Page 1

EXTRA

295

Poste Italiane s.p.a. - Spedizione in Abbonamento Postale - D.L. 353/2003 (convertito in Legge 27/02/2004 n° 46) art. 1, comma 1, NE/BZ - Contiene I.P. e I.R. - In caso di mancato recapito prego restituire a Bolzano CPO per la restituzione al mittente previo pagamento resi

Auto & Moto

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Jahrgang 25 · August 2014

Made by

Volksabstimmung zum Brixner Seilbahnprojekt am 21. September

Die Zitterpartie PORTRAIT: Der Brixner Architekt und Handballpionier Ralf Dejaco KULTUR: Die Fotografin Antonia Zennaro aus Vintl SPORT: Surfen im Eisack beim Trendsport-Event „Brixcity-Riverride“ WIRTSCHAFT: Biologische Landwirtschaft im Umriss


www.trony.it

Angebote gültig vom 29. August bis zum 18. September 2014

WAS FÜR PREISE ! SUPER RABATTE AUF INFORMATIK, HANDY, TABLET, FERNSEHER UND AUFS GANZE SORTIMENT

TE Ä R E G O R T K E L E E GROßE UND KLEIN KT ZUM HALBEN PREIS* U D O R P E T S G I T S N Ü G DAS

*Beim Kauf von zwei Produkten Ihrer Wahl

HEUTE KAUFEN UND AB JANUAR 2015 BEZAHLEN* * Weitere Info im Geschäft Bozen (BZ) - Reschenstraße 12/R, Centrum Firmian - Telefon 0471-054540 - Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9-12 / 15-19, Samstag 9-12 / 15-18 - GROßE PARKFLÄCHE Brixen (BZ) - Bahnhofstraße 28 - Telefon 0472-970540 - Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9-12 / 15-19, Samstag 9-12 / 15-18 - NEU RENOVIERT - 1000 qm Geschäftsfläche


Editorial

Politik & Gesellschaft >>> 04 04 | THEMA: Diskussionsrunde zur Volksabstimmung 12 | Interview: Bischof Ivo Muser über die Diözese 14 | Kirche: Sechs Dörfer, zwei Pfarreien und ein Pfarrer Menschen & Meinungen >>> 20 20 | PORTRAIT: Ralf Dejaco – Handball und Architektur 25 | Pro & Contra: Seilbahnführung Mühlbach-Meransen 33 | Umfrage: Zufrieden mit dem Citybus? Kunst & Kultur 34 | FOTOGRAFIE: Antonia Zennaro 36 | Ausstellung: Barockmaler Ulrich Glantschnigg 37 | Musik: Rock Opera „Die drei Kreuze“

>>> 34

Veranstaltungen 42 | TIMER: September 2014

>>> 42

Freizeit & Sport 50 | EVENT: Brixcity-Riverride 52 | Sommercamps: Rund um die Uhr Action

>>> 50

Wirtschaft & Umwelt 56 | BIOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT: Bio in Brixen 60 | Meisterverein: Zwischen Tradition und Heute

>>> 56

Extra 65 | Auto & Moto

>>> 65

Im „Brixner“ finden Sie folgende Icons, die auf multimediale Inhalte im „BrixnerPlus“ verweisen:

Videodatei

Bildergalerie

Verlinkung zu youtube

Link zu Homepage

Tondatei

Download-pdf

Spannend Am 21. September wird Meransen über die Zukunft der bestehenden Seilbahn Mühlbach-Meransen abstimmen, und am selben Tag werden auch die Brixner darüber entscheiden, ob es in Zukunft eine Seilbahnverbindung vom Bahnhof nach St. Andrä geben wird oder eben nicht. Zu beneiden sind die Meransner und die Brixner nur auf den ersten Blick, denn de facto delegiert die Politik die Verantwortung zur Zukunft ihres Dorfes und ihrer Stadt an seine Bürger, die, was ich aus vielen persönlichen Gesprächen verspüre, sich hin und wieder auch überfordert fühlen in der Bewertung der verschiedenen Vor- und Nachteile. Die Thematik ist extrem komplex, und die Argumente der Befürworter und der Gegner werden in den letzten Wochen nur konzentriert wiedergegeben werden, was eine Vertiefung in die verschiedenen Argumentationen weiter erschwert. Während Meransen in unserem „Pro&Contra“ thematisiert wird, haben wir in dieser Ausgabe der Brixner Diskussion mehr Raum zur Verfügung stellen wollen: Wir haben jeweils drei Befürworter und drei Projektgegner an einen Tisch gesetzt und sie gebeten zu versuchen, mit ihren Argumentationen ihr jeweiliges Gegenüber zu überzeugen. Ziel war nicht eine Konsensfindung – das wäre wohl zu hoch gegriffen gewesen – aber zumindest ein gegenseitiges Verständnis für die Meinungen und Argumente sollte erreicht werden. Ich bin der Meinung, dies ist auch gelungen: Das Gespräch, das über eine Stunde gedauert hat, war von gegenseitigem Respekt geprägt – auch wenn am Ende keine der beiden „Parteien“ auch nur einen Millimeter von ihrem Standpunkt abgerückt ist, was auch nicht zu erwarten war. Für Sie als Leser ist das Nachlesen der Transkription trotzdem vielleicht nützlich, weil darin einige Informationen enthalten sind, die Sie vielleicht noch nicht kannten. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre ... und ein gutes Händchen in Ihrer persönlichen Entscheidungsfindung.

Ihr Willy Vontavon

Der multimediale „BrixnerPlus“ ist als kostenlose App für Apple iOS und Android im jeweiligen App Store erhältlich – oder ganz einfach im Internet: www.brixner.info

Abo-Service Sie können ein Abonnement für die Zeitschrift „Brixner“ entweder über die Zusendung dieses Abschnittes oder bequem per E-Mail vornehmen: abo@brixner.info ABONNEMENTPREISE: z Gemeinden Brixen, Vahrn, Natz-Schabs, Lüsen, Mühlbach, Rodeneck, Klausen: Der Preis des Jahresabonnements beträgt 1 Euro, zahlbar jeweils bis 31. März im Rahmen der jährlichen Abo-Aktion z Restliches Staatsgebiet: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 19 Euro, zahlbar im Voraus z Ausland: Der Preis für 12 Ausgaben beträgt 75 Euro, zahlbar in Vorauskasse ❏ Ich bin bereits Abonnent, aber meine Adresse hat sich geändert. Mein Abo-Code ______________________

❏ JA, ich möchte den „Brixner“ an folgende Adresse zugestellt bekommen: Vorname, Nachname _________________________________________________ Adresse __________________________________________________________ PLZ, Ort ____________________________________

Land _______________

Die Bezahlung der Abo-Gebühr erfolgt an: ❏ Südtiroler Volksbank: IBAN IT76 X 05856 58220 070570164004 ❏ Südtiroler Sparkasse: IBAN IT68 T 06045 58220 000000855000 ❏ Raiffeisenkasse Eisacktal: IBAN IT57 A 08307 58221 000300005452 ❏ BancoPosta: IBAN IT76 V 07601 11600 000042779405

Schneiden Sie diesen Bestellschein aus und senden ihn an: Brixmedia GmbH, Brennerstraße 28, I-39042 Brixen


Politik & Gesellschaft Fotos: Oskar Zingerle

21. SEPTEMBER: VOLKSABSTIMMUNG ZUR SEILBAHN BRIXEN-ST. ANDRÄ

Die Zitterpartie Am 21. September haben die Brixner das Wort: An diesem Tag wird entschieden, ob die Seilbahn Brixen-St. Andrä gebaut wird oder eben nicht. Der „Brixner“ hat drei Befürworter und drei Projektgegner eingeladen, miteinander zu diskutieren.

Vielen Dank für Ihre Bereitschaft für dieses Gespräch. Wie würden Sie Ihr jeweiliges Gegenüber von Ihren Argumenten überzeugen wollen? KLAUS VONTAVON: Ich würde gern beginnen mit einem Papier von 2013 des „Architektenfrühstücks“. Die damals erarbeitete Vision sprach vom Ziel, im Falle einer Volksabstimmung Mittel und Wege zu finden, durch partizipative prozessorientierte Modelle der Bürgerbeteiligung eine Win-WinSituation zu schaffen: „Durch einen ernsthaften Dialog aller Betroffenen sollen Konsenslösungen angestrebt und gefunden werden“. Mein Eindruck ist, dass von PRO Seilbahn Brixen der ernsthafte Dialog mit den Betroffenen nie gesucht wurde. Von PRO Seilbahn oder von der Gemeindeverwaltung? Klaus Vontavon: Von beiden. Die Gemeinde ist ja aus meiner Sicht 4

eine Getriebene von einem pressure group. Ist die Gemeinde eine Getriebene? MANUEL CONCI: Das kann ich absolut verneinen. PRO Seilbahn ist erst 2013 gegründet worden, um das Projekt zu unterstützen. Wir sind überzeugt von diesem Projekt und sind überzeugt, etwas für die Entwicklung von Brixen und den umliegenden Gemeinden zu tun. Das ist die Motivation, die unser Komitee treibt. Die politischen Entscheidungsfindungen sind viel früher gestartet, bereits 2007 mit der Malik-Studie. Ich frage mich schon: Wie lange will Brixen eigentlich noch diskutieren? Seit 2007 sind sieben Jahre vergangen. Es ist nun an der Zeit, endgültig zu entscheiden. Vor- und Nachteile dieses Projekts sind immer wieder eingehend diskutiert worden: Die Seilbahn mit Start am Bahnhof ist die ideale Lösung und wahrscheinlich die einzig realisierbare.

PAOLO CATTOI: Seit 2007 sind sieben Jahre vergangen, ja, aber sowohl Bürgermeister Albert Pürgstaller als auch sein Vize Gianlorenzo Pedron haben mehrmals erklärt, dass sie es versäumt haben, die Bevölkerung in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. In der Frage der Standortwahl hätte müssen jemand von den Umweltschützern oder von den betroffenen Anrainern involviert werden. Das wurde nie gemacht. ALESSANDRO MARZOLA: Schauen Sie, 2007 wurde mit der MalikStudie erörtert, was man für die touristische Entwicklung von Brixen tun kann. Zum ersten Mal hat die Gemeinde damit Nägel mit Köpfen gemacht. 1964 hatte man die Seilbahn gebaut ohne ein Infrastrukturprojekt, und die Seilbahn ist flöten gegangen. 1985 hat man die Umlaufbahn gebaut und viele Projekte angedacht, die dann aber nie umgesetzt wurden. 2008 dann hat die Malik-Studie

ein klares Konzept vorgegeben, einen Aktionsplan. Das war der Startschuss für die Seilbahndiskussion. In jener Phase die Anrainer einzuladen wäre sehr schwierig gewesen, weil man sieben verschiedene Trassen analysiert hat. Man hätte also fast alle Brixner involvieren müssen, weil man damals noch nicht wusste, welcher Standort als der beste klassifiziert werden würde. Paolo Cattoi: Nun, man hat aber in der Malik-Studie die Empfehlung abgegeben, die Seilbahn am Parkplatz der Diskothek Max starten zu lassen; alternativ dazu war Milland Süd angegeben. Die Malik-Studie ist im Unterschied zur Studie Bezier das einzige Dokument, das vom Gemeinderat auch beschlossen worden ist. Alessandro Marzola: Aufgrund der Malik-Studie war damals die Seilbahn-Lösung erst entstanden, aber die Standortfrage wurde dort nur


BEFÜRWORTER UND PROJEKTGEGNER AN EINEM TISCH: Moritz Neuwirth, Manuel Conci, Paolo Cattoi, Alessandro Marzola, Klaus Vontavon und Hans Hofer

––––

angerissen – die Analyse der Vorund Nachteile der verschiedenen Standorte wurde erst nachher in Auftrag gegeben. Klaus Vontavon: Wir haben überhaupt nichts gegen die Malik-Studie einzuwenden. Auch wir sind dafür, dass die Plose weiterlebt und weiter betrieben wird, aber wir sind nicht dafür, dass dies auf Kosten der Stadt geht. Da muss ich Ihnen den Vorwurf machen, dass Sie nie diskutiert haben, was die Seilbahn vom Bahnhof aus für die Stadt bedeutet. Sie haben einmal formuliert, dass die Stadt sich verändern wird – dass sich die Bischofsstadt in eine neue moderne Stadt entwickeln würde. Dass Sie aber mit dieser Seilbahn die Bischofsstadt zerstören und dass Sie vielen Anrainern einen großen Schaden anrichten, haben Sie nie berücksichtigt. Alessandro Marzola: Sie gehen in Ihrer Argumentation viel zu weit in die Vergangenheit zurück. Eine Entscheidungsfindung entwickelt sich mit der Zeit und mit neuen Erkenntnissen. Heute diskutieren wir über einen Lösungsvorschlag, der in sieben Jahren erarbeitet wurde: Wir müssen am 21. September de facto über diesen Lösungsvorschlag abstimmen. Ich selbst war ursprünglich nicht für diesen Standort: Als potentieller Seilbahnbetreiber hätte ich die Talstation lieber am Acquarena-Parkplatz gehabt, weil der touristische Effekt dort vielleicht noch größer wäre. Aber die Mobilitätsdrehscheibe am Bahnhof ist sicherlich ein großer

Zugewinn für die Stadt. Dass die Überspannung des Tales mit einer Seilbahn zerstörerisch wirken soll, hat sich in vielen anderen Orten nicht bewahrheitet. Paolo Cattoi: Auf Ihrer Homepage nennen Sie diese Städte, die aber allesamt viel größer als Brixen sind. Die Situation wäre anders, wenn Brixen größer wäre: In großen Städten gibt es viel mehr Verkehr, U-Bahnen und so weiter. Hier wird eine Stadt mit einer Seilbahn zerstört. Wenn jemand gern eine Seilbahn in seiner Stadt haben möchte, dann soll er dorthin gehen zu wohnen. In Südtirol gibt es keine andere Stadt, die von einer Seilbahn überspannt wird. Alessandro Marzola: Andernorts schon. In Luzern haben wir zum Beispiel eine Kabinenbahn, die über Kriens fliegt, um auf den Pilatus zu kommen. Paolo Cattoi: Werden dort Stadtteile überspannt? Alessandro Marzola: Ja, natürlich. Manuel Conci: Ihre Aussage, dass die Bischofsstadt durch eine Seilbahn zerstört wird, kann ich absolut nicht teilen. Wir sind davon überzeugt, dass die Seilbahn für Brixen etwas Neues ist, etwas Innovatives, das den langfristigen Fortbestand der Plose sichert und Weiterentwicklung der Stadt und des Berges ermöglicht. Der Bahnhof ist die beste Lösung – hier entsteht eine zentrale Drehscheibe für die Mobilität. Außerdem: Das

Bahnhofsviertel ist ein strukturell unterentwickelter Stadtteil; hier wird mit der Seilbahn ein ganzer Stadtteil aufgewertet. Paolo Cattoi: Ich bin kein Experte, aber ich zitiere einen. In einer EMail von Virna Bussadori, Direktorin im Amt für Landesplanung, steht, dass es sehr wohl eine Auswirkung auf das Landschaftsbild geben wird.

Alessandro Marzola: Ja, natürlich wird man die Seilbahn sehen. Die Frage ist, wie man diese Auswirkung auf das Landschaftsbild bewertet. Die Landschaftsschutzkommission hat zur Bauleitplanänderung jedenfalls ein mehrheitlich positives Gutachten ausgestellt. Klaus Vontavon: Ja, aber die Menschen, die zuständig sind, haben

info Volksabstimmung – alle nützlichen Infos Am 21. September wird die Brixner Bevölkerung bei einer Volksabstimmung über die künftige Anbindung der Stadt an den Ploseberg entscheiden. Mit Gemeinderatsbeschluss Nr. 33 vom 17. Juli 2014 wurde folgende Fragestellung genehmigt: Für welches Projekt zur direkten Anbindung des Plosebergs an die Stadt soll sich die Gemeinde Brixen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten einsetzen? (nur eine der Möglichkeiten ankreuzen) - für die Realisierung einer Seilbahnverbindung vom Bahnhof Brixen zur Talstation der Umlaufbahn St. Andrä - für die Einrichtung einer verbesserten Busverbindung zwischen Stadt und Talstation der Umlaufbahn in St. Andrä - die heutige Situation soll beibehalten werden

An der Abstimmung am 21. September können alle wahlberechtigten Brixnerinnen und Brixner teilnehmen, die am Abstimmungstag das sechzehnte Lebensjahr vollendet haben. Laut Wahlamt sind dies 17.073 Personen, davon 499 16und 17-Jährige. Voraussetzung für die bindende Gültigkeit der Volksabstimmung ist, dass sich mindestens 25 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung für eine der angebotenen Lösungen ausspricht. Das heißt konkret, dass jene Möglichkeit, die am meisten Stimmen bekommt, mindestens 4.268 Stimmen auf sich vereinen muss, damit das Ergebnis für die Gemeindeverwaltung bindend ist. Die Wahllokale sind am Wahltag, Sonntag, 21. September, von 7 bis 18 Uhr geöffnet.

5


Politik & Gesellschaft

sich dagegen ausgesprochen ... Sie wissen, wie es in solchen Kommissionen abgeht. Schauen Sie, gegen den Bahnhof als Mobilitätsdrehscheibe kann niemand etwas haben, prinzipiell. In meinem Leben habe ich aber gelernt, dass man die Prinzipien in manchen Momenten auch aufgeben und die genaue Situation untersuchen muss. Wir haben in Brixen eine Westumfahrung gebaut, um den Verkehr aus der Stadt herauszubringen. Durch den Vorschlag der Drehscheibe am Bahnhof bringt man den Verkehr nun wieder in die Stadt. Ich würde vorschlagen, dass man in Brixen einen Schritt nach dem anderen macht: Die Ostumfahrung wurde seinerzeit aus Privatinteressen verhindert. Es gab auch später einige Projekte, die nicht realisiert worden sind. Die Westumfahrung hat man realisiert, aber es fehlt die Südspange, ohne die die Westumfahrung unfertig ist. Die Südspange muss gebaut werden, und danach ist die Diskussion um den Standort der Seilbahnstation eine vollkommen andere. Die Südspange ist viel länger im Bauleitplan eingetragen als die Seilbahn; man muss sie zuerst realisieren. Zum

Paolo Cattoi, proALTvor: „Wenn Land und Gemeinde gewollt hätten, hätten sie auch Alternativen besser analysiert“

–––––––

Bahnhof: Das Areal ist zu eng, es gibt keine Möglichkeit zum Rein- und Rausfahren. Wenn man es mit den Zugtouristen wirklich ernst gemeint hätte, hätte man das Bahnhofsareal schon längst renoviert. Manuel Conci: Herr Vontavon, die Eisenbahn ist doch ein zentrales Element des Gesamtkonzepts. Eines der Ziele ist die Reduktion des Autoverkehrs und die Stärkung des öffentlichen Verkehrs. Klaus Vontavon: Welcher Autoverkehr? Manuel Conci: Jener der Besucher

Alessandro Marzola, Plose Seilbahn: „In Wolkenstein werden viele Häuser überspannt, und niemand hat ein Problem damit“

–––––––

der Plose, die im Sommer und im Winter nach St. Andrä fahren. Dabei geht es längst nicht nur um Touristen: Es wurden 4.500 Summercards verkauft, ausschließlich an Brixner und Vahrner. Klaus Vontavon: Kommen die mit dem Zug? Manuel Conci: Nein, im Moment noch nicht, wir haben ja keine direkte Verbindung. Ich will Ihnen damit nur beweisen, dass die Plose auch im Sommer attraktiv ist. Durch die Seilbahn und durch die direkte Anbindung an die Eisenbahn wird die Plose für all jene Südtiroler, die an der Ei-

senbahnstrecke wohnen, äußerst bequem erreichbar. HANS HOFER: Glauben Sie wirklich, dass die Skifahrer von Trient oder Meran mit den Skischuhen im Rucksack daherkommen? Viele kommen mit dem Auto, und man sieht auch in Ried, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Glauben Sie, dass die Millander zuerst zum Bahnhof kommen, um auf den Berg zu gelangen? Das sind doch fromme Wünsche. Paolo Cattoi: Die Prognosen des Anteils Skifahrer, die zur Skiarena Kronplatz über Percha-Ried gelangen, waren auf mehr als 25

Herzlich willkommen im Buschenschank Gschlössler! Am Mittwoch, 24. September ab 18 Uhr eröffnen wir unseren neuen Buschenschank in Vahrn, direkt an der Schaldererstraße, oberhalb der Vahrner Burgruine. In den mit viel Liebe zum Detail renovierten alten Stuben und der urigen Rauchküche verwöhnen wir Sie mit typischer Hausmannskost und leckeren Gerichten, zubereitet nach Großmutters Rezepten, sowie erfrischenden Getränken. Kehren Sie bei uns ein nach einer Wanderung oder auf dem Nachhauseweg, ob auf eine Marende, auf ein Glas Wein oder ein kühles Bier, ob zum Törggelen und gemütlichen Beisammensein... beim Gschlössler sind Sie immer willkommen! Thomas Stolz mit Freundin Melanie und Mutter Kuni Stolz freuen sich auf Sie! Zum Törggelen oder bei größeren Gruppen bitten wir um rechtzeitige Tischreservierung. Vahrn|Schaldererstraße 8|Tel. 0472 670 096|info@gschloessler.com

New Colors GmbH Brennerstraße 32, Brixen Tel. 0472 206 266 info@newcolors.bz

Farben 6

·

Kunst

·

Papier

·

Schreibwaren

·

Bastelartikel

·

Bildereinrahmung


Prozent geschätzt worden; heute sind wir bei 6 Prozent. Alessandro Marzola: Lassen wir doch Fakten sprechen. Nehmen wir die BrixenCard: Was wird von den Urlaubsgästen am meisten in Anspruch genommen? Die Mobilität – Züge und Busse. Wir alten Südtiroler sind noch viel zu autoorientiert. Ried hat vollkommen andere Rahmenbedingungen als Brixen: Brixen ist eine ganzjährige Destination. Bei uns fährt man mit der Seilbahn ins Mittelgebirge und geht wandern – im April, Mai, im Sommer. Ried hingegen arbeitet lediglich vier Monate pro Jahr. Ob Skifahrer mit dem Zug nach Brixen kommen, weiß ich nicht, aber es geht hier längst nicht nur um den Winter. Ich selbst bin das Auto gewöhnt, aber unsere Jugend hat ein vollkommen anderes Verhältnis zur öffentlichen Mobilität. MORITZ NEUWIRTH: Ich höre auch immer wieder Erwachsene, die sagen, sie würden auch in Zukunft mit dem Auto auf die Plose fahren. Die Jugend sieht das vollkommen anders: Wenn ich von Klausen oder von Franzensfeste auf die Plose zum Snowboarden will, ist es ein großer Unterschied, ob ich die Eltern fragen muss, ob sie mich mit ihrem Auto nach St. Andrä bringen würden, oder ob ich einfach in den Zug einsteige und von dort direkt ins Skigebiet gelange. Auch das Nachhausefahren ist damit absolut unproblematisch. Die Jugendlichen suchen solche Angebote, sie suchen Attrak­tionen, etwas Neues, Futuristisches. Eine Stadt mit direkter Verbindung zum Berg hat ohne Zweifel seinen Reiz. Dabei geht es um den jungen Touristen, aber auch um den jungen Einheimischen. Paolo Cattoi: Es ist schön, wenn die Summercard dazu geführt hat, dass im Sommer mehr Menschen die Plose besuchen. Aber gleichzeitig ist es der Beweis, dass ein Boom auch ohne Seilbahn herbeigeführt werden kann. Alessandro Marzola: Schauen Sie, ich bin davon überzeugt, dass am Bahnhof etwas Einzigartiges entstehen wird, eine moderne Mobilitätsdrehscheibe. Sie blenden in Ihrer Argumentation auch immer aus, dass wir ein Mittelgebirge haben. Sobald es eine attraktive Seilbahnverbindung nach St. Andrä geben wird, wird sich St. Andrä enorm weiterentwickeln. An der Talstation der heutigen Plose-Umlaufbahn entstehen Frei-

zeiteinrichtungen, die sowohl den Gästen als auch uns Einheimischen zugute kommen. Heute ist noch nichts da, also können sich die Brixner schwer vorstellen, welche Vorteile die Bahn bringen wird. Hans Hofer: Nachdem die betroffenen Anrainer bisher nicht zu Wort gekommen sind, möchte ich auf deren Ängste eingehen. Ich spreche sehr oft mit Anrainern: Das sind nicht Querulanten und wollen auch nicht der Plose das Wasser abgraben, sondern sie haben konkrete Ängste. Ich habe als Psychologe 35 Jahre lang mit Menschen gearbeitet, die Ängste haben. Erst kürzlich hat mich ein Anrainer gefragt, was passieren wird, wenn ein Hubschrauber in das Seil fährt. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch, zugegebenermaßen, aber sie ist gegeben. Es wäre ein Horrorszenario, wenn hier etwas Derartiges passieren würde.

Hartwiggasse 9 • I-39042 Brixen • www.immobilpoint.com

Neus��: Sonnige 3-ZIMMER-WOHNUNG mit großem Privatgarten • Übergabe Frühjahr 2015

• Rohbaubesich�gung möglich • direkt am Fahrradweg EKl. A

Alessandro Marzola: Ja, selbstverständlich. Meine Familie betreibt seit über 50 Jahren Seilbahnen. Wenn ich nicht von der Sicherheit einer solchen Infrastruktur überzeugt wäre, hätten wir schon mehrmals Probleme gehabt. Manuel Conci: Ich möchte aber in diesem Zusammenhang anmerken: Ihr Komitee proALTvor hat immer gesagt, dass sie nicht Seilbahngegner sind. Sie präsentieren vermeintliche andere Alternativen. Bei allen Alternativen würde es aber eine Überspannung von Gebäuden geben. Es trifft dann eben andere Gebäudeeigentümer. Ich habe den Eindruck, dass die negative Stimmung vor allem durch die Überspannung geschürt wird. Schauen Sie, wir sind uns bewusst, dass der Überflug nicht etwas Positives ist, aber wir haben in Brixen lange über das Thema diskutiert: Der Bahnhof ist trotz Überspannung die ideale Lösung.

411.000,00 Euro

Brixen: Geräumige 3-ZIMMER-WOHNUNG mit 2 Balkone

Ref. 463

• großer Keller

Alessandro Marzola: Seilbahnen sind das sicherste Verkehrsmittel der Welt – sicherer als Flugzeuge und sicherer als alle anderen Verkehrsmittel. Paolo Cattoi: Würden Sie eine Garantie unterschreiben, dass hier den Anrainern nie etwas passieren wird?

Ref. 405

• überdachter Autostellplatz • Fernwärme

EKl. G

235.000,00 Euro

Klausen: Schöne 3-ZIMMER-WOHNUNG

Ref. 422 • letzter Stock • 2 Balkone • Garage und 2 Keller • teilmöbliert

EKl. C

265.000,00 Euro

Mehr Infos gerne in unserem Büro. INFORMATIONEN 0472 834 380

Klaus Vontavon: Nein, ich widerspreche ganz entschieden. Manuel Conci: Dann sollten wir sachlich die Vor- und Nachteile

IHRE VERTRAUENSPARTNER SEIT MEHR ALS 20 JAHREN 7


Paolo Cattoi: proALTvor hat zwei Studien vorbereitet, eine für die Seilbahn ab Milland und eine für einen Shuttlebus, damit wir nicht nur Nein-Sager sind, sondern auch Alternativen präsentieren. Ich bin in Brixen aber grundsätzlich gegen eine Seilbahn. Das Tal ist bereits urbanisiert; die Überspannung von Gebäuden gäbe es überall, mit jeder Lösung. Ich will nicht mein Problem auf jemanden anderen übertragen. Hans Hofer: Ein zweites Thema ist jenes der Lärmbelästigung. Wir wissen, dass es kein starker Lärm sein wird, aber es ist ein latenter

Manuel Conci, PRO Seilbahn Brixen: „Es ist nun an der Zeit, endgültig zu entscheiden“

Lärm zu befürchten, der Störungen bewirkt – Schlaf- und Einschlafstörungen. Ich habe viel mit hyperkinetischen Kindern gearbeitet, und ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder in der Schule sich vom Anblick und vom latenten Geräusch ablenken lassen. Klaus Vontavon: Ich würde Ihnen empfehlen, eine Decke zu nehmen und am oberen Pfeiler der Rittner Seilbahn in 100 Meter Entfernung zu picknicken. Diesen Lärm in der Bahnhofszone wird man immer haben. Sie wollen ja unbedingt eine 3S-Seilbahn. Wenn Sie eine einfache Seilbahn bauen würden, die von Milland unterhalb der Sportplätze starten würde,

Bauunternehmen - Immobilien www.gasserpaul.it

terrabona.it

Politik & Gesellschaft

der verschiedenen alternativen Standorte bewerten, immer aber im Bewusstsein, dass es bei allen Varianten überspannte Gebäude geben würde. Auch eine Seilbahn, die in Milland starten würde, wie von Ihnen immer wieder propagiert wird, führt zur Überspannung von Gebäuden. Die Mittelstation würde in St. Andrä im Bereich der Kirche in die Bannzone kommen, die Siedlung Fuxdorf würde überspannt werden.

Nettowohnfläche 60 m²

VERKAUF VON NEUBAU-WOHNUNGEN IN NIEDERVINTL: Klimahaus A, sonnige Lage, mit Terrasse und Garten. 3-Zimmer-Wohnungen mit 49 m² und 60 m² 4-Zimmer-Wohnung mit 92 m² INFOS: GARA GmbH Tel. 0474 474 063 oder unter info@gasserpaul.it

8

Hans Hofer: „Die Anrainer sind keine Querulanten und wollen auch nicht der Plose das Wasser abgraben“

dann brauchen Sie überhaupt kein Grün für die Parkplätze. Man muss nur ein bisschen Fantasie haben, aber diese Fantasie wurde nie aufgewendet. Man kann auch eine Seilbahn machen, die nicht nur gerade fährt.

–––––––––––––

Manuel Conci: Der Lärm stammt aber immer von den Rollen an den Stützen. Je mehr Stützen, desto mehr Lärmbelästigung. Wo es keine Stützen gibt, gibt es auch keinen Lärm, weshalb die 3S-Technologie in diesem Fall

info Was passiert, wenn ...? Sollte die Möglichkeit 1, also jene zur Realisierung der Seilbahnverbindung vom Bahnhof Brixen nach St. Andrä, am meisten Stimmen und mehr als 4.268 Stimmen auf sich vereinen, ist dies ein klarer Auftrag an die Gemeinde, alles im Rahmen ihrer Zuständigkeiten zu unternehmen, damit die Seilbahn gebaut wird. Der Stadtrat oder der Bürgermeister wird die Landesregierung bitten, die Realisierung voranzutreiben. Das Land wird dann einen Architekturwettbewerb für die Talstation ausschreiben, worauf die Ausführungsplanung vorangetrieben wird, die wohl das gesamte Bahnhofsareal umfassen wird. Danach folgt eine Ausschreibung zum Bau und Betrieb der Seilbahn. Die Gemeinde wird 5 Millionen Euro bereitstellen; das restliche notwendige Geld kommt vom Land oder von privaten Investoren. Landeshauptmann Arno Kompatscher hat bereits erklärt, dass die Finanzierung gesichert sei. Sollte die Möglichkeit 2, also jene zur Verbesserung der Busverbindung, am meisten Stimmen und mehr als 4.268 Stimmen auf sich vereinen, wird der Bau einer Seilbahnverbindung endgültig ad acta gelegt. Die Gemeinde wird das Land auffordern, die Busverbindungen von Brixen zur Talstation zu verstärken. Das Land wird daraufhin, wie es landesweit üblich ist, überprüfen, ob es überhaupt einen Bedarf für zusätzliche Busse gibt – ob also die derzeitigen Busse ständig überfüllt sind. Da dies nicht der Fall ist, müsste das Land mit einer Potenzierung der Buslinie „in möglicher Erwartung zusätzlicher Passagiere“ wohl einen

Präzedenzfall schaffen, der politisch schwer umsetzbar ist. Es ist aufgrund der mangelnden Attraktivität der Busfahrten äußerst fragwürdig, dass eine Busverbindung zusätzliche Zielgruppen ansprechen würde. Würde also das Land trotzdem zusätzliche Busse einsetzen und diese dann nicht genügend Fahrgäste anlocken, wäre ein „Rückzug“ in die heutige Situation wohl unausweichlich. Sollte die Möglichkeit 3, also jene zur Beibehaltung der derzeitigen Situation, am meisten Stimmen und mehr als 4.268 Stimmen auf sich vereinen, wird der Bau einer Seilbahnverbindung endgültig ad acta gelegt, denn alles soll ja beim Status Quo bleiben. Die Gefahr dieser Möglichkeit besteht darin, dass die Plose unbedingt neue Impulse braucht, um weiter bestehen zu können. Ein Beibehalten der heutigen Situation ohne neue Initiativen zum Anlocken neuer Zielgruppen ist schwierig – es gibt dazu keine machbaren Szenarien. Die Gemeinde wird also neue Studien beauftragen. Der Denk- und Entscheidungsprozess, der 2007 bereits mit der Malik-Studie erfolgt ist, müsste wieder von vorn beginnen. Sollte keine der drei Möglichkeiten mindestens 4.268 Stimmen und damit 25 Prozent der Wahlberechtigten für sich gewinnen, bedeutet das Ergebnis keine bindende Weisung für die Gemeindeverwaltung. Damit kann Bürgermeister, Stadtrat oder Gemeinderat selbst entscheiden, ob das Seilbahnprojekt weitergeführt werden kann oder nicht.


6 – 10 Uhr

1

1 SEM

MEL

mit Sc hinken , oder

Salam

i, oder

Speck

3

ACKCereals N S 1 ilk & ker M Loac

K Kohlensäure) N Ä R T E 1 G er (0,5 l mit/oh- Dneose) 0,33 l lwass Minera Cola, Eistee ( , Fanta

2

Forchstraße 2 · I-39040 Vahrn · T +39 0472 801 712 · tsvahrn@kostner.net · www.kostner.net

3,

50 €


Politik & Gesellschaft

die bessere Technologie darstellt: Zwischen Brixen und St. Andrä genügen drei Stützen. Alessandro Marzola: Wenn die Seilbahn in Milland gebaut würde, käme die 3S-Technologie nicht in Frage – hier wäre durch die Geländemorphologie eine Umlaufbahn mit vielen Stützen die idealere Technologie. Das bedeutet dann aber, dass wir eine Schneise in den Wald schlagen müssen, wir brauchen mindestens 17 oder 18 Pfeiler. Der Eingriff in die Natur ist dann ein vollkommen anderer.

Klaus Vontavon, heimat Brixen: „Mit dieser Seilbahn wird die Bischofsstadt zerstört“

Klaus Vontavon: Nun, es gibt auch andere Möglichkeiten.

heute in einer durch den übermäßigen Verkehr entwerteten Zone. Es gibt dort keinen Nutzen aus irgendeiner nahen Infrastruktur. Morgen haben wir ein attraktives Bahnhofsareal und eine direkte Anbindung zum Berg.

Alessandro Marzola: Es gibt keine anderen Möglichkeiten. Es gibt gesetzliche Bestimmungen, die genau definieren, wie eine Umlaufbahn gebaut werden muss.

Manuel Conci: Wenn ich ein Anrainer wäre, würde ich mich nicht über dieses Projekt freuen, das ist schon klar. Aber ich würde auch nicht aktiv dagegen ankämpfen.

Paolo Cattoi: Wir diskutieren hier ein Projekt, das nicht in Frage kommt.

Moritz Neuwirth: Schauen Sie, ich wohne mitten in der Stadt. Dort gibt es einen konstanten Lärmpegel, der von den Fußgängern ausgeht. Am Morgen kommen LKWs, der Müllwagen – es gibt dort sicher eine viel größere Lärmbelastung als sie jemals von einer Seilbahn entstehen könnte. Ich hätte kein Problem, unter der Seilbahn zu wohnen.

Alessandro Marzola: Das ist aber immer jene Alternative, die Ihr Komitee propagiert hat. Es muss festgehalten werden, dass Milland als Standort für die Seilbahn keine machbare betriebswirtschaftlich sinnvolle Alternative sein kann. Paolo Cattoi: Wenn Land und Gemeinde gewollt hätten, hätten sie auch Alternativen besser analysiert. Die Fragestellung für die Volksabstimmung vom 21. September beinhaltet auch eine Lösung, jene der Verbesserung der Busverbindungen, die überhaupt nicht nach ihren Kosten untersucht worden ist. Die Brixner müssen über etwas abstimmen, von dem sie nichts wissen: Wie oft würden die Busse verkehren, welche Kosten würden entstehen? Hans Hofer: Das dritte Thema ist die Privatsphäre: Wenn eine Bahn darüber fährt, schaut man am Abend ins Schlafzimmer hinein. Ich würde Sie gern fragen: Wenn Sie Anrainer wären, wären Sie dann auch für die Seilbahn? Alessandro Marzola: Mich dürfen Sie da nicht fragen – ich bin in einem Dorf aufgewachsen, wo fast alle überflogen sind. In Wolkenstein werden eine ganze Reihe von Häusern und Pensionen überspannt, und niemand hat ein Problem damit. Man hat sich daran gewöhnt – im Gegenteil: Man sucht die Nähe der Seilbahn. Wer in der Mozartallee wohnt, lebt 10

Klaus Vontavon: Wir müssen auch den Bahnhof als Mobilitätsdrehscheibe in Frage stellen. Sie werden mir Recht geben, dass es sinnvoller wäre, ein anderes Zentrum zu schaffen als den Bahnhof – eine Mobilitätsdrehscheibe, die anderswo errichtet werden könnte und in die man den Bahnhof einbinden könnte, ohne den Westen weiter verkehrsmäßig zu belasten. Alessandro Marzola: Schauen Sie, wenn wir uns am 21. September für den Bahnhof entscheiden würden, dann würden wir insgesamt eine Verkehrsentlastung schaffen, das dürfte doch klar sein. Es stimmt, dass ab dem Kreisverkehr Mozartallee eine geringe Mehrbelastung verzeichnet würde, aber dafür habe ich erheblich weniger Belastung in der Mozartallee und in ganz Milland. Klaus Vontavon: Um zur Volksabstimmung zu kommen: Mit der Fragestellung werden wir in eine Richtung gedrängt, die mir überhaupt nicht passt. Manuel Conci: Diese Fragestellung passt uns auch nicht. Wie wir wissen, handelt es sich hierbei

Moritz Neuwirth: „Die Jugendlichen, mit denen ich rede, sind begeistert von der Idee“

lediglich um einen politischen Kompromiss, um eine Volksabstimmung überhaupt zu ermöglichen. Wir waren immer für eine klare Fragestellung. Klaus Vontavon: Die meisten Brixner wollen eine Seilbahn, aber nicht vom Bahnhof aus. Ich empfehle allen, die die Plose lieben und die Stadt achten, die Buslösung zu wählen. Die dritte Alternative müssen wir ausschließen. Manuel Conci: Es wird seit Jahren diskutiert, es sind mehrere Studien beauftragt worden, mehrere Workshops, und daraus ist der Bahnhof als beste Lösung herausgekommen. Diese Entscheidung fußt auf eine Unzahl an verschiedenen Argumenten und Faktoren. Alessandro Marzola: Nun, zur Verbesserung der Busverbindungen kann ich nicht viel sagen. Wir haben im Winterbetrieb in den vergangenen Jahren viele Varianten ausprobiert, versucht, die Busse zu potenzieren. Im Laufe der Zeit mussten wir sie wieder reduzieren, weil die Busdienste sehr kostenaufwendig sind. Man hat hohe Kosten und keine Einnahmen. Das Land hat den Halbstundentakt wieder eingeführt; wie man hier noch eine Verbesserung einführen soll, ist mir schleierhaft. Manuel Conci: Das Verkehrsaufkommen würde noch einmal verstärkt werden – durch die Mozartallee und durch ganz Milland. Herr Hofer, Sie haben vorhin den Lärm zitiert, der von einer Seilbahn entstehen kann – der Lärm auf der Straße, der von Bussen entstehen würde, ist doch viel höher. Paolo Cattoi: Wenn wir von Wirtschaft reden, müssen wir aber auch von Kosten reden: Diese Seilbahn ist teuer und wird auch enorme Führungskosten verursachen. Alessandro Marzola: Bei der Erschließung von neuen Zonen ist

––––

man gezwungen, von Annahmen auszugehen, die eine Wirtschaftlichkeitsrechnung schwierig machen. In Brixen hingegen hat man bereits fixe Gegebenheiten, zum Beispiel einen bereits existierenden Tourismus. Wir wissen heute, dass sich diese Seilbahn mit Start vom Bahnhof leicht selbst tragen wird. Es besteht also keine Gefahr, dass das Land oder die Stadt die Betriebsdefizite abdecken müsste. Klaus Vontavon: Fünf neue Euro6-Busse im Viertelstundentakt, zehn Stunden am Tag, kosten alles Inklusive 908.000 Euro. Auch eine Einbindung in das Wasserstoffsystem könnte attraktiv sein. Die Buslösung ist zu bevorzugen. Alessandro Marzola: Sie wissen schon, dass derzeit neun Busse im Betrieb sind, um die Spitzenzeiten abzudecken …? Manuel Conci: Die Buslösung ist doch allein von der Kapazität, Attraktivität und von der Impulswirkung nicht im Geringsten vergleichbar mit einer Seilbahn. Paolo Cattoi: Südtirol organisiert derzeit einen Wasserstoff-Korridor Modena-München. Es wäre super, wenn ein solches Projekt auch hier in Brixen vorangetrieben würde. Das könnte zukunftsweisend sein. Manuel Conci: Die Fahrt mit der Seilbahn ist im Vergleich zum Bus ohne Zweifel attraktiver: Sie ist schneller, eindeutig ökologischer und langfristig sicher günstiger. Moritz Neuwirth: Wir müssen an die Zukunft denken. Die Jugendlichen, mit denen ich rede, sind begeistert von der Idee, gerade weil eine Seilbahn vom Bahnhof aus eine gewisse Attraktivität hätte. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht würde die Stadt eine enorme Aufwertung erfahren.

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


PR Info

„Bewährte Kontinuität mit neuen Akzenten“ Das Optikfachgeschäft Optik Brugger feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen und sieht weiterhin gesichert in die Zukunft. Im Gespräch mit Geschäftsinhaber und Diplomoptiker Michael Brugger.

Herr Brugger, Ihr Vater hatte das Optikfachgeschäft bis zu seinem Tod nach kurzer, schwerer Krankheit im letzten Jahr fast drei Jahrzehnte lang erfolgreich geführt. Seitdem leiten Sie den Familienbetrieb. Worin sehen Sie die großen Stärken von Optik Brugger? Michael Brugger: Nach Abschluss der Optikerlehre und anschließender Fachausbildung sowie diversen Berufserfahrungen im In- und Ausland übernahm mein Vater im Jahr 1984 das Optikergeschäft von Hans Staffler. Im Laufe der Jahre verwandelte er es in ein modernes Optikfachgeschäft und machte es für viele zu einer festen Bezugsadresse für Qualität, Beratung und Service. Nach dem plötzlichen Ableben Ihres Vaters mussten Sie früher als geplant in den Familienbetrieb einsteigen, um den Fortbestand zu sichern. Fühlten Sie sich der Herausforderung gewachsen? Michael Brugger: Die Entscheidung, mich zum Diplomoptiker auszubilden und in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, traf ich vor rund fünf Jahren, also noch während meines BWL-Studiums in Innsbruck. Das Fachgebiet des Optikers hat mich zunehmend fasziniert, weshalb ich nach Abschluss meines Wirtschaftsstudiums die zweijährige Ausbildung zum Diplomoptiker an der höheren, technischen Fachschule in Verona absolvierte. Als uns dieser schwere Schicksalsschlag ereilte, war ich gerade bei Miller Optik in Innsbruck, dem größten Nordtiro-

Michael Brugger Diplomoptiker

ler Optikfachgeschäft, tätig. Parallel hatte ich eine Spezialausbildung zur individuellen Anpassung von Kontaktlinsen bei Professor Gustav Pöltner begonnen, einem europaweiten Fachexperten auf dem Gebiet formstabiler Kontaktlinsen, an den sich viele Fachoptiker aus dem Inund Ausland für komplexe Fälle zum Beispiel von Keratokonus wenden. Insofern hatte ich mir das nötige Rüstzeug zur Führung des Familienbetriebes bereits zugelegt und war dabei, weitere Berufserfahrung zu sammeln und mir zusätzliche Spezialkompetenzen anzueignen.

Welche Änderungen brachte der Führungswechsel mit sich? Michael Brugger: Mit seinen 66 Jahren stand mein Vater mitten im Leben, und das zeigt sich auch im Geschäft: Das Labor ist modern und auf einem sehr hohen Niveau ausgestattet, das Sortiment zeitgemäß und breit gefächert, das Team langjährig und kompetent. Der Führungswechsel gestaltete sich deshalb nahezu reibungslos, da ich ideale Rahmenbedingungen vorfand und viele Kunden trotz der Lücke, welche mein Vater im Geschäft hinterließ, uns weiterhin ihr Vertrauen schenken. Seither habe ich mit Bedacht auf Kontinuität gesetzt, um den Kunden das Gefühl von Beständigkeit zu vermitteln und Qualität, Beratung und Service in gewohntem Maße zu bieten, jedoch mit einigen neuen Akzenten, beispielsweise durch neue Marken im Brillensortiment sowie mit erweiterten Spezialkompetenzen auf dem Gebiet der individuell angepassten Kontaktlinse.

OPTIK BRUGGER des Michael Brugger Diplomoptiker Albuingasse 3B 39042 Brixen 0472 833485 info@optikbrugger.it

Aktion gültig vom 13.9. bis 26.9.2014

11 OB_30Jahre_Anzeige_Brixner_RZ.indd 1

25.08.14 11:30


„Diese Entscheidung treffen die Brixner“ Zur Volksabstimmung am 21. September antwortet Landeshauptmann Arno Kompatscher auf die Fragen des „Brixner“ in Bezug auf Konsensbildung, Finanzierung und Standortwahl.

Herr Landeshauptmann, in Brixen wird derzeit das Seilbahnprojekt heftigst diskutiert, und am 21. September findet diesbezüglich eine Volksabstimmung statt. Wie sieht die Landesregierung in Bozen die Diskussionen rund um dieses Projekt? LH ARNO KOMPATSCHER: Grundsätzlich ist es gut, dass sich eine Stadt Gedanken über die eigene Weiterentwicklung macht. Das ist in Zeiten wie diesen auch in wirtschaftlicher Hinsicht wichtig, da nicht nur die Stadt selbst, sondern auch das Umfeld, der Tourismus des gesamten Tales, aber natürlich

auch die Lebensqualität der eigenen Bürger betroffen sind. Von diesem Projekt hängt die Mobilität der Touristen und die Mobilität der Einheimischen ab, weshalb ich die Diskussion darüber als wichtig und richtig erachte. Das anfängliche Ziel dieses Projektes war, eine interessante Perspektive für Brixen, das Skigebiet Plose und die Naherholungsgebiete zu schaffen. Bei der daraus folgenden Diskussion ist meiner Meinung nach jedoch nicht alles glücklich gelaufen. Generell bin ich der Meinung, dass ein Konsens eine gute Voraussetzung für ein derartiges Projekt ist, und

KAROSSERIE & MECHANISCHE WERKSTÄTTE

Mit uns fahren Sie besser.

<

Alois-Vittur-Straße 4/a – Vahrn Tel. 0472 833 449 E-Mail: info@gamperhorst.com

Sc

ha

ld

er s

Dorfs traße

Brenner >

» KFZ-Reparaturen » Karosseriearbeiten » Reparatur und Austausch von Scheiben » Inspektionen & Revisionen » Inkassoabwicklung bei Versicherungsschäden

Voitsbergstraße

Politik & Gesellschaft

INTERVIEW

Brixen >

Ihre Meisterwerkstatt mit vollem Service: www.gamperhorst.com 12

dieser soll ja jetzt durch die Volksabstimmung gefunden werden. Ist es grundsätzlich möglich, einen breiten Konsens für große Infrastrukturen zu finden, oder ist es oft schwierig, der gesamten Bevölkerung, die am Ende darüber entscheiden muss, die Problematik im Detail zu erklären,? Grundsätzlich sollte es möglich sein. Doch da solche Projekte viele Aspekte haben, ist die Sachlage natürlich entsprechend komplex. Aus meiner Sicht, und das erlaube ich mir zu sagen, wäre es vernünftiger gewesen, den Brixnern die Möglichkeit zu geben, einfach für oder gegen dieses Projekt stimmen zu können, wobei gegen dieses Projekt nicht automatisch gegen jedes Seilbahnprojekt geheißen hätte. Die Fragestellung ist nun, wie wir wissen, eine andere; es lag im Ermessen der Stadtverwaltung, dies so zu entscheiden, und ich hoffe, dass die Bürger eine gute Entscheidung treffen werden. Empfinden Sie, dass sich Brixen in Entscheidungsfindungsprozessen, wie zum Beispiel für Seilbahn, Bibliothek oder den Hofburggarten, von anderen Städten unterscheidet? Ich denke, dass Brixen so wie andere Gemeinden seine Eigenheiten und Schwierigkeiten hat. Insbesondere in Großgemeinden ist es zunehmend schwieriger geworden, einen Konsens zu wichtigen Fragen herzustellen, weil die Diskussionen sehr schnell politisch werden: Es geht in der politischen Diskussion bald nur noch darum, bei zukünftigen Wahlen zu punkten oder eigene Interessensgruppen zu bedienen. Damit verabschiedet man sich von der nüchternen, sachlichen Diskussion. Gerade dann liegt es an den handelnden Personen, die Seiten in der Debatte genau

abzuklären und die Diskussion wieder auf eine sachliche Ebene zurückzuführen, Vor- und Nachteile eines Projektes sachlich zu bewerten. Ich habe das Gefühl, dass es am 21. September ein Kopf-an-KopfRennen geben könnte. Nehmen wir an, es gibt nur ein ganz knappes Ergebnis für das Projekt Seilbahn Bahnhof-St. Andrä. Wie reagiert die Landesregierung darauf? Für die Landesregierung ist schlussendlich nur ausschlaggebend, dass die Gemeinde Brixen als Körperschaft einen Antrag stellt. Wie es zur Konsensbildung in der Gemeinde kommt, ist Zuständigkeit der Gemeinde. Eigentlich wäre in diesem Sinn gar kein Referendum nötig gewesen. Ich habe aber immer betont, dass ich vorziehe, Dinge breit in der Bevölkerung zu diskutieren und diese mit einzubinden – das ist ja auch meine politische Linie. Wie aber die Gemeinde die Willensbildung schafft – ob mit einer Volksabstimmung oder mit einem Gemeinderatsbeschluss – entscheidet die Gemeinde selbst. Das heißt also, auch wenn es lediglich eine knappe Mehrheit für das Projekt gibt und die Gemeinde den Antrag an die Landesregierung stellt, dann wird das Land an die Realisierung herangehen? Es könnte gar nicht anders sein. Entscheidend ist der Antrag der Gemeinde. Nehmen wir aber umgekehrt an, die zweite Variante, nämlich die Verbesserung der Busverbindung auf die Plose, vereint bei dem Referendum die Mehrheit auf sich. Wie reagiert dann die Landesregierung? Ich gehe davon aus, dass die Ge-


Anbindung an die Plose schaffen, die viele Gäste und Einheimische aus ganz Südtirol auch nutzen können. Mit der geplanten Umgestaltung des Bahnhofes kann so eine völlig neue Situation im Personennahverkehr geschaffen werden. Deshalb bevorzugen wir natürlich diese Variante. Wie gesagt, die Entscheidung liegt aber zunächst einmal in Brixen.

In Brixen kursieren einige Gerüchte zu diesem Projekt – zum Beispiel, dass die Volksabstimmung obsolet ist, da das Seilbahnprojekt in Zeiten wie diesen nicht mehr finanziert werden kann. Nehmen wir an, die Bevölkerung spricht sich für das Projekt aus: Ist die Finanzierung gesichert?

Ich glaube, es ist besser, auf diese Frage keine Antwort zu geben. Ich möchte mich nicht dem Vorwurf aussetzen, mich als Landeshauptmann in die Brixner Angelegenheiten einzumischen. Es steht mir nicht zu, die Brixner Volksabstimmung zu beeinflussen.

Die Landesverwaltung wird zu ihrem Wort stehen. Die Finanzierung ist möglich, und sie wird dann auch mit den modernen Finanzierungsformen, die der Landesregierung zur Verfügung stehen, umgesetzt werden. Das größte Problem der Brixner ist der Standort Bahnhof für die Talstation. Warum ist für die Landesregierung Milland als Standort eine nicht sinnvolle Option? Aus Sicht der Landesregierung – und ich sage das jetzt ohne in die Diskussion in Brixen eingreifen zu wollen – handelt es sich bei diesem Projekt um die Realisierung eines Mobilitätszentrums und nicht nur um den Bau einer Seilbahnverbindung. Deshalb ist für uns der Bahnhof der ideale Standort, da wir so auch eine

Foto: Oskar Zingerle

meinde dann den Antrag zur Realisierung der Seilbahn nicht stellen wird, und somit erübrigt sich die Frage. Die Landesverwaltung wird dann auch nicht handeln können. Es geht also wirklich darum, vor Ort die Entscheidung zu treffen, was aus rechtlicher Sicht auch der Gemeinderat selbst hätte tun können. Für uns zählt, was die Gemeinde selbst als Körperschaft uns sagt. Wenn man das Projekt also umsetzen will, wird die Landesverwaltung auch zu ihrem Wort stehen.

Nehmen wir an, Sie wären Brixner – wie würden Sie abstimmen?

In Ihrer Zeit in der Gemeinde Völs waren Sie als Präsident der Seiser Alm Umlaufbahn AG auch „Seilbahnbauer“. Hat es damals in der Projektierungsphase ähnliche Widerstände gegeben? Die Widerstände damals waren um nichts geringer als in Brixen. Es hat einige große Diskussionen über die Sinnhaftigkeit des Vorhabens gegeben, was natürlich auch mit der zusammenhängenden Straßenschließung zu tun gehabt hat. Auch bezüglich Umwelteinfluss und Überflug wurde viel diskutiert. Grundsätzlich sind Seilbahnen aber eine sehr attraktive Mobilitätslösung. Das hat sich auch in Seis gezeigt, wo die Seilbahn inzwischen eine Erfolgsgeschichte geworden ist. Anhand der Nächtigungszahlen kann auch festgestellt werden, dass die Seilbahn einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Belebung des Gebiets geleistet

LH Arno Kompatscher: „Aus Sicht der Landesregierung handelt es sich bei diesem Projekt um die Realisierung eines Mobilitätszentrums und nicht nur um den Bau einer Seilbahnverbindung – deshalb ist für uns der Bahnhof der ideale Standort“

------

hat. Von daher finde ich, dass Seilbahnlösungen generell für Südtirol sehr attraktiv sind. Südtirol hat einen besonderen Bezug zu Seilbahnen, und deshalb sind sie auch grundsätzlich eine interessante und hochmoderne Möglichkeit, Mobilität zu schaffen. Sie sagen, die Seilbahn auf die Seiser Alm ist inzwischen ein Erfolgsmodell geworden. Haben die damaligen Kritiker ihre Meinung mittlerweile geändert?

Zum größten Teil schon. Kritiker gibt es natürlich noch immer, die allermeisten haben ihre Meinung inzwischen aber geändert, da auch der Nutzwert für die Bevölkerung gegeben ist, wenn man bedenkt, dass vor allem Einheimische selbst die Bahn in Anspruch nehmen. Derzeit diskutiert man sogar über eine weitere Bahnverbindung von Kastelruth auf die Seiser Alm. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

19. - 21. September 2014 | Bozen Fachausstellung für kreatives Gestalten, Basteln und Dekorieren Fr-So: 9.30-18.30

www.kreativitalia.it

KRE14-1861360-192x68-de.indd 1

12/08/14 11:07

13


Politik & Gesellschaft

INTERVIEW

„Einheit in der Vielfalt“ BISCHOF IVO MUSER spricht anlässlich des 50. Jubiläums der Diözese Bozen-Brixen über deren Anfänge, seinen Arbeitsalltag und die Tätigkeit als Bischof, die Diözesansynode – und die nächsten 50 Jahre.

Herr Bischof, weshalb ist der 6. August 1964 ein so wichtiges Datum in der Südtiroler Kirchengeschichte? BISCHOF IVO MUSER: Die kirchliche Einigung Südtirols war ein Segen für das ganze Land – vor allem in pastoraler, aber auch in politischer Hinsicht, da sie wesentlich zum friedlichen Miteinander der in Südtirol lebenden Sprachgruppen beigetragen hat. „In Vielfalt geeint“. Wieso kann das Motto der Europäischen Union auch für die Diözese BozenBrixen gelten? Geeint, um gemeinsam unsere Aufgaben und Herausforderungen erfüllen zu können: geeint im Glauben, geeint als Volk Gottes von Priestern, Diakonen und Laien, von Ordensleuten und

zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern; geeint im Einsatz für die Verkündigung und Weitergabe des Glaubens, in der Feier unseres Glaubens und im Einsatz für die Menschen. So wünsche ich mir unsere Diözese! Einheit in der Vielfalt – darin drückt sich das Selbstverständnis der katholischen Kirche aus. Das ist der Auftrag der Kirche besonders auch in Südtirol, und um dieses Anliegen geht es auch bei unserer Diözesansynode. Seit 2011 stehen Sie der Diözese als Bischof vor. Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit dieses Amt Sie jeden Tag mit der gleichen Freude und Hingabe erfüllt? Der Dienst des Bischofs ist kein Job, sondern eine Lebensaufgabe. Oft erfahre ich, dass der Dienst größer ist als ich selbst und meine

Möglichkeiten. Es ist die Freude am Glauben, die mich trägt und aus einer persönlichen Beziehung zu Christus erwächst. Christus ist auch die größte Entlastung für

und Hoffnung auszuüben. Ich bin nicht der erste in der langen Bischofsliste unserer Ortskirche, und ich hoffe, nicht der letzte zu sein.

„Es ist die Freude am Glauben, die mich trägt und aus einer persönlichen Beziehung zu Christus erwächst“_ Bischof Ivo Muser mich und meinen Dienst: Er ist der Herr im Haus seiner Kirche, er geht voraus, er geht mit, und er weicht nicht von unserer Seite. Er ist größer als die Kirche, wichtiger als alle unsere Pläne, und er ist auch größer als unsere Zeit. Deswegen macht mir der anvertraute Dienst auch Freude, und ich versuche, ihn mit Hingabe

Durch das Stundengebet bekommt mein Tagesablauf eine geistliche Struktur. Darüber hinaus ist mir die persönliche Gebetszeit am Morgen ein wichtiger Anker, und

Vier Bischöfe in 50 Jahren. Zurück zur Diözese Bozen-Brixen: In den 50 Jahren ihres Bestehens standen ihr vier Bischöfe vor: Joseph Gargitter (1917-1991) wurde nach dem Tod von Johannes Geisler im Jahr 1952 von Papst Pius XII. zum Bischof von Brixen ernannt. Neun Jahre später wurde Gargitter von Papst Johannes XXIII. zusätzlich zum Apostolischen Administrator von Trient bestellt. Das Amt endete 1963 mit der Ernennung von Alessandro Maria Gottardi zum neuen Erzbischof von Trient. In Gargitters Amtszeit fiel auch der Übergang vom Bistum Brixen zum Bistum BozenBrixen. 1986 wurde seinem Rücktrittsgesuch durch Papst Johannes Paul II. stattgegeben. Auf Bischof Joseph Gargitter folgte Wilhelm Egger (1940-2008). Der Kapuzinerpater erhielt von seinem Vorgänger die Bischofsweihe. Mit dabei waren auch Alessandro Maria Gottardi, Erzbischof von Trient, und der Innsbrucker Oberhirte Reinhold Stecher. In einer

Zeit von nicht einmal zehn Jahren besuchte Bischof Egger alle 280 Pfarreien seiner Diözese. Als Höhepunkte seiner Amtszeit können bestimmt die Besuche von Papst Johannes Paul II. 1988 in Maria Weißenstein und von Papst Benedikt XVI. 2008 in Brixen angesehen werden. Wenige Tage nach der Abreise des Heiligen Vaters aus der alten Bischofsstadt am Eisack starb Bischof Wilhelm ganz überraschend an einem Herzinfarkt. Er wurde im linken Seitenschiff des Brixner Domes beigesetzt. Nach dem Tod Eggers wurde Generalvikar Josef Matzneller Diözesanadministrator für die Diözese Bozen-Brixen. Dieser teilte im Dezember 2008 mit, dass der Moraltheologe Karl Golser zum neuen Bischof ernannt wurde. Der aus Tscherms im Burggrafenamt stammende Golser war der erste Bischof, der aus dem sogenannten „Deutschen Anteil der Erzdiözese Trient“ stammt. Doch Bischof Karl, der von Angelo Kardinal Scola im März 2009 im Brixner Dom die Bischofsweihe erhielt, konnte

Wie sieht ein durchschnittlicher Arbeitstag von Bischof Ivo Muser aus?

info Ein besonderes Jubiläum Papst Paul VI. unterzeichnete am 6. August 1964 in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo die Bullen (Urkunden) „Quo aptius“ und „Tridentinae Ecclesiae“. Damit wurde die Neuregelung der Diözesangrenzen festgeschrieben. Während mit der Bulle „Tridentinae Ecclesiae“ die Diözese Bozen-Brixen dem Erzbistum Trient zugeordnet und auf diese Weise eine neue Kirchenprovinz geschaffen wurde, besagt die Bulle „Quo aptius“ unter anderem, dass der in der Provinz Bozen liegende Teil der Erzdiözese Trient (der sogenannte „Deutsche Anteil der Erzdiözese Trient“) der Diözese Brixen anzuschließen ist. Seitdem trägt diese die Bezeichnung „Bozen-Brixen“. Damit fallen die Grenzen der Erzdiözese Trient und der Diözese Bozen-Brixen mit den Provinzgrenzen zusammen, da Brixen die ladinischen Dekanate Buchenstein und Cortina d’Ampezzo an die Diözese Belluno abtreten musste. In der neugeschaf14

fenen Diözese Bozen-Brixen wurde der Bischofssitz von Brixen nach Bozen verlegt, und der Bischof übersiedelte 1972 in die Südtiroler Landeshauptstadt. Das Domkapitel verbleibt weiterhin in Brixen, der Bischof wohnt aber in Bozen. Dessen einstige Propsteikirche (Maria Himmelfahrt) wurde im Jahre 1975 zur Konkathedrale erhoben. Auch im österreichischen Bundesland Tirol wurden die Diözesangrenzen neu gezogen. Just am 6. August wurde die Apostolische Administratur InnsbruckFeldkirch zur selbstständigen Diözese Innsbruck erhoben. Vier Jahre später wurde Vorarlberg als Diözese Feldkirch autonom. Die Diözese Innsbruck umfasst fast ganz Nord- und Osttirol. Lediglich der Nordosten Tirols mit den Dekanaten Brixen im Thale, Kufstein, Reith im Alpachtal, St. Johann in Tirol und Zell am Ziller gehört zur Erzdiözese Salzburg. Letztere ist nach Köln die älteste noch bestehende Erzdiözese im gesamten deutschen Sprachraum.


Foto: Oskar Zingerle

die Feier der Heiligen Messe in meiner Hauskapelle oder in einer Pfarrei oder Gemeinschaft bildet dabei den Höhepunkt. Dann sind es die zahlreichen Begegnungen, die im Laufe eines Tages auf der Agenda stehen: Arbeitsgespräche und Sitzungen, öffentliche Auftritte, Begegnungen mit Priestern, mit Personen aus dem öffentlichen Leben, mit pastoralen Mitarbeitern, aber auch mit einzelnen Menschen und Gruppen, die zu mir kommen. Nicht zu unterschätzen ist die notwendige Zeit der Vorbereitung und der Kontakt mit Menschen, die mir schreiben. Wichtig und wertvoll sind mir viele Begegnungen in unterschiedlichen Zusammenhängen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Derzeit gibt es eine Diözesansynode. Wie schmal ist die Gratwanderung zwischen hoffnungsbringenden Themen und vielleicht enttäuschten Personen, deren Anliegen nicht zur Gänze beachtet werden können? Nicht unsere eigenen Wünsche, Anliegen, Ideen und Programme, die es durchzubringen gilt, sind es, die diese Synode zum Segen für unsere Diözese werden lassen, sondern das gemeinsame Ringen um den Glauben und um den Auftrag der Kirche für unser

Ivo Muser: „Auf dein Wort hin – mit Freude und Hoffnung.“

Foto: Martin Pezzei

Foto: Martin Pezzei

Foto: Karl Gruber

Foto: Martin Pezzei

––

Bischof Joseph Gargitter

Bischof Wilhelm Egger

Bischof Karl Golser

Bischof Ivo Muser

sich nicht über eine ähnlich lange Amtszeit wie seine Vorgänger freuen. Schon zwei Jahre später musste er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen, und Papst Benedikt XVI. nahm im Juli 2011 das Gesuch des schwer angeschlagenen Bischofs der Diözese Bozen-Brixen an. Auf Bischof Karl Golser folgte der Pusterer Ivo Muser. Im Oktober des gleichen Jahres spendete ihm Luigi Bressan, der Trienter Erzbischof, die

Bischofsweihe im Dom von Brixen. Mitkonsekratoren waren Bischof Karl Golser und der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer. Muser, der seinen Studienschwerpunkt im Kernbereich Dogmatik setzte und als Regens des Priesterseminars, als Kanonikus und als Dekan des Domkapitels in Brixen tätig war, wirkte ebenfalls als Spiritual am Vinzentinum und als Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen.

Oberhirte von 281 Pfarreien. Die Diözese Bozen-Brixen, die in ihrer territorialen Ausdehnung dem Land Südtirol entspricht, besticht durch die Verschiedenheit der Sprachen und Traditionen. Bischof Ivo Muser sorgt als Oberhirte für ein friedliches Zusammenleben in 28 Dekanaten und 281 Pfarreien und steht mehr als einer halben Million Gläubigen vor. Wenn man das letzte halbe Jahrhundert der Geschichte der Ortskirche

Revue passieren lässt, so zählen zu den Höhepunkten gewiss auch die Eröffnung des neuen Pastoralzentrums im Mai 1996, die feierliche Erneuerung des Herz-Jesu-Gelöbnisses im gleichen Jahr und die formvollendete Heiligsprechung von P. Josef Freinademetz im Oktober 2003. Die 2005 beantragte Seligsprechung von Josef Mayr-Nusser ist noch im Gange.

15


Der Prozess des Dialogs wird in den Pfarreien fortgesetzt. Welche konkreten Schritte können Sie da als Bischof setzen? Ich habe die Synode gewollt und habe auch darum geworben, weil ich an den Sinn des Dialogs und des Hörens auf alle Stimmen in unserer Diözese glaube. Wenn uns die Synode hörender und dialogfreudiger macht, dann hat sie schon viel beigetragen zu einem guten Klima. Das Motto der Syno-

Foto: Archiv Presseamt

Politik & Gesellschaft

Land. Wenn Christus in der Mitte steht, dann nehmen wir uns selber weniger wichtig. Die Synode ist kein menschliches Parlament und keine kirchenpolitische Interessensvertretung. Wir sind auf einem Glaubensweg – 259 Personen beraten, diskutieren, ringen und erfragen, was für die Pastoral in unserer Diözese wichtig ist. Und ich hoffe, dass mindestens doppelt so viele Personen für diesen gemeinsamen Weg beten. Dann wird diese Synode gute Frucht bringen, und dann geht der gemeinsame Weg – und nur gemeinsam sind und bleiben wir Kirche! – auch nach dem 8. Dezember 2015 weiter.

6. August 1964: Papst Paul VI unterzeichnet die Urkunden zur Gründung der Diözese Bozen-Brixen

––––––––

de „Auf dein Wort hin – mit Freude und Hoffnung“ bleibt Programm, auf allen Ebenen kirchlichen Lebens. Ganz wichtig ist mir auch, dass wir als Diözese nicht nur um uns kreisen: Kirche ist kein Club und kein Verein, sondern wie Sauerteig, Salz, Licht für unsere Zeit. Natürlich brauchen wir auch einige ganz konkrete Ergebnisse, vor allem auch im strukturellen Bereich, für die wir uns entscheiden und die wir dann auch umsetzen.

BEI KANALVERSTOPFUNGEN SCHNELL ZUR STELLE!

Tel. 0472 546178 WIR REINIGEN UND ENTSORGEN

• Kanäle • Klärgruben • Fettabscheider • verschiedene Schlämme

Was wünschen Sie Ihrer Diözese für die nächsten 50 Jahre? Dass vielen Menschen aufgeht, welche Qualität und welche Freiheit durch den Glauben an Jesus Christus in unser Leben und in unsere Beziehungen hineinkommt. Unsere Diözese braucht Menschen, die ernst machen mit ihrem Glauben und die mit Freude und Hoffnung diesen Glauben mit anderen teilen, die sich, ganz im

Sinn von Papst Franziskus, auch die Hände schmutzig machen für andere. Oft denke ich an ein Wort von Sören Kierkegaard: „Es gibt zwei Arten von Christen: die Bewunderer und die Nachfolger. Wenn Sie herausfinden wollen, welche Art Jesus meint, schauen Sie in sein Evangelium hinein“. Andreas Raffeiner Leserbrief an: echo@brixner.info

REIFER SANITÄR HEIZUNG

SOLAR

ALTERNATIVENERGIE

Gerne für Sie im Einsatz.

WEITERE DIENSTLEISTUNGEN:

• Tief- und Hochbau • Rohrvortriebe u. Mikrotunneling • Mikropfahl- u. Hangsicherungsarbeiten • Grundierungen • Spritzbeton • Kanalreinigung u. Klärgrubenentleerung • Bau und Verkauf von Wohnungen Klapfer Bau GmbH Handwerkerzone 9 Terenten Tel. 0472 546178 info@klapfer.com www.klapfer.com 16

Joachim Reifer Schabs, Spingeserstraße 11 - 39040 Natz-Schabs M: 339 713 3035 - jr@reifer-sanitaer.it


NATZ-SCHABS

Zwei Pfarreien unter einer Führung D

en Pfarreien von Natz und Schabs stehen in diesen Tagen bedeutende Veränderungen bevor. Aus gesundheitlichen Gründen verlässt Thomas Huber, der seit 2006 Pfarrer von Schabs und Aicha ist, Ende August seine Pfarrei und kehrt in die Gemeinschaft der Chorherren ins Kloster Neustift zurück. Seine Aufgaben wird der Natzner Pfarrer Artur Schmitt übernehmen. Dieser Wechsel bringt für die zwei Pfarrgemeinden einige Veränderungen mit sich, denn es liegt auf der Hand, dass eine Person alleine nicht gleich viel leisten kann wie früher zwei Pfarrer und ein Kooperator. Pfarrer Artur Schmitt hat sich bereits im späten Frühjahr mit den Pfarrgemeinderäten von Natz und Schabs zu einer Klausur getroffen, bei der die wichtigsten Rahmenbedingungen für die zwei Pfarrkirchen in Schabs und Natz und die Filialkirchen in Raas, Elvas, Viums und Aicha festgemacht wurden.

Neues Gottesdienstsystem. Der

Mittelpunkt einer jeden Pfarrgemeinde sind die Sonntagsgottesdienste. Bei sechs Kirchen und nur einem Pfarrer braucht es eine geschickte Planung und auch Unterstützung von außen, damit alle bedacht werden können. Die ab September gültige Einteilung sieht vor, dass in Viums nur eine Hl. Messe am Montagabend und in Raas wie bisher eine Vorabendmesse am Samstagabend stattfindet. Am Sonntagmorgen gibt es um 8 Uhr einen Sonntagsgottesdienst in Elvas und Aicha und um 9.30 Uhr einen in Schabs und Natz. „Ich werde an den Sonntagen eine Hl. Messe um 8 Uhr und eine um 9.30 Uhr übernehmen. In einer der zwei verbleibenden Kirchen wird eine Hl. Messe von einem Chorherren aus dem Kloster zelebriert, und in einer Kirche findet eine Wortgottesfeier statt“, erklärt Pfarrer Schmitt das neue

System. So wird in jeder Kirche an drei von vier Sonntagen ein Gottesdienst und an einem Sonntag eine Wortgottesfeier stattfinden. In der Pfarrei Natz gibt es bereits fünf Personen, in Schabs bisher nur eine Person, die die Ausbildung zur Leitung von Wortgottesfeiern abgeschlossen haben. Für die großen Feiertage zu Allerheiligen, Weihnachten und Ostern hat Pfarrer Artur Schmitt mit einen Pfarrer aus Burkina Faso, der in Innsbruck gerade sein theologisches Doktoratstudium absolviert, Kontakt aufgenommen. Dieser übernimmt an diesen Tagen je eine der zwei Pfarreien, sodass sowohl in Natz als auch in Schabs zum Beispiel die Christmette oder der Festgottesdienst zum Ostersonntag stattfinden können. „Für diesen Dienst werden die Pfarrgemeinden dem afrikanischen Priester einen Teil seines Studiums finanzieren“, sagt Pfarrer Schmitt. Für die Pfarrgemeinde Schabs Aicha wird es Veränderungen bei der Feier der Erstkommunion und bei der Firmung geben. Seit Artur Schmitt Pfarrer von Natz ist, wird für die Kinder der Dörfer Natz, Raas, Viums und Elvas eine gemeinsame Erstkommunion gefeiert. Ab 2015 wird es auch für die Kinder von Schabs und Aicha nur mehr eine gemeinsam Erstkommunionfeier geben. Firmungen werden abwechselnd einmal in Natz und einmal in Schabs stattfinden; „eine gemeinsame Firmung ist nicht möglich, weil wir keine Kirche haben, in der alle Firmlinge mit ihren Familienangehörigen Platz hätten.“ Bisher hat Pfarrer Artur Schmitt für jedes Kind eine eigene Taufe gefeiert, das wird es zukünftig nicht mehr geben. „Taufen finden nur mehr in den Kirchen von Schabs und Natz statt“, erklärt Pfarrer Schmitt, er wird dazu eine ausreichende Anzahl von Terminen übers Jahr verteilt zur

Foto: Oskar Zingerle

Sechs Dörfer mit je einer Kirche, zwei Pfarreien und nur mehr einem Pfarrer – das bedeutet Um- und Neugestaltung auf vielen Ebenen und für die Gläubigen Abschied nehmen von so mancher Gewohnheit.

Artur Schmitt ist zukünftig als Pfarrer für sechs Dörfer mit je einer Kirche und zwei Pfarreien zuständig

–––––––––––––

Auswahl anbieten. Artur Schmitt wird wie bisher im Kloster Neustift wohnen und dort auch seiner Aufgabe als geistlicher Rektor des Bildungshauses nachgehen. Er wird nur einmal wöchentlich im Widum von Natz und Schabs für seine Pfarrangehörigen im Büro anzutreffen sein.

Initiative ergreifen. Pfarrer

Schmitt hat sich in den vergangenen Jahren sehr um die Jugendlichen in seiner Pfarrei bemüht und gemeinsam mit ihnen einige Ausflüge unternommen. Besonders in Erinnerung geblieben sind hierbei die Reisen zum Weltjugendtag in Madrid im Jahr 2011 mit einer stattlichen Anzahl von Jugendlichen aus Natz und Umgebung und zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro 2013 mit einer kleinen Gruppe. Ob es diese

Angebote auch zukünftig geben wird, ist ungewiss – „das hängt auch davon ab, ob es Jugendliche gibt, die selbst etwas in die Hand nehmen und Initiative ergreifen“, sagt Schmitt. Wenn dem so ist, dann wird sich wohl auch 2016 eine Gruppe von Jugendlichen zum Weltjugendtag in Krakau aufmachen. Die Forderung, mehr Initiative zu ergreifen, ist nicht nur an die Jugendlichen gerichtet. „Ob diese zwei Pfarrgemeinden mit nur einem Pfarrer funktionieren, hängt auch davon ab, ob die Menschen mitmachen und dabei auch bedenken, dass nicht nur das eigene Dorf entscheidend ist“, formuliert es Pfarrer Schmitt abschließend in der von ihm gewohnten Klarheit. annamaria.mitterhofer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 17


Politik & Gesellschaft

IN EIGENER SACHE

Start der Kinderfoto-Aktion z Wir suchen sie wieder: die tollsten, lustigsten und freundlichsten Kinderfotos der Kleinen aus Brixen und Umgebung. Einige Seiten der nächsten „Brixner“Ausgabe widmen wir wieder ganz den kleinsten Mitgliedern unserer Lesergemeinschaft. Also machen Sie sich auf die Suche nach den schönsten Schnappschüssen ihres Nachwuchses, und vielleicht

lacht auch Ihr Sonnenschein aus dem nächsten „Brixner“. Dem Gewinner der Fotoaktion winkt ein Überraschungsgeschenk, das freundlicherweise vom Elektrofachgeschäft Trony zur Verfügung gestellt wird. Aus Platzgründen können wir nicht alle eingesandten Fotos in der Papierausgabe veröffentlichen; alle Fotos finden jedoch online in der „BrixnerPlus“-

Ausgabe Platz, die im Internet und über die Android- und iOS-App gelesen werden kann. Um an der Fotoaktion teilzunehmen, senden Sie das digitale Foto mit einer Größe von mindestens 500 KB

P&G

sowie den Namen des Kindes, Adresse und Telefonnummer an fotoaktion@brixner.info. Einsendeschluss ist der 10. September 2014. Wir freuen uns schon auf viele lustige Schnappschüsse! eh

Politik & Gesellschaft AFERS

Licht am Horizont z Seit dem völligen Abriss des alten Schulgebäudes in Afers sind drei Jahre vergangen, während denen die Kindergarten- und Grundschulkinder der Fraktion in einem Gebäude der Pfarrei untergebracht waren. Bereits im Frühjahr wurden die Arbeiten am Neubau praktisch abgeschlossen. Errichtet wurden ein Kindergarten für zwei Sektionen mit Nassbereich, Abstellraum, Besprechungsraum und Küche, eine Grundschule mit fünf Klassenzimmern und Nebenräumen sowie ein Mehrzwecksaal für Theateraufführungen und den Turnunterricht. Auch der Außenbereich

kurz

notiert

18

wurde neu gestaltet. Durch den Konkurs der Baufirma ZH verzögerte sich der Umzug aber. Nun ist für die im Schuljahr 2014/15 angemeldeten 15 Kindergartenkinder, die in einer Sektion betreut werden, und die 23 Grundschüler, die in zwei Klassen unterrichtet werden, Licht am Horizont zu sehen: Der Stadtrat hat nämlich in seiner ersten Augustsitzung beschlossen, die 13 Aufträge für die Behebung der Mängel und die noch zu erbringenden Leistungen an jene Subunternehmen zu vergeben, die die Arbeiten bisher im Auftrag von ZH erledigt hatten,

Laut Landesinstitut für Statistik sind im Jahr 2012 172.889 Renten mit einem Gesamtbetrag von 2.154 Millionen Euro an die Südtiroler Bevölkerung ausbezahlt worden. Im Eisacktal betrug das durchschnittliche Rentenjahreseinkommen 13.668 Euro.

sodass der Umzug spätestens in den Weihnachtsferien über die Bühne gehen kann.  jb

Entlang der Radwege im Eisackund Wipptal wurden von der Bezirksgemeinschaft Eisacktal Infosäulen aufgestellt, die über Sehenswürdigkeiten der Umgebung, über Geschichte, aber auch über wichtige Kontakte Auskunft geben.

Die Caritas-Gruppe der Pfarrei Vahrn veranstaltet am 6. September von 9 bis 18 Uhr im alten Kindergarten Vahrn einen Benefizflohmarkt zugunsten einer Eisacktaler Familie, die durch einen Krankheitsfall in Not geraten ist. Sachspenden für den Flohmarkt sind willkommen. Informationen: Tel. 328 7365162 (17-18 Uhr).


NACHGEFRAGT

„Handelskammer-Büro bleibt bestehen“ Herr Brunner, bleibt das Brixner Büro der Handelskammer bestehen? Ja, das steht inzwischen schon mal fest. Die Handelskammer muss laut Staatsbeschluss auf einen Teil der Erlöse aus den Mitgliedergebühren verzichten, was Sparmaßnahmen zur Folge hat. Wir sind zur Einigung gelangt, indem die Gemeinde gemeinsam mit der Bezirksgemeinschaft die Miete für das Büro übernimmt. Es ist kein großer Betrag, rund 6.000 Euro im Jahr, aber dieses Entgegenkommen hat dazu geführt, dass das Büro erhalten bleibt. Die Details werden Ende August geklärt.

Man munkelt allerdings von einer Beschränkung der Öffnungszeiten ... Dem Ausschuss der Handelskammer schwebt vor, nur noch eine Halbzeitkraft zu halten und die Öffnungszeiten erheblich zu reduzieren. Das würde bedeuten, dass das Büro nicht mehr jeden Tag, sondern nur noch an einigen Tagen in der Woche geöffnet hat. Ich halte nichts von dieser Idee: Komplizierte Öffnungszeiten sind schwer vermittelbar – die Unternehmer würden wohl oft vor verschlossenen Türen stehen. Derzeit gibt es zwei Vollzeitkräfte; möglicherweise könnte man auf eine Vollzeitkraft reduzieren.

NEUSTIFT

ASGB-Familienfest

z Zur Feier des 50-jährigen Jubiläums des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes findet am 6. September im Kloster Neustift ein Familienfest statt. Unter dem

Motto „50 Jahre ASGB – Mitreden lohnt sich“ beginnt die Veranstaltung für alle Teilnehmer mit einem Frühstück am Stiftsplatz; anschließend wird eine heilige Messe in der Stiftskirche gefeiert. Beim eigentlichen Festakt erwarten die Besucher neben musikalischer Begleitung auch unterschiedliche interessante Aktionen, wie eine Führung durch das Kloster Neustift, eine Weinverkostung und die Preisverleihung des Fotowettbewerbes. Damit auch die kleinen Gäste gut versorgt sind, wird eine lustige Kinderanimation angeboten. Der Höhepunkt des Familienfestes ist jedoch die große ASGB-Torte, die unter allen Teilnehmern aufgeteilt wird. Die Speisen, Führungen und die Weinverkostung werden zu vergünstigten Preisen angeboten. Gegründet wurde der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund am 14. September 1964. Seit damals hat sich der ASGB in Verhandlungen, Debatten und mit unterschiedlichen Aktionen für seine Mitglieder eingesetzt und viel erreichen können. vk

Warum ist es so wichtig,dass das Brixner Büro der Handelskammer mit täglicher Öffnung erhalten bleibt? Damit garantieren wir dem Eisacktaler Unternehmer kurze Wege und angemessene geringe Kosten für die Behördengänge. Es gibt aber auch eine menschliche Komponente: Das derzeitige Personal ist engagiert, kompetent und der Inbegriff einer freundlichen und kundenorientierten Verwaltung. Es wäre wirklich schade, wenn die Eisacktaler Unternehmen diese Ansprechpartner verlieren würden.

Foto: Oskar Zingerle

PETER BRUNNER, Stadtrat für Wirtschaft in Brixen, zur „Rettung“ des Handelskammer-Büros in Brixen – und warum man jetzt noch erreichen muss, dass die Öffnungszeiten nicht reduziert werden.

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

KAPITELSCHENKE

IM FINSTERWIRT

Der Sommertreff in Brixen im romantischen Innenhof-Garten des Finsterwirt.

Domgasse 3 - Brixen Tel. 0472 835 343

19


Menschen & Meinungen Foto: Oskar Zingerle

PORTRAIT

Am Ball geblieben Architektur, Handball und vor allem eine echte und unverfälschte Liebe zu seiner Familie – das sind die drei Säulen, die das Leben von RALF DEJACO charakterisieren. Und ein klein wenig auch das innige Verhältnis zu seiner Heimatstadt.

D

er Handballsport in Brixen – oder besser gesagt, der Handballsport in Südtirol – ist untrennbar mit Ralf Dejaco verbunden. Die Ehrenmedaille der Stadt Brixen wurde ihm vor einigen Jahren wohl auch deswegen verliehen, weil er über den Sport viele internationale Kontakte geknüpft und Brixen so manches Mal ins Rampenlicht gerückt hat. Sport gehört schon seit jeher zu seinen Leidenschaften. „Ich war ein begeisterter Turner und habe Basketball und Volleyball gespielt“, erzählt Dejaco. 1970 übernahm er für ein Jahr die Sektion Faustball im SSV Brixner. „Für diesen Sport habe ich aber keine Zukunft

20

gesehen, und so habe ich mich schließlich an etwas Neues gewagtw.“ Gemeinsam mit Heinz Gutweniger gründete er 1971 die Sektion Handball, „sozusagen von Null an“. Paolo Cestari, Carletto Cordioli, Hans und Paul Costazza ... wenn Ralf Dejaco die Namen der Brixner Handballpioniere aufzählt, schwingen in seiner Stimme Wehmut und Stolz gleichermaßen mit.

Der Traum vom Meistertitel. Während eines Familienausflugs auf die Labiseben-Alm im hinteren Valser Tal hatte man ihn in jener Zeit gefragt, welche Ziele er denn im Handballsport verfolge. Italienmeister wolle er werden,

hat er damals geantwortet, und amüsiertes Gelächter geerntet. Er ist aber allen Unkenrufen zum Trotz „am Ball geblieben.“ Und der Erfolg gab ihm Recht. 1991 gab es für den SSV Brixen endlich den ersten Italienmeistertitel bei den Herren. „Die Frauen waren da schon sieben Mal Meisterinnen gewesen.“ Die Aufbauarbeit des Handballsports in Brixen scheint auch ein bisschen Familiensache gewesen zu sein: „Meine Frau hat lange Zeit die ‚Leibelen’ gewaschen“ und natürlich in der Damenmannschaft auch selbst Handball gespielt, was ihm „schon sehr recht gewesen“ ist. 1975 konnte er „in einem tollen

Gespräch“ Luis Fuchs von der Brauerei Forst davon überzeugen, die Brixner Handballmannschaft zu unterstützen. Aus dem Gespräch hat sich eine Zusammenarbeit ergeben, „die heuer 40 Jahre alt wird“, und Ralf Dejaco hat alle Sponsorenverträge persönlich unterschrieben. Als er zum ersten deutschsprachigen Präsidenten im italienischen Handballverband gewählt wurde, bedeutete dies, dass er „jede Woche in Rom zu tun hatte“. Für sein Engagement im Consiglio Coni, dem alle Präsidenten der verschiedenen Sportrichtungen angehören, wurde ihm von Staatspräsident Oscar Luigi Scalfaro und Ministerpräsident


Steckbrief

LEIDENSCHAFTEN IDEAL VERKNÜPFT: Der Sportpionier Ralf Dejaco hat sich als Architekt vor allem auf die Planung von Sportinfrastrukturen spezialisiert.

–––

Carlo Azeglio Ciampi der Titel eines „Gran Ufficiale“ verliehen.

Es war nicht immer leicht. Das

Amt als Vorsitzender des italienischen Handballverbandes sei nicht immer einfach gewesen, vor allem, weil sich „Sachen zugetragen hatten, mit denen ich nicht einverstanden sein konnte“. Mit seinem Rücktritt hat er damals Neuwahlen erzwungen, bei denen

Veränderungen müssten sein – auf politischer Ebene ebenso wie im Sport. Veränderungen müssten sein, weil sie Stillstand verhindern. Dieses Motto zieht sich auch durch sein Leben. Hinter den Vorhang zu schauen, das hat er auf seinen vielen Reisen gelernt – er ist dadurch kritischer, objektiver aber auch gelassener geworden. „Es ist gefährlich, immer nur um den eigenen Kirchturm herumzugehen.“

dieser doch der Meinung, dass es für die Planung einer Feuerwehrhalle einen „ordentlichen Architekten“ und nicht nur „einen Geometer“ brauche. „Man hat mich eigentlich immer wieder spüren lassen, dass ein Geometer in der Architektur nichts zu suchen haben sollte.“ Und irgendwie hat ihn die Architektur immer schon fasziniert. Vor allem öffentliche Bauten haben es ihm angetan, und

„Veränderungen müssen sein, weil sie Stillstand vermeiden“_ Ralf Dejaco er dann knapp unterlegen ist. Man holte ihn später über den Weltverband, für den er schon lange tätig war, in die Europäische Handballföderation. Bis 2016 wird er dort noch mitwirken. Sein Amt als Präsident des SSV Brixen möchte er schon früher abgeben. „Ich bin absolut nicht müde“, meint er in der ihm eigenen bedächtigen und besonnenen Art, „ich glaube aber, dass man dann gehen muss, wenn der Verein noch nicht möchte, dass man geht.“

Ralf Dejaco gehört ganz offensichtlich zu jenen Menschen, die sich von ihren Visionen leiten lassen und trotzdem bodenständig bleiben. Und er gehört zu jenen Menschen, die sich nie entmutigen lassen.

Handball und Architektur. Seinen

Entschluss, nach der Geometerschule Architektur zu studieren, hat er im Grunde dem ehemaligen Bau-Assessor der Stadt Brixen, Luis Zingerle, zu verdanken; war

hier besonders die Sportbauten, womit sich der Kreis seiner Leidenschaften wieder schließt. „Wo sonst könnte ich meine Leidenschaften idealer verknüpfen, und wo sonst findet man mehr Raum für kreative Gestaltung? Wo sonst kann man mehr Entscheidungen treffen?“ Der jeweiligen Zeit gemäß zu bauen, das sei die größte Herausforderung. „Ein Architekt sollte eigentlich keinen für ihn typischen und unverwechselbaren Stil haben, denn jeder Bau hat es

Ralf Dejaco wurde am 11. August 1944 in Brixen geboren. Im Jahre 1965 maturierte er an der Geometerschule in Bozen und arbeitete vier Jahre lang bei der Baufirma Domus. Daraufhin machte er sich mit einem Vermessungsbüro in Brixen selbständig. Seit 1978 betreibt er – bis 2003 gemeinsam mit zwei Berufskollegen – ein erfolgreiches Architekturstudio in Brixen, das vor allem auf Sportinfrastrukturen spezialisiert ist; so stammt unter vielen anderen die Acquarena in Brixen aus seiner „Hand“. 1969 heiratete er Helga Plangger, mit der er drei Kinder hat. Von 1971 bis 1991 war er Präsident der Sektion Handball im SSV Brixen und von 1991 bis 1994 Präsident des italienischen Handballverbandes. Seit 1996 ist Dejaco Präsident des SSV Brixen. 1998 war er Präsident des Organisationskomitees der Handball-Europameisterschaft Männer in Italien und 2001 Präsident des Organisationskomitees der Handball-Europameisterschaft Frauen in Italien. Von 1988 bis 2000 war er Mitglied der Entwicklungs- und Propagandakommission in der Internationalen Handball-Föderation. Von 2000 bis 2004 war Ralf Dejaco Exekutivmitglied der Europäischen Handballföderation und seit 2004 ist er deren Schatzmeister.

sich verdient, dass man sich ihm unvoreingenommen widmet.“ Das ist auch die Philosophie, mit der Ralf Dejaco sein Architekturbüro führt. „Würde ich den Architekten, die für mich arbeiten, meinen Stempel aufdrücken, so wären sie nur Handlanger.“ Erst in der gemeinsamen Diskussion über individuelle Ideen ließen sich wunderbare Lösungen finden. Dass keiner seiner Söhne die Begeisterung für die Architektur geerbt hat, hat er inzwischen akzeptiert. Er ist stolz auf seine Kinder, auf seine Familie, „die mich auch durch intensive Zeiten getragen hat“.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 21


Menschen & Meinungen

BRIXEN

Führungswechsel z Die Finanzpolizei Brixen hat einen neuen Chef, nämlich Damiano Serani. Der Oberleutnant folgt auf Rossella D’Andriano, die drei Jahre lang erfolgreich die Finanzpolizei in Brixen führte und nun in Triest ihrer Arbeit nachgehen wird. Der 29-Jährige aus Rieti in der Provinz Latium war nach seinem Studium an der Akademie der Finanzpolizei zwei Jahre lang für Wirtschaft und Finanzsicherheit in der Anti-Terrorismus-Abteilung in Catanzaro tätig. Von 2011 bis Juli diesen Jahres verrichtete Serani

in der Abteilung gegen Geldwäsche der Finanzpolizei in Padua seinen Dienst. Nun sieht er in Brixen nach dem Rechten und leitet die Geschicke des Sitzes im St.-Johann-Weg.  eh

M&M IN EIGENER SACHE

„Grafischer“ Nachwuchs

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum ban Åltstådtfescht huier mehr Bewegung wår: Die Leit sein ålle in die Pfåndkriag nochgerennt ...

kurz

notiert

22

z Am 4. August war es soweit: Die Tochter unserer Grafikerin Tini Schwazer erblickte im Krankenhaus Brixen das Licht der Welt. Ganz so einfach machte es die 2,9 Kilogramm schwere und 48 Zentimeter große Romy ihrer Mami zwar nicht, aber nichtsdestotrotz strahlen die Eltern übers ganze Gesicht und freuen sich riesig über ihren Nachwuchs. Auch der stolze Papi Ulli Brunner wurde von seiner Prinzessin lautstark begrüßt, die ihn und Mami Tini nun in Ratschings ganz schön auf Trab hält. Ob die

Eine 15-köpfige Delegation der Kriminalpolizei aus Traunstein in Bayern besuchte jüngst Brixen und die Stadtpolizei. Initiiert wurde der Betriebsausflug vom ehemaligen Praktikanten Andreas Stallwanger, der heute bei der Kripo Traunstein arbeitet.

Kleine das grafische Können ihrer Mutter oder das Kochtalent ihres Papis geerbt hat, steht noch in den Sternen – die Voraussetzungen für eine kreative Karriere wurden ihr

jedenfalls „gentechnisch“ schon mal mit in die Wiege gelegt. Wir gratulieren der jungen Familie und wünschen viel Glück mit dem Sonnenschein.  eh

Beim Europäischen Berufswettbewerb der jungen Gärtner in der Schweiz holten sich Matthias Hofer von der Gärtnerei Hansjörg Auer aus Brixen und Sandra Hofer von der Gärtnerei Raimund Reifer aus Vahrn die Silbermedaille.

Die Stadtgemeinde Brixen bot auch heuer interessierten Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, ein Sommerpraktikum in verschiedenen Abteilungen der Gemeinde zu absolvieren und so erste Schritte im Berufsalltag zu machen.

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen


Foto: Helmuth Rier

O o op s

mein Hoppala

Leser kochen für Leser

Apfelkuchen einmal anders > Zutaten

Philipp Achammer, Landesrat für Deutsche Bildung und Kultur

Zu viele Termine Vor einigen Monaten, so um Beginn meiner Amtszeit als Landesrat, sitze ich im Büro und schaue meine Post durch. Dabei fiel mir ein Brief des Systemadministrators der Landesverwaltung auf. Darin war zu lesen, dass mein digitaler Terminkalender zu viele Termine aufweise und deshalb keine weiteren Einträge mehr möglich seien. Daraufhin bat ich verzweifelt meine Mitarbeiter, zu verifizieren welche Möglichkeiten es gibt, um das Problem zu lösen. Wie sollte ich denn nur weiterarbeiten ohne funktionierende Terminverwaltung? „Das System lässt keinen weiteren Spielraum“, bekam ich als ernüchternde Antwort, „ein persönlicher Anruf beim Systemadministrator könnte eventuell Abhilfe schaffen“, riet man mir. Verärgert griff ich zum Hörer und tippte die vermeintliche Nummer ein ... bis mich meine Mitarbeiter erlösten: Es war der 1. April! Zwischen all den Terminen muss auch ein wenig Spaß Platz haben, meinten sie verschmitzt ...

mmh!

250 g Mehl 1 TL Backpulver 125 g Butter 75 g Zucker 1 Ei ¾ l Apfelsaft 100 g Zucker 2 Pkg. Vanillepudding ½ TL Zimt 800 g Äpfel

> Zubereitung Aus Mehl, Backpulver, Zucker, Butter und dem Ei einen Mürbteig kneten, zu einer Kugel formen und etwa eine

Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Inzwischen die Äpfel grob raspeln und aus Apfelsaft, Puddingpulver, Zimt und Zucker einen Pudding kochen. Die geraspelten Äpfel unter die Puddingmasse heben. Anschließend von der Teigkugel etwa 5 Millimeter dicke Scheiben schneiden und eine Springform komplett damit auskleiden – den Rand nicht vergessen! Den „Apfelpudding“ in die Springform füllen und bei 170°C ca. eine Stunde backen. Den Kuchen unbedingt in der Form komplett auskühlen lassen! Nach Belieben mit Schlagrahm servieren.

Unsere neue Errungenschaft im „Brixner“-Team, Veronika Kerschbaumer, bringt durch ihre österreichischen Wurzeln neuen Wind in die Redaktion. Vielleicht verwöhnt sie uns auch bald mit diesem Apfelkuchen, nicht nur mit ihren Texten ... Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Freuen Sie sich auf das Brixner Altstadtfest?“ 41,86% Ja, das ist wieder eine gute Gelegenheit zum Feiern und Ratschen 20,93% Ja, aber das Altstadtfest braucht unbedingt neue Impulse 11,63% Nein, weil mir manche Begleiterscheinungen nicht gefallen 25,58% Nein, ich meide an diesem Wochenende das Stadtzentrum

Helmut Rohregger Montage

IHRE SICHERHEIT LIEGT UNS AM HERZEN

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Braucht es eine „Obergrenze“ für Bären in der Region?“ Wir sind Ihr Partner des Vertrauens für Torsysteme in Südtirol. Elektrische Tore aller Art und eine fundierte Beratung für Privatund Industriekunden.

w ww.mortec .it T. +39 0471 962 510 | info@mortec.it

> > > >

Ja, weil die Begegnung mit einem Bären viel zu gefährlich ist Ja, weil es ja auch für andere Wildtiere eine ähnliche Regelung gibt Nein, es reicht, wenn die Bären ständig über GPS geortet werden Nein, ein „Zusammenleben“ zwischen Mensch und Bär ist ohne Probleme möglich

Stimmen Sie mit! www.brixner.info 23


Menschen & Meinungen

NATZ-SCHABS

LAMMento

Die 3000. Bürgerin

Zum Abkühlen „Ich hätt’ da mal eine Idee zum Abkühlen“, sagt der Franz, worauf sämtliche drei Gäste in Friedas Café gleichzeitig „Was, abkühlen??!!??“ schreien, was auch kein Wunder ist, denn dieser Sommer hat es ja im Grunde nicht als notwendig erachtet, uns in irgendeiner Weise aufzuwärmen, und sei es mit ... ja, mit Sonnenschein, wie’s halt normalerweise im Juli und August passiert. „Ich habe heuer den Sommer glatt verpasst“, sagt die Frieda und macht dabei ein wirklich enttäuschtes blasses Gesicht, „denn da war ich gerade im Keller, Bier holen. Als ich die Stiege hinunterging, hatte der Sommer noch nicht begonnen, als ich wieder da war, war er schon vorbei“. Dumm gelaufen, denk ich mir, hoffentlich war zumindest das Bier ... lauwarm. Aber der nächste Sommer kommt bestimmt ... na ja, vielleicht ... oder eher doch nicht, man soll ja nie die Hoffnung aufgeben. „So eine Ice bucket challenge wär jetzt das Richtige“, insistiert der Franz, und wieder schauen wir ihn an, als ob ihm sämtlicher Verstand, der ihm noch verblieben war, abhanden gekommen wäre. „Wie die Gemüter derzeit in Sachen Volksabstimmung erhitzt sind, würde das Ausschütten eines Kübels Eiswasser über den Kopf manchem nicht schaden“, sagt der Franz, „richtig mit Eiswürfeln und so, wie die Helene Fischer, die sich ja nicht lumpen hat lassen, auch wenn sie danach ganz atemlos war“ – na ja, der Franz hat auch schon mal bessere Gags abgeschossen, dieser hier war ... lauwarm. Was ja auch wieder irgendwie gut tut, bei diesen Temperaturen.

z Konfettiregen und knallende Sektkorken gab’s bei der Anmeldung im Standesamt der Gemeinde Natz-Schabs zwar nicht, aber freuen durften sich Karin Radmüller sowie die Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Peter Gasser an der Spitze allemal: Als 3.000. Bürgerin wurde die 30-jährige Mitarbeiterin des Krankenhauses Brixen registriert. Gefeiert wurde die Anmeldung im Nachhinein in der neuen Wohnbauzone „Hintersun II“, in die Karin Radmüller mit ihrem Mann Maurizio Bettaglia zog. Anwesend waren dabei nebst Bürgermeister Gasser – für diesen besonderen Anlass sogar mit Bürgermeisterkette – der Gemeindeausschuss, die Bewohner der Wohnbauzone „Hintersun II“ sowie Anrainer und interessierte

Bürger. Die Gemeinde Natz-Schabs gehört mit ihren 15,84 Quadratkilometern zu den flächenmäßig kleineren Gemeinden in Südtirol. Aufgrund ihrer günstigen Lage übt sie jedoch als Wohngemeinde eine große Anziehungskraft aus. 1991 war es Matthias Überbacher aus Natz, der als Neugeborener der 2.000. Bürger wurde. Nun geht Karin Radmüller als 3.000. Einwohnerin in die Geschichtsbücher der Gemeinde ein. Eine Urkunde und die goldene Erinnerungsmedaille sollen sie an dieses Ereignis erinnern. Seit jeher steigt die Bevölkerungszahl in Natz-Schabs kontinuierlich. Betrug diese 1979 noch 1.557 Personen, so lebten 1984 schon 1.742, im Jahr 1994 bereits 2.150 und 2005 schon 2.648 Bürger in der Gemeinde. eh

• Abbrucharbeiten • Altbausanierung • Sanierung von Terrassen und Balkonen • Badsanierung • Wärmeisolierung • Neubau St.-Magdalena-Str. 6 Viums 39040 Natz-Schabs Tel. 0472 410 175 Mobil 335 6699114

24

Klimapehratue sEx

Haus Ralser, Schabs: Sanierung des Wohnhauses mit Ausbau des Dachgeschosses Jetzt mit zinslosem Darlehen des Landes als Vorschuss auf staatlichen Steuerabzug besonders günstig Erstwohnung sanieren!


Pro& Contra Soll die Bergstation der Seilbahn Mühlbach-Meransen zur Umlaufbahn des Skigebietes verlegt werden? Der Hintergrund:

Zeitgleich mit Brixen stimmt die Ortschaft Meransen am 21. September über die Zukunft der seit über 50 Jahren bestehenden Seilbahn ab, die nun erneuert und vergrößert werden soll. Die Gitschberg-Jochtal AG, Besitzerin der Bahn, möchte die Bergstation zur Umlaufbahn verlegen. Ein Promotorenkomitee hat die Volksbefragung initiiert mit dem Ziel, die heutige Trasse samt Bergstation beizubehalten.

EVELYN GRUBER, Hotelierin aus Meransen: „Es geht auch um den Fortbestand der wertvollen Nahverkehrsstruktur.“

Ja Nach der Schule mit der Seilbahn von Mühlbach nach Meransen zu fahren war für mich immer ein Luxus. Auch deshalb bin ich der Meinung, dass für den Erhalt der Seilbahn nach Meransen das Möglichste getan werden muss. Die Lösung mit der Trassenführung zur Talstation Gitschberg ist dabei sicherlich die Beste. Es geht hierbei nicht nur um eine neue Seilbahn, sondern vor allem um den Fortbestand der Seilbahn von Mühlbach nach Meransen – unsere Kinder und folgende Generationen sollen deren Vorteile auch nutzen können. Meransen ist ein Streudorf, und deshalb kommen seit jeher viele Meransner mit dem Auto zur Seilbahn. Durch die Verlegung der neuen Bergstation in Meransen wird der Weg für einige Mitbürger kürzer. Die Chance, eine neue Seilbahn zu bekommen, vor allem mit einer so großen finanziellen Unterstützung, müssen wir nutzen. Ich bin also der Meinung, dass bei der Volksbefragung mit „Nein“ abgestimmt und somit der Errichtung einer Pendelbahn zur Talstation Gitschberg zugestimmt werden soll. Die Bevölkerung von Meransen soll auch in Zukunft mit der Bahn unkompliziert ins Tal gelangen und nicht auf einen unflexiblen Busdienst angewiesen sein. Selbst wenn die Bahn nur für kurze Revisionsarbeiten außer Betrieb ist, spüren Schüler und Pendler die Nachteile eines Busersatzdienstes. Wenn unsere Ferienregion attraktiv bleibt, sind Arbeitsplätze und der Wohlstand fürs Dorf sicher. Wir sind es auch den Meransnern schuldig, die vor über 50 Jahren viele Opfer gebracht haben, damit die Seilbahn gebaut werden konnte. z

OTTO PABST, Meransen: „Kirche, Bank, Geschäfte und Gastbetriebe liegen direkt an der heutigen Bergstation.“

Nein Die Seilbahn Mühlbach-Meransen ist in die Jahre gekommen. Es ist richtig, sie zu erneuern und vernünftig zu potenzieren, denn im Sommer reicht die Stundenleistung nicht aus. Die Bahn verbindet das Dorfzentrum von Meransen mit dem Hauptort Mühlbach als öffentliches und viel genutztes Verkehrsmittel. Im Jahr 2012 beförderte die Seilbahn über 147.000 Personen, aber nur 12.000 Skifahrer. Mit der Verlegung der Bergstation 800 Meter vom heutigen Standort entfernt würden über 90 Prozent der Nutzer – besonders Schüler, Pendler, Senioren und Gäste – arg benachteiligt. In einem Familienskigebiet sind die Hälfte der Gäste Anfänger oder Fußgänger; diese müssten dann von der verlegten Bergstation zu den Dorfliften und ins Dorf zurückgebracht werden. Ein öffentliches Verkehrsmittel muss schnell erreichbar sein, damit es genutzt wird. Der Großteil der Bevölkerung von Meransen wohnt näher an der heutigen Bergstation. Kirche, Bank, Geschäfte und mehrere Gastbetriebe liegen direkt an der Bergstation. Die Bahn ist ideal für alle, die in den Hauptort Mühlbach gelangen wollen, zum Beispiel Mütter mit Kinderwagen oder Personen, die den Arzt, die Apotheke, den Sozialsprengel, Geschäfte und Behörden aufsuchen. Außerdem ist auch ausreichend Parkplatz vorhanden, der an der Talstation der Gitschbergbahn im Winter sicher fehlt. In anderen Orten versucht man, die Seilbahn näher ans Dorfzentrum zu bringen (zum Beispiel in Jenesien oder Vöran); in Meransen haben wir das bereits und sollten uns dafür einsetzen, dies beizubehalten. z 25


Menschen & Meinungen

Echo

„Seilbahn ja, und zwar vom Zugbahnhof aus!“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Beispiel von der Nachbarstadt Bruneck, wo auf dem Gipfel des Kronplatzes die weltberühmte Architektin Zaha Hadid und die Bergsteigerlegende Reinhold Messner ein Bergmuseum bauen.

„Verschandelung“ Josef Gelmi, Brixen

Das Plosegebiet ist für Brixen und für das ganze Land ein wahres Paradies, das es zu erhalten gilt. Deshalb wäre das Aus der Plose als Skigebiet und als Wanderlandschaft purer Wahnsinn. Darüber sind sich wohl alle einig. Das Problem liegt offenbar in der Frage, ob eine Seilbahnverbindung mit Talstation am Zugbahnhof oder mit Talstation an einem anderen bis jetzt nicht klar definierten Standort errichtet werden soll. Ich glaube, dass die einzige vernünftige Lösung die Talstation am Bahnhof ist. Der Bahnhof ist mit dem Zug vom ganzen Land aus und aus dem Ausland am leichtesten zu erreichen. Man könnte in etwa 50 Minuten von Bozen aus auf der Plose sein. Vor allem ist die Eisenbahn umweltfreundlich und umweltschonend. Selbst die Bewohner von St. Andrä könnten davon profitieren. Der Bahnhof, der allerdings zu einem modernen Mobilitätszentrum umgebaut werden müsste, ist auch per Bus, Fahrrad und zu Fuß gut erreichbar. Einziger Nachteil ist, dass Gebäude im Süden der Stadt überspannt werden und sich die Anrainer in ihrer Privatsphäre beeinträchtigt fühlen. Deshalb gilt es, die Seilbahn so zu bauen, dass die Belastungen für diese Bürger möglichst gering ausfallen oder überhaupt kaum mehr ins Gewicht fallen. Das Landschaftsbild würde darunter auch nicht leiden. Es könnte sogar eine Attraktion sein, wie es die Seilbahn in Koblenz ist. Das alles muss aber auch entsprechend kommuniziert werden. Brixen hat gerade zurzeit eine Jahrhundertchance: Es gilt, eine attraktive Seilbahn auf die Plose zu bauen, eine anziehende Umgestaltung des Hofburggartens in die Wege zu leiten und am Forum ein modernes Kongresszentrum zu errichten. Man nehme sich ein 26

Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Paolo Cattoi, Komitee proALTvor

Im Artikel des „Brixner“ vom Juli 2014 finden sich Ungenauigkeiten und Fehlinformationen; deshalb entsteht vom Komitee proALTvor ein falsches Bild. Ich wurde mit weiteren zwei Personen namentlich als Anrainer der Trasse genannt und proALTvor als „erklärter Projektgegner“ betitelt. Ich stelle richtig: Bruno Rosso wohnt weit abseits und ist von der geplanten Trassenführung überhaupt nicht betroffen. Von allen aktiven proALTvor-Mitgliedern werden nur drei offiziell von der Gemeinde als Überflogene anerkannt, ich und drei weitere wohnen in unmittelbarer Nähe, und die restlichen neun wohnen sehr weit von der Seilbahntrasse entfernt. Im Namen von proALTvor wehre ich mich gegen die Bezeichnung „Projektgegner“. Wir sind nicht von vornherein gegen eine Seilbahnverbindung. Daher haben wir vor mehr als einem Jahr der Gemeinde und der Bevölkerung zwei alternative Projekte mit Kostenerrechnung vorgestellt: eine Kabinenbahn mit Start von MillandSüd und einen effizienten, attraktiven und kostengünstigen Shuttlebus im Viertelstundentakt. Wir sind eine Gruppe von Menschen, denen unsere Stadt und ganz besonders ihre Bürger sowie auch unser Hausberg am Herzen liegen. Wir sind deshalb gegen eine derartige Verschandelung unserer Stadt und des Talkessels; Gegner einer über die Köpfe schwebenden Seilbahn, die die Gesundheit und Sicherheit der Bürger gefährdet. Als direkt Betroffener sehe ich es als mein Recht und meine Pflicht, dieses Projekt zu verhindern.

„Für die Zukunft am Berg“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Bea Pircher, St. Andrä

Ich lebe seit zwölf Jahren in St. Andrä und schätze die hohe Lebensqualität, die unser Dorf bietet. Maßgeblich hierfür ist zweifelsfrei der Beitrag der Plose, die nicht nur ein tolles Freizeit- und Wandergebiet ist, und das Sommer wie Winter, sondern auch Arbeitsplätze sichert – im Handwerk und Handel, in der Hotellerie und Gastronomie und nicht zuletzt als Nebenerwerbsquelle für die Bauern, die so ihre Höfe weiter bewirtschaften und das Landschaftsbild pflegen können. Fakt ist aber auch, dass es dringend neue Impulse braucht, damit dieses Ski-, Wander- und Freizeitgebiet weiterbestehen und sich entwickeln kann. Dass eine Seilbahnverbindung diese notwendigen Impulse bringt, steht für mich außer Frage. Ich wünsche mir, dass auch meine Kinder in Zukunft die Chance haben, hier am Berg zu leben und zu arbeiten, dass sie auf der Plose Ski fahren, wandern und ein hohes Maß an Lebensqualität genießen dürfen – ganz abgesehen davon, dass sie jederzeit günstig, schnell und umweltschonend zwischen Stadt und Berg hin- und herpendeln können. Nicht ausdenken mag ich mir hingegen, wie sich die Plose und damit auch das Leben am Berg entwickeln werden, wenn die Bevölkerung die Seilbahnverbindung ablehnt und so die Weiterentwicklung der Plose stoppt. Ein Szenario, das ich weder meinen Kindern noch Brixen wünsche.

„Megaprojekt“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Klaus Vontavon, Verein heimat Brixen

Lieber Willy, Dein Artikel im JuliBrixner kann nicht unwidersprochen bleiben. Dabei will ich auf

die darin enthaltenen „Unwahrheiten und Suppositionen“ gar nicht eingehen. Eingehen möchte ich auf Deine Aussage: „Auch der Verein heimat Brixen bekämpft vehement das Projekt. Für den Präsidenten Klaus Vontavon geht es neben der Angst vor einer Belebung der Stadt und des Berges…“ Du vermischst hier die Meinung des Vereins mit meiner persönlichen Animosität gegen eine Überbewertung der Tourismuswirtschaft. Ich bin gegen den Standort der Talstation am Bahnhof, weil diese Ecke von Brixen nicht mehr Verkehr verträgt. Bevor in Brixen ein neues Megaprojekt begonnen wird, sollen die noch offenen Vorhaben angegangen werden. Der Bau der Südumfahrung würde der Seilbahn-Diskussion eine andere Richtung geben. Der Verein heimat Brixen hat sich eingehend mit der Thematik Ploseberg und Seilbahn befasst; ich erinnere dazu an unsere Umfrage im Dezember 2006 und die darauf folgende Veranstaltung vom 31. März 2007 mit dem Titel: „Plose: Die Zukunft des Wintertourismus – was tun, wenn der Schnee wegbleibt?“ Im Juli 2012 haben wir in einem offenen Brief die Gemeindeverwaltung aufgefordert, „... von vorschnellen Entscheidungen zur Ploseseilbahn Abstand zu nehmen, um sich dadurch vom Druck und Diktat von außen zu lösen; in einen ernsthaften Dialog mit der gesamten Bevölkerung einzutreten im Sinne einer partizipativen Lösungsfindung (Bürgerbeteiligung bei Planungsprozessen)“.

„Es geht um ihre Zukunft“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Michael Bodner, RodeoRiders

Die kontinuierliche Verbindung zwischen St. Andrä und dem Bahnhofsareal bringt einerseits eine enorme Aufwertung des Areals, zum anderen will die Jugend von heute mobil sein, und dies ist nur mit der Anbindung an den Bahnhof möglich. Derzeit ist eine Nutzung der


Leser schreiben uns Busse zum Beispiel für Biker praktisch unmöglich: Mit den derzeitigen Busverbindungen kann maximal ein Rad pro Bus transportiert werden. Die Seilbahnverbindung bietet für die Entwicklung des Freestyle-Sports auf der Plose und zur Vermeidung eines Abbaus der Strukturen eine einmalige Chance. Die Jugendlichen ab 16 Jahren sollen diese Chance nutzen, denn es geht hier um ihre Zukunft. Sie haben am 21. September die Möglichkeit, mitzureden und mitzuentscheiden.

„Imprecisioni“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Maria Paola Asson, Brixen

„Einmalige Chance“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Andrea Bodner, St. Andrä

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ Weise Worte von Franz Kafka. Ich bin sehr gespannt darauf, für welchen Weg sich die wahlberechtigte Bevölkerung von Brixen entscheiden wird. Verstärkte Busverbindungen bringen höhere Belastungen für die Anrainer, außerdem sehe ich in ihnen überhaupt keinen Anreiz, weder für Einheimische noch für Feriengäste, nach Brixen zu kommen. Alles so zu belassen wie es ist bringt keine Veränderung, und vor allem langfristig bedeutet Stillstand das Abstellgleis. Sind die Bürgerinnen und Bürger also mutig und selbstbewusst genug, um Veränderungen zuzulassen? Ich sehe, ganz abgesehen von der Bequemlichkeit

D E S E I N. I t

Relativamente al vs. articolo sulla Plose dello scorso luglio, rimango allibita di fronte alle imprecisioni e falsità che si dicono

sul conto del Comitato Civico proALTvor. Vorrei ribadire che di esso fanno parte anche persone come me, che non sono sorvolate, ma che ci tengono alla qualità della vita della propria città e desiderano mantenere attraente il suo volto. A questo proposito va detto che moltissimi turisti amano frequentare Bressanone e i suoi dintorni, proprio perché apprezzano ciò che questa cittadina finora ha saputo offrire, a differenza di molte altre zone ormai deturpate da un turismo di massa senza scrupoli. Ci tengo a precisare anche che il Comitato è politicamente trasversale e che pur tra mille difficoltà lavora unitamente per uno scopo comune. Siamo persone che, dopo aver dato il proprio voto e la propria preferenza in cabina elettorale, non amano “delegare” a nessun partito né di sinistra né di destra, né a Liste civiche, di qualsiasi etnia, decisioni così importanti che, una volta attuate, possono cambiare radicalmente il volto di un paese o di una città.

SPORTLICH, FIT, KNACKIG! 25€

GUTSCHEIN BEI EINSCHREIBUNG BIS ZUM 30.09.2014

VEREINBAREN SIE EIN UNVERBINDLICHES BERAtUNgSgESpRäCH: T 0472.838.439 MILLANDERwEg 1/A · BRIxEN · www.kNACkIg.It

einer solchen Infrastruktur, die Seilbahnverbindung als einmalige Chance, positive Entwicklungen im gesamten Brixner Bezirk zuzulassen: dadurch, dass umweltfreundliche, öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden, Arbeitsplätze im ganzen Land gestärkt und geschaffen werden und, dass eine Aufwertung der Stadt Brixen und des Mittelgebirges erfolgt. Für mich ein Weg, den ich gehen möchte.

„Ich fasse es nicht!“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Markus Lobis, Brixen

Ich habe den „Brixner“ vom Juli vor mir, die „Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung“. Darin informiert mich (und Sie) der SVP-Gemeinderat und Brixner SVP-Ortsob-


Menschen & Meinungen

Echo mann Willy Vontavon, der auch als treibende Kraft des Komitees PRO Seilbahn Brixen bekannt ist, über die geplante Volksabstimmung zum Seilbahnprojekt am 21. September. Nach einem feinfühligen Pürgstaller-Psychogramm malt Chefredakteur/ Ortsobmann Vontavon sich aus, wie schlimm eine Niederlage bei der Volksabstimmung für den Bürgermeister und die SVP wäre. Dann lesen wir, dass die Gegner „eine diskutable und populistische Überzeugungskampagne, gespickt von Unwahrheiten und Suppostionen“ geführt hätten. Dann werden die Wähler geschimpft, weil sie zu wenig informiert sind (und das, obwohl in den letzten Monaten kein „Brixner“ ohne Plose-Schwerpunkt ins Haus geflattert ist). Und Vontavon schlussfolgert: Besser informierte Bürger würden vielleicht für das Projekt stimmen. Abschließend stellt Vontavon noch die Gegner als egoistische Häuslverwerter dar und unterstellt ihnen, sie hätten „Angst vor einer Belebung Brixens.“ Gekrönt wird die als Artikel verkleidete Philippica im „Brixner“ durch die in einem Kasten hervorgehobenen gebetsmühlenartig heruntergeleierten ProArgumente. Ich fasse es nicht! Das hat mit Journalismus nichts mehr zu tun. Anm. d. Red.: Lieber Markus, deine Reaktion war vorhersehbar, aber aus meiner Sicht unpassend, denn: Es ist legitim und auch weltweit üblich, dass Redaktionen und Redakteure bei kontrovers diskutierten Themen auch mal eine klare Position einnehmen, wenn sie dies als wichtig und richtig erachten. Das hat dann automatisch zur Folge, dass bei den Lesern Emotionen geweckt werden – wohlgemerkt auf der einen wie auf der anderen Seite. Eine Zeitschrift muss mit ihren Inhalten bewegen, der Leser soll sich mit den Texten auseinandersetzen, er soll sich freuen, begeistert sein, er darf sich aber auch mal ärgern. Dies erzeugt Spannung und hat zur Folge, dass der Leser „seiner“ Zeitschrift sein höchstes Gut schenkt, wofür wir immer wieder dankbar sind: Aufmerksamkeit. Davon lebt jede Zeitschrift. Wenn also 28

ein Redakteur von der Notwendigkeit einer Sache überzeugt ist, darf seine Meinung auch klar erkennbar sein. So war es in der Tat vorhersehbar, dass ein Bericht wie jener über die Seilbahn die Leserschaft in zwei Lager spalten würde – jene, die ihre Meinung im Text überhaupt nicht wiederfinden, und jene, die besonders laut applaudieren. Übrigens: Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass auch du in deiner Zeit als Redakteur beim „Brixner“ mit dem Schreiben deiner Meinung nie gespart hast. Hatte das dann auch „mit Journalismus nichts zu tun“, oder gilt das Recht einer Redaktion auf Meinungsäußerung für dich nur, solange sie deine persönliche Meinung widerspiegelt? Zwei konkrete Erwiderungen zu deinem Leserbrief: Ich habe in meinem Text nicht „die Wähler geschimpft, weil sie zu wenig informiert sind“ – in Dutzenden privaten Gesprächen habe ich aber immer wieder gemerkt, dass vor allem Seilbahngegner sehr oft wirklich auch essentielle Details des Projekts nicht kennen. Gerade bei einer Volksabstimmung ist es unsere Aufgabe, die Leser auf einen Informationsstand zu bringen, der ihnen in ihrer Entscheidungsfindung hilft. Und: Ich würde die Anrainer nie als „egoistische Häuslverwerter“ bezeichnen wie du es mir unterstellst, sondern begegne ihnen immer mit Wertschätzung und Respekt. Zum Inhalt meines Berichts stehe ich nach wie vor. Willy Vontavon

„Seilbahn als Vision“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Günther Oberhuber, Milland

In der letzten Ausgabe des „Brixner“ schreibt Willy Vontavon, dass rein rechnerisch 36 FünfzigerBusse pro Stunde zwischen Brixen und St. Andrä pendeln müssten, um die Personenkapazität einer Seilbahn in Spitzenzeiten zu erreichen. Für die Anrainer der Plosestraße wäre die Vorstellung, dass an den Wochenenden und in der Ferienzeit alle zwei Minuten ein Bus an unseren Wohnungen vorbeifährt, ein Horrorszenario, und

wohl auch für all jene Menschen, die im Bereich des Bahnhofs leben, in der Mozartallee oder an der Straße zur Umlaufbahn in St. Andrä. Ganz abgesehen davon bin ich alles andere als überzeugt davon, dass eine bessere Busverbindung einen Aufschwung für die Plose herbeiführen könnte. Dagegen wird sich eine Seilbahnverbindung nicht nur positiv auf die touristische und wirtschaftliche Entwicklung auswirken und damit auch den Fortbestand der Plose sichern, sondern vor allem ermöglicht sie es uns Einheimischen, Sommer wie Winter mit einem modernen und ökologischen Verkehrsmittel bequem, schnell und günstig mit dem Südtirol Pass in unser wunderschönes Ski- und Wandergebiet zu gelangen. So stelle ich mir eine Vision für die Zukunft Brixens vor.

„Gedüngte Fettwiese“ Zum Leserbrief von Siegfried Tasser, „Brixner“ Nr. 294, S. 19

Klauspeter Dissinger, Brixen

Als Vorsitzender des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz bin ich der Erste, der sich für eine Reduzierung der Umweltbelastung einsetzt! Die bereits in der letzten Amtsperiode des Gemeinderates in den Bauleitplan eingetragene Südspange wurde damals auch von den Umweltschützern im Gemeinderat gutgeheißen, da sie den vorgeschriebenen Abstand zum Biotop mehr als einhalten würde und durch intensiv genutztes Grünland neben dem bestehenden Fußballplatz verlaufen würde. Wir haben damals die Vor- und Nachteile der Südspange genau abgewogen und kamen zum Schluss, dass die Steigerung der Lebensqualität der verkehrsgeplagten Anrainer der Mozartallee, der Plose- und Staatsstraße höher zu bewerten sei als eine Straße durch eine gedüngte Fettwiese am Rande einer urbanistisch genutzten Fläche. Dabei wurde auch davon ausgegangen, dass der Mensch als Teil der Natur ebenfalls ein Recht auf ein einigermaßen gesundes Umfeld hat. Wieso muss man ausgerechnet denjenigen, die eh schon

besonders stark verkehrsbelastet sind, auch noch einen Überflug zumuten? Eine Seilbahnstation in Milland würde dieselben Abstandskriterien zum Biotop wie die Südspange erfüllen und wäre zusammen mit einer umweltfreundlichen Busverbindung zum Bahnhof für mich als Umweltschützer als das kleinere Übel akzeptabel. Aber vielleicht geht es Herrn Tasser gar nicht nur um die Auen und das Biotop? Wohnt er nicht etwa in der Nähe der geplanten Südspange und der angedachten Seilbahnstation in Milland? Und was die Sanierung des Bahnhofsareals angeht, so werden wir uns doch hoffentlich nicht noch ein zweites Mal von der Politik erpressen lassen, nach dem Motto: Entweder die Seilbahnstation am Bahnhof oder sonst keine Bahnhofssanierung. Wie oft wollen wir uns eigentlich noch bevormunden lassen?

„Partikularinteressen und Gemeinwohl“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Brigitte Gasser, Brixen

Ich kann die Anrainer, die sich gegen die Seilbahn wehren, gut verstehen; ich würde mich in ihrer Situation ähnlich empören. Schön finde ich auch die Solidarisierung der Brixner mit den Betroffenen. Als aber auf der anderen Talseite Autobahn und Westumfahrung gebaut wurden, die durch Gestank und Lärm sehr viel stärker beeinträchtigen, da gingen die Interessen der Allgemeinheit den Partikularinteressen vor – und die Allgemeinheit war einverstanden. Wen ich grundsätzlich nicht verstehe, sind die Grünen (sie mögen mir verzeihen, ich kenne sie ja alle), aber wie kann man gegen eine Seilbahn sein, die doch wesentlich umweltschonender ist als die vielen stinkenden Busse, die die Kurven hochdonnern, oder auch die vielen Privatautos, die immer weiter in den Wald hineinparken? Da ist doch allemal die Standortfrage hinten anzustellen. Ich würde gerne als alte Dame, wenn’s heiß ist im Sommer, am Morgen mit dem Citybus zum Bahnhof fahren, von dort in die Seilbahn steigen und


Leser schreiben uns auf der Plose bei einem kühlen Bier den wunderschönen Ausblick vom Tor der Dolomiten aus genießen. Wenn’s dann kühler wird, bei schöner Abendstimmung, könnte ich schnell und unkompliziert wieder nach Hause fahren. Auch den Winter könnte ich noch eine Zeitlang länger im Freien verbringen. Ich stelle mir das als große Verbesserung der Lebensqualität für alle Brixner vor – etwa so wie die Acquarena. Die stinkenden Busse werde ich nicht nehmen; erstens wird mir dabei schlecht, sie sind unbequem (vor allem für ältere Semester durchs Um-und Aussteigen), und zudem sind sie mindestens dreimal so lang unterwegs. Auch meine sind Partikularinteressen, aber ich stelle mir vor, dass viele Brixner so wie ich dieses Mehr an Lebensqualität genießen würden. Die Anrainer, vermute ich, würden sich viel schneller an das Bahnl gewöhnen, als sie es sich jetzt vorstellen können. Der Gedanke dagegen, die Plose als Naherholungsgebiet zu verlieren, erfüllt mich mit Traurigkeit.

„Seilbahngegner“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Walter Richter, Komitee proALTvor

Die immer wieder verwendete Bezeichnung „Seilbahngegner“ ist schlicht und einfach falsch. Das Komitee proAltvor sowie viele Brixner sprechen sich entschieden gegen den Standort am Bahnhof aus, sind aber nicht generell gegen eine Seilbahnverbindung nach St. Andrä. Es verwundert mich sehr, dass in Ihrer Zeitschrift den Vertretern einer anderen Meinung Populismus, Anwendung diskutabler Methoden und Verbreitung von Unwahrheiten unterstellt wird. Im Falle von proAltvor können alle öffentlich getätigten Aussagen anhand von Fakten und Zahlen belegt werden. Damit in Ihrem und im Sinne des Bürgermeisters die Bevölkerung künftig besser

informiert wird, bitten wir Sie, auf die bisher verwendeten grafischen Darstellungen (Renderings) zu verzichten. Auf diesen Bildern werden Ständer und Kabinen transparent und nicht wahrheitsgetreu dargestellt. Auch die Proportionen stimmen nicht. Sie geben die reale Auswirkung des Überflugs und die Veränderung des heutigen Stadtbilds nicht wieder.

„Plan B(us) kann nicht funktionieren“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Markus Huber, Sprecher Komitee PRO Seilbahn Brixen

Am 21. September dürfen wird endlich über die künftige Verbindung zwischen Brixen und St. Andrä entscheiden und damit unweigerlich über die Zukunft unseres Hausbergs Plose und

unserer Stadt. Auch wenn die dreigeteilte Fragestellung (Seilbahn, Bus oder Status Quo?) ein notwendiger politischer Kompromiss war, ist jetzt schon klar, dass nur eine Seilbahnverbindung die Zukunft der Plose sichern kann. Die Vision einer Seilbahn ist ja nicht bei den Haaren herbeigezogen, sondern das Ergebnis einer fundierten Analyse dessen, was Brixen braucht, um sich nach jahrzehntelangem Stillstand wirtschaftlich und touristisch weiterzuentwickeln (und damit Wohlstand, Arbeitsplätze und Lebensqualität für ALLE zu sichern). Wenn Brixen am 21. September für die Seilbahn stimmt, dann wird sich auf der Plose und im Mittelgebirge (und damit indirekt auch in der Stadt und der gesamten Umgebung) ein positiver Kreislauf in Bewegung setzen: Neue Hotels und Freizeitanlagen werden entstehen, die neue Gästegruppen anziehen, aber selbstverständlich genauso den

Am 26.09.2014 steht unsere Praxis ab 14.00 Uhr für Sie offen. Wenn Sie wissen möchten, wie sich Akupunktur oder eine Feldenkrais Einzelstunde (Funktionale Integration) anfühlt, schauen Sie bei uns vorbei. Ab 18.00 Uhr feiern wir unsere neue Gemeinschaftspraxis mit einem Umtrunk. Wir freuen uns auf Sie! Keine Anmeldung erforderlich

Tag der Offenen Tür www.wolfram-dejaco.com

Schönheitsbehandlungen: (nach Vormerkung) 16.9. - 20.9. Visagist Chanel 23.9. - 27.9. Beauty H. Rubinstein 30.09. - 04.10. Schminkberatung C. Dior

www.kathrinfischer.com

SONDERWOCHEN 30.8. - 06.9. viele Düfte 06.9. - 13.9. Biotherm 13.9. - 20.9. Shiseido 20.9. - 27.9. H. Rubinstein 27.09. - 04.10. E. Lauder

Drogerie - Parfümerie

Brixen, Domplatz 2 · Tel. 0472 836458 Auch jeden Samstagnachmittag geöffnet.

29


Menschen & Meinungen

Echo Menschen zugute kommen, die hier leben und arbeiten. Die Seilbahn steht für Innovation und Ökologie, sie transportiert Menschen bequem, effizient und kostengünstig. Seilbahnen sind beliebt und zukunftsträchtig. Dagegen würde ein ausgebautes Bussystem zwangsläufig eine hohe Umwelt- und Lärmbelastung sowie langfristig sehr hohe Betriebs- und Materialkosten mit sich bringen. Ganz abgesehen davon stellt sich die Frage, wer denn auf zusätzliche Busse abfahren soll, wenn sich die heutige Busverbindung – was die Kapazität anbelangt – bereits als völlig ausreichend erweist? Wem die Zukunft der Plose und Brixens ein echtes Anliegen ist, der stimmt am 21. September für die Seilbahnverbindung, denn ein Plan B (im wahrsten Sinne des Wortes) wird unseren Hausberg nicht retten.

„Muss es eine Seilbahn sein?“ Zum Leserbrief von Siegfried Tasser, „Brixner“ Nr. 294, S. 19

Gregor Beikircher, Vahrn

Ich möchte gleich schon betonen, dass ich weder den Standort Zugbahnhof noch einen anderen Standort verteidige. Wenn Siegfried Tasser aber in seinem Leserbrief rein bei der Kritik an Klauspeter Dissinger und am alleinigen Standort Bahnhof stehen bleibt, so ist das zu wenig. Es gäbe viele machbare Alternativen – auch an der Südumfahrung von Brixen – ohne dass man die altehrwürdige Kultur- und Architekturstadt Brixen überfliegen müsste oder das Erholungsgebiet südlich von Milland stören oder zerstören müsste. Letzteres ist ohnehin schon durch den Millander Fußballplatz passiert, den man besser näher zur Sarnser Straße gesetzt hätte. Da hat Siegfried Tasser sein Wort nicht erhoben. Um einmal zwei Alternativstandorte für die Tal30

station zu nennen: Wie wär’s mit dem Platz anstelle des brachliegenden Volksbankgebäudes in der Industriezone oder am Parkplatz Max (unterirdisch und überirdisch nutzbar)? Hier könnte man untertags die Seilbahn bedienen und nachts den „Club Max“, womit Rummel, Störungen und Belastungen aus der Stadt herausgelöst wären. Und muss es unbedingt eine Seilbahn sein? Es gibt heutzutage auch noch andere moderne und finanzierbare Zubringer mit geringer Umweltbelastung, die flexibler einsetzbar sind. Glaubt ja nicht, dass ihr imstande seid, mit dem Start der Seilbahn vom Bahnhof aus einen Großteil der Fahrgäste mit dem Zug heranzubringen, außer ihr zwingt sie dazu. Dann bleiben sie halt wieder weg. Aber auch das enge Raumangebot dort am Bahnhof und im Anschluss an die Stadt werdet ihr damit kaum lösen können, wenn ein bestimmter Anteil der Geleise nicht überbaubar ist. Aber einmal ein wenig tiefer, weiträumiger, flexibler und mit einer gewissen Offenheit zu denken und dabei auch noch das gut erkennbare Profil und die Stärken Brixens nachhaltig zu vertreten war für die Brixner Manager und Verwalter schon immer ein gewisses Problem in den letzten Jahrzehnten.

„Ich bin fassungslos!“ Zum Bericht „Für die Plose“, „Brixner“ Nr. 294, S. 4

Elisabeth Wieland, Brixen

Angespannt verfolge ich das Treiben rund um die Seilbahn; dazu gehört auch die Berichterstattung der Monatszeitschrift „Brixner“. Im Artikel vom Juli 2014 widmen Sie einen kurzen Teil den Überflogenen und Anrainern der geplanten Trasse. Sie fragen sich, ob eine Immobilie an Wert verliert, wenn sie künftig von einer Seilbahn in einer Höhe von 40 bis 80 Metern überspannt wird. Herr Vontavon, ich persönlich werde laut mir vorgelegtem Plan in 13 Metern Höhe überflogen! Sie schreiben weiter, eine mögliche Entwertung der Immobilie, die durch den Seilbahnüberflug entstehen würde, soll mit finanziellen Mitteln ausgeglichen werden. Wie stellen Sie sich das vor? Frei nach dem Motto „Geld regiert die Welt“? Keine Summe kann und könnte je eine dauerhaft beeinträchtigte Lebensqualität wettmachen. Dabei spreche ich auch für andere Betroffene: Viele fühlen sich über- und hintergangen und bangen um Sicherheit und Wohnqualität. Auch auf eine Dauerlärmbelästigung,

wie sie die Anrainer der Rittner Seilbahn tagtäglich erleiden, können wir gerne verzichten. Die Sorgen und Klagen der Betroffenen kennend, plant man munter den Bau der Seilbahn weiter. Mit der sturen Behauptung, Wirtschaft und Tourismus könnten nur so gefördert werden, will man den scheinbaren Vorteil anderer auf Kosten unseres dauerhaften Nachteils erreichen. Ich bin fassungslos! Anm. d. Red. Die im Bericht angegebenen Distanzen betreffen den Großteil der Anrainer auf der Strecke. Im Bereich des Bahnhofs sind die Distanzen effektiv geringer, betreffen aber nur wenige Gebäude. Die Lärmbelästigung der Rittner Seilbahn erfolgte, bevor der Betreiber akustisch nachgebessert hat, im Bereich der Bergstation, wo der Motor der Bahn angesiedelt ist. Im Fall von Brixen ist der Maschinenraum an der Bergstation geplant.

„Beliebtes Tanzlokal“ Zu den „Stadtgeheimnissen“, „Brixner“ Nr. 294, S. 47

Richard Fink, Brixen

Ergänzend zu Ihrem interessanten Bericht über die Geschichte der


Leser schreiben uns Fischzucht in der Rubrik „Stadtgeheimnisse“ möchte ich daran erinnern, dass die Eheleute Oskar und Mia Unterfrauner, die auch Inhaber und langjährige Betreiber des geschätzten „Kaffee Unterfrauner“ unter den Großen Lauben waren, in der Fischzucht, neben dem von Ihnen erwähnten „Café mit Terrasse“, auch ein bekanntes und beliebtes Tanzlokal betrieben haben, das Gäste und Besucher aus dem ganzen Land angezogen hat. Auch bekannte Musikgruppen aus dem Ausland, wie zum Beispiel die Drei Meloparodisten aus Wien, haben in der Fischzucht aufgespielt. Auf dem von Ihnen zusammen mit dem Bericht publizierten Bild sieht man wohl auch tanzende Paare auf der Terrasse. Zu erwähnen wäre vielleicht auch noch, dass das Fischzuchtareal während des letzten Weltkrieges von den Nazis für kurze Zeit auch als Durchgangslager für politische Häftlinge benützt wurde. Jahre später haben spielende Kinder dort beim Buddeln unter einem Baum einen goldenen Ring

und andere Wertsachen gefunden, die wohl von einem Häftling dort vergraben wurden – in der Hoffnung, diese zu einem späteren Zeitpunkt noch ausgraben und abholen zu können, wozu sich offensichtlich keine Gelegenheit mehr geboten hat.

„Bitterer Nachgeschmack“ Zum „Pro & Contra“ im „Brixner“ Nr. 294, S. 17

Hartmuth Staffler, Brixen

Im Pro & Contra mit Hannes Innerhofer von der Jungen SüdTiroler Freiheit und Brixens Vizebürgermeister Gianlorenzo Pedron über den Autokorso von Fans der deutschen WM-Mannschaft, die auf den Domplatz gefahren sind, behauptet Pedron ganz unverfroren, „dass die Brixner Gemeindeverwaltung schon

Täglich 12.00 -14.15 Uhr kein Ruhetag Restaurant Löwenhof Brennerstraße 60 | Vahrn - Brixen Tel. +39 0472 836216 | www.loewenhof.it Lunch auf unse rer Sonnenterrasse!

seit jeher den Domplatz als ‚Schmuckstück‘ des Brixner Stadtkerns schützt, indem sie in dieser Fußgänger-Insel jede Art von motorisierten Veranstaltungen verbietet oder erst gar nicht genehmigt“. Diese Aussage widerspricht vollkommen den Tatsachen, da Pedron persönlich immer wieder motorisierte Veranstaltungen, ja sogar Motorsportveranstaltungen am Domplatz genehmigt. So hat er im Frühjahr 2011, wie er auf eine entsprechende Anfrage von mir im Gemeinderat selbst zugegeben hat, im Zeitraum vom 13. März bis zum 15. April das Befahren der Altstadt mit FerrariSportwagen „höchstens drei Mal pro Woche und mit maximal sieben Fahrzeugen“ genehmigt. Diese Fahrzeuge haben am nicht abgesperrten Domplatz Rennübungen veranstaltet und im höchsten Maße die Fußgänger gefährdet. Die Gebühr betrug übrigens 2,50 Euro pro Fahrzeug und Tag, was der Firma Ferrari wohl nur ein müdes Lächeln entlockt haben dürfte! Auch bei zahl-

reichen weiteren Veranstaltungen am Domplatz wird die Altstadt mit Autos und Motorrädern, die zumeist recht rücksichtslos inmitten der Fußgänger fahren, förmlich überschwemmt. Wenn Pedron den Domplatz schützen wollte, hätte er längst schon handeln müssen. So haben die von ihm angekündigten Strafen für die Teilnehmer des Autokorsos den Nachgeschmack einer ethnischen Racheaktion.

Liebe Leserin, lieber Leser, schreiben Sie Ihre Meinung zu den Themen in diesem „Brixner“ - bitte unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer: Redaktion „Brixner“, Brennerstraße 28, 39042 Brixen Leserfax: +39 0472 060201 E-Mail: echo@brixner.info

Angebot

0,99 €

/kg

MELIX SHOP Heute schon was Gutes gegessen?

Brennerstraße 13 | Vahrn 31


32

Menschen & Meinungen


UMFRAGE

Klein, aber oho Fotos: Oskar Zingerle

Bereits seit neun Jahren tingelt der gelbe Citybus durch und rund um die Stadt. Was halten die Brixner von diesem Dienst? Nützen sie ihn auch brav? Und was halten sie von der Route durch die Fußgängerzone?

„Eine super Sache ist dieser kleine gelbe Bus“, sagt Mariedl Thaler, kurz bevor sie aussteigt. „Wir fahren recht oft mit dem Citybus und sind sehr froh, dass es diesen Dienst gibt. Für uns ist es auch recht geschickt, dass der Bus die Altstadt anfährt – auch wenn die Fahrer es auf dieser Route nicht so einfach haben.“

ist begeistert: „Wir sind Touristen und haben in Neustift gewohnt. Jetzt sind wir einfach eingestiegen und lassen uns bequem zum Bahnhof bringen. Nur blöd finde ich, dass man an Bord keine Fahrkarten kaufen kann. Da muss man sich immer vorher organisieren, was manchmal etwas unbequem ist – insbesondere als Tourist.“

„Man kann sich auf den Citybus verlassen“, sagt Tobias Senoner. „Er kommt pünktlich und in angenehmen Abständen – deshalb steige ich auch oft ein. Die Route durch die Stadt ist fraglich, denn hier muss man mit kleineren Verspätungen rechnen. Irgendwie wäre es schade, wenn die Fußgängerzone nicht angefahren würde, andererseits könnte ich auch damit leben.“

„Super, super, super ist der Citybusdienst“, sagt die begeisterte Edeltraud Lahner. „Ich habe besonderen Respekt vor den Fahrern, die die Route durch die Fußgängerzone anfahren müssen – die haben es nicht leicht. Mich wundert es auch, dass sie da überhaupt durchfahren dürfen. Für den Fahrer muss das schon sehr anstrengend sein – besonders jetzt im August.“

„Der Dienst ist super“, sagt Barbara Vikoler aus Albeins. „Ich finde den Citybus eine tolle und besonders praktische Initiative. Für uns Senioren ist er zudem besonders bequem; wir sind flexibel und unabhängig. Ich wundere mich jedes Mal wieder, wie viele Leute mit dem Bus fahren – es steigen an jeder Haltestellt Menschen ein und aus.“

Carmen Olari fährt nicht allzu oft mit dem Citybus. Wenn aber, dann ist sie damit sehr zufrieden: „Ogni tanto vado con il Citybus, adesso per esempio in direzione ospedale. Il servizio mi piace molto ed é perfettamente organizzato. Per me in primo luogo é molto comodo raggiungere l’ospedale e anche il centro storico.“

Der Citybus-Fahrer Albin Leitner ist von der Stadtroute nicht begeistert: „Wir Fahrer brauchen auf dieser Route viel Geduld – besonders bei Schlechtwetter und wenn viel los ist. Es wäre besser, die Fußgängerzone zu umfahren, weil es für jeden zumutbar ist, ein paar Meter zu Fuß zu gehen. Bis jetzt ist zum Glück noch nie etwas passiert – oft geht es aber wirklich ‚gleim’ her.“

„Etwas mehr Rücksicht würde ich mir von den Menschen in der Stadt wünschen. Wenn der Bus kommt, weichen die Leute nicht recht aus. Da braucht es Geduld, als Passagier und auch als Fahrer. Ansonsten ist der Citybus-Dienst eine ganz tolle Sache und wird auch gut angenommen“, findet Konrad Erlacher, der des Öfteren in den Bus steigt. 33


Kunst & Kultur

ANTONIA ZENNARO IM INTERVIEW

Von Heimat und Reeperbahn

Die Fotografin Antonia Zennaro ist in Vintl aufgewachsen, lebt aber seit Jahren in Hamburg. Ihr Fotoband über den verblassenden Mythos der Reeperbahn wurde für den Deutschen Fotobuchpreis 2014 nominiert.

Frau Zennaro, Sie sind in Hamburg geboren, aber in Vintl aufgewachsen. Wie kommt das? ANTONIA ZENNARO: Das hat sich eigentlich zufällig so ergeben. Meine Mutter kommt aus Hamburg, mein Vater aus Venedig. Sie haben sich im Urlaub kennengelernt, und es wurde eine dauerhafte Beziehung daraus. Ich bin in Hamburg geboren, aber als ich eineinhalb Jahre alt war, sind wir mit meinem älteren Bruder nach Vintl gezogen, weil meine Eltern dort ein Haus gekauft haben. Sie leben in Hamburg. Fühlen Sie sich noch als Südtirolerin? In meiner Familie bin ich diejenige, die ihre Südtiroler Wurzeln am meisten spürt. Nach einer Hochdeutsch-Phase spreche ich als Einzige einen waschechten „Puschtra“-Dialekt. Ich liebe meine Heimat, ich fühle mich wohl, und viele meiner Freunde leben da. Das Land hat mir viel gegeben in Hinblick auf meine fotografische Arbeit. Damit meine ich nicht etwa finanzielle Unterstützung, aber aus dem emotionalen Umfeld habe ich stets Kraft geschöpft. Fotografie ist etwas Schwieriges, nichts Handfestes; es wird erst greifbar, wenn man ein konkretes Projekt angeht, und das braucht seine Zeit. Sie haben in der Tat einige kreative Umwege unternommen, bis Sie schlussendlich die Fotografie als Ihren persönlichen Zugang zur Welt gefunden haben. Nach der Matura habe ich mir eine Auszeit genommen und bin 34

für ein Jahr nach Paris gegangen, um dort zu arbeiten. Ich hatte keine Lust, meine Nase wieder in Bücher zu stecken; ich bin einfach kein „Studiermensch“. Von Paris bin ich nach Barcelona gezogen, wo ich dann doch gern ein Studium beginnen wollte. Allerdings brauchte ich ein gutes Jahr, um die Matura in Spanisch abzulegen, denn mein italienischer Abschluss wurde nicht anerkannt. In dieser Zeit habe ich in Künstlerkreisen verkehrt, vor allem mit Musikern. Ich spielte ja selbst Schlagzeug und hatte zu Oberschulzeiten die erste Mädchenband hierzulande gegründet. Ich habe mich dann eine Weile am Theater versucht, aber das war nicht das Richtige für mich. Es war trotzdem ein wichtiger Lebensabschnitt, weil ich hier mit dem Fotografieren angefangen habe. Leider war ich zu jung und unerfahren; ich wusste beim besten Willen nicht, wie man Sponsoren findet, um eine interessante Milieustudie als Projekt umzusetzen. Immerhin haben Sie das Thema ernsthaft in Angriff genommen und sind nach Italien zurück, um Fotografie zu studieren. Eigentlich wollte ich immer Humanwissenschaften studieren oder auch Journalismus, aber ich bin dann doch am Istituto Superiore di Fotografia in Rom gelandet. Ich hatte das Gefühl, wenn ich nicht fotografiere, fehlt es mir. Und Fotografie hat sehr viel mit Menschen zu tun: Man muss einerseits einfühlsam und respektvoll sein, andererseits wird man auf sich selbst zurückgeworfen. Es ist eine einzigartige Lebensschule.

Nach Rom ging es noch nach Dänemark. Wie viele Sprachen sprechen Sie mittlerweile eigentlich? In Dänemark war ich auf der Danish School of Journalism und hab den Master in Fotodokumentation drangehängt. Ich bin nicht gerade sesshaft, und als Fotojournalistin, dachte ich, würde ich viel reisen können und Menschen treffen – genau das, was ich immer wollte. Da kommt es mir natürlich zugute, dass ich Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch und Spanisch fließend spreche. Ein paar Brocken Dänisch kann ich auch und im Moment lerne ich Arabisch. Die Möglichkeit zum Reisen hatten Sie dann tatsächlich bei den Agenturen Zeitenspiegel oder Focus. Außerdem konnten Sie endlich ihre Milieustudie angehen – die Reeperbahn. Da ich inzwischen in Hamburg lebte, beschäftigte ich mich

zwangsläufig mit der Reeperbahn. Dank Zeitenspiegel, für die ich viele Fotoreportagen aus aller Welt lieferte, konnte ich mich in meiner Freizeit dem Projekt Reeperbahn widmen, in das ich fast vier Jahre Zeit investiert habe. Außenseiter am Rande der Gesellschaft haben mich immer schon fasziniert, genauso wie die animalischen Triebe, in denen die Menschen gefangen sind. Ich wollte aber auch den Kiez einfangen und die Veränderungen festhalten, bevor alles verschwindet. Ich bin ein Bergkind, und die Schnelllebigkeit in den Städten macht mir immer wieder zu schaffen. Da weiß ich oft nicht, woran ich mich eigentlich festhalten kann. Heute sind in St. Pauli schon viele Clubs geschlossen; es werden Büros und schicke Appartements gebaut. Die wenigen Übriggebliebenen sind zur Miete im heruntergekommenen Hotel Hongkong, weil sie sich nichts Besseres mehr leisten können. An das Altwerden hat niemand in den goldenen Zeiten vor 50 oder 60 Jahren gedacht;


MYTHOS REEPERBAHN: Antonia Zennaro fängt in ihrem Fotobuch die verblassende Seele von St. Pauli ein

––

Foto: Oskar Zingerle

sie haben gutes Geld gemacht, aber alles mit vollen Händen ausgegeben. Ihre Bilder erzählen von Verletzlichkeit, Verlust, aber auch von Würde und Stolz. Wie ist es Ihnen gelungen, das Vertrauen der Porträtierten zu gewinnen? Viel Schweigen, viel Zuhören, mitrauchen, mittrinken und vor allem Respekt zeigen. Auch wenn Barbara, Knut, Pierre, Udo und die anderen, wenn man so will,

gekommen – und nun arm und einsam. Diese Charaktere wird es nie wieder geben. Ich wollte mit dem Buch über diese besonderen Menschen auch eine Dokumentation für die junge Generation erstellen. War der Gedanke an Veröffentlichung ein Problem für die Protagonisten? Meine Bilder beschönigen nicht Es war schwer für die Kiezbewohner, diese Realität in den Fotos zu

„Viel Schweigen, viel Zuhören, mitrauchen, mittrinken und vor allem Respekt zeigen“_ Antonia Zennaro verlorene Seelen sind, haben sie doch ihre Würde und ihre Erinnerungen. Sie sind ganz spezielle Menschen, in der Nachkriegszeit aufgewachsen, unter dem Wirtschaftswunder plötzlich zu Geld

akzeptieren. Zum Teil wussten sie gar nicht, welchen trostlosen Eindruck sie nach Außen vermittelten. Die Veröffentlichung war letztendlich auch ein Zeichen von Wertschätzung. Barbara, der das

Buch gewidmet ist, wurde zum Beispiel aus ihrer Lethargie geholt. Aber auch ich bin an ihrer Lebenserfahrung gereift, und wir sind so etwas wie Freundinnen geworden. Ihr Fotobuch beinhaltet neben den Bildern über einen verschwindenden Mythos auch einige wunderschöne Essays von Kurt Tucholsky, dem Hamburger Urgestein Konrad Lorenz, vom Musiker Rocko Schamoni, ihrer Kollegin Anna Hunger – und von Ihnen selbst. Ich habe mich immer mit kreativen Menschen umgeben. Also habe ich einige davon kontaktiert, um die Seele von St. Pauli auch schriftlich festzuhalten. Es sind humorvolle Geschichten und auch nostalgische Erinnerungen. 40 Jahre nach Anders Petersen ist es Ihnen gelungen, ebenfalls ohne entlarvenden Voyeurismus einen Blick hinter die Kiezkulissen zu werfen. Das Echo auf das

Buch war so groß, dass sogar eine Reportage darüber gedreht wurde, die am 5. August im NDR ausgestrahlt wurde. Erfüllt sie das mit Stolz? Stolz würde ich nicht sagen, aber es war eine große Genugtuung und Erleichterung, als alles unter Dach und Fach war. Es war ein hartes Stück Arbeit, und ich habe eine Menge dabei gelernt. Wie geht es jetzt weiter? Ich habe zurzeit ein Arbeitsvisum für zwei Jahre in Kolumbien, wo ich mich wie gewohnt mit ortsgebundenen Problematiken beschäftige. Hamburg ist Geschichte, ich hab genug von Kälte und Regen. Ich will im Süden leben, in einem warmen Land. Ein Projekt in Südtirol wäre in Zukunft aber auch denkbar.

irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 35


Ungeschönte Barockmalerei Dem Tiroler Barockmaler Ulrich Glantschnigg sind parallel zwei Ausstellungen gewidmet: Das Bozner Merkantilmuseum zeigt profane Kunst, und in der Hofburg Brixen ist eine Auswahl seines religiösen Schaffens zu sehen.

U

lrich Glantschnigg wurde 1661 in Hall in Tirol geboren, übersiedelte aber schon als Zehnjähriger nach Bozen, wo er zunächst Unterricht beim Maler Franz von Teutenhofen, dann bei Heinrich Frisch in Meran erhielt. Von entscheidender Bedeutung war jedoch seine weitere Ausbildung bei Carl Loth, in dessen Atelier in Venedig er sechs Jahre verbracht haben soll und mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Nichtsdestotrotz hat Glantschnigg keineswegs den Malstil seines Meisters übernommen – er hat genau wie andere Schüler von Loth eigene Erfahrungen und Eindrücke in seinen Werken verarbeitet. Übrigens ist noch kaum erforscht, woher Glantschnigg die Anregungen zu seinen realistischen Darstellungen genommen hat. Als sicher gilt der Einfluss von „Carlottos“ Vater, Johann Ulrich Loth, bei dem sich mehrere Strömungen vereinen, wie die der Tenebrosisten oder des neapolitanischen Spätcaravaggismus. Charakteristisch an den meist statischen Bildern sind die überaus detaillierte Darstellung der Dinge und der dadurch entstehende Monumentaleffekt. Eine eindeutige Zuordnung wird jedoch durch die mangelhaften Maßangaben und die selten erfolgte Signatur erschwert.

Lehr- und Wanderjahre. Glant-

schniggs Lehr- und Wanderjahre führten ihn nach Rorschach, München und Braunau und fanden erst 1683 ein Ende, als er um das Bürgerrecht in Bozen ansuchte, das er 1686 nach der Eheschließung mit Anna Tasser erhielt. In den sieben Jahren bis zu ihrem frühen Tod schenkte sie fünf Kindern das Leben, von denen nur Tochter Anna das Erwachsenenalter erreichte. Auch eine zweite Verbindung Glantschniggs mit Maria Magdalena Reichhalter brachte fünf Kinder hervor, von 36

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

MALEREI

In der Hofburg sind vorwiegend Werke mit religiösem Hintergrund von Glantschnigg zu sehen

–––

denen Josef Anton und Johann Ulrich ebenfalls den Malerberuf ergriffen. Ulrich Glantschnigg verstarb 1722 in Bozen.

Glantschniggs Lebenswerk. Ulrich Glantschnigg ist einer der wichtigsten Promotoren des Hochbarock in Tirol und kann in der Applikation des Genrebildes als lokaler Initiator angesehen werden, wie die Raumdekorationen im Bozner Merkantilgebäude und im Menz’schen Sommerhaus belegen. Die sieben Gemälde im Merkantilmuseum sind ikonografisch miteinander verflochten, und vor allem in der „Allegorie des Handels“ finden sich mahnende Hinweise für einen tüchtigen Kaufmann. Das Œvre des Künstlers definiert sich hauptsächlich über die Altar- und Tafelbilder. Das lässt sich mit den beinahe ausschließlich kirchlichen Auftraggebern erklären, denn sowohl am Hof als auch von Seiten des Adels und des gehobenen Bürgertums wurden mehrheitlich religiöse Themen geordert.

Legenden und Anspielungen. Erfreulich ist umso mehr, dass nun den Altar- und Andachtsbildern Glantschniggs in der ehemaligen Fürstbischöflichen Residenz

gebührende Reverenz zukommt, denn damals erfuhren nicht alle Arbeiten ungeteilte Bewunderung. Imposant das großformatige Portrait des ab 1702 regierenden Fürstbischofs Caspar Ignaz Graf Künigl sowie das Porträtbild für Prälat Troyer am Totenbett. Die realistische Darstellung erregte bald das Missfallen des Regenten, und nach einer Mariendarstellung von ungezwungener Natürlichkeit blieben die Aufträge endgültig aus. Glantschnigg fand im Augustiner Chorherrenstift Neustift einen treuen Auftragsherrn: Es entstanden der Passionszyklus oder die Heilige Familie im Hause Nazareth mit Putten, die mit Zimmermannwerkzeug hantieren. Triumphierend präsentiert sich die prachtvoll gekleidete Katharina auf dem zerbrochenen Marterrad kniend – über ihrem Haupte schwebend die Hl. Barbara. Um die seltsame Position der Beine im Bild „Papst Pius im Gebet vor dem Kruzifix“ rankt sich eine Heiligenlegende: Unbeliebt bei seinen Mitbrüdern wegen seiner übermäßigen Frömmigkeit, strichen jene Gift auf die Füße Jesu. Der Wundertätige ließ die schnöde Tat nicht zu und zog kurzerhand die Beine ein, um den fatalen Kuss abzuwenden.

Im Gemälde der „Hirten an der Krippe Jesu“ hat der schalkhafte Glantschnigg eine humoristische Anspielung auf seinen Namen eingearbeitet. Ein Junge reicht dem Jesulein eine Schnecke in Anlehnung an die Schreibweise „Landschneck“. Zusammen mit „Die Heiligen Drei Könige an der Krippe Jesu“ gelten die beiden Arbeiten als Meisterwerke mit besonderer Detailtreue und einem leuchtenden Jesuskind im effektvollen Chiaroscuro. Dem Geschmack der Zeit folgend finden sich gar einige JosefDarstellungen, außerdem eine überraschend maskuline Maria Magdalena und ein beeindruckender Anna-Zyklus. Nicht selten hat Glantschnigg den Figuren seine eigenen Züge verliehen oder die seiner Familienmitglieder. In der „Hochzeit zu Kanaa“ versteckt ihm seine Frau die Kleider, damit der Lebemensch nicht ausgehen und wieder sein Geld verschleudern kann. Gut, dass das Riesengemälde in der Hofburg nicht Platz hatte, sonst hätte so mancher Mann einen vielsagenden Blick oder einen Rippenstoß seiner Angetrauten abbekommen. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


MUSIK

Die Dreikreuzerl-Oper Foto: Eva Durchner

Die Premiere der Rock Opera „Die drei Kreuze“ ging im Forum Brixen über die Bühne. Ein Spagat zwischen Rockspektakel und der Darstellung der Geschichte Südtirols vom Ersten Weltkrieg bis heute.

N

ach einer medialen Großoffensive mit unzähligen Werbeschaltungen in Rundfunk, Presse und auf Internetplattformen fand sie nun, begleitet von Kommentaren im eigens gedruckten „Dolomiten“-Extrablatt, endlich statt: Die Premiere der ersten Rock Opera der Geschichte Südtirols mit ihrem gewaltigen Anspruch, Südtirols Werdegang vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis in die Gegenwart musikalisch zu verarbeiten und – wie man in den Presseaussendungen nicht müde wurde zu behaupten – wertneutral darzustellen. Nachdem der ursprüngliche Aufführungsort in der Festung Franzensfeste aus technischen Gründen fallen gelassen wurde, galt es nun, für die Brixner Band Tellura X, bestehend aus Tamara Rieder (Gesang), Hannes Mittermaier (Gitarren, Mandoline, Gesang), Marco Battisti (Keyboards), Hannes Larcher (Drums, Percussion), Maria Ellemunt (Violine), Karl Mittermaier (E-Bass, Sprecherstimme) und etwa zwei Dutzend Gastmusiker, das Forum Brixen in eine Rockarena zu verwandeln. Neben einer ausgeklügelten Lichttechnik und immer wieder eingeblendeten Bildprojektionen war es wohl auch die Unterteilung der Sitzplätze in unterschiedliche Preiskategorien, die das Rockkonzertfeeling verstärken sollten.

Rockmusik pur. Zu Beginn also

gleich ein paar harte Rockakkorde und viel Percussion, effektvolle

Stimmgewalt und Gitarrenriffs sorgen für das richtige Rock-Feeling

––––––––––––

Motive von den Streichern und jede Menge gute Riffs von Hannes Mittermaier, von dem die meisten der 23 Kompositionen stammen, die hier von den verschiedenen Solisten abwechselnd interpretiert werden. In dieser Hinsicht erfüllen sich die Erwartungen des altersmäßig gut durchmischten Publikums. Musikalisch ist hier professionell gearbeitet worden, wenngleich der Begriff Rock sehr weit gefasst erscheint. Tamara Rieder setzt mit ihrer wandlungsfähigen Stimme und ausdrucksstarken Bühnenpräsenz Maßstäbe, mit denen sich auch die anderen Solointerpreten, allen voran Maria Lerchegger, messen können.

Die Geschichte. Bleibt die Frage

nach dem Inhalt der Oper, die ausgehend von einem historischen Tagebuch – es wäre interessant zu wissen, von wem dieses stammt – die Lebensgeschichte des in Brixen geborenen Hans erzählt. Als Hans im Unglück erlebt dieser sein Leben weitgehend als Opfer der Geschichte, von der es am Ende heißt, dass sie so nicht hätte sein müssen. Dass die Geschichte Südtirols, die immer nur ein ganz kleiner Teil der Geschichte Europas war, vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert glücklos, ja für viele besonders tragisch verlaufen ist, hat seine Ursachen in der einsetzenden Modernisierung und den darauf folgenden politischen Umwälzungen. Diese brachten nach dem Ersten Weltkrieg totalitäre

Regimes hervor, mit ihren unsäglichen Verbrechen, wie Völkermord und massenhafte Vertreibungen. Hans erkennt diese geschichtlichen Zusammenhänge nicht. Für ihn zählen nur seine Heimat, die vielbeschworene, sein Land, das arg gebeutelte, und seine Tiroler Identität, die von allen Seiten bedrohte. Die Sicht der einzelnen Protagonisten – neben Hans sind dies sein Vater, seine Mutter und seine italienische Freundin – bleibt naturgemäß auf ihren engen Horizont beschränkt. Sie besingen ihr Schicksal in mehr oder weniger geglückten Reimen. Dass aber auch der Erzähler diese beschränkte Perspektive einnimmt, befremdet umso mehr, je weiter sich die Erzählung der Gegenwart nähert. Eine Kostprobe: „Viele sagen, alles sei gut, vergebens war nicht das vergossene Blut. Andere wollen zurück nach Österreich, die Autonomie war ein schlechter Streich, einige verlangen einen eigenen Staat, für alle wohl der beste Rat.“ Hier wird nicht nur der Anspruch des wertneutralen Erzählens aufgegeben, sondern mit der Symbolik der drei Kreuze, die „den Weg weisen“ sollen, ein nebulöses Zukunftsszenario entworfen.

Fazit. Dass die Bevölkerung Süd-

tirols im 20. Jahrhundert nicht nur äußerst tragische Erfahrungen mit zwei Diktaturen, Kriegswirren, Option und Freiheitsbestrebungen machen musste, sondern auch eine in der

europäischen Geschichte einzigartige, völkerrechtlich abgesicherte Autonomie erreicht hat, mit einer freien demokratischen Verwaltung, einem friedlichen Miteinander und einer prosperierenden wirtschaftlichen Entwicklung, davon weiß der Erzähler nichts zu singen. Spätestens jetzt stellt sich die Frage, ob das Ensemble mit einem tollen Rockkonzert ohne Geschichtslektionen, dafür mit fetziger Musik und emotionalen Texten sich und dem Publikum nicht einen besseren Dienst erwiesen hätte. Das Zeug dazu hätte es durchaus. barbara.fuchs@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Flip Flop „Passiert ein Unfall mit FlipFlops an den Füßen des Fahrers, verweigert die KfzVersicherung die Leistung!“ Das ist falsch! Die Leistung der Kfz-Versicherung ist nicht abhängig vom Schuhwerk. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers zahlt den Schaden des Unfallopfers natürlich immer – egal ob der Verursacher Flip-Flops oder High Heels trug. Auch die Vollkaskoversicherung für das eigene Fahrzeug wird ihre Leistung kaum vom Schuhwerk abhängig machen. Sie kann die Leistung aber verweigern, wenn grobe Fahrlässigkeit Ursache des Schadens war.

www.tiroler.it 37


Geflügelte Medaillen z „Geschichte in einer Medaille“ – so lautet der Titel zur Ausstellung der „Oselle“ der Universität Padua 1990-2013, die am 28. Juli in der Galerie „Goldener Adler“ feierlich eröffnet wurde. Anwesend waren neben anderen Bürgermeister Albert Pürgstaller und die Stadträtin Paula Bacher, der Präsident des Vereins „Freunde der Universität

wurden. 1990 kam die Idee auf, die Beiträge der großen Gelehrten und Lehrer der Universität, die auf eine nahezu 800-jährige Geschichte zurückblicken kann, in symbolischer Form festzuhalten und jedes Jahr eine Gedenkmünze zu prägen, die einer herausragenden Persönlichkeit, einem besonderen Ereignis oder einem besonderen Ort gewidmet wird. Der Rektor überreicht sie zu Weihnachten den

Dozenten als Zeichen der Identität, aber auch als Erinnerung an die Pflicht, die Pionierleistungen ihrer Vorgänger anzuerkennen. In 14 Schaukästen sind die künstlerischen Entwürfe und die Originalmedaillen ausgestellt, jeweils mit ihrer Vorder- und Rückseite und einer ausführlichen Erklärung in italienischer und deutscher Sprache. Die Ausstellung ist bis Ende des Monats zu besichtigen. jb

marzoner) mit Demetrius (Anton Rainer) verheiraten. Die aber liebt Lysander, und Helena (Andrea Rabensteiner) liebt Demetrius. Im Feenland streut der eifersüchtiger Oberon (Thomas Jöchler) Titania (eine gekonnt laszive Ingrid Porzner) einen Liebesnektar in die Augen, sodass der verwandelte Klaus (Helmuth Kaufmann in Hochform) zum „eselsgleichen“ Objekt der Begierde wird. Puck (Luisa Sophie Stubenrauch) verhext auch Lysander (Manuel Saxl) und Demetrius, und beide ringen mit vollem Körpereinsatz um Helena. Um das Verwirrspiel perfekt zu machen,

probt auch noch eine unbedarfte Laientruppe ein Drama zu Ehren des Fürsten. Die Schauspieler liefern ein köstliches Intermezzo mit Lioba Sperber als Petra, die die Truppe bei Laune hält, während Klaus hemmungslos Prologe for-

dert und Josefine Obermarzoner eine umwerfende „Wand“ abgibt. Oberon schafft Ordnung im Chaos, die Liebe triumphiert, und die farblich abgestimmten Paare entschwinden in der so gar nicht lauen Sommernacht. ird

Der Domchor Brixen sucht Sängerinnen und Sänger und lädt deshalb zur offenen Probe am 12. September um 20 Uhr im Kapitelsaal der Musikschule Brixen ein. Infos erteilt der Chorleiter Heinrich Walder unter 348 2556870 oder per E-Mail: heinrich.walder@ dnet.it.

In Gedenken an Nikolaus Cusanus unterschrieben Albert Pürgstaller und Wolfgang Port, Bürgermeister in Bernkastel-Kues (Rheinland-Pfalz) das Freundschaftsabkommen zwischen dem Geburts- und dem Wirkungsort des Cusanus, um die Zusammenarbeit der Gemeinden zu fördern.

Das Philosophiestudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen soll durch den Vorlesungsplan vor allem Berufstätige ansprechen. Die Anmeldefrist für dieses Semester ist bereits angelaufen.

Padua-Brixen“, Dario Stablum, und Professor Gaetano Thiene, der die Grüße des Rektors der Universität überbrachte. „Oselle“ (venezianisch: „osel“ = Vogel) ist ursprünglich die Bezeichnung der Münzen, die in Venedig ab dem 16. Jahrhundert jährlich geprägt und vom Dogen an die Mitglieder des Großen Rates verschenkt

K&K Kunst & Kultur

THEATER

Foto: Christian Mantinger

Kunst & Kultur

AUSSTELLUNG

Im wilden Liebestaumel z 1981 gab es im Kutscherhof unter Ferdinand Pregartner schon einmal eine denkwürdige Inszenierung von Shakespeares „Sommernachtstraum“. Zum 450. Geburtstag gelingt Joachim Goller ein ähnlicher Coup in einer Co-Regie mit der erfahrenen Eva Niedermeiser. Die erste Freilichtproduktion des Rotierenden Theaters im Seeburg-Areal überrascht durch einen frischen, gekürzten Text und das perfekte Zusammenspiel von zwei Generationen. Egeus (Enrico De Dominicis mit ItaloAkzent) will seine Tochter Hermia (eine schlagfertige Victoria Ober-

kurz

notiert

38


NACHGEFRAGT

„Der Traum des Elefanten Soliman“ DIANA LO MEI HING beschließt ihr Langzeitprojekt, initiiert zur Rettung des Asiatischen Elefanten, mit einer Ausstellung in den Pagoden des Hofburggartens. Frau Lo Mei Hing, warum haben Sie Ihr Kunstprojekt vor zwei Jahren im Marzari-Garten des Hotel Elephant starten lassen? Ich bin im Hotel Elephant auf die Geschichte des Elefanten Soliman gestoßen, der um das Jahr 1542 als Hochzeitsgeschenk für Maximilian II. von Lissabon nach Wien verfrachtet wurde. Die lange Reise des Elefanten hat mich extrem fasziniert, sodass ich mit dem Kulturverein „Zero“ ein gleichnamiges Projekt im Marzari-Garten mit Vereinen, Schulen und Künstlern aus dem In- und Ausland initiiert habe.

Mit der Ausstellung verfolgten sie mehrere Ziele? Die Reise von Sri Lanka durch Indien, Portugal, Spanien, Italien bis nach Wien mit der Vielfalt an Kulturen wollte ich auf die verschiedensten Kunstformen, wie traditionelle Techniken und moderne Medien, übertragen. Die Beschäftigung mit dem Thema sollte eine Bereicherung für die Künstler und für die Besucher sein und deren Horizont erweitern. Außerdem unterstützen wir damit „The Asian Elephant Foundation“, eine Stiftung mit Sitz in den Niederlanden, die sich vor allem in Thailand für die Rettung der Elefanten einsetzt.

Sie beenden das Projekt im Hofburggarten? Das Projekt hat weite Kreise gezogen und Galerien, Museen – wie das „Museo di Storia Naturale“ in Mailand – miteinbezogen mit Vorträgen, Filmvorführungen und einer Auktion der „flying elephants“. Die prekäre Situation der Elefanten wurde zum Unterrichtsgegenstand an der „Accademia di Belle Arti“ von Brera. Mit Unterstützung der Gemeinde Brixen und obengenannter Institutionen sind ihre Werke in den exotischen Pagoden im Hofburggarten bis zum 30. August zu sehen. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

39


Raiffeisen Kunst & Kultur

Wohnbauforum 2014

THEATER

25 Jahre TPZ

Die neuesten Trends und Informationen rund um die eigenen 4 Wände Samstag, 20. September 2014 von 9 bis 13 Uhr

Foto & Design Sabine Weissenegger :: photografik.it | Werbemitteilung.

im Hauptsitz der Raiffeisenkasse Eisacktal in Brixen am Großen Graben 12

Raiffeisenkasse Eisacktal Raiffeisenkasse Untereisacktal 40

z Was 1989 als eine Jugendtheaterinitiative von Ernst Campidell begann, nahm unter der Leitung von Heidi, Elfi und Thomas Troi Fahrt auf und gipfelte im Jahr 1999 in der Gründung des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen (TPZ). Im TPZ Brixen erarbeiten Jahr für Jahr Theater-, Tanz- und Videowerkstätten vorwiegend für Kinder und Jugendliche ihre Stücke und Filme, die im In- und Ausland auf diversen Festivals gezeigt werden und bereits manchen Preis einheimsten. Theaterpädagogische Lehrgänge, internationale Theateraustausche, zwei Dokumentarfilme und eine Vielzahl von Schulprojekten etablierte das TPZ Brixen als wichtige Institution im Rahmen der Theaterpädagogik in Südtirol. Einige der ehemaligen TPZler haben sich im Theater-

oder Filmbereich im In- und Ausland einen Namen gemacht. Wiederum andere Mitglieder hat es ins Filmgeschäft verschlagen, oder sie haben über die eigene Auseinandersetzung mit dem Theater ihren Traumberuf in einem theaterverwandten Bereich gefunden. Im September und darüber hinaus feiert das TPZ sein Jubiläum mit mehreren kleineren und größeren Aktionen, unter anderem mit ehemaligen Spielern: Workshops, ein Kindertheaterfestival und ein Ehemaligentreff. Das Jubiläumsjahr beginnt am 13. September mit gleich zwei Premieren: Die Videowerkstatt Zoom zeigt die im letzten Spieljahr entstandenen Filme, und abends wird die Premiere des Stückes „Schutt“ von Dennis Kelli von einer Jugendgruppe des TPZ aufgeführt. db

NEU IM REGAL Kompakt, informativ, rot Sie hat die Größe eines Smartphones und passt in jede Tasche: die aktualisierte Broschüre „Museen in Südtirol“ präsentiert 128 Südtiroler Museen, Sammlungen und Ausstellungsorte auf einen Blick, informiert über die Ausstellungsund Sammlungsschwerpunkte, Öffnungszeiten, Kontakte und Erreichbarkeit der einzelnen Einrichtungen und gibt Auskunft über besondere Vermittlungsprogramme und Service-Angebote. Eine Fotostrecke und ein Kurztext umreißen dabei das Profil jedes Museums, das zur besseren Orientierung Landesabteilung Museen auch auf der herausnehmbaren (Hrsg.): Museen in Südtirol., Südtirolkarte verzeichnet ist. ErAthesia-Druck 2014 gänzt wurden in dieser Ausgabe die Ausstellungsorte der zeitgenössischen Kunst in Südtirol als lich, und kann bei der Landeswichtiger Teil der Kulturlandschaft. abteilung Museen via E-Mail an Die neue Broschüre ist kostenlos in museen@provinz.bz.it bestellt oder allen Museen, Kultureinrichtungen unter www.museen-suedtirol.it und Tourismusvereinen erhältheruntergeladen werden.


mehr Infos hier

HILFE AUF KNOPFDRUCK! Wir sind rund um die Uhr für Sie da. Sicherheit ist ein gutes Gefühl!

Mobil- und Hausnotruf:

Ihr bester Begleiter unterwegs und in den eigenen vier Wänden. Diese Geräte bieten Ihnen rund um die Uhr und jederzeit südtirolweit Sicherheit. Einfach Knopf drücken und unsere Hilfe kommt sofort! Weitere Informationen erhalten Sie unter: Tel. 0471 444 327 · E-Mail: hausnotruf@wk-cb.bz.it


Weiterbildung Veranstaltungen

Weiterbildung an der VHS Brixen Erziehung

Wenn Kindern Flügel wachsen - Kinder fit machen für den Lebensweg Fr. 03.10. | 18.00-21.00 Uhr | 1 Treffen

Beruf

Buchhaltung leicht gemacht - Grundkurs Fr. 03.10. und 10.10., | 19.00 - 22.00 Uhr | Sa. 04.10. und 11.10., 08.00-13.00 Uhr | 4 Treffen Lebensbalance und Zeitmanagement Fr. 03.10. | 08.30-12.30 Uhr | 1 Treffen

Mi. 24.09. | 19.30-20.30 Uhr | 10 Treffen Ort: Brixen, GS Tschurtschenthaler, Maria-Montessori-Straße 6

Fit durch den Winter Termin 1: Mo. 22.09. | 19.30-20.30 Uhr | 10 Treffen Ort: Brixen, GS Tschurtschenthaler, Maria-Montessori-Straße 6 Termin 2: Do. 25.09. | 18.00-19.00 Uhr | 10 Treffen Ort: Brixen, Vinzentinum, Brennerstraße 37 Fit im Büro Sa. 27.09. | 9.00-11.00 Uhr | 1 Treffen

EDV & Multimedia

Grundkurs EDV 50+ Mo. 06.10. | 9.30-11.30 Uhr | 6 Treffen | jeweils Mo., Mi. und Fr.

Fit mit Babybauch Di. 07.10. | 19.30-20.45 Uhr | 8 Treffen

Fotobücher, Jahreskalender und Dankeskarten selbst gemacht Mo. 06.10. | 18.30-21.30 Uhr | 1 Treffen Internet Intensiv - Tipps und Tricks im Netz Di. 07.10. und Do. 09.10. | 19.00-21.00 Uhr | 2 Treffen

Gesundheit & Bewegung

Massage für den Hausgebrauch Mi. 01.10. | 19.30-20.30 Uhr | 4 Treffen Konzentrierter, ruhiger, wacher und mutiger in der Schule und im Alltag Mo. 22.09. | 19.30-20.30 Uhr | 1 Treffen Gesundes Denken in der Pflege, Begleitung oder Betreuung Mo. 15.09. | 19.00-21.30 Uhr | 1 Treffen Natürlich fit - Biomeditation® Do. 02.10. | 19.30-20.45 Uhr | 8 Treffen Hormon-Yoga Sa. 04.10. und Sa. 18.10. | 09.30-16.30 Uhr | 2 Treffen Shaolin Qigong mit Entspannung Termin 1: Mi. 01.10. | 20.00-21.00 Uhr | 8 Treffen Ort: Mühlbach | Mittelschule, Schulplatz 1 Termin 2: Mo. 06.10. | 09.30-10.30 Uhr | 5 Treffen Wirbelsäulengymnastik Mi. 24.09. | 18.30-19.30 Uhr | 10 Treffen Ort: Brixen, GS Tschurtschenthaler, Maria-Montessori-Straße 6 Pilates für Anfänger Termin 1: Mo. 22.09. | 18.00-19.00 Uhr | 8 Treffen Ort: Brixen, Vinzentinum, Brennerstraße 37 Termin 2: Do. 25.09. | 09.30-10.30 Uhr | 10 Treffen Pilates Aufbaukurs Termin 1: Di. 23.09. | 09.30-10.30 Uhr | 10 Treffen Termin 2: Mi. 24.09. | 18.15-19.15 Uhr | 10 Treffen Zumba® Fitness Mi. 17.09. | 19.00-20.00 Uhr | Schnupperworkshop

Rückbildungsgymnastik am Vormittag Mi. 01.10. | 10.00-11.00 Uhr | 6 Treffen Eltern-Kind-Turnen Di. 07.10. | 17.00-18.00 Uhr | 6 Treffen Ort: Vahrn, Grundschule, Salernstraße 9

English A1.1 - ohne Vorkenntnisse Termin 1: Do. 25.09. | 18.00-19.30 Uhr | 10 Treffen Termin 2: Do. 02.10. | 09.00-10.30 Uhr | 10 Treffen English A2.1 Termin 1: Fr. 26.09. | 08.15-09.45 Uhr | 10 Treffen Termin 2: Mo. 29.09. | 18.00-19.30 Uhr | 10 Treffen English Refresher Course Di. 09.09. | 19.00-21.00 Uhr | 3 Treffen English B1 - Lektüre, Konversation, Grammatik Di. 07.10. | 17.30-19.30 Uhr | 5 Treffen

Erste Hilfe für den Alltag Sa. 04.10. | 09.00-13.00 Uhr | 1 Treffen

Business English Do. 25.09. | 16.30-18.00 Uhr | 5 Treffen

Hobby & Freizeit

Français A1.1 - ohne Vorkenntnisse Do. 02.10. | 18.00-19.30 Uhr | 10 Treffen

Quark, Frischkäse und Butter selbst gemacht Do. 18.09. | 18.00-22.00 Uhr | 1 Treffen Ort: Vahrn, Haus Voitsberg, Voitsbergstraße 1 Das Spiel mit den Elementen: Raku-Kurs Mi. 01.10. und 15.10. | 19.00-22.00 Uhr | 2 Treffen Ort: Brixen, Keramikwerkstatt, Klerant 198a Gitarrenkurs für Erwachsene Termin 1: Mi. 01.10. | 09.00-11.00 Uhr | 10 Treffen à 1 h Termin 2: Do. 02.10. | 18.30-20.30 Uhr | 10 Treffen à 1 h Ort: Brixen, SOWI Gym. Josef Gasser, Ignaz-MaderStraße 3

Sprachen

Sprachentreff Fr. 12.09. | 18.00 - 20.00 Uhr Ort: Brixen, Hotel Goldener Adler, Adlerbrückengasse 9, Pruckersalon Sprachenschnuppertag Sa. 13.09. | 10.00-12.00 Uhr | 1 Treffen Deutsch - Wiederholung der Grammatik Mo. 15.09. | 18.00-19.30 Uhr | 8 Treffen | jeweils Mo., Di., Mi. und Do. Italiano A2.1 Mo. 29.09. | 18.00-19.30 Uhr | 20 Treffen | Mo. und Mi. Grammatica italiana B1 Di. 23.09. | 19.30-21.00 Uhr | 10 Treffen Conversazione e grammatica italiana Mo. 29.09. | 19.30-21.00 Uhr | 10 Treffen

Français A1.3 - leichte Vorkenntnisse Di. 30.09. | 18.00-19.30 Uhr | 10 Treffen Français A2.2 Di. 30.09. | 19.30-21.00 Uhr | 10 Treffen Español A2.1 Do. 02.10. | 19.30-21.00 Uhr | 8 Treffen Russkij A1.1 - ohne Vorkenntnisse Do. 02.10. | 19.30-21.00 Uhr | 10 Treffen Russkij A1.2 - geringe Vorkenntnisse Di. 16.09. | 19.30-21.00 Uhr | 5 Treffen | Di. und Do. Russkij A1.3 - leichte Vorkenntnisse Mi. 01.10. | 19.30-21.00 Uhr | 10 Treffen Gebärdensprache für Anfänger Mi. 08.10. | 19.30-21.00 Uhr | 10 Treffen Weitere Sprachkurse finden ab Mitte September statt. Wir beraten Sie gerne! Unsere neue Broschüre für Herbst | Winter ist ab sofort erhältlich. Für alle Kurse und Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Alle Kurse finden, wenn nicht anders angegeben, in Brixen, Peter-Mayr-Straße 9 statt. Das gesamte Kursprogramm ist auch auf unserer Homepage www.vhs.it ersichtlich. Unsere Öffnungszeiten: Mo-Do 9-13 und 14-17; Fr 9-13 Uhr

Verband der Volkshochschulen Südtirols, Zweigstelle Brixen, Peter-Mayr-Straße 9 Tel. 0472 836 424, Fax 0472 971 140, brixen@vhs.it 42


timer

September THEATER

Die Frau von früher z Eine Komödie, zu Beginn jedenfalls: Es ist gepackt. Eine Familie zieht um. In Übersee wird Frank, der Vater, arbeiten und Claudia, seine Frau, wird selbstverständlich mit ihm gehen. Auch ihr fast volljähriger Sohn Andreas wird mit übersiedeln und lässt, wie sie, sein bisheriges Leben in der alten Welt zurück. Von Tina, seiner ersten großen Liebe, muss er sich jetzt verabschieden. Hoffnung liegt in der Luft und über Bergen aus Kisten und Gepäck. Und auch ein Hauch von Abschied durchweht die leergeräumte Wohnung und umstreicht bedeutungslos gewordene, aussortierte Erinnerungen. Alles scheint bereit und abgeschlossen; das Leben hält für einen Augenblick lang inne, da klopft es... Vor der Tür steht Romy.

Spannung garantiert. „Die Frau

von früher“ beginnt wie eine Komödie, eine heitere Dreiecksgeschichte – endet aber völlig unerwartet. Das Stück von Roland Schimmelpfennig hat es nämlich in sich... Was auch kein Wunder ist, der 47-jährige Autor zählt nämlich zu den meistgespielten

Gegenwartsdramatikern Deutschlands. Seine Stücke, die in rund 40 Ländern gespielt werden und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet sind, haben die Kraft, das Publikum emotional mitzureißen. Bei der Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz sorgt dafür die Inszenierung der Münchner Regisseurin Eva Niedermeiser sowie die Schauspieler Günther Götsch als Frank, Thomas Jöchler als dessen Sohn Andreas, Eva Kuen als Romy, Margot Mayrhofer als Franks Ehefrau Claudia und Theresa Velicogna, die Freundin von Andreas. Premiere feiert die Eigenproduktion der Gruppe Dekadenz am 13. September, es folgen Termine bis Anfang Oktober.

Neue Programmpunkte, neues Kombi-Abo. Spannend weiter

geht es auch mit den folgenden Programmpunkten im Anreiterkeller, wobei bekannte Kabarettisten wie Holger Paetz auf Newcomer wie El Mago Masin

Die Frau von früher von Roland Schimmelpfennig

Es ist gepackt. Eine Familie zieht um. Alles scheint bereit und abgeschlossen, da klopft es... Vor der Tür steht Romy. Romy ist Franks Vergangenheit, längst passé, war Vaters erste große Liebe. Alles ist verpackt und vieles wäre möglich! mit Günther Götsch, Thomas Jöchler, Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Theresa Velicogna Regie: Eva Niedermeiser, München Eigenproduktion Gruppe Dekadenz

Foto: Arnold Ritter

Die Gruppe Dekadenz eröffnet ihre Spielsaison im Herbst mit einem Psychodrama von Roland Schimmelpfennig. Und dann geht es spannend weiter.

und Südtiroler Produktionen auf Jazz aus aller Welt treffen. Neu in der Dekadenz ist die Lesebühne, gestaltet von Marion von Zieglauer und Haris Kovacevic, die den Keller zum literarischen Untergrund umfunktionieren – und Literaturabende der völlig anderen Art gestalten, wobei auch das Publikum mitwirken kann. Ebenso über eine Neuigkeit freuen können sich die

Käufer eines Dekadenz-Abos: Das Fünfer-Abonnement gilt nicht nur wie bisher in den vier Städtetheatern Gruppe Dekadenz Brixen, Carambolage Bozen, Theater in der Altstadt Meran und Stadttheater Bozen, ab Herbst erhält man damit auch ermäßigten Eintritt bei den Aufführungen der Vereinigten Bühnen Bozen – und umgekehrt gilt das VBB-Abo nun auch in den vier Städtetheatern.

» Sa 13., Do 18., Fr 19., Sa 20., Do 25., Fr 26.,

Sa 27. September, 20:30 Uhr Mi 01., Do 02., Do, 09. & Fr 10. Oktober, 20:30 Uhr Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Obere Schutzengelgasse 3a – Brixen/Stufels www.dekadenz.it Kartenreservierung: karten@dekadenz.it; Tel. 0472 836 393 (Di – Fr 17-19 Uhr, Sa ab 18 Uhr) Achtung: Sitzplätze frei zu wählen – keine Platzreservierung

43


Orgel-Liederreise z Beflügelt vom Erfolg der Liederreise im Jahr 2012 und inspiriert von den zahlreichen menschlichen Begegnungen auf dieser Tournee, begeben sich Angelika Kirchschlager und der Konzertorganist Robert Lehrbaumer erneut auf eine musikalische Reise durch Österreich – und zu einer Aufführung nach Südtirol, in Mühlbach. Im Zentrum der neuen Konzertreihe steht diesmal die Orgel in Kirchenräumen, das Programm beinhaltet geistliche Lieder und Arien von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Guiseppe Giordani, Felix Mendelssohn Bartholdy sowie Orgelmusik beispielsweise von César Franck, Louis Vierne und Wolfgang Amadeus Mozart. Die in Salzburg geborene Mezzosopranistin gehört zu den führenden Sängerinnen ihres Fachs und ist regelmäßiger Gast auf den großen Opern- und Konzertbühnen der Welt. In Hosenrollen wie der des

Foto: Nikolaus Karlinsk

Veranstaltungen

MUSIK

Cherubino oder als Octavian hat sie international Maßstäbe gesetzt. Mit besonderer Aufmerksamkeit widmet sich Angelika Kirchschlager dem Lied- und Konzertgesang. Auftritte führen sie in die großen Konzertsäle in Europa, Japan und den US und sie gewann mit ihren CDs diverse ECHO Klassik sowie einen GRAMMY. In Robert Lehr-

baumer findet sie einen kongenialen musikalischen Partner: Der in Wien geborene Pianist und Konzertorganist begann bereits als Neunjähriger regelmäßig aufzutreten und ist heute in nahezu allen Ländern in berühmten Häusern zu Gast. Als Solist tritt Lehrbaumer bei internationalen Festivals wie den Wiener Festwochen, den Salzbur-

ger Festspielen, dem Brucknerfest Linz, dem Carinthischer Sommer, dem Bregenzer Frühling, dem Festspielen Luzern u. a. auf.

» Mo, 15. September

19.30 Uhr Pfarrkirche Mühlbach

„Schutt“ von Dennis Kelly Anna Heiss inszeniert mit den Spieler/innen des Theaterpädagogischen Zentrums Brixen anlässlich des Jubiläums (25 Jahre Kinder- und Jugendtheater im Regenbogen und 15 Jahre TPZ Brixen) das Bühnenspiel „Schutt“ von Dennis Kelly aus London. Im Stück erzählen Michael und Michelle ihre Kindheit immer wieder neu, um Sinn in die Ereignisse zu bringen, die sie damals nicht verstehen konnten. Mit bittersüßem Humor nähern sie sich dem Unaussprechlichem.

» 13., 14., 16., 17.

und 18. September jeweils um 20 Uhr Theaterpädagogisches Zentrum Brixen

Aufgrund der begrenzten Sitzplätze bitten wir um telefonische Voranmeldung unter der Telefonnummer 335 535 99 55

„The Colour of Grand Music“ Joe Smith Band mit Chris Haller am Saxophon Die 2003 von Peppi Haller gegründete Joe Smith Band hat sich das Ziel gesetzt, gehobene Unterhaltungsmusik konzertan zu präsentieren. Heuer erwartet das Publikum deshalb eine brandneue und besondere Konzertshow mit Chris Haller am Saxophon. Als Solist lässt Haller auf seinem Sopranund Tenorsaxophon bezaubernd sensible Musik erklingen und kreiert ein herrliches Klangspiel vermischt aus verschiedenen Stilrichtungen. Für ein besonderes Klangspektrum sorgen die heuer erstmals mitwirkenden Streicher. Das Programm wird durch Welthits und Evergreens ergänzt. Moderation: Sabine Amhof (ORF Südtirol Heute)

» Samstag 20. September, 20.30 Uhr im Stadttheater Sterzing

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Sterzing, Brixen, Bruneck, Eppan; Stadttheater Bozen; „Blumen Berger“ in Leifers Online-Verkauf: www.stadttheater.bozen.it (unter „Andere Orte“) Kartenreservierung unter Tel. 0471 053800

44


THEATER

Tiere wie Menschen BILDUNG

KVW Bildung – neue Herbstbroschüre z Am 18. August ist die neue Herbstbroschüre der KVW Bildung erschienen. Der vordere Teil der Broschüre widmet sich wie immer den Kursangeboten im Bereich Qualifizierung / Beruf. Hierbei ist heuer erstmals der Kurzlehrgang „EDV-Buchhaltung mit Radix“ geplant, der sich speziell an jene Personen richtet, die bereits über Buchhaltungskenntnisse verfügen und sich mit dem EDV-System „Radix“ vertraut machen möchten. Weiterhin sind Neuauflagen der Lehrgänge „Coaching“ und „Systemische Kommunikation mit integriertem NLP Practitioner“ vorgesehen. Zahlreiche weitere Kurse, beispielsweise in den Bereichen Buchhaltung und Kommunikation, runden das Angebot ab. Die Fair Trade Aca-

demy – ein Gemeinschaftspro­jekt von oew, Weltläden und KVW Bildung – startet im Bereich Mensch / Gesellschaft im Herbst in die zweite Runde. Interessierte können sich hierbei zu den verschiedenen Labels des fairen Handels informieren. Außerdem steht in einem Kurs die Welt der Stoffe und ihrer Produzenten im Mittelpunkt. Hobbyfotografen, oder die, die es noch werden wollen, können einen der Fotokurse besuchen, wobei speziell im Workshop „Lichterglanz“ versucht wird, den Glanz der Vorweihnachtszeit mit der Kamera einzufangen. Außerdem sind auch wieder zahlreiche EDV-, Sprachund Bewegungskurse geplant. Die Broschüre gibt’s auch online unter www.kvw.org/bildung.

z Im Rahmen der Ausstellung „ARCHE. Eine Festung für Tiere.“ in der Festung Franzensfeste erarbeitet das Ensemble Fabrik Azzurro unter dem Titel „Tiere wie Menschen“ ein choreografisches Theaterprojekt für Schüler und Erwachsene.
Untersuchungsgegenstand sind die erstaunlichen Strategien, die sich einzelne Tierarten im Laufe ihrer Entwicklung hinsichtlich Anpassung an den Lebensraum, Hierarchie, Nahrungsbeschaffung, Balzverhalten, Fortpflanzung und Aufzucht des Nachwuchses erworben haben.
In informativer, witziger und bildkräftiger Form werden Parallelen zum menschlichen Sozialverhalten unterstrichen. Ausgangsmaterial dafür sind Tierfabeln sowie die Bestseller der Biologen Mario Ludwig und Harald Gebhardt – deren Episoden mittels Schauspiel, Tanz, Sound und Ausstattung zu einer faszinierenden Show verwoben werden. Lehrreichtum, Poesie und Unterhaltung reichen sich

dabei beständig die Pfoten, Tentakeln und Flossen – ganz nahe am Publikum. Die Inszenierung und Spielfassung stammen von Torsten Schilling, die Choreografie von Martina Marini. Als Spieler und Tänzer stehen Peter Schorn, Nora Pider, Tania Ottavi, Santija Biza und Jordi Beltramo auf der Bühne. Premiere feiert „Tiere wie Menschen“ am 18. September um 20 Uhr, www.fabrikazzurro.com.

» Premiere: 8. September

20 Uhr Festung Franzensfeste

Weiterbildung

KVW Bildung Brixen Qualifizierung / Beruf

Sprachen

Systemische Kommunikation – Lehrgang zum NLP-Practitioner 9. Auflage, Fr. 10.10.2014 – Sa. 19.09.2015 NLP der dritten Generation. Systemisch denken, wirkungsvoll sprechen, nachhaltig entwickeln. Die Ausbildung erfolgt nach den Richtlinien der INLPTA mit dem international anerkannten NLP-Practitioner Zertifikat. Informationsveranstaltung: Dienstag 23.09., 19.30 Uhr – 21.00 Uhr

A1.2 Deutsch für Leichtfortgeschrittene, Teil 2 ab Mittwoch 08.10., 10 Treffen, Mi., 19.30 Uhr – 21.10 Uhr mit Andreas Neuwirth

Buchhaltung für NeueinsteigerInnen ab Freitag 03.10, 6 Treffen, Fr., 19.00 Uhr - 21.15 Uhr mit Martin Winkler Kurzmeditation für den Berufsalltag Samstag 04.10, 14.00 Uhr – 18.00 Uhr mit Manuela Tosti

EDV 50 + EDV Grundkurs ab Samstag 04.10., 6 Treffen, Sa., 9.00 Uhr – 11.00 Uhr mit Markus Egger

Konversationskurs Italienisch (ab B1) ab Dienstag 14.10., 10 Treffen, Di., 19.30 Uhr – 21.10 Uhr mit Maria Christina Toss Konversationskurs Englisch (ab B1) ab Freitag 10.10.,10 Treffen, Fr., 17.00 Uhr – 18.40 Uhr mit Deborah Burger

Body Forming Kurs A I: ab 30.09., 10 Treffen, Di., 18.30 Uhr – 19.30 Uhr mit Petra Kaneider Kurs B I: ab 02.10., 10 Treffen, Do., 18.30 Uhr – 19.30 Uhr mit Petra Kaneider Kurse in Kooperation mit Shiatsu-Yoga Vahrn: Yoga für AnfängerInnen und Leichtfortgeschrittene Yoga auf dem Stuhl fürs Büro Do In: Atem – Stretching – Beckenboden Shaolin Qi Gong Infos und Anmeldung: Sieghard Gostner, 334 9788945

Gesundheit Wohlbefinden Zumba Fitness® Kurs I: ab 30.09., 10 Treffen, Di. 18.00 Uhr – 19.15 Uhr mit Franca Zuin Kurs II: ab 02.10., 10 Treffen, Do. 19.30 Uhr – 20.45 Uhr mit Franca Zuin Fit mit lateinamerikanischen und karibischen Tänzen ab Donnerstag 02.10., 10 Treffen, Do., 18.00 Uhr – 19.15 Uhr mit Franca Zuin

» Infos & Vormerkung:

KVW Bildung Brixen, Hofgasse 2, Tel. 0472 207 978 bildung.brixen@kvw.org

45


Veranstaltungen

Dienstag, 2. September

Samstag, 6. September

Montag, 8. September

Musik 

Diverses 

Musik 

11-13:30, 17-20 Uhr

Daniel Hertz Orgelwettbewerb Erste Auswahlrunde Dom Freitag, 5. September

Musik  10:30-13 Uhr, 16-19 Uhr Daniel Hertz Orgelwettbewerb Zweite Auswahlrunde Dom

Diverses 

ab 19 Uhr

Vahrner Weis(s)e Verkostung von Weißweinen aus Vahrn und Neustift Stiftsplatz Neustift

Musik 

ab 9:15 Uhr

ASGB-Familienfest anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums; mit Weinverkostung, Führungen, Kinderanimation und Jubiläumsfeier Stiftsplatz Kloster Neustift

Musik 

18 Uhr

Musik 

20:30 Uhr

Daniel Hertz Orgelwettbewerb Preisverleihung um 18 Uhr in der Cusanus Akademi, Preisträgerkonzert um 20:30 Uhr im Dom Cusanus Akademie, Dom

ACIES-Quartett Streichquartette von W.A. Mozart und J. Haydn Hofburg Brixen

20 Uhr

Titlá Neue Volksmusik mit der Puschterer Folkgruppe (Open Air-Konzert) Jugendhaus Kassianeum

Orgel-Liederreise mit Angelika Kirchschlager Geistliche Lieder und Arien von J. S. Bach, G. F. Händel, G. Giordani, Felix Mendelssohn Bartholdy u.a., sowie Orgelmusik u.a. von César Franck, Louis Vierne und W. A. Mozart. Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager ist regelmäßiger Gast auf den großen Opern- und Konzertbühnen der Welt, u.a. an der Mailänder Scala, der Royal Opera London, der Metropolitan Opera New York, bei den Salzburger Festspielen. Sie gewann mit ihren CDs diverse ECHO Klassik, einen Grammy; seit 2009 Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London u.a. In Robert Lehrbaumer findet sie einen kongenialen Pianisten und Konzertorganist, der u.a. bei den Wiener Festwochen, Salzburger Festspiele, Brucknerfest Linz, Carinthischer Sommer, Bregenzer Frühling, Festspiele Luzern auftritt.

» Montag, 15. September, 19:30 Uhr Pfarrkirche Mühlbach

20 Uhr

Drakensberg Boys Choir Konzert des berühmten Knabenchors aus Südafrika Parzivalsaal Vinzentinum Freitag, den 12. September

Musik 20.30 Uhr

Lyrischer Abend mit Giovanna Gigli (Sopran), Gianluca Arnó (Tenor), Begleitung: Giulio Garbin. Eintritt frei. Don Bosco-Saal, Mozartallee Samstag, 13. September

Musik 

18 Uhr

Signum Saxophonquartett Mit Werken von Grieg, Ravel, Piazzola, Escaich, Iturralde Hofburggarten Chinesischer Pavillon

Theater 

20 Uhr

Theater 

20:30 Uhr

Schutt von Dennis Kelly; das TPZ zeigt die Lebensgeschichte von zwei Geschwistern aus zerrütteten Verhältnissen. Regie: Anna Heiss TPZ Brixen Die Frau von früher von R. Schimmelpfennig, Eigenproduktion Gruppe Dekadenz mit Günther Götsch, Thomas Jöchler, Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Theresa Velicogna Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller Sonntag, 14. September

Transart 

15:30 Uhr

Theater 

20 Uhr

Entropy Symphony: Prelude 500 Sänger loten die imposante Festung Franzensfeste musikalisch aus und zelebrieren ein Fest im Zeichen des Gesanges. Festung Franzensfeste Schutt von Dennis Kelly; das TPZ zeigt die Lebensgeschichte von zwei Geschwistern aus zerrütteten Verhältnissen. Regie: Anna Heiss TPZ Brixen

Norbert Dalsass Double Guitar Quartet Joints - eine Verbindung zwischen Klang, Bildender Kunst, Lyrik und Bewegung. Ein Klangraum, in dem die Zu-Hörer und Zu-Seher völlig eingebunden werden, wobei Nora Pider die Gedichte von Norbert Dalsass mit Stimme und Körper interpretiert. Als special guest wird Annika Borsetto mit ihrer wunderbaren Stimme einige Kompositionen singen. mit Norbert Dalsass (bass, composer, lyrics), Enrico Terragnoli (guitar, podophone), Maurizio Brunod (guitars), Sbibu (floordrums), Nora Pider (actor); Klaus Ramoser (sound scape), Werner Lanz (light design) Special guest: Annika Borsetto (voice)

» Mittwoch, 24. September, 20:30 Uhr Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Kartenreservierung: karten@dekadenz.it; Tel. 0472 836 393 (Di – Fr 17-19 Uhr, Sa ab 18 Uhr) Achtung: Sitzplätze frei zu wählen – keine Platzreservierung

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Gitschberg Jochtal, Tel. 0472 886 048, info@gitschberg-jochtal.com Eintritt: Kategorie 1 (Sitzplatz neue Kirche) 22 Euro, Kategorie 2 (Sitzplatz alte Kirche) 17 Euro; freie Platzwahl in der jeweiligen Kategorie Schirmherrschaft: Marktgemeinde Mühlbach Organisiert vom Kirchenchor St. Helena Mühlbach

Obere Schutzengelgasse 3a – Brixen/Stufels – www.dekadenz.it 46


Montag, 15. September

Musik 

Mittwoch, 17. September 19:30 Uhr

Orgel-Liederreise mit Angelika Kirchschlager und Robert Lehrbaumer Pfarrkirche Mühlbach

Theater 

20 Uhr

Schutt von Dennis Kelly; das TPZ zeigt die Lebensgeschichte von zwei Geschwistern aus zerrütteten Verhältnissen. Regie: Anna Heiss TPZ Brixen

Theater 

20:30 Uhr

Die Frau von früher von R. Schimmelpfennig, Eigenproduktion Gruppe Dekadenz mit Günther Götsch, Thomas Jöchler, Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Theresa Velicogna Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Theater 

20 Uhr

Schutt von Dennis Kelly; das TPZ zeigt die Lebensgeschichte von zwei Geschwistern aus zerrütteten Verhältnissen. Regie: Anna Heiss TPZ Brixen

Transart 

20 Uhr

Tiere wie Menschen Choreografisches Theaterprojekt über die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier von der Fabrik Azzurro Festung Franzensfeste

Dienstag, 16. September

Theater 

20 Uhr

Schutt von Dennis Kelly; das TPZ zeigt die Lebensgeschichte von zwei Geschwistern aus zerrütteten Verhältnissen. Regie: Anna Heiss TPZ Brixen

ab 20 Uhr

20 Uhr

Tiere wie Menschen Choreografisches Theaterprojekt über die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier von der Fabrik Azzurro Festung Franzensfeste

Theater 

20:30 Uhr

Die Frau von früher von R. Schimmelpfennig, Eigenproduktion Gruppe Dekadenz mit Günther Götsch, Thomas Jöchler, Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Theresa Velicogna Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Donnerstag, 18. September

Theater 

Theater 

Sonntag, 21. September

Theater 

Freitag,19. September

Theater 

20:30 Uhr

Die Frau von früher von R. Schimmelpfennig, Eigenproduktion Gruppe Dekadenz mit Günther Götsch, Thomas Jöchler, Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Theresa Velicogna Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

18 Uhr

Tiere wie Menschen Choreografisches Theaterprojekt über die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier von der Fabrik Azzurro Festung Franzensfeste

Samstag, 20. September

Triptychon – Ensemble Chromoson & Friends Debütkonzert des jungen Ensembles für neu emusik chromoson; Installation des Klangkünstlers Stefano Bernardi in der Engelsburg Neustift

Musik 

10-18 Uhr

Foto: Lukas Beck

Internationales Musikanten­ treffen Konzert von Musikkapellen aus dem In- und Ausland Domplatz

Saxophon-Klänge im Garten der Hofburg Signum Saxophonquartett Die Mitglieder des Signum Saxophonquartetts sind erste Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Für die Saison 2014/15 wurde das Quartett in den „Rising Star“-Konzertzyklus der European Concert Hall Organisation (ECHO) aufgenommen. Die Experimentierlust und Vielseitigkeit des Ensembles zeigt sich nicht nur in ihren originellen Programmen, die oft auswendig spielenden Musiker nutzen die so gewonnene Freiheit auch für Choreographien und Inszenierungen im Raum. Auf dem Programm stehen Werke von Edvard Grieg, Maurice Ravel, Astor Piazzolla, Thierry Escaich und Pedro Iturralde.

Mozart in der Brixner Hofburg Acies Quartett Beim Konzert in der Brixner Hofburg mit Streichquartetten von Mozart spielt das junge Acies Quartett aus Kärnten im Kaisersaal zwei Mozartwerke und ein Quartett von Haydn. Die vier jungen Musiker des Acies Quartetts wurden im erstrangigen Elite-Wettbewerb Österreichs, dem „Gradus ad parnassum 2006“ in Wien, mit dem „Ersten Preis in der Kategorie Streichquartett“ ausgezeichnet. Darüber hinaus errangen sie den „Mozart-Preis“ für die beste Mozart-Interpretation. 2008 gewann das Quartett den alljährlich stattfindenden Musica Juventutis Wettbewerb des Wiener Konzerthauses.

» Samstag, 6. September 2014, 20.30 Uhr Hofburg Brixen, Kaisersaal

» Samstag, 13. September 2014, 18.00 Uhr

Gärten der Hofburg, Chinesischer Pavillon

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass, Kulturpass

Kartenvorverkauf: Tourismusverein Brixen, Tel. 0472 836401 Ermäßigung für Jugendliche, Studenten, Senioren, Familienpass, Kulturpass

www.musikkirche.it

www.musikkirche.it 47


Veranstaltungen

Mittwoch, 24. September

Freitag, 26. September

Jazz

Theater

20:30 Uhr

Norbert Dalsass Double Guitar Quartet Joints: Musik, Lyrik, Bildende Kunst und Bewegung verbinden sich zu einem Gesamtkunstwerk, mit Norbert Dalsass, Enrico Terragnoli, Maurizio Brunod, Sbibu und Nora Pider Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Samstag, 27. September 20 Uhr

Tiere wie Menschen Choreografisches Theaterprojekt über die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier von der Fabrik Azzurro Festung Franzensfeste

Vortrag

20 Uhr

Läuse – was tun? Vortrag von Dr. Susanne Reiffenstuhl Apotheke Peer

Theater

20 Uhr

Tiere wie Menschen Choreografisches Theaterprojekt über die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier von der Fabrik Azzurro Festung Franzensfeste

Theater

20:30 Uhr

Die Frau von früher von R. Schimmelpfennig, Eigenproduktion Gruppe Dekadenz mit Günther Götsch, Thomas Jöchler, Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Theresa Velicogna Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Musik

20:30 Uhr

Operetten, Kammerarien und neapolitanische Lieder mit Gruppe „AEDI ANTIQUI“ aus Torre del Greco. Eintritt frei. Don Bosco-Saal, Mozartallee Sonntag, 28. September

Theater

Donnerstag, 25. September

Theater

20:30 Uhr

Die Frau von früher von R. Schimmelpfennig, Eigenproduktion Gruppe Dekadenz mit Günther Götsch, Thomas Jöchler, Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Theresa Velicogna Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

Theater

20:30 Uhr

Die Frau von früher von R. Schimmelpfennig, Eigenproduktion Gruppe Dekadenz mit Günther Götsch, Thomas Jöchler, Eva Kuen, Margot Mayrhofer, Theresa Velicogna Gruppe Dekadenz, Anreiterkeller

18 Uhr

Tiere wie Menschen Choreografisches Theaterprojekt über die Ähnlichkeit zwischen Mensch und Tier von der Fabrik Azzurro Festung Franzensfeste

Sonntag, 5. Oktober

Musik

» Freitag, 5. September ab 19 Uhr Stiftsplatz Neustift

Aufgrund der klimatischen und geologischen Besonderheiten sind die „Vahrner“ Weine etwas ganz besonderes: Die hier angebauten weißen Sorten sind weitum durch ihre einzigartige Fruchtigkeit, Saftigkeit und Mineralität bekannt. Höchstbewertungen von den angesehensten Weinkritikern und –führern belegen die außerordentliche Qualität dieser Weine. Bei der „Vahrner Weis(s)e“ stellen folgende Kellereien und Winzer von Neustift und Vahrn ihre Weine vor: Griesserhof, Köfererhof, Pacherhof, Strasserhof, Stiftskellerei Neustift Für die Kulinarik zum Wein sorgen: Hotel Pacher, Pacherhof, Löwenhof, Messnerwirt, Clara, Sportwirt, Degust Musikalische Umrahmung: „Soul Breeze“ Kostenloser Taxidienst nach Brixen und Vahrn, Tel. 349 6078140

48

17 Uhr

Coro Plose Auftritt im Rahmen der Feier zum 50-jährigen Bestehen auf. Eine FotoAusstellung wird um 10 Uhr eröffnet. Forum Brixen

Märkte Monatsmarkt 29. September, 8-13 Uhr, Schwesternau Bauernmarkt in Brixen Mittwoch und Samstag, 8-13 Uhr, Hartmannplatz Wochenmarkt montags, 8-13 Uhr, Priel-Gelände Benefizflohmarkt der Caritasgruppe der Pfarrei Vahrn 6. September, 9-18 Uhr, im alten Kindergarten Vahrn (1. Stock)

Ausstellungen Engelsburg – Kloster Neustift bis 11. Oktober Audio-Installationen von Stefano Bernardi. Kuratorin Susanne Barta. Öffnungszeiten: Mo-So, 11 – 17 Uhr Diözesanmuseum Hofburg Brixen bis 31. Oktober Ulrich Glantschnigg (1661– 1722). Der Bozner Barockmaler. Führung durch die Sonderausstellung jeden Samstag um 11 Uhr Öffnungszeiten: Di-So, 10–17 Uhr, Karfreitag von 10–14 Uhr StadtGalerie Brixen 5. – 27. September I know what you mean – Fotografien des aus Mühlbach stammenden Fotografen Marco Pietracupa Öffnungszeiten: Di – Sa, 10.30 12.30 Uhr; 17.30 – 19.30 Uhr 3. – 25. Oktober Roland Senoner aus Gröden präsentiert seine Zeichnungen und Installationen. Öffnungszeiten: Di – Sa, 10 – 12 Uhr; 16:30 – 18:30 Uhr Pharmaziemuseum Brixen bis 20. September Sonderausstellung continuare – weiter wirken. Eine künstlerische Betrachtung zum Thema Kontinuität, über das Wirken von Zeit und Erinnerung – von Christa Manz-Dewald Öffnungszeiten: Di/Mi 14 – 18 Uhr; samstags 11 – 16 Uhr Festung Franzensfeste ARCHE. Eine Festung für Tiere Werke von 40 Künstlern zum Thema Tier und Mensch Die Brennerautobahn - gebaute Landschaft in Bewegung Die Baugeschichte der Brennerautobahn 100% Tobe Us 111 Holzautos, von internationalen Designern gestaltet Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 10-18 Uhr; Montag geschlossen. Galerie 90 bis 6. September Wolfgang Zingerle: A Squeegee. Squilgee or sometimes Squimjin. Öffnungszeiten: Do – So, 17:30 – 19:30 Uhr


Cherie und Bijoux

Genial heizen mit Wasser oder Luft, das Design "Sanduhr" ein Blickfang! • maßgeschneiderte Finanzierungen • IRPEF-Steuerabzug 50% • Heizkostenersparnis bis zu 100%! Berechnen Sie online Ihre persönliche Ersparnis. Mehr unter

www.edilkamin.com

Jetzt staatliche Förderung von 50% nutzen!

Einrichtungsideen fürs Leben

Schöner wohnen nach Maß. Schabs und Bruneck Tel. +39 0472 970 342

Handwerkerzone Förche 28 39040 Natz-Schabs · Tel. 0472 412441 www.tischlerei-oberhuber.it

www.ametechnik.com

GESTALTEN MIT STIL.

www.domus.bauexpert.it

Fliesen, Steine, Holz- und Laminatböden


Freizeit & Sport

BRIXCITY-RIVERRIDE

Surfen im Eisack

Es klingt wie ein gefährlicher Lausbubenstreich, ist aber die neueste Trendsportart, die auch vor der Brixner Jugend nicht Halt macht. Um das Wakeboarden einem breiteren Publikum vorzustellen, wurde kürzlich ein Surf-Event in den Rappanlagen veranstaltet.

S

urfen im Eisack? Wer und vor allem wie kommt man bitteschön auf so eine Idee? Als ich mich genauer informierte, wer denn hinter dieser Geschichte eigentlich steckt, fiel nur ein Name: Alexander „Ali“ Angerer. Na klar, dachte ich mir, da hätte ich auch selbst drauf kommen können – wer sonst hat denn solche „norraten“ Ideen in Brixen? Wenn’s um Adrenalinkicks, Extreme und darum geht, etwas Neues auszuprobieren, kommt man in Brixen an ihm nicht vorbei. Dieses Mal hat er sich wieder selbst übertroffen und sich mit einigen jungen

50

Helferlein das Surfbrett im Eisack an die Füße geschnallt.

Erste Schritte. Am Gardasee beim

Wakeboarden kam der Stein ins Rollen: Angerer stellte sich nämlich die Frage, wie und wo man auch in Brixen surfen könnte, ohne immer wieder weit ans Meer oder an den See fahren zu müssen. Mit einigen seiner Kollegen fing die Tüftelei dann an, und im Riggertal wurden die Jungs fündig. Mit Hilfe einer Seilwinde, die an einer Brücke befestigt wurde, ging’s dann los: „Schon bald kamen wir auf die Idee, unsere Surfkenntnisse

auf dem Eisack zu demonstrieren – aber vorher hieß es üben, üben, üben. Eine blöde Figur zu machen kam gar nicht in Frage“, so Angerer. Das Projekt reifte dann heran, und schon bald wussten die Surfbegeisterten, dass man aus diesem Spaß ein tolles Event machen kann. Das Organisieren begann ...

„A gmahnte Wiesn“. Die Bürokra-

tie machte es den Veranstaltern, allen voran Ali Angerer und seinem Gehilfen Hannes Sullmann, nicht ganz einfach. Aber die „Zettlwirtschaft“ hat die gewillten Or-

ganisatoren ja erfahrungsgemäß noch nie aufgehalten und deshalb wurde brav weitergemacht. Einige eingeholte Genehmigungen später ging es dann ans Eingemachte: Bäume wurden abgeholzt, Sträucher und Gestrüpp entfernt und eine Wiese gemäht, um die Sicht für die Zuseher zu verbessern. Die Wasserrettung sowie die Kraftwerksbetreiber wurden informiert, Kanuten organisiert und das Allerwichtigste, die sogenannten „Tricks“ alias „Hupfer“, die übrigens von keinem geringeren als der Firma Red Bull zur Verfügung gestellt wurden, wurden in den


Eisack gehievt und festgemacht. Nun galt es nur noch abzuwarten, ob auch der Eisack mitspielt: Bei Hochwasser würde die Veranstaltung – aus Sicherheitsgründen – nämlich nicht stattfinden können.

das funktioniert? Eigentlich ganz einfach: Auf einer Länge von 150 Metern wurden vier „Tricks“ längs des Flussverlaufs installiert. Die auf der Widmannbrücke angebrachte Seilwinde zieht die Wa-

Tourismusverein Brixen zur Verfügung gestellt wurden. Ein absolutes Highlight also für Springer und Zuseher, denn einen WakeboardContest auf einem Fluss gab es bisher noch nicht. Eine Premiere,

„Das heuer war ein Probelauf, der besser funktioniert hat als erwartet“_ Alex Angerer, Organisator Alles paletti! Am ersten August-

wochenende war es endlich soweit: Das Wetter war zwar grauenhaft, aber nichtsdestotrotz konnte der erste „Brixcity-Riverride“ abgehalten werden. Profi-Wakeboarder aus ganz Europa zeigten den zahlreichen Zuschauern und der Jury ihre besten Sprünge. Wie

keboarder an, die dann über die Hindernisse springen und dabei versuchen, den bestmöglichen „Trick“ zur Schau zu stellen. Das Ganze passiert stromaufwärts. Wer nach drei Durchgängen die von der Jury vergebene höchste Punktzahl erreicht, gewinnt die 1.000 Dollar Preisgeld, die vom

die nach Wiederholung schreit! Dieser Meinung ist auch Angerer: „Das heuer war ein Probelauf, der besser funktioniert hat als erwartet. Demzufolge werden wir die Veranstaltung sicherlich wiederholen und versuchen, noch mehr und noch bessere Wakeboarder nach Brixen zu holen.“

No risk, no fun! Wasser ist Kraft,

Kraft ist gefährlich – wie schaut’s eigentlich mit der Sicherheit bei dieser Veranstaltung aus, Herr Angerer? „Nun, das Gefahrenpotential hält sich hier absolut in Grenzen. Zum einen gehören Schutzbekleidung und Helm zur Grundausstattung der Wakeboarder, zum anderen braucht es einen gesunden Hausverstand. Hochwasser, Stromschnellen und Steinen muss man aus dem Weg gehen“, so Angerer. Um die Sicherheit zu gewährleisten, arbeiteten die Organisatoren eng mit Wildwasserexperten zusammen, die auf gefährliche Situationen hinweisen. Vorab wurden Objekte, die eine Verletzungsgefahr darstellen könnten, aus dem Fluss entfernt. Weißes Kreuz und Wasserrettung standen während der gesamten Veranstaltung parat und wären im Fall der Fälle sofort einsatzbereit gewesen. „Wir waren fast perfekt organisiert“, so Angerer, „deshalb möchte ich mich auch nochmals bei allen Beteiligten bedanken. Wir wurden von Seiten der Gemeinde, Tourismusverein sowie von den zuständigen Ämtern und Vereinen unterstützt – dadurch ist uns auch eine tolle Veranstaltung gelungen. Einzig Petrus hätte noch etwas großzügiger sein können“.

evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

51


DIVERSES

Freizeit & Sport

Action von früh bis spät Fotos: Markus Fink

Die Kinder den ganzen Sommer über zu beschäftigen ist keine leichte Aufgabe. Sommercamps schaffen hier Abhilfe, entlasten die Eltern – und bereiten den Kindern einen Heidenspaß. Wir haben uns eine dieser Sommerbetreuungen in Brixen etwas genauer angesehen.

A

b halb acht Uhr morgens trudeln die Kinder des Sommercamps „Sport, Spiel & Spaß“ im Garten des Vinzentinums ein – und sie sind alles andere als noch müde. Bis alle hundert Kinder eingetroffen sind, die an dieser letzten der insgesamt drei Sommercamp-Wochen teilnehmen, vertreiben sich die Fünf- bis Elfjährigen die Zeit mit Spielen. Jedes Kind ist einer Gruppe zugeteilt, die nach Tieren benannt ist, und weiß genau, welches Programm auf sie wartet: Die „Panther“ spielen heute

LEBENS

PHASEN KREDIT

Unsere Tiroler Bank.

Vormittag beispielsweise Tennis, während die „Löwen“ klettern. Die „Tiger“ gehen am Nachmittag in den Wald, die „Pumas“ ins Schwimmbad. Sehr abwechslungsreich wird das Programm Jahr für Jahr von den Initiatoren Alex Schraffl und Christian Meraner zusammengestellt.

Natur und Sport. Spielen im

Wald wurde heuer neu ins Programm aufgenommen und kommt gut an. Das Basteln und Werkeln in der Natur bereitet den Teilnehmern besonders viel Freude. Die

„Die Schaffung von Wohnraum – unabhängig ob Bau, Kauf oder Sanierung – stellt eine große planerische und finanzielle Herausforderung dar. Dabei wollen wir unsere Kunden als verlässlicher Partner bestmöglich unterstützen und begleiten.“

Die flexible Wohnraumfinanzierung mit Raten, die sich Ihrer Lebensplanung anpassen.

www.hypotirol.it info@hypotirol.it

che ertragli v s a d h Sie sic Sichern laufzeit uf: Recht a ilgungsfreie An et ten * 2 Jahr Ihrer Ra n e z t e s s eit e Au er Laufz d g * 2 Jahr n u r ge e Verlän * 3 Jahr

Nähere Details erfahren Sie in unseren Geschäftsstellen. Irrtum und Druckfehler vorbehalten.

52

HYPO TIROL BANK AG Reinhart Gostner Geschäftsstelle Brixen Stadelgasse 12/B 39042 Brixen Tel 0472 979 797


Im Sommercamp können sich die Kleinen so richtig austoben

–––

Kinder sollen sich bewegen, auf Entdeckungsreise gehen und viele neue Freunde kennenlernen – das ist das Ziel des vor 13 Jahren gegründeten Sommercamps. Als eines der ersten Sommer-Betreuungsangebote in Brixen hat sich „Sport, Spiel & Spaß“ bereits einen Namen gemacht. „Viele Kinder kommen seit mehreren Jahren zu uns und bleiben dann oft nicht nur eine, sondern auch zwei oder drei Wochen. Das macht uns natürlich besonders stolz“, so Schraffl.

Gut betreut. Jede Gruppe wird

von einem diplomierten Sportpädagogen und seinen Gehilfen betreut. „Sicherheit wird groß geschrieben, deshalb legen wir Wert auf professionelle und kompetente Betreuung“, erläutert Schraffl. Jedes Jahr findet das Sommercamp in den ersten drei

Juliwochen statt. In den 100 Euro, die das Camp pro Kind und pro Woche kostet, ist neben T-Shirts, Rucksack, kurzen Hosen und Schildkappe auch die Verpflegung enthalten: Mittag gegessen wird gemeinsam im Garten des Vinzentinums, nach der Nachmittagsaktivität gibt es dann eine Jause, bevor das letzte Highlight des Tages ansteht: Ein eigens komponiertes Lied mitsamt Choreographie wird von den hundert Kindern abschließend gesungen und getanzt, bevor die Kleinen um 17 Uhr wieder von ihren Eltern abgeholt werden – und sich schon auf den nächsten aufregenden Tag freuen, denn da steht für alle eine gemeinsame Schatzsuche und eine Grillparty auf dem Programm. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

www.ssv-brixen.info Jetzt neu! Alle Kurse und Infos online.

53


Freizeit & Sport

Foto: Evi Hilpold

HANDBALL

Ab ins All-Star-Team z Die 22-jährige Anika Niederwieser verbrachte drei Wochen Urlaub in ihrer Heimatstadt, was selten genug vorkommt, seit sie vor drei Jahren nach Rom gezogen ist. Dort studiert sie Physik an der Universität Sapienza und spielt Handball beim Club Futura Roma Esercito. Dieses Team ist eine Ansammlung junger Talente und nahezu identisch mit der Nationalmannschaft. Das erste Jahr spielte die ehrgeizige Rückraumspielerin mit ihrer Truppe in der ersten italienischen, das zweite Jahr in der

slowenischen Liga. In der Saison 2014/15 ist die Futura-Mannschaft Teil der ungarischen Liga, und diese gehört europaweit zu den Besten. Ein Platz unter den ersten vier sollte schon herausschauen, meint die Brixnerin, die seit 20. August wieder im Training ist. Von Oktober bis Dezember geht es für die Nationalmannschaft um die Qualifikation für die WM 2015 in Dänemark. Vom 22. bis 27. Juli nahm das italienische Team an den Beach-Handball-Weltmeisterschaften in Recife (Brasilien) teil

und platzierte sich unter zwölf Teilnehmerländern an sechster Stelle. „Zwar konnten wir den ersten drei, also Brasilien, Ungarn und Norwegen, nicht das Wasser reichen, doch haben wir Uruguay, Taiwan und Australien besiegt. Und das war gut“, sagt die Brixnerin. Noch mehr freuen darf sie sich über die Wahl ins All-StarTeam als beste Abwehrspielerin der WM. Nach ihren Traumzielen gefragt, gesteht sie: „In Dänemark oder Norwegen zu spielen – das wär’s!“ jb

F&S Freizeit & Sport

TENNIS

Spiel, Satz und Sieg z Erstmals wurde in Brixen ein internationales Tennis-Jugendturnier ausgetragen: Bei der „Tennis Europe Junior Tour“ duellierten sich 32 Mädchen und ebenso viele Buben der Kategorie „Under 12“ auf den Brixner Tennisplätzen. Jung-Tennisspieler aus Italien, Holland, Österreich, Deutschland, Frankreich, Russland, Großbritannien, Weißrussland und Kroatien waren für das Turnier angereist, das vom Verein Tennis BrixenBressanone organisiert wurde. Die spannenden Spiele auf hohem Niveau wurden auch von vielen interessierten Brixnern verfolgt.

kurz

notiert

54

Der Sieg im Einzel ging an die Französin Maëlle Babeaud und an den Polen Mikolaj Lorens. Lokalmatadorin Greta Zwerger wurde erst im Halbfinale von der späteren Siegerin gestoppt. Im Doppel setzten sich bei den Buben Luigi Castelletti aus Italien zusammen mit Mikolaj Lorens aus Polen durch, bei den Mädchen Klára Nováková aus Tschechien und Oksana Selekhmeteva aus Russland (im Bild). Nach erfolgreichem Verlauf des Turniers hofft der Vorstand rund um den Präsidenten Christof Dejaco auf eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Der hochrangige Fußballfunktionär Pino Radice wurde vor kurzem im Brixner Rathaus empfangen. Radice ist Talentsucher bei Inter Mailand. Seit 40 Jahren verbringt er seinen Urlaub im Raum Brixen und knüpfte in dieser Zeit auch Kontakte zu den örtlichen Fußballmannschaften.

Eigens für das Turnier wurden die Umkleidekabinen mit Unterstützung der Gemeinde komplett renoviert.  eh

Beim nationalen Tennisturnier „Raiffeisen Tennis Grand Prix 2014“ in Brixen verlor der Brixner Joy Vigani knapp das Finale gegen Patrick Prader. Bei den Damen holte sich Jeannine Hopfgartner aus Bruneck den Sieg. Veranstaltet wurde das Turnier vom Verein Tennis Brixen Bressanone.

Die Acquarena hat ihren Saunabereich nach den Umbauarbeiten wieder geöffnet. Unter anderem wurde die Thalasso-Kabine durch ein Salionarium ersetzt, die Finnische Sauna wurde im Innenbereich erneuert, und anstatt der Bio-Sauna gibt es jetzt eine Bio-Zirbelkiefersauna.


NACHGEFRAGT

„Habe meine Batterien aufgeladen“ ROBERTO FUSCHINI, neuer Fußballtrainer des ASC Plose, über seine Ziele und seine Philosophie, die Mannschaft als Einheit auf den Platz zu schicken. Herr Fuschini, was hat sie dazu gebracht, nach einjähriger Pause in die Fußballfamilie zurückzukehren? Nach 25 Jahren als Trainer und aktiver Spieler hatte ich eine Auszeit dringend nötig, um meine Batterien aufzuladen. Mit neuer Motivation bin ich nun bereit, mich wieder ins Fußballleben zu stürzen. Entschieden habe ich mich für den Landesligisten ASC Plose; zum einen, weil mich das Projekt des Sektionsleiters Norbert Profanter und Ex-Trainers Matthias Regele überzeugt hat, und zum anderen, weil mir der Kampfgeist der Mannschaft zugesagt hat.

Wohin möchten Sie die Mannschaft führen? Ich setze mir nicht gerne fixe Ziele am Anfang der Saison. Ich folge einer Philosophie, bei der die Mannschaft nach Möglichkeit den Gegner mit dem eigenen Können in einem regelkonformen Spiel besiegen soll. Voraussetzung dafür ist Ehrgeiz, Konzentration und eine Mannschaft, die auf dem Platz als Einheit auftritt. Natürlich liegt es in meiner Natur, dass ich gewinnen will, in jeder Hinsicht – und wenn es „nur“ beim Watten ist –, aber ein Sieg ist meines Erachtens eine logische Folge auf eine fehlerlose und gute Leistung auf dem Feld.

Was hat sich außer dem Trainerwechsel in der Mannschaft sonst noch verändert? Die Mannschaft ist nach wie vor gut besetzt: Es gibt einen historischen Kern und junge Spieler, die allesamt an einem guten Ergebnis arbeiten und sich für ihre zukünftige Laufbahn immer weiter verbessern wollen. Mit den zwei neuen Spielern, dem Torhüter Philipp Knoflach, der vom SSV Brixen kommt, und dem Verteidiger Stefan Rabensteiner aus Barbian, sind wir gut aufgestellt und freuen uns, dass die Saison startet. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

BERGSPORT

Den Berg näher bringen

z Der Verein CAI Sektion Brixen hat für bergbegeisterte Kinder und Jugendliche der deutschen und italienischen Sprachgruppe zwischen sechs und 17 Jahren ein abenteuerliches Programm

EEVE? Familiengeld?

zusammengestellt: Zwischen Februar und November werden – meist am Wochenende – abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten angeboten. Neben Rodelpartien, Schneeschuhwanderungen, Klet-

tertouren und Bergwanderungen wird auch jedes Jahr ein dreitätiger Ausflug zu einer Hütte organisiert, wie beispielsweise heuer nach Rovereto (im Bild). Die Teilnehmer werden dabei von ausgebildeten Betreuern sowie auch von Mitgliedern der Bergrettung CNSAS begleitet. Diese abenteuerlichen Freizeitaktivitäten sollen den Kindern den Berg nä-

her bringen: Dabei sollen nicht nur die Freuden einer Bergtour, sondern auch deren Risiken kennengelernt werden – und genau dies wird den Teilnehmern von den ausgebildeten Begleitern vermittelt. Bis Ende November stehen weitere Ausflüge auf dem Programm, für die sich Interessierte noch anmelden können. eh

Kostenlos für alle beim SBB-Patronat

www.sbb.it/patronat 55


Wirtschaft & Umwelt

BIOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT IM UMRISS

Bio in aller Munde

Der Disput zwischen biologischer und herkömmlicher Landwirtschaft ist durch das Thema Abdrift von teils giftigen Pflanzenschutzmitteln in aller Munde. Zu klären gilt, was den Bio-Anbau eigentlich ausmacht.

K

nackig, rund und volle Backen – so wie ich’s mag. Und erst der Duft! Ein herzhafter Biss, schon sammelt sich fruchtig süßer Saft in meinem Mund, und ich bin mir absolut sicher: Ja, das ist ein Apfel aus Südtirol. Das genüssliche Kauen wird jedoch jäh unterbrochen von einem bitteren Nachgeschmack: Bei all den Medienberichten über gesundheitsund umweltschädliche Pflanzenschutzmittel im Obstanbau stellt sich automatisch die Frage, ob dieses rotbackige Früchtchen

56

„bio“ ist – und überhaupt, was macht Bio eigentlich aus?

Bio – seit jeher. Der Grundstein

für die biologische Landwirtschaft wurde bereits gelegt, als die ersten Menschen begonnen haben, Getreide, Gemüse und Obst zu kultivieren und Tiere zu halten. Mit dem rapiden Anstieg der Bevölkerung hat sich jedoch einiges geändert. Um genügend Lebensmittel herzustellen, wurde die Wachstums- und Entwicklungsphase von Pflanzen und Tieren verkürzt. Ungeziefer, Schädlinge und Krankheiten, die

die Ernte oder den Tierbestand bedrohten, wurden bekämpft, pilz- und krankheitsresistente Obst-, Gemüse- und Getreidesorten entwickelt und neue Arten der Bodendüngung angewendet. Doch die Bewegung „Zurück zu Bio“ setzte bereits in den 1920er Jahren ein, als einige Landwirte, Gutsbesitzer und Lebensmittelverarbeiter einen Qualitätsverlust der Ernte aufgrund von mineralischer Stickstoffdüngung zu bemerken glaubten. Ausgehend von diesem Problem entschied sich Rudolf Steiner, Philosoph, Theosoph und

Begründer der Anthroposophie, in Breslau einen landwirtschaftlichen Kursus zum Thema „geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ abzuhalten. Diese von rund 100 Teilnehmern besuchte Vortragsreihe gilt als Geburtsstunde der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und der Bio-Bewegung, die wir heute kennen. Um biologisch-dynamisch erzeugte Lebensmittel zu kennzeichnen und deren Mehrwert zu transportieren, wurde 1928 das Markenzeichen „Demeter“


NATUR PUR: Vor einigen Jahren galt „Bio“ nicht als salonfähig. Heute springen auch viele Bauern in Brixen auf diesen Zug auf und setzen aus Überzeugung auf biologische Landwirtschaft

–––––––––– Foto: Oskar Zingerle

ins Leben gerufen. Heute ist der Demeter-Verband der einzige weltweit agierende Bio-Verband. Um den Bio-Landwirten den oftmals nötigen Rückhalt zu gewährleisten und sie von den herkömmlichen Landwirten zu unterscheiden, wurden weitere Verbände und Vereinigungen ins Leben gerufen: So wurde in den 1980er Jahren der erste Bio-Verband Südtirols gegründet – die „Arbeitsgemeinschaft für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise“. Später kamen der „Bund Alternativer Anbauer“ (BAA) und 1991 der ebenfalls in Deutschland tätige Verband „Bioland“ dazu. Der Marxenhof in Brixen ist Mitglied bei „Bioland“ und wird außerdem seit mehr als 15 Jahren von Wolfgang Klammer nach den strengen Richtlinien des Demeter-Verbandes geführt. „Anfangs“, erinnert sich Klammer, „musste man aufgrund der negativen Rückmeldungen der Leute schon schlucken.“ Durch merkbar bessere Qualität, Bekömmlichkeit, Haltbarkeit und den besseren Geschmack der erzeugten Produkte verstummten die negativen Stimmen jedoch bald. Auch Michael Oberhollenzer, Obmann des „Bioland Verbandes Südtirol“, meint, dass die BioPioniere in dieser Hinsicht wohl einiges erlebt hätten, sich die Situation heutzutage jedoch eher

normalisiert hat. Eine Wende hin zu Bio wird nicht nur durch die steigende Zahl der Bio-Bauern bemerkbar; auch Lebensmittel aus biologischem Anbau werden von der Gesellschaft verstärkt nachgefragt. Als weiterer Meilenstein in der Entwicklung der Bio-Bewegung in Südtirol gilt die Umstellung des Schulbetriebs der Landwirtschaftsschule Salern auf biologischen Landbau. So werden der von der Schule geführte Grünlandbetrieb „Bruggerhof“, das Glashaus und

Kennzeichnung bedeutet Bio, dass im Zuge der landwirtschaftlichen Betriebsführung und der Lebensmittelproduktion folgende Themen im Zentrum stehen sollen: Umweltschutz, Artenvielfalt, Schutz der natürlichen Ressourcen und die Anwendung von Tierschutzstandards. Ein Landwirt, der nach biologischen Richtlinien wirtschaften will, hat sich dementsprechend an einige Prinzipien zu halten. Als Grundprinzip gilt die Kreislaufwirtschaft: Hierbei wird auf chemisch-synthetische

Auslauf und Weidegang haben. Im Bereich der Lebensmittelverarbeitung ist auf Hilfs- und Zusatzstoffe, Gentechnik sowie auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz-, Lager- und Düngemittel zu verzichten. Wolfgang Klammer vom Marxenhof sieht außerdem einen großen Vorteil in der ökologischen Landwirtschaft, da diese vielseitiger ist und mehr Möglichkeiten bietet: „Weil keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, können meine drei Schweine – Zeus, Hera

„Für mich ist es eher ein Bauernfeiertag, wenn wir Bio-Kontrolle haben!“_ Wolfgang Klammer, Marxenhof der Garten nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet. In die Zukunft blickend meint Klammer jedoch, dass von Seiten der Politik viel klarere Akzente gesetzt werden müssen: „Die ökologische Landwirtschaft muss entsprechend unterstützt werden – auch finanziell –, weil der Aufwand doch wesentlich mehr ist und die Ausfälle wesentlich größer sind.“

Bio... logisch? Was macht nun

die biologische Landwirtschaft aus? Laut der EU-Verordnung aus dem Jahre 2007 über die ökologische Produktion und deren

Düngemittel verzichtet und dem Boden werden Nährstoffe in Form von Mist und Kompost zugeführt, wodurch Milliarden von Bioorganismen die Bodenstruktur und Fruchtbarkeit verbessern. Ein weiteres Prinzip ist die artgerechte Haltung von Tieren. Das heißt, die Ernährung soll artgerecht sein (viel Heu, Gras und Silage) und darf keine wachstumsfördernden Mittel enthalten; Jungtiere sollen länger bei der Mutter verbleiben, Tiere sollen generell eine höhere Lebenszeit haben, und sie sollen neben einem Stall, der viel Platz und Tageslicht bietet, ebenfalls

und Hermes – zwischen den Apfelbäumen in der Obstplantage ihren nötigen Freiraum genießen“. Ein weiteres Grundprinzip ist das Ökosystem zu stabilisieren und möglichst viele altbewährte und von Natur aus resistente und widerstandsfähige Pflanzen- und Tierarten zu erhalten. Außerdem werden Bio-Lebensmittel schonend zubereitet und auf regionaler Ebene abgesetzt. Um Erzeugnisse der biologischen Landwirtschaft von denen der herkömmlichen zu unterscheiden, gibt es seit 2007 die EGÖko-Verordnung, die die Kenn57


Pflanzenschutzmittel. Doch ge-

rade die Richtlinien und Kontrollen, die zur transparenten Kennzeichnung von Bio-Produkten dienen, stoßen vielen Landwirten heute sauer auf – so beispielsweise der Einsatz von teilwiese giftigen Pflanzenschutzmitteln in der herkömmlichen Landwirtschaft. Dies war auch für Wolfgang Klammer der ausschlaggebende Grund, auf Bio umzusteigen, denn „wenn man sich die Beipackzettel der Pflanzenschutzmittel anschaut, kann man seine Kinder wirklich nicht mehr mit in die Anlage neh-

men“. Um die gegebene Situation und das speziell für die Wirtschaft Südtirols nötige konfliktfreie Nebeneinander von biologisch und integriert bewirtschafteten Obstflächen zu regeln, wurde von der Südtiroler Obstwirtschaft eine Rahmenvereinbarung ins Leben gerufen, die ab der Vegetationsperiode 2015 gilt. Die Vereinbarung beinhaltet diverse Maßnahmen, die die Abdrift von Pflanzenschutzmitteln auf biologische Obstflächen verhindern oder vermeiden soll. Vom Problem der Abdrift sind jedoch nicht nur Biobauern betroffen, denn Pflanzenschutzmittel können ebenfalls auf Grundstücke der öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Parkanlagen oder auf Gärten in Privatgrundstücken verweht werden. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, wurden auf der Sitzung der Landesregierung vom 1. August ebenfalls diverse Vorschriften im Bereich der Verwendung von Pflanzenschutzmitteln beschlossen.

„Bio-Doping“ für Pflanzen. Doch

gewisse Spritzmittel finden auch in der biologisch-dynamischen

Wandern und Spaß haben auf der Alm mit der ganzen Familie, auf 1800 m Höhe! Die BergerlebnisWelt ist bequem mit der Panorama-Kabinenbahn Ratschings-Jaufen erreichbar!

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

zeichnung von Bio-Produkten EU-weit regelt und somit mehr Transparenz schaffen soll. Zu diesem Zweck wurde das grasgrüne Logo, auf dem gelbe Sterne den Umriss eines Blattes formen, ins Leben gerufen. Auch die diversen Bio-Verbände kontrollieren ihre Mitglieder ständig. Wolfgang Klammer vom Marxenhof sieht das pragmatisch: „Für mich ist es eher ein Bauernfeiertag, wenn wir Bio-Kontrolle haben! Kontrollen sind für uns essenziell, weil man dabei eine klare Rückmeldung bekommt.“

Um ein Spritzpräparat herzustellen, muss Wolfgang Klammer vom Marxenhof Hornkiesel mit Wasser anrühren

––––––

Landwirtschaft Gebrauch – auf ökologischer Basis versteht sich. Das Verwenden unterschiedlicher Präparate wird sogar vom Demeter-Verband vorgeschrieben! Während in der biologischen Landwirtschaft auf biologisch-organische – also materielle – Mittel zurückgegriffen wird, berücksichtigt die biologisch-dynamische Landwirtschaft neben den irdenen Wachstumsfaktoren (Nährstoffe) ebenfalls kosmische Faktoren (wie Licht, Wärme und etwa die

Mondphasen). Durch unterschiedliche Verfahren werden sogenannte Präparate aus beispielsweise Hornkiesel, Kamille, Löwenzahn oder Brennnessel hergestellt. Beim Hornkiesel wird ein zu Pulver zermahlener Bergkristall in ein Kuhhorn gefüllt und den Sommer über in der Erde vergraben. Anschließend wird das Präparat dynamisch in einem Wasserbottich eine Stunde lang verrührt – dynamisch deshalb, weil die Rührbewegungen immer stärker

lt e W s i n b e l r e B e rg

Ein gemeinsames Sommer-Ticket für zwei Wanderparadiese! Auch heuer gibt es Tickets gültig für die Wandergebiete Ratschings + Ladurns. SOMMERBETRIEB RATSCHINGS-JAUFEN: 22.06. – 05.10.14 Täglich von 8:30 bis 17:00 Uhr TICKET BERG- UND TALFAHRT: Erwachsene 12,00 Euro, Kinder 8,00 Euro, Senioren 10,00 Euro. TICKET EINZELFAHRT: Erwachsene 8,00 Euro, Kinder 5,50 Euro, Senioren 7,00 Euro. Die BergerlebnisWelt ist ein Wanderrundgang mit vielen Attraktionen für Jung und Alt. Die Gehzeit des kompletten Parcours beträgt ca. 45 min. Höhenunterschied: ca. 50 m. Auch für Kinderwagen geeignet. Die Begehung ist kostenlos.

58

WANDERGEBIET

Ratschings-Jaufen FÜR NIMMERSATTE NATUR-VERNARRTE. Tel. 0472 659 153 Gl find us on Facebook Beschreibung und komplette Übersicht des Parcours: www.ratschings-jaufen.it


und in beide Richtungen gemacht werden. Wolfgang Klammer stellt die von ihm verwendeten Präparate selbst her und bringt sie von Hand aus. Er sieht beispielsweise das Anmischen von Hornkiesel im Wasser als eine Art Meditation: „Wir Bauern sind sozusagen die Priester der Erde – wir geben den Lebensmitteln einen geistigen Hintergrund, indem wir uns intensiv mit der Landwirtschaft beschäftigen, und bringen positive Werte mit ein“, erklärt er. Durch das Ausbringen der Präparate verspricht sich die biologisch-dynamische Landwirtschaft generell besseren Geschmack, höheren Zuckergehalt, längere Haltbarkeit und bessere Bekömmlichkeit.

I(s)st Brixen bio? Brixen ist eben-

falls auf den Geschmack von Bio-Lebensmitteln gekommen.

Die in und um Brixen tätigen Bio-Landwirte bauen neben unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten wie Kartoffeln, Karotten und Beerenobst auch Nüsse an. Seit einigen Jahren werden vor allem auf den höher gelegenen Bio-Höfen ebenfalls diverse Kräuter angebaut und zu Gewürzsalzen, Kräutertees, Sirup, Schnaps oder Wellnessprodukten verarbeitet. Auch findet der Anbau von Getreidearten nach biologischen Richtlinien stetig mehr Anklang. Die Natur-Backstube Profanter stellt beispielsweise ihr Brot seit 1983 aus biologischem Getreide her und verwendet vorwiegend Rohstoffe aus regionalen Quellen. Ein weiteres wichtiges Standbein für Bio-Bauern in Brixen ist der Urlaub auf dem Bauernhof. Urlauber aus nah und fern können so den Alltag von Bio-Bauern

hautnah miterleben, wertvolle Eindrücke aus der Landwirtschaft gewinnen, und sie werden meist mit hauseigenen Bio-Lebensmitteln verwöhnt. Neben der Vermarktung über diverse Händler wählen einige Bio-Landwirte die Möglichkeit, ihre Erzeugnisse bei einem der Märkte feilzubieten. In Bozen gibt es hierfür extra den BIO-Markt. In Brixen können jeden Mittwoch und Samstag neben anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen auch Bio-Produkte beim Bauernmarkt am Hartmannsplatz erworben werden. Außerdem vertreibt das Detailgeschäft Pro Natura, das eines der 18 Geschäfte ist, die innerhalb des Handels- und Dienstleistungsverbandes hds der Vereinigung der Biofachgeschäfte angehört, unterschiedliche Produkte aus biologischem Anbau.

Die Bio-Bewegung wird durchaus von der Gesellschaft angenommen; das zeigt sich auch daran, dass viele Lebensmittelbetriebe, wie beispielsweise Brimi und Plose Quelle, eine eigene Bio-Linie ins Leben gerufen haben. Außerdem findet im Brixner Vinzentinum jedes Jahr (heuer am 5. Oktober) das Biologische Erntefest statt, bei dem über 30 Bio-Landwirte ihre Produkte, wie Sauerkraut, Marmeladen, Obst und Gemüse, anbieten. Das Erntefest wird von der Südtiroler Gesellschaft für Gesundheitsförderung (SGGF), dem Bund Alternativer Anbauer und Bioland organisiert.

veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Freude am Detail Holz Fliesen Service

Freienfeld & Vahrn

59


Wirtschaft & Umwelt

MEISTERVEREIN

Tradition pflegen – Neues anstreben Das Ziel des Meistervereins ist, alte Werte zu pflegen und gleichzeitig in die Zukunft zu blicken. Deshalb werden junge Leute für das Handwerk motiviert, denn: „Handwerk hat goldenen Boden“.

D

er Katholische Meisterverein Brixen zählt zu den ältesten Vereinigungen der Stadt: Mit der Feuerwehr, dem Männergesangverein, dem Vinzenz-Verein und wenigen anderen gehört er zu jener Handvoll Korporationen, die die historischen Wechselfälle vom 19. Jahrhundert in die Gegenwart überdauert haben“. Diese Sätze stammen von Hans Heiss, dem damaligen Leiter des Stadtarchivs, und sind in der anlässlich des einhundertjährigen Bestehens des Meistervereins herausgegebenen Festschrift nachzulesen. Der Verein feierte seinen „Hunderter“ im Jahre 1991 außer mit der umfangreichen Festschrift auch mit einem Festgottesdienst im Dom, einem Festakt in der Cusanus Akademie und einer Ausstellung über „Das Brixner Handwerk in vorindustrieller Zeit“. Dreiundzwanzig Jahre sind seitdem vergangen, und in der Bezeichnung „Meisterverein Brixen 1891“ fehlt das „Katholisch“. Aber auch sonst hat sich manches verändert. So hat der Ausschuss am 3. Jänner 2014 die Abänderung einiger Artikel des Vereinsstatuts beschlossen: In Zukunft sollen nicht nur Handwerksmeister und -innen sowie Gewerbetreibende von Brixen-Stadt und Fraktionen Mitglieder im einzigen noch aktiv tätigen Meisterverein Gesamttirols werden können, sondern auch jene von angrenzenden Gemeinden. Waren es nach einer Statistik der Jahre von 1891 bis 1953 noch die Kleider- und Schuhmacher, Tischler und Maler, die am zahlreichsten vertreten waren, so sind es jetzt die Metzger und Schlosser (mit jeweils neun Mitgliedern) und die Tischler und Elektriker (mit jeweils acht Mitgliedern).

Durch Zunft „geknebelt“. In

besagter Festschrift schrieb der Historiker Helmut Alexander über die Geschichte des alten durch strenge Zunftregeln geknebelten Handwerks und dessen Bedeu60

tungsverlust im Laufe des 19. Jahrhunderts. So hieß es, „die Handwerker müssen so rein seyn, als ob sie von Tauben gelesen wären“. Mit der Einführung der Gewerbefreiheit traten Entwicklungen ein, die bald den Ruf nach der guten alten Zeit ertönen ließen. Auch die Brixner Handwerksmeister erkannten Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts, dass sie eine eigene starke Standesvertretung brauchten, um nicht an gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Einfluss zu verlieren. Somit wurde ein „Comitè“ gegründet, das in Anlehnung an die bereits bestehenden Meistervereine in Innsbruck und Bozen ein aus 17 Paragrafen bestehendes Statut ausarbeiteten und den 37 erschienenen Meistern am Abend des 31. März 1891 vorlegten. Als Name wurde „Katholischer Meisterverein für den politischen Bezirk Brixen“, als Schutzpatron der Heilige Josef gewählt. Auch der Name des ersten Vorsitzenden wurde festgelegt: Es war Franz Bergmeister, Kleidermacher. Am 25. April wurde aus der k. k. Statthalterei Innsbruck an Franz Bergmeister ein Brief mit folgendem Inhalt verschickt: „Die Bildung eines Katholischen Meistervereins in Brixen (…) wird im Sinne des §6 des Vereinsgesetzes vom 15. November 1867 Rep. No. 134 nicht untersagt“. Bis Ende Juni desselben Jahres waren bereits 33 Brixner Handwerksmeister dem Verein beigetreten. Am 5. Oktober beschloss die erste Vereinsversammlung, in Zukunft an jedem ersten Montag im Monat eine Versammlung abzuhalten. Als Ziele werden in §1 des Statuts genannt: „Pflege eines kräftigen, religiösen und bürgerlichen Lebens, Hebung des Katholischen Gesellenvereins, Pflege des Lehrlingswesens und der Fortbildungsschule, sowie die Gründung einer Krankencasse für die Vereinsmitglieder“. Und in §2 werden der Schutz und die

Stärkung des Einzelnen durch moralischen Einfluss der Gesamtheit, öftere Versammlungen, Einflussnahme auf die Erziehung der Lehrlinge sowie die Sorge für die Unterkunft derselben und die Anschaffung zeitgemäßer Zeitschriften und Bücher zur Unterhaltung und Belehrung erläutert.

Der Griff zur Selbsthilfe. Die Gründung einer Meisterkasse war in §1 des Statuts von Anfang an vorgesehen, da die soziale Absicherung wohl für Gesellen und Arbeiter, nicht aber für Handwerksmeister geregelt war. Über vier Jahre wurden bestehende Modelle diskutiert, ehe die Meisterkrankenkasse am 2. September 1895 von 70 anwesenden Mitgliedern in der Villa „Ostheimer“ ins Leben gerufen wurde. Für einen monatlichen Beitrag von 50 Kreuzern wurde dem Vereinsmitglied im Erkrankungsfalle ein Gulden pro Tag ausbezahlt, für maximal 40 Tage im Jahr. Zwar änderten sich je nach Kassenstand und Kaufkraft des Geldes die Beiträge und Auszahlungen, doch wurde das Prinzip bis heute beibehalten. In all den Jahren des Bestehens

des Meistervereins gab es immer wieder Änderungen und Anpassungen, so wie die erzwungene Umbenennung in „Associazione d’artigiani cattolici Bressanone“, doch überstand die Kasse auch die Zeit des Faschismus, des 2. Weltkrieges, die Monate der deutschen Besatzung und die schwierigen Aufbaujahre danach. Seit 1946 gibt es auch die so genannte „Sterbekasse“, einen Begräbnisfonds, dem die Mitglieder und deren Frauen beitreten können.

Lustig, sozial, freiwillig. Die Ge-

selligkeit durfte – und darf – nicht zu kurz kommen. Deshalb fanden die Versammlungen des Meistervereins stets in Gasthäusern statt. Als erstes „Vereinslokal“ wurde das Café Larcher gewählt, doch suchte man der Reihe nach verschiedene Brixner Gaststätten auf. Man lud zu Vorträgen ein, ließ „berufene Gäste“ Interessantes und Aufschlussreiches ebenso wie Kurioses und Amüsantes berichten, zeigte Dias oder später auch Filme. Die Vortragenden waren beispielsweise Ärzte wie Meinrad Bonell, oder Geistliche wie Bischof Josef Gargitter oder


Südtiroler Speckfest Villnöß Verbindung mit Linienbus zum

Verein mit Geschichte: Der Meisterverein Brixen wurde bereits 1891 gegründet; im Bild die Mitglieder von 1914

SÜDTIROLER BROT- UND STRUDELMARKT

––––––

Dompropst Karl Wolfsgruber. Damit kam man der im Statut formulierten „Forderung der geistigen Interessen des Handwerkerstandes“ nach. Auch Faschingsveranstaltungen mit Tanz und Abendessen – mit Gattinnen – waren beliebt. Vieles davon wurde beibehalten. Fixpunkte im Jahresverlauf sind jetzt die Jahresversammlung (letztes Jahr mit Sepp Messner Windschnur im Domcafé), ein gemeinsames Törggelen und die Wallfahrt nach Freienbühel, an der heuer Ende Juli besonders viele Mitglieder mit Familien und Freunden teilgenommen haben. Anschließend wurde auf der Wiese hinter dem Hotel „Vallazza“ gegrillt, gespeist, musiziert und diskutiert. Die Jahresausflüge der letzten Jahre führten die Teilnehmer ins Technische Museum nach München, zum Herbstfest nach Rosenheim, zur Handwerkerschau nach Seefeld oder zum Schloss Thun ins Trentino. Wichtig ist dem Meisterverein

info Name: Meisterverein Brixen 1891 Anzahl der Mitglieder: 102 Anzahl der im Meisterverein organisierten Personen: 128 Sitz: Brixen, Julius-Durst-Straße 6/b Kontakt: h.lechnermalermeister@ brennercom.net oder Tel. 335 6234933 Ausschussmitglieder: Präsident: Heinrich Lechner (Malermeister) Schriftführer: Benjamin Profanter (Bäckermeister) Kassier: Wolfram Ladurner (Glasermeister) Beiräte: Sepp Reifer (Tischlermeister), Klaus Cimadom (Malermeister), Egon Urthaler (Mechaniker)

auch die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession mit Fahne und Zunftstangen; Ehrensache ist der Mitmarsch beim Umzug des Altstadtfestes. Auch nimmt der Meisterverein Anteil bei Todesfällen von Mitgliedern und deren Angehörigen. Und Altmeister über 80 dürfen sich zu Jahresende und anlässlich besonderer Geburtstage über Besuche und kleine Geschenke von Seiten der Vorstandsmitglieder freuen. Als 2011 die Reinigung der Fenster der Pfarrkirche anstand, ließen sich die Handwerksmeister nicht lumpen. „Und wenn es nächstens um deren Restaurierung geht, wird man nicht nein sagen“, versicherte Malermeister Heinrich Lechner. Er übernahm das Amt des Präsidenten vor sieben Jahren von Walter Kompatscher.

Tradition pflegen, Neues anstreben. Auf die Ziele und Aufgaben

angesprochen, sagt Lechner: „Wir wollen die alten Werte bewahren, denn sie sind immer aktuell. Gerne nehmen wir neue Berufsgruppen auf, wie zum Beispiel Grafiker und Computertechniker. Wir wollen die Jugend fördern und motivieren, einen Handwerksberuf zu ergreifen und die Fortbildungsangebote im In- und Ausland zu nutzen, denn nach wie vor gilt: Handwerk hat goldenen Boden.“ Ein großes Anliegen ist es, für die Fahne und die Zunftstangen einen würdigen Aufbewahrungsort zu finden. „Auch wäre uns wichtig“, sagt Lechner, „dass in der Faschistenzeit verschwundene Objekte, die im Besitz des Meistervereins waren, wieder in unseren Besitz übergingen. Wir sind diesbezüglich mit dem Direktor des Diözesanmuseums, Johann Kronbichler, im Gespräch.“

St. Magdalena

4.– 5.10. 2014 www.speckfest.it

johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 61


Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Sammelbox für Altbatterien z Um verbrauchte und alte Batterien fachgerecht zu entsorgen, haben die Stadtwerke Brixen kleine Mehrweg-Sammelboxen für den Haushalt hergestellt. Konsumbatterien, Akkus und Knopfzellen können darin aufbewahrt werden, bis sie in den Recyclinghof Brixen, in die Minirecyclinghöfe von Milland, Rosslauf, Pfeffersberg und St. Andrä oder in den Sammelboxen diverser Geschäfte

entsorgt werden. Die praktische kleine Schachtel ist kostenlos bei den Kundenschaltern der Stadtwerke Brixen und im Recyclinghof Brixen erhältlich. Die richtige Mülltrennung bei Batterien ist besonders wichtig, da diese giftige Schadstoffe wie Blei, Cadmium und Quecksilber enthalten und auf keinen Fall im Hausmüll landen dürfen. Zudem enthalten die kleinen Energiespender auch

Wertstoffe wie Zink, Mangan oder Nickel, die bei fachgerechter Entsorgung wiederverwertet werden können. eh

W&U Wirtschaft & Umwelt

BRIXEN

Gelungene Übergabe z Eine sehr zufriedenstellende Bilanz zieht das Altstadtkomitee über die 18. Ausgabe des Brixner Altstadtfestes, das vom 22. bis 24. August stattgefunden hat. Der Erfolg kann durchaus an jenen von 2012 anknüpfen – die Besucherzahl wurde sogar übertroffen. „Nicht nur aus Sicht der Vereine, sondern auch aus Sicht des Komitees war das Fest wiederum ein voller Erfolg“, sagt auch Joachim Kerer, neuer Präsident des Altstadtkomitees. Erstmals wurde heuer dem Sohn von Helmuth Kerer der Schlüssel der Stadt Brixen

kurz

notiert

62

vom Bürgermeister überreicht; der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm, und wie nicht anders erwartet, meisterte der Kerer-Spross seine neue Aufgabe gekonnt: Er beweist Ruhe und Organisationstalent. Kaum Klagen kamen den Organisatoren zu Ohren, und als „Knüller“ wird der heuer eingeführte Pfand für Bierkrüge genannt, der neben den ökologischen Aspekten nicht nur für eine saubere und scherbenfreie Stadt, sondern auch für rasch abgeräumte Tische sorgte und die Verletzungsgefahr enorm

einschränkte. Ein großer Vorteil für die Vereine und ein kleiner Nachteil für die Gäste – denn wenn man drei Euro Pfand pro Krug berappen muss, sollte man diesen nicht aus den Augen lassen. Auch der Wettergott meinte es – bis auf den Samstag Nachmittag – gut mit den Organisatoren und schenkte den Besuchern am Sonntag sogar ein paar Sonnenstrahlen. Da schmeckte das Giggerle bei den Millandern, das Tirtl bei den Aferern und der Schokospieß bei der Musikkapelle dann gleich doppelt so gut. eh

Die Gemeinde verwaltet 89 zusätzliche Autostellplätze in der Tiefgarage Rosslauf. Zwei davon sind für Invaliden reserviert. Die Tiefgarage kommt vor allem der Bevölkerung im Rosslauf zugute, die lange darauf gewartet hat.

Im Vinzentinum werden um fast fünf Millionen Euro die rund 900 Fenster ausgetauscht, die historischen Türen erneuert und das Dach energetisch saniert. Auch die Sportanlage im Außenbereich soll erneuert werden.

Im Jahr 2012 sind im Brixner Krankenhaus 10.155 Patienten stationär aufgenommen worden. Im Vergleich dazu beträgt die Zahl der Aufnahmen im Jahr 2013 nur mehr 9.832. Die durchschnittliche Verweildauer bleibt konstant auf durchschnittlich 6,5 Tagen.


STADTGEHEIMNISSE Wann wurde die Brennerautobahn eröffnet?

VORTRAG

Anregungen: redaktion@brixner.info

Starthilfe Neue Unternehmen in und um Brixen

Dr. Susanne Reiffenstuhl in der Apotheke Peer.

Mit Anmeldung Freier Eintritt Anmeldung: peer.it/cal

SERVICE

MESSUNG KNOCHENQUALITÄT 29.09. – 3.10., Dauer ca. 10 Minuten Anmeldung: peer.it/cal

15€

ANGEBOT

ROCK D3 20 TBL. für den Knochenaufbau

-10%

NEU: Anmeldungen für Vorträge und Messungen online: www.peer.it/cal

Tischlerei Peter --------------------------------------Handwerkerzone 48, Vahrn Tel. 0472 055663

Vor kurzem hat Peter Mitterrutzner in der Handwerkerzone in Vahrn seinen eigenen Tischlereibetrieb eröffnet. Mit Johann Brunner und Josef March konnte Mitterrutzner langjährige Arbeitskollegen als Mitarbeiter gewinnen. Gemeinsam realisieren sie Inneneinrichtungen aller Art und

LÄUSE – WAS TUN?

Angebote gültig bis zum 30.9.14

Die Brennerautobahn feiert heuer einen runden Geburtstag: Als eine der ersten Gebirgsautobahnen der Welt verbindet die Brennerautobahn seit April 1974 „in Frieden und Freiheit die Völker Europas“. Die Autobahnstrecke über den Brenner gilt als niedrigste AlpenpassVerbindung zwischen Nord und Süd. Der erste Spatenstich erfolgte dabei am 26. März 1964 in Trient, und das erste Baulos Bozen Süd - Trento Nord wurde bereits 1968 für den Verkehr freigegeben. Mit der Freigabe des Abschnittes Grasstein-Vahrn am 27. Juli 1972 war die Autobahn dann vom Brenner bis Klausen (54 km) und von Bozen bis Modena befahrbar. Im Jahr 1974 waren sämtliche anspruchsvolle Kunstbauten wie Brücken, Viadukte und Tunnel fertiggestellt, sodass am 11. April 1974 schließlich der letzte Abschnitt von Klausen nach Bozen-Süd eröffnet werden konnte. Auf der Nordtiroler Seite wurde 1963 die zu ihrer Zeit höchste Pfeilerbrücke der Welt, die Europabrücke, eröffnet. Ein interessanter Einblick in die Geschichte der Brennerautobahn ist noch bis Mai 2015 in der Festung Franzensfeste zu sehen.

26.09.14 - 20.00 UHR

nach Maß, wobei großer Wert auf kompetente Beratung, fachgerechte Ausarbeitung und höchste Präzision gelegt wird.

Veröffentlichung von Neustarts auf Anfrage: starthilfe@brixner.info

Adlerbrückengasse 4, Tel. 0472 836 173, p@peer.it

63


„Bis Mai ist Kranebitt angeschlossen“ ALFRED ROTTONARA, Technischer Leiter der Stadtwerke Brixen, zu den im Herbst anstehenden Arbeiten zur Verlegung der Fernwärmerohre im Neunerweg – und welche Vorteile die Fernwärme den Brixnern gebracht hat.

Das heißt für die Anrainer, dass ...? Die Arbeiten sind in diverse Ab-

schnitte unterteilt, die wir kürzlich im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt haben. In der Zeit, in der im betreffenden Abschnitt gegraben wird, ist ein Befahren des Neunerwegs leider nicht möglich – die Anrainer können aber natürlich mit Fahrrad oder auch zu Fuß ihre Gebäude erreichen. In der Elvaser Straße sind die Arbeiten früher abgeschlossen worden als geplant ... Die beauftragten Handwerker haben sehr gut gearbeitet, und wir sind auch auf weniger Fels gestoßen als erwartet. Die Straßensperrung war unbedingt notwendig, ansonsten hätten die Arbeiten viel

MIT UNSEREM SERVICE FAHREN SIE BESSER! Wir reparieren Autos aller Marken

OBERVINTL/VINTL Tel. 0472 869006 · Fax 0472 869198 Notruf-Abschleppdienst: 337 456763 www.radmueller-service.com

länger gebraucht. Die nächsten Grabungen vom Hotel Temlhof bis zur Pension Kranebitt erfolgen im November; die Straße ist hier breiter, und wir können über eine Ampelregelung auf die Totalsperre verzichten. Alle Arbeiten in Kranebitt dürften Ende Mai abgeschlossen sein; das heißt, dass ab diesem Zeitraum ein weiterer wichtiger Stadtbereich mit Fernwärme versorgt wird, was den Kunden eine Ersparnis von mindestens 15 Prozent bringt. Die Fernwärme hat die Luftwerte in Brixen auf ein vollkommen anderes Qualitätsniveau gehoben.

Foto: Oskar Zingerle

Herr Rottonara, nach der Elvaser Straße kommt nun der Neunerweg dran? Ja, am 1. September beginnen wir im Neunerweg mit den Arbeiten zur Verlegung der Fernwärmerohre. Diese Grabungen betreffen das Gesamtprojekt, mit dem Kranebitt als weitere Zone an die Fernwärme angeschlossen wird. Im Neunerweg werden wir zu Weihnachten fertig sein – genau gesagt um den 13. Dezember, wenn alles perfekt abläuft.

willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

ACI Abschleppdienst ● Abschleppdienst Tag und Nacht Karosserie-Service ● Karosseriearbeiten und Lackierung ● Ersatzwagen für die Reparaturdauer ● Inkassoabwicklung mit der Versicherung Werkstatt-Service ● Diagnosegerät für alle Fahrzeuge ● Bremsen-, Abgas-, Spur- und Stoßdämpferprüfstand ● Klimaservice ● Staatliche Fahrzeugrevision (Collaudo) Reifen-Service TOP ● Reifen aller Marken PREIS E! Verkauf ● Neu- und Gebrauchtwagen sowie Pkw-Anhänger

ABSCHLEPPDIENST 24

h

Motorsägen

Gartengeräte

visionc.it

Wirtschaft & Umwelt

NACHGEFRAGT

Inneneinrichtungen aller Art Kompetente Beratung Fachgerechte Ausarbeitung Freude am Detail Sinn für Ästhetik Allerhöchste Präzision

64Ins. Brixner 192x68.indd

1

Handwerkerzone 48 · Vahrn T 0472 055 663 · H 320 313 0 267 info@tpm.bz.it

18.08.14 14:25


Qualität zum Losfahren

PLATTNER

Insbesondere im Eisack- und Pustertal verbinden viele den Namen Plattner seit Jahren mit Qualität im Bereich KFZ-Service und mit Komfort bei Taxi- und Busreisen.

Das Familienunternehmen Plattner mit Sitz in Rodeneck und Standorten in Bruneck und Sterzing bietet seit vielen Jahren vielseitigen Service rund ums Fahren: von Busreisen bis hin zu KFZReparaturleistungen mit ISO-zertifiziertem Abschleppdienst in ganz Südtirol. Den Grundstein legte Firmengründer Franz Plattner in den 70er-Jahren mit einem Taxikleinbus. Im Jahr 1987 wurde mit der Neugründung des gleichnamigen Reiseunternehmens das Tätigkeitsspektrum erfolgreich erweitert, und 2003 folgte schließlich die Übersiedlung an den heutigen Hauptsitz in der Handwerkerzone St. Pauls in Rodeneck. Seit 2011 bietet das Unternehmen an diesem Standort ebenfalls eine eigene KFZ-Fachwerkstatt sowie einen Abschleppdienst für Pkw, Lkw und Bus.

Qualifizierte Kfz-Werkstatt. Die

Kfz-Fachwerkstatt wird von Sohn Joachim, der gelernter Mechanikermeister ist, gemeinsam mit einem tatkräftigen Team von erfahrenen Kfz-Mechanikern und Servicefachkräften betreut. Die Werkstattleistungen umfassen Reparaturen an Automechanik und -elektrik, Klimaanlagen und Scheiben. Anhand einer systematischen Fehlerschnellanalyse werden Probleme im Handumdrehen erkannt und können in Folge umgehend behoben werden. „Gerade im Bereich der Fahrzeugtechnik ist es wichtig, auf dem neuesten Stand zu bleiben“, erklärt Joachim Plattner, „aus diesem Grund legen wir großen Wert auf kon-

St. Pauls 52/C 39030 Rodeneck Tel. Kfz-Werkstatt: 0472 886140 Tel. 24-h-Abschleppdienst: 348 1340194 Tel. Busreisen: 0472 541012 www.plattner.pro

Das Team der Fa. Plattner

Im Klein- oder Reisebus komfortabel in den Urlaub, zum Flughafen oder zu individuellen Ausflugszielen tinuierliche Weiterbildung und eine zeitgemäße Ausstattung. Nur so können wir einen dauerhaften und qualitativ hochwertigen Service sicherstellen.“ Außerdem bietet die Kfz-Werkstatt Plattner umfassenden Reifenservice für Pkws, Lkws und Busse.

24-Stunden-Abschleppdienst. Der vom Unternehmen Plattner eingerichtete Abschleppdienst steht an 24 Stunden am Tag, sieben Tagen die Woche und 365 Tagen im Jahr zur Verfügung. Dank der zentral gelegenen Standorte in Rodeneck, Bruneck und Sterzing

24 Stunden, 365 Tage und südtirolweit auf Abruf einsatzbereit: Der Abschleppdienst von Plattner

ist der Abschleppdienst auf Abruf südtirolweit schnell zur Stelle. Mit einem vielseitig einsetzbaren Fuhrpark an Spezialfahrzeugen werden selbst schwierige und komplizierte Bergungen in unwegsamem Gelände durchgeführt. Bei Bedarf werden Schnellreparaturen und Reifenwechsel von einer mobilen firmeneigenen Servicewerkstatt vor Ort getätigt. Die schnelle und unbürokratische Abwicklung von Abschleppdienst und Schadensfällen wird durch die enge Zusammenarbeit mit vielen Versicherungspartnern gewährleistet.

Komfort pur. Im Bereich Reisen

punktet das Unternehmen Plattner mit einem großen Fuhrpark. Die Klein- und Reisebusse von Plattner Reisen können für Tagesfahrten, Firmen- und Gruppenausflüge sowie für Transfers gebucht werden. Darüberhinaus werden neben Busreisen zu beliebten Urlaubsdestinationen in ganz Europa auch Fahrten zu renommierten Zahnkliniken für günstige Zahnbehandlungen organisiert.

65


WERNERS SERVICE

Auto & Moto

Für ein sauberes Getriebe Eine Automatikgetriebespülung nach der „Tim Eckart“Methode bei Werners Service vermindert den Verschleiß am Getriebe und verlängert dessen Nutzungsdauer.

Extra

Wenn ein Fahrzeug mit Automatikgetriebe unsauber oder mit Verzögerung schaltet, das Getriebe beim Gangwechsel ruckt und man die Schaltstöße spürt, kann eine Getriebespülung nach der „Tim Eckart“-Methode oftmals Abhilfe schaffen. Ursache ist meist Abrieb: Gelangen Fremdkörper in den Kreislauf, verhindern diese das reibungslose Funktionieren des Automatikgetriebes und verursachen Getriebeprobleme. Je nach Konstruktionsweise des Automatikgetriebes ist auch ein vollständiger Ölwechsel nicht

66

immer möglich, und mit einem herkömmlichen Ölwechsel lassen sich nicht alle Verunreinigungen entfernen, da bauartbedingt bis zu 50 Prozent des Altöls und damit auch Metallabrieb und -späne im Getriebe verbleiben. Zur Vorbeugung und vollständigen Entfernung von Verunreinigungen, Rückständen und Ablagerungen ist daher ein kompletter Getriebeölwechsel nach der Methode von Tim Eckart empfehlenswert. Die Spülung wird im Rahmen eines Kreislaufsystems in Verbindung mit einem speziellen Spülmittel

vorgenommen, wobei die ÖlTrockenfüllmenge bei gleichzeitigem Spülen gewechselt wird. In dieser getriebeschonenden Art des Ölwechsels wird der Verschleiß am Getriebe erfolgreich verringert und dessen Nutzungsdauer erheblich verlängert.

Umfassender Service. Eine Fach-

werkstatt, die mit der entsprechenden Spezialausrüstung Automatikgetriebespülungen nach der „Tim Eckart“-Methode durchführt, ist Werners Service in Vahrn. Die Kfz-Werkstatt übernimmt

Mit Know-how und der entsprechenden Ausrüstung führt Werners Service Automatikgetriebespülungen durch darüber hinaus Wartungs- und Reparaturleistungen aller Automarken, die Abwicklung von Hauptuntersuchungen und Inspektionen und bietet darüber hinaus einen Reifenservice mit Lagermöglichkeit im eigenen Reifendepot.


Der Neue von Seat Fahrspaß, Komfort und ein großzügiges Platzangebot in einem. Zum Entdecken und Probefahren findet man den neuen Seat Leon ST jetzt bei Gimur in Bozen.

Das südländische Temperament lässt sich beim neuen Seat Leon ST nicht verheimlichen Beim neuen Seat Leon ST vereinen sich Fahrspaß, Komfort und ein großzügiges Platzangebot zu einer neuen Dimension der Vielseitigkeit. Dank seines außergewöhnlich großen Gepäckraums von bis zu 1.470 Litern und innovativen Technologien, wie zum Beispiel den umfangreichen Sicherheitssystemen, kombiniert der Seat Leon ST bereits in der Basisversion

Funktionalität, Dynamik, Agilität und Sicherheit.

Markant, dynamisch, gelungen. Seine spanischen Wurzeln lassen sich nicht abstreiten, denn bereits von außen betrachtet lässt sich das südländische Temperament des Seat Leon ST auf den ersten Blick erkennen: die schlanken Proportionen, die präzise Linienführung,

der trapezförmige Wabengrill und andere zahlreichen Designdetails. Das markante Äußere lässt auch auf souveränen Fahrspaß schließen. Mit der klar strukturierten Instrumententafel hat man stets alle Informationen im Blick und findet alle Bedienelemente genau dort, wo man sie intuitiv auch erwartet. Das Design erinnert an die in der Luftfahrt zum Einsatz kommenden Präzisionsinstrumente. Auch die Verarbeitung der ausgewählten Materialien zeugt von höchster Qualität. Im Innenraum wurde besonderer Wert auf ein großzügiges Platzangebot und die ästhetische Aufmachung gelegt: Der zweifarbige Stoff in gedeckten Farben fügt sich harmonisch in den Innenraum ein und sorgt so

GIMUR

Angenehmes Ambiente, gepaart mit höchstem Sitzkomfort

Mit 1.470 Liter ein wahres Platzwunder für ein angenehmes und modernes Ambiente. In den ergonomisch geformten Sitzen genießt man, egal ob auf langen Strecken oder kurzen Fahrten, Kilometer für Kilometer höchsten Sitzkomfort. Für den Seat Leon ST stehen leistungsstarke, sparsame sowie höchst effiziente Motoren der neuesten Generation zur Verfügung: ein Benziner von 86 bis 122 PS, ein Dieselmotor von 90 bis 184 PS sowie ein mit Methangas betriebenes Modell mit 110 PS.

Neuer Leon ST

Der neue Station Wagon

FULL LED SCHEINWERFER

KOFFERRAUM 587 LITER ERWEITERBAR AUF 1470 LITER

MULTIMEDIA-SYSTEM TOUCHSCREEN MIT NAVI

Ab 16.850 Euro oder 199 Euro im Monat, TAN 2,99%, TAEG 4,96%. Jetzt im Preis inbegriffen: LED Scheinwerfer und Navigationsystem* SEAT - EINE MARKE DER VOLKSWAGEN-GRUPPE

*nur für Ausstattung Style und FR lieferbar. Angebotspreis gültig für Leon ST 1.2 TSI Reference 86 PS schlüsselfertig, IPT nicht inbegriffen. Finanzierungsbeispiel: Anzahlung E 5.772 + Bearbeitungsgebühren E 300, finanzierter Betrag E 11.078 in 60 Raten zu E 199,01. Inklusive 1 Jahr Diebstahl-/Feuerversicherung (Paket First Trip). Zinsen E 862,60. TAN 2,99% fix, TAEG 4,96%. Gesamter Kreditbetrag E 11.087. Inkassospesen pro Rate E 3, Kosten für periodische Kommunikation E 1/Jahr, Stempelgebühren E 27,69 laut Gesetz auf die erste Rate. Gesamt geschuldeter Betrag E 12.153,29. Die bisher genannten Beträge gelten MwSt-Inklusive wo möglich. Informationen zu Kredit, Versicherungskonditionen und Wartung bei Ihrem Seat Vertragshändler. Genehmigung durch Seat Credit vorbehalten. Inklusive Serviceleistungen: 2 Jahre/40.000 km Garantieerweiterung. Angebot gültig bis zum 31/08/2014, dank der Beiträge der an der Aktion teilnehmenden Vertragshändler. Kraftstoffverbrauch Stadt/Land/Kombiniert l/100 km: 6,5/4,4/5,2. CO2 Ausstoss g/km: 119. Das Bild dient rein informativen Zwecken.

SEAT empfiehlt

SEAT Credit finanziert Ihren SEAT

Folge uns auf

Bozen, Volta-Str. 5 Tel. 0471 323 060 info@gimur.it

SE AT-ITALIA .IT

TECHNOLOGY TO ENJOY Samstag immer durchgehend geöffnet

67


AUTO BRENNER

Auto & Moto

Golf Sportsvan im Test

Extra

Der erste Eindruck vom neuen Sportsvan lässt die Absicht der Wolfsburger, nämlich dem Klassiker neuen Wind einzuhauchen, erahnen. Das Auto kommt geduckter daher und ist 13 Zentimeter länger als sein Vorgänger. Luftführungselemente verlängern den Dachkantenspoiler seitlich nach unten und unterstreichen die sportlichen Ambitionen des kompakten Familienvans. Die von uns getestete Ausstattungsvariante „Highline“ wirkt mit ihren Chromelementen, 17-Zoll-Felgen, Nebelscheinwerfern und abgedunkelten Heckleuchten sehr edel. Im Innenraum fühlt man sich schnell zu Hause, da die Instrumente und Bedienelemente übersichtlich angeordnet sind und die Materialien hochwertig und solide verarbeitet wurden. Unser Testfahrzeug ist außerdem mit dem 8-Zoll-Navigationsgerät „Discover Pro“ ausgestattet – Oberklassefeeling beim Blick auf die Mittelkonsole. Die in Stoff und Alcantara überzogenen Sitze sind bequem und bieten ausreichend Seitenhalt.

Foto: Willy Vontavon

Die Neuauflage des Golf Plus schreibt als „Sportsvan“ die Erfolgsgeschichte seines Vorgängers weiter. Der „Brixner“ hat den Van auf Herz und Nieren getestet.

Smartphone im Auto. Bevor es losgeht, schnell noch das Mobiltelefon mit dem Fahrzeug verbinden: Ohne Bedienungsanleitung erkennt der Bordcomputer mein Smartphone nach wenigen Konfigurationsschritten, listet alle Kontakte auf und – Überraschung! – spielt sogar über die BluetoothVerbindung Musik ab, allerdings nicht ganz störungsfrei. Für einwandfreie Tonqualität ist es die bessere Wahl, das Smartphone per Kabel über USB oder Kopfhörerbuchse anzuschließen. Jetzt aber – Zündschlüssel umdrehen, und der 1,6-Liter-Dieselmotor brummt leise. Fahrgefühl vom Feinsten. Die

ersten Kilometer vermitteln einen sehr guten Eindruck vom 68

Oskar Zingerle testete den Golf Sportsvan ein Wochenende lang auf Herz und Nieren Sportsvan, denn durch die leicht erhöhte Sitzposition hat man eine gute Übersicht und fühlt sich sicher. Das Drei-Speichen-Lederlenkrad liegt gut in der Hand; die Multifunktionstasten erfordern für einen VW-Neuling allerdings fünfzehn Minuten Kennenlernzeit. Das Auto liegt gut auf der Straße und lenkt präzise um die Kurven. Je nach Fahrprofilauswahl schaltet das DSG-Getriebe des Sportsvan eher sportlich oder sparsam. Apropos: Während unserer nicht gerade auf Sparsamkeit ausgelegten Testfahrten zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 6,5 Litern an. Bei gemächlicherer Fahrweise und im Eco-Modus dürfte der Sportsvan aber wohl noch weniger verbrauchen. Die CO2-Emissionen erfüllen die Euro-6-Norm – ein im Falle des Wiederverkaufs nicht ganz unwesentliches Detail.

Ein wahres Stauraumwunder. Fazit. Die angestrebte VerjünPraktische Ablagefächer findet man im Sportsvan genügend: auf dem Armaturenbrett, in der Mittelkonsole, im Dachhimmel, in den Türen, unter der Armlehne, unter den Vordersitzen oder im Kofferraum. Lediglich das Handschuhfach des Testautos machte aufgrund der dort untergebrachten Technik seinem Namen alle Ehre, denn neben den Fahrzeugpapieren passt nicht mehr viel hinein – außer eben Handschuhe. Ansonsten lässt der Sportsvan in Punkto Platzangebot keinerlei Wünsche offen. Der Familienausflug mit zwei Kleinkindern im Kindersitz, Kinderwagen im Kofferraum und sonstigem Sack und Pack gestaltete sich problemlos. Bein- und Kopffreiheit auf der Rückbank sind selbst für meine 1,85 Meter mehr als ausreichend.

gungskur scheint VW mit dem Sportsvan gelungen zu sein. Meinen Ansprüchen als junger Familienvater nach einem praktischen und geräumigen Fahrzeug wurde der Sportsvan genauso gerecht wie dem Bedürfnis nach einem durchzugsstarken Motor und meiner Vorliebe für technische Raffinessen. Dieses Auto vereint gewissermaßen rationale Überlegungen mit emotionalen Bedürfnissen. Wer Wert auf optische Besonderheiten und technische Sonderausstattungen legt, muss mit Kosten von rund 32.000 Euro (Preis Testwagen) rechnen, der Golf Sportsvan ist bei Auto Brenner aber auch schon für 17.900 Euro in der Basisversion zu haben.


Entdecken Sie alle Angebote, die Volkswagen Financial Services für Sie erdacht hat.

Volkswagen empfiehlt

Der neue Golf Sportsvan.

BERNI

Erweitern Sie Ihr Konzept eines Golf.

www.volkswagen.it

Das ganze Fahrvergnügen eines Golf, verbunden mit dem Platzangebot eines Sportsvan. Der neue Golf Sportsvan ist da. Das einzige Auto, das die Qualität und die Dynamik eines Golf mit einem innovativen und flexiblen Raumkonzept verbindet. Der neue Golf Sportsvan ist der erste seiner Fahrzeugklasse mit “Blind Spot”- Sensor für die Erkennung von Fahrzeugen im toten Winkel und mit Ausparkhilfe. Und seine leistungsstarken und effizienten Motoren erfüllen alle die Euro 6-Norm..

Der neue Golf Sportsvan ab 17.900 Euro. Reservieren Sie Ihre Probefahrt unter www.autobrenner.it.

Auto Brenner BRIXEN - Bahnhofstr. 32 Tel. 0472 519430 www.autobrenner.it

Auto Brenner BRUNECK - J.-G.-Mahl-Str. 32a Tel. 0474 519400 www.autobrenner.it

Preis bezogen auf Golf Sportsvan 1.2 TSI BMT 63 kW/85 PS zu € 17.900 (zuzügl. IPT). Listenpreis € 19.200 abzüglich € 1.300 (MwSt. inkl.) dank Beitrag von Volkswagen. Angebot vorbehaltlich Preisänderungen - Stand 08/2014. Symbolfoto.

Max. Werte: Kraftstoffverbrauch komb. 5,5 l/100 km - CO2 127 g/km.


Impressum Bevölkerung wird dringend aufgefordert, nach Möglichkeit jetzt noch Himbeeren zu sammeln und selbe in jedem Ort zu Himbeersaft zu verkochen und für die Zwecke des „Roten Kreuzes“ an einer einstweiligen Sammelstelle (z.B. im Widum) in gute Verwahrung zu geben.

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Annamaria Mitterhofer (amm) Ingo Dejaco (id) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Anton Rainer (ar) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) Hanna Hofer (hh) Barbara Fuchs (bf) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Evelyn von Mörl, Tel. +39 0472 060209 evelyn.vonmoerl@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner“ erscheint um den 25. September 2014 Nächster Redaktionsschluss: 10. September 2014 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info

Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 70

August 1914

Militärische Bewachung Samstag, 1. August 1914 Militärische Bewachung der Bahnlinien. Ein Opfer der Unkenntnis. Wir machen eindringlich auf die Statthaltereikundmachung vom letzten Sonntag aufmerksam, welche lautet: Zur Sicherung der Bahnen werden Wachen aufgestellt und zur Verhinderung von Unglücksfällen wird die Bevölkerung aufmerksam gemacht, daß beim Anrufen der Wachen jedermann Folge zu leisten hat. Widrigenfalls macht die Wache von der Waffe Gebrauch. Unweit Bruck-Fusch wurde am 30. Juli ein Bahnwächter, der auf Anruf des die Bahnstrecke bewachenden Soldaten nicht stehen blieb, erschossen. Der Mann hat offenbar nicht geglaubt, daß es so ernst ist, aber es ist wirklich so ernst.

Zeiten unbedingt Folge zu leisten. Es ist zu verlautbaren, daß gegen solche, die sich den Anordnungen des Gemeindevorstehers nicht fügen, mit strengen Zwangsmaßregeln vorgegangen werden wird. Der k.k. Bezirkshauptmann.

Militärkonzert Sonntag, 9. August 1914 Militärkonzert in den Rappanlagen. Am Freitag, 7. August, ist die zurzeit in Brixen liegende Militärkapelle unserer Kaiserjäger um ½ 6 Uhr abends ganz unerwartet zu einem Promenadekonzert in den Rappanlagen ausgezogen, worüber das Publikum sehr erfreut war. In kürzester Zeit hatten sich

Heraus mit dem Silber Zur Vermeidung des wachsenden Mangels an Hartgeld (5-, 2und 1-Kronenstücke) wird die Bevölkerung dringend ersucht, dieses Silbergeld nicht zu Hause aufzustapeln, sondern es wieder dem allgemeinen Verkehre zuzuführen. Abgesehen davon, daß ein solches Zurückbehalten im allgemeinen Interesse zu beklagen ist, weil bei Mangel an Kleingeld der ganze geschäftliche Verkehr sehr erschwert ist, bietet eine solche Aufspeicherung auch für den Betreffenden keinen Vorteil, da das Silbergeld an und für sich nicht den Wert besitzt, der auf ihm vermerkt ist. Also heraus mit dem Silber in den Verkehr!

Gegenseitige Aushilfe Donnerstag, 6. August 1914 Gegenseitige Aushilfe bei unaufschiebbaren Arbeiten. Von der k.k. Bezirkshauptmannschaft Brixen ist an die Gemeinden folgende Verlautbarung ergangen: „Da in manchen Familien die arbeitsfähigen männlichen Personen zur Gänze oder nahezu alle zur Erfüllung ihrer Wehrpflicht einrücken, in anderen Familien hingegen genügend Arbeitskräfte zurückbleiben, ist es eine Pflicht der Gemeinde, dafür zu sorgen, daß durch gegenseitige Aushilfen diese Ungleichheiten ausgeglichen werden. In erster Linie kommen die unaufschiebbaren landwirtschaftlichen Arbeiten in Betracht. Die Gemeinde soll sich daher zuvörderst einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte verschaffen und sodann für eine zweckmäßige Zuweisung der zu verrichtenden Arbeiten sorgen. Solchen Anordnungen der Gemeinde ist in diesen schweren

zahlreiche Zuhörer, Militär wie Zivil, eingefunden und bezeigten durch lebhaften Beifall Dank und Anerkennung für die ausgezeichneten Leistungen der Kapelle. Wie verlautet, wird die Kapelle noch einigemale um dieselbe Zeit in den Anlagen konzertieren.

Himbeeren für Verwundete Freitag, 14. August Sammelt Himbeeren für die Verwundeten! Für die Kranken und Verwundeten wird die beste Labung guter Himbeersaft bilden. Wegen vorgeschrittener Jahreszeit ist es dringend, den erforderlichen Vorrat im Lande zu beschaffen, so lange noch Himbeeren in den höheren Lagen erhältlich sind. Die

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige Kuriositäten werden ohne Korrektur beibehalten.


ZEIT ZUM ENTSPANNEN HERBST-/ WINTERSAISON! ERNEUERTE SAUNALANDSCHAFT NEUE WOHLFÜHLPAKETE

+

GESTEIGERTES WOHLBEFINDEN Spüren Sie schon die Herbstluft? Die Acquarena in Brixen macht sich bereit und startet am 8. September 2014 in die Herbst-/Wintersaison – mit unveränderten Öffnungszeiten, aber einigen neuen Angeboten.

ERNEUERTE SAUNA

Im vergangenen Jahr wurde die Dachterrasse mit Panoramasauna verwirklicht. Nun ersetzt ein Salionarium die ehemalige Thalasso-Kabine: Das Meeresreizklima mit einer Temperatur von ca. 45 °C vitalisiert die Haut und stärkt das Immunsystem. Die Bio-Sauna wurde in eine Bio-Zirbelkiefersauna mit wohltuender Wirkung auf Herz und Kreislauf verwandelt. Und die Finnische Sauna im Innenbereich zeigt sich grundlegend erneuert.

EINTRITTSPREISE UND ABOS

Die Preise für den Schwimmbadbesuch bleiben unverändert. Und auch wer das Sauna-7-Monats-Abonnement innerhalb 30. September 2014 erwirbt, zahlt denselben Preis wie in der vergangenen Saison. Ganz neu im Angebot: Das Sauna-Wochentag-Abonnement von Montag bis Freitag. Dafür gilt ein Rabatt von 15 % auf den Listenpreis, und zwar für Jahreskarten, 7und 3-Monatskarten und 10-Punktekarten. Abonnenten von Bodywell erhalten im September eine Ermäßigung von 10 % auf Einzeleintritte ins Schwimmbad! Weiterhin gültig bleibt die 10-Punktekarte für Erwachsene: 10 Eintritte ins Hallenbad für die Dauer von 1½ Stunden, täglich von 19.30 Uhr bis 22 Uhr.

WELLNESSPAKETE Erstmals bietet die Acquarena gemeinsam mit dem Fitness- und Wellnessstudio Bodywell Wohlfühlpakete an: Das Entspannungspaket beinhaltet eine Tageskarte für Sauna und Schwimmbad, Bademantel- und Handtuch-Verleih, Badesandalen, Parkplatzgebühren und ein Vitalgetränk. Das Genusspaket enthält zusätzlich eine Ganzkörpermassage.

BATTERIESAMMELBOX Wohin mit den verbrauchten Batterien?

MÜLL TRENNEN Die richtige Mülltrennung bei Batterien ist enorm wichtig! Denn Batterien enthalten giftige Schadstoffe wie Blei, Cadmium und Quecksilber und dürfen niemals im Hausmüll landen. Sie enthalten aber auch Wertstoffe wie Zink, Mangan oder Nickel, die bei fachgerechter Entsorgung wiederverwertet werden können.

BATTERIESAMMELBOX Nun hat die Stadtwerke Brixen AG eine kleine Mehrweg-Sammelbox produziert, in der Sie Ihre Konsumbatterien, Akkus und Knopfzellen bis zur Entsorgung im Recy-

clinghof sammeln können. Holen Sie die praktische kleine Schachtel bei den Kundenschaltern der Stadtwerke Brixen AG oder im Recyclinghof Brixen ab!

FACEBOOK LOOPTOWN

FACEBOOK UND LOOPTOWN Zeitnah über die Events im Forum Brixen Bescheid wissen? Eintrittskarten für Veranstaltungen gewinnen? Das Veranstaltungshaus und seine Dienstleistungen kennen lernen?

FREUNDE WERDEN Dann werden Sie Fan des Forum Brixen: auf „Facebook“ oder der neuen Südtiroler Plattform „looptown“. Über die beiden Netzwerke lanciert das Forum Brixen Neuigkeiten, Gewinnspiele und den aktuellen Veranstaltungskalender.

Stadtwerke Brixen AG Alfred-Ammon-Str. 24 39042 Brixen Tel. 0472 823 500

Forum Brixen Romstraße 9 39042 Brixen Tel. 0472 275 588

Acquarena Altenmarktgasse 28/b 39042 Brixen Tel. 0472 268 433

mail@asmb.it www.asmb.it

info@forum-brixen.com www.forum-brixen.com

info@acquarena.com www.acquarena.com


ESPACE VITAL SPACES FOR LIFE IL LUOGO

FOR LIFE IL LUOGO DEI TUOI SOGNI SPACES FOR LIFE

ESPACE VI

BRIXEN - MAIA Die Wohnanlage MAIA wurde im Norden von Brixen, in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns, errichtet. Direkt am Fahrrad- und Fußgängerweg gelegen, ist das Stadtzentrum zu Fuß und mit dem Fahrrad in kürzester Zeit erreichbar. Es sind noch zwei Dreizimmerwohnungen mit Balkon verfügbar.

T 0472 201250

E INFO@SADER.IT

SADER.IT

Brixner 295 - August 2014  

Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you