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2013

FRIENDS OF THE EARTH GERMANY

Das BUND-Jahr in Hessen

BUNDaktiv


DER BUND HESSENWEIT AKTIV

DER BUND VOR ORT AKTIV

Vorwort

1

Biotop- und Landschaftspflege

2

Artenschutz

5

Stadtnatur

7

Exkursionen

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Angebote für Kinder und Familien

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Klimaschutz und Energie

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Widerstand gegen Landschaftszerstörung

15

Politik

17

Öffentlichkeitsarbeit und Kultur

18

Jubiläum

21

Artenschutz

22

Rhönschaf-Projekt

24

Wasser und Wald

25

BUNDjugend

26

Landesvorstand

30

Arbeitskreise

33

Landesgeschäftsstelle

34

BUND-Geschäftsstellen in Hessen

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Einnahmen und Ausgaben 2013

34

Mitglieder- und Fördererentwicklung

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Impressum

Texte: Julia Beltz, Werner Diederich, John Dippell, Simone Emanuel, Dr. Claudia von Eisenhart Rothe, Wolfgang Feiß, Sarah Friedrichsdorf, Peter Gwiasda, Jürgen Hutfiels, Dr. Katrin Jurisch, Hajo Kretz, Carolin Lotter, Andrea Malkmus, Brigitte Martin, Peter Paul, Friederike Schulze, Sarah Sekyra, Thorwald Ritter, Johanna Röschinger, Michael Rothkegel, Rudolf Schäfer, Elisabeth Schweikert, Klaus Stephan, Herwig Winter, Sabine Wolters, Marlis Zimmermann, Bernd Zürn Redaktion: Julia Beltz Titelfotos: BUND-Jugend Hessen, Simone Emanuel, Wolfgang Feiß, Dr. Katrin Jurisch, Hannelore Louis/pixelio.de, Steffi Schneider, Klaus Stephan, Ralf Zierold/pixelio.de Layout: Julia Beltz Druck: mt Druck, Neu-Isenburg, gedruckt auf 100 % Recyclingpapier BUND Hessen e. V., Frankfurt am Main, im März 2014


Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser,

Jörg Nitsch Vorstandssprecher

im BUND-Jahr 2013 haben die vielen Aktiven in den Orts- und Kreisverbänden des BUND Hessen Bewährtes weitergeführt, aber auch neue Themen aufgegriffen. Als Beispiel für das Bewährte sei hier bespielhaft genannt, dass der Ortsverband Flörsheim sein nunmehr 30-jähriges Bestehen feiern konnte und dass der Ortsverband Frankfurt-West bereits zum 17. Mal mit seinem Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Höchst vertreten war.

Herwig Winter Vorstandssprecher

Michael Rothkegel Geschäftsführer

Als neueres Thema hat sich im BUND Hessen in den vergangenen Jahren das Engagement für eine vielfältige Stadtnatur etabliert. Mittlerweile gibt es hierzu vielerorts die unterschiedlichsten Projekte. So legen BUND-Gruppen in Darmstadt und Frankfurt artenreiche Blühflächen in der Innenstadt an, um auch hier den Wildbienen und Hummeln Nektarpflanzen anzubieten. Der BUND Gießen setzt dafür sogar eine eigene Samenmischung mit regionalem Saatgut ein. Der Ortsverband Seeheim-Jugenheim hat gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Schülern einen ganzen Schulgarten naturnah umgestaltet - damit Kinder Biodiversität auch im Schulalltag erleben können. Unterstützt werden die lokalen Aktivitäten seit diesem Jahr durch den neu gegründeten Landesarbeitskreis Stadtnatur. Und natürlich waren Ehrenamtliche des BUND auch wieder aktiv beim Artenschutz und in der Biotoppflege. In Flörsheim wurden Lerchenfenster angelegt, im Kreis Waldeck-Frankenberg entstand eine Schmetterlingswiese, in Bad Vilbel wurde eine Eichenallee gepflanzt. Neben der praktische Naturschutzarbeit, der Organisation von Veranstaltungen, Exkursionen und naturpädagogischen Angeboten engagierten sich BUND-Gruppen erfolgreich gegen landschaftszerstörende Bauvorhaben und konnten zum Beispiel in Oberursel die Vernichtung eines Auwaldgebietes und in Hofheim-Wallau die Versiegelung wertvoller Grünflächen durch eine Möbelmarkterweiterung verhindern. Machen Sie sich selbst ein Bild von diesen und zahlreichen weiteren hessischen BUND-Aktivitäten. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre unseres Jahresberichtes 2013. Jörg Nitsch und Herwig Winter Vorstandssprecher

Michael Rothkegel Geschäftsführer

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Fotos: Klaus Stephan

DER BUND VOR ORT AKTIV

Biotop- und Landschaftspflege

Springkraut am Eppsteiner Bergmann-Michel-Weg (links) und Abtransport der entfernten Pflanzen (rechts).

Bekämpfung des Indischen Springkrauts Beim BUND Eppstein war der tatkräftige Einsatz gegen das Indische Springkraut im Jahr 2013 ein Aktionsschwerpunkt. Diese Pflanze gehört zu den so genannten Neophyten. Die Aktiven entfernten entlang des Bergmann-Michel-Weges (Radweg entlang des Schwarzbaches) große Bestände dieses lästigen Einwanderers. Bereits Mitte Juni wurde mit dem Herausreißen begonnen. Dies ging recht einfach und schonte andere noch im Bestand stehende Pflanzen. In verschiedenen Einsätzen über vier Wochen hinweg, konnten durch den unermüdlichen Einsatz von etwa 20 Helfern die meisten Springkrautpflanzen entfernt werden. Nur wenige Springkräuter kamen im August zur Blüte. Auch diese wurden dann bekämpft, so dass der unmittelbare Sameneintrag auf die Flächen nahezu verhindert werden konnte. Im September erfolgte eine abschließende Aussaat heimischer Pflanzen, zum Teil wurden auch Stauden gesetzt, um die ökologische Vielfalt des Standortes zu erhöhen.

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Diese Pflegemaßnahme hat dem BUND Eppstein wertvolle Erfahrungen und viel positiven Zuspruch von Spaziergängern verschafft.

Bei der Aktion in 2013 sind drei große Wagenladungen angefallen, die zu zwei Dritteln abgefahren wurden. Eine Ladung verblieb auf der Fläche.

In den kommenden Jahren soll die Aktion fortgesetzt und ausgeweitet werden. Zunächst bleibt abzuwarten, wie viele Pflanzen im nächsten Jahr auf den bearbeiteten Flächen erneut austreiben. Wenn sich dies in Grenzen hält, werden weitere Flächen in Angriff genommen. Die größte Schwierigkeit besteht hierbei in der Entsorgung der tonnenschweren Pflanzen. Hier ist der BUND Eppstein noch auf der Suche nach einer praktikablen Lösung.

Auch wenn den BUND-Aktiven aus Eppstein bewusst ist, dass es mittlerweile riesige, zum Teil schwer zugängliche Flächen mit Springkrautbewuchs gibt, hat die letztjährige Erfahrung Mut gemacht, der Neophyten-Invasion künftig noch mehr Einhalt zu gebieten. BUND OV Eppstein Klaus Stephan stephan.eppstein@web.de www.bund-eppstein.de

Neophyten Als Neophyten bezeichnet man gebietsfremde Pflanzen und meint damit meistens Arten, die nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 eingeschleppt wurden. Ökologische Probleme bereiten invasive Neophyten, die die einheimische Flora verdrängen, wie z.B. Indisches (Drüsiges) Springkraut, Riesen-Bärenklau oder Japanischer Staudenknöterich. Ausführliche Informationen zu Neophyten und Neozoen (gebietsfremde Tierarten) findet man auf der Homepage des Bundesamtes für Naturschutz (BFN). http://bfn.de/0302_neobiota.html

Fotos v.l.n.r.: Günther Schad/pixelio.de, uschi dreiucker/pixelio.de, Wikimedia Commons

Ortsverband Eppstein


BUND-Streuobstwiese wird Naturschutzgebiet Das Naturschutzgebiet (NSG) „Fuchswiese“ in der Nähe des Ober-Beerbacher Ortsteils Stettbach wurde im Oktober 2010 ausgewiesen. Sachkundige Aktive des BUND SeeheimJugenheim hatten bei einer Kartierung des Stettbacher Tals bereits in den Vegetationsperioden 2007 und 2008 das floristische Inventar und verschiedene Tiergruppen, die an bestimmte Biotope gebunden sind, erfasst. Dabei wurden auch der Große Wiesenknopf, der Wiesenknopf-Ameisenbläuling und die Trockenrasenknotenameise entdeckt, die in ihrer seltenen Kombination ausschlaggebend für die Unterschutzstellung dieses Gebiets waren.

Am 23. Oktober 2013 wurde das vergrößerte Schutzgebiet der Öffentlichkeit vorgestellt und der BUND organisierte eine kleine Einweihungsfeier mit dem Kreisbeigeordneten des Landkreises Darmstadt-Dieburg Christel Fleischmann, den Vertretern der UNB Dr. Thomas Fischbach und Dr. Michael Stroh sowie vielen Mitgliedern und Freunden. Auch 150 Schafe mit ihrem Herrchen Christoph Massoth waren dabei. Der strömende Regen schmälerte weder die Freude an der Unterschutzstellung der Wiese noch den Genuß des Safts, natürlich hergestellt aus vor Ort geernteten Äpfeln. Unter Regenschirmen wurden viele fachliche Gespräche geführt. BUND OV Seeheim-Jugenheim Wolfgang Feiß Tel. 06257/8 61 25 info@bund-seeheim-jugenheim.de www.bund-seeheim-jugenheim.de

Pflege der Bickenbacher Flugsanddüne Der BUND Seeheim-Jugenheim betreut seit 1990 die Bickenbacher Flugsanddüne, ein wertvolles Naturschutzgebiet an der Bergstraße zwischen Odenwald und Ried. Der karge Sandboden bietet einen besonderen Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere. Die bereits langjährig manuell durchgeführten Pflegemaßnahmen ergänzen eine extensive Schafbeweidung, um die Fläche vom Bewuchs mit Liguster, Mahonie, Weißdorn, Flieder und Brombeere freizuhalten. Um die durch den allgegenwärtigen Luftstickstoffeintrag begünstigte Verbuschung wirksam zu bekämpfen, fand am 12. und 13. Oktober 2013 ein Maschineneinsatz per Radlader statt. Von einer 500 m² großen Fläche wurden ca. 80 m³ humusreiches Material bis auf den darunter liegenden Dünensand entfernt, um den Boden auszumagern. Wie schon so oft, wurde der BUND dabei vom örtlichen NABU hervorragend unterstützt. Manuelle Nachbehandlungen werden aber weiterhin unverzichtbar bleiben.

Fotos: Steffi Schneider (links), Wolfgang Feiß (rechts)

2013 dann erweiterte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) das NSG auf eine Größe von knapp fünf Hektar, damit war auch die Streuobstwiese des Ortsverbands Bestandteil des Schutzgebiets. Die seit 20 Jahren ausgeführte Unter-

haltung durch den BUND erfüllte alle fachlichen Anforderungen an die Pflege. Die Naturschutzbehörde hatte deshalb keine Bedenken, das Grundstück im BUND-Besitz zu belassen.

DER BUND VOR ORT AKTIV

Ortsverband Seeheim-Jugenheim

Links v.l.n.r.: Wolfgang Feiß (BUND), Christoph Massoth (Schafhalter), Helga Feiß (BUND), Dr. Stroh, Dr. Fischbach (beide UNB Landkreis Darmstadt-Dieburg) bei der NSG-Einweihung. Rechts: Dünenpflege - der Radladereinsatz ergänzt wirkungsvoll die mühsame Handarbeit wie z.B. beim Entfernen von Fliederpflanzen.

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Ortsverband Bad Vilbel

Neue Eichenallee am renaturierten Erlenbach Nach dem sich der BUND Bad Vilbel jahrelang dafür eingesetzt hatte, wurde in 2011 nach langer Planungsphase der Erlenbach in der Ortslage von Bad Vilbel/St. Massenheim naturnah umgebaut. Vor der Renaturierungsmaßnahme war der Bachlauf von Hybridpappeln gesäumt. Für den Umbau mussten im Vorfeld zahlreiche (meist nicht heimische) Bäume entnommen werden, da die städtische Grünanlage tiefer gelegt und im Rahmen der mit dem Renaturierungsprojekt verbundenen Hochwasserschutzmaßnahmen als Retentionsraum genutzt werden sollte. Die BUND Ortsgruppe hatte zugesagt, sich für die Neupflanzung von heimischen und standortgerechten Bäumen einzusetzen und so wurde im Frühjahr 2012 in ehrenamtlicher Arbeit die Pflanzung von 15 Stileichen (Quercus robur) entlang der neuen Hangkante begonnen und 2013 mit einer Nachpflanzung fortgeführt. Die Bäume hatte die Stadt Bad Vilbel zur Verfügung gestellt.

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Bewusst wurde ein weiter Abstand von rund 20 Metern der Bäume zueinander eingehalten, damit sich die Eichen in den kommenden Jahrzehnten und Jahrhunderten gemäß ihrem Habitus als Baumpersönlichkeiten entwickeln können. Die ca. 10 Jahre alten Jungbäume tragen mit ihren über vier Metern Höhe bereits jetzt zur ästhetischen Landschaftsgestaltung bei, auch wenn es noch einige Jahrzehnte dauern wird, bis ihre große Baumkronen neben zahllosen Insekten auch Fledermäusen und Vögel als Heimat dienen werden. Die Eichen an der Hangkante stellen eine natürliche Hartholzaue dar, während sich die Weichholzaue unmittelbar am Bachlauf über Naturverjüngung (angeschwemmter Samen) von selbst entwickelt. Im Jahr 2014 wird der BUND Bad Vilbel zur weiteren ökologischen Aufwertung der Bachaue noch einige heimische Gehölze an der Hangkante pflanzen.

Kreisverband Wiesbaden

Nachpflanzung von Obstbäumen Im Januar 2013 unterzeichnete der BUND Wiesbaden den Pachtvertrag für eine 2.330 m² große Streuobstwiese im Ortsteil Breckenheim. Die dortigen Obstwiesen zeichnen sich durch besonders viele Birnen- und Pflaumenbäume aus. Auch auf der BUND-Wiese steht neben einigen alten und pflegebedürtigen Apfelbäumen eine große Birne. Mittlerweile wurden hier und auf dem Nachbargrundstück insgesamt 28 Hochstämme nachgepflanzt: zwei Speierlinge, diverse Apfelsorten wie Purpurroter Cousinot, Riesenboiken und Roter Eiserapfel, Geisenheimer Spätzwetschge und Zwetschge Anna Späth. Die Birnen sind mit Madame Verte, Gräfin von Paris, Claps Liebling, Frühe von Revoux, Claps Flaschenbirne und Pastorenbirne vertreten. Damit setzt der BUND die langjährige Tradition des Birnenanbaus im Breckenheimer Gebiet „Scheuerling“ fort - in unmittelbarer Nachbarschaft zu 110 Jungbäumen auf dem Grundstück des Birnensortengartenvereins.

BUND OV Bad Vilbel Peter Paul Tel. 06101/54 10 17 peterpaulbv@gmx.de

Foto: Dieter Deul

DER BUND VOR ORT AKTIV

Biotop– und Landschaftspflege

BUND KV Wiesbaden karsten.sporleder@bund-wiesbaden.de www.bund-wiesbaden.de www.birnensorten.org


DER BUND VOR ORT AKTIV

Artenschutz

Kreisverband Waldeck-Frankenberg

BUND-Schmetterlingswiese bei Viermünden

Fotos: Jürgen Hutfiels

Unweit von Frankenberg konnte der BUND in den vergangenen Jahren zwei Grundstücke kaufen und aus monotonen Äckern wahre Schmetterlingsparadiese mit einem Mosaik aus verschiedenen Überlebensinseln für seltene Arten machen. So wurden beispielweise Drainagen entfernt, um ein Feuchtbiotop zu entwickeln. Mit dem Pächter konnte vereinbart werden, dass keine Düngung stattfindet und dass der Mahdtermin auf die Falter abgestimmt wird.

Friedhofsvasen als Todesfallen für Amphibien ausgemacht Es war reiner Zufall – Simon, ein Rockenberger BUND-Mitglied, war dabei, das Grab seines Vaters zu pflegen, als er beim Ausleeren der in der Grabeinfassung eingelassenen nahezu ebenerdigen Blumenvase mehrere Kröten entdeckte. Diese waren wohl in den letzten Wochen über das Grab gehüpft, in die Öffnung der Vase gefallen und sind nicht mehr heraus gekommen. Vier Tiere waren bereits tot, drei überlebten. Besonders tragisch ist in diesem Fall, dass es sich um Wechselkröten handelte, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz als gefährdete Tierart streng geschützt sind. Bei einem Rundgang über den Friedhof wurden viele weitere Grabstellen mit eingelassenen Vasen gefunden. Die BUND-Gruppe erörterte das Thema zunächst mit dem Amphibienbeauftragten des Wetteraukreises, um das unsinnige Sterben der Tiere in Vasen auf Friedhöfen zu verhindern. Die Naturschützer plädieren dafür, dass Steinmetzbetriebe keine Gräber mit eingelassenen Vasen mehr anbieten. Städte und Gemeinden sollten – auch überregional – in ihren Friedhofssatzungen entsprechende Vorkehrungen treffen.

Der BUND-Wetterau bittet alle Naturund Tierfreunde, beim Gang über Friedhöfe auf derartige Vasen oder sonstige tiefe glatte Kuhlen zu achten. Sie stellen nicht nur Todesfallen für Amphibien, sondern auch für Kleinsäuger, Eidechsen sowie Käfer und andere Insekten dar. Um zu verhindern, dass Tiere zu Schaden kommen, sollten die Vase am besten mit einem passenden Deckel oder Gefäß verschlossen werden, behelfsweise können Zweige als Ausstiegshilfe hineingestellt werden. Ein kleiner Hinweiszettel an die Grabpflegenden ist empfehlenswert. BUND KV Wetterau Jürgen Hutfiels Tel. 06033/97 0710 juergen.hutfiels@t-online.de www.bund.net/wetteraukreis

BUND KV Waldeck-Frankenberg Rudolf Schäfer Tel./Fax: 06451/2 30 41 50 rudolf.schaefer@bund.net www.bund-waldeck-frankenberg.de

Wechselkröten - gefangen in einer Friedhofsvase

Gammaeule auf einer Wiesenflockenblume

Foto: Rudolf Schäfer

Kreisverband Wetterau

In den Sommermonaten 2013 war der Schmetterlingsexperte Andreas Lange dort im Auftrag des BUND Hessen unterwegs. Er fand bei seinen Begehungen viele verschiedene Arten, darunter auch solche, die auf der Roten Liste Deutschlands und Hessens geführt werden und in ihrem Bestand gefährdet sind. Dazu zählen zum Beispiel das Gemeine Grünwidderchen (Adscita statices), der Dukaten-Feuerfalter (Lycaena virgaureae), der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melithaea athalia) und der RundaugenMohrenfalter (Erebia medusa). Die Kartierung ist zum einen wichtig, um den Artbestand der Schmetterlingsfauna zu erfassen und zum anderen, um die Entwicklung der Wiesen in den nächsten Jahren zu dokumentieren.

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Foto: Bernd Zürn (links), Ralf Zierold/pixelio.de (rechts)

DER BUND VOR ORT AKTIV

Artenschutz

Ortsverband Usingen-Neu-Anspach

Lerchenfenster als Hilfe

Ortsverband Darmstadt

für bedrohte Bodenbrüter

Neuer Eingang fürs Hornissennest

Der Bestand an Feldlerchen, die zu den Sperlingsvögeln gehören, ist in den letzten Jahren alarmierend zurückgegangen – allein seit 1980 um rund 42 Prozent. Im Jahr 2007 kam die Art erstmals auf die sogenannte „Rote Liste“ der gefährdeten Tierarten. Hauptursache hierfür ist die intensive Landwirtschaft. Auf immer größeren Äckern werden hochwachsende Früchte wie Getreide und Mais angebaut. Dadurch wachsen die Bodennester der Lerchen zu. Sie können dann von den Elterntieren nicht mehr angeflogen werden. Folge: Die Jungen verhungern. Außerdem werden die Bodenbrüter durch frei laufende Hunde gefährdet. Abhilfe können sogenannte „Lerchenfenster“ in Getreidefeldern schaffen, das sind ca. 20 Quadratmeter große getreidefreie Flächen – ideale Brutplätze für Feldlerchen. Solche Fenster hat Peter Traiser, Landwirt und BUND-Mitglied in Flörsheim, auf seinen Feldern angelegt. Nun sind Landwirt und BUND-Gruppe gespannt darauf, ob die Lerchen die Fenster annehmen. „Mein Ernteausfall beträgt nur 0,4 Prozent“, meint Peter Traiser. „Das kann ich verschmerzen, zumal ich damit etwas Gutes für unsere Umwelt tue“.

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BUND OV Flörsheim Bernd Zürn Tel. 06145/3 26 66, bernd.zuern@gmx.net www.vorort.bund.net/floersheim

Im Neu-Anspacher Ortsteil Westerfeld wuchs 2013 ein Hornissennest in der Gartenhütte einer älteren Dame allmählich heran. Die Tochter, die ihrer Mutter bei der Gartenarbeit zur Hand ging, entdeckte es im August und informierte umgehend den BUND Ortsverband. Die beiden Damen wussten um die Nützlichkeit dieser Tiere, wollten sich aber nicht der Gefahr aussetzen, gestochen zu werden, da das Nest direkt über dem Türsturz der Gerätehütte saß. Die Untere Naturschutzbehörde wurde eingeschaltet und war nach einer Inspektion damit einverstanden, das Nest durch einen Sachverständigen umzusiedeln. Daraufhin wurde die BUND-WespenSachverständige Brigitte Martin aus Darmstadt gebeten, sich der Sache anzunehmen. Brigitte Martin und ihr Mann kamen am 6. August mit allerlei nützlichen Utensilien bei schönstem Wetter in Westerfeld an. Sofort war klar: Es würde ausreichen, den Nesteingang zu verlegen, dann könnten die Hornissen an Ort und Stelle bleiben. In Schutzkleidung holte Brigitte Martin zuerst alle Gartengeräte aus der Hütte. Danach richtete sie den Hornissen einen neuen Zugang ein und ummantelte das Nest mit Insektenschutzgitter, so dass die Tiere nicht mehr in der Gartenhütte umherfliegen konnten. Anschließend

BUND OV Usingen-Neu-Anspach Friederike Schulze Tel. 06081/1 64 75, fus.fritzi@t-online.de www.bund-hochtaunus.de darmstadt.bund.net > Themen und Projekte > Natur- und Artenschutz > Wespen und Hornissen

Fotos: Friederike Schulze

Ortsverband Flörsheim

begann die schwierige Phase der Gewöhnung der Hornissen an den neuen Eingang. Der neue Zugang zum Nest wurde mit Nahrung als Lockstoff vorbereitet, anschließend wurden die Hornissen eingefangen und vor dem ungewohnten Eingang wieder ausgesetzt. Dabei zeigte sich, dass die Hornissen – anders als andere Wespenarten – nicht so schnell umzugewöhnen waren. Letztendlich hatten aber doch etliche Tiere den neuen Eingang akzeptiert. Die Aufmerksamkeit der Gartenbesitzerin und die Zusammenarbeit zwischen den Ortsverbänden Darmstadt und Usingen-Neu-Anspach ermöglichte ein friedliches Miteinander von Hornissen und Gartenbenutzern, so dass eine Umsiedlung mit dem damit verbundenen Ortswechsel vermieden werden konnte.


Ortsverband Darmstadt

3.000 Blumenzwiebeln für die Fußgängerzone Während fünf Nachmittagen pflanzten freiwillige Helferinnen und Helfer des BUND in rund einhundert Arbeitsstunden mehr als dreitausend Blumenzwiebeln und -knollen in den erhöhten Baumscheiben der Wilhelminenstraße in Darmstadt. Ausgesucht wurden Wildarten, die den frühen Hummelköniginnen und (Wild-)Bienen Pollen und Nektar spenden. Im Frühjahr kommen noch einige niedrig bleibende Bodendeckerstauden hinzu. Der BUND hofft, dass in Darmstadt, wie in vielen anderen Städten und Gemeinden auch, Wildblumen in Grünflächen und Parks sowie im Straßenbegleitgrün blühen. Überall gibt es Ecken, die wenig genutzt werden. Dort kann aus kurzem Vielschnittrasen eine bunte Wiese für Schmetterlinge werden. Darüberhinaus können viele städtische Brachflächen für Jung und Alt zu einem Erlebnisraum auf Zeit werden.

Kooperation mit Wohnungsunternehmen Seit Ende 2011 besteht eine Kooperation des BUND Darmstadt mit dem größten Vermieter Südhessens, der bauverein AG. Blumenwiesen statt Einheitsgrün, blühende und fruchttragende Hecken zu schaffen als Lebensgrundlagen für Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel, Fledermäuse und Co. sind die Ziele für den BUND Darmstadt. Auch Balkone und

Mietergärten können zu sozialen und ökologischen Zielen beitragen. Stehen (energetische) Sanierungen von Häusern an, werden Nistkästen beispielsweise für Mauersegler über das ohnehin stehende Gerüst angebracht. Fassadengrün und Gründächer mildern die Folgen des Klimawandels in der Stadt und/oder werten Flächen für Vögel auf. Von den zunächst einhundert im Frühjahr 2012 durch BUND-Mitglieder angebrachten Nistkästen für Meisen und Fledermäuse, Baumläufer, Rotschwänzchen und Mauersegler waren über die Hälfte sofort auch mehrmals besetzt. Eine Samenmischung von Appels Wilde Samen mit Klatschmohn, Kornblumen, Färberhundskamille, Heidenelke, Staudenlein, Hornklee, Dost und Braunelle bietet seit 2013 Schmetterlingen und Hummeln auf mehreren Flächen Nahrung an. Hinweisschilder erläutern, was auf den „wilden“ Flächen geschieht. Beraten hatte der BUND auch bei der Neuanlage einer rund 300 Meter langen Vorgartenhecke. Dort blühen jetzt im Frühjahr gelbe Kornelkirschen, rosarote Zierquitten, dunkelrote Blutjohannisbeeren, gelbe Mahonien sowie Europäische Pfaffenhütchen und Berberitzen, bald ergänzt durch Blumenzwiebeln.

DER BUND VOR ORT AKTIV

Fotos: Roman Grösser (links), bauverein AG/Maren Cornils (rechts)

Stadtnatur

Verschiedene Beerengehölze, ein Apfelund ein Zwetschgenbaum, eine Kornelkirsche, allerlei Kräuter wie Zitronenmelisse, Salbei und Pfefferminze sowie Erdbeeren, Blumen und jede Menge Gemüse – das alles wächst seit April 2013 im neuen Schulgarten einer Grundschule in Darmstadt-Kranichstein. Der BUND unterstützte die engagierten Lehrerinnen und Schüler mit Workshop und tatkräftiger Hilfe. Neben gemeinsamen Veranstaltungen zu energetischer Sanierung und Neubau, der weiteren Umwandlung ausgesuchter Freiflächen und Fassaden sowie der Beratung laufen u. a. Überlegungen zur Umgestaltung einer Spielfläche und zur Grünsanierung eines Wohngebietes gemeinsam mit den Bewohnern. Einige grasige Vorgärten und unwirtliche Hinterhöfe wurden durch Mieter schon in Staudengärtchen, teilweise mit Gemüse, umgewandelt. Gehölzpflanzungen müssen zuvor abgesprochen werden. Für Stauden und eventuelle Austauscherde trägt die bauverein AG die Kosten.

BUND OV Darmstadt bund.darmstadt@bund.net www.bund-darmstadt.de > Themen und Projekte > Stadtnatur in Darmstadt

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Stadtnatur

Fotos: Wolfgang Feiß

DER BUND VOR ORT AKTIV

Mitwirkung möglichst vieler Schulkinder und Eltern wurde von Anfang an großer Wert gelegt. Die Schülerinnen und Schüler hatten viel Spaß an der praktischen Arbeit: Am Wochenende in der Schule sein und in der Erde buddeln – das hat was! Deshalb rechnet der BUND auch mit einem dauerhaften Erhalt des Gartens und hofft, dass der Naturschutzgedanke von den Kindern weitergetragen und lebenslang beherzigt wird. Eine Schüler-Garten-AG wurde bereits gegründet.

Ortsverband Seeheim-Jugenheim

Schulgarten naturnah umgestaltet Das Freigelände der Schule am Hinkelstein wurde unter Leitung des BUND Ortsverbandes Seeheim-Jugenheim im Zeitraum vom 23. Februar bis 7. Juni 2013 in etwa 720 Arbeitsstunden von Freiwilligen umgestaltet. Einhundert Tonnen Material wurden bewegt für die Neuanlage eines Schulteiches, eines Amphitheaters, eines Barfußpfads und für viele kleine Biotope wie Totholzhaufen, Spaliere für Obst und Kletterpflanzen, Naschgarten, Wildwiese und Hecken. 300 gepflanzte Gehölze bieten Vögeln, Kleinsäugern und Insekten Lebensraum. Planung und Ausführung konzipierte der BUND gemeinsam mit dem Lehrerinnen-Kollegium und der Gemeinde. Darüberhinaus kümmerte er sich um die Finanzierung der Herstellungskosten von 11.000 Euro durch Sponsoren. Natürlich waren die BUND-Aktiven auch bei der praktischen Ausführung im Einsatz, gemeinsam mit der örtlichen NABU-Gruppe, mit Schülern, Lehrern und Eltern und unterstützt vom Bürgermeister sowie dem kommunalen Betriebshof.

BUND OV Seeheim-Jugenheim Wolfgang Feiß Tel. 06257/8 61 25 info@bund-seeheim-jugenheim.de www.bund-seeheim-jugenheim.de

Die Einzelprojekte wurden in mehreren Wochenendeinsätzen jeweils mit bis zu 20 Personen umgesetzt. So wurde ein 60 m² großer Folienteich mit Flachwasser- und Sumpfzonen, Pflanzen und großen Kieseln angelegt. Diverse einheimische Sträucher als Bienen- und Schmetterlingsweide, eine Wildrosenhecke mit Duft und Hagebutten, eine Vogelnährhecke, eine Blütensträucherhecke, eine Wildfruchthecke und dekorative Pflanzen wurden am Freilichttheater gepflanzt. Am äußeren Grundstücksrand halten dornenreiche Büsche potenzielle Eindringlinge ab, innen stehen weiche Gehölze ohne Verletzungsgefahr für Schulkinder. Vorhandene Obstbäume wurden geschnitten und haben es durch üppige Erträge gedankt. Eine Rundsitzgruppe erhielt ein Spalier für Kletterpflanzen. Die größte Herausforderung stellte der Bau des Freilichttheaters dar. Die Vertiefung für die Spielbühne und die untere Sitzreihe wurden mit dem Bagger ausgehoben. Für die Sitzreihen wurden Beton-U-Steine auf gut verdichtete Kiesunterlagen gesetzt und die Gangreihen mit Splitt aufgefüllt, bevor die Sitze aus Recyclingmaterial aufgeschraubt werden konnten. Das neue Amphitheater bietet Platz für 70 Zuschauer in drei Halbrund-Reihen.

Oben: Anfüllen der Böschung des Amphitheaters mit Pflanzerde.

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Der neue Schulgarten ist pflegeleicht – dafür wurde ein höherer Aufwand beim Anlegen in Kauf genommen. Auf die

Mitte: Nach dem Auslegen der Folie füllt die Freiwillige Feuerwehr Alsbach-Hähnlein den Teich. Unten: Kletterpflanzen-Spalier an der Sitzgruppe.


DER BUND VOR ORT AKTIV

Kreisverband Gießen

„Gießener Samentüte“ für 5.000 m2 Blühflächen

Die Samentüte enthält 40 Kräuter und drei Grasarten, die Menge reicht aus für ca. 5 m² Aussaatfläche, eine leicht verständliche Aussaatanleitung ist beigefügt. Die Samenmischung konzipierte der örtliche Anbau- und Vermehrungsbetrieb „Wildsaaten“, der über große Erfahrung bei der Anlage von Blühflächen aus heimischen Pflanzenarten verfügt. Da die enthaltenen Arten ein möglichst breites Standortspektrum abdecken und gleichzeitig auch schön aussehen sollten, entschied sich der BUND Gießen für die Mischung „Wildbienen- und Insektensaum für Siedlungslagen“ der Wildsaaten GbR. Die Gestaltung der Samentüte übernahmen „Gärtnerpflichten“ unter Verwendung einer Zeichnung von Karin Bergdolt. Die Samenmischung wurde zunächst in einer Auflage von 500 Stück von der Rieger-Hofmann GmbH abgefüllt. Bezuschusst von der Stadt Gießen, konnte die Tüte für einen Euro pro Stück an gut erreichbaren Orten wie Stadtbüro, Touristeninformation und Gießkannenmuseum verkauft werden. Der BUND vertrieb die Tüte bei Veranstaltungen und an Infoständen. Die erste Auflage war so gefragt, dass innerhalb einer Woche weitere 500 Tüten nachgeliefert werden mussten.

Fotos: Andrea Malkmus (oben) Jörg Wagner/Gärtnerpflichten (unten)

Die BUND Kreisgruppe in Gießen setzt sich dafür ein, Blühflächen in der Stadt nicht nur bunt und pflegeleicht zu gestalten, sondern möglichst heimische Pflanzenarten zu verwenden und auf regionales Saatgut zurückzugreifen. In Zusammenarbeit mit Bürgern, Gartenamt Gießen und der Künstlergruppe „Gärtnerpflichten“, die für die Landesgartenschau GmbH die Durchführung von Auftaktveranstaltungen für die Landesgartenschau 2014 übernimmt, wurde daher die Idee einer eigenen „Giessener Samentüte“ für jedermann mit regionalem heimischem Saatgut von Wildpflanzen entwickelt.

Innerstädtische Beispielfläche - vor und nach der Aussaat der „Gießener Samentüte“

Um die Samenmischung weiter zu propagieren, stellte das Gartenamt Gießen den BUND-Aktiven im Frühjahr 2013 eine ca. 60 m² große Fläche vor der Kongresshalle und der Touristinformation (Stadtmitte) zur Verfügung. Am 21. Mai wurde dort in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion gemeinsam mit der Gruppe Gärtnerpflichten das Beispielbeet eingesät. Die WildsaatenMischung entwickelte sich schnell, zunächst zeigten sich Kresse, Klatschmohn und Kornblume, danach kamen wuchskräftigere Arten zum Zug wie Sonnenblume und Boretsch, Taglichtnelke und Moschusmalve. Auf dem nährstoffreichen Boden entwickelte sich allerdings bald eine unerwünschte Konkurrenz durch z. B. Franzosenkraut, Kanadischem Katzenschweif und Gänsefuß. Die Fläche verlor rasch an Buntheit, auch weil die mehrjährigen Stauden im ersten Jahr noch nicht blühten. Arten, die gemeinhin als „Unkraut“ deklariert werden, gewannen die Oberhand. Der BUND Gießen führte daher im September einen sogenannten Schröpfschnitt durch, um übermäßigen Massenaufwuchs zurückzudrängen und die Entwicklung der Stauden aus der Ansaatmischung zu fördern.

Zweifel an der grundsätzlichen Eignung der ausgewählten Beispielfläche kamen darüberhinaus auf, als die Umweltschützer mit heftiger Kritik an der „pietätlosen“ Gestaltung der Fläche, auf der ein Gedenkstein an die Holocaustopfer und die zerstörte Synagoge in Gießen erinnert, konfrontiert wurden. Dennoch hält das Gartenamt weiterhin an dieser Fläche für die Beispieleinsaat fest und möchte die Entwicklung im nächsten Jahr abwarten. Die Gießener Erfahrungen zeigen aber, wie wichtig die sorgfältige Auswahl geeigneter Flächen ist. Von der „Gießener Samentüte“ wurden inzwischen beachtliche 1.000 Stück verkauft. Die Gießener BUND-Gruppe hofft auf die Entwicklung von 5.000 m² naturnaher und heimischer Blühflächen überall in der Stadt und darauf, dass die Gießener Bürger auch weiterhin neugierig und aufgeschlossen gegenüber dem Thema Stadtnatur bleiben. Die Besucher der Landesgartenschau 2014 sollen die Stadt Gießen als artenreiche und vielfältige Kommune kennen lernen. BUND KV Gießen Andrea Malkmus amalkmus@bund-giessen.de info@bund-giessen.de www.bund-giessen.de

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Kreisverband Frankfurt

Mehr Artenvielfalt in städtischen Grünflächen Zwei erfolgversprechende Maßnahmen zur Erhöhung der Artenvielfalt auf städtischen Grünflächen wurden in Frankfurt durchgeführt. Neu-Ansaat einer Blumenwiese mit regionalem Heudrusch Alles begann im nassen Spätsommer 2010: Joe Engelhardt, Deutschlands Heudrusch-Guru aus dem tiefsten Niederbayern wartet auf Heuernte-Wetter. Dann ist es soweit, einer der wenigen trockenen Tage im August 2010 fällt ausgerechnet auf ein Wochenende. Die Heuernte auf mehreren sogenannten Spenderflächen in Frankfurt-Schwanheim kann also doch noch planmäßig erfolgen. Mehrere 1.000 Quadratmeter artenreiche Mager-Wiesen werden in Frankfurt-Schwanheim abgeerntet. Abgesehen hat es Joe Engelhardt auf die Samen, aber erst zu Hause in Niederbayern wird das Heu fachgerecht gedroschen, um die Samen zu gewinnen. Fertig ist der Heudrusch! Mit Hilfe von Heudrusch, so erläutert Joe Engelhardt auf seiner Homepage www.engelhardt-oekologie.de, können innerhalb kürzester Zeit hochwertigste Lebensräume entstehen, mit Pflanzengemeinschaften, die seit Jahrhunderten an Boden und Klima angepasst sind. Die floristische Identität der Region und deren biologische und genetische Vielfalt bleiben bewahrt. Florenverfälschungen sind ausgeschlossen.

Grasnelken in der „Heudrusch-Wiese“

Fotos: John Dippell

DER BUND VOR ORT AKTIV

Stadtnatur

Echte Schlüsselblume, zwei Jahre nach Initialpflanzung (oben) und zehn Jahre nach Initialpflanzung und richtiger Pflege (unten).

Zurück ins Rhein-Main-Gebiet, wo inzwischen von einer Fachfirma zwei Flächen von zusammen knapp 1.000 Quadratmetern für eine Neu-Einsaat präpariert werden. Bereits wenige Wochen nach der Heuernte in FrankfurtSchwanheim kann der gewonnene Heudrusch an der nur wenige Kilometer entfernten Niederräder Landstraße ausgebracht werden. Nun heißt es erstmal: „Warten“! Im Jahr 2011 bildet sich eine geschlossene Grasnarbe, Blüten sind noch wenige zu sehen. Mal sehen was die nächsten Jahre bringen! Und siehe da, schon 2012 erscheinen die ersten Arten, die durch den Heudrusch übertragen wurden: Grasnelken, Glockenblumen und Thymian. Alles Arten, die häufig auf den Spenderflächen vorkommen. Besonders profitiert von der HeudruschAnsaat hat auch die Blume des Jahres 2012, die Heidenelke. Sie ist durch zu häufiges und zu frühes Mähen ihrer Standorte bedroht.

Initialpflanzungen in bestehende Grünflächen Bei manchen Arten wie der Echten Schlüsselblume (Primula veris) kann eine Initialpflanzung in bestehende Rasenflächen zu einem nachhaltigen Erfolg führen, wenn gleichzeitig die Pflege extensiviert wird. Wenn die erste Mahd erst nach der Samenreife Ende Juni oder Anfang Juli erfolgt, kommt es zur Selbstaussaat. Dies kann im günstigen Fall zu einer geradezu explosionsartigen Vermehrung führen, wie das oben abgedruckte Foto aus 2013, zehn Jahre nach der Initialpflanzung, zeigt. Zum Vergleich noch ein Bild von 2005, zwei Jahre nach der Pflanzung einer Handvoll Schlüsselblumen auf einer Verkehrsinsel in Frankfurt-Sachsenhausen. BUND KV Frankfurt John Dippell, john.dippell@bund-frankfurt.de www.bund-frankfurte.de karte.naturgarten-forum.org


DER BUND VOR ORT AKTIV

Kreisverband Frankfurt

Auf Entdeckungstour im Europaviertel

Oben: Beflanzung im Taschenpark., Mitte/unten: Wildblumenwiese an der Straße der Nationen.

Fotos: Katrin Jurisch

Rasend schnell wächst das Frankfurter Europaviertel, Tag für Tag entstehen neue Straßen und Häuserzeilen, werden Grünflächen angelegt und Spielplätze gebaut. Doch gibt es hier auch Pflanzen, die spontan wachsen? Auf einem botanischen Rundgang durch das Europaviertel erkundeten John Dippell und Katrin Jurisch am 15. Juni 2013 gemeinsam mit den TeilnehmerInnen das Stadtviertel. Angeregt wurde die Veranstaltung von Franca Schirrmacher vom Mehrgenerationenhaus im Stadtteil Gallus, mit dem der BUND Frankfurt seit nunmehr zwei Jahren zusammenarbeitet und in unregelmäßigen Abständen gemeinsame Aktionen durchführt. Zwischen Baumaschinen und Zäunen, die derzeit noch das Bild der Siedlung prägen, sind auf Freiflächen kleine Biotope entstanden, die eine Fülle von Wildpflanzen hervorbringen. Auf einer Böschung am Kameruner Rosengärtchen präsentierte sich die städtische Natur in ihrer ganzen Vielfalt und Spontanität: Neophyten (siehe Infokasten S. 2) neben Archaeophyten, die sich bereits vor 1492 ansiedelten, heimischen Pflanzen und gepflanzten Exoten. Zu den auffälligsten Arten gehörten das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens), das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) und die Schmalblättrige Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia) mit ihren zartgelben bis dunkelgelben Blüten. Emsiges Summen und Schwirren umgab die strahlend blauen Blüten des Natternkopfs (Echium vulgare) und verschiedene Schmetterlingsblütler, wie Weißer Steinklee (Melilotus albus) und Rotklee (Trifolium pratense). Etwas im Hintergrund hielten sich Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Kornblume (Centaurea cyanus) und Wegwarte (Cichorium intybus). Auf dem Rundgang ergaben sich Fragen zu den ästhetischen Grundsätzen von geplanten Grünflächen. Oftmals findet man hier eine stark gestaltete, kontrollierte und ordentliche „Natur“ vor. Hin-

gegen beruht die Anziehungskraft naturnaher Flächen auf ihrem zwanglosen und dynamischen Charakter – Unterschiede und lokaler Charakter werden betont. „Es ist sehr bedauerlich,“ meint Katrin Jurisch vom BUND Frankfurt, „dass bei Großprojekten oftmals die Chance zur Schaffung naturnaher Biotope verpasst wird.“ Der Spaziergang endete schließlich an der Straße der Nationen, viele typische Wiesenarten kommen hier an den Böschungen vor. Durch eine angepasste Wiesenpflege könnten Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Acker-Witwenblume (Knautia arvensis), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und Oregano (Origanum vulgare) noch lange dort wachsen. Im Rahmen des Blumenwiesenprojektes hat der BUND Frankfurt sich bereits um eine Kontaktaufnahme mit dem Grünflächenamt bemüht. BUND KV Frankfurt Dr. Katrin Jurisch katrin.jurisch@bund-frankfurt.de www.bund-frankfurte.de Arbeitskreis Stadtnatur des BUND Hessen (siehe Seite 33) www.bund-hessen.de > Über uns > Die Arbeitskreise > AK Stadtnatur

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DER BUND VOR ORT AKTIV

Exkursionen

Ortsverband Frankfurt-West

Per Fahrrad zu Gewässer-Projekten am Untermain Bei herbstlichem Oktoberwetter ging es vom Höchster Bahnhof auf dem Uferweg entlang des Mains bis zum Ardelgraben in Flörsheim: Dort zeigte Gewässerspezialist Reinhold Habicht, wie der Bach von den Flörsheimer BUND-Mitgliedern nach seinem Konzept umgestaltet worden war – in Bereiche mit verschiedenen Wassertiefen und dadurch auch unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten. Mit Erfolg: 1997 wurden gerade mal drei Fischarten nachgewiesen, 2007 waren es schon elf, u. a. die Groppe.

Fotos: Heidi Wieduwilt

Nächstes Radlerziel war das Mainufer. Nachdem dort Teilbereiche von den klobigen Wasserbausteinen befreit worden waren, wird das Ufer nur noch von Sand, Kies und Baumwurzeln gehalten. Den letzten Stopp legte die Gruppe in der „Flörsheimer Schweiz" am Wickerbach ein. Hier besichtigte man die Fischtreppe im Bereich der Obermühle, die heute noch als Kraftwerk in Betrieb ist. Sie hilft insbesondere den Bachforellen, die im Kies am Quellgebiet des Wickerbachs ablaichen.

Links: Alteichen im Sumpfwald, rechts oben: Hornissenkasten mit Anbau, rechts unten: Schichtpilz.

Mit dem Förster im Schwanheimer Sumpfwald Zu einem besonderen Streifzug hatte der örtliche BUND am 15. September 2013 eingeladen. Förster Holger Scheel führte eine ansehnliche Gruppe in einen Teil des Stadtwalds abseits der Wege, der vor einiger Zeit aus der Nutzung genommen worden ist. Für forstwirtschaftliche Nutzung zu feucht, beobachtet man nun die weitere Entwicklung dieses Gebietes. Es ist ein Relikt der Hartholzaue im ehemaligen Flussbett des Mains, schon in ein bis zwei Meter Tiefe stößt man auf Grundwasser.

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Nur bestimmte Baumarten kommen mit diesen Standortbedingungen zurecht. Die Brettwurzeln der Flatterulme stützen den Baum im sumpfigen Boden. Prägend ist vor allem die Stieleiche, die ein bis zu drei Monaten dauerndes

Hochwasser erträgt. Ihre Eicheln waren im Mittelalter wichtige Lebensgrundlage der Bauern. So wurden nicht nur aus dem nahen Schweinheim (dem heutigen Schwanheim), sondern sogar aus Kronberg und Königstein Schweineherden zur Eichelmast in diesen Wald getrieben. Es entstand ein Hutewald, dessen riesige Eichen noch heute stehen. Die schattenverträglicheren Winterlinden füllen heute den Raum unter den greisen Baumriesen. Hornissen leben hier ungestört. Sie haben einen Nistkasten bezogen und für ihre Bedürfnisse erweitert. Auf umgestürzten Baumstämmen wuchern Moose und Pilze, dazwischen findet man den Springfrosch und die seltene Einbeere. Dank an den Förster, der die BUND-Exkursionsgruppe in diesen einzigartigen Wald mitgenommen hat! BUND Ortsverband Frankfurt-Südwest Heidi Wieduwilt, Tel. 069/30 25 35 heidi.wieduwilt@bund-frankfurt.de www.bund-frankfurt.de > Über uns > Ortsverbände > OV Frankfurt Südwest

BUND Ortsverband Frankfurt West Richard Schmidt Tel. 069/30 25 35, rich-sch@web.de www.bund-frankfurt.de > Über uns > Ortsverbände > OV Frankfurt West

Foto: Richard Schmidt

Ortsverband Frankfurt-Südwest

Fischtreppe im Wickerbach


Kreisverband Frankfurt

Ortsverband Eppstein

Kreisverband Groß-Gerau

Müllsammelaktion mit Schulklassen

Insekten in Bach und Teich

Waldfamilientag

Am 9. November 2013 fand die bereits achte Müllsammelaktion – gemeinsam organisiert von der wunder-Stiftung und dem BUND Ortsverband FrankfurtWest – statt. Und sie war ein voller Erfolg!

Am 11. Mai 2013 erkundeten Kinder und Erwachse mit Käscher, Sieb und Gummistiefel den Fischbach in Eppstein. Schon bald wurden die ersten Bachtiere gefunden, die verschiedene Anpassungen entwickelt haben, um im fließenden Gewässer nicht davon gespült zu werden. Die meisten Tiere sind flach geformt und können sich somit gut unter Steinen verkriechen. Daher ist es für kleine Bachforscherinnen und Bachforscher immer empfehlenswert, dort nachzuschauen.

Neben den Schülerinnen und Schülern der Albrecht-Dürer-Schule in Frankfurt Sossenheim beteiligten sich erstmals auch Schülerinnen und Schüler der Helene-Lange-Schule in FrankfurtHöchst. So halfen über 50 Kinder und Jugendliche und viele Erwachsene dabei mit, nicht nur das Sossenheimer Unterfeld, sondern auch den Höchster Stadtpark bis hin zum Sulzbach von Unrat zu befreien. Die Organisatoren können mit Feude feststellen, dass die Anzahl der Helfenden von Jahr zu Jahr kontinuierlich steigt. Damit wächst auch die Fläche, die vom Abfall befreit werden kann. BUND und wunder-Stiftung danken allen Helferinnen und Helfern, insbesondere den Kindern und Jugendlichen sowie der FES (Frankfurter Entsorgungsund Service GmbH), die kostenfrei die Müllentsorgung durchgeführt hat. BUND Ortsverband Frankfurt West www.bund-frankfurt.de > Über uns > Ortsverbände > OV Frankfurt West

Neben den Larven von mehreren Eintagsfliegenarten entdeckten die Teilnehmer eine Steinfliegenlarve, Bachflokrebse und viele Köcherfliegenlarven. Abgesehen von diesen „großen“ Tieren wuselten auch viele kleinere in den Beobachtungsschalen, vor allem Zuckmückenlarven. Besonders beeindruckend aber war die Larve einer Großlibelle, dies sich am Grund des Baches versteckt hatte. Zum Schluss wurde im Gartenteich der Familie Alberts nach Kaulquappen, Wasserläufern und Goldfischen gesucht - so lernten die Kinder auch die Tiere der ruhenden Gewässer kennen. BUND OV Eppstein Klaus Stephan stephan.eppstein@web.de www.bund-eppstein.de

DER BUND VOR ORT AKTIV

Foto: Hajo Kretz

Foto: Klaus Stephan

Foto: Elisabeth Schweikert

Angebote für Kinder und Familien

Am 24. August 2013 beteiligte sich der BUND Groß-Gerau mit einem Infostand zum „Hutewald“ am Waldfamilientag des städtischen Umweltamtes. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und auch Jäger und Imker waren dabei. Ziel war es, Familien und Kindern die verschiedenen Funktionen und Aufgaben des Waldes nahe zu bringen. Die Veranstaltung war trotz Donnergrollen und einsetzendem Regen recht gut besucht. An einigen Stationen entlang des Waldlehrpfades mußten Fragen zum Wald beantwortet werden, was insbesondere den Kindern viel Spaß machte. Werner Muster vom BUND Rüsselsheim hatte seine Schafe und Ziegen mitgebracht, um den Besuchern die alte Wirtschaftsform des Hutewaldes zu vermitteln. In früheren Zeiten wurden die Haustiere in den Wald getrieben, damit sie sich an den herunter fallenden Eicheln satt fressen konnten. Insbesondere Schweine gediehen unter Eichen besonders - das musste man wissen (oder raten), um die Fragen am BUND-Stand richtig zu beantworten. BUND Kreisverband Groß-Gerau Elisabeth Schweikert Tel. 06152/4 01 36, mail@bund-kv-gg.de www.bund-kv-gg.de

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Foto: Axel Hampe

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Klimaschutz und Energie

Ortsverband Hainburg

Neue Fotovoltaikanlage Mit Unterstützung des BUND Ortsverbandes wurde im August eine weitere Fotovoltaikanlage in Hainburg eingeweiht. Dieses Mal war es das Dach des Betriebsgebäudes der Kläranlage im Ortsteil Klein-Krotzenburg, auf dem als viertes Fotovoltaikprojekt der Arbeitsgemeinschaft „Mensch und Umwelt“ Hainburg (AMU) eine10 kWp Fotovoltaikanlage installiert wurde. Am 1. Juli 2013 ging die Anlage in Betrieb.

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Damit können jährlich etwa 9.100 kWh entweder in das Stromnetz des Gebäudes für den Eigenverbrauch oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Für diese umweltfreundliche, CO²-freie Stromversorgung haben die Gemeindewerke Hainburg das Dach zur Verfügung gestellt. Der BUND Ortsverband hat dabei Spenden aus dem Abwehrkampf gegen den geplanten Block 6 des Kohlekraftwerks Staudinger, dessen Realisierung von e.on mittlerweile aufgegeben wurde, eingesetzt. Auch die Blöcke 1 bis 3 des Kraftwerks auf der anderen Mainseite von Hainburg stellten 2013 ihren Betrieb ein.

Der BUND Ortsverband unterstützte die Fotovoltaikanlage auch im Rahmen der Kampagne „Die Energiewende in Bürgerhand“. BUND OV Seligenstadt-Hainburg-Mainhausen Thorwald Ritter Tel. 06182 / 6 96 00 susan.ritter@t-online.de Die AMU hat auf Ihrer Homepage www.amu-hainburg.de/solar.html einen Lageplan aller bekannten Solarstromanlagen in Hainburg erstellt www.die-buergerenergiewende.de


Ortsverband Mörlenbach-Rimbach

Die Ortsumgehung Mörlenbach B 38 a – eine unendliche Geschichte In den 1990-er Jahren schon einmal erfolgreich vom BUND vor Gericht zu Fall gebracht, wurde nun die erneute Planfeststellung der B 38 a Ortsumgehung Mörlenbach am 12. 01.2014 als eine der letzten Amtshandlungen des abgewählten FDP-Verkehrsministers Florian Rentsch vollzogen. Die sogenannte Variante O 2 hat nahezu den gleichen Trassenverlauf, mit dem HessenMobil seinerzeit gescheitert war. Lediglich ein paar kleine Verbesserungen, was die massiven Natureingriffe betrifft, haben stattgefunden.

Und das alles, obwohl eine vom BUND im Vorfeld erzwungene Untersuchung die Machbarkeit der sogenannten Variante W 4, einer Untertunnelung der Ortslage, ergeben hat und obwohl für diese Variante die mit Abstand beste Umweltverträglichkeit im Vergleich aller untersuchten Alternativen nachgewiesen worden war. Doch die Planer von HessenMobil, die dieser Variante von Anfang an ablehnend gegenüberstanden, haben alles daran gesetzt, in den politischen Gremien die Variante O 2 als einzig machbare, weil angeblich kostengünstigere Möglichkeit durchzusetzen – leider mit Erfolg. Die Kosten für die O 2 wurden mit spitzem Bleistift nach unten gerechnet, die für die W 4 durch allen möglichen „Schnickschnack“ wie beispielsweise einen befahrbaren Fluchttunnel statt Fluchtausgängen nach oben geschraubt.

Spendenaufruf Der BUND bittet um Spenden (steuerlich absetzbar) zur Unterstützung der Klage gegen die Ortsumgehung Mörlenbach. Spendenkonto: Verein zur Naturerhaltung IBAN: DE68 5096 1592 0000 0077 06 Da sich die maßgeblichen Politiker von CDU und SPD auf den von HessenMobil gesattelten Esel setzen ließen, wurde nun die Variante O 2 planfestgestellt. Das bedeutet für den BUND, dass er sich erneut mit anderen Verbänden und den betroffenen Landwirten verbünden wird, um gemeinsam die Planung juristisch zu Fall zu bringen. Das wird nicht leicht und ist leider auch wieder mit einigem finanziellen Aufwand verbunden. Doch der BUND scheut vor der neuerlichen Auseinandersetzung mit den Protagonisten einer naturzerstörenden Straßenplanung nicht zurück. BUND OV Mörlenbach-Rimbach Herwig Winter herwig.winter@bund.net www.tunnelloesung.de

Foto/Montage: Bürgerinitiative Weiher

Das Weschnitztal im Odenwald ist gekennzeichnet durch sanfte Hügel, weite Täler und eine reichhaltige Struktur durch kleinparzellige Landwirtschaft. Mitten durch diese Landschaft hindurch plant HessenMobil den Trassenverlauf der Ortsumgehung, die bis zu 20 Meter tief mit lichten Weiten von bis zu

100 Metern in die Hügel einschneiden und mit zwei Brückenbauwerken von 350 und 400 Metern Länge die Täler überqueren soll. Dabei werden Streuobstwiesen plattgemacht und wertvolle Heckenstrukturen zerstört.

DER BUND VOR ORT AKTIV

Widerstand gegen Landschaftszerstörung

Oben: Weiherer Tal mit Ortslage Mörlenbach bei Verwirklichung der vom BUND geforderten Tunnelvariante W4. Unten: Weiherer Tal im Fall der Verwirklichung der von HessenMobil ins Planfeststellungsverfahren gebrachten Ostumgehungsvariante O2.

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Foto: Gabi Terhorst

DER BUND VOR ORT AKTIV

Widerstand gegen Landschaftszerstörung

Kreisverband Hochtaunus

Rettung eines Auwaldes und zweier Quellen Der BUND mischt sich ein – und es lohnt sich! Das zeigt dieser Mutmachbericht aus dem BUND Kreisverband Hochtaunus, der sich u. a. im Naturschutzbeirat (NSB) seit Jahren für die Umwelt engagiert. Bislang scheiterten die Naturschützer jedoch oft an der unzureichenden personellen Ausstattung der Unteren Naturschutzbehörde und an der fehlenden Unterstützung aus der Kreispolitik. Erst die dezidierte öffentliche Kritik der BUND-Vorsitzenden an der UNB-Arbeit brachte hier eine Verbesserung. Waren die NSB-Sitzungen früher von Streit oder Desinteresse und Desinformation geprägt, herrscht heute dort ein sachliches und kollegiales Miteinander. Umweltvergehen werden geahndet und nicht aus politischer Rücksichtnahme unkommentiert gelassen. Die Leitung der UNB wurde neu besetzt, gemeinsame Projekte werden geplant. Der Erfolg der neuen Kooperation zeigt sich an folgendem Beispiel: In der Stadt Oberursel steht die renommierte Frankfurt International School, eingebettet in wertvolle Feucht- und Waldbiotope. Die Schule plante den Neubau eines Klassentraktes und einer Sporthalle. Was lag näher, als den Bau im angrenzenden Wald vorzusehen?

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In einem ersten Schritt formierte sich der Widerstand von Anwohnern - stets beraten von den Umweltverbänden BUND und Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die ersten Planungsentwürfe wurde von den Teilnehmern eines Runden Tischs verworfen, der zweite

ebenso inakzeptable Entwurf sah dann vor, die Halle im angrenzenden Auenwald unter Verlegung eines Bachs und unter Zerstörung von zwei Quellen zu realisieren. Der BUND verließ unter Protest den Runden Tisch und gab zwei hochkarätige Gutachten in Auftrag, die belegten, dass das Bebauen des Auenwaldes mit seiner typischen Flora und Fauna ein nicht ausgleichbarer Eingriff in Natur und Landschaft wäre. Das botanische und das Quell-Gutachten waren wichtige Bausteine im Widerstand gegen diese unsinnige Planung. Erfreulicherweise folgten alle beteiligten Behörden den BUND-Argumenten und der Naturschutzbeirat des Hochtaunuskreises lehnte das Bauvorhaben ab. Eine der zentralen Pressemitteilungen der Umweltverbände wurde von einem BUNDmitglied ins Englische übersetzt, sodass die Argumente ungefiltert auch die Schulgremien und Eltern der Frankfurt International School erreichten. Kurz vor der Sommerpause im Juni 2013 gab die Internationale Schule dann bekannt, dass sie ihre Pläne, den Wald und die Quellen zu zerstören, aufgeben würde und präsentierte eine alternative Planung. Der BUND hatte zudem erfolreich angeregt, mit dem Pfund des einmaligen Standortes zu wuchern und die Biodiversität an diesem Standort in den Biologieunterricht einfließen zu lassen. BUND KV Hochtaunus Dr. Claudia von Eisenhart Rothe Tel. 06171/9 16 00 56 Mobil: 0175/5 67 02 28 bund.hochtaunus@bund.net www.bund-hochtaunus.de

Kreisverband Main-Taunus

Kein IKEA-Ausbau auf Kosten der Natur Der BUND Main-Taunus, vertreten durch Manfred Guder, konnte mit Unterstützung der örtlichen Bürgerinitiative den Verlust von rund 24.000 Quadratmetern Grünfläche durch eine Erweiterung von IKEA-Wallau verhindern. Der Bau neuer Parkplätze in der freien Landschaft wäre zu Lasten bestehender Kleingärten gegangen. Diese sollten ausgerechnet in eine Naturschutz-Ausgleichsfläche verlagert werden. Die Flächenversiegelung hätte zudem den Luftaustausch und die Kaltluftproduktion beeinträchtigt. Der BUND forderte bereits 2009 vom Regierungspäsidium Darmstadt, diese Bebauung, die eine Abweichung vom Regionalplan Südhessen bedeutet hätte, nicht zuzulassen. Statt dessen sollten die KFZ-Stellplätze in Parkhäusen bevorzugt unter den Verkaufsflächen errichtet werden. Im Juli 2013 gab IKEA dann bekannt, dass die Erweiterung jetzt ausschließlich auf bereits bebauten Flächen realisiert werden soll. Damit wird die flächensparende Ausbauvariante realisiert, die der BUND bereits 2009 gefordert hatte. Für den BUND im Main-Taunus-Kreis ist dies ein großer Erfolg, denn gerade im Ballungsraum Rhein-Main ist der Schutz der Freiflächen von höchster Bedeutung. BUND KV Main-Taunus Manfred Guder Tel. 06195/45 94


Kreisverband Hochtaunus

Foren zu Waldnutzung und Bürgermeisterwahl Nur wer sich einmischt, kann in unserer offenen und demokratischen Gesellschaft mitbestimmen. Und der Bund für Umwelt und Naturschutz im Hochtaunuskreis will mitmischen bei wichtigen Entscheidungen. Zweimal setzte im Jahre 2013 der BUND im Taunus seine Themen auf die Tagesordnung der aktuellen Politik: am 8. März mit einem Forum unter der Schlagzeile „Kampf um den Wald – der Wald ist für alle da, aber nicht für alles“ und am 3. September mit einem Wahlforum, bei dem die Bewerber für den Bürgermeister-Job im Wehrheimer Rathaus ihr Eignung belegen konnten. Bei beiden öffentlichen Veranstaltungen blieb kein Stuhl im großen Saal des Wehrheimer Bürgerhauses unbesetzt. Beide Foren wurden professionell von dem Journalisten Michael Pyper moderiert; er ist im BUND-Kreisvorstand aktiv.

Forum Bürgermeisterwahl Das zweite politische Forum war von lokaler Bedeutung. Ein Politiker der CDU und einer der Grünen stellten sich den Fragen des BUND, natürlich vor allem zu Natur- und Umweltschutzthemen in der Taunusgemeinde Wehrheim. Dieser Politikbereich ist in dem noch agrarisch strukturierten Dorf (10.000 Einwohner) direkt am Limeswall und im Einzugsbereich der Großstadt Frankfurt recht umfassend und alltäglich relevant. In der Diskussion begehrten die Bürger verbindliche Auskünfte über die Pläne beider Kandidaten zu Themen wie Energiewende, Öko-Landbau, Lärmvermeidung und Waldwirtschaft. Wenn die Bewerber, die auch Mitglieder des BUND sind, nicht konkret genug antworteten, fasste entweder der Fragesteller oder der Moderator nach – und zwar recht gnadenlos.

Die auch in der regionalen Presse ausführlich dokumentierte Veranstaltung hat möglicherweise eine dauerhafte Wirkung. BUND, SDW und der Naturpark Hochtaunus entwickeln zur Zeit Pläne für einen regelmäßigen „Runden Tisch“. An ihm sollen alle Gruppen teilnehmen können, die den Wald nutzen. Eine Aufgabe könnte sein, die vielen tausend Kilometer Waldwege im Taunus zu kategorisieren, so dass jede Nutzergruppe zweifelsfrei erkennen kann, welche Wege ihr offen stehen und welche ihr verwehrt sind. Dieses Forum hat die große Kompetenz von Umweltverbänden wie BUND und SDW im wichtigen Bereich Waldwirtschaft sichtbar gemacht.

Auch dieses Forum dürfte das Ansehen des BUND vor Ort weiter verbessert haben. Der Beleg für diese Vermutung kam prompt. Bei einer Werbeaktion erhöhte sich die Mitgliederzahl des BUND-Ortsverbandes um 75 auf derzeit über 200. Seit Jahren schon organisiert der BUND Wehrheim regelmäßig öffentliche Veranstaltungen zu aktuellen Themen, beispielsweise zur Energiewende, zum Verkehr oder zur Landwirtschaft. Immer wieder lieferten diese dabei den Parteien im lokalen Parlament Ideen für politische Initiativen. BUND Kreisverband Hochtaunus Peter Gwiasda Gwiasda-Wehrheim@t-online.de www.bund-hochtaunus.de

Fotos: Carla Regge (links), Cordula Nentwig (rechts)

Forum Waldnutzung Der Zeitpunkt für die Diskussion über den durch vielfältige Ansprüche und Nutzungen immer mehr belasteten hessischen Wald war gut gewählt, nämlich mitten in der zum Teil sehr kontrovers auch im Landtag geführten politischen Debatte um die Novellierung des Hessischen Waldgesetzes. Der BUND brachte gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) alle relevanten Gruppen an einen Tisch: Hessenforst, Waldbesitzer, Jäger, Wanderclub, Moun-

tainbiker, Reiter, Naturschützer und natürlich die Politiker der Region. Die von den Vertretern dieser Gruppen vorgetragenen Ansprüche, Forderungen und Wünsche an den Wald am Rande des Ballungsraumes Rhein-Main beschrieben zugleich das erhebliche Konfliktpotenzial. So bot sich am Ende der engagiert geführten Diskussion als einzige Lösung nur die Formel „Rücksicht, Umsicht, Vorsicht, Nachsicht“ an. Mit Genugtuung wurde von den Förstern, Jägern, Natur- und Wanderfreunden schließlich das Versprechen eines Funktionärs der Mountainbiker registriert, künftig das Verhalten der Berg-Radler intern zu regulieren. Also keine rücksichtslosen Abfahrten mehr vom Feldberg oder Altkönig quer durchs Gelände ohne Rücksicht auf Wildeinstand, Limeswall oder Wanderer auf ausgewiesenen Wegen.

DER BUND VOR ORT AKTIV

Politik

Links v.l.n.r.: Christian Raupach (Hessischer Waldbesitzerverband), Christoph von Eisenhart Rothe (SDW), Peter Gwiasda (BUND), Bertram Huke (Taunusklub) und Moderator Michael Pyper beim Waldforum. Rechts: Kandidaten-Check zur Bürgermeisterwahl in Wehrheim, v.l.n.r.: Dirk Sitzmann (Kandidat Grüne), Moderator Michael Pyper, Gregor Sommer (Kandidat CDU).

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Öffentlichkeitsarbeit und Kultur

Ortsverband Hohenstein

BUND-Schautafeln an der Eisentraße Bei der Überlegung, wie man auch in der freien Landschaft den Naturschutzgedanken Spaziergängern, Erholungssuchenden und Freizeitaktivisten näherbringen könnte, entstand Ende 2010 im Vorstand der BUND-Ortsgruppe Hohenstein der Gedanke, die beliebte und belebte Eisenstraße mit Schautafeln über die heimische Natur zu versehen. Auch der damalige Bürgermeister befürwortete diese Idee und versprach Unterstützung durch den Gemeindebauhof bei der Aufstellung. Daraufhin begannen sieben BUND-Mitarbeiter, jeweils Text und Bilder für die acht Tafeln zusammenzustellen: Taggreifvögel der Taunuslandschaft Wildkatzen Hecken in der Feldflur Ameisen Schmetterlinge Wildkräuter am Wegrand Amphibien Der Wald und seine Ränder Die meisten Fotos der Tafeln stammen von BUND-Mitglied Werner Diederich, die Gestaltung wurde an die bereits an der Eisenstraße vorhandenen Tafeln angelehnt. Gedruckt auf wetterfestes Material waren die Schilder im Frühjahr 2011 fertig – es dauerte aber dennoch bis zum Bürgermeisterwechsel im Jahr 2013, bis der Bauhof dann endlich im Mai die versprochenen Ständer an den ausgewählten Stellen installierte. Die Tafeln wurden daraufhin sofort von Werner Diederich angebracht.

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BUND OV Hohenstein Werner Diederich Tel. 06120/14 92, werdie@gmx.net

Fotos: Werner Diederich

Auf einem Spaziergang mit Pressetermin wurden zwei Monate später die neuen Tafeln der Öffentlichkeit vorgestellt. Hohensteins neuer Bürgermeister Daniel Bauer dankte dem BUND für seine „hervorragende Arbeit für die Natur, und für die Aufklärung der Besucher“.


Kreisverband Limburg-Weilburg

Umweltpreis „Süße Orange“ an Biobauern verliehen Seit vielen Jahren setzt sich der BUNDKreisverband Limburg-Weilburg für eine ökologische Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung, dem Schutz vor gentechnisch verunreinigten Lebensmitteln, dem Anbau und der Vermarktung regionaler Produkte und für die Artenvielfalt ein. Mit Eckard Egenolf aus Hadamar-Faulbach wurde Anfang 2013 ein besonders engagierter Landwirt und Pionier des ökologischen Landbaus mit dem jährlich vom Kreisverband vergebenen Umweltpreis „Süße Orange“ ausgezeichnet. Eckard Egenolf, der ein Studium der Landwirtschaft an der Universität Gießen absolviert hat, begann bereits 1982 mit der Umstellung des elterlichen Betriebes auf den Bioanbau. Schon 1984 wurde der Ökolandwirt Mitglied bei „Bioland“ und eröffnete mit seiner Familie den ersten Hofladen im Keller des Wohnhauses. Während heutzutage Hofläden auch bei konventionell wirtschaftenden Betrieben durchaus üblich sind, wurde die Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte in Eigenregie damals von vielen noch mit Kopfschütteln begleitet. Im landwirtschaftlichen Betrieb werden nach den Prinzipien einer nachhaltigen bäuerlichen Landwirtschaft heute Mutterkühe und Schweine gehalten und Roggen, Dinkel und Weizen angebaut.

DER BUND VOR ORT AKTIV

der) bei der Verleihung des Umweltpreises.

ragenden Texters, amüsanten Erzählers und großartigen Gitarren- und Mundharmonikaspielers machten die Veranstaltung zu einem ganz besonderen Erlebnis. Christoph Weiherer ist kein Moralapostel, aber ein kritischer und umweltbewusster Beobachter unserer Gesellschaft. Und er hält überaus pfiffige, intelligente Lösungen für die unterschiedlichsten umweltpolitischen und sozialen Probleme parat: zum Tränenlachen, aber auch zum Nachdenklichwerden und Überprüfen eigener Verhaltensweisen. Für alle, die gute Veranstaltungen planen, ein absoluter Geheimtipp!

BUND KV Limburg-Weilburg Gerd Zimmermann Tel. 06482 / 17 73 gerdzimmermann.ennerich@gmx.de

Ortsverband Runkel-Ennerich

A Liad, a Freiheit und a Watschn Am 16. November 2013 lud der BUND Ortsverband Runkel-Ennerich wieder zur mittlerweile schon traditionellen Kulturveranstaltung ein – dieses Mal mit dem niederbayerischen Liedermacher Christoph Weiherer. Und wer den Weiherer immer noch nicht kennt, der hat etwas verpasst. Er steht mit Gitarre und urbayerischem Mundwerk seit mittlerweile elf Jahren auf kleinen und großen Bühnen – und das bei weitem nicht nur im bayerischen Raum. Mit seinem neuesten Programm „A Liad, a Freiheit und a Watschn“ sorgte er auch beim Kulturabend Runkel-Ennerich für große Begeisterung. Mit seinen knapp tausend absolvierten Auftritten und einem halben Dutzend veröffentlichten Alben gilt der „langhaarige Liederbombenleger“ aus München als süddeutscher Bob Dylan und als Vorreiter der jungen deutschen Liedermacher-Szene. Die sympathische, ungehobelte Art und Weise und die ausgezeichnete Bühnenpräsenz des hervor-

Fotos: Marlis Zimmermann

Foto: Marlis Zimmermann

Von links: Hermann Maxeiner, Preisträger Eckard Egenolf und Gerd Zimmermann (Kreisvorsitzen-

BUND-Landesvorstandsmitglied und stellvertretender Kreisvorsitzender Hermann Maxeiner würdigte in seiner Laudatio auch das Engagement des Ökobauern als Ausbilder für Landwirtschaftsgehilfen, als Betreiber eines Scheunencafés und als Mitglied im Verein Landwirtschaft und ökologisches Gleichgewicht, in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, bei Robin Wood, im Verkehrsclub Deutschland (VCD) und im BUND. Und er lobte Egenolfs Durchhaltevermögen: „Es ist nicht leicht, ausgetretene Pfade zu verlassen, um eigene Vorstellungen zu verwirklichen, die nicht unbedingt mit der Mehrheitsmeinung übereinstimmen.“

Christoph Weiherer auf der Bühne (oben) und mit Marlis und Gerd Zimmermann vom BUND (unten). BUND OV Runkel/Ennerich Marlis Zimmermann Tel. 06482 /17 73 marlis.zimmermann@gmx.de www.weiherer.com

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Ortsverband Frankfurt-West

„Alles Bio“ beim BUNDStand auf dem Höchster Weihnachtsmarkt „Für mich gehört der Weihnachtsmarkt der Vereine in Frankfurt-Höchst einfach zu den schönsten unserer Region“, meint Hajo Kretz vom BUND Ortsverband Frankfurt-West. „Die Stimmung dort und das Ambiente der Altstadt, der Schlossplatz und der Schlosshof, die Fachwerkhäuser, das alte Kopfsteinpflaster, die wunderschön geschmückten Buden und Stände der Vereine aus Höchst und Umgebung, der abendliche Lichterglanz des gesamten Festgeländes und die Freundlichkeit aller Aktiven – das ist in jedem Winter wieder beeindruckend.“ Im Jahr 2013 war der BUND OV Frankfurt-West bereits zum 17. Mal auf dem Höchster Weihnachtsmarkt dabei – wie immer unter dem Motto: „Alles Bio“. Der Aufbau des Standes und die Einrichtung sind inzwischen schon fast zur Routine geworden. Und wenn es auch noch schön trocken ist, macht es richtig Spaß, alles für die Gäste herzurichten. Der Andrang war in diesem Jahr immens – was sicher auch an den angenehmen Temperaturen und dem guten Wetter lag. Oder hatte es sich inzwischen herumgesprochen, was es am Stand des BUND alles an schönen und leckeren Sachen gibt? Lammwürste, Kartoffelsuppe, süße und herzhafte Waffeln, heißen Apfelwein, alkoholfreien Punsch, Quittenlikör – die Helferinnen und Helfer kamen mit der Bedienung der Kundschaft kaum nach.

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Natürlich gab es auch wieder Selbstgemachtes wie diverse Gelees, Marmeladen, Quittenbrot, Pflaumenbrot, Apfelringe, kleine Fläschchen des leckeren Quittenlikörs und kleine Basteleien, wie z. B. Adventsgestecke. An den beiden Standtagen am Samstag, d. 30. November und Sonntag, d. 1. Dezember lief alles super – wie immer – aber natürlich nur wegen der vielen fleißigen Aktiven am Stand.

Fotos: Hajo Kretz

DER BUND VOR ORT AKTIV

Öffentlichkeitsarbeit und Kultur

Schon gegen 18 Uhr am Sonntag gingen die Vorräte dem Ende entgegen und etliche Besucherinnen und Besucher mussten auf den Weihnachtsmarkt 2014 vertröstet werden. Hajo Kretz und die anderen BUND-Aktiven des OV Frankfurt-West freuen sich ebenfalls schon auf den nächsten Weihnachtsmarkt in Höchst und auf alle, die bisher keine Zeit fanden zu kommen oder denen es dennoch zu kalt war. Letzteres sollte aber kein Grund sein, zu Hause zu bleiben, denn sowohl die „Ka-

doffelsupp“ als auch der heiße Apfelwein wärmen einfach wunderbar. Also dann ... bis Weihnachten 2014 in Frankfurt-Höchst! BUND OV Frankfurt-West Hajo Kretz Tel. 069/39 99 36 ov-west@bund-frankfurt.de www.bund-frankfurt.de > Über uns > Ortsverbände > OV Frankfurt-West


Ortsverband Flörsheim

30 Jahre BUND Flörsheim am Main Am 25. November 1983 wurde der Ortsverband Flörsheim des BUND gegründet und konnte daher im Jahr 2013 seinen dreißigsten Geburtstag feiern. „Eigentlich waren wir unserer Zeit immer etwas voraus“, erinnert sich Bernd Zürn mit sichtlichem Stolz an die zurückliegenden drei Jahrzehnte. Als Mitbegründer und damaliger Vorsitzender hat er dafür zahlreiche Beispiele parat: Die Säuberungsaktion am Landwehrweg in Bad Weilbach im Jahre 1984. Zahlreiche weitere Reinigungen folgten. Später wurde diese Idee von der Stadt übernommen. Als „Wir putzen unsere Stadt“ läuft sie noch heute. Eine Aktion gegen den Verkauf von Schildkrötensuppen in Flörsheimer Gaststätten im Jahr 1984. Intensive Werbung für die Verwendung von Umweltschutzpapier im Jahr 1987. Vorträge über erneuerbare Energien (1989).

Vorschläge zur Abfalltrennung und zur Einführung von Wertstofftonnen – im Jahre 1989 geradezu revolutionäre Ideen. Über das Thema „Lärm macht krank“ referierte Professor Denk schon 1990 auf Einladung des BUND in Flörsheim. Den Selbstbau von Solaranlagen stellten der BUND und das Ehepaar Pokowietz bereits 1996 vor, über die Vorteile von Fotovoltaikanlagen informierte der BUND im Jahr 2000. Ein öffentlicher Vortrag über Gentechnik fand 1999 statt.

Bürgermedaille für Bernd Zürn Für sein langjähriges Umweltengagement im BUND Flörsheim wurde Bernd Zürn die Bürgermedaille der Stadt Flörsheim verliehen. Mit seinen 75 Jahren ist der passionierte Umweltschützer per Fahrrad im ganzen Main-Taunus-Kreis unterwegs. Auf Flugreisen verzichtet er seit über 20 Jahren für ihn ein großes Opfer. Statt dessen nimmt er an den Montagsdemonstrationen gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens teil. Bekannt ist Bernd Zürn aber vor allem durch seine zahlreichen Vogelschutzprojekte. Gemeinsam mit anderen BUND-Aktiven installiert er Steinkauzröhren, baut Nisthilfen für Schleiereulen und Turmfalken, kümmert sich um Weißstörche und verbessert die Nistmöglichkeiten für Eisvögel. Als Autodidakt in Sachen Naturschutz ist er mittlerweile ein gefragter Experte im Rhein-Main-Gebiet.

„Wer seiner Zeit voraus ist, erntet nicht immer nur Beifall“, weiß Cäcilia Habicht aus eigener leidvoller Erfahrung zu berichten. „Sich für eine gute Sache einsetzen und deswegen als Spinner oder Fortschrittsverhinderer beschimpft zu werden tut weh. Dennoch: Unser Einsatz hat sich gelohnt“. „Die Mülltrennung ist heute ebenso fester Bestandteil unseres Alltags wie die Verwendung von Umweltschutzpapier. Auch das ist ein Ergebnis unserer Arbeit“, ergänzt Astrid Rupp. Nicht vergessen kann sie die erstaunten und un-

DER BUND VOR ORT AKTIV

Jubiläum

gläubigen Gesichter der Flörsheimer, als sie ihnen vor 25 Jahren die Benutzung von Umweltschutzpapier vorschlug.

Foto: Wolfram Niebling

Bei seiner Gründung vor 30 Jahren hatte der BUND Flörsheim knapp zwei Dutzend Mitglieder. Heute sind es rund 240, also die zehnfache Menge. Wie in fast jedem Verein sind die meisten von ihnen nur passive Unterstützer. Der „harte Kern“ besteht aktuell aus einem guten Dutzend Aktiver. In zahlreichen Arbeitseinsätzen bewältigen sie die – teilweise körperlich recht anstrengenden – Aufgaben im praktischen Naturschutz.

Die Aktiven des BUND Flörsheim, v.l.n.r.: Jürgen Stolpe, Astrid Rupp, Bernd Zürn, Edith Singer mit Enkelin,

Der BUND Flörsheim ist wegen seiner permanenten Einsätze für Natur und Umwelt weit über die Grenzen Flörsheims bekannt. Die Medien berichten immer wieder darüber. Höhepunkte waren dabei verschiedene Radio-Interviews sowie eine ausführliche Sendung im Hessischen Fernsehen. BUND OV Flörsheim Reinhold Habicht

Uli Weigl, Andres Schnittler, Reinhold und Cäcilia Habicht, Ulrike, Annika und Linnea Quall, Wolfram

Tel. 06145/3 07 20, habichtr@gmx.de

Niebling. (Nicht abgebildet: Astrid Dockal, Margrit Hergenhahn, Martin Neumann, Roland Nußbaumer.)

www.bund.net/floersheim

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DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Artenschutz

Links: Anke Schütz, Rudolf Schäfer und Frank Schütz vom BUND Waldeck-Frankenberg bepflanzen gemeinsam mit Landrat Dr. Reinhard Kubat den neuen Wildkatzenkorridor zwischen Rothaargebirge und Kellerwald. Rechts: Viele Gäste feiern gemeinsam mit dem BUND die Einweihung im Juni 2013.

Geschafft! Erster Wildkatzen-Korridor in Hessen eingeweiht

Netzwerk Naturschutz

Stöcke und Bäume für die Wildkatze

Erlen und Eichen, Hainbuchen und Holunder, sie alle sollen künftig Wildkatzen und anderen Waldbewohnern den Weg vom Rothaargebirge in den Kellerwald erleichtern. Nach jahrelangen Vorbereitungen konnten hier einige Grundstücke in einer ausgeräumten Agrarlandschaft aufgekauft und bepflanzt werden.

Foto: Foto Kirch, NABU Krofdorf-Gleiberg

2013 wurde in Hessen sowie in mittlerweile neun anderen Bundesländern wieder kräftig am „Rettungsnetz Wildkatze“ geknüpft. Im Rahmen des vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Projekts „Wildkatzensprung“ arbeiten wir gemeinsam weiter daran, eine bundesweite Wildkatzen-Gendatenbank aufzubauen und den Wildkatzen-Wegeplan vor Ort umzusetzen. Dafür waren im letzten Jahr wieder viele Freiwillige in Hessen im Zeichen der Wildkatze unterwegs: Über hundert Helfer kämpften sich in den Wintermonaten durch den Schnee, um die in den Wäldern aufgestellten Lockstöcke zu kontrollieren. Dabei gingen Ihnen neben vielen Wildschweinen und Rehen auch einige Wildkatzen „in die Falle“.

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Wildkatze am Lockstock im Krofdorfer Forst.

Mit den Büschen ephan omas St Foto: Th und Bäumen im Kreis Waldeck-Frankenberg wurde der Grundstein des ersten „Wildkatzen-Korridors“ in Hessen gepflanzt. Bei strahlender Sonne waren im Juni neben der Presse zahlreiche Gäste der Region aus Behörden, Verbänden und Politik bei der Einweihung dabei. Landrat Dr. Reinhard Kubat zeigte sich sichtlich stolz auf den Korridor: „Dass hier in Waldeck-Frankenberg ein Pilotprojekt vom BfN stattfindet, ist schon wie ein kleiner Adelstitel für unsere Re-

gion.“ Mit diesem Spatenstich ist die Arbeit vor Ort natürlich noch nicht getan: Der Korridor bei Viermünden soll wenn möglich weiter ausgebaut werden. Zusätzlich ist ein zweiter Korridor bei Frohnhausen geplant. Hier trennt eine knapp zwei Kilometer lange Ackerflur zwei Waldstücke voneinander. Das erste Grundstück konnten wir hier bereits erwerben. Der neue hessische Waldkorridor ist Teil eines bundesweiten Wegeplans: 20.000 Kilometer soll das Netzwerk verbundener Waldgebiete umfassen, dass der BUND in Deutschland schaffen will. Damit wird nicht nur der Wildkatze der Weg geebnet, auch andere Waldbewohner profitieren von der Biotopvernetzung. Denn die Landschaftszerschneidung durch Straßen und Siedlungen sowie die Intensivierung der Landnutzung stellen viele Arten vor große Probleme. In Hessen hat der Wildkatzenwegeplan des BUND mittlerweile besondere Bedeutung erlangt: Seit März 2013 bildet der Plan die Grundlage der Waldbiotopverbundplanung des Landes Hessen.


DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Fotos: Sarah Friedrichsdorf

Links: Mit Medaille und Urkunde - siegreiche Bambinis beim großen Wildkatzenlauf. Rechts: Lockstock-Helferinnen und-helfer im Messeler Hügelland (oben ) und im Krofdorfer Forst (unten).

Zweiter Wildkatzenlauf in Waldeck-Frankenberg Sechzig Läufer und Walker gingen beim 2. regionalen Wildkatzenlauf in Frohnhausen an den Start. Quer durch den wunderschönen Burgwald führten die 12 und 20 km Strecken die Läufer entlang des geplanten Wildkatzenkorridors. Für die Kinder gab es einen BambiniLauf mit 3 km Länge. Auf dem Sportplatz Battenberg sorgten Info- und Bastelstände rund um die Wildkatze sowie eine große Hüpfburg für Spaß auch bei den Nichtläufern. Die Vereinsgemeinschaft Frohnhausen sorgte für Verpflegung. Gegen 15 Uhr waren alle Läufer wohlbehalten und erschöpft wieder am Sportplatz versammelt und erhielten ihre persönliche Urkunde sowie eine Wildkatzenmedaille.

Lockstock-Saison 2013 beendet: Trotz Schnee und Kälte gute Sammelerfolge Über 110 freiwillige Helfer aus BUND, Forstämtern, Behörden, NABU und der umliegenden Anwohnerschaft machten sich im vergangenen Winter auf die Suche nach der Wildkatze in Hessen. Auf landesweit sieben Flächen kontrollierten sie regelmäßig insgesamt 220 Lockstöcke. Besonders spannend sind dabei die Gebiete, aus denen es bisher noch keine Nachweise sondern nur Hinweise zur Wildkatze gibt wie dem Messeler Hügelland, der Bergstraße, dem Vogelsberg und dem Krofdorfer Forst. Trotz Schnee und Kälte wurden an den mit Baldrian eingesprühten rauen Hölzern

Wildkatzenretter gesucht! Wer sich ganz persönlich für Wildkatzen und grüne Korridore in Hessen einsetzen möchte, kann dies mit einer Wildkatzen-Patenschaft tun. Die Patenbeiträge fließen in das hessische Rettungsnetz und werden z.B. für Pflanzungen, Lockstock-Aktionen oder Infoveranstaltungen genutzt. Alle Paten erhalten ein Begrüßungspaket und eine Urkunde. Pate werden ist ganz einfach über das Anmeldeformular unseres neuen Flyers „Gesucht: Wildkatzenretter“ oder online auf unserer Homepage. www.bund-hessen.de/wildkatzenpate

insgesamt fast 200 Haarproben entdeckt. Welche der gesammelten Haare allerdings wirklich von Wildkatzen stammen, zeigt erst die genetische Analyse im Senckenberg Institut. Denn erfahrungsgemäß reiben sich auch Hauskatzen, Marder & Co. gerne an den „duftenden“ Lockstöcken. Hessenweite Wildkatzen-Suche geht in den Endspurt Im Januar 2014 machen sich die Helfer wieder auf den Weg zu ihren Lockstöcken. Ein letztes Mal werden die im Rahmen des BfN-Projekts aufgestellten Stöcke dann kontrolliert. Im dritten und letzten Jahr der hessenweiten Wildkatzen-Suche kommt sogar noch eine Fläche hinzu: Auch im Büdinger Wald sollen 2014 Haarfallen die scheuen Tiere anlocken. Insgesamt 20 Stöcke werden in den Wäldern im Forstamt Nidda verteilt und von Förstern, dem BUND Büdingen und anderen Freiwilligen kontrolliert. Netzwerk Naturschutz Susanne Schneider Tel. 069/67 73 76-16 susanne.schneider@bund-hessen.de www.bund-hessen.de/wildkatze

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DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Rhönschaf-Projekt

Landesvorstand

Neuigkeiten vom Rhönschaf Auch in 2013 wurde das RhönschafProjekt des BUND Hessen weiterentwickelt. Vergrößerung der BUND-Rhönschafherde auf dem Spiegelshof Bei unseren Rhönschafen auf dem Spiegelshof gab es diesen Sommer wieder Zuwachs. Julia Djabalameli, Inhaberin des Spiegelshofs und engagiertes BUND-Mitglied, begrüßte gemeinsam mit Charly Graeser vom BUND Kreisverband Fulda die neun neuen Lämmer, die mit Hilfe des BUND zugekauft wurden. Sieben Tiere sind herdbuchtauglich, so dass es ein nächster Schritt für den Spiegelshof sein wird, anerkannter Herdbuchzuchtbetrieb für Rhönschafe zu werden. Ideensammlung für Umweltbildungsangebote Insgesamt ist die Entwicklung erster offener Umweltbildungsangebote in Arbeit. „Vom Schaf zum Wollfaden“ ist der Arbeitstitel für einen ersten praktischen Workshop zum Thema Rhönschafwolle. Ausgehend vom Rhönschaf kann man neben den Naturschutzinhalten Handwerkliches wie Wollverarbeitung und Filzen lernen. Darüber hinaus denkbar sind auch Seminare, die sich mit regionalen und globalen Produktionsprozessen im Vergleich beschäftigen, sowie mit den jeweils unterschiedlichen Auswirkungen auf Umwelt und Natur. Voraussetzung für solche Veranstaltungen wäre jedoch zunächst der Ausbau eines Seminarraumes, um auch für größere Gruppen und ganzjährig Angebote umzusetzen. Es werden weiterhin Spender und Stifter gesucht, um eine umfangreiche Projektfinanzierung zu ermöglichen.

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„Bei den Rhönschafen“ – Freizeit von BUND-Jugend und BUND Hessen Vom 29. Mai bis zum 1. Juni 2014 ist ein Rhön-Wochende für Jugendliche auf dem Spiegelshof geplant. Es wird unter anderem um das Rhönschaf und seine Bedeutung für die Landschaftspflege gehen. Weitere Informationen dazu gibt es bei der BUNDjugend, siehe S. 28. BUND Landesverband Hessen Simone Emanuel Landesvorstandssprecherin Projektkoordination Tel. 06257/ 63 0111 simone.emanuel@bund-hessen.de

Rhönschaf-Pate werden! Menschen, die das Rhönschaf-Projekt des BUND Hessen unterstützen wollen, können Rhönschaf-Pate werden und so einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Rhönlandschaft leisten. Für eine Spende von jährlich mindestens 80 € erhalten Paten eine Urkunde, einen Kühlschrankmagneten und regelmäßig Post mit Neuigkeiten vom Rhönschaf und zur Weiterentwicklung des Projekts. www.bund-hessen.de/rhoenschaf


Landesvorstand

Waldschäden im Hessischen Ried – Runder Tisch und Verbandsklage Im Oktober 2013 reichte der BUND Hessen Klage gegen die Grundwasserentnahme durch das Wasserwerk Jägersburg ein, um 1.000 Hektar ökologisch wertvollen Wald im Hessischen Ried zu retten. Der Wasserrechtsbescheid ist nach unserer Auffassung rechtswidrig, weil er die völlige Zerstörung des FFHGebietes Jägersburger-Gernsheimer Wald und schwerste Schäden in weiteren Schutzgebieten zulässt. Insbesondere kritisiert der BUND die mögliche Erhöhung der bisherigen Fördermenge um 3,1 auf 21,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr sowie fehlende Auflagen für Naturschutz-Ausgleichmaßnahmen. Mit dem Beschei wird zudem die Diskussion des von der Landesregierung eingesetzten „Runden Tischs zur Verbesserung der Grundwassersituation im Hessischen Ried“ ab absurdum geführt. Seit 2012 ist der BUND Hessen an diesem Runden Tisch beteiligt, der die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Wiederaufspiegelung des Grundwasserstandes in geschädigten Waldbeständen mit den unterschiedlichen Interessengruppen und Akteuren diskutieren und Lösungsansätze ausarbeiten soll. www.bund-hessen.de > Themen und Projekte > Wassser > Hessisches Ried

Klage gegen Bannwaldvernichtung durch Kiesabbau Trotz massiver Eingriffe in Natur und Landschaft und einer erheblichen Beeinträchtigung von Grundwasser und regionalem Klimas hat das Regierungspräsidium Darmstadt am 15.08.2013 der Firma Sehring die Bannwaldabholzung und den Kiesabbau auf einer riesigen Fläche von 63 Hektar im Langener Stadtwald genehmigt. Für den Landesvorstand ist die Genehmigung ein Skandal, weil nach dem Flughafenausbau hier erneut unersetzlicher Bannwald gerodet werden darf. In der Stadt Langen hatten sich schon im Jahr 2010 3.000 Bürgerinnen und Bürger gegen den Kiesabbau ausgesprochen. Um den Bannwald für die Menschen zu retten, hat der Landesvorstand Klage gegen die Genehmigung eingelegt. Angesichts vieler weiterer Kiessand-Lagerstätten in Südhessen ist der Eingriff am Langener Waldsee überflüssig. Für die endlichen Bodenschätze Sand und Kies müsste vielmehr schnellstens eine vollständige Kreislaufwirtschaft installiert werden. Die Fortsetzung der bisherigen Ausbeutung der natürlichen Sand- und Kieslagerstätten stellt dagegen einen unverantwortlichen Raubbau auf Kosten künftiger Generationen dar.

Ohne Wasser verschwindet der artenreiche Riedwald

2013: Ist-Zustand (Wälder bereits geschädigt)

2110: Prognostizierter Zustand (ohne erfolgreiches GrundwasserManagement)

Spendenaufruf Unterstützen Sie die der Klage gegen die Bannwaldvernichtung durch Kiesabbau! Spendenkonto: BUND Landesverband Hessen IBAN: DE46 5005 0201 0000 3698 53 Stichwort (bitte unbedingt angeben!): Langener Waldsee

Die Entscheidung des Regierungspräsidiums öffnet der weiteren Waldzerstörung im Ballungsraum Tür und Tor. Der Landesvorstand fordert deshalb schon lange die Rückkehr zum früheren strengen Bannwaldschutz. Nachdem dies seitens der CDU-FDP-Landesregierung bei der Novelle des Waldgesetzes im Frühjahr 2013 noch abgelehnt worden war, hatte die BUND Lobby-Arbeit letztlich doch Erfolg. Der schwarz-grüne Koalitionsvertrag verspricht, die Rodung und Umwandlung von Bannwald in eine andere Nutzungsart grundsätzlich auszuschließen.

DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Wasser und Wald

Die angekündigte Novelle des Waldgesetzes kommt für die Bannwaldrettung am Langener Waldsee allerdings zu spät. Hier bleibt unsere Verbandsklage die einzige Hoffnung. Trotz aller Anstrengungen konnten wir nicht verhindern, dass Ende Februar 2014 die Rodung einer ersten Teilfläche von 7,5 Hektar vom Regierungspräsidium per Sofortvollzug genehmigt wurde. Der Landesvorstand bleibt aber optimistisch, dass die übrige Fläche von ca. 56 Hektar noch zu retten ist, denn erst im noch ausstehenden Hauptsacheverfahren über die Gesamtfläche werden die BUND-Argumente vollständig vom Gericht gewürdigt. Die Klage zur Rettung des Bannwaldes findet in der Bevölkerung breite Unterstützung. Gut 500 Zuhörer lauschten Mitte Januar in der Langener Stadthalle im Kreis Offenbach dem von Bündnis 90/ Die Grünen organisierten Benefizkonzert der weltbekannten Barrelhouse Jazzband. www.bund-hessen.de > Themen und Projekte > Natur und Artenschutz > Bannwald erhalten

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BUNDjugend

DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Neue Jugendgruppen BUNDjugend Gießen „Hallo, ich bin Carolin und zurzeit Mitglied der BUNDjugend Gießen. Die Idee einer Jugendgruppe entstand auf dem Eine-Erde Camp 2013 und wurde prompt umgesetzt. 2013 liefen bereits Planungstreffen, in denen wir unsere Schwerpunktthemen Textilien und Ernährung festgelegt haben. Wir möchten 2014 mit Aktionen wie einem Kleidertausch oder einer bepflanzten Schubkarre auf diese Themen aufmerksam machen und das Bewusstsein dafür stärken. Natürlich freuen wir uns auch immer wieder über neue motivierte und engagierte Leute, die ebenfalls Lust haben sich für die Umwelt stark zu machen und auch vor Ort aktiv zu werden. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf das kommende Jahr 2014 in der BUNDjugend Gießen!“ Carolin Lotter, carolin.lotter@bundjugend.de

Die neue Landesjugendleitung (von oben links): Andrea Scheibach, Dominik Böhme, Sofia Böhme, Johanna Röschinger, Felix Messer, Jacob Graf, Sarah Sekyra (nicht auf dem Foto: Carolin Lotter und Lukas Keller).

Landesjugendleitung/Jugendgruppen

Landesjugendleitung „Hallo, seit Herbst 2013 sind wir die neue Landesjugendleitung der BUNDjugend Hessen. Zurzeit bestehen wir aus neun hochmotivierten und engagierten Personen, die schon sehr gespannt auf ein neues ereignisreiches BUNDjugendJahr sind.

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Ein besonderes Ziel ist dabei die weitere Stärkung der Zusammenarbeit mit dem BUND Hessen, um einen regelmäßigen Austausch zwischen den „Erfahrenen“ und der Jugend zu gewährleisten. Dazu haben wir uns mit einigen Kreis- und Ortsverbänden des BUND in Verbindung gesetzt, um auch die ortsnahe Arbeit des BUND Hessen kennenzulernen und Anstöße zu liefern, wie man die Jugendarbeit vor Ort voranbringen könnte.

Darüber hinaus haben wir uns für unsere Wahlperiode das Schwerpunktthema Wasser vorgenommen. Dazu ist erst einmal eine inhaltliche Ausarbeitung des Themas vorgesehen, die mit Hilfe unseres AKTIVinfos stattfinden wird. Natürlich sind auch noch andere Projekte geplant, je nachdem, was sich an Themen im Laufe des neuen Jahres ergeben wird. Uns allen macht die Arbeit in der Landesjugendleitung sehr viel Spaß und wir freuen uns schon sehr auf das kommende Jahr 2014, das hoffentlich genauso interessant wird, wie das vorhergehende.“ Die Landesjugendleitung www.bundjugendhessen.de > Über uns > Landesjugendleitung

BUNDjugend Darmstadt Im September letzten Jahres konnten wir die BUNDjugend Gruppe in Darmstadt wieder zum Leben erwecken. Seitdem sind viele neue Leute dazu gestoßen, die Gruppe trifft sich jeden Monat und sammelt Ideen für Aktionen. So wird regelmäßig eine Müllsammelaktion durchgeführt, außerdem geplant sind eine Kleidertauschparty und das Bauen von Vogelfutterstellen. Gemeinsam mit dem CoWo21 wird jeden 8. im Monat ein Film zum Thema Umweltschutz, Konsum oder Gesellschaft gezeigt. Wir hoffen, dass das Jahr 2014 für uns viele neue Kooperationen mit anderen Gruppen, Aktionen und Gesichter bereit hält. Sarah Sekyra, buju.darmstadt@bund.net

Jugendgruppen in Hessen Auch in Wiesbaden und Frankfurt sollen neue Jugendgruppen gegründet werden. Informationen und Kontaktdaten zu allen Gruppen findet ihr hier: www.bundjugendhessen.de > mitmachen > jugendgruppen


Aktionstag Urbane Mobilität Mit dem Fahrrad durch den Sommer – dazu war der Mobilitäts-Aktionstag der BUNDjugend Hessen am 15. Juni 2013 der richtige Auftakt: Endlich mal ohne Auto-Stress klimaneutral durch die Stadt! Das war die Idee für das Jahresprojekt unseres FÖJlers Jean, umgesetzt durch eine Mobilitäts-Tour in Frankfurt. Ca. 50 Klimafreunde fanden sich ein, um nach einer kurzen Begrüßung loszuziehen und autofreie Mobilität in der Stadt vorzuleben und zu erleben. Per Fahrrad und Inliner starteten wir an der Bockenheimer Warte, um durch die Innenstadt und über den Main Richtung Sachsenhausen zu fahren und schließlich an der Alten Oper vorbei nach gut 10 Kilometern die Runde in Bockenheim zu beschließen. Mit Polizeibegleitung verlief das Ganze auf den Hauptverkehrsstraßen sehr entspannt und ohne Konkurrenz zum sonst üblichen Autoverkehr. Es eröffneten sich den TeilnehmerInnen neue Perspektiven auf die Frankfurter Innenstadt

jenseits der üblichen Radler-Schleichwege. Musik hat nicht nur unsere Stimmung beflügelt, sondern auch jede Menge Aufmerksamkeit von PassantInnen erregt. Das Resümee aller MitfahrerInnen: „Super stark und gerne wieder!“

„Eat-in“ und Aktion Vegan „Eat-in“ in Gießen Ein gemütliches Picknick in der Innenstadt war Anfang Juli die erste Werbeaktion für einen Veggie-Day in Gießen. Ein Aktionsbündnis hatte auf Initiative der örtlichen Greenpeace-Gruppe zusammengefunden - mit dabei die BUNDjugend mit ihrer „Fleisch-Kiste“ zum Thema Massentierhaltung und etlichen Broschüren zum Thema. Die verschiedenen Gruppen hatten Salate, Snacks, Brot und Süßspeisen mitgebracht, alles natürlich vegetarisch oder vegan. Mit Decken wurde aus dem Standumfeld schnell ein gemütlicher Picknickplatz. Viele Passanten hielten neugierig an und informierten sich am Stand oder nahmen eine Kostprobe.

Aktion Vegan in Frankfurt Dass vegane Ernährung gar nicht weh tut, konnten PassantInnen Mitte September an einem Infostand der BUNDjugend in Frankfurt erfahren. Ziel der Aktion war es, über alternative Ernährung zu informieren und Konsequenzen aufzuzeigen. Am Goetheplatz bauten die 11 Jugendlichen einen Stand auf, um reichlich Infomaterial, vegane Rezepte und (Müsli-)Riegel unters Volk zu bringen. Das Infozelt wurde ergänzt durch ein kleines privates veganes Picknick mit selbstgemachten Speisen. Etwas mehr als zwei Stunden lang standen die Jugendlichen Rede und Antwort, und klärten auf, welche (positiven) Konsequenzen für Klima, Umwelt und Gesundheit eine alternative Ernährung hat. Ganz unterschiedliche Fragen kamen von zahlreichen Interessierten: Eine Familie hatte beispielsweise Bedenken, ob vegane Riegel verträglich und unschädlich für ihre Kinder seien. Doch diese Sorge konnte schnell beigelegt werden. Fazit der BUNDjugend: Die Stimmung war bestens, das leckere Essen hervorragend und das Interesse der Leute eindeutig vorhanden. Die Aktion ist eine Wiederholung wert!

Links: Aktionstag Urbane Mobilität in Frankfurt, rechts oben: „Eat-in“ in Gießen, rechts unten: Aktion Vegan in Frankfurt.

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Aktionen

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BUNDjugend

Seminare

Gewaltfreie Kommunikation Kommunikation ist manchmal eine schwierige Sache und kann - auch unbeabsichtigt - zu Konflikten führen. „Wenn doch die Anderen sich mal ändern würden!“ - bekanntlich kann man sich aber nur selbst ändern. Und damit zu einem friedlicheren Miteinander beitragen. Im Seminar haben wir uns mit unseren Wahrnehmungen und Bedürfnissen beschäftigt. Wann habe ich mich über etwas geärgert und wie habe ich mich dabei gefühlt? Wie mag sich der/die Andere gefühlt haben? Anhand konkreter, persönliche Beispiele haben wir uns dem Prinzip der gewaltfreien Kommunikation angenähert. Die so genannte „Giraffensprache“, bei der das „aktive Zuhören“ im Vordergrund steht, dient dabei zum Aufbau wertschätzender Beziehungen. Die Giraffe, als das Tier mit dem längsten Hals für einen guten Überblick und dem größten Herzen unter den Säugetieren, ist ein Symboltier der gewaltfreien Kommunikation. Aber natürlich lernt man die „Sprache der Giraffe“ nicht an einem Seminartag, deshalb werden wir das Thema im Jahr 2014 weiter vertiefen.

www.bundjugendhessen.de/termin/giraffe

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Freizeiten

Freizeiten und Seminare 2014

Pferde-Trekking für abenteuerlustige Mädchen

Jetzt mitmachen! Programm! Volles

Nachdem die Freizeit im regenreichen Frühjahr wegen Krankheit unserer Kooperationspartnerin verschoben werden musste, war es dann im August endlich so weit: 10 Mädchen im Alter von 12 bis 15 Jahren machten sich für vier Tage auf den Weg in den Naturpark Kellerwald. Das Leben war einfach und naturnah und die Herausforderungen waren groß: Geschlafen wurde in Zelten oder unter freiem Himmel; es gab weder Duschen noch „richtige“ Toiletten. Doch der tägliche Kontakt zu den Pferden und die schöne Gegend entschädigte für Vieles. Die Mädchen und ihre Begleiterinnen erkundeten jeden Tag den Kellerwald, übten sich im Reiten und im Feuermachen, schnitzten, spielten und malten mit Erdfarben. Und abends am Lagerfeuer erzählten sie sich Geschichten. Ein Outdoor-Angebot nur für Mädchen wird es auch 2014 geben, diesmal im Juni und ohne Pferde. www.bundjugendhessen.de/termin/ outdoorcamp

Natürlich wird derauf Wettbewerb weiter Geodem Land oder Naturerleben Ob fortgeführt. Deshalb alle Kinder und zwiob Kochen Stadt, sind in der caching schen 8-12 aufgerufen, raus in die und TheaterspieMusizieren oderJahren Backen Natur gehen undNaturschutz Pflanzen, Tiere oder in der praktischer obzu len, ganzeoder Lebensgemeinschaften zu beobin Folgen der Globalisierung Rhön achten. DasobMotto Runde heißt oder für Klimaschutz Demodieser Frankfurt, „Mampf! Lebewesen ernähren“. ob Mittelalter im See, sich Baden undWie Sonne BeiKellerwald der Gestaltung Zuoder ihres im Tagebuches haben–die auch im Ökodorf kunft Kinder freie bieten wir JahrWahl: in diesm schreiben, fotoVeranstaleine breite malen, grafieren, basteln, an. retungspalette cherchieren – alles ist erlaubt. . Die handliche Broschüre kannst du Weitere Tipps und kostenlos bei uns anfordern oder downloaden.

BUNDjugend Hessen Tel. 069/67 737 6-30 bundjugend.hessen@bund.net www.bundjugendhessen.de > Freizeiten


falt-Rallye und einen Einführungsvortrag des BUND Wiesbaden. Die folgenden Tage waren dicht gepackt mit interessanten Angeboten, die trotz der hochsommerlich heißen und trockenen Woche gut angenommen wurden.

... unter diesem Motto stand das siebte Eine-Erde-Camp der BUNDjugend Hessen im Sommer 2013. Der Jugend014 naturzeltplatz auf dem FreuDie 60 Jugendlichen -Camp 2 e d r E r e Ein eptembe S . denberg in Wiesbaden passte und jungen Erwach5 is b t 9. Augus e Lißberg senen konnten stets in ru hervorragend sowohl zur BUND- 2 rg u rg, B Ortenbe jugend als auch zum Thema zwischen vier bis fünf WorkVielfalt. Liebevoll gestaltet und shops wählen. Darunter war jeweils ein in direkter Nachbarschaft zum ErAngebot zum Schwerpunktthema fahrungsfeld der Sinne „Schloß Vielfalt. So gab es vom Gärtner des Freudenberg“ bot der Platz abwechsNaturzeltplatzes praktische Tipps zur lungsreich gestaltete Bereiche, einen Gartenvielfalt und mit einer Referentin Gemüse- und Obstgarten, eine sehr vom Verein zum Erhalt alter Kulturgroße Kräuterspirale und beschilderte sorten konnten unbekannte KartoffelNaturschutz- und Naturerlebniseleund Tomatensorten entdeckt und mente. verkostet werden. Eine Waldexkursion und ein Naturschutzeinsatz am benachBereits zur Einstimmung malten die barten Waldrand zeigten die Vielfalt im TeilnehmerInnnen Stofffahnen farbig und am Lebensraum Wald auf. an, die dann aneinandergehängt ein Zeichen für die Vielfalt der Gruppe abAber auch „Vielfalt der Beziehungen“, gaben. Anschließend gab es eine Viel„Vielfalt der Lebensformen“ und „Viel-

falt in der Musik/Weltmusik“ waren gut besuchte Workshops. Das weitere Spektrum reichte von Naturmeditation, Yoga, Filzen, Recycling über Workshops zu Massentierhaltung, Plastik und Nano, Virtuelles Wasser, Aids, Energiewende, Tiefenökologie bis hin zu Kapitalismuskritik, einem Weltmarktplanspiel und „Kaufen für die Müllhalde“. Abends wurde am Lagerfeuer oder im Schlafsack unterm Sternenhimmel weiter diskutiert, wenn man nicht gerade am Jurten-Kino, dem Markt der Möglichkeiten, einem Klimarollenspiel oder der Kleidertauschbörse teilnahm. Das Essen – überwiegend vegan und fast zu 100 Prozent Bio – fand großen Anklang. Das Kochen in einer einfachen Zeltküche stellte das junge Küchenteam zwar vor neue Herausforderungen, aber es fanden sich stets genügend helfende Hände freiwillig im Küchenzelt ein, so dass alle mehr als satt geworden sind.

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Das große Eine-Erde-Camp „Vielfalt leben“...

www.erde-retten.de

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Landesvorstand

Der Landesvorstand des BUND Hessen – gewählt auf der Landesdelegiertenversammlung in Frankfurt-Griesheim am 28. April 2012; von links: Jörg Nitsch, Andreas Elend, Rudolph Schäfer, Dirk Teßmer, Hermann Maxeiner, Herwig Winter, Simone Emanuel, Otto Löwer, Thomas Rahner

Aufgabenbereiche der Vorstandsmitglieder

Vorstandsarbeit

Andreas Elend: Energie, Naturschutz, BUND-Jugend andreas.elend@gmx.de

Teamorientiert, kompetent und engagiert

Simone Emanuel: Nachhaltige Entwicklung, BUNDjugend, Interne Organisation, Verbandsentwicklung/Kommunikation simone.emanuel@bund-hessen.de Otto Löwer: BUNDjugend, Mitgliederwerbung, Mobilität, Naturschutz, Wald otto-loewer@t-online.de Hermann Maxeiner: Atomenergie, Energie, Interne Organisation, Naturschutz, Wasser, Verbandsentwicklung/Kommunikation hermann.maxeiner@bund-hessen.de Jörg Nitsch: Nachhaltige Entwicklung, Landwirtschaft, Finanzen, Grundwasserbewirtschaftung Riedwälder, ICE Rhein-Main/Rhein-Neckar, Interne Organisation, Klimaschutz, Naturschutz, Verbandsentwicklung/Kommunikation joerg.nitsch@bund.net Thomas Rahner: Schatzmeister, Finanzen, Interne Organisation thomas.rahner@bund-hessen.de Dirk Teßmer: Fachratssprecher dirk.tessmer@bund-hessen.de

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Herwig Winter: Nachhaltige Entwicklung Agrogentechnik/Landwirtschaft, Atomenergie, Grundwasserbewirtschaftung Riedwälder, ICE- Rhein-Main/Rhein-Neckar, Interne Organisation, Klimaschutz herwig.winter@bund-hessen.de

Der Landesvorstand tritt einmal monatlich zu seinen regulären Sitzungen zusammen und fasst die notwendigen Beschlüsse zu Inhalten, organisatorischen und finanziellen Fragen für eine erfolgreiche BUND-Arbeit in Hessen. Doch die Sitzungstätigkeit ist nur ein kleiner Teil der Arbeit, die von den Vorstandsmitgliedern geleistet wird. Sie sind Ansprechpartner für die Medien, erarbeiten fachliche Stellungnahmen, führen politische Gespräche, sind für den BUND in Beiräten und Arbeitsgruppen aktiv und engagieren sich darüber hinaus auf der lokalen Ebene oder in Gremien des Bundesverbandes. www.bund-hessen.de > Über uns > Der Landesvorstand


ten Fischteichs. Der jetzt erzielte Kompromiss zwischen der Gemeinde Bromskirchen, dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und dem Landesverband stellt sicher, dass der natürliche Bachlauf erhalten bleibt. Der Linspherbach liegt innerhalb eines Naturschutzgebietes, die Fläche ist zudem Bestandteil eines FFHund Vogelschutzgebietes. Auf Vorschlag des BUND Waldeck-Frankenberg wird nun ein kleiner Seitenbach vollständig in den Fischteich geleitet. Aus dem Hauptgewässer wird die Wasserentnahme dagegen deutlich reduziert. Damit ist eine naturverträgliche Lösung für die Durchgängigkeit des Linspherbaches und die ökologische Aufwertung des Angelteichs gefunden.

Erste schwarz-grüne Koalition in Hessen

Ein Regierungsbündnis aus CDU und Bündnis 90/Die Grünen hätten vor der Wahl wohl nur wenige erwartet. Dennoch bewertete der Landesvorstand den Koalitionsvertrag als gutes Arbeitsprogramm zur Verbesserung der Situation im Umwelt- und Naturschutz. Auch wenn der Vertrag in einigen prominenten Punkten deutlich hinter den BUND-Forderungen zurück bleibt, sind wichtige Vereinbarungen wegen der richtigen Weichenstellungen doch eher positiv zu sehen. Ausdrücklich begrüßte der Landesvorstand die klaren Absagen an die Gentechnik in der Landwirtschaft und die Förderung von Schiefergas mittels Fracking sowie die hervorgehobene Stellung der Energiewende und des Klimaschutzes. Äußerst skeptisch bleibt der BUND jedoch hinsichtlich der Versprechungen zur Lärmreduzierung am Frankfurter Flughafen

Wald-Naturschutz: Altbuchenfläche hat um über 1.600 Hektar abgenommen Der Fachbericht zur Forstwirtschaft im FFH-Gebiet „Hoher Kellerwald“ bestätigte die Beobachtung, dass die alten Buchenbestände in Hessen abnehmen. Die Fläche in Hessen, die von Buchen im Alter von 120 Jahren und älter geprägt wird, hat allein zwischen 2001

Kompromiss zur Renaturierung des Linspherbaches gefunden Eine Klage des Landesverbandes gegen den Ausbau des Linspherbaches und eines Angelteichs im Landkreis WaldeckFrankenberg war in der Sache erfolgreich. Auslöser für die Fehlplanung war der Sanierungsbedarf eines benachbar-

Verbandsklage gegen Braunkohlestaubkraftwerk geht in die zweite Runde Der Landesverband hat mit seinem Einsatz gegen das Braunkohlestaubkraftwerk der AlessaChemie in Frankfurt-Fechenheim beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel einen Teilerfolg erzielt. Nachdem das Verwaltungsgericht Frankfurt die Klage abgewiesen hatte, hatte der BUND erfolgreich die Zulassung der Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel beantragt. Der Beschwerde wurde stattgegeben, weil „ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des Urteils

Eduard-Bernhard-Preis für Dr. Stephan Consemüller

Endgültiges Aus für die Bundesstraße B 87 n durch das Biosphärenreservat Rhön

Auf der Landesdelegiertenversammlung des BUND Hessen am 16. März 2013 verlieh der Landesvorstand den diesjährigen Eduard-BernhardPreis an Dr. Stephan Consemüller vom Ortsverband Gelnhausen .

Foto: Niko Martin

Nach jahrelangem Ringen hat das Bundesverkehrsministerium endlich einen Schlussstrich unter dieses unwirtschaftliche und umweltzerstörerische Projekt gezogen. Der Landesvorstand begrüßt den Verzicht auf eine neue Straßenverbindung zwischen Fulda und Meiningen. Die geplante Trasse hätte eine Schneise quer durch das Biosphärenreservat geschlagen und diesen einzigartigen Naturraum dauerhaft beschädigt. Für den Landesvorstand ist die Entscheidung ein Sieg der Vernunft über den Straßenbauwahn.

und 2012 um mehr als 1.600 Hektar abgenommen. Da die Buchenwald-Schutzgebiete, die nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie in Hessen ausgewiesen wurden, vor allem Altbestände betroffen haben, ist dieser hohe Verlust ein deutliches Warnsignal, dass sich die Situation in den Schutzgebieten tatsächlich auf großer Fläche verschlechtert. Notwendig ist aus Sicht des BUND deshalb die Prüfung durch unabhängige Sachverständige unter der Federführung des Bundesamts für Naturschutz.

DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Vorstandsthemen 2013

„Ich bin stolz darauf, dass der BUND ein Verband ist, dessen Stärke in der Basis liegt“, so Vorstandsmitglied Herwig Winter bei der Preisverleihung. „Deshalb freue ich mich besonders, mit Stephan Consemüller heute einen BUND-Basisarbeiter ehren zu dürfen, wie ihn sich unser Verband nicht besser wünschen kann.“ Bereits seit 20 Jahren leitet Consemüller den BUND-Ortsverband Gelnhausen. Die Initiierung der ersten Bürgersolaranlagen auf dem Dach der Gelnhäuser Philipp-Reis-Schule, die alljährlich stattfindenden Fahrrad- und Pflanzenbörsen sowie die Einführung eines Stadtbusses sind nur einige beispielhafte Projekte, an denen der Leiter des Ortsverbands entscheidend mitgewirkt hat. Insbesondere ist aber die Verbraucher- und Umweltmesse ÖkoTrends mit mehr als 80 Ausstellern hervorzuheben, die Stephan Consemüller mit der Stadt Gelnhausen regelmäßig organisiert. Stephan Consemüller gab den Delegierten den Rat: „Beginnt etwas Neues und wartet nicht auf den Staat. Wir sollten unsere Vorstellungen und Wünsche in unserem Umfeld realisieren“.

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bestehen“, das in der ersten Instanz gefällt wurde. Der Landesverband befürchtet, dass das Braunkohlestaubkraftwerk jährlich 5.000 Tonnen Kohlendioxid, 200 Tonnen Schwefeldioxid, 96 Tonnen Stickoxid, zwei Tonnen Staub und zwei Kilogramm Quecksilber in die Luft bläst. Das Gericht hat die Berufung nun insbesondere wegen der unzureichenden Würdigung der Quecksilberproblematik zugelassen. BUND-Stand auf dem Hessentag Mitten auf der „Klima-Meile“ vor der Geschäftsstelle des BUND Kassel in der Wilhelmsstraße informierte Landesvorstandssprecher Rudolf Schäfer zusammen mit weiteren Aktiven beim Hessentag über den ökologischen Hochwasserschutz, den effektiven Umgang mit Energie und das Wildkatzenprojekt des BUND. Der rege Standbetrieb zog auch wahlkämpfende Politiker an. Ministerpräsident Volker Bouffier, SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel und der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Timon Gremmels schauten vorbei, Grünen-Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch und ihre Landtagskollegin Monne Lentz ließen sich wie auch Willy van Ooyen und Marjana Schott von den hessischen Linken sehen. Die Hessische Umweltministerin Lucia Puttrich nahm 10.000 vom BUND gesammelte Unterschriften gegen das Fracking entgegen (siehe Foto unten).

Foto: Andreas Hoffmann

DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Landesvorstand

Anti-Fracking Demonstration in Kassel

Der Bundesvorstand mit Jörg Nitsch (fünfter v. l.)

Korbacher Resolution gegen Fracking Federführend durch Landesvorstandsmitglied Rudi Schäfer vorbereitet, haben sich am im Mai 2013 in Korbach 26 Anti-Fracking-Initiativen aus ganz Deutschland getroffen und eine Resolution gegen Fracking verabschiedet. In Hessen ist die Gefahr des Fracking nicht vorbei, auch wenn das Umweltministerium den Antrag der kanadischen Firma BNK auf Erlaubnis zur Aufsuchung von unkonventionellen Erdgasvorkommen auf einem Gebiet von mehr als 5000 qkm in Nordhessen abgelehnt hat. Bei einer Demonstration am 30. August in Kassel haben 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Firma Wintershall die „Rote Karte“ gezeigt, um deutlich zu machen, dass Fracking in Hessen unerwünscht ist und um die Firma Wintershall davon abzuhalten, in Hessen eine Aufsuchungserlaubnis zu beantragen.

Landesvorstandssprecher Jörg Nitsch wird stellvertretender Bundesvorsitzender des BUND Bei der Bundesdelegiertenversammlung des BUND im November in Bad Hersfeld ist Jörg Nitsch zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden des BUND gewählt worden. Seit dem Jahr 2000 war Jörg Nitsch Vertreter des Landesverbandes Hessen im Verbandsrat und seit 2008 Vorsitzender dieses Gremiums, in dieser Funktion seitdem auch Mitglied des Bundesvorstands. Als gewähltes Vorstandsmitglied will er sich nun dafür einsetzen, dass der BUND auch im Bereich des Arten- und Biotopschutzes sowie im Biodiversitätsschutz im Vergleich zu anderen Naturschutzverbänden in der Öffentlichkeit als führender Verband wahrgenommen wird. Darüberhinaus möchte Jörg Nitsch dazu beitragen, zielorientierte Lösungen z. B. bei Konflikten zwischen Wind- und Wasserkraft und dem Naturschutz zu erarbeiten und durchzusetzen.

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Foto: Eva Netz

Weitere wichtige Themen des Landesvorstands in 2013: Windenergie in Hessen Flughafen Frankfurt Verbandsklage gegen die Autobahn A 49 EU-Agrarreform Versalzung der Werra durch Abwässer der Kali und Salz AG Wald-Naturschutz Naturschutzgroßprojekt „Hohe Schrecke“ Novellierung Landesentwicklungsplan


Arbeitskreise

AK Energie

AK Recht

Dipl.-Kaufm. Martin Krauß martin.krauss@bund.net

Rechtsanwalt Dirk Teßmer dirk.tessmer@bund-hessen.de

AK Landesplanung und Raumordnung

AK Verkehr

Grischa Bertram grischab@gmx.net

Wolfgang Schuchart wolfgang.schuchart@bund.net AK Wasser

AK Luft/Klima/Lärm

Prof. Dr. Lutz Katzschner katzschn@uni-kassel.de

Dipl. Biol. Dr. Reiner Plasa ak.wasser.hessen@t-online.de Fachrat

AK Stadtnatur

John Dippell john.dippell@bund-frankfurt.de Brigitte Martin brigitte.martin@bund.net

Dirk Teßmer dirk.tessmer@bund-hessen.de

Beratung und fachliches Know-How

DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Fachgebiete und Sprecher

Die Mitglieder der landesweiten Arbeitskreise entwickeln in Absprache mit dem Landesvorstand fachliche Positionen und Programme, sie beraten den Landesvorstand, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle und die Orts-und Kreisverbände in fachlichen Fragen, sie kommentieren gesetzgeberische Vorhaben der Landesregierung und vertreten die BUND-Positionen bei Veranstaltungen und bei Presseanfragen. Der Kontakt zu den jeweiligen Arbeitskreisen auf Bundesebene wird durch regelmäßige Mitarbeit gewährleistet. Die Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitskreise sind im Fachrat vertreten. www.bund-hessen.de > Über uns > Die Arbeitskreise

Der neue Landesarbeitskreis Stadtnatur

Darum brauchen wir einen Arbeitskreis Stadtnatur Der Erfolg des Schwerpunktthemas „Stadtnatur“ im BUND zeigt, dass es in vielen Ortsgruppen Aktive gibt, die sich der vielgestaltigen Natur in der Stadt mit ihren oft kleinteiligen Lebensräumen und einer Fülle verschiedener Tier- und Pflanzenarten widmen. Beispiele für solche Aktivitäten stellen wir in diesem Heft auf den Seiten 7–11 vor. In einigen Gruppen steht die Initiierung von artenreichen Stadtwiesen im Mittelpunkt, in anderen Stadtbäume, Fassaden- und Dachgrün, oder der Schutz von Vögeln, Fledermäusen, Eidechsen, Wildbienen und Schmetterlingen, in weiteren die Umweltbildung für Kinder und Erwachsene. Andere Gruppen setzen sich darüberhinaus für die Reduzierung des Flächenverbrauchs, für Wasser in der Stadt erleben und für ein Leben in der Stadt mit erträglichem Stadtklima durch höheren Grünanteil ein. Der neue LAK Stadtnatur möchte diese vielen Aktivitäten unterstützen. Mögliche Aufgabenschwerpunkte: Vernetzung der Aktivitäten von Orts- und Kreisverbänden sowie von einzelnen BUNDMitgliedern und sonstigen Interessierten Beschaffung und Verbreitung von Sachinformationen Beratung von BUND-Gruppen Veranstaltung von Fachkonferenzen zu einzelnen Aspekten der Stadtnatur Austausch von Informationen mit dem BUND-Bundesverband

Fotos von oben nach unten: Brigitte Martin, Wolfgang Feiß, Katrin Jurisch

Am 27. November 2013 wurde in Frankfurt der „BUND Hessen Landesarbeitskreis Stadtnatur – für mehr Natur in Dorf und Stadt” gegründet. Der Arbeitskreis will den Erfahrungs- und Wissensaustausch sowie die Vernetzung zwischen den BUND-Gruppen und Aktiven fördern, mit dem Ziel, die biologischen Vielfalt in Kommunen zu erhöhen. Als Sprecher/innenteam wurden gewählt John Dippell (Frankfurt), Brigitte Martin, (Darmstadt), Cornelia Christoph (Frankfurt) und Martin Neumann (Flörsheim).

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DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Landesgeschäftsstelle

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle Michael Rothkegel Geschäftsführer Tel. 069/67 73 76-12 michael.rothkegel@ bund-hessen.de

Ulrike Karlheim Sekretariat, Verwaltung Tel. 069/67 73 76-10 ulrike.karlheim@bundhessen.de

Stephan Hübner Jugendbildungsreferent Tel. 069/67 73 76-30 bundjugend.hessen@ bund.net

Thomas Norgall Naturschutzreferent Tel. 069/67 73 76-14 thomas.norgall@ bund-hessen.de

Sven Prodöhl Finanz- und Lohnbuchhaltung Tel. 069/67 73 76-19 sven.prodoehl@ bund-hessen.de

Sabine Wolters Jugendbildungsreferentin Tel. 069/67 73 76-30 bundjugend.hessen@ bund.net

Susanne Schneider Netzwerk Naturschutz Tel. 069/67 73 76-16 susanne.schneider@ bund-hessen.de

Maximilian Geiß Büroorganisation, Verwaltung Tel. 069/67 73 76-18 maximilian.geiss@ bund-hessen.de

Barbara Michalski Jugendbildungsreferentin Tel. 069/67 73 76-30 bundjugend.hessen@ bund.net

Wohlrad Lang Finanzen, Marketing, EDV Tel. 069/67 73 76-11 wohlrad.lang@ bund-hessen.de

Monika Mischke Verwaltung, Versand Tel. 069/67 73 76-17 monika.mischke@ bund-hessen.de

Einnahmen und Ausgaben 2013

Jugendarbeit € 42.544 5,2 %

Spenden € 264.186 32,2 % Mitgliedsbeiträge € 402.174 49,1 % Zinsen/ Erstattungen € 9.771 1,2 %

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Fördererbeiträge € 97.700 12 %

Geldauflagen/ Verbandszuschuss € 45.400 5,5 %

Zuführung Rücklage € 107.142 13 %

Mitgliederservice/ Verwaltung/ Beratung € 100.624 12,3 %

Kommunikation/ Öffentlichskeitsarbeit € 132.458 16,2 % Fachpolitik € 203.513 24,9 % Gremien/ G Untergliederungen € 232.930 28,4 %


In der Landesgeschäftsstelle des BUND Hessen sind acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der fachlichen Arbeit, der Öffentlichkeitsarbeit, der Zuarbeit für den Landesvorstand, den Landesrat und den Fachrat, der Betreuung der Kreis- und Ortsverbände und der Mitglieder des BUND Hessen sowie der allgemeinen Verwaltung beschäftigt. Der BUNDjugend stehen drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung, die sich um das Seminar- und Freizeitenprogramm der BUNDjugend, die Zuarbeit für die Landesjugendleitung, die Betreuung der Kinder- und Jugendgruppen sowie die allgemeine Verwaltung kümmern. Unterstützt werden sie von einer FÖJlerin/einem FÖJler (FÖJ: Freiwilliges Ökologisches Jahr). Geschäftsstelle des BUND Hessen Ostbahnhofstr. 13 60314 Frankfurt Tel. 069/67 73 76-0

Neu im Team: Susanne Schneider Susanne Schneider, Master of Science (MSc) in Wildtierökologie und Wildtiermanagement, ist seit dem 15.11.2013 die neue „Managerin Naturschutzprojekte“ des BUND Hessen. Als Nachfolgerin von Sarah Friedrichsdorf wird sich Susanne Schneider vor allem um die Projekte „Wildkatzensprung“ und „Abenteuer Faltertage“ kümmern.

Darüber hinaus steht sie BUND-Gruppen für Fragen rund um den Naturschutz und Aktionen mit Rat und Tat zur Seite.

DER BUND HESSENWEIT AKTIV

Professionelle Unterstützung für ehrenamtliches Engagement

Die vergangenen drei Jahre hat Susanne Schneider in Wien gelebt, wo sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Hessen ist für sie jedoch kein unbekanntes Land: Da sie von der hessischen Bergstraße kommt, freut sie sich sehr, für den BUND Hessen arbeiten zu können und geht mit viel Enthusiasmus ihre neuen Aufgaben an.

Mitglieder- und Fördererentwicklung 23.000 22.000 21.000 20.000 19.000 18.000 17.000 16.000 15.000

Mitglieder Förderer

14.000 13.000 12.000 11.000 10.000 9.000 8.000 7.000 6.000 5.000 4.000 3.000 2.000 1.000 0

1994 1986 1992 2002 2004 2006 2008 2010 2012 1982 1984 1988 1990 1996 1998 2000 1985 1993 1981 1983 1987 1989 1991 2001 2003 1999 2005 2007 2009 2011 1995 1997

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DER BUND HESSENWEIT AKTIV

BUND-Geschäftsstellen in Hessen Der BUND ist mit seinen 23 Kreisverbänden und über 100 Ortsgruppen überall in Hessen vertreten – allerdings nicht immer mit einer eigenen Geschäftsstelle. Die meisten unserer aktiven Mitglieder organisieren die BUND-Aktivitäten per Home-Office.

Kreisverband Schwalm-Eder Geismarrain 15, 34560 Fritzlar Tel. 05622/63 39 bund.schwalm-eder@bund.net vorort.bund.net/schwalm-eder

Kreisverband Waldeck-Frankenberg Frankenberger Str. 12a 35066 Frankenberg Tel./Fax 06451/2 30 41 50 info@bund-waldeck-frankenberg.de www.bund-waldeck-frankenberg.de

Kreisverband MarburgBiedenkopf Krummbogen 2, 35039 Marburg Mo, Di, Do, Fr 9–13 Uhr Tel. 06421/67363 info@bund-marburg.de www.bund-marburg.de

Ortsverband Darmstadt Lauteschlägerstraße 24 64289 Darmstadt Tel. 06151/37931 bund.darmstadt@bund.net www.bund-darmstadt.de

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Kreisverband Kassel Wilhelmsstr. 2, 34117 Kassel Mo 9–12.30 Uhr, Mi 14.30–18 Uhr Tel. 0561/1 81 58 bund.kassel@bund.net www.bund-kassel.de

Kreisverband Bergstraße Ludwigstraße 13, 64646 Heppenheim Di 18–20 Uhr Tel./Fax 06252/51 89 bund.bergstrasse@bund.net www.bund-bergstrasse.de

Kreisverband Werra-Meissner Mangelgasse 19, 37269 Eschwege Do 18–19 Uhr und nach Vereinbarung Tel.|/Fax 05651/9 61 62 info@bund-wmk.de www.bund-wmk.de

Landesverband Hessen Ostbahnhofstraße 13 60314 Frankfurt Tel. 069/67 73 76-0 bund.hessen@bund-hessen.de www.bund-hessen.de

Weitere Gruppen vor Ort finden Sie unter: www.bund-hessen.de > Kreis- und Ortsgruppen


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Jahresbericht 2013 BUND Hessen