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Anlage & Vorsorge

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Jahrgang 19 · Januar 2008

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EXTRA

Das Hotelprojekt in Obermellaun

Fast am Ziel? NEUSTIFT

Die Vahrner Fraktion definiert ihre Zukunft mit einem eigenen Leitbild

PORTRAIT

Wie Sonja Cimadom und Petra Oberrauch im Kosovo Friedensarbeit leisten

FILM

Ein Filmprojekt arbeitet das Leben des Mörders Simon Gschnell auf

x63

Der etwas andere Sportverein feiert seinen fünften Geburtstag


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Editorial

Politik & Gesellschaft

>>> 4

4 | THEMA: Ein Leitbild für Neustift 8 | Brixen: 46 Millionen

Menschen & Meinungen

>>> 14

14 | Portrait: Botschafter des Friedens 19 | Pro & Contra 21 | Umfrage: Politikergehälter zu hoch?

Kunst & Kultur 

>>> 22

22 | THEMA: Vom Leben eines Mörders 26 | Manifesta 7: It’s happening 28 | Musik: Über den Tellerrand spielen

Freizeit & Sport

>>> 34

34 | THEMA: Sportlicher Trendsetter

Wirtschaft & Umwelt

>>> 38

38 | THEMA: Fast am Ziel? 41 | Brixen: Ökologische Modellstadt?

Extra 45 | Anlage & Vorsorge

>>> 45

Ein bisschen schmunzeln Darf ich unverschämt sein und mit einer kleinen Bitte beginnen? Mit dieser Ausgabe beginnt unsere jährliche Abo-Aktion, die sich über drei Monate erstrecken wird. Wenn Sie möchten, so können Sie uns gern unterstützen. Wir wissen durch unzählige Rückmeldungen, dass unsere kleine Bezirkszeitung von den Leserinnen und Lesern sehr geschätzt wird. Wenn Sie unsere Arbeit honorieren möchten, dann können Sie dies tun, indem Sie für 12 bzw. 19 Euro „Freund“ oder „Gönner“ unserer Zeitschrift werden. Sie können aber gern auch nur einen Euro einzahlen; wie Sie sich vielleicht erinnern, brauchen wir durch ein nicht leicht verständliches Gesetz eine gewisse Menge an bezahlten Abos, um zu erträglichen Postversandtarifen zu kommen. Ich weiß, dass das Geld gerade in den Familien immer knapper wird und habe auch Verständnis, wenn Sie beim „Brixner“ zu sparen beginnen. Wir freuen uns jedenfalls auf jede Einzahlung. Manchmal müssen wir in der Redaktionssitzung direkt ein bisschen schmunzeln darüber, welche Anfragen bei uns eintrudeln. Der Leiter des „Komitees zur Rettung des Hofburggartens“ war leicht echauffiert, als ich ihm erklärte, dass wir erst noch in der Redaktionssitzung besprechen müssen, ob wir über seine Aktion überhaupt berichten. Er hatte sich offensichtlich vorgestellt, dass wir sein Memorandum einfach abdrucken. Wir haben aber beschlossen, uns etwas eingehender mit der Thematik zu befassen und verschieben das Thema auf die Februar-Ausgabe. Vor kurzem ruft mich ein Mitglied der „Initiative für mehr Demokratie“ an. Er hätte ein Interview bereits vorausahnend niedergeschrieben, damit wir weniger Arbeit hätten. Ich hab dankend abgelehnt; so viel Demokratie war uns dann doch zu viel.

Ihr Willy Vontavon

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info Abonnementpreise: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 50 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

❏ JA, ich möchte den „Brixner“ an folgende Adresse zugestellt bekommen: Vorname, Nachname _________________________________________________ Adresse __________________________________________________________ PLZ, Ort ____________________________________

Land _______________

Die Bezahlung der Abo-Gebühr erfolgt an: ❏ Südtiroler Volksbank: BBAN X 05856 58220 070570164004 ❏ Südtiroler Sparkasse: BBAN T 06045 58220 000000855000 ❏ Raiffeisenkasse Eisacktal: BBAN A 08307 58221 000300005452 ❏ BancoPosta: BBAN V 07601 11600 000042779405

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Politik & Gesellschaft

VAHRNER FRAKTION BLICKT IN DIE ZUKUNFT

Ein Leitbild für Neustift

Unter der Koordination von Konrad Bergmeister haben fünf Arbeitsgruppen ein Leitbild für die Fraktion Neustift erarbeitet. Es enthält Vorstellungen zur zukünftigen Entwicklung des Dorfes und eine Aufgabenliste.

D

as Leitbild soll Leitlinien geben, Ideen bringen und helfen, die zukünftige Gestaltung gemeinsam voranzubringen“ – so steht es im Vorwort zu einer aufwändigen 56-seitigen DIN-A4-Broschüre, die als Schlussdokument zur Leitbild-Erarbeitung von Neustift Mitte Dezember erschienen ist und die inzwischen an alle Neustifter verteilt wurde. Neustift, das bekanntlich nicht einmal eine eigene Gemeinde ist, zeigt mit der Erarbeitung des Leitbilds eine bewundernswerte Portion Selbstbewusstsein und beweist, dass es Sinn machen kann, wenn nicht nur Länder, Regionen, Städte und Gemeinden über ihre Zukunft 

nachdenken, sondern eben auch kleine Ortsteile mit wenigen hundert Einwohnern. Während sich die Nachbargemeinde Brixen schwer tut mit ihrem eigenen Leitbild und die Gemeinde Vahrn höchstens über ein urbanistisch geprägtes Leitbild nachdenkt (das übrigens in den nächsten Tagen vorgestellt werden soll), hat die Fraktion Neustift die Initiative ergriffen und in relativ kurzer Zeit ein Dokument erarbeitet, das – ohne Hilfe von teuren Leitbildexperten – passabel definierte Wunschvisionen enthält – und eine umfangreiche Aufgabenliste für Politiker, Vereine und Bürger. Unter der Koordination von

Konrad Bergmeister wurden fünf Arbeitsgruppen mit sechs Arbeitsbereichen definiert – unter der Oberaufsicht der SVP-Ortsgruppe Neustift und einiger Vereine und Privatpersonen.

Im Bereich „Geschichte, Brauchtum, Kultur“ beschäftigte man sich zunächst mit der Vergangenheit des Ortes: „Wenn man in die Zukunft blickt, so ist es angebracht, zuerst einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, um die bisherige Entwicklung zu verstehen und eine Standortbestimmung vorzunehmen“, schreibt Gruppenleiter Heinrich Steiner. So enthält das Leitbild über mehrere Seiten

einen Überblick über die Historie von Neustift: Man schaut zurück auf erste Ansiedelungen, auf die Gründung des allgegenwärtigen Klosters und auf die Entstehung des Dorfes. Mit kritischem Blick beobachtet man auch die Dorfentwicklung der letzten Jahrzehnte: „Durch die Verlegung des Durchzugsverkehrs von der ‚Alten Pustertaler Straße’ auf die neue Hauptstraße im Jahr 1935 erfuhr das Dorf eine Teilung“. Und: „Neustift verzeichnete in den Siebziger Jahren besonders durch den Bau der drei Häuserreihen in der Seiserleite einen großen Bevölkerungszuwachs“. Dass diese urbanistische Entscheidung einen wesentlichen


VISIONEN FÜR NEUSTIFTS ZUKUNFT: „Altes bewahren, Neues kritisch bewerten und Gutes aufnehmen“

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Beitrag zur Zersiedelung des Ortes darstellte, darf man nur zwischen den Zeilen lesen. Interessant ist der Fokus auf die vielfältigen Bräuche, die in Neustift gepflegt werden: Vom Neujahrsschreien zu den Sternsingern, von den verschiedenen Hochzeitsbräuchen bis zur Hartmannsminne, vom Krippenbau bis zum Wiegelesingen werden die altertümlichen Usancen aufgelistet und für jüngere Bürger erklärt – mit dem Ziel, „das Bewusstsein für das Brauchtum zu stärken und einige Bräuche wieder zu beleben“.

Neustift hat ein äußerst viel-

fältiges Vereinsleben. Während die Angebote der verschiedenen Theatervereine auch von NichtNeustiftern gern genutzt werden, sieht das Leitbild Verbesserungspotential im Bewusstsein der Neustifter, die Angebote des Klosters und des Bildungshauses verstärkt wahrzunehmen. 14 Vereine listet das Leitbild in diesem Bereich auf – es beschränkt sich allerdings lediglich auf eine Analyse des Ist-Zustandes. Einen Blick auf mögliche Weiterentwicklungen des Vereinswesens wagt man nicht – bis auf die Idee, eine Krippenvereinigung zu gründen „mit dem Ziel, die Krippenfiguren in Heimarbeit zu erzeugen und diese als ‚Neustifter Krippen’ zu kennzeichnen“.

Der Bereich „Arbeit, Freizeit und Mobilität“, der von Wal-

ter Niederstätter geleitet wird, setzt sich hauptsächlich „mit den

Beschäftigungen der Menschen“ auseinander. Den Begriff „Wirtschaft“ vermeidet man – „vom Kloster, von einigen landwirtschaftlichen Betrieben und Gastwirtschaften einmal abgesehen, gibt es in Neustift kaum Wirtschaftsunternehmen“, heißt es auf Anfrage. Es gebe zwar in der unmittelbaren Nachbarschaft

arbeiten, zum Pendeln gezwungen. Welche Auswirkungen dies auf den Verkehr hat, verschweigt das Leitbild – im Bereich „Mobilität“ beschränkt sich Bereichsleiter Willi Überbacher auf den Wunsch, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h im gesamten Dorf einzuführen und darauf hinzuweisen, dass das Fahrrad ein „un-

traditionellen Getreide- und Weinanbau auch der Obstbau große Bedeutung erlangte. Dies veränderte das Landschaftsbild in Neustift maßgeblich, weil viele Grundbesitzer vom Kornanbau und von der Viehwirtschaft zum Obstanbau wechselten. Die wichtigsten Baumarten, die in Neustift vorkommen, werden

„Aufgrund begrenzter Grünflächen und fehlender Standorte sollen keine neuen Betriebsansiedlungen erfolgen“_ aus: Leitbild Neustift, 2007 Gewerbegebiete, die aber nicht mehr zu Neustift gehören. So ist es kein Wunder, wenn sich das Leitbild dafür ausspricht, „den Standort Neustift als schöne, ruhige Wohngegend beizubehalten“ und „aufgrund begrenzter Grünflächen und fehlender Standorte keine neuen Betriebsansiedlungen erfolgen sollen“. Dies führt allerdings dazu, dass die meisten Neustifter zum Arbeitsplatz pendeln müssen – außer, man baut den Dienstleistungssektor aus, der aber möglichst in bestehenden Strukturen oder sogar zu Hause abgewickelt werden soll. So denkt man laut über Altenpflege nach und eben über das vorhin erwähnte Kunsthandwerk in Heimarbeit, auch Dienstleistungen im Tourismus und im Kulturwesen seien noch ausbaufähig. Ansonsten werden jene Neustifter, die nicht zufällig im Kloster oder in einem der wenigen hier ansässigen Betriebe

fallträchtiges Verkehrsmittel“ sei, weshalb Kinder grundsätzlich mit Helm unterwegs sein sollten. Ob ein solcher allgemein gültiger Hinweis in einem Leitbild Sinn macht, bleibt indes dahingestellt.

Um Urbanistik geht es im von Konrad Bergmeister geleiteten Bereich „Siedlung und Wohnräume“: Als grundsätzliche Strategie wolle man die „Kultur der Nachhaltigkeit“ etablieren: „Die räumlichen Entwicklungen müssen ökologisch und ökonomisch tragfähig und sozial verträglich sein“. Auch hier blickt man zunächst zurück: Die Entwicklung der Kulturlandschaft in den vergangenen Jahrhunderten wird eingehend beleuchtet. So erfährt man zum Beispiel, dass die Errichtung der künstlichen Bewässerung im 20. Jahrhundert dazu geführt habe, dass in den letzten 100 Jahren neben dem

genauso aufgelistet wie die verschiedenen Höfe samt Höfenamen. „Grundsätzlich hat die zukünftige Nutzung der knappen Neustifter Flächen möglichst ressourcenschonend und -sparend zu erfolgen“, schreibt Bergmeister im „Schlussplädojer“, eine „nachhaltige Entwicklung kann nur innerhalb der ökologischen Tragfähigkeit des Raumes und der Kulturlandschaft von Neustift stattfinden. Bei einer möglichen Neuausweisung von Baugründen muss deshalb besonderer Wert darauf gelegt werden, dass die entstehenden Siedlungsstrukturen möglichst nahe am Ortskern (Schule, Kindergarten etc.) entstehen.“ Und: „Die Fußweglängen zu Schule und Kindergarten sollten bei Neuausweisungen nicht mehr als 5 Minuten betragen“. Der Blick auf die Landkarte verrät: Im Sinne dieser Vision sind in der Vergangenheit leider auch 


Politik & Gesellschaft

Mittelalterliche Wurzeln: Die Neustifter Sternsinger als glänzendes Beispiel für die Pflege alter Bräuche

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in Neustift Sünden begangen worden, die heute nicht mehr korrigiert werden können. Die Entwicklung der Fraktion Neustift „ist vor allem im Zusammenhang mit dem Kloster Neustift zu sehen“, liest man im

letzten Bereich des Leitbilds, „Kirche und Glauben“, der von Hochwürden Eduard Fischnaller und Konrad Rainer gepflegt wurde. „Auf Grund des Priestermangels müssen Laien zur Mitarbeit in der Kirche angeregt

Vision: Bei Neuausweisungen sollten die Fußweglängen zu Schule und Kindergarten maximal 300 Meter betragen

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und ausgebildet werden“, und: „Eine Herausforderung für die Pfarrei sind die Einbindung und Integration der neu Zugezogenen in die Dorfgemeinschaft“. Ein Teil der Bewohner habe zwar den Wohnsitz in Neustift, sei aber im Dorf- und Vereinsleben nicht aktiv. Neustift teilt hier das Schicksal vieler kleiner Orte der Peripherie: Die Fraktion läuft Gefahr, zur Schlafstelle zu degenerieren. Ob man mit einigen Heimarbeit-Initiativen diese Entwicklung zu bremsen vermag?

Fazit: Das Leitbild für Neustift

enthält, wie wohl alle Leitbilder, viele gute Ideen und auch eine ganze Reihe wohl unvermeidlicher Allgemeinplätze. Einige Themenbereiche sind übergreifend,

und vielleicht hätte es unter den verschiedenen Arbeitsgruppen mehr Austausch untereinander geben können. Auch scheint es kein Briefing gegeben zu haben, um den fünf Berichten eine einheitliche Struktur zu verleihen. Für die Vahrner Gemeindeverwaltung stellt das Leitbild zumindest ein Dokument dar, in dem die knapp 800 Neustifter schriftlich festlegen, wie sie sich die Zukunft ihrer Fraktion vorstellen. Ob diese mit den Zukunftsvisionen des Umfelds kompatibel ist, werden die nächsten Leitbilder – jene von Vahrn und Brixen – zeigen.

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info




46 Millionen Der Brixner Gemeinderat hat den Haushaltsvoranschlag für das Jahr 2008 verabschiedet. Dieser verdeutlicht die Entwicklungen im ordentlichen Teil der städtischen Finanzen wie auch im diesjährigen Investitionsprogramm der Gemeindeverwaltung. Ein Überblick.

I

n diesem Jahr rechnet die Gemeinde Brixen vorläufig mit einer Summe von 46.073.000 Euro an Einnahmen und Ausgaben. Vorläufig, wohlgemerkt. Der vom Gemeinderat mit 20 Ja-, drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen verabschiedete Haushaltsvoranschlag für das Jahr 2008 ist eine erste grobe Weichenstellung. Üblicherweise dürfte es auch im Laufe dieses Jahres noch eine Vielzahl an Ergänzungen und Änderungen geben – bedingt dadurch, dass es für eine Reihe von Vorhaben und Projekten noch die finanzielle Zusage aus der Landeshauptstadt braucht.

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Wie vielen anderen Gemeinden auch, macht das aktuelle Finanzierungunsmodell der Brixner Stadtregierung zu schaffen. Ein autonomeres Finanzmodell würde Bürgermeister Albert Pürgstaller begrüßen

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sozusagen, konnten gegenüber des letztjährigen Haushaltes um satte 5,45 Prozent erhöht werden. Zurückzuführen ist diese Steigerung vor allem auf die gestiegenen Eigeneinnahmen: Sie betragen insgesamt 22.600.870 Euro und gliedern sich in Steuereinnahmen (5.300.800 Euro), in Beiträge und laufende Zuweisungen vonseiten des Landes (13.078.070 Euro) und in die außersteuerlichen Einnahmen (4.222.000 Euro). Im Bereich der Steuereinnahmen ist die Gemeindeimmobiliensteuer ICI mit über 3,5 Millionen Euro nach wie vor die weitaus größte Einnahmequelle, gefolgt von der Wertschöpfungssteuer IRAP mit 615.000 Euro und dem Einkommenssteuer-Zuschlag IRPEF mit 530.000 Euro. Letzterer wird in Südtirol von lediglich 16 Gemeinden eingefordert, weshalb die Vertreter der Grünen Bürgerliste in der Haushaltsdebatte auch eine Reduzierung derselben forderten – als Signal der Entlastung der Bürger. Bürgermeister Albert Pürgstaller begegnete diesen Reduktionswünschen mit gewohnter Argumentation: „Ich diskutiere mit der Opposition gerne über alle potentiellen Steuererleichterungen oder sonstigen Entlastungen. Aber

man muss dann auch aufzeigen, wie diese kompensiert werden können.“

Im Unterschied zu den Ein-

nahmen werden die laufenden Ausgaben 2008 um lediglich 1,21 Prozent höher ausfallen, weshalb

die Gemeinde im ordentlichen Bereich des Haushalts einen Wirtschaftsüberschuss von rund 800.000 Euro verzeichnen kann. „Dieser macht es möglich, dass sämtliche mit Darlehen zu finanzierende Investitionsprogramme angegangen werden können“,

info Finanzautonomie Es war eines der letztjährigen Sommerthemen, aufs Tapet gebracht vom neuen Polit-Shootingstar und Gemeindenverbandspräsident Arnold Schuler: das aktuelle Finanzierungssystem der Gemeinden als Auslaufmodell. Kernproblematik im aktuellen Modell stellt die Verschuldung dar, die sich laut Schuler bis 2018 ohne wirksame Gegenmaßnahmen auf 2,5 Milliarden Euro verdoppeln würde. Bereits im Dezember 2007 wurde deshalb ein je zur Hälfte von Land und Gemeinden finanzierter Rotationsfonds als erster wichtiger Schritt beschlossen. Aus diesem werden die Gemeinden künftig ihre Darlehen beziehen. Sowohl Tilgungsraten als auch Zinsen fließen damit in den Fonds zurück und machen die Gemeinden so deutlich unabhängiger von dritten Geldgebern. Nach den Vorstellungen des Gemeindenverbandes sollen zwei weitere wichtige Änderungen die Gemeindefinanzierung revolutionieren: In punkto Investitionsprogramme sollen die Gemeinden künftig eigenständiger entscheiden und damit deutlich mehr Autonomie dem Land gegenüber haben. Ein entsprechendes Modell steht bereits, die politischen Verhandlungen laufen. Schließlich soll die Pro-Kopf-Quote, die seit etlichen Jahren für Gezänk zwischen den Gemeinden sorgt, durch einen neuen Aufteilungsschlüssel ersetzt werden, der auf wissenschaftlichen Untersuchungen fußt und 20 verschiedene Kriterien mit einrechnet.

Foto: shutterstock

Politik & Gesellschaft

BRIXEN


erläutert Finanzstadtrat Dario Stablum. Dazu zählen der Trinkwasserspeicher in Milland und die Quellzuleitung Gruberwiesen (1,7 Millionen Euro), die Dreifachturnhalle in der Schulzone Brixen Nord (4,296 Millionen Euro), der Friedhof Milland (1 Million Euro) und die geplante Kletterhalle in der Zone Priel (2 Millionen Euro). Gerade zu letzterem Posten gab es Kritik von verschiedenen Seiten der Opposition. Die Gemeinderäte Walter Blaas und Markus Lobis beanstandeten unisono, dass die Kosten eindeutig zu hoch und der Bau deutlich günstiger zu realisieren sein müsste.

innerhalb 2008 angegangen werden sollen. Die wichtigsten davon sind der Masterplan Brixen 2010, verschiedene Schulbauten, der Bau eines Zivilschutzzentrums, die Errichtung des Sozial- und Sanitätssprengels in der Romstraße, die Errichtung von zeitgemäßen Kinosälen, die Renovierung des gemeindeeigenen Hauses an der Ecke Runggadgasse/Widmannbrückengasse, eine Zweckbestimmung für Finanzkaserne und Gerichtsgebäude, die Neuausrichtung touristischer Zonen und die Schaffung von Lärmschutzmaßnahmen im Bereich des Bahnhofs.

Zu den größeren Projekten Bei den Deckungsgraden der des aktuellen Investitionsprogramms zählen des Weiteren die Projektierung der Grundschule St. Andrä (320.000 Euro), der Bau des Mehrzweckgebäudes in Tschötsch (350.000 Euro), diverse Enteignungen (770.000 Euro), die Erweiterung der Rathausgalerie (200.000 Euro) und der Ausbau des Projektes Citybus (160.000 Euro). Bürgermeister Albert Pürgstaller zählt darüber hinaus viele weitere Projekte auf, die noch

gemeindeeigenen Dienstleistungen, also jener Berechnung, die besagt, zu wieviel Prozent sich die verschiedenen Bereiche selbst finanzieren, stechen im Haushaltsvoranschlag 2008 vor allem zwei Werte hervor: einerseits jener des Kinderhortes – mit 55,65 Prozent Deckungsgrad etwas niedriger als 2007 – wo wider Erwarten die Nachfrage gesunken ist, andererseits der Deckungsgrad der Sportanlagen, der leicht zurückgegangen ist und aktuell nur mehr

5,39 Prozent beträgt. Während die Opposition hier deutlichen Handlungsbedarf reklamiert, etwa indem man den Betrieb der weniger wichtigen Anlagen in Frage stellt, streicht die Stadtregierung die hohe soziale Funktion des Sports in Brixen hervor und beteuert, dass diese Ausgaben gerechtfertigt seien. Außerdem würden die Anlagen noch ein gewisses Einsparungspotential bergen. Eine entsprechende Analyse ist laut Pürgstaller zurzeit in Arbeit. Der Haushaltsvoranschlag für 2008 besticht im Bereich der laufenden Ausgaben und Einnahmen mit einem satten Wirtschaftsüberschuss und zeigt gleichermaßen deutlich auf, wo etwaiger Handlungsbedarf auf der Ausgabenseite besteht. Im Bereich der Investitionen gibt es viele unspektakuläre, aber notwendige Projekte und einige wenige Highlights im Sport- und Schulbereich. Darüber hinaus aber zeichnen

sich neue, spannende Visionen und Projekte ab, die sich im laufenden Jahr konkretisieren dürften. Wie vielen anderen Gemeinden auch, macht das aktuelle Finanzierungsmodell der Brixner Stadtregierung zu schaffen und bietet nicht die notwendigen Sicherheiten, die sich ein Verwalter wünscht. Um einen erhöhten Handlungsspielraum zu erreichen, setzt der Brixner Bürgermeister deshalb auf ein neues Modell (siehe eigenen Kasten), das der Gemeindenverband erarbeitet hat. Gleichzeitig hofft er, dass sich die

Gemeinde im Energiebereich eine Einnahmequelle sichern kann. Verhandlungen zur Beteiligung der Gemeinden an der SEL AG laufen bereits, wie erst neulich verlautbart wurde. ingo.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

mögen sie kunden? 


Politik & Gesellschaft

BRIXEN

Neues vom Forum Brixen z Mit Veränderungen personeller und räumlicher Natur startete das Forum Brixen ins neue Jahr: Die Verwaltungsbüros, die sich bislang im zweiten Stock des Gebäudes

befanden, sind in den Eingangsbereich im Erdgeschoss gezogen. Wo sich ehemals die Bar befand, arbeiten nun die zwei neuen Koordinatorinnen Marika Lamprecht und Petra Augschöll. Sie sind für die organisatorische Abwicklung der Veranstaltungen im Vorfeld verantwortlich und nehmen auch Kartenreservierungen entgegen. Mit dem Umzug in den Eingangsbereich soll eine stärkere Nähe

P&G

zu den Veranstaltern und zum Publikum erwirkt werden. Die Büros des Forum Brixen sind für das Publikum montags bis freitags von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet; telefonische Kartenreservierungen sind montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr möglich. Plätze können auch direkt im Internet unter www.forum-brixen. com reserviert oder an der Abendkassa erworben werden. db

Foto: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft EISACKTAL

Investitionen der BZG z Der Haushalt 2008 der Bezirksgemeinschaft Eisacktal weist eine Höhe von 32,8 Millionen Euro auf. Interessant ist dabei das Investitionsvolumen: Es betrug im Jahr 2004 nur 400.000 Euro, in den folgenden Jahren wurde jedoch kräftig investiert. 5,7 Millionen Euro im Jahr 2005, im Jahr darauf 6,9 Millionen, 6,5 Millionen Euro im vorigen Jahr. Diese Investitionen betrafen vor allem den Umweltbereich mit der Errichtung der Deponie Sachsenklemme, die Modernisierung des Abfallzentrums bei Schabs, die Optimierung der Wasser- und

kurz

notiert

10

Abwasserversorgung, die Umstellung auf erneuerbare Energien, die Beteiligung an der Citybuslinie Brixen-Vahrn, den Bau des Fahrradweges Eisacktal und die Verbesserung der Sozialdienste. Mit diesen Maßnahmen wurde die Versorgung der Bürger so erreicht, dass zurzeit nur noch Ergänzungen erforderlich sind. Der größte Betrag der Investitionen betrifft im Jahr 2008 mit 1,32 Millionen Euro die Fertigstellung der Fahrradwege um Brixen, 250.000 Euro für die Projektierung und Erweiterung der Kläranlage Unteres Eisacktal, 192.000 Euro

sind für den Ausbau der Kläranlage Brixen vorgesehen, 200.000 Euro für die Abfallwirtschaft und 376.000 Euro für die Sozialdienste. Dazu kommen 35.000 Euro für die Errichtung von Themenwegen um Brixen herum und die

weitere Beteiligung am Citybus, der nun auch bis St. Andrä geführt werden soll. Bemerkenswert am Haushalt 2008 ist ein Überschuss von 500.000 Euro, der ganz für Investitionen zur Verfügung agh steht.

Jeden 3. Donnerstag im Monat von 15 bis 17.30 Uhr stehen in der Gemeinde Brixen kostenlos Energieberater für Fragen zur Verfügung. Geklärt werden Fragen bezüglich Steuerbegünstigungen, Altbausanierung, Fördersysteme, Bauthemen und ähnliches.

Das 1. Obergeschoss des Gerichtsgebäudes am Domplatz soll zukünftig als Sitz für den Friedensrichter dienen. Diesbezüglich wird ein Ausführungsprojekt für die Gebäudesanierung erarbeitet; dringend benötigt wird eine statische Sanierung.

Die Detailplanung für die Zone Priel, beim Parkplatz Nord, wird derzeit ausgearbeitet: Stadtbibliothek, Musikschule, drei Kinosäle, ein Probelokal für die Bürgerkapelle, eine Kletterhalle, ein Park sowie eine Tiefgarage sollen hier angesiedelt werden.


NACHGEFRAGT

„Genau das macht den Reiz aus“ ERICH MERANER, designierter Kandidat der Brixner SVP für die Landtagswahlen 2008, über seine Motivation, in die Politik einzusteigen. Herr Meraner, Sie haben mit Ihrem politischen „Outing“ viele überrascht. Warum wollen Sie die Theaterbühne mit jener der Politik tauschen? Die Entscheidung, mich als Brixner Kandidat für die Landtagswahlen anzubieten, ist nach und nach gereift. Mehrere Gründe waren Ausschlag gebend, aber letztlich war es vor allem die Erkenntnis, dass man, wenn man etwas ändern will, selbst politische Verantwortung übernehmen muss. Diesen Schritt möchte ich nun machen. Wie haben die Menschen in Ihrem Umfeld reagiert?

Nach einem ersten Schrecken und Erstaunen haben die meisten durchwegs positiv reagiert, vor allem, nachdem ich ihnen von meiner tiefen Überzeugung zu diesem Entschluss erzählt habe. Offensichtlich entspreche ich nicht dem gängigen Politikerbild. Aber genau das macht ja auch den Reiz aus. Junge Kandidaten hatten es in der Vergangenheit immer schwer, den Sprung ins Hohe Haus zu schaffen. Wie sehen Sie Ihre Chancen? Durchaus nicht schlecht, wenn ich vom Bezirk Eisacktal als Kandidat nominiert werden

sollte. Für politische Neulinge mag der Weg zwar etwas steiniger sein, gleichzeitig merke ich aber auch, dass von allen Seiten Erneuerung gewünscht wird, entsprechend dem Motto der Südtiroler Volkspartei „Mut zur Zukunft“. Und mit meinen Kernthemen Familie, Jugend und Kultur kann ich ohne Zweifel auch einige Stimmen außerhalb des Bezirks gewinnen. Deshalb: Ich sehe gute Chancen, in den Landtag gewählt zu werden. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

JA BITTE WEITERLESEN

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Turnen für Herzpatienten

Bienvenido a la esquela

z Gute News für Herzpatienten: Nach Bozen, Meran, Schlanders und Passeier wird demnächst auch Brixen eine Herzsportgruppe erhalten. Die Initialzündung für diese vor allem in Deutschland weit verbreitete Rehabilitationsmaßnahme für Patienten mit kardialen Erkrankungen ging 2005 vom Algunder Karl Mayrhofer aus. Als Betroffener hat er mit Unterstützung des Verbandes der Südtiroler Sportvereine (VSS) und in Zusammenarbeit mit Ärzten und ausgebildeten

Übungsleitern in Meran die ersten Turnstunden für Herzpatienten organisiert. Auf Grund der beachtlichen Nachfrage entschied man sich, das Projekt zu institutionalisieren. Mit der Gründung des Vereins „Südtiroler Herzstiftung“ wurde im Jahr 2007 die Basis geschaffen für den Aufbau eines landesweit koordinierten Netzes an Herzsportgruppen in allen größeren Ortschaften. Die im Entstehen begriffene Brixner Gruppe wird vom Kardiologen Meinhard Fliri betreut. Präsident des Vereins ist der Landtagsabgeordnete Walter Baumgartner, Präsident des Wissenschaftlichen Beirates der Primar Walter Pitscheider. Die Organisation des Vereins führt derzeit das Institut Morgenstern in Meran, das auch sämtliche Informationen erteilt (Astrid Pichler, Rufnummer 0473 270433). Mitte März wird es in Brixen einen Informationsabend zum Thema geben. id

N E V E W O SN

Foto: Oskar Zingerle

BRIXEN

z Die Handelsoberschule Brixen bietet ab dem kommen Schuljahr zur Fachrichtung Betriebswirtschaft (IGEA) den Schwerpunkt „Tourismusmanagement und Sprachen“ an. Er richtet sich an Schüler, die nicht nur an

einer soliden kaufmännischen Ausbildung interessiert sind, sondern in ihrem späteren Berufsleben in einem der wichtigsten Dienstleistungssektoren arbeiten möchten. Der hohe Stellenwert des Bereichs Tourismus in den Fächern Wirtschaftsgeografie, Rechtskunde und Betriebswirtschaftslehre kommt schon in der Bezeichnung der Fächer zum Ausdruck. Das Fach Betriebswirtschaftslehre widmet sich im Triennium ausschließlich dem Tourismusmanagement, genauso die Übungsfirma in der 4. Klasse. Als weitere Fremdsprache wird neben Englisch auch Spanisch angeboten. Mit der Kürzung der Unterrichtszeit von 38 auf 35 Wochenstunden und der Beschränkung auf einen Nachmittagsunterricht möchte die Handelsoberschule mit den angeschlossenen Oberschulen für Soziales und Werbegrafik bei den Schülern zusätzlich punkten. ak

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN

m Höhe

19.12.2007 19:09:21 Uhr


lebensräume Hier leben Talvolta la più drastica limitazione della libertà non sembra consistere nel divieto di essere ciò che si è, ma nell’obbligo di non poter mai rinunciare ad essere ciò che si è.

In einer multikulturellen Gesellschaft, so wie unserer, wird Integration von vielen Personen als ein Problem wahrgenommen. Eigentlich müssten wir hier in Südtirol einen ziemlich unbeschwerten Umgang mit dem Begriff Integration haben. Die Zeiten des scharfen Konfliktes zwischen den Sprachgruppen sind längst vorbei, und die Autonomie müsste eine gute Basis für ein besseres Zusammenleben bieten (auch für Ausländer). Dennoch kann man in unserer Gesellschaft eine unterschwellige Intoleranz wahrnehmen. Wir tun uns schwer, Menschen, die anders sind, zu akzeptieren, und wir geben die Auffassung einer starren Hierarchie nicht gerne auf: Zuerst kommen die Autochthonen, die so genannten Einheimischen, dann erst die Zugezogenen. Da ich „Südtiroler“ italienischer Muttersprache bin (seit zehn Jahren in Brixen ansässig), erlebte und lebe auch ich manchmal das Gefühl des „spaesamento“ (des Fremdseins, wie Lucio Giudiceandrea es treffend beschreibt), das die Sprachgruppe, der ich angehöre, so beschäftigt. Wie manifestiert sich dieser Zustand vornehmlich? Ich würde sagen, dass er hauptsächlich mit dem Eindruck zu tun hat, niemals zur Gänze dem Stereotyp zu entkommen, niemals eine Rolle spielen zu können, die nicht irgendwie schon vorgeschrieben ist. Diese Rolle kann durch zwei verschiedene Nuancen interpretiert werden. Die erste Möglichkeit ist jene, einen „Italiener” zu spielen, der die Umwelt, in der er lebt, nicht wirklich versteht und der wiederum die anderen, die „Deutschen” als Stereotypen begreift. Die zweite besteht darin, ein integrierter „Italiener“ zu sein, der Deutsch spricht und das nutzt, was das Land ihm bietet. Auch wenn die zweite Alternative sicherlich vorteilhafter ist, so ist es in beiden Fällen sehr schwierig (wenn nicht sogar unmöglich), etwas anderes zu sein als bloß ein „Italiener”. Dies ist im Grunde die am wenigsten hinzunehmende Einschränkung, die jeder Integration innewohnt: die eigene Identität als Schicksal und nicht als freie Entfaltungsmöglichkeit zu spüren. Gabriele Di Luca

Dieser Beitrag stammt vom Verein „heimat brixen bressanone persenon“, der sich seit seiner Gründung im Jahre 2004 um die kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt und ihres Umfeldes bemüht. Internet: www.heimat.bz

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Menschen & Meinungen BEZIEHUNGEN HERSTELLEN ZWISCHEN MENSCHEN, DENEN DER KRIEG JEGLICHE SICHERHEIT GENOMMEN HAT: „Unmittelbar nach einem Krieg kann man keine Freundschaften erzwingen“ (Petra Oberrauch und Sonja Cimadom)

–––––– PORTRAIT

Botschafter des Friedens Die beiden jungen Brixnerinnen Sonja Cimadom und Petra Oberrauch verbindet eine gemeinsame Leidenschaft: Sie arbeiten in Konfliktgebieten für den Frieden.

S

chwarzes Kapuzen-Shirt mit einem Zitat von Nelson Mandela, Jeans und Augen, die vor Tatendrang nur so sprühen – das ist Sonja Cimadom, Friedensarbeiterin aus tiefer Überzeugung und mit dem festen Willen, für ausgegrenzte Menschen da zu sein, „ihnen eine Familie zu geben“. Un vincitore è un sognatore, che non si è mai arreso. Der Spruch auf ihrem Shirt trifft voll und ganz auf die streitbare Brixnerin zu, die lange nach einem Projekt gesucht hat, „bei dem ich wirkliche Friedensarbeit machen kann und mich nicht nur darauf beschränken muss, den Krieg aufzuarbeiten“. 14

Gefunden hat sie dieses Projekt schließlich bei der „operazione colomba“, einer Gruppe von jungen Menschen, die es sich zum Ziel gemacht hat, für Menschen in ehemaligen Kriegsgebieten Brücken zu bauen und ihnen dabei zu helfen, den Schmerz weniger werden zu lassen. Die „operazione colomba“ nahm ihren Anfang im Jahr 1992 innerhalb der italienischen Vereinigung „Papa Giovanni XXIII“, als einige Jugendliche angesichts des Kriegsgebietes im ehemaligen Jugoslawien beschlossen, den Menschen dort nahe zu sein und eine Zeit lang in den Flüchtlingslagern zu verbringen. Die Idee,

mit Menschen in Kriegsgebieten zu leben, fand großes Echo. Die „operazione colomba“ ist mittlerweile weltweit tätig, in den Krisengebieten in Afrika ebenso wie im Gazastreifen oder in Chiapas-Mexiko.

Seit November 2005 arbeitet

und lebt Sonja Cimadom im Kosovo. Ihre Familie hatte ihr vorher eine Liste mit jenen Staaten gegeben, wo sie nicht hingehen dürfe, weil es dort zu gefährlich sei. Der Kosovo war nicht dabei, „und dann bin ich eben dorthin. Interessanterweise hatte ich bereits in meinem Maturathema über den Konflikt im Kosovo

geschrieben.“ Nach ihrer Ausbildung zur Friedensarbeiterin war klar, dass sie „endlich das Richtige gefunden“ habe. Das Thema Gewalt habe sie immer schon fasziniert, sagt die temperamentvolle junge Frau, die eigentlich Kindergärtnerin werden wollte. „Wie anders wäre unsere Welt, wenn das Geld, das in Waffen investiert wird, für Friedensarbeit hergenommen würde.“ Der Alltag im serbischen Dorf Gorazˇdevac wirkt auf den ersten Blick normal. „Wir wohnen im Dorf“, erzählt Sonja Cimadom, „wir sind sozusagen die Nachbarn, trinken mit den Menschen Kaffee, hören uns ihre Geschichten an


und versuchen, Vertrauen aufzubauen.“ Einfach da zu sein, die Menschen tagtäglich zu begleiten und vor allem mit Jugendlichen zu arbeiten, das ist es, was für Sonja Cimadom „die eigentliche Friedensarbeit“ ist. „Wir versuchen, Normalität in kleinen Dingen herzustellen, sind so etwas wie ein Katalysator“, sagt sie.

Wir, das ist eine Gruppe von

Menschen, die bereit sind, sich gegen ein Taschengeld auf das Abenteuer Friedensarbeit einzulassen. Zu dieser Gruppe gehörte

keinen Strom haben, so haben wir auch keinen.“ Lediglich am Sonntag ziehen sie sich zurück, „um uns einen kleinen Freiraum zu schaffen. Wir sind also ganz normale Menschen.“ Sieben Kilometer von Gorazˇdevac entfernt liegt Peja, eine Stadt, in der mehrheitlich Albaner leben. „Wir versuchen zu vermitteln, nicht mehr und nicht weniger. Unmittelbar nach einem Krieg kann man keine Freundschaften erzwingen“, beschreibt Sonja Cimadom ihre tägliche Arbeit. Vermitteln, das heißt zum Beispiel,

sich. „Und genau da setzen wir an – nicht bei der Geschichte der Volksgruppe, nicht bei den Feindseligkeiten, die zum Krieg geführt haben, sondern bei der eigenen, der ganz persönlichen Geschichte. Hier lassen sich dann auch Gemeinsamkeiten finden.“ Obwohl die Zivilbevölkerung keine Schuld am Krieg trägt, bauen sich unweigerlich Feindbilder auf. „Bei einigen Jugendlichen wissen die Familien gar nicht, dass sie in diese Gruppe gehen. Die Beziehungsarbeit muss deswegen immer in beide Richtungen gehen,

„Wie anders wäre unsere Welt, wenn das Geld, das in Waffen investiert wird, für Friedensarbeit hergenommen würde“_ Sonja Cimadom eine Zeit lang auch Petra Oberrauch aus Brixen. „Ich kenne Sonja schon, seit wir unsere Geschwister vom Kindergarten abholen mussten“, lacht sie. Die beiden jungen Frauen verbindet derselbe Idealismus, dieselbe fröhliche Beharrlichkeit, die wohl nötig ist, wenn man Beziehung herstellen will zwischen Menschen, denen der Krieg jegliche Sicherheit genommen hat. Feste Arbeitszeiten gibt es für die Friedensarbeiter nicht, „wir sind rund um die Uhr für die Menschen da und leben unter denselben Bedingungen wie sie. Wenn sie

die Menschen zum Einkaufen zu begleiten, ihnen zu zeigen, dass ein Nebeneinander möglich ist, dass das Eigene weitergeht, sie ihre Identität nicht aufgeben müssen. „Aber Angst haben sie alle.“

Sonja Cimadom arbeitet nicht

an vorgegebenen Projekten, „sondern wir lassen Projekte vor Ort entstehen“. Zurzeit betreut sie zwei Gruppen von Jugendlichen, die sich annähern wollen, die ihre Zukunft gestalten wollen. Ob Serben oder Albaner, sie haben alle eine leidvolle Geschichte hinter

ganz langsam und vorsichtig, und am besten, ohne dies an die große Glocke zu hängen.“ Spannend findet sie ihre Arbeit auch deswegen, „weil alles noch gestaltet werden muss. Hier bei uns ist ja alles geregelt“. Sie habe im Kosovo auch viel über ihre Heimat gelernt und über die Bedeutung eines friedlichen Miteinander. „Es ist wichtig zu verstehen, wer man ist.“

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief

Sonja Cimadom wurde am 5. August 1980 in Brixen geboren, wo sie gemeinsam mit ihren drei Geschwistern, der Schwester Katja und den Zwillingen Claudia und Arno, aufwuchs. Die Grund- und Mittelschule absolvierte sie in Brixen, ebenso die fünf Jahre der neusprachlichen Fachrichtung am Realgymnasium „Jakob Philipp Fallmerayer“. Nach der Maturaprüfung studierte sie in Padua Politikwissenschaften, „obwohl mich Politik nie interessiert hat.“ Im Rahmen ihres Studiums verbrachte sie mehrere Monate in Australien und Frankreich. Zwischen 2003 und 2004 besuchte sie einen Kurs für Friedensarbeiter, bei dem es vor allem um gewaltfreie Konfliktlösung, um Mediation und um humanitäre Hilfe in allen möglichen Lebensbereichen ging. Nach dem Abschluss ihres Studiums unterrichtete sie für drei Monate Englisch an einer Mittelschule, dann engagierte sie sich ein Jahr lang als freiwillige Zivildienerin in verschiedenen Strukturen im Inund Ausland. Seit November 2005 ist sie Friedensarbeiterin im Kosovo. Sie spricht Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch, Serbisch und Albanisch.

Sonja Cimadom betreut im Kosovo Gruppen von Jugendlichen, die sich annähern wollen

–––– Petra Oberrauch wurde am 28. Juni 1984 in Brixen geboren. Sie besuchte dort die Grund- und Mittelschule und absolvierte das Pädagogische Gymnasium. Nach der Maturaprüfung zog sie nach Florenz und studierte an der dortigen Universität Wirtschaft für Entwicklungsländer und Internationale Zusammenarbeit. Die Abschlussarbeit schrieb sie über den Konflikt in Norduganda. Zurzeit steckt sie mitten in der Masterausbildung für Politik und Verwaltungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Konfliktmanagement und öffentliche Verwaltung. Sie beherrscht die Sprachen Deutsch, Italienisch, Englisch, spricht etwas Schwedisch „und wohl bald Suaheli“, weil sie vorhat, für drei Monate nach Tansania zu gehen. 15


Menschen & Meinungen

INTERN

Ihr schönstes Hochzeitsbild z Sie haben geheiratet und möchten nun mit Ihrem schönsten Hochzeitsbild ein romantisches Candlelight-Dinner gewinnen? Im nächsten „Brixner“, der um den 20. Februar erscheinen wird, gestalten wir wiederum unsere Extraseiten zum Thema „Braut & Bräutigam“. Dabei kommen die Hochzeitsbilder unserer Leserinnen und Leser zum Zuge: Wir veröffentlichen gerne Ihr Foto und

verlosen unter den ausgewählten Einsendungen ein Abendessen bei Kerzenschein im Restaurant Steinraffler in Raas. Wer mitmachen möchte, sendet sein Bild auf dem Postweg an den „Brixner“, Brennerstraße 28, in Brixen, oder per E-Mail an redaktion@brixner. info (Dateigröße mind. 700 KB). Einsendeschluss ist am 10. Februar – wir freuen uns auf Ihre Momentaufnahmen!  db

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

Ausgezeichnete Stipendiatin

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum die SVP an Meraner für die Wohln austellt. An Brixner werdn se schun net gfundn hobm...

kurz

notiert

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z Wir wundern uns ja immer wieder, was unsere freie Redakteurin Manuela Kerer alles so unter einen Hut bringt – und dies noch dazu erfolgreich. Ein Beweis hierfür ist die Auszeichnung mit dem Österreichischen Staatsstipendium für Komposition, das sie kürzlich erhalten hat. Dieses wird Komponisten zugesprochen, die einen Bezug zu Österreich haben – Manuela hat in Innsbruck Komposition studiert. Vergeben wird es nach der Prüfung von Arbeitsproben wie Partituren oder Werkaufnahmen durch zehn Juroren. Das Stipendium ermöglicht ihr nun die

Erfüllung eines Traumes: Manuela wird nach Paris ziehen, um am Ircam, dem Zentrum für experimentelle Musik und Musikforschung, ihre Dissertation im Fach Psychologie abzuschließen und zugleich weitere Kompositionen zu erschaffen. In Ausarbeitung hat die Brixner Komponistin derzeit gleich zwei Auftragswerke: Eine Oper für 80 Bläser für die GustavMahler-Musikwochen in Toblach sowie ein Werk für das Festival Neuer Musik „Klangspuren“ Schwaz. Dies ist für Manuela aber offenbar noch nicht Beschäftigung genug: Sie komponiert derzeit

Renate Schmid, ehemalige deutsche Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Mitglied des Deutschen Bundestages, war kürzlich in Brixen zu Gast: Sie referierte an der Uni Brixen über die Nachmittagsbetreuung von Kindern.

Seit 50 Jahren wirkt Hans Fischnaller als Sänger, Solist und Kassier im Domchor mit; dafür wurde er nun geehrt. Ebenso Frieda Ploner für 40 Jahre, Heinrich Declara für 30 Jahre, Markus Liensberger für 25 Jahre sowie Angelika Rainer, Elisabeth Huber, Erika Scorrano und Veronika Rainer für 10 Jahre aktives Mitwirken als Sänger.

auch in Zusammenarbeit mit Daniel Oberegger eine „Hausoper“, die dann ganz namensgemäß auch zu Hause aufgeführt wird, und schreibt, es scheint fast nebenbei, ihre zweite Dissertation, dieses Mal in ihrem zweiten Studienfach, den Rechtswissenschaften.  db

Wie im Koalitionsabkommen vorgesehen, sind Sepp Unterrainer und Francesco Bertoldi in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode gemeinsam Vize-Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Eisacktal. Sie folgen auf Georg Mayrhofer und Claudio Del Piero.


O o op s

mein Hoppala

Oskar Zingerle, „Brixner“-Fotograf

Der Rekordmacher Als Redakteur des Mühlbacher Marktblattes fotografierte ich in Meransen beim traditionellen Gitschberg-Start-Cup. 110 Athleten aus neun Nationen lieferten sich ein spannendes Rennen. Mit Stativ, Kamera und Blitzgerät postierte ich mich im Zielbereich der kurzen Startrodelbahn und fotografierte. Spektakulär war die Leistung junger Nachwuchsrodler, die einen Bahnrekord nach dem anderen aufstellten. Ernüchterung trat ein, nachdem festgestellt wurde, dass die Zeitnehmungsanlage nicht richtig funktioniert hatte – die Teilnehmer mussten noch einmal an den Start. Wieder dasselbe Bild: die Zeiten phänomenal – ja unglaublich. Noch einmal musste die Zeitnehmungsanlage auf Defekte überprüft werden. Ein Techniker überprüfte die Lichtschranke im Zieleinlauf und fragte mich, ob ich hier mit Blitz fotografiere, was ich bejahte. Es stellte sich heraus, dass mein Blitz die Lichtschranke im Ziel vorzeitig auslöste und somit verantwortlich für die „sensationellen Rekorde“ war.

Leser kochen für Leser

mmh!

Bohnensuppe > Zutaten 300 Gramm getrocknete weiße Bohnen 1 große gehackte Zwiebel 2 gehackte Knoblauchzehen 2 Selleriestangen 1 Lauchstängel 4 Karotten einige Wirsingblätter einige Mangoldblätter oder Spinatblätter 500 Gramm gehäutete Tomaten oder Pelati 1 Bund Petersilie 1 Bund Basilikum Salz und Pfeffer 300 Gramm altbackenes Brot

> Zubereitung Die Bohnen über Nacht einweichen und mit dem Einweichwasser etwa 1,5 Stunden kochen. Das Öl erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch darin glasig dünsten. Das grob geschnittene Gemüse und die Kräuter

ebenfalls in den Kochtopf geben und gut durchschmoren lassen. Mit reichlich Wasser bedecken, salzen, pfeffern und mindestens zwei Stunden leise köcheln lassen. Die Hälfte der gekochten Bohnen durchpassieren oder mit dem Mixer pürieren. Das Mus und die ganzen Bohnen zur Suppe geben, eventuell etwas nachwürzen. Das Brot in feine Scheiben direkt in die Suppenschüssel schneiden und die heiße, sehr dickflüssige Suppe darüber gießen. Kurze Zeit stehen lassen, damit das Brot weich wird, und servieren.

Als passionierter Jäger verbringt Helmuth Gasser viel Zeit im Wald. Wenn er dann nach Hause kommt, schmeckt ihm diese heiße Bohnensuppe besonders gut.

Erfolgreiches Team sucht neue Talente

Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir: Projektleiter (m/w) in der Entwicklung & Konstruktion Ihre Aufgaben: Technischer Ansprechpartner zu den Entwicklungsabteilungen unserer Kunden, Betreuung von Kundenprojekten, fertigungsbegleitende Optimierung der Druckgusswerkzeuge. Konstrukteur (m/w) Ihre Aufgaben: Entwicklung und Konstruktion von Produktionswerkzeugen mit CAD-Systemen (ProE) und Simulationssoftware (ProCast), technischer Ansprechpartner zu den Werkzeugherstellern. Fertigungsingenieur / Fertigungsplaner (m/w) Ihre Aufgaben: Planung der Fertigung, Kapazitätsplanung, Einführung der Lean Management Prinzipien in der Planung. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit uns auf, rufen Sie einfach an oder senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlagen: Alupress AG – Dr. Alexandra Leitner – Kravoglstr. 2 – 39042 Brixen Tel. +39 0472 270 600 – personal@alupress.it - www.alupress.net

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Sind Sie der Meinung, dass einer Ihrer Nachbarn im Holzofen schädliche Materialien verbrennt?“

ja

80%

nein 20%

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Sollen Eltern bei politischen Wahlen auch für ihre minderjährigen Kinder wählen dürfen?“ Stimmen Sie mit! www.brixner.info 17


Menschen & Meinungen

BRIXEN

LAMMento

Und da waren es 99! z Vor einigen Wochen wurde an der Landesberufsschule Tschuggmall in Brixen an zwölf junge Männer das Maturadiplom verliehen. Das Besondere daran ist, dass sie in ihrer Ausbildung einen etwas ungewöhnlichen und nicht ganz einfachen Weg gegangen sind: Nach dem Abschluss der Lehre und einer dreijährigen Ausbildung in Metalltechnik an der Landesberufsschule Tschuggmall bereiteten sie sich ein Jahr lang berufsbegleitend an der Höheren Technischen

„Hast du gelesen? Der Durnwalder verdient mehr als die Merkel! Und noch schlimmer: Der grüne Dello Sbarba verdient fast gleich viel wie der Luis! Das alles ist doch bodenlos ungerecht“, sagt der Franz, während er am Boden seiner Tasse die letzten Macchiatoreste zusammenkratzt, weil ihm das Geld für einen zweiten Macchiato fehlt. Warum ist das ungerecht? frage ich zurück, mehr kann Angie auch nicht arbeiten als 20 Stunden am Tag. Und bei den Auslandsausflügen holt der Luis auch auf, seit er gewillt ist, einem Lama nach dem anderen die Hand zu schütteln. „Das mag ja alles sein“, schaut mich der Franz bös an, „aber ungerecht ist es trotzdem!“ Zwegn prum? frage ich ihn bewusst brixnerisch. „Schau“, sagt der Franz, „die Politiker sind doch verantwortlich für das Wohlergehen der Bürger, oder?“ Ja, sage ich, mit Abstrichen, denn im Grunde muss der Bürger schon selbst schauen, dass es ihm gut geht. „Im Moment geht es ihm nicht gut: Er ist zwar gesund, hat aber kein Geld, und das macht irgendwann hungrig oder krank“, sagt der Franz. „Bodenlos ungerecht dabei ist, dass der Politiker unabhängig vom Geldsäckel der Bürger immer gleich viel verdient, weil er seine eigenen Bezüge selbst bestimmt!“ Da gibt es eine gute Lösung, sage ich lösungsorientiert, man muss lediglich die Politikergehälter an die Kaufkraft der Bürger koppeln. Haben diese keine Kaufkraft, dann verdienen die Politiker eben auch nix mehr. So einfach ist das! „Das geht nicht“, schmettert der Franz ab, „denn dann finden keine Landtagswahlen mehr statt“. Auch kein Schaden, denke ich mir. Bei dem Theater, das uns in den nächsten Monaten bevorsteht…

Foto: Doris Brunner

Auch kein Schaden

LESERAKTION

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Lehranstalt in Fulpmes auf die Maturaprüfung vor. Fünf der zwölf Neomaturanten stammen aus dem Eisacktal: Lienhard Frener, Martin Gläserer, Christian Hofer, Tobias Lechner und Stefan Tratter haben gezeigt, dass der Weg in eine Lehre keine Sackgasse sein muss. 1995 gab es über die Landesberufsschule Tschuggmall die ersten Maturanten dieser Art; bis heute haben 99 diesen Weg gewählt. Sieben von ihnen haben in der Folge auch ein Universitätsstudium abgeschlossen.  mk

z Zahlreich waren die Einsendungen unserer Leser, die gerne mit dem „Brixner“ in einem Heißluftballon aufgestiegen wären, und das Los entschied: Leonhard Lunger aus Vahrn durfte die Luftfahrt im Ballon beim „Dolomiti Balloon Festival“ antreten. Mit dem sympathischen Flugteam aus Luxemburg samt dem Piloten Georges Kraft verfolgten Leonhard Lunger und die Redakteurin Doris Brunner zunächst den Aufbau des Ballons „LX-BTO Luxembourg“, bei dem die bunte Hülle mit warmer

Luft gefüllt wurde, sodass sie sich senkrecht über den Korb erhob. Ruhig erfolgten daraufhin das Aufsteigen über die Dächer Toblachs und der rund einstündige Flug mit Ausblick auf das Tal, die Bergspitzen und die winkenden Menschen im Tal. Ein Handgriff des Piloten an der Brennervorrichtung bewirkte dabei immer wieder einen willkommenen warmen Luftstoß und ließ gleichzeitig den Ballon steigen: „Der Ballon selbst kann nicht direkt gesteuert werden, sondern ist auf die Windrichtungen und -geschwindigkeiten angewiesen“, erläuterte der Pilot, „um den Wind auszunutzen, wird der Ballon gezielt zum Steigen oder Sinken gebracht.“ Die ungewöhnlich sanfte Landung ohne jegliches Umkippen des Korbes erfolgte nahe einer Schipiste im österreichischen Sillian – worauf der Bauer des nächstgelegenen Hofes netterweise die Passagiere und den Ballon mit seinem Traktor aus dem unwegsamen Gelände abholte.  db


Pro& Contra Soll in Mellaun eine neue Hotelanlage errichtet werden?

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Pro Ich bin der Meinung, dass ein Hotel dieser Qualität in der Zone Mellaun auf jeden Fall positive Auswirkungen auf den Berg, aber auch auf die gesamte Stadt haben würde. Das Konzept der Hoteliersfamilie Sanoner ist stimmig; diese Struktur kann in Zukunft die Funktion eines Leitbetriebes in Brixen übernehmen. Außerdem gibt es interessante Synergien mit den lokalen Landwirtschaftsbetrieben. Brixens Tourismus braucht ganz sicherlich weitere Vier- oder Fünf-Sterne-Betriebe; die Anzahl der verfügbaren Betten in diesem Segment ist für eine Stadt wie Brixen, die auch Einkaufs-, Kultur- und Kongress-Stadt sein will, viel zu gering. Die Entstehung eines solchen Betriebes kann dazu führen, dass es neue Initiativen am Berg geben wird, die der Entwicklung dieses Gebietes zugute kommen. Auch wenn wir mit dem Hotel in Mellaun nicht das wirtschaftliche Problem der Plose lösen, so bildet dieses Hotel möglicherweise eine Initialzündung für weitere Investitionen. Persönlich finde ich es immer noch schade, dass die seinerzeitige Initiative des Golf Clubs Brixen unter der Leitung von Georg Frener, in Mellaun einen Golfplatz zu errichten, gescheitert ist. Umso wichtiger ist, dass man jetzt diese Chance erkennt und auch nutzt. Natürlich ist ein solches Vorhaben mit der gebotenen Vorsicht zu realisieren: Die Landschaft darf nicht allzu sehr unter dem Bau leiden. Im Vorstand des Tourismusvereins ist das Projekt übrigens bereits besprochen worden: Nach Überprüfung aller heute zur Verfügung stehenden Details stehen wir geschlossen hinter der Idee der Familie Sanoner. z

Peter Priller, Anrainer: „Ein Hotel dieser Größenordnung bedeutet eine Zerstörung dieses wunderschönen Gebietes“

Contra Unser Haus steht direkt an der Durchzugsstraße zu den „Kojawiesen“, wo eine Hotelanlage von etwa 220 Betten entstehen soll. Ein Hotel in dieser Größenordnung bedeutet eine Zerstörung dieses wunderschönen Gebietes. Wir sind nicht gegen den Bau eines Hotels, da es die Wirtschaft und die Seilbahn brauchen, sondern gegen den Standort „Kojawiesen“ in Obermellaun. Idealer wäre aus unserer Sicht ein Standort näher an der Talstation der Seilbahn mit kurzer Verbindung zur Hauptstraße und mit schon vorhandenen Infrastrukturen. Der gesamte Verkehr führt durch die ganze Fraktion Mellaun; das bringt allen Bewohnern viel Lärm und starke Umweltbelastungen. Wir sind der Meinung, dass ohne Ausbau der Straße ein Hotelbau dieser Größenordnung und auch die spätere Führung nicht möglich sind und somit weitere massive Eingriffe in die Natur und deren Idylle erforderlich sein werden. Während der Bauphase und des späteren Betriebes des Hotels fahren hunderte LKW und Handwerkerautos, Gäste, Personal und Lieferanten durch Mellaun. Der Tourismusverein Brixen hat heuer mit sehr großem Zuspruch anlässlich des „Kuchlkirchtig“ eine Wanderung über unser schönes Obermellaun, den Kojawiesen, organisiert. Es ist ein sehr beliebter Wanderweg, der von vielen Einheimischen, Gästen, Radfahrern und Reitern wegen des geringen Verkehrs gern genutzt wird. So wie unsere Kinder frei und gesund aufgewachsen sind, ist es uns ein großes Anliegen, dass unsere Enkelkinder nicht an einer verkehrsreichen, gefährlichen und feinstaubbelasteten Straße aufwachsen. z

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Umfrage

Politikergehälter zu hoch? Die öffentliche Diskussion um die Entlohnung unserer Politiker ist wieder mal entfacht. Gehören die Gehälter gekürzt, oder sind sie der Verantwortung und dem Arbeitspensum angemessen?

„Wenn Politiker ihre Sache gut machen, verdienen sie nicht zu viel“, glaubt Reinhard Siebenförcher. „Am Beispiel von Landeshauptmann Luis Durnwalder, der ein Arbeitspensum von 13 oder 14 Stunden täglich leistet und immer für die Bevölkerung da ist, glaube ich, dass er meinetwegen auch mehr verdienen könnte. Eher müsste man das Gehalt der Landtagsabgeordneten kürzen, die nicht dasselbe leisten.“

„Wenn man es mit Politikern anderer Länder vergleicht, bekommen unsere Landespolitiker tatsächlich zu viel Geld“, sagt Erich Barth. „Angenommen, das Gehalt unseres Landeshauptmannes ist leistungsgerecht, würde das gleichzeitig heißen, dass die deutsche Bundeskanzlerin, die weniger verdient, auch weniger leistet? Das glaube ich nicht.“

„La cosa strana è che lo stipendio i politici se lo decidono loro“, sagt Rita Pojer. “Allora è logico che se lo alzano. Secondo me guadagnano troppo. L’unico che se li merita è Durnwalder, perché ha fatto tanto per la popolazione sia italiana che tedesca. Non conosco gli stipendi degli altri, ma sicuramente non lavorano così tanto come lui.”

Josef Unterrainer glaubt, dass „Leute, die entsprechendes für unsere Provinz leisten, nicht überbezahlt sind. Die psychische Belastung, der Politiker ausgesetzt sind, soll auch einen Preis haben. Was den oft zitierten Vergleich von Durnwalder mit Merkel angeht, ist zu sagen, dass die Politikergehälter in Deutschland anders aufgebaut sind. Zum offiziellen Grundgehalt kommen noch zahlreiche Zuschüsse und Begünstigungen dazu, die nirgends aufscheinen.“

Für Thomas Kirchner „verdienen Politiker in der Tat zu viel. Die Gehälter sind keinesfalls mehr mit dem vereinbar, was ein normaler Arbeiter bekommt. Sicher haben Politiker wichtige Ämter und sollten auch dem entsprechend bezahlt werden, aber wenn man sich die Unterschiede anschaut, dann ist das nicht mehr gerecht.“

„Im Vergleich zum Normalbürger verdienen Politiker schon sehr viel“, ist auch Angelika Hummel der Meinung. „Wenn man dann hört, dass einige bei Sitzungen nicht einmal anwesend sind, ist so ein Gehalt schnell mal zu hoch. Vielleicht könnte man die Fleißigen belohnen und dafür die Schwänzer bestrafen, dann wären die Gehälter zumindest ein bisschen gerechter aufgeteilt.“

Roberto Romano ist treuer Urlaubsgast in Brixen. „A me sembra che Durnwalder sia una Persona abbastanza attiva. Quando sono quì sento pareri sempre benevoli su di lui. Poi sul fatto di quanto guadagna se raffronto quello che guadagno io… certo che sono molti soldi. Ma il giudizio se guadagna troppo è davvero difficile.”

„Politiker verdienen schon leicht genug“, sagt Wolfgang Agreiter. „Sicher verdienen Manager in der Privatwirtschaft zum Teil auch mehr, aber dass unser Landeshauptmann mehr verdient als die deutsche Bundeskanzlerin scheint mir nicht gerecht. Noch ärgerlicher ist aber, wenn Politiker zum Beispiel Sitzungsgelder für Sitzungen kassieren, an denen sie nicht teilgenommen haben, was vorgekommen sein soll. Hier müsste man als erste Maßnahme einmal strenger durchgreifen.“ 21


Kunst & Kultur

Vom Leben eines Mörders

FILM

Simon Gschnell war der letzte Verurteilte, der in Brixen öffentlich hingerichtet wurde. Andreas Fischnaller hat den Fall erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet, und Thomas Troi begab sich in einer Filmdokumentation auf die Spurensuche: Wer war Simon Gschnell?

A

m 18. September 1826 wird der 23-jährige Simon Gschnell wegen der Ermordung der zehn Jahre älteren Sterzingerin Elisabeth Parrigger am Brixner „Galgenbichl“ gehenkt. Es war dies die letzte öffentliche Hinrichtung in Brixen; Gschnells Tod am Galgen wurde als Spektakel inszeniert und hinterließ in der Bevölkerung einen bleibenden Eindruck. Bald kreisten viele Anekdoten und Schauergeschichten um die Figur Simon Gschnell, die vorwiegend mündlich überliefert wurden:

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Der junge Mann wurde zum unbußfertigen Sünder stilisiert und als abschreckendes Beispiel vorgeführt. Doch wer war Simon Gschnell wirklich?

Bislang war in den Büchern we-

nig Zuverlässiges über diesen letzten in Brixen Gehenkten zu finden. Ein beinahe selbst schon filmreifer Zufall brachte schließlich historische Unterlagen ans Tageslicht: „Vor zirka 25 Jahren fand ich beim Versteckspielen im Elternhaus in der Brixner Altstadt vier Verhörprotokolle, die letzten

vorhandenen schriftlichen Überreste zum Prozess über Simon Gschnell“, erzählt der Brixner Historiker Andreas Fischnaller, „diese waren in einer alten Holzscheune gelagert, dessen Eingang etwas versteckt lag.“ Nicht wissend, was sich in den alten Schriftstücken verbirgt, brachte Andreas den Fund zu seinem Vater. Dieser begann die Dokumente zu lesen und den brisanten Inhalt zu transkribieren. Schlussendlich wurden die Papiere bei der Hausbesitzerin, der Tante von Andreas Fischnaller, deponiert.

Dass die Verhörprotokolle aus dem 19. Jahrhundert überhaupt noch existierten, ist ebenso einem Zufall zu verdanken: „In meinem Elternhaus hat Ende des 19. Jahrhunderts eine Richterfamilie gewohnt; diese brachte die aussortierten, verjährten Gerichtsakten zu sich ins Haus und verwendete sie zum Einheizen“, schildert Andreas Fischnaller. Da sich die Verhörprotokolle ganz unten im wohl chronologisch geordneten Stapel befunden hatten, fielen diese nicht dem Ofenfeuer zu.


Vor etwa zehn Jahren erinnerte Wer also war dieser Simon Zuflucht und wurde 1820 das Armenfonds zurückwies, traf sich Andreas Fischnaller, der in der Zwischenzeit in Innsbruck das Geschichtsstudium absolviert hatte, an die seinerzeit entdeckten Aufzeichnungen – und schrieb auf deren Grundlage eine Dissertation über Simon Gschnell. Dies ist die erste wissenschaftliche Aufarbeitung des Falles, „denn nur aufgrund dieser Akten konnten die historischen Daten und Fakten rekonstruiert werden“, erläutert Fischnaller. Selbst wenn diese vier Protokolle nur einen Bruchteil der Prozessakten ausmachen – sie ermöglichten einen

Gschnell? Geboren wurde er am 21. Oktober 1803 in Altenburg bei Kaltern, als erstes Kind der Bauern Balthasar Gschnell und Anna Thaler. In der damaligen nachnapoleonischen Ära prägte Armut das Leben der Tiroler Landbevölkerung, Missernten und Teuerungen ruinierten finanziell viele Familien. Auch Gschnells Eltern verarmten zusehends; als Simon sechs Jahre alt war, erkrankte seine Mutter an einem psychischen Leiden, die Familie brach auseinander. Der örtliche Armenfond nahm

erste Mal wegen Diebstahls verhaftet. Daraufhin wurde der Schneiderjunge für eineinhalb Jahre in das Innsbrucker Strafarbeiterhaus eingewiesen, doch die aufgezwungene Umerziehung griff bei ihm nicht, eher war das Gegenteil der Fall: Er knüpfte viele Bekanntschaften unter seinen Mithäftlingen und erweiterte seinen kriminellen Erfahrungshorizont. Nach seiner Entlassung wurde Simon Gschnell wieder einem Schneidermeister zugewiesen, doch er floh erneut und wurde

„Die in meinem Elternhaus gefundenen vier Prozessakten ermöglichten eine erste wissenschaftliche Aufarbeitung des Falles Simon Gschnell“_ Andreas Fischnaller umfangreichen Einblick in das Leben Simon Gschnells sowie in den Ablauf des Tatherganges und des Prozesses: „Mit der Aufarbeitung wurde eine erste Korrektur der Legenden möglich“, schildert Andreas Fischnaller, „bislang waren nur verzerrte Schilderungen über seine Biografie und seine Tat vorhanden, teils mit falschen Namen und Datierungen.“

sich Simon Gschnells an, und mit zwölf Jahren wurde der Junge zu verschiedenen Schneidermeistern in die Lehre geschickt. Er riss jedoch immer wieder aus, flüchtete vor der rauen Behandlung durch seine Meister und den miserablen Arbeitsbedingungen. Gschnell suchte bei einer kriminellen Bande aus Sterzing

zunehmend zum herumstreunenden Bettler und Kleinkriminellen. Auf einer seiner Wanderungen traf Simon Gschnell auf die Sterzingerin Elisabeth Parrigger, auch Moserliesl genannt, die ebenso im Lande herumzog. Nach fünf Jahren, in denen er das gängige Bild des Taugenichts erfüllte und die Integrationsversuche des

Simon Gschnell am Jaufenpass wiederum auf Elisabeth Parrigger – nachdem er von dieser zurückgewiesen wurde, kam es zum brutalen Mord. Es folgte einer der längsten und aufwändigsten Prozesse der damaligen Donaumonarchie: Rund neun Monate lang dauerten die Verhöre durch den damaligen Aktuar Michael Patscheider in Brixen; er befragte zahlreiche Zeugen, überprüfte eingehend das Vorleben Gschnells und stellte insgesamt 1.625 Fragen. Das Prozessjahr war zudem das von der Kirche verkündete Jubel- und Ablassjahr, in dem Kirchenmänner mit päpstlicher Erlaubnis reuige Sünder freisprechen durften – sofern diese wahre Buße zeigen. Auch Simon Gschnell wurde diese Brücke gebaut, doch die Brixner Geistlichen konnten ihm keine Beichte abringen oder zur Reue bewegen. Simon Gschnell zeigte keine Bereitschaft zur öffentlichen Buße und wählte somit seinen Tod am Galgen: Bei einer Begnadigung wäre die Todesstrafe wahrscheinlich in eine 20-jährige Kerkerhaft umgewandelt worden.

Die detaillierte Dissertation Fischnallers, die die Biografie Simon Gschnells, die soziofamiliären, politischen und

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AUTONOME PROVINZ BOZEN SÜDTIROL

PROVINCIA AUTONOMA DI BOLZANO ALTO ADIGE

Auf Flugblättern wurde in lauten Tönen die Taten Gschnells geschildert und der Bevölkerung mehr Moral angemahnt

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historischen Rahmenbedingungen sowie den Verlauf des Prozesses entschlüsselt, wurde zur Grundlage für die filmische Aufarbeitung des Falles. „Simon Gschnell. Aus dem Leben eines Mörders“ lautet der Titel der historischen Dokumentation, die der Brixner Thomas Troi im Auftrag des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen (TPZ) erstellte, das seit jeher die Verbindung zwischen Theaterarbeit und Film pflegt und dessen Projekte bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet worden sind. „Schwerpunkte des Films sind die Biografie Simon Gschnells und die Frage, wie er zum Mörder wurde, welche Faktoren maßgeblich für sein Scheitern mit eine Rolle gespielt haben mögen“, erläutert Thomas Troi, Absolvent der Filmschule Zelig und Theaterpädagoge, „der Film stützt sich dabei vollkommen auf das vorhandene Quellenmaterial, Andreas Fischnaller hat das Filmprojekt wissenschaftlich begleitet.“ Die im Film vorkommenden Zeugenaussagen und Charakterisierungen Simon Gschnells wurden aus den Verhörprotokollen übernommen, alle Filmfiguren sind historisch belegt, und auch die

Aussagen des Simon Gschnell sind in den Prozessunterlagen festgeschrieben.

Im September 2006 erstellte

Thomas Troi das Drehbuch. Bei einem Casting im TPZ Brixen wurden südtirolweit Amateurschauspieler gesucht, die bereit waren, an den Spielfilmszenen mitzuwirken. Rund 30 Personen, viele aus Brixen und Umgebung, kamen in die Auswahl und erklärten sich bereit, am Dreh teilzunehmen, auch wenn keine Entlohnung möglich war. An den Originalschauplätzen wie auf dem Jaufenpass oder in historisch nachempfundenen Orten wie im Volkskundemuseum Dietenheim oder im Museum Passeier filmte Thomas Troi schließlich die Spielszenen. Die Rolle des Simon Gschnell konnte mit einem „Glücksgriff“ belegt werden – mit Christoph Tauber aus Neustift, „der absolut authentisch die Rolle verkörpert und viel Geduld bewies.“ Zudem wies Tauber auch noch physische Ähnlichkeiten mit Gschnell auf, wie diese auf einem Flugblatt anlässlich der Hinrichtung skizziert worden waren. Neben anschaulich nachempfundenen Spielszenen lässt Thomas


info Simon Gschnell. Aus dem Leben eines Mörders Dokumentarfilm, 60 Minuten Produktion: Theaterpädagogisches Zentrum Brixen Kamera und Schnitt: Thomas Troi Recherche: Andreas Fischnaller Drehbuch: Thomas Troi Musik: Markus Prieth Sprecher: Andreas Sparberg

Andreas Fischnaller: „Der Prozess war einer der längsten und aufwändigsten in der Donaumonarchie und besitzt überregionale Bedeutung.“

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Troi auch Experten der heutigen Zeit zu Wort kommen. Diese liefern in Interviews weitere wertvolle Informationen zu Simon Gschnell und den damaligen zeitlichen Rahmenbedingungen. Reinhard Haller, der bekannte österreichische Gerichtspsychiater und zertifizierter Sachverständiger für den Bereich Psychiatrie und Neurologie an verschiedenen in- und ausländischen Gerichtshöfen, hat sich ausführlich mit der Biografie Gschnells befasst und ein detailliertes Psychogramm erstellt – seine Aussagen geben Antworten auf die Frage, wie Gschnell zum Mörder wurde. Der Wirtschaftshistoriker Helmut Alexander und der Historiker Hans Heiss vermitteln in

Thomas Troi: „Der Film geht auch der Frage nach, welche Faktoren maßgeblich zum Scheitern des Simon Gschnell geführt haben.“

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ihren Stellungnahmen ein klares Bild der damaligen Lebensverhältnisse und über die spätere Funktion Gschnells als abschreckendes Beispiel. Der Historiker Andreas Fischnaller, der den Fall Simon Gschnell wie seine Westentasche kennt, erläutert ebenso in Interviewsequenzen Wesentliches zum historischen Hintergrund.

Entstanden ist somit eine Film-

dokumentation, die sich so nah wie möglich an die nachweisbaren Tatsachen hält und das Leben des Schneiderjungen, den Prozessverlauf und Gschnells Verhalten währenddessen nachzeichnet. Untermalt wird der etwa einstündige Lowbudget-Film mit einer eigenen Filmmusik,

die mit viel Einfühlungsvermögen vom Musiker Markus Prieth, ebenso am TPZ Brixen tätig, komponiert und eingespielt wurde. Die Stiftung Südtiroler Sparkasse sowie die Gemeinden Brixen und Kaltern unterstützten finanziell den Film, und der RAI Sender Bozen hat bereits die Senderechte gekauft: Im Fernsehen wird die Dokumentation im März zu sehen sein, zuvor steht jedoch am 28. Februar um 20.30 Uhr die Filmpremiere im Forum Brixen an.

doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Experteninterviews: Reinhard Haller, Facharzt für Psychatrie und Neurologie, Sachverständiger an Gerichtshöfen Hans Heiss, Historiker Helmut Alexander, Wirtschaftshistoriker Andreas Fischnaller, Historiker, wissenschaftliche Beratung Mitwirkende: Christoph Tauber, Miriam Kaser, Klara Amplatz, Magdalena, Jonathan und Benedikt Troi, Anna Leitner, Flora Nöckler, Josef Rainer, Bernhard Pircher, Patrick Kaneider, Markus Prieth, Wolfgang Pider, Daniel Rabanser, Leo Dariz, Jakob Gafriller, Egon Seebacher, Hannes Zingerle, Reinhard Tscholl, Walter Dietl, Heidi Troi, Verena Zelger, Doris Brunner, Wilfried Kaserer, Christine Jaist, Hermann Stablum, Andreas Federspieler, Peter Troi, Norbert Alberti, Franz Baumgartner, Hansjörg Ebnicher, Alois Unterfrauner, Kathrin Gschnell, Elisabeth Mayrhofer, Egon Daporta, Florian Ploner

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AUSSTELLUNG

Das spannendste kulturelle GroĂ&#x;ereignis des heurigen Jahres, die Manifesta 7, nimmt langsam Gestalt an. Dennoch scheint noch schwer vorstellbar, was auf die Region Trentino-SĂźdtirol und im speziellen Fall auf Brixen und Umgebung zukommen wird.

I

t‘s happening“ steht auf den Flyern zur Manifesta 7, die in Basel auf der Art38 und in Venedig auf der Biennale verteilt wurden. Sie ist bereits im Gange, auch wenn man von den Planungs- und Aufbauarbeiten, die im Vorfeld geleistet werden mĂźssen, wenig merkt. Den Organisatoren und Kuratoren bleibt jedenfalls nicht mehr allzu viel Zeit: In knapp sechs Monaten, am 19. Juli 2008, Ăśffnet die Europäische Biennale der zeitgenĂśssischen Kunst ihre Tore. Der Plural passt in diesem Fall; erstmals macht sie nicht in einer Stadt Halt, sondern in einer Region. Das heiĂ&#x;t: Vier Standorte werden bespielt, von denen der sĂźdlichste vom nĂśrdlichsten mehr als hundert Kilometer entfernt liegt. Bei den ausgewählten Standorten handelt es sich um fĂźr Kunstausstellungen untypische, jedoch geschichtsträchtige Orte aus dem 19. und frĂźhen 20. Jahrhundert, die derzeit zum Teil erst renoviert und adaptiert werden: die Franzensfeste nĂśrdlich von Brixen, das Ex-Alumix-Gebäude in Bozen, die Post in Trient und die Fertigungshallen der Ex-Alpe und Ex-Peterlini in Rovereto.

Die strategische und wirtschaftliche Bedeutung dieser wichtigen europäischen Nord-/Sßdachse wird auch im Vordergrund der kßnstlerischen Auseinandersetzung

Sollte die Manifesta tatsächlich 130.000 oder mehr Besucher nach Sßdtirol und ins Trentino locken, sollten sich die lokalen Politiker Gedanken darßber machen, wie sie den Besucheransturm logistisch managen

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stehen: Das Ziel der Manifesta ist es nicht nur, neueste Kunst zu vermitteln, sondern sich auch mit dem Zustand Europas, mit dem jeweiligen Ausstellungsort, seiner Geschichte und seinem Verhältnis zu Europa als Ganzem auseinanderzusetzen. Vordergrßndig wollte und will sie aber eine Brßcke zwischen Kulturen, zwischen den alteingesessenen westeuropäischen und den jßngst hinzugekommenen

osteuropäischen Ländern schlagen. Daran ist die letzte Ausgabe, die Manifesta 6, jedoch gescheitert: Sie hätte in Nicosia, der geteilten Hauptstadt von Zypern, stattfinden sollen, musste aber abgesagt werden, nachdem es ihr nicht gelungen war, zwischen Tßrken und Griechen zu vermitteln. Die Landesregierungen von Sßdtirol und dem Trentino haben sich gemeinsam um diese siebte

Ausgabe der Ausstellung beworben und schlieĂ&#x;lich den Zuschlag erhalten. Die Kuratoren Adam Budak, Anselm Franke, Hila Peleg und das Raqs Media Collective sowie die Koordinatoren Andreas Hapkemeyer und Fabio Cavallucci zeichnen verantwortlich, die beiden Landesregierungen haben ihnen jeweils 1,5 Millionen Euro zur VerfĂźgung gestellt. Auch private Sponsoren tragen zum

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Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

It‘s happening


Zustandekommen der Veranstaltung bei, und eine Zusammenarbeit mit den Tourismusvereinen und der Südtirol Marketing Gesellschaft SMG ist ebenfalls im Aufbau begriffen.

Die Manifesta hat mit jeder Auf-

lage eine Steigerung der Besucherzahlen erreichen können. So hat die vorhergehende, 2004 in San Sebastian stattgefundene, bereits 130.000 Besucher angezogen. Koordinator Andreas Hapkemeyer hofft, diesen Erfolg in TrentinoSüdtirol wiederholen zu können. „Das heißt, dass wir nicht nur ein logistisches Problem zu bewältigen haben, sondern auch die Beteiligten und die Ausstellungsbesucher irgendwo unterbringen müssen“, erläutert Hapkemeyer. Daher habe man ein Voranmeldesystem aktiviert, um besser kalkulieren zu können. Für den 19. Juli, dem Tag der Eröffnung, werden Kulturminister Francesco Rutelli und Frans Timmermans, Staatssekretär für Europafragen der Niederländischen Regierung, erwartet. Der zweite Tag ist den Künstlern, Galeristen, Ausstellungsmachern, Journalisten und Kunstkritikern vorbehalten. Womit die Manifesta 7 konkret

aufwartet, darüber hüllt man sich noch in Schweigen. Hapkemeyer verriet nur so viel, dass es eine provisorische Liste an beteiligten Künstlern gebe, unter denen sich auch einige Südtiroler Namen befinden, die von den Kuratoren ausgewählt wurden. Man werde zwar einige bekanntere Künstler finden, die Manifesta verstehe sich jedoch als eine Plattform für unbekanntere Künstler, die es nicht so leicht haben, von großen Galeristen aufgenommen zu werden, sagt Hapkemeyer. Sowohl für die Künstler als auch für die Kuratoren habe sich die Manifesta bisher als Sprungbrett in die europäische oder gar globale Kunstszene erwiesen.

Inhaltlich setzen sich die Kura-

toren mit der Geschichte auseinander, die die jeweiligen Bauwerke zu erzählen haben. Was die Festung Franzensfeste betrifft, haben sich die Kuratoren aufgrund ihrer imposanten Ausstrahlung für eine Licht- und Klanginstallation entschieden, die die Festung in ihrer Wirkung nicht beeinträchtigen soll. Der traditionelle Begriff von Kunst wird auch hier wie an den anderen Ausstellungsorten durch

das Einbeziehen von Philosophie und Literatur gesprengt. Genauso wichtig wie die Ausstellung selbst sind daher die Vermittlung der avantgardistischen und manchmal schwer verständlichen, weil ungewöhnlichen Kunst und das Networking. Vor Ort werden Kontakte zu Künstlern, Galeristen, Ausstellern und Kunstkritikern gesammelt und mitgenommen. Das „Manifesta Archiv“, das „Manifesta Coffee Breaks“ und das „Manifesta Journal“ sollen ebenfalls dazu beitragen, Kontakte zu knüpfen und Informationen weiterzugeben. Die Manifesta bewirbt darüber hinaus auch andere Veranstaltungen, die vor Ort zur selben Zeit stattfinden. Kulturvereine sollten also mit einem besonderen Programm auf sich aufmerksam machen, sie könnten auf diese Weise von der Manifesta profitieren.

Einen großen Schub erhofft

sich Hapkemeyer auch für die Neueröffnung des Museions in Bozen im kommenden Sommer. Die indirekte Botschaft Hapkemeyers auf der Informationsveranstaltung in Brixen, die sich an Hoteliers, Tourismusverbände und Kulturtreibende richtete, war

unüberhörbar: Passt auf, seid darauf gefasst, es passiert etwas. It‘s happening. albina.kritzinger@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

info Manifesta im Überblick Die Manifesta stellt als Europäische Biennale für zeitgenössische Kunst nach der Dokumenta in Kassel und der Biennale in Venedig das wichtigste Großereignis in der Kunstszene auf europäischem Boden dar. Die Idee zu dieser Kunstbiennale wurde Anfang der 90er Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geboren. Es handelt sich bei ihr um eine holländische Initiative mit internationalem Charakter. Von ihren Schwestern unterscheidet sie sich vor allem darin, dass sie keinen festen Standort hat, sondern vielmehr von Ort zu Ort herumwandert. Die bisherigen Austragungsorte der Wanderbiennale waren Rotterdam (1996), Luxemburg (1998), Ljubljana (2000), Frankfurt (2002) und San Sebastian (2004).

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Ăœber den Tellerrand spielen D

ass Musik verbindet, ist ein bewährter alter Hut. Dass einem dieser alte Hut dennoch besonders gut zu Gesicht stehen kann, beweisen die jungen Musiker der Bläserharmonie Brixen, die gerade mitten in der Probenarbeit fĂźr ihre anstehende Konzerttournee stecken. Platzt man in eine dieser Proben, so wird schnell klar: Hier wird Qualität mit SpaĂ&#x; verbunden, denn gleichermaĂ&#x;en unĂźberhĂśrbar sind die musikalisch anspruchsvoll ausgeklĂźgelte Detailarbeit und die daran anschlieĂ&#x;enden verdienten „Lach-Intermezzi“ – im Unisono!

Foto: Oskar Zingerle

Die Bläserharmonie Brixen (BHB) verschreibt sich anspruchsvoller, ungewĂśhnlicher Musikliteratur und erarbeitet derzeit ein „unerhĂśrtes“ Konzertprogramm.

â€žĂœbereinstimmung, Einklang, Eintracht“ spuckt die InternetSuchmaschine auf die Frage nach „Harmonie“ neben Namen von Restaurants, Radiosendern, Kinos oder Yogavereinen aus. Nicht von ungefähr steckt dieses Wort im Namen des Jugendauswahlorchesters, denn musikalisch wie zwischenmenschlich scheint hier einiges zu stimmen. Wissenschaftliche Studien ergaben, dass das menschliche, westlich geschulte Ohr einen Akkord als harmonisch klassifiziert, wenn die ObertĂśne des Grundtones mitschwingen. Ohne AnmaĂ&#x;ung eines musiktheoretischen Diskurses: keine ObertĂśne

Der Nordtiroler GĂźnther Klausner freut sich Ăźber die Zusammenarbeit mit den talentierten jungen Musikanten, die mit ihm Ăźber den musikalischen Tellerrand schauen

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Kunst & Kultur

MUSIK

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Die Konzerttournee 2006 fand

wie die diesjährige in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Brixen des Verbandes Südtiroler Musikkapellen (VSM) statt, und die BHB machte mit Aufführungen in Zams, Naturns, Villnöss und Brixen erstmals auf sich aufmerksam. Eine erste CD wurde erfolgreich eingespielt, und nicht nur durch die aus allen Nähten platzenden Konzertsäle wurde gezeigt, dass das junge Ensemble den Puls der Zeit in Sachen Blasmusik voll erwischt hat und auf Erfolgskurs steht. Das erklärte Ziel dieser Plattform für

junge, talentierte Musiker ist nämlich unter anderem, anspruchsvolle Musikliteratur auf hohem Niveau zu spielen, dabei unbekannte Musikliteratur kennen zu lernen und diese einem breiten Publikum zugänglich zu machen. So überschreiten sie die Grenzen herkömmlicher Blasmusik, ohne sie kaputt zu machen. Denn nach wie vor ist der Respekt vor der Arbeit von Blaskapellen groß, schließlich stammen die jungen Musiker alle aus einer der 28 Mitgliedskapellen des Bezirkes Brixen. Aber mindestens ebenso groß ist die Lust auf Neues, Ungewöhnliches, auf interessante Auftrittsmöglichkeiten, auf außergewöhnliche Projekte wie dieses als Ergänzung zu Musikschule oder Konservatorium.

Über 65 Mitglieder aus dem

Bezirk Brixen umfasst das symphonische Blasorchester, das im wahrsten Sinne des Wortes ein „Teenager“ ist. Das Durchschnittsalter beträgt nämlich 19 Jahre, das Küken der Gruppe ist erst 14 Jahre alt, das älteste „Küken“ konnte trotz hartnäckiger Recherche bis Redaktionsschluss nicht ermittelt werden, was wohl für die Loyalität unter den Musikern spricht. Geprobt wird projektbezogen, sprich an mehreren Wochenenden vor den Konzerten, und heuer im Probelokal der Bürgerkapelle Brixen. Neben Vollproben übernehmen Registerführer die Teilproben, was zudem eine Zusammenarbeit mit guten Musikern und Referenten ermöglicht. Besonders

Foto: Oskar Zingerle

ohne Grundton und armselig ein Grundton ohne Obertöne. In diesem Sinne gibt es zwei Grundtöne in der Bläserharmonie Brixen: Barbara Kerer und Günther Klausner, die gemeinsam die Idee zu diesem Projekt vor etwas mehr als zwei Jahren geboren haben und sich nach wie vor für die organisatorische und künstlerische Leitung verantwortlich zeigen. Der Nordtiroler Dirigent und Musikschulleiter Günther Klausner leitete jahrelang erfolgreich die Bürgerkapelle Brixen und freut sich nun über die Zusammenarbeit mit den talentierten jungen Leuten, die sich für Blasmusik richtig begeistern lassen und dabei gern mit ihm über den Tellerrand schauen. Aber auch er weiß: ohne die enthusiastische Organisationstätigkeit von Barbara Kerer, deren Wunsch, hier nicht genannt zu werden wir überhört haben, ginge es gar nicht harmonisch in der Bläserharmonie zu.

hervorzuheben scheint außerdem, dass alle Musiker unentgeltlich mitspielen.

Die Tour 2008 führt die BHB ab Ende Februar nach Regensburg, Kufstein und am 29. Februar sowie 3. März ins Forum Brixen, wobei eines der beiden Konzerte in der Heimatstadt ein „Jugendkonzert“ unter dem Motto „60 Jahre VSM: Jugend damals – Jugend heute“ sein wird, mit einigen Überraschungen für das jugendliche Publikum. Dabei wartet das heurige Konzertprogramm der BHB wiederum mit einigem „Unerhörten“ auf. So schafft „Casanova“ von Johan de Meij die ungewöhnliche Verbindung zwischen Blasorchester und Violoncello. Sofort und spontan ließ sich der junge Brixner Nathan Chizzali begeistern, der für den äußerst anspruchsvollen Solopart des programmatischen Stücks rund um den legendären und charmanten Giacomo

Girolamo Casanova wie geschaffen zu sein scheint. In Angriff genommen werden außerdem die „Symphonic Ouverture“ von James Barnes und die „Four Scottish Dances“ von Malcolm Arnold. Als besonderes „Zuckerle“ wird das Werk „La fontaine de sang“ des jungen Komponisten Hannes Kerschbaumer uraufgeführt. Aus Tils stammend, studiert er derzeit bei Gerd Kühr und Pierluigi Billone an der Kunstuniversität Graz und begeisterte schon mehrmals mit seinen außergewöhnlichen Stücken. manuela.kerer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

info Bläserharmonie Brixen (BHB) Kontakt: Tel. 335 1019547

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FASCHING

Kunst & Kultur

„Gefürchtete“ Hoblschoatn z Die traditionsreiche Faschingszeitung des Männergesangvereins Brixen, „Hoblschoatn“, wurde nach einer selbst auferlegten Zwangspause in den Neunziger Jahren im Jahr 2002 wiederbelebt und erscheint seither im ZweiJahresrhythmus – abwechselnd mit der Faschingsrevue „Stadtlerlåchn“. Der Inhalt der Hoblschoatn ist jedes Mal geheimnisumwittert –

das Redaktionsteam verrät grundsätzlich keine Details, was bei „potentiell betroffenen“ Politikern und Leuten des öffentlichen Lebens vor dem Unsinnigen Donnerstag eine gewisse Unruhe und Nervosität aufkommen lässt. Die „Hoblschoatn“ ist in allen Tabaktrafiken um 8 Euro erhältlich – und an einem eigenen Stand in den Großen Lauben. wv

K&K

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

THEATER

Fasching auf der Bühne z Fehltritte jeglicher Art sind für das Faschingstheater ein gefundenes Fressen – und wurden bereits von der Heimatbühne Brixen Milland in Zusammenarbeit mit der Musikkapelle Milland sowie der Heimatbühne Vahrn zu Szenen verarbeitet. Die Faschingsrevuen „Vahrnereien 2008“ und „Mill and Ka(o)s3“ beleben heuer wiederum den Brixner Fasching mit Theater, Musik und Tanz, und man darf gespannt sein, was dieses Jahr auf die Bühnen kommt. Bei den

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„Vahrnereien 2008“ wirken neben den Spielerinnen auch der Spontangesang, eine Mini-BrassBand und Tänzerinnen mit; in die Mangel genommen werden unter anderem der Radweg, die Bustickets und eine ganz bestimmte Rampe. In Milland hingegen hält man sich bezüglich der Themen noch bedeckt, aber irgendwie ist dann doch durchgesickert, dass Polizeibeamte und das SüdtirolLogo vielleicht durch den Kakao gezogen werden. Zudem sorgt

Die Stadtbibliothek Brixen wurde zum zweiten Mal mit einem Qualitätszertifikat ausgezeichnet. Dieser Nachweis ist laut Direktor Bruno Kaser ein wichtiger Meilenstein im Entwicklungsprozess und soll neue Impulse für den Ausbau der Einrichtung und die Lesekultur in Brixen geben.

die Musikkapelle Milland nicht nur für Speis und Trank, sondern auch für die musikalische Umrahmung der Faschingsrevue. Bei den Vahrnern gibt es im Anschluss

an die Aufführung jeweils eine Tanzunterhaltung, die Millander laden am Faschingssamstag mit „Die 3 lustigen 4“ der Millander db Musikkapelle zum Tanz.

Demnächst wird mit dem Umbau der Rathausgalerie unter den Großen Lauben begonnen. Die Arbeiten sollen bis Ende Mai abgeschlossen werden, die Kosten belaufen sich auf 226.000 Euro. Die Neugestaltung des Eingangsbereiches wird später erfolgen.

Zum heurigen „Jahr des Interkulturellen Dialoges“ wird die OEW ein Jahr lang zahlreiche Veranstaltungen zum Thema organisieren und den kulturellen Austausch über Musik, Feste, Gespräche und Filme vertiefen – unter anderem beim ersten interkulturellen Jugendcamp Südtirols Ende März.


NACHGEFRAGT

„Freude an der Operette vermitteln“ MARKUS SOPPELSA, kürzlich gewählter Obmann der Komödie Brixen, über die Zukunftspläne des Vereins und was als nächstes auf dem Spielplan stehen wird. Herr Soppelsa, was waren die ausschlaggebenden Gründe für Ihre Wahl zum Obmann der Komödie Brixen? Der bisherige Ausschuss ist zurückgetreten, da der Vertrag mit dem Forum Brixen geplatzt ist, der der Komödie besondere Bedingungen ermöglicht hatte – wobei die ehemalige Obfrau Waltraud Engl uns als Mitarbeiterin weiterhin zur Seite stehen wird, was mich sehr freut. Der künstlerische Leiter Leo Ploner ist dann auf mich zugekommen – auch weil ich für die zukünftigen Projekte einige Erfahrung mitbringe und einen starken Bezug zu Brixen habe.

Wie sehen diese zukünftigen Projekte aus? Wir möchten im Herbst die Operette „Der Vogelhändler“ aufführen – ein großes Vorhaben, bei dem zahlreiche Personen mitwirken und das eine Co-Produktion mit der Volksbühne Bozen sein wird, für die ich bereits eine Operette organisiert hatte. Dabei werden nur Leute aus Südtirol mitarbeiten, von der Regie bis hin zu den Sängern. Die Produktion wird in ganz Südtirol gespielt werden; wir wollen ältere Leute wieder ins Theater holen, aber auch der Jugend die Freude zur Operette vermitteln. Längerfristig möchten wir ein Südtiroler

Operettentheater gründen, das jährlich ein bis zwei Produktionen veranstaltet. Eine Operette ist eine äußerstkostspielige Angelegenheit. Wie wollen Sie dieses Projekt finanzieren? Wir rechnen mit etwa 120.000 Euro Kosten, die größtenteils durch Sponsoren gedeckt werden sollen. Der Trend zur Operette wird im deutschsprachigen Raum zunehmend stärker, wir sind daher zuversichtlich, dass auch in Südtirol Interesse vorhanden ist. doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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MUSIK/THEATER

Kunst & Kultur

Forum Cultur 2008

z Kulturverein und Gemeinde Brixen präsentieren heuer zum dritten Mal die Veranstaltungsreihe „Forum Cultur“, die quer durch das Frühjahr mit einer bunten Vielfalt an anspruchsvollen Konzert- und Theaterveranstaltungen im Forum Brixen aufwartet. Der Kulturverein

selbst hat dabei unter dem Titel „Das besondere Konzert“ eine Reihe von vier speziellen Konzertabenden zusammengestellt. Bürgermeister Albert Pürgstaller hob die Rolle der Initiative, die von der Gemeinde und vom Land finanziell unterstützt wird, als

wichtigen Baustein eines Brixner Kulturnetzwerkes hervor: Brixen möchte sich künftig noch stärker als Kulturstadt profilieren, wozu der Qualitätssprung der Veranstaltungen beitragen werde. Wichtigstes Ziel sei es, bei einer breiten Bevölkerungsschicht Lust

auf Kultur zu wecken und die aktive Teilnahme am kulturellen Leben in der Stadt zu fördern. Das Forum solle seine Rolle als kultureller Brennpunkt der Stadt festigen, wozu die Einbindung lokaler Kulturträger und landesweit aktiver Institutionen beitrage. Die Veranstaltungen von „Forum Cultur“ umfassen deutsch- und italienischsprachiges Theater, Jugendtheater, Blasmusikkonzerte, klassische und Jazzkonzerte sowie Opernaufführungen. Ein verbilligtes, übertragbares Konzertabo für fünf Aufführungen freier Wahl ist im Forum Brixen erhältlich. Weitere Begünstigungen gibt es für Kinder, Studenten, Senioren, Inhaber des Kulturpasses, Musikschüler und Familien. db

NEU IM REGAL Kunstraum Südtirol

Erster SENONER CUP Am 19. Jänner fand auf der Plose die erste Ausgabe des Senoner Cups statt. Zahlreiche Freunde des Hotel Senoner nahmen am Skirennen teil. Die Verlosung der Startnummern erfolgte im Restaurant s’Stübele, dann ging es ab auf die Piste. Das Mittagessen wurde im Restaurant Geisler im Kreuztal eingenommen, nach dem Wettkampf folgte die Preisverteilung im P3 in St. Andrä zur Musik von DJ Ciock. Auf die Siegerplätze fuhren Armin Frötscher (1. Platz), Dietmar Hofer (2. Platz) und Elio Ellemunt (3. Platz). Familie Senoner freut sich über den Erfolg des ersten Senoner Cups und bedankt sich bei den Teilnehmern, bei der Plose AG für die reibungslose Organisation sowie bei den Sponsoren: Südtiroler Volksbank – Filiale Vahrn, Hotel Sheraton - Bozen, Polimaier, Ossanna Getränke, Caffé Pupp, Skicenter Stampfl und Elektro Prantner.

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Leo Andergassen, Kunstgeschichtler, ein Jahrzehnt Direktor des Diözesanmuseums in Brixen und seit Jahresbeginn Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege, stellt die Geschichte der Kunst Südtirols am Schnittpunkt zweier Kulturen vor, von der Frühromantik bis in unsere Zeit. Ein anspruchsvolles Unternehmen in Anbetracht der Fülle des Stoffes und dessen Gewichtung. Es ist ein schönes Buch, das in Zusammenarbeit mit dem Athesia Verlag entstanden ist. Bestes Papier, nobler Einband, gut lesbarer Druck und hervorragende Bildqualität erstklassiger Fotos, die es wert gewesen wären, nicht nur zum Teil ganzseitig abgebildet zu werden. Durch die griffigen Titel der 20 Kapitel erwartungsvoll gestimmt, ist der Leser überrascht, dass die Texte sich als eine hochqualifizierte Fleißarbeit in kunsthistorischer Fachsprache lesen, vollgepackt mit Details. Jedes Kapitel hat zwar eine Einführung, die aber als Zusammenfassung oder Bewertung zu wenig umfassend erscheinen. Man liest heraus, dass dem Verfasser

Leo Andergassen: Kunstraum Südtirol. Bildende Kunst im Spiegel europäischer Epochen. Athesia Verlag 2007; 264 S., 39,90 Euro

die „alte“ Kunst und Architektur mehr liegt als die Moderne – kein einziges Foto dokumentiert beispielsweise den italienischen „razionalismo“. Dennoch, eine sehr verdienstvolle Arbeit für den fundierten Überblick des Themas und agh als großartiges Bilderbuch.


KINDERTHEATER

MUSIK

Cooles Schneewittchen

Kirchenchor Sarns feiert

z Die Kinder- und Jugendtheatergruppe der Heimatbühne Vahrn unter der Leitung von Christine Messner konnte mit ihrer ersten Produktion sofort große Begeisterung beim Publikum hervorrufen. Das Stück „Schneewie? Schneewo? Schneewittchen!“ wurde als Märchen auf die Bühne gebracht, wie es die acht jungen Spieler und Spielerinnen heute erzählen wollten: „Wir haben uns lange Zeit mit dem

Thema Märchen beschäftigt und über Improvisationen unsere Ideen zu einem eigenen Stück umgesetzt“, erläutert die Spielleiterin Christine Messner. So wurde das Schneewittchen schon mal zur coolen Gitsch, der Spiegel der Königin – dargestellt von zwei Spielerinnen – stöhnt über deren Eitelkeit, und die unterschiedlichen Figuren aus verschiedenen Märchen kämpfen darum, wer denn nun schlussendlich zum Zuge kommt. Der Theaternachwuchs stand dabei zum ersten Mal auf der großen Bühne im Haus Voitsberg in Vahrn und meisterte die Herausforderung mit Bravour. Den Reinerlös der beiden Aufführungen spendete die Gruppe der Kinderkrebshilfe Peter Pan. db

z Im Jahre 1908 gründeten Hochwürden Direktor Ferdinand Platter nach dem Ankauf einer Orgel gemeinsam mit der Organistin Rosa Nißl und Chorleiter Alois Pürgstaller den Kirchenchor Sarns. Zum Patroziniumsfest am 20. Januar feierte nun der Chor sein hundertjähriges Bestehen: Zu diesem Anlass erstellte er eine Festbroschüre und erhielt vom Verband der Kirchenchöre Südtirols die Palestrina-Medaille überreicht. Diese Auszeichnung, benannt nach dem italienischen Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina, wird all jenen Kirchenchören verliehen, die eine kirchenmusikalische Tätigkeit von mindestens 100 Jahren nachweisen können. Der Kirchenchor Sarns setzt sich aus elf Mitgliedern zusammen, wird seit 1995 von Hubert Niederstätter geleitet

und seit 45 Jahren von der Organistin Magdalena Thaler an der Orgel begleitet. Der kleine Sarnser Chor hat durch die Jahre hinweg stets Beständigkeit und Durchhaltevermögen gezeigt; so umfasste er eine zeitlang nur drei Mitglieder – doch es gelang, den Chor immer wieder neu zu beleben. db

MUSIK

Festival für Blasmusikfreunde

z Vom 12. bis 14. September 2008 findet in Mühlbach das erste Südtiroler Festival der böhmischen und mährischen Blasmusik statt. Auf Initiative des Tourismusvereins

Gitschberg Jochtal wurde gemeinsam mit der Egerländer Blasmusik Neusiedl am See die Idee für dieses Festival geboren. Veranstalter ist die Bürgerkapelle Mühlbach, die gleichzeitig für den parallel laufenden Festbetrieb verantwortlich sein wird. Auch zwei Gruppierungen aus dem Bezirk Brixen liebäugeln mit einer Teilnahme an dem Festival. Teilnehmen können maximal 25 Blaskapellen in böhmischmährischer Besetzung aus ganz Europa. Noch sind Plätze frei:

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Die Ausschreibungsunterlagen können im Internet unter www. egerlaender-blasmusik.com heruntergeladen werden. Anmeldeschluss ist der 15. Juni 2008. Als Motivation für eine Teilnahme der Blaskapellen aus den verschiedenen europäischen Ländern winken interessante Sach- und Geldpreise. Jenes Orchester, das ungeachtet der Leistungsstufe die höchste Punktezahl beim gesamten Wettbewerb erreicht, erhält als Sonderpreis ein Goldenes DOWIDS-Flügelhorn im Wert von

3.500 Euro. Großzügig unterstützt wird das Festival von der Stiftung Südtiroler Sparkasse, von der SELGAS AG sowie von der Spezialbierbrauerei Forst. Im Bild v.l.n.r.: Florian Mair (Tourismusverein Gitschberg-Jochtal) Katherina Klotz (SELGAS AG), Franz Gruber (Bürgermeister von Mühlbach), Christoph Zingerle (Bürgerkapelle Mühlbach), Gerold Holzer (Stiftung Südtiroler Sparkasse) und Rainer Stiassny (Projektleiter). oz

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Freizeit & Sport NICHTS FÜR SCHWACHE NERVEN: Auf das Klettern im Felsen wird beim Verein x63 derzeit das Hauptaugenmerk gelegt

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BERGSPORTVEREIN X63

Sportliche Trendsetter

Der Brixner Bergsportverein „x63“ feiert heuer sein fünfjähriges Vereinsjubiläum: Er ist ein etwas anderer Sportverein, mit etwas anderen Sportarten als gewöhnlich und einer interaktiven Internetplattform für Bergbegeisterte.

S

portvereine gibt es vor allem in der Sportstadt Brixen wie Sand am Meer, doch die Mitglieder vom Brixner Bergsportverein „x63“ verbindet etwas ganz Besonderes: die gemeinsame Leidenschaft für den Extremsport. Das Bergsteigen hat heute viele Gesichter, das einfache Wandern ist den sechs jungen Brixnern, die den Verein gegründet haben, ein wenig zu langweilig – und darum betreiben sie alles andere als Breitensport: Freeriden, Klettern, Alpin- und Eisklettern, Höhenwandern, Skitouren gehen, Kiten, Paragleiten und Slacklinen gehören zu ihrem breiten Repertoire.

Im Jahr 2003 beschlossen Alex-

ander Thöni, Damian Lamprecht, Michael Deflorian, Niklas Niederwieser, Peter Vikoler und Gabriela Palla, den Bergsportverein „x63“ ins Leben zu rufen. Sollte der Verein ursprünglich nur ihrem Freundeskreis einen formellen Rahmen geben, so haben sich in den vergangenen fünf Jahren zahlreiche Freunde, Bekannte und Gleichgesinnte angeschlossen. Heute zählt der Freizeitverein immerhin um die 50 Mitglieder – eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Immer wieder veranstaltet die bergbegeisterte Formation verschiedene Ausflüge und Touren für ihre Mitglieder und dokumentiert diese dann, mit kritischen Beobachtungen versehen, auf der vereinseigenen Homepage www.x63.it.

Dieses Internetportal war zu-

nächst nur ein kleines Tagebuch, doch in den letzten Jahren hat sich die Seite zu einem wahren Insidertipp für Bergbegeisterte entwickelt.

Von Wandervorschlägen über diverse Tourenbeschreibungen, geordnet nach Schwierigkeitsgrad und Dauer, bis hin zum aktuellen Bergwetter, verfügt sie über alle nötigen Informationen für einen unbeschwerten Tag am Berg. Kaum eine andere themenspezifische Homepage ist in Südtirol derart gut mit Bildern und Rahmeninformationen dokumentiert wie jene des „x63“. Die Wandervorschläge

Zudem stellt der Verein auch Informationen zu den verschiedenen Vereinsaktivitäten wie Freeriden, Klettern, Alpinklettern, Eisklettern, Paragleiten, Snowkiten und Slacklinen bereit. Ein Diskussionsforum bietet die Möglichkeit, Fragen und Anregungen an alle Besucher zu stellen. Ein weiterer interessanter Aspekt im regen Vereinsleben der Extremsportler ist die Organisation von mehreren Sportveranstaltun-

„Uns verbindet die gemeinsame Leidenschaft für den Extremsport“_ Damian Lamprecht, Bergsportverein x63 reichen weit über den Brixner Talkessel hinaus: Südtirolweite und sogar internationale Touren sind sehr gut beschrieben und archiviert. Fast ausnahmslos kann man auch alle möglichen Wanderungen und Skitouren auf der Plose finden. Eine äußerst mühevolle Arbeit, doch die Statistik gibt den Webmastern recht: Bis zu tausend Zugriffe pro Woche verzeichnet das Portal, in den Sommermonaten steigt die Besucheranzahl beachtlich. Alexander Thöni, Damian Lamprecht und Michael Deflorian sind als Hauptverantwortliche für die Homepage immer bestrebt, diese mit aktuellen Wegbeschreibungen zu ergänzen, doch auch Gastautoren können in Absprache mit der Vereinsleitung ihre Wandervorschläge und -kritiken ins Netz stellen. Ein Grund mehr, warum die Seite immer mehr zur interaktiven Plattform für Sport- und Bergbegeisterte aus ganz Südtirol wird.

gen, die jedoch keinen Wettkampfcharakter haben. Auch in punkto Sicherheit wollen die Sportler eine Vorreiterrolle einnehmen: Aktuelle Lehrgänge und Informationsveranstaltungen zu Lawinen und Sicherheit am Berg werden laufend vermittelt und angeboten. Indes haben sich inzwischen auch viele Bergretter und Bergexperten der Truppe angeschlossen.

Stets im Trend zu liegen und

neue Sportarten auszuprobieren – auch dies ist ein Anliegen des Vereins. Kiten oder Slacklinen sind beispielsweise solche Trendsportarten, die von den Vereinsmitgliedern ausgeübt werden. Beim „Kitesurfen“ nutzt man die Kraft des Windes, um sich mittels eines großen Lenkdrachens – dem Kite – auf Schnee oder auf Wasser fortzubewegen. Angeschnallt an Skiern, Snowboard oder Wakeboard lässt man sich vom Windschirm

ziehen – eine aufstrebende Sportart, die in Südtirol aber noch kaum Fuß gefasst hat. „In Sterzing, auf dem Rittner Horn, auf der Villanderer Alm und auf dem Reschensee befinden sich ideale Flächen, um diesen fantastischen Sport problemlos auszuüben“, erklärt Damian Lamprecht begeistert. Das Slacklinen dagegen ist eine Trendsportart, die dem Seiltanzen ähnelt. Im Gegensatz zum Balancieren auf dem Drahtseil, wo das Seil so straff gespannt ist, sodass es sich kaum bewegt, dehnt sich eine Slackline unter der Last des Athleten. Dadurch verhält sie sich sehr dynamisch und verlangt ein ständiges aktives Ausgleichen ihrer Eigenbewegung.

„Auch dem Eisklettern sind

einige unserer Mitglieder verfallen – eine gefährliche, aber faszinierende Sportart“, erläutert Daniel Lamprecht. Dabei wird mit Pickel, Schrauben und Sicherungsausrüstung ein – auch künstlich – zugefrorener Wasserfall erklettert. „Das Hauptaugenmerk aber fällt zurzeit auf das Klettern im Felsen“, sagt Lamprecht, „wir sind gerade dabei, ein großes Team von Kletterbegeisterten zusammenzustellen“. Konkurrenz zu anderen Vereinen wollen die Athleten jedoch nicht sein, zumal sie keine Kurse anbieten. Vielmehr möchten sie ein Treffpunkt für alle Bergbegeisterten sein, um mit dem ein oder anderen einen unvergesslichen Tag am Berg zu verbringen.

dietmar.pattis@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 35


FUSSBALL

Freizeit & Sport

In Erinnerung an Tony und Toti z Großen Anklang fand das kürzlich stattgefundene Gedenkturnier für die zwei verstorbenen Brüder Tony und Toti Carlino: Am letzten Wochenende im Dezember organisierten Freunde bereits zum zweiten Mal ein Fußballkleinfeldturnier. Hunderte Bekannte und Fußballer waren gekommen, um einen sportlichen Tag in Erinnerung an gute Freunde zu

verbringen. Die Organisatoren Marco Maraner und Simon Manzoni zeigten sich sichtlich erfreut über den großen Andrang. Als Sieger des Turniers gingen die „Oltrisarco Allstars“ (im Bild mit dem Vater der verstorbenen Brüder) aus Bozen hervor: Sie durften sich über einen Reisegutschein nach Gardaland freuen. dp

Mit ihren Schützlingen konnte Gerda Weißensteiner bereits bei internationalen Wettbewerben beachtliche Erfolge feiern; sie

hofft, „in den nächsten Jahren eine leistungsstarke und konkurrenzfähige Jugendmannschaft aufbauen zu können“. dp

Ende Dezember fand in Brixen der Juniorcup, ein Schwierigkeitswettbewerb im Sportklettern, statt. Dabei errangen die zwei Brixnerinnen Andrea Ebner und Vera Tschurtschenthaler in ihrer Kategorie den Klassensieg.

Vor kurzem stellte die Sektion Ski im Wintersportverein Brixen ihr umfangreiches Tätigkeitsprogramm vor, das von den Skikursen bis zu den organisierten Rennen reicht. Bei dieser Gelegenheit stellte Sektionsleiter Bruno Knoflach auch die neuen Vortandsmitglieder Edit Larcher, Luis Plunger, Richard Duml und Sergio Faustini vor.

F&S

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport RODELN

Lernen vom Profi z Als Südtirols Ausnahmerodlerin Gerda Weißensteiner 2006 auch ihre Bobkarriere an den Nagel hing, war es wohl nur eine Frage der Zeit, wann sie sich dem Nachwuchs widmen würde. Bereits im Sommer nach der Beendigung ihrer Sportlerkarriere begann sie, in Meransen die Rodeljugend zu trainieren. Dort befindet sich die landesweit einzige kunstvereiste Startrampe für Kunstbahnrodler: „Auch wenn die Bahn nur sehr kurz ist, so bietet sie trotzdem

kurz

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ideale Trainingsmöglichkeiten für unsere Kleinen“, erklärt Weißensteiner. Ansonsten sieht sie im nationalen Kunstbahn-Rodelverband im Bereich Nachwuchsförderung durchaus Mängel: „Es fehlen die qualifizierten Trainer und die Trainingsbedingungen; wir haben in Südtirol keinen einzigen Eiskanal.“ Um die Jugendförderung voranzutreiben, trainiert sie derzeit mit drei weiteren Trainern die Jugendlandesauswahl der 6- bis 14-Jährigen.

Christina Ploner aus Brixen qualifizierte sich vor kurzem bei den US Open von Chicago für die Olympischen Spiele der Körperbehinderten. Für die Tischtennisspielerin aus Brixen ist dies bereits die fünfte Teilnahme an paralympischen Spielen. Die Spiele werden im September in Peking ausgetragen.


NACHGEFRAGT

„Immer noch ein Traumberuf“ Herr Zorzi, die „Neue Südtiroler Tageszeitung“ hat Sie und Südtirols Skilehrer unlängst in ein schiefes Licht gestellt. Warum ist der ehemalige Traumjob Skilehrer nicht mehr das, was er einmal war? Für sehr viele stellt der Skilehrerberuf immer noch einen Traumberuf dar. Man bedenke, dass jährlich 350 Kandidaten beim Aufnahmetest antreten. Da die Tätigkeit natürlich nur in den Wintermonaten ausgeübt werden kann, bedeutet dies wiederum, dass man einen zweiten Job haben muss und somit die Skilehrertätigkeit als Nebenjob ansieht. Zum

anderen fordert auch der Staat seinen Tribut an Steuern, die zurzeit für Freiberufler alles andere als günstig sind. Welche Maßnahmen wollen Sie setzen, um den Beruf wieder attraktiver zu machen? Eine Neuregelung der Ausbildung und gleichzeitige Anpassung an die EU-Normen wird der erste Schritt sein – die jetzigen zwei Ausbildungsstufen werden auf drei erhöht. Ein weiterer Schritt könnte sein, dass man dem Skilehrer weitere Möglichkeiten der Ausbildung im Dienstleistungssektor der Freizeit anbietet, die er auch im Sommer ausüben kann.

Foto: Oskar Zingerle

CLAUDIO ZORZI, Präsident der Landesberufskammer der Skilehrer, über Anschuldigungen der Untätigkeit aus den eigenen Reihen und über den (ehemaligen) Traumberuf Skilehrer. Das Durchschnittsalter mit 48 Jahren ist bei Südtirols Skilehrern überaus hoch – zu strenge Eintrittsbeschränkungen versperren offensichtlich der Jugend den Weg. Warum wehrt sich der Landesverband so vehement gegen eine Lockerung? Wir sind bestrebt, vielen jungen Skifahrern die Chance zum Einstieg in den Skilehrerberuf zu geben. Mit den drei Ausbildungsstufen, die nach Schwierigkeitsgraden der Inhalte ausgerichtet sein werden, wird man der Nachfrage des Marktes entgegenhalten können. dietmar.pattis@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

BRIXEN

Lions im Schnee z Die 27. Ausgabe der SkiItalienmeisterschaften der Lions Clubs „Lions Open 2008“ findet – zum zweiten Mal nach 1999 – in Brixen statt. In der Woche vom 27. Jänner bis zum 3. Februar erwarten die Veranstalter unter Federführung von Ralf Dejaco, Erwin Stricker und Alessandro Marzola etwa 500 Lions-Clubs-Mitglieder

aus ganz Italien. Die entscheidenden Langlauf-Bewerbe finden am 1. Februar in Vals statt, die Ski-Wettkämpfe einen Tag später auf der Plose. In der Ausgabe des Vorjahres in Bormio gewann Erwin Stricker überlegen den Riesentorlaufbewerb. Als Veranstalter zeichnet der Lions Club Brixen, dem Hanspeter Dalvai als Präsident vorsteht. Hauptsponsor der Italienmeisterschaften ist neben BMW auch die Raiffeisenkasse Eisacktal. oz

Ridnaun/Ratschings Vom Berwerksmuseum in einer Stunde erreichbar. Geöffnet von Anfang Dezember bis Ostern und von Mai bis Anfang November Tel. 349 5535442

alm l d a t S r e I n d e r wa s lo s! i st i m m

Rodelspaß für die ganze Familie im Winter Beliebtes Wanderziel im Sommer

XXVII. campionati italiani di sci

Lions Open sulla Plose/Bressanone

nel cuore della Val d’Isarco – Alto Adige

27 gennaio – 3 febbraio

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Wirtschaft & Umwelt

HOTELPROJEKT für OBERMELLAUN

Fast am Ziel?

Es bedeutet zwar nicht die Rettung der Plose, ist aber ein erster Schritt: Das Hotelprojekt der Gebrüder Sanoner in den Koja-Wiesen scheint sich auf der Zielgeraden zu befinden.

K

laus Sanoner hat äußerst klare Vorstellungen: „Das neue Hotel soll sich schonend und unauffällig in die Landschaft einfügen. Wir brauchen 100 oder maximal 110 Zimmer, also etwa 200 Betten, um das Hotel und vor allem die entsprechenden Freizeiteinrichtungen amortisieren zu können. Das Haupthaus soll dreistöckig sein, die Nebengebäude mit den Zimmern nur zweistöckig. Wir wollen viel Holz und Glas“. Und: „Das Hotel muss in den Koja-Wiesen in Obermellaun errichtet werden. Jede Alternative ist uninteressant“.

Dort oder nirgends, will Sano-

ner sagen. Er ist vernarrt in diese große Wiese mit der einsamen Birke in der Mitte, die, weitab von Verkehr und Lärm, teilweise nach 38

Süden ausgerichtet, den meisten Brixnern gänzlich unbekannt sein dürfte. Eigentlich war Sanoner nur über Umwege auf die Idee gekommen, ausgerechnet hier ein Hotel errichten zu wollen, denn Bürgermeister Albert Pürgstaller hatte ihm vorher einen anderen Standort schmackhaft machen wollen: ein Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Talstation der Plosebahn. Warum aber engagiert sich Pürgstaller für die Errichtung neuer Hotelstrukturen? „Brixen hat zwei Probleme: Es gibt viel zu wenig Hotelbetten, und die Plose steht vor dem Aus“. Beide Probleme sind teilweise eng miteinander verflochten, wie auch der Präsident der Plose Seilbahn AG, Alessandro Marzola, erklärt: „Die Plose braucht zusätzliche Betten. Im Moment

konzentriert sich alles auf das Wochenende; davon kann ein kleines Skigebiet nicht leben.“ Also begab man sich auf die Suche nach geeigneten Unternehmern, wie eben Klaus und Andreas Sanoner, deren Familie in Gröden seit 200 Jahren das Hotel „Adler St. Ulrich“ betreibt – das erste Haus am Platz. 2003 hat man erfolgreich versucht, die Philosophie des Hauses auf die Toskana zu übertragen, wo in unberührter Natur das Hotel „Adler Thermae“ errichtet wurde. Beides sind Fünf-SterneBetriebe und glänzen trotz hoher Preise durch Auslastungsraten, von denen die meisten Hoteliere nur träumen können.

Pürgstaller zeigte Klaus Sano-

ner jene Grundstücke in der Nähe der Talstation, die in Frage

kommen würden, aber Sanoner winkte sofort ab: „Für meine Betriebsphilosophie ist dieser Ort nicht geeignet“. Seine Gäste wollen „ein Wechselspiel WieseWald“ in möglichst unberührter Natur. Die Nähe zur Talstation und damit zum Skigebiet sei für eine Struktur, wie er sie sich vorstellt, „für die Ski-Gäste zwar von Vorteil, für die Auslastung des Hotels jedoch ein Nachteil“. Aber: In Obermellaun sei er fündig geworden, dort könne er sich gut vorstellen, eine Investition zu tätigen. Der Bürgermeister stand vor einem Dilemma, denn ihm wurde bald klar: Die Rettung der maroden Plose kann mit einem Wellness- und SPA-Hotel, das keinen direkten Zugang zum Skigebiet hat, nicht erreicht werden.


OBJEKT DER BEGIERDE: In den Koja-Wiesen in Obermellaun soll ein 30 Millionen Euro teures Hotel entstehen

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„Aber es ist ein erster Schritt“, Edith: Hier hatte das ehemalige umwidmen will“. Mit Luis Ra- Managementzentrum St. Gallen argumentiert er inzwischen. „Wenn wir immer nur auf die definitive und optimale Maßnahme warten, verlieren wir in der Zwischenzeit die Plose. Wir brauchen endlich

Bauunternehmen Conci die Genehmigung für 300 Betten. Dieses Kontingent kam vor Jahren in die Konkursmasse des Bauunternehmens, wurde versteigert

bensteiner gibt es indes bereits ein Einvernehmen. Irgendwann im vergangenen Spätsommer wurden die Anrainer in Obermellaun hellhörig.

„Wenn die Plose keine wirtschaftliche und soziale Berechtigung mehr hat, müssen wir an Downgrading denken“_ Alessandro Marzola, Neue Plose AG konkrete Schritte, auch wenn sie klein sind.“ Marzola ist derselben Meinung: „Allein die Präsenz eines solchen Hauses hilft uns, auf dem Markt sichtbarer zu werden“. Lässt die Urbanistik aber neue Hotelstrukturen in Brixen überhaupt zu? Das neue Urbanistikgesetz sieht vor, dass die Gemeinde trotz Bettenstopp neue Zonen ausweisen kann, sofern begründeter Bedarf besteht. Dabei gibt es auf dem Ploseberg eine Unmenge ungenutzter Kontingente: Beim abgebrannten und nicht mehr wiederaufgebauten Hotel in Kreuztal könnten 100 Betten errichtet werden, in der ehemaligen Kolonie in Palmschoß, die inzwischen zu Wohnungen umgebaut wurde, 120 Betten, in der Zone Skihütte etwa 200 Betten. Das größte Kontingent besteht aber in Palmschoß in der unmittelbaren Nähe zum Hotel

und landete letztendlich beim Bauunternehmen Rabensteiner aus Villanders. „Bevor wir neue Zonen ausweisen, müssen wir die alten Kontingente aufbrauchen“, sagt Pürgstaller. Da für Palmschoß keine Investoren gefunden wurden, denkt man an eine Kubaturverlegung: Das Grundstück in Palmschoß würde wieder in landwirtschaftliches Grün umgewidmet, die entsprechende Kubatur und die dazugehörenden Betten würden nach Obermellaun verlegt.

Für Klaus Sanoner bedeutet

dies, dass er sich mit einem der Eigentümer der Kontingente arrangieren muss: „Ich würde bei einer Neuausweisung Geld sparen, aber ich verstehe auch die Gemeinde, wenn sie sagt, dass sie die ungenutzten Kontingente

Das Gerücht eines Hotelprojekts machte schnell die Runde und sorgte für Gegenreaktionen: Ein Komitee sammelte mehr als 200 Unterschriften und übergab diese dem SVP-Gemeinderat Konrad Obexer. Die Gemeinde und auch die vier Grundbesitzer der Koja-Wiesen kamen in Zugzwang. Die Opposition forderte „mehr Transparenz in der Entscheidungsfindung“ und beklagte sich, dass die Mellauner überhaupt nicht einbezogen würden. „Bevor wir die Bevölkerung informieren, müssen wir doch selbst wissen, wohin es gehen kann“, erwidert Pürgstaller. Es habe doch keinen Sinn, die Bürger zu verunsichern mit Aussagen, die in einem zweiten Moment aufgrund neuer Erkenntnisse wieder relativiert werden müssten. Zudem sei man gerade dabei, vom Malik

eine „Studie zur touristischen Entwicklung von Brixen/Plose“ erarbeiten zu lassen, die möglicherweise für die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung hilfreich sein könnte.

Diese Studie war kurz vor

Weihnachten noch nicht fertig gestellt, und trotzdem entschied man sich, in die InformationsOffensive zu gehen und in St. Andrä eine Versammlung zu organisieren. Das Vereinshaus war

Unternehmer Klaus Sanoner: „Wir bauen nur, wenn wir die Unterstützung der Dorfgemeinschaft spüren“

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Wirtschaft & Umwelt

bis auf den letzten Platz besetzt, als Klaus Sanoner als potentieller Bauherr und Hotelbetreiber, Albert Pürgstaller, Caroline Cerar vom Managementzentrum St. Gallen und Alessandro Marzola ihre Standpunkte darlegten. Pürgstaller erschreckte die Anwesenden mit einer klaren Aussage: „Entweder, oder!“ Für die Plose gebe es nur zwei Möglichkeiten: Man könne entscheiden, die Strukturen peu à peu zurückzufahren, oder man löst endlich das Bettenproblem, das „im Übrigen nicht nur die Plose betrifft: Bei jedem Kongress haben wir Schwierigkeiten, die Leute unterzubringen“. Marzola schlug in dieselbe Kerbe: „Wenn die Plose keine wirtschaftliche und soziale Berechtigung mehr hat, müssen wir an Downgrading denken. Wir fangen an, die Pfannspitze zu sperren, und der Restbetrieb wird auf drei Monate beschränkt“. Genau das wolle die Gemeinde vermeiden, sagt der Bürgermeister, denn: „Brixen braucht die Plose“. Und: „Die Zeit läuft uns davon. Wenn wir uns gleich verhalten wie in den vergangenen 20 Jahren, dann brauchen wir uns das Szenario gar nicht erst auszumalen“.

Vorbild in der Toskana: Auch das „Adler Thermae“ wurde sanft in die Landschaft integriert

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Auch wenn die Malik-Studie erst Ende März vorgestellt werden soll, erläuterte Caroline Cerar in St. Andrä bereits erste Erkenntnisse, die im Grunde für Brixen und die Plose sprechen: Brixen sei „ein kleines Juwel“, die Plose biete „ein beeindruckendes Panorama“. Es bedürfe aber einer schärferen Profilierung des Gebietes. So müsse man die Symbiose Stadt/ Berg stärker nutzen, und man müsse vor allem die Familie als

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Zielgruppe gewinnen. Dafür ist die Infrastruktur am Ploseberg heute noch mangelhaft. Auch muss man auf „Multioptionalität“ setzen: „Die Leute fahren heute nicht mehr nur Ski, sie wollen vielfältige touristische Angebote“. Cerar bemängelte, dass die Brixner die Plose nicht als ihren Hausberg wahrnehmen würden. „Die Plose muss emotional und praktisch näher an die Stadt heranrücken“, sagt Cerar, dazu müsse man auch die Mobilität verbessern. Klaus Sanoner beeindruckte durch ein stimmiges Konzept für das Hotel in Obermellaun, das bereits in der Toskana und in Gröden erprobt sei: Das Angebot für die Hotelgäste umfasst betreute Bewegung in der freien Natur, Ski-Guiding, eine Pool- und Sauna-Anlage, gesunde Gastronomie, teilweise beliefert durch die Landwirte in der Umgebung. Er sieht seine Idee als „Pilotprojekt für ganz Südtirol“: Es gebe wenige Gebiete in Europa mit einer solchen Vielfalt. „Wir bauen aber nur, wenn wir die Unterstützung der Dorfgemeinschaft spüren“, schloss Sanoner ab.

Zunächst muss er aber die Zu-

stimmung der vier oder zumindest von drei Grundbesitzern der KojaWiesen haben, denn „enteignet wird nicht“, machte Pürgstaller klar. Zum Zeitpunkt der Bürgerversammlung schien es so, als wären die Eigentümer eher skeptisch bis ablehnend, aber inzwischen, so teilt Sanoner auf telefonische Anfrage des „Brixner“ mit, sei „die Grundstücksfrage mündlich bereits geklärt – aber in Südtirol gilt ja das Wort, oder?“ – „Die meisten, die bisher dagegen waren, sind jetzt dafür“, behauptet Albert Pürgstaller, „den Leuten hat einfach die nötige Information gefehlt“.

Einige Hürden sind jedoch noch zu nehmen. So herrsche in Obermellaun notorischer Wassermangel, und „ein Hotel dieser Größenordnung braucht etwa 2 Liter pro Sekunde“ und möglichst einen Wasserspeicher. Sollte keine Quelle gefunden werden, muss man eine Leitung zum Niederrutzner bauen. Ein Problem stellt auch die Zufahrtsstraße dar – „absolut unzureichend“, sagen die Anrainer. Sanoner hingegen verweist auf die schmale Zufahrtsstraße in der Toskana: „Wir schätzen etwa 85 Fahrten pro Tag; dazu braucht es keine Landstraße – ganz im Gegenteil: Der Gast soll sich auf den letzten Kilometern aufs Hotel einstimmen“. Bis auf leichte Korrekturen an exponierten und heute zu steilen Stellen möchte man alles so belassen wie es ist. „In dieser Frage brauchen wir die Meinung der Anrainer“, sagt hingegen Pürgstaller, „wir wollen gemeinsam die optimale Lösung für die Zufahrt erarbeiten“.

Freilich – die Rettung der Plose

bedeutet dieses Hotel nicht, sagen unisono Pürgstaller, Marzola und auch Sanoner mit entwaffnender Ehrlichkeit. Dazu bräuchte es „ein Sport- und Familienhotel direkt an der Talstation“, sagt Marzola. Die Gemeinde soll in dieser Frage bereits mit Investoren verhandeln. Die Rentabilität sei jedenfalls gegeben, weiß Erich Falkensteiner vom gleichnamigen Hotelimperium: „St. Andrä hat große Vorteile, was meist unterschätzt wird: Es ist einer der wenigen Orte in Südtirol, in denen man drei Saisonen arbeiten kann: Winter, Sommer und Herbst.“ Konkrete Schritte habe Falkensteiner noch nicht gesetzt: „Wir diskutieren das intern durch; es gibt aber mehrere Investoren“. Während es von der Talstation also noch keine konkreten Pläne gibt, scheint Sanoner mit seinem Projekt eine Hürde nach der anderen zu nehmen. Wenn alle bürokratischen und politischen Hürden nicht unverhältnismäßig viel Zeit in Anspruch nehmen, soll Anfang 2009 mit dem Bau begonnen werden. Die Koja-Wiesen werden, wenn alles klappt, ihr Aussehen maßgeblich verändern. Albert Pürgstaller ist sich dessen bewusst: „Dass es ein Opfer ist, brauchen wir nicht zu bestreiten“.

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


BRIXEN

Ökologische Modellstadt? Zum zweiten Mal fand in Brixen im vergangenen Dezember das „Energy Forum“ für alternatives Planen und Bauen statt. Ist Brixen auf dem Weg zur ökologischen Modellstadt?

A

lljährlich hält das renommierte Economic Forum Ltd., London-MünchenBozen, eine Tagung ab zum Thema ökologisches Bauen und alternative Energiesysteme, das „Energy Forum“. Es fand bereits im Dezember 2006 in Brixen statt, dann im Dezember 2007 und ist bereits für Dezember 2008 geplant – auch wieder in unserer Stadt. Warum gerade in Brixen?

Schon während der Diskussionen über das künftige Leitbild

Brixens stellte sich heraus, das Brixen bereits zahlreiche Strukturen für eine Stadt hat, die ein ganzheitliches Vorbild für eine umweltschonende, ressourcensparende und ökologisch zukunftsfähige Ausstattung hat. Man denke nur an die Wasser- und Abwasserversorgung, die Abfallbeseitigung und das überörtliche Radwegenetz – Einrichtungen, für die die Eisacktaler Bezirksgemeinschaft in den letzten Jahren erheblich investiert hat. Aber auch die Gemeindeverwaltung hat wichtige Weichen gestellt: Die Altstadt ist weitgehend zur Fußgängerzone geworden, das Fahrradwegsystem setzt sich in der Stadt weitgehend fort, und zusammen mit dem Land und der Bezirksgemeinschaft ist der erfolgreiche Citybus zusammen mit Vahrn eingerichtet worden, der nun auch auf einige Fraktionen ausgeweitet werden soll. Das Fernheizsystem wird bis Ende dieses Jahres fast alle Stadtbereiche versorgen – es wird perfekt sein, wenn es einmal mit erneuerbarer Energie versorgt werden wird. Das bereits vorbildliche Netz von Wanderwegen aus der Stadt und um die Stadt wird zusammen mit der Bezirksgemeinschaft um so genannte „Themenwege“ erweitert werden. Die Westumfahrung wird weiter Verkehr aus der Stadt herausnehmen; Schallschutzmaßnahmen für die A22 und die Eisenbahn sind geplant. Gegen die Feinstaubbelastungen sind die

Maßnahmen erfolgreich gewesen und werden fortgesetzt. Zudem ist das Bewusstsein der Bevölkerung mit einem sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen und der Natur ebenso gewachsen wie die Bereitschaft, öffentliche Verkehrssysteme zu nutzen. Natürlich ist noch viel zu tun, aber Brixen ist da auf einem guten Weg. Andreas Karweger, der Geschäftsführer des Economic Forum, hat dies erkannt und mit seinen beiden bisher veranstalteten Energy-Foren nicht nur zahlreiche Teilnehmer aus der Planung und Bauwirtschaft angezogen, sondern vor allem auch Repräsentanten aus der Industrie, die inzwischen die alternativen Technologien als Arbeitsfelder der Zukunft erkannt haben. Allein in Deutschland sind dadurch im vergangenen Jahr über 20.000 Arbeitsplätze entstanden. Japan und Deutschland sind derzeit führend auf diesem Gebiet, Italien hinkt nach. Südtirol – und da insbesondere Brixen – hat durchaus das Zeug dazu, hier aufzuschließen. Interessierte Hersteller haben bereits Interesse am Standort Brixen für ihre Produktion gezeigt; das sind Arbeitsplätze, die nicht nur sauber und emisssionsfrei sind, sondern vor allem sicher, zukunftsträchtig und anziehend für kreative, innovative und gut ausgebildete junge Mitarbeiter. Hier könnte Brixen Synergien schaffen.

Für Solarenergie bietet Brixen als zweitsonnenreichster Ort Südtirols beste Voraussetzungen.

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und Heizen oder Beschattung, Sonnenschutz und Tageslichtnutzung und Solares Bauen und Energieeffizienz behandelt. Am zweiten Tag fand eine offene Diskussion mit dem Publikum statt, die das große Interesse der Teilnehmer an den vorgestellten innovativen Techniken und deren Anwendung zeigte. Die Referenten kamen überwiegend aus Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Frankreich, Italien und den USA. Neben den technisch bestimmten Referaten sind besonders die Beiträge über Förder- und Finanzierungsprogramme in Italien zu erwähnen,

weil sie zeigten, dass die neuen Technologien staatlich gefördert werden, finanziert werden können und sich auf längere Sicht wegen der Einsparungen lohnen. Bürgermeister Albert Pürgstaller erklärte – auch in seiner Funktion als Präsident des Südtiroler Wohnbauinstitutes – ganz klar seine Absicht, die innovativen Technologien zugunsten des Umweltschutzes und der Ressourcenschonung künftig bevorzugt einzusetzen. Es kann also losgehen mit Brixens Leitmotiv als umweltbewusste Musterstadt in Südtirol! andreas.hempel@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Das zweite Energy-Forum war

nicht nur sehr gut besucht, sondern auch inhaltlich besonders interessant: Der Schwerpunkt lag eindeutig auf der Solarenergie, für die Brixen als die sonnenreichste Stadt Südtirols nach Naturns im Vinschgau beste Voraussetzungen bietet. In zwei vom Programm gefüllten Tagen wurden Themen wie Förderprogramme für Solarenergie, intelligente Gebäudehüllen, gebäudeintegrierte Photovoltaik, Clima Engineering, Solarthermie mit solarem Kühlen 41


Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Wirtschaftsportal im Internet z Auf der Homepage der Gemeinde Brixen (www.brixen.it) wurde ein Internetportal eingerichtet, das als offizielle Plattform für die Brixner Wirtschaft dient. Auf der Seite kann eine Vielzahl

von Informationen über die einzelnen Wirtschaftszweige oder die Entwicklung der Wirtschaft in Brixen abgerufen werden; eine Unternehmenssuchmaschine hilft, Betriebe ausfindig zu

machen. Im Bereich „Made in Brixen“ werden Betriebe und ihre Produkte vorgestellt; somit soll die Breite des Spektrums der Brixner Spitzendienstleistungen vermittelt werden. Präsidenten, Direktoren oder Inhaber von Betrieben kommen in der Rubrik „Chefstimmen“ zu Wort, um ihren Wirtschaftszweig oder Leitsatz zu erläutern. Als „Betrieb des Monats“ kann sich jedes Brixner

W&U

Unternehmen küren lassen, das beispielsweise ein Jubiläum oder anderes zu feiern hat. Stadtrat Peter Brunner forderte Brixens Wirtschaftstreibende auf, diesen kostenlosen Öffentlichkeitsauftritt und das Wirtschaftsportal zu nutzen. Weiters erklärte Brunner, dass dieses Projekt stetig erweitert und vor allem auch mit dem EGovernment-System verknüpft werden soll. db

Wirtschaft & Umwelt EISACKTAL

„Wirtschaft kann aufholen“ z Eine erste Bestandsanalyse der „Wirtschaftsinitiative Eisacktal“ hat die Schwächen der lokalen Wirtschaft diagnostiziert: Demnach haben die Betriebe der verschiedenen Sektoren Schwierigkeiten, große Aufträge an Land zu ziehen und diese durchzuführen. Weiteren Nachholbedarf habe die Eisacktaler Wirtschaft zudem bei der Aufrechterhaltung der Nahversorgung sowie im professionellen Betriebsmanagement und in der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. „Die Wirtschaftsdaten sind zwar

kurz

notiert

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im Vergleich zu anderen Bezirken niedriger, dafür hat das Eisacktal in sämtlichen Sektoren hohe Zuwachsraten zu verzeichnen – die Eisacktaler Wirtschaft kann also aufholen“, zeigte sich Hanspeter Munter, Projektleiter der Initiative und LVH-Direktor, zuversichtlich. Der Aufholcharakter des Bezirks soll durch die Zusammenarbeit im Rahmen der Wirtschaftsinitiative Eisacktal verstärkt werden, außerdem werde auf die Anregung der Wirtschaftstreibenden selbst gesetzt. In einem weiteren Schritt sollen die Gemeinden

miteingebunden werden. Die Wirtschaftsinitiative Eisacktal wurde vor einem Jahr gegründet und besteht aus lokalen Vertretern der Wirtschaftsverbände. Ihr Ziel ist es, Möglichkeiten zur

Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Betriebe aufzuzeigen, um den Arbeits- und Wirtschaftsstandort Eisacktal in Schwung zu bringen.  db

Die Gemeinde Vahrn hat die Konvention mit den Stadtwerken für die Nutzung des Recyclinghofes Brixen aus Kostengründen nicht verlängert. Daher müssen die Vahrner ab sofort ihre Wertstoffe im Abfallwirtschaftszentrum Schabs deponieren.

Die Sprengungen für den BBT in Aicha können aufgrund der guten geologischen Bedingungen rund einen Monat früher beendet werden. Im Frühjahr erfolgt der Beginn der Bohrungen am Erkundungsstollen Aicha-Mauls, die rund zwei Monate dauern werden.

Im Frühjahr wird mit dem Bau des Rad- und Gehweges vom Bahnhof bis zur Vittorio-VenetoStraße begonnen. Dieser führt von der Staatsstraße bis zum Rondell Feldthurnerstraße der linken Straßenseite entlang und wechselt danach auf dem letzten Teilstück bis zum Bahnhof auf die rechte Seite.


STADTGEHEIMNISSE

MÜHLBACH

Spinger Lieblingsalm

Welche Funktion hatte die „Hexenrutsche“ bei Elvas? Unterhalb von Elvas liegt, verborgen zwischen Gebüsch und Föhrenbäumen, eine mysteriöse Felsplatte mit seltsamen Symbolen. Durch das Hinabrutschen über diesen Felsen sollten Frauen leichter schwanger werden, so jedenfalls erzählt es die Überlieferung. Kleine Grübchen (Schalen), die jeweils zu neunt in einem Quadrat angeordnet sind, und eine Rinne mit weiteren Grübchen finden sich auf diesem Schalenstein. Die Vertiefungen im Quadrat sollen die neun Monate der Schwangerschaft symbolisieren, während die Vertiefungen in der Rinne die weibliche Scham darstellen. Durch das Hinabrutschen der Menschen wurde der Fels so stark abgeschliffen, dass sich eben diese Rinne bildete. Noch vor 30 Jahren machten Frauen von dieser „Schwangerschaftshilfe“ Gebrauch, danach scheint der Brauch aber immer mehr in Vergessenheit geraten zu sein. In den letzten Jahren wurde dieser Kraftplatz neu entdeckt und soll durch einen archäologischen Themenweg wieder verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung gelangen.  hg Anregungen: redaktion@brixner.info

z Die Hüttenwirte und Almbetreiber der Ski- und Almenregion Gitschberg Jochtal überreichten kürzlich der Anratterhütte aus Spinges die Auszeichnung „Lieblingsalm 2007“. Zahlreiche Gäste und einheimische Wanderer gaben im Rahmen dieser erstmalig durchgeführten Aktion ihre Wertungen ab. Dem Anratter-Hüttenwirt Sebastian Mair kam dabei zu Gute, dass er besonderen Wert auf regionale Produkte und auf persönliche Gästebetreuung legt. Er darf nun seine Hütte mit einer eigens angefertigten Holzplakette schmücken, die auf die Auszeichnung hinweist. Im Sommer 2008

wird die Aktion „Lieblingsalm“ wiederholt; alle Hüttenwirte und Almenbetreiber sind deshalb aufgerufen, verstärkt in die Qualität ihres Betriebes zu investieren. Dass die Bemühungen des Berggasthauses „Anratterhütte“ ganz im Interesse des heimischen Tourismus sind, bestätigt Franz Stolz, Präsident des Tourismusvereins Gitschberg Jochtal. Auch Meinrad Unterkircher, Präsident des Vereins der Hüttenwirte und Almenbetreiber, lobte die „hervorragende Qualität und den beispielhaften Service“ der Anratterhütte. Mit der Wahl zur Lieblingsalm hätten die Wanderer sicher eine gute Entscheidung getroffen, so oz Unterkircher.

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Am 4. Februar eröffnet ein neues Nagelstudio in Brixen. Die diplomierte Kosmetikerin Veronika Profanter bietet Handbäder zur Handpflege, verschiedene Nagelmodellagen, Nagelverlängerungen und -verzierungen an. Termine nach Vereinbarung: Tel. 349 5281224.

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„Zwei Dörfer, zwei Kirchen“ KARL LEITNER, Präsident des Verwaltungsrates der Skikarussell Jochtal AG, zu Fusionsgerüchten seiner Gesellschaft mit der Gitschberg AG. Herr Leitner, fusionieren die beiden Skigebiete Jochtal und Gitschberg? Nein, davon kann im Moment keine Rede sein. Wir arbeiten lediglich zusammen und möchten als eine gemeinsame Marke auftreten – ähnlich, wie dies der Kronplatz macht, bei dem ja auch niemand weiß, dass im Grunde drei Gesellschaften dahinter stecken. Wir müssen so auftreten, als ob Jochtal und Gitschberg ein einziges Skigebiet wäre. Dazu verwenden wir dieselben Skipässe, dieselben Drucksachen, wenden dieselben Preise an und organisieren sogar einen stündlichen Pendelbus

zwischen Vals und Meransen, mit dem die Skifahrer bequem von einem ins andere Skigebiet gelangen können. Man munkelt, dass zwischen den zwei Gesellschaften hin und wieder die Fetzen fliegen… Schauen Sie, Meransen und Vals sind zwei Dörfer und haben zwei Kirchen. So ist es ganz normal, dass ein gewisser Konkurrenzkampf besteht. Der war immer schon da, und es wird ihn wohl auch in Zukunft geben. Über eine Fusion hat man zwar diskutiert, aber man ist noch meilenweit davon entfernt. Zuerst müssen beide Gesellschaften auf gesunde Beine

gestellt werden. Die Skikarussell Jochtal AG weist im Moment eine stabile Bilanz auf; solange keine neuen Investitionen getätigt werden, können wir überleben. Die finanzielle Situation der zwei Skigebiete ist im Augenblick zu unterschiedlich für eine Fusion. Ist die Verbindungsbahn von Vals nach Meransen noch im Gespräch? Selbstverständlich. Wir haben sämtliche Genehmigungen, aber es fehlt uns die Finanzierung. Sobald dieses Problem gelöst sein wird, kann gebaut werden.. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

PR-Info

Den Kunden im Fokus.

Im September 2007 fusionierte die RAS und die deutsche Allianz zur Allianz RAS. Das Erscheinungsbild der beiden Firmen wurde vereinheitlicht, die beiden Agenturen agieren weiterhin als eigenständige Unternehmen. Diese Neuordung brachte für die RAS tief greifende Veränderungen mit sich, eröffnet gleichzeitig neue Zukunftsperspektiven. Seit 1. Jänner 2008 lenken die erfahrenen Mitarbeiter der neuen Allianz RAS, allen voran Stefan Rottonara, Christian Musna, Rudy Debiasi und Siegfried Volgger, die Hauptgeschäftsstelle in Brixen und die Filialen in Bruneck und Sterzing. Im Zuge der Erweiterung wurde das Emblem RDVM geschaffen. Die Initialen verkörpern die Philosophie der Allianz RAS, den Kunden noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Das Team der Allianz RAS, v.l.n.r.: Siegfried Volgger, Rudy Debiasi, Stefan Rottonara und Christian Musna.

Die Neuausrichtung öffnete die Schranken zwischen den unterschiedlichen Sparten der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung und ermöglicht eine optimale Gesamtbetreuung des Kunden basierend auf der Kernfrage: Was braucht der Kunde, wie können wir seine Ansprüche bestmöglich erfüllen? Der ganzheitliche Blick auf den Kunden wird zum wesentlichen Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Versicherern und zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Kundenbetreuung basiert mehr denn je auf den Servicegrundsätzen der Erreichbarkeit, Schnelligkeit, Kompetenz und Verbindlichkeit, um den Kunden wettbewerbsfähige Preise und flexible Produkte zu bieten. Die Vielfalt in der Teamzusammensetzung, die Erfahrungen unterschiedlicher Lebensalter sowie die vielseitigen Talente im Unternehmen verfolgen Wachstumsinitiativen und bewahren den spartenübergreifenden Blick. Um auch in Zukunft als vertrauenswürdigster Partner für Versicherungen wahrgenommen zu werden und die Position als Marktführer langfristig zu sichern, entwickelt sich die Allianz RAS somit vom Kostenerstatter zum persönlichen Problemlöser vor Ort.

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Wirtschaft & Umwelt

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Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixen.net Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Manuela Kerer (mak) Dietmar Pattis (dp) Hildegard Gargitter (hg) Elisabeth Stürz (es) Albina Kritzinger (ak) Andreas Gottlieb Hempel (agh) Günther Eheim (gevs) Ingo Dejaco (id) Andrea Bodner (ab) Christine Mathá (cm) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Brennerstraße 32, I-39042 Brixen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. Februar 2008 Nächster Redaktionsschluss: 6. Februar 2008 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 46

Jänner 1908

Eine holländische Empfehlung Brixen, Donnerstag, den 9. Jänner 1908 In der Nacht vom 6. auf den 7. Jänner hat der Damenschneidermeister Gottlieb Huber, bisher wohnhaft gewesen in Brixen, Altenmarktgasse, der Bischofstadt mit Kind und Kegel den Rücken gekehrt. Er verabschiedete sich nicht einmal von seinen bedeutenderen, tieftrauernden Gläubigern. Nur dem Spediteur schenkte er noch so viel Vertrauen, sich von ihm die Möbel zur Bahn transportieren zu lassen, während er fürwitzigen Fragern erklärte, die Möbel kämen zum Tischler,

um „aufpoliert“ zu werden. Die Gendarmerie wünschte gern, das neue Domizil des „fahrenden Meisters“ zu erfahren.

Zugentgleisung Brixen, Samstag, den 4. Jänner 1908 Durch einen Felssturz auf der Strecke Brixen-Klausen oberhalb der Haltestelle Villnöß wurden beide Geleise der Brennerbahn beschädigt. Es entgleiste gestern der um 10 Uhr 48 Min. abends von Franzensfeste abgehende Personenzug Nr. 29 mit der Lokomotive und sechs Personenwagen. Verletzt wurde niemand. Die Reisenden wurden mittels eines Hilfszuges nach Klausen gebracht, von wo aus sie die Fahrt fortsetzten. Der von Bozen um 10 Uhr 55 Min. nachmittags abgehende Schnellzug Nr.

8 musste die Fahrbarmachung des rechten Geleises abwarten; er erlitt deshalb eine dreistündige Verspätung. – Der doppelgleisige Verkehr wurde wieder aufgenommen.

Wintersport in der Umgebung Brixens Brixen, Dienstag, den 14. Jänner 1908 Am Sonntag konnte man in allen Seitentälern Brixner Rodler sehen, so in Afers, Schalders, Villnöß und Gröden. An der Kastelruther Straße hatte eine Rodlerin das Unglück, in der Nähe des Zollgasthauses über die hohe Mauer zu stürzen und sich am Kopfe zu verletzen. Die junge Dame wurde von Waidbruck aus mit einem Wagen abgeholt, erholte sich aber bald wieder von dem Schrecken. Wir hatten oft schon Gelegenheit zu beobachten, wie achtlos unerfahrene Rodler dahinsausen, und wunderten uns nur, dass nicht öfter etwas passiert.

die es eine wahre Wohltat und ein großer Nutzen wäre, wenn sie von Zeit zu Zeit etwas Neues und Frisches zu lesen hätten. Ich meine die Bewohner des Spitals und des Gefangenenhauses. Im Spital sind gerade im Winter meist Durchzügler, die sich den ganzen Tag langweilen, im Gefängnisse solche, die sich in Untersuchung befinden. Wie dankbar würden diese Armen den Bewohnern der Stadt sein, wenn sie ihnen täglich diese geistige Nahrung brächten! Dies wird sicher gern geschehen, wenn zu diesem Zwecke an einem öffentlichen Platze ein Einwurfkasten angebracht wäre, was ich mit diesen Zeilen anregen möchte.

Achtung professionelle Schwindler Brixen, Dienstag, den 21. Jänner 1908 Wie uns von mehreren Seiten mitgeteilt wird, wurden in letzter Zeit in der Nähe der Adlerbrücke von sehr zweifelhaften Individuen, sogenannten „Plattenbrüdern“ von Stufls, verschiedenen Personen, besonders bessergekleideten Bauernweibern vom Lande, angeblich so eben dort gefundene goldglänzende Eheringe, Uhranhängsel und andere Gegenstände zum Verkauf angeboten, welche vollständig wertlos sind. Gleichzeitig machen wir auf die gegenwärtig im Unter- und Oberinntal abermals auftauchenden bekannten Schatzschwindlerbriefe aus Spanien aufmerksam.

Anregung Brixen, Samstag, den 18. Jänner 1908 Was geschieht mit den verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Flugschriften, Probenummern usw., die man hält oder die einem zugeschickt werden? Welche Anwendung finden sie, nachdem man sie gelesen oder auch nicht einmal aufgeschnitten hat? Manches wird aufbewahrt, manches verlegt, manches auch weitergegeben, damit es Gemeingut werde. Nun gibt es in unserer Stadt sowie in anderen Städtchen und Orten abgeschlossene Menschen, für

Die Zeitungs­artikel auf dieser Seite wurden von Günther Eheim aus der „Brixener Chronik“ entnommen, die 1888 gegründet wurde und bis 1925 erschien. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige ­Kuriositäten werden ohne ­Korrektur beibehalten.


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Brixner 216 - Jänner 2008