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Bund f端r Umwelt und Naturschutz Deutschland

BUNDmagazin Friends of the Earth Germany

Gemeinsam aktiv Ehrenamt im BUND

www.bund.net

4/2011


Z A R T E R S C H O KO L A D E N GENUSS IN FEINS TER P R E M I U M QUA L I TÄT X Hergestellt nach

besten Rezepturen, mit sorgfältig ausgewählten Zutaten. X 100 % kontrolliert biologischer Anbau X Erhalt einer gesunden Landwirtschaft und verbesserter Lebensstandard der Produzenten in den KakaoUrsprungsländern X Kindersklaverei ausgeschlossen X Ohne Emulgatoren und gentechnisch veränderte Zutaten X vielfach prämiert X koscher zertifiziert

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FORUM Liebe Leserinnen und Leser, und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge … Nun, so weit sind wir noch nicht. Doch mit Krisen und Katastrophen hat das Jahr 2011 bislang nicht gegeizt. Vor allem das europäische Schuldendesaster hält uns seit Monaten in Atem. Nicht nur einzelne Länder, ein ganzer Kontinent hat viel zu lang auf Pump und über seine Verhältnisse gelebt. Und die Märkte, speziell der Finanzmarkt, haben wieder einmal offenbart, dass sie es allein nicht richten, dass hier ein Fehler im System steckt.

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I N HALT

Leserbriefe/ Impressum

MAGAZI N 6

Kurznachrichten

FOTOSEITE 9

Kreuzotter

KOMMENTAR 10 Restlaufzeit für Schwarz-Gelb? TITELTH EMA

Doch vorläufig – und wie lange noch? – dominiert das nackte Krisenmanagement. So sehr, dass der Politik manches bisher schon Vernachlässigtes nun vollends aus dem Blick zu geraten droht. Dabei hilft es nichts, wegzuschauen. Auch anderweitig leben wir über unsere Verhältnisse, verschwenden wir natürliche Reichtümer und endliche Ressourcen, statt sie intelligent und nachhaltig zu nutzen. 2011 ist die Welt der Lösung zentraler Zukunftsfragen keinen Schritt nähergekommen. Weiter fehlen wirksame Instrumente, um den globalen Raubbau an unseren Lebensgrundlagen und den Klimawandel wenn nicht zu stoppen, so doch wenigstens deutlich zu bremsen.

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… so lasst uns heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Selbst wenn man zuweilen verzweifeln wollte ob der Tatenlosigkeit der Politik: Hoffnungslos zu sein, das können wir uns auch nicht leisten. Ist es ein Zufall, dass der Apfelbaum als Symbol der Hoffnung nicht ausgedient hat? Dass er im Zentrum vieler Aktivitäten steht, mit denen BUND-Gruppen und engagierte Einzelkämpfer auf lokaler Ebene ein Zeichen setzen, für eine bessere Welt im Kleinen wie im Großen?

RATGEB ER

Die Vielfalt der ehrenamtlichen Arbeit im BUND macht Mut – wie auch die Vielfalt der Menschen, die sich in unserem Verband für den Schutz der Natur und eine lebenswerte Umwelt einsetzen. Ihr Engagement und ihre Bedeutung für den BUND wollen wir im Titelthema dieser Ausgabe würdigen. Und es steht noch mehr drin in diesem Heft. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen, mit den besten Wünschen für 2012,

Ehrenamt im BUND Die Zukunft sichern Regierung ohne Strategie Erste Adresse für Aktive Neue Perspektiven Macht von unten

AKTION 24 Wir haben es satt! BIOSPHÄR EN R ESERVATE 26 Flusslandschaft Elbe

28 Kompass für den Holzweg 29 Abfall besser trennen ZU R ZEIT 30 31 32 33

Mehr Natur in der Stadt! Grünes Band auf Erfolgskurs Vielfalt vor Pestiziden schützen Holzschutz: Gesünder wohnen

Seite 26: 400 Kilometer Elbe … … bilden Deutschlands längstes Biosphärenreservat. Haben der Fluss und seine Aue das Siegel für Nachhaltigkeit verdient?

AKTIV 34 Neues aus dem BUND 38 Friends of the Earth 40 Die junge Seite MAR KTPLATZ 42 Kleinanzeigen MEDI EN 44 Interessante Neuheiten

Redaktion BUNDmagazin

Seite 12: Was wäre der BUND … … ohne den Einsatz seiner vielen Tausend ehrenamtlichen Mitstreiter? Lesen Sie unser Titelthema über die Rolle des Ehrenamtes in unserem Verband.

Seite 40: Generation Fukushima Mit Protest und handwerklicher Tatkraft reagierten bayerische BUNDjugendliche auf die Atomkatastrophe in Japan.

PERSÖN LIC H 46 Andreas Schwienhorst [4-11] BUNDmagazin

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FORUM

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

BUNDmagazin Friends of the Earth Germany

www.bund.net

3/2011

Halbherzige Energiewende

Titel der Ausgabe 3/11

Energiewende Die Energieeffizienz ist eine Säule beim Klimaschutz, dem kann ich nur zustimmen. Allerdings finde ich den Vorschlag doch überzogen, uns Verbraucher monatlich zu informieren. Hier sehe ich – abhängig von Jahreszeit und Urlaubsphasen – zu viele Störfaktoren, mir reicht die jährliche Ablesung vollkommen aus. Und bei einer Datenübermittlung per Post wäre dieser Vorschlag doch wirklich kontraproduktiv. Ich gehe bei Bedarf zu meinem Zählerkasten und kann die Daten ohne fremde Hilfe ermitteln. Ob zudem ein Diagramm für mehr Information sorgt, sei dahingestellt. Hans-Chr. Schönfeld, Lauenbrück Zu Recht rügen Sie, dass unsere größte »Energiequelle«, die Minderung des Energieverbrauchs, nicht engagiert angegangen wird. Man beachte doch einmal, welch irre

IMPRESSUM Das BUNDmagazin ist die Mitgliederzeitschrift des BUND und erscheint viermal im Jahr. Herausgeber: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany Redaktion: Dr. Norbert Franck (V.i.S.d.P.), Severin Zillich (C.v.D.), Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin,  (0 30) 2 75 86-4 57, Fax -4 40, redaktion@bund. net,  www.bund.net. Unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos werden sorgfältig behandelt; eine Haftung wird nicht übernommen. Gestaltung, Produktion: Claudia Gunkel (Produktionsleitung), Marc Venner (Grafik/Layout), Rudolf Gorbach (Grundlayout)

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BUNDmagazin [4-11]

Stromverschwendung am hellichten Tage üblich geworden ist: Geschäfte und Restaurants sind auch außen üppig beleuchtet, damit man weiß, dass sie geöffnet sind. Hunderte Lampen leuchten in den Fluren von Kliniken oder Discountern, auch wenn in die verglasten Räume grell die Sonne scheint. Und dazu das Reklamegefunkel. Gut, dass es zunehmend Leute gibt, die gegen den Strom der Konsumverblödung schwimmen und sich für die Energiewende engagieren. Ernst Udo Kaufmann, Müllheim

Ergänzungsvorschlag zum Artikel: ein Kontakt zu unabhängigen und auf Nachhaltigkeit spezialisierten Anlageberatern. Martin Völkle, Rheinfelden-Herten

Schienennetz ausbauen

Als langjähriges Mitglied bin ich nicht mehr damit einverstanden, wie sich der BUND von Anti-AtomHysterikern instrumentalisieren lässt. Der Ersatz von AKW durch erneuerbare Energien wird erkauft mit massiver Zerstörung von Natur, Tier- und Umwelt. Energiepolitik ist reine Industriepolitik, nicht Sache der Naturschutzverbände. Die AntiAtom-Politik des BUND verrät die Prinzipien des Naturschutzes. Bruno Kolb, Owingen

Ihre Forderung nach mehr Taktverkehr ist grundsätzlich richtig, aber nicht das allein entscheidende Merkmal, um gerade Fernreisende zum Umstieg zu bewegen. Wichtig ist vielmehr die Konkurrenzsituation Bahn/Straße. Verkehrt bei paralleler Streckenführung die Bahn auf alten, teilweise eingleisigen Trassen, während neue oder ausgebaute Autobahnen kurze Reisezeiten erlauben, ist die Wahl zugunsten der Straße entschieden. Hier vermisse ich die klare Forderung des BUND, bei Ausbau und Neubau das Schienennetz eindeutig zu bevorzugen. Dass es dabei auch zum Konflikt mit Naturschutzbelangen kommen kann, ist klar. Hier gilt es vernünftig abzuwägen, um eine attraktive Fahrt mit der Bahn zu ermöglichen. Josef Schneider, Stuttgart

Saubere Rendite

Elektroautos

Mit großem Interesse habe ich den Artikel »Saubere Rendite« gelesen. Ihre zehn Tipps für die Geldanlage kann ich nur unterstützen, auch die Tipps zu Heizkosten und Fotovoltaik. Ich selbst wohne zu 100 % erneuerbar, mit einer kombinierten Pellets-Solarthermie- und einer Fotovoltaikanlage. Leider sind die meisten Menschen noch zu zurückhaltend, was nachhaltige Anlagen betrifft. Hier wäre mein einziger

Sie schreiben, dass die Energieeffizienz des Elektroautos bei 90 % liegt. Jedoch wird immer vergessen, dass die Kraftwerke, die den Strom erzeugen, einen Wirkungsgrad von unter 50 % haben und dann noch Leitungsverluste anfallen. Dies in Betracht gezogen, liegen Elektromotor und Verbrennungsmotor im Wirkungsgrad ungefähr gleichauf. Marius Schreiber, Berlin

Titelbild 4/11 (15. Jg.): Fotos von Jörg Farys Verlag: Natur & Umwelt Verlags-GmbH, Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin Mitgliederservice:  (0 30) 2 75 86-479, Fax -4 40, mitgliederservice@bund.net Bezugspreis: für Mitglieder im Beitrag enthalten; für Nichtmitglieder 15 Euro pro Jahr Anzeigenverwaltung: Nicole Deege, Zweiplus Medienagentur, Pallaswiesenstraße 109, 64293 Darmstadt,  (0 61 51) 81 27-1 01, Fax: 89 30 98. Es gilt der Anzeigentarif Nr. 18. Druck: Brühlsche Univ’druckerei GmbH & Co KG Papier: 100% Recycling, glänzend gestrichen Spenden: Der BUND benötigt für seine Arbeit über die Mitgliedsbeiträge hinaus Unterstützung. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar. Bitte über-

weisen Sie Ihre Spende auf das Konto Nr. 232 der Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 501 98. Danke! (siehe dazu  www.bund.net/spenden) Copyright: Alle Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck oder sonstige Verwertung nur mit schriftlicher Einwilligung des Verlages. Druckauflage: 155 950 Exemplare (IVW 3/2011); in Natur + Umwelt: 103 000 Ex. (IVW 4/2010) Beilagen: Dieses BUNDmagazin enthält Beilagen von GEO sowie (in Teilauflage) von Walbusch, Naturparke, Vivanda, Wilhelm Egle, Ökodirekt und Personalshop. Das BUNDmagazin 1/2012 erscheint am 11. Februar mit dem Schwerpunkt »Naturschutz in der Stadt«.


Die ganze Mobilitätsdebatte scheint mir zu sehr auf Wohnbereiche mit guter Infrastruktur ausgerichtet zu sein. Mir fehlen Anregungen für eine nachhaltige Mobilität auch im ländlichen Raum, wo weniger Leute als Pool für gemeinsam genutzte Transportmittel bereitstehen und außerdem größere Entfernungen zurückzulegen sind. Insgesamt stimme ich Ihrem Autor aber zu – vor allem seiner Kritik, die Elektromobilität auf Autos zu fokussieren und diese mit nicht ökologisch erzeugtem Strom zu betreiben. Thorsten Willig, Burgschwalbach

mittelt. Tatsächlich aber steigt das Unfallrisiko objektiv erheblich an. Denn verglichen mit dem Radfahren auf der Fahrbahn ergeben sich auf Radwegen vermehrt Konflikte mit Fußgängern und steigen Zahl und Schwere der Unfälle mit KfzBeteiligung an den Knotenpunkten (Kreuzungen, Einmündungen, Grundstückszufahrten) deutlich an. Deshalb sehen alle, denen die Förderung und Sicherheit des Radverkehrs ehrlich am Herzen liegen, baulich getrennte Radwege kritisch. Gefördert werden sollte der Radverkehr, nicht der Radwegebau. Wolfgang Bönig, Bamberg-Gaustadt

Radverkehr fördern

Nicht regional

Im Editorial schreiben Sie, dass Investitionen in Fahrradwege nachhaltig seien. Unter Fahrradwegen versteht man meist baulich von der Fahrbahn getrennte, straßenbegleitende Radwege. Schon seit vielen Jahren ist bekannt, dass diese Art der Radverkehrsführung zwar ein subjektives Sicherheitsgefühl ver-

Ich habe Ihren Artikel über das Projekt »Morgen Lande« gelesen, interessante Idee. Sie stellen das Projekt »Kochtüte« vor, mit dem Hinweis, bei der Zubereitung werde Wert auf regionale und saisonale Zutaten gelegt. Beim vorgestellten Gericht aus Kokos, Curry und Couscous ist das leider ganz und gar nicht der Fall!

Ich hoffe, beim nächsten Rezept liegen Anspruch und Handeln näher beieinander. Gerne können Sie sich dazu Anregungen auf unserer Webseite holen:  www.regionalsaisonal.de Tillmann Lübker, Karlsruhe

Für Nano-Produkt geworben Kataloge vom Humanitas-Buchversand liegen regelmäßig dem BUNDmagazin bei. Ich finde es problematisch, dass hier für ein riskantes Nano-Produkt geworben wird, den »Geohumus Aqua 3+«. Wenn man weiter mit Humanitas kooperieren möchte, würde ich es sehr begrüßen, in der Mitgliederzeitschrift darüber aufzuklären, dass »Geohumus« nanotechnologisch hergestellte Inhaltsstoffe enthält. Ulla Krajewski, Köln

Die Redaktion freut sich über jede Zuschrift, behält sich aber Kürzungen vor. Eine erweiterte Auswahl von Leserbriefen finden Sie unter  www.bund.net/bundmagazin – etwa vier Wochen nach Erscheinen der neuen Ausgabe.

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Zukunft bewegen.

DB AG/Michael Neuhaus

Frischer Wind für mehr Klimaschutz: Die Deutsche Bahn ist auf dem Weg zu 100 Prozent erneuerbaren Energien im Schienenverkehr!

Die Bahn ist schon heute das Verkehrsmittel mit dem höchsten Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor. Diesen Umweltvorteil wollen wir in Zukunft noch weiter ausbauen: Wir haben uns vorgenommen, den Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrom bis 2020 fast zu verdoppeln – auf mindestens 35 Prozent Strom aus Wasserund Windkraft. Bis 2050 soll der Strom für unsere Züge komplett CO2-frei sein.


MAGAZI N

Kooperation für die Meere

Stickerparade mit tegut

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er BUND macht sich stark für die Rettung der Meere – für Schutzgebiete in Nord- und Ostsee, sichere Schiffe, die naturverträgliche Nutzung der Windkraft und der Fischbestände sowie die Rettung wertvoller Küstenregionen mit ihrer biologischen Vielfalt. Zum Be-greifen nah kamen unserem Anliegen all die Kinder und Jugendlichen, die in den letzten acht Wochen an der gemeinsamen Aktion von BUND und tegut teil-

nahmen: der Stickerparade »Abenteuer Weltmeere«. In über 300 tegutFilialen wurden Aufkleber mit Motiven zu Meer und Küste verkauft. Im Sammelalbum präsentierte sich der BUND mit seinen Aktivitäten für den

Meeresschutz, und die BUNDjugend stellte sich als »Mitmachverein« für Kinder und Jugendliche vor. Einen Teil der Erlöse spendete tegut unserem Projekt Meeresschutz, das Nadja Ziebarth seit 2009 vom BUND Bremen aus betreut. Neben der finanziellen Hilfe gelang es dank der Sticker auch neue Zielgruppen für den Meeresschutz zu gewinnen. Mehr dazu unter 씰 www.bund.net und 씰 www.stickerparade.de

BUND-internes Druckportal

Eigene Drucksachen – schön und umweltgerecht

P

roduzieren Sie ansprechende Flyer, Plakate oder Grußkarten mit hohem Umweltstandard für Ihre Verbandsarbeit. Nutzen Sie dafür den einfachen Weg – das interne Druckportal des BUND! Mithilfe professionell gestalteter Vorlagen können Sie Drucksachen über das Internet erstellen, ohne teure Programme oder Grafikkenntnisse. Für Laien ist das Druckportal unkompliziert zu handhaben, und Profis eröffnet es große Gestaltungsmöglichkeiten. Die Vorlagen bieten schon im einfachen Modus viel Freiraum. So können Sie Bilder hochladen und zuschneiden, Texte formatieren oder Rückmeldeformulare erstellen. Weil die Kosten für Agenturen und Grafiker entfallen, werden

hochwertige Drucksachen bezahlbar. Und da Sie genau die benötigte Menge ordern können, verbrauchen Sie weniger Ressourcen. Gedruckt wird übrigens auf Recyclingpapier mit dem »Blauen Engel«. Das Portal wird betrieben von LokayDRUCK, einem Partner, der zum BUND passt: Produktion und Versand sind klimaneutral. Die Druckerei stellt uns das Portal und seine Weiterentwicklung gratis zur Verfügung. Sie zahlen damit allein für Qualität und Umweltstandards. Probieren Sie das neue Druckportal aus und nutzen Sie die Aktionspreise für Visitenkarten! 씰 www.bund-intern.net

BUND-Position »Lebendige Wälder« Unser Wald ist nicht allein eine »grüne Menschenfreude«, wie Bertold Brecht einmal schrieb. Er ist vielmehr eine Grundlage unseres Daseins, er liefert frische Luft und Trinkwasser und den Rohstoff Holz. Und er birgt zahllose Tiere, Pilze und Pflanzen, die in ihm und von ihm leben. Die vielfältigen Leistungen des Waldes für die biologische Vielfalt und unser Gemeinwohl verdienen einen höheren Stellenwert, so die Botschaft einer neuen BUND-Position. Mit ihr appelliert der BUND für eine schonendere Holznutzung und dafür, der Wildnis im Wald wieder mehr Raum zu geben. Entstanden ist die Position im Wissenschaftlichen Beirat des BUND unter Federführung des Arbeitskreises Wald und unter Mitwirkung des BUND-Referates Naturschutz. Als kostenlosen Download finden Sie die Position unter 씰 www.bund.net/waldposition, die 60-seitige Druckversion erhalten Sie zu den Portokosten beim BUND-Versand, ꇴ (0 30) 2 75 86-4 80, bundladen@bund.net

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BUNDmagazin [4-11]


KURZ + GUT »Only bad news is good news« heißt es unter Medienleuten, vor allem schlechte Nachrichten erregen demnach unsere Aufmerksamkeit. Doch positive Nachrichten aus dem Umwelt- und Naturschutz tun einfach gut. Deshalb finden Sie hier kleine bunte Meldungen der letzten Zeit, über die wir uns gefreut haben.

einzelligen Algen bis zum Säugetier – beleben die Erde, 6,5 Mio. an Land und 2,2 Mio. in den Ozeanen. Diese Zahlen basieren auf der bislang genauesten Schätzung der Artenzahl durch das Projekt »Census of Marine Life«. Lediglich 1,25 Mio. Arten sind bereits beschrieben, der Rest ist noch gänzlich unbekannt. Viele Arten dürften aber noch vor ihrer Entdeckung ausgestorben sein. 앫 Zwölf bislang unbekannte Froscharten wurden im Südwesten Indiens gefunden, drei weitere Arten galten bereits als verschollen. Alle Arten sind nachtaktiv und wurden bei einer gezielten Suche mit Taschenlampen aufgespürt. Die Entdeckung wurde im Magazin »Zootaxa« beschrieben. 앫 Windkraft und Sonnenstrom haben erstmals über 20 Prozent zur deutschen Stromerzeugung beigesteuert. Nach ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft deckte der grüne Strom im ersten Halbjahr 2011 mit 57,3 Mrd. Kilowattstunden etwa 20,8 Prozent des deutschen Strombedarfs – so viel wie nie. Vor einem Jahr waren es noch 18,3 Prozent. 앫 Am 5. September feierte das Bio-Siegel den zehnten Geburtstag. Seit 2001 haben sich der Umsatz mit Bioprodukten wie auch der Flächenanteil der Biobetriebe und deren Anzahl verdoppelt. »Das Siegel hat fraglos erheblich zu dieser Entwicklung beigetragen«, so der Vorsitzende vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Felix zu Löwenstein. 앫 Der Europäische Gerichtshof hat in einem Grundsatzurteil entschieden: Honig, der Pollen nicht zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen enthält, darf nicht in

Verkehr gebracht werden – ein bahnbrechendes Urteil für alle Imker und Verbraucher in der EU. Im konkreten Fall war der Honig des Klägers durch ein Versuchsfeld des Agrarkonzerns Monsanto verunreinigt worden, dessen Mais »Mon 810« nur als Futtermittel zugelassen ist. Der Imker hat nun Anspruch auf Schadenersatz. Mit dem Urteil hat der EuGH das in der EU-Gesetzgebung fixierte Gebot der Nulltoleranz bestätigt.

Christof Rieken

앫 Rund 8,7 Millionen verschiedene Organismen – von

Aus Anlass des Internationalen Jahres der Wälder erkundeten 250 Grundschulkinder aus Berlin/Brandenburg am 17. August die Umgebung Chorins im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Schirmherr der Veranstaltung war Bundespräsident Christian Wulff, der mit Frau Bettina auch den Stand des BUND besuchte und sich hier über unseren Einsatz für Wildkatze und Waldverbund informieren konnte.

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[4-11] BUNDmagazin

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MAGAZI N

Drei Fragen an EU-Umweltexperte …

Jo Leinen (Sozialisten und Demokraten)

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er BUND ist überparteilich. Verbündete unseres Engagements für Natur und Umwelt finden sich in Brüssel in allen Fraktionen. Zu ihnen zählt Jo Leinen. Der Vorsitzende des Umweltausschusses (63) ist seit 1999 im Europäischen Parlament. Das BUNDmagazin stellte ihm drei Fragen. Herr Leinen, Europa leidet unter einer schweren Finanzkrise. Spricht in Brüssel noch jemand von Umweltpolitik? Wir müssen in der Tat aufpassen, dass die Klima- und Umweltpolitik nicht zweitrangig wird und unser Bemühen um eine gute Umwelt- und Lebensqualität Rückschläge erfährt. Vor allem beim Klimaschutz spüren wir erheblichen Widerstand gegen eine weitere Reduzierung von Klimagasen. Mit vielen anderen EU-Parlamentariern bin ich dafür, dass Europa zur Weltklimakonferenz ein besseres Ange-

bot auf den Tisch legt: mit einer 30statt 20%igen Reduktion von Klimagasen bis 2020. Am wichtigsten aber wird sein, dass die EU die Verpflichtungen aus dem Kyotoprotokoll über 2012 hinaus einhält. Der Naturschutz spielt von jeher ein »kümmerliches Randdasein« im EUHaushalt, wie Sie mal gesagt haben. Zur Bewahrung der biologischen Vielfalt hat die EU eine Strategie entwickelt. Was muss geschehen, damit diese kein Papiertiger bleibt? Die große Chance liegt in der Reform der europäischen Agrar- und Fischereipolitik, beides steht gerade auf dem Prüfstand. Europaparlament und Umweltbewegung müssen hier für eine Ökologisierung und mehr Nachhaltigkeit sorgen, das würde sehr zum Schutz der Biodiversität beitragen. Natürlich müssen wir auch das Programm Natura 2000 fortführen und seine Vollzugsdefizite abbauen. Wir brauchen einen europaweiten Biotopverbund.

Zur Agrarreform: Das Europaparlament will Tierhalter, die auf Qualität und Nachhaltigkeit achten, nicht länger benachteiligen. Was tut Ihre Fraktion dafür, dass wir Fleisch aus Massentierhaltung künftig so leicht erkennen wie das Käfig-Ei mit der 3? Wir wollen Lebensmittel generell besser kennzeichnen – und speziell die Produkte der für Umwelt und Gesundheit so problematischen Massentierhaltung. Wir benötigen gesündere Lebensmittel, die besser im Einklang mit dem Naturhaushalt erzeugt werden. Auch hier müssen wir eine Entscheidung finden, der beide Gesetzgebungskammern der EU zustimmen können, das Europaparlament und der Ministerrat mit den 27 Regierungen. Die Agrarlobby ist unverändert mächtig und sehr aktiv, nicht nur das deutsche Agrarministerium steht den Interessen der Großindustrie noch zu nahe. Hier müssen sich das Denken und Handeln unbedingt ändern. sz

Ökotipp

Besser leben

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ede Woche verbreitet der BUND einen Ökotipp. Bewährte Hausrezepte finden sich hier neben neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Viele große und kleine Zeitungen veröffentlichen die BUND-Ökotipps

regelmäßig. Auch Privatpersonen können sie kostenlos abonnieren. Die gesammelten Tipps finden Sie unter  www.bund.net/oekotipps

Grüne Jobs finden Umweltschutz hat Zukunft – und bietet im Energiesektor, im Recycling und in vielen anderen Bereichen immer mehr Jobs. Gute grüne Angebote lassen sich am besten online finden. Allen, die in diesem Bereich eine Arbeit oder Ausbildung suchen, empfiehlt der BUND die Plattform  Greenjobs.de – sie ermöglicht kostenfreie Inserate. Mit pro Jahr rund 4 000 Anzeigen für Ausbildungs- und Arbeitsplätze sowie entsprechende Gesuche ist sie die bekannteste Jobbörse im Netz. Eine weitere gute Webseite für die Stellensuche ist  Stellenmarkt-Umweltschutz.de. Auch die Seite des Bonner Wissenschaftsladens  Wila-Arbeitsmarkt.de liefert einen guten Überblick. Dort lässt sich eine Auflistung grüner Ausbildungs- und Arbeitsplätze aus 150 Zeitschriften und Online-Portalen abonnieren.

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BUNDmagazin [4-11]

Für den Sektor der erneuerbaren Energien gibt es einen Ableger der Stellenbörse  Eejobs.de. Das soziale Netzwerk  Movegreen.com für erneuerbare Energie, Mobilität und Umwelt bietet einen virtuellen Aushang für Stellenangebote. Und für die Arbeitsuche im Ausland empfiehlt der BUND, dortige Stellenbörsen zu durchforsten. Ein Portal mit internationalen Angeboten ist beispielsweise  Greenjobs.com. Europaweite Internet-Stellenbörsen sind  Jobsingreen.eu und  Oekojobs.de. Für junge Menschen, die begrenzte Zeit im Naturund Umweltschutz aktiv sein wollen, eignet sich das Buch »Jobben für Natur und Umwelt – Europa und Übersee« (15,90 Euro), siehe  interconnections.de/ content /jobs-natur-und-umwelt


FOTOSEITE

Wir wollen Moor!

W. Willner

Torf gehört ins Moor – und nicht in Blumenerde. Auch die bedrohte Kreuzotter gehört ins Moor. Der BUND setzt sich für ihre Zukunft und den Schutz ihres Lebensraumes ein.  www.bund.net/moore

[4-11] BUNDmagazin

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Schwarz-gelbe Bundesregierung

KOMMENTAR

Zwei Jahre Restlaufzeit? Der Autor Olaf Bandt ist der Direktor Politik & Kommunikation in der Bundesgeschäftsstelle des BUND.

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m September 2013 finden die nächsten Bundestagswahlen statt, die Bundesregierung aus Union und FDP ist in die zweite Halbzeit gegangen. Was sind die zentralen politischen Forderungen des BUND für die verbleibenden 22 Monate der Regierungsperiode? Noch vor allen Einzelthemen wie Energiewende oder Naturschutz steht ein Anliegen ganz oben auf unserer Liste: Wir fordern eine bessere Bürgerbeteiligung bei Genehmigungsverfahren für Straßen, Flughäfen, Bahnstrecken oder Industrieanlagen. Der Konflikt um den Neubau des Stuttgarter Bahnhofs hat es auf den Punkt gebracht: Ohne eine aktive und faire Bürgerbeteiligung kann in Deutschland kein größeres Infrastrukturprojekt mehr geplant werden. Die Menschen wollen in solche Verfahren einbezogen werden, weil diese Projekte sich in der Regel weitreichend auf ihre Heimat, die Natur, ihre Gesundheit und ihr Eigentum auswirken. Eine staatliche Top-Down-Planung vermag diese Folgen nicht mehr sinnvoll in Genehmigungsverfahren einzubringen. Deshalb brauchen wir nun – nachdem die bürgerlichen Beteiligungsrechte über 20 Jahre lang abgebaut wurden – eine Gesetzesinitiative, die eine frühzeitige, faire und kompetente Integration von Bürgerinteressen bei solchen Verfahren garantiert. Der BUND hat dazu zentrale Eckwerte entwickelt, die wir jetzt in den Bundestag tragen. Zum Klimaschutz: Mit dem Atomausstieg hat die Bundesregierung im Sommer eine Zielmarke zum zukunftsfähigen Umbau unserer Energieversorgung gesetzt. Doch ein Konzept, das den Klimawandel begren-

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zen könnte, ist dies leider nicht: Es fehlen wirksame Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu senken – in elektrischen Geräten, bei der Gebäudeheizung und im Verkehr. So wird mindestens die Hälfte des heutigen Energieverbrauchs nicht in Nutzen umgesetzt, sondern verschwendet. Diese staatlich abgesicherte Energieverschwendung kann durch erneuerbare Energien niemals aufgefangen werden. Gleichzeitig könnte Energiesparen uns Verbraucher wirklich entlasten: Fördert der Staat besonders Strom sparende Geräte, so senkt er die Stromrechnung und unterstützt technische Innovationen. Schärfere CO2Grenzwerte für Pkw würden parallel die Spritkosten mindern – und unsere Abhängigkeit von Erdöl aus Krisenregionen. Ein besonderes Anliegen des BUND ist es, die Strom- und Wärmeerzeugung in kleinen Kraftwerken mit Kraft-Wärmekopplung auszuweiten. Das senkt die Energieverluste der Stromproduktion von 66 auf 10 Prozent, erlaubt dezentrale Anlagen in der Hand lokaler Stadtwerke und reduziert den Bedarf an neuen Überlandleitungen für Strom. An zwei Stellen könnte die Bundesregierung kurzfristig viel für die Natur bewegen: Neue Forschungsergebnisse zeigen die Schädlichkeit von Herbiziden wie Glyphosat, die beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen eingesetzt werden. Sie wirken verheerend auf die Gesundheit der Anwohner und gehen auch auf die behandelten Lebensmittel über (wie Gensoja). Daher fordert der BUND die Agrogentechnik komplett neu zu bewerten. Wir wollen speziell konservative Politiker ansprechen, die in der Gentechnik lange ein Allheilmittel der Nahrungsproduktion sahen. Zuletzt hatte sich die Bundesregierung vorgenommen, mehr für die biologische Vielfalt in unseren Flüssen und Auen zu tun – ein Ergebnis des jahrelangen Drucks, den der BUND hier ausgeübt hat. Im Sommer hat die Koalition nun Pläne vorgelegt, die darauf zielen, nur noch wenige Flüsse als Bundeswasserstraßen zu erhalten. Viele andere – wie Weser, Fulda oder Saale – sollen nicht weiter vertieft und ausbetoniert werden. Diese Weichenstellung für unsere Flüsse muss in politische Entscheidungen, Budgetverschiebungen zum Schutz der Flüsse und eine konkrete Renaturierung von Flüssen und Auen münden. Dafür wünscht der BUND der Bundesregierung die nötige Kraft und Weitsicht. Unsere Unterstützung für dieses Vorhaben ist ihr auf jeden Fall sicher.


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Fotostrecke S.12 –20: Jörg Farys

TITELTH EMA

Herbstlicher Arbeitseinsatz auf einer Streuobstwiese des BUND am Hamburger Stadtrand.

Ehrenamt im BUND Die EU hat 2011 zum Jahr des Ehrenamtes erklärt – im Volltext: zum »Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft«. In Deutschland ist das Ehrenamt besonders verbreitet. Mehr als jeder Dritte setzt sich in seiner Freizeit für gemeinnützige Zwecke ein. Quer durch alle Altersgruppen engagieren sich Menschen für Dinge, die ihnen wichtig sind. Seit seiner Gründung lebt auch der BUND von diesem Einsatz, von der Ortsgruppe bis zum Bundesverband und bis hinein in die internationale Zusammenarbeit mit »Friends of the Earth«. Das Jahr des Ehrenamtes ist ein willkommener Anlass, um dieses Engagement einmal gesondert zu würdigen. Mit unserer Fotostrecke wollen wir auf den nächsten Seiten zeigen, wie vielfältig Menschen im BUND aktiv sind. Und – obwohl es kein Geld einbringt und mitunter viel Zeit kostet – wie erfüllend ein Ehrenamt im Umwelt- und Naturschutz sein kann.

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BUNDmagazin [4-11]


Ehrenamt im BUND

Die Zukunft sichern Viele Tausend Ehrenamtliche tragen die Arbeit des BUND, und es erstaunt immer wieder, wie breit gefächert ihre Ideen und Aktionen sind. Diesen Einsatz zu fördern und zu erhalten ist von größter Bedeutung für die Zukunft unseres Verbandes.

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lisabeth und Volker Söllner sind zwei von 34 000 aktiven Ehrenamtlichen im BUND. Sie sind der BUND. Sie gestalten und bestimmen diesen Verband. Denn die Stärke des BUND liegt in der Stärke seiner Mitglieder, die sich ehrenamtlich und unentgeltlich für die Ziele und Visionen des BUND einsetzen. Diese Vision treibt auch Elisabeth und Volker Söllner an. Sie kauften einen brachgefallenen Acker im pfälzischen Sulzheim – zuerst nur, um sich einen Platz der Ruhe zu schaffen und die Natur zu beobachten. Inzwischen ist hier ein »grünes Klassenzimmer« entstanden, auf sechs Grundstücken mit rund 40 000 Quadratmetern. Jede der Parzellen ist einem eigenen Thema zugeordnet – Vorbild für immer mehr Nachbargemeinden, die Kontakt aufnehmen und sich über das Bildungsprojekt informieren wollen. Die Söllners selbst bleiben bescheiden. »Wir wollen einen Beitrag zur Umweltbildung leisten und Refugien für Tier und Mensch schaffen.« Im grünen Klassenzimmer ist vieles möglich: Pflanzen beschnuppern, Kräuter einbuddeln, Schmetterlinge beobachten … Bereits auf der ersten Parzelle halfen den Ehrenamtlichen des BUND Schüler und Lehrer aus der Umgebung. Nach und nach kamen dann immer mehr Grundstücke, mehr Ideen, mehr Mitstreiter und Gruppen dazu.

Steigende Anforderungen Die Söllners sind kein Einzelfall. In 16 Landesverbänden und 2 000 lokalen BUND-Gruppen stellen sich Menschen ehrenamtlich den ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Sie meistern Aufgaben, die der Staat längst nicht mehr alleine leisten kann. Sie retten Amphibien, pflegen artenreiche Wiesen und renaturieren Bachläufe. Sie machen unsinnige und zerstörerische Verkehrsprojekte zu einem öffentlichen Thema, mit fachlich versierten Stellungnahmen und Aktionen, die Aufsehen erregen und für ihr Anliegen werben. Sie betätigen sich in wissenschaftlich orientierten Arbeitskreisen auf Bundes- und Landesebene. Und sie vermitteln den Wert der Natur über eine Fülle von Bildungsangeboten. All das leisten Ehrenamtliche im BUND. Nur in Kooperation mit ihnen können die wenigen Hauptamtlichen unseres Verbandes auch an den großen Rädern der Politik drehen und von der Kreisgruppe bis zum Bundesverband wirkungsvolle gesellschaftspolitische Lobbyarbeit für die Natur betreiben. Rund 15 Stunden pro Woche stecken die Eheleute Söllner in ihr Naturparadies. Damit sind sie nicht allein. Rund 2,8 Millionen Arbeitsstunden haben die Ehrenamtlichen des BUND im Jahr 2010 für ihr Umweltenga-

Beate Holderied 1985 hat sie die BUND-Gruppe in Weil im Schönbuch bei Stuttgart mitgegründet, aus klassischem Anlass: Ein Tunnel für vom Straßentod bedrohte Kröten musste her. Bis heute ist sie die Kassenwartin, eine Banklehre hatte sie dazu prädestiniert. Zum Naturschutz kam bald die Umweltbildung. Kindern die Schätze vor der Haustür nahezubringen, damit waren Beate Holderied und ihre Mitstreiterinnen sehr erfolgreich. Die zwei Gruppen »Wühlmäuse« und »BUNDspechte« waren rasch überlaufen. Gemeinsam mit einer Schule entstand ein »Klassenzimmer im Grünen« (vgl. oben). Mit der Geburt ihrer Kinder kündigte sie ihren Job in der Bank – und konnte einen Teil ihres aufwendigen Ehrenamtes zum Beruf machen. Das Spielfeld der 46-Jährigen sind die Streuobstwiesen rund um ihren Wohnort. Aktuelle Herausforderung: die Ausbildung zum »Schmetterlings-Guide« des BUND BaWü.

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Karsten Otte Der 52-jährige Herforder, Obstbauer in dritter Generation, ist engagierter Naturschützer. Als ein Sprecher der BUND-Kreisgruppe setzt sich der studierte Landespfleger an vielen Stellen für seine ostwestfälische Heimat ein. Einen Schwerpunkt bildet der Widerstand gegen zerstörerische Verkehrsprojekte. So hat er – mit anderen – den Ausbau der Bundesstraße B 239 quer durch die Werre-Aue verhindert. Eine »bitterböse Sache« sei die seit Jahrzehnten geplante Autobahn A 33, die das kleinteilige Landschaftsmosaik am südlichen Fuß des Teutoburger Waldes durchschneiden würde. Bedroht ist hier unter anderem die größte Population der seltenen Bechsteinfledermaus in NRW. Wird Karsten Otte nicht von seinen Äpfeln und Birnen, Erdbeeren und Sauerkirschen gefordert, ist er so oft es geht draußen unterwegs. Einer seiner Herzenswünsche: der geplante Nationalpark Teutoburger Wald/Senne.

gement verwendet. Mit dem Aufwand, den die Söllners treiben, gehören sie übrigens zu den besonders Aktiven. Durchschnittlich nimmt das Ehrenamt im BUND etwa fünf Wochenstunden in Anspruch. Eine überschaubare Investition. Viele unserer langjährig Aktiven wenden weit mehr Zeit auf. Denn die Anforderungen an »die Umweltschützer« steigen. Die Erfolge der Umweltbewegung, das wachsende Gehör, das sie findet, bringt viele Ehrenamtliche an ihre Grenzen. Wie neben Beruf und Familie alle Einflussmöglichkeiten nutzen, um einen alten, lieb gewonnenen Baum vor der Säge zu retten, ein Wiesenstück vor der Umgehungsstraße, einen Bach vor den Wasserbauern? In den letzten Jahrzehnten sind die Aufgaben für ehrenamtliche Vertreter des Natur- und Umweltschutzes stetig gestiegen. Viele sind mit großer Überzeugung aktiv, bleiben trotz aufkommender Widrigkeiten zäh bei der Sache. Nicht immer dankt ihnen die Umgebung das. So kann bürgerliches Engagement vor Ort schnell zu einer persönlichen Gratwanderung werden.

Wirksam und kompetent Das Ehrenamt ist für den Natur- und Umweltschutz schon immer sehr bedeutsam. Seine historischen Wurzeln reichen zurück in die Heimatbewegung, zu den ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten Anfang des 20. Jahrhunderts. Erst durch deren Wirken kam es ab 1970 zum Aufbau hauptamtlicher Strukturen auch auf Regierungsebene. Verdient machten sich ehrenamtliche Naturschützer vor allem, indem sie überregional bedeutsame Lebensräume wertvoller Arten erfassten – und nicht selten vor der Zerstörung bewahrten. Über die Jahre weitete sich das Spektrum des ehrenamtlichen Umwelteinsatzes kontinuierlich aus.

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Parallel organisierte sich im BUND seit seiner Gründung 1975 eine breit gestreute Fachkompetenz. Der wissenschaftliche Beirat des BUND deckt heute eine bunte Themenpalette ab: von der Umweltethik und dem Umweltrecht bis zum Gewässerschutz, von Wirtschaft und Finanzen bis zu Sport und Gesundheit, von der Abfall- über die Energie- bis zur Verkehrspolitik. In keinem anderen deutschen Umweltverband arbeiten so viele und unterschiedlich spezialisierte Fachleute zusammen. Ihre Expertise zeigt Wirkung, sei es in einem Bebauungsplan auf kommunaler Ebene, sei es bei der Gestaltung eines Regierungsprogramms in Berlin oder einer europäischen Richtlinie in Brüssel. Zum Lückenbüßer für staatliche und wirtschaftliche Versäumnisse aber kann und darf das Ehrenamt nicht werden. So ist die Politik gut beraten, engagierte Bürger künftig frühzeitiger und besser in Entscheidungsprozesse einzubinden. Gut abgestimmte und zukunftsfähige Beschlüsse helfen langwierige – und gerade für ehrenamtlich aktive Bürger aufwendige – Konflikte zu vermeiden. Aus diesem Anlass hat der BUND erst Ende Oktober eine öffentliche Konferenz zum Thema »Bürgerrechte und Bürgerbeteiligung bei Genehmigungsverfahren« veranstaltet.

Neue Formen des Ehrenamts Das Engagement versiegt nicht. Aber es verändern sich die Formen. War früher das Ehrenamt in einem Verein selbstverständlich, prüfen viele Menschen heute erst einmal, inwieweit ein Ehrenamt in die eigene Lebensplanung passt. Dieser aktuellen Debatte stellt sich der BUND in einer engen Zusammenarbeit zwischen Hauptamt und Ehrenamt. Das Hauptamt bietet die Kontinuität, die ein Verband mit der Größe des


Rebekka Schlang Im September hat die 19-jährige Bonnerin ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Bundesgeschäftsstelle der BUNDjugend begonnen. Von Berlin aus koordiniert sie das Projekt »weltbewusst«. Nachhaltiger Konsum und Globalisierung, diese Themen haben es ihr angetan, seit sie vor zwei Jahren an dem Workshop »Ohne Geld durch die Welt« teilnahm. Seitdem engagiert sich Rebekka Schlang für die BUNDjugend, bietet konsumkritische Stadtführungen an und hilft ein alljährliches Klimacamp im rheinischen Braunkohlerevier zu organisieren. Ihre Devise: Vom Sofa aus kann man die Welt nicht retten. Nebenbei lässt sie sich gleich zweifach zur Multiplikatorin ausbilden: für die BUNDjugend zum Thema »Klimawandel und soziale Gerechtigkeit«, für FIAN zum »Menschenrecht auf Nahrung«. Später will sie mal in die Wirtschaft gehen. Ihr Ideal: die Wirtschaft revolutionieren!

BUND bieten muss. Das Ehrenamt kann die Vielfalt der Themen abdecken und so die fachliche Glaubwürdigkeit unseres Verbandes bewahren. Wie gut dieses Zusammenspiel klappt, hat der konzertierte Einsatz für den Atomausstieg 2010 und 2011 gezeigt. Der BUND erfährt ein wachsendes Interesse an aktiver Mitarbeit. Das deckt sich mit Untersuchungen des Bundesfamilienministeriums, das vor allem im Umwelt- und Naturschutz ein erhebliches Potenzial an engagierter Teilnahme von Freiwilligen erkennt.

Gemeinsam stark Nicht umsonst betont der BUND in seinem Leitbild zur Verbandsentwicklung von 2004 die herausragende Bedeutung des Ehrenamts – in der Verbandsführung wie bei der Alltagsarbeit vor Ort. Als Mitmachverband profitieren wir vom Engagement einer Vielzahl von Menschen, die sich unterschiedlich an den Verband gebunden und in einem großen Spektrum von Projekten und inhaltlicher Arbeit eingebracht haben. Die Stärke des BUND manifestiert sich also in der Stärke seiner Mitglieder, in ihrem gemeinnützigen, kritischen und zuweilen anstrengenden Einsatz für unsere gemeinsamen Ziele. Deshalb muss und möchte der BUND weiter Menschen gewinnen, die die Werte und Ziele des BUND in den Verbandsgremien mit Leben erfüllen. Zweifellos eine Gratwanderung: Je professioneller auch wir im BUND arbeiten müssen, desto mehr erhöht sich der Druck auf Ehren- wie Hauptamtliche. Dieser Herausforderung stellen wir uns. Doch bei aller Professionalisierung: Das Ehrenamt wird als demokratisch legitimiertes Aufsichtsorgan des Vorstands und als politisch bestimmendes Gremium seine herausragende Stellung im Verband beibehalten.

Die Zukunft des BUND hängt deshalb ganz maßgeblich davon ab, dass freiwilliges Engagement in unserem Verband gerade auch durch das Hauptamt kontinuierlich gefördert und unterstützt wird. Das erfordert zugleich an vielen Stellen einen Zugang zu Menschen zu finden, der nicht mehr unbedingt über die Mitgliedschaft definiert ist. Im Umkehrschluss heißt dies: Neue Aktive anzusprechen und in bestehende Strukturen einzubinden bedeutet heute auch für Ehrenamtliche eine wichtige Herausforderung. Nur wenn dies gelingt, werden wir die vielfältige ehrenamtliche Arbeit in gleichem Umfang weiterführen können.

Sichtbarer Erfolg Neues Ehrenamt gewinnen kann man am besten über ein aktives Ehrenamt. Initiativen wie das grüne Klassenzimmer der Söllners sind ein Motor für Neues. Der praktische Naturschutz wird in diesem Rahmen immer von besonderer Bedeutung sein. Hier gehen Aktion und Erfolg Hand in Hand: Am Ende des Tages ist der Erfolg sichtbar, und man teilt das gute Gefühl, gemeinsam etwas geschafft zu haben. Was motiviert Elisabeth und Volker Söllner, weiterzumachen? Es sind die begeisterten Kinder und die Wertschätzung, die sie für ihr Engagement im BUND erfahren. Etwa mit dem Publikumspreis »Ehrensache«, den sie dieses Jahr vom Südwestrundfunk bekamen. Für ihren Einsatz sei den Söllners und allen anderen Ehrenamtlichen des BUND hiermit herzlich gedankt! Martina Löw und Hubert Weiger

Hubert Weiger ist der Vorsitzende des BUND, Martina Löw leitet das Freiwilligenreferat. Kontakt: Tel. (0 30) 2 75 86-4 55, martina.loew@bund.net

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Arbeitskreise Auf Bundesebene sind 200 ExpertInnen in 20 Arbeitskreisen tätig, auf Landesebene sogar 500 in 90 Arbeitskreisen.

Aktive BUND-Gruppen Wieviele Kreis- und Ortsgruppen sind mit welchen Aufgaben beschäftigt?

Grafiken: Judith Nasdal

Marcus Bollmann Seit über zehn Jahren ist der 47-jährige Ingenieur aus Clausthal-Zellerfeld für den BUND aktiv – auf lokaler Ebene (zwischenzeitlich leitete er die Kreisgruppe Goslar), auf Landesebene für den BUND Niedersachsen (für den er in der Regierungskommission Klimaschutz mitwirkt) oder auf Bundesebene für den Arbeitskreis Energie des BUND. Sein Interesse gilt vorrangig den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Marcus Bollmann unterhält ein Ingenieurbüro für Gebäudetechnik und Energiesysteme. Ehrenamtlich formuliert er mit dem Bundesarbeitskreis Positionspapiere des BUND zu Wasserkraft und Windenergie. Nach innen wie außen versucht er mögliche Konflikte – etwa mit dem Natur- und Landschaftsschutz – zu minimieren. Der Vater von zwei Kindern träumt von einer weitgehend kommunalen Energieversorgung – und vielen, vielen energetisch sanierten Altbauten.

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Nationale Engagementstrategie

… ohne Strategie Die Bundesregierung hat Bewusstsein dafür erkennen lassen, dass bürgerschaftliches Engagement einen gesamtstaatlichen Rahmen benötigt. Doch inhaltlich gibt ihre Strategie kaum etwas her.

N

ational ist schon mal gut. Verweist dies Attribut doch auf den Willen, ein bundesweites Phänomen – nämlich das vielfältige bürgerschaftliche Engagement in unserem Land – als Einheit und übergreifendes Leitbild anzuerkennen. Für die Absicht, mit einer Strategie hier bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, verdient die Bundesregierung ausdrücklich Lob. Doch leider ist in der vor einem Jahr vorgelegten nationalen Engagementstrategie bisher keine Strategie zu entdecken. Das Papier scheint vorrangig der Selbstbeweihräucherung zu dienen. Neben einer Zielbestimmung umfasst es lediglich eine Aufzählung aktueller und vergangener Dienstleistungen und Projekte, welche die Regierung mit dem federführenden Familienministerium realisiert hat. Als Strategie ist einzig der Wunsch erkennbar, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in die Finanzierung staatlicher Programme einzubinden, getreu dem Motto: »Das Geld nehmen wir gern.« Vergeblich sucht man zum Beispiel die schon lange geforderte Reform des Zuwendungsrechts. Dabei hätte es sich die Bundesregierung so einfach machen können. Das eigens einberufene Nationale Forum für Engagement und Partizipation mit Hunderten von versierten ExpertInnen arbeitete 23 konkrete Vorschläge aus, wie der zivilgesellschaftliche Rahmen modernisiert werden kann. Am Ende wurde kein einziger Vorschlag in die Engagementstrategie übernommen.

So kann und so sollte man nicht zusammenarbeiten. Dialog und Mitgestaltung sehen anders aus. Besonders dringlich ist aus Sicht des BUND: • der Abbau von Bürokratie (etwa beim Zuwendungsrecht) und der Ausbau von Bürgerbeteiligungsrechten und Instrumenten der direkten Demokratie. • die Erarbeitung eines Statusgesetzes für Freiwilligendienste, das Jugend- und Bundesfreiwilligendienst integriert; für Letzteren wäre auch die alleinige Zuständigkeit des Bundes zu hinterfragen. • die Förderung von Engagement an unterschiedliche Lebenswirklichkeiten anzupassen, um unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen besser einzubeziehen. • den demografischen Wandel als engagementpolitische Herausforderung anzusehen. • bürgerschaftliches Engagement nicht nur symbolisch anzuerkennen, sondern über Einzelmaßnahmen hinaus den rechtlichen Rahmen für Engagierte zu verbessern – von Kompetenznachweisen über den Versicherungsschutz bis zur Infrastruktur. Als Fazit bleibt, was Stefan Nährlich vom Kompetenzzentrum »Aktive Bürgerschaft« gekonnt so formuliert hat: »Diese erste nationale Engagementstrategie ist keine gute Politik für die Förderung von Bürgerengagement, sondern der schlechte Versuch, mit diesem Engagement Politik zu machen.« Martina Löw

Adelheid und Helmut Korn Als Helmut Korn begann, sich für den Bund Naturschutz in Bayreuth zu engagieren, gab es den BUND noch nicht. Seit 1974 ist der pensionierte Altphilologe dabei, angezogen von der Mischung aus praktischem Naturschutz und Umweltpolitik, die in Bayern und später bundesweit im BUND gepflegt wird. Bis zum Februar dieses Jahres – 28 Jahre lang – leitete er die Kreisgruppe Bayreuth, immer unterstützt von seiner Frau Adelheid. Sie hat seinen Einsatz mitgetragen, hat selbst mit angepackt und sammelt bis heute Spenden mit ihrem Mann. Eine Tochter und zwei Enkelkinder haben die Korns. Seit Helmut Korn nicht mehr Kreisvorsitzender ist, kümmert sich der 74-Jährige noch stärker um die Biotoppflege: Über 50-mal war er seit dem Frühjahr draußen, hat jetzt im Herbst oft gemäht und entbuscht. Sein Hauptwunsch ist, dass die Reform der europäischen Landwirtschaft gelingt.

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Freiwilligenreferat

TITELTH EMA

Erste Adresse für Aktive Das Freiwilligenreferat der BUND-Bundeszentrale ist die Servicestelle für Gruppen und Aktive in unserem Verband. Es unterstützt ihre Arbeit in allen Belangen.

Ü

ber 300 Gruppen und Aktive treten jeden Monat mit uns in Kontakt. Einerseits, um die Angebote des Freiwilligenreferats zu nutzen. Andererseits ist das Referat Anlaufstelle für alle Frage rund um die Organisation der Gruppen: Wie gewinnen wir neue Freiwillige? Wie organisieren wir unsere Gruppen, und welche Akzente setzen wir? Auch Praktisches hat große Bedeutung: von der Einrichtung der eigenen Internetseite bis zur Gestaltung von Flyern oder Plakaten.

 bund-intern.net Seit 2007 bündelt das Freiwilligenreferat alle Angebote für Gruppen und Aktive auf den internen Serviceseiten. Einmal im Monat informiert der Aktiven-Newsletter über Neuerungen. Registrieren kann sich jede/r, die/der für den BUND aktiv ist oder aktiv werden will. Auf unseren internen Seiten finden Aktive Informationen zu aktuellen Kampagnen und Aktionen. Dazu gibt es Material für die Mobilisierung, Vorlagen für Pressemitteilungen oder Unterschriftenlisten. Die Serviceseiten bieten Gruppen vieles, was sie bei ihrer lokalen Arbeit materiell und inhaltlich unterstützt – vom BUND-Logo über Briefvorlagen bis zu Praxis-Handbüchern, die Tipps geben, wie sie Freiwillige gewinnen, überzeugend argumentieren oder Führungen in die Natur aufwerten. Bestellt werden können auch thematische Materialpakete, etwa zum Libellenschutz oder zur Wildkatze. Zudem informieren wir über wichtige BUND-Veranstaltungen wie die Bundesdelegiertenversammlung, Workshops oder Weiterbildungen.

Darüber hinaus bieten die Serviceseiten eine Plattform, um sich auszutauschen und zu vernetzen. So nutzen Landesverbände bund-intern.net, um ihre Angebote zu verbreiten. Und das Aktivenforum erlaubt es allen Teilen des BUND, eigene Themen zu diskutieren, wenn nötig auch bei beschränktem Zugang.

ANNA und das Druckportal Mit der Projektdatenbank Netzwerk Naturschutz (ANNA) wollen wir die Vielfalt unserer Naturschutzprojekte in ganz Deutschland darstellen. Sie soll den fachlichen Austausch unserer Naturschützer stärken und sie besser vernetzen. ANNA ist Teil des Internetauftritts des BUND. Alle Gruppen können hier ihre Projekte einer breiten Öffentlichkeit vorstellen: von der Streuobstwiese über die Biotoppflege und den Artenschutz bis zur Umweltbildung. Und sie können Erfolge kommunizieren, wichtige Termine ankündigen oder Helfer suchen. Wer seine Aktivitäten in dieser Datenbank auf bund-intern.net notiert, vermag sie anschließend über bund.net der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das verbandsinterne Druckportal ist ebenfalls direkt über die internen Serviceseiten zu erreichen. Mit ihm können Gruppen und Aktive anhand von Vorlagen eigene schöne Drucksachen erstellen und mit hohen Umweltstandards zu fairen Preisen produzieren lassen (siehe »Magazin«). Stefan Euen … ist Mitarbeiter im BUND-Freiwilligenreferat.

Entdecken Sie unsere Angebote:  www.bund-intern.net Oder kontaktieren Sie uns direkt: martina.loew@bund.net, Tel. (0 30) 2 75 86-4 55

Startseite von ANNA, der Projektdatenbank für alle Naturschutzaktivitäten im BUND.

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Canan Cömert Die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern ist 2009 zu »Yesil Cember« (Grüner Kreis) gestoßen, der türkischsprachigen Umweltgruppe des BUND Berlin. Noch im gleichen Jahr war sie mit vier Frauen der Gruppe und vielen weiteren BUND-Aktiven beim Klimagipfel in Kopenhagen, um vor laschen Kompromissen zu warnen. Canan Cömert ist in Istanbul geboren, hat Volkswirtschaft und »Master of Business Administration« studiert und arbeitet heute in einer Bank. Traurig ist die 39-Jährige über das oft fehlende Umweltbewusstsein ihres deutsch-türkischen Bekanntenkreises. Nicht nur ihn versucht sie als »Umweltbotschafterin« für die Anliegen des BUND zu gewinnen. Für »Yesil Cember« ist sie auch andernorts aktiv, etwa in Hamburg auf Einladung der türkischen Gemeinde. Warum das alles? Um ihren Kindern und künftigen Enkelchen eine lebenswerte Welt zu vererben.

Bundesfreiwilligendienst

Neue Perspektiven Seit dem 1. Juli gibt es neue Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement. Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) soll den Wegfall des Zivildienstes kompensieren. Was bietet er Aktiven im Umwelt- und Naturschutz? Und was unterscheidet ihn vom Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ)?

B

eim Aufbau und der Etablierung des neuen Freiwilligendienstes mischt der BUND kräftig mit. Als eine von insgesamt 15 Zentralstellen im Bundesfreiwilligendienst haben wir die große Chance, neue Freiwillige für unsere Aktivitäten und Projekte zu gewinnen. Spannend ist: Anders als bei den herkömmlichen Angeboten für junge Leute – dem Freiwilligen Sozialen und Ökologischen Jahr – können wir nun völlig neue Bevölkerungsgruppen ansprechen. Konkret heißt das: Wer das 16. Lebensjahr erreicht und die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat, darf als Bundesfreiwilliger aktiv werden. Das können junge Menschen sein, die noch nicht genau wissen, welcher Job zu ihnen passt; Berufstätige, die einmal etwas ganz anderes machen wollen; Rentner, die noch nicht die Füße hochlegen möchten; Arbeitssuchende, die auf diesem Wege wieder Berufspraxis erlangen können; oder Männer und Frauen nicht-deutscher Herkunft. Diesen und vielen weiteren Menschen mit ganz individueller Motivation bietet der Bundesfreiwilligendienst die Möglichkeit, aktiv für die Gemeinschaft zu werden. Und das Angebot wird positiv aufgenommen. Pro Tag erreichen uns in der BUND-Zentralstelle ein bis zwei Bewerbungen. Für die Einsatzstellen im BUND bedeutet dies, aus einem großen Pool motivierter Freiwilliger passende Bewerber mit unterschiedlichsten Fähigkeiten und Vorkenntnissen wählen zu können.

Bei der Vertragsgestaltung überlässt der Gesetzgeber den Einsatzstellen in wichtigen Punkten Verhandlungsspielraum – besonders für die Beschäftigung von über 27-Jährigen. Attraktiv wird der BFD für Einsatzstellen daher besonders bei der Beschäftigung älterer Aktiver. Sowohl die Arbeits- und Vertragslaufzeit als auch die Vergütung in Form von Taschengeld und Verpflegungspauschale können in einem gewissen Rahmen individuell zwischen Einsatzstelle und Freiwilligen vereinbart werden. Flexibilität erlaubt das Bundesfamilienministerium auch bei der pädagogischen Begleitung der »Ü27«. Damit weist das neue Angebot deutlich über den ehemaligen Zivildienst und das FÖJ hinaus. Weniger individuell anpassbar ist die Situation junger Bundesfreiwilliger unter 27. Für sie gelten – in Anlehnung an das etablierte FÖJ – dessen (strengere) Regeln: Vollzeit, verpflichtende Seminare etc. Das erschwert die öffentliche Werbung für den BFD als eine zusätzliche Chance für bürgerliches Engagement. Es bleibt abzuwarten, wie der neue Dienst so überzeugend in der Gesellschaft verankert werden kann. Der BUND setzt sich dafür ein, die Gesetzgebung bundesweit rasch zu verbessern. Victoria Muntendorf … betreut die BUND-Zentralstelle in Berlin: Tel. (0 30) 2 75 86-5 41, victoria.muntendorf@bund.net

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Bürgerbewegung

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Die neue Macht von unten In den letzten Jahren hat sich eine erfolgreiche Bürgerbewegung entwickelt, jenseits etablierter Verbände. Der BUND als führender »Mitmachverband« kann dieser Bewegung eine Plattform bieten.

W

er sich in der Bürgerbewegung engagiert, ist oft nur für begrenzte Zeit aktiv. Um neue Aktive für unsere Umweltarbeit zu gewinnen, ist es wichtig, deren Bedürfnisse zu kennen, auf sie einzugehen und bei Bedarf die eigenen Strukturen zu überdenken. Zunächst müssen wir fragen: Warum engagieren sich viele Bürger/innen nicht in den großen Verbänden? Und nach welchen Mechanismen organisiert und artikuliert sich die Bürgerbewegung? Die Gründe hierfür sind vielfältig und dem Zeitgeist geschuldet.

Engagement auf Zeit Viele Menschen entscheiden sich heute spontan, welches Engagement ihnen gerade wichtig ist. Im Mittelpunkt steht meist ein konkretes umweltpolitisches Ziel, das einfach und verständlich benannt ist. Um eine »Bewegung« auszulösen, müssen sich viele Menschen mit diesem Ziel identifizieren und einen Bezug zu ihrem Lebensumfeld erkennen können. Aktionen erfolgen zweckgebunden und mit oft hoher Beteiligung. Dabei erreichen Demonstrationen oder Mahnwachen mitunter Größenordnungen, wie sie die Umweltbewegung zuletzt in den 80er Jahren erlebt hat. Die Aktiv-Bürger/innen unterstützen Volksabstimmungen, zelebrieren eine Form direkter Demokratie

und äußern ihre Unzufriedenheit öffentlichkeitswirksam. Typisch für die Bewegung ist das lokal begrenzte Engagement, das nur auf ein Projekt zielt. Auch spielen neue Organisationsformen wie das Internet eine wesentliche Rolle. Bürgerbewegungen bilden sich häufig nach demselben Muster: Initiativen oder Einzelpersonen gründen ein Bündnis. Verbände wie der BUND beteiligen sich vielfach daran – und steuern Infrastruktur, Pressekontakte und Fachwissen bei. Auch die rechtlichen Möglichkeiten der Verbände werden im Bündnis gern genutzt. Als Partner mit guten Kontakten zu Parteien und seiner Kenntnis von Verfahrensabläufen ist der BUND hochwillkommen. Als Mitmachverband aber werden wir eher nicht wahrgenommen. Selten gelingt es, Mitstreiter aus solchen Bündnissen längerfristig für eine Arbeit im Verband zu gewinnen. Hierzu fehlt es vielerorts an geeigneten Strukturen. Facharbeitskreise, Ortsgruppen und andere Gremien erscheinen für diese Zielgruppe oft wenig attraktiv.

Das Beispiel Hamburg Im Bündnis zum Volksbegehren »Unser Hamburg – Unser Netz« wird deutlich, welche Rolle wir derzeit in der neuen Bürgerbewegung spielen. Der BUND Ham-

Marika Krüger »Lagune« – das steht in Erfurt für die »Lokale Aktionsgruppe Urbanes Naturerleben« des BUND-Stadtverbands. Auf einer Brachfläche in der Innenstadt ist ein Freiraum entstanden, wo Menschen zusammenkommen, gärtnern, Kultur erleben und natürliche Wildnis erfahren können. Marika Krüger ist hier seit 2009 aktiv. Die Sozialpädagogin ist hauptberuflich beim Förderverein für ökologischen Landbau in Thüringen tätig. Ehrenamtlich engagiert sie sich in der Lagune, um Mitmenschen für die Natur zu begeistern. Mehr auf unsere Umwelt zu achten, dieses Anliegen kann man auch Kindern gut erlebbar machen. Daher bietet die 33-Jährige, die selbst zwei kleine Kinder hat, mit einer Kollegin »Naturentdecker-Samstage« an. Ein Gartenfest mit Livemusik, Poetry-Slam und frisch gepresstem Apfelsaft bildete im September den stimmungsvollen Abschluss eines ereignisreichen Jahres.

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arbeit angelegten Strukturen profitieren nur bedingt von den Kurzzeit-Aktiven. Wichtig ist, dass der BUND sich auf die neue Bewegung einstellt. Auch Menschen, die sich nur phasenweise einbringen wollen, muss eine Beteiligung möglich sein, so wie es bei der Unterschriftensammlung gelungen ist.

Jede/r ist willkommen Im BUND Hamburg hat sich schon vor einigen Jahren »BUNDAktiv« gegründet – ein Pool von Menschen, die für bestimmte Aktionen bereitstehen, aber keiner festen Gruppe angehören. Soziale Kontakte werden über regelmäßige Treffen geboten. Die Aktionen sind, was Zeit und Aufwand für den Einzelnen betrifft, begrenzt. Jede/r ist willkommen mit den Fähigkeiten, die sie und er mitbringt. Die Betreuung und Mobilisierung übernimmt in Hamburg ein hauptamtlicher Ehrenamtskoordinator. Aber auch erfahrene Ehrenamtliche können diese Aufgabe wahrnehmen. Der BUND will künftig mehr Menschen der neuen Umweltbewegung für seine Aktivitäten mobilisieren – und damit ein zukunftsträchtiges Potenzial besser ausschöpfen. Maren Jonseck-Ohrt

Beteiligung bieten Nach dem erfolgreichen Volksbegehren existiert das Bündnis weiter, da das Ziel nur über die nächste Stufe – den Volksentscheid – erreicht werden kann. Die vielen ehrenamtlichen Helfer aber haben vorerst ihren Einsatz beendet. Jetzt erfolgt eine Phase der fachlichen Aufarbeitung, wo Expertenwissen gefragt ist – wieder ein typisches Aufgabenfeld für den BUND. Am Beispiel Hamburg zeigt sich: Unsere Ortsgruppen und Arbeitskreise mit ihren auf langfristige Mit-

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burg hat als einer von drei Hauptakteuren – mit dem Evangelischen Kirchenkreis HH-Ost und der Verbraucherzentrale HH – wesentlich zum Gelingen des Volksbegehrens im Juni beigetragen. Insgesamt sieben Gruppierungen haben sich vereint, um die städtischen Energienetze wieder in öffentlicher Hand zu betreiben. Sie sollen so umgebaut werden, dass sie Hamburg dezentral und effizient mit erneuerbarer Energie versorgen können. Eine der drei Vertrauenspersonen mit Außenwirkung ist unser Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. Sitz des Aktionsbüros ist die BUNDGeschäftsstelle. Wesentliche strategische Schritte werden von den Experten des BUND initiiert, gute politische Kontakte unterstützen das Anliegen. Es gelang dem Bündnis, Hunderte freiwillige Helfer zu gewinnen, die die nötigen Unterschriften sammelten – insgesamt 116 000 in drei Wochen. Die Helfer wurden intensiv über eine gemeinsame Projektstelle der drei großen Bündnispartner betreut. Zentraler Anlaufpunkt war in dieser Zeit die BUNDGeschäftsstelle. Auch öffentlich wurde der BUND Hamburg als wesentlicher Akteur wahrgenommen.

359 Seiten, gebunden, a 19,95 D ISBN 978-3-407-85934-1

Wie die Natur die Kreativität unserer Kinder fördert

… engagiert sich im Vorstand des BUND Hamburg und im Arbeitskreis Ehrenamt. Ende September erhielt sie dafür in ihrer Heimatstadt den mit 1 500 Euro dotierten Ehrenpreis der »Zitronenjette«.

Kinder in der Natur sind heutzutage eine aussterbende Spezies. Die Folgen: Flucht in virtuelle Welten, Hyperaktivität, Gewalt, Sucht, ein gesteigerter Gebrauch von Psychopharmaka sowie eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt. Richard Louv hat mit seinem Buch bereits eine breite ökologische Bewegung ausgelöst mit dem Ziel: Geben wir unseren Kindern die Natur zurück! Mit 80 Tipps für Umweltaktionen. »Dieses Buch ist ein ungeheuer wichtiges Buch.« Prof. Dr. Weiger, Vorsitzender des BUND

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AKTION

Bauernhöfe statt Agrarindustrie Demonstration – Kundgebung – Protesttafel Samstag, 21. Januar 2012, 11:30 Uhr am Berliner Hauptbahnhof

A

uf Initiative des BUND demonstrierten Ende Januar in Berlin 22 000 Menschen gegen Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte. Daraufhin trafen einige unserer Forderungen bei den Agrarkonzernen plötzlich auf offene Ohren. Die Bundesregierung aber beharrt darauf, die Agrarindustrie weiter auszubauen. Darum tragen wir unseren Protest erneut auf die Straße. Der BUND hat mit dem Deutschen Tierschutzbund, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Neuland die nächste Demo angestoßen. Viele Organisationen, Verbände und Bürgerinitiativen haben sich angeschlossen. Zusammen rufen wir unter dem Motto »Wir haben es satt!« dazu auf: Demonstrieren Sie mit uns in Berlin! Informieren und mobilisieren Sie in ihrer Gemeinde, Stadt und Region zu dieser Demo! Die Agrarindustrie verursacht Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Megaställen. Sie verschärft Hungerkrisen und den Klimawandel und führt zum Verlust Tausender Bauernhöfe. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen. Das haben wir satt!

EU und Bundesregierung fördern die Agrarindustrie mit milliardenschweren Subventionen. Doch die Chance eines Politikwechsels war noch nie so groß. Jetzt werden die entscheidenden Weichen für die Agrarpolitik bis 2020 gestellt. Die Bundesregierung blockiert bisher eine echte Reform. Wir fordern von Bundeskanzlerin Merkel: • Subventionen an soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien zu binden • Faire Regeln durchzusetzen statt Agrarmärkte zu liberalisieren • Heimisches Futter zu fördern statt Gentech-Soja • Spekulationen mit Lebensmitteln zu beenden • Exportsubventionen zu stoppen • Der Fleischindustrie den Geldhahn abzudrehen Wir schätzen die tägliche Arbeit der Menschen auf den Bauernhöfen. Sie müssen im Zentrum einer Reform stehen. Daher gehen am 21. Januar Verbraucherinnen und Tierschützer, Umweltschützerinnen und Imker, Bäuerinnen und Bauern gemeinsam auf die Straße: Ja zur bäuerlichnachhaltigen Landwirtschaft, ja zum Menschenrecht auf Nahrung, Respekt vor den Tieren in der Landwirtschaft. Dieser Aufruf wird getragen von der Kampagne »Meine Landwirtschaft«.

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Flusslandschaft Elbe

BIOSPHÄR E

Last und Segen Weite Teile der Elbaue bilden das größte Biosphärenreservat des deutschen Binnenlandes. Kann die Elbe mit ihrer noch annähernd natürlichen Dynamik und ihrem breiten Flusstal als Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften gelten?

Wo sonst gibt es solche Flussufer in Deutschland?

E

intausendvierundneunzig Kilometer durchströmt die Elbe von ihrer Quelle im Riesengebirge, bis sie bei Cuxhaven in die Nordsee mündet. Südöstlich der Lutherstadt Wittenberg überquert sie die Grenze von Sachsen nach Sachsen-Anhalt – und leiht von nun an Deutschlands längstem Schutzgebiet ihren Namen. Exakt 401 Flusskilometer umfasst das Biosphärenreservat »Flusslandschaft Elbe«, das erst kurz vor Hamburg endet. Über die Hälfte seiner Fläche und 303 Flusskilometer entfallen auf Sachsen-Anhalt. Hier liegt auch der älteste und wertvollste Teil der Biosphäre.

Russische Dimensionen Kühn, ja visionär muss man den Beschluss nennen, das letzte naturnahe Stromtal Deutschlands auf Hunderten von Kilometern in ein anspruchsvolles Schutzkonzept zu betten. 1997 erkannte die UNESCO die fünf Bundesländer übergreifende Biosphäre an – übrigens auf Antrag der Umweltministerin Sachsen-Anhalts,

Was sollen Biosphärenreservate sein? Im Rahmen des UNESCO-Programms »Der Mensch und die Biosphäre« entstanden bis heute 580 Biosphärenreservate in 114 Ländern, fünfzehn davon in Deutschland. Ihr vorrangiges Ziel ist das harmonische Miteinander von Wirtschaft, Ökologie und Sozialem. Dazu Walter Hirche, Präsident der deutschen UNESCO-Kommission: »Für nachhaltige Entwicklung gibt es kein Patentrezept. An möglichst vielen Stellen unseres Planeten sind daher Räume für Experimente und für das Lernen nachhaltigen Wirtschaftens unter Realbedingungen gefragt. Diese Räume sind die Biosphärenreservate.«

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Heidrun Heidecke, die heute die Naturschutzarbeit des BUND koordiniert. Der ursprünglichste Teil, das Naturschutzgebiet Steckby-Lödderitzer Forst bei Dessau, war schon 1979 zur Biosphäre ernannt worden. Dieser größte deutsche Auwaldkomplex bekam 1988 Gesellschaft durch das angrenzende Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Es umfasst 142 qkm der naturnahen Aue von Elbe und Mulde, die vor über 200 Jahren zu einer kunstvollen Kulturlandschaft umgestaltet wurden und heute zum Weltkulturerbe der UNESCO zählen. Weitere Teile der Elbaue wurden 1990 als »Tafelsilber« der deutschen Einheit gesichert. 1997 dann der große Wurf: Nicht nur die gesamte anhaltinische Elbaue wird zur Biosphäre, auch flussabwärts verpflichtet man sich, die Elbe und ihre Umgebung nachhaltig zu nutzen, bis hinunter ins holsteinische Tesperhude. So weit, so gut. Doch die »russischen Dimensionen« dieses »schwierigsten Biosphärenreservates in Europa« – so Guido Puhlmann, Leiter der Biosphäre in SachsenAnhalt – sind Last und Segen zugleich. Ein Segen oder besser: eine Chance bieten großflächige Schutzgebiete etwa für die biologische Vielfalt, die auch an der Elbe vorrangig Beachtung finden soll. Der Lebensraum von Wanderfischen, Weißstorch oder Elbebiber kann nur in großem Maßstab nachhaltig gesichert werden. Doch muss ein derart ausgedehntes, wenig kompaktes Reservat jede Verwaltung vor logistische Probleme stellen. Umso mehr, wenn diese in fünf Landesverwaltungen (ohne Überbau) aufgesplittet ist, deren Ausstattung den komplexen Anforderungen einer Biosphäre kaum angemessen ist. So sitzt in der größten (der anhaltinischen) genau ein höherer Dienstgrad, der Leiter selbst. Für viele Teilaufgaben fehlt ihm qualifiziertes Personal.

Neue Hoffnung für die Elbe? Modellhafte Nachhaltigkeit – das ist kein geringer Anspruch. Wie kann ihm der wirtschaftende Mensch in der »Flusslandschaft Elbe« gerecht werden? Betrachten wir zuerst den Fluss selbst. Ein guter Teil der 3,7 Milliarden Euro, die seit der Wende in ostdeutsche Wasserstraßen investiert wurden, ist der Elbe zugekommen. Biosphäre hin oder her, es wurde geschottert und geholzt, begradigt und vertieft, um den wenigen Schiffen eine ganzjährige Wassertiefe von 1,60 Metern zu garantieren – was jedoch nie auch nur annähernd gelang. Zudem fließen bis heute Millionen in neue, meist überdimensionierte Hafenanlagen. Der erhoffte Aufschwung des Güterverkehrs ließ sich so nicht herbeibauen, die Schiffe wurden von Jahr zu Jahr weniger.


Die Bautätigkeit der Wasserbehörden hat viele Uferpartien zerstört. Schlimmer noch: Sie trägt zur Vertiefung der Flusssohle bei. Dadurch sinkt stetig der Wasserspiegel, zum Teil bereits um bis zu zwei Meter. Auwälder, Feuchtwiesen und Gewässer trocknen so aus. Die Gewässernutzung als Schlüsselbereich der Biosphäre ist bisher also alles andere als nachhaltig. Nun aber gibt es Hoffnung: Knapper Kassen wegen will das Bundesverkehrsministerium die Elbe zum Nebennetz, den Elbe-Seitenkanal jedoch zum Hauptnetz erklären. Die Elbe könnte so endlich ökologischer bewirtschaftet werden. Noch ist der Widerstand der Länder (auch S.Anhalts) heftig. Dabei hätte die Bundesregierung nur eine Realität anerkannt, die der Leiter des BUND-Elbeprojektes, Ernst Paul Dörfler, seit vielen Jahren predigt: Als Fluss mit periodischem Niedrigwasser setzt die Elbe der Güterschifffahrt enge natürliche Grenzen. Unvereinbar mit den Zielen einer Biosphäre ist auch, dass die Behörden vielerorts vorsorglich Weiden und sonstige Ufergehölze roden, damit die Fluten im Falle eines Hochwassers schneller abfließen können. Eine Sisyphusarbeit, die einem unserer bedrohtesten Ökosysteme – dem Auwald – empfindlich schadet und der nationalen Biodiversitätsstrategie klar widerspricht. Stattdessen zielt ein vorbeugender Hochwasserschutz darauf, mehr Wasser in der Fläche zurückzuhalten. Vorbildhaft zeigt dies die Biosphäre mit der Rückverlegung von Deichen im brandenburgischen Lenzen (mit dem BUND als Partner) und bei Steckby (mit dem WWF). Hier wurden viele Hundert Hektar einstiger Schwemmfläche wieder mit der Elbe verbunden.

Anspruch und Wirklichkeit Und wie nachhaltig agiert der größte Flächennutzer, die Landwirtschaft, auf seinen 70 Prozent der Biosphäre? Nun, die Verwaltung hätte gern mehr Ökolandbau (nur er verdient das Siegel »nachhaltig«) und setzt mit Agrarprogrammen punktuelle Anreize. Doch sie verfügt weder über die Instrumente noch das Geld, um die gerade im Osten riesigen Agrarbetriebe auf den fruchtbaren Aueböden zum Umsteuern zu bewegen. Ein »zentrales Dilemma«, gibt Guido Puhlmann zu, »die Bauern brauchen uns hier weniger«. Ähnliches gilt in Teilen für die Forstwirtschaft, obgleich diese weniger

abhängig von EU-Beschlüssen ist und hier mehr Bewusstsein für naturnahe Nutzungsformen reift. Wie schwer es an der Elbe fällt, die Nutzung an den übergeordneten Zielen der Biosphäre zu orientieren, zeigt auch der Konflikt um die Kernzone. 3% der Fläche sollen frei von jeder Nutzung sein, so fordert die UNESCO. Nur 0,7% sind bislang ausgewiesen, ein Armutszeugnis für die fünf Landesverwaltungen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen auch hier weit auseinander. Selbst wenn die internationalen Kriterien für ein Biosphärenreservat an der Elbe vorläufig kaum eingelöst werden, ist die Flusslandschaft doch zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Am besten lässt sie sich vom Elberadweg aus erleben, Deutschlands beliebtestem Radfernweg. Sicher, Hoteliers und Gastronomen könnten hier die Ziele der Biosphäre weit mehr zu ihren eigenen machen, auf regionale Qualität und Biokost setzen. Dennoch ist eine Radtour entlang der Elbe ein Genuss – und wird es hoffentlich noch lange bleiben. Severin Zillich

Iris Brunar (2)

Thomas Kruse

Schotterung des Elbufers – bald Vergangenheit? · Radweg durchs Dessau-Wörlitzer Gartenreich · BUND-Protest: mit Fackeln für den Schutz der Elbe.

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Ökologischer Holzeinkauf

RATGEB ER

Kompass für den Holzweg Der Holzhandel schmückt sich gern mit einem astreinen Öko-Image. Ob zu Recht, hängt aber stark von der Baumart und von Herkunft, Einsatz und Konstruktion des Holzes ab. Da heißt es aufpassen!

E

inen der ausgefeiltesten technischen Werkstoffe liefert die Natur selbst: Im Ringen um Licht und Stabilität entwickelten Bäume in Jahrmillionen das Holz, ein Faserverbundmaterial mit unnachahmlichen Eigenschaften. Doch der Raubbau an den letzten Urwäldern, Monokulturen in Plantagen oder ungeeignete Verarbeitung können die Ökobilanz von Holz schnell verhageln. Selbst unsere heimische Forstwirtschaft, die gerne auf ihre Tradition der Nachhaltigkeit verweist, agiert längst nicht immer im grünen Bereich.

Reinhard Blumenschein

Holzauge sei wachsam Daher sollten Sie im Baumarkt oder Möbelhaus stets auf Gütesiegel achten. Die beste Orientierung gibt das Gütesiegel von Naturland. Forst- und Verarbeitungsbetriebe müssen hierfür die strengsten Kriterien erfüllen. Zweite Wahl ist das FSC-Siegel vom Forest Stewardship Council. Hier aber werden immer wieder Probleme speziell in den Tropen bekannt. Am besten kaufen Sie nur FSC-Produkte aus Deutschland (beim Händler nachfragen!). Echte Skepsis ist bei »PEFC« angeraten. Das in Europa verbreitetste Siegel bewertet pauschal ganze Regionen, basiert auf nur stichprobenartigen Kontrollen und vertraut der Selbstverpflichtung der Forstbetriebe. Laxer sind auch die Waldbau-Kriterien. So sind standortfremde Arten generell erlaubt. Von Tropenholz sollten Sie generell die Finger lassen. Gleiches gilt für Holz von Plantagen – für die oft genug Urwald weichen musste. Holz ist biologisch abbaubar. Sprich: Je nach Herkunft passt es mehr oder weniger in das Beuteschema von Insekten und Mikroben. So waren hitze- und nässe gewohnte Tropenhölzer bislang für viele Freiluftzwecke erste Wahl. Doch immer öfter kommt hiesiges Holz zum Zuge: von Robinie, Eiche oder Lärche. Durch zwei Verfahren kann Holz noch haltbarer werden: »Thermoholz« entsteht, indem Holz stark erhitzt und so gleichsam karamellisiert wird. Für »Dauerholz« wer-

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den frisch aufgetrennte Stämme unter Druck und Hitze mit Paraffin durchtränkt. Beide Verfahren benötigen viel Energie, was ihre Ökobilanz trübt. Dauerholz besteht überdies zu fast einem Drittel aus Paraffin, einem Mineralölprodukt. Da das Holz aber sehr lange ohne Holzschutzmittel halten soll, überwiegen wohl die Umweltvorteile. Viel erreichen Sie auch durch Nichtstun, genauer: indem Sie Ihre ästhetischen Ansprüche neu justieren. Man muss ja nicht dem Shabby-Trend folgen und alte Obstkisten zu Regalen adeln. Aber müssen Gartentor, Terrasse oder Fensterläden wirklich ein Leben lang aussehen wie aus dem Karton gepellt? Solange das Holz einigermaßen trocken bleibt, besteht kein Grund zur Panik vor Mikroben oder gar vor Wertverlust. Holz, in Jahrzehnten von Wind und Wetter gegerbt, hat eine ganz eigene Ästhetik.

Zehn Tipps für den Holzeinkauf • Achten Sie bei allen Holzprodukten – auch Grillkohle, Brennholz, Papier – auf Naturland- und FSC-Siegel. • Heimischer Ersatz für Tropenholz im Außenbereich sind Eiche, Robinie und Lärche. • Holz ohne deutliche Jahresringe stammt ziemlich sicher aus den Tropen – Hände weg! • Bevorzugen Sie heimische Laubhölzer wie Ahorn oder Buche – das fördert unsere naturnahen Wälder. • Wer Möbel aus Rotkern-Buche kauft, schafft indirekt einen Anreiz dafür, dass Buchen älter werden dürfen. • Massivholzmöbel sind meist langlebiger und leichter als Spanplattenmöbel und gut zu renovieren. • Keine Lacke oder Holzschutzmittel für Möbel oder Fußböden: Öl oder Wachs genügt. • Ob Brettchen oder Küchenfront: Abschleifen und Ölen erübrigt einen Neukauf. • Achten Sie bei Außenanwendungen auf konstruktiven Holzschutz: keine Staunässe oder Erdkontakt. • Monieren Sie, wenn Ihr Händler keine Naturlandoder FSC-zertifizierte Ware aus Deutschland anbietet.

Rat holen – nachlesen • Marktplatz plus Datenbank mit Anbietern von FSCProdukten  deutschland.fsc-products.org • Anbieter-Ranking und Infos zum Raubbau an Urwäldern von Pro Regenwald e.V.  raubbau.info • Übersicht zu Gartenmöbelanbietern  robinwood.de • Eine gute Orientierung bietet Greenpeace unter  greenpeace.de/holzratgeber • Zu rotkernigem Buchenholz  bund-naturschutz.de/ projekte/buchenrotkern-aktion/index.html Tino Schlagintweit


Abfallrecycling

Besser trennen Abfälle vermeiden sollte oberste Priorität haben – etwa durch den Kauf langlebiger Produkte und den Verzicht auf Wegwerfartikel. Daneben ist das Recycling von Abfällen mehr denn je ökologisch sinnvoll. Und Abfalltrennung ist die Voraussetzung für ein hochwertiges Recycling.

G

ut funktioniert die Sammlung von Glas, Metallen und Papier/Karton. Die Recyclingquote für Glas liegt über 80 %, die erneute Nutzung spart große Mengen Energie. Auch die Rücklaufquote für Papier lag 2009 über 80 %. Viele Papier- und Pappearten werden fast ausschließlich aus Altpapier gefertigt. Die Herstellung von Recyclingpapier benötigt rund 60 % weniger Wasser und Energie als Frischfaserpapier. Auch die Biotonne hat sich bewährt. Sie reduziert die Menge des Restabfalls beträchtlich. Eine getrennte Sammlung ist zudem unverzichtbar und gesetzlich vorgeschrieben bei Problemstoffen wie gebrauchten Bat-

deutscher Müllverbrennungsanlagen ohnehin die Tendenz mit sich, Abfälle (sogar aus dem Ausland) der Verbrennung zuzuführen.

Ja zur Wertstofftonne Die von der Regierung geplante einheitliche Wertstofftonne für Leicht- wie auch Nichtverpackungen aus Kunststoff oder Metall ist sicher sinnvoll. In manchen Kommunen gibt es sie schon, mit unterschiedlichen Vorgaben. Ob etwa kleine Elektrogeräte dort hinein gehören, ist fraglich, da andere Abfälle mit Schadstoffen kontaminiert werden könnten. Auch die Wiedergewin-

Rolf van Melis/pixelio.de

terien. Sie verhindert, dass Schadstoffe in den Restmüll gelangen und wertvolle Metalle verloren gehen.

Kunststoffrecycling unbefriedigend Weniger überzeugend sieht die Bilanz für Kunststoffe aus. Verpackungen, für die der Hersteller des Produktes eine Lizenz bezahlt hat, gehören in den Gelben Sack (die Gelbe Tonne). Unlogisch ist, dass die gebrauchte Haushaltsschüssel aus Polyethylen in den Restmüll muss, die Shampooflasche aus gleichem Material aber in den Gelben Sack. Tatsächlich landen auch viele »Nichtverpackungen« dort. Ein Blick auf die Zahlen ist ernüchternd: Inklusive der Nichtverpackungen werden etwa 1,3 Mio. Tonnen Kunststoff über den Gelben Sack erfasst. Nur ein Drittel, etwa 5 kg pro Einwohner und Jahr, wird werkstofflich verwertet, also wieder zu Kunststoff. Doch das reicht aus, um die (zu niedrig) vorgeschriebenen stofflichen Verwertungsquoten locker einzuhalten. Der Rest wird weitgehend »thermisch verwertet«, sprich verbrannt. Zwar wird so Energie zurückgewonnen, ein hochwertiges stoffliches Recycling ist jedoch dort, wo es möglich ist, in der Regel die günstigere Variante. Versuche, auf die Abfalltrennung zu verzichten und Verpackungen maschinell aus dem Restmüll zu sortieren, waren nicht erfolgreich. Die damit verbundene Verschmutzung der Kunststoffe würde noch mehr Abfall in die Verbrennung lenken. Leider bringen die schon oft vom BUND kritisierten Überkapazitäten

nung kostbarer Metalle wie Kupfer oder Edelmetalle ist bei einer separaten Erfassung effektiver. Ob nun »Gelbe Tonne plus« (mit privatem Entsorger) oder »Kombi-Wertstofftonne« wie in Dortmund, wo ein kommunaler Entsorger über die erfassten Stoffe und ihre mehr oder minder umweltgerechte Handhabe verfügt: Der BUND fordert ökologische Aspekte nicht hinter wirtschaftliche zu stellen. Schließlich wird Recycling immer wichtiger als Rohstoffquelle für knapper werdende Metalle. Auch wenn es eine gute Lösung sein kann, Privatfirmen mit der Abfallerfassung und -sortierung zu beauftragen, sollten die Kommunen ihre Gestaltungsmöglichkeit nicht aus der Hand geben. Wir Verbraucher sollten getrennte Sammelsysteme nutzen und so ein möglichst hochwertiges Recycling fördern. Und: Auch bei Sperrmüll klappen Recycling und korrekte Entsorgung nur, wenn der Abfall in die richtigen Hände gelangt – und nicht in die dubioser Unternehmen, die Elektrogeräte herausfischen und ausschlachten. Ozonschädigende Kältemittel aus Kühlschränken können dabei austreten, auch erfolgt die Aufarbeitung von Wertstoffen wie Kupfer oft unter gesundheits- und umweltschädlichen Bedingungen. Stellen Sie also die Geräte möglichst erst zum Abholtermin heraus, nicht früher. Heribert Wefers … ist der BUND-Experte für technischen Umweltschutz in der Bundesgeschäftsstelle;  www.bund.net/abfall

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Zukunftsfähige Kommune

ZU R ZEIT

Mehr Natur in der Stadt! Zum Abschluss unserer vierteiligen Serie über kommunale Nachhaltigkeit wenden wir uns der Natur in der Stadt zu. Warum ist sie so wichtig? Und wo ist der BUND beispielhaft für urbanes Grün aktiv?

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Mit Fragezeichen mahnt der BUND Berlin gefällte Straßenbäume zu ersetzen.

auersegler geben in den Straßenschluchten ihre Flugkünste zum Besten. Fledermäuse jagen auch in Innenstädten abends nach Insekten. Auf dem Mittelstreifen einer stark befahrenen Straße wachsen Wildblumen. Und im Kiezgarten pflanzen Städter ihr Gemüse an und treffen sich im Grünen. Natur ist kostbar, gerade in der Stadt. Und sie ist nicht selten gefährdet, im Zentrum wie in der Peripherie. Wie oft müssen stattliche Straßenbäume Bauarbeiten weichen, werden Parks und Schrebergärten zugunsten neuer Infrastruktur beschnitten. Dabei ist die Natur in der Stadt ein essenzieller Teil jeder zukunftsfähigen Kommune. Sie erfüllt eine Reihe wichtiger Funktionen. So trägt jede Grünfläche und jeder Baum zu einem guten Stadtklima bei. Bäume spenden Schatten und Sauerstoff und binden Staub. Zudem sind die Menschen der Städte besonders erholungsbedürftig. Doppelt wichtig sind die grünen Zonen in den dicht bebauten und benachteiligten Quartieren, deren Bewohner selten aus der Stadt herauskommen. Zugleich haben die Städte eine (oft vernachlässigte) Verantwortung für den Schutz urbaner Artenvielfalt. Mauersegler, Haussperling, Hausrotschwanz oder Turmfalke sind Kulturfolger der ersten Stunde. Als Gebäudebrüter sind sie besonders vom Menschen abhängig. Diese Jahrhunderte währende Nachbarschaft steht heute auf dem Spiel: Bauliche Sanierung lässt ihre Nistplätze Zug um Zug verschwinden.

Für Bienen und Bäume Der BUND setzt sich vielerorts und vielfältig für mehr Natur in der Stadt ein. So hat die BUND-Gruppe im hessischen Kirchhain mit einem Bieneninstitut viel steriles Rasen-

Mehr zum geplanten Schwerpunkt Stadtnatur bei H. Heidecke (re. Foto), Tel. (030) 2 75 86-495, heidrun.heidecke@bund.net; mehr zu dem Projekt »Zukunftsfähige Kommune« bei Chr. Wenzl (li. Foto), Tel. (0 30) 2 75 86-4 62, christine.wenzl@bund.net,  www.bund.net /nachhaltigkeit

grün in bunte Blühflächen umgewandelt – und damit nicht nur wertvolle Nahrungsquellen für Bienen geschaffen. Artenreiche Wiesen hat der BUND auch in Darmstädter Neubaugebieten angelegt, mit Blumensamen lokaler Herkunft und der Unterstützung einer – inzwischen – überzeugten Stadtverwaltung. In Berlin hat der BUND die Online-Aktion »Wo ist mein Baum?« gestartet – und ruft dazu auf, fehlende Straßenbäume zu melden. Allein seit 2005 hat Berlin fast 10 000 Straßenbäume verloren, oft werden gefällte Bäume nicht mehr ersetzt. Das vom BUND initiierte Bürgernetzwerk will dafür sorgen, dass in den nächsten Jahren mindestens 10 000 Bäume zusätzlich gepflanzt werden.

Für Alt und Jung Anlässlich der Bundesgartenschau hat der BUND in Koblenz begonnen, an vielen Schulen »Generationengärten« zu etablieren: Alt und Jung gärtnern gemeinsam – und helfen einander: Während die Senioren in den Schulferien den Garten gießen, können die Schüler/innen sich mit kleinen Diensten revanchieren. Eine grüne Oase in der Stadt hat auch der BUND Erfurt geschaffen: Auf einer einstigen Brache hat neben einem kleinen Garten und wilden Brombeeren eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen Platz (siehe Porträt Marika Krüger). Darüber hinaus hat der BUND hier den grünen Stadtführer »Erfurt anders entdecken« editiert – unter anderem mit Spaziergängen durch die historische Altstadt. Eine Chance, sich mitten in der Stadt im Grünen auszutoben, bietet die Kinderwildnis des BUND Bremen. Sie wird pädagogisch betreut, erlaubt es Kindern aber auch, sich mal ganz frei zu bewegen. Mehrere Kindergärten aus der Bremer Neustadt kommen einmal wöchentlich vorbei. Das freie Spiel in der »Wildnis« verbindet die Kinder positiv mit der Natur. Der BUND setzt sich deshalb dafür ein, viele solcher natürlicher Erfahrungsräume zu schaffen. Für das Jahr 2012 hat der BUND einen Schwerpunkt »Natur in der Stadt« vorgesehen. Besonders möchten wir die vielen guten Aktionen unserer Gruppen noch stärker vernetzen und besser bekannt machen. Christine Wenzl und Heidrun Heidecke

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Leider kein Einzelfall: Ein Acker unterbricht die Lebenslinie – hier im Eichsfeld.

Grünes Band

Weiter auf Erfolgskurs Das BUND-Leuchtturmprojekt zum Schutz der Artenvielfalt setzt Maßstäbe – beim Naturtourismus, bei der politischen Lobbyarbeit und bei der internationalen Kooperation.

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as vom BUND mit lokalen Akteuren umgesetzte Tourismusprojekt »Erlebnis Grünes Band« verbindet Natur, Kultur und Geschichte auf einmalige Weise. Maßgeblich gefördert vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) wurden in drei Erlebnisregionen Naturschutzmaßnahmen umgesetzt und vielfältige Reiseangebote geschaffen. So entstanden 695 km Wanderwege, 440 km Fahrradwege, 5 km Kanutouren, 129 Infotafeln und 29 buchbare Angebote. Der Bekanntheitsgrad stieg bei den Anwohnern des Grünen Bandes um über 30 auf 49 Prozent. Ein Beispiel für die Akzeptanz vor Ort: Die Stadt Salzwedel schenkte dem BUND über 60 Hektar Auwald. Nach der Übertragung der bundeseigenen Flächen an die Länder dient nun etwa die Hälfte der Kernfläche des Grünen Bandes dem Naturschutz. Durch den hartnäckigen Einsatz des BUND sollen auch die Flächen der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH als Nationales Naturerbe an die Länder gehen. Auf lange Sicht fordert der BUND den ehemaligen Grenzstreifen als »Nationales Naturmonument« auszuweisen. Im April begann das EU-geförderte Projekt »Greennet« mit 22 Partnern aus sechs Ländern am zentraleuropäischen Abschnitt des Grünen Bandes. Seit September leitet das BUND-Projektbüro – wieder gefördert vom BfN – ein Projekt, welches das Grüne Band Europa fortentwickeln soll. In Toronto diente das Grüne Band bei einer Konferenz von »Global Greenbelts« als Vorzeigeprojekt; im Präsidium des Netzwerks vertritt Liana Geidezis den BUND. Außerdem konnte der BUND weiteren Grund erwerben, um den Biotopverbund zu sichern, 580 Hektar gehören uns nun. Doch die Lebenslinie soll auf ganzer Länge erhalten bleiben. Gut ein Drittel des Grünen Bandes befindet sich in Privatbesitz und könnte jederzeit umgeackert werden. Nur mit dem Ankauf zusätzlicher Flächen können wir dies langfristig verhindern. Helfen auch Sie, weiter am Grünen Band zu weben! BUND-Projektbüro Grünes Band, Liana Geidezis und Melanie Kreutz,  www.globalgreenbeltsconference.ca, www.erlebnisgruenesband.de

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Ab einer Spende von 65 € erhalten Sie einen exklusiven Anteilschein und verschenken damit symbolisch ein Stück vom Grünen Band. Damit tragen Sie dazu bei, dass Deutschlands größter Biotopverbund entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze auch kommenden Generationen erhalten bleibt. Ihre Spende schreibt Geschichte – wir sagen DANKE: Für Ihre Spende ab 65 Euro erhalten Sie bis Ende 2011 von uns ein Grünes Band Fensterbild. Füllen Sie einfach den Coupon aus oder bestellen Sie direkt im Internet unter www.dasgrueneband.info

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ZU R ZEIT

Gefährliche Pestizide

Natürliche Vielfalt schützen Pestizide werden häufiger verwendet, als vielen bekannt ist. In einem Bereich vor allem hat ihr Einsatz in den letzten Jahren deutlich zugenommen: in der Landwirtschaft. Oberflächenwasser wie auch im menschlichen Körper zu finden. So wird die Stoffgruppe der Neonikotinoide für das Bienen- und das Vogelsterben in der Agrarlandschaft verantwortlich gemacht. Glyphosat, der Wirkstoff im Totalherbizid Round-up und etwa 70 weiteren Präparaten, gilt beim Menschen als keimschädigend. Er wurde u. a. im Urin eines sächsischen Rinderzüchters nachgewiesen, der chronisch an Botulismus erkrankte. Aktuell bereitet das Totalherbizid Clomazon große Probleme. Anwohner klagen über Atemnot, auch Gartenpflanzen werden durch die Abdrift geschädigt. Das amtliche Zulassungsverfahren ist offenbar mangelhaft – und muss dringend verändert werden. Hinzu kommt, dass bei der Nutzung von Pestiziden Theorie und Praxis stark voneinander abweichen. Das Umweltbundesamt schätzt: Jeder zweite Einsatz von Pestiziden erfolgt nicht fachgerecht. Der BUND fordert daher, den Einsatz von Pestiziden stark zu reduzieren und ihre Anwendung häufiger und schärfer zu kontrollieren. Tomas Brückmann h o.d e

Der immer häufigere Einsatz von Pestiziden nimmt dem Raubwürger die Nahrung.

iele Ackerkulturen werden heute von der Aussaat bis zur Ernte über ein Dutzend Mal mit Pestiziden behandelt. Selbst um eine möglichst homogene Ernte zu erzielen, finden Pflanzengifte Verwendung. 43 000 Tonnen Pestizide bringen deutsche Landwirte jedes Jahr auf ihren Äckern aus – etwa ein Fünftel mehr als noch vor zehn Jahren. Laut EU-Kommission ist der tatsächliche Verbrauch noch um ca. 30 Prozent höher. Viele Wissenschaftler haben belegt: Pestizide beeinträchtigen ganz erheblich die biologische Vielfalt. So wird das globale Amphibiensterben Pestiziden zugeschrieben. Besonders macht sich ihr Einsatz natürlich in der Agrarlandschaft bemerkbar – die immerhin die Hälfte der Fläche Deutschlands umfasst. Zwei Drittel aller Arten dieses Lebensraums stehen schon als »gefährdet« auf der Roten Liste. Neben bestimmten – für den Anbau schädlichen – Pflanzen und Insekten eliminieren viele Pestizide auch alle übrigen Wildkräuter und Insekten. Sie werden mit weggespritzt – und fehlen höheren Tieren dann als Nahrung. Etliche Arten der Feldvögel haben daher in den letzten Jahren radikal abgenommen. Offiziell verwendete Pestizide müssen vom Bundesagrarministerium amtlich zugelassen sein. Von ihnen darf weder für Mensch noch Umwelt eine Gefahr ausgehen, so die Theorie. In Wirklichkeit sind Rückstände von Pestiziden in Nahrungsmitteln, im Grund- und

www .d e lp

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… verantwortet das BUND-Projekt »Pestizide und Biodiversität«.

Vom BUND herausgegeben

Das Ende der Artenvielfalt 2010 veröffentlichte der holländische Toxikologe Henk Tennekes ein international beachtetes Fachbuch mit dem Titel »Desaster in the Making«. Er beschreibt das extreme Artensterben bei Insekten und Vögeln der Agrarlandschaft – in England genauso wie in Holland oder Deutschland. Rebhühner, Kiebitze, Haubenlerchen und Braunkehlchen und selbst die früher so häufige Feldlerche werden immer seltener. Tennekes belegt das Artensterben mit vielen wissenschaftlichen Publikationen, die er in seinem Buch vorstellt. Die Ursache sieht der Toxikologe in einer Gruppe neuer Pestizide, den Neonikotinoiden. Diese fordert er sofort zu verbieten. Der BUND stellt sich hinter Tennekes Forderung. Gemeinsam mit dem Autor haben wir sein Buch ins Deutsche übersetzt. Noch vor Weihnachten kommt es mit dem Titel »Das Ende der Artenvielfalt – Neuartige Pestizide töten Insekten und Vögel« zum Preis von 29,95 Euro auf den Markt. Der Vertrieb läuft ausschließlich über den BUNDOnlineshop. Bestellen Sie sich ein Exemplar unter  www.bundladen.de

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Baulicher Holzschutz

Gesünder wohnen Normungsverfahren sind ein wichtiger Hebel für den Umweltschutz. So ist es den Umweltverbänden kürzlich in einer breiten Allianz gelungen, die Rahmenbedingungen für ökologisches Bauen zu verbessern und Schadstoffe aus Innenräumen künftig fernzuhalten.

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nfang Oktober ist die Holzschutznorm DIN 68800-1 mit einer entscheidenden Verbesserung für Umwelt und Verbraucher in Kraft getreten: Chemische Holzschutzmittel sollen künftig im Inneren von Wohnräumen und Bürogebäuden nicht mehr zur Anwendung kommen, da es heute bauliche Verfahren gibt, die Holz dauerhaft schützen können. »Es war ein zähes Ringen. Die Bauchemie versuchte bis zuletzt, die Veröffentlichung der aktualisierten Norm durch mehrere Schlichtungsverfahren zu verhindern. Sie hat jetzt sogar noch ein Schiedsgerichtsverfahren beim Deutschen Institut für Normung beantragt«, so der Normungsexperte Karl-Jürgen Prull. Er vertritt die Umweltverbände seit fünf Jahren im zuständigen DINAusschuss. Gemeinsam mit Verbraucherschützern, Zimmerern, Bauaufsichtsämtern, der Fertighausbranche sowie Architekten und Ingenieuren des Holzbaus hat er es geschafft, dem baulichen Holzschutz in der Norm eindeutig Vorrang zu geben. Kein Wunder, dass die Hersteller chemischer Holzschutzmittel hartnäckig Widerstand geleistet haben. Drohen ihnen doch satte Umsatzeinbußen. Denn bislang hat das Handwerk vorsorglich und in erheblichem Umfang chemisch behandeltes Holz verarbeitet. Nun planen die Bauaufsichtsämter die Norm in ihre Landesbauordnungen zu übernehmen, wodurch sie de facto Gesetzescharakter erhält. Das heißt: Architekten haben bei einer Ausschreibung die »weitestgehende Ausschöpfung« des baulichen Holzschutzes laut neuer DIN-Norm vorzugeben.

Mensch und Umwelt profitieren »Von bereits verbautem Holz in Dachstühlen und Ständerwerken geht zwar weiter eine unnötige Schadstoffbelastung aus«, so Karl-Jürgen Prull. »In Neubauten aber ist künftig ein gesünderes Wohnen und Arbeiten möglich.« Entscheidend für die praktische Umsetzung ist nun, dass Sägewerke, Baumärkte und der Holzhandel ihr Sortiment schnell erweitern und mehr technisch getrocknetes Holz und nichtimprägnierte dauerhafte Holzarten anbieten. Von einem Verzicht auf chemische Holzschutzmittel profitiert auch die Umwelt: Es entstehen keine Emissionen mehr bei ihrer Produktion und Anwendung. Und am Ende der Nutzungsphase muss das alte Bauholz nicht mehr als Sondermüll behandelt und speziell entsorgt werden. Marion Hasper

Seit 1996 betreiben der BUND, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz und der Deutsche Naturschutzring gemeinsam das Koordinierungsbüro Normungsarbeit der Umweltverbände (KNU). Derzeit engagieren sich 18 Umweltexperten in über 30 DIN-Normausschüssen, darunter Nanotechnologie, Nachhaltiges Bauen, Energie- und Umweltmanagement. Marion Hasper leitet das KNU-Büro und ist Ihre Ansprechpartnerin für Normungsthemen beim BUND, Tel. (0 30) 2 75 86-4 76, marion.hasper@ bund.net,  www.bund.net /normung

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bund.net & bund-intern.net

BUND auf Facebook

Gemeinsam, praktisch, gut

Bitte weitersagen!

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ier Jahre sind viel Zeit, zumindest im Internet. So lange ist der »große« Relaunch von  www. bund.net inzwischen schon her. Höchste Zeit also für ein umfassendes technisches Update auf unserer Internetseite (für Fachleute: auf die Typo 3-Version 4.5). Dazu kommen ab Mitte November auch optische Neuerungen und Verbesserungen, damit das Surfen auf bund.net noch mehr Freude macht. Vor allem aber hat sich bis dahin hinter den Kulissen einiges verändert. Am wichtigsten: bund.net und bund-intern.net (die internen Serviceseiten für Gruppen und Aktive) sind nun näher zusammengerückt. Beide Auftritte, bisher technisch wie inhaltlich getrennte Systeme, haben nun eine gemeinsame technische Basis. Sie bleiben aber über ihre eigene Internetadresse erreichbar. Der Vorteil: Updates kommen künftig beiden Systemen zugute. Texte las-

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sen sich problemlos hier und da einfügen, ohne dass die RedakteurInnen ins jeweils andere System wechseln müssen. Und die Bereiche sind jetzt inhaltlich weniger voneinander getrennt. Zwei Beispiele: Beim NutzerInnen-Konto auf bund.net kann man sich je nach Bedarf auch gleich für bund-intern.net registrieren, ohne extra zur anderen Website surfen zu müssen. Bisher getrennte Benutzerprofile wurden zusammengeführt und sind nun über die Log-in-Daten (Benutzername und Passwort) von bund-intern.net zu erreichen. Außerdem gibt es auf der Startseite einen auffälligen Button »Mein BUND«, der zum schnellen Log-in einlädt. Er zeigt u.a. auf einen Blick, was der BUND seinen Besuchern anbietet, vom Newsletter über OnlineAktionen bis zu bund-intern.net. Auch das Redaktionssystem für die Online-Inhalte unserer Gruppen und Landesverbände wird in Kürze überarbeitet und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Dies allerdings bewusst zeitversetzt, damit wir von den frischen Erfahrungen bei bund.net profitieren können.

s liegt auf der Hand: Nichts zählt mehr als eine persönliche Empfehlung. Deshalb ist der BUND auf Facebook aktiv. An die 4 000 Fans zählt der BUND-Bundesverband inzwischen. Sie mischen sich in Diskussionen ein, sagen ihre Meinung und geben unsere Stellungnahmen, Aktionen oder Links an ihre Freunde weiter. Je mehr Menschen wir so erreichen, desto näher kommen wir dem Ziel, unsere Umwelt lebenswerter zu machen. Unter  www.facebook.com/ bund.wildkatze ist seit August auch unser Wildkatzenprojekt präsent. Knapp 500 Wildkatzen-Fans haben sich schon geoutet. Sie erhalten Infos über Aktionen und Neuigkeiten aus dem Projekt: Was tut der BUND zum Schutz der Wildkatze und für die Wiedervernetzung ihrer Lebensräume? Zudem können sich die Freunde direkt mit unserem Projektteam und anderen Freunden der Wildkatze austauschen – und so dazu beitragen, dass die kleinen Tiger in unseren Wäldern überleben.


Projekt 500 000 – die Erde braucht Freunde

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Strom sparen

AKTIV

Weniger Strom = mehr Klimaschutz

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er Stromverbrauch in Deutschland steigt kontinuierlich. Angesichts des drohenden Klimawandels ist das dramatisch: Denn unser Stromverbrauch ist für fast die Hälfte aller CO2-Emissionen verantwortlich. Je schneller wir ihn reduzieren, desto eher kann er durch 100 % erneuerbare Energien gedeckt werden. Klimaschutz und

Energiewende sind nicht denkbar, wenn wir nicht endlich die Stromverschwendung beenden. Die Bundesregierung hat sich in ihrem Energiekonzept durchaus ambitionierte Ziele gesetzt. So soll unser Stromverbrauch bis 2020 um zehn Prozent sinken. Taten, um die Ziele zu erreichen, lassen jedoch auf sich warten. Damit nicht genug. Auf europäischer Ebene stellt sich die Bundesregierung wichtigen Beschlüssen für mehr Energiesparen in den Weg: So greift Bundeswirtschaftsminister Rösler das Konzept für eine Richtlinie zur Energieeffizienz derzeit scharf an und untergräbt damit die nationalen Klimaziele.

• Die Bundesregierung lässt zu, dass wir weiterhin unnötig CO2 in die Atmosphäre pumpen, bares Geld und natürliche Ressourcen aus dem Fenster werfen. Haben auch Sie genug davon? Dann unterschreiben Sie im Internet unseren Appell an die Bundeskanzlerin, endlich mit dem Stromsparen ernst zu machen.

Gib mir 10!

• Jede Kilowattstunde weniger zählt! Mit unseren Tipps zum klugen Umgang mit Energie helfen wir Ihnen, Ihren eigenen Verbrauch zu senken. So schützen Sie Klima und Umwelt und senken Ihre Energiekosten. Ihr persönlicher Erfolg kann Deutschland außerdem aufs Siegertreppchen verhelfen. Denn der BUND tritt mit dem Nationalteam im europäischen »Energiesparcup« an.

Höchste Zeit, um nun aktiv zu werden. Unter dem KampagnenMotto »Gib mir 10! 10% weniger Strom. 100% Energiewende« können Sie den BUND auf diese Weise unterstützen:

Mehr zur Kampagne, zur Unterschriftenaktion und zum Energiesparcup sowie viele Hintergrundinfos und Stromspartipps finden Sie unter  bund.net/stromsparen

Wenn Sie sich für eine Familienmitgliedschaft entschieden haben, tragen Sie bitte die Namen Ihrer Familienmitglieder hier ein. Jede Stimme zählt!

Ich wurde geworben Ja, ich mache mich für den Natur- und Umweltschutz stark und werde jetzt BUNDmitglied. Ich wähle folgenden Jahresbeitrag: (mind. 50 €) .................................................................. 앬 Einzelmitglied 앬 Familienmitgliedschaft (mind. 65 €) .................................................................. 앬 Ermäßigt (nach Selbsteinschätzung) (mind. 16 €) .................................................................. 앬 Lebenszeitmitglied

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und spare damit Papier- und Verwaltungskosten. Bitte ziehen Sie den Betrag ab dem ___________ bis auf Widerruf von meinem Konto ein.

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Verstopfung

Naturschutztage I

Exkursion ins Rambower Moor.

… an der Elbe

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om 30. September bis 2. Oktober trafen sich über Hundert Aktive auf der Burg Lenzen zu den Naturschutztagen an der Elbe. Zunehmend nutzen Gruppen und Landesverbände des BUND diesen Anlass für ihre Weiterbildung und den Erfahrungsaustausch. Einen der Schwerpunkte der Naturschutztage bildete der Wald. Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger warnte bei der Podiumsdiskussion vor der anhaltenden »gnadenlosen Übernutzung des öffentlichen Waldes«. Die Grundsätze der Nachhaltigkeit fänden kaum mehr Beachtung. Er erinnerte zudem an die BUND-Forderung, mindestens 5 % der deutschen Wälder aus der Nutzung zu nehmen. Ein weiterer Schwerpunkt war der Schutz der Flüsse. Ziel des BUND ist es, die Burg Lenzen als Europäisches Zentrum für Auenökologie mit gebündelter Fachkompetenz weiter auszubauen. Belohnt wurden die Teilnehmer durch spannende Vorträge, die angenehme Atmosphäre auf der Burg – und sommerliche Temperaturen. Tausende Zugvögel in der Elbaue aber erinnerten daran, dass der Winter auch dieses Jahr Einzug halten wird.

Naturschutztage II

Prominenz am Bodensee

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u den Naturschutztagen in Radolfzell am Bodensee erwarten die Organisatoren von BUND und NABU hohen Besuch: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sein Kommen zugesagt, desgleichen Beate Jessel, die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, und Eckard Jedicke, Autor vieler Standardwerke zum Naturschutz. Inhaltliche Schwerpunkte der vier Tage vom 5. bis 8. Januar sind Nachhaltigkeit, Naturschutzstrategie, Biotopverbund und internationaler Naturschutz. Neben Plenarveranstaltungen mit Vorträgen und Diskussionsrunden bieten über 25 thematisch breit gestreute Seminare, Foren und Exkursionen eine umfangreiche Fortbildung für ehrenamtliche und hauptamtliche Naturschützer. Regelmäßig über 500 Teilnehmer machen die Veranstaltung zur größten ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Programm und Anmeldung  www.naturschutztage.de

Fernsehen wird immer intelligenter – leider nur die Geräte. Urteilte Dieter Nuhr bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2011. Belege lieferten die so Verspotteten in den Wochen nach der glanzund belanglosen TV-Sommerpause zur Genüge. Die ARD eingeschlossen. Seit dem 11.9. ist die Woche von Sonntag bis Donnerstag vertalkt. Ohne einen Funken Neues oder gar Originelles. Meist bevölkern hinlänglich bekannte »One-Trick-Ponys« die Runden, Personal, das eine bestimmte dramaturgische Rolle übernimmt. Um Erkenntniszuwachs geht es nicht. Schon gar nicht, wenn G. Jauch die Kanzlerin ohne kritische Nachfrage 60 Minuten losplaudern lässt. Das macht – zumindest – fernsehverdrossen. Bürger/innen kommen allenfalls als »Einspieler« vor oder als Objekte, über die räsoniert wird. Kein Talker traut sich an längst überfällige Bürgerdiskursformate heran. Natürlich kann man abschalten – das tun vor allem immer mehr junge Menschen. Und man kann mit Lutz Hachmeister der Meinung sein, Talkshow-Kritik wäre so sinnvoll wie das Anbrüllen von Bäumen in der Uckermark. Doch wenn die guten Sendeplätze mit Polit-Talk zugestopft sind, wird politisch und gesellschaftlich relevantes Fernsehen zum Randprogramm. Daran sollten wir uns nicht gewöhnen. Norbert Franck, Leiter der BUND-Presse-/Öffentlichkeitsarbeit

Hermut Ruland – ein persönlicher Nachruf Mit Hermut Ruland ist am 25. Juli ein alter Freund und Mentor im 92. Lebensjahr von uns gegangen. Ich lernte ihn vor über dreißig Jahren kennen, bei einem Vortrag über Finanzen. Als stellvertretender Vorsitzender des BUND Ba.-Wü. forderte er unsere damals recht kleine Ortsgruppe Karlsruhe auf, eine Haus- und Straßensammlung durchzuführen. Sein Credo: Erfolgreicher Natur- und Umweltschutz braucht Geld. Mir als Kaufmann sagte das sofort zu, und so begann eine lange und, wie ich glaube, fruchtbare Zusammenarbeit. Hermut Ruland war immer auf der Suche nach Mitstreitern. So holte er mich in den Arbeitskreis »Wirtschaft und öffentliche Haushalte«, wo unter seiner Federführung ein »Leitfaden für BUNDOrtsgruppen zur Beeinflussung kommunaler Haushalte« entstand. Er hatte die Einsicht, dass die Haushaltsplanung Weichen stellt, die später nur schwer zu ändern sind. Wer sie beeinflusst, kann umweltschädliche Pläne verhindern, statt später ihre Folgen zu bekämpfen. 1975 war Ruland eine treibende Kraft bei Gründung des BUNDBundesverbandes und der erste Geschäftsführer in Bonn. Er startete eine professionelle Bußgeldwerbung, finanzierte Massenmailings und förderte Kooperationen mit Unternehmen. Auch organisierte er atomkraftkritische Tagungen und warnte früh vor der Gentechnik. Später holte er mich als Geschäftsführer zur Deutschen Umwelthilfe, der er 13 Jahre vorsaß. Hier konnte ich viele seiner Ideen und Anregungen umsetzen. Ruland forderte Effektivität und Professionalität. Bis zuletzt war er engagiert und versuchte Gesprächspartner zum Handeln zu animieren. Für die lange Wegstrecke, die ich mit ihm gehen durfte, werde ich ihm immer dankbar sein. Jürgen Rosemund, BUND-Schatzmeister 1991 – 1998

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Klimagipfel in Südafrika

Klimaschutz jetzt!

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m 28. November beginnt in Südafrika die nächste Weltklimakonferenz. Auch der BUND wird mit einer Delegation präsent sein – gemeinsam mit den Partnern von Friends of the Earth. Der Ort der diesjährigen Konferenz ist gut gewählt: Liegt Durban doch auf jenem Kontinent, der am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leidet – siehe die anhaltende Dürre in Ostafrika. Andererseits ist Gastgeber Südafrika das Land mit den höchsten Pro-KopfEmissionen des Kontinents. Auf dieses Dilemma weist Siziwe Khanyile hin, die Klimakampaignerin von »Groundwork«, dem BUNDPartner von Friends of the Earth in Südafrika. Im November organisiert sie die »Woche der dreckigen Energie«, eine der vielen Veranstaltungen,

Autor

I NTER NATIONAL

Siziwe Khanyile (li.) im Februar 2011 beim Weltsozialforum in Dakar/Senegal.

die afrikanische Gruppen rund um die Konferenz planen. Hier werden Umweltschützer berichten, wie sie gegen Ölkonzerne vorgehen, die – siehe Shell im Nigerdelta – ganze Landstriche zerstören. Philippiner werden mit Südafrikanern und anderen ihre Erfahrungen im Kampf gegen den Kohlebergbau austauschen; und Menschen aus aller Welt ihren Widerstand gegen neue Kohlekraftwerke schildern. Siziwe setzt sich übrigens für viele Aspekte eines »besseren Lebens« ein. Neben ihrer Arbeit für Groundwork studiert sie Jura und engagiert sich im Kampf gegen Aids.

Menschen mobilisieren Die Vorbereitungen der afrikanischen Gruppen beschränken sich keineswegs auf technische Details der Verhandlungen. »Viel wichtiger ist es doch, dass wir viele Menschen mobilisieren, um den Regierungen und großen Unternehmen mit lauter Stimme unsere Interessen deutlich zu machen«, so Siziwe Khanyile. Die »Woche der dreckigen Energie« kreist um eine in Afrika zentrale Frage: Wie können mehr Menschen Zugang zu Elektrizität bekommen, ohne das Klima weiter zu belasten? Mit Kohlekraft und Ölförderung wird das nicht gehen, so viel ist klar. Auch private Windräder sind kein Schlüssel zu einer flächenhaften und bezahlbaren Stromversorgung. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, finanziert mit Geld aus dem

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Grünen Klimafonds der UNO, ist da schon eine bessere Alternative.

Hilfe für Afrika Was erwartet Siziwe Khanyile konkret von der Klimakonferenz? Sie wünscht sich Gutes für Afrika – ein rechtlich verbindliches Klimaschutzabkommen und Geld, damit der Kontinent die Anpassung an den Klimawandel und die ökologische Umgestaltung der Wirtschaft nicht alleine finanzieren muss. Von ihrer eigenen Regierung wünscht sie sich zweierlei: Dass sie sich als Teil des Kontinents versteht und gemeinsam mit den anderen afrikanischen Staaten handelt. Und dass sie als größter Klimasünder des Kontinents ihre Verantwortung ernster nimmt und endlich auf saubere Energien zuhause setzt. Ganz ähnlich geht es der BUNDDelegation, die zur Konferenz nach Durban fahren wird. Wünschen wir doch ebenfalls von unserer Regierung, dass sie sich als Teil Europas sieht und für stärkere Klimaschutzziele des Kontinents kämpft. Und dass sie als größter europäischer CO2-Emittent den eigenen Ausstoß rasch und deutlich senkt. Ann-Kathrin Schneider … betreut die internationale Klimapolitik des BUND.


25 Jahre »Friends of the Earth Europe«

Weit mehr als ein Büro in Brüssel

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n einem winzigen Raum eines Brüsseler Museums wurde 1986 die »Coordination Europeenne Des Amis De La Terre« geboren, heute: Friends of the Earth Europe. Die Europäer im globalen Netzwerk der »Freunde der Erde« sahen damals erhöhten Bedarf, sich im Machtzentrum der EU zu organisieren. Einerseits nahm Mitte der 80er Jahre die Bedeutung der Europäischen Union stetig zu. So wurden in Brüssel immer mehr Gesetze und Direktiven mit unmittelbarer Wirkung auf nationales Recht beschlossen. Andererseits gab es schon damals viele EU-Fonds, dank derer gemeinsame Kampagnen finanziert und umgesetzt werden konnten. Die erste Teilzeitkraft, die das Fundraising wie auch die politische Lobbyarbeit betreute, konnte sich über Langeweile jedenfalls nicht beschweren.

Heute nimmt das FoEE-Büro die zweite Etage eines Verbändehauses nahe dem Europäischen Parlament ein. 30 Angestellte koordinieren europaweite Kampagnen – zu Klimaschutz und Energieeffizienz, gesunden Lebensmitteln und Gentechnik, Futtermittelproduktion und Landnahme, biologischer Vielfalt und Ressourcennutzung oder nachhaltiger Finanzpolitik und Unternehmensverantwortung. Ferner unterstützt das Büro kleine Mitgliedsgruppen beim Fundraising und mit Fachexpertise, verhandelt mit Mitarbeitern der EU-Kommission und EU-Abgeordneten über Gesetzesinitiativen, führt öffentlichkeitswirksame Aktionen durch und baut an der neuen Jugendorganisation »Young FoEE«. Die Friends of the Earth Europe aber sind weit mehr als ein Büro in Brüssel: 30 Mitgliedsgruppen mit

zahlreichen regionalen und lokalen Untergruppierungen setzen sich von Georgien bis Spanien und von Finnland bis Malta für eine lebenswerte Zukunft in ihren Ländern ein. Antje von Broock

Brüssel, 2007: Aktion für den Klimaschutz.

 www.foeeurope.org

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Die Deutsche Mute Schimpf leitet die Anti-Gentechnikarbeit unseres Netzwerks in Brüssel. Sie vertritt die FoE-Position gegenüber der EUKommission und schmiedet Allianzen im EU-Parlament und mit anderen Verbänden (so jüngst mit Imkern für gentechnikfreien Honig). Zudem koordiniert sie unsere europäischen Gruppen. Die studierte Landwirtin ist Nachfolgerin der jung verstorbenen Helen Holder, einer Schlüsselfigur des europäischen Widerstands gegen die Gentechnik. Ferner ist sie aktiv in der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft.

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Neue Energie

DI E J U NGE SEITE

Nach der Atomkatastrophe in Japan zog die Jugendorganisation des Bund Naturschutz (JBN) den Protest der »Generation Fukushima« auf – und baut nun auch Solaranlagen als Alternative.

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och versteckt sich die Sonne. Doch vielleicht wartet sie einfach, bis alles fertig ist, und hat dann ihren großen Auftritt – mit viel Licht und Energie. Ein kühler Herbstwind weht über Oberfranken, der Himmel ist bedeckt. Nicht gerade die besten Bedingungen, um stundenlang im Freien zu arbeiten. Doch die gut 15 Schülerinnen des Bamberger Maria-Ward-Gymnasiums lassen sich nicht abschrecken. Auf dem Dach des Bischöflichen Jugendamtes schuften sie schon zwei Tage an einer Photovoltaikanlage. In Kürze soll alles fertig sein, die ersten Medien sind schon vor Ort. »Erst hatte ich richtig Muskelkater«, erzählt die 15-jährige Lisa Altenhöfer dem Reporter vom »Fränkischen Blatt«. »Aber mittlerweile macht es richtig Spaß«, ergänzt ihre Freundin Sophia Koch. Dann steigen die Mädchen das Baugerüst hinauf: Die letzten Solarzellen müssen nun fixiert und verkabelt werden. Ein Elektriker schließt die Module noch ans Netz – und der erste Strom fließt.

Energie durch Muskeln »Vom Klimawandel und der nötigen Energiewende reden viele – wir handeln«, sagt Fabian Rieger, Projektleiter des Jugendsolarprogramms. Der 31-Jährige konnte den Bamberger Bund Naturschutz dafür gewinnen, mit einem Umweltbildungsprojekt Bauherren, Solarfirmen und Jugendliche an einen Tisch zu bringen. Besser gesagt: auf die Dächer von Jugendhäusern, Schulen und Pfarrgebäuden. »Bamberg will mit der Klimaallianz im Jahr 2038 energieautark sein. Dabei

Fotos: JBN /Jugendsolar

 www.jbn.de, www.generationfukushima.de, www.jugendsolar.de

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können auch junge Leute helfen.« Unter fachlicher Anleitung, versteht sich: Im Rahmen von Projekttagen installieren Jugendliche gemeinsam mit Experten Solaranlagen und setzen so nicht nur ihre Köpfe, sondern auch ihre Muskeln für saubere Energie ein. Neben dem BUND in Bayern und seinem Jugendverband sind die Deutsche Katholische Jugend und die Evangelische Jugend Partner des Vorhabens. Finanziert wird es durch ein Klimaprogramm des bayerischen Umweltministeriums, den Klimafonds der Erzdiözese Bamberg und einen Zuschuss der Firma Naturstrom.

Lernen durch Handeln Die Idee für das Jugendsolarprogramm kommt aus der Schweiz: Zwei Jahre hat der gebürtige Bamberger Fabian Rieger dort bei Greenpeace gearbeitet und für nachhaltige Energie geworben. In elf Jahren entstanden etwa 190 Solaranlagen mit Jugendlichen. Nun will er das Modell auch in Deutschland etablieren. Die Pilotanlage auf dem Jugendamt ist also nur der Anfang: »Ich fahnde nach Dachflächen im Landkreis, auf denen bald eine Anlage gebaut werden soll. Dann versuche ich, Jugendliche, Bauherren und Handwerker zu überzeugen, dass sie die Installation gemeinsam stemmen können.« Was verspricht er sich davon? »Die Arbeit auf dem Dach vermittelt aus erster Hand, wie einfach es ist, nachhaltig Strom zu produzieren«, so der Projektleiter. »Lernen durch Handeln und Umweltbildung durch Aktion sind uns wichtig.«


Die zupackenden Gymnasiastinnen beließen es nicht bei der Installation der Solaranlage. Sie bloggten im Internet direkt vom Dach und dokumentierten ihr Projekt mit Fotos und Videos. In einer AG hatten sie sich zuvor zwei Jahre lang mit »Umweltschutz durch erneuerbare Energien« befasst. Das Engagement soll weitergehen: Nächstes Jahr werden sie an ihrer Partnerschule in Barcelona für Solarstrom werben.

Feuertaufe bestanden Hand anlegen bei der Energiewende und Solaranlagen als Alternative zum Atomstrom: Für die JBN, die bayerische BUNDjugend, ist die Unterstützung dieser Initiative eine logische Konsequenz der großen Anti-Atom-Kampagne des Frühlings. »Die Katastrophe von Fukushima kam aus heiterem Himmel. Doch vorbereitet waren wir trotzdem: Es hat sich ausgezahlt, dass wir viele Jahre lang gegen die Atomenergie mobilgemacht haben«, so Florian Sperk, Pressesprecher der JBN. Waren es früher Mahnwachen, Flashmobs, Aktionen in Fußgängerzonen und Demos vor bayerischen Reaktoren, spielte nach dem großen Knall

von Fukushima auch der Protest in München in einer anderen Liga. Die angeblich so unpolitische Jugend der »Generation Fukushima« ging auf die Straße, und es war die JBN, die bei der letzten Großdemo in München die Fäden in der Hand hielt. »Wir haben die Feuertaufe bestanden und unsere Kampagnenfähigkeit unter Beweis gestellt«, sagt Florian Sperk, der mit Veronika Feicht, Alina Fuchs, Martin Geilhufe und anderen Aktiven den Atomprotest des gesamten Bayerischen Jugendrings organisierte. »Nun weiß die Politik, dass an der JBN kein Weg vorbeiführt: Wir sind der Jugendumweltverband in Bayern. Darauf können alle, die mitgeholfen haben, stolz sein.«

Die BUNDjugend unterstützt auch in diesem Herbst »x-tausendmal quer« und ruft dazu auf, sich an den Protesten gegen den Castor zu beteiligen. Vermutlich wird der Castor-Transport am Donnerstag, dem 24. November in Frankreich starten. Ende November ist daher mit Demonstrationen sowie gewaltfreien Blockaden auf der Strecke zwischen Dannenberg und Gorleben und auf den Schienen der CastorRoute in Süddeutschland zu rechnen. Wenn ihr euch mit der BUNDjugend an den Protesten beteiligen möchtet, dann wendet euch bitte an Amani: amani.ashour@bundjugend.de  www.bundjugend.de/castor-2011

Kampf gegen einen Klimakiller Der Erfolg macht den Aktiven Mut, neue Themen anzugehen. »Es ist das Recht und die Aufgabe der Jugend, auf den Tisch zu hauen, wenn uns die Zukunft verbaut wird«, meint Florian Sperk. Ob es um den Schutz der Donau geht oder um Ernährung und Landwirtschaft: Ideen für neue Kampagnen werden gerade entwickelt. Für eine Energiewende und die Rettung des Weltklimas will sich die JBN weiter engagieren. Doch an anderer Front: »Bayerns größter Klimakiller, der Münchner Flughafen, soll ausgebaut werden. Wir kämpfen gegen die dritte Startbahn« verkündet die JBN auf ihrer Homepage. Schließlich setzt der Flughafen jedes Jahr so viele schädliche Treibhausgase frei wie der gesamte Freistaat mit all seinen Einwohnern in eineinhalb Monaten. Die erste Kampagne ist erfolgreich gestartet: Auf  www.jbn.de lässt sich eine Anleitung herunterladen, wie aus einem Flugblatt mit Anti-Ausbauthesen ein Papierflieger wird. So kommt man schnell ins Gespräch. Und kann mithelfen, dass nicht noch mehr echte Flieger abheben. Helge Bendl

Klimawandel – Lebensstile Am 1. Dezember startet ein neues bundesweites Projekt der BUNDjugend. »Klimawandel – Lebensstile?« verfolgt das Ziel, Zusammenhänge zwischen der globalen Herausforderung durch den Klimawandel und den hiesigen Lebensgewohnheiten sichtbar zu machen. Dazu erhalten Jugendliche Hintergrundwissen und können ihre eigenen Gewohnheiten experimentell verändern. Als Ergebnis sollen sie in der Lage sein, einen klimaschonenden Lebensstil zu entwickeln. Gefördert wird das Projekt von der »Aktion Mensch«.

Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., Am Köllnischen Park 1a, 10179 Berlin, Tel. (0 30) 2 75 86-50, Fax: -55, info@bundjugend.de

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Enoch zu Guttenberg. Autobiografisches

MEDI EN

Die Wurzeln der Guttenbergs lassen sich bis ins Jahr 1158 zurückverfolgen. Enoch zu Guttenberg, Gründungsmitglied des BUND, beschenkte sich zu seinem 65. Geburtstag mit einem opulenten Bildband. Im Gespräch mit Constantin Magnis gibt er Auskunft über seine Kindheit, sein Familienleben, sein Leben für die Musik und den Umweltschutz. Markus Hurek hat den renommierten Dirigenten und Sohn sowie Vater eines prominenten Politikers bei der Arbeit, seine Familie und sein Schloss in vielen Schwarzweiß- und Farbaufnahmen festgehalten.

Hubert Weinzierl gratuliert dem Umweltschützer, Hans-Klaus Jungheinrich dem Dirigenten Enoch zu Guttenberg zum Geburtstag. Im Kapitel »Bewahrendes« geht es auch um die Überlegung, den BUND zur Partei zu machen: »Noch bevor es die Grünen gab, habe ich oft mit Hubert Weinzierl und Bernhard Grzimek überlegt, ob wir mit dem BUND nicht eine Partei werden sollten. Ich wollte das immer … Aber Weinzierl und Grzimek sagten dann: Leute, wir werden uns korrumpieren müssen, um koalitionsfähig zu sein, lassen wir’s. Und rückblickend war das weise.«

Enoch zu Guttenberg – Dirigent, Intendant, Umweltschützer, 2011. 174 S., 34,99 €, Propyläen

Anders wirtschaften und besser leben Eine auf Wachstum, Größe, Beschleunigung und Konsumorientierung gegründete Gesellschaft ist nicht zukunftsfähig – davon sind mehr und mehr Menschen überzeugt. Das Bruttosozialprodukt kann sozialen und ökologischen Wohlstand nicht beschreiben – im Gegenteil. Annette Jensen spricht daher vom »Bruttosozialglück«. Die Journalistin hat Menschen aufgesucht, die Sinnvolles geschaffen haben: mit dem Bau eines Fernheizwerks in einer Kleinstadt an der ungarischen Grenze; oder mit dem Kauf des städtischen Stromnetzes (durch die Schönauer Stromrebellen). Sie porträtiert den Schuhfabrikanten, der seine Angestellten ergänzend zum Gehalt gratis mit Kartoffeln, Tomaten, Äpfeln und Eiern

von den Bauern der Umgebung versorgt, denen er mit einer Abnahmegarantie das Überleben sichert. Oder den Berliner Bastler, dessen Laden für Gebrauchtcomputer sich größter Beliebtheit erfreut. Rund um die vielen Geschichten liefert die Autorin Fakten und Hintergründe – zu unserem Rohstoffverbrauch, zu den Arbeitsbedingungen der Zulieferindustrie für Computer oder zur Agrar- und Subventionspolitik. Und sie bietet praktische Tipps und nützliche Webadressen – vom richtigen Stromanbieter bis zur Bürgeraktiengesellschaft. Das gut lesbare Buch ist eine wahre Fundgrube und ein engagiertes Plädoyer für eine dezentrale, regionale und naturverträgliche Entwicklung.

Annette Jensen: Wir steigern das Bruttosozialglück, 2011. 240 S., 16,95 €, Herder

Natur-Defizit-Syndrom Kinder verbringen kaum noch unstrukturierte Zeit in der Natur. Richard Louv konstatiert in seinem Buch »Das letzte Kind im Wald«, dass eine »virtuelle, passive und elektronische Kindheit« heute die Norm sei – obwohl Kinder wie früher am liebsten in wilder, ungeordneter Umgebung spielten. Ihre Freizeit wird von den Eltern wohlmeinend verplant und kontrolliert – was den Kindern die Chance zu spontanem, selbstmotiviertem Spiel nimmt. Die emotionale Trennung der Kinder von ihrer natürlichen Umwelt führe zur »Ökophobie«: Sie wissen viel über die Zerstörung der Natur, erleben die Natur aber kaum mehr positiv und sinnlich.

Louv zeigt, dass kindliche Depressionen oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) eng verbunden sind mit dem naturentfremdeten Leben unsrer Kinder. Kinder, die in der Natur regelmäßig ihrer Neugier und Lebenslust freien Lauf lassen können, seien glücklicher, gesünder und vitaler. Für viele Kinder mit der Diagnose ADHS wirke Natur sehr heilsam. Louv diagnostiziert ein Natur-Defizit-Syndrom bei Kindern und liefert gute Argumente, ihnen mehr Zeit und Raum in der Natur zu lassen. Zur Buchvorstellung in Berlin diskutierte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger auf dem Podium mit.

Richard Louv: Das letzte Kind im Wald – Geben wir unseren Kindern die Natur zurück, 2011. 359 S., 19,95 €, Beltz; Bezug:  www.bundladen.de/waldkind, Tel. (0 30) 2 75 86-4 80

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An die Zukunft denken »Food Crash« behandelt eine zentrale Zukunftsfrage: Wie können wir die globale Ernährung so sichern, dass alle Menschen dauerhaft Zugang zu gesundem Essen haben, ohne natürliche Ressourcen zu vernichten? Der Biolandwirt und Agrarwissenschaftler Felix zu Löwenstein beschreibt die Ursachen des Hungers. Und er präsentiert als Antwort Details einer »ökologischen Intensivierung«, die – anders als der industrielle Landbau – die Fruchtbarkeit des Bodens bewahre, Tiere artgerecht halte und Kreisläufe schließe. Doch um die wachsende Weltbevölkerung gut ernähren zu können, müssten sich auch

Lebensstile und Konsumverhalten ändern. Speziell der Fleischkonsum sei drastisch zu senken, zugunsten regionaler und ökologisch erzeugter Saisonware. Die Politik müsse dafür den richtigen Rahmen schaffen. Auch wir Verbraucher können den Wandel fördern, indem wir die Produkte der Agrarindustrie meiden und mehr Transparenz fordern, etwa durch die bessere Kennzeichnung von Lebensmitteln. Felix zu Löwenstein beschreibt komplexe Zusammenhänge gut verständlich und untermauert mit wissenschaftlichen Daten und Bildmaterial. Spannend und lebendig erzählt er Erfolgsgeschichten, die hoffen lassen, dass die Weltbevölkerung nachhaltig und im Einklang mit der Natur ernährt werden kann. Ein lehrreiches Buch nicht nur für Leute vom Fach.

Felix zu Löwenstein: Food Crash – Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr, 2011. 320 S., 19,99 €, Pattloch

Beispiele ökologischer Waldbewirtschaftung führt das neue »Weißbuch Wald« des BUND Baden-Württemberg auf. Der praxisorientierte Einblick in Waldbau und Naturschutz (94 S.) verdient bundesweite Aufmerksamkeit. Bezug zu 4 € (+ Porto) bei der BUND-Service GmbH, Mu񡑀hlbachstr. 2, 78315 Radolfzell, Tel. (0 77 32) 15 07-0, bund.service-gmbh@bund.net; online gibt es das Weißbuch mit mehr Infos unter  www.bund-bawue.de/themen-projekte/wald Anzeige

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Im Gespräch mit Andreas Schwienhorst

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Der Bürgermeister im nahen Rerik schätzt den Schaden für seine Stadt auf drei Millionen Euro pro Jahr. Sie haben entdeckt, dass ein Großteil der Flugzeuge gar keine Flugerlaubnis hat. Auf einen Tipp aus Fliegerkreisen hin haben wir recherchiert und Gesetzesbrüche auf allen Ebenen entdeckt. So waren Flugzeuge mit polnischer und russischer Kennung stationiert, die nach Auskunft der dortigen Behörden weder registriert waren noch eine Flugerlaubnis besaßen. Und wir fanden Belege dafür, dass – neben vielen weiteren Verstößen – die Betriebsgenehmigung des Flugplatzes insgesamt ungültig ist.

Direkt am Salzhaff, einem der schönsten Küstenabschnitte der deutschen Ostsee, ist seit drei Jahren eine BUND-Ortsgruppe aktiv. Und das ist gut so: Denn hier, in direkter Nähe zum EUVogelschutzgebiet »Küstenlandschaft Wismar-Bucht«, liegt ein kleiner Flugplatz. Wie es dank akribischer Recherche und engagierter Öffentlichkeitsarbeit gelang, diesen Fremdkörper zu entschärfen, weiß der Leiter der Gruppe, Andreas Schwienhorst. Herr Schwienhorst, Sie leben nahe am Salzhaff. Was verbindet Sie mit dieser Landschaft? Als Biochemiker hat es mich – wie bei Wissenschaftlern heute üblich – viele Jahre durch die ganze Welt gepustet. Irgendwann habe ich es einrichten können, hierher zu ziehen. Mich erinnert hier viel an meine Kindheit im Münsterland, eine wunderbar ruhige Gegend. Auch Hobbyflieger sind lieber über schöner Landschaft unterwegs. Was führt am Salzhaff zu Konflikten? Die Umwidmung des einstigen Agrarflugplatzes Zweedorf in einen Zivilflugplatz geht auf einige Lokalgrößen zurück, die nach der Wende hofften, mit Großprojekten das schnelle Geld zu machen. Die Startbahn des Flugplatzes zielt direkt auf das Örtchen Roggow und das Vogelschutzgebiet. Wir haben Akten eingesehen und ermittelt, dass es vor der Wende an höchstens sechs Wochentagen im Jahr insgesamt maximal 300 Flugbewegungen gab. Im letzten Jahr waren es dagegen 2 800. Das widerspricht der Landesplanung, die 1991 vorgeschrieben hatte, dass der neue Flugplatz die Umgebung nicht stärker belasten darf als der alte. BUND-Ortsgruppe Salzhaff-Rerik, c/o Andreas Schwienhorst, Tel. (038294) 1 53 65, www. bund-salzhaff.de

Die Belastung aber ist eindeutig gestiegen? Allerdings. Der Flugbetrieb konzentriert sich auf die Sommerwochenenden. Startende Flugzeuge überfliegen das Schutzgebiet oft in nur hundert Meter Höhe, was viele brütende Wasservögel veranlasst, ihre Nester aufzugeben. Für die ganze Urlaubsregion ist das fatal:

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Wie haben die Behörden auf die Missstände reagiert? Mit Schweigen und Untätigkeit. Lange ließen die Luftfahrtbehörden auf Landes- und Bundesebene unsere detaillierten Recherchen und Belege unbeantwortet. Schließlich schalteten wir die Staatsanwaltschaft ein und richteten – auf Anregung eines BUND-Anwalts – Petitionen an Landtag und Bundestag, um das Verkehrsministerium und die Ämter zu bewegen, endlich an die Arbeit zu gehen. Dazu kam Pressearbeit. Und, ganz wichtig: Einige unserer Aktiven, Bürgerinitiativen und die Freie Wählergemeinschaft Zweedorf demonstrieren seit bald zwei Jahren fast jede Woche vor dem Schweriner Verkehrsministerium. Schließlich hat sich zumindest das Luftfahrtbundesamt bequemt, unsere Fakten zu prüfen. Mit dem Ergebnis, dass nicht nur bei uns, sondern bundesweit wohl einige Hundert Flugzeuge ohne gültige Registrierung aus dem Verkehr gezogen wurden. Auch die betroffenen Maschinen in Zweedorf wurden stillgelegt, der Flugbetrieb ist seitdem stark zurückgegangen. Zudem kooperieren wir jetzt mit der Deutschen Flugsicherung, um mit deren gerichtsfesten Radardaten Tiefflieger zu überführen. Weitere Aktivitäten folgen. Ernten auch andere Ihrer Anliegen so viel Widerstand? Zum Glück nein. So ist es dank einer schönen Initiative sämtlicher Wassersportvereine der Region gelungen, den Wassersport in der Wismar-Bucht in naturverträgliche Bahnen zu lenken. Besonders wurde um ein Regelwerk gerungen: Wo sind wann welche Aktivitäten erlaubt, welche sensiblen Bereiche bleiben ausgeklammert? All das wird heute gut kommuniziert, auch wir beteiligen uns an der Kontrolle. Es ist nun an der Landesregierung, die Regeln in die Landesverordnung über die Europäischen Vogelschutzgebiete aufzunehmen. Weiterhin so viel Erfolg! Interview: Severin Zillich


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BUNDmagazin 4/2011  

Die Vielfalt der ehrenamtlichen Arbeit im BUND macht Mut – wie auch die Vielfalt der Menschen, die sich in unserem Verband für den Schutz de...