. Januar im Hamburger Rathaus das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Gemeinsam mit ihrem

Bruder Gerhard hatte sie 2001 die Katharina und Gerhard Hoffmann Stiftung errichtet, die inzwischen mehr als 1,3 Millionen Euro für die Denkmalpflege und die Jugendförderung ausgeschüttet hat. Neuer

Vorstand der Stiftung ist seit dem 2. Oktober 2012 der Hamburger Rechtsanwalt Thomas Krüger von der Hamburger Kanzlei Schomerus. Carolin Hymer Generationswechsel: Mit Wirkung zum 1. Januar 2013 hat sich Erwin Hymer aus der aktiven Arbeit im Vorstand der Erwin Hymer Stiftung zurückgezogen. Seine Tochter Carolin Hymer, seit 2010 ebenfalls Mitglied im Stiftungsvorstand, hat seine Position als Vorstandsvorsitzende übernommen. Sie hat Eventmanagement in Freiburg und Leeds studiert und ist seit 2008 bei einer Agentur für Kommunikation und Design tätig. www.erwin-hymer-museum.de Anne Rolvering Anne Rolvering ist seit dem 1. Januar neue Geschäftsführerin der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa. Die Juristin war zuletzt als stellvertretende Leiterin des Kompetenzzentrums Internationale Verständigung der Stiftung Mercator für Projekte in Europa, China und der Türkei verantwortlich. Rolvering folgt auf den langjährigen Geschäftsführer Philipp Scharff, der die Stiftung auf eigenen Wunsch verlassen hat. www.schwarzkopf-stiftung.de

Sabine SüSS Die ehemalige Vorstandsvorsitzende der Schader-Stiftung in Darmstadt Sabine Süß ist zum 1. Februar als stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle zum Stiftungsverbund LernenvorOrt gewechselt, deren Leitung sie im November übernehmen wird. Die Geschäftsstelle wird seit Herbst 2012 in Trägerschaft des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen geführt. Nach ihrem Studium der Germanistik, Philosophie und Publizistik an der Freien Universität Berlin war Süß u.a. Gründungsdirektorin und Geschäftsführerin des Deutschen Auswandererhauses in Bremerhaven und arbeitete langjährig im Kulturmanagement für Großausstellungen in Berlin, z.B. für das Deutsche Historische Museum, die Stiftung Deutsche Kinemathek und die Berliner Festspiele GmbH. www.stiftungen.org Ulrike Trautwein Am 18. Dezember 2012 hat das Kuratorium des Evangelischen Johannesstifts in Berlin die Pfarrerin Ulrike Trautwein, Generalsuper­ intendentin des Sprengels Berlin, zur neuen Vorsitzenden des höchsten Gremiums der Stiftung gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Dr. Norbert Meisner an, der nach dem Ausscheiden von Bischof i.R.


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Huber im Dezember 2011 ein Jahr lang den Vorsitz übernommen hatte. www.evangelisches-johannesstift.de

NEUERRICHTUNGEN

liche sollen durch Musik, Bildende Kunst und Literatur unterstützt werden. Ziele der Stiftung mit Sitz in Deidesheim sind die Entwicklung von Persönlichkeit, sozialer Kompetenz und Toleranz sowie die Inklusion in Gemeinschaft, Gesellschaft und Staat. Der Wirkungskreis der Stiftung ist begrenzt auf Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Conny und Levi von Winden-Stiftung

Krebsstiftung Berlin

Die am 18. Dezember 2012 als rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts anerkannte Conny und Levi von Winden-Stiftung fördert Kunst, Kultur und Jugend. Vor allem Kinder und Jugend-

Die Berliner Krebsgesellschaft e.V. hat am 18. Dezember 2012 die Krebsstiftung Berlin vorgestellt. Hauptziele sind die Hilfe für an Krebs erkrankte Menschen, Information und Aufklärung sowie die

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Förderung von Forschung. Die Stiftung soll dazu beitragen, dass betroffenen Berlinern schneller und direkter geholfen wird. Im Kuratori-

neuigkeiten

um der Krebsstiftung Berlin engagieren sich u.a. Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, die Programmdirektorin des Rundfunks Berlin-Brandenburg Dr. Claudia Nothelle und der Filmproduzent Gero von Boehm. www.berliner-krebsgesellschaft.de

Stiftung Welthungerhilfe Gemeinsam für eine Welt ohne Hunger Wir bieten Ihnen für Ihr soziales Engagement: „ Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika „ 50 Jahre Erfahrung in wirkungsvoller Entwicklungszusammenarbeit „ Höchste Transparenz und persönliche Betreuung

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44StiftungsWelt 01-2013

Stiftung Windmühle Nicola

24.–26. April 2013 in Berlin 20. Deutscher Fundraising Kongress

Als eine der letzten neuen Stiftungen des vergangenen Jahres wurde am 18. Dezember 2012 die Stiftung Windmühle Nicola anerkannt. Der Bauunternehmer und Stifter Arnd Jansohn hat die ursprünglich in der Nähe von Rendsburg stehende Mühle Nicola vor dem Abriss gerettet und ließ sie demontieren. Seit Februar 2012 wird an ihrem Wiederaufbau auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in Schleswig gearbeitet. Nach der geplanten Eröffnung zum Deutschen Mühlentag 2015 soll sie eine von zwei Mühlen in Schleswig-Holstein sein, die regelmäßig mahlen. www.muehle-nicola.de Wim Wenders Stiftung

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www.fundraising-kongress.de

Um sein Lebenswerk der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, haben der Filmemacher Wim Wenders („Pina“, „Buena Vista Social Club“) und seine Ehefrau Donata in Düsseldorf am 14. Dezember 2012 die Wim Wenders Stiftung ins Leben gerufen. Mit der Hilfe des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Düsseldorf, der Kulturstiftung der Länder und von pri­vaten Zustiftern ist es gelungen, bis Ende 2012 zunächst die Rechte an allen Filmen von Wim Wenders zu erwerben, die in Fremdbesitz sind. Das Werk soll demnach als Ganzes gepflegt, erhalten und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, etwa auch für Studienzwecke und wissenschaftliche Arbeiten. Darüber hinaus wird die Stiftung innovative Erzählkunst fördern.

PREISVERLEIHUNGEN  Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. hat den KAIROS-Preis 2013 am 24. Februar an den polnischen Künstler Paweł Althamer verliehen. „Wie wir wohnen, wie wir arbei-

ten, welche Werte uns wichtig sind – all das wird durch seine Installationen, Performances und Aktionen auf überraschende Weise bewusst“, so das KAIROS-Kuratorium. Althamer richte die Aufmerksamkeit auf scheinbar Selbstverständliches oder Verdrängtes und vereine damit ästhetischen Anspruch und soziale Sensibilität in einem unverwechselbaren künstlerischen Schaffen, das Spuren hinterlasse. Mit einem Preisgeld von 75.000 Euro ist der KAIROS einer der höchstdotierten Kulturpreise in Europa. www.toepfer-fvs.de Allianz Umweltstiftung 65.000 Euro für den Klimaschutz: Fünf Schulen aus Haar bei München, Hannover, Triberg im Schwarz­w ald, Tübingen und dem hessischen Viernheim erhalten in diesem Jahr die mit jeweils 10.000 Euro dotierten Hauptpreise im Wettbewerb um den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung. Mit 1.000 Euro zeichnet die Stiftung außerdem


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

15 weitere Schulen, Teams und Projekte mit Anerkennungspreisen aus. Die Verleihung der fünf Hauptpreise findet am 3. Juni 2013 in Berlin statt. www.allianz-umweltstiftung.de

Hochschule für Musik und Theater in Hamburg berufen. Er ist außerdem Gründer und Präsident der Theodor Leschetizky-Musikgesellschaft in Warschau. www.berenberg.de

Bayer Science & Education Foundation

Förderpreise für Bürgerstiftungen

Der Immunologe Prof. Dr. Hans-Georg Rammensee ist am 6. März in Berlin mit dem Familie-Hansen-Preis 2013 in Höhe von 75.000 Euro geehrt worden. Mit der Auszeichnung würdigt die Bayer Science & Education Foundation die Arbeiten des Forschers der Universität Tübingen auf dem Gebiet der Immunologie und der Therapie von Krebs durch Impfstoffe. Der Preis wird seit dem Jahr 2000 für wegweisende Forschungsbeiträge in der Biologie und Medizin vergeben. www.bayer-stiftungen.de

Die Bürgerstiftungen aus Landshut, Wiesloch, Neuss und München haben am 7. März in Berlin den Förderpreis Aktive Bürgerschaft 2013 erhalten. Die Auszeichnung des gleichnamigen Vereins ist mit insgesamt 40.000 Euro dotiert und geht zu gleichen Teilen an die vier prämierten Stiftungen. Bewerben konnten sich Bürgerstiftungen, die das Gütesiegel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen tragen und damit den zehn Merkmalen einer Bürgerstiftung entsprechen. www.aktive-buergerschaft.de

Berenberg Bank Stiftung von 1990

Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung

Die Berenberg Bank Stiftung von 1990 hat den Berenberg Kulturpreis 2013 in Höhe von 15.000 Euro an den Klavierkünstler Hubert

Dr. Hannes Rösler, LL.M. (links) vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg hat am 11. Februar den Kurt-Hartwig-Siemers-Wis-

Rutkowski vergeben. Der 1981 in Polen geborene Preisträger ist Absolvent der Frédérik-Chopin-Musikakademie in Warschau und gilt als hochtalentierter Pianist. Im April 2010 wurde Rutkowski als einer der jüngsten Professoren an die

senschaftspreis der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung erhalten. Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro erhält Rösler u.a. für seine Habilitationsschrift „Europäische Gerichtsbarkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts“. Das glän-

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zend formulierte Buch werde durch seine Lösungsvorschläge eine Reformdebatte über die Grenzen der Rechtswissenschaften hinaus anstoßen. Die Publikationsliste des 40-Jährigen umfasst über 120 Titel in mehreren Sprachen. www.hmb-wiss-stift.de Ideenwettbewerb für Bürgerstiftungen Bei einem Festakt im Beisein von Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert haben die Herbert Quandt-Stiftung und die Initiative Bürgerstiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen am

20. Februar 2013 in Berlin die Gewinner des 3. Ideenwettbewerbs für Bürgerstiftungen ausgezeichnet. Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preis ging an die Bürgerstiftung Sindelfingen für das deutsch-türkische Theaterprojekt „Alte Koffer – neue Träume“. Die Bürgerstiftung Wiesloch, die erfolgreich den Austausch zwischen Jung und Alt intensiviert hat, erhielt 10.000 Euro für den zweiten Platz. Für ihre drei provokanten Kurzfilme, mit denen sie bei Senioren für ehrenamtliches Engagement wirbt, wurde die Stiftung Bürger für Leipzig mit dem dritten Preis in Höhe von 5.000 Euro ausgezeichnet. www.buergerstiftungen.org

neuigkeiten


46StiftungsWelt 01-2013

neuigkeiten

Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg

Der Ernst Jung-Preis für Medizin geht am 3. Mai zu gleichen Teilen an Prof. Dr. Angelika Amon vom Massachusetts Institute of Technology und Prof. Ivan Dikic MD PhD von der Frankfurter Goethe-Universität. Mit einem Preisgeld von 300.000 Euro ist die Auszeichnung der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung einer der höchstdotierten Medizinpreise ­Europas. Den mit 210.000 Euro dotierten Ernst Jung-Karriere-Förderpreis für Medizinische Forschung erhält die Erlangener Assistenzärztin Dr. med. Anita Kremer. Mit der Ernst Jung-Medaille für Medizin in Gold würdigte die Stiftung außerdem das Lebenswerk von Prof. Sir Salvador Moncada MD PhD. www.jung-stiftung.de

Der Förderpreis 2013 der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg in der Sparte „Malerei“ in Höhe von 8.000 Euro geht an den jungen Künstler Jan Pleitner. Der in Oldenburg geborene Meisterschüler lebt und arbeitet in Berlin und Düsseldorf. Mit der Verleihung des Förderpreises im Mai beginnt in Oldenburg eine Ausstellung des Künstlers. www.oevo.de

Köhler-Stiftung Der Soziologe Prof. Dr. Dr.h.c. Hans Joas erhält den Hans-Kilian-Preis 2013 zur Erforschung und Förderung der metakulturellen Humanisation der Köhler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Der internationale Forschungspreis in Höhe von 80.000 Euro wird am 20. Juni in Bochum zum zweiten Mal vergeben. Mit dem Preis werden exzellente Leistungen von Personen gewürdigt, die neue Einsichten in die geschichtliche und kulturelle Existenz des Menschen und seine veränderliche Psyche vermittelt haben. www.hans-kilian-preis.de

Kulturstiftung Hansestadt Lübeck Der Lübecker Literaturpreis „Von Autoren für Autoren“ in Höhe von 7.500 Euro ist am 27. Januar an den Schriftsteller Ernst Augustin verliehen worden. Stifter des Preises sind die Teilnehmer des Lübecker Literaturtreffens. Der Preisträger konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der feierlichen Ehrung teilnehmen. Zuletzt erschien von Augustin der Roman „Robinsons blaues Haus“, der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2012 stand. www.die-luebecker-museen.de Stiftung Genshagen und Allianz Kulturstiftung Die Stiftung Genshagen und die Villa Gillet (Lyon) haben gemein-

sam mit der Allianz Kulturstiftung den deutsch-französischen

Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur an Andreas Maier („Das Haus“) und Éric Vuillard („La Bataille d’Occident“ und „Congo“) verliehen. Der jeweils mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde am 21. Januar in Berlin im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der französischen Kulturministerin Aurélie Filippetti überreicht. Die Auszeichnung soll den literarischen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich vertiefen und zeitgenössische Autoren fördern, die im jeweiligen Nachbarland noch nicht bekannt sind. www.stiftung-genshagen.de www.villagillet.net www.allianz-kulturstiftung.de Stiftung Oskar-Helene-Heim Die Stiftung Oskar-Helene-Heim, deren Zweck die Förderung der Wissenschaft und Forschung ist, hat am 23. März zwei Wissenschaftler für ihre wegweisenden Forschungen über den Einfluss des Nervensystems auf Magen-Darm-Erkrankungen mit dem Oskar Medizin-Preis 2013 gewürdigt. Das Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro teilen sich Prof. Dr. Sigrid Elsenbruch vom Universitätsklinikum Essen und Prof. Dr. Michael Schemann von der Technischen Universität München. Der Oskar Medizin-Preis soll den Wissenschaftlern weitere Forschungen zum Reizdarmsyndrom ermöglichen. www.stiftung-ohh.de


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

Stiftung PreuSSische Seehandlung

©gezett

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss hat am 27. Februar den mit 30.000 Euro dotierten Berliner Literaturpreis 2013 erhalten. Die Auszeichnung wird von der Stiftung Preußische Seehandlung vergeben.

Freien Universität Berlin verbunden. Die Jury überzeugte sein Werk, „in dem die Freaks und Träumer, die Schlafwandler und Fremdlinge den Ton angeben“. Bärfuss’ Geschichten seien „Störfälle“ durch das Anderssein ihrer zentralen Figuren. Bisherige Preisträger sind u.a. Herta Müller, Sibylle Lewitscharoff und Rainald Goetz. www.stiftung-seehandlung.de

Mit dem Preis ist die Berufung auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der

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Wolfgang Wirichs Stiftung

neuigkeiten

Dr. Daniel Heinrich hat am 30. Januar den 13. Wolfgang Wirichs Förderpreis Handel in Höhe von 2.000 Euro erhalten. Mit seiner Doktorarbeit „Consumer-Brand Relationships: Konzeption, Messung und Konsequenzen emotionaler Markenbindung“ überzeugte der Wissenschaftler der Universität Mannheim die Jury. Mit dem Preis zeichnet die Wolfgang Wirichs Stiftung Menschen aus, deren Arbeiten zu neuartigen Problemlösungen für den Handel führen. www.wirichs-stiftung.de

PSP blickt auf eine langjährige Erfahrung in der Beratung von Stiftungen zurück. Die Stiftungsberatung bildet einen der Schwerpunktbereiche unserer Sozietät, in dem PSP wirtschaftliche, rechtliche und steuerliche Beratung aus einer Hand bietet. Darüber hinaus übernehmen unsere Experten vielfach das laufende Vermögenscontrolling von Stiftungen. Angefangen von der Auswahl der beauftragten Vermögensverwalter, über die Kontrolle von Kosten und Umsetzung der Vermögensanlage, bis hin zu einem laufenden Reporting der Entwicklung des Stiftungsvermögens können Stiftungen die Expertise eines fachübergreifend besetzten Expertenteams nutzen. Wir setzen dabei nicht einfach auf standardisierte Verfahren, sondern orientieren uns an den konkreten Bedürfnissen einer jeden Stiftung und bieten somit maßgeschneidert Lösungen für jede Stiftung an. Fordern Sie unsere Stiftungs-Broschüre an oder wenden Sie sich direkt an unsere Experten, die Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen: Joachim Doppstadt, j.doppstadt@psp.eu Maik Paukstadt, m.paukstadt@psp.eu Dr. Jasper von Hoerner, j.vonhoerner@psp.eu

PETERS, SCHÖNBERGER & PARTNER GBR RECHTSANWÄLTE WIRTSCHAFTSPRÜFER STEUERBERATER Schackstraße 2 (Am Siegestor) 80539 München Tel.: +49 89 38172-0 psp@psp.eu www.psp.eu


Transparenz erzeugen ist unsere Stärke

Entwicklung im Stiftungswesen: 2000 – 2003 Einführung Förderverwaltung und Rechnungswesen für eine Stiftungsverwaltung

2004 – 2007 R e o rg a n i s a t i o n u n d K o o rd i n a t i o n d e r I T / E D V i n einer öffentlich-rechtlichen Stiftung

Optimierung Adress- und Spendenverwaltung bei Stiftungen

Einführung Liegenschaftsverwaltung und Geografisches Informationssystem

Marktanalyse „Stiftungen und EDV“ in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband

Erstellung Anforderungsprofil und Auswahlver fahren für ein Wer tpapierverwaltungssystem

R e o rg a n i s a t i o n v o n A r b e i t s p ro z e s s e n i n e i n e r Stiftungsverwaltung

Projektleitung bei der Umstellung der kameralen auf kaufmännische Rechnungslegung nach HGB für eine öffentlich-rechtliche Stiftung

Mitglied und Rahmenpartner:

2008 – 2010 Zertifizierung zum EBS „Stiftungsmanager“ Einsatz als kaufmännischer Interimsmanager in Stiftungen Ausgründung von wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben in Stiftungen Entwicklung einer Branchenlösung für operative und Förderstiftungen „CAS Maecenas“ Einführung von Portallösungen für Stipendiatenu n d A l u m n i o rg a n i s a t i o n e n


StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

JUBILÄEN

MOSAIK

Heinrich-Böll-Stiftung e.V.

Becker-Kerner-Stiftung

Am Anfang standen 50 Menschen, die für ein Darlehen über 100.000 DM bürgen, mit dem Lukas Beckmann am 18. November 1987 einen Verein eintragen ließ. Kurz zuvor hatte das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass die Vergabe von Global- und Projektmitteln an politische Stiftungen mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Am 14. Dezember 2012 hat die Heinrich-Böll-Stiftung, die sich inzwischen mit einem jährlichen Etat von über 50 Millionen Euro für grüne Ideen und Projekte einsetzt, ihr 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Eine Zeitleiste im Internet führt interaktiv durch ein Vierteljahrhundert Stiftungsgeschichte. www.boell.de

Schüler aus Hamburg können seit dem 10. Januar über das Internet und eine App für ihr Smartphone stark ermäßigte Eintrittskarten für die Hamburger Bühnen erhal-

Stiftung Mitarbeit Zu ihrem 50-jährigen Jubiläum hat die Stiftung Mitarbeit mit Unterstützung der Andreas-Mohn-Stiftung einen Jubiläumsfonds „Starthilfe 2013“ aufgelegt. Seit vielen Jahren vergibt die Stiftung als Starthilfe Zuschüsse an kleinere Organisationen, Initiativen und Gruppen mit geringen finanziellen und personellen Ressourcen. Im Rahmen der „Starthilfe 2013“ kann die Förderung von 500 Euro um bis zu 1.500 Euro für ausgewählte Initiativen und Vereine erhöht werden. Die 1963 gegründete Stiftung will mit ihrer Arbeit die Demokratieentwicklung von unten unterstützen und die politische Teilhabe von allen Menschen stärken, die in Deutschland leben. www.mitarbeit.de

ten. „Theatix“ ist eine Kooperation der Becker-Kerner-Stiftung des Moderators Johannes B. Kerner mit allen Hamburger Staats- und fast allen Privattheatern. Am Tag der Aufführung stellen die teilnehmenden Theater mittags ein Kontingent ein. Nach der Online-Reservierung holen die Schüler ihre Tickets an der Abendkasse ab. Zum Start überreichte Thalia-Intendant Joachim Lux 200 Karten für das Stück „Tschick“ zum Preis von 1,99 Euro. www.becker-kerner-stiftung.de www.theatix.de

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fen. In ihrem vierten Jahr wurde zur Stabilisierung des Projektes eigens eine gGmbH gegründet. www.berlinerstiftungswoche.eu Deutsche Stiftung Denkmalschutz Der Hohen Domkirche Köln hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz am 13. Dezember 2012 eine Erbschaft aus England in Höhe von mehr als 360.000 Euro überreicht. Berta Woodward, 2011 verstorben, hatte die von ihr eingesetzten Erben überlebt und für diesen Fall die Stiftung bedacht. Mit den Geldern sollen nach ihrem Wunsch Kriegsschäden am Kölner Dom beseitigt werden. www.denkmalschutz.de Elfriede-Dietrich-Stiftung Mit drei kostenlos im Internet abrufbaren Filmen klärt die Elfriede-Dietrich-Stiftung laienverständlich und zugleich wissenschaftlich korrekt über traumatische Ereignis-

Berliner Stiftungswoche Zum vierten Mal findet vom 4. bis zum 14. Juni die Berliner Stiftungswoche statt. An zehn Tagen öffnen die Stiftungen der Stadt ihre Türen und laden zu mehr als einhundert Veranstaltungen ein. Die Berliner Stiftungswoche ist eine Initiative der Berliner Stiftungsrunde, in der sich auf Initiative des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und der Stiftung Zukunft Berlin 27 Stiftungen und Organisationen tref-

se auf. Der zuletzt veröffentlichte dritte Film richtet sich nun an die breite Öffentlichkeit, um über die Folgen einer psychischen Traumatisierung und Therapieerfolge zu informieren. In dem 35-minütigen Film „Auf einmal ist alles ganz anders“ beschreiben vier Betroffene sehr persönlich, unter welchen Symptomen sie nach einem traumatischen Ereignis litten und wie positiv sie die Therapie erlebt ha-

neuigkeiten


50StiftungsWelt 01-2013

neuigkeiten

ben. Der erste Film richtete sich an die Betroffenen, während der zweite Film sich an die Helfer wendete. www.e-dietrich-stiftung.de Gerda Henkel Stiftung und Max Weber Stiftung Neue Netze für die Geisteswissenschaften: Die Gerda Henkel Stiftung und die Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland haben am 13. Februar eine Kooperationsvereinbarung zur Wissenschaftsvermittlung im Internet unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist, die geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Kommunikation im virtuellen Raum zu intensivieren und

die Sichtbarkeit geisteswissenschaftlicher Beiträge zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu erhöhen. www.gerda-henkel-stiftung.de www.maxweberstiftung.de

Kein Raum für Missbrauch Die bundesweite Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“ fordert Eltern und Fachkräfte in Kitas, Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden

und Kliniken auf, den Schutz der Kinder und Jugendlichen vor sexueller Gewalt zu verbessern. Ziel der vom Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung am 10. Januar initiierten Kampagne ist ein gesamtgesellschaftliches Bündnis gegen sexuellen Missbrauch. Zu den Unterstützern gehören u.a. die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung „Bündnis für Kinder. Gegen Gewalt.“, die Stiftung Haus der kleinen Forscher und die Stiftung Kindergesundheit. www.kein-raum-fuer-missbrauch.de MünchnerStiftungsFrühling Vom 15. bis 22. März haben die Stiftungsverwaltung im Sozialreferat der Stadt München und die

Münchner Kultur GmbH den ersten „MünchnerStiftungsFrühling“ veranstaltet. Acht Tage lang stellten sich rund 200 Münchner Stiftungen aus unterschiedlichen Bereichen der Öffentlichkeit vor, darunter die Stiftung Deutsche Welthungerhilfe, die Siemens Stiftung, aber auch viele kleinere Stiftungen. Ob Führungen, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen, Workshops oder Ausflüge: Der „MünchnerStiftungsFrühling“ bot mit seinen drei Säulen nicht nur Veranstaltungen bei Stiftungen und Projektpartnern vor Ort, sondern auch Termine zum Stiftungswissen und sogenannte Themeninseln. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen unterstützte den „MünchnerStiftungsFrühling“ als ideeller Partner. www.muenchnerstiftungsfruehling.de Projekttransfer Wie können erfolgreiche Projekte in der Breite wirken? Wie verhindern wir, dass viele Projekte immer wieder das Rad neu erfinden, obwohl es erfolgreiche Beispiele gibt, von denen man lernen kann? Die Internetseite openTransfer.de

Gruppenvertrag D&O/VHV für Stiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen Wir beraten Sie individuell.

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StiftungsWelt 01-2013 » » » Stiftungen

sammelt seit März Wissen und Erfahrungen über den Transfer guter Ideen. Jeder kann mitmachen, Artikel verfassen, diskutieren, kommentieren und Teil eines E-Books werden, das aus den wichtigsten Beiträgen entsteht. Für das Projekt haben sich die Stiftung Bürgermut, die Bertelsmann Stiftung und der Bundesverband Deutscher Stiftungen zusammengetan. Weitere Partner sind willkommen. www.opentransfer.de Stiftung Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe Mit dem Fahrrad durch Amerika: Als Botschafter der Stiftung Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe durchquert Manfred Grimme, vor einigen Jahren an einer selte-

nen Form von Lymphknoten-Krebs erkrankt, zurzeit auf einer rund 6.000 Kilometer langen Strecke mit dem Fahrrad die USA. Die Tour

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„Cycling against Cancer“ begann im Januar in Orlando und soll Mitte April in San Francisco enden. Mit der Aktion möchte Grimme Krebspatienten Mut machen und für die Stiftung werben. Interessierte können der bemerkenswerten Tour tagesaktuell in einem Blog folgen. www.dlh-stiftung.de

VolkswagenStiftung

neuigkeiten

Nach fast 70 Jahren hat die VolkswagenStiftung mit dem Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen die Lücke im Ensemble der Herrenhäuser Gärten in Hannover geschlos-

Wanderausstellung Das Carl-Bosch-Museum in Heidelberg zeigt bis zum 2. Juni die Wanderausstellung „Sketches of Science: Photo Sessions with Nobel Laureates“. Zu sehen sind über 40 lebensgroße Porträts von Nobelpreisträgern des Fotografen Volker Steger und bunte Skizzen ihrer bahnbrechenden wissenschaftlichen Arbeit. Die von der Klaus Tschira Stiftung geförderte Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Nobelmuseums in Stockholm und der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. www.lindau-nobel.org

sen. Die ehemalige Sommerresidenz der Welfen wird künftig als modernes Tagungszentrum und Museum genutzt. Rund 300 Gäste nahmen an der Eröffnung am 18. Januar teil. Der Wiederaufbau von Schloss Herrenhausen, mit dem im Sommer 2009 begonnen worden war, ist ein Investitionsvorhaben im Rahmen der Vermögensanlage. www.volkswagenstiftung.de

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52StiftungsWelt 01-2013

Interna

aus dem bundesverband deutscher stiftungen und mitgliedernetzwerk

Termine und Veranstaltungen

Am 1. Oktober ist Tag der Stiftungen! Mitmachen und Flagge zeigen: Melden Sie jetzt Ihre Veranstaltung an.

Was ist der Tag der Stiftungen?   » » »   Am 1. Oktober 2013 findet erstmals der Tag der Stiftungen statt. In ganz Deutschland laden Stiftungen an diesem Tag die ÖffentAnmeldung zum Tag der lichkeit ein, mehr Stiftungen unter über ihre gemeinwww.tag-der-stiftungen.de nützige Arbeit zu erfahren. Ob ProKontakt jektbesuch im Kiez, Bundesverband Deutscher Stiftungen Wanderung durch Mauerstraße 93  |  10117 Berlin ein Naturschutzgewww.stiftungen.org/tagderstiftungen biet oder Podiumsdiskussion zum Nina Leseberg Stiftungswesen vor Projektleiterin Tag der Stiftungen Ort – das aktuelTelefon (030) 89 79 47-74  |  Fax -71 le Programm des nina.leseberg@stiftungen.org Aktionstags finden Sie auf der neuen Arne Scheffler Internetseite des Volontär Tag der Stiftungen Projekts: Telefon (030) 89 79 47-62  |  Fax -71 www.tag-der-stifarne.scheffler@stiftungen.org tungen.de

Wer macht den Tag der Stiftungen?   » » »   Der Bundesverband Deutscher Stiftungen initiiert den Tag der Stiftungen als einen bundesweiten Aktionstag, um auf die gesellschaftliche Bedeutung des Stiftungswesens aufmerksam zu machen. Die Mitglieder des Bundesverbandes und andere gemeinnützige Stiftungen organisieren an diesem Tag lokale Aktionen und Veranstaltungen und präsentieren der Öffentlichkeit ihre Arbeit. Alle Stiftungen im Bundesverband können dank der Unterstützung von Themenpaten kostenlos am Tag der Stiftungen teilnehmen. Aktionen und Veranstaltungen finden am Tag der Stiftungen nicht nur in Deutschland statt. Im Rahmen des „Donors and Foundations Day“ wird das Stiftungswesen am 1. Oktober in ganz Europa sichtbar sein und für die Idee des Stiftens geworben. Der Donors and Foundations Day ist ein Kooperationsprojekt der 25 europäischen Schwesterverbände im Donors and Foundations Networks in Europe (DAFNE), das von den Stiftungsverbänden jeweils auf nationaler Ebene ausgestaltet wird.

Wer kann sich am Tag der Stiftungen beteiligen?   » » »   Teilnehmen können gemeinnützige Stiftungen aller Rechtsformen. Alle Stiftungsmitglieder des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen nehmen kostenlos teil und können unbegrenzt viele Aktionen und Veranstaltungen für den Tag der Stiftungen anmelden. Stiftungen, die nicht Mitglied im Bundesverband sind, können gegen eine Gebühr am Tag der Stiftungen teilnehmen. Freunde des Stiftungswesens, also natürliche oder juristische Personen, die Mitglied im Bundesverband, aber keine Stiftung sind, zahlen ebenfalls eine Teilnahmegebühr. Sie dürfen jeweils bis zu drei Veranstaltungen anmelden. Wie können sich Stiftungen beteiligen?   » » »   Gemeinnützige Stiftungen können der Öffentlichkeit ihre Arbeit am Tag der Stiftungen auf vielfältigste Weise zeigen. Welches Format sich dafür am besten eignet, hängt von den jeweiligen Stiftungsaktivitäten ab. Stiftungen im Bereich Wissenschaft und Forschung können z.B. aktuelle Forschungsergebnisse vorstellen, Bildungsstiftungen einen Lesewettbewerb veranstalten und Mu-


StiftungsWelt 01-2013 » » » Interna

seumsstiftungen eine Führung zum Tag der Stiftungen anbieten. Inspiration für die eigene Veranstaltung bietet die Ideenbox auf der Internetseite des Projekts: www.tag-der-stiftungen/ideenbox Die Anmeldung für den Tag der Stiftungen ist einfach: Mitgliedsstiftungen müssen ihre Veranstaltung lediglich in die Veranstaltungsübersicht unter www. tag-der-stiftungen.de eintragen und erhalten dann alle Serviceleistungen des Bundesverbandes.

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» Wie unterstützt der Bundes­verband die Teilnehmer?   » » »   Der Bundesverband stellt den teilnehmenden Organisationen folgende Angebote bereit: » Beratung zur Teilnahme und

Kontaktvermittlung zu anderen Teilnehmern Zentrale Internetseite mit Informationen zum Tag der Stiftungen, zum Stiftungswesen und zum Stiften Digitales Programm unter www. tag-der-stiftungen.de (Teilnehmer können ihren Veranstaltungseintrag hier selbst erstellen) Übergreifende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zum Tag der Stiftungen Unterstützung für die Pressearbeit der Teilnehmer durch ein Medienkit mit Logo, Muster­ pressemitteilung, Tipps und einem Faktenblatt zum deutschen Stiftungswesen.

Darüber hinaus stellt der Bundesverband kostenlose Informationsmaterialien und Werbemittel zur Verfügung (gegen Versandkostenpauschale): » Erklärvideo der Simpleshow „Was ist eine Stiftung?“ » Kurzbroschüre „Was ist eine Stiftung?“ zur Auslage bei den Veranstaltungen vor Ort » Plakat zum Tag der Stiftungen mit Eindruckmöglichkeit für die eigene Veranstaltung LES » Give-away   « « «


54StiftungsWelt 01-2013

Preise und Wettbewerbe

Engagement auf dem Höhenflug Rückblick: Verleihung des Deutschen Engagementpreises am 5. Dezember 2012 in Berlin

¢ Die Gewinner des Deutschen Engagementpreises 2012

» » »   Bei klirrender Kälte ging es am 5. Dezember 2012 im Deutschen Theater in Berlin feurig zu: Musiker, Tänzer, Zauberer und Wort-Akrobaten feierten, durch den Abend geleitet von Moderatorin Anja Heyde (ZDF), die Sieger des Deutschen Engagementpreises. In Deutscher Engagementseiner Eröffnungsrepreis 2013 de lobte Prof. Dr. HeBis 12. Juni 2013 können Sie wieder ribert Prantl, Leiter engagierte Personen und Organisades Innenressorts der tionen für den Deutschen EngageSüddeutschen Zeimentpreis nominieren. Alle Infortung, freiwillig Aktive mationen zur Nominierung und zum als „die wahre Elite in Wettbewerb finden Sie unter Deutschland“. www.deutscher-engagementpreis.de. Den Deutschen EnDer Deutsche Engagementpreis wird vom Bündnis für Gemeinnütgagementpreis in der zigkeit verliehen. Förderer sind das Kategorie Politik & VerBundesministerium für Familie, Sewaltung konnte die nioren, Frauen und Jugend sowie Stadt Pirmasens für der Generali Zukunftsfonds. ihre Bildungsprojekte

zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit im Pakt für Pirmasens entgegennehmen. Jürgen Ludwig aus Arnstadt erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Einzelperson für seine langjährigen Verdienste in der von ihm mit gegründeten Interessengemeinschaft Stadtökologie Arnstadt. In der Kategorie Wirtschaft gewann das Unternehmen RWE, das für die Engagementförderung mit dem Mit-

arbeiterprogramm RWE Companius gewürdigt wurde. Der Verein Kickfair erhielt den Deutschen Engagementpreis in der Kategorie Dritter Sektor für seine integrativen Projekte im Bereich Straßenfußball. In der Schwerpunktkategorie Engagement vor Ort machte das Projekt „ZiP – Zusammen in Parchim“ für seinen Erfolg in der lokalen Vernetzung gemeinnütziger Initiativen das Rennen.

¢ Sonderpreis für die Interessengemeinschaft Golzheim aktiv

¢ Preisträger Engagement vor Ort: „ZiP – Zusammen im Parchim“


StiftungsWelt 01-2013 » » » Interna

Beim Online-Voting für den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis konnte sich die Initiative „Storch Heinar / Endstation Rechts.“ durchsetzen. Storch Heinar und sein Team, die sich gegen Rechtsextremismus einsetzen, erhielten nach einem rasanten Höhenflug die meisten Stimmen. Einmalig vergab der Generali Zukunftsfonds in diesem Jahr einen Sonderpreis. Er ging an die Interessengemeinschaft Golzheim aktiv, die sich im Oktober 2012 freiwillig

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aus dem Online-Voting zum Publikumspreis zurückgezogen hatte. Grund für die beherzte Entscheidung waren Aufrufe in rechtsextremen Kreisen, für Golzheim abzustimmen, um einen Sieg des bis dahin Erstplatzierten „Storch Heinar / Endstation Rechts.“ zu verhindern. Dies würdigte der Vorstandsvorsitzende der Generali Deutschland Holding AG, Dietmar Meister, mit anerkennenden Worten sowie einer Geldprämie von 5.000 Euro. „Kunst wäscht den Staub des

Alltags von der Seele.“ Mit diesen Worten Pablo Picassos dankte Laudatorin Tessa Mittelstaedt den Künstlern, die die Engagementpreis-Verleihungen stets kurzweilig machen und poetisch verzaubern. Dieses Jahr begeisterten Steptänzerin Cristina Delius, Slam-Poet Lasse Samström, Tanz-Artist David Pereira, der Hauptstadtzauberer Andreas Axmann, das Gesangsduo „Die Mädchen“ und die Musiker von Ensemble Too Paradise das Publikum. „Die Welt ist zu wertvoll, um sie aufs Spiel zu setzen“ – dem Motto des Preisträgers Jürgen Ludwig sind alle Preisträger gefolgt. Sie geben ihre Zeit und Energie, um Gutes zu tun. Der Deutsche Engagementpreis zeichnet ihr Wirken aus und verleiht ihnen öffentliche Aufmerksamkeit.   « « « Anja Södler  |  Referentin Deutscher Engagementpreis

¢ Preisträger Dritter Sektor: Kickfair

¢ Preisträger Einzelperson: Jürgen Ludwig

¢ Preisträger Politik & Verwaltung: die Stadt Pirmasens

¢ Preisträger Wirtschaft: RWE Companius

¢ Tanz-Artist David Pereira


56StiftungsWelt 01-2013

Gremien

Neu: Konferenz der Arbeitskreisleiter Die von der Mitgliederversammlung 2012 beschlossene Strukturreform schafft Gremium zur Weiterentwicklung der Arbeitskreise und Foren.

Weitere Informationen  www.stiftungen.org/ konferenz-arbeitskreisleiter

å Erste Sitzung der Arbeitskreisleiterkonferenz am 16. November 2012 in Berlin

» » »   Die Konferenz der Arbeitskreisleiter (AKK) ist seit November 2012 neben Vorstand und Beirat Gremium des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Sie ist aus der Satzungsreform hervorgegangen, die von der Mitgliederversammlung im Juni 2012 beschlossen wurde. Ziel war einerseits, den Beirat um seiner Arbeitsfähigkeit willen – insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung stiftungspolitischer Positionen – zu verschlanken, indem die Arbeitskreisleiterinnen und -leiter nicht mehr wie bisher geborene Beiratsmitglieder sind, sondern ein eigenes Gremium bilden. Andererseits wird es Aufgabe der AKK sein, die Verbandsangebote für die Mitglieder weiterzuentwickeln. Dadurch soll die Kompetenz der Arbeitskreisleiterinnen und -leiter als Vertreter der verschiedenen Stiftungsgruppierungen noch effektiver genutzt werden.

Die Leiterinnen und Leiter aller Arbeitskreise im Bundesverband Deutscher Stiftungen sind Mitglieder des neuen Gremiums. Die konstituierende Sitzung der AKK fand am 16. November 2012 in Berlin statt. Zum Vorsitzenden der Konferenz wurde Dr. Rupert Antes, Leiter des Arbeitskreises Internationales, gewählt. Zu seinen Stellvertretern bestimmte das neue Gremium Brigitte Andrae (Arbeitskreis Kirchen), Tobias Henkel (Arbeitskreis Kunst und Kultur) und Ralph Lindner (Arbeitskreis Stiftungen der öffentlichen Hand). Diese vier Personen sind damit als Mitglieder für den Beirat des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen vorgeschlagen und stehen bei der Mitgliederversammlung am 16. Mai 2013 zur Wahl. Aus Gesprächskreisen werden Arbeitskreise   » » »   Zudem wurde mit der Satzungsreform die Schwelle für die Errichtung neuer Arbeitskreise gesenkt. Die AKK beschloss, die unterschiedliche Bezeichnung von Gesprächskreisen und Arbeitskreisen abzuschaffen. Die bisherigen Gesprächskreise Stiftungsprivatrecht, Stiftungsmanagement und Stiftungssteuerrecht heißen ab sofort ebenfalls Arbeitskreise. Die AKK hat in ihren ersten Sitzungen die Funktionen von Arbeitskreisen und Foren weiter geschärft: Arbeitskreise sind formal anerkannte Gruppierungen. Sie greifen Schwerpunktthemen innerhalb der Stif-

tungszwecke auf, versammeln besondere Typen von Stiftungen, sind Plattformen für Experten zu bestimmten Themenfeldern oder Vernetzungsplattformen für Stiftungsakteure. Foren sind Initiativen, die fallweise zu Arbeitskreisen entwickelt werden können. Weiterentwicklung der Arbeits­ kreise und Foren als Hauptaufgabe » » »   Kerngeschäft der AKK ist die Weiterentwicklung der Arbeitskreise und Foren, um Trends im Stiftungswesen abzubilden. Sie kann neue Arbeitskreise und Foren vorschlagen. Damit behandelt sie vorrangig Entwicklungsfragen des Verbandes. Das neue Gremium soll künftig auch den Deutschen StiftungsTag durch Programmimpulse mitgestalten, Vorschläge für Ehrungen und die Besetzung von Ämtern machen und Vorstand und Beirat Anregungen für die Erfüllung von deren Aufgaben geben.   « « « Katrin Kowark  |  Pressesprecherin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen  |  Koordinatorin der Arbeitskreise und Foren in der Geschäftsstelle


ie sich! Bewerben S

Ausschreibung: KOMPASS 2013

Der Kommunikationspreis des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen

Mit dem KOMPASS zeichnet der Bundesverband Deutscher Stiftungen Beispiele erfolgreicher Kommunikation von Stiftungen aus. Wir laden Sie herzlich ein, sich mit Ihren Kommunikationsprojekten für den Preis zu bewerben. Kategorien   » » »   Der Preis wird in drei Kategorien verliehen: » Gesamtauftritt: Ganzheitliche Kommunikation einer Stiftung » Projektkommunikation: Kommunikation eines einzelnen Projektes » Einzelne Kommunikationsmaßnahme: z.B. Veranstaltungen, Publikationen, Internetauftritt, ­Newsletter, Ausstellungen, Wettbewerbe, Apps Zusätzlich würdigt der KOMPASS-Sonderpreis 2013 den Internetauftritt einer Stiftung. Teilnahme   » » »   Bewerben können sich Stiftungen » aller Rechtsformen mit Sitz in Deutschland, » mit eigenen, abgeschlossenen oder begonnenen Kommunikationsprojekten, für die bereits messbare (Zwischen-)Ergebnisse vorliegen, » für eine oder mehrere Kategorien des Preises und für den Sonderpreis. Die Ausschreibungsunterlagen und weitere Informationen zur Bewerbung finden Sie im Internet ­unter www.stiftungen.org/kompass, oder Sie können sie beim Bundesverband Deutscher ­Stiftungen anfordern. Einsendeschluss ist der 12. August 2013 (Poststempel). Alle Bewerber werden zu einem eintägigen Seminar zum Thema Stiftungskommunikation eingeladen. Nominierung und Preisverleihung   » » »   Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury von Fachleuten aus dem Stiftungswesen und der Unternehmenskommunikation sowie namhaften Journalisten und Medienwissenschaftlern. Im September nominiert die Jury zunächst drei Stiftungen in jeder Kategorie. Die Preisträger werden am 14. November 2013 im Rahmen eines Festabends im Museum für Kommunikation in Berlin mit dem KOMPASS ausgezeichnet. Als Gewinn erwartet die Siegerstiftungen ein viertelseitiges Advertorial in einer Ausgabe der Stiftungs-Sonderseiten der ­Wochenzeitung DIE ZEIT. Ihre Ansprechpartnerin:    » » »   Cordula Beyer, Bundesverband Deutscher Stiftungen Telefon (030) 89 79 47-82 | Fax -71, cordula.beyer@stiftungen.org, www.stiftungen.org/kompass

Herzlichen Dank an die Förderer des KOMPASS 2013:

NEXIA DEUTSCHLAND GMBH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kooperationspartner der Preisverleihung:


58StiftungsWelt 01-2013

Dr. Klaus Wehmeier des Vorstands nder Stellver tretender Vorsitze Körber-Stiftung An Herrn Nikolaus Turner Leiter des Arbeitskreises Bürgerstiftungen im Bundesverband Deutscher Stiftungen von 1999 bis 2012

als Arbeitskreisleiter als wäre es gestern gewesen, erinnere ich mich an Deine erste offizielle Anfrage er Stiftungen aus Deutsch s erbande des neu gekürten Arbeitskreises Bürgerstiftungen des Bundesv Bewegung neuen der könnte, en dem Jahr 1999. Du fragtest an, ob sich die Körber-Stiftung vorstell hatDu l: plausibe und klar war dung eine finanzielle Förderung zukommen zu lassen. Die Begrün von Basis der auf um , fördern zu test vor, mit diesem Arbeitskreis eine „ buttom up-Bewegung“ deutsche die für rika US-Ame aus dungen Erfahrungen vor Ort die insbesondere theoretischen Begrün Bewegung ein Stück weit projektorientierter zu gestalten. ngen – er selbst war Der Angesprochene wusste zwar von den ersten erfolgreichen Stiftungsgründu sich diese Bewegung mit der in Dresden befasst . Er ahnte aber nicht, mit welcher Wucht und Dynamik h, Hannover, Hamburg entwickeln würde, gespeist von Basiser fahrungen einzelner Pioniere aus Güterslo und Impulsgeber Du warst. oder des Landkreises Fürstenfeldbruck, deren geistiger Vater, Mitgründer pital für den Anschub Die mit der Idee verbundenen innovativen Assoziationen waren reizvoll, Risikoka von den ersten 2000 Februar im gut angelegt. Die „ Zehn Merkmale einer Bürgerstiftung“, bereits aus ameridiesem, mit Du dass These, die gegründeten Bürgerstiftungen beschlossen, sind Beleg für petenz ungskom Gestalt und Vielfalt t, kanischen Erfahrungen transportierten, Ansatz Unabhängigkei ins bundesdeutsche Bürgerstiftungswesen gebracht hast. Stiftung und der Klaus So fiel es auch leicht, gemeinsam mit Verantwortlichen der Bertelsmann enzzentrum ins Leben zu Tschira Stiftung, die Initiative Bürgerstiftungen als unabhängiges Kompet ützungsleistungen in rufen, weil wir in Dir einen Sparringspartner hatten, der wusste, welche Unterst welcher Entwicklungsphase Priorität haben sollten. e langfristig in den Ich erinnere hitzige Debatten über eine vernünftige Strategie, diese Initiativ Debatten über „ die che ebensol e Bundesverband Deutscher Stiftungen zu überführen; ich erinner aus der Perspektive die ungen, Einricht r reine Lehre“ unserer Bewegung gegenüber konkurr ierende en. betreib n tiftunge der Finanzdienstleistungswirtschaft ein Geschäft mit den Bürgers Maßgabe der zehn Dass heute 239 Bürgerstiftungen in Deutschland gemeinnützig unter der tät und Transparenz Flexibili t, ngigkei Unabhä für ter Verfech als Du Merkmale aktiv sind, zeigt, dass enten um „ Kooperation“ richtig gelegen hast und wir gemeinsam dem Werben finanzkräftiger Konkurr erfolgreich widerst anden haben. auch das Gütesiegel, Mit Deinem Namen verbunden sind aber nicht nur die zehn Merkmale, sondern hast Du wesentlich Damit . erfüllen le das den Bürgerstiftungen verliehen wird, die die zehn Merkma eine Richtung zu Vielfalt und ät dazu beigetragen, der Bürgerstiftungsbewegung bei aller Pluralit und damit die rn beförde zu g Brandin geben und eine gemeinsame Identität zu schaffen, also ein Merkmale zehn die die nen, innewoh Besonderheiten zu unterstreichen, die einer Bürgerstiftung beachten.


StiftungsWelt 01-2013 » » » Interna

Damit nicht genug: Auch der Tag der Bürgerstiftungen, der 1. Oktober eine s jeden Jahres, geht auf Deine Initiative zurück und ist heute ein wesentlicher gemeinsamer Öffentlic hkeitsfaktor der dezentralen Bürgerstiftungsbewegung. Zu Deinem Ausscheiden als Leiter des Arbeitskreises Bürgerstiftungen hast Du mindestens am Ende Deiner Tätigkeit das Lob erhalten, das Dir meiner Ansicht nach viel zu oft vers agt blieb. Dein Einsatz währte 52 Wochen(enden) multiplizier t mit 14 Jahren, den Du neben Deinen Stift ungshauptämtern in unermüdlicher Klein- und Großarbe it geleistet hast . Das Bundesverdienst kreuz 2008 ist die ehrenvolle Anerkennung Deines Engagem ents, die mehr als 21.000 Ehrenamtler in 239 deutschen Bürgerstiftungen stille Zeugen Deines verdienstvollen Wirkens. Ich ahne Deinen Einwand, dass Du auch viel zurückbekommen hättest von den Bewegungen und Bewegten, dass Du viel gelernt hättest von der Basis und den unterschiedlichs ten Entwicklungen in den Städten, Landkreisen und Reg ionen, die der Idee eines strukturellen bürgerschaftlichen Engagements gefolgt sind. Die Dir inne wohnenden preußischen Tugenden der Bescheidenheit, der Disziplin, des Pflichtbewusstseins, der Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit sind Leitplanken, die es Dir ermöglicht haben, das unglaubliche Pens um Deines ehrenamtlichen Wirkens zu meistern. Wie ich anlässlich Deiner Verabschiedu ng aus dem Arbeitskreis im Herbst in Bielefeld erfuhr, sei Dein Arbeitskreis „ einer der lebendigsten und nettesten im Bundesverband“, und das sei Deinem Wirken als Conférencier, als Vernetzer und als unp rätentiöser Helfer zu verdanken. Dass Du auch manchmal streitbar und unnachgiebig gewesen seie st, habe dem Ganzen nicht geschadet. Ich kann dem nur noch hinzufügen: Du bist ein Glücksfall für das Bürgerstiftun gswesen in Deutschland, dem mittlerweile zweitst ärksten weltweit! Danke für Dein une rmüdliches Engagement!

59


AACHENER SPAR- UND STIFTUNGS-FONDS Ein Immobilien-Publikumsfonds nach dem Investmentgesetz

Substanzvermögen gibt Sicherheit. Die AACHENER GRUNDVERMÖGEN ist eine

en sind ein knappes Gut. Dies führt dazu, dass

Kapitalanlagegesellschaft nach dem Investmentgesetz. Das Unternehmen wurde 1973

die Mieten hier langfristig und nachhaltig steigen. Hinzu kommt, dass die hohe Produktivität

unter Beteiligung kirchlicher Stellen gegrün-

von Einzelhandelsflächen hohe Quadratmeter-

det, um zunächst ausschließlich katholischen institutionellen Anlegern eine Alternative zum

Mieten erlaubt. Dies erleichtert maßgeblich die Bewirtschaftung und Pflege der Häuser.

eigenen Immobilienerwerb zu bieten. Seit Gründung wird eine konservative, langfristige, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Anlagestrategie verfolgt. Dabei steht die langfristige Quali-

Die Spezialisierung auf dieses sehr schmale Marktsegment unterscheidet uns deutlich von allen anderen Investmentgesellschaften.

tät der einzelnen Immobilien im Vordergrund. In Umsetzung dieser Strategie investieren wir

Mit dem Aachener Spar- und Stiftungs-Fonds wenden wir uns gleichermaßen an kirchliche

seit über 35 Jahren in der traditionellen und gewachsenen innerstädtischen 1a Einzelhandelslage an ausgewählten Standorten.

und bürgerliche Stiftungen, die wie wir eine konservative und langfristige Anlagestrategie verfolgen.

Die an den Bedürfnissen des Einzelhandels ausgerichteten Immobilien erweisen sich in ihrer Stabilität und Wertentwicklung, beispielsweise den Büroimmobilien gegenüber, als überlegen. Denn erstklassige Einzelhandelsimmobili-

Gerne stellen wir Ihnen unser Unternehmen, seine Anlagestrategie und die Möglichkeit der Anlage in dem erfolgreich gestarteten AACHENER SPAR- UND STIFTUNGS- FONDS in einem persönlichen Gespräch vor.

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StiftungsWelt 01-2013 » » » Interna

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Mitglieder und Kooperationspartner

Danke für die Treue! Mitgliedschaftsjubilare in der Stiftungsfamilie

» » »   „Und so hoffen wir, daß diese Würzburger Tagung ein guter Anfang sein möge.“ So heißt es im Protokoll der konstituierenden Sitzung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen von 1948. Dass aus dem guten Anfang ein starker Bundesverband erwachsen ist, der die Interessen der gemeinnützigen Stiftungen gegenüber Politik und Öffentlichkeit wirkungsvoll vertritt, ermöglichen die mittlerweile über 3.800 Mitglieder. Jeweils in der ersten StiftungsWelt-Ausgabe des Jahres weisen wir auf Mitglieder hin, die dem Bundesverband bereits sehr lange treu sind und die in diesem Jahr ein rundes Jubiläum ihrer Mitgliedschaft begehen. Wir sind sehr dankbar und wissen das Verantwortungsbewusstsein der Mitglieder für den Bundesverband, das Stiftungswesen und die Idee des Stiftens zu schätzen. Danke für Ihre Treue – und herzlichen Glückwunsch zum Mitgliedschaftsjubiläum!

60

Jahre Mitglied

Stadt Bad Säckingen Evangelische Kirche der Pfalz Gräfl. Königsegg-Rothenfels’sche Spitalstiftung Hospitalpflege Riedlingen

50

Jahre Mitglied

Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Augenklinik Herzog Carl Theodor Stadt Deidesheim

40

Jahre Mitglied

Bayerische Landesstiftung  | Berghof Foundation  |   Bischöfliche Administration Regensburg  |  BruderhausDiakonie. Stiftung Gustav Werner und Haus am Berg  | Gustav-Schickedanz-Stiftung | Klara von Gemmingen Guttenberg’sche Stiftung  |  Konrad-Adenauer-­ Stiftung e.V.  |  St. Katharinenspital-Stiftung  |  Stiftung Deutsches Schiffahrtsmuseum  |  Stiftung Preußischer Kulturbesitz  |  Stiftungsverwaltung Freiburg  |  Werner Reimers Stiftung  |  Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg

25

Jahre Mitglied

Bayer AG  |  Deutsche Bank Stiftung  |  Dr. Leo Mohren-Stiftung  |  Elisabeth-Stiftung des DRK  |  Ernst und Berta Grimmke-Stiftung | Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.  |  Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck  |  Hanns Martin Schleyer-Stiftung  |  Hans und Gertie Fischer-Stiftung  |  Heinz Nixdorf Stiftung  |  Hildegard Bredemann-Busch-Du Fallois Stiftung  |  John Fontenay’s Testament  |  Kronprinz-Rupprecht-von-Bayern-Stiftung  |  Kulturstiftung der Länder  |  Kurt Hahn-Stiftung  |  Lebensrettungs-Stiftung Jürgen Braubach  |  pbb Stiftung Deutsche Pfandbriefbank  |  Ritterschaftliches Stift Kaufungen  |  Sparkassenund Giroverband für Schleswig-Holstein  |  Stiftung Westfalen


62StiftungsWelt 01-2013

In eigener sache

Ergebnisse der Leserumfrage Herzlichen Dank an alle, die sich beteiligt haben!

» » »   227 Leserinnen und Leser der StiftungsWelt haben sich im Dezember 2012 und Januar 2013 an unserer Leserumfrage beteiligt. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 5,2 Prozent. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst. Insgesamt wurde das Magazin im Durchschnitt mit der Note 2,19 bewertet (Aufschlüsselung siehe Grafik). Im Großen und Ganzen scheinen die Leser mit dem Magazin, der Erscheinungsfrequenz, mit Inhalten und Layout zufrieden zu sein. Angesichts der Ergebnisse sehen wir keinen Bedarf für einen umfassenden Relaunch mit vielen Neuerungen. Wir werden die Ergebnisse aber nutzen, um ab dem nächsten Heft sukzessive Verbesserungen vorzunehmen. Vor allem bei der Themenauswahl werden uns die Ergebnisse der Leserumfrage für jede Ausgabe ein kostbarer Kompass sein.

Benita v. Behr   ist seit 2008 Chefredakteurin der StiftungsWelt und leitet den Verlag des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Kontakt  benita.v.behr@stiftungen.org

Für jeden etwas dabei   » » »   Der Kommentar einer Leserin bringt auch den Anspruch unserer Redaktion auf den Punkt: „Der Verband vertritt die gesamt Vielfalt der Stiftungen. Da ist nicht jedes Heft für jeden gleich interessant, aber jedes Heft

enthält etwas Interessantes!!!“ So soll es sein! Ich hoffe, dass jede Leserin und jeder Leser zumindest zwei bis drei wertvolle Anregungen aus jeder Ausgabe für sich mitnehmen kann. Dabei den Interessen aller gerecht zu werden – große und kleine Stiftungen, die zu den unterschiedlichsten Themen arbeiten, mit haupt- und ehrenamtlichen Akteuren und deren verschiedenen Aufgabenbereichen –, ist und bleibt auch angesichts eines überschaubaren Budgets und begrenzten personellen Ressourcen eine Herausforderung. Die Interessen unserer Leser sind uns dabei wichtigstes Ziel und Ansporn – schön, dass wir sie jetzt noch besser kennen! Was wird gelesen, was nicht?   » » »  Bei den meisten Empfängern liest mehr als eine Person das Magazin. Im Durchschnitt sind es 2,23 Personen pro Heft. Fasst man bei der Frage, welche Artikel und Rubriken gelesen werden, die Antworten „häufig“ und „immer“ zusammen, ergibt sich folgendes Ranking der Interessen. Auf Platz 1 steht das Thema Stiftungsrecht (80% immer oder häufig), gefolgt von Stiftungsmanagement (79%), der neuen Rubrik „Kurz & gut“ (76%) und den Neuigkeiten (75%). Artikel im Schwerpunktteil und zum Thema ­Stiftungskommunikation folgen auf Platz 5 (73%), Beiträge im Teil Interna auf Platz 6 (71%). Auf Platz 7 liegt die Doppelseite Panorama

(70%), auf Platz 8 Artikel zu Finanzthemen (68%). Als Überraschungsflop entpuppte sich die Rubrik „Kulinarisches“ – eine der Lieblingsrubriken unserer Redaktion, die zu befüllen uns immer besonders viel Spaß gemacht hat: 71% lesen sie selten oder nie! Sie erscheint daher in diesem Heft zum letzten Mal. Ähnlich steht es um die Doppelseite „Unternehmenspartner“. Hier werden wir uns mit den Partnern über alternative redaktionelle Angebote abstimmen. Gewünschte Themen und ­Formate   » » »   Bei den Themenwünschen liegen Beispiele aus der Stiftungspraxis an 1. Stelle. 89% stimmen voll und ganz (48%) oder eher (41%) zu, dass diese stärker berücksichtigt werden sollten. Platz 2 belegt das Thema Stiftungsmanagement (79%), gefolgt von Finanzen/Vermögensanlage (75%), Recht und Steuern (70%) sowie Informationen aus dem Verband (70%), Fundraising (66%), Kommunikation (65%) und Fortbildungsangeboten (64%). Für internationale Themen (41%) und Angebote von Dienstleistern (20%) interessieren sich die Leser weniger. Bei den Formaten wünschen sich die Leser mehr Artikel mit Ratgebercharakter (83% stimmen voll und ganz oder eher zu), Projektporträts (76%), Kurzmeldungen (73%), Stiftungsporträts (70%) und Reportagen (68%). Unerwünscht sind


StiftungsWelt 01-2013 » » » Interna

mehr Fotos und Buchbesprechungen. Bei der Frage, ob es in Zukunft zwei Schwerpunktthemen geben sollte, scheiden sich die Geister. 42% meinen (eher) ja, 48% (eher) nein (Rest: keine Angabe). Die Anzeigen stoßen trotz des in den letzten Jahren gestiegenen Volumens im Großen und Ganzen auf Akzeptanz. Nur 10% der Leser stören sich daran.

63

Weitere Ergebnisse in ­Kürze   » » »   91% der Teilnehmer der Leserumfrage lesen die StiftungsWelt gerne (45% stimmen voll und ganz, 46% eher zu), 86% finden, dass sie interessante Themen behandelt, für 70% ist das Magazin praxisrelevant für die eigene Arbeit. Zu umfangreich finden die StiftungsWelt 34%, während 65% sie so ok finden. Das Layout wird

Wie oft sollte die StiftungsWelt erscheinen?

von 84% als ansprechend bewertet, die Schrift finden 88% der Leser groß genug. Der Schwerpunktteil ist 70% wichtig. Die Themenauswahl der Schwerpunkte wird im Durchschnitt mit 2,3 bewertet (Aufschlüsselung siehe Grafik), die Qualität der Schwerpunktbeiträge mit 2,27.   « « «

Wie bewerten Sie die Auswahl der Schwerpunktthemen?



von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend)

55 %

66 %

23 % 22 % 8% 1% 3-mal im Jahr

4-mal im Jahr (wie jetzt)

5-mal im Jahr

6-mal im Jahr

6% 3%

12 %

k. A.

1

Heben Sie die StiftungsWelt auf?

2



3

4

2%

0%

2%

5

6

k. A.

Wie lesen Sie die StiftungsWelt? 88 %

(Mehrfachnennungen möglich)

41 % 38 %

19 % 13 % 2% Ja, alle Hefte

Nur ­einzelne Hefte

Nein

k. A.

gedruckt

digital


64StiftungsWelt 01-2013

Die Unternehmenspartner des Bundesverbandes DIE unternehmenspartner Auf dieser Seite stellen wir Ihnen ausgewählte Unternehmenspartner des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen vor. Nutzen Sie auch die Möglichkeit der bequemen und gezielten Recherche in der neuen Online-Datenbank des Bundesverbandes. Unter www.stiftungen.org/stiftungspartner finden Sie Informationen und Kontaktdaten zu rund 230 qualifizierten Dienstleis­tern und Anbietern von Produkten für Stiftungen. Unsere Unternehmens­partner gliedern sich, je nach Höhe der jährlichen Zuwendungen, in die Kategorien Premium-Partner, Projekt-Partner und Dialog-Partner. Wenn Sie Interesse haben, Partner des Verbandes zu werden, freuen wir uns, von Ihnen zu hören.

PREMIUM-PARTNER Allianz Pension Consult GmbH

Vermögensberatung und -verwaltung Kontakt

Dr. Klaus Dauner Marienstraße 50 | 70178 Stuttgart Telefon (0711) 663-1432 | Fax -81432 klaus.dauner@allianz.de | www.apc.allianz.de

Ihre Ansprechpartnerin Berenike Wiener Referentin des Generalsekretärs Telefon (030) 89 79 47-45 berenike.wiener@stiftungen.org www.stiftungen.org/stiftungspartner

» » » Die Allianz: zuverlässiger Partner für Ihre Stiftung. Sturmerprobt seit 1890, steht die Allianz ihren Kunden in den entscheidenden Momenten zur Seite. Dass Sie sich auf die Allianz verlassen können, ist unser Anliegen. Wir bieten Ihrer Stiftung maßgeschneiderte Lösungen für eine krisenfeste, stabile und langfristige Vermögensvorsorge. In ruhigen wie in stürmischen Zeiten stellen sich viele Fragen rund um die Vermögensanlage von Stiftungen: Was bedeutet der Grundsatz der Vermögenserhaltung? Wie wirkt die Inflation? Was sind die Rechtsfolgen von Verlusten

PREMIUM-PARTNER Weberbank Actiengesellschaft

PREMIUM-PARTNER DATEV eG

Kontakt

Kontakt

Karin Kohler Standort Berlin Hohenzollerndamm 134 | 14199 Berlin Telefon (030) 89 79 8-176 | Fax: -599 karin.kohler@weberbank.de www.weberbank.de

Ulrich Leis Paumgartnerstraße 6–14 | 90329 Nürnberg Telefon (0800) 328 38 62 unternehmensanfragen@datev.de www.datev.de

» » » Seit 1949 kümmert sich die Weberbank als Privatbank mit Hingabe um ihre Kunden. Nicht von ungefähr zählen dazu auch Stiftungen. Die konservative Anlagephilosophie, die Werteerhalt und langfristigen Erfolg in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellt, entspricht dem Wesen der meisten Stiftungen. Speziell die Kontinuität, Individualität und persönliche Beratung wissen die Kunden zu schätzen. Die Weberbank engagiert sich erfolgreich für den Aufbau und Werteerhalt von Vermögen und hat mit ihrer besonnenen Anlagementalität langfristig hervorragende Ergebnisse erzielt. Die Wahrung des Kundeninteresses ist dabei oberste Handlungsmaxime. Ihre Erfahrung und Kompetenz, die Unabhängigkeit und Objektivität bei der Vermögensanlage, die Maßarbeit und individuelle Beratung statt uniformer Standardprodukte machen die Weberbank zu einem gefragten Partner. Neben dem stiftungsgerechten Vermögensmanagement zeichnet sich die Weberbank dabei auch durch langjährige Expertise im Nachlassmanagement sowie der Finanz- und Erbfolgeplanung aus.

» » » Die DATEV eG, Nürnberg, ist das Softwarehaus und der IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sowie deren zumeist mittelständische Mandanten. Das Leistungsspektrum umfasst vor allem die Bereiche Rechnungswesen, Personalwirtschaft, betriebswirtschaftliche Beratung, Steuern, Enterprise Resource Planning (ERP) sowie Organisation und Planung. Mit nahezu 40.000 Mitgliedern, mehr als 6.100 Mitarbeitern und einem Umsatz von 730 Millionen Euro im Jahr 2011 zählt die 1966 gegründete DATEV zu den größten Informationsdienstleistern und Softwarehäusern in Europa. DATEV unterstützt Stiftungen mit einem Branchenpaket, das auf dem Standardkontenrahmen SKR 49 basiert. Mit der Kostenrechnung kann der benötigte Nachweis der Mittelherkunft und -verwendung erbracht werden sowie die Abgrenzung einzelner Treuhandvermögen und geförderter Projekte. Mit dem Spendentool können die Spender verwaltet und Spendenquittungen erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem steuerlichen Berater.

im Vermögensmanagement? Wie kann ich als Stiftungsorgan meine persönliche Verantwortung bestmöglich erfüllen und Haftungsrisiken vermeiden? Profitieren Sie von unserem Wissen und unserer Erfahrung. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen haben wir das Produkt „StiftungsInvest“ entwickelt, für das Mitglieder Sonderkonditionen erhalten. Das Produkt zeichnet sich durch stetig planbare und im Vergleich mit Euro-Staatsanleihen oder Pfandbriefen attraktive Renditen aus, und zwar bei niedrigeren Wertschwankungen und höchster Ausfallsicherheit. Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Allianz Pension Consult, eine Beratungsgesellschaft der Allianz Gruppe.

PREMIUM-PARTNER KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und allgemeine Stiftungsberatung

Kontakt

Sascha Voigt de Oliveira Klingelhöferstr. 18 | 10785 Berlin Telefon (030) 20 68 44 66 | Fax 0180 21 19 91 -06 22 svoigtdeoliveira@kpmg.com www.kpmg.de/stiftungen

» » » KPMG ist ein weltweites Netzwerk rechtlich selbstständiger, nationaler Firmen mit 145.000 Mitarbeitern in 152 Ländern. Auch in Deutschland gehört KPMG zu den führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen und ist mit über 8.400 Mitarbeitern an mehr als 20 Standorten präsent. Unsere Leistungen sind in die Geschäftsbereiche Audit, Tax und Advisory gegliedert. KPMG ist seit Jahrzehnten eng mit dem Stiftungssektor verbunden. Reinhard Goerdeler, Gründungsmitglied unserer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, faszinierte das Stiftungswesen schon im Studium. Später war er auch Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Dieser Tradition fühlen wir uns verpflichtet. Wir wissen, was Stifter bewegt und wie wichtig ihr Engagement für die Gesellschaft ist. Neben fachlichem Know-how verfügen unsere Spezialisten über weitreichende Branchenkenntnisse und langjährige Erfahrung in der Beratung von Stiftungen und Stiftern.


StiftungsWelt 01-2013 » » » interna

projekt-PARTNER

65

[auswahl]

Baden-Württembergische Bank Kontakt

Mirjam Schwink L.L.M. Leiterin Stiftungsmanagement Kleiner Schlossplatz 11 70173 Stuttgart Telefon (0711) 124-734 28 | Fax -73 106

Bethmann Bank AG Kontakt

Jörg Ultsch Leiter Stiftungen & NPO Germany Bethmannstraße 7-9 60311 Frankfurt am Main Telefon (069) 21 77-34 27 | Fax -35 79

PREMIUM-PARTNER Nexia Deutschland gmbh

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kontakt

INVESCO Asset Management Deutschland GmbH

Select Werthaus GmbH & Co. KG

Kontakt

Joachim H. Loder Beauftragter für Stiftungen, Stiftungsmanager DSA Muthesiusstraße 31-33 12163 Berlin Telefon (030) 86 47 09-70 | Fax -10

Stine Pfeifer Director/Institutional Business Germany An der Welle 5 60322 Frankfurt am Main

Kontora Family Office GmbH Kontakt

Marcus Küster Senior Family Officer Ballindamm 39 20095 Hamburg Telefon (040) 329 08 88-0 | Fax -60

PREMIUM-PARTNER Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaAA Stiftungsspezifische Vermögensverwaltung, Beratung von Stiftern und Stiftungen

Kontakt

PRO SECUR Vermögensberatung und -verwaltung GmbH Kontakt

Ralf Olbrück Geschäftsführer Lindenstraße 43 50674 Köln Telefon (0221) 92 16 71-0 | Fax -16

PREMIUM-PARTNER Bank Sarasin AG

Vermögensanlage Kontakt

Volkmar Heun Carmanstraße 48 | 53879 Euskirchen Telefon (02251) 70 09 80 npo@nexia.de www.nexia.de

Kontakt

Dr. Cordula Haase-Theobald Leiterin Kunden- und Stiftungsmanagement Telefon (0221) 145 -17 73 | Fax -24 09 stiftungen@oppenheim.de | www.oppenheim.de

Christian Mosel Taunusanlage 17 | 60325 Frankfurt am Main Telefon (069) 71 44 97-350 | Fax -199 christian.mosel@sarasin.de www.sarasin.de

» » » NEXIA – eine weltweite Experten-Vereinigung aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, steuerliche, anwaltliche und Unternehmensberatung für national und international ausgerichtete Mittelstandsunternehmen und Organisationen. Im Verlauf von 40 Jahren Entwicklung ist in Deutschland eine dezentrale Unternehmenskultur und Kooperation entstanden, die es uns erlaubt, professionell und flexib­el auf alle Anforderungen unserer Mandanten zu reagieren. Heute ist die NEXIA an 25 Standorten in Deutschland vertreten. Diese Kooperation von Fachleuten – auch im KOMPETENZ-ZENTRUM NPO – lässt keine Frage unbeantwortet. Das NEXIA KOMPETENZ-ZENTRUM NPO betreut Sie im Stiftungsund Gemeinnützigkeitsrecht. Mit Ihnen zusammen als Team gründen, gestalten, beraten, controllen, verwalten oder prüfen wir Ihre Stiftung. Unsere Tochtergesellschaft NEXIA STIFTUNGSTREUHAND GMBH ist Ihr kompetenter Partner für die Verwaltung von treuhänderischen Stiftungen. Wir begleiten Sie sicher auf Ihrem Weg, bei der Realisierung Ihrer Ziele und Visionen – gehen Sie also mit uns stiften!

» » » Im Jahr 1789 gegründet, bietet Sal. Oppenheim kundenindividuelle Lösungen für vermögende Privatkunden und Institutionen. Die exklusive Privatbank steht für Unabhängigkeit in der Beratung sowie für Kontinuität und Erfahrung. In der Vermögensverwaltung betreut und berät das traditionsreiche Bankhaus insbesondere steuerbefreite Stiftungen und kirchliche Institutionen. Mit einem Investmentprozess, der private und institutionelle Anforderungen miteinander verknüpft, sowie mit produktunabhängiger Beratung richtet sich Sal. Oppenheim an den besonderen Anforderungen der Kunden aus. Für ihre hohe Expertise in der stiftungsspezifischen Vermögensanlage und in der Beratung angehender Stifter wurde die Privatbank wiederholt ausgezeichnet. Seit drei Jahren führt Sal. Oppenheim die „Ewige Bestenliste“ im Stiftungsmanagement des Fachmagazins FUCHSBRIEFE an. An elf Standorten bundesweit vertrauen mehr als 180 Stiftungen mit einem Vermögen von rund 2 Milliarden Euro der Stiftungsexpertise von Sal. Oppenheim.

» » » Die Bank Sarasin ist eine 1841 gegründete, unabhängige Schweizer Privatbank mit Standorten in Europa und Asien und beschäftigt über 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie wurde von der Welt / Welt am Sonntag im Rahmen der Untersuchung „Die Elite der Stiftungsexperten“ mit der goldenen Pyramide für besonders herausragende Beratungsqualität im Stiftungswesen ausgezeichnet. In der Sarasin-Gruppe wird das Vermögen von über 100 Stiftungen verwaltet. Die Stiftungsbetreuung wird von Christian Mosel geleitet. Die Bank Sarasin berät Stiftungen in der Gründung, in Fragen der Administration sowie in der Vermögensverwaltung. Die speziell für deutsche Stiftungen konzipierten Produkte, z.B. Fonds und andere banknahe Dienstleistungen, erhalten Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zu Sonderkonditionen. Die deutschen Standorte der Bank befinden sich in Frankfurt, München und Nürnberg.


66StiftungsWelt 01-2013

service

Tipps und Beratung für Stiftungen zu Management, Recht und Finanzen

Finanzen

Geldanlage in Bildungsfonds Ein innovatives, attraktives „Mission-related Investment“ für Stiftungen

» » »   Zugang zu universitärer Bildung hängt in Deutschland nach wie vor noch zu stark vom familiären Hintergrund ab. Bildungsfonds als innovative Form der Bildungsfinanzierung ermöglichen begabten Schulabsolventen unabhängig vom familiären Hintergrund einen Zugang zu einer akademischen Ausbildung. Für Stiftungen bietet eine Investition in solche Bildungsfonds eine attraktive Rendite mit interes-

santen Diversifikationseigenschaften und Inflationsschutz. Zudem erfüllt diese Anlageklasse für Stiftungen die Kriterien eines „Mission-related Investment“. Schichtenspezifische ­Bildungshürden in Deutschland   » » »   Deutschland wird aufgrund der demografischen Veränderungen schon in wenigen Jahren vor einem signifikanten Akademi-

kermangel stehen. Die Studien­ abschlussquote eines Geburtsjahrgangs in Deutschland ist mit 28 Prozent zum einen sehr gering und zum anderen unterdurchschnittlich im Vergleich zum Durchschnitt der OECD-Länder (39 Prozent). In kaum einem industrialisierten Staat ist der Zugang zu universitärer Bildung so stark vom Hintergrund des Elternhauses abhängig. Der Bildungshintergrund der Eltern


StiftungsWelt 01-2013 » » » Service

ist der Faktor für den Bildungsweg der Kinder. Umfragen belegen, dass die geringe Bildungsbeteiligung durch fehlende finanzielle Mittel der betroffenen Familien verursacht wird. Dies gilt es zu ändern. Es sind – neben bereits bestehenden Stipendienmodellen – weitere innovative Formen der Bildungsfinanzierung notwendig, um das Talent des Einzelnen zum wesentlichen Entscheidungskriterium zu machen und nicht den Geldbeutel oder den Background der Eltern. Verbesserungspotenziale durch Bildungsfonds   » » »   Bildungsfonds wurden bereits 1955 von Milton Friedman als mögliche Lösung vorgeschlagen. Sie gewähren Studenten während ihres Studiums finanzielle Unterstützung und können klassische Stipendienmodelle sehr gut ergänzen. Die geförderten Studenten verpflichten sich, nach Studienabschluss über einen definierten Zeitraum einen festen Prozentsatz des Einkommens zurückzuzahlen. Die effektive Studienkostenbelastung wird damit vom realisierten beruflichen Erfolg abhängig. Bei Unterschreiten eines Mindesteinkommens fallen keine Zahlungen an. Aus Studentensicht unterscheidet sich ein Bildungsfonds wesentlich von einem klassischen Studienkredit, bei dem unabhängig von der Zahlungsfähigkeit Tilgungsund Zinszahlungen in fester Höhe geleistet werden müssen. Das Risiko eines Kredits schreckt insbesondere Schulabsolventen aus Nichtakademikerhaushalten ab, da unabhängig vom beruflichen Erfolg nach dem Studium ein fester „Schuldenberg“ vor sich hergetragen wird.

67

»»

Mission-related Investment (satzungszweckkonforme Vermögensanlage) bedeutet für gemeinnützige Stiftungen einen bedeutsamen Zuwachs an Gestaltungsspielraum: Die Ziele der Stiftung werden nicht ausschließlich durch die operative Projektoder Förderarbeit verfolgt, sondern zusätzlich durch bewusste und auf eine bestimmte Wirkung fokussierte Investitionen aus dem Anlagevermögen. Da ein Arbeitsschwerpunkt der Eberhard von Kuenheim Stiftung im Bereich Bildung liegt, stellt ein Investment in einen Bildungsfonds für uns eine attraktive Möglichkeit zur Wirkungssteigerung der Stiftungsarbeit dar. Carl-August Graf v. Kospoth  |  Geschäftsführender Vorstand, Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG

Es gibt in Deutschland bereits mehrere Anbieter, die Studenten eine Finanzierung über Bildungsfonds ermöglichen, mehrere Tausend Studenten fördern und insgesamt bereits etwa 100 Millionen Euro Kapital bei Investoren eingeworben haben (siehe Kasten). Allerdings übersteigt die Nachfrage seitens der Studenten dieses Volumen noch deutlich. Die hohe Nachfrage rührt auch daher, dass für die Förderung durch einen Bildungsfonds der persönliche finanzielle Hintergrund keinen Einfluss hat. Zur Beurteilung herangezogen werden in der Regel ausschließlich die Begabung für das Studium und die schulischen oder akademischen Leistungen. Bildungsfonds aus Investitionssicht   » » »   Die Bereitstellung der Mittel, die für die Studienförderung benötigt werden, erfolgt durch verschiedene Investorengruppen, u.a. Privatpersonen und Stiftungen.

Da zwischen Auszahlung und einkommensabhängiger Rückzahlung mehrere Jahre liegen, werden die Fonds üblicherweise mit Laufzeiten von 10 bis 15 Jahren aufgelegt. Gerade in Zeiten aktuell niedriger Verzinsung stellen entsprechende Fonds für Stiftungen eine interessante, innovative Asset-Klasse dar. Zum einen bieten Bildungsfonds in Deutschland den Investoren eine erwartePeter Kreutter  te Rendite von etwa 5 ist Direktor der gemeinnützigen Stiftung bis 7 Prozent p.a. Zum Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar. Die anderen sind die RiStiftung WHU ist Trägerin der WHU – Otto siken begrenzt. Denn Beisheim School of Management, einer der führenden deutschen Business Schools mit talentierte HochschulStandorten in Vallendar bei Koblenz und Düsabsolventen haben seldorf. Weiterhin ist Kreutter Vorstands- bzw. Kuratoriumsmitglied verschiedener anderer sehr gute KarriereausStiftungen, u.a. der CIO Stiftung und der sichten – auch innerHannelore und Manfred J. Lenhart Stiftung zur Hochbegabtenförderung. halb wirtschaftlicher Kontakt  Konjunkturzyklen. Die peter.kreutter@whu.edu Arbeitslosenquote


68StiftungsWelt 01-2013

»»

Die Gesellschafterfamilien von Festo haben den Festo Bildungsfonds als ein Instrument unserer Corporate Educational Responsibility-Strategie (CER®) ins Leben gerufen, um jungen Menschen den Weg in ein technisch-orientiertes Studium zu ermöglichen. Dieser Weg sollte nicht an knappen Finanzmitteln scheitern. Bei der Vermittlung berufsorientierter Schlüsselkompetenzen, die der Festo Bildungsfonds neben der Finanzierung seinen Teilnehmern anbietet, stellen wir immer wieder fest, dass es im Fonds viele tolle Talente gibt, die es wert sind, unterstützt und gefördert zu werden. Prof. Dr. Peter Speck  |  Verantwortlicher Festo Bildungsfonds, Geschäftsführer Festo Lernzentrum Saar gGmbH

unter Akademikern liegt seit den 1980er-Jahren konstant niedrig bei 3 bis 4 Prozent. Unter Portfolio-Gesichtspunkten sind zudem die Diversifikationseigenschaften der Anlage interessant. Die Korrelationen von Bildungsfonds zu klassischen Investitionen sind gering oder sogar negativ. Dies erklärt sich durch die geringe Verbindung von Lohnhöhen und Marktpreisen für Anlageklassen. Die Zahlungen der ehemals geförderten Studenten in einen Bildungsfonds schwanken auch in Konjunkturzyklen nur um wenige ProzentJohannes Frankenfeld  punkte. ist Geschäftsführer der Brain Capital GmbH. Positive KorrelatioDie Brain Capital GmbH ist eine spezialisierte Fondsgesellschaft für Bildungsfonds und nen ergeben sich zwibetreut insgesamt elf Bildungsfonds. Aus schen der Rückzahdiesen werden rund 600 Studenten an sechs Hochschulen gefördert. lungshöhe und der InKontakt  flationsrate. In einem johannes.frankenfeld@braincapital.de Bildungsfonds sind

die Rückzahlungen der Studenten direkt mit der Lohnhöhe verknüpft. Insofern wird über die Anpassungen der Gehälter eine Form von Inflationsausgleich erreicht. Neben den rein finanziellen Aspekten gibt es einen weiteren Faktor, der Bildungsfonds für Stiftungen interessant macht: Sie stellen ein „Mission-related Investment“ dar. Da mit der Investition positive soziale Effekte unterstützt werden, kann die Stiftung ihren Zweck gleich in doppelter Hinsicht erfüllen. Davon hat sich bereits eine Reihe von Stiftun-

gen überzeugt und eine Investition in einen Bildungsfonds getätigt. Die Investitionshöhe reicht von mehreren Tausend bis zu mehreren Millionen Euro. Fazit   » » »   Da Bildungsfonds insbesondere von Kindern aus weniger wohlhabenden Familien in Anspruch genommen werden, führen sie zu einem größeren Studieninteresse in diesen Bevölkerungsgruppen. Die Erfahrung verschiedener deutscher Hochschulen, die bereits Bildungsfonds umsetzen, bestätigt dies. Aus Sicht der Hochschulen bieten Bildungsfonds eine weitere Möglichkeit, talentierten Studierenden aus bisher unterrepräsentierten Bevölkerungsschichten zu einem Studium zu verhelfen. Für Stiftungen bieten Bildungsfonds attraktive Konditionen, gute Diversifikationseigenschaften und einen starken Inflationsschutz. Diese Alleinstellungsmerkmale machen die Anlageform zu einer Option, die es sich zu prüfen lohnt. Schließlich bieten Bildungsfonds die Chance, bereits über die Anlage des Stiftungskapitals positive gesellschaftliche Effekte zu bewirken.   « « «

Anbieter von Bildungsfonds in Deutschland (Beispiele) »» Brain Capital GmbH, Fondsvolumen: 47 Millionen Euro www.braincapital.de

»» Career Concept AG, Fondsvolumen: 40 Millionen Euro www.career-concept.de

»» Deutsche Bildung AG, Fondsvolumen: 17 Millionen Euro www.deutsche-bildung.de

»» Festo Bildungsfonds GmbH & Co. KG, Fondsvolumen: 5 Millionen Euro www.festo-bildungsfonds.de Quelle: Unternehmensangaben bzw. Marktschätzungen


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LAM-Stifterfonds-Universal Seit über 10 Jahren bildet die Lampe Asset Management GmbH das unabhängige Kompetenz- und Betreuungszentrum für das institutionelle Asset Management der Bankhaus Lampe KG Gruppe. Institutionelle Vermögensverwaltungsmandate sowie das Management von Spezial- und Publikumsfonds bilden die Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit. Unsere Kernkompetenzen liegen im aktiven Management von individualisierten europäischen Aktien-, Renten- und Balancedmandaten. Der LAM-Stifterfonds-Universal setzt unsere sicherheitsorientierte und konservative Anlagestrategie mittels Investitionen in Euroanleihen von Emittenten mit hoher und höchster Bonität um. In Kombination mit einer maximal 25-prozentigen Beimischung europäischer Aktien ist er damit Ausdruck unserer Anlagephilosophie: Statt kurzfristiger Gewinnerzielung setzen wir auf langfristigen Kapitalerhalt und -wachstum. Möchten Sie mehr erfahren? Gerne laden wir Sie zu einem persönlichen Gedankenaustausch ein, sprechen Sie uns an: Tel.: +49 (0)211 4952-723, kontakt@lampe-am.de, www.lampe-am.de

Jährliche Wertentwicklung pro Jahr über * Fonds

6 Monate 7.30 %

1 Jahr (p.a.) 12.25 %

2 Jahre (p.a.) 6.22 %

ISIN: DE000A0JELN1 | WKN: A0JELN

* Aktueller Stand der Wertentwicklung per 31.12.2012 nach BVI-Methode, ohne Berücksichtigung des Ausgabeaufschlags. Individuelle Kosten wie Gebühren, Provisionen und andere Entgelte sind in der Darstellung nicht berücksichtigt und würden sich negativ auf die Wertentwicklung auswirken. Anfallende Ausgabeaufschläge reduzieren das eingesetzte Kapital sowie die dargestellte Wertentwicklung. Angaben zu Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Wertentwicklungen. Alle veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Aktienkurse können markt- und einzelwertbedingt schwanken. Auch festverzinsliche Anlagen unterliegen je nach Zinsniveau Schwankungen und bergen ein Bonitätsrisiko. Bitte lesen Sie vor Zeichnung von Anteilen den Verkaufsprospekt, in dem die mit diesem Fonds verbundenen Anlagerisiken aufgeführt sind. Der Verkaufsprospekt und weitere Informationen sind kostenlos bei der Lampe Asset Management GmbH, bzw. unter www.lampe-am.de erhältlich. Ein Rating von Feri oder einem anderen Research-Unternehmen ist keine Empfehlung zum Kauf und Verkauf eines Investments. Datenquelle: Universal-Investment-Gesellschaft mbH © Copyright 2013 Lampe Asset Management GmbH


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Finanzen

Immobilieninvestment mit Weitblick Ein zukunftsorientiertes Nutzungskonzept ist entscheidend für den Werterhalt von Immobilien. Stiftungen können dabei sozial und ökonomisch zugleich investieren. » » »   Wie sich mit Geld „Sinn stiften“ lässt, ist eine der zentralen Fragen unserer Zeit. Dies gilt insbesondere für Investments in Immobilien, da sie für einen langen Zeitraum getätigt werden. Die Zukunftsfähigkeit von Gebäuden ist dabei entscheidend für die dauerhafte Rentabilität der Geldanlage. Dazu ist einerseits eine zeitgemäße energetische Beschaffenheit notwendig, die langfristig moderate Energiepreise garantiert. Um auch in sozialer Hinsicht weitblickend zu investieren, muss andererseits das Nutzungskonzept von Immobilien modernsten Ansprüchen genügen. Die Übergänge von ehemals getrennten Lebensbereichen sind fließend geworden. Wohnen, Arbeiten, die Betreuung von Kindern und zu pflegenden Angehörigen oder auch Studium und Weiterbildung – digitale Kommunikationstechnologien machen die Wohnung zum Mittelpunkt vieler Aktivitäten. Gebäude, die diesen Wandel berücksichtigen und sich anpassen lassen, werden im Wert konstant bleiben. Stiftungsinvestments in Immo­ bilien können über den reinen Wert­erhalt hinaus einen Beitrag zum Gemeinwohl und zur Lebensqualität leisten und damit zugleich zivilgesellschaftliche ­Entwicklungen positiv mitgestalten. Wegweisende Kriterien dafür gibt es bereits. Mit der 2012 vom Bundesverband Deutscher Stiftungen

veröffentlichten Studie „Mission Investing im deutschen Stiftungssektor – Impulse für wirkungsvolles Stiftungsvermögen“ existiert erstmals ein Leitfaden, der die Zweckverfolgung und die Vermögensbewirtschaftung als Ganzes betrachtet. Dadurch wird der Blick zugunsten nachhaltiger Geld­ anlagen geschärft. Bezogen auf Wohnimmobilien bedeutet dies, aktiv zu investieren und dadurch Angebote zu schaffen, die vielfältige Bedürfnisse unterschiedlicher Nutzergruppen berück­sichtigen. Ein aktives Immobilienmanagement und anpassungsfähige ­Gebäude gewährleisten, dass die Anlagevermögen auf Dauer wert­ erhaltend bleiben.

haftes, ebenfalls genossenschaftlich orientiertes Immobilienprojekt ist das Gängeviertel in Hamburg. Auch hier, in bester Innenstadtlage, überzeugt das langfristige Betreiberkonzept, das auf die Mischung von Kleingewerbe und Wohnen setzt, statt sich auf die Prosperität des Büroimmobilienmarktes zu verlassen. Die Beispiele verdeutlichen, dass rentable Immobilieninvestments auf einem dauerhaft funktionierenden Immobilien- und Nutzungskonzept basieren. Human­ ökonomie statt Gewinnmaximierung, teilen statt separieren, nutzen statt besitzen stehen im Vordergrund der Anlagephilosophie.

Ökonomie im Einklang mit Umwelt und Sozialem   » » »   Welche wichtigen Impulse Stiftungen für eine nachhaltige Immobilienentwicklung geben können, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Berlin. Im Stadtteil Friedrichshain ermöglicht das Investment der Schweizer Stiftung Abendrot, eine Pensionskasse mit Sitz in Basel, dass auf dem 18.000 Quadratmeter großen ehemaligen Gewerbeareal an der Holzmarktstraße ein lebendiges Viertel aus Kunst, Kultur, Gründerszene und Studentenwohnen entsteht. Federführend bei der Umsetzung ist die Holzmarkt eG, eine dem demokratischen und nachhaltigen Wirtschaften verpflichtete Genossenschaft. Ein weiteres beispiel-

Demografischer Wandel erfordert Umdenken   » » »   Durch den demografischen Wandel wird diese Art der „Gemeinwohn“-Ökonomie voraussichtlich in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Ein Blick in die Statistik lässt erahnen, wie erheblich die gesellschaftlichen Veränderungen sein werden: Bis 2030 wird die Bevölkerungszahl der „jüngeren Alten“ (65 bis 79 Jahre) um mehr als ein Viertel und die der 80-Jährigen und Älteren um mehr als die Hälfte gegenüber 2010 zunehmen. In Hamburg sind bereits heute 420.000 Menschen über 60 Jahre alt. Ihr Anteil an der Stadtbevölkerung wird bis 2020 auf knapp 30 Prozent steigen. Die Wohnung und das nahe Umfeld werden


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für Ältere zukünftig zum Lebensmittelpunkt, was ein neues Verständnis von Quartier und sozialen Netzwerken notwendig macht. Sowohl baulich als auch im sozialen Miteinander sind neue Ansätze erforderlich, die Senioren befähigen, möglichst lange selbstständig in ihrer Wohnung und in ihrem vertrauten Umfeld zu leben. Andernfalls droht der finanzielle und soziale (!) Kollaps. Denn die Unterbringung in einem Pflegeheim können sich gerade einmal 15 Prozent der für die Studie „Wohnwünsche im Alter“ Befragten vorstellen. Statt Abschiebung erwarten sie Teilhabe. Stiftungen sind hier ein wichtiges Bindeglied. Deshalb geht es für sie – wie auch für andere Wohnungsanbieter – in Zukunft darum, ihre Rolle neu zu definieren.

Dagmar Hotze  ist Inhaberin von greenIMMO Medien. Sie hat sich auf Nachhaltigkeitsthemen in der Immobilienwirtschaft spezialisiert. Kontakt  d.hotze@greenimmo.de

Alternative Modelle erproben   » » »   Diese Neuausrichtung muss erlernt werden. Um die Kombination baulicher, technischer und sozialer Aspekte zu erproben, beteiligt sich z.B. die private Hamburger Pflegeeinrichtung PFLEGEN & WOHNEN am EU-Förderprojekt „Vernetztes Wohnen im Quartier in Hamburg“. Das Ziel des zwei Jahre dauernden Projektes ist, Geschäftsmodelle für Wohnungsunternehmen aufzuzeigen, wie sie ihre Immobilien bedarfsgerecht ausstatten, Serviceleistungen für Ältere integrieren, die Angebote dabei trotzdem bezahlbar bleiben und die Gebäude gleichzeitig ökonomisch rentabel betrieben werden können. Was nach der immobilienwirtschaftlichen eierlegenden Wollmilchsau klingt, ist deshalb bedeutend, weil es zeitgemäße Strukturen zwischen den verschiedenen Wirtschaftsteilnehmern aufzeigt, die Modellcha-

rakter für Investoren und Immobilienbetreiber haben. Auch Sozialträger wie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) probieren alternative Wege. Seit 2009 bietet die karitative Organisation im neu entstandenen Viertel Dorfanger Boberg in Hamburg 72 bedarfsgerechte Mietwohnungen für Senioren und Wohnraum für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Von Beginn übertraf die Nachfrage das Wohnungsangebot, auch wegen der attraktiven Mischung unterschiedlicher Altersgruppen, die zusammenleben. Eine zukunftsorientierte Energieversorgung und ein umfassendes Finanzierungskonzept ermöglichen zudem moderate Mietpreise ab 5,50 Euro pro Quadratmeter. Projekte im interdisziplinären Verbund realisieren   » » »   Die erwähnten Projekte zeigen, dass eine dauerhaft erfolgreiche Immobilienentwicklung abhängig ist vom Zusammenspiel unterschiedlicher Partner. Für kleinere und mittlere Stiftungen ergibt sich daraus die Chance, im Verbund mit anderen ein größeres Projekt realisieren zu können, das im Alleingang nicht zu bewerkstelligen wäre. Notwendig dazu ist jedoch eine stärkere Vernetzung auf lokaler und überregionaler Ebene. Die Zeichen dafür stehen günstig. Nicht umsonst finden alternative Finanzierungsmodelle wie Crowdfinancing immer mehr Zuspruch. Für den Immobilienbereich ist im Oktober 2012 die Onlineplattform „Kapitalfreunde“ gestartet und hat bereits ein Projekt mithilfe des „Schwarms“ finanziert. Zukünftig könnten Bürgergenossenschaften und -initiativen, nachhaltig orientierte Immobilien-

projektentwickler und sozial-ökologisch ausgerichtete Finanzierer und Fonds in Betracht kommen. Bringt ein professionelles Strukturmodell (!) die verschiedenen Interessen in Einklang, ist die erste Hürde genommen. Immobilien-Portfolio auf Zukunftsfähigkeit überprüfen   » » »   Sowohl Wohnkonzepte als auch die Investitionskultur stehen vor einer Neudefinition. Wer werterhaltend investiert, handelt sozial und ökonomisch zugleich. Gemeinnützig orientierte Investoren haben gegenüber rein marktwirtschaftlich ausgerichteten Immobiliengesellschaften den Vorteil, dass sie vielfach über eigene Liegenschaften und Bestände verfügen, erläutert Ole Klünder, Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft wph Hamburg. Als Generalübernehmer haben er und sein Team die AWO Hamburg begleitet. „Statt eines teuren Grundstückserwerbs können sich Stiftungen oder auch Sozialträger ganz auf die Ist-Analyse ihres Portfolios konzentrieren und darauf aufbauend zeitgemäße Konzepte entwickeln“, ist er überzeugt. Die schlummernden Optimierungspotenziale von Immobilien in gemeinnützigem und Stiftungsbesitz seien vielfach noch gar nicht geweckt worden. Gute Zeiten also für wache Köpfe, die neben einem rentablen Immobilieninvestment auch das Gemeinwohl im Auge haben.    « « «


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74StiftungsWelt 01-2013

Stiftungskommunikation

Dialog statt Konfrontation Strategische Stiftungskommunikation in Zeiten niedriger Zinserträge

» » »   „Niedrigzinsen bedrohen Stiftungen“, „Magere Renditen belasten Stiftungen“ oder „Finanzkrise erreicht Stiftungen“ – diese und ähnliche Schlagzeilen zieren dieser Tage viele Medien. Die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise machen auch vor Stiftungen nicht Halt. Ganz im Gegenteil: Die anhaltenden Niedrigzinsen bescheren vielen auch anhaltend niedrige Nadine Schöffer  Erträge. Dies macht ist Beraterin im Bereich Stiftungskommues immer schwieriger, nikation bei der Agentur ORCA van Loon Communications GmbH (GPRA) in Hamburg. die für die Förderung Unter anderem betreut sie dort den Kommudringend benötigten nikationspreis für Stiftungen KOMPASS. Projektmittel zu erWeitere Informationen  www.orcavanloon.de wirtschaften. Infolge­ dessen sinkt bei vielen Stiftungen das Förderniveau. Kleine und junge Stiftungen stehen gar vor existenzi­ ellen Problemen. Keine guten Nachrichten aus Perspektive der Stiftungen, dafür aber aufmerksamkeitsstarke Schlagzeilen für die Medien. Nach dem alten Motto: „Bad Dietrich Schulze van Loon  news are good news!“ ist Gründer und Geschäftsführer der AgenEine schwierige Siturgruppe ORCA van Loon Communications GmbH (GPRA) mit Sitz in Hamburg. Er ist tuation für alle BeteiJurymitglied des Kommunikationspreises für ligten, denn die niedStiftungen KOMPASS, den seine Agentur seit 2006 kommunikativ begleitet. rigen Erträge erhöhen in der Öffentlichkeit

auch den Legitimationsdruck auf Stiftungen. Damit stehen gemeinnützige Organisationen aktuell mehr denn je unter besonderer Beobachtung der Medien. Ihr Handeln wird von Journalisten genau verfolgt. Und die Handlungsmöglichkeiten bieten jede Menge medialen Zündstoff. Gleichgültig, wie sich Stiftungen entscheiden, kann dies von Journalisten als negativ interpretiert werden: Eine risikoreiche Kapitalanlage kann zu Verlusten führen – keine gute Nachricht! Eine vor Kursschwankungen komplett sichere Anlage führt aktuell zu niedrigeren Erträgen als in den Vorjahren – auch keine gute Nachricht! Höhere Verwaltungskosten im Verhältnis zu den Ausgaben für Förderzwecke? Kommunikativ ebenfalls schwierig! Es scheint, als gäbe es derzeit nicht viel Positives von Stiftungsseite zu berichten. Sicher ist, dass sich aus sinkenden Fördermitteln und gestiegenen Verwaltungskosten keine Erfolgsmeldungen generieren lassen. Aber im Rahmen einer kontinuierlichen strategischen Kommunikation lassen sich Negativ-Schlagzeilen und kritische Berichte abwenden bzw. mildern. Oberstes Gebot: Eine transparente und offene Kommunikations­ politik   » » »   Die Medien haben das Thema auf der Agenda. Nun kommt es darauf an, wie Stiftungen damit umgehen. Oberstes Gebot

für Organisationen sollte daher eine transparente und offene Kommunikationspolitik sein. Wer jetzt Dialogbereitschaft signalisiert und sich nicht in die Defensive begibt, macht im Umgang mit den Medien bereits Vieles richtig. Es empfiehlt sich, eine aktive Kommunikationsstrategie zu verfolgen. Denn offensive Kommunikation lässt keinen Raum für Spekulationen, die sich wiederum negativ auf das Image und die Glaubwürdigkeit einer Organisation auswirken können. Sie ist nachvollziehbar und gibt Orientierung. Stiftungen sollten die Probleme offen thematisieren und gleichzeitig Lösungswege aufzeigen. Ein gutes Instrument hierfür sind beispielsweise Hintergrundgespräche mit ausgewählten Journalisten. In Einzel- oder Gruppengesprächen werden Redakteure dabei über neue Entwicklungen und wichtige strategische Ziele, die Stiftung betreffend, informiert. So können relevante Hintergrund- und Zusatz­ informationen vermittelt werden, die das eigene Handeln transparent machen. Fehleinschätzungen von Journalisten kann dadurch entgegengewirkt werden. Darüber hinaus signalisiert die Gesprächsbereitschaft auch Offenheit gegenüber den Redakteuren. Das wirkt vertrauens-, im besten Fall sogar verständnisfördernd. Und so lassen sich auch schwierige Themen oder „schlechte“ Nachrichten dennoch meist gut abbilden.


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Wichtig ist eine gute Vorbereitung auf solche Gespräche: Kommunikationsverantwortliche sollten sich daher im Vorfeld überlegen, welche kritischen Fragen im Rahmen eines Hintergrundgesprächs auf sie oder den Vorstand zukommen könnten und bereits Antworten ausformulieren. Das verleiht Sicherheit und lässt einen souveränen Umgang mit „unangenehmen“ Fragen zu. Hilfreich ist auch eine neutrale Belegführung im Rahmen der Argumentation. Hierfür können beispielsweise unabhängige Finanzwissenschaftler hinzugezogen werden, die mit ihren Ergebnissen Sachverhalte stützen. Das erhöht die Glaubwürdigkeit bei den Journalisten. Aktives Themensetting ­betreiben   » » »   Letztendlich sollte eine Kommunikationsstrategie aber immer langfristig angelegt sein. Denn nur so kann Kommunikation auch nachhaltig wirken und positive Meinungsbildungsprozesse bei den relevanten Stakeholdern auslösen. Dafür ist es wichtig, dass die Kommunikationsverantwortlichen gesellschaftliche Entwicklungen, die auch Stiftungen berühren können, stets im Blick haben. Diese Themen sollten im Rahmen der Kommunikation nicht erst aufgegriffen werden, wenn es zu spät ist, das heißt, wenn die Medien darauf aufmerksam werden. Denn für Themen, die Journalisten negativ überraschen, werden immer die Unternehmen und Organisationen oder handelnde Personen verantwortlich gemacht. Damit sind diese in einer deutlich schlechteren Ausgangslage, da es in solchen Momenten meist nur noch um Rechtfertigung geht.

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Wie kann man das Thema Zustiften gut kommunizieren?   » » »   Strategische Stiftungskommunikation sorgt, wenn sie kontinuierlich und nicht ausschließlich situativ betrieben wird, für ein belastbares Image und eine solide Reputation. Dies gilt insbesondere in Zeiten niedriger Zinserträge und der damit vermeintlich sinkenden Attraktivität des Zustiftens. Hierbei geht es um eine klare Nutzenargumentation, die den langfristigen Aspekt des Stiftungszwecks und das dafür benötigte Zustiften im Gegensatz zu punktuellen Spenden im Mittelpunkt hat. Darüber hinaus sind Stiftungen gut beraten, aktiv den Dialog mit potenziellen Zustiftern aufzunehmen und sie dadurch als „Freunde“ und Meinungsbildner langfristig an sich zu binden. Auch in diesem Zusammenhang spielen die sozialen Medien und Plattformen eine zunehmend wichtigere Rolle. Bei aller Seriosität und der dem Stiftungswesen innewohnenden Zurückhaltung empfiehlt sich eine das gesamte Medienspektrum abdeckende Kommunikation, die ausgetretene Pfade verlässt, die ideenreich und kreativ außergewöhnliche Angebote an die unterschiedlichen Zielgruppen macht und somit letztendlich überzeugt.   « « «

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76StiftungsWelt 01-2013

Stiftungskommunikation

Krisen vermeiden durch Prävention Ein Fallbeispiel zur Stiftungskommunikation aus der Stiftung Lesen

» » »   Lesefreude wecken – Lesekompetenz stärken: Mit diesem Ansatz entwickelt die Stiftung Lesen seit 25 Jahren erfolgreich Leseförderungsprojekte. Um das Ziel zu erreichen, sind vor allem Zugänge zu eher lesefernen Bevölkerungsteilen sowie eine hohe Sichtbarkeit für das Thema Lesen notwendig. 2012 hat McDonald’s Deutschland erstmalig im Rahmen einer „Happy Meal“-Aktionsphase rund 4 Millionen Kinderbücher als Bestandteil des „Happy Meals“ ausgeben. Die Stiftung Lesen wollte die Chancen, die sich mit der Buchaktion von McDonald’s ergeben, nutzen und über diesen noch unerschlossenen Zugang eine außerordentlich hohe Zahl von Familien für die Leseförderung und das Lesen sensibilisieren. Eine mutige Managemententscheidung, denn die Stiftung Lesen war sich bewusst, dass die Zusammenarbeit in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden würde.

Bettina Müller  ist Leiterin Kommunikation und Public Affairs bei der Stiftung Lesen in Mainz. Weitere Informationen  bettina.mueller@stiftunglesen.de www.stiftung-lesen.de

Kalkulierbares Risiko und präventive Information   » » »   Krisen können viele Ursachen haben, ob verschuldet oder unverschuldet, ob spontan auftretende Ereignisse oder nicht erkannte Risiken, die einen kritischen Verlauf neh-

men. Gute Krisenkommunikation heißt daher vor allem Prävention: Die Stiftung Lesen nutzte den Zeitraum bis zum Start der Aktion, um die möglichen kritischen Folgen abzuschätzen und eine angemessene Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Ziel war, Verständnis für die Beteiligung zu schaffen und einen Imageschaden zu vermeiden. Im Vorfeld wurde die Aktion einer gründlichen Risikoanalyse unterzogen. Zudem wurden sämtliche Stakeholder der Stiftung Lesen identifiziert und bewertet. Gleichzeitig entwickelte die Stiftung Lesen einen umfassenden Fragenund Antwortkatalog, ein Faktenblatt mit Hintergrundinformationen sowie einen Kommunikationsfahrplan bis zum Starttermin. Allen Mitarbeitern und Stakeholdern wurde die Aktion schriftlich und zum Teil persönlich vorgestellt. Die (fast durchgängig positiven) Reaktionen – vor allem durch den Vorstand und das Kuratorium der Stiftung – bestätigten die Entscheidung zugunsten einer Kooperation: Alle Beteiligten befürworteten den Ansatz, um weniger leseaffine Zielgruppen zu erreichen. Weiterhin informierte die Stiftung Lesen alle Gremien kontinuierlich über die weitere Entwicklung der Buchaktion. Kurz vor dem Beginn der Aktion wurden zudem die Buchpakete den Gremien zur Verfügung gestellt. Dabei kommunizierte die Stiftung Lesen noch einmal die Ziele und die Beweg-

gründe für die Aktion. Weitere PR-Maßnahmen wurden nicht umgesetzt. Nach dem Aktionsstart   » » »   Zum Start informierte die Stiftung Lesen auf ihrer Internetseite über die Buchaktion. Über die Beobachtung des Social Webs war mit der facebook-Community der Stiftung Lesen ein kontinuierlicher Dialog möglich. Dabei war es für die Stiftung Lesen wichtig, offen und transparent zu kommunizieren, ohne sich bei Kritik zu rechtfertigen. Ein offener Brief der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch führte jedoch zu einem starken Anwachsen des öffentlichen Interesses. In einer ausführlichen Stellungnahme beantwortete die Stiftung Lesen innerhalb kürzester Zeit den offenen Brief und stellte der Öffentlichkeit und den Gremien den gesamten Briefwechsel zur Verfügung. Gleichzeitig suchte die Stiftung aktiv den Dialog mit der Community und den Medienvertretern, um Verständnis für die Beweggründe zu schaffen. Fazit: Wurden die ­richtigen Entscheidungen getroffen?   » » »   Rund 100 Pressebeiträge mit einer Auflage von über 2,5 Millionen berichteten über die Zusammenarbeit der Stiftung Lesen mit McDonald’s. Doch entscheidend war nicht die Quantität, sondern die Qualität der Berichte: Tonalität und inhaltliche Auseinanderset-


StiftungsWelt 01-2013 » » » Service

zung waren in knapp drei Viertel aller Beiträge neutral bis positiv, zudem erhielt die Stiftung Lesen sehr viel direktes positives Feedback, z.B. über facebook. Besonders erfreulich war, dass viele McDonald’s Kunden hohes Interesse an weiteren Büchern zeigten und den Ansatz, über ungewöhnliche Zugänge Lesefreude zu wecken, bestätigten. Die Stiftung Lesen bewertet die Kooperation als Erfolg: Das Ziel der Stiftung, über diesen Ansatz Zugänge zu weniger leseaffinen Menschen zu öffnen, wurde erreicht. Eine hohe mediale und öffentliche Aufmerksamkeit sorgte für eine Steigerung der Bekanntheit der Stiftung. Glaubwürdigkeit und Reputation nahmen keinen Schaden, gleichzeitig konnte sich die Stiftung als mutiger und dialogbereiter Vorreiter positionieren. Diese Erfahrungen zeigen uns, dass eine intensive Vorbereitung eine gute Grundlage bildet, um Projekte, die auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken, öffentlich zu vertreten und krisenhafte Situationen zu vermeiden.   « « «

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Checkliste Krisenprävention: Praktische Tipps Krisenhafte Situationen lassen sich oftmals nicht verhindern. Was sich verhindern lässt, ist eine mangelnde oder falsche Vorbereitung! Bereiten Sie sich vor: Denn je akuter die Krise wird, desto weniger Handlungsspielraum bleibt! Stiftungen benötigen jedoch nicht immer gleich ein umfangreiches Krisenhandbuch; es gibt dennoch einige Grundregeln, um absehbare oder spontane Ereignisse, die zu Krisen führen können, zu bewältigen. »» Erstellen Sie eine Risiko- und Stakeholder-Analyse: Welche Risiken und ­Szenarien können Ihre Organisation betreffen? Wer sind Ihre wichtigen und kritischen Bezugsgruppen? »» Formulieren Sie Kernbotschaften und Sprachregelungen zu Ihren Punkten. Wie können Sie argumentativ gegensteuern? Auf welchen Wegen ­kommunizieren Sie? »» Entwickeln Sie einen Notfallplan oder zumindest klare Regeln und Verantwortlichkeiten für den Krisenfall. Wer muss im Krisenfall informiert werden? Wer kann, wer darf im Krisenfall eine Entscheidung treffen? Wer spricht im Krisenfall? »» Bei überraschenden Krisen: Klären und bewerten Sie die Sachlage und ­legen Sie mit einem definierten Team die Vorgehensweise zur Problem­ bewältigung fest. »» Stellen Sie immer den Erhalt von Vertrauen und Glaubwürdigkeit in den ­Mittelpunkt Ihres Handelns. »» Kommunizieren Sie absolut offen und transparent. »» Handeln Sie schnell und konsequent. »» Geraten Sie nicht in die Defensive: Agieren statt reagieren. »» Akzeptieren Sie die Sicht und die Erwartungen der Öffentlichkeit. »» Ziehen Sie ggf. Konsequenzen aus den Ereignissen und kommunizieren Sie diese.

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78StiftungsWelt 01-2013

Stiftungsmanagement

Lernen aus Projekten Nach der Projektrealisierung ist vor der Projektrealisierung – Serie Projektmanagement (Teil 3)

KNOW-HOW PRAXIS

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Rolf Kaestner/Steffen Koolmann/Thor Möller (Hrsg.)

Projektmanagement im Not for Profit-Sektor Handbuch für gemeinnützige Organisationen

In Kooperation mit dem

Mitglied der

Buchtipp: Rolf Kaestner; Steffen Koolmann; Thor Möller (Hg.): Projektmanagement im Not for Profit-Sektor. Handbuch für gemeinnützige Organisationen. GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V., Nürnberg 2012. ISBN: 987-3924841-62-1. 440 Seiten. 39,20 Euro (ermäßigter Preis für Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen) / 49,00 Euro (Normalpreis). Bestellung: www.gpm-ipma.de

» » »   Nachdem ein Projekt eingerichtet und erfolgreich umgesetzt wurde (siehe Teil 1 und 2 dieser Serie in der StiftungsWelt 03-2012 und 04-2012), ist in gewisser Hinsicht dieses Projekt abgeschlossen. Erfahrungen zeigen aber, dass eine Organisation gut beraten ist, den Verlauf des Projektes rückblickend näher zu analysieren. Ähnlich wie in der Arbeitswelt, in der sich immerzu alles verändert und der Einzelne sich nicht auf erworbenem Wissen und nachgewiesenen Fähigkeiten ausruhen kann, kann sich auch eine Unternehmung nicht auf ihre Erfolge zurückziehen – und es dabei belassen. Die Unternehmung muss nicht nur laufend an Neuerungen arbeiten, sie muss auch ihre Erfahrungen kritisch auswerten. Die zentralen Merkmale eines Projektes sind » komplexe, innovative, einmalige Aufgabenstellung, abgegrenzt gegenüber Routineaufgaben, » Unsicherheit im konkreten Lösungsweg – und damit auch in der tatsächlichen Zielerreichung, » gesonderte und komplexe Ressourcenplanung (finanziell, personell), » zeitliche Begrenzung (mit definiertem Ende), » fachübergreifende Zusammenarbeit und die » eigene Organisationsform (Leiter und Team).

Diese Merkmale legen es nahe, rückblickend den Projektverlauf zu analysieren. Selten bietet sich innerhalb einer Organisation die Gelegenheit, aus solch „einmaligen“ Situationen heraus zu lernen. Dies gilt umso mehr für Non-Profit-Organisationen, insbesondere für kleinere, die in der Regel nicht so häufig in Projektstrukturen arbeiten. Eine konzentrierte Analyse des Geschehenen ermöglicht, das Erfahrene zu sichern, zu bewerten und für neue Projekte nutzbar zu machen. Doch wie analysiert eine Organisation ihre Projekterfahrung unter dem Gesichtspunkt des Lernens am besten? Folgende drei Ansätze sollen dies exemplarisch aufzeigen: 1. Soll-Ist-Lernen   » » »   Auf der Basis der gesetzten Projektziele (einschließlich der Zwischen- und Teilziele) werden aufgetretene Abweichungen zwischen Soll und Ist festgehalten, zunächst bewertungsneutral, d.h. rein faktenbezogen und ohne Erklärung und Bewertung für die aufgetretenen Abweichungen. In einem nächsten Schritt wird nach Ursachen für diese Abweichungen gesucht. Es wird versucht herauszufinden, warum sie entstanden sind und wie sie erklärt werden können. Hieran schließt sich der Schritt der Bewertungen an. Diese Bewertungen sollten dabei nicht nur in den bekannten Pauschal-Kategori-

en „gut“ und „schlecht“ vorgenommen werden. Die zuvor identifizierten Abweichungen sollten daraufhin untersucht werden, wie sie den folgenden Projektverlauf (tatsächlich) beeinflusst haben und welche Wirkung sie (tatsächlich) auf das Projektergebnis hatten. Nicht selten wird man zu dem Schluss kommen, dass die eine oder andere Ist-Abweichung für sich genommen erheblich erscheint, aber für das erreichte Projektergebnis keinen besonderen Ausschlag gegeben hat. Diese differenzierte Untersuchung dient dazu, die aufgetretenen Abweichungen „nüchtern“ zu erfassen und die damit verbundene Lernkomponente in den Vordergrund zu stellen. Eine moderne Form des SollIst-Lernens schließt mit ein, nicht nur Abweichungen zwischen Soll und Ist zu analysieren, sondern gerade auch ihre Übereinstimmungen, denn nicht in jedem Fall liegen einer Übereinstimmung auch tatsächlich gute Planung und richtiges Handeln zugrunde. Es können auch glückliche Umstände gewesen sein, die zum gewünschten Ergebnis geführt haben. Zwar lernen wir verstärkt aus Fehlern, wir können aber auch dann – und zwar sehr zukunftsweisend – aus „Richtigkeiten“ lernen, wenn wir sie nicht als selbstverständlich eintretende Ereignisse ansehen, sondern auch das Zustandekommen positiver Ergebnisse hinterfragen.


StiftungsWelt 01-2013 » » » Service

2. Organisations-Lernen   » » »   In Bezug auf die Entwicklung innerhalb einer Organisation geht es zunehmend nicht mehr nur um die „Qualifikation“ der dort Mitarbeitenden, also um ein persönliches Arbeitsvermögen, das es erlaubt, bestimmte wiederkehrende Tätigkeiten (Arbeitsfunktionen) auszuführen, sondern um den Erwerb von „Kompetenz“ , verstanden als „Dispositionen zu selbstorganisiertem Handeln“ sowie als „Befähigungen, mit neuen Situationen und bisher unbekannten Handlungsanforderungen erfolgreich umgehen zu können“ (John Erpenbeck; Lutz von Rosenstiel [Hg.]: Handbuch Kompetenzmessung. Stuttgart 2007). Vor diesem Hintergrund ist entscheidend, dass die Projektanalyse die Komponenten individuellen und teamorientierten Lernens aufgreift. Lernen aus Projektarbeiten erfolgt innerhalb einer Organisation zum einen auf individueller Ebene, zum anderen auf Team- bzw. Gruppenebene (durch Reflexion der Zusammenarbeit, Prozessbetrachtungen, Verfahrensanalysen usw.). Neben ganz persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken, die die eigene Qualifikation bzw. Kompetenz widerspiegeln können, hat auch das Projektteam als solches Erfahrungen machen können. Unter den Aspekten von Anerkennung, Vertrauen und gegenseitigem Respekt geht es hier um die Entdeckung von Lernkomponenten, die sich, jenseits der organisationalen Effekte, auf die persönliche Ebene der Mitarbeiter beziehen und den persönlichen Schulungs- und Entwicklungsweg im Fokus haben.

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3. System-Lernen   » » »   Einfache, lineare Ursache-Wirkungs-Betrachtungen sind traditionelle Herangehensweisen, um verschiedene Lern­ebenen zu erreichen; sie werden oftmals auch in der Projektanalyse angewendet. System-Lernen bedeutet in diesem Zusammenhang, zu versuchen, die nicht offensichtlichen Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu identifizieren. Nicht nur in Projekten, die einen mittleren bis hohen Komplexitätsgrad aufweisen, sind solche Bemühungen unerlässlich, sollen aus dem tatsächlichen Projektverlauf möglichst richtige Schlüsse für künftige Projektstrukturierungen gezogen werden. Diese ergänzende Ursache-Wirkungs-Analyse impliziert, dass innerhalb der Organisation eine Fehlerkultur besteht, die die Identifizierung von (vermeintlichen) Fehlern als wesentliche Voraussetzung für zukünftige Erfolge sieht und nicht als eine „zu bestrafende Fehlleistung“. Denn eine so „quergedachte“ Ursache-Wirkungs-Analyse vermag an manchen zusätzlichen Stellen in der Organisation Verbesserungspotenziale herauszufiltern, die bei einer bestrafenden Fehlerkultur „Verbergungsenergie“ wecken und so den organisationalen Lernerfolg eindämmen würde.

Fazit   » » »   Zum Lernen aus Projekten bestehen keine fertigen und allumfassenden Werkzeuge zur entsprechenden Handhabung. Projektlernen stellt einen Anstoß zu einer inneren Haltung dar, die das gemeinsame Miteinander prägen sollte. Die Idee, aus einer tiefgehenden Analyse des Projektverlaufs zu einer lernenden Organisation zu werden, ist vielmehr Grundlage eines Denkkonzeptes, Ausdruck innerer Haltung und Rahmen handlungsleitender Orientierung.   « « «

Serie Projektmanagement im Non-Profit-Sektor Dieser Artikel ist der letzte Teil einer dreiteiligen Serie zum Thema Projektmanagement im Non-Profit-Sektor. Teil 1 dieser Serie finden Sie in der StiftungsWelt 03-2012, S. 78f., Teil 2 in der StiftungsWelt 04-2012 auf S. 74f. Zur Vertiefung des Themas eignet sich das von den Autoren der Serie herausgegebene Buch „Projektmanagement im Not for Profit-Sektor“ (siehe Buchtipp).

Prof. Dr. Steffen Koolmann,  promovierter Diplom-Volkswirt, hat sich im Anschluss an seine Tätigkeit als Hochschulassistent an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt a.M. dem Gemeinnützigkeitssektor zugewandt. Als Geschäftsführer sowie Sanierungs- und Interimsgeschäftsführer verschiedener Non-Profit-Organisationen hat er sich umfangreiche Kenntnisse im Management von gemeinnützigen Einrichtungen angeeignet. Er gründete 2005 das Institut für Sozialwirtschaftliche Unternehmensführung (www.isu-institut.de) mit dem Schwerpunkt der Beratung von NPOs. Heute hat er den Lehrstuhl für Ökonomie und Gesellschaft an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn inne, vertritt in Lehre und Forschung u.a. den Schwerpunkt Not for Profit-Management, und ist dort zugleich Prorektor sowie Mitgeschäftsführer der gemeinnützigen Träger-GmbH. Kontakt  steffen.koolmann@alanus.edu www.alanus.edu


80StiftungsWelt 01-2013

Stiftungsrecht

Aktuelle Verfügungen und Urteile Für Sie zusammengestellt am Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen der Bucerius Law School, Hamburg

Steuerlicher Spendenabzug und Muster für Zuwendungs­bestätigungen (Bundesministerium der Finanzen, Schreiben vom 30.08.2012 – IV C 4 – S 2223/07/0018:005) Auf einen Blick Es gibt neue Muster für Zuwendungsbescheinigungen, deren Verwendung seit dem 1. Januar 2013 Pflicht ist. Sie finden die Vordrucke unter www.stiftungen.org/muster. Der Sonderausgabenabzug gemäß § 10b EStG ist nur möglich, wenn der Steuerpflichtige die Spende durch eine Zuwendungsbestätigung nachweist, die nach den amtlich vorgeschriebenen Vordrucken ausgestellt ist (§ 50 Abs. 1 EStDV). In der Anlage des BMF-Schreibens finden sich die neuen amtlichen Muster für Zuwendungsbestätigungen, die spätestens ab dem 01.01.2013 zu verwenden sind. Das BMF-Schreiben weist darauf hin, dass die Muster verbindlich sind, weshalb die Wortwahl und Reihenfolge beizubehalten und Umformulierungen unzulässig sind. Zulässig ist hingegen die Nennung des steuerbegünstigten Zwecks, auch wenn dies aus steuerrechtlichen Gründen nicht notwendig ist. Für Sachspenden führt das Schreiben weiter aus, wie deren Wert zu bemessen ist. Stammen sie aus dem Betriebsvermögen des

Zuwendenden, bemisst sich ihr Wert nach dem Entnahmewert zuzüglich der Umsatzsteuer. Der Entnahmewert entspricht dabei grundsätzlich dem Teilwert. Wird das Wirtschaftsgut hingegen unmittelbar nach der Entnahme für steuer­ begünstigte Zwecke gespendet, kann der Entnahmewert auch der Buchwert sein (vgl. zum sogenannten Buchwertprivileg § 6 Abs. 1 Nr. 4 Sätze 4 und 5 EStG). Bei Sachspenden aus dem ­Privatvermögen ist hingegen der gemeine Wert des gespendeten Wirtschafts­gutes maßgeblich, sofern dessen gedachte Veräußerung im Zeitpunkt der Zuwendung keinen Besteuerungstatbestand erfüllen würde. Ist Letzteres der Fall, sind die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Wert der Zuwendung auszuweisen.

Keine rechtliche Verselbstständigung der nicht rechtsfähigen Stiftungen (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 15.05.2012 – 6 S 998/11) Auf einen Blick Eine nicht rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts kann nicht selbst ein Gewerbe betreiben, da sie keine eigene Rechtspersönlichkeit besitzt. Die Bedeutung des Urteils reicht über den Einzelfall hinaus, da sie dem Bestreben eine Absage erteilt, Treuhandstiftungen, die nicht der Kontrolle durch die Stiftungsaufsicht unterliegen, selbstständiges Handeln zuzugestehen. Der Verwaltungsgerichtshof Mannheim bestätigt in seinem Urteil die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe (vgl. dazu npoR 2010, Heft 2, S. 54 ff.) als Vorinstanz. Dieses hatte entschieden, dass eine nicht selbstständige Stiftung mangels Rechtspersönlichkeit nicht Gewerbetreibende im Sinne des Gewerberechts sein kann. Worum ging es? Eine nicht rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts (Klägerin zu 1) mit einem Stiftungsvermögen von 5.000 Euro wollte das Gewerbe „Vertrieb von Insektiziden“ betreiben. Zu diesem Zweck zeigte der Treuhänder (Kläger zu 2) dies beim Gewerbeamt für die Stiftung an. Das Gewerbeamt wies die Gewerbeanzei-


StiftungsWelt 01-2013 » » » Service

ge jedoch mangels Rechtsfähigkeit einer Treuhandstiftung zurück. Die Klägerinnen zu 1 und 2 hatten dagegen vor allem vorgebracht, dass die rechtliche Gleichstellung der nicht rechtsfähigen Stiftung mit der rechtsfähigen Stiftung gesetzlich angelegt und zudem rechtlich geboten sei. Das Gericht folgte dem nicht und verwies darauf, dass der Gesetzgeber im Rahmen der Stiftungsrechtsnovelle 2007 ausdrücklich an der staatlichen Anerkennung als Voraussetzung für die Rechtsfähigkeit einer Stiftung festgehalten habe. Denn nur so sei im Rahmen der damit verbundenen Stiftungsaufsicht gewährleistet, dass vom Handeln der Stiftung keine Gefahren für die Allgemeinheit ausgehen und der Stiftungszweck verwirklicht wird. Der im Stiftungszweck zum Ausdruck kommende Stifterwille bedürfe aufgrund der mitglieder- und eignerlosen Organisationsstruktur der Stiftung des besonderen Schutzes, dem die Stiftungsaufsicht vor allem gegen abweichendes Verhalten der Stiftungsorgane zur Durchsetzung verhelfe. Auch habe der Gesetzgeber einen Änderungsantrag gerade abgelehnt, der vorsah, auf Stiftungen, die nicht rechtsfähig sind, die Vorschriften über rechtsfähige Stiftungen entsprechend anzuwenden. Die Tragweite des Urteils erschöpft sich nicht im judizierten Einzelfall. Sie erteilt zugleich auch dem wahren Bestreben der hinter den Klägerinnen stehenden Protagonisten eine klare Absage: nämlich dem Versuch, mit der nicht rechtsfähigen Stiftung einen Rechtsträger zu schaffen, der sich weitgehend jeder staatlichen Kontrolle sowohl bei seiner Errichtung als auch seiner späteren Tätigkeit entzieht.

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Aufgabe der „Theorie der Doppelberechtigung“ zum Pflichtteilsergänzungsanspruch (BGH, Urteil vom 23.05.2012 – IV ZR 250/11) Auf einen Blick Schenkt ein späterer Erblasser zu Lebzeiten einen Teil seines Vermögens an eine Stiftung, kann die Schenkung der Stiftung später wieder aberkannt werden, wenn Nachkommen des Erblassers nach dessen Tod Pflichtteilsansprüche geltend machen. Dies gilt auch dann, wenn der Nachkomme zum Zeitpunkt der Schenkung noch gar nicht geboren (und damit auch noch nicht pflichtteilsberechtigt) war. Musste der Nach­ komme bisher nicht nur zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers, sondern auch bereits zum Zeitpunkt zur Schenkung pflichtteilsberechtigt sein, um diesbezügliche Ansprüche geltend zu machen, entschied das Gericht nun, dass die Pflichtteilsberechtigung nur zum Zeitpunkt des Todes bestehen muss. Durch diese Änderung in der Rechtsprechung wird der Kreis der Pflichtteilsberechtigten deutlich erweitert. Für Stiftungen steigt damit das Risiko, eine empfangene Zuwendung nach dem Tod des Schenkers wieder herausgeben zu müssen. Der Pflichtteilsergänzungsanspruch – hier eines Abkömmlings – nach § 2325 Abs. 1 BGB setzt nicht voraus, dass die Pflichtteilsberechtigung bereits im Zeitpunkt der Schenkung bestand (Abkehr von den Senatsurteilen vom 21. Juni 1972 IV ZR 69/71, BGHZ 59, 210 und vom

25. Juni 1997 IV ZR 233/96, ZEV 1997, 373). Spätestens seit der Leitentscheidung des Bundesgerichtshofs im Fall „Dresdner Frauenkirche“ (Az. IV ZR 249/02) vom 12.10.2003 sollte jedem Stifter, Stiftungsvorstand und Stiftungsberater bekannt sein, dass Spenden und Zustiftungen dem Verdikt des Pflichtteilsergänzungsanspruchs gemäß § 2325 BGB unterfallen können. In dem Urteil hat der Bundesgerichtshof nämlich judiziert, dass endgültige unentgeltliche Zuwendungen an eine Stiftung in Form einer Zustiftung oder einer freien oder gebundenen Spende pflichtteils­ ergänzungspflichtige Schenkungen im Sinne des § 2325 BGB sind. Für den Pflichtteilsergänzungsanspruch ist es somit unbeachtlich, ob der Erblasser mit der Schenkung der Allgemeinheit dienen wollte oder nicht. Ein „Stiftungsprivileg“ gibt es nicht. Die Interessen der Stiftung werden durch den Pflichtteilsergänzungsanspruch, der sich zunächst allein gegen den Erben richtet, tangiert, wenn das Erbe nicht ausreicht, um diesen zu befriedigen. Die Stiftung ist dann gemäß § 2329 BGB verpflichtet, die empfangene Zuwendung an den Pflichtteilsberechtigten herauszugeben. Allerdings konnten nach der bisherigen Rechtsprechung unentgeltliche Zuwendungen nur dann einen Pflichtteilsergänzungsanspruch auslösen, wenn die Pflichtteilsberechtigung sowohl im Zeitpunkt des Erbfalles als auch schon zur Zeit der Schenkung bestanden hat (sogenannte Theorie der Doppelberechtigung). Ein Pflichtteils­ ergänzungsanspruch schied damit von vornherein aus, wenn der An-


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spruchsteller zum Zeitpunkt der tige Zuwendungen zu Lebzeiten des Schenkung noch nicht geboren war. Erblassers lässt sich die Gefahr einer Diese Rechtsprechung hat der Bun- Rückgabepflicht deutlich reduziedesgerichtshof nunmehr ausdrückren. Begünstigend kommt seit dem lich aufgegeben. In der Entschei01.01.2010 hinzu, dass der Gesetzdung vom 23.05.2012 heißt es dageber das bis dahin geltende „Alzu unmissverständlich: „Für den les oder Nichts-Prinzip“ abgeschafft Pflichtteilsergänzungsanspruch und durch ein flexibleres Abschmelkommt es allein auf die Pflichtzungsmodell ersetzt hat. Nach dem teilsberechtigung im Zeitpunkt des „Alles oder Nichts-Prinzip“ war eine Erbfalles an.“ Durch diese RechtStiftung verpflichtet, den gesamten sprechungsänderung wird der Kreis Betrag herauszugeben, auch wenn der Pflichtteilsberechtigten deutnur noch ein Tag fehlte, bis die Frist lich erweitert. Für Stiftungen steigt von zehn Jahren verstrichen war. Das damit das Risiko, eine empfangeAbschmelzungsmodell führt dagene Zuwendung nach dem Tod des gen zu einer signifikanten Entlastung Schenkers gem. § 2329 BGB wieder und einer erhöhten Planungssicherherausgeben zu müssen. heit, weil der zu berücksichtigenDie Praxis ist durch die Rechtde Schenkungsbetrag jedes Jahr um sprechungsänderung noch mehr ein Zehntel abnimmt. Je länger die als bisher aufgefordert, die „GestalSchenkung zurückliegt, desto niedtungsmöglichkeiten“ auszuschöpfen, riger fällt daher der potenzielle Herdie sich aus der zeitlichen Befrisausgabeanspruch des Pflichtteilsbetung des Pflichtteilsergänzungsanrechtigten aus. spruchs auf zehn Jahre (vgl. § 2325 Abs. 3 BGB) ergeben. Durch frühzei-

Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes verabschiedet Der Bundesrat hat am 1. März dem Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes zugestimmt und damit den Rückenwind für Stiftungen weiter verstärkt. Das Gesetz enthält viele Verbesserungen für gemeinnützige Organisationen im steuer- und zivilrechtlichen Bereich und hat insbesondere Auswirkungen auf Stiftungen (siehe auch StiftungsWelt 04-2012, S. 66 ff.). Mit der Lockerung des Endowment-Verbotes ist es Stiftungen künftig möglich, andere Stiftungen mit Kapital auszustatten. Um die Leistungsfähigkeit von Stiftungen steuerbarer zu machen und nachhaltig zu sichern, wurde bei der Bildung der freien Rücklage für eine Flexibilisierung gesorgt. Stiftungen können nun nicht ausgeschöpftes Volumen innerhalb von zwei Jahren nachholen und der Rücklage zuführen. Außerdem wurde die Frist für die Verwendung der ideellen Mittel um ein Jahr, auf jetzt maximal drei Jahre, ausgeweitet. Wir haben eine Übersicht aller Änderungen auf unserer Internetseite für Sie zusammengestellt. Ausführlich werden wir die neuen gesetzlichen Regelungen in der zweiten Ausgabe der Stiftungsinfo beleuchten, die Sie als Mitglied Ende März per Post zugeschickt bekommen. Weitere Informationen www.stiftungen.org/ehrenamtsstaerkungsgesetz

Änderung des Anwendungserlasses zur Abgabenordnung (AEAO) (BMF-Schreiben vom 15.08.2012 – IV A 3 – S 0062/08/10007-14) Auf einen Blick In den Anwendungserlass zur Abgabenordnung ist ein neuer Passus eingefügt worden, der eine Erleichterung für mildtätige Stiftungen mit sich bringt. Sofern die Stiftungen wirtschaftlich hilfsbedürftige Personen fördern, müssen sie einen Nachweis erbringen, dass die geförderten Personen tatsächlich hilfsbedürftig sind. Der Nachweis wird in Zukunft vereinfacht. Steuerbegünstigte Körperschaften, die einen mildtätigen Zweck im Sinne von § 53 Abs. 1 Nr. 2 AO verfolgen, müssen nachweisen, dass ihre Leistungen tatsächlich an wirtschaftlich hilfsbedürftige Personen im Sinne der Vorschrift erbracht werden. Nach bisheriger Auffassung der Finanzverwaltung war zu diesem Zwecke gemäß Nr. 10 zu § 53 AEAO stets eine Berechnung der maßgeblichen Einkünfte und Bezüge sowie eine Berechnung des Vermögens der unterstützten Person(en) beizubringen. In praxi standen Aufwand und Nutzen deshalb schnell außer Verhältnis, wenn an einen wechselnden Personenkreis geringwertige Unterstützungsleistungen abgegeben werden. Durch die Ergänzung des AEAO zu § 53 um eine Nr. 11 soll hier Abhilfe geschaffen werden. Nach Nr. 11 kann aus Vereinfachungsgründen auf diesen Nachweis verzichtet werden, wenn die Leistungsempfänger Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII beziehen, sie die Leistungsbescheide oder Bescheinigungen des Sozialleistungsträgers über


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den Leistungsbezug bei der Körperschaft einreichen und die Körperschaft eine Ablichtung der Bescheide oder der Bestätigungen aufbewahrt. Die geplante Änderung des § 53 Abs. 1 Nr. 2 AO durch das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes (Ehrenamtsstärkungsgesetz) greift diesen Gedanken auf und sieht vor, den Nachweis der wirtschaftlichen Hilfsbedürftigkeit der unterstützten Personen zu erleichtern, indem grundsätzlich auf die Prüfung einer anderen amtlichen Stelle abgestellt werden kann. Die Körperschaft selbst muss dann lediglich die entsprechenden Leistungsbescheide aufbewahren bzw. zumindest die Empfänger namentlich vermerken, um mithilfe der Bestätigung des So-

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zialleistungsträgers den erforderlichen Nachweis führen zu können. Für eine Vielzahl von Organisationen wird damit ein praktikabler Weg beschritten, mit verhältnismäßigem Verwaltungsaufwand den Nachweis über die zweckgebundene Mittelverwendung führen zu können. Gleichwohl dürfte in einigen Bereichen auch diese Erleichterung noch nicht weit genug gehen, weil auch die verbliebenen Pflichten einen unverhältnismäßigen Bürokratieaufwand bedeuten. Zu denken ist hier etwa an die „Suppenküchen“, „Tafeln“ oder Kleiderausgabestellen. In diesen Bereichen muss der bürokratische Aufwand zusätzlich minimiert werden, wie dies durch die Beschlussempfehlung des Finanzausschus-

ses vom 17.01.2013 (BT-Drucksache 12/12123) angestrebt ist. Danach soll § 53 Abs. 1 Nr. 2 AO um einen Satz 8 ergänzt werden, der lautet: „Auf Antrag der Körperschaft kann auf einen Nachweis der wirtschaftlichen Hilfebedürftigkeit verzichtet werden, wenn auf Grund der besonderen Art der gewährten Unterstützungsleistung sichergestellt ist, dass nur wirtschaftlich hilfebedürftige Personen im vorstehenden Sinne unterstützt werden; für den Bescheid über den Nachweisverzicht gilt § 60a Absatz 3 bis 5 entsprechend.“   « « « Dr. Gregor Roth   |   Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Steuerrecht und im Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen an der Bucerius Law School, Hamburg

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Über die Notwendigkeit strenger gesetzlicher Regelungen von Aufsicht und Kontrolle über privatrechtliche Stiftungen

Robert Tischer

Tischer

Vor dem Hintergrund des nach wie vor ungebrochenen Stiftungsbooms in Deutschland und des zunehmenden gesellschaftlichen Stellenwerts der Institution Stiftung hinterfragt der Verfasser das staatliche Engagement im Stiftungssektor. Ausgehend von der aus der Ökonomie stammenden Prinzipal‑Agenten‑Theorie wird die Not‑ wendigkeit strenger gesetzlicher Regelungen von Auf‑ sicht und Kontrolle über Stiftungen eingehend unter‑ sucht. Dabei werden unter anderem die Sonderstellung von Familienstiftungen, das Erfordernis von Publizität sowie die Bedeutung einer Foundation Governance kritisch diskutiert.

Über die Notwendigkeit strenger gesetzlicher Regelungen von Aufsicht und Kontrolle über privatrechtliche Stiftungen

Verlag Dr. Kovacˇ

Über die Notwendigkeit strenger gesetzlicher Regelungen von Aufsicht und Kontrolle über privatrechtliche Stiftungen Robert Tischer: Über die Notwendigkeit strenger gesetzlicher Regelungen von Aufsicht und Kontrolle über privatrechtliche Stiftungen. Studien zur Rechtswissenschaft, Bd. 289. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2012. ISBN: 9783-8300-6523-4. 261 Seiten. 89,80 Euro (zugl. Diss. Universität Bayreuth 2012).

» » »   Wie eine sinnvolle Leitung von Stiftungen und die Kontrolle ihrer Organe zu gestalten ist, wird unter dem Schlagwort „Foundation Governance“ in dem weiteren Zusammenhang der Corporate Governance von Non-Profit-Organisationen intensiv diskutiert. In diesem Zusammenhang untersucht Robert Tischer in seiner von Knut Werner Lange betreuten Dissertation die Frage, ob die staatliche Stiftungsaufsicht sowie privatrechtliche Kontrollmechanismen zu verbessern seien. Ausgehend von der bekannten These, dass der in der Prinzipal-Agenten-Theorie hergeleitete Interessengegensatz zwi-

schen Geschäftsleiter und Inhaber für die Stiftung besonders problematisch ist, weil es keinen Inhaber von Stiftungsrechten gibt, der für die Durchsetzung des Stiftungszwecks eintritt, hält Tischer die bestehenden Kontrollmöglichkeiten durch den Stifter selbst, durch Eigenüberwachung des Stiftungsvorstands oder fakultative Aufsichtsorgane, durch Destinatäre oder infolge der Schadensersatzhaftung der Organe für unzureichend. Bei der behördlichen Aufsicht sieht der Verfasser Schutzlücken, da die reine Rechtsaufsicht den weiten Ermessensspielraum der Stiftungsorgane nicht ausgleichen könne, der Vorbehalt des Gesetzes und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit die Behörden bremsten und mangels einheitlicher und verpflichtend zu veröffentlichender Rechnungslegung dieser sowie der Öffentlichkeit Informationen nicht ausreichend zur Verfügung stünden. Die aufsichtsrechtlichen Maßnahmen griffen überwiegend zu spät ein und die Kontrolle gemeinnütziger Stiftungen durch das Finanzamt könne all dies nicht ersetzen. Dass privatnützige Stiftungen zu großen Teilen von der Stiftungsaufsicht ausgenommen sind, stellt für Tischer daher ein besonderes Manko dar. Schließlich fehlt es dem Autor auch an Anreizen für die Stiftungsbehörden, ihrer Kontrollfunktion nachzukommen, zumal diese personell schlecht ausgestattet seien.

Kritisch sieht der Verfasser zu Recht das Fehlen von Stiftungsregistern mit Publizitätswirkung für die Vertretungsbefugnis der Stiftungsorgane. Durch eine stärkere Verzahnung der Aufsicht durch Finanz- und der Stiftungsbehörden und durch die Einführung abgestufter Rechtsfolgen bei Verstößen gegen die Gemeinnützigkeit statt der ausschließlichen Entziehung des gemeinnützigen Status sei die Kontrolle zu verbessern. Die Rechnungslegung, die die Stiftungen für die Aufsicht sowieso vorzunehmen hätten, sei in geeigneter Form zu veröffentlichen, wobei Tischer das Problem fehlender Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit nicht vertieft (hierzu Hüttemann, in: npoR-Sonderheft 2013, erscheint demnächst). Auch wenn man den Analysen und Schlussfolgerungen des Autors nicht im vollem Umfang folgen möchte, hat er es doch dankenswerterweise unternommen, sämtliche Kontrollmechanismen der fragilen Rechtsform der selbstständigen Stiftung bürgerlichen Rechts sorgfältig zu durchmustern und eklatante Schutzlücken samt ihrer Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Lektüre und Auseinandersetzung mit den mutigen Thesen des Autors sei jedem im Stiftungswesen Tätigen empfohlen.   « « « Prof. Dr. Birgit Weitemeyer  |  Institut für Stiftungsrecht und das Recht der Non-Profit-Organisationen, Bucerius Law School, Hamburg


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Stellung von Stiftungen im norweWie Gesetzeslücken, Missgischen Wohlfahrtsstaat. Daraus brauch, fehlende Aufsicht und ergibt sich, dass „Stiftungen immer Misstrauen gegenüber Stiftunnoch ein unnormaler Teil der Gegen miteinander zusammenhänsellschaft sind“. Im Gegensatz dazu gen, schildert der Verfasser sehr steht die quantitative Entwicklung: anschaulich. Davon könnte auch In den letzten Jahren hat die Zahl der das deutsche Stiftungsrecht lerNeugründungen zugenommen. Den- nen. Immer wieder wird gefordert, noch führen sie ein Schattendasein, dass die Errichtung von Stiftungen Stiftungen in Norwegen wohl auch, weil der Wohlfahrtsstaat möglichst „staatsfern“ sein müssie aus seinem Selbstverständse und die staatliche Kontrolle reUlrich Brömmling: Zwischen Wohlfahrtsstaat nis, die sozialen Sicherungssysteduziert werden solle. Das Gegenund Zivilgesellschaft. Stiftungen in Norwegen. Schriftenreihe zum Stiftungswesen, me für seine Bürger erbringen zu teil ist richtig. Insofern sind VerBd. 44. Nomos, Baden-Baden 2012. ISBN: können, nicht zu benötigen scheint. gleiche mit anderen Ländern und 978-3-8329-7800-6. 420 Seiten. 99,00 Euro. Dem sich daraus ergebenden SpanErfahrungen eine wichtige Quelle nungsfeld zwischen Stiftungen als für das eigene Handeln. Die Ar» » »   Der Verfasser schildert, nachTeil der Zivilgesellschaft und dem beit liefert hier gute, eindrucksdem er Wohlfahrtsstaat und Zivilnorwegischen Wohlfahrtsstaat geht volle Beispiele auch dafür, dass gesellschaft beschrieben hat, die der Verfasser nach. Regelungen als KonStiftung_Stiftungsverz_210x135:Layout 6 22.03.2011 10:36 Uhr Seite gesetzliche 1

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sequenz aus Missbrauchsfällen manchmal des Guten zu viel sind. Ebenso wird das Spannungsverhältnis von Steuererleichterungen für Stiftungen und das Interesse des Staates an Steuereinnahmen verdeutlicht. Die Vergleiche mit dem deutschen oder anderen ausländischen Regelungen des Stiftungswesens machen die Arbeit besonders lesenswert, lernt man doch durch manche Überziehungen der gesetzlichen Bestimmungen in Norwegen, was bei einer Novellierung des einheimischen Rechts besser unterlassen werden sollte.  « « « Prof. Dr. George Turner  |  Berlin

Stiftungen bewegen Hanns-Stephan Haas; Jörg Verstl (Hg.): Stiftungen bewegen. Ein Perspektivenwechsel zur Gestaltung des Sozialen. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2013. ISBN: 978-3-17022027-0. 258 Seiten. 22,90 Euro.

» » »   Dass der Ursprung aller Stiftungen ein sozialer ist, gerät in Zeiten der Ausdifferenzierung der Stiftungszwecke allzu häufig in Vergessenheit. Mit ihrem sehr lesenswerten Sammelband „Stiftungen bewegen“ erinnern die Herausgeber Prof. Dr. HannsStephan Haas und Dr. Jörg Verstl daran. Der eine ist Theologe und seit 2008 Vorstandsvorsitzender einer der größten Trägerstiftun-

gen in Deutschland, der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Der andere ist Steuerberater und ehrenamtlicher Vorstand in mehreren gemeinnützigen Stiftungen. In ihrem Sammelband nehmen die vierzehn Autoren, nahezu alle bekannte Namen des Stiftungswesens, einen Perspektivwechsel zur Gestaltung des Sozialen vor. Zielgruppe der Publikation sind nach eigenen Angaben Verantwortliche in Stiftungen wie auch Unterstützer, Sponsoren und Antragsteller. Dieser hohe Anspruch an die Bandbreite der Leser ist der Grund, weshalb die Autoren an manchen Allgemeinplätzen des Stiftungswesens (Typologie, quantitative Entwicklung) nicht vorbeikommen. Spannend sind vor allem die unterschiedlichen Blickweisen der Autoren auf die Arbeit der Stiftungen. Wo Haas und Verstl die mangelnde freie Gestaltungskreativität der Stiftungen durch staatliche Vorgaben für die Einordnung in gemeinnützige Zwecke beklagen, ruft Florian Asche, der kritische Worte zu Familien- und Unternehmensträgerstiftungen nicht scheut, nach dem starken Gesetzgeber. Spannend sind ferner die Praxistipps von Experten zum Einsatz von Social Media, zu Kooperationen, zu Führungsfragen, zur Markenbildung, zur Einbindung von Engagierten und zur Ableitung der Stiftungszwecke auf Projekte. Analog zum Beitrag zur Besonderheit kirchlicher Stiftungen sei hiermit für den nächsten Band ein Beitrag zur Besonderheit sozialer Stiftungen vorgeschlagen. Die Heterogenität dieser Gruppe verdient eine eigene Betrachtung und auch das Verhältnis von Staat

und sozialen Stiftungen in Sozial- und Gesundheitswesen ist ein Dauer­brenner.   « « « Katrin Kowark  |  Pressesprecherin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen

August Hermann Francke Helmut Obst: August Hermann Francke und sein Werk. Verlag der Franckeschen Stiftungen zu Halle, Halle (Saale) 2013. ISBN: 978-3-447-06903-8. 240 Seiten. 15,80 Euro.

Die Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale haben zum 350. Geburtstag ihres Gründers August Hermann Francke (1663– 1727) eine neue Biographie über dessen Leben und Werk vorgestellt. Der 240 Seiten starke Band, verfasst von dem Theologen Helmut Obst, ist zugleich eine Geschichte der Franckeschen Stiftungen. In der ersten Hälfte des Buches steht Francke selbst im Vordergrund. Der pietistische Reformer und Pädagoge, der aufgrund seiner praxisnahen Bibel­ auslegung verschiedenen Anfeindungen ausgesetzt war, errichtete Ende des 17. Jahrhunderts in einem Hallenser Vorort ein Waisenhaus und mehrere Schulen. Es gelingt dem Verfasser sehr gut, den Zusammenhang zwischen den theologischen Überzeugungen Franckes und dessen praktischem Schaffen aufzuzeigen, ein Schaffen, das unter keinem geringeren


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Motto stand als „Weltveränderung durch Menschveränderung“. Der zweite Teil der Biografie fragt nach dem Erbe dieses ambitionierten Projekts. Erzählt wird von der Weiterentwicklung der Einrichtungen unter Franckes Nachfolgern sowie vom Kampf der Franckeschen Stiftungen mit den Ideologien des 20. Jahrhunderts. Insgesamt eine detailreiche und gut fundierte Darstellung zu Francke und seinem Werk, die dennoch hinreichend knapp und übersichtlich gehalten ist. Arne Scheffler | Volontär Medien & Kommunikation, Bundesverband Deutscher Stiftungen

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Zahlreiche Publikationen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen sind jetzt als E-Book erhältlich. Sie finden die E-Books u.a. in den Online-Shops von Amazon, Apple, Beam, bol.de, buch.de, buecher.de, ebook.de, Hugendubel, Lehmanns Media, Thalia und Weltbild. www.stiftungen.org/ebooks

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Aktuelle Literatur

» Marita Haibach: Handbuch Fundraising. Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis. 4., aktualisierte und erweiterte Auflage. Campus Verlag, Frankfurt a.M. 2012. ISBN: 978-3-59339792-4. 488 Seiten. 42,00 Euro. » Ansgar Klein; Rainer Sprengel; Johanna Neuling (Hg.): Jahrbuch Engagementpolitik 2013. Staat und Zivilgesellschaft. Wochenschau Verlag, Schwalbach/ Taunus 2013. ISBN: 978-389974844-4. 301 Seiten. » Britta Redmann: Erfolgreich führen im Ehrenamt. Ein Praxisleitfaden für freiwillig engagierte Menschen. Springer Gabler, Wiesbaden 2012. ISBN: 978-3-

8349-3282-2. 226 Seiten. » K. Jan Schiffer: Die Stiftung in der Beraterpraxis. 3. Auflage. Zerb verlag, Bonn 2013. ISBN: 978-3941586-56-7. 527 Seiten. » Ruth Simsa; Michael Meyer; Christoph Badelt: Handbuch der Nonprofit-Organisation. Strukturen und Management. 5. Auflage. Schaeffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2013. ISBN: 978-37910-3191-0. 538 Seiten. » Stiftung Mitarbeit (Hg.): Wie Stiftungen fördern. Anregungen aus der Praxis für die Praxis. Verlag Stiftung Mitarbeit, Bonn 2012. ISBN: 978-3-941143-12-8. 92 Seiten. 10,00 Euro. » Stiftung & Sponsoring, Ausgabe

6|2012. Frommes Stiften: Kirche, Religion und Wohltätigkeit. Rote Seiten: Martin Käthler: Kirchliche Stiftungen in Deutschland. » Stiftung & Sponsoring, Ausgabe 1|2013. Transformationen: Zwischen Kontinuität und Aufbruch. Rote Seiten: Das „Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts“ und seine Auswirkungen für steuerbegünstigte Stiftungen. » Michael Succow; Lebrecht Jeschke; Hans Dieter Knapp (Hg.): Naturschutz in Deutschland. Rückblicke – Einblicke – Ausblicke. Ch. Links Verlag, Berlin 2012. ISBN: 978-3-86153686-4. 333 Seiten.

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 Vorschau StiftungsWelt 02-2013:  demenz Mit dem demografischen Wandel wird Demenz zu einer wachsenden Herausforderung unserer alternden Gesellschaft. Schon heute sind 1,3 Millionen Personen in Deutschland an Demenz erkrankt. Schätzungen zufolge wird sich diese Zahl bis 2050 verdoppeln. Betroffen sind neben den Erkrankten auch ihre Angehörigen, die den Hauptanteil der Versorgung tragen und deren Leben durch die Krankheit vor grundlegende Veränderungen gestellt wird. Demenz geht uns alle an. Dennoch gibt es noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, um unsere Gesellschaft demenzfreundlicher zu gestalten. Während Heilungsmöglichkeiten derzeit nicht in Sicht sind, gibt es spezifische Ansätze, um die Lebensqualität für Menschen mit Demenz zu erhalten und An-

gehörige bei der Alltagsbewältigung zu unterstützen. Was leisten Stiftungen zur Bewältigung und Erforschung von Demenz? Wie unterstützen sie Betroffene und Angehörige? Welche neuen Ansätze und Modelle haben sie entwickelt? Wie können sie zur Aufklärung beitragen, und in welchen Bereichen mit der Politik, medizinischen Einrichtungen, Wissenschaft und anderen Organisationen der Zivilgesellschaft kooperieren, um das Leben für Menschen mit Demenz lebenswert zu gestalten? Lesen Sie dazu in der nächsten Ausgabe der StiftungsWelt. Die nächste Ausgabe erscheint am 9. Juli 2013.

Die nächsten Ausgaben der StiftungsWelt werden sich im Schwerpunktteil folgenden Themen widmen: » 02-2013 (Erscheinen: 9. Juli): Demenz » 03-2013 (Erscheinen: 24. September): Stiftungskommunikation » 04-2013 (Erscheinen: 3. Dezember): Museen Wenn Sie Ideen und Themenvorschläge haben, freut sich das Redaktionsteam auf Ihre Anregungen. Bitte senden Sie uns dazu ein kurzes Exposé an benita.v.behr@stiftungen.org. Näheres unter: www.stiftungen. org/stiftungswelt. Pressemitteilungen senden Sie bitte an ­redakteure@stiftungen.org.

Hinweise Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung der Verfasser, nicht unbedingt die des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen wieder. Mitgliedern des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen wird die StiftungsWelt im Rahmen der Mitgliedschaft ohne besondere Bezugsgebühr zugestellt. Erscheinungstermin dieser Ausgabe: 26. März 2013. ISSN 1863-138X

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StiftungsWelt. Das Magazin des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen Herausgeber © 2013 Bundesverband Deutscher Stiftungen e.V. Haus Deutscher Stiftungen Mauerstraße 93 | 10117 Berlin Telefon (030) 89 79 47-0 | Fax -11 post@stiftungen.org · www.stiftungen.org www.stiftungen.org/verlag V. i. S. d. P.: Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär Chefredaktion: Benita von Behr (BvB) benita.v.behr@stiftungen.org Redaktion: Timon Pohl (PH), Marietta Grimm (GM), Katrin Kowark (KO) Bildredaktion: Benita von Behr, Timon Pohl Korrektorat: Nicole Woratz Verlag: Bundesverband Deutscher Stiftungen Erscheinungsweise: 4-mal jährlich Auflage dieser Ausgabe: 5.500 Exemplare Gestaltung, Satz: www.pacificografik.de E. Girardet, J. Tenhaeff, M. Lichtwarck-­ Aschoff, V. Eizenhöfer Druck: Oktoberdruck | 10245 Berlin Gedruckt auf Munken Pure (FSC Mixed Sources Zertifikat). Sowohl der Papier-Lieferant „arctic paper“ als auch Oktoberdruck bemühen sich darum, die hohen Umweltbelastungen des Druckvorgangs weitestmöglich zu reduzieren und haben das anspruchsvolle EMAS-Zertifikat erhalten. Bildnachweis: Soweit nicht anders angegeben, liegen die Bildrechte bei den im Beitrag genannten Stiftungen oder Personen. David Ausserhofer: 41 li.re.; 42 Mi.u., 89 o.; David Ausserhofer/Stiftung Mercator: 29; Boehringer Ingelheim GmbH: 40 Mi.u.li.; blende 11, Hamburg: 42 li.u.re.; Marc Darchinger: 35 re., 45 re., 54–55, 62; Deutsche Bank: 40 re.Mi. (beide); Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH/U. Otte: 35 o.; Rosel Eckstein/Pixelio.de: 90 u.; gezett: 47 li; Steffen Giersch: 59 (Foto mit 100); Göran Gnaudschun: 43; Alexandra Härtel: 40 li.; Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf/ Clemens Hess: 34; Nico Herzog für VolkswagenStiftung: 51 re.; Dirk Hourticolon: 40 Mi.o.; istock.com/BanksPhotos: 89; j-ro/Pixelio.de: S. 8–9 o.; Joost/Berenberg Bank: 45 li.; Thomas Langreder/S. Fischer Verlag: 15; Lupo/Pixelio.de: 9 u.; Nicolas Maack: 45 Mi.; Kevin Mertens: 46; Timon Pohl: 56; Laura-Helen Rüge: 49 Mi.; Robert Bosch Stiftung/Jürgen Altmann: 36; Dr. Tobias Robischon/Schader-Stiftung: 42 o.re.; Dieter Schütz/Pixelio.de: 90 o.; V. Steger/ Lindauer Nobelpreisträgertagungen: 51 Mi.; Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft/David Ausserhofer: 40 Mi.u.re; Jan Voth: 41 Mi.u.; Harald Wanetschka/Pixelio. de: 89 u.; Donata Wenders: 44 Mi.; Frank Wilde: 42 li.o.; WDR/Aug: 41 li.; WHU Otto Beisheim School of Management: 66; ­www. daisyloewl.de: 50 Mi.


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Kulinarisches Die halbe Welt in Freiburgs Küchen Zwei kommunale Stiftungen veröffentlichen ein internationales Kochbuch mit Rezepten ihrer Stipendiaten.

» » »   Die badische Küche gilt als eine der besten Deutschlands und hat einiges an Köstlichkeiten zu bieten. Das liebliche Klima des südwestlichen Zipfels unseres Landes verwöhnt Menschen wie Feldfrüchte, sorgt für reich gedeckte Tische und lädt zum Schwelgen und Genießen ein. Charakteristisch für die kulinarische Tradition Badens ist es, dass die Küche vielerlei Einflüsse aufnimmt und kombiniert – z.B. aus der nahegelegenen Schweiz und dem Elsass. Von dieser Offenheit und Neugier für die Köstlichkeiten anderer Landstriche zeugt auch ein kleines Kochbuch, das Stiftungsdirektor Lothar A. Böhler kürzlich für zwei Freiburger kommunale Stiftungen herausgegeben hat. Das Büchlein versammelt Rezepte aus 16 Ländern, die allesamt von Stipendiatinnen und Stipendiaten der Adelhausenstiftung und der Dr.Leo-Ricker-Stiftung beigesteuert wurden. Umgesetzt hat es die georgische Studentin Manana Baramidze, die 2010 Stipendiatin der Adelhausenstiftung war und die Koch- und Rezepte ihrer MitstipenBackrezepte diaten zusammengetravon Stipendiatinnen und Stipendiaten gen hat. „Gerne geben wir die kleine Sammlung an alle weiter, die mit uns zusammen die bunte Vielfalt der Küchen wie der Weitere Informationen Kulturen schätzen und www.stiftungsverwaltung-freiburg.de diese als persönliche

Küche frei! der Adelhausenstiftung und Dr.-Leo-Ricker-Stiftung Freiburg

und gesellschaftliche Bereicherung empfinden“, schreibt Böhler im Vorwort. In der Sammlung finden sich z.B. Rezepte für den Fleischtopf „Locro“ aus Argentinien, einen Rum-Rosinenkuchen aus Bulgarien, einen Kürbissalat aus Georgien, die traditionelle Feiertagsmahlzeit „Fesenjan“ aus dem Iran, den Eintopf „Poulet“ aus Kamerun und „Hering unter dem Mantel“ aus Russland. Mit einem Augenzwinkern zeigt sich der Austausch

der Kulturen über die Küchen in einem Rezept, das die palästinensische Studentin Fatimah Naji beigesteuert hat. Es ist ein Thai-Gericht und „das Einzige, was ich kochen BvB kann“.  « « «

Rezept:

„Pissni Holubzi“ – Kohlrouladen mit Pilzen aus der Ukraine von Oksana Petryshyn

Zutaten für 6 Personen 1 kg Weißkohl | Salz | 15 g Trockenpilze (z.B. Steinpilze) | 1 kleine Petersilienwurzel 1 Zwiebel | 2 EL Butter | 300 g gekochter Reis | Pfeffer

Für die Soße: 2 EL Butter | 25 g Mehl | 500 ml Pilzbrühe | 250 g saure Sahne | Salz und Pfeffer

Zubereitung Vom Weißkohl den Strunk entfernen und den Kohl ca. 10 min. in kochendem, leicht gesalzenen Wasser blanchieren, dann mit kaltem Wasser abspülen. Die Blätter abnehmen und dickere Adern herausschneiden. Trockenpilze ca. ½ Stunde in lauwarmem Wasser einweichen, die Petersilienwurzel im Einweichwasser garen, durch ein Sieb gießen und beides klein schneiden. Die Pilzbrühe ­beiseite stellen. Zwiebel in Butter anbraten, mit dem gekochten Reis, den zerkleinerten Pilzen und der geschnittenen Petersilienwurzel mischen, salzen und pfeffern. Je 3–4 EL der Pilz-Reismischung auf ein Kohlblatt geben und einwickeln. Für die Soße eine Mehlschwitze aus Butter, Mehl und Pilzbrühe zubereiten, anschließend die saure Sahne (einige EL abnehmen und aufheben) dazugeben. Die Kohlrouladen in einen Topf oder eine feuerfeste Form geben, die Soße darüber gießen und ca. 1 Stunde bei niedriger Hitze auf dem Herd oder im Ofen garen. Jede Kohlroulade mit einem Klecks saurer Sahne und einigen gegarten Pilzen ­servieren.


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Am 1. Oktober 2013 findet erstmals der Tag der Stiftungen statt. Gemeinn端tzige Stiftungen laden ein zu Aktionen und Veranstaltungen in ganz Deutschland. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen unterst端tzt die Teilnehmer u. a. mit kostenlosen Informationsmaterialien und Pressearbeit. F端r Mitgliedsstiftungen ist die Teilnahme kostenlos. Ihre Stiftung m旦chte sich ebenfalls beteiligen? Melden Sie sich an: www.tag-der-stiftungen.de


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StiftungsWelt 01-2013: Kurs auf Zukunft  

Das Gemeinwesen von morgen gestalten

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