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Vishal Mangalwadi Das Buch der Mitte

l rial e e s t Ba s Ma n e nn ßtzte u r B ch s – e s ti t-g `fon yrigh p Co

www.fontis-verlag.com


Gewidmet dem Intellektuellen und Parlamentsmitglied sowie früheren Minister l Shourie, der indischen Regierung, Dr. Arun rial e e s t a mit dem gebührenden Ma n B Respekt.

s nne ützte u r B Kritikscanh der Bibel Seine – s ti der hAnlass, t-ge die in dieses Buch war n o f g i ` eingeflossenen pyr Nachforschungen anzustellen. o C


Vishal Mangalwadi

Das Buch der Mitte

l rial e e s t Ba s Ma n e nn ützte u r B ch s – e s ti t-g `fon yrigh p Co

Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur


Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar. Die verwendeten Bibelzitate stammen, soweit nicht anders angegeben, aus: Hoffnung für alle  1983, 1996, 2002 by Biblica Inc. Hrsg: `fontis – Brunnen Basel

l rial e e s t Ba s Ma n e te Nelson, Published by arrangement zThomas nn with t u ü r h B a division of HarperCollins Publishing, Inc. cChristian s – e s g i Originally published in the USA under the title: t ht g i `fon «The Book that made your World» r py Co  2011 by Vishal Mangalwadi

Hervorhebungen in den Bibelzitaten stammen vom Autor.

All Rights Reserved. This Licensed Work published under license

Mitarbeit an der Übersetzung: Hildegund Beimdieke, Ute Mayer und Gabriele Pässler Copyright der deutschen Ausgabe:  2014 by `fontis – Brunnen Basel Umschlag: Spoon Design, Olaf Johannson, Langgçns Umschlagfoto: Wolf Suschitzky, Getty Images Satz: Innoset AG, Justin Messmer, Basel Druck: fgb, freiburger graphische betriebe Printed in Germany ISBN 978-3-03848-004-4


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Inhalt

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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PROLOG: Warum diese Reise in die Seele der modernen Welt? . . . . . . . .

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l rial e e s t Ba Zivilisation Ma Teil I: Die Seele der westlichen .... n s e e t n z n t Bru schü – Kapitel 1: tis ht-ge n o f ig SEELE / Von Bach bis Cobain. . . . . DER WESTEN ` OHNE rSEINE y p Co

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Teil II: Eine persçnliche Pilgerreise . . . . . . . . . . . . .

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Kapitel 2: DIENST AN DEN ARMEN / Oder eine Fahrkarte ins Gefängnis?. .

53

Kapitel 3: AUF DER SUCHE / Kçnnen Blinde einen Elefanten erkennen? . . .

69

Kapitel 4: DAS «SELBST» – WER BIN ICH? / Gleicht der Mensch einem Hund oder Gott? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Inhalt

Teil III: Der Same der westlichen Zivilisation . .

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Kapitel 5: MITMENSCHLICHKEIT / Was ist die grçßte Errungenschaft des Westens? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Kapitel 6: DIE VERNUNFT / Was machte den Westen zu einer denkenden Gesellschaft? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Kapitel 7: TECHNIK / Warum wurde die Technik ausgerechnet im Kloster erfunden? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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ri.a.l. . . .

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l M tes

se ate Teil IV: Die Revolution des Jahrtausends Ba

en z n n ru chüt Kapitel 8: B – eingbesiegter es Messias Rom besiegen? . . HELDENTUM / Wie iskonnte t t n h `fo yrig p Kapitel 9: Co

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EINE REVOLUTION KOMMT IN GANG / Warum veränderten Bibelübersetzer die Welt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Teil V: Die intellektuelle Revolution . . . . . . . . . . .

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Kapitel 10: DIE ROLLE DER SPRACHEN / Wie wurde Bildung demokratisiert? 231 Kapitel 11: DER BEITRAG DER LITERATUR / Warum haben die Pilgerväter Nationen aufgebaut? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Inhalt

Kapitel 12: DIE UNIVERSIT¾TSBILDUNG / Warum sollte man für die Bildung seiner Untertanen sorgen?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 273 Kapitel 13: WISSENSCHAFT / Was ist ihre Grundlage? . . . . . . . . . . . . . . . . . 307

Teil VI: Was brachte den Westen an die Spitze?

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Kapitel 14: ETHIK UND WERTE / Warum sind einige weniger korrupt als andere? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343 Kapitel 15: FAMILIE / Warum hat Amerika Europa überholt? l . . . . .i.a.l. . . . . 377

r ase Mate B Kapitel 16: en ztes n n MITGEFÜHL UND BARMHERZIGKEIT ru chüt / Warum wurde für B es die Medizin Fürsorglichkeit ................ gVerpflichtung? is – hzur t t n o f g i ` pyr Kapitel 17: o C

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GESUNDE WEGE ZU REICHTUM / Wie wurde verantwortungsbewusste Haushalterschaft über Geld und Besitz zu einer geistlichen Angelegenheit? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 432 Kapitel 18: FREIHEIT / Warum brachte das feste Vertrauen in die Aussagen der Bibel Freiheit?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 457

Teil VII: Die Moderne erobert die Welt

. . . . . . . . . 485

Kapitel 19: WELTMISSION / Kçnnen Eingeborenenstämme zur Weltverbesserung beitragen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 487


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Inhalt

Kapitel 20: DER WEG IN DIE ZUKUNFT / Muss die Sonne über dem Westen untergehen?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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ANHANG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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NACHWORT: Die Bibel – ein Fax vom Himmel? . . . . . . . . . .

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Dankesworte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Über den Autor. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Index . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .l. . . .

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a sel ateri a n B tes M e n run chütz B is – ht-ges t n `fo yrig p Co


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Vorwort

In einer gehobenen Gesellschaft wie der unsrigen lçst oftmals allein die Erwähnung der Bibel ein gewisses Maß an ¾ngsten aus. Wer ernsthaft über sie ins Gespräch kommen und über sie diskutieren mçchte, kann tiefe Verachtung auslçsen. Daher ist es umso wohltuender, dass hier in einer engagierten und sachkundigen Weise bewertet wird, wie enorm der Einfluss der Bibel auf die moderne Welt ist. Das Buch der Mitte von Vishal Mangalwadi bringt uns noch einl «Demokratie mal den Klassiker von Alexis de Tocqueville, rial in Amee e s t Ba s MaDie unschätzbaren rika», aus der Mitte des 19. Jh. inn Erinnerung. e Einblicke, die dieser aufmerksame Besucher in Amezte nn franzçsische t u ü r h B c rika sammelte, gehçren mittlerweile zur Pflichtlektüre und stehen – ges s i t auf der Literaturliste jedes amerikanischen Collegestuht fon yrigpraktisch ` denten. p Co Auf den kommenden Seiten präsentiert der indische Gelehrte, Autor und internationale Vortragsredner Vishal Mangalwadi eine unverbrauchte und umfassende Bewertung des Einflusses der Bibel auf die westliche Kultur. Das Buch der Mitte enthält die sorgfältige Untersuchung und die Beobachtungen eines «Außenstehenden», der die westliche Gesellschaft von innen betrachtet. Was Mangalwadi dabei entdeckt, wird viele überraschen. Sein Buch erzählt die Geschichte des erstaunlichen Einflusses der Bibel auf die Entwicklung der modernen westlichen Gesellschaft. Es zeigt, warum eine gründliche Neubewertung der Relevanz der Bibel für den gegenwärtigen çffentlichen Diskurs und die Bildung aller Schichten – ob auf çffentlicher oder privater, säkularer oder religiçser Ebene – dringend notwendig und auch außerordentlich erwünscht ist.


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Vorwort

Eine Kultur wird schwerlich den Versuch starten, geschweige denn sich nachhaltig und generationenübergreifend darum bemühen, die Rätsel des Lebens und des Universums zu begreifen und entsprechend zu handeln, wenn sie nicht eine einigermaßen plausible Weltsicht hat. In dem Buch Der Niedergang des amerikanischen Geistes erkennt der jüdische Professor Allan Bloom an, dass es die Bibel war, die den Impuls und die Basis für die intellektuellen Bemühungen des Westens lieferte, alle großen Ideen zu analysieren, seien sie richtig oder falsch. Bloom schrieb: In den Vereinigten Staaten war die Bibel praktisch das einzige gemeinsame Kulturgut, das einfache wie gebildete Leute, Reiche wie Arme, Junge wie Alte vereinte. Und als Leitbild für die Erkenntnis der Ordnung aller Dinge sowie als Schlüssel zum Verständnis der übrigen westlichen Kunst, deren grçßte Werke sich ial sie auch l in dieser oder jener Form auf die Bibelebeziehen, rschuf e s t BinadiesBedeutsamkeit die Voraussetzung für die Einsicht von BüMa n e e t n chern. Mit dem allmählich nachlassenden un undhunausweichlich ütz rschwindet B c Interesse an der Bibel auch das Verständnis, dass es – ges s i t eines solchen Buches bedarf. Väter und Mütter fonallumfassenden ght i ` r y wünschen für pihre Kinder nicht mehr vor allen Dingen, dass Co erlangen – eine Weisheit, wie Priester, Propheten diese Weisheit und Philosophen sie haben. Alles, was sie sich heutzutage vorstellen kçnnen, sind Fachwissen und Erfolg. Im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung geht ohne das Buch schon die bloße Vorstellung von einem großen Ganzen verloren.1 Mangalwadi unterstreicht die Tatsache, dass die Kirche im Westen Universitäten in dem leidenschaftlichen und bewussten Bemühen gründete, die Wahrheit zu erkennen und zu verbreiten. Nach dem Vorbild der großen Universitäten von Bologna, Paris, Oxford und Cambridge wurde auch Amerikas erste hçhere Bildungsinstitution, Harvard, unter dem Motto veritas (lat. für Wahrheit) gegründet. Leider verlor dieses Motto im Verlauf des letzten Jahrhunderts all seine Bedeutung. «Führende Denker» innerhalb der Akademie vermoch-


Vorwort

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ten viele davon zu überzeugen, dass die «Wahrheit» als solche hauptsächlich eine Funktion sozialer Konvention sei. Das bestimmende Klima des Pessimismus in Bezug auf unsere Fähigkeit, wirklich erkennen zu kçnnen, was Bedeutung hat, wurde wohl am eindrücklichsten von dem inzwischen verstorbenen Richard Rorty zum Ausdruck gebracht. Man kann ihn wohl als einen der einflussreichsten amerikanischen Denker der letzten 40 Jahre bezeichnen. In What’s the Use of Truth (dt. Wozu ist Wahrheit nütze?) behauptet Rorty, es gebe keine privilegierte Position und keinerlei Autorität, die uns einen rational zu rechtfertigenden Standpunkt liefere, von dem aus wir die «reale» Welt kennen lernen kçnnten. Das Wort «Wahrheit», so betont er, habe keine signifikante Bedeutung mehr. Die traditionelle Unterscheidung zwischen wahr und falsch sollte daher abgeschafft werden. Stattdessen kçnnten wir nur in Sprachl oderteweniger geflechten und Sätzen reden, die ein mehr rial großes e s a Ba s Maufweisen. Maß an «Geschmeidigkeit» und Homogenität n e e Für Rorty ist jeder Wahrheitsanspruch nn ützt lediglich vorläufig – im u r B ein chGlauben-machen-Wollen –, weil Wesentlichen nur ein–Schein, s e s ti t-g ein Produkt der menschlichen Gesellauch die Sprache fon anyrsich ghnur i ` schaft sei. Unsere p Worte hätten keinen festen Bezugspunkt, sondern Colediglich unser Erleben. Dementsprechend lehnte interpretierten Rorty jegliche Bemühungen ab, die Wirklichkeit irgendwie als bedeutsam hinzustellen; sie sei lediglich als linguistische Konstruktion sozialer Realität zu verstehen. Doch genau dieses Argument entzog Rorty jegliche rationale Basis für die Verteidigung irgendwelcher Sozialstruktur oder Weltsicht, wie wünschenswert oder überzeugend diese auch sein mag. In der Tat kçnnen jene, die eine solche Sicht konsequent verfolgen, nicht einmal die historischen Bedingungen untersuchen, welche die Sozialstrukturen etablierten, die sie sich wünschen. In The Future of Religion (dt. Die Zukunft der Religion) nimmt Rorty auf diese tiefgreifende intellektuelle Unfähigkeit Bezug und räumt ein: «Es mag lediglich historischer Zufall sein, dass immer das Christentum präsent war, wo Demokratie für alle eingeführt wurde; vielleicht


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Vorwort

war dies auch nur innerhalb einer christlichen Gesellschaft mçglich. Aber es ist müßig, darüber zu spekulieren» [Hervorhebung hinzugefügt].2 Wie nicht anders zu erwarten, trug Rortys Wirken wie auch das seiner Akademiker-Kollegen zu einem vçlligen Verzicht auf die Suche nach Wahrheit, Wissen und Rationalität im traditionellen Verständnis der westlichen Gesellschaft bei. Die intellektuelle Kultur, die Rorty repräsentiert, degradiert nicht nur die klassischen Werke, die zur Schaffung einer modernen Welt der Gerechtigkeit, Freiheit und wirtschaftlichen Chancen beitrugen, sondern entzieht sich zugleich der Verantwortung, Studenten an diese grundlegenden Ideen heranzuführen – an Ideen, die mit den gängigen philosophischen Ideologien hçchstwahrscheinlich im Konflikt stehen. Dadurch wird der so lange geschätzte «freie Markt der Meinungen» leider sehr beeinträchtigt. lmçglich Wenn keine Wahrheitserkenntnis mehr ristia–l wenn alle e e s t a BGedankengebäude Wahrheit nur eine Funktion sozialer ist –, dann Ma n s e e t n hat das Denken an sich keine ütz Autorität mehr, und dann runwirkliche h B c bestimmen stattdessen akademischer Modetrend und das Marke– ges s i t ting, was geglaubt ht nicht. Noch schlimmer: Es besteht das fon wird goder i ` r y Risiko, dass an diepStelle der bisher anerkannten Autorität «WahrCoNçtigung tritt. Fragen zum Wesen der Wahrheit, heit» nun glatte der Bedeutung des Lebens, der Ehre, der Tugend, der Weisheit und der Liebe sind dann nur noch kuriose Relikte einer altmodischen Denkweise. C. S. Lewis, dem das Diktat des wissenschaftlichen Prozedere wirklich nicht fremd war, verdankte dem Mitglied seines Literaturzirkels Owen Barfield seine Befreiung von «chronologischem Snobismus» (so Barfield) beziehungsweise … … dem unkritischen Übernehmen des intellektuellen Klimas, das unserer Zeit eigen ist, und der Annahme, dass alles, was nicht mehr aktuell ist, allein aus diesem Grunde diskreditiert sei. Man muss herausfinden, warum es nicht mehr aktuell ist. Wurde es je widerlegt (und wenn ja, von wem, wo und wie


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schlüssig), oder kam es einfach aus der Mode? Ist das Letztere der Fall, so sagt uns das nichts darüber, ob es wahr oder falsch ist. Hat man dies erst einmal begriffen, so kommt man zu der Erkenntnis, dass unsere eigene Zeit nur eine «Epoche» ist und sicherlich wie alle Epochen ihre charakteristischen Verirrungen hat.3 Welche Konsequenzen hat dies für uns als Einzelne und für unsere Kultur? Wenn wir uns entscheiden, Rortys Richtung und dem neuesten Trend zu folgen, dann bleibt uns nur noch, wie Voltaires Protagonist Candide zu handeln und unseren «eigenen Garten» zu bestellen. Nichts ist dann mehr «bedeutsam», es sei denn, es befriedigt unsere persçnlichen Bedürfnisse und Wünsche. Wenn wir die Wahrheit über Bord werfen, dann verwerfen wir die einzigen brauchbaren Instrumente, die die Allgemeinheit stärlja, daste«uralte» ken kçnnen – zum Beispiel das demütige, rial Streben e s Ba Schçnen. nach dem Guten, dem Wahren und dem Ma n s e e Unser «ironisches Zeitalter» nnbraucht tztmit Sicherheit dringend eiu ü r h nen zuverlässigeren Spiegel, scdie fast vergessene Vergangenheit – B gum e s i t zurückgewinnen bewerten fon und ght zu kçnnen. Wir müssen wieder eine i ` r y allgemein gültige,p o universelle Hoffnung in den Blick bekommen. Wir Czu müssen zurück den Wurzeln, die einst unser Denken bestimmten, die unserem Verstand Struktur und unserem Willen Orientierung gaben, und neu von ihnen lernen. Von diesen Ursprüngen ausgehend, nahm der Westen eine Veränderung im Leben von Einzelnen, von Familien und ganzen Gemeinschaften vor, was wiederum die moderne Gesellschaft gestaltete, wie wir sie jetzt kennen. Aufgrund des zunehmenden intellektuellen und geistlichen Chaos unserer Zeit empfinde ich es daher als äußerst wichtig, die einzigartigen Züge des Westens, die einst diese fruchtbaren Veränderungen bewirkten, noch einmal in den Mittelpunkt zu rücken. Vishal Mangalwadis einzigartiger Beitrag, der im Verlauf der folgenden Seiten entfaltet wird, mag auf den ersten Blick der eigenen Intuition zuwiderlaufen. Wenn dem so ist, dann allein aus dem Grund, weil seine mühevolle Recherche die Tatsache stützt, dass –


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im Gegensatz zur gegenwärtig vorherrschenden Meinung – die Bibel und ihre Weltsicht es waren, die gemeinsam die einzige treibende Kraft in der Entstehung der westlichen Kultur waren. Während Bloom das Ende des amerikanischen Geistes beklagt, verstrçmt Mangalwadi einen Optimismus, der neuen Mut schenkt. Interessanterweise begann er sein eingehendes Studium der Bibel an einer indischen Universität – nachdem er erkannt hatte, dass die westliche Philosophie scheinbar alle Hoffnung aufgegeben hatte, die Wahrheit zu finden. Sie präsentierte sich ihm im Hinblick auf ihre Absichten und Vorsätze als «bankrott». Bei Mangalwadi führte die Auseinandersetzung mit der Geschichte der modernen Welt zu einem Interesse an der Bibel. Auf der anderen Seite verlieh ihm das Studium der Weltgeschichte eine neue Hoffnung, die auf den Seiten dieses außergewçhnlichen Buches durchweg mitschwingt. lIntellektuellen Mangalwadi kann man sicher als einen rial des Ose e s t a Batiefes M tens bezeichnen. Er verfügt überneine Kenntnis der ganzen e e t n Bandbreite çstlichen Gedankengutes ützund çstlicher Kultur, prorunvonchder B fitierte aber auch maßgeblich umfassenden Darlegung der – ges s i t intellektuellenound f n ygeistlichen ght Traditionen und Institutionen des i ` r Westens. Durch seinen op Zugang zum çstlichen wie zum westlichen Cer Denken erhielt einen ausgezeichneten Einblick in das Denken und das Wesen der westlichen Kultur. Dies wiederum befähigte ihn, sich mit prägnanter Klarheit und prophetischem Mut zur Krise unserer Zeit zu äußern. Auf diesen Seiten werden uns die ¾rmsten der Armen im ländlichen Indien wie auch die einflussreichen Denker des Westens nahegebracht. Mangalwadi zeigt durchgehend auf, dass die biblische Weltsicht kritischer und unmissverständlicher Ursprung der einzigartigen westlichen Vorstellung von Denken, Werten und Institutionen ist. In Bezug auf die Punkte, die Rorty in seinen Büchern anspricht, plädiert Mangalwadi dafür, dass die Bibel als Offenbarung Gottes an die Menschheit die Basis für eine zugegeben nicht perfekte, aber nichtsdestotrotz bemerkenswert humane Gesellschaft bildete. Vor


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allem handelte es sich hier um eine Zivilisation, in der man die Wahrheit als real begriff und das kollektive Streben nach Tugend das Verhalten prägte. Das Erlçsungswerk Gottes in der Person Jesu Christi lieferte angesichts des Abgrunds menschlicher Ichbezogenheit, Korruption und Sünde ein historisch nachweisbar funktionierendes Angebot zur Veränderung. Mangalwadis sorgfältige Analyse ist mit spannenden Geschichten verwoben; so wird der Leser in konkrete Begegnungen mit hineingenommen, die die ganze Bandbreite menschlicher Tugend und Korruption aufweisen. Er appelliert mit aller Deutlichkeit an den Westen, die einzigartige Quelle, die ihm wirkliches Leben schenkte, nicht zu vergessen, sondern sich zu besinnen und wieder zu ihr zurückzukehren. Um es mit Hesekiel auszudrücken: Hier, im 21. Jh., spricht wieder der «Wächter» auf dem Turm. Mçgen seine Worte Wurzeln schlagen und die sehr notwendige Erneuerung in l unserem Denken und Geist fçrdern. el eria

s Ba s Mat n nne ützte J. Stanley Mattson Ph.D. u r B ch s – e s ti Als Gründer und ht-gder C. S. Lewis Foundation Redlands, fon Präsident g i ` r Kalifornien, promovierte Stanley Mattson 1970 an der Universität py Co

von North Carolina, Chapel Hill, über die amerikanische Geistesgeschichte. Er war darüber hinaus Mitglied der Fakultät des Gordon College, Leiter der Masters School von W. Sinsbury, Connecticut, und Direktor der Wirtschafts- und Stiftungsbeziehungen der Universität von Redlands. 1986 rief Dr. Mattson die C. S.-Lewis-Stiftung ins Leben. Seit dieser Zeit wirkt er als Director of Programs maßgeblich in Oxford und Cambridge mit. Die Stiftung engagiert sich gegenwärtig in der Gründung des C. S. Lewis College, einem College für große christliche Literatur mit einer Schule für Bildende und Darstellende Künste. Es befindet sich nicht weit von den «fünf Colleges» im Westen von Massachusetts. (Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die C.S.-LewisFoundation-Website unter: www.cslewis.org.)


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PROLOG Warum diese Reise in die Seele der modernen Welt?

1994 luden die katholischen Bischçfe in Indien einen unserer bekanntesten Intellektuellen, Dr. Arun Shourie, ein, damit er ihnen die hinduistische Sicht auf die christliche Mission darlegen konnte. Mçglicherweise erwarteten die Bischçfe, in Shourie einen Fürsprecher für Mission zu finden – schließlich hatte seine berühmte Familie Missionsschulen besucht. Doch Shourie klagte die Missionsgesellschaften an, sich als Handlanger des britischen Imperialismus konspirativ betätigt zu haben. l antedie Er argumentierte, man habe im Anschluss rialmilitärische e s a Missionare ins Ba die und politische Eroberung Indiensndurch Briten M s e e Land gebracht, um das indische nn Denken tzt zu kolonialisieren. Daher u ü r h halte er Mission für die sc Form der Kolonialisierung, da – Bschlimmste e s g i t sie unsere Seele fonvereinnahmt ght und unsere Kultur zerstçrt habe. i ` r y Im Anschluss p an seine Vorwürfe an die Adresse der Missionen Co Jesus und verhçhnte die Bibel als irrationales attackierte Shourie und unsittliches Buch. In zwei Büchern führte er seine Thesen näher aus.1 Als Shouries Bücher verçffentlicht wurden, schickte sich die hinduistische Bharatiya Janata Party (BJP) gerade an, eine Nationalwahl zu bestreiten. Sie ging als erstarkte Partei daraus hervor und wurde Teil einer Regierungskoalition. Die BJP nutzte Shouries Buch als Propaganda für ihre Ziele. Sie vertrat die Position, alle liberalen hinduistischen Parteien, wie der Indische Nationalkongress, sollten abgewählt werden, da der liberale Hinduismus Christen und Muslimen erlaubt habe, unser Volk zu bekehren und die indische Kultur zu untergraben. Ab dem Zeitpunkt, als sich eine landesweite Partei mit ihrem Einfluss hinter die Bücher von Shourie stellte, wurden diese in In-


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PROLOG

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Warum diese Reise in die Seele der modernen Welt?

dien zu Bestsellern. Shouries Doktorarbeit wurde daraufhin in die indischen Sprachen übersetzt, und man fand Auszüge in den Zeitungskolumnen nationaler und regionaler Blätter. Mir war jedoch bewusst, dass die westliche Missionsbewegung, die von der BJP als das schlimmste Übel für das moderne Indien dargestellt wurde, entscheidend zur Gestaltung des heutigen Indiens beigetragen hatte.a) In Shouries Büchern wurden die bedeutendsten Missionare aus dem Süden, die in Nordindien dienten, leider beschuldigt, gefährliche CIA-Agenten zu sein, obwohl sie sich vorbildlich für das Gemeinwohl Indiens eingesetzt hatten. Auf beeindruckende Weise engagierten sie sich, den «unberührbaren» Opfern hinduistischer Denkweise und des unterdrückenden Kastenwesens aufzuhelfen. Nun unterstellte man ihnen, vom CIA unterstützt worden zu sein, um den neokolonialistischen Plänen des Pentagons den Weg zu bereiten. Die Bibel – das Buch, das in Indien al Bildung, i l r e e Gleichberechtigung und allumfassende angestoasModernisierung at B M n s ßen und aufrechterhalten hat – wurde als sei sie nur ne tzsotehingestellt, ü etwas für die Einfältigen.Brun ch s – e Arun Shourie besuchte einst eines der renommiertesten christlis ti t-g n h o f g chen Colleges i er erhielt einen Doktortitel von einer ange` in Indien, pyr o sehenen amerikanischen Universität, die von protestantischen C Christen mit dem ausdrücklichen Ziel gegründet worden war, biblische Inhalte zu lehren. Er arbeitete als Beamter der Weltbank und stand an der Spitze von Indiens grçßter Zeitungskette. Viele von uns verehrten ihn für sein mutiges Eintreten für ethische Werte und tun dies bis heute. Doch warum weist ein hochgebildeter Mann in Bezug auf die Bibel solche entscheidenden Wissenslücken auf? Warum ist ihm die bedeutende Rolle der Bibel bei der Entstehung des modernen Westens und des modernen Indiens nicht bewusst? Warum erkannte er nicht, dass die Bildung, die er selbst genoss, das ame-

a)

Dies schließt viele britische Evangelikale ein, die als Beamte, Soldaten, Richter und Lehrer arbeiteten.


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rikanische Wirtschaftssystem, das er studierte, die freie Presse, die er verfocht, die politische Freiheit, die er über alles schätzte, und das çffentliche Leben, um dessen Befreiung von Korruption er kämpfte, allesamt auf die Bibel zurückzuführen sind? (Leider ist mittlerweile vieles davon säkularisiert und Opfer der Korruption geworden.) Dr. Shouries Ignoranz ist jedoch nicht ihm allein anzulasten. Leider war den christlichen Professoren in Indien und Amerika selbst die Wichtigkeit der Bibel kaum bewusst und welchen Beitrag sie für die Prägung der modernen Welt leistete, auch für Universitäten, Wissenschaft, Wirtschaft und Grundrechte. Ignoranz und Ungläubigkeit sind verständlich. Wenn diese jedoch zur Verzerrung der eigenen Geschichte führen und diese bewusst falsch dargestellt wird, kommt ein solches Vorurteil die Gesellschaft teuer zu stehen, weil so ihr intellektuelles und moralisches Fundament untergraben wird. Diese Herrschaft der Voreingenommenheit in westlichen Unil Sonne unldem Westen versitäten lässt einen fragen: Muss denn über riadie e e s t Ba s Ma tergehen? n e Ich antwortete auf Dr. Shouries zteBuch in einer Reihe von nn üerstes t u r BConspiracy: chLetters to a Postmodern Hindu (dt. Briefen, die in Missionary s – e s g an einen Hindu der Postmoderne) erti Konspiration der ht-Briefe fonMissionare. g i ` r schienen sind. Auf opysein zweites Buch ging ich in meinem Vorwort C von Gene Edward Veiths Buch Fascism: Modern and Postmodern2 ein. Meine Website www.RevelationMovement.com wird seine einzelnen Kritikpunkte an der Bibel näher erçrtern. Das Buch der Mitte versteht sich auch als Beitrag zum 400-jährigen Jubiläum der King-James-Bible, die mehrere Jahrhunderte geprägt hat. Mit meinem Buch mçchte ich Menschen dienen, die sich wie Arun Shourie für den Aufbau ihrer Nationen engagieren. Mit ein wenig Demut kçnnen wir alle profitieren von dem Wissen darum, wie unsere moderne Welt entstand. Die Sonne muss nicht untergehen über dem Westen. Europa und Amerika kçnnen vielmehr neu belebt werden. Das Licht kann wieder leuchten – auch über den Vçlkern, die durch westliche Universitäten und Medien die Orientierung verloren haben. Das Wort «Mythos» hat viele Bedeutungen. Einige von ihnen


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Warum diese Reise in die Seele der modernen Welt?

sind hilfreich. Wenn jedoch damit eine Sicht der Wirklichkeit gemeint ist, die nur auf eine Erfindung des menschlichen Geistes zurückgeht, dann ist der Atheismus per definitionem ein Mythos. Im 20. Jh. brachte dieser Mythos Osteuropa sehr viel Schrecken. Nun bedroht er den Westen. Ein rascher Blick in dieses Buch genügt, um zu erkennen, dass es von der Bibel handelt. Alle, die es dann wirklich lesen, erfahren jedoch, dass es ebenso um große Literatur, große Kunst, große Wissenschaft und um technische Errungenschaften geht, die für unseren Alltag wesentlich sind, um wahres Heldentum und den Aufbau von Nationen, um große Tugenden und soziale Einrichtungen. Wenn Sie eine Milliarde Teile eines Puzzles hätten, wäre es dann sinnvoll, mit dem Zusammenfügen zu beginnen, ohne ein klares Bild vor Augen zu haben, wie es letztlich aussehen soll? Die Bibel entwickelte die moderne Welt mit Wissenschaft und l Schçpfer l Bildung, weil sie uns die Vorstellung vermittelte, die riader e e s t Badasssdie selbst davon hat. Dies hat dazu geführt, Mamoderne westliche n e e n Welt zu einer lesenden undndenkenden tzt Gesellschaft wurde. Die u ü r h Menschen der Postmoderne sc meist wenig Sinn darin, Bücher – B gsehen e s i t t Karriere oder ihrem Vergnügen diezu lesen, die nicht fon direkt ghihrer i ` r y nen. Dies ist ein logisches Resultat des Atheismus, der verstanden op hat, dass der C menschliche Geist von sich aus unmçglich wissen kann, was richtig und wahr ist. Die Verçffentlichung dieses Buches wird von dem Gebet begleitet, dass es dazu beitragen mçge, in aller Welt Interesse an der Bibel und an allen wichtigen Büchern zu wecken. Vishal Mangalwadi


Teil I Die Seele der westlichen Zivilisation Die Bibel ließ ihr Gottes-, Welt- und Menschenbild in alle führenden westlichen Sprachen und somit in die intellektuellen Prozesse einfließen, die den l a i l westlichen Menschen bestimmen. […] Seit der ter des Buchdrucks aseErfindung a B M betrachteten wir die Bibel aber nicht nur Übersetzung alter orientaen alszeine tesals ein uns fremdes Buch. n n t lischer Literatur. Auch empfanden wir sie nie hü Bru scvertrauteste – Vielmehr war sie dieszugänglichste, und zuverlässigste Quelle ge i t t n h der intellektuellen, ig und geistlichen Ideale des Westens. `fo moralischen

r

py Co

H. Grady Davis


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Kapitel 1 DER WESTEN OHNE SEINE SEELE Von Bach bis Cobain

Zweihundert Jahre lang haben wir an dem Ast gesägt, auf dem wir sitzen, und gesägt, und gesägt. Am Ende wurden wir für unsere Mühe belohnt, viel eher als erwartet. Wir fielen herunter. Jedoch hatten wir uns unsere Landung ganz anders vorgestellt: Der Boden, auf dem wir landeten, war kein Bett voller Rosen, sondern eine Jauchegrube voller Stacheldraht … Die Entfernung der Seele scheint deshalb kein routinemäßiger chirurgischer Eingriff zu sein wie etwa eine Blinddarmoperation. Die Wunde kann sich entzünden.

l rial e e s t Ba «Notes George Orwell, Maon the Way», 1940 n s e e nn ützt u r B Washington, ch entdeckte am 8. April 1994 Ein Elektriker in Seattle, s – e s ti -g zufällig eine Leiche. fon yrDurch ght eine Schrotflinte war der Kopf bis zur i ` Unkenntlichkeit zerfetzt worden. Die Ermittlungen der Polizei erop gaben, dass esCsich bei dem grausam zugerichteten Opfer um die

Rocklegende Kurt Cobain handelte (geb. 1967), der wenige Tage zuvor Selbstmord begangen hatte. Cobains bisherige Suizidversuche durch eine Überdosis Drogen waren immer gescheitert. Deshalb soll seine hübsche Frau, die Sängerin Courtney Love, mehrmals die Polizei gerufen haben, um seine Waffen beschlagnahmen zu lassen und so zu verhindern, dass er sich damit selbst tçten oder andere verletzen konnte. Kurt Cobain, der Leadsänger und begabte Gitarrist der Rockband «Nirvana», fing die Probleme seiner Generation und ihre Sehnsucht nach Halt und Geborgenheit für die Seele so treffend ein, dass von dem Album «Nevermind» über zehn Millionen Exemplare verkauft wurden; es verdrängte Michael Jackson von der obersten Chartplatzierung.


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TEIL I

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Der Ausspruch «Never mind» bedeutet: «Egal!» oder «Mach dir keine Gedanken!». Warum sollte man auch über etwas nachdenken, wenn es doch nichts gibt, was absolut wahr, gut oder schçn sein kçnnte? Soll sich ein Mann ändern, soll er es sich zu Herzen nehmen, dass seine entzückende Tochter einen Vater braucht? «Egal, mach dir keine Gedanken darüber», das wäre die logische Haltung eines Nihilisten, der denkt, dass es da draußen in der Welt nichts gibt, was irgendwie wichtig wäre und Sinn ergeben kçnnte – sei es die Tochter, die Ehefrau oder das Leben selbst. Doch das war nicht immer so. Der moderne Westen wurde von Menschen geprägt, deren Leben auf ihrem Glauben an das Gçttliche, Wahre und Ehrenwerte beruhte. «Nirwana» steht im Buddhismus für «Erlçsung» und bedeutet eine dauerhafte Nichtexistenz des Individuums beziehungsweise die Auflçsung unserer illusionären Persçnlichkeit ins shoonya (Aufl unserer lLoslçsung lçsung, Nichtsein und Leere). Damit ist die riavon e e s t Ba Illusion nur Kummer und Elend bewirkenden Magemeint, die pern s e e n Selbst, manent unser Sein bestimme: ndas tztdie Seele, atman. u ü r h Der folgende Text zeigt, Cobain sc Erlçsung versteht – nämlich – B wie e s g i t als Schweigen,oTod n und Auflçsung. ht

`f rig y p o Silence, HereCI am, Here I am, Silent …

Death Is what I am, Go to hell, Go to jail … Die1 Schweigen, hier bin ich, hier bin ich, schweigend … Tod, das bin ich, geh zur Hçlle, geh ins Gefängnis … Sterbe Nachdem sich die Nachricht von Cobains Suizid verbreitet hatte, taten einige Fans es ihm nach. Der Bericht in der Zeitschrift «Rolling Stone» über seinen tragischen Tod führte zu Nachahmungstaten, so dass etwa 68 Personen auf die gleiche Art und Weise aus dem Leben schieden.2 «Hey, hey, ho, ho, Western Civ has got to go!» Aus Frust über die Heuchelei und die Ungerechtigkeit des Westens forderten die Stu-


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denten der Universität Stanford in den 1960er-Jahren die Beseitigung der westlichen Gesellschaft. Dennoch erreichten sie mit der Ablehnung der herrschenden Gesellschaftsvorstellungen nicht das, was sie sich eigentlich vorgestellt hatten. Diana Grains bemerkte in «Rolling Stone», vor den 1960er-Jahren habe es unter der amerikanischen Jugend praktisch keine Suizidversuche gegeben. Nach 1980 nahmen sich jedoch jedes Jahr fast 400.000 Heranwachsende das Leben. Bereits 1987 galt der Freitod unter Teenagern nach Verkehrsunfällen als zweithäufigste Todesursache. In den 1990er-Jahren sank der Suizid dann auf Platz 3, weil sich die jungen Menschen genauso oft gegenseitig tçteten, wie sie sich selbst umbrachten. Grains erklärte diese Zahlen der Kinder der 1960er-Generation wie folgt: Die 1980er-Jahre brachten den jungen Leuten die Erfahrungen l einzigartiger Gewalt und Demütigung.eTraumatisiert rial von abwee s t Ba Erziehern, senden oder süchtigen Eltern,n von Ma der Polizei und s e e von Psychiatern, arbeiteten nn sie oftmals tzt in Jobs, von denen sie u ü r h c von Seiten der Behçrden keikaum leben konnten. sauch – B Dages e s i t t sie in die Gesellschaft zu integrieren, nerlei Bemühungen fon yrighgab, ` mangelte es ihnen p an Orientierung. Viele junge Menschen geCo Kreislauf der Sinnlosigkeit und Verzweiflung. rieten in einen Diese Schuld muss man den Erwachsenen anrechnen, denn sie hatten eine gesamte Generation im Stich gelassen, ihnen nicht ausreichend Schutz geboten, ihnen keine Chance gegeben, später ein eigenständiges Leben führen zu kçnnen. Als die ersten Anzeichen von Vernachlässigung bei ihnen sichtbar wurden, die sich in Suizidraten, Mord, Drogenmissbrauch, Schulversagen, Rücksichtslosigkeit und einem Lebensgefühl des Elends äußerten, bezeichneten die Erwachsenen sie als teilnahmslos, Analphabeten und gewissenlose Versager.3 Laut seiner Biografen erhielt Cobain in seiner Kindheit sehr viel Zuwendung, sein Leben verlief zunächst in geordneten Bahnen. Doch mit neun Jahren geriet er zwischen die Fronten seiner in Scheidung


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lebenden Eltern. Wie so oft in Amerika hatte sich deren Ehe zu einem Schlachtfeld mit seelischen Verletzungen und verbalen Entgleisungen entwickelt. Einer von Cobains Biografen schrieb unter ein Familienbild mit dem sechsjährigen Kurt: «Ein Familienbild. Eine Ehe war es nicht.»4 Nach der Scheidung ging Kurts Mutter mit jüngeren Männern aus. Sein Vater wurde herrisch, ihn plagte mehr die Angst davor, dass seine neue Frau gehen kçnnte, als die Befürchtung, seinen Sohn Kurt zu verlieren. Durch die fehlende Zuwendung von Seiten der Eltern fühlte sich der Sohn unerwünscht, er konnte seine innere Mitte nicht mehr finden und hatte deshalb Mühe, stabile Beziehungen zu seinen Altersgenossen oder zu Erwachsenen aufzubauen. Diese Instabilität hinterließ in seiner Seele eine tiefe Wunde, die mit Musik, Erfolg, Geld, Sex, Drogen, Alkohol, Rehamaßnahmen und Entziehungskuren nicht geheilt werden konnte. ial natürlich l fiel teserihm Aufgrund dieses großen inneren Schmerzes e s a Ba s MBuddhas leicht, der ersten der vier «edlen Wahrheiten» zuzustimn e e t n men, Leben heiße Leiden. un ütz r h B c Die Psychotherapie versagte bei – ges Cobain. Da sie die eigentliche s i t t- der Seele) in Frage gestellt hat, beExistenz der Psyche fon y(des ghSelbsts, i ` r findet sich die säkulare Psychologie nunmehr im Niedergang. Sip Co Sigmund Freud und Carl Gustav Jung noch an cherlich glaubten die Existenz des Selbsts,5 aber ihre Nachfolger vertreten den Standpunkt, der Glaube an das «Selbst» sei ein Überbleibsel der uns anhaftenden westlichen christlichen Vergangenheit – Jungs Vater zum Beispiel war ein Geistlicher. Jungs grundsätzlich atheistisch eingestellte Nachfolger wie James Hillman formulieren den Kerninhalt dieser Theorie vçllig neu. Heute vertreten immer mehr Fachleute die Ansicht, dass es ohne Theologie theoretisch nicht mçglich ist, Psychologie zu betreiben. Sechs Jahrhunderte vor Christus wusste Buddha bereits: Wenn Gott nicht existierte, dann existierte das menschliche Selbst auch nicht. Daher veränderte Buddha die hinduistische Lehre von der Seele: Wenn wir die Schichten der eigenen Psyche wie eine Zwiebel zu häuten begännen, entdeckten wir, dass es in unserem Wesen


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keinen festen Kern gebe. Unsere Annahme vom eigenen Selbst sei daher eine Illusion. In Wirklichkeit gebe es nur das Nicht-Selbst (anatman). Du existierst nicht! Folgt man der Lehre Buddhas, findet man nur dann Befreiung, wenn man erkennt, dass unser Sein nicht wirklich ist. Dieser Nihilismus ist logisch, wenn man von dem Ansatz ausgeht, dass es keinen Gott gibt. Andererseits ist es keinesfalls leicht, mit den Konsequenzen dieser Überzeugung zu leben und nicht mehr an das eigene Selbst zu glauben. Für sensible Menschen wie Cobain kann dieses Zugeständnis durchaus zerstçrerisch sein: «Ich glaube, dass ‹ich› nicht bin.» Seine Musik – feinfühlig und ungestüm, überzeichnet und depressiv, laut und ruhelos, gesetzlos und rachgierig zugleich – reflektierte jene Zerrissenheit, die er in seiner postmodernen Umwelt und in seinem Inneren wahrnahm. Obwohl er für sich einige wenige l moralische Grundsätze gelten ließ (wie Umweltschutz rialoder Vatere e s t a stabiles Bein schaft) war es für ihn nicht mçglich, MaWeltbild zu finden, n s e e in das er seine Prinzipien einordnen nn ükonnte. tzt u r h B der s«Impermanenz» c Die Lehre Buddhas schien ihn instink– von e s g i t tiv anzuziehen: Welt fonIn der ght gebe es nichts, das stabil und permanent i ` r y ist. Es sei nicht pmçglich, zwei Mal durch denselben Fluss zu o schwimmen, C weil der Fluss sich jeden Moment verändere, so wie der Mensch selbst auch. Man sei jetzt nicht mehr das «Selbst», das man gerade noch gewesen sei. Cobains Empfinden der Impermanenz hinsichtlich einer emotionalen, sozialen und geistlichen Mitte in seinem Leben hatte tragische Konsequenzen. Er machte sich die philosophische und moralische Leere zu eigen, die andere Bands als den «Highway to Hell»6 anpriesen.

Musik nach Gottes Tod Der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche (1844–1900) erkannte, dass Europa die positiven Resultate des christlichen Glaubens nicht


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mehr aufrechterhalten konnte, nachdem es Gott für tot erklärt hatte. Aber selbst Nietzsche bedachte nicht, dass die Abschaffung Gottes den Tod des eigenen Selbsts bedeutete. 1500 Jahre vor Nietzsche war die westliche Welt hingegen der These des Augustinus (354–430 n. Chr.) gefolgt, dass jedes menschliche Wesen eine dreifache Natur aus Kçrper, Seele und Geist sei. Nach der Leugnung des gçttlichen Seins wurde es nun unmçglich, weiterhin von der Existenz des menschlichen Seins auszugehen. Aus diesem Grund greifen viele Intellektuelle auf buddhistische Vorstellungen zurück, die das Selbst für eine Illusion halten. Der zeitgençssische Jung’sche Psychologe Paul Kuglar erklärte, in der postmodernen Philosophie sei Nietzsche (als redendes Subjekt) tot – er habe niemals existiert, denn Individualität sei nur eine Illusion, ein Produkt der Sprache.7 Die Dekonstruktivisten machen die Sprache dafür verantwortl l lich, die Illusion des Selbsts geschaffen zuehaben, aber beriaBuddha e s t a a B heißt, schuldigte den menschlichen Geist, n das s Mdas Denkvermçgen, e e t n den Intellekt. Für ihn konnte nicht undies h ützGottes Ebenbild sein. Vielrfür B c mehr hielt er das Denken ein Produkt urzeitlicher kosmischer – ges s i t Ignoranz des Seins fon –yavidya. ght i ` r Klassischen Skeptikern wie Pyrrhon von Elis (360–270 v. Chr.), p Co dem Großen nach Indien gereist und mit der mit Alexander buddhistischen Philosophen in Berührung gekommen war, erschien diese Theorie sinnvoll. Nach seiner Rückkehr nach Griechenland begründete Pyrrhon daraufhin die philosophische Schule der Skeptiker und lehrte, dass man nichts wissen kçnne. Warum sollte man dann Philosophen noch für ihre Lehrtätigkeit bezahlen, wenn dies wirklich der Wahrheit entsprach? Kein Wunder, dass Bildung, Philosophie und Wissenschaft in Griechenland einen Niedergang erlebten. Die Leugnung eines individuellen Wesenskerns im Menschen macht es allerdings schwierig, hinter Musik einen Sinn zu erkennen, denn Musik ist wie Ethik und Werte eine Sache der Seele. Jene, die davon ausgehen, dass alles in der Welt nur materielle Substanz und die Seele eine Illusion sei, stoßen bei der Erklärung von


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Musik auf Schwierigkeiten. Sie kçnnen natürlich die These aufstellen, Musik habe sich aus der Tierwelt heraus entwickelt. Andererseits hat keiner der uns von der Evolution zugeschriebenen Vettern jemals Musik gemacht (natürlich «singen» einige Vçgel, aber niemand hat bisher behauptet, dass unsere eigene Musik von ihnen stamme). Charles Darwin ging davon aus, Musik habe als Mittel des Liebeswerbens um eine Frau ihren Anfang genommen. Das kçnnte man glauben, wenn Vergewaltiger ihre Opfer mit einer Band zu betçren versuchten. Genauso gut kçnnte die evolutionistische Psychologie Vergewaltigung als natürliche Form der Paarung und Moral als willkürliche soziale Kontrolle betrachten. Musik dient jedoch offensichtlich keinem biologischen Zweck. Vielmehr hat Bono, der Leadsänger von U2, recht, wenn er sagt: «Musik ist Sache des Geistes.» Teile der zeitgençssischen Musik bewegen sich auf Gott zu – zum Beispiel Gospel-Musik. Andere Genl und sul von Gott res wie Blues bewegen sich vielleicht eher riaweg e e s t a auchMa B chen die Erlçsung anderswo. Wie dem war n s sei, «für beide e e 8 t n Dreh- und Angelpunkt, dass der Reise ist.» tz unGott das üZentrum h Brnicht c Selbst in der Bibel– sind alle Gesänge dem Lob Gottes gewids e s g i t met. Bereits bei finden fonHiob ght wir beispielsweise, dass angesichts von i ` r y Leid und Ungerechtigkeit die Gesangstexte auch eindringliche Anop klagen gegenC Gott enthalten. Diese Lieder klagen Gott an – aber auch sie bestätigen, dass der Sinn des Lebens nur in Gott zu finden ist und dass wir ein Recht darauf haben, moralische Urteile zu fällen. Der buddhistische Skeptizismus, den Pyrrhon nach Europa brachte, ist logisch und kraftvoll zugleich. Der Westen entrann seinem lähmenden Einfluss nur, weil Denker wie der heilige Augustinus in der Lage waren, ihn zu widerlegen. Augustinus bekräftigte die Existenz des menschlichen Seins, weil die Bibel diese Existenz lehrt und weil Gott den Menschen nach seinem Bild geschaffen hat. Augustinus glaubte zudem an die Gültigkeit des Worts. Er war der Ansicht, dass Sprache Wahrheit deshalb vermitteln kann, weil der Mensch Ebenbild eines dreieinigen Gottes ist, der sich mitteilt, der spricht. Da der Westen diese biblischen Grundlagen heute verworfen hat, hat er


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dem radikalen buddhistischen Pessimismus nur wenig entgegenzusetzen. Trotz oder vielleicht wegen seiner inneren Zerrissenheit blieb Cobain weiterhin dermaßen berühmt, dass ihn die Musikindustrie 2008 als den grçßten nicht mehr lebenden Künstler bezeichnete. Seine Alben übertrafen selbst die Verkaufszahlen von Elvis Presley. 2002, viele Jahre nach seinem Tod, konnte seine Witwe seine Notizen und Aufzeichnungen aus seinen Tagebüchern für (angeblich) vier Millionen Dollar an Riverhead Books verkaufen. Zwei Jahrzehnte zuvor hätte jeder Verleger der Welt diese Notizen als bedeutungsloses, stümperhaftes Gekritzel abgelehnt. Zu Beginn des 21. Jh. jedoch bemerkten die Kulturkritiker in Amerika zu Recht, dass Cobain mehr als jeder andere Prominente die Seelenlosigkeit Amerikas verkçrperte. Als Beispiel von bedeutsamer Bedeutungslosigkeit schrieb er:

l rial e e s t Ba smit Ich mag Punk-Rock. Ich mag n Mädchen Magruseligen Augen. e e Ich mag Drogen. (Aber u mein nn Kçrper tztund mein Verstand erlauü r h ben mir nicht, sie – zuB nehmen.) sc Ich mag Leidenschaft. Ich liebe e s g i t es, meine Karten fon yrfalsch ght zu spielen. Ich mag Vinyl. Ich mag es, i ` ein schlechtes p Gewissen zu haben, weil ich ein weißer männCo licher Amerikaner bin. Ich liebe es zu schlafen. Ich mag es, kleine Hunde in parkenden Autos zu ärgern. Ich finde es toll, wenn Menschen sich besser und über mich erhaben fühlen, wenn sie mich ansehen. Ich liebe es, meine Meinung zu vertreten, auch wenn sie vçllig daneben ist, aber es ist eben ernsthaft meine Meinung. Ich mag Ernsthaftigkeit, aber es fehlt mir an Ernsthaftigkeit … Ich mahne gerne Dinge an, aber ich unternehme nichts, um irgendetwas zu verbessern.9

¾hnliche Auslassungen zu Cobains Tagebüchern und Liedtexten sind mir in privaten Tagebüchern von Studenten auf Kunstausstellungen amerikanischer Colleges begegnet. Vor Cobain, in den 1960er- und 1970er-Jahren, glaubten die kulturkritischen Studenten dieser Colleges, am Beginn der perfekten Gesellschaft zu stehen.


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Zur Zeit von Kurt Cobain wussten sie bereits, dass Nihilismus nur zur Weltflucht führt. Steven Blush erforschte die frühe Musik der 1980er-Jahre, die sich chronologisch wie vom Stil her direkt an Cobain anschloss, allgemein bekannt unter dem Begriff «Hardcore». Ein Genre, das von einer forschen Sprache und der Absicht gekennzeichnet ist, sich bewusst außerhalb der breiten Masse anzusiedeln. Blushs Schlussfolgerung: Hardcore ist mehr als Musik – es wurde auch zu einer politischen wie sozialen Bewegung. Seine Anhänger bildeten eine Gruppierung für sich. Einige von ihnen waren der Gesellschaft entfremdet oder hatten Misshandlung erlebt und fanden nun ihre Zuflucht in der harten Musik. Einige suchten nach einer besseren Welt oder der Aufhebung des Status quo und waren ial l Hçlle zornig. Die meisten allerdings wolltenedie Krass rbejubeln. e s t a a und kompromisslos … Viele Problemkinder n B tes M«fanden sich selbst» e n im Hardcore, der keinerlei Anspruch hatte. Die ütz run ästhetischen h B c Bands konnten grçßtenteils auch nicht sonderlich gut spielen, – ges s i t und die meisten fon ySongs ght ließen Talent vermissen. Wie dem auch i ` r sei, sie hatten p «es» drauf – eine ansteckende Mischung von ulCoMusik, provozierenden Texten und einer «Frisstraschneller oder-stirb»-Mentalität.10 Die postmodernen «sinnfreien Rebellen» lebten in ihrer eigenen Welt.11 Cobains Musik mit ihrer totalen Disharmonie, voller Zorn, innerer Qualen, Verzweiflung, Bedeutungslosigkeit und Obszçnität, traf den Nerv des modernen Amerikas. Einer seiner Songs trägt den Titel «I Hate Myself, I Want to Die» (dt. Ich hasse mich, ich will sterben) und «Rape Me» (dt. Vergewaltige mich), später verändert zu «Waife Me» – und was das bedeuten soll, darüber haben wohl schon viele gerätselt. Die meisten von Cobains Gesängen konnte man nicht entschlüsseln, und wenn es bei einigen Texten doch gelang, hatten sie nicht zwingend eine Bedeutung. Ob es ihm selbst bewusst war oder


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nicht, es handelte sich überwiegend um zen-koans, um Sinnlosigkeiten wie: «Wie hçrt es sich an, wenn eine Hand klatscht?» Solche Sätze ergeben keinen Sinn, da ohne eine Offenbarung auch die Wirklichkeit an sich keinen Sinn ergibt. Seine Wçrter waren schlicht einfach nur Mantras – Wçrter ohne Sinn –, die gechantet und gebrüllt wurden.a) Cobain beging Suizid, weil nichts Positives wachsen kann, wenn man vom Grundgedanken des Nichtseins als ultimativer Wahrheit ausgeht. Dieser Gedanke vermittelt der Welt weder Lebensfreude, noch bringt er Bedeutung oder Hoffnung in das Chaos des eigenen Lebens, in dem man sich befindet. So bleibt als einzige Konsequenz, dass man die Menschen dazu anregt, den Ausstieg aus dieser Welt zu finden und das Nirwana zu suchen. Doch letztlich kann auf dem Boden des Nihilismus keine Musikkultur aufblühen. Cobains persçnliche musikalische Begabung konnte al sich nur i l r e e deshalb entfalten, weil er von der einzigartigen und t as MaMusikkultur B n Musiktradition vorhergehender Generationen tes profitieren konnte. zwestlichen nnein der t u ü Darüber hinaus scheint rMusik Geisteshaltung so h B c s – e selbstverständlich tund zu sein, dass sie zentral und is sohsehr t-gverankert n o f g als etwas Natürliches i Leben dazugehçrt – als wesentlicher Be` yrzum p o standteil von traditionellem gottesdienstlichem Leben und Bildung. C Das wird an den Universitäten Oxford und Cambridge deutlich, die im zweiten Jahrtausend einen hervorragenden Beitrag zur Bildung leisteten. Wer allerdings diese Städte noch nie besucht hat, dem wird nicht bewusst sein, wie sehr Kirchen und Kapellen das Stadtbild prägen. Man kann sogar behaupten, dass die «Chapel» das wichtigste Gebäude der altehrwürdigen Colleges darstellt, wobei die Pfeifenorgel das Herzstück bildet. Dies ist nicht in allen Kulturen so. Turkmenistan zum Beispiel hat erst in jüngster Zeit Musik an staatlichen Feiertagen, bei Fernsehübertragungen, offiziellen Kul-

a)

Siehe Kapitel 6 zur eingehenderen Erçrterung, inwieweit die Sicht, Mantras als Sprache zu sehen, weitere kulturelle Strukturen beeinflusst.


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turevents, çffentlichen Versammlungen und sogar bei Hochzeiten und çffentlichen Jubiläen mit Restriktionen belegt.12 In Ländern wie Saudi-Arabien existiert schon sehr lange eine Musikzensur. So dürfen im Iran und in Afghanistan Frauen nicht im Radio, geschweige denn im Fernsehen und erst recht nicht direkt vor einer gemischtgeschlechtlichen Zuhçrerschaft singen. Nach dem Sturz Saddams verhafteten radikale Muslime im Irak Verkäufer von Musik-CDs. In Moscheen sucht man vergeblich nach Keyboards, Orgeln, Klavieren, Orchestern und Worship-Bands, denn nach der Lehre des traditionellen Islams ist Musik haraam, unzulässig.b) Vom Standpunkt dieser Kulturen aus ist westliche Musik untrennbar mit Zügellosigkeit verknüpft. Musiker wie Kurt Cobain dienen als abschreckendes Beispiel. In der Tat stellte Cobain auf dem Cover von «Nevermind» unverkennbar drastisch die Werte l Babytunter rial Wasser mit e dar, die sein Leben bestimmten: Ein kleines e s a BDollarnote, Ma die auf einen Aneinem langen Penis taucht nach einer n s e e nnRückseite tzt sieht man Cobains Masgelhaken gespießt ist. Aufruder ü h – B gescdas auf einer Vagina sitzt. Demkottchen, ein Streifenhçrnchen, s i t gegenüber verachtet ghtBibel Ausschweifung und mçchte, dass `fon yridie p betrieben wird: Musik zur Ehre o Gottes

C

«Betrinkt euch nicht; das führt nur zu einem ausschweifenden Leben. Lasst euch vielmehr von Gottes Geist erfüllen. Singt miteinander Psalmen, und lobt den Herrn mit Liedern, wie sie euch sein Geist schenkt. Singt für den Herrn, und jubelt aus vollem Herzen! Im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit, überall und für alles!»13

b)

Die Idee, dass Musik haraam, unerlaubt, sei, gründet sich auf Koran 17,64, 31,6 und 53,59–62. Historisch gesehen haben Theologen in der Tradition der von Ibn Masud, Ibn Abbas und Jaabir nach Mohammeds Tod entwickelten Koranauslegung diese Passagen als Verbot jeglicher Musik verstanden. Andere Interpreten tendieren zu der Sichtweise, dass der Koran Musik nicht verbietet.


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Die buddhistischen Mçnche Asiens entwickelten sehr differenzierte Philosophien, Rituale und Psychotechniken, um dem Leben und seinem Leiden zu entfliehen. Sie perfektionierten Techniken wie das vipassanac), um nicht nur ihre Zunge, sondern auch ihre Gedanken zum Schweigen zu bringen. Der Buddhismus nahm in Indien seinen Anfang, und bevor er dort von der Bildfläche verschwand, genoss er über Jahrhunderte staatlichen Schutz. Dies ermçglichte den Bau gewaltiger Klçster; die buddhistische Kunst in unserem nationalen Erbe genießt große Wertschätzung. Dennoch hinterließ der Buddhismus in Indien weder nennenswerte Musiktradition noch ein Musikinstrument. Kein buddhistischer Mçnch hat je eine Band wie etwa «Nirvana» gegründet, weil man sich im Buddhismus unter Erlçsung nicht einen Himmel voller Musik und Gesang vorstellt.14 Eine pessimistil l Musik riader sche Philosophie des Schweigens kannskeine Freude e e t a hinaus aist es im BuddhisB M und Hoffnung hervorbringen. Darüber endie zExistenz tes zu bejubeln, weil n n mus nicht üblich, das Leben und t u ü r BLeben simchWesentlichen Leiden ist. Angenach seiner Ansicht das – s ti Konvertiten t-ge wie Kurt Cobain, der die westn regt durch westliche h o f g ` ri pyreligiçsen liche Tradition der Musik in den buddhistischen Glauo C ben einbaute, übernahmen lediglich einige Formen des modernen Buddhismus Musik in ihr System. Wenn ich Musik in buddhistischen Tempeln als neues Phänomen beschreibe, so bedeutet dies nicht, dass es im vorbuddhistischen Tibet oder in China keine Musik gegeben hätte.15 Musik gehçrt einfach zu unserer Welt und zum Menschsein dazu, auch wenn einige Weltanschauungen, inklusive des Darwinismus, sie weder verstehen noch beachten noch fçrdern.

c)

Um das eigene Selbst wahrzunehmen, versucht Yoga, die Atmung zu kontrollieren. Vipassana achtet auf die Atmung, um das Denken zum Schweigen zu bringen und auf dem Weg der Meditation zu der Erfahrung zu gelangen, dass sich in uns kein Selbst und keine Seele befinden – nur Leere, Nichts, Auflçsung und shoonya (Nichtsein).


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2000 v. Chr. kannten zum Beispiel chinesische Fruchtbarkeitskulte bei sexuellen Riten abwechselnden und gemeinsamen Gesang von Jungen- und Mädchenchçren, um den Dualismus von Ying und Yang zu symbolisieren. Noch ein Jahrtausend zuvor erklang schon bei den Tempelritualen der alten Sumerer in Mesopotamien Musik. Die musikalischen ragas der hinduistischen magischen Rituale haben 3500 Jahre überlebt. Die meisten Veden sind Hymnen und meditative Sprechgesänge. Die vedischen Priester verstanden von Klängen genauso viel wie die Menschen im Rest der Welt. Demzufolge entwickelten sie ein sehr ausgefeiltes System des Chantens, auch wenn die hinduistischen Mçnche und Priester dies nicht zu einem solch komplexen Medium ausbauten, wie es bei der westlichen Musik geschah. Allerdings hat Bollywood eine große Rolle dabei gespielt, einige hinduistische Aschrams dazu zu linspirieren, a Qualitätsl auch erizur großartige Musik zu machen. Bollywood setrug t a a n B Anfang steigerung von qawwali bei, das e seinen s Min der Sufi-Tradition e t n un Hindus nahmd) und mittlerweile rvon ützwie von Muslimen sehr geh B c – ges schätzt wird – auch tisin Pakistan. -

t

`fon yrigh p Co

Die Verankerung der Musik in der westlichen DNA Augustinus, Verfasser der sechs Bände Über die Musik, gilt als Wegbereiter für die Einführung der Musik in die westliche Bildung und Weltanschauung. Während seine ersten fünf Bände sehr theoretisch gehalten sind und auch von einem griechischen Philosophen verfasst worden sein kçnnten, spürt man im sechsten Band, in dem Augustinus die biblische Philosophie der Musik abhandelt, seine absolute Begeisterung für Musik. Musik gehçrt für ihn untrennbar zur Bibel, sind doch die Psalmen ihr umfangreichstes Buch. So fordert der letzte Psalm zum Beispiel die Schçpfung auf,

d)

Sunniten und Schiiten betrachten den Sufismus als muslimische Irrlehre.


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den Herrn zu loben – mit der Trompete, der Laute, der Harfe, dem Tamburin, den Saiten, mit Pfeifen und Zimbeln. Warum ist es mçglich, mit diesen Instrumenten Musik zu machen? Augustinus erkannte, dass die wissenschaftliche Basis oder das Wesen der Musik in mathematischen «Ziffern» oder einer Partitur in der Schçpfung angelegt ist. Da der Ursprung der Musik in mathematischen Zahlenverhältnissen liege, so argumentierte Augustinus, müsse sie rational, ewig, unveränderlich, sinnvoll und objektiv sein – es bestehe eine mathematische Harmonie. Wir kçnnen nicht mit jeder beliebigen Saite Tçne erzeugen. Um die Note präzise spielen zu kçnnen, muss die Saite vielmehr eine bestimmte Länge, Stärke und Spannung haben. Das lässt erkennen, dass der Schçpfer in der Struktur des Universums einen Code dafür angelegt hat. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Sie wurde bereits von Pythagoras (570–490 v. Chr.) notiert, dessen Schule Platon besucht l Augustinus hatte, bevor er eine eigene Akademie gründete. rial stützte e e s t a eine Sicht der Bain der diese «heidnische» These, weil auch Bibel M n s e e n erklärt, Schçpfung präsentiert wird, ndie tzt warum man mit Instruu ü r h menten, die aus Materie sc Musik machen kann. – Bbestehen, e s g i t Augustinusolehrte, f n yriobwohl ght dieser musikalische Code «leiblich» ` (stofflich) sei, sei Musik ein Werk der Seele und diene dazu, diese p Co Beispiel befasst sich das Buch Hiob mit dem Prozu erfreuen. Zum blem von unerklärlichem Leid, und Gott verweist Hiob auf die Zusammenhänge zwischen Musik und der Erschaffung der Welt: «Wo warst du, als ich die Erde gründete? … als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessçhne?»16 Der Bibel entnehmen wir, dass ein souveräner Schçpfer das Universum regiert, und zwar zu seiner Verherrlichung (und nicht die vielen Gottheiten mit ihren widersprüchlichen Zielen). Demzufolge ist Gott auch mächtig genug, um Menschen wie Hiob von ihren Leiden zu erlçsen. Diese Lehre trug dazu bei, dass man im Westen von einem «Kosmos» ausging, einem geordneten Universum, in dem jede Spannung und jeder Konflikt irgendwann einmal aufgelçst wird – wie bei Hiob. Nach einer Phase unvorstellbaren Leidens wurde er wieder reich gesegnet.


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Dieser Glaube an einen Schçpfer als barmherzigem Erlçser bildete die Ausgangsposition der klassischen Musik in Europa mit ihrer Tradition der Spannung und Auflçsung. Bis zum Ende des 19. Jh. teilten die europäischen Musiker die Ansicht ihrer Mitmenschen und begriffen das Universum eher als Kosmos und weniger als Chaos. Sie komponierten Wohlklang und Harmonie, auch wenn sie persçnlich Unstimmigkeiten und Disharmonie erlebten. Das bedeutet nicht, dass die klassische Musik nicht die ganze Palette menschlicher Emotionen ausdrücken würde. Das tut sie unbedingt. Ein Komponist in der Trauerphase schrieb, inspiriert von seinem eigenen Leiden, durchaus ein tragisches Stück; wenn jemand von seiner Liebsten den «Laufpass» bekam, drückte er in der Musik seine Verlassenheit aus. Aber diese Ergüsse eines gebrochenen Herzens waren nur Momentaufnahmen des Lebens. Die Musiker schçpften ihre Kraft aus ihrer biblischen Weltsicht; diese war die ial ihnen auf l keiner Quelle ihres Kulturschaffens. Deshalb kam rvon e e s t a Beweis des ZuBasichsalsMeinen solche Gedanken wie Kurt Cobain,nder e e sammenbruchs der Ordnung nnbzw. üdes tzt Nichtvorhandenseins von u r h Ordnung im Universum – Bsah.gesc s i t In seinem Buch fon ySilmarillion ght gibt J. R. R. Tolkien eine wunderbare i ` r fiktionale Darstellung op der augustinischen Sicht der Beziehung zwischen Musik,C Schçpfung, Sündenfall (dem Bçsen) und Erlçsung. Tolkiens «Mittelerde» erfährt weit mehr Leiden als Buddhas Indien. «Mittelerde» wurde von Mordor gefangen genommen, verdorben und vom Bçsen kontrolliert. Leiden war real, und es war schrecklich. Doch die Bibel hatte Tolkien gelehrt, dass der allmächtige Schçpfer ein barmherziger Erlçser ist und über genügend Kraft und Liebe verfügt, um die Welt aus Chaos, Sünde und Leid zu befreien. Das half Tolkien, die Schçpfung in ihrem Ursprung wie auch in ihrem letzten Schicksal zu feiern: Eru war da, der in Arda Ilfflvatar heißt, und er schuf erstens die Aitur, die heiligen Sprçsslinge seiner Gedanken, und sie waren bei ihm, bevor irgendetwas anderes erschaffen war. Und er


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sprach zu ihnen, sie Melodien lehrend, und sie sangen vor ihm, und er war froh. Lange aber sangen sie nur jeder für sich allein oder zu wenigen, während die anderen lauschten, denn ein jeder verstand von Ilfflvatars Gedanken nur jenen, aus dem er selbst stammte, und langsam lernten sie auch, ihre Brüder zu verstehen. Doch indem sie hçrten, verstanden sie besser, und es wuchsen Einklang und Harmonie … Und Ilfflvatar sagte zu ihnen: «Aus dem Thema, das ich euch angewiesen habe, machet nun in Harmonie gemeinsam große Musik.» Da begannen die Stimmen der Asimur zu erschallen wie Harfen und Lauten, Flçten und Posaunen, Geigen und Orgeln, und sie machten aus Ilfflvatars Thema große Musik; und ein Klang stieg auf von endlos ineinander spielenden Melodien, harmonisch verwoben, und verlor sich in den Hçhen und alTiefen jeni l r e e s seits allen Gehçrs, und die Räume, a at wohnt, quollen B wo Ilfflvatar M n über, und die Musik und das tes hinaus in die Leere, n17eEchotzhallten n u ü r und sie war nicht mehr B leer. ch

is – ht-ges t n ig `fo als Augustinus wirkte der griechischen Philosophie, bevor rProfessor y p o er zum Glauben C kam. Er wusste, dass Musik, obwohl sie in die

Struktur des Universums eingebettet ist, aufgrund ihrer Begrenztheit dem Leben dennoch keinen endgültigen Sinn verleihen kann.e) Seine Schlussfolgerung lautete daher, dass die Musik Teil des hçchsten Ziels des Menschenlebens werden müsse, welches da laute, Gott und den Nächsten zu lieben. Diese Nächstenliebe beinhaltet, dass wir immer das Wohlergehen des anderen bedenken sollen und es uns nicht gleichgültig sein sollte. Über die Jahrhunderte nahm der Einfluss der augustinischen biblischen Musikphilosophie weiter zu. Ursprünglich wurde Kir-

e)

Platon, der als intellektueller Mentor von Augustinus gilt, vertrat die Überzeugung, dass epistemologisch ohne einen unendlichen Bezugspunkt ein endliches Einzelnes keinen Sinn ergeben kann.


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Von Bach bis Cobain

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chenmusik von einstimmigem Chorgesang bestimmt, dem gregorianischen Gesang. Mit der Zeit entstand in der katholischen Kirche die polyphone Musik. Polyphone Musik besteht aus mehreren unterschiedlichen Stimmen, die gleichzeitig gesungen werden. Im 11. Jh. blühte sie besonders in der Kathedrale Notre Dame in Paris. Diese Entwicklung in der geistlichen Musik bildete das Fundament für das gesamte Spektrum der westlichen klassischen Musik, sei sie religiçs oder säkular.f) Im 10. Jh. inspirierte die auf die Bibel gegründete Musikphilosophie des Augustinus eine Gruppe benediktinischer Mçnche dazu, in der Kathedrale von Winchester die grçßte Pfeifenorgel der Welt zu bauen. Diese Orgel bençtigte 70 Männer und 26 Blasebälge, um die 400 Pfeifen mit Wind zu versorgen. Auch in technischer Hinsicht galt die Pfeifenorgel bis zur Erfindung der mechanischen Uhr als das Werk mit der fortschrittlichsten Mechanik. Die europäischen l die einzigartige rial FähigOrgeln waren Symbol für den Wunsch s und e e t BaTechnik Mazur Ehre Gottes zu keit Europas, Kunst, Wissenschaftnund s e e n nMühsal tzt Leid zu erleichtern, unter nutzen, aber auch dafür, das und u ü r h sg)c dem die Menschheit damals – B glitt. e s i t t Die biblische des Augustinus spielte eine igh `fon Musikphilosophie r y p ebenso bedeutende Rolle wie das Handwerk, das damals aus christo C lichen Klçstern und Kirchen kam. Diese Tradition nutzte die Technik, um Gott zu ehren und dem Nächsten zu dienen.

Die Musik unters Volk bringen Martin Luther (1483–1546) sorgte dafür, dass die augustinische Musikphilosophie nicht nur in Klostergewçlben und im Chor-

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Augustinus hatte auf die Ostkirche kaum Einfluss, was ein Grund dafür sein kçnnte, dass sich die Musik hier in nur sehr geringem Maß über den Gesang hinaus entwickelte. Siehe Kapitel 7 zur Diskussion, warum die westliche Technik zum Instrument menschlicher Emanzipation wurde.


Endorsements

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«Viel zu lange hat der Westen mit dem naturalistischen Weltbild geliebäugelt, das die meisten ‹Heiligtümer› unseres Lebens und unseres Alltags gefährdet. Vishal zeigt auf, welch umfassendes und bedeutsames Rezept die Bibel bereithält, um jenen Vçlkern Heilung zu bringen, die bislang weder Menschenwürde noch soziale, wirtschaftliche und politische Freiheiten kannten.» Ravi Zacharias, Autor «Vishals Buch ist einzigartig: gewaltig in der Anwendung, mit sehr viel Tiefe und mit einer prophetischen Botschaft. Wenn wir es versäumen, hinzuhçren, und es uns nicht gelingt, der Bibel im persçnlichen wie im çffentlichen Leben wieder einen wichtigen Platz einzuräumen, dann kçnnte die Sonne über dem Westen untergehen. Dieses Buch kommt einem Weckruf für unsere Zeit gleich und stellt eine Pflichtlektüre für jeden dar, dem der Einfluss auf unsere Kultur am Herzen l rial liegt.» e e s t a a Art Lindsey, Autor nB sM

nne ützte u r B meintesmein ch achtjähriger Sohn, dass dieser «Zu Mangalwadis Buch – e s ti Autor Amerika versteht ht-g als die Verantwortlichen in der Regieg i `fon besser r rung.» py Co Hugh Maclellan, Jr. Executive Chairman, The Maclellan Foundation

«Viele moderne Intellektuelle haben die Bibel lauthals und über einen langen Zeitraum so lächerlich gemacht, dass ein großer Teil der amerikanischen Öffentlichkeit sich noch nicht einmal ihrer unverzichtbaren Rolle beim Aufbau einer einzigartigen Zivilgesellschaft bewusst ist. Hier ist es ein indischer Gelehrter, der sprichwçrtlich die Tische säkularen Denkens umwirft und das Licht der Wahrheit aufleuchten lässt. Meines Erachtens wird diese fesselnde und aufschlussreiche wissenschaftliche Arbeit in den kommenden Jahren als einschlägiges Fachbuch dienen.» Dr. Mark J. Harris, Präsident der Business for Community Foundation


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Endorsements

«Ein faszinierender und notwendiger Lesestoff. Mangalwadi geht auf die wetteifernden ‹Wahrheitsansprüche› anderer Weltanschauungen ein und diskutiert deren Unfähigkeit, einer Welt, die sich in zunehmendem Maße im Aufruhr befindet, Hoffnung zu bringen. Aus diesem Grund bin ich überzeugt, dass dieses Buch eine wichtige Rolle im Studienplan christlicher Universitäten einnehmen wird.» Eugene Habecker, Präsident Taylor University, Indiana «Die indische Perspektive kommt für westliche Leser einer Brise frischen Windes gleich. Ich wünsche mir, dass dieses Buch Leser findet, die es zulassen, dass ihr Denken erschüttert und zugleich ihr Herz – ja, ihr Herz! – berührt wird.» James W. Sire, Autor «Dieses Buch sollte man lesen, wenn man eine intensive Geschichtsl l erinnert stunde erleben und in bewegender Form s daran riawerden e e t a a BBildung, mçchte, wie durch die Bibel Freiheit, Technik, Wissenschaft M n s e e n geprägt und die Seele der westlichen nWelt tztwurden. Vishal hat einen u ü r h einzigartigen Weg gefunden, scBrücke zwischen Ost und West zu – B geine e s i t t schlagen. Mit igh warnenden Worten spricht er über das, was `fonprophetisch r y die Zivilisationoerwartet, wenn sie außer Acht lässt, welch positiven p C Einfluss und welch fundamentalen Wert die Bibel hat.» Rob Hoskins, CEO OneHope «Ich war schon immer ein großer Bewunderer von Vishal Mangalwadi, und sein jüngstes Werk vergrçßert meine Bewunderung noch einmal. Seine einzigartige indische Perspektive in Bezug auf die zentrale Rolle der Bibel für den Fortschritt des Westens und seine Betonung der Menschenwürde macht ‹Das Buch der Mitte› für jeden denkenden Christen äußerst lesenswert. Nicht zuletzt dient es als eindrückliche Warnung für die westliche Welt. Wenn wir die Bibel und den christlichen Glauben vergessen, dann nur um den Preis eines großen Schadens für unsere Freiheit, wenn nicht sogar den Preis unseres Überlebens.» Chuck Colson, Colson Center for Christian World View

Mangalwadi, Vishal: Das Buch der Mitte  

Als Buch der Bücher wurde die Bibel aus der Mitte gedrängt. Sola scriptura - "allein die Schrift", lehrte einst Martin Luther. Aber die Refo...