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Immobilien & Finanzen

Jahrgang 23 · Juli 2012

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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EXTRA

Ausstellung historischer Fotografien im Astra-Kino

Belichtet

SEILBAHN-PROJEKT: Landesrat Thomas Widmann im Gespräch mit dem „Brixner“ PORTRAIT: Primar a.D. Amedeo Scagnol erzählt aus seinem Leben SPORT: Ein neuer Verein in Brixen pflegt die Sportart „Canyoning“ BRIXEN: Was das Altstadtfest 2012 an Neuem zu bieten hat


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Editorial

Politik & Gesellschaft

>>> 04

04 | Interview Thomas Widmann: „Es gibt keine Alternative“ 08 | Eisacktal: Auf den Hund gekommen Menschen & Meinungen

>>> 16

16 | Amedeo Scagnol: Die Zufälle des Lebens 21 | Pro & Contra 22 | Umfrage: Urlaub trotz Krise? Kunst & Kultur 

>>> 24

24 | Ausstellung Durst: Die Erben der Einsamkeit 28 | Ausstellung: Wenn Elefanten reisen 29 | Ausstellung: Panorama 4 Freizeit & Sport

>>> 34

34 | Canyoning: Auikraxln und oihupfen Wirtschaft & Umwelt

>>> 42

42 | 17. ALTSTADTFEST BRIxEN: Alle zwei Jahre wieder Extra

>>> 49

49 | Immobilien & Finanzen

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Auf geht’s! Medien sollten jetzt, in der tiefen Krise, auch mal Hoffnung aufzeigen und die Krise als Chance sehen. Dieser Wunsch stammt von einem jungen Unternehmer aus dem Ahrntal, der jetzt in Brixen wohnt. Vor zwei Wochen schrieb er mir eine entsprechende E-Mail, in der sein Wunsch nach mehr Optimismus klar zum Ausdruck kommt. Auch er spürt die negative Stimmung, das mangelnde Vertrauen in die Zukunft. Gleichzeitig aber will er den Stier gewaltig an den Hörnern packen und mit einer enormen Portion Zuversicht in die Zukunft gehen. Eigentlich sollten wir uns alle an ihm ein Beispiel nehmen, denn in einem hat er ganz sicher Recht: „Krisen hat es immer schon gegeben, und irgendwie ging es danach jedes Mal wieder bergauf“. Einen Tag nach dieser E-Mail fuhr ich auf Einladung meines HOB-Professors Walter Steinmair nach Völs, wo das Südtiroler Bildungszentrum eine Tagung veranstaltet hat zum Thema „Die Finanzkrise – Herausforderung oder Chance“. Das Fazit in Völs entsprach im Grunde der Aussage des Wahlbrixners: Europa ist ein heterogenes Gebilde verschiedener Temperamente und Kulturen, das immer schon von einer enormen Spannung geprägt war, die sich immer wieder positiv wie negativ entladen hat. So gesehen darf man trotz der heute aussichtslos scheinenden Situation mit einer überbordenden Staatsverschuldung, einer kränkelnden Wirtschaft und mit einer wachsenden Arbeitslosigkeit trotzdem mit Überzeugung von Hoffnung sprechen: Auch diese Krise wird bewältigt werden, die Staaten werden daraus lernen, die EU wird die notwendigen Machtverschiebungen von den subsidiären Staaten nach Brüssel einleiten, und wir alle werden etwas umdenken müssen: Ein bisschen mehr Demut tut uns gut, ein bisschen weniger Forderungsdenken tut uns Südtirolern besonders gut.

Ihr Willy Vontavon

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Politik & Gesellschaft

LANDESRAT THOMAS WIDMANN ÜBER DAS SEILBAHN- PROJEKT

„Es gibt keine Alternative“ Im Rahmen einer Pressekonferenz teilten die Gemeinde Brixen und Landesrat Thomas Widmann mit, dass nur der Bahnhof als Standort für die Seilbahnverbindung Brixen-St. Andrä in Frage kommt. Der Landesrat im Gespräch über die Wahl des Standortes und die Auswirkungen der Seilbahnverbindung.

Herr Widmann, der Standort Bahnhof für die Seilbahnverbindung Brixen-St. Andrä wurde von der Gemeinde Brixen als einzig realisierbare Lösung benannt. Sind die anderen Standorte damit endgültig vom Tisch? THOMAS WIDMANN: Aus meiner Sicht schon, denn die Lösung muss ja auch machbar sein. Und machbar ist sie nur, wenn auch die Finanzierung steht: Das Land übernimmt einen wesentlichen Teil der Kosten, auch die Gemeinde muss ihren Beitrag leisten – aber vor allem braucht es private Investoren, die mitfinanzieren. Ein PPP-Modell, also eine gemeinsame Finanzierung von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, ist in den heutigen Zeiten notwendig, denn die Geldmittel sind nicht mehr so verfügbar wie noch vor fünf oder zehn Jahren.

Wie entscheidend war diese Mitfinanzierung vonseiten der Investoren bei der Auswahl des Standortes? Nach der Analyse der einzelnen Standorte ergab sich daraus eine detaillierte Auflistung der Vor- und Nachteile der sieben Möglichkeiten, und von den schlussendlich drei übriggebliebenen Standorten Disko

ökonomischer Hinsicht und von der Wirtschaftlichkeitsrechnung her sinnvoll, machbar und gewinnbringend ist. Wenn man eindeutig zum Schluss kommt, dass dies der Standort Bahnhof ist, wäre es doch sinnlos, das Projekt an einem anderen Ort zu planen, wo es dann aufgrund der fehlenden Finanzierung nie verwirklicht werden könnte – insofern spielt die Mitfinanzierung

Der Bau und der Betrieb der Seilbahn wären dann tatsächlich nur sehr schwer möglich. Vor allem ist beides mit dem PPP-Modell viel einfacher: Wenn ein privates Unternehmen wie die Plose Ski AG beispielsweise bereit ist, die Führung zu übernehmen und

„Der Standort muss realiserbar sein – und realisierbar ist er nur, wenn auch die Finanzierung steht.“_ Landesrat Thomas Widmann Max, Parkhaus und Bahnhof fand nur der Standort Bahnhof das Interesse der Investoren. Diese Privaten haben sich klarerweise die Überlegung gemacht, welcher Ausgangspunkt in rationaler und

schon eine wichtige Rolle, ist aber nicht der einzige Grund, der für den Standort Bahnhof spricht. Ist die Errichtung einer Seilbahn ohne private Investoren demnach

Die Trassierung vom Bahnhof über den Kreisverkehr Mozartallee nach St. Andrä: etwa 30 Privathäuser werden direkt überflogen

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gar nicht realisierbar? Wer sind diese Investoren eigentlich?

sich dafür mit 7 bis 10 Millionen Euro an der Investition beteiligt, oder wenn Seilbahnhersteller wie Leitner oder Doppelmayr den Bau oder irgendwelche Maßnahmen, die rund um diesen Bau entstehen, mitfinanzieren möchten, dann ist die Belastung für den öffentlichen Haushalt und somit für den Bürger klarerweise geringer. Wie das PPP-Modell schlussendlich aussehen wird, ist noch zu klären – es gibt verschiedene Möglichkeiten. Auch hier gilt: Vor dem endgültigen Beschluss, die Seilbahn zu bauen, und vor der Detailplanung ist noch gar nichts entschieden – auch nicht, wer mit dem Bau beauftragt wird, denn das wird durch eine Ausschreibung entschieden. Mit den derzeit kalkulierten 30 Millionen Euro ist die Investition erheblich: Wie realistisch ist diese Kostenschätzung?


Steht der finanzielle Aufwand für den Bau und die Führung auch in einem ausgewogenen Verhältnis zu den Vorteilen, die die Seilbahn der Plose wie auch der Stadt Brixen bringen soll? Unabhängig vom Mehrwert, den die Brixner und St. Andräer mit dieser Verbindung zwischen Stadt und Berg haben, ist klarerweise auch der touristische Effekt notwendig. Dieser liegt darin, dass Trends wie nachhaltige Mobilität, verkehrsberuhigte Orte und die Möglichkeit, das Auto zuhause oder in der Hotelgarage stehen zu lassen, erfüllt werden. Brixen und die Plose haben in diesem Bereich ein Riesenpotential: Die enge Verbindung zwischen der von Kultur, Shopping und Gastronomie geprägten Stadt und dem Berg – ich bin mit der Seilbahn in Minutenschnelle auf der Plose – stellt ein Alleinstellungsmerkmal dar. Ich bin davon überzeugt, dass damit ein wirtschaftlicher Aufschwung einhergeht, und Brixen braucht Arbeitsplätze, heute wie in Zukunft.

Foto: Oskar Zingerle

Diese 30 Millionen Euro sind eine sehr grobe Kostenschätzung vonseiten des Ingenieurs Naletto – man muss dazu sagen, dass das definitive Projekt ja noch gar nicht erarbeitet wurde. Ich bin mir sicher, dass die Kosten für den Bau der Seilbahn sinken werden: Die Rittner Seilbahn ist beispielsweise 4,6 Kilometer lang – jene vom Bahnhof nach St. Andrä würde zirka 2,8 Kilometer betragen – und hat vor wenigen Jahren 17 Millionen Euro gekostet, die Talund Bergstation in Bozen sowie jene am Ritten inklusive. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass die Seilbahn in Brixen 30 Millionen Euro in Anspruch nehmen wird: Nach der Ausschreibung für den Bau der Seilbahn wird der Preis meiner Meinung nach ganz anders aussehen.

„Wir haben jetzt eine vierjährige Nachdenkphase hinter uns. Jetzt ist Zeit zu entscheiden“ _ Landesrat Thomas Widmann

Die Seilbahnlösung bringt eine Talüberquerung samt Überflug von bewohnten Häusern mit sich. Diese Querung stellt wohl einen maßgebenden Einschnitt in das Landschaftsbild von Brixen dar. Ist dies vertretbar? Diese Bedenken kann ich total verstehen – insbesondere, wenn man noch nicht genau weiß, was kommt, wie hoch die Belastung für die Einwohner ist, ob man in mein Haus hineinsieht und damit die Privatsphäre verletzt wird. Hier muss noch intensive Aufklärungsarbeit gemacht werden – und 5


Politik & Gesellschaft

dies wird auch geschehen. Der landschaftliche Eingriff ist nicht zu leugnen, aber ich möchte schon erwähnen, dass bereits Hochspannungsleitungen, die Autobahn und die Zuggeleise durchs Tal führen, und diese bringen mehr Belastungen für die Umwelt mit sich als die Seilbahn. Was ich noch zu bedenken gebe: Eine Straße wäre ein noch größerer und irreversiblerer Eingriff als die Seilbahntrasse. Der Überflug wird weit weniger Eingriffe mit sich bringen als jetzt befürchtet wird. Ganz konkret: Wie verläuft die Trasse, und wie wird dadurch das Landschaftsbild verändert? Muss man sich zwischen Bahnhof, Mozartallee und Milland alle hundert Meter eine Tragsäule vorstellen, die den südlichen Teil von Brixen durchkreuzt? Nein, insgesamt werden für die Seilbahn nur drei Pfeiler benötigt: eine zirka 45 Meter hohe Stütze am Rondell Bahnhof, eine zweite in Mellaun und die dritte oberhalb von St. Andrä. Die Linienführung der Trasse startet beim Bahnhof, führt zum Rondell an der Staatsstraße in südwestliche Richtung weiter zum Fischzuchtweg, über die Schulzone nach Milland und St. Andrä. Inwieweit ließen sich auch andere Transportmittel wie eine Standseilbahn oder Zahnradbahn anstelle der Seilbahn einsetzen, um diesen Überflug zu vermeiden? Diese beiden schienengebundenen Systeme hätten zum einen wegen ihres Platzbedarfes einen Bodenerwerb beziehungsweise Enteignungen erfordert und hätten auch gravierende Einflüsse auf das Landschaftsbild. Außerdem wären wegen des instabilen Geländes unverhältnismäßig höhere Kosten entstanden: Eine Trassierung der Schienen in St. Andrä und zum Bahnhof hin ist technisch nur sehr schwierig umzusetzen beziehungsweise unmöglich. Eine Tunnellösung scheidet wegen zu hoher Kosten auch aus. Außerdem sind eine Standseilbahn oder eine Zahnradbahn viel starrer in ihrer Anwendung: Es braucht Schienen, Kreuzungsstellen und man kann

Landesrat Thomas Widmann: „Eine Straße wäre ein noch größerer und irreversiblerer Eingriff als die Seilbahntrasse“

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damit keinen kontinuierlichen Fahrtakt anbieten. Die 3S-Seilbahn hingegen hat eine geringe Anzahl an Stützen, weil große Abstände dazwischen möglich sind, und bietet eine flexible Förderleistung. Eine Seilbahn, umgemodelt auf ein Personennahverkehrskonzept, ist ein Erfolgsmodell: Die Nutzer brauchen keinen Fahrplan, sondern können einsteigen, wenn sie kommen. Mit geringen Kosten kann die Bahn früh starten und bis spätabends in Betrieb sein. Zudem ist die Fahrzeit wesentlich geringer und die Umweltbilanz positiver. Ein Nachteil der 3S-Bahn sind hingegen die Revisionspausen, die durch Wartung entstehen werden. Die Grundverfügbarkeit des Bahnhofareals ist derzeit noch nicht gesichert. Was geschieht, wenn das Grundstück gar nicht ans Land übertragen wird? Wir haben einige konkrete Willensbekundungen, aber die Übergabe an das Land ist in der Tat noch nicht vollzogen worden. Das ist einer der Gründe, warum es wichtig ist, dass die Gemeinde so schnell wie möglich die entsprechende Bauleitplanänderung beschließt, weil dadurch die Staatsbahnen (RFI) zu einer offiziellen Entscheidung gezwungen werden. Sollte die RFI sich

dagegen entscheiden, müssen wir eben das Areal pachten. Das ist nicht angenehm, weil wir dadurch auf einem Grundstück investieren, das nicht uns gehört, aber es ist durchaus machbar. In der Bevölkerung und von der Grünen Bürgerliste wurde vermehrt das Bedürfnis nach mehr Bürgerbeteiligung und transparenter Information geäußert. Welche partizipativen Prozesse für die Bürger sind geplant? Bislang konnte die Bevölkerung nur teilweise informiert werden, weil nur grundsätzliche Studien und Wirtschaftlichkeitsrechnungen vorhanden waren. Die einzelnen Standorte und ihre Bewertung wurden bei Bürgerversammlungen bereits vorgestellt; die Standortanalysen sind im Internet abrufbar. Nun ist der Standort von den politischen Vertretern aufgrund der Machbarkeit entschieden worden: Es ist nur eine Lösung realisierbar, womit die Bevölkerung gar nicht zwischen zwei oder gar drei Alternativen wählen könnte. Die Detailplanung kann erst jetzt, nach Definition des Standortes, begonnen werden – und erst jetzt kann ich sagen, was

geplant ist und die vom Überflug Betroffenen aufklären, was auf sie konkret zukommt, welche Rechte und Pflichten sie haben. Klar muss die Bevölkerung miteinbezogen werden. Das kann bis ins Detail gehen. Bei der Rittner Seilbahn war die Bevölkerung bis hin zur Farbgebung der Kabinen beteiligt. Aber noch steht ja gar nicht fest, ob die Seilbahn überhaupt gebaut wird. Von außen betrachtet hat es jedoch den Anschein, als ob Druck für eine schnelle Entscheidung ausgeübt wird – sowohl in zeitlicher Hinsicht wie auch in „moralischer“, da die Zukunft der Plose damit verbunden wird. Nun ja, das mit dem zeitlichen Druck ist zu relativieren: Die ersten Überlegungen zum Bau der Seilbahn kamen nach der MalikStudie auf – das ist jetzt mindestens vier Jahre her. Von 2008 bis 2010 wurden die technischen Machbarkeiten der Standorte geprüft, im Jahr 2010 wurde eine technische Arbeitsgruppe gegründet, die die möglichen Standorte

Der Überflug im Profil: Der Abstand vom Seil zum Boden hängt von der temperaturabhängigen Seildehnung und von der Anzahl der Gondeln ab

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miteinander verglichen hat. Dieses Ergebnis wurde im Februar 2012 der Bevölkerung präsentiert. Es ist also ein Thema, das seit Jahren diskutiert wird: Ich darf daran erinnern, dass jede Partei im Gemeindewahlkampf 2010 die Seilbahn thematisiert hat. Es war jetzt wirklich an der Zeit, einen Schritt weiter zu gehen und eine Entscheidung bezüglich des Standortes zu treffen. Diese Diskussion muss auch mal beendet werden, denn es wird immer jemanden geben, der ein Gegenargument findet. Dies ist auch legitim, es ist schließlich ein Ausdruck der Demokratie und der Bürgerbeteiligung. Irgendwann müssen aber auch jene, die die politische Verantwortung tragen,

den Mut haben und nach der Information der Bürger klar sagen, ob man in Brixen die Bahn will oder nicht. Nur zu diskutieren ist zu wenig. Wer trifft schlussendlich die Entscheidung: die Gemeinde oder das Land? Die Gemeinde gemeinsam mit dem Land. Wenn die Gemeinde sich zu dem Entschluss durchringt, dass sie die Bahn will, wird das Land maßgeblich dahinterstehen.

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info Zum Hintergrund Nach der Prüfung von sieben Standorten (Acquarena, Parkhaus, Bahnhof, Kaserne Schenoni, Disko Max, Eishalle und Sportzone Milland) hat die Stadtregierung Brixen sich für eine Seilbahn-Talstation am Bahnhof ausgesprochen: „Die technische Machbarkeit aller Varianten ist in den vergangenen vier Jahren eingehend geprüft worden, die Wirtschaftlichkeit eingehend in den vergangenen Monaten. In technischer und wirtschaftlicher Hinsicht ist der Standort Bahnhof heute die einzig realisierbare Lösung, die weiterverfolgt werden muss“, erläutert Bürgermeister Albert Pürgstaller diese Entscheidung. Der Standort bietet zudem die Möglichkeit, am Bahnhof eine Mobilitätsdrehscheibe für den öffentlichen Verkehr und somit eine erhebliche Verbesserung des Bahnhofsareals zu schaffen. „Wenn man jetzt mit anderen Standorten hausieren geht, dann muss man auch den Nachweis erbringen, dass bei denen ebenso die wirtschaftliche Machbarkeit gegeben ist – sonst setzt man den Leuten nur Flöhe ins Ohr“, so Pürgstaller. Das weitere Vorgehen Die Gemeinde Brixen wird Ende August/Anfang September die Bevölkerung zu einer weiteren Informationsveranstaltung zum Thema Seilbahnverbindung Brixen-Plose einladen. In einer Gemeinderatssitzung möchte die Gemeinde die entsprechende Bauleitplanänderung zur Diskussion und zur Abstimmung bringen. „Die Bauleitplanänderung ist dabei noch keine Entscheidung, dass die Seilbahn auch realisiert werden wird“, so Bürgermeister Albert Pürgstaller. Dieser Akt gilt laut Gemeinde Brixen aber als wesentliche Rahmenbedingung für das weitere Vorgehen: „Damit wird die RFI zu einer offiziellen Stellungnahme zur Grundverfügbarkeit am Bahnhofsareal gedrängt, und die Umweltverträglichkeitsprüfung kann damit eingeleitet werden“, so Albert Pürgstaller. „Zudem kann damit die detaillierte Planung des Mobilitätsknotenpunktes angegangen und die Überflugrechte können mit den Grundeigentümern abgeklärt werden.“ Auch ist es dann möglich, konkret die Finanzierung und Einbindung privater Partner in die Realisierung und Führung des Projekts zu diskutieren. Für die Gemeinde Brixen ist dabei ausschlaggebend, dass sie weder als Bauträger noch in der Führung der Seilbahn eine Rolle übernimmt und für die Gemeinde keinerlei Folgekosten entstehen. Erst nach Klärung dieser Inhalte wird die Gemeinde Brixen wissen, ob eine Seilbahn realisierbar ist oder nicht. „Ein Volksentscheid bleibt dann immer noch eine mögliche Lösung – aber freilich erst, sobald alle Fakten auf dem Tisch liegen“, erläutert Albert Pürgstaller. Da mit dem Seilbahnprojekt indirekt auch das weitere Bestehen des Skigebiets Plose zusammenhängt, wird die Gemeinde Brixen sicherheitshalber Alternativen zum Seilbahnprojekt andenken müssen – also eine Lösung, wie die Plose und die Stadt Brixen auch ohne Seilbahnverbindung wirtschaftlich db gestärkt werden können.  7


Politik & Gesellschaft

EISACKTAL

Auf den Hund gekommen „Dogteam Wipptal“ ist der erste Südtiroler Hundesportverein, der vier Therapiehundeteams im Einsatz hat – unter anderem auch probeweise in der Seeburg. Der „Brixner“ erklärt, wo Therapiehunde eingesetzt werden und wie diese ganz besondere Verbindung zwischen Mensch und Hund hergestellt wird.

D

ass Hunde nicht nur treue Weggefährten, Spielkameraden und nützliche Haustiere sind, ist nicht erst seit „Kommissar Rex“ bekannt. Die Hilfe bei der Jagd, beim Hüten, Treiben oder Bewachen von Schafen und Ziegen gehört zu den ältesten Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier. Daneben gibt es speziell ausgebildete Vierbeiner, die Blinde bei der Bewältigung des täglichen Lebens unterstützen oder Dienste als Schutz-, Fährten-, Rettungs- oder Drogenspürhunde versehen. Dass Hunde aber auch für therapeutische Zwecke eingesetzt werden, ist relativ neu. „Menschen und dabei vor allem Kinder bauen zu Tieren und speziell zu Hunden eine andere Beziehung auf als dies zu Menschen der Fall ist“, erklärt Birgitta Hörmann Prieth, „und diesen Umstand machen wir vom ‚Dogteam Wipptal’ uns zunutze.“ Sie absolvierte im abgelaufenen Jahr mit ihren Kolleginnen Kristen Grünfelder, Stefanie Recla und Kathi Frick mit ihren vierbeinigen Weggefährten die Ausbildung zu Therapiehunden: „Wir versuchen,

Kinder, Behinderte und generell Menschen mit besonderen Bedürfnissen über den Kontakt und die Arbeit mit den Hunden in ihrer Entwicklung zu fördern.“ Dabei wird die beruhigende und sicherheitsstiftende Wirkung der Hunde einerseits und das auffordernde Wesen in Bezug auf Kontaktaufnahme und Zuwendung andererseits genutzt. Wie dies aussieht, davon konnte sich eine erste Grundschulklasse aus Sterzing überzeugen. Sie besuchte das Team auf ihrem Trainingsplatz in Freienfeld.

und führt die Kinder spielerisch in die Welt der Hunde ein. „Viele Kinder haben kein eigenes Haustier und schon gar keinen Hund und sind deshalb den Umgang mit Tieren nicht gewöhnt“, sagt er, und deutet auf eine Schautafel. Darauf abgebildet sind die grundlegenden Verhaltensweisen den Vierbeinern gegenüber. Die Tiere nicht ruckartig wecken und den Hund niemals anfassen, wenn er es nicht möchte, sind nur einige davon.

Aourie, der Therapiehund. Nach

dieser allgemeinen Einführung ist es soweit: Birgitta Hörmann holt Aourie, einen neun Jahre alten belgischen Schäferhund. Die beiden erlangten bei der Therapiehundeprüfung im Dezember 2011 die höchsten Stufen A-B sowie C. Damit dürfen sie neben Hausbesuchen auch Besuche in Alters- und Pflegeheimen abhalten, bei Langzeitpatienten in Krankenhäusern, in Sonder- und Sprachheilschulen, bei zerebral

Ängste vor dem Hund nehmen. Hans Georg Prieth ist der Präsident des im Jahr 2008 gegründeten Vereins, dem heute rund 20 passionierte Hundeliebhaber angehören. Sie bilden die Hunde in den Disziplinen Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst aus. Dass sie dabei auf sehr hohem Niveau arbeiten, zeigt der Umstand, dass sie sich für mehrere Italien- und Weltmeisterschaften qualifizieren und den einen oder anderen Titel auch gewinnen konnten. Prieth kennt das Grundverhalten, die Mimik und Haltung der Tiere

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Hunde können als eine Art Medium zwischen Erwachsenen und Kindern dienen

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gelähmten Kindern und Langzeitpatienten in der Psychiatrie sowie in Rehabilitationszentren, Sterbehäusern und Gefängnissen. Für den Einsatz als Therapiehund ist jeder Hund unabhängig von Rasse, Herkunft oder Größe geeignet. „Damit man zur Prüfung überhaupt antreten darf, sind der Eignungstest, in dem Nervenstärke des Hundes, sein Sozialverhalten oder der Gehorsam geprüft werden, sowie die Begleithundeprüfung Voraussetzung“, erklärt Prieth. Mensch und Hund bilden ein Team, das schon vor der Ausbildung gefestigt sein muss. Die Ausbildung selbst erfolgt in Theorie und Praxis. Dabei wird der zukünftige Therapiehund schrittweise an möglichst viele Situationen gewöhnt, die ihm bei seinen späteren Besuchseinsätzen begegnen könnten: das Gehen am Rollstuhl, an der Doppelleine oder auf glatten Böden, das Fahren in engen, vollbesetzten Fahrstühlen, der plötzliche Lärm durch fallende Gegenstände, Schreie oder schlagende Türen, das Riechen von starken, ungewohnten Gerüchen sowie Menschen in ungewöhnlicher Bekleidung, mit ungewohnten Bewegungsmustern und Körperstellungen. Der zukünftige Therapiehund lernt unter anderem auch, ungeschickte oder unsanfte Berührungen zu akzeptieren. Der Therapiehundeführer auf der anderen Seite lernt, sich klar und ruhig mit seinem Hund zu verständigen, damit ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Verhältnis entsteht. Auch lernt er, die Konflikt- und Stresssignale seines Hundes frühzeitig zu erkennen, damit er diesen – gegebenenfalls – vor einer Überlastung schützen kann. Im theoretischen Teil der

Ausbildung werden zudem Kenntnisse in den Bereichen Psychologie, Pädagogik und Medizin vermittelt, wozu Grundkenntnisse der häufigsten Krankheitsbilder und Behinderungen wie Demenz, Down-Syndrom oder ADHS (AufmerksamkeitsDefizit-Hyperaktivitäts-Störung) gehören.

Hund und Mensch – ein Team. Dass Brigitta und ihr Hund Aourie ein eingespieltes Team sind, erkennt man auf Anhieb. Die beiden sind zwei Mal in der Woche für eineinhalb Stunden in der Grundschule Wiesen zu Gast und so an den Umgang mit Schulklassen gewöhnt. Jeder ABC-Schütze aus Sterzing erhält ein Leckerli in die Hand oder auf einen Löffel und darf dieses dem Hund geben. Einige gehen noch recht zaghaft und mit Respekt auf den Hund zu, andere lassen den Hund sehr selbstbewusst aus der Hand fressen. „So verlieren die Kinder nicht nur die Angst vor dem Hund, sie werden auch in ihrer Motorik geschult“, erklärt Prieth, „denn für manche sind die wenigen Schritte mit dem Leckerli auf dem Löffel gar nicht so einfach zurückzulegen.“ Nach dieser ersten Tuchfühlung holt Kirsten Grünfelder ihren dreijährigen irischen Setter Aik. Zur Freude der Kinder überwindet der Hund den auf dem Trainingsgelände aufgebauten Hindernisparcours mit Bravour. Er zeigt den Kindern einige Kunststücke und lässt sich von ihnen füttern und streicheln. Spätestens jetzt ist das Eis gebrochen. „Die Kinder lernen über die Hunde gewisse Regeln, sie dienen als eine Art Medium zwischen den Erwachsenen und den Kindern“, erklärt die Hundeführerin. „So lernen sie beispielsweise

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Aggressionen abzubauen, den Lärmpegel zu dämpfen oder die Konzentrationsfähigkeit zu steigern.“ Dabei wirke bereits oft nur die einfache Anwesenheit des Hundes beruhigend auf die Kinder. Neben der hundegestützten Pädagogik in Klassenzimmern waren die Hunde auch schon in Behinderteneinrichtungen, Alters- und Pflegeheimen im Einsatz. Hier wirken sie vor allem als Eisbrecher und stellen eine Beziehung her zu den behinderten, alten oder pflegebedürftigen Menschen. Neben der sozialen haben sie auch eine gesundheitlich anregende Wirkung: So belegen wissenschaftliche Studien beispielsweise, dass Blutdruck und Cholesterinspiegel beim Streicheln der Tiere sinken.

Anouk, der Schutzhund. Einige

Hunde sind darüber hinaus auch als Schutzhunde ausgebildet, so etwa Anouk. Diese Vierbeiner müssen unter der hundertprozentigen Kontrolle der Besitzer stehen. Zu ihren Aufgaben gehört das gezielte Aufspüren von Beweismitteln und versteckten Personen, das Verfolgen von Täterfährten sowie das Verfolgen und Festhalten flüchtender Täter und das Abwehren von Angriffen auf den Hundeführer. Hans Georg Prieth zeigt den Kindern, wie eine solche Verbrecherjagd aussieht, wobei ihm die Schutzkleidung an Körper und am Arm vor den Bissen des Hundes schützt. Mit Erstaunen folgen die Kinder der Vorführung. Auf die Frage, wieviel Übung es mit den Hunden brauche, um sie auf ein international hohes Niveau zu bringen, antwortet Prieth mit einem Lächeln: „Das ist unterschiedlich. Ich arbeite mit den Hunden vier Mal in der

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Woche mit je zwei bis drei kurzen Trainingseinheiten. Wichtig ist, dass der Hund die Fähigkeiten spielerisch erlernt und sie über das ständige Wiederholen verinnerlicht.“ Dass auch die Prieths das Leben mit den Hunden verinnerlicht haben, zeigt der Umstand, dass sie bereits über 30 Jahre mit Hunden arbeiten und eine Hundepension betreiben, in der die Besitzer die Vierbeiner abgeben können, wenn sie beispielsweise auf Urlaub fahren. Auch bieten sie über das „Dogteam“ Ausbildungen für Haushunde an, in der Herrchen und Frauchen eine Beziehung zu ihren Vierbeinern aufbauen können. „Dabei geht es nicht nur um das Einstudieren einfacher Befehle wie Sitz, Platz oder das Gehen an der Leine. Es geht vielmehr darum, eine Beziehung aufzubauen und den Besitzern ein Verständnis für ihre Haustiere zu vermitteln“, so Prieth. Gar einige tendierten nämlich dazu, ihre Tiere zu vermenschlichen und ihnen somit einen Teil ihres Seins zu nehmen. Den Hund und seine Abstammung verstehen, seine Verhaltensweisen nachvollziehen und ihn vor allem eins sein lassen: Hund. Darum gehe es. carmen.plaseller@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft

BRIXEN

20 Jahre Tagesmütter z Die Sozialgenossenschaft der Tagesmütter im Bezirk Brixen feiert heuer ihr 20-jähriges Bestehen. Die 110 engagierten Tagesmütter und -väter greifen den berufstätigen Eltern mit ihrem Dienst unter die Arme. Nebst der liebevollen Begleitung und dem sozialen Erfahrungswert in der Gruppe schätzen die Eltern besonders die zeitliche Flexibilität und das familiäre Umfeld bei

den Tagesmüttern. Eine fachliche Berufsausbildung sowie jährlich 40 Weiterbildungsstunden garantieren einen professionellen Dienst. Der Sozialsprengel Brixen unterstützt die Eltern finanziell durch Tarifbegünstigungen. Informationen sowie pädagogische Beratung bietet Elisabeth Larcher, die Koordinatorin der Tagesmütter Brixen, in ihren Sprechstunden am Dienstag von 9 bis 11 Uhr im

Rathaus Brixen in den Großen Lauben 5 oder telefonisch unter der Rufnummer 347 4601005. eh

P&G

Politik & Gesellschaft BRIXEN

Neue Straßennamen z Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, dürfte in der Gemeinderatssitzung, die sich mit dem Drucktermin dieser Ausgabe des „Brixner“ überschneidet, eine Reihe von neuen Straßenbezeichnungen in Brixen beschlossen werden. „Es geht dabei zum allergrößten Teil um technische Notwendigkeiten“, erläutert Bürgermeister Albert Pürgstaller auf Anfrage, „die schnelle Auffindbarkeit der einzelnen Adressen war einfach nicht mehr gegeben, was dann problematisch werden

kurz

notiert

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???

kann, wenn zum Beispiel Rettungskräfte eine bestimmt Adresse anvisieren und diese nicht sofort finden.“ Zum Beispiel wird eine Seitenstraße zum Weinbergweg ab nun „Paul-Troger-Weg“ heißen, weil hier durch neue Wohnzonen die übliche Hausnummerierung nicht mehr durchführbar war. So wird es in Zukunft eine „StadtBled-Straße“ ebenso geben wie eine „Karel-Havlicek-Straße“, „Maria-Montessori-Straße“, „Niccolò-Castiglioni-Straße“, „StadtHall-Straße“, „Färbergasse“ sowie

„Hans-Egarter-Weg“. Außerdem erhalten einige kleinere Plätze einen neuen Namen: „Am Priel“, „Alois-Pupp-Park“, „GeschwisterScholl-Park“, „Giuseppe-Franco-Park“. Keine technische, sondern eher eine „politische Notwendigkeit“ bestand in der Umbenennung des nördlichsten Teils der Vittorio-Veneto-Straße zwischen den Kreisverkehren Bahnhofstraße und Mozartallee: Diese Strecke wird nun „Alpinistraße“ heißen. Alle bürokratisch notwendigen Formalitäten der

Ab Herbst bieten auch die Wirtschaftsfachoberschule und das Sozialwissenschaftliche Gymnasium in Brixen die Abendoberschule an, mit der in drei Jahren die Matura nachgeholt werden kann. Interessierte können sich im Schulamt, Rufnummer 0471 417554, oder unter www.provinz.bz.it/schulamt melden.

Die Gemeinde Brixen sucht Schülerlotsen für die Überwachung des Verkehrs vor den städtischen Schulen im Schuljahr 2012/2013. Alle Interessierten können das Gesuch im Personalamt der Gemeinde Brixen (Rathaus, Große Lauben, Tel. 0472 062120) einreichen – Abgabetermin ist der 17. August, 12 Uhr.

??? privaten Anrainer erledigt die Gemeinde; den größeren Aufwand haben allerdings die Unternehmen, die ihre Geschäftspapiere erneuern müssen, weshalb man bewusst nur jene Straßen ausgesucht hat, die möglichst wenige Unternehmen beheimaten. wv

Der neue Fußballplatz in Milland wird errichtet; bis Ende des Jahres soll das Projekt vorliegen. Der Platz soll dem GSD Bressanone Calcio und dem US Don Bosco in Konzession übertragen werden.


NACHGEFRAGT

„Qualität vor Quantität“ ALEXANDER GRUBER, technischer Leiter der Gemeinde Brixen, über die etwas außergewöhnliche Vorgehensweise beim Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Hofburggartens. Herr Gruber, die Gemeinde Brixen hat einen Wettbewerb zur Gestaltung des Hofburggartens initiiert. Warum? Die in Vergangenheit präsentierten Konzepte haben nicht den gewünschten Anklang in der Öffentlichkeit gefunden. Deshalb wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Vorschläge der Bürger zur Zukunft des Gartens eingeholt hat. Die zahlreich eingegangenen Ideen wurden ausgewertet und bilden nun die Grundlage für den neuen Wettbewerb. ... der angeblich nicht nach der üblichen Vorgehensweise abläuft.

Die Gemeinde hat dazu eingeladen, sich für die Teilnahme an der Ausschreibung zu bewerben. Das heißt, dass nicht hunderte Projekte aufwändig ausgearbeitet und anschließend bewertet werden müssen, sondern sich die Teilnehmer anhand von Referenzprojekten und aufgrund vordefinierter Kriterien bewerben. Bisher sind über 90 Bewerbungen eingegangen, von denen nun zehn ausgewählt werden. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist diese Vorgehensweise sinnvoll, weil nur zehn Planer den großen Aufwand der Projekterstellung auf sich nehmen müssen. Die Gemeinde erhofft sich eine

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höhere Qualität der eingereichten Arbeiten. Was sind die weiteren Schritte? Die eingereichten Referenzprojekte werden zurzeit einer formellen Vorkontrolle unterzogen, und dann wird sich die Bewertungskommission im Detail mit den Planungsteams auseinandersetzen. Am 3. August werden wir die zehn ausgewählten Teilnehmer bekanntgeben, die sich dann an die effektive Planungsarbeit machen dürfen. Aus diesen zehn Arbeiten wird schlussendlich ein Siegerprojekt gekürt. oskar.zingerle@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft

z Welchen Herausforderungen hat sich die Gemeinde Lüsen zu stellen, und welche Schritte können gesetzt werden, um die Entwicklung des Dorfs positiv zu beeinflussen? Diesen Fragen ging eine Arbeitsgruppe nach. Sie erarbeitete Leitsätze und einen Katalog von Maßnahmen. Dabei dienen die Leitsätze als Orientierungshilfe für die Entscheidungsfindung. Sie decken das gesamte soziale und gesellschaftliche Leben ab und reichen vom Menschenschlag des „Lisna“ über das Netzwerk der Dorfgemeinschaft, das nachhaltige Handeln und Wirtschaften bis hin zur Politik. Von diesen Grundgedanken und -parametern ausgehend, hat die Gruppe drei konkrete Projekte abgeleitet. Eines beschäftigt sich mit der besseren Erreichbarkeit und Vernetzung der Strukturen

LÜSEN

ST. ANDRÄ

Ein Blick voraus

Kirchtag zugunsten der Dorfkirche

auf der Lüsner-Rodenecker-Alm. Mit einer Busverbindung zwischen den Fraktionen Flitt, Dorf und Berg sowie dem Parkplatz Zumis ist bereits im Sommer ein erstes Ergebnis erzielt worden. Ein zweites Projekt hat die Gründung einer Arbeitsgruppe mit Landwirten, Touristikern und Handelstreibenden zum Inhalt – mit dem Ziel, wirtschaftliche Synergien auszuloten. Ein drittes Projekt hat die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung im Fokus. Erste Schritte wurden hier mit den Aktionen des Projektes „Lüsen – Einblicke ins Gestern“ bereits gesetzt. Diese drei Maßnahmen bilden den Beginn eines Prozesses, der mit den Projekten der Bezirksgemeinschaft Eisacktal im Bereich Entwicklungsplanung und Standortentwicklung fortgeführt werden soll. cpl

z Erstmals seit vielen Jahren wurde im vergangenen Juni der Kirchtag in St. Andrä wieder gebührend gefeiert. Die Initiative geht auf die beiden Schützen Sepp Frener und Rudi Plattner zurück, die gemeinsam mit Vertretern der Feuerwehr und der Musikkapelle und mit Unterstützung des Hotels Gasserhof diesen alten Brauch wieder aufleben ließen. Gefeiert wurde auf dem Dorfplatz, der sich hervorragend dafür eignet. Und natürlich durften auch die traditionellen Kirchtagskrapfen nicht fehlen, die an die Gäste verteilt wurden. Zur Unterhaltung spielte die Musikkapelle, und für Spannung sorgte ein

Ratespiel rund um das Gewicht eines Ferkels samt Kiste und Dekoration. Eigentlich fällt das Fest der Weihe der Dorfkirche ja auf den Pfingstdienstag; der arbeitsfreie Montag bietet sich allerdings viel besser an. Und so war der Andrang groß und die Veranstaltung ergiebig. Angesichts der finanziellen Engpässe, die sich in Bezug auf die Sanierung des Kirchendaches der Ortskirche abzeichnen, waren sich die Initiatoren rasch darüber einig, dass ihre Kirche vom Gewinn dieses kleinen, aber feinen Kirchtagfestes profitieren sollte. Für das Kirchendach konnte so die stattliche Summe von 2.634 Euro bereitgestellt werden.  ab

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AFERS

Grundstein für Mehrzweckgebäude gelegt z Ein neues Mehrzweckgebäude mit Kindergarten und Grundschule steht den Einwohnern von Afers ab März 2013 zur Verfügung. Der Grundstein für dieses vom Architekturbüro Pedevilla entworfene Gebäude wurde kürzlich gelegt, die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Die Baufirma ZH realisiert das knapp 7 Millionen Euro teure Projekt, das ein Treffpunkt für die ganze Dorfgemeinschaft werden soll. Gegliedert wird der 9.700 Kubikmeter große Bau in drei Teile: Das Schulgebäude wird dreigeschossig und umfasst neben fünf Normalklassen und einem Ausweichraum zudem eine Bibliothek und das Foyer des Mehrzwecksaales. Als Kindergarten dient das etwas kleinere Gebäude. Dazwischen wird die Mensa errichtet, die zusätzlich als Schnittstelle der beiden

Bereiche fungiert. Der dritte Gebäudeteil, in dem sich der Mehrzwecksaal befindet, wird teilweise unterirdisch errichtet. Architektonisch fügt sich das Mehrzweckgebäude harmonisch

ins Dorfbild ein und verspricht bereits jetzt, der Mittelpunkt des Dorfes zu werden. Die Wichtigkeit und die große Bedeutung eines solchen Baus betonte auch Bürgermeister Albert Pürgstaller

bei der Grundsteinlegung. Die Baufortschritte des Projekts können auf der Internetseite der Gemeinde Brixen unter dem Menüpunkt „Öffentliche Arbeiten“ verfolgt werden.eh

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Menschen & Meinungen

Foto: Oskar Zingerle

AMEDEO SCAGNOL: „La vita è tutta una casualità“

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PORTRAIT

Die Zufälle des Lebens Amedeo Scagnol, ehemaliger Primar der Abteilung Radiologie am Krankenhaus Brixen, über seine Kindheit, seine Zeit in Brixen und wie Zufälle das Leben prägen können.

D

ass Amedeo Scagnol 25 Jahre lang als Radiologe am Krankenhaus Brixen arbeitete, verdankt er einem puren Zufall: Im Jahre 1969 machte er mit seiner Familie Urlaub im Hotel Armentarola in Hochabtei. Dort erzählte ihm der Hotelier, dass man in Brixen einen Radiologen suche, nachdem der damalige Primar Kofler erkrankt war. Kurzentschlossen machte sich Amedeo Scagnol auf den Weg, „con giacca e cravatta“, und innerhalb einer Stunde, nachdem er sich vorgestellt hatte, trat der Verwaltungsrat zusammen. Am 5. November 1969 begann der junge ehrgeizige Arzt dann seinen Dienst.

Vom Meer in die Berge. Er hatte

sich entschieden, seinem Leben und dem Leben seiner Familie eine Wende zu geben. „Dove mi hai portato“, hat seine Frau gemeint, als sie nach Brixen gekommen war. Sie hatte Architektur studiert, das Studium aber wegen der Familie nicht beendet. „Faccio figli, non case.“ Heute lebt sie mit Begeisterung den Werdegang des jüngsten Sohnes Matteo mit, der sich mittlerweile als Architekt einen Namen gemacht hat. Von Triest nach Brixen, vom Meer mitten in die Berge, er habe dieses „dove mi hai portato“ schon verstanden. Er habe aber seine Familie dorthin gebracht, wo er glaubte, sich verwirklichen zu können. Die Röntgenabteilung am Krankenhaus sei zur damaligen Zeit ziemlich „mittelalterlich“ gewesen, man hatte aber vor kurzem in ein hochmodernes Gerät investiert und hier sah Amedeo Scagnol seine Chance. Er strebte eine, wie er lächelnd sagt, radiologische Abteilung „su un livello mitteleuropeo“ an. Er beschreibt sich selbst als Kämpfer, als jemand, der nie schlechter sein wollte als die anderen. Von Kindesbeinen an sei das schon so gewesen. Er habe stets danach gestrebt, weiterzukommen, dazuzulernen. Und er wollte Erfolg haben.

Die Studienzeit und die Anfänge in Brixen. Amedeo Scagnol

stammt aus einer einfachen Bauernfamilie. Seine Eltern waren Mitte der Dreißiger Jahre nach Triest gezogen und sein Vater hatte dort Arbeit in einem der typischen Buffets gefunden. Als er zum Studium nach Bologna ging, da habe ihn vor allem seine Mutter unterstützt. Seinen Vater habe er nach einer kurzen, etwas zynischen Notiz auf einem zu schnell benötigten „vaglia postale“ nie mehr um Geld gebeten. Als sein Vater sich mit einem kleinen Barbetrieb in der Nähe des Fischmarktes in Triest selbständig machte, war es selbstverständlich, dass er im Sommer dort mithalf. Er genoss die besondere Atmosphäre unter Menschen, die dem Leben

jedes Wochenende nach Triest und kehrte am Montagmorgen wieder nach Brixen zurück.

Nicht nur nüchterne Diagnosen liefern. Fast ein bisschen weh-

mütig erzählt er von dem Vierteljahrhundert am Brixner Krankenhaus. „Ho cercato di creare una famiglia.“ Wenn ihm hin und wieder ein Name nicht sofort einfällt, kommentiert er dies mit einer herrlichen Portion Selbstironie und einem „povero vecchio“. Einfühlsam und väterlich und vor allem mit großem Respekt gegenüber seinen Mitmenschen lebte Amedeo Scagnol seinen beruflichen Alltag. Jeder habe seine Rolle gehabt, der Arbeitsplatz sei eine – frei nach Dantes Göttlicher Komödie – Schule der

„Ich wollte etwas Bleibendes aufbauen“_ Amedeo Scagnol die positiven Seiten abzugewinnen vermochten. Opernarien um fünf Uhr morgens geträllert, Gläser mit Namen für die Stammkunden und die „merenda delle dieci“ waren die kleinen Höhepunkte einer nicht immer beschaulichen Welt. Das Zusammenleben von unterschiedlichen Menschen und Kulturen in Triest, das hat Amedeo Scagnol in sich aufgesogen und es hat ihm letztendlich auch geholfen, in Südtirol Fuß zu fassen. Drei Tage lang wohnte Amedeo Scagnol im November 1969 im Temlhof in Kranebitt, als einziger Gast, „io ed il cameriere“. Dann wurde es ihm dort zu einsam und er fand – wieder durch Zufall – bei Marianne Mader, der Mutter von Zeno Giacomuzzi, eine zeitweilige Unterkunft. Ein klein wenig wurde sie für ihn zu einer zweiten Mutter, „und sie war ein wandelndes Lexikon, man konnte mit ihr herrliche Diskussionen führen.“ Seine Familie holte er erst zwei Jahre später nach, nachdem er eine geeignete Wohnung gefunden hatte. In diesen zwei Jahren fuhr er beinahe

Steckbrief

beruflichen Entwicklung und eine Schule des Lebens gewesen. Er wollte etwas Bleibendes aufbauen, einen Dienst, der die Menschen ganzheitlich umfasst und nicht nur nüchterne Diagnosen liefert. Obwohl er die deutsche Sprache nie wirklich gelernt habe, wie er etwas bedauernd bekennt, so sei es ihm stets möglich gewesen, mit den Patienten zu reden. Er habe zwar bei Professorin Dora Mussner Deutschstunden genommen und Hochdeutsch zu sprechen versucht, bei der Arbeit „però non mi serviva.“ Sich auf die Menschen einzulassen, das ist dem sympathischen Arzt jedoch stets gelungen, allen Sprachbarrieren zum Trotz. Ein wenig bereut er es, nicht mehr soziale Kontakte geknüpft zu haben. In den nächsten Tagen wird der begeisterte Rennradfahrer seine Arbeit als Freiberufler aufgeben „e poi faccio il nonno“.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Amedeo Scagnol wurde am 10. August 1932 in Sedrano di San Quirino, einem kleinen Dorf in der Provinz Pordenone geboren. Seine Eltern zogen aber bald mit ihm und seinem zwei Jahre älteren Bruder nach Triest. Dort besuchte er die Pflichtschule und anschließend das klassische Lyzeum. Nach der Matura begann er ein Medizinstudium in Bologna und schloss dieses mit höchster Punktezahl ab. Seine Doktorarbeit schrieb er über die Radiologie. Noch ehe er seine Facharztausbildung in diesem Bereich abgeschlossen hatte, wurde er Assistenzarzt der Radiologie an den „Ospedali Riuniti di Trieste“. 1964 schloss er an der Universität von Pavia seine Spezialisierungsausbildung in der Onkologie ab. Zwischen 1959 und 1969 gewann er eine Reihe an Stipendien, die ihn unter anderem nach Paris führten, wo er wertvolle Erfahrungen im Bereich der Mammografie und der Lymphografie sammeln konnte. 1994 ging er als Primar der Röntgenabteilung am Brixner Krankenhaus in Pension, begleitete in den folgenden Jahren jedoch weiterhin als Freiberufler die Entwicklung im Bereich der Radiologie an den Krankenhäusern Innichen, Bruneck, Sterzing und letztendlich auch Brixen. Pionierarbeit geleistet hat Amedeo Scagnol im Bereich der Jugendleichtathletik, außerdem war er einer der Ideatoren des Cineforum. Amedeo Scagnol und seine Frau haben vier Kinder, Andrea, Irene, Pietro und Matteo, und sechs Enkelkinder. 17


Menschen & Meinungen

BRIXEN

Der„Brixner“ vor dem Traualtar z Da haben sich Freunde und Verwandte von Florian Astner und Ulrike Assner zu deren Hochzeit am 7. Juli ein originelles Geschenk ausgedacht: Die Hochzeitszeitung im „Brixner“-Stil wird die Frischvermählten an den schönsten Tag in ihrem Leben erinnern. Ob Horoskop, Kind-

heitsfotos oder Zukunftswünsche – die Hochzeitsausgabe bringt lustige Details über die Eheleute auf den Tisch. Grafisch und inhaltlich haben sich die Hobbyredakteure besondere Mühe gegeben, und das Resultat kann sich sehen lassen. Der „Brixner“ wünscht alles Gute!  eh

M&M Menschen & Meinungen BRIXEN

EU-Delegation in Brixen

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum’s besser isch, dass die Politik koan Einfluss af’s Wetter håt. In Brixen hettn mir suscht ba der Koalition ålleweil überhaupt koan Wetter.

kurz

notiert

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z Der Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments beendete kürzlich eine Delegationsreise nach Kärnten und Südtirol mit einem Abendessen im Restaurant Finsterwirt und einer Besichtigung des Milchhofes BRIMI. Auf Initiative der Abgeordneten Herbert Dorfmann und Elisabeth Köstinger haben sich die Mitglieder des Ausschusses bei der Überfahrt vom Defreggental über das Klammljoch nach Rein in Taufers ein gutes Bild von der Realität der kleinstrukturierten Landwirtschaft in Berggebieten

machen können. Landesrat Hans Berger berichtete den Delegierten bei einem Zwischenstopp auf der Knuttenalm von den besonderen Problemen, die die Berglandwirte im Vergleich zu den großen Landwirtschaftsbetrieben im Flachland zu bewältigen haben und bat, dass man diese besondere Situation bei der bevorstehenden Agrarreform berücksichtigen möge. Ohne Landwirtschaft sei auch Südtirols Zukunft als Tourismusland gefährdet, und daher sei man besonders auf die Unterstützung und auf das Verständnis für die lokale Realität durch die Europäische Union an-

Der Bürgermeister der bayrischen Gemeinde Teugn, Anton Schweiger, verbrachte seinen Urlaub in Brixen und traf dabei den Brixner Bürgermeister. Zwischen Brixen und Teugn bestehen schon seit Jahrhunderten Verbindungen – aufgrund dieser soll Teugn in die Partnerschaft mit Regensburg eingebunden werden.

Thomas Klapfer ist der neue Präsident des Kiwanis Club Brixen; weitere Vorstandsmitglieder sind Bettina Kerer, Bea Mitterhofer, Alex Wagner, Martin Ogriseg, Norbert Verginer und Franz Sparber. Der Club hilft durch Spenden auf unbürokratische Weise einheimischen, bedürftigen Familien.

gewiesen. Die Abgeordneten, denen die Situation in Südtirol zum Teil völlig unbekannt war, zeigten Verständnis für die Probleme und versicherten, die gewonnenen Eindrücke nach Brüssel mitzunehmen und bei der Agrarreform bestmöglich zu berücksichtigen, „auch wenn wir dies möglicherweise nicht in ausreichendem Maß tun können werden“, so ein Sprecher der Delegation.  oz

Luis Ploner verrichtet seit 15 Jahren seinen Dienst als Mesner in Vahrn. Für diese Tätigkeit ehrte ihn die Pfarrei zum Hl. Georg mit Pfarrer Karl Blasbichler, dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates Franz Gruber und Alois Rauter von der Mesnerdiözesanleitung mit einer Urkunde und einem Geschenk.


O o op s

mein Hoppala

Werner Zanotti, Geschäftsführer des Tourismusvereins Brixen

Und ... platsch! Beim ersten „Dine, Wine & Music-Festival“ am Domplatz hat uns das Wetter einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Es goss in Strömen, und die Gäste suchten verzweifelt Unterschlupf. Nach einiger Zeit ließ der Regen endlich nach, und das ganze Team versuchte daraufhin, den Abend doch noch zu retten. Die Tische wurden abgewischt, neue Tischdecken aufgelegt, und alle arbeiteten emsig, um die Folgen des Wolkenbruchs irgendwie zu beseitigen. Auch ich half bei den Aufräumarbeiten mit und machte es mir zur Aufgabe, eine volle Regenrinne zu entleeren. Wissend, dass ich für diese Geschicklichkeitsaufgaben nicht unbedingt der Richtige bin, versuchte ich mich trotzdem – und das ganze Wasser, mit dem sich die Regenrinne gefüllt hatte, platschte über meinen Anzug. Ich war von oben bis unten klatschnass, was die Zuseher natürlich recht amüsant fanden – ich ein bisschen weniger. Nach meinem anfänglichen Schockzustand konnte ich wieder lachen und machte mich dann, platschnass wie ich war, auf zur Eröffnungsrede.

Leser kochen für Leser

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Eisgekühlter Fruchtgenuss > Zutaten für 4 Personen 2 Schalen Himbeeren (oder andere Früchte nach Wahl: Erdbeeren, Brombeeren, Schwarzbeeren) 3 kleine Becher Naturjoghurt Zucker

Früchte oder Joghurt dazugeben – und fertig ist das selbstgemachte Frucht-Eis, das am besten gleich nach Zubereitung verzehrt werden sollte.

> Zubereitung Die Früchte waschen, so frisch wie möglich einfrieren und über Nacht im Gefrierfach lassen. Die tiefgekühlten Früchte zusammen mit dem Joghurt in einen Behälter geben, Zucker dazu geben und mit dem Pürierstab zerkleinern. So lange mixen, bis aus dem Ganzen eine cremige Masse wird. Je nach Geschmack eventuell noch mehr

Evi Hilpold ist bereits seit mehr als zwei Jahren BrixmediaMitarbeiterin und Redakteurin des „Brixner“. Evis Rezept schafft Abkühlung für heiße Tage und ist ideal für Grillpartys – oder einfach nur für Zwischendurch. Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

Ihre Meinung online

Ergebnis der Online-Umfrage:

„Wie viel sollte ein Südtiroler Landtagsabgeordneter inklusive Sonderbezüge maximal im Monat verdienen?“ 40,91% Weniger als 4.000 Euro 36,36% 4.000 Euro 15,91% 6.000 Euro 4,55% 8.000 Euro 2,27% mehr als 8.000 Euro

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

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„Finden Sie es richtig, dass die Gemeinde Brixen den Alpini eine Straße widmet?“ > Ja, weil die Alpini der Brixner Bevölkerung immer hilfreich zur Seite gestanden sind > Ja, weil die Alpini lange Zeit zum Stadtbild gehörten > Nein, weil ich grundsätzlich gegen Straßenumbenennungen bin > Nein, weil ist es nicht opportun ist, dass eine Straße nach einer militärischen Struktur benannt wird Stimmen Sie mit! www.brixner.info 19


Menschen & Meinungen

LAMMento BRIXEN

GBL

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z Gregor Beikircher ist nicht nur als hartnäckige politische Kämpfernatur bekannt, sondern als Lehrer und Direktor hat er auch in seiner beruflichen Laufbahn Spuren hinterlassen – eine berufliche Laufbahn, die in diesen Wochen mit dem Pensionsantritt Beikirchers enden wird. Die Anfänge seiner Karriere gehen auf das Jahr 1974 zurück, in denen der junge Student aus Geiselsberg in Olang als Supplent an Foto: Oskar Zingerle

„Diese Legislatur ist wie eine Fahrt im Viererbob“, sagt der Franz, während er genüsslich am Strohhalm seiner eisgekühlten Limonade zuzzelt und bei Frieda noch drei Eiswürfel bestellt – zur Kühlung dieser politischen Atmosphäre, die derzeit in der Koalition herrscht. Eine Fahrt im Viererbob? Jetzt, im Juli?? „Der Bürgermeister ist am Ruder“, sagt der Franz. Hin und wieder fehlt es an der Feinmotorik, was den Bob ins Schlingern bringt, denke ich mir, aber zumindest weiß er, wo’s langgeht – hoffentlich. „Die drei Koalitionspartner sitzen dahinter, und jeder glaubt, unersetzlich zu sein“, sagt der Franz, worauf die Frieda fragt, warum es eigentlich vier Leute braucht im Viererbob. Frieda versteht nix vom Bobsport. Ich hingegen überlege mir gerade, wer die Rolle des Bremsers übernommen haben könnte, und aus einem unerfindlichen Grund fällt mir sofort die Grüne Bremserliste ein. „Mit der Geschwindigkeit, mit der diese Koalition dank des unermüdlichen Einsatzes des Bremsers unterwegs ist, muss sie aufpassen, dass der Bob in der Kurve nicht von der Seitenwand herunterrutscht“, sagt der Franz. „das ist der Fluch von diesem edlen Hause: auf halben Wegen und mit halber Kraft zu halben Zielen zögernd fortzuschreiten“. Wir müssen aufpassen, sag ich, dass das Eis nicht geschmolzen ist, sobald der Bob irgendwann das Ziel erreicht. „Der Bremser ist eben ... etwas unschlüssig“, sagt die Frieda mit mütterlichem Unterton, „vielleicht sollte ihm endlich jemand erklären, dass erst im Ziel gebremst wird, beim Viererbob“. Denn für’s Bremsen gibt es keine Medaillen.

Kämpfer und Freigeist der Ober- und Mittelschule in Bruneck unterrichtet hat. Bei seiner Versetzung an die LBA (Lehrerbildungsanstalt) nach Brixen 1978 fand der Naturwissenschaftler Beikircher lediglich ein kleines Holzkistchen mit ein paar wenigen Utensilien zum Biologie- und Chemieunterricht vor. Also machte sich der rührige Lehrer neben dem Unterricht auch an den Aufbau eines Labors. In den folgenden Jahren begleitete er unter anderem als Direktor-Stellvertreter den Übergang von der vier- zur fünfjährigen LBA, die Einführung der KindergärtnerinnenAusbildung und später die Umstellung auf das pädagogische Gymnasium. 2005 berief ihn der Schulamtsleiter als Direktor an die Gewerbeoberschule nach Bruneck und 2008 an das wissenschaftliche Lyzeum, bevor Gregor Beikircher 2009 – diesmal als Direktor – an das pädagogische Gymnasium nach Brixen zurückkehrte. „Mir wird durch meine Pensionierung aber gewiss nicht langweilig“, sagt Beikircher grinsend. In seiner Freizeit betätigt er sich zum Beispiel gerne als Waldarbeiter, und in sein politisches Engagement kann der rastlose Kämpfer jetzt auch wieder mehr Energie investieren.  oz

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Pro& Contra Ist moderne Architektur bei Schutzhütten angebracht? Der Hintergrund:

Von den 24 Schutzhütten, die das Land vom CAI übernimmt, müssen drei abgerissen und neu gebaut werden. Aus einem Ideenwettbewerb kamen nun drei Projekte hervor, die durch ihre moderne Architektur bestechen – und in der Öffentlichkeit nicht nur Begeisterung hervorriefen.

Matteo Scagnol, Architekt: „Es gibt keine moderne Architektur“

Ja Von moderner Architektur zu sprechen ist eigentlich grundsätzlich falsch, weil es im tiefen Sinn der Bezeichnung keine moderne Architektur geben kann. Es ist viel mehr eine Frage der Entwicklung und der Wahrnehmung, ob eine Architektur im Kontext der Umgebung als außergewöhnlich empfunden wird. Vor allem würde es mich stören, wenn man den Begriff „Modern“ negativ assoziiert. Architektur ist immer ein Aufeinanderprallen mit der Umgebung, eine Aggression, weil sich damit eine Umgebung ändert. Wenn also jemand die Entscheidung trifft, ein Haus zu bauen, so ist dies immer mit einem Angriff auf die Umgebung verbunden – unabhängig von der Art der Architektur. In den Bergen ist diese Aggression natürlich noch viel heftiger, weil die Umgebung in den meisten Fällen bis dahin noch nicht vom Menschen verändert worden war. Im Erneuern eines bereits bestehenden Gebäudes ist der Eingriff weniger stark. Wenn man Architektur mit einer Sprache vergleicht, so ist es wichtig, dass diese Sprache vom Betrachter auch verstanden wird und dass die Architektur in eine Symbiose tritt mit der Umgebung – auf dass Gebäude und Umgebung miteinander als Wohlklang empfunden werden. Die lokale Tradition ist dialektal geprägt, direkt, kommunikativ, leicht verständlich: „Ich“ wird zu „I“, die Vereinfachung wird zum prägenden Element. Das ist die Begründung, warum ich mein Projekt – die Edelrauthütte in Pfunders – unter Berücksichtigung einiger Merkmale wie zum Beispiel die Form des Grundrisses der alten Struktur so einfach wie möglich gestaltet habe. z

MULTIMEDIAL

GENIAL

Elena Artioli, Landtagsabgeordnete der Lega Nord: „Schutzhütte soll harmonisch in das Landschaftsbild passen“ Nein Ich habe nichts gegen moderne Architektur, aber man muss wissen, wo man sie anwendet. In diesem Fall finde ich es überhaupt nicht angebracht, solche Monsterprotzbauten und Schutzbunker in unsere schöne Berglandschaft zu setzen. Eine Schutzhütte soll harmonisch in das Landschaftsbild passen. Ein Vorzeigemodell ist zum Beispiel die letzthin wieder neuerbaute Sonnklarhütte in Speikboden. Sie wurde mit strengsten und harten Auflagen von der Landschaftsschutzkommission genehmigt. An keiner Stelle, präzisiert die Landschaftsschutzkommission, dürfen Betonfundamente aus dem Boden ragen. Zudem müssen die Arbeiten im Einvernehmen der Forstbehörde durchgeführt werden. Wo bleiben die harten Auflagen dieser Kommission bei den drei neuen und umstrittenen Projekten? Ich finde, dass die traditionelle Bauweise am meisten für das Land Südtirol bringt, und wir können uns viel besser damit identifizieren. Wenn wir anfangen, unserem Land die Gemütlichkeit und Tradition zu nehmen, gehen wir einem sterilen Zeitalter entgegen. Außerdem finde ich es unerhört, 7 Millionen Euro und mehr für diese Monsterprotzbauten auszugeben, die absolut nicht in unsere schöne Berglandschaft passen. Eine Schutzhütte, saniert oder gebaut in traditioneller Weise und mit moderner und umweltfreundlicher Technik ausgestattet, wäre die richtige Lösung und würde viel weniger kosten. Denn: Ein Gast und Bergsteiger bevorzugt eine einfache, funktionelle, gemütliche und urige Hütte und nicht ein 5-Sterne-Resorts auf 3000 Metern! z

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Menschen & Meinungen

Umfrage

Urlaub trotz Krise? Die steuerlichen Mehrausgaben, die uns der Staat aufbrummt, wirken sich zunehmend auch auf die Urlaubskassen aus. Ob die Brixner deshalb auf ihren wohlverdienten Urlaub verzichten und in dieser Hinsicht kürzer treten?

Karl Knapp lässt sich von der Krise nicht drausbringen: „Ich arbeite das ganze Jahr und gönne mir den Urlaub einmal im Jahr. Lieber spare ich dann bei Klamotten oder beim Ausgehen. Natürlich wird der Urlaub in Zeiten wie diesen hinten anstehen müssen – irgendwo muss man kürzer treten. Wir können ja nicht wie der Staat mehr ausgeben, als wir verdienen.“

„Ich komme gerade aus dem Urlaub“, gesteht Christine Mair. „Wir sind erstmals mit den Kindern heuer weggefahren und haben deshalb versucht, unterm Jahr etwas einzusparen, um uns diese eine Woche zu gönnen. Sicherlich sind die steuerlichen Mehrausgaben Grund dafür, dass einige Familien heuer auf ihren Urlaub verzichten müssen.“

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„Wir fahren heuer nicht, da die Kinder noch zu klein sind. Aber als Familie muss man sich derzeit jede Ausgabe zweimal überlegen. Durch die Verteuerung der Lebensmittel merkt man, dass am Ende des Monats weniger Geld übrig bleibt. Der Urlaub ist natürlich das erste, bei dem dann gespart wird. Auch wenn die Kinder oftmals gratis mitkommen, braucht man im Urlaub trotzdem mehr Geld – da sitzt es einfach lockerer als zu Hause – und das ist dann gefährlich“, sagt Patrizia Hofer.

Paola Baldo macht „vacanze piú corte. Abbiamo deciso di andare in ferie per una settimana sola – e questo a causa della crisi. Normalmente ci concediamo due settimane, ma quest’anno ne facciamo una in meno. La destinazione rimane peró sempre la stessa.“

„Ich fahre heuer gar nicht in den Urlaub – nicht wegen der Krise, sondern weil wir gebaut haben. Natürlich macht man Einsparungen und Abstriche insbesondere als Familie. Das Loch in der Urlaubskasse wird auch nicht ein kurzfristiges Problem bleiben, sondern sich auch auf die nächsten Urlaubsplanungen auswirken“, ist Maria Grünfelder überzeugt.

„Man fährt weniger weit und weniger lang“, so Josef Unterthiner. „Ich fahre zwar nur manchmal in den Urlaub, aber in Zeiten wie diesen überlegt man mehr. Generell werden die Leute derzeit weniger in den Urlaub fahren, davon bin ich überzeugt. Die Maßnahmen, um den Staat aus der Krise zu helfen, wirken sich irgendwo aus. Wenn nach den Steuern noch etwas übrig bleibt, fahren wir aber sicher in den Urlaub.“

„Ich fahre generell nicht in den Urlaub – egal ob Krise oder nicht“, sagt Martin Nitz. „Ich bin aber überzeugt, dass die Familien weniger wegfahren werden. Das Geld muss man sich einfach gut einteilen, aber wenn man vielleicht zu Weihnachten oder zu Ostern bei den Geschenken etwas einspart, dann schaut trotzdem ein kurzer Urlaub heraus.“

Student Daniel Niederjaufner muss im Sommer arbeiten: „Sonst würde es mich natürlich reizen wegzufahren. Ich habe nur bei Bekannten bemerkt, dass in Sachen Urlaub gespart wird. Das Geld wir derzeit einfach für andere Sachen gebraucht. Aber immerhin leben wir in einem kleinen Paradies; man kann auch hier optimal Urlaub machen für wenig Geld.“


Wohnanlage Trattenhof in Milland/Sarns

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Eingebettet in die landschaftliche Idylle am Rande von Milland entsteht derzeit ein schönes Ensemble aus drei Reihenhäusern mit großzügigen Terrassen und Gärten. Der Entwurf stammt vom Architekten Renato D‘Alberto. Die Architektur, eine hochwertige Bauausführung in Klimahausstandard „A+“ sowie die Geothermienutzung garantieren für hohen Wohnkomfort. Bauende: März 2013 Derzeit ist noch ein Reihenhaus verfügbar: Nettowohnfläche 118 m², Terrassenfläche 100 m², Garten- und Wiesenfläche 205 m² Weitere Informationen unter www.krapfbau.it

ERDGESCHOSS

Letztes freies Reihenhaus

ein Projekt der


GESCHICHTE DER FOTOGRAFIE IN TIROL: Fotograf Franz Dantone lichtete um 1880 Arbeiter in einer Schmiede ab

Kunst & Kultur

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TIROLER FOTOGRAFIE IM WANDEL

Die Erben der Einsamkeit

Anlässlich des Firmenjubiläums der Durst Phototechnik findet im renovierten Astra-Kino die Ausstellung „Belichtet – Tiroler Fotografie von 1854 bis 2011“ statt.

R

ichard Piock, Geschäftsführer der Firma Durst Phototechnik, ist nicht nur ein brillanter Manager. Seiner Auffassung nach muss ein Unternehmen auch Mäzenatentum im Bereich Forschung, Kunst und Kultur betreiben. Durst ist weltweit ein Synonym für Fototechnik; daraus ergibt sich für Richard Piock die logische Konsequenz, sich vor allem mit der Fotografie als Gedächtnisspeicher des Landes zu beschäftigen. Erst im Vorjahr wurde auf seine Initiative hin auf der Liebburg in Lienz das „Tirol Archiv“ präsentiert, und heuer schenkt die Firma sich (und der Stadt Brixen) zum 75-jährigen Bestehen eine Dokumentation über die Tiroler Fotografie-Geschichte von 1854 bis heute.

300 Fotografien in 14 Themenkreisen. Grund genug für die Ge-

meindeverwaltung, das baufällige, ehemalige GIL-Gebäude – für die „Gioventù Italiana del Littorio“ 1935 erbaut – in Windeseile zu sanieren. Der Brixner Designer Klaus Vontavon gestaltete eine spannende Ausstellungsarchitektur im nahezu original belassenen Kinosaal, in dem bis vor Kurzem so mancher Kinogänger aus Platzmangel ziemlich ungalant die Beine über den freien Vordersitz legen musste. Zwei Fünfer-Reihen entgingen der Verschrottung und dienen dem Ausstellungsbesucher als Sitzgelegenheit, um sich das informative Video-Loop (Wittfrida Mitterer) über die wechselvolle Firmengeschichte anzusehen. Julius und Gilbert Durst, Söhne eines Kunstmalers, begeisterten sich früh für das Medium Fotografie. Dank des genialen Tüftlers Julius begann 1938 mit dem

Serienfotoapparat „Gil“ die Erfolgsgeschichte des Unternehmens, das zwei Jahre zuvor mit Hilfe des Financiers „Alois Oberrauch und Söhne“ in der stillgelegten Bierbrauerei Seidner gegründet worden war.

frühere Kustos des Ferdinandeums Pizzinini haben die 300 Fotografien mit Schwerpunkt auf Kuriositäten in 14 Themenkreise aufgeteilt; schwarz bespannte Kojen mit „Durst-technisch“ wunderbar leserlichem Einführungstext

stammen die frühesten erhaltenen Tiroler Fotos vom Maler Josef Mühlmann aus Sand in Taufers. In der Bergfotografie erlangten der Brixner Josef March junior, selbst Bergsteiger, einen gewissen Bekanntheitsgrad.

„Die Ausstellung ist ein Fenster in die Vergangenheit – und gleichzeitig ein Kunsterlebnis“_ Richard Piock, Geschäftsführer der Durst Phototechnik Die Dokumentation über 160 Jahre fotografische Erinnerungskultur im Alpenraum umfasst exemplarische Werke von 75 Fotokünstlern unterschiedlicher Prägung. Kuratiert wurde die Ausstellung von den beiden Osttiroler Experten für Geschichte und Kunst, Michael Forcher und Meinrad Pizzinini, die schon 1978 zusammen das Alt-Tiroler Photoalbum herausgebracht hatten. Der HaymonVerlag-Gründer Forcher und der

vermitteln, auch angesichts des erinnerungsträchtigen Inhalts, eine fast meditative Aura.

Berge als ideales Motiv. Erzählt

wird von den ersten WanderDagueerreotypisten 1844, die auf Grund der giftigen Dämpfe der bleihaltigen Silberplatten einen gefährlichen Beruf ausübten. Den Zugang zur Fotografie fanden Ortsansässige meist über die Malerei oder die Grafik; so

Berge waren kongeniale Motive für die Pioniere der Anfänge (Giuseppe Garbari, Emil Terschak) – sie „verwackelten“ nicht und wurden als Eisriesen fast wissenschaftlich dokumentiert. Heute ist Heinz Zak ein Spezialist für spektakuläre Kletterfotos. Franz Largajolli war der Begründer einer Fotografendynastie in Meran, sein Sohn Rudolf errichtete in Brixen ein Atelier. Im Bereich Chronik trifft man auf die bildnerischen Zeugnisse von Emil Lotze, der den Bau der Pustertaler Bahn festhielt. Der Trentiner Flavio Faganello zählt ebenfalls zu diesem Kreis; er hat

info Belichtet Tiroler Fotografie von 1854 bis 2011 Brixen, Astra Kino

Der Trentiner Fotopionier Giovanni Battista Unterveger mit seinem schweren Gerät auf einer Alm im Fassatal, um 1865

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Bis 7. September täglich geöffnet von 10-13 und von 16-19 Uhr (außer Montag) 25


Kunst & Kultur

1973 mit Aldo Gorfer „Die Erben der Einsamkeit“ publiziert, eine fast beklemmende Reise zu den abgelegensten Bergbauernhöfen. „Moderne Zeiten“ dokumentiert Leonhard Angerer mit seiner Serie über den Bau des BBT.

Die Anfänger der PortraitFotografie. Eine außergewöhn-

liche Entdeckung der Kuratoren und ein besonderer Gewinn für die umfangreiche Schau

sind die Portraits vom Sarner Uhrmacher Josef Thaler, der in seiner Militärzeit in Innsbruck in die Technik der Fotografie hineinschnuppern konnte und im Sarntal zum Dorffotografen avancierte. Die 92-jährige Nachfahrin Maria Gasser – der Hang zur Kunst steckt bis heute in den Geschwistern Evi, Jochen und Armin Gasser – überließ die akkurat aufbewahrten Glasplatten den dankbaren Kuratoren. War

Lois Hechenblaikner, Kurator Michael Forcher, DurstGeschäftsführer Richard Piock, Kurator Meinrad Pizzinini und Ausstellungsdesigner Klaus Vontavon

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info Herr Piock, wie kam es, dass Sie sich entschieden, anlässlich des 75sten Jubiläums der Durst eine Fotoausstellung dieser Größenordnung zu initiieren und großzügig zu finanzieren? RICHARD PIOCK: Dies hängt mit unserem Verständnis von Unternehmertum zusammen: Unternehmen sind keine ausschließlich auf Gewinn ausgerichteten kapitalistischen Gebilde, sondern sind mit den Stakeholdern vernetzte Organisationen. In diesem Räderwerk von Geben und Nehmen eingebunden, ist es deshalb nur gerecht, wenn ein Unternehmen neben den Steuern, die es zahlt, auch etwas im Bereich der Kultur an die Gesellschaft zurückgibt, Mäzenatentum betreibt. Durst ist in der Fotobranche groß geworden; deshalb ist diese Fotoausstellung als Dokumentation über 160 Jahre Fotogeschichte in Tirol an Hand von 75 ausgewählten Fotografen einerseits ein Anliegen, andererseits die Konsequenz dieser Unternehmenshaltung. Was ist für Sie das Besondere an der Ausstellung? Die Ausstellung ist ein Fenster in die Vergangenheit – und gleichzeitig ein Kunsterlebnis. Es ist das erste Mal, dass die Geschichte der Fotografie in Tirol – und zwar des historischen Tirols unter Einbeziehung Welschtirols – so ausführlich dokumentiert wird. Es werden Bilder gezeigt, die noch nie veröffentlicht wurden. Die Ausstellung ist in 14 Themenräume gegliedert – und wahrscheinlich die erste Großausstellung, die von einer privaten Unternehmung initiiert und durchgeführt wurde.

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Der Uhrmacher Josef Thaler entwickelte sich zum Dorffotographen im Sarntal – und spezialisierte sich auf Portraitfotografie: „Das Brautpaar“, um 1900 aufgenommen

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Die Wirtschaft entdeckt die Fotografie. Bei einigen Künstlern

bestimmt ein Thema oder eine Technik die Vorgangsweise. So widmete sich Paul von Aufschnaiter neben seinem eigentlichen Beruf als Apotheker vor allem der seltenen Stereo-Fotografie. Hugo Wassermann und Georg Kantioler sind preisgekrönte Spezialisten im Bereich Naturfotografie. Sie

Foto: Oskar Zingerle

das Portrait im Biedermeier ein bürgerliches Statussymbol, wuchs nach 1948 das Bedürfnis, sich mit der neuen Technik verewigen zu lassen. Bekannte Vertreter dieser anfänglich gekünstelt wirkenden Fotos vom Bürgertum war der Traditionsbetrieb Alois Kofler in Bruneck, dessen Ururenkelin Daniela Kofler – sie lebt heute in Afrika – in fünfter Generation als Fotografin arbeitet. Aufnahmen vom Brauchtum übernahmen Fotografen aus dem städtischen Milieu – vielleicht im Bemühen, eine verschwindende Lebensform festzuhalten (Hugo Atzwanger). Den malerischen Effekt beherrschte besonders Heinrich Kühn, und der „Grenzgänger“ zwischen den beiden Medien, Artur Nikodem, machte schließlich die Fotografie zu seiner Haupteinnahmequelle: Seine Lieblingsmotive waren gewagte Bilder seiner zahlreichen Frauen. Hier ist auch Carmen Müller mit ihrer filigranen Garten-Arbeit zu bewundern.

Das Astra-Kino beheimatet noch bis zum 7. September Fotografien, die von 1854 bis 2011 entstanden sind

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gehören der Vereinigung „Strix“ an und geben atemberaubende Einblicke in die Fauna und Flora der Dolomiten. Mit dem Einsetzen des Tourismus erkannten nicht nur Fotografen wie in den Bildbänden von Hermann Frass ihre Chance, sondern auch die Wirtschaft nutzte die Möglichkeit, die Schönheiten des Landes bekannt zu machen. An den ovalen, holzverkleideten Wänden trifft man schließlich auf die Zeitgenossen wie

Nicolò Degiorgis mit seinen „Schutt“-Installationen oder auf Lois Hechenblaikner mit treffsicheren Gegenüberstellungen von einst und jetzt. Elisabeth Hölzls großformatige Detailansicht eines Samtvorhangs evoziert kongenial die Plüsch-Atmosphäre des alten Kinos. Im Eingangsbereich mutet die textile Meisterleistung des High-End-Druckers der Firma Durst etwas seltsam an: Das PaulTroger-Fresko wirkt etwas deplaziert in dem rationalistischen Bau

Behaglichkeit beginnt mit einem Gefühl der Sicherheit.

und kommt durch die niedrige Decke kaum zur Geltung. Die filmische Dokumentation „Tirol in Augenblicken“ des ORFJournalisten Georg Laich über den Wandel der Fotografie wird parallel zur Ausstellung gezeigt. Zur Finissage wird ein 250-seitiger Katalog erscheinen.

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AUSSTELLUNG

Das Kunstprojekt „Der geheime Garten“ im Park des Hotel Elephant geht in die zweite Runde. „Der lange Weg des Elefanten“ widmet sich auf vielfältige Weise dem Wappentier des Hauses.

D

ieses Thier Elephant / in Deutschland unerkannt / am 2. Januar / allhier durchgeführet war.“ Solche und ähnliche Inschriften, wie diese am Hotel Elephant in Brixen, zieren mehrere Gasthäuser an der Wegstrecke Madrid-Wien, die Soliman, der Elefant, im Winter 1551/52 zurücklegen musste. Exotische Gastgeschenke aus den Kolonien waren damals üblich; Soliman verdankte seine Berühmtheit Maximilian II., dessen Faible für Kuriositäten ihn veranlasste, das exotische Ungetüm bei seiner Heimreise vom spanischen Hof nach Wien mitzuführen. Seine schwangere Gemahlin, Maria von Spanien, die beiden Kinder Anna und Ferdinand samt Gefolge und indischem Mahout waren mit von der Partie. In Brixen, in der Taverne „Am hohen Felde“, durfte sich das völlig entkräftete Tier im geräumigen Stadel 14 Tage lang erholen, bevor die beschwerliche Weiterreise in Angriff genommen werden konnte. Das Gasthaus erhielt zum Gedenken an dieses außergewöhnliche Ereignis den Namen „Zum Hellephanten“, der bis zum heutigen Tage ehrend bewahrt wird.

Dialog zwischen Kulturen und Menschen. Soliman als Symbol

für die Einheit der Welt in der Begegnung zwischen Orient und Okzident hat auch die Wahlbrixnerin Diana Lo Mei Hing zu ihrem zweiten Kunstprojekt angeregt, das die vielseitige Künstlerin mit engagierten Freunden des neugegründeten „Kulturverein ZERO“ umgesetzt hat. Der Kunstkreis sieht seine Aufgabe darin, Kultur zu verbreiten in Zusammenarbeit mit Experten aus verschiedenen Sparten wie Malerei, Bildhauerei, Literatur, Musik, Design, Film und vieles mehr. Gefördert werden soll der Dialog zwischen Kulturen, ebenso der soziale Gedanke sowie ein nachhaltiges Geschichtsbewusstsein. An die dreißig Künstler aus Südtirol und den umliegenden Regionen, bekannte und solche, die es noch zu entdecken gilt, nahmen die Einladung zur anspruchsvollen „Denkwerkstatt“ an und 28

Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

Wenn Elefanten reisen

Ingrid Mair Zischg nimmt mit Stoßzähnen aus Keramik, die an die systematische Dezimierung des Tieres aufgrund des begehrten Elfenbeins gemahnen, direkten Bezug zum Protagonisten Soliman

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bespielen bis zum 30. September, täglich von 10.30 bis 12.30 Uhr, den „geheimen“ Marzari-Garten, den die Familie Heiss-Falk dankenswerterweise für das Vorhaben zur Verfügung stellt. Der Ausdrucksmöglichkeit der teilnehmenden Künstler wurde dabei keinerlei Grenzen gesetzt – Soliman und seine Reise um die halbe Welt mit entsprechend vielfältigen Eindrücken durfte durchaus als Inspirationsquelle dienen. Direkten Bezug zum Protagonisten Soliman im Kunstparcours nimmt Ingrid Mair Zischg mit Stoßzähnen aus Keramik, die an die systematische Dezimierung des Tieres auf Grund des begehrten Elfenbeins gemahnen. Manuela Hinteregger hält mit ihrer Installation „Cross over“ nicht nur Solimans Gang fest, sie spielt auch auf seine „Resteverwertung“ an. Noch heute existiert in Stift Kremsmünster ein Sessel, angefertigt aus den Vorderbeinen des 1553 eingegangenen bedauernswerten Geschöpfs. Christoph Hofer tauft seinen skurrilen Reliquienschrein „Die Mücke und der Elefant“, und selbst archäologische Fundstücke einer Römerstraße im Eisacktal sollen an Solimans „Trampelpfad“ erinnern. Peter Kaser blickt mit einem nostalgischen „Vespa-Auge“ in die Jugend zurück, Antonio

Bova lässt ebendiese hinter sich und bricht auf zu neuen Horizonten. Gregor Prugger inszeniert einen bizarren Miniaturgarten aus geschwärztem Holz, Karl Volgger folgt den Spuren von Giuseppe Penone und haut neues Leben aus totem Gehölz. Mit dem überdimensionierten „Garten von Ediacara“ entführt uns Hartwig Thaler in ein geheimnisvolles Paradies vor 575 Millionen Jahren ohne Räuber und Gejagte. Friedrich Sebastian Feichter setzt den Kontrapunkt mit „Homo Solaris“, gleichsam schwerelose Wesen aus der Zukunft. Bei Christian Mondini und Josef Baumgartner wachen filigrane Feengebilde über den Garten. Das ewig Weibliche in Stein gehauen zelebriert David Gasser, mit dem Menschen in seiner Zwiespältigkeit und Zerrissenheit beschäftigen sich Kerstin Faltner und Maria Luise Campei. Oberschüler schreiben Tagebuch, Grundschulklassen schmücken die Rosenlaube mit Elefantenbildern, Mirella Balestri und Guido Oldani leisten einen poetischen Beitrag, ein skurriles Video verfremdet Alltagssituationen, und durch Manuela Kerers Klanginstallation weht ein Hauch von Wehmut. Am Ende des Rundgangs empfangen uns feingeäderte Blätterzeichnungen von Sara Montani,

Aquarelle von Diana Lo Mei Hing, Collagen und Kalligrafien unter Glas. Hanspeter Demetz überrascht wie gewohnt mit originellen Frachtvorschlägen für Solimans Transport über die Alpen. Sein „See-Elefant“ in der gelungenen Trabanten-Ausstellung „flying elephants“ ist übrigens die einzige „doubleface“-Darstellung: Auf den Kopf gestellt, mutiert der Dickhäuter zum Fisch, schließlich ist er zu Wasser und zu Lande unterwegs.

Ein „Mammutprojekt“ für Elefanten. Nicht nur Künstler, son-

dern auch Schulen, Vereine, Geschützte Werkstätten und Kinder in Kunsttherapie gestalteten 64 Elefantenschablonen, mit deren Verkauf „The Asian Elephant Foundation“ unterstützt wird. Aufgesplittet reisen die fliegenden Elefanten samt handlichem Katalog und bunten Postkarten von Brixen nach Klausen und anschließend an verschiedene Orte in Südtirol und Oberitalien. Das „Mammutprojekt“ beinhaltet mehrere begleitende Veranstaltungen; so wird am 3. August im Hotelpark der Film „Rajas Reise“ vorgeführt mit einem lässig englisch sprechenden Hans Heiss als Interviewpartner von Filmemacher Karl Saurer. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info


PANORAMA 4 IN DER FESTUNG FRANZENSFESTE

„Kacke am Dampfen“ Die Festung Franzensfeste beherbergt seit der Manifesta 7 im Jahr 2008 immer wieder kulturelle Veranstaltungen. Sie ist auch Austragungsort für PANORAMA 4, eine Überblicksschau der „Neuen Kunst in Südtirol“.

Eigenwillige Statements. „Wir

verstehen die individualisierte Arbeit der ausgewählten Künstlerpositionen als Bausteine für ein zukünftiges Kunstverständnis“, schreibt Lisa Trockner im Einführungstext des informativen viersprachigen Katalogs. In der Tat geben die Protagonisten (viele leben im Ausland) recht eigenwillige Statements ab – ob es nun um Kritik an der Gesellschaft geht, um den Kunstbetrieb selbst oder um das menschliche Tun. Die meisten der „Jungen Wilden“ sind zwischen 30 und 40 Jahre alt und leben in Südtirol. In dieses Profil passt Carlo Speranza, in Brixen bestens bekannt seit seiner Camouflage-Aktion am Eingang der StadtGalerie. Der Parcours startet mit seiner aufwändigen Installation „Selbstporträt“. Speranza spielt mit dem Sujet der nach Anerkennung dürstenden Künstlerseele, sein wächsernes Double in der schmucken Gondel zieht den Joker und hofft auf den heißersehnten Ruf der Biennale. Bemerkenswert ist die Materialstudie des Brixners Daniel Costa, 23-jähriger Designstudent in Eindhoven. Seine Arbeit „Selbstreferenz“ ist die Dokumentation eines Transformationsprozesses von karbonisiertem Holz auf Keramik,

Foto: Oskar Zingerle

F

ast zehn Jahre nach der letzten Bestandsaufnahme im alten Postgebäude am Bozner Bahnhof präsentieren die drei Kulturabteilungen des Landes und das Museion die Ausstellung PANORAMA 4 in Franzensfeste. 33 Positionen der jungen, innovativen Kunstszene „belagern“ die Gefechtskammern und Pulverlager der Unteren Festung bis hin zu den Schlafsälen der Mittleren Festung. Projektleiterin Alexandra Pan und die Kuratoren Lisa Trockner, Tobia Moroder und Dennis Isaia (Christina Nägele extern) stellten die Werke der professionell agierenden Künstler unter dem Aspekt neuer Konzepte und Tendenzen sowie deren konsequente und kompromisslose Umsetzung zusammen.

Der skurrile Kriegsschauplatz mit Gitarrenfußbänken als Soldaten des 26-jährigen Christian Kaufmann richtet sich gegen einen amerikanischen Rüstungskonzern

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wobei die Form den Zweck bestimmt. Ähnlich wissenschaftlich arbeitet Silvia Hell: Geschichtliche Daten von sieben Ländern werden zu bizarren Aluminium-Objekten. In diesen Kontext fügt sich gut die dreiteilige Installation von Leander Schwazer, der zurzeit am California Institute of Arts in Los Angeles studiert. Als Performance beim Transart Festival 2011 erstmals aufgeführt, wurde „Das Kapital“ von Karl Marx in Lochkarten transkribiert; mittels einer Spieluhr erklingt es als Tonfolge. Benjamin Tomasi erforscht audio-visuelle Prozesse der Wahrnehmung: Ein Lichtsensor reagiert auf das zarte Flackern einer Kerze, und über elektrische Impulse erfüllt ein tiefes Wummern den Raum.

Kritische Blicke auf den Menschen. Einen kritischen Blick auf

die oberflächliche Spaßgesellschaft wirft der Gadertaler Fabian Feichter. Sein düster monumentales Grab zwingt den Besucher, sich mit Tod und Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Felix Tschurtschenthaler bemüht in seinem Videostill den SisyphosMythos und fragt nach der Sinnhaftigkeit menschlichen Strebens. Eingriffe des Menschen in die Natur zeigt Irene Hopfgartner in ihrer schreiend roten „Wunderkammer“ mit verstörenden Tierpräparaten. Gegen den größten amerikanischen Rüstungskonzern

General Dynamics richtet sich der skurrile Kriegsschauplatz mit Gitarrenfußbänken als Soldaten des 26-jährigen Christian Kaufmann. Aron Demetz befasst sich in seinen neuen Werken mit der labilen menschlichen Willensfreiheit, und Gerhard Demetz mixt in seinen silbrig glänzenden Arbeiten Sakrales mit Profanem. Die berühmte futuristische Boccioni Skulptur darf bei Jacopo Candottis beeindruckender Kopie das hehre Haupt wenden und einen frechfrischen Blick über die Schulter werfen. Sissa Micheli und Gabriela Oberkofler spielen mit Symbolen für Geborgenheit und Ausbruch, und Jörg Reissners Atelier-Lager wird zum begehbaren Bild. Einen meditativen Kontrapunkt setzt der 88-jährige Gianni Purin mit seinen filigranen mechanischen Liebeserklärungen an die Welt. Christian Martinelli schießt wunderbar sensible Bilder aus dem Inneren einer riesigen „camera obscura“. Das Duo Scaf.Scaf befasst sich mit Migrationsthematiken und involviert Gemeinschaften fern des Kunstbetriebes in ihre Projekte. Die Entfaltungsmöglichkeiten der Künstler, ohne sich dem herrschenden Marktdruck unterzuordnen, erörtert eine Studie vom Kollektiv Brave New Alps. Auf das oftmals karge Künstlerdasein bezieht sich Barbara Gamper mit ihrer Einladung zum frugalen Mahl mit „Fastenknödel“ und

„Scheiterhaufen“. Napoleons Ausruf „Merde“ bei Waterloo ironisiert Diego Perathoner mit seiner Installation „Kacke am Dampfen“. Er entschärft die latente Aggressivität im Spiel der Mächte, indem er seine Miniatur-Flotte im ParaffinMeer in ein rostiges SchubkarrenEnsemble einfriert.

Faire Vergütung gefordert. Dass

die Kacke am Dampfen ist, wabert im Übrigen auch durch die Kammern der Festung. Selbst Carla Cardinalettis gigantische rosa Brille mildert den Unmut der jungen Kreativen kein bisschen. Ephemere Momente des Ruhmes bringen kein Essen auf den Teller, und da die wenigsten Künstler von der Kunst leben können – das vielzitierte Zubrot verdienen sie sich als Lehrer oder Grafiker – pochen sie auf eine faire Vergütung ihrer Arbeit und kämpfen um öffentliche Unterstützung. Viel Zuspruch erfahren die Long Aperitifs und Public Sundays (www.panorama.bz.it) im Rahmenprogramm mit Führungen und Künstlergesprächen. Am 30. September schließt die Schau mit dem „Happy Ending Wiesenfest“ – spätestens dann wird die interaktive Tanzboden-Installation von Kunstvermittler Hannes Egger „as herself“ zum zünftigen Einsatz kommen. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 29


Kunst & Kultur

MUSIK

Blasmusik im Herrengarten z Fünf bekannte Blasmusik-Kapellen aus Süd- und Osttirol konzertieren im August im Rahmen des Brixner Blasmusiksommers, der heuer zum fünften Mal stattfinden wird. Das Eröffnungskonzert am 11. August gibt die Musikkapelle aus Assling in Osttirol; es folgen die Musikkapellen aus St. Ulrich, Wiesen und Untermais. Das Abschlusskonzert am 19. August

wird von der Bürgerkapelle Brixen gestaltet. Alle Kapellen punkten mit einem anspruchsvollen Konzertprogramm, und das stimmungsvolle Ambiente des Herrengartens unterstreicht die qualitätsvollen Darbietungen, die jeweils um 20.30 Uhr beginnen. Veranstaltet wird der Brixner Blasmusiksommer von der Bürgerkapelle Brixen in

Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Brixen und dem Tourismusverein Brixen. db

K&K Kunst & Kultur

MUSIK

40 Jahre Singkreis Neustift z Seit 40 Jahren treffen sich im Sommer begeisterte Sängerinnen und Sänger im Kloster Neustift zu den Musikwochen des Singkreises Neustift. Es waren die jahrhundertealte Tradition und die Begeisterung für den Gesang, die im Jahr 1972 den Gründer Wolfgang Failer und den damaligen Abt Chrysostomus Giner zusammenführten. Bereits im ersten Jahr nahmen sehr viele Kinder aus Südtirol daran teil; im Laufe der Jahre kamen immer mehr musikbegeisterte Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus europäischen und außereuropäischen Ländern dazu. So entwickelte sich

kurz

notiert

30

ein reger Austausch unter den verschiedenen Kulturen, und es entstanden viele interessante Begegnungen. Die Musikwochen beinhalten neben dem Singen und Musizieren auch das Malen, Zeichnen und Basteln sowie Theaterspielen und sportliche Aktivitäten. Aus der Gesamtgruppe bildeten sich Kleingruppen für Kammermusik oder kleine Chorgruppen, die die alte Musik pflegten und zu Konzerten in die Engelsburg oder den Augustini-Saal einluden. Von Anfang an war es ein Anliegen, in jeder Altersstufe für ein breites Angebot an musischen Aktivitäten

Schlangen von Farben. Striche von Bewegung. Spiele des Lichts. Die ausdrucksstarken Fotografien, eine Serie von Langzeitbelichtungen des jungen Fotokünstlers Michael Pedevilla aus Villnöss, sind in der Ausstellung „Project Radobulb“ im Haus der Solidarität bis zum 27. August zu sehen.

zu sorgen. Alle fünf Jahre wird auf ein großes Jubiläumskonzert hingearbeitet, in dem bedeutende Werke aufgeführt werden. Heuer, im Jahr seines 40-jährigen Bestehens, bringt der Singkreis Neustift das „Deutsche Requiem“ von Brahms und den Psalm „Hör mein Bitten“ von Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung: Bereits seit Mai treffen sich die Sänger verschiedener Kirchenchöre des Bezirkes

Eisacktal/Wipptal unter der Leitung von Rudi Chizzali zu den Proben. Gemeinsam mit anderen Chören und internationalen Teilnehmern der Musikwochen unter der Leitung von Wolfgang Failer konzertiert der Singkreis Neustift am 10. August in Sterzing und am 12. August in Neustift – die Infos zu den Veranstaltungen finden sich in unserem Veranstaltungskalender „timer“. db

Am Samstag, 8. September, findet unter der künstlerischen Leitung von Manuela Kerer auf der Trostburg bei Waidbruck erstmals das Festival „volXklang“ statt. Die Gäste der ersten Auflage: Herbert Pixner Projekt, Opas Diandl, Choriosum, Dominik Plangger, Osumare Drums und open space. Infos auf www.volxklang.eu

Zur Ausstellung Panorama 4 finden in der Festung Franzensfeste bei freiem Eintritt drei BesucherSonntage mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten statt. Weiters ist die Ausstellung jeden Dienstag bis 21 Uhr geöffnet; es finden fachkundige Führungen der Kuratoren und interessante Künstler-Gespräche statt.


NACHGEFRAGT

„Das Interesse ist geweckt“ NORBERT DALSASS, Koordinator für Brixen des Südtiroler Jazz Festivals, über die Entwicklung der Konzertreihe und dessen Resonanz in Brixen. Herr Dalsass, Sie verfolgen als Jazzmusiker das Festival seit dem Start im fernen Jahr 1982. Wie sehen Sie die Entwicklung? Vor 30 Jahren hieß es einfach „Bozen Jazz Festival“ und spielte sich nur im Raum Bozen ab. Die Absicht damals bestand darin, mit den bedeutendsten Exponenten der Avantgarde die neuesten Tendenzen zu betonen; das Festival war deshalb vor allem einem kleinen Kreis von Insidern zugänglich. Die Wende kam mit Klaus Widmann als Präsidenten, mit dem eine größere Bandbreite an Stilrichtungen ihren Platz bekam.

Durch die glückliche Mischung zwischen Jazz und World- oder Pop-Musik wurde jetzt bei vielen das Interesse am Jazz geweckt. Der kulturelle Anspruch sollte im Vordergrund stehen, aber nunmehr konnte man auf breiten Publikumzuspruch zählen. Dazu kam die räumliche Ausdehnung… Unter dem Namen „suedtiroljazzfestival“ dehnte es sich mit Hilfe eines großen Netzwerkes, vielen Partnern und Sponsoren südtirolweit aus. Die einzigartige Veranstaltung mit 100 Konzerten in 20 Gemeinden hebt jegliche Form von Grenzen auf; die

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Musik verbindet alle jenseits von Sprache, Religion und sozialem Stand. Sind die Gigs in Brixen gut besucht? Nach einem zögerlichen Start in den Anfangsjahren erfreut sich das Festival auch hier großer Beliebtheit. Die Menschen treffen sich in Gärten, auf Plätzen oder Almen, sie diskutieren und tauschen sich aus. Große Erfolge waren der kulinarische JazzAbend am Domplatz und die Matthias-Schriefl-Schlagerparty im Garten des Hotel Elephant. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Kabarett

Musikalisches Sommerfestival

Bio-Kistl contra China-Knödel

che von Sterzing präsent sein: Am 17. August wird dort das beliebte Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel vom Chor Ad Libitum, dem Barockorchester Barucco und Gesangssolisten unter der Leitung von Heinz Ferlesch aufgeführt. Seit 2006 findet weiters jährlich ein Konzert in der Brixner Hofburg mit Streichquartetten von Mozart statt, denn schließlich hielt sich hier der Salzburger Meister bei seinen Italienreisen auf. Auf dem Programm im Kaisersaal am 1. September stehen Werke von Mozart und Schubert, gespielt vom preisgekrönten französischen Quatuor Manfred. Zum Abschluss des Sommerfestivals wird am 12. September im Dom „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn zu hören sein. Das in Südtirol inzwischen bestens bekannte Ensemble Musica Saeculorum unter der Leitung von Philipp von Steinaecker wird als Besonderheit die englische Version des Werkes bieten. db

z Kein Zweifel, die beiden haben grundsätzlich andere Ansichten: der Kabarettist Lukas Lobis und seine Kunstfigur Kevin Kostner, geschäftiger Hotelier und Skilehrer aus dem Grödner Tal. Im neuen Soloprogramm „Kevin Kostner darf nicht sterben“ lädt Lukas Lobis zum Schlagabtausch. Da trifft dann der Biokistl-Abnehmer Lukas auf seinen Gegenspieler Kevin, der in Spitzenzeiten schon mal die Knödel in China produzieren lässt, um die Touristenmasse verköstigen zu können. Beide buhlen um die Gunst des Publikums und suchen nach Bestätigung für ihre Sicht der Welt. Wer liegt denn nun richtig? Der Kabarettist mit seinem Hang zu regionalen Zucchini und weltoffenem Denken, oder der Kevin mit seinem persönlich Foto: Oskar Zingerle

z Am 1. August steht ein musikalisches Großereignis im Dom bevor: Im Rahmen des Sommerfestivals der Brixner Initiative Musik und Kirche wurde vom „Schleswig Holstein Festival“, einem der größten klassischen Musikfestivals überhaupt, die Produktion des Oratoriums „Solomon“ von Georg Friedrich Händel übernommen. Ausführende sind dabei berühmte Gesangssolisten, der „Schleswig Holstein Festival Chor“, das Orchester Elbipolis Hamburg und der Dirigent Rolf Beck. Doch nicht nur der Dom, sondern auch die Bibliothek des Stiftes Neustift mit seiner ganz besonderen Atmosphäre wird im Rahmen des Sommerfestivals bespielt: Das „Gambe di Legno Consort“ und die Gesangssolisten Silvia Frigato, Alessio Tosi und Mauro Borgioni treten am 8. August mit unveröffentlichten Werken von Benedetto Marcello auf. Zudem wird die Brixner Initiative nach dem Erfolg des letzten Jahres auch heuer mit einem Konzert in der Pfarrkir-

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Kunst & Kultur

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motivierten Pragmatismus? Während der eine sich im philosophenschwarzem T-Shirt dem kritischen Zweifeln und Hinterfragen widmet, reicht dem anderen im knallroten Windstopper, dem kein Gegenwind was anhaben kann, ein „poco ma sicuro.“ In seinem neuen Soloprogramm bezieht Lukas Lobis erfreulicherweise klar Stellung und entlarvt gleichzeitig, wo’s hakt in der jeweiligen Argumentation – denn hinter dem einen steckt stets auch irgendetwas vom anderen. Ein amüsantes Wortgefecht, bei dem sich jeder ertappt fühlen darf. „Kevin Kostner darf nicht sterben“ ist am 1. September um 20 Uhr im Haus Voitsberg zu sehen; Karten sind in der Bibliothek Vahrn, Rufnummer 0472 976 923, erhältlich. db


DIVERSES

Verein„Artus“ gegründet Konzerten sollen die einzelnen Tätigkeiten nach außen getragen werden. Der Verein freut sich über jeden, der in irgendeiner Weise künstlerisch aktiv ist, gute Ideen mitbringt oder einfach Freude an Musik und Kunst hat. Mitglied kann jeder werden, der mindestens 14 Jahre alt ist, sich schriftlich beim Verein anmeldet und 20 Euro Jahresbeitrag auf das Vereinskonto einzahlt. Der Austritt ist jederzeit möglich. Interessierte können sich an Ulrike Silgoner unter Telefon 0472 413933 wenden. aj

Fitness auch im Sommer Obwohl man im Sommer tendenziell viel aktiver ist als in den anderen Jahreszeiten, gibt es viele Gründe, warum man dennoch nicht auf ein regelmäßiges Fitnesstraining verzich­ ten sollte. „Outdoor­Aktivitäten sind oft einseitig und damit mit höheren Gelenksbelastungen verbunden, wohingegen ein sorgfältig zusammengestelltes Fitnesstraining ganzheit­ lich ausgerichtet ist“, erklärt Markus Blasbichler. „Mrs.Sporty bietet einen idealen Ausgleich zu den Be­ lastungen im Alltag“, so Maria Rastner, „im 30­minütigen Zirkeltraining werden sowohl die oberflächige formende als auch die tiefe stabilisierende Muskulatur aktiviert. Spezielle Übungen verbessern die Balance und stärken Rücken und Beckenboden.“

NEU IM REGAL Bleiben oder gehen? Die Südtiroler Familie Dignös steht im Jahr 1939 wie so viele vor der Entscheidung ihres Lebens: Soll sie in der Heimat bleiben und damit zu „Walschen“ werden, oder soll sie in das faschistische Deutschland abwandern? Franz Dignös, Rechtsanwalt in Bozen, entscheidet sich fürs Auswandern: Zunächst zieht er alleine nach München, wo er dann auf seine Frau Gretl und die drei Kinder wartet. Doch so schnell kommt die Familie nicht nach: Gretl möchte ihre Heimat nämlich nicht verlassen. Im Roman „Wenn ich im Sommer wirklich gehen muss“ verwebt Georg Dignös, ein Sohn der Familie, Erinnerungen, Fiktion und die Originalkorrespondenz der beiden Eheleute zu einer bewegenden Familiengeschichte, verfasst mit einer Portion Witz und Humor. Das Einzelschicksal der Familie Dignös dokumentiert dabei auch ein Stück europäische Zeitgeschichte und zeigt hautnah auf, wie die Option damals Süd-

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z Vor kurzem wurde in Lüsen die Gründung des Vereins „Artus – friends of art and music“ gefeiert. Der Verein solle „Kulisse und Möglichkeit bieten, den künstlerischen Horizont zu erweitern, dazuzulernen und etwas Schönes zu schaffen“, erzählt die Initiatorin Ulrike Silgoner. „Artus“ stand ursprünglich für die Kunstpräsentation von Silgoner: In vielen Begegnungen habe sie gemerkt, dass sehr viele Menschen um sie herum in verschiedensten Formen kreativ sind, und so kam ihr die Idee, den Verein zu gründen. Die gesetzten Schwerpunkte liegen auf der Pflege des Südtiroler Brauchtums, der Förderung und Fortbildung im Rahmen der Musik und der Kunst. Auch Jugendliche mit Behinderung sollen konkret miteinbezogen werden, da gerade für sie die künstlerische Aktivität von größter Bedeutung ist. Artus soll eine Plattform für alle Kreativen werden; mit verschiedenen Veranstaltungen wie Ausstellungen oder

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Freizeit & Sport

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Foto: Ivan Poletti

DER ADRENALIN-KICK und die Verbundenheit zur Natur machen die Sportart Canyoning zu einem einzigartigen Erlebnis


BRIXNER GRÜNDEN CANYONING-VEREIN

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Das „Begehen einer Schlucht von oben nach unten und in den unterschiedlichsten Varianten“ – so lautet die Definition der Sportart Canyoning. Vier junge Brixner haben nun den ersten CanyoningVerein Südtirols gegründet und sich das Schluchtenbegehen und Kartographieren zur Aufgabe gemacht.

A

bseilen, klettern, springen, rutschen oder schwimmen – es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um eine Schlucht zu begehen. Eines ist jedoch immer dabei: der Adrenalin-Kick und die Verbundenheit mit der Natur. Die vier Brixner Julian Eichbichler, Hannes Habicher, Sonja Leitner und Florian Totmoser haben den Verein „Canyoneering Team Gernstein“ gegründet und sich ihr Hobby damit zwar noch nicht zum Beruf, aber zu einer spannenden Aufgabe gemacht.

vorzudringen. Aufgrund der hohen Felsen und einiger Hindernisse war es ohne technische Hilfsmittel und richtiger Ausrüstung nicht möglich, bis ans Ende der Schlucht zu

Auf der Suche nach unberührter Natur. Vor knapp zehn

gelangen. Also entschlossen sie sich, mit Bohrer und Nägeln wiederzukommen, um die Schlucht so einzurichten, dass es möglich wurde, diese vom Anfang bis zum Ende zu begehen. „Wir waren der Meinung, eine neue Sportart erfunden

Jahren machten sich Julian Eichbichler und Hannes Habicher auf die Suche nach einem ruhigen und abgeschiedenen Fleckchen unberührter Natur, um sich nach einer alternativen Freiluftaktivität umzusehen. Aber wie es diese jungen Wilden auf ihrer Homepage www.ctgernstein.com amüsant formulieren, „waren die schönsten Fleckchen auch die begehrtesten, und wir fanden kaum Gipfel, Wälder, Almen oder Bergseen, die nicht schon der Südtiroler, der Tourist oder der Schwammlklauber für sich beansprucht hatte.“ Wie es der Zufall haben wollte, stießen sie auf den naturbelassenen Tinnebach oberhalb von Klausen mit seinem wunderschönen und relativ unbekannten Schloss Gernstein. Für Julian und Hannes war es „Liebe auf den ersten Blick“: Der plätschernde Bach, die smaragdgrünen Becken und die Ruhe zogen die Jugendlichen in ihren Bann. Mit Flip-Flops und Badehosen begannen die beiden kletterbegeisterten Burschen, in die Schlucht so weit wie möglich

zu haben – bis wir hörten, dass man unsere Aktivität Canyoning nennt und diese bereits seit Jahren existierte“, sagt Hannes Habicher. „Die einzigartige Natur und diese

hinkommen würde“, sagt Eichbichler. Die Sportart ist besonders in der Schweiz und Österreich bekannt und hat sich letzthin auch kommerziell etabliert. Auch in Süd-

„Man sieht beim Canyoning schöne Fleckchen unberührter Natur, die noch nicht von Touristen oder „Schwammlklaubern“ beansprucht wurden.“_ Julian Eichbichler Ruhe, die wir im Tinnetal vorfanden, haben uns beeindruckt; das Auf- und Abklettern wurde zu unserer neuen Freizeitbeschäftigung“, erzählt Eichbichler. „Beim Canyoning kommt man an Orte, wo man sonst niemals

tirol gibt es zwei Unternehmen, die Canyoning für Gruppen anbieten. „Wir sind aber strikt gegen diese Vermarktung der Schluchten. Wir wollen keine Leitern zum Raufund Runterklettern und auch keine Hilfsseile oder Karabiner, bei

Die Natur darf beim Canyoning nicht unterschätzt werden – man weiß nämlich nie, was bei einem Sprung unten auf einen wartet

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ein Erlebnis: Schon das Raufgehen allein bietet manchmal ein Naturerlebnis der besonderen Art: Man sieht Tiere und Pflanzen, die man vorher noch nie so gesehen oder wahrgenommen hatte“, erläutert Eichbichler, „es ist ein tolles Gefüge aus mehreren Komponenten, das alles so einzigartig macht. Runterspringen, Abseilen, Klettern, Schwimmen, glasklares Wasser und diese Ruhe – da wird einem nicht langweilig, auch wenn man zigmal dieselbe Schlucht begeht.“

Gründung des Vereins. Zusam-

men mit Sonja Leitner und Florian Totmoser gründeten Hannes Habicher und Julian Eichbichler vor zwei Jahren den Verein „Canyoneering Team Gernstein“. Der Name führt vom Schloss am Ende des Tinnetales her, das als erstes Tal von den passionierten Sportlern canyoning-fit gemacht wurde. „Am Ende einer Schlucht steht des Öfteren ein Schloss – das ist dann schon ein beeindruckender Anblick“, sagt Hannes Habicher. Der Canyoning-Verein ist der erste seiner Art in Südtirol und hat derzeit sechs Mitglieder. „Maximal

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Freizeit & Sport Wer Wasserfälle hochkraxelt und wieder runterspringt, sollte sich bewusst sein, dass dies eine gewisse körperliche Fitness voraussetzt

denen sich Neun- bis Neunzigjährige einhängen können.“ Das habe mit ihrer Art von Canyoning nichts zu tun, sagt Eichbichler, „wir wollen uns immerhin auch anstrengen, denn sonst hat das Ganze ja keinen Sinn.“ Jeder, der Wasserfälle hochkraxelt und wieder runterspringt, sollte sich bewusst sein, dass dies eine gewisse körperliche Fitness voraussetzt. Action, Risiko und das spezielle Naturerlebnis stehen beim Canyoning im Vordergrund. „Natürlich ist es auch eine gefährliche Sportart, aber das macht dann eben den Adrenalin-Kick aus. Man muss vorsichtig sein und die Natur nicht unterschätzen – man weiß eben nie, was bei einem Sprung unten auf einen wartet“, so Eichbichler. Besonders die Gruppendynamik wird beim Canyoning vertieft, und auch das Vertrauen ist besonders wichtig. „Das ist wie beim Klettern: Jener, der sichert, hat eine enorme Verantwortung – und wir müssen uns gegenseitig vertrauen können, sonst macht das keinen Spaß“, sagen die begeisterten Sportler. Canyoning ist insbesondere bei Naturverbundenen eine verbreitete Sportart. „Es ist einfach

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Florian Totmoser, Helmuth Leiter, Hannes Habicher und Julian Eichbichler vom „Canyoneering Team Gernstein“ verschlägt es nicht nur in die Schluchten Südtirols sondern wie hier auch nach Korsika

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zehn fixe Mitglieder, mehr möchten wir nicht“, sagt Habicher, um sich somit vom kommerziellen Canyoning zu unterscheiden. „Wir sind kein Verein, der wahllos Mitglieder aufnimmt, sondern möchten uns auf einige wenige beschränken. Den Mitgliedern sollte das Canyoning als Sportart am Herzen liegen, die Natur sollte ihnen etwas bedeuten – und sie sollten den nötigen Respekt vor den Schluchten mitbringen“, so Habicher. Im Canyoning als Tourismusattraktion sind sie indes nicht interessiert: „Hin und wieder nehmen wir Interessierte mit auf unseren Touren – das ist dann aber eher die Ausnahme“. Derzeit gibt es in Südtirol drei Schluchten, die vom italienischen Canyoning-Verband (AIC) offiziell gewartet werden. „Die anderen sind private Schluchten, die Passionierte selbst eingerichtet haben“. Das Eisacktal ist in dieser Hinsicht noch sehr unerschlossen, verfügt aber über einige „ganz tolle Plätzchen“ wie die Schlucht im Tinnetal und auch jene in Barbian. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, für Südtirol einige Schluchten zu kartographieren und diese dann auf unserer Homepage anderen Canyoning-Begeisterten zugänglich zu machen – so eine Art Schluchtenregister sollte das dann werden“, so Habicher. Das Warten der Schluchten ist dann nochmals eine Sache für sich und auch sehr kostenintensiv. Die Canyoning-Route im Tinnetal wurde zum Beispiel vor einigen Jahren durch ein Hochwasser zerstört, „unsere mühevolle Arbeit wurde einfach weggeschwänzt. Nun heißt es abwarten, bis die Natur ‚unsere’ Schlucht langsam wieder herrichtet und begehbar macht. Dann werden wir uns sicher wieder dran machen, diese einzurichten“, so Eichbichler. Nicht nur in Südtirol, sondern auch im Veneto, in Ost- und Nordtirol, um den Gardasee oder auf Korsika ist das Canyoneering Team Gernstein unterwegs, um sich nach neuen Herausforderungen und atemberaubenden Schluchten umzusehen und diese zu erklimmen. Und doch stehen sie noch am Anfang, sagen die vier Vereinsgründer – und pilgern in diesem Wissen jedes Jahr noch einmal in das Tinnetal, in dem alles begonnen hatte.

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Freizeit & Sport

DIVERSES

Hauptpreis für Sci Club Fana z Den „Stricker Sprint 2012“ wird der Sci Club Fana nicht so schnell vergessen: Bei der Verlosung, die im Rahmen des Events Ende März stattfand, heimsten die Brixner den Hauptpreis ein. Der Kleinbus der Marke Renault im Wert von rund 28.000 Euro wurde nun den Gewinnern übergeben. Im Beisein von Bürgermeister Albert Pürgstaller, Vizebürgermeister Gianlorenzo Pedron, Stadtrat Clau-

dio Del Piero und der Initiatorin der Veranstaltung, Linda Stricker, wechselte der Schlüssel des NeunSitzers seinen Besitzer. Nicht nur dem Vorstand des Sci Club Fana, sondern auch den jungen Skifahrern war die Freude über den Preis ins Gesicht geschrieben. Der „Stricker Sprint“ erfreute sich Ende März einer regen Teilnahme; Linda Stricker organisierte die Veranstaltung in Erinnerung

an ihren verstorbenen Ehemann, der Ski-Weltcup-Legende Erwin Stricker. eh

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Frauen liefen für Frauen z Der erste „Brixen Women’s Run“, der am Abend des 29. Juni erstmals stattfand, wurde als Rahmenprogramm für den am nächsten Tag stattgefundenen „Brixen Dolomiten Marathon“ ins Leben gerufen. Nach dem Aufwärmtraining mit den Mädchen des Fitnessstudios Mrs.Sporty starteten die knapp 200 Frauen am Domplatz und liefen 4,2195 Kilometer durch die Brixner Altstadt. Dass dieser Frauenlauf gleich so großen Anklang fand, hat die Organisatoren überrascht. Ganz bewusst wurden weder die Zeit der Läuferinnen gewertet noch Startnummern

kurz

notiert

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ausgeteilt. „Der Wettkampf steht bei diesem Frauenlauf nicht im Vordergrund. Die Frauen sollen Spaß haben und sich gegenseitig motivieren“, sagt Initiatorin Evi Jocher. Ein Teil der Teilnahmegebühren kam dem Frauenhaus Brixen zugute. Das Geld wird für schnelle und unbürokratische Hilfe für Frauen und Kinder im Haus verwendet. Viele Teilnehmerinnen hat auch dieser solidarische Hintergrund zum Mitmachen motiviert. Die Strecke verlangte kein großes Training; jede Frau konnte diese zurücklegen. Nicht nur Damen aus Brixen, sondern

Der Downhillbiker Joachim Noflatscher vom Verein „Orangerteufel Team“ zählt zu den besten Fahrern landesweit: Bei der Italienmeisterschaft hat er den 7. Platz in der Kategorie Junior erreicht, bei einem regionalen Rennen in Paganella den Sieg um nur eine Hundertstel Sekunde verpasst.

aus dem ganzen Land haben an diesem Frauenlauf teilgenommen: Landtagsabgeordnete Veronika Stirner, die Stadträtinnen Magdalena Amhof, Paula Bacher und Elda Letrari sowie die weiblichen

Mitglieder der Kommission für Chancengleichheit der Gemeinde Brixen sind ebenso durchs Ziel gelaufen wie Arbeitskolleginnen, Freundinnen, Schwestern oder Laufgemeinschaften. eh

Matthias Dalfovo vom Schwimmclub Brixen hat bei den Regionalmeisterschaften der allgemeinen Klasse über 50 m Rücken mit der Zeit von 31,12 Sekunden seinen ersten Regionalmeistertitel gewonnen. Anna Hofer stellte mit der Zeit von 2:45,91 einen neuen Vereinsrekord über 200 m Rücken auf.

Am 25. August findet der „Vahrner See Sprinttriathlon“ statt, der 750 m Schwimmen, 15 km Radfahren und 5 km Laufen umfasst. Der Start erfolgt um 10 Uhr, Anmeldungen unter www.3athlon.it.


NACHGEFRAGT

„Wunderbarer Verein mit großer Tradition“ RICCARDO TRILLINI, neuer Trainer der Brixner Handballer, über seine Laufbahn – und warum er dem Ruf nach Brixen gefolgt ist. Herr Trillini, am 4. August beginnt das Training für die kommende Handballsaison. Ihnen eilt der Ruf eines erfahrenen, zielstrebigen und erfolgreichen Coachs voraus ... Ich habe als Trainer in Cingolis Frauenteam begonnen; darauf folgten Salerno und Siracusa. Zurück in Cingoli habe ich erstmals eine Männermannschaft betreut. Weitere Etappen waren Ancona, Teramo und drei Jahre Conversano. Mit dieser Mannschaft habe ich zwei Meistertitel, einen Vize-Meistertitel, zwei Italiencups, einen SuperCup und eine Handballtrophy gewonnen. Zudem habe ich

acht Jahre lang italienische Jugendteams trainiert.

eine Mannschaft zu formen, die um den Titel kämpfen kann.

Warum haben Sie sich für den SSV Brixen entschieden? Es gibt nur wenige Trainer, die dieses Angebot ausgeschlagen hätten: Der SSV Brixen ist ein wunderbarer Verein mit großer Tradition, mustergültigen Infrastrukturen, einem begeisterten Publikum und einem seriös arbeitenden Vorstand. In Brixen und Südtirol wird dem Handball jene Aufmerksamkeit geschenkt, die er sich verdient. Den Ausschlag gab schließlich, dass der Verein gewillt ist, innerhalb von drei Jahren aus vorwiegend einheimischen Spielern

Sie lernen in Brixen eine neue Realität kennen. Wie bereiten Sie sich darauf vor? Ich habe begonnen, mich mit der deutschen Sprache auseinanderzusetzen. Was die Einstellung zur Arbeit, die Verlässlichkeit und die Präzision angeht, fühle ich mich von meinem Charakter her gut vorbereitet. Und wenn es sonst kleine Hindernisse gibt, zähle ich auf meinen „alten“ Freund Ernani, der die Brixner Handballfrauen trainiert. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Freizeit & Sport

LAUFSPORT

Achmüller siegt auch in Stockholm z Nicht zu glauben, welche Leistung Hermann Achmüller derzeit bringt; Kaum hat die Freude über den dritten Sieg in Folge beim „Brixen Dolomiten Marathon“ auf die Plose nachgelassen, siegt der Langstreckenprofi auch beim Stockholm Jubiläumslauf. Der 41-jährige Wahl-Brixner lief die originale Olympia-Strecke von 1912 über 40,075 Kilometer in einer Zeit von 2 Stunden und 28 Minuten. Nicht nur das Rahmenprogramm mit den im 1912er-Stil verkleideten

Zuschauern galt als Hommage für die vor 100 Jahren stattgefunden Olympischen Spiele, sondern auch die Siegerprämie: Achmüller durfte wie der damalige südafrikanische Sieger Ken McArthur einen Nachttopf mit nach Hause nehmen. Auch drei weitere Brixner dürfen stolz auf sich sein, denn auch sie liefen in Stockholm über die Ziellinie. Im Bild die erfolgreichen Marathonteilnehmer: Johannes Mur, Hermann Achmüller, Tiziana Pignatelli und Helmuth Profanter. eh

DIVERSES

ASV Lüsen feiert runden Geburtstag z Vom 3. bis zum 5. August feiert der Amateur-Sportverein Lüsen sein 40-jähriges Gründungsjubiläum. Während des dreitägigen Sportfestes werden Turniere ausgetragen, ein neuer Sportbus eingeweiht und prominente Südtiroler Spitzensportler erwartet. Zählt der Verein heute mit 250 aktiven Sportlerinnen und Sportlern jeden sechsten Lüsner in seinen Reihen, so ist dies Ergebnis harter Aufbauarbeit. Denn die Anfangsjahre waren alles andere als einfach: Nach der Gründung am 2. Jänner 1972 fanden die Anliegen des Vereins unter dem ersten Präsidenten Gottlieb Plaickner mitnichten Verständnis

und offene Ohren. Die Sportbegeisterten ließen sich aber nicht unterkriegen und erweiterten die Sektionen von anfänglich Fußball und Wintersport um Langlauf, Tennis und Stocksport. Den Bedürfnissen entsprechend wurden die Infrastrukturen mit dem Bau der Sportzone in Petschied, der Naturrodelbahn und der Turnhalle im Dorf angepasst. So finden die Athleten optimale Trainingsund Spielmöglichkeiten, die sich auch in den Erfolgen niederschlagen. Über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist der Verein auch wegen der regen Veranstaltungstätigkeit. So zählen das Sportfest der Fußballer sowie die

Austragung des Kindercup-Abschlussrennens durch die Skifahrer zu Fixpunkten im Jahreskalender. Auch auf der Rodelbahn und in der Langlaufloipe konnten schon hochkarätige Rennen ausgetragen werden. cpl

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Vom Domplatz auf die Plose z Aufregend, heiß, spektakulär und spannend war die dritte Auflage des „Brixen Dolomiten Marathons“. 607 Athleten aus 15 Nationen nahmen heuer die Strapazen auf sich und liefen die 42,195 Kilometer vom Domplatz zur Plosehütte auf 2.450 Metern Seehöhe. Als Gewinner geht zum dritten Mal der 41-jährige Wahlbrixner Hermann Achmüller hervor, der die Strecke in einer Zeit von 3:41:12 zurücklegte. Ein wahres Duell lieferte sich der Vizeweltmeister von 2007 mit dem starken Briten Martin Cox, der nur etwas mehr als 5 Minuten nach Achmüller ins Ziel kam. Eine hervorragende Leistung brachte der Brixner Helmuth Mair, der als Dritter mit nur 14 Minuten Rückstand die Strecke absolvierte. „Dieser Marathon ist einzigartig und hat das Zeug zu einem Klassiker. Das Panorama und auch die

Strecke sind nicht zu übertreffen“, sagte der Sieger. Die schnellste Frau war wie im Vorjahr die 46-jährige Edeltraud Thaler: Nach 4 Stunden und 12 Minuten lief sie, nur zwei Minuten langsamer als 2011, durch das Ziel und musste sich damit nur elf Männern geschlagen geben. Deutlich schneller als die Einzelläufer war die Siegerstaffel von der Sportgemeinschaft

Eisacktal. Martin Mayrhofer, Simon Pertinger, Karl Lercher und Stefano Guitti überquerten vor der beeindruckenden Kulisse von Peitlerkofel und Geisler Spitzen nach drei Stunden und 26 Minuten die Ziellinie. Auch das Organisationskomitee ist mehr als zufrieden: „Wir haben die 600erMarke geknackt und peilen nun für das nächste Jahr die magische

Grenze von 1.000 Teilnehmern an. Rund 350 Einzelläufer und mehr als 50 Vierer-Staffeln sind heuer an den Start gegangen. Vielleicht schaffen wir es auch, mit Österreich und der Schweiz einen internationalen Bergmarathon-Circuit auf die Beine zu stellen“, so der Präsident des Organisationskomitees, Claudio Zorzi. eh

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Altstadtfest 2012: Die Eckpfeiler des Festes bleiben die selben, das Rahmenprogramm und der Einsatz der Medien wird modernisiert

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17. ALTSTADTFEST BRIXEN

Alle zwei Jahre wieder

Und wieder steht es vor der Tür: das von den einen freudig erwartete und von einigen bewusst gemiedene 17. Brixner Altstadtfest, das am 24., 25. und 26. August die Altstadt beleben wird. Wer glaubt, dass ihn wie bereits in den vergangenen 17 Ausgaben dasselbe Fest erwartet, der hat sich getäuscht – denn heuer weht ein wenig frischer Wind.

U

m ganz ehrlich zu sein, weht der frische Wind nur in eine Richtung und ist vielleicht auch mehr nur ein frisches Lüftchen – aber immerhin, die Eckpfeiler des 17. Altstadtfestes, am letzten Wochenende im August, bleiben nach wie vor dieselben. Was sich ändert, ist zum einen das Rahmenprogramm und zum anderen der Umgang mit den neuen Medien.

mehr als 30-jährige Erfahrung des, nennen wir es mal ohne jemanden beleidigen zu wollen, „alten“ Organisationskomitees ist an routinierter Perfektion kaum zu übertreffen. Aber die Jungen werden das Kind schon schaukeln. Dass sie die Arbeit ernst nehmen und sich an neuen Ideen auch nicht lumpen lassen, haben sie bereits bewiesen. Die heurige Ausgabe werden

Verjüngung des Komitees.

„Ich lege Wert auf Qualität beim Altstadtfest, auf eine saubere, malerische Altstadt und ein gewisses Niveau“_ Helmuth Kerer, OK-Präsident

Grund dafür ist die Verjüngungskur, der sich das Organisationskomitee rund um Helmuth Kerer unterzogen hat. Der Gedanke, etwas Innovation in das Altstadtfest zu bringen, kommt ja nicht von irgendwo: Helmuth Kerer hat bereits verkündet, dass dies sein letztes Altstadtfest als Präsident des Organisationskomitees sein werde. Aufgrund dessen ging er zusammen mit den restlichen Komitee-Mitgliedern Hansjörg Auer, Adriano Gallonetto, Reinhold Nössing, Zeno Giacomuzzi und Kurt Rastner auf die Suche nach neuen, motivierten und jungen Mitgliedern. Gesucht – gefunden! Die jungen Wilden strotzen vor neuen Ideen und werden in Zukunft die Zügel des Altstadtfestes in die Hand nehmen, um dieses ganz im Sinne der Stadt Brixen und seinen Gründungsvätern weiterzuführen. Philipp Gummerer, Joachim Kerer, Erwin Pezzei, Benjamin Profanter und Oliver Schenk treten kein leichtes Erbe an – ganz im Gegenteil: Sie müssen sich erstmals in den organisatorisch einwandfreien Fußstapfen von Kerer & Co. zurechtfinden. Die

alle Mitglieder noch zusammen organisieren, ab dem nächsten Jahr wird sich nicht nur Helmuth Kerer, sondern auch einige der anderen Mitglieder aus den operativen Aufgabengebieten zurückziehen und diese an das neue Organisationskomitee übertragen. Die Unterstützung der Routiniers wurde den Jungen aber auch für die nächsten Jahre bereits zugesichert.

Neue Spritzigkeit. 49 Vereine

beteiligen sich dieses Jahr wieder am Altstadtfest und putschen mit dem Verkauf von kulinarischen Köstlichkeiten oder anderen Highlights ihre eigene Vereinskasse auf. Los geht’s am Freitag, 26. August, um 16 Uhr mit dem Festbetrieb. Nachdem um 17 Uhr das Komitee gemeinsam mit dem Eröffnungsumzug einzieht, wird das Fest feierlich eröffnet. Die symbolische Schlüsselübergabe an den Präsidenten des Altstadt-

fest-Komitees gilt als Startschuss für die 17. Ausgabe des Brixner Altstadtfestes. An den Standorten der Vereinsstände hat sich nichts Großartiges geändert: Man findet die Handballer wie immer auf dem Domplatz, die Millander Feuerwehr auf dem Hofburgplatz und den Taucherverband in der Albuingasse. Geändert hat sich allerdings die Festbroschüre: Wenn

sich diese auch von außen nichts von ihrer neuen „Spritzigkeit“ anmerken lässt, so überrascht der Innenteil um so mehr: Nicht nur der Stadtplan, sondern auch die Werbeinserate wurden in Farbe getaucht. Der Besucher merkt so auch gleich bei der Informationsbroschüre den frischen Wind, der im rein männlichen Organisationskomitee weht. Die Titelseite der Altstadtfest-Broschüre ziert wiederum eine Zeichnung von Kurt Rastner: Der Chinaturm im Hofburggarten soll einerseits auf den noch ungenutzten Schatz der Altstadt hinweisen, und zum anderen wird der Garten im Rahmen des Festes für einige noch nicht spruchreife Highlights genutzt. Besonders am Herzen liegt Kerer auch die Präsentation der Altstadt: „Ich lege Wert auf Qualität beim Altstadtfest, auf eine saubere, malerische Altstadt und ein gewisses Niveau.“ Genau deshalb

sollten laut Kerer keine nackten Forst-Tische herum stehen – „das ist auch ein Qualitätssprung, mit dem wir uns von anderen Festen diversifizieren“, sagt Kerer. Ebenso hat das Organisationskomitee beschlossen, fast doppelt so viele Toiletten in der ganzen Stadt aufzustellen. Auf die chemischen Boxen wird verzichtet, auf Wasserspülung gesetzt – um somit den Qualitätssprung auch in dieser

Hinsicht zu unterstreichen. „Wir können es leider nicht verhindern, dass jemand sein Geschäft an einer Hausmauer verrichtet. Aber wir tun unser Mögliches und appellieren an die Gäste, sich gesittet aufzuführen“, so Kerer. Neben den rund 34 gewissen Örtchen wird in der Albuingasse auch eine behindertengerechte Toilette zur Verfügung stehen.

Altstadfest trifft Social Networks. Neben der neuen bun-

ten Festbroschüre wird auch der Internetauftritt des Altstadtfestes verjüngt. Die neue Homepage geht Anfang August online und ist für Einheimische und Gäste eine absolut nennenswerte Neuheit: Nicht nur die Speisenkarten der einzelnen Stände mitsamt Beschreibung des Vereins und interaktivem Stadtplan gehen online, sondern auch der QRCode wird forciert. Der QR-Code 43


Foto: F. Coccagna

Wirtschaft & Umwelt

unterhalten. Somit schafft man es, dass die Gäste auch unterm Jahr über das Fest reden.

Noch mehr Innovation! Neben

Das verjüngte Altstadtkomitee mit Oliver Schenk, Joachim Kerer, Benjamin Profanter, Adriano Gallonetto, Reinhold Nössing, Philipp Gummerer, Helmuth Kerer und Kurt Rastner (nicht im Bild sind Zeno Giacomuzzi, Hansjörg Auer und Erwin Pezzei)

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ist ein schwarzweißgepunktetes Quadrat, das die mit Fotokamera ausgestatteten Smartphone zu einer Homepage verlinkt, die zweckdienliche Informationen beinhaltet. So kann man über den QR-Code ersehen, wo man sich befindet, was es an diesem Stand gibt – und wo die nächste

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Toilette steht. Die Codes werden an den Ständen angebracht, um so dem Gast gleich alle nützlichen Informationen mitzuteilen. Natürlich kann ein Fest dieser Größenordnung heutzutage nicht mehr ohne Facebook- und Twitterpräsenz leben. Die jungen Wilden haben mit der Innovation genau

dort angesetzt, wo sie sich mit den jungen Festbesuchern auf Augenhöhe treffen. Mit den Social Networks wie Facebook und Twitter erspart sich das Komitee zum einen Werbekosten, und zum anderen wird für die Gäste eine Plattform geschaffen, um sich vor und nach dem Fest darüber zu

dem neuen Internet-Auftritt wird auch auf die Zusammenarbeit mit Radiosendern gesetzt: Südtirol 1 verlost zum Beispiel ein VIP-Altstadtfestpaket, mit dem die Gewinner ein Gratis-Essen inklusive Getränk bei den verschiedenen Vereinen ergattern. Radio Tirol hat mehrere Volksmusik-Bands organisiert, die am Samstag am Domplatz ihr Bestes geben. Mit dabei ist unter anderem auch „Luis im Auto“ mit seinem neuen Programm. Und das ist noch nicht alles: Wanderkünstler, Gauklergruppen, Jongleure und Musiker wandern von Stand zu Stand und unterhalten die Gäste. Auch wenn die Standstrategie bei der 17. Ausgabe dieselbe bleibt wie in den vergangenen 34 Jahren – beim Rahmenprogramm haben die Organisatoren tief in die Trickkiste gegriffen. Und doch stellt sich die Frage, ob so viel Innovation beim größten Vereinsfest unserer Stadt überhaupt notwendig ist. Immerhin ist das Fest


Gute Sitten und Manieren. Alt

bleibt, und das ist auch gut so, die gepflegte Festkultur. Wert legt darauf nicht nur das „alte“, sondern auch das „neue“ Organisationskomitee: Alkopops und Superalkohol sind nach wie vor verboten, ebenso der Ausschank an Jugendliche unter 16. Die Toiletten-Aufstockung ruft zur

info Programm: Freitag, 24. August 2012 16 Uhr: Beginn des Festbetriebes 17 Uhr: Einzug des Altstadtkomitees und der Ehrengäste in die Altstadt; Eröffnungsumzug mit Fanfaren, Kutschen, Folklore- und Trachtengruppen, Musikkapellen 17.30 Uhr: Feierliche Eröffnung des 17. Altstadtfestes am Domplatz; Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister der Stadt Brixen an den Präsidenten des Altstadtkomitees 18-24 Uhr: Musikalische, folkloristische und schauspielerische Darbietungen sowie Show und Unterhaltungskonzerte bei den verschiedenen Ständen in der Altstadt und in den Rappanlagen 00.30 Uhr: Fackelumzug durch die Altstadt; Zapfenstreich – Ende des Festbetriebes Samstag, 25. August 2012 9 Uhr: Beginn des Festbetriebes 14-24 Uhr: Frühschoppenkonzerte, musikalische, folkloristische und schauspielerische Darbietungen sowie Show- und Unterhaltungskonzerte bei den verschiedenen Ständen in der Altstadt und in den Rappanlagen 00.30 Uhr: Fackelumzug durch die Altstadt; Zapfenstreich – Ende des Festbetriebes Sonntag, 26. August 2012 9 Uhr: Beginn des Festbetriebes 10 Uhr: Feierlicher Gottesdienst in der Pfarrkirche in ital. Sprache 10.30 Uhr: Feierlicher Gottesdienst im Dom in deutscher Sprache 11.30 Uhr: Feierlicher Gottesdienst im Dom in ital. Sprache 10-23 Uhr: Frühschoppenkonzerte, musikalische, folkloristische und schauspielerische Darbietungen sowie Show- und Unterhaltungskonzerte bei den verschiedenen Ständen in der Altstadt und in den Rappanlagen 23 Uhr: Fackelumzug durch die Altstadt; Zapfenstreich – Ende des Festbetriebes

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Sitte auf, und der Nightliner bringt die Feiernden sicher nach Hause. Überhaupt wird die Sicherheit der Gäste groß geschrieben: Feuerwehr, Rotes und Weißes Kreuz stehen rund um die Uhr im Einsatz und haben im Lachmüllerhaus ihre Zentrale aufgebaut. Die Helfer sind über die Notrufnummer 118 zu erreichen und ziehen zudem während des Festbetriebes durch die Altstadt, um in Notfällen gleich vor Ort zu sein. Um Mitternacht verstummt die Musik, während am Freitag und am Samstag um halb 1 Uhr der Fackelumzug den Festbetrieb ein Ende setzt. Am Sonntag endet das Fest bereits um 23 Uhr. „Um 1 Uhr soll die Altstadt leer sein; in den letzten Jahren hat dies recht gut geklappt. Wir müssen auch die Bewohner der Altstadt respektieren, die während der Sommermonate doch einiges aushalten müssen. Ich kann es nicht oft genug sagen, dass wir auch auf die Eigenverantwortung der Gäste pochen und hoffen, dass sie ihre Grenzen kennen“, so Kerer.

Große Fußstapfen. Nicht alle der

vielen Ideen, die das „neue“ Organisationskomitee für diese Ausgabe eingebracht hatte, konnten bereits umgesetzt werden. „Einige der neuen Ideen mussten wir auf die nächste Ausgabe verschieben, da wir es heuer einfach nicht mehr schaffen“, sagt Helmuth Kerer, der ganz stolz ist über die Riesenportion Motivation, die die Jungen mitbringen. Für Kerer wird es schwierig werden die Organisation „seines“ Altstadtfestes nach 34 Jahren aus der Hand zu lassen. Die neue „Generation“ hat jedoch bereits jetzt bewiesen, dass sie die Tradition und die Bodenständigkeit des Festes schätzen, Moral und Sitte vertreten – aber doch mit

Foto: Oskar Zingerle

ein Mittel zum Zweck: Die Brixner und Nicht-Brixner nutzen dieses, um zu ratschen, um sich zu treffen oder, wie man neuerdings sagt, um zu „socializen“. Bei einem guten „Hiandl“ und einem großen Bier ist Innovation doch eigentlich fehl am Platz – könnte man meinen. Die Brixner lassen sich aber gerne eines Besseren belehren.

Gründungsvater Helmuth Kerer organisiert das Fest in routinierter Perfektion bereits zum 17. Mal

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dem gewissen Etwas an Neuigkeiten und innovativen Ideen neuen Schwung mitbringen. Die Fußstapfen von Helmuth Kerer & Co. sind und bleiben jedoch groß, und wir Brixner können uns für die Arbeit und den unermüdlichen Einsatz nur bedanken. Einen besseren „Vater“ hätte sich das Brixner Altstadtfest nicht wünschen können.

evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Altenmarktgasse 19 - Brixen

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Keine Werbung über Telefon z Eigentlich gibt es diese Homepage schon seit Februar 2011, aber aus unerfindlichen Gründen wurde sie bisher nur in sehr zurückhaltender Art beworben, und auch der „Brixner“ ist durch einen puren Zufall auf das „Registro delle opposizioni“ aufmerksam geworden: Trägt man die eigene Telefonnummer in dieses Register ein, dürfen die Callcenter keine

Werbeanrufe mehr an diese Nummer tätigen – was bedeutet, dass der Nutzer plötzlich nicht mehr an einem Samstagabend um 22 Uhr ein Telefonat bekommt, über das eine freundliche, aber bestimmte Dame irgendeine neue Dienstleistung verkaufen möchte. Die kostenfreie Eintragung geht äußerst einfach direkt über die Homepage

www.registrodelleopposizioni.it, über einen Telefonanruf, ein Telefax oder einen Einschreibebrief. wv

W&U Wirtschaft & Umwelt SCHLOSS PRÖSELS

Wege aus der Krise z „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass Länder wie Griechenland und Portugal auf längere Zeit Nettoempfänger sein werden“, sagte Gunther Tichy, einer der renommiertesten Wirtschaftsexperten Österreichs, im Rahmen einer Tagung, die das Südtiroler Bildungszentrum kürzlich in Schloss Prösels organsiert hat. Derzeit gebe es eine Vertrauenskrise, eine Finanzkrise und – daraus resultierend – eine Schuldenkrise der Länder. „Grundsätzlich gibt es aber auch ein Strukturproblem“, sagte Tichy, „die Währungsunion hat einen

kurz

notiert

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Werner Weidenfeld

Foto: Bertelsmann Stiftung

Wirtschaft & Umwelt

DIVERSES

Gunther Tichy

Konstruktionsfehler, weil man seinerzeit nicht darauf geachtet hat, dass Europa ein sehr heterogenes Gebilde ist“. Es müsse neben der Beseitigung der Vertrauenskrise durch eine Regulierung des Bankensystems auch eine Senkung der Staatsausgaben und eine Reform der Eurozone geben, denn „eine heterogene Währungsunion ohne konjunkturelle Transferzahlungen ist nicht möglich“. Werner Weidenfeld, seit 1995 Direktor des Zentrums für angewandte Politikforschung, erklärte, dass man die derzeitige Krise nicht isoliert betrachten dürfe: „Europa hat

einen großen historischen Erfahrungsbestand, der uns auch zeigt, dass die derzeitige Krise gar nicht so sensationell und neu ist – ganz im Gegenteil: Krisen ähnlicher Dimension hat es bereits mehrmals gegeben“. In Europa treffe die größtmögliche Vielfalt an Temperamenten, Mentalitäten und Traditionen in einer größtmöglichen räumlichen Dichte aufeinander, sagte Weidenfeld, und so sei es logisch, dass „dieser Kontinent immer unter Spannung lebt, die sich in zwei verschiedenen Formen entladen haben – in negativen wie Kriegen und positiven wie

Die RFI hat derzeit das Programm für die Errichtung von Lärmschutzwänden entlang der Eisenbahnlinie im Bahnhofsbereich von Brixen eingefroren. Nun will die Gemeinde versuchen, die Projektierung über die Landesumweltagentur abzuwickeln.

Ein neuer Hilfspolizist unterstützt für die Sommermonate die Brixner Stadtpolizisten in Mühlbach: Armin Mutschlechner kontrolliert den ruhenden Verkehr in Mühlbach, Meransen, Vals und Spinges.

zivilisatorischen Großleistungen“. Eine solche Großleistung brauche es jetzt, um den Märkten und den Menschen das Vertrauen zurückzugeben, mit dem die Krise bewältigt werden kann. wv

Der Brixner Stadtrat hat die Enteignung einer Fläche von 1.302 bzw. 206 Quadratmetern für die Erweiterungszone C1 in Tschötsch in die Wege geleitet. Hier können acht Reihenhäuser entstehen.


STADTGEHEIMNISSE Wer war Josef Delai?

Anregungen: redaktion@brixner.info

Elektrotechnik

DIVERSES

„Shake the Dome“ z Nach der ersten erfolgreichen Auftaktveranstaltung Anfang Juli folgt am Mittwoch, 8. August, der zweite kulinarisch-musikalische Genussabend der Reihe „Dine, wine & music“. Und wiederum verwandelt sich dazu der Domplatz von 18 bis 24 Uhr in eine stimmungsvolle Open-Air-Arena: Verschiedene Brixner Gastronomen servieren erneut ausgesuchte kulinarische Köstlichkeiten und exzellente

Weine regionaler Herkunft, dieses Mal im Rahmen des 2. Brixner Boogie Woogie Festivals. Internationale Top-Musiker wie Richie Loidl, Anke Angel, Robert Kainar, Robert Shumy und andere spielen dazu nach dem diesjährigen Motto des Festivals „Shake the Dome“ feinsten Boogie Woogie zum Mitschwingen und Mittanzen. Bei Schlechtwetter findet die Veranstaltung am Donnerstag, 9. August, statt. wv

brandnamic.com

Bei den derzeit diskutierten Straßenumbenennungen war eine Weile auch ein Josef-Delai-Weg im Gespräch. Doch wer war der Mann? Josef Delai (auch Joseph oder Guiseppe Carlo Delai) lebte im 18. Jahrhundert und stammte aus einer traditionsreichen Baumeister-, Maurer-, Maler- und Stuckateur-Familie, die wesentlich den Kirchenbau in Südtirol mitgeprägt hat. Auch Josef Delai war wie sein Vater Andrea als Baumeister und Stadtarchitekt tätig. Insbesondere zu Anfang des 18. Jahrhunderts war Josef Delai äußerst aktiv: So wirkte er am Bau des Brixner Domes (1745-48) mit, wo er die Pläne erstellte und die Bauleitung innehatte; weiters beim Umbau der Stiftskirche Neustift (1743-37), dem Bau des Bozner Merkantilpalastes (Fertigstellung 1718-27), der Neugestaltung der Kirche Maria Weißenstein in Deutschnofen und vielen weiteren Gebäuden. In all seinen Dokumenten unterzeichnete er mit „Guiseppe de Lay Maestro de muradori.“ Er blieb in Bozen, wo er das Haus der Delai für sich erwarb. Von Mitte des 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Delai wohl die beliebteste und bekannteste Baufirma in Südtirol. Mit Josef Delai endete die Bautätigkeit der Familie – sein Sohn Giacomo Antonio wurde Maler.

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„Nicht zu rechtfertigen“ ALESSANDRO MARZOLA, Geschäftsführer der Plose Ski AG, zu den Diskussionen in Vahrn, warum die Plose Summercard nur für Bürger der Gemeinde Brixen erhältlich ist. die Dauer der Sommersaison zu einer täglichen Berg- und Talfahrt mit der Seilbahn berechtigt. Anfänglich liefen die Gespräche mit den Gemeinden Brixen und Vahrn, da Vahrn auch bei der „Brixen Mobil+“ immer mit im Boot saß. Kurz vor der Vorstellung der Plose Summercard hat sich die Gemeinde Vahrn aber von dieser Initiative zurückgezogen. Wieso nimmt Vahrn nicht teil? Die Plose Summercard ist nur dank der finanziellen und organisatorischen Unterstützung der Gemeinde Brixen in dieser Form zustande gekommen. Als Gegenleistung wird den Bürgern diese

andrea.bodner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

BRIXEN

BRIXEN

Weiteres RadwegTeilstück eröffnet

Erweiterte Kunststoffsammlung

an der orografisch rechten Seite des Eisacks und war wegen der engen Platzverhältnisse durch die angrenzende Firma Progress besonders schwierig in der Abwicklung. Bei der Einweihung gedachte man dem vor zwei Jahren an dieser Stelle tragisch verunglückten Daniils Dmitrijevs, dessen Freunde ein selbst komponiertes Rap-Stück vortrugen – verbunden mit der Bitte, jeder möge beim Passieren der Unglücksstelle Daniils einen kurzen Gedanken widmen. Weitere Teilstücke des Radweges, die noch auf eine Fertigstellung warten, sind die Abschnitte NeustiftSchabs, Aicha-Schabs (Ladestatt) sowie Gufidaun-Lajen. oz

z Seit dem 16. Juli können Privatpersonen am Recyclinghof der Stadtwerke Brixen neben Kunststoffbehältern und -flaschen auch diverse Kunststoffverpackungen entsorgen. Abgegeben werden können nun auch Flakons, Tüten und Taschen, Kunststoffwannen und -verpackungen für frische Lebensmittel, Schutzfolien wie beispielsweise Verpackungen von Elektrogeräten, Joghurtbehälter, Lebensmittelschalen aus Polystyrol, Säcke und Tüten für Lebensmittel sowie

sauberes Plastik-Essgeschirr. An den Mini-Recyclinghöfen werden hingegen weiterhin nur Plastikflaschen bis fünf Liter angenommen. Dort erfolgt keine Entsorgung von restlichem Verpackungsmaterial aus Plastik. Alle Säcke, die dort abgelagert werden, werden als illegaler Müll betrachtet und entsprechend geahndet. Für alle weiteren Fragen und Informationen stehen die Mitarbeiter des Recyclinghofes bei den Stadtwerken zur Verfügung. aj Foto: Oskar Zingerle

z Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal hat kürzlich ein weiteres Teilstück des übergemeindlichen Radweges durch das Eisacktal seiner Bestimmung übergeben. Nicht zuletzt wegen der derzeit stattfindenden Einrad-Weltmeisterschaft wurde die Fertigstellung dieses Abschnittes von der Industriezone Brixen bis zur Albeinser Brücke seit Ende des vergangenen Jahres massiv vorangetrieben – „obwohl die Landesregierung eigentlich keine Geldmittel mehr zur Verfügung gehabt hat“, berichtete der Präsident der Bezirksgemeinschaft Peter Gasser bei der Einweihungsfeier. Das eröffnete Teilstück befindet sich

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Karte angeboten. Es wäre gegenüber der Gemeinde Brixen nicht zu rechtfertigen, wenn wir dieselbe vergünstigte Karte auch den Bürgern anderer Gemeinden anbieten würden, ohne dass sich diese Gemeinden in derselben Form an der Initiative beteiligen. Für die Bürger der angrenzenden Gemeinden hat die Plose eine eigene Sommerkarte vorgesehen, und für das kommende Jahr werden wir versuchen, den treuen Kunden der Plose noch stärker entgegenzukommen, auch wenn sich die Gemeinden nicht direkt beteiligen sollten.

Foto: Oskar Zingerle

Herr Marzola, die Plose Summercard ist durch ihren günstigen Preis für Brixner Bürger sehr attraktiv. Warum können heuer nicht auch die Vahrner davon profitieren? Die Plose Summercard ist ein Folgeprodukt der „Brixen Mobil+“, die in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg aufgelegt wurde und an der sich auch die Gemeinden Vahrn und Lüsen beteiligt hatten. Die Mobilität wird mittlerweile durch den Südtirol Pass abgedeckt. Um aber trotzdem ein attraktives Sommerangebot zu schaffen, bietet die Plose nun die Plose Summercard an, die für

Foto: Oskar Zingerle

Wirtschaft & Umwelt

NACHGEFRAGT


SÜDTIROLER SPARKASSE EISACKTAL

„Intelligent investieren“ Immobilien kaufen – oder das Geld doch lieber in Spar- und Finanzprodukte investieren? Eine Kapitalanlage sollte nach wie vor wohlüberlegt sein. Welche Vor- und Nachteile die Investition in eine Immobilie mit sich bringt, erklären die Experten der Südtiroler Sparkasse Alexander Schrott, Leiter der Marktregion Eisacktal, und Andreas Zingerle, Berater für Privates Anlagemanagement.

Foto: FOCUF

Herr Schrott, Sie beraten ihre Kunden in Sachen Geldanlage. Für wie sinnvoll halten Sie es in Zeiten wie diesen, sein Geld in Immobilien zu investieren? ALEXANDER SCHROTT: Die Investition in ein Eigenheim ist trotz Krisensituation empfehlenswert, während der Erwerb einer Immobilie als reine Kapitalanlage zweimal überlegt werden sollte. Die eigenen vier Wände bieten Vorteile wie mehr Lebensqualität, Sicherheit im Alter und steuerliche Begünstigungen. Die Südtiroler Sparkasse unterstützt den Kauf, die Sanierung und die Renovierung von Wohnimmobilien. Dafür bieten wir in erster Linie eine individuelle Beratung und auch besondere Finanzierungskonditionen. Sie unterscheiden zwischen Eigenheim und Immobilienanlage? Alexander Schrott: Ja, allerdings. Wer Wohnimmobilien als Investment erwirbt oder hält, rechnet mit einer Rendite, die sich aus Mieteinkünften oder Wertsteigerungen ergibt. Dabei werden des Öfteren die hohen Nebenkosten beim Kauf von Zweitwohnungen wie Register-, Kataster- oder Vermittlungsgebühren und die laufenden Aufwendungen für die Instandhaltung unterschätzt. Der steuerliche Kostenblock für Zweitwohnungen hat mit Einführung der IMU deutlich zugenommen. Nebenbei bringt eine Kapitalanlage in Wohnungen auch Risiken mit sich: Die langfristige Bindung und die eventuellen Mietausfälle könnten die Kostenkalkulation durcheinanderbringen. Das heißt, Geld auf dem guten alten Sparbuch zu deponieren, ist doch immer noch die sicherste Variante? ANDREAS ZINGERLE: Eine Immobilie kann ohne weiteres Bestandteil einer Gesamtveranlagung sein, dann wäre die Investition

Alexander Schrott und Andreas Zingerle beraten die Kunden individuell zu Spar- und Finanzprodukten sehr intelligent und würde dazu dienen, sich und sein Vermögen langfristig abzusichern. Die Diversifizierung ist dabei aus Sicht der Sparkasse das A und O. Als Teil des Gesamtvermögens ist eine Investition in eine Immobilie in Ordnung – alles oder zu viel auf eine Karte sollte der Kunde allerdings nicht setzen. Auch die Liquidität darf dabei nicht außer Acht gelassen werden: Im Bedarfsfall sollte der Anleger immer auch kurzfristig auf Geldmittel zurückgreifen können. Hierfür bieten wir individuell abgestimmte Anlageprodukte mit interessanten Renditen und Inflationsschutz. Worauf sollte der Kunde bei einer Investition Acht geben? Andreas Zingerle: Der Investor muss sich gut überlegen, was er mit seinem Geld machen möchte. Die Entscheidung zur Kapitalanlage darf nicht überstürzt erfolgen und sollte sich auch nicht nach den Botschaften aus den Nachrichten richten. Jeder Kunde

wünscht sich natürlich eine Kapitalanlage mit traumhaft hohen Renditen zu null Risiko – da muss ich Sie aber leider enttäuschen, so etwas gibt es nicht. Wir als Sparkasse haben es uns zur Aufgabe gemacht, die persönliche Situation des Anlegers transparent aufzuzeigen, ihm die besten Lösungen anzubieten und gemeinsam die festgelegten Ziele zu verfolgen. Wie kann sich ein Kunde dann sicher sein, dass er sein Geld auch richtig investiert und die Anlage seinen Bedürfnissen entspricht? Alexander Schrott: „Um für jeden Einzelnen die passende Form der Vorsorge zu finden, ist ein Beratungsgespräch unumgänglich – dieses schafft die Basis für eine sorglose Zukunft. Für den Kunden ist es heutzutage schwierig, die Zusammenhänge zwischen Inflationsraten, Zinssteigerung und Finanzkrise zu überschauen. Wir haben hier klare Anhaltspunkte für unsere Kunden

entwickelt, je nach Bedarf und persönlicher Lebenssituation. Besonders Kunden, die nachhaltig und werthaltig investieren möchten, bieten wir bedachte Investmentstrategien, die regelmäßig durch unsere Berater und ein internes Expertenkomitee überprüft werden. In der Produktauswahl sind wir unabhängig und selektieren streng nach Qualitätskriterien. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit unseren Produkten und unserer Beratung damit unvergleichlich mehr bieten.

Südtiroler Sparkasse Eisacktal Großer Graben 6, 39042 Brixen Tel. +39 0472 823811 Fax +39 0472 823850 49


TIROLER SPARKASSE

Immobilien & Finanzen

Sichere Geldanlage

Extra

Rechtliche Rahmenbedingungen machen österreichische Geldanlagen besonders sicher. „Die in Österreich geltende gesetzliche Einlagensicherung und Anlegerentschädigung sowie die für Banken mit Sitz in Österreich verpflichtende Mitgliedschaft an einer Sicherungseinrichtung sorgen dafür, dass Geldeinlagen in Österreich besonders sicher sind“, erklärt Roberto Simoni, Leiter des Vertriebs Italien der Tiroler Sparkasse.

Gesetzliche Einlagensicherung. Seit Anfang 2011 gilt in Österreich eine gesetzliche Einlagensicherung, mit der die Auszahlung des bei einer österreichischen Bank einliegenden Geldes von natürlichen Personen bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro garantiert wird. Damit sind Kapital und Zinsen auf Girokonto, Sparbuch, Profitkonto und Bausparkonto je Bank und natürliche Person bis zu einem Gesamtbetrag von 100.000 Euro geschützt. Auch Einlagen nichtnatürlicher Personen sind pro Einleger und pro Bank mit einem Höchstbetrag von 100.000 Euro gesichert.

Gesetzliche Anlegerentschädigung. Die gesetzliche Anlegerentschädigung sichert Forderungen von Kunden gegenüber einer Bank ab, die sich aus Dienstleistungen in Bezug auf Wertpapiere ergeben können. Dies umfasst jene Fälle, in denen die Bank Gelder aus Wertpapiertransaktionen wie zum Beispiel Dividendenzahlungen auf unverzinste Konten gutschreibt und nicht mehr auszahlen kann, oder Wertpapiere nicht mehr zurückgegeben werden können. Natürliche Personen erhalten auf diesbezügliche Forderungen Entschädigungen bis maximal 20.000 Euro, juristische Personen oder Personengesellschaften hingegen 90 Prozent ihrer Forderung, höchstens jedoch 20.000 Euro. Der Schutz der gesetzlichen Anlegerentschädigung steht dem Kunden zusätzlich zur Einlagensicherung zu. „Die in Österreich geltende Einlagensicherung und Anleger50

Roberto Simoni, Leiter Vertrieb Italien der Tiroler Sparkasse in Innsbruck

„Viele Südtiroler nützen die Vorteile der sicheren Geldanlage bei der Tiroler Sparkasse und profitieren von vielen attraktiven Anlagekonditionen und optimalen Rahmenbedingungen.“

entschädigung schützen Kunden in jenen Fällen, in denen sie ihr Vermögen von der Bank nicht mehr ausbezahlt bekommen, weil über das Kreditinstitut der Konkurs eröffnet, die Geschäftsaufsicht verhängt oder eine behördliche Zahlungseinstellung verfügt wurde“, erläutert Roberto Simoni.

Zusätzliche Sicherheit durch Haftungsverbund. Österrei-

chische Kreditinstitute sind darüber hinaus gesetzlich verpflichtet, einer Sicherungseinrichtung anzugehören. Für Erste Bank und die österreichischen Sparkassen ist dies die Sparkassen-HaftungsAktiengesellschaft. „Um Kunden bessere Finanzleistungen und besseren Schutz bieten zu können, haben die Erste Bank und die Sparkassen einen Haftungsverbund gegründet“, so Simoni, „dieser bildet in Krisenzeiten ein zusätzliches Sicherheitsnetz. Die Sparkassen im Haftungsverbund haften wechselseitig für die Auszahlung von Kundeneinlagen bis zu 100 Prozent. Der Haftungsverbund sichert dabei währungsunabhängig sowohl Einlagen als auch Wertpapiere.“


KRAPF GÜNTHER BAU GMBH

Wohnqualität im Fokus Bei seinen Wohnanlagen stellt das Unternehmen Krapf Günther Bau hohe Ansprüche an Lage, Architektur, Gebäudetechnik und Bauausführung und legt damit den Grundstein für intelligente Wohnqualität und dauerhafte Wertbeständigkeit.

Günther Krapf Krapf Günther Bau GmbH

„Wir planen und realisieren unsere Wohnanlagen, indem wir das Wohnvergnügen der künftigen Eigentümer an erste Stelle setzen. Dazu legen wir von Anfang an größten Wert auf die Errichtung schöner und leistbarer Eigenheime mit niedrigen Betriebskosten und hoher Wertbeständigkeit.“

Wohnanlage Bertholdhof in Sarns Im Rahmen seiner Tätigkeit als Bauträger kann das Unternehmen Krapf Günther Bau auf eine Vielzahl von Wohnanlagen zurückblicken, die es im Laufe der letzten Jahre in Eigenregie erfolgreich geplant, realisiert und verkauft hat. Den Erfolg sichert sich das Villanderer Familienunternehmen, indem von Anfang Wohnqualität an erste Stelle gesetzt wird. Dies beginnt mit der Suche nach schönen Grundstücken, an denen man selber wohnen möchte, vorzugsweise in idyllischen und sonnigen Ortsrandlagen. Wurde ein ideales Objekt gefunden,

St. Valentin 19, 39040 Villanders Tel. +39 0472 847338 Fax +39 0472 847562 info@krapfbau.it www.krapfbau.it

folgt der Architekturentwurf für ein ästhetisch ansprechendes Bauwerk, das sich harmonisch in die jeweilige Landschaft einfügt. In der Detailplanung wird größter Wert auf optimal zugeschnittene Grundrisse, moderne Gebäudetechnik und intelligente Energiekonzepte gelegt, um hohen Wohnkomfort bei zugleich niedrigen Betriebskosten sicherzustellen. Die Realisierung führt die Krapf Günther Bau in Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern durch und gewährleistet damit die hochwertige Bauausführung.

Direktverkauf der Immobilien. Dass sich das Konzept der Realisierung schöner und durchdachter Wohnobjekte bewährt hat, zeigt sich beim Verkauf der Immobilien, den die Krapf Günther Bau selbst abwickelt: So waren alle Wohnobjekte der letzten vier Jahre zum Zeitpunkt der Fertigstellung bereits zur Gänze verkauft. Zu den aktuellen Wohnprojekten zählen die Wohnanlage Trattenhof in Milland sowie die Wohnanlage Hintersun 2 in Natz, beide in schönster Dorfrandlage. Die Bauarbeiten der Wohnanlage

Wohnanlage St. Georg in Schnauders

Wohnanlage Mooswiese 1 + 2 in Feldthurns

Trattenhof haben bereits begonnen, von den drei Reihenhäusern in Klimahausstandard „A+“ ist nur noch eines verfügbar. Der Verkauf der Wohnanlage Hintersun 2 in Natz, bestehend aus zwei Eckreihenhäusern sowie zwei Wohneinheiten mit je fünf Wohnungen, ist hingegen erst angelaufen, die Übergabe ist für Frühjahr 2014 geplant.

Wohnanlage Garden Residence in Brixen

Derzeit im Bau: Wohnanlage Trattenhof in Milland/Sarns

In Planung: Wohnanlage Hintersun 2 in Natz 51


IMMOBILIEN DOMUS

Immobilien & Finanzen

Sicher und vernünftig investieren

Extra

In der Zeit der Wirtschaftskrise ist die Investition in ein Eigenheim immer noch die sicherste Anlageform.

Neu in der Goethestraße/Brixen: Präsentation Terrassenbau „ICARUS“ (derzeit noch in der Genehmigungsphase) Absicherung im Alter. Denn die Tatsache, dass die gesetzlich vorgegebene Rente bei weitem nicht mehr ausreichen wird, den gewohnten Lebensstandard auch im pensionsreifen Alter beizubehalten, ist längst kein Geheimnis.

Erste Immobilienadresse am Domplatz. Das Realitätenbüro Domus ist eine bevorzugte Adresse, wenn es um wertbeständige und nachhaltige Immobilien geht. Die zahlreichen Liegenschaften, deren

Vermittlung dem langjährigen und fachkundigen Immobilienmakler Friedrich Überbacher anvertraut werden, sorgen für eine reichhaltige Auswahl, die stets aktuell unter www.domus.cc zu finden ist und die für jedes Budget das richtige Haus oder die richtige Wohnung bereit hält. Über dreißig Jahre Erfahrung im Immobiliengeschäft zeugen von Kompetenz, Seriosität und Sachkenntnis bei der Vermittlung von werthaltigen „Ziegelsteinen“.

Immobilien Domus Friedrich Überbacher Domplatz 20, 39042 Brixen Tel. 0472 834100 Fax 0472 836096 info@domus.cc, www.domus.cc

Fotos: Arnold Ritter

Wer derzeit in eine sichere Geldanlage investieren möchte, legt sein Geld häufig in Immobilien an. Doch nicht nur dieser Aspekt spielt eine wesentliche Rolle für die Entscheidung zugunsten der eigenen vier Wände. Soziale Sicherheit sowie Inflationsschutz sind in Zeiten der Krise allgegenwärtig. Insbesondere junge Menschen verfolgen mit der Investition in ein Eigenheim gleichzeitig auch die Ziele des langfristigen Vermögensaufbaus sowie der späteren

Immobilienadresse am Domplatz 52

Die Kanzlei vermittelt Tradition und Zukunft

Friedrich Überbacher


WILLEITIMMOJUS

Prüfen vor kaufen Vor dem Kauf einer Immobilie sollte man den Kaufvertrag von einem Fachmann prüfen lassen, um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen. Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung stellt für viele ein herausragendes Ereignis im Leben dar. In den meisten Fällen ist die Kaufabwicklung mit viel Stress und Unsicherheit verbunden. Ein voreiliger Vertragsabschluss kann jedoch dazu führen, dass einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen werden, die man zum Schutz vor unliebsamen

Überraschungen jedoch immer beachten sollte. Dies sind unter anderem der Gang zum Grundbuchamt und zum Liegenschaftsregister, um sich einen Einblick über Eigentumsverhältnisse, Rechte, Lasten, Grenzen, Oberfläche, Gemeinschaftseigentum und Dienstbarkeiten zu verschaffen. Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass in der Vorkaufsphase

der Käufer das volle Risiko trägt – der Verkäufer hingegen erst nach dem Kaufakt, falls die Bezahlung noch nicht vollständig geleistet wurde und der Käufer die Wohnung bereits besetzt. Es ist ratsam, eine Bankgarantie für Zahlungen, die vor Abschluss des endgültigen Kaufvertrages anfallen, zu verlangen. Steuerrechtlich ist zu prüfen, welche Begünstigungen es gibt, beispielsweise beim Erwerb der Erstwohnung, und welche Voraussetzungen für die Inanspruchnahme erforderlich sind.

Informieren und absichern. Beim Immobilienkauf bei einer Baufirma sollte man sich über die Risiken eines etwaigen Konkurses der Baufirma informieren und absichern. Beim Erwerb der Liegenschaft in ehelicher Gütergemeinschaft oder Gütertrennung ist eine umfassende Kenntnis über deren Vor- und Nachteile vonnöten. Der endgültige Kaufvertrag muss von einem Notar unterzeichnet werden. Laut Entscheidung des Oberlandesgerichtes Trient, Außenstelle Bozen, vom 26. Mai 2004 ist es wieder möglich, in Südtirol Kaufverträge durch einen österreichischen Notar kostengünstig

Hannes Willeit, Vertragsjurist, Immobilienvermittler und Mediator

beglaubigen zu lassen. Dabei ist jedoch zu präzisieren, dass dieser im Gegensatz zu seinen italienischen Amtskollegen nur die Unterschrift der Vertragsparteien beglaubigt, jedoch keine inhaltliche Prüfung der Urkunde vornimmt.

Ein Rechtsexperte für Immobiliengeschäfte. WILLEITimmojus

hat sich auf die Abwicklung von Immobiliengeschäften spezialisiert: Die Erstellung von Immobilienverträgen wie Kauf-, Miet-, Pacht- oder Schenkungsverträge, die Vermittlung von Immobilien in Südtirol und Innsbruck, die Abwicklung von Immobilienschätzungen, Unternehmensnachfolgen und Hofübergaben bis hin zur Regelung von Erbschaftsangelegenheiten gehören zum Leistungsspektrum. Darüber hinaus bietet WILLEITimmojus die inzwischen obligatorische Pflichtmediation in zivilrechtlichen Konfliktfragen. Kunden profitieren vom umfassenden Service, einer einwandfreien juristischen Abwicklung und Schaffung von Rechtssicherheit für alle Beteiligten – in der Gewissheit, dass stets die steuergünstigste Variante erarbeitet wird.

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Dr. jur. Hannes Willeit Eisackstraße 1 Löwecenter I – 39040 Vahrn Margarethenstraße 46 I – 39049 Sterzing Mobil: 349 77 61 878 Tel.: 0472 97 06 90 info@willeitimmojus.it www.willeitimmojus.it Terminvereinbarung erbeten

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Impressum Klausener Hütte oberhalb Latzfons zur Landung geschritten werden. Auch diese gestaltete sich dadurch interessant, daß der Ballon in gefülltem Zustande von vier Bauernburschen bis zum nächsten Karrenweg heruntergezogen wurde, wo er dann entleert und verpackt wurde.

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Annika Jöchler (aj) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Elisabeth Stürz (es) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. August 2012 Nächster Redaktionsschluss: 6. August 2012 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Foto Titelseite: Emil Terschak Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 54

Juli 1912

Hoher Besuch Donnerstag, 4. Juli 1912 In der Brixener Kuranstalt trifft nächster Tage Ihre kaiserliche Hoheit Erzherzogin Josefa mit Sohn, Maximilian, zu längerem Kurgebrauche ein. Die für die hohe Frau bestimmten Wohnräume sind bereits seit 1. Juli reserviert.

Unwetter Dienstag, 9. Juli 1912 Die drückende Schwüle, die sich am gestrigen Sonntag schon früh morgens unangenehm fühlbar machte, ließ das Eintreten eines zähen Witterungsumschlages ahnen. Bereits um 10 Uhr vormittags setzte dann auch unter Blitz und Donner ein heftiger Platzregen ein, der zirka eine Stunde anhielt, wodurch die Te m p e r a t u r jedoch keine merkliche Abkühlung erfuhr. Gegen 1 Uhr nachmittags ballten sich abermals schwarze Gewitterwolken am Himmel zusammen, und es entlud sich ein regelrechtes Hochwetter, verbunden mit Hagelschlag, der jedoch keinen nennenswerten Schaden anrichtete. Die schwüle Luft war daraufhin einer gelinden Temperatur gewichen. Seit gestern abends haben wir wieder das prächtige Wetter.

Städtisches Schwimmbad Donnerstag, 11. Juli 1912 Der Kurverein hat eine praktische Neuerung eingeführt, indem er täglich am Domplatz

die Wärmegrade des Wassers im Schwimmbade durch Anschlag bekannt gibt.

Neuer Thronstuhl für den Dom Donnerstag, 23. Juli 1912

Geschäftsübernahme Barth Dienstag, 16. Juli 1912 Wie aus dem heutigen Inseratenteile ersichtlich ist, haben die Herren Johann und August Barth das Geschäft ihres Vaters übernommen und werden dasselbe unter der alten Firma „Johann Barth, Kunst-, Bau- und Möbeltischlerei“ gemeinsam weiterführen. Die Assoziation der beiden Brüder, welche auf allen in ihr Fach einschlagenden Gebieten Anerkennungswertes leisten, bietet die Gewähr, daß dieses alte, solide Haus, in den

Unsere Domkirche erhält in dem neuen marmornen Thronstuhl des jeweiligen Fürstbischofs eine neue, prunkvolle Zierde. Ein Waggon von Bestandteilen dieses schönen und letzten Werkes des Fürstbischofs Josef selig ist am 22. Juli aus der Werkstätte der Firma Josef Linser und Söhne in Innsbruck bereits hier angekommen. Zwei weitere Waggonsendungen folgen in den nächsten Tagen. Wie wir hören, soll der Thronsessel bis zu Kaisers Geburtstag, am 18. August, fertiggestellt sein. Möge auch bald ein würdiger Nachfolger kommen, der von des hohen Verstorbenen Erbe Besitz ergreift.

beiden Brüdern verjüngt, seinen guten Ruf wahren und, auf moderner Grundlage basierend, auch fernerhin allen Ansprüchen in vollem Maße zu entsprechen in der Lage sein wird.

Ballon „Graf Zeppelin“ bei der Klausener Hütte gelandet Dienstag, 20. Juli 1912 Der Ballon oberflog Mittewald bei Franzensfeste und die Sarntaler Alpen, wo aber bald fast völlige Windstille eintrat. Infolge derselben mußte um 1 Uhr 15 Minuten in der Nähe der

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K ­ uriositäten werden ohne K ­ orrektur beibehalten.


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