Kunst & Kultur
MUSIK
Vom Leiden und Sterben Jesu Das Brixner Ensemble „VocalArt“ konzertierte mit Musik zur Passionszeit.
D
as seit mehr als zwanzig Jahren in Brixen beheimatete Vokalensemble VocalArt steht seit vergangenem Jahr unter neuer Leitung und trat seitdem schon mehrmals mit unterschiedlichen Programmen in Brixen auf. Nach der Teilnahme an der Initiative KlangDom im vergangenen Sommer und einem Konzert in der Kapuzinerkirche hat das Ensemble erneut
Im Zeichen der Passion. Dabei
wurde der Schwerpunkt auf die frühe Mehrstimmigkeit eines Gregorio Allegri und Carlo Gesualdo gelegt, um dann den modernen Interpretationen der Texte unter dem Zeichen „Tenebrae factae sunt“ Rechnung zu tragen. Als musikalische Mittelachse fungierte die von Johann Sebastian Bach geschaffene Kirchenliedparaphrase von Psalm 137 „An den
rühmte Renaissance-Vertonung von Psalm 51 Miserere, in der sich klein besetztes Ensemble, Chor und psalmodische Verse abwechseln, hat durch ein jahrhundertelanges Aufführungsverbot außerhalb der Sixtinischen Kapelle einen besonderen Nimbus erlangt – es ist jenes sagenumwobene Stück, das der beeindruckte junge Mozart mangels einer Partitur aus dem Gedächtnis niedergeschrieben hat.
Musik rund um die Passionszeit stand im Mittelpunkt des Konzertes von VocalArt
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ein anspruchsvolles Programm präsentiert, diesmal in der Brixner Herz-Jesu-Kirche und in der Pfarrkirche in Unterinn. Matthias Egger hat sich bei der Programmauswahl ganz auf die Thematik der Passion konzentriert und ist in der jahrhundertelangen Tradition von Psalmenvertonungen und Texten aus der Passion Christi fündig geworden.
Wassern zu Babel“, die Heinrich Walder an der Orgel ausführte. An die Bachsche Tonkunst knüpft mit ganz anderen Mitteln Arvo Pärts Meditation für vierstimmigen Chor und Orgel an. Dabei singt der Chor in Vokalisen in gregorianisch-frei anmutender Rhythmik, während die Orgel im „Tintinnabuli“(„Glöckchen“)-Stil hinzutritt. Gregorio Allegris be-
Zeitgenössische Kompositionen. Auch zeitgenössische Kom-
ponisten haben sich durch die unerhörte Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu rühren lassen. So hat etwa Enjott Schneider in einem mehrsätzigen „Tropus“ für Sopran, Violine und Orgel ein wahrhaft unter die Haut gehendes Werk geschaffen, bei dem Angela Palfrader (Violine), Marie-Sophie Pollak
(Sopran) und Heinrich Walder (Orgel) dem Publikum intensive Hörerlebnisse bereiteten. Im Sinne eines mittelalterlichen Tropus sieht Schneider seine Musik als Ergänzung zu einem bereits bestehenden Werk: „Tenebrae factae sunt“ von Davide Perez dient dem Stück als thematisch-motivische Vorlage und wird deshalb dem ersten Abschnitt der Komposition vorangestellt. Die Tonsprache des Stücks bezeichnet der Komponist selbst als „explosiv gespreizt“ – sie reicht von „verschwiegenen prozessualen Strukturabläufen bis hin zu stimmgewaltiger Expressivität.“ Das Geschehen der Karwoche steht auch im Mittelpunkt der „Quatre motets pour un temps de pénitence“ von Francis Poulenc. Die tiefgehenden Worte der Textvorlagen (Responsorien aus dem Stundengebet der Karwoche und ein Psalmtext) werden geradezu bildhaft ausgedeutet. Die in den Jahren 1938/1939 entstandenen Stücke lassen das Passionsgeschehen durch ein Nebeneinander von harmonischen und dynamischen Extremen als existenzielle Grenzerfahrung erleben. Eine Zuhörerin meinte am Ende der Darbietungen, sie werde dank dieses Konzerts die Passionszeit in diesem Jahr völlig anders erleben. Barbara Fuchs Leserbrief an: echo@brixner.info
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