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Mode & Accessoires

Jahrgang 23 · März 2012

Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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Cartoonist Peter Gaymann in Brixen

Hühner im Urlaub POLITIK: Misstrauensantrag gegen die Stadtregierung abgelehnt PORTRAIT: Stadträtin Elda Letrari Cimadom erzählt von ihren vielfältigen Aufgaben SKISPORT: Happening der Stars bei der ersten Ausgabe des „Stricker Sprint Plose“ PLOSE-SEILBAHN: Vor 50 Jahren wurde die Plose Seilbahn AG gegründet


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Editorial

Politik & Gesellschaft

>>> 04

04 | THEMA: Dem Stadtrat vertrauen 08 | Vahrn: Wirbel um die neue Sportzone

Menschen & Meinungen

>>> 16

16 | ELDA LETRARI CIMADOM: Im Herzen Pädagogin 21 | Pro & Contra 25 | Umfrage: Zufrieden mit der Stadtregierung?

Kunst & Kultur 

>>> 26

26 | PETER GAYMANN: Hühner im Urlaub 29 | Dorfmuseum Gufidaun: Einblick ins Gestern

Freizeit & Sport

>>> 36

36 | STRICKER SPRINT PLOSE: Spiel, Sport und Spaß

Wirtschaft & Umwelt

>>> 42

42 | PLOSE-SEILBAHN: Die Geschichte eines Skigebiets 50 | Brixen: „Vergesst’s den Constantini nicht!“ 56 | Event: Elektro Special

Extra

>>> 57

Brief vom Luis Es sind turbulente Zeiten, politisch gesehen. In Rom arbeitet Ministerpräsident Mario Monti daran, Italien endlich wieder wettbewerbsfähig zu machen – dabei bleibt, so scheint es, kein Stein auf dem anderen – und das ist auch gut so. In Bozen schlittert die SVP in der Diskussion um die Nachfolge von Luis Durnwalder mitten hinein in einen Paradigmenwechsel – und auch das ist gut. In Brixen hingegen sah sich die Stadtregierung mit einem Misstrauensantrag konfrontiert, der von allen elf Gemeinderäten der Opposition mitgetragen wurde. Seit gestern Abend wissen wir, dass sich die Koalition geschlossen gegen den Misstrauensantrag ausgesprochen hat. Dass die Regierung mit der Mehrheit rechnen konnte, war voraussehbar, aber auch innerhalb der SVP gab es einige Diskussionen, und im Sinne der viel zitierten Transparenz bin ich der Meinung, dass diese auch öffentlich werden sollten. Auf den kommenden Seiten beleuchten wir die Hintergründe. Zum ersten Mal ziert ein Cartoon unsere Titelseite. Anlass dafür ist eine Ausstellung der Werke von Peter Gaymann in der Galerie AdlerArt. Gaymanns Werke sind wohl der vermeintlich einzige Grund für uns Männer, seit Jahrzehnten auch die Frauenzeitschrift „Brigitte“ in die Hand zu nehmen. Seine Cartoons sind einfach genial, und ich freue mich, dass der Kölner Brixen besuchen wird. In der November-Ausgabe haben wir kritisch beleuchtet, dass Landeshauptmann Luis Durnwalder die Lizenz für eine Spielhalle ausgestellt hat. Außerdem zeigte ich auf, dass trotz neuer Regeln Brixen in der Gemeindenfinanzierung nach wie vor benachteiligt wird. Durnwalder hat uns jetzt eine zwei Seiten lange Stellungnahme samt 28 Seiten Dokumentation zugesandt. Er hat mich nur zum Teil überzeugt, weshalb ich mir erlaubt habe, auf seinen Leserbrief zu antworten.

57 | Mode & Accessoires

Ihr Willy Vontavon

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Politik & Gesellschaft

MISSTRAUENSANTRAG GEGEN BRIXNER STADTRAT ABGELEHNT

Dem Stadtrat vertrauen Zum ersten Mal seit 50 Jahren hat die gesamte Opposition im Brixner Gemeinderat der Stadtregierung das Misstrauen ausgesprochen. Stadträtin Magdalena Amhof (SVP) ist nicht ganz unschuldig an der politischen Unruhe. Der „Brixner“ beleuchtet die Hintergründe.

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onnerstag, 23. März 2012, 0.25 Uhr. Genau genommen ist es eigentlich schon Freitag, als im Brixner Gemeinderat nach mehr als sechs Stunden meist recht sachlicher Diskussion endlich über Punkt 9 der Tagesordnung abgestimmt wird, der allein mehr als die Hälfte dieser Zeit in Anspruch genommen hat: „Misstrauensantrag gegen den Bürgermeister und den Stadtrat, eingebracht von den Oppositionsparteien“. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Gemeinde Brixen, dass sämtliche Gemeinderäte der Opposition dem Stadtrat geschlossen das Misstrauen aussprechen. Um es gleich vorwegzunehmen: Der in vielen Details widersprüchliche drei Seiten lange Antrag wurde nach einer Gegenargumen-

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tation des Bürgermeisters Albert Pürgstaller am Ende von der Koalition SVP/PD/GBL geschlossen mit 19 gegen 11 Stimmen abgelehnt.

Trotzdem: Ein Misstrauensantrag ist schwerwiegend. Um die verschiedenen Gründe für die politisch drastische Maßnahme zu beleuchten, muss man wohl mit einiger Wahrscheinlichkeit auch in die Anfangszeit dieser Legislatur zurückblicken: Dario Stablum, seit 1964 (!) im Gemeinderat und von 1974 bis 2010 im Stadtrat, hatte vor knapp zwei Jahren die Entscheidung Albert Pürgstallers, den PD für die Regierungskoalition vorzuziehen, nicht geschluckt – und kündigte in der für ihn ungewohnten Oppositionsrolle einen harten Konfrontationskurs an.

Seither gibt es praktisch in jeder Gemeinderatssitzung manchmal etwas seltsam anmutende heftige Streitgespräche zwischen ihm und Vize-Bürgermeister Gianlorenzo Pedron oder den Fraktionssprecher des PD, Alberto Ghedina. Die Rivalität zwischen dem PD und Stablums „Insieme per Bressanone“ als alleinige Motivation für den Misstrauensantrag zu betrachten wäre allerdings falsch. Denn: Die Stadtregierung muss sich in der Tat in einigen Punkten Kritik gefallen lassen, die dann am Donnerstag Abend auch von den verschiedenen Vertretern der Opposition klar geäußert wurde: „Das Projekt Hofburggarten ist Beweis für schlechte Verwaltung“, sagte zum Beispiel der parteilose Klaus Dissinger, „und einer

schlechten Verwaltung muss man das Misstrauen aussprechen“. Er ist der Meinung, die Gemeinde hätte nicht einen Mietvertrag abschließen dürfen, bevor die Nutzung nicht geklärt sei. Das verwahrloste Lido-Areal sei ein weiteres Beispiel, sagte er, und auch das lange versprochene Parkraumkonzept für den südlichen Teil der Battististraße ließe immer noch auf sich warten. Antonio Bova (Uniti per il Centrodestra, vorher PDL) zitierte unverständlicherweise als Versäumnis und eine der Begründungen für den Misstrauensantrag die neueste Kunstaktion in der StadtGalerie, deren Botschaft er offensichtlich nicht verstanden hat, und – schon eher verständlich – die „Affäre Coccinella“, die


Foto: Oskar Zingerle

GEMEINDERATSSITZUNG IM FORUM BRIXEN: Die Stadträte Elda Letrari Cimadom, Magdalena Amhof, Werner Prosch, Peter Brunner, Paula Bacher Marcenich, Bürgermeister Albert Pürgstaller, Gemeinderatspräsident Thomas Schraffl, Gemeindesekretär Josef Fischnaller, Gianlorenzo Pedron und Claudio Del Piero

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vor einigen Monaten die auch für Schule und Kindergärten zuständige Stadträtin Magdalena Amhof in die Schlagzeilen gebracht hatte – zu Unrecht, wie sie selbst versichert, auch wenn sie zugibt, damals die politische Dimension unterschätzt zu haben.

Amhof im Zentrum der Kritik. Überhaupt war Amhof während der drei Stunden langen Diskussion ständig im Auge des Zyklons – entsprechend ruhig ließ sie sämtliche Angriffe über sich ergehen, aber man sah ihr an, dass sie innerlich brodelte, weil sie wohl befürchtete, in den Eyewall, dem Strudel des Zyklons, gerissen zu werden. Vor allem eine von ihr erlassene Baukonzession für eine Umwidmung der Zweckbestimmung eines Lokals in der Peter-Mayr-Straße war „der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, wie Walter Blaas (Freiheitliche) es bildlich beschrieb. In diesem Lokal will ein Betreiber von Spielhallen eine ebensolche Struktur errichten – und Amhof wusste dies auch. Trotzdem stellte sie die Konzession aus, was ihr auch parteiintern heftigen Gegenwind bescherte. Die Problematik um diese Konzession ist kompliziert, weshalb sie es sich verdient, dass sie hier etwas ausführlicher und in chronologischer Reihenfolge geschildert wird. Am 6. Oktober 2011 reichte Ingenieur Remo De Paola im Auftrag der Wierer Bau AG für ein Lokal in der Peter-Mayr-Straße in Brixen einen Antrag ein auf Umwidmung von Detailhandel in Dienstleistung. Im beigefügten

Grundriss beschrieb er die zwei Räume mit „Sala giochi 1“ und „Sala giochi 2“. Die Wierer Bau AG hat die entsprechenden Lokale an einen Betreiber von Spielhallen vermietet – man kolportiert eine Jahresmiete von etwa 100.000 Euro. Am 27. Oktober beschließt der Gemeinderat mit erdrückender Mehrheit ein Dokument mit „Maßnahmen zum Schutz der Bürger

gefunden, wie man diese Baukonzession hätte vermeiden können“, sagt Gemeinderat Sepp Insam (SVP), dessen Büro sich im selben Gebäude in der Peter-Mayr-Straße befindet.

Rekurs gegen Baukonzession. Insam verstand die Welt nicht mehr, als er von der Baukonzession hörte, kontaktierte einen

Sitz im Gemeinderat nicht zu verlieren. Für Insam als gesetzlichen Vertreter der „Setifin GmbH“ findet diese Regelung übrigens keine Anwendung. Die Brixner Gemeindeverwaltung reagierte auf den Rekurs pikiert: „Die Ausstellung der Baukonzession ist ein ‚atto dovuto’; wir hatten keine Möglichkeit, diese Konzession zu vermeiden“, ver-

„Einer schlechten Verwaltung muss man das Misstrauen aussprechen“_ Klauspeter Dissinger, freier Gemeinderat vor den Gefahren des Glücksspiels und der Spielsucht“. Magdalena Amhof behauptet heute gegenüber dem „Brixner“, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch nichts vom Ansuchen der Wierer Bau AG gewusst hatte. Denn: Die Opposition kritisiert heute den Umstand, dass sie einerseits seelenruhig eine Baukonzession für einen Spielsaal ausstellt und der Gemeinderat sowie auch ihre Partei andererseits sich klar gegen solcherlei Strukturen aussprechen. „Zumindest hätte sie den Gemeinderat darüber informieren können“, sagt Walter Blaas. Denselben Vorwurf musste sich Magdalena Amhof auch von ihren Parteikollegen in der SVP gefallen lassen, die – genauso wie der gesamte Stadtrat mit Ausnahme von Peter Brunner – ebenso wochenlang im Dunkeln gelassen wurden. „Sie hätte uns in der SVP-Ratsfraktion im Vorfeld informieren können – gemeinsam hätten wir vielleicht eine Lösung

Rechtsanwalt und reichte über sein Unternehmen „Setifin GmbH“ aufgrund der Tatsache, dass sich im Umkreis von 300 Metern dieses Lokals mehrere Schulen befinden, beim Verwaltungsgericht einen Rekurs gegen die Baukonzession ein, der von der Backstube Profanter GmbH, dem ebenfalls dort ansässigen Verband der Volkshochschulen Südtirols sowie 30 Privatpersonen „ad adiuvandum“ unterstützt wurde – übrigens auch von Alberto Conci, Gemeinderat von „Insieme per Bressanone“, der damit klar gegen Artikel 21, Absatz 1, des Regionalgesetzes Nr. 1/L vom 1. Februar 2005 verstößt, das besagt, dass „das Amt eines Gemeinderatsmitglieds nicht bekleiden darf, wer als Partei in einem Zivil- oder Verwaltungsverfahren mit der Gemeinde einen Streit anhängig hat“. Conci wird – so darf vermutet werden – seine Unterstützung des Rekurses bis zur nächsten Gemeinderatssitzung wohl zurückziehen, um seinen

teidigte sich Urbanistik-Stadträtin Amhof. „Stimmt nicht“, erwidert Insam lautstark, „denn schließlich hat die Gemeinde Bruneck in einem ähnlichen Fall anders entschieden“. Was eigentlich auch nur bedingt stimmt, wie eine entsprechende Nachfrage des „Brixners“ im Bauamt der Gemeinde Bruneck ergab. Bauamtsleiter Matthias Plaikner bestätigt, dass „der Spielraum der Gemeinde in solchen Fällen sehr gering ist – sofern alle Unterlagen in Ordnung sind und in jedem Detail den Raumordnungsgesetzen entsprechen“. In einem ähnlich gelagerten Fall war dies nicht zutreffend: Auf dem Projekt für eine Spielhalle stand als zukünftige Zweckbestimmung „sala dedicata“. Das Brunecker Bauamt fackelte nicht lang, stellte in der Baukommission vom 1. Dezember 2011 das Ansuchen einfach zurück und teilte dem Antragsteller mit, dass „die Zweckbestimmung entsprechend 5


Foto: Oskar Zingerle

Im Fokus der Kritik: die Stadträtin für Schule und Urbanistik, Magdalena Amhof

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der Bestimmungen des Art. 75 des Landesraumordnungsgesetzes festgelegt werden muss“ – laut dem eine „sala dedicata“ raumordnerisch nicht existiert. Also hätte der Antragsteller den entsprechenden Raum am Grundriss mit „Dienstleistung“ bezeichnen müssen. Außerdem erklärte die Gemeinde dem Antragsteller, dass die geplante Tätigkeit „innerhalb von 300 Metern Entfernung zu Schulen nicht zulässig“ sei. Der Antragsteller hatte 30 Tage Zeit, die entsprechenden Unterlagen nachzuliefern. Er verzichtete.

Blaas: „Vorauseilender Gehorsam“. In Brixen hingegen war man „vorauseilend gehorsam“, wie Walter Blaas sagt: In der Baukommission vom 3. November 2011 stellte man trotz ebenfalls fehlerhafter Unterlagen die Baukonzession aus und forderte den Antragsteller auf, den Grundriss mit der Bezeichnung „sale gioco“ in „Dienstleistung“ umzustellen und nachzureichen, was dann auch geschehen ist. Der nachgereichte Plan sah dann zwar die

Bezeichnung „Dienstleistung“ vor, allerdings hatte der Planer auch 59 Slotmachines in den Grundriss eingetragen – auf dass die Gemeinde danach nicht behaupten könne, dass sie bei der Ausstellung der Baukonzession nicht darüber informiert gewesen sei, dass hier ein Spielsaal entstehen solle. Experten der Materie, die der „Brixner“ dazu befragt hat, bestätigen, dass diese Vorgehensweise der Gemeinde hier eher problematisch sein könne. Denn nach einem erfolgten Umbau braucht der Betreiber natürlich eine Lizenz, und das dafür zuständige Landesamt könnte sich bei einer vorher von der Gemeinde ausgestellten entsprechenden Baukonzession schwerer tun, die Lizenz abzulehnen. Die Gemeinde Bruneck hat diesen möglichen Effekt von vorneherein ausgeschaltet. Fazit: Die Stadträtin Magdalena Amhof und wohl auch die im Bauamt zuständigen Techniker haben zwar technisch korrekt gehandelt, hätten aber die Möglichkeit gehabt, den Antrag zurückzustellen – und damit zumindest Zeit zu gewinnen. Der zweite Fehler von Amhof war – und den gibt sie inzwischen auch zu –, dass sie weder den Stadtrat noch ihre Gemeinderatskollegen über diese Konzession rechtzeitig informiert hat. Wie dem auch sei: Das Verwaltungsgericht wird am 6. Mai mit einiger Wahrscheinlichkeit den Rekurs der Setifin GmbH zurückweisen. Damit hätte die Wierer Bau AG die urbanistischen Voraussetzungen, ihre Lokale an den Betreiber der Spielsäle zu vermieten, der aber dann immer noch um eine entsprechende Lizenz beim Land ansuchen muss. Landeshauptmann Luis Durnwalder, der die Brisanz der Spielhallenlizenzen längst erkannt hat, hat in

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einem Brief an den Bürgermeister Albert Pürgstaller vom 16. März 2012 in der Zwischenzeit schriftlich bestätigt, dass die Landesverwaltung „eine Lizenz für den Betrieb der beantragten Spielsaallizenzen verweigern wird“. Ob mit diesem – nebenbei bemerkt sprachlich veränderungswürdigen – Satz das Problem vom Tisch ist oder ob die Ausstellung der Baukonzession sich hier noch negativ auswirken wird, wird die Zukunft zeigen.

Vorwehen des Wahlkampfes?

Walter Blaas wirft Magdalena Amhof in dieser Sache „politisch-moralisches Fehlverhalten“ vor, und überhaupt sei sie als Stadträtin für die Gemeinderäte „ganz schwer erreichbar“ und grundsätzlich „der Aufgabe nicht gewachsen, die zwei schwierigen Ressorts Schule und Urbanistik gemeinsam mit ihrem Halbtagsjob zufriedenstellend zu verwalten“. Blaas: „Es wäre besser, sie würde jetzt einfach zugeben, dass sie sich übernommen hat. Sie sollte sofort eine der Aufgaben an einen anderen Stadtrat abgeben. Dabei würde ihr kein Zacken aus der Krone fallen“. Amhof hingegen sagt, die Rückgabe eines Aufgabenbereiches könne sie sich „politisch nicht leisten“. Und über allem schweben bereits jetzt die Landtagswahlen 2013. Politische Insider vermuten, dass der bevorstehende Wahlkampf längst begonnen hat. Während im italienischen Lager wie gewohnt das reinste Chaos herrscht, wird Walter Blaas mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kandidieren. Stadträtin Magdalena Amhof liebäugelt ebenfalls mit einer Kandidatur: „Aber ich weiß noch nicht, ob ich mir einen Wahlkampf überhaupt leisten kann“. Denn: „Diesmal

wird es besonders schwer für einen SVP-Kandidaten des Eisacktals sein, in den Landtag einzuziehen“. Sollte man sich jetzt auch noch dazu durchringen, die längst fällige drastische Reduzierung der Abgeordnetengehälter im Regionalrat und im Landtag für die nächste Legislatur zu beschließen, wird die „Refinanzierung“ eines aufwändigen Wahlkampfes noch schwieriger. Dass der Misstrauensantrag Teil des Wahlkampfes sein könnte, bestreitet jeder daran Beteiligte – natürlich. Als Stadträtin wünscht sich Magdalena Amhof, dass die Kritiken um ihre Arbeit abflachen: „Ich weiß nicht, ob ich sonst noch die restlichen drei Jahre durchhalte“. Sie sei nach wie vor überzeugt, in den meisten Fällen richtig gehandelt zu haben. Aber: „Ein Teil der Kritik war berechtigt, und ich habe sicher daraus gelernt.“ Überhaupt war der Misstrauensantrag ein nicht unwillkommener Anlass zur internen Standortanalyse. Auch innerhalb der SVP-Ratsfraktion kamen einige verborgene Unzufriedenheiten zum Vorschein, die es jetzt zu korrigieren gilt. Es geht auch – wieder einmal – um die Aufwertung der Gemeinderäte innerhalb der SVPRatsfraktion. Den Konsens für eine geschlossene Ablehnung des Misstrauensantrags fand man nämlich auch innerhalb der SVP erst zwei Tage vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung: Sepp Insam und Josef Thaler wollten sich bis dahin der Stimme enthalten – was zwar am Ergebnis nichts geändert, aber sicher für SVP-interne Nachwehen gesorgt hätte.

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Wirbel um die neue Sportzone Mit den Bauarbeiten zur Sanierung und Neugestaltung der Sportzone Vahrn wurde bereits im letzten Jahr begonnen. Nun will man in einem zweiten Baulos weitere 1,3 Millionen Euro investieren – was die Freiheitlichen in Vahrn laute Kritik üben lässt.

E

in Blick zurück: Im Jahr 2010 haben die Bauarbeiten zur Sanierung und Neugestaltung der mehr als 20 Jahre alten Sportzone in Vahrn begonnen. Im ersten Baulos wurden die Umkleidekabinen und die sanitären Anlagen erneuert sowie die Sanierung der Sportbar vorgenommen. Diese Arbeiten kosteten am Ende 760.355 Euro; der Kostenvoranschlag hatte sich auf lediglich 444.730 Euro belaufen. „Die effektiven Kosten sind explodiert und waren damit viel höher als geplant“, kritisiert Walter Kofler, Ortssprecher der Freiheitlichen in Vahrn. Bürgermeister Andreas Schatzer hingegen kann sich den Aufschrei der Freiheitlichen nur bedingt erklären: „Man kann das anfängliche Projekt mit dem derzeitigen nicht vergleichen. Wir wollten anfangs nur einige kleine Sanierungen im Haus des Sportvereins vornehmen – leider kamen dann noch Probleme mit der Hydraulik, der Elektrik und der Wärmedämmung hinzu. Dies führte dahin, dass es sinnvoller erschien, gleich das Haus rundum zu sanieren – ansonsten wird der Umbau ein Pfusch, mit dem wir niemandem einen

Fotos: Oskar Zingerle

Politik & Gesellschaft

VAHRN

Die Vahrner Sportzone wird derzeit rundum saniert und vergrößert

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Gefallen tun.“ Für jede einzelne Änderung wurde natürlich eine Genehmigung im Gemeinderat eingeholt und die entsprechende Bilanzänderung vorgenommen, erklärt Schatzer. „Es wäre vielleicht sinnvoll gewesen, von Anfang an ein Gesamtprojekt zu erstellen, das die komplette Sanierung des Hauses beinhaltet“, gibt er zu, denn: „Damit wäre von Anfang an klar gewesen, welche Kosten auf uns zukommen – aber manche Dinge waren einfach nicht vorhersehbar“.

Zweites Baulos genehmigt. Ausschreibungssumme der BaukoBei den Vorbereitungen für das zweite Baulos korrigierte man die Vorgehensweise: „Diesmal gehen wir auf Nummer Sicher und haben deshalb das Ausführungsprojekt mit genauer Erfassung sämtlicher anstehender Kosten vom Büro Bergmeister erarbeiten lassen“, sagt Schatzer. Dieses Baulos beinhaltet die Vergrößerung des Fußballplatzes auf eine homologierbare Dimension, Kunstrasen und eine neue Tribüne sowie eine Flutlichtanlage. Die

sten beträgt 1.139.104 Euro, aber „wir erwarten einen Abschlag, sodass wir möglicherweise mit etwa 850.000 Euro durchkommen müssten“, sagt Andreas Schatzer. Dazu kommen allerdings noch technische Spesen in Höhe von etwa 75.000 Euro und die Mehrwertsteuer. „Die Gemeinde geht leichtfertig mit den Geldern um“, sagt Walter Kofler, „auf die Flutlichtanlage, die neue Tribüne und die Umzäunung könnte man gern

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Walter Kofler: „Wir sind für den Umbau, aber nicht zu jedem Preis“

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verzichten“. Auch diese Aussage wird von Schatzer relativiert: „Wir haben alle Möglichkeiten bereits durchgespielt und sind zum Ergebnis gekommen, dass es wenig Sinn machen würde, bei der Fluchtlichtanlage oder bei den Tribünen zu sparen“. Die derzeitige Flutlichtanlage müsse aufgrund der Vergrößerung des Fußballplatzes sowieso abmontiert werden, und für die Homologierung des Platzes für Meisterschaftsspiele brauche es eben gewisse Strukturen. Auf die Tribünen zu verzichten erachtet Schatzer als „absolut unsinnig: Ein Sportplatz ohne Zuschauer wäre nur eine halbe Sache“.

Kofler:„Keine Gegner des Sportvereins“. Grundsätzlich sind auch

die Freiheitlichen für den Umbau der Sportzone, aber „eben nicht zu jedem Preis“. Walter Kofler stellt klar: „Die Sportanlage wird intensiv genutzt, die Jugendarbeit funktioniert reibungslos, und die Funktionäre leisten eine tolle Arbeit. Wir werden teilweise als Gegner des Sportvereins dargestellt – und das ist nicht korrekt. Wir prangern

Andreas Schatzer: „Beim Umbau kamen nicht vorhersehbare Arbeiten hinzu, die erledigt werden mussten“

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lediglich die zusätzlichen Kosten an und mahnen zum sparsamen Umgang mit Gemeindegeldern“, sagt Kofler. „Natürlich ist es schwierig, es allen Recht zu machen“, erwidert Schatzer. Fakt sei aber, dass der ASV Vahrn 13 Fußballmannschaften mit 840 Trainingseinheiten habe. Die Mannschaften nutzen den Platz 1.450 Stunden im Jahr. Ohne diesen Umbau sei dieses Pensum nicht mehr durchführbar. „Ich kann ruhigen Gewissens sagen“, sagt Schatzer, „dass diese Investition absolut gerechtfertigt und auch notwendig ist.“ Denn: „Für die rund 200 Vahrner HobbySportler soll die Sportzone nach wie vor einen sportlichen und sozialen Treffpunkt bilden.“ Das zweite Baulos wurde inzwischen im Gemeinderat genehmigt. Die Bauarbeiten, die in fünf Monaten abgeschlossen sein dürften, werden nach Absprache mit dem Sportverein entweder heuer im Herbst oder im nächsten Jahr durchgeführt. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Politik & Gesellschaft

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Alles unter einem Dach z Der Gesundheits- und Sozialsprengel Brixen wurde Anfang März von Landeshauptmann Luis Durnwalder, Bauten-Landesrat Florian Mussner und GesundheitsLandesrat Richard Theiner offiziell eröffnet. Das neue, moderne Gebäude in der Romstraße umfasst zusammen mit dem bisher bestehenden Gebäude nun knapp 17.000 Kubikmeter. Unter ein

und demselben Dach befinden sich der Dienst für Basismedizin, der Dienst für Abhängigkeitserkrankungen, das Zentrum für Psychische Gesundheit sowie die Sprengel-Verwaltungsleitung und eine Obdachlosen-Übernachtungsstätte. Die Umbauarbeiten am alten Gebäude und der Zubau haben rund acht Millionen Euro gekostet. eh

P&G

Politik & Gesellschaft BRIXEN

„Verschandelter Domplatz“ z Der SVP-Ortsausschuss Brixen beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem Domplatz: „Die mobile Bühne, die den ganzen Sommer über am Domplatz steht, ist fürwahr keine Augenweide“, sagt Leo Dariz, Ortsobmann von Brixen und Mitglied der entsprechenden Arbeitsgruppe. Zudem werde der „schönste Platz Tirols“ durch mobile Klos und unansehnliche Trenngitter „regelrecht verschandelt, und das den ganzen Sommer über“. Die „mobile“ Bühne war vor Jahren von der Gemeinde angekauft worden, aber die

kurz

notiert

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damalige Technologie entpuppte sich als derart aufwändig, dass ein ständiger Auf- und Abbau sich nicht lohnte. Zudem soll die Bühne nicht mehr den derzeitigen Sicherheitsbestimmungen entsprechen. „Der Domplatz verdient mehr Respekt“, sagt auch Willy Vontavon, der der Arbeitsgruppe vorsteht. Gemeinsam mit Architekt Christian Mahlknecht, Arno Parmeggiani und Michael Gostner hat er den derzeitigen Standort analysiert und kurz- sowie mittelfristige Lösungen erarbeitet, die Ende März der SVP-Ratsfraktion

Mit dem Mobil-Notruf des Weißen Kreuzes lässt sich nun über das Handynetz oder über Satellit der Standort des Benutzers ausfindig machen. Nähere Informationen zum Gerät, das besonders für jene geeignet ist, die viel unterwegs sind, sind in der WeißkreuzSektion oder unter Telefon 0471 444327 erhältlich.

und den Stadträten vorgestellt werden. Dem Stadtrat obliegt dann die Entscheidung. oz

Der Brixner Gemeinderat genehmigte einstimmig eine neue Verordnung über die Videoüberwachung. Damit können Videokameras an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt werden; die entsprechenden Bereiche werden ausgeschildert. Zugriff auf die Daten hat nur die Stadtpolizei.

Helmut Pranter, Direktor des Bürgerheims, präsentierte dem Stadtrat ein Wohngruppenmodell, das sich in vielen europäischen Ländern als Betreuungsstandard für Senioren etabliert hat. Demnach sollen die Betreuten in einem familiären Umfeld Normalität und Geborgenheit erleben.


NACHGEFRAGT

„Schwellenangst verringern“ JOSEF SCHWITZER, Primar der Psychiatrie am Krankenhaus Brixen, über den steinigen Weg hin zu einer geeigneten Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie. gab, so haben wir versucht, die Betroffenen in Innsbruck, München oder Augsburg unterzubringen. Um welche Erkrankungen handelt es sich? In den meisten Fällen handelt es sich um psychotische Erkrankungen, seltener um schwere Krisen, in denen Kinder dekompensieren, also seelisch entgleisen, weil ihnen in ihrem familiären und sozialen Umfeld schlichtweg der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Am Krankenhaus Meran soll eine Abteilung für Kinderpsychiatrie entstehen. Reicht diese aus?

Zusätzlich zur Abteilung für Kinderpsychiatrie, die als Mittelpunkt eines Netzwerkes gedacht ist, sind auch Ambulanzen für Kinder- und Jugendpsychiatrie in allen vier Gesundheitsbezirken vorgesehen. Dringend notwendig ist ein Bereitschaftsdienst rund um die Uhr, bei dem junge Menschen und ihre verzweifelten Eltern von erfahrenen Kinderpsychiatern aufgefangen werden. Wertvolle Arbeit hat in den letzten Jahren die Villa Winter in Bruneck geleistet, deren couragierte Bemühungen sich auch befruchtend auf das Kinderdorf ausgewirkt haben.

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Herr Schwitzer, 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Südtirol benötigen eine psychiatrische Behandlung, zirka 500 davon müssten in einer stationären Einrichtung therapiert werden. Was passiert derzeit mit diesen Kindern und Jugendlichen? Kinder und Jugendliche mit einer schweren Störung brauchen eine Behandlung unabhängig von der Erwachsenenpsychiatrie. Derzeit stehen wir vor dem Dilemma, junge Menschen entweder in der Erwachsenenpsychiatrie aufzunehmen und sie dadurch oft ein weiteres Mal zu traumatisieren, oder ihnen die Hilfe zu verweigern. Wenn es eine Möglichkeit

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Politik & Gesellschaft

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Erbe mit Vorbehalt z Über ein ganz besonderes Geschenk kann sich die Gemeinde Brixen freuen: Maria Obexer, besser bekannt als „Götschele-Mädi“, vererbte den Götschelehof in Milland und ihr angespartes Geld der Gemeinde Brixen. Die Gemeinde darf das Erbe allerdings nur annehmen, wenn sie die Bedingung, die die Verstorbene festgelegt hat, berücksichtigt: Das Haus muss mit einem schönen Garten versehen in eine Struktur für Kinder mit Behinderung oder für Senioren umgewandelt werden. Das Ersparte der Verstorbenen von mehreren hunderttausend Euro soll zu diesem Zwecke in den Hof investiert werden, der anschließend den Namen „Götscheleheim“ tragen soll. Bürgermeister Albert Pürgstaller und der Stadtrat haben beschlossen, das Erbe anzunehmen und

der Götschele-Mädi ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Nun muss geprüft werden, wie viel Geld noch aufgebracht werden muss, um den sanierungsbedürftigen Hof seiner Zweckbestimmung zuzuführen. Maria Obexer ist auf

dem Götschelehof aufgewachsen und im November 2010 verstorben. Auf dem Hof in der Plosestraße wurde bis zum Verkauf des Weingartens Wein gekeltert, Vieh betrieben und Obst angebaut, das in Milland verkauft wurde. eh

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BRIXEN

Mehr Platz für besondere Menschen z Der vergrößerte Textilbereich der sozialpädagogischen Rehabilitationseinrichtung „Kastell“ wurde kürzlich offiziell eröffnet. „Die Ausweitung des Textilbereiches war mehr als notwendig“, bestätigte Thomas Dusini, Direktor der Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft Eisacktal. Die Nachfrage an Beschäftigungsplätzen stieg in den letzten Jahren konstant an – auch deshalb, weil die Möglichkeiten für Menschen aus dem Rehabilitationsbereich auf dem Arbeitsmarkt zusehends schrumpften. Die sozialpädagogische Reha-Einrichtung „Kastell“ bietet Menschen, die von Unfall oder Krankheit gezeichnet wurden, sowie jenen mit Abhängigkeitserkrankungen einen Arbeitsplatz. Der Platz in den

früheren Räumlichkeiten in der „Alten Durst“ in der Otto-vonGuggenberg-Straße war mehr als ausgeschöpft, und somit war es für die Sozialdienste besonders erfreulich, als direkt daneben neue Räume angemietet werden konnten. In diesem Zuge konnte der Textilbereich der Einrichtung für Menschen mit Behinderung „Seeburg“ mit dem Textilbereich in „Kastell“ vereint werden. In den neuen Räumen können nun in fünf Waschmaschinen bis zu 40.000 Kilo Wäsche pro Jahr gewaschen werden. Die Wäsche kommt meist aus den internen Bereichen der Eisacktaler Sozialdienste, wie aus der Seeburg oder der Hauspflege, aber auch von Kunden wie Hotels und Restaurants oder Privatpersonen. eh

BRIXEN

Gesundheitskabarett zum Geburtstag z Fünfzehn Jahre und zwei Monate ist es her, seit die Notfallseelsorge in Südtirol ihren Dienst aufgenommen hat. Die erste Gruppe entstand in Brixen über ein Pilotprojekt des Weißen Kreuzes und durch das beherzte Engagement von vier Pionieren, darunter der heutige Dienstleiter Artur Punter. Zurzeit leisten über 170 Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger rund um die Uhr Dienst – freiwillig und ehrenamtlich, weil ihnen die ganzheitliche Betreuung von Menschen in schwierigen Situationen ein Anliegen ist. Neun Gruppen gibt es im Land, die letzte wurde vor einem halben Jahr in Bozen gegründet. Der Name „Notfallseelsorge“ umschreibt dabei die Sorge

um die Seele von Menschen, die durch den Tod einer ihnen nahe stehenden Person in eine akute Notlage geraten sind. Die italienische Bezeichnung dafür lautet seit kurzem „Supporto umano d’emergenza“. Am 14. April werden die fünfzehn wechselvollen Jahre nun im Rahmen des alljährlichen Notfallseelsorgetages gefeiert – unter anderem mit einem Vortrag von Ingo Vogl zum Thema „Strategien im Umgang mit schwierigen Einsätzen und in der Regeneration“. Im Anschluss an das Referat, das um 15.30 Uhr im Forum Brixen beginnt und zu dem alle Rettungskräfte des Bezirkes Brixen eingeladen sind, gibt es ein Gesundheitskabarett, ebenfalls mit Ingo Vogl. mk

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Politik & Gesellschaft

MILLAND

BRIXEN

Millander Dorfblatt mit Zukunftssorgen

Warten auf den Mittelanschluss

z Nach der Einstellung des offiziellen Informationsorgans der Gemeinde Brixen, „bei uns“, hat nun auch das „Informationsblatt Milland“ Zukunftssorgen: Auf der Titelseite der neuesten Ausgabe stellt sich das Redaktionskomitee die Frage, ob das seit 27 Jahren alle drei Monate erscheinende achtseitige Heft auch in Zukunft noch in die Millander Haushalte flattern solle. Anlass für die Selbstzweifel

war die immer schwieriger werdende Akquisition von Werbeinseraten – aber die Redaktion plagen auch Nachwuchssorgen: „Wir brauchen neue und jüngere Mitarbeiter, die mit derselben Leidenschaft das Blatt weiterführen wollen“, sagt Schriftleiter Emil Kerschbaumer. Nach einigen intensiven Gesprächen mit dem Hauptinserenten konnte das Erscheinen für das heurige Jahr gesichert werden, aber „ob wir 2013 weitermachen werden, hängt auch davon ab, ob wir in Milland neue Leute für unser Projekt begeistern können“. Auf der Titelseite der neuesten Ausgabe fordert das Redaktionskomitee die Millander Leser auf, ihre Meinung zum „Informationsblatt Milland“ kundzutun, denn: „Ein Informationsblatt lebt auch vom Kontakt mit seiner Leserschaft“. Die Millander werden sich – hoffentlich – mit Vehemenz gegen die Einstellung des sympathischen Blattes aussprechen. wv

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z Es steht noch immer nicht fest, wann der Mittelanschluss der Westumfahrung fertig gestellt werden wird. Landesrat Florian Mussner, der kürzlich zu Gast beim Stadtrat in Brixen war, versprach, mit den politischen Institutionen die notwendigen Klärungen vorzunehmen und dann den Stadtrat über den geplanten Baubeginn zu

informieren. Fest steht inzwischen, dass der Baubeginn für die Umfahrung von St. Andrä für das Jahr 2013 angesetzt wurde. Bürgermeister Albert Pürgstaller bat bei dieser Gelegenheit den Landesrat auch um Hilfe bei der Bereitstellung des Grundes und des Gebäudes von Seiten des Staates für die Bibliothek. db

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ST. ANDRÄ/AFERS

Jugendgruppen rücken zusammen andere Jugendliche vom Berg besser kennenzulernen. Die Freizeitjugend St. Andrä, Junge Generation in der SVP, Bauernjugend St. Andrä, Jugendgruppe

St. Leonhard, Jugendkapelle St. Andrä, Feuerwehrjugend, Südtiroler Katholische Jugend Afers und Rodeoriders wollen in Zukunft vor allem bei gesellschaftlichen

Anlässen gemeinsame Sache machen – erste Gelegenheit dazu sehen sie im Entzünden eines gemeinsamen Herz-JesuFeuers im kommenden Juni.ab

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.it

z Auf Initiative von Martin De Rossi trafen sich die Vertreter von acht Jugendgruppen des Plosebergs kürzlich, um das Thema Zusammenarbeit anzugehen. Ausschlag gebend für das Treffen war ein rückgängiges Interesse an den einzelnen Jugendveranstaltungen. De Rossi, selbst Vorsitzender der Jungen Generation der Südtiroler Volkspartei, meint dazu: „Es wird einfach zu viel angeboten. Zudem decken die Veranstaltungen zum Teil dieselben Themen ab oder werden parallel organisiert“. De Rossi wünscht sich eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Vereine, um dadurch auch die einzelnen Jugendgruppen selbst attraktiver zu machen. Durch gemeinsame Aktivitäten werden einmal Synergien genutzt, zweitens bieten sie durch die Teilnahme mehrerer Gruppen interessantere Gelegenheiten,

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Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen POLITISCHER EINSATZ: „Interessiert hat mich die Politik immer schon, aber ich wollte mich ihr erst widmen, wenn ich genügend Zeit dafür habe.“ Elda Letrari

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PORTRAIT

Im Herzen Pädagogin ELDA LETRARI CIMADOM, Stadträtin der Grünen Bürgerliste Brixen, über ihr Aufwachsen in einer mehrsprachigen Familie, ihr Hobby Schwimmen – und über die politische Arbeit.

E

s ist ein eigenartiges und schönes Gefühl, seiner ehemaligen Englischlehrerin gegenüber zu sitzen, und ein klein wenig scheint es, als sei die Zeit stehen geblieben. Der etwas verhaltene Elan und die sanft-heitere Ernsthaftigkeit sind immer noch da; die Fähigkeit, sich ganz und gar für etwas zu begeistern und gleichzeitig keinen Zweifel daran zu lassen, dass sie sich auch durchsetzen wird. Elda Letrari, Stadträtin für Umwelt und Soziales in Brixen, ist dieselbe geblieben, auch wenn sich die Bereiche, für die sie sich engagiert, im Laufe der vergangenen 25 Jahre verändert haben.

Mehrsprachiger Start ins Leben. Nachdem 1986 ihre Zwillinge zur Welt gekommen waren, hörte Elda Letrari „schweren Herzens“ auf zu unterrichten. Vier kleine Kinder und das familieneigene Geschäft, das es zu führen galt, als ihr Mann sich beruflich veränderte, waren Grund genug. Mit Feuereifer hat sie sich in den neuen Alltag gestürzt, hat das Geschäft und

geschickt, noch ehe ich lesen und schreiben konnte – mit der Begründung, dass mir das Hören einer weiteren Sprache nur gut täte.“ Irgendwie war es dann selbstverständlich, dass sie nach Bologna ging, um moderne Sprachen zu studieren. Zum einen dürfte es die Faszination der ältesten Universität der Welt gewesen sein, die sie in die oberitalienische Stadt zog, und ein bisschen auch das Gefühl der Freiheit, „was nach dreizehn gestrengen Jahren an Klosterschulen schon verständlich ist.“ Zur gleichen Zeit begann auch ihr Vater, der bereits mehrere Facharztausbildungen hatte und stets sehr wissbegierig war, in Bologna chinesische Medizin zu studieren. „Und so sind wir eben hin und wieder gemeinsam zu Prüfungen dorthin gefahren.“

Einstieg in die Politik. Gereizt

habe sie die Politik immer schon. Sie wollte sich dieser spannenden Tätigkeit aber erst widmen, wenn sie wirklich Zeit dafür haben würde. Nachdem die Zwillinge die

verstehen, wie was läuft, musste Ämter und Ansprechpersonen kennenlernen.“ Die Atmosphäre im Stadtrat empfindet sie als harmonisch und von gegenseitigem Respekt geprägt, und die Arbeit ist „sehr viel intensiver“ als sie es sich als Gemeinderätin der Opposition je gedacht hatte.

Schwimmen als Ausgleich. Sport, genauer gesagt Schwimmen, ist für sie der ideale Ausgleich zur Arbeit. „Unsere Mutter wollte, dass wir Sport betreiben, und so haben wir gründlich schwimmen gelernt“, erzählt die ausgebildete Schwimmlehrerin. Schwimmen wurde zum Sport der Familie Letrari, „und wenn ich nicht wenigstens einmal pro Woche diesem Sport nachgehen kann, habe ich Entzugserscheinungen.“ Stolz ist Elda Letrari auf das Integrationsprojekt „Brixen Begegnung“. Als sie ihr Amt antrat, war die Idee schon geboren, es gab bereits eine Arbeitsgruppe, und einiges an Vorarbeit war schon geleistet worden. Der erste Schritt war

„Die Arbeit als Stadträtin ist sehr viel intensiver als ich es als Gemeinderätin der Opposition je gedacht hatte“_ Elda Letrari ihre Fähigkeiten in Gleichklang gebracht, Bastelkurse und Vorführungen organisiert und in der Altstadt ein echtes Fachgeschäft entstehen lassen. Bereut hat sie die Entscheidung nie, „auch wenn ich im Herzen immer Pädagogin geblieben bin.“ Mit Leib und Seele hatte sie immer vor ihren Schülern gestanden. Sprachen waren und sind ihre große Leidenschaft. Ihr Vater stammte aus dem Trentino, und so war es selbstverständlich, dass in der Familie Deutsch und Italienisch gesprochen wurde. Diesen „zweisprachigen Start“ ins Leben empfindet sie als wunderbares Geschenk. „Zudem hat mich meine Mutter bei einem Fräulein Peintner in den Englischunterricht

Maturaprüfung abgelegt hatten, trat für Elda Letrari „die zentrale Rolle als Mutter“ etwas in den Hintergrund. Just zu dieser Zeit sprach sie Hans Heiss, damals Bürgermeisterkandidat der Grünen Bürgerliste in Brixen, auf ein eventuelles politisches Engagement an, „und das war für mich ein Signal.“ Heute gibt es für die fleißige Stadträtin viele Tage, an denen sie zehn und mehr Stunden für die Politik unterwegs ist. Fast täglich gibt es auch Abendtermine und die Begegnung mit den Bürgerinnen und Bürgern ist ihr ein Herzensanliegen. Vor allem in der ersten Zeit als Stadträtin war sehr viel Vorbereitung auf den politischen Alltag notwendig. „Ich musste erst

die Begegnung zwischen Brixen und Pakistan im vergangenen Jahr, vor wenigen Tagen fand die Begegnung zwischen Brixen und Albanien statt. Die außergewöhnliche und couragierte Initiative wurde mit dem ersten Preis von Cultura Socialis, einer Kulturinitiative der Landesabteilung für Sozialwesen, ausgezeichnet. Elda Letraris Vision für die Stadt Brixen umfasst noch mehr Öffnung: „Wir sind zwar eine Stadt des Dialogs, es gibt aber noch viel Potential.“ Dass Brixen eine Stadträtin für Immigration und Integration hat, ist ein deutliches Zeichen für eine zukunftsweisende Politik. Lebensqualität durch Überschaubarkeit bewahren und Gestaltungsmöglichkeiten für

die Nachkommen übrig zu lassen – diese beiden Grundsätze gehören für sie unbedingt zu ihrer Vision.

marlene.kranebitter@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief

Elda Letrari wurde am 14. Juli 1954 in Brixen als Älteste von vier Geschwistern geboren. Ihr Vater war Arzt, die Mutter Anna Wassermann war Schuldirektorin. Die Volks- und Mittelschule besuchte Elda Letrari bei den Englischen Fräulein in Brixen, die Oberschule im Sprachenlyzeum der Marcelline in Bozen. Nach der Matura studierte sie in Bologna Englisch und Französisch und promovierte in beiden Sprachen. Bereits während der Studienjahre begann sie zu unterrichten – zunächst an der Handelsschule in Sterzing, dann viele Jahre an der Handelsschule (Lehranstalt für Kaufmännische Berufe) in Brixen und schließlich am Wissenschaftlichen Lyzeum. Im Jahre 2005 wurde sie über die Grüne Bürgerliste in den Gemeinderat von Brixen gewählt, seit 2010 ist sie als Stadträtin in Brixen zuständig für Umwelt und Landschaftsschutz, Energieeinsparung, Spielplätze, Schulhöfe und den Freizeitpark Lido, für Wanderwege und Grünlagen, für Luft, Lärm, Elektrosmog und Mobilfunk, für Soziales, Immigration, Integration und Menschen mit Behinderung sowie für die Kommission für Chancengleichheit. Seit 1976 ist sie mit Hansjörg Cimadom verheiratet. Das Paar hat vier Kinder: Sonja, Katja und die Zwillinge Claudia und Arno. 17


Foto: Horst Oberrauch

Menschen & Meinungen

EISACKTAL

Neuer STV-Bezirksspielleiter z Harald Duml aus St. Andrä ist der neue Bezirksspielleiter des Bezirkes Eisacktal im Südtiroler Theaterverband; er übernimmt damit das Amt von Hermann Mairhofer aus Vahrn. Der begeisterte Theaterspieler Duml ist seit 1990 Mitglied der Heimatbühne St. Andrä und hatte insbesondere bei deren Freilichtproduktionen „Bodenfraß“ 1994 und „Die Stum-

me“ im Jahr 1997 einen starken Auftritt. Im „wirklichen“ Leben ist Harald Duml im Baumanagement tätig; im kulturellen Leben wird er sich nun insbesondere um die Weiterbildung und Schulung der Spieler und Spielleiter der Heimatbühnen im Bezirk Eisacktal kümmern. Bei der Bezirksvollversammlung wurden zudem Sepp Mitterrutzner als Bezirksobmann

sowie die Ausschussmitglieder Waltraud Engl, Josef Tauber und Vicky Obermarzoner bestätigt; als Kassierin wird Sabrina Oberhuber den Ausschuss vervollständigen. Das nächste größere Projekt des STV-Bezirkes Eisacktal ist die Sommer-Freilichtproduktion des Eisacktaler Volkstheaters, die zweijährlich im Schlosshof von Schloss Velthurns aufgeführt wird.  db

M&M BRIXEN

Mit„Adelstitel“ ins 90. Lebensjahr

Der Spruch vom Much

I woaß schun, prum der Domplåtz der schianschte Plåtz von gånz Tirol isch. De ålte Bühne in der Mitte gfållt in die Leit ebn ...

kurz

notiert

18

z Josef Herman Pitscheider ist in Brixen als begabter Künstler bekannt. Die lichtdurchfluteten Landschaftsbilder, die Motive aus seiner Heimat darstellen, schmücken zahlreiche Wände in den Brixner Haushalten. Der Künstler hat neben seiner Leidenschaft fürs Malen auch noch ein weiteres Hobby: das Skifahren. Längst ist er als einer der ältesten noch aktiven Skifahrer auf der Plose kein Unbekannter mehr. Mit seinen jung gebliebenen Ski-Kollegen wird „Pit“, wie sie ihn liebevoll nennen, bei Sonnenschein und guten Schneeverhältnissen des

Öfteren auf den heimischen Pisten gesichtet. Am 14. März wurde Herman Pitscheider 89 Jahre alt, doch feierte er mit seinen Skifreunden heuer bereits den 90. Geburtstag. Diese sind nämlich der Meinung, dass der erste Geburtstag auch mitgezählt werden muss – immerhin beginnt für Pit heuer das 90. Lebensjahr. Für diesen Tag ließen sich die passionierten Skifahrer etwas Besonderes einfallen und erhoben das Geburtstagskind kraft ihrer Befugnis auf scherzhafte Weise in den Adelsstand. Fortan darf sich Pit „Hermann, Pit der Erste, Ritter zu Plossberg

und Kranebittanien“ nennen und erhielt in diesem Rahmen von seinem Freund Heinz Lutteri einen heraldisch einwandfrei gestalteten Wappenbrief, der unter anderem auf die Hobbys des Künstlers hinweist. Josef Herman Pitscheider wurde 1923 in Brixen geboren und zeigte bereits als Kind große Begabung für das Zeichnen. Seine Gemälde zeichnet er vorwiegend in Öl- und Acrylfarbentechnik; sie zeigen Natur- und Landschaftsmotive aus den Dolomiten.  eh

Die Freiwillige Feuerwehr Brixen hat im Jahr 2011 rund 415 Einsätze bewältigt; insgesamt wurden von den freiwilligen Mitgliedern rund 10.000 Stunden geleistet. Für 15-jährige Tätigkeit wurde dem Wehrmann Hannes Egger das Verdienstkreuz in Bronze verliehen.

Der Brixner Stephan Kerschbaumer, Jus-Student in Trient, wurde erneut als Vorsitzender in den Vorstand der Südtiroler Hochschülerschaft (sh.asus) gewählt. Wichtigste Anliegen des neuen SH-Vorstandes sind die Verbesserung der Kriterien für die Studienbeihilfenvergabe und die Mobilität der Studierenden.

Die Jungbürger der Gemeinde Brixen, die 2011 volljährig geworden sind, trafen kürzlich Vertreter der Gemeinde Brixen. Die Jugendlichen diskutierten über die Öffnungszeiten der Diskothek Max, die Bedeutung des politischen Engagements von Jugendlichen, die Aufwertung des Flussraums und das Thema Slackline.

Foto: Oskar Zingerle

Menschen & Meinungen


O o op s

mein Hoppala

Sarah Bernardi, Moderatorin Südtirol 1

SMS auf Umwegen Vor einem Jahr kam eine Freundin aus München zu Besuch. Da ich frisch umgezogen war und sie meine neue Bleibe noch nicht kannte, bot ich ihr an, sie an der Autobahnausfahrt Bozen Süd abzuholen. Rosa bekam von mir eine SMS, dass ich im roten Seicento gleich nach den Mauthäuschen direkt unterm Ötziplakat auf sie warte. Nach etwa zwanzig Minuten klingelte mein Handy: „Eingehender Anruf von Robert Palfrader“ zeigte der Display auf – ich bekam zittrige Knie. Was bitte will der „ORF-Kaiser“ jetzt von mir? Ich hatte ihn zwar zu einem Radiointerview vor langer Zeit getroffen und so eine Handynummer löscht man halt nicht. Hilft nix, da muss ich drangehen, dachte ich mir und schon hörte ich ihn am anderen Ende wienerln: „Bitte woos is loos mitm Ötzi und diesem roten Seicento?“ - und dann fiel die Linie. Robert Palfrader ist in meinem Handy direkt hinter der Rosa gespeichert. Ich hätte im Boden versinken können und habe sofort versucht den Fauxpax in einer weiteren SMS zu erklären. Seine Antwort daraufhin: „Du kannst mi auch gern Rosa nennen beim nächsten Mal ;-).“

Sommercamp

Leser kochen für Leser

Spargelmousse > Zutaten für ca. zehn Portionen 9 St. Blattgelatine 100 ml Weißwein, trocken 1 kg Spargel, weiß (700 g geschälte Spargel) Salz Pfeffer, weiß (gemahlen oder aus der Mühle) 500 ml Sahne, geschlagen

> Zubereitung Blattgelatine in kaltem Wasser einweichen und quellen lassen. Spargel schälen und eventuell die Enden gleichmäßig abschneiden. Spargelstangen in Salzwasser weich kochen. Spargel aus dem Kochwasser nehmen,

(auch für Kinder mit besonderen Bedürfnissen)

Ergebnis der Online-Umfrage:

für Kinder im Alter von 6 bis 11

30.07. bis 10.08.2012 für Kinder im Alter von 11 bis 14

13.08. bis 24.08.2012

für Kinder im Alter von 6 bis 11 Nähere Informationen und Anmeldung: SSV Brixen, Großer Graben 26/D Di und Fr 15 - 17.30 Uhr Sa 9 - 11.30 Uhr Tel. 0472 834 409 E-Mail: info@ssv-brixen.info www.ssvbrixen-sommercamp.info

> Tipp Die Mousse kann auch mit grünem Spargel zubereitet werden. Sie kann auch zweifarbig, also mit weißer und grüner Spargelmousse, abgefüllt werden.

Haben auch Sie ein besonderes Rezept, das Sie unseren Lesern nicht vorenthalten möchten? rezept@brixner.info

Voting

09.07. bis 20.07.2012

ein wenig abkühlen lassen und anschließend fein mixen. Blattgelatine ausdrücken und in heißem Weißwein schmelzen lassen. Geschmolzene Gelatine unter die noch warme Spargelmasse rühren und durch ein feines Haarsieb streichen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kurz vor dem Abstocken die geschlagene Sahne unterheben. Die Mousse in eine Cocotte oder in eine mit Klarsichtfolie ausgelegte Terrinenform füllen und kalt stellen.

Anlässlich der vegetarischen Woche „veggie week 02“, die Ende März an der Landesberufsschule Emma Hellenstainer stattfindet, empfiehlt Küchenmeister und Kochfachlehrer Helmut Rubner ein Rezept aus „Basis der guten Küche“. Ziel der „veggie week 02“ ist es, zum Nachdenken über den persönlichen Fleisch- und Fischkonsum anzuregen und köstliche fleischlose Alternativen zu probieren.

des SSV Brixen Turnusse:

mmh!

Ihre Meinung online

„Finden Sie die Rentenreform richtig?“ 28,89% Ja, auf jeden Fall. Das bisherige Rentensystem war ungerecht und schlecht durchdacht. 24,44% Ja, weil auf diese Weise endlich die Babypensionen abgeschafft wurden 28,89% Nein, weil dadurch die Probleme Italiens nicht gelöst werden 17,78% Nein, weil ich dadurch bis 65 arbeiten muss

Ja oder Nein? Wir möchten Ihre Meinung wissen! Ein Klick auf unserer Homepage www.brixner.info genügt – und Sie sehen sofort, wie die Internetgemeinde bisher abgestimmt hat. Natürlich dürfen Sie nur eine Stimme abgeben – wir überprüfen dies auf technischem Weg. Das endgültige Ergebnis lesen Sie im nächsten „Brixner“. Die aktuelle Frage des Monats:

„Ist die Diskussion zu den Spielsälen berechtigt?“ > Ja. Für suchtgefährdete Menschen sind Spielsäle und Automaten fatal. > Ja. 700 Millionen Euro verspieltes Geld allein in Südtirol ist eine beängstigende Dimension. > Nein. Jeder muss selbst sehen, wie er diesem Problem ausweicht. > Nein. Es ist opportun, dass Barbetreiber und die entsprechenden Unternehmen mit dem Spiel Geld verdienen. Stimmen Sie mit! www.brixner.info 19


Menschen & Meinungen

BRIXEN

LAMMento

Ehrenamtlicher Einsatz für Flüchtlingskinder

Autsch! „Seien wir doch ehrlich“, sagt die Frieda, während sie symbolträchtig und heldinnenhaft zwei Underbergs an unseren Bartisch bringt, als ob sie ahnen würde, dass wir Männer Julias Heldinnentat nur schwerlich verdauen würden. „Die Julia. Wenn die im Mittelalter gelebt hätte, da hätte man sie doch glatt auf dem Scheiterhaufen verbrannt, oder?“ Na ja, sag ich, vielleicht hätte man sie für diese Heldinnentat auch zur Kaiserin gekrönt, denn schließlich hat sie ja die Demokratie gerettet vor Donato Seppi und anderen ähnlich finsteren obstruktiven Oppositionellen, auch wenn Demokratie aus der Sicht einer Kaiserin nicht unbedingt das Wahre wäre. „Mei, Sissi!“, ruft süßlich der Franzl, und Frieda klagt über Magenkrämpfe, weil sie dabei daran denken muss, wie Julia den Markusplatz beschreitet und das Volk „Evviva la Mamma!“ skandiert, worauf wir der Frieda heldenhaft unseren doppelten Underberg überlassen. „Wie dem auch sei“, sagt die Frieda, „ihr Mander habt jetzt zehn Jahre lang geplärrt, dass gegen die Obstruktion im Südtiroler Landtag kein Kraut gewachsen sei. Und dann kommt Julia, mit der Sense in der einen und dem Codice Civile in der anderen Hand, und löst endlich den gordischen Knoten – mit der Hilfe von Pius und mit einem kraftvollen Schlag zielgenau in die Weichteile der Opposition“. Autsch! Allein beim Gedanken an die lädierten Eier verzieht der Franz das Gesicht, ich ebenso, und Frieda grinst mit einem Lächeln, das nur absolute Sieger aufsetzen können. „Sie hat’s ihnen gezeigt, den ach so gscheiden Mandern“...

z In ihrer Matura-Facharbeit an der Hotelfachschule in Bruneck beschäftigte sich die 20-jährige Teresa Pichler im Juni 2010 mit dem Thema „Hilfe zur Selbsthilfe: zwei Wege aus der Armut“. Nach Erfahrungen als Fachservicekraft dachte sich die Kranebitterin: „In der Theorie habe ich mich mit Entwicklungshilfe befasst, nun möchte ich als Ehrenamtliche vor Ort selbst Hilfe leisten!“ Was lag näher, als sich bei Benno Röggla zu bewerben, dem Südtirol-Organisator von „Helfen ohne Grenzen“? Nach erfolgter Zusage reiste sie im September des Vorjahres nach Mae Sot, einer Großstadt dicht an der Grenze zu Myanmar, dem ehemaligen Burma oder Birma. In den Randbezirken

und umliegenden Dörfern leben schätzungsweise mehr als 200.000 Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten aus dem von Militärs regierten Nachbarstaat, darunter viele Angehörige der verfolgten Minderheit Karen. Teresa mietete sich bei einer Thailänderin ein Zimmer und beschloss, für „Visit and help“ zu arbeiten und sich vor allem für Flüchtlingskinder einzusetzen. Nun hieß es täglich am frühen Morgen bei der Zubereitung von Reis, Glasnudeln und Curry zu helfen, bei der Essensauslieferung an über ein Dutzend Schulen einzuspringen, in der Nähwerkstatt selbst Hand anzulegen und mit Kindern zu spielen. Unvergesslich bleiben die Radausflüge an die nahe Grenze mit Märkten und Grenzfluss, die engen Schulräume – zum Teil waren es Bambushütten – mit Erdböden, in denen jahrgangsübergreifend 40 und mehr Kinder Platz finden müssen, die zahlreichen Kommunikationsversuche mit Menschen, die Englisch als Dritt- oder Viertsprache mühsam erlernen, und die Gerüche von Chilipulver, süßem Zuckerrohr und Fischpaste aus Bottichen. Jetzt ist Teresa wieder in Brixen, mit vielen Erinnerungen an Menschen, die naturverbunden und ehrlich sind, die trotz Erschwernisse stark sind und den Glauben an eine bessere Zukunft nicht verlieren. Und mit einem guten Gefühl, nicht nur von Hilfe und Solidarität geredet zu haben.  jb

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Pro& Contra Ist eine Lockerung des Arbeitskündigungsschutzes sinnvoll? Der Hintergrund:

Während diese Ausgabe in Druck ist, dürften in Rom die letzten Entscheidungen zu einer Arbeitsmarktreform fallen. Ministerpräsident Mario Monti will vor allem den Artikel 18 abschwächen, der in Betrieben mit über 15 Mitarbeitern lediglich Entlassungen „aus gerechtem Grund“ erlaubt. Er hofft damit, dass Unternehmen neues Personal anstellen.

JOSEF NEGRI, Direktor des Unternehmerverbandes: „Die derzeitige Situation ist für junge Menschen nicht tragbar“ Ja Italien steht an einem Scheitelpunkt und muss die dramatische Krise nutzen, um wieder strukturell wettbewerbsfähig zu werden. Strukturelle Reformen sind dringend erforderlich, erfordern Vertrauen und ein Umdenken. Die Reform des Arbeitsmarktes umfasst weit mehr als die Lockerung des Kündigungsschutzes und ist im Sinne des europäischen Geistes anzugehen. Wir müssen Perspektiven für die Jugend schaffen. Alles andere wäre fahrlässig. Es ist nicht haltbar, dass unsere Jugend die gesamte Bürde des unflexiblen Arbeitsmarktes schultern muss. Es braucht eine Neuausrichtung des Arbeitsmarktes, die sich auf das Wesentliche besinnt: Unternehmen nehmen nicht Mitarbeiter auf, um diese zu entlassen, sondern um mit ihnen zu wachsen. Sie gehören zum Unternehmen, sie gestalten den Erfolg maßgeblich mit. Ein Ausstieg muss aber klar geregelt sein, so wie dies auch im restlichen Europa der Fall ist. Damit wird jungen Menschen viel einfacher ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ermöglicht. Österreich und Deutschland gehen hier mit gutem Beispiel voran. Die derzeitige Situation ist für junge Menschen in Italien nicht tragbar. 31 Prozent Jugendarbeitslosigkeit und die vielen prekären Arbeitsverhältnisse machen für sie eine Zukunftsplanung fast unmöglich. Die Jugend braucht entsprechende Voraussetzungen, um Zugang zu Bankkrediten zu erhalten und mit einer vernünftigen Familienplanung zu beginnen. Wir tragen Verantwortung für die künftigen Generationen. Wir müssen wieder Vertrauen schaffen. Vor allem die Jugend braucht Vertrauen in die Zukunft. z

MULTIMEDIAL

GENIAL

GEORG PARDELLER, Abgeordneter im Südtiroler Landtag: „Arbeitgeber und Arbeitnehmer trauen einander nicht“ Nein Sehr geschickt ist es auf keinen Fall, wenn die Regierung Monti gerade jetzt mit einem Thema kommt, das die Fronten zwischen den Sozialpartnern weiter verhärtet: die „Aufweichung“ des Artikels 18 des Arbeiterstatuts. Das Problem ist auch deswegen so kontrovers, weil Arbeitgeber und Arbeitnehmer einander nicht trauen. Keiner glaubt daran, dass der andere eine seriöse Vereinbarung in dieser Frage einhalten würde. Beide haben sie mit ihren Vorstellungen bis zu einem gewissen Grad Recht: die Arbeitgeber, wenn sie fordern, dass zu starre Bestimmungen gelockert werden, weil Flexibilität in der Wirtschaft grundlegend ist; die Arbeitnehmer, wenn sie auf einem strikten Kündigungsschutz beharren, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass in dieser neoliberalen Zeitphase die Wirtschaft wenig Rücksicht nimmt, wenn es darum geht, die Sicherheit des Arbeitsplatzes zu garantieren. Tatsache ist, dass heute die Unsicherheit der Arbeitsplätze sehr groß und vor allem für die Jugend bedrückend ist. In einer neoliberalen, globalisierten Wirtschaft und Arbeitsmarktpolitik sieht die junge Familie kaum Chancen für die eigene Zukunft. Das sollte die Wirtschaft verstehen, anstatt sich über die Regierung Monti Vorteile zu verschaffen, die auf Dauer nicht halten können, weil eine reife Gesellschaft das nicht zulassen kann. Die Regierung Monti ist nicht das Heilmittel schlechthin; sie hat gute Ansätze und eine gewisse Objektivität gegenüber der italienischen „Partitokratie“. Aber beim Artikel 18 reicht das einfach nicht aus. z

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Menschen & Meinungen

Echo

Leser schreiben uns

„Ehrenrührig und sachverdrehend“ Ein Leserbrief von LH Luis Durnwalder zum Editorial und zum Bericht „Gefahr Spielsucht“ im „Brixner“ Nr. 262, S. 3 und 4

LH Luis Durnwalder

Sehr geehrter Herr Vontavon, obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, gegen Ihren etwas provozierenden und teilweise unwahren, tendenziösen Artikel in einer der jüngsten Ausgabe des „Brixners“ nicht zu antworten, möchte ich Ihnen doch das für eine Antwort gesammelte Material zuschicken. Daraus werden Sie selber entnehmen können, dass Ihre Behauptungen weder in Bezug auf die Ermächtigung der Verlegung der Spielautomaten und schon gar nicht in Bezug auf die Schlechtbehandlung des Bezirkes Brixen („Arschkarte“) stimmen. Was die Verlegung der Spielautomaten anbelangt, so möchte ich erwähnen, dass dieser zu einem Zeitpunkt verlegt wurde, wo das Gesetz über Abst��nde der sogenannten „sale dedicate“ noch nicht galt. In der Zwischenzeit haben wir auf meinen Antrag hin die Gesetze abgeändert, sodass die vom Landesgesetz vorgesehenen Abstände von Jugendräumen, Schulen usw. sowohl für die Spielsäle als auch für die so genannten „sale dedicate“ gelten. Bei der konkreten Ermächtigung handelt es sich nicht um eine Genehmigung zur Führung eines Spielsaales gemäß Landesgesetz Nr. 137/1992, sondern um eine Bewilligung laut Artikel 88 des staatlichen R.D. Nr. 773/1931, für die so genannten „sale dedicate“. Diese sind eine durch das Dekret der Monopolverwaltung 22.02.2010 neu eingeführte Art von Glücksspielbetrieben, in denen nur so genannte VLTSpielgeräte aufgestellt werden können und bei welchen den Minderjährigen der Zugang per Gesetz verboten ist. Dem entsprechend können auch die Beschränkungen gemäß genanntem Landesgesetz in Bezug auf das Verbot des Betreibens von Spielsälen in einem Umkreis von 300 Metern zu schulischen Einrichtungen jedweden Grades, 22

Jugendzentrum oder sonstigen vorwiegend von Jugendlichen besuchten Einrichtungen oder stationären oder teilstationären Einrichtungen des Gesundheitsoder Sozialbereiches hier keine Anwendung finden. Für diese Betriebe werden staatliche Konzessionen vergeben, und das Land hat bei Vorliegen der urbanistischen Voraussetzungen der Räumlichkeiten keine andere Wahl als die Bewilligung zu erlassen, auch deshalb, weil diese, wie gesagt, im Sinne des Artikels 88 des königlichen Dekretes Nr. 773/1931 aufgrund staatlicher Normen erteilt werden, sodass dem Land keinerlei Gestaltungsspielraum zusteht. Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen würde die Verwaltung im Falle einer Ablehnung solcher Ansuchen hohe Schadenersatzforderungen riskieren. Sie wissen, dass die Gemeindeverwaltung von Brixen das vom Betreiber vorgelegte Projekt, in dem ausdrücklich ein Spielsaal vorgesehen war, genehmigt hat. Der Bauwerber hat daraufhin den Bau errichtet in der Hoffnung, dass er einen Spielsaal errichten kann. Ich wäre bereit gewesen, den Antrag von Seiten des Landes dennoch abzuändern, wenn mir die Gemeinde ein diesbezügliches Gutachten für die Ablehnung gegeben hätte. Dies war jedoch nicht der Fall, da sicher auch die Gemeinde befürchtete, dass aufgrund der erteilten Baukonzession Schadenersatzforderungen vorgebracht worden wären. Ich bitte Sie deshalb, in Zukunft bei solchen teils ehrenrührigen und sachverdrehenden Artikeln zuerst die effektiv Schuldigen ausfindig zu machen und, soweit es mich betrifft, vorher Rücksprache zu halten. Was hingegen die Verteilung der Geldmittel anbelangt, so möchte ich Ihnen ebenfalls beiliegend eine Aufstellung übermitteln, aus der hervorgeht, dass die Landesverwaltung im Bezirk Brixen nicht nur viel, sondern sehr viel Geld in den verschiedensten Bereichen investiert hat. Davon von „Arschkarte“ zu reden ist wohl beleidigend. In den beiliegenden Aufstellungen sehen Sie, was die Landesverwaltung in den letzten fünf Jahren in Brixen und Umgebung im Bereich der öffentlichen Arbeiten, des Wohnbaues, Schulbauten, Sanität, Sport, Kindergärten usw. investiert hat. Gleichzeitig lege ich Ihnen auch eine Aufstellung über die Gewäh-

rung von Sonderbeiträgen im Sinne des Art. 5 des Landesgesetzes Nr. 27/75 bei. Ohne Überheblichkeit darf ich wohl behaupten, dass die Gemeinde Brixen und das Eisacktal sicher einen angemessenen Teil des Landeskuchens erhalten haben. Wenn Sie anführen, dass in Meran die Gärten von Schloss Trauttmansdorff und die Thermen von der Landesverwaltung gebaut wurden, so müssen Sie berücksichtigen, dass es sich hierbei um Liegenschaften des Landes handelt, die selbstverständlich vom Eigentümer hergerichtet und saniert werden mussten. Bei den Thermen haben wir die Aktien vom Staat übernommen mit der Auflage, die angereiften Schulden zu übernehmen und gleichzeitig die Kosten für die Umstrukturierung der alten Anlage zu tragen. Auch Trauttmansdorff haben wir von der Opera Nazionale Combattenti übernommen und mussten selbstverständlich das Schloss polieren. Rechtzeitig haben wir auf Landesgrund dann den botanischen Garten errichtet. Was die Umfahrung von Meran anbelangt, so muss ich sagen, dass wir dort bis heute nur einen Bruchteil von dem investiert haben, was die Umfahrung von Brixen kostete. Meran wollte unbedingt eine Universität haben, wir haben aber beschlossen, dass diese nicht in Meran, sondern in Brixen als eines der wichtigsten kulturellen und schulischen Zentren des Landes gebaut wird. In jüngster Zeit haben wir in Brixen außerdem den Komplex der Englischen Fräulein erworben, worin in Zukunft Unterbringungsmöglichkeiten für Studenten errichtet werden sollten. Größere öffentliche Investitionen sind für die Erweiterung der Schulbauten sowie auch des Straßennetzes, vor allem die Umfahrung von Vahrn, geplant. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Schreiben und den beigelegten Unterlagen beweisen konnte, dass Brixen bzw. das Eisacktal vom Land ganz bestimmt nicht als Stiefkind behandelt wurde und wird. Lieber Herr Landeshauptmann, vielen Dank für diesen Leserbrief und für Ihre Argumentationen, die mich trotz einer 28-seitigen Ihrem Leserbrief beigefügten Dokumentation allerdings nur zum Teil überzeugen. Ich gebe zu, dass ich ganz bewusst eine etwas provo-

zierende Sprache für das Editorial über die Gemeindenfinanzierung und für den Bericht über die Spielsäle gewählt habe – in der Hoffnung, im Interesse der Brixner Bevölkerung die Aufmerksamkeit der Landesregierung zu wecken. Ihr Leserbrief ist der Beweis, dass dies auch gelungen ist. Sollten Sie sich persönlich angegriffen gefühlt haben, so möchte ich mich dafür entschuldigen. Das war bestimmt nicht meine Absicht. Ihre Klarstellungen zur Verlegung der Lizenz der Spielsäle in die Bahnhofstraße sind einleuchtend und zeigen auf, dass die Gemeinde Brixen in ihren urbanistischen Entscheidungen etwas mehr Mut an den Tag legen darf. Trotzdem darf ich Sie bitten, mit Entschlossenheit und mit geeigneten Gesetzen auf Landesebene gegen bestehende und geplante Spielstrukturen vorzugehen, denn die Dimension dieses Problems erschreckt mich. Etwas differenzierter sehe ich Ihre Argumentation zur Gemeindenfinanzierung. Es steht außer Frage, dass Brixen in den vergangenen Jahren durchaus in der Lage war, beim Rotationsfonds beträchtliche Finanzmittel zu beantragen und diese in der Folge auch sinnvoll einzusetzen. Ebenso weiß ich, dass das Land in den vergangenen Jahren dankenswerterweise viel in Infrastrukturen im Brixner Raum investiert hat – die Westumfahrung ist das beste Beispiel dafür. Mir geht es aber nicht um diese „grandi opere“, sondern um die Zuweisungen für laufende Ausgaben und um jene Investitionsbeiträge, die die Landesregierung laut Artikel 5 des LG 27/75 für besondere Bedarfsfälle jedes Jahr nach eigenem Ermessen den Gemeinden zuspricht. Was die Zuweisungen für laufende Ausgaben betrifft, so wird Brixen gegenüber Meran oder auch Bozen auch mit der neuen Regelung der Gemeindenfinanzierung benachteiligt. Das ist deshalb ein Problem, weil diese Gelder zur Deckung der laufenden Ausgaben und der institutionellen Tätigkeit der Gemeinden herangezogen werden, und Brixen sieht man meiner Meinung nach langsam an, dass nur noch die notwendigsten Instandhaltungsarbeiten finanziert werden können. Der Gemeindenverband hat durch eine akribische Analyse herausgefunden, dass Brixen gemessen an Einwohnerzahl und anderen Indikatoren wie Straßennetz oder öffentliche Strukturen


eigentlich jedes Jahr etwa 737.000 Euro mehr bekommen müsste, aber auf Druck von Meran und Bozen wurde dies nur teilweise in der neuen Gemeindenfinanzierung berücksichtigt. Dabei bringt den beiden Gemeinden ihre Beteiligung an den Etschwerken jedes Jahr jeweils 8 Millionen Euro ein, während Brixen keinerlei Einnahmen aus der Stromerzeugung hat. Zudem greift die neue Regelung erst nach einer fünfjährigen Einschleifphase – also mit vollem Betrag erst im Jahr 2016. Das heißt, dass erstens die ungerechte Behandlung fünf Jahre lang weitergeführt wird, wenn auch in geringerem Ausmaß. Zweitens hätte man für diese Einschleifregelung für die benachteiligten Gemeinden eigentlich einen Ausgleich schaffen müssen. In Zahlen ausgedrückt, bekam Brixen aus diesem Topf im Jahr 2011 10.502.144 Euro; 2012 werden es gerade mal 10.818.361 Euro sein. Erst 2016 wird Brixen etwas mehr als 11 Millionen Euro für laufende Ausgaben bekommen. Ich wiederhole: Damit wird die Ungerechtigkeit fortgesetzt, wenn auch in geringerem Ausmaß. Natürlich ist die Landesregierung dafür nur indirekt verantwortlich, weil sie zwar die Gesamtsumme des Lokalfinanzfonds definiert, die Aufteilungsschlüssel aber von den Gemeinden selbst über den Gemeindenverband vereinbart werden. In diesem Zusammenhang darf ich kritisch anmerken, dass bei einem Landeshaushaltsvolumen von 5,124 Milliarden Euro lediglich 270 Millionen Euro zur Deckung der laufenden Ausgaben der 116 Gemeinden vorgesehen sind. Im Sinne des Subsidiaritätsprinzips sollte man aus meiner Sicht überlegen, diese Verteilungspolitik zu überdenken, damit die Bürgermeister nicht – überspitzt formuliert – wegen jedem kaputten Kindergartendach nach Bozen pilgern müssen. Was Sie allerdings sofort entscheiden könnten, ist ein endgültiger Verzicht auf Rückerstattung der Kosten für das Schulhilfspersonal – Brixen würde sich damit im Jahr 2012 666.000 Euro sparen, die die Gemeinde unbedingt für andere Kapitel benötigen würde. Was die von Ihnen eigens zitierten Investitionsbeiträge betrifft, die über den Artikel 5 des LG 27/75 entweder direkt von Ihnen oder von der Landesregierung an die Gemeinden zugewiesen werden, kann Brixen im Vergleich zu ande-

ren Gemeinden eigentlich auch nicht zufrieden sein. 25 Prozent des Investitionsfonds werden auf diese Weise vergeben – insgesamt also jedes Jahr mehr als 25 Millionen Euro, bis 2008 waren es sogar jährlich 35 Millionen Euro. Auch wenn man nur die Einwohnerzahl als Kriterium anwendet (und nicht die Tatsache, dass Brixen als Bezirkshauptort mehr Kosten hat als eine kleine Gemeinde), so müsste etwa 1 Million Euro im Jahr über Beschlüsse laut besagtem Artikel 5 nach Brixen fließen. Lobenswerterweise haben Sie eine Aufstellung mitgeliefert, aus der hervorgeht, dass von 2005 bis 2011 – also in sieben Jahren – über den Art. 5 lediglich 2.005.000 Euro nach Brixen geflossen sind – eigentlich müssten es laut meiner vorsichtigen Kalkulation 7 Millionen Euro sein. Auch Detailanalysen sind aufschlussreich: Brixen hat zum Beispiel 2006 aus dem Fond der „freien Entscheidung LH“, wie Sie handschriftlich auf Ihren Unterlagen vermerken, 450.000 Euro erhalten, Bruneck 1.300.000 Euro, Meran 866.000. Die Vergleiche der restlichen Jahre bringen ein ähnliches Ergebnis. Selbstkritisch darf allerdings auch angemerkt werden, dass Brixen in den vergangenen Jahren wohl zu zurückhaltend in seinen Forderungen für Finanzierungen im Sinne des besagten Artikel 5 war. Mit dem nötigen Respekt vor Ihren Entscheidungen und den Entscheidungen der Landesregierung bleibe ich also – diesmal natürlich mit weniger provokanter Wortwahl – bei meiner Meinung: Brixen hat Aufholbedarf. Willy Vontavon, Chefredakteur

Im BrixnerPlus kann der Leserbrief von LH Luis Durnwalder und sämtliche mitgelieferte Unterlagen heruntergeladen werden

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Die Großen genießen leichte Frühlingsgerichte auf der Sonnenterrasse. Die Kleinen spielen nebenan Minigolf und toben auf dem Spielplatz. Wie kann eine Familie den Sonntag schöner verbringen?

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Menschen & Meinungen

Freunde und Gönner Thomas Angerer, Franz Castlunger, Petra Markart, Alexander Amort, Richard Moser, Franz Hinteregger, Josef Rungg, Flora Lanz, Gertraud Mair, Günther Wild, Augustin Leitner, Hans Lüttgersheiden, Albert Fischer, Helga Dander, Christian Hinteregger, Karel Fokke Stas, Johann Gebhard, Linda Planinschek, Anna Kinigadner, Paula Huber, Marialberta Zennaro, Marta Franzelin, Paul Seidner, Alois Schatzer, Erich Mayr, Annemarie Obexer, Hermann Priller, Anna Meraner, Albert Pürgstaller, Barbara Lechner, Michael Federspieler, Hansjörg Salcher, Renato Damiani, Andrea Marmsaler, Rosa Marmsaler, Waltraud EisensteckenGaspari, Johann Molling, Marianne Passler, Georg Hofmann, Ernst Fischer, Kurt Vogel, Klaus Borchert, Notburga Baumgartner, Verena Kier, Hannes Hofer, Christian Canu, Helga Frass, Alfred Lindlbauer, Karl Troi, Johanna Lunz, Maria Pichler, Wolfgang Heidenberger, Raimund Prosch, Erwin Pernthaler, Paula Bacher, Sebastian Ploner, Josef Seppi, Zora Nujanovic, Annelies Feichter, Judith Rabanser, Klaus Runggaldier, Giovanni Frena, Walter Mayrl, Johann Gamberoni, Maria Unterpertinger, Leo Gruber, Klara Obexer, Hubert Gasteiger, Josef Mulser, Rosmarie Rienzner, Luis Plunger, Cristina Lechner, Paul Oberhuber, Gertraud Leiter, Gasthaus Fink, Johann Jocher, Sigrid Mohs, Maria Aricochi, Peter Paul Hirn, Sonja Bacher, Hubert Kustatscher, Kurt Rofner, Anna Ferretti, Peter Strauss, Theresia Rabensteiner, Paula Planatscher, Hildegard Pichler, Daniela Vonklausner, Barbara Wenter, Paula Tauber, Karl Mayr, Domenico Chiari, Johann Obrist, Clara Zingerle, Wolfgang Angerer, Ida Huber, Albert Maly, Kurt Josef Segna, Karla Scheiber, Johann Micheler, Riccardo Masotti, Margherita Morocutti, Josef Resch, Andreas Oberrauch, Waltraud Zöschg, Renate Nössing, Wilhelm Klapfer, Christl Thaler, Johann Ebensberger, Tullio Biscuola,

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Roland Perathoner, Manfred Karl, Elisabeth Kahl, Hermann Hartner, Christa Freund, Reinhard Bacher, Martha Forer, Florian Gottardi, Katharina Endl, Reinhold Tabernar, Heinrich Gasser, Alois Thaler, Christoph Mahlknecht, Walter Sonnerer, Marcella Festini Capello, Ida Reichegger, Hans Kahl, Friedl Amort, Maria Barbara Letrari, Rosalia Fischnaller, Margareta Staudacher, Alfred Hinteregger, Helga Pernwerth, Emanuela Pattis, Susanne Favretto, Alex Fiaschi, Brigitte Senoner, Helmuth Munter, Liliana Meneguzzo, Margareth Fischnaller, Peter Paul Stuffer, Eleonora Sloschek, Klaus Cimadom, Klaus Fischnaller, Gottfried Volgger, Peter Volgger, Barbara Michaeler, Albert Ploner, Franz Lechner, Karin Hafner, Hubert Rungg, Petra Mitterrutzner, Vinzenz Kerschbaumer, Roman Priller, Anton Huber, Maria Amplatz, Franco Zanotto, Johann Kier, Maria Maddalena Goldiner, Peter Brunner, Andrea Terza, Elisabeth Messner, Edeltraud Mutschlechner, Jakob Troger, Anton Brugger, Josef Pfeifhofer, Josef Gebhard, Simon Pechlaner, Egon Hummel, Annemarie Tauber, Mario Cappelletti, Elisabeth Puner, Gertraud Wieland, Josef Volgger, Verena Steinmair, Klaus Borchert, Deporta Management, Valeria Hann, Guido Martini, Peter Winkler, Alexa Seebacher, Harald Pichler, Günther Klammsteiner, Stefan Schmidhammer, Andreas Costadedoi, Luca Tassara, Manfred Bacher, Carmen Lerchegger, Brigitte Brenninger, Alois Kaser, Berta Fischnaller, Franz Dejaco, Wolfgang Leitempergher, Anna Maria Platter, Martin Klapfer, Edith Prantner, Annamaria Fortarel, Walter Ploner, Sebastian Hofer, Maria Zingerle, Unterwirt KG, Paul Kemenater, Martin Wolf, Erich Wolf, Irene Eller, Gabriele Thöni, Peter Oberrauch, Evi Plank, Pius Prader, Ernst Frenes, Josef Gummerer, Herbert Hinteregger, Alois Oberhauser, Heinrich Campidell, Maria Theresia Resch, Monika Pichler, Luigia Ebner, Markus Kröss, Herbert Lanz, De Nardo, Johann Keim, Annamaria Moser, Anna Elisabeth Weissteiner, Salon Paula,

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Hannes Wierer, Marisa Torggler, Hans Pichler, Wilfried Rainer, Maria Rosa Prader, Walter Wachtler, Gertrud Jöchler, Ida Mariacher, Ernst Schwienbacher, Franziskus Hinteregger, Alois Steiger, Karl Maier, Martin Springeth, Franz Burkia, Helmut Pedratscher, Patrizia Solaro, Annagret Blasbichler, Nikolaus Kerschbaumer, HGV, Joachim und Andrea Hinteregger, Kathi Trojer, Oswald und Waltraud Meraner, Notburga Hofer, Cristina Boccolari, Margareth Solderer, Gertrud Caneva, Heinz Moser, Anton Bacher, Rosa Tinkhauser, Rudolf Neuner, Stefanie Huber, Johann und Maria Augschöll, Gebr. Ellecosta KG, Josef und Paula Radmüller, Frieda Blasbichler, Erwin Lehner, Regina Stockner, Peter Lanz, Georg Agreiter, Thea Huber, Walter Gogl, Romeo Lissandrini, Hermann Hofmann, Peter Unterkofler, Peter Gamper, Karin Kusstatscher, Hubert Mair, Georg und Michaela von Mörl, Paul Mair, Sara Lechner, Sabina Kasslatter, Paul und Alexandra Kreithner, Johann und Anna Hofer, Johann Federer, Christoph Ladinser, Franz Pichler, Josef Prader, Alfred Larcher, Erich Silgoner, Anna Pürgstaller, Karin Vontavon, Robert und Rosamunde Braun, Archeologiche SNC, Josef Kerer, Paul und Waltraud Prader, Ingrid Dantone, Georg Knollseisen, Thomas Wieland, Andreas und Jutta Schatzer, Claudia De Zolt, Josef Sigmund, Alfons Kasseroler, Helmut und Elda Terragnolo, Margareth Wieser, Josef und Gertraud Winkler, Ursula Nocker, Otto Vontavon, Valentina Trocker, Hugo Wassermann, Maria Schmiedhofer, Margarethe Salcher Mair, Reinhold Radmüller, Klara Premstaller, Andreas Bodner, Edith Mair Ebner, Walter Mitterrutzner, Hildegard Ostheimer, Irmgard Rexin Parschalk, Michael und Marianne Baur, Agnes Taibon, Johann und Marianna Tschager, Walter und Dora Pedevilla, Helga Graus, Werner RizziLadinser, Thomas Rabanser, Uwe Ringleb, Garage Gasser OHG, Aegidius und Maria Sader, Monika Kerer, Florian und Margareth Oberhauser, Herbert Kaute, Verena Ploner, Gretel Demetz, Karl Michaeler, Pietro

De Zolt, Karl Valentin Badstuber, Roland Cimadom, Albin Sigmund, Mathilde Volgger, Iris Fischnaller, Filomena Lanz, Walther Dietl, Martin Unterweger, Claudio Larcher, Carlo Costa, Dietrieg Ludwig Otto Lüling, Helga Kircher, Helmuth Pfattner, Othmar Bernhart, Paul Anton Silbernagl, Dagmar Stubenrauch, Klara Vigl, Friedrich Huisken, Johann Oberhofer, Robert Gamberoni, Rosa Frener, Josef und Rita Freund, Alfred Eichbichler, Christian Webhofer, Burkhard Kluge, Marlene Maurer, Margarete Müller Pfitscher, Erwin Schonberg, Ida Pitscheider, Armin Michaeler, Margareth Falk, Annemarie Winck, Alfred Stolz, Heinrich Zini, Waltraud Waldboth, Anton Plaikner, Christina Oberhuber, Oswald Lamprecht, Claudio Cestari, Alois Habicher, Franz Brunner, Moreno Baldessari, Maria Fischnaller, Reinhold Rogen, Beate Mitterhofer, Walter Hilpold, Johann Kammerer, Ida Tratter, Carlotte Damiani, Dieter Pupp, Martin Gruber, Martha Gamper Corradini, Klaus Unterweger, Martin Kanitscheider

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Diese Liste enthält alle Freunde und Gönner des „Brixner“, die ihren Beitrag bis 15. März 2012 überwiesen haben bzw. deren PostErlagscheinsquittung uns bis zu diesem Tag erreicht hat.

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Umfrage

Zufrieden mit der Stadtregierung? Gar einige Polemiken und sogar ein Misstrauensantrag der Opposition gegen den Stadtrat bestimmten in letzter Zeit die Brixner Gemeindepolitik. Doch wie zufrieden sind die Brixner selbst mit ihrer Gemeindeverwaltung, und wo sehen sie Verbesserungspotentiale?

„La coalizione deve dimostrare la maggioranza, che in Consiglio Comunale avrà sicuramente“, sagt Matteo Valdemarin. „Io ho fiducia nella giunta come prima, visto che sta lavorando veramente bene. Il fatto delle sale gioco è certamente un problema, ma non ci sará possibilitá per evitarle. In questo caso è molto importante educare la gente.“

„Wichtig wäre vor allem, wenn die Straßen in der Stadt in einem besseren Zustand wären. Die Löcher in der Romstraße sind seit Jahren eine Zumutung“, erwidert Sigrun Bergmeister. „Ansonsten bin ich generell sehr zufrieden und habe auch Vertrauen in die Stadtregierung. Kritisieren ist immer einfach, regieren ist wesentlich schwieriger.“

Alexa Cimadom ist mit der Stadtregierung im Allgemeinen zufrieden: „Sie müsste aber etwas mehr auf die Anliegen der Bevölkerung eingehen, das sehe ich als Manko. Wir sprechen schon seit Jahrem immer wieder wegen eines bestimmten Anliegens vor, und dieses wird stets, ohne zu hinterfragen, einfach abgelehnt – das ist nicht sehr bürgerfreundlich.“

„Fehler zu machen gehört dazu, vor allem in der Politik“, sagt Josef Bacher. „Ich bin mit der Stadtregierung zufrieden und wüsste auch nicht, was ich kritisieren sollte. Sicher, es gäbe immer Einiges zu tun – aber darüber braucht man sich gar nicht aufregen. Die Politiker sind auch nur Menschen und können nicht immer alles perfekt machen.“

„Es ist alles etwas teuer in unserer Gemeinde“, sagt Elisabeth Feichter. „Vielleicht könnte die Stadtregierung diesbezüglich der Bevölkerung etwas entgegenkommen. Generell bin ich zufrieden mit der Arbeit unserer Gemeindepolitiker, auch wenn man durch die letzten Vorfälle etwas kritischer geworden ist.“

„Ich bin mit der Gemeindeverwaltung sehr zufrieden und habe auch vollstes Vertrauen“, sagt Thomas Wiesflecker. „Die Schreier haben es leicht, da wieder einmal Wahlen bevorstehen. Wir leben auf einem hohen Niveau, und auf diesem zu kritisieren ist immer recht einfach“.

Margareth Mussner hat grundsätzlich volles Vertrauen in die Gemeindeverwaltung: „Was mich stört, ist die Art und Weise, wie die Opposition handelt. Bei jeder Gelegenheit wird ein Haar in der Suppe gesucht. Generell würde ich mir von der Gemeindeverwaltung mehr Achtsamkeit gegenüber der Umwelt wünschen und dass sich neue Projekte von alleine tragen, um so die Bürger nicht noch mehr zu belasten.“

„Mit der Einführung der Citybusse hat die Gemeindeverwaltung tolle Arbeit geleistet, deshalb bin ich auch sehr zufrieden“, meint Margit Kerschbaumer. „Ansonsten ist es natürlich wichtig, dass die einzelnen Parteien miteinander reden und die Bevölkerung mehr in die Entscheidungen einbezogen wird. Dieses Mitbestimmen verkompliziert die Sachen, aber auch die Meinung der Bürger sollte bestmöglich berücksichtigt werden.“ 25


AUFS HUHN GEKOMMEN: Hühner wurden das Markenzeichen des bekannten Cartoonisten Peter Gaymann

Kunst & Kultur

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CARTOONIST PETER GAYMANN KOMMT NACH BRIXEN

Hühner im Urlaub

Hühner sind das Markenzeichen des bekannten deutschen Cartoonisten Peter Gaymann. Nun schickt er seine Hühner in den Urlaub – und zwar erstmals nach Südtirol: Die „huhngewöhnlichen“ Erlebnisse sind Ende April in Brixen zu sehen.

P

eter Gaymann ist bekennender Italien-Fan. Das ist nicht weiter überraschend: Die Deutschen lieben italienisches Flair – der Gardasee kann ein Lied davon singen. Bei Gaymann geht das Gefühl tiefer. Der konservativ bürgerlich aufgewachsene Künstler aus Freiburg im Breisgau hat schon als Jugendlicher ein Faible für Fellini und Pasolini, er verehrt Marcello Mastroianni und Anna Magnani. So erfüllt er sich eine Art Lebenstraum, als er 1987 mit seiner Familie nach Rom zieht, der Heimat von Cinecittá. Er wird dort fünf Jahre bleiben. „Ein Zeichner braucht ein Skizzenbuch und Stifte – arbeiten kann er überall“, erzählt er. Damals war er schon erfolgreicher Cartoonist, den Großteil seiner Aufträge wickelte er über Deutschland ab. „Um dem Schneckentempo der italienischen Post ein Schnippchen zu schlagen, klebte ich Vatikan-Briefmarken auf die Umschläge; so ging es um einiges schneller“, lacht er.

Enge Verbindung mit Italien. und das Elsass mit seiner deutsch/ Heute lebt und arbeitet der 62-jährige Autor in Köln-Sülz. Die Verbindung mit Italien hält er aber aufrecht; Umbrien wird jetzt zur zweiten Heimat. Südtirol besucht er selten, aber freundschaftliche

französischen Realität ist nahe. „Südtirol liegt ja in Italien, und doch wird mehrheitlich deutsch gesprochen“, stellt Gaymann fest. „Außerdem male ich gern Idylle, und hier ergibt die Kombination

Knastis – das war hier die Frage“ schreibt er auf seiner Website rückblickend auf die Anfänge seiner Laufbahn. Sein Interesse war breit gefächert, Vieles machte ihm Spaß: das Malen, Zeichnen, Schreiben,

„Perfektion ist ein Ziel, das man sowieso nicht erreichen kann, weder als Paar noch als Künstler“_ Peter Gaymann, Illustrator und Cartoonist Bande verführen ihn zu sporadischen Besuchen in Brixen. Und so kommen Gaymann-Anhänger hierzulande endlich auch in den Genuss einer einzigartigen Bilderschau: Die Galerie Adler in Brixen zeigt vom 30. März bis zum 22. April eine Auswahl seiner Werke. Ein Land wie Südtirol ist dem Illustrator nicht gänzlich fremd. Auch im Badischen schmiegen sich Weinberge an die Hänge,

von sanften Hügeln und schroffen Felswänden ein geradezu ideales Landschaftsbild“, schwärmt der Cartoonist.

Kunst oder Knastis pflegen?

Schon als Kind hat Peter Gaymann gerne gebastelt und gezeichnet. Er war häufig krank, und so verbrachte er viel Zeit im Bett, wo er nach Herzenslust malen und zeichnen konnte. Nie hat er damals daran gedacht, diese Freizeitbeschäftigung zum Beruf zu machen. Comics gab es in seinem konservativen Elternhaus keine, „Fix und Foxi“ war schon das höchste der Gefühle. Ansonsten behalf er sich mit Ausgaben von „Das Beste“, wo er Bilder abpauste und dann penibel detailgetreu anmalte. Nach dem Studium der Sozialpädagogik beschäftigte sich Gaymann für kurze Zeit mit Jugendbildungsarbeit, was er sehr kreativ und spannend fand. Und plötzlich wollte er es wissen: Im Tchibo-Kaffee in der KaiserJoseph-Straße am Siegesdenkmal in Freiburg fasste er im fernen Jahr 1976 den Entschluss, Künstler zu werden. „Kunst pflegen oder

Filmen, Fotografieren. Schließlich fiel die Wahl aufs CartoonZeichnen – wohl aufgrund seiner Bewunderung für die großen Vorbilder Jean-Jacques Sempé, Friedrich Karl Waechter, Paul Flora und allen voran Tomi Ungerer. Das Satiremagazin „Titanic“ mit seinen humoristischen Zeichnungen und Karikaturen war dem jungen Künstler nicht nur helle Freude, sondern auch Inspirationsquelle.

Karriere mit Cartoon. Das Bild

allein genügte ihm bald nicht mehr: Er fügte pfiffige Kurztexte hinzu, als Bildunterschrift oder als Sprechblase, witzig und

info Peter Gaymann

Hühner im Urlaub Brixen, Galerie AdlerArt 30. März bis 22. April Ausstellungseröffnung am 30. März um 18 Uhr 27


Foto: Oskar Zingerle

Kunst & Kultur

Peter Gaymann: „Ich male gerne Idyllen, und Südtirol hat ein ideales Landschaftsbild“

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pointiert – ein Cartoon eben. Anfang der Achtziger Jahre gestaltete der Zeichner für „Die Badische Zeitung“ die Serie „Gaymann tierische Blätter“ mit allerlei Tieren als Protagonisten – Schweine, Hühner, Mäuse, Füchse und andere. Ein Tierchen hat es den Zweibeinern – Ähnlichkeiten sind vollkommen unbeabsichtigt! – besonders angetan, und so ist Gaymann auf das Huhn gekommen. 1984 gelang ihm mit dem

Cartoonband „Huhnstage“ der große Wurf. Ja, Sie haben richtig gelesen: In Gaymanns „Huhniversum“ werden sogar die brütend heißen Hundstage augenzwinkernd „verhuhnzt“. Die Hühner werden sein Markenzeichen und tauchen in Büchern auf wie „Hühner auf Reisen“, „WellnessHühner“, im Kochbuch „Huhn á la Cartoon“ und viele mehr. Seine Cartoons erscheinen in bekannten Magazinen; vor allem

die „Paar-Probleme“ in der BRIGITTE sind seit Jahrzehnten ein Hit. Ganz ohne Hühner, aber mit dem ihm typischen Humor bringt er den „huhnsgemeinen“ Geschlechterkampf mit feinem Federstrich und schnoddrigen Sprüchen auf den Punkt. Nicht zufällig liegen seine Cartoons bei Paartherapeuten in der Praxis, und Psychologen heitern Seminarteilnehmer mit seinen Bildern auf.

Beziehungen bleiben auch für den zum zweiten Mal Verheirateten ein großes Geheimnis, aber „Perfektion ist ein Ziel, das man sowieso nicht erreichen kann, weder als Paar noch als Künstler“, bekennt er freimütig. Wesentlich beigetragen zu seiner Popularität hat sein Freund und Verleger Siegfried Liebrecht, der für die zahlreichen Merchandisingartikel verantwortlich zeichnet, Werbekampagnen leitet und Ausstellungen organisiert. In letzteren finden sich immer wieder freie Arbeiten, die der Künstler besonders liebt. Mit einem kleinen Fotoapparat und einem Skizzenbuch als Begleiter auf seinen Reisen genießt er den Augenblick des Hinschauens, des sich Versenkens in die einfachsten Motive, das Malen ohne Termindruck. Lassen wir uns überraschen, wen oder was er in Brixen und Umgebung aufs Korn genommen hat!

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DIVERSES

Einblick ins Gestern Das Dorfmuseum Gufidaun feiert Ende April sein 40-jähriges Bestehen – Grund genug für den „Brixner“, sich darin umzusehen.

Klein und fein, bescheiden und volksnah. Die ersten vorwiegend

bäuerlichen Alltagsgegenstände wurden im Hohen Haus ausgestellt. Vor zwölf Jahren siedelte man dann in das frühere „Pfleghaus“ um, das sich bereits seit 1886 im Eigentum der Gemeinde befindet – im 19. Jahrhundert wohnten hier die „Pfleger“, die Verwalter der Fürsten von Gufidaun. Der letzte Besitzer des „Pfleghauses“, Josef Kröss, starb 1886 und vererbte das Gebäude der Gemeinde. Nach diesem letzten „privaten“ Besitzer wird das Gebäude von vielen Gufidauner auch „Kröss-Haus“ genannt. Seit der Restaurierung im Jahre 2004, die mit Landesgeldern und Freiwilligenspenden finanziert wurde, zählt das „Pfleghaus“ wieder zu den schönsten Häusern im Dorf. Zu den Museumsgründern zählt auch Otto Schenk, der heutige Obmann des Dorfmuseums. Der gelernte Tischler und legendäre ehemalige Gemeindepolizist in Brixen ist seit seiner Pensionierung vor 20 Jahren aus dem Gufidauner Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Laut eigenen Aussagen gehört er insgesamt 19 Vereinen an, früher waren es sogar einige mehr. So ist Otto Schenk zum Beispiel Vorsitzender des Partnerschaftsvereins GufidaunSchwarzenbruck in Mittelfranken, seit 52 Jahren Mitglied der Musikkapelle und Bezirksobmann

Foto: Oskar Zingerle

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ie Gründung des „kleinen Dorfmuseums, das Großes in sich hat“, so wird es im Faltblatt beschrieben, geht auf das Jahr 1972 zurück. Es waren vor allem Josef Krismer, Lehrer und Chorleiter, und Ferdinand Gasser, „Turmwirtsferdl“, die den Grundstock des heutigen Bestandes zusammengetragen haben. Wichtigstes Ziel der Gründer war es, volkstümliches Kulturgut zu sammeln, aufzubewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie wollten einen Beitrag zum besseren Verständnis der heimischen Kultur leisten und Einblicke in die Lebensweise früherer Zeiten in Südtirol gewähren.

Otto Schenk, rühriger Vereinsmensch aus Gufidaun, zählt auch zu den Gründern des Dorfmuseums Gufidaun

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im Südtiroler Chorverband. Im Gespräch erzählt er von seinem „Lieblingskind“, der Böhmischen. Zudem vertrat er von 1995 bis 2000 die 550 Einwohner zählende Fraktion im Gemeinderat von Klausen. In seiner Rolle als Vorsitzender vertritt er mit weiteren vier Vorstandmitgliedern das Museum nach außen, und selbstverständlich ist er es, der uns an einem regnerisch-feuchten Märztag Einlass gewährt ins „Krösshaus“. „Welch’ Glück, dass ich an den warmen Tagen vorher schon mal durchgelüftet hab’“, sagt er mit Stolz.

Zeugnisse von früher. Am

Eingang steht neben Skibrettern der ersten Generation eine Korn-Windmühle, vis-a-vis ist ein kleines Büro eingerichtet. Prunk, Pracht und Perfektionismus sucht man hier vergeblich. Zur Zeit stapeln sich Dutzende Kartons mit Memory-Spielen, die, im Moment noch etwas geheim gehalten, dank einer großzügigen Spende der Südtiroler Museumsfreunde von München in Auftrag gegeben werden konnten und am Festtag vorgestellt werden. In insgesamt drei Stockwerken und einem mit kaltem Erdboden versehenen Kellerraum sind allerlei Möbelstücke, Arbeitsgeräte und einfache Maschinen ausgestellt,

die Zeugnis geben vom Leben und Schaffen auf einheimischen Bauernhöfen und in Handwerksstuben. Besondere Beachtung verdienen die Rußküche mit Gewölbe, die Bauernstube, die Schlafkammer des Bauern mit einem 350 Jahre alten Kleiderkasten, mit Kinderwiege und Kinder-Sitzklo sowie der Torgglkeller und der Schusterraum. Mit Aufmerksamkeit gilt es, die verschiedenen Votivtafeln und das Zollerische Epitaph mit Gufidauner Familien aus dem 18. Jahrhundert zu betrachten. Otto Schenk verweist auf viele Details und erzählt die eine oder andere Anekdote. So soll es schon vorgekommen sein, dass der Fallensteller selbst in die ausgestellte Falle getappt sei und jammernd auf Befreiung gewartet habe. Auf die Telfner-Ecke ist er besonders stolz: Der aus Meran gebürtige Porträt- und Aquarellmaler Josef Telfner verbrachte viele Jahre seines Lebens auf dem Aichholzerhof in Gufidaun und ist dort 1948 auch gestorben.

Selbst ist der Mann. Oft über-

nimmt der rührige Obmann selbst die Museumsführungen, und Schulklassen haben es ihm besonders angetan. Dann setzt er sich selbst an die Stellsäge und führt vor, wie damit hantiert wurde,

oder er zeigt, wie in vergangenen Zeiten Sahne geschlagen wurde. Auch kennt er genau das Geheimfach im Kasten, in dem der Bauer die Geldtasche versteckt hatte, und führt vor, wie mit den „Hauspatschn“ in die „Holzknoschpn“ geschlüpft wurde. Auch die Funktion der „Haschpl“ (Gerät zum Aufwickeln von Garn) und der Lederwalze sowie die Tätigkeit des Sichelschärfens und des Drehens des Butterkübels sind ihm nicht fremd. Und sollte irgendwo etwas aus dem Leim gehen, dann kommt die geschickte Hand des gelernten Tischlers gerade recht. Die Dorfgemeinschaft Gufidaun feiert am 28. April anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Dorfmuseums ein großes Fest – mit Festrede, gehalten von der Kultur-Landesrätin Sabina Kasslatter Mur, Fest- und Ehrengästen, mit Musik von der Böhmischen und mit Speis und Trank. Für Besucher ist das Dorfmuseum Gufidaun von Ostern bis Allerheiligen jeweils am Dienstag, Donnerstag und Freitag von 17 bis 19 Uhr bis geöffnet. Vereinbarungen über Gruppenführungen können beim Obmann selbst unter schenk.otto@dnet.it getroffen werden. johanna.bernardi@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 29


Foto: Oskar Zingerle

Wo ist sie denn? z Nur noch die Lettern verwiesen auf sie: „Rathausgalerie – Galleria Comunale“. Doch wo sich normalerweise der Eingang zur StadtGalerie unter den Großen Lauben auftat, war im März keine Glastür mehr – und auch kein Schaufenster. Abgedeckt, mit Gipsplatten. Die StadtGalerie war verschwunden – zum Verschwinden gebracht

vom italienischen Künstler Carlo Speranza, der sich hier als Zauberkünstler Copperfield betätigte. Den einen ist’s ausgefallen und haben die Gemeinde bestürmt,

was denn hier nun im Gange sei. Andere wiederum sind den Lauben entlang vorbei gelaufen, ohne groß einen Unterschied zu bemerken. Auf der Postkarte zur

Ausstellung präsentiert sich Carlo Speranza selbstironisch als Nasenbohrer. Der Titel der Ausstellung: „Wenn du sie nicht überzeugst, dann verwirre sie.“ db

nach dem original österreichischen Apfelstrudel und stellen fest, dass der Südtiroler halt doch irgendwie ganz anders ist als der Österreicher. Und trotz aller kritischer Drauf-

und Innensicht ist es dennoch eine versteckte Liebeserklärung an jenes Land, in dem die drei Österreicherinnen ihre neue Heimat gefunden haben. db

Eine besondere Annäherung an die Lebensgeschichte und Passion Jesu Christi wird am Gründonnerstag, 5. April, um 20 Uhr in der Erhardskirche Brixen geboten. Aufgeführt wird darin das Theaterstück „Letzte Nacht auf Erden“ von Eric-Emanuell Schmitt – ein Monolog, in dem Jesus (Jens Richter) über sein Leben spricht.

Aufgrund der großen Nachfrage präsentieren die Schauspielerinnen Ingrid Maria Lechner und Monica Costabiei am 28. und 29. April erneut ihre Comedy „Täglich grüßt die Nachbarin“. Die Aufführungen finden im Anreiterkeller in Stufels statt; Karten unter karten@dekadenz.it.

K&K Kunst & Kultur

KABARETT

Foto: Arnold Ritter

Kunst & Kultur

AUSSTELLUNG

3 Schaßtrommeln für Südtirol z Was machen drei österreichische Schauspielerinnen, die es nach Südtirol verschlagen hat? Sie schreiben gemeinsam mit dem Ursüdtiroler Dietmar Gamper ein Kabarett über die kulturellen Gegensätze der Nachbarländer. Margot Mayrhofer (nun in Brixen lebend), Christina Khuen (in Meran gelandet) und Susan La Dez (nach Barbian ausgesiedelt) stellen dabei die schwarze Seele Wiens der weißen Weste Südtirols gegenüber und beschreiten unter der Regie von Dietmar Gamper einen heiterdepressiven Weg voller Fettnäpfchen. Und zum interkulturellen

kurz

notiert

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Austausch holen sie sich noch den muttersprachlich-italienischen Südtiroler Matteo Facchin dazu, der im Stück nicht nur Akkordeon spielen wird. Das Ergebnis nennt sich dann „3 Schaßtrommeln für Südtirol“ – wobei Schaßtrommel in etwa mit Schreckschraube übersetzt werden kann. Die drei Schauspielerinnen spielen in diesem Kabarett mit Musik drei völlig überzeichnete Wiener Typen, die schonungslos die Südtiroler Seele analysieren und bloßlegen, was den Südtiroler im Innersten zusammenhält. Sie singen traurige Wiener Lieder, suchen verzweifelt

Jedes Jahr lädt die Initiative Musik und Kirche in der Karwoche zur Aufführung der Johannespassion von J. S. Bach. Heuer wird diese von Thomas Michael Allen, Konrad Jarnot, dem Tölzer Knabenchor und dem Orchester „L’Arte del Mondo“ am 2. April um 20.30 Uhr im Dom aufgeführt.


NACHGEFRAGT

„Bezaubernde Papierwelten“ ERNA VALENTINI, Maskenbildnerin und Künstlerin aus Brixen, hat sich ganz der Papierkunst verschrieben. Ab 31. März bevölkern ihre einzigartigen Pappmaché-Kreationen die Schaufenster der Galerie Hofburg. Frau Valentini, Sie sind 2006 nach 25 Jahren wieder in Ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Reich an Erfahrung? Spannend war es allemal. Durch meine Ausbildung als Maskenbildnerin hatte ich Gelegenheit, an bedeutenden Filmprojekten wie die „Unendliche Geschichte II“ mitzuarbeiten. Mein Engagement bei Film und Theater führte mich nach München und Rom, eine Zeit lang auch nach Südtirol. Ein Spanien-Aufenthalt bewirkte eine spirituelle Wandlung und ich beschloss, meine Fähigkeiten im künstlerischen Bereich einzusetzen.

Seit Sie in Südtirol sind, widmen Sie sich vor allem der Pappmaché-Kunst? Hierzulande bin ich wohl die Einzige, die sich ganz auf Papiermaché spezialisiert hat. Ich fertige daraus Fabelwesen wie die FeenEngel, Dekorationsgegenstände und Möbel. Für Kindergärten habe ich ein GeburtstagsthronProjekt entwickelt, das bei den Kindern sehr gut ankommt. Bei Anfrage halte ich auch Pappmaché- und Schminkkurse ab und bemale Räume mit einer gehauchten Wischtechnik nach Rudolf Steiner. Zusammen mit meinem Partner Gino L. Broz entstehen derzeit ein Filmprojekt

über die Kogi-Indianer und das individuell gestaltbare Visionsspiel „Magic Willy“. Was erwartet die Besucher der Galerie Hofburg? Wie der Titel verrät, werden bezaubernde Papierwelten in den Schaufenstern die Besucher zum Staunen bringen. Am Samstag, 7. April, um 11 Uhr halte ich ein Referat zum Thema „Alles, was Sie schon immer über Papiermaché wissen wollten“, und es wird eine vorab angekündigte Finissage geben. Langweilig wird es also nicht werden. irene.dejaco@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Kunst & Kultur

NEU IM REGAL Annäherung an den Vater THEATER

Schwarzer Kater am Freitag, den 13. z Die Heimatbühne St. Andrä bringt ab Mitte April das Lustspiel „Drei Mal schwarzer Kater“ auf die Bühne – eine turbulente Komödie rund um eine gutbürgerliche Familie und den angesehensten Bürger der Stadt. Regie führt dabei Helene Stockner, „und auf der Bühne werden zahlreiche altbewährte Spieler zu sehen sein“, erläutert Obmann Horst Oberrauch. Möglicherweise ist dies auch die letzte Theateraufführung im traditionellen Spielort der Heimatbühne, dem Mehrzwecksaal der Grundschule von St. Andrä, die in nächster Zeit umgebaut werden soll. Bereits neu strukturiert wurde kürzlich der Vorstand der Heimatbühne St. Andrä:

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Horst Oberrauch wurde in seinem Amt als Obmann bestätigt. Ihm zur Seite stehen die nächsten drei Jahre Günther Holzer als Vize-Obmann, Harald Duml als Spielleiter sowie Rainer Bilak (Kassier), Stefan Lechner (Bühnenbau), Patrizia Lechner (Requisiten) und Hildegard Piok (Schriftführerin). Die Heimatbühne St. Andrä hat dabei so manchen mehr oder weniger geheimen Plan in der Tasche – weniger geheim ist, dass im nächsten Jahr wieder eine Freilichtproduktion stattfinden wird. Zunächst wird jedoch am Freitag, den 13. April, die Premiere von „Drei Mal schwarzer Kater“ gefeiert – und „bei diesem Termin kann’s einfach nicht schiefgehen“, so Horst Oberrauch. Alle Abergläubischen und Nicht-Abergläubischen finden die weiteren Aufführungstermine in unserem Veranstaltungskalender „timer“. db

Als sein Vater stirbt, wird Johannes erst bewusst, wieviele Fragen er zeitlebens versäumt hat, ihm zu stellen. Doch lässt ihn das unbestimmte Gefühl nicht los, dass es dafür noch nicht zu spät ist, und er begibt sich auf dessen Spuren nach Berlin. Dort nämlich hatte sein Vater als junger Soldat während des Zweiten Weltkriegs eine Liebesbeziehung zu einer Frau, von der niemand in der Familie bislang wusste. Tatsächlich gelingt es Johannes, die Frau ausfindig zu machen. Er trifft sie – und kommt seinem Vater näher als je zuvor. Berührend und mit feinem Sinn für die Zwischentöne beschreibt der in Graun geborene und in Meran lebende Autor Sepp Mall die behutsame Annäherung eines Sohnes an seinen Vater: Ein Roman, der mit dem Wort „Vater“ beginnt und mit dem Satz „es ist alles in bester Ordnung“ endet – und dazwi-

Sepp Mall: Berliner Zimmer. Roman. Haymon Verlag 2012.

schen liegt eine wunderbar einfühlsame Geschichte über das Leben, den Tod und die Frage, ob mit dem Sterben eines Menschen auch dessen Erfahrungen und die Erinnerung an ihn verloren gehen.

MUSIK

„Noisociety“ erfolgreich z Von sich selbst behaupten sie, dass sie „die Lösung haben für alle Leute, die gern mehr von der Musik abverlangen, die sie hören“. Provozierend fragen sie die Musikfans, ob sie denn auch oft das Gefühl hätten, dass „die Ohren nie das bekommen, was sie eigentlich verdient hätten“. Mit einem sympathischen Schuss Selbstbewusstsein und mit viel Power feierte die Rockband „Noisociety“ ihren Einstand in das Musikbusiness – mit einem ersten zarten Erfolg: Beim „Rocknet Live Award 2012“, dem bekanntesten Bandwettbewerb Südtirols, erreichten sie vor wenigen Wochen überraschend den sagenhaften vierten Gesamtrang und ließen einige Favoriten hinter sich. Bei

„Noisociety“ spielt neben Philipp Seehauser (guitar, vocals), Tobias Kaufmann (lead guitar, vocals) und Willi Seehauser (bass, vocals) auch der Brixner Schlagzeuger Robert Nogler. Die Band wurde mit viel Applaus belohnt – und mit einem Einkaufsgutschein von

500 Euro, den sie in einem Bozner Musikfachgeschäft einlösen können. Sieger des „Rocknet Live Award“ war die Grödner Folkrockband „Nolunta’s“, Zweite wurden „Reach Us Endorphine“ aus Barbian und Dritte „turbotrööt“. oz


PR-Info

IT-Ausbildung mit Zukunft Die fortschreitende Vernetzung von Informations- und Kommunikationstechnologien bietet IT-Experten gute Berufsaussichten in nahezu sämtlichen Branchen. Im Herbst diesen Jahres beginnt ein ESF-Lehrgang in Brixen, der eine kostenlose Spezialisierung zum Netzwerkexperten ermöglicht. Blättert man die Stellenanzeigen durch, so finden sich immer wieder Jobangebote für Netzwerktechniker und Systemadministratoren. Allein im Jahr von 2009 auf 2010 ist die Nachfrage um beachtliche 124,22 Prozent gestiegen: Die Aussicht, in diesem Berufsbild eine Arbeit zu finden, ist also äußerst positiv. Dies ist einerseits auf den lokalen Fachkräftemangel zurückzuführen, andererseits auf die schnelle Wachstumsrate in den digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien, die einen steigenden Bedarf an qualifizierten und zertifizierten Arbeitskräften im IT-Dienstleistungssektor zur Folge hat.

Die Ausbildung in Brixen ist ein Referenzprojekt der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche Südtirols, welche die Entwicklung auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt berücksichtigt: Beinahe hundert Prozent der Absolventen dieses Lehrganges fanden im Anschluss eine Beschäftigung in diesem Arbeitsfeld. Somit konnte eine Standardisierung der Kenntnisse und Kompetenzen in der Systemadministration erzielt werden, so dass das Bildungsprojekt beim Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung als Marke geschützt wurde.

Patentierte Ausbildung mit Erfolgsaussichten.

Der Vollzeit-Lehrgang wendet sich an motivierte Menschen mit einem technisch-wissenschaftlichen Reifediplom, einem Universitätsabschluss oder einem Lehrabschluss. Ziel ist eine Ausbildung auf hohem Niveau, die sowohl internationale Standards wie die Anforderungen von Südtiroler Unternehmen an die Netzwerkadministration berücksichtigt. In 21 Modulen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu selbstständig arbeitenden IT-Fachkräften in den Bereichen der Administration, der Installation und des Consultings ausgebildet. Ebenso erfolgt eine Vorbereitung auf die international anerkannten Microsoft-Zertifizierungen MCTS, MCITP-Server Administrator, MCITP-Enterprise Administrator und Linux-Zertifizierungen nach LPI Level 1. Im Lehrgang werden außerdem die Kern-

Im Herbst 2012 startet wiederum ein Lehrgang in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Sozialfonds (ESF), der die Teilnehmer zu Netzwerkexperten ausbildet: Der ESFLehrgang „Network System Engineer®“ wird mittlerweile in zehnter Auflage vom Brixner Schulungsunternehmen Martin Wieland GmbH durchgeführt. Die Ausbildung wurde in Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der ITK-Branche Südtirols konzipiert, um den Anforderungen des lokalen Arbeitsmarktes bestmöglich gerecht zu werden. Sie erleichtert dabei jungen Menschen den Zugang und den dauerhaften Einstieg in die Arbeitswelt mit unbefristetem Arbeitsvertrag und stellt damit eine vom ESF finanzierte Maßnahme gegen die Jugendarbeitslosigkeit dar.

ESF-Lehrgang „Network System Engineer®“.

kompetenzen eines DatenbankAdministrators für den MS SQLServer 2008 vermittelt. Der Unterricht ist überwiegend praxisbezogen: Anhand von Übungen in Einzel- und Gruppenarbeit vermitteln kompetente Referenten praxisnahes Wissen und die Teilnehmer üben in Laborsimulationen und Projektwochen. Zudem werden Aufgaben aus der Arbeitspraxis von Systemadministratoren durchgespielt; vorgesehen sind auch Exkursionen und Gastvorträge international bekannter Fachleute. Ein weiterer Schwerpunkt des Lehrgangs besteht in der Stärkung der sozialen Kompetenz: Die Teilnehmer können ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten verbessern; das Bewusstsein für das eigene Potenzial wird geschärft. Individuelles Coaching und eine gezielte Berufs- und Laufbahnberatung gewährleisten dabei eine erfolgreiche Integration in die Arbeitswelt. Der Lehrgang „Network System Engineer®“ ist modular aufgebaut und umfasst insgesamt 1.476 Stunden, davon 1.176 Stunden Theorie und 300 Stunden Praktikum. Weitere Informationen erteilt der Projektleiter Martin Wieland, auch können bereits jetzt die Anmeldungen getätigt werden. Für alle Teilnehmer ist die Ausbildung gebührenfrei. Einige Fächer: Netzwerkkunde, Windows 2008, Linux, IT-Security, Internet und Kommunikation, Microsoft Exchange, CISCO – Routing, Citrix, SharePoint, SQL Server, Soft Skills u. a.

ESF-Lehrgang Network System Engineer® 10. Auflage Zertifizierungen: • Microsoft (MCTS, MCITPServer Administrator, MCITP-Enterprise Administrator) • Linux (LPIC-1) Ort: Brixen Zeitplan: Herbst 2012 bis Sommer 2013, in Vollzeit Umfang: 1.476 Stunden, davon 1.176 Stunden Theorie und 300 Stunden Praktikum Zusatzdienste: • Fachtutoring zur Vorbereitung auf die Ablegung der Zertifizierungen • kostenlose Verpflegung und bei Bedarf Unterkunft • Berufs- und Laufbahnberatung • aktive Unterstützung bei der Praktikums- und Arbeitssuche Einschreibungen und Information: Mag. Martin Wieland Handy 347 1103029 info@martinwieland.it www.martinwieland.it

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KABARETT

Kunst & Kultur

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Der„Hausmeister“ in Klausen und Villnöss z Nach einer restlos ausverkauften Herbsttournee, die Thomas Hochkofler mit seinem Kabarett-Programm „Hell werd sein“ im November auch nach Brixen brachte, folgen nun acht Zusatzaufführungen – unter anderem auch in Klausen und Villnöss. Auch diesmal präsentiert er das Leben und Wirken des „Hausmeisters“ – eine Mischung aus Sarner Philosoph und Marlboro Man, dem er so nebenbei mit seiner Stimme auch noch den letzten Werbevertrag abgeluchst hätte. Wenn er gekonnt hätte. Aber wenn er gekonnt hätte, wie er gewollt hätte, wäre der Hausmeister wahrscheinlich Nervensägewerk geworden. Klar, dass so ein Mann nur Pech haben kann. Doch selbst gegen harte Prüfungen hat er als Vorsitzender der AG „Gesunder Menschenverstand“ allzeit ein

Hausmittel parat: „I sog net viel und denk mir mein Toal.“ In diesem Programm zeigt sich der Hausmeister erstmals auch von seiner privaten Seite. Denn kennen tut ihn eigentlich niemand wirklich, und es ist alles andere als sicher, ob man das auch wirklich will. Seine Frau hat ihn verlassen, gleich alle vier Riffl hat sie mitgenommen, und er weiß nicht, wo sie ist. Er weiß nur, dass sie das Kabarett liebt, dass sie Kabarettisten immer schon bewundert hat. Also stürzt er sich in seiner Verzweiflung auf die Bühne. Vielleicht kommt sie ja ... eventuell sogar in den Kultursaal St. Peter Villnöss (18. April) oder in den Dürersaal nach Klausen (19. April). Kartenreservierungen im Internet (www.rocknet.bz) oder, wochentags von 14 bis 18 Uhr, telefonisch: 331 3313377. wv


Foto: Oskar Zingerle

Diverses

Restaurierungsarbeiten abgeschlossen z Die Kirche „Unsere Liebe Frau am Kreuzgang“ steht im Schatten des Domes, nur durch einen drei Meter breiten Gang davon getrennt, in die Fassade des Domes eingebaut. Von den Touristen wird sie vielfach übersehen, doch trifft man darin untertags auf gar einige stille Beter. Anlässlich des Patroziniumfestes am 26. März wurde nun der Abschluss der Restaurierungsarbeiten der Altarbilder und der Kreuzwegstationen von Jakob Jennewein (1734) in der Liebfrauenkirche gefeiert. Seit 2008 sind sämtliche Altäre der

Frauenkirche restauriert worden: der Hochaltar mit Verkündigung an Maria und der MagdalenenAltar, beide von Theophil Pollack (1570-1639), der Mutter-Anna-Altar von Johann Degler (1666-1729), der Vesperbild-Altar mit Pietà und den Pestpatronen Sebastian und Rochus am großen Pfeiler, der Dreikönigs-Altar (17. Jh.), der Ährenkleidmadonnen-Altar (1645), ebenso die Pilgermadonna des Brixner Bildhauers Augustin Valentin (1898). Auch die DanielHerz-Orgel, die erhöht hinter dem Hochaltar steht, wurde in den Jahren 2008 bis 2010 als weltweites

Unikat von der Orgelbauwerkstätte Henrik Ahrend restauriert. Die Frauenkirche war ursprünglich wohl die Pfalzkapelle, die Kapelle der Hofburg. Ab Beginn des 13. Jahrhunderts war sie auch Sitz eines siebenköpfigen Kapitels – neben dem 18 Kanoniker zählenden Domkapitel. Das Kapitel der Frauenkirche ist 1808 von der Bayerischen Regierung aufgelöst und nie wieder errichtet worden, während das damals ebenfalls aufgelöste Domkapitel, wenn auch wesentlich verkleinert – mit nur mehr sieben Kanonikern – 1826 wieder errichtet worden ist. Bis

1926 war die Frauenkirche die Kirche der Studentenseelsorge. Jetzt dient sie für die Gottesdienste der Frauenkongregation, zur Eucharistischen Anbetung und für Pilgergruppen zu Privatandachten. db

war aber schnell klar, dass es bei dem einmaligen Event nicht bleiben würde. Am Mittwoch, 11. April, ist die Christian Muthspiel’s

Yodel Group auch im Forum Brixen zu hören. Nähere Infos dazu in unserem Veranstaltungskalender „timer“. db

MUSIK

Jodeln einmal anders z „Jodler waren in meiner Kindheit ein fixes Ritual bei jedem Gipfelsieg – und diese wunderbare musikalische Form kann selbst ein Musikantenstadl nicht zerstören“, so der österreichische Jazzmusiker Christian Muthspiel über eine Urform des Gesangs, die nicht nur in den Alpen heimisch ist. Mit seiner österreichisch-europäisch-amerikanisch besetzten Band machte er sich daran, das Jodeln mit einem gänzlich unalpinen Instrumentarium auf die Bühne zu bringen – in einem Spannungsfeld zwischen Original und Eigenem, zwischen Altem und Neuem. „Meine Herangehensweise an die Jodler hat gar nichts von

Ironie, Parodie, Dekonstruktion oder gar Sarkasmus: Ich liebe diese Musik und mache sie mir mittels meiner Bearbeitungen und Transformationen zu eigen. Dass viele Regionen der Erde noch ihre eigene authentische musikalische Form und Aussage haben, pflegen und weiterentwickeln, ist ein schöner Widerpart zur ästhetischen Globalisierung der Welt“, so der Jazzmusiker. Er gründete, ursprünglich als Auftragsprojekt für das Jazzfestival Saalfelden 2009, die Christian Muthspiel’s Yodel Group – bestehend aus zwei erfahrenen Formanarchisten der New Yorker Szene, zwei Koryphäen der französisch-schweizerischen Avantgarde und zwei österreichischen Freidenkern. Es

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29. MÄRZ BIS 1. APRIL: „STRICKER SPRINT PLOSE“

Freizeit & Sport

Spiel, Sport und Spaß Die Anfänge des traditionellen Kinder- und Jugendskirennens „Fila-Sprint“ gehen bereits auf die 70er Jahre zurück. Mit neuem Namen, neuen Organisatoren und viel frischem Wind startet die Sportveranstaltung heuer neu durch.

E

igentlich ist das Kinderund Jugendskirennen „FilaSprint“, das 1974 als „Mediolanum“ seine Anfänge hatte, für die Brixner nichts Neues. Immerhin ist die Sportveranstaltung schon seit knapp vier Jahrzehnten bei jungen Skirennläufern ein sportliches Highlight am Ende der Wintersaison. Heuer nimmt Linda Stricker, ganz im Sinne ihres verstorbenes Mannes Erwin Stricker, erstmals die Zügel in die Hand und bringt neuen Charme und neuen Glanz in die Sportveranstaltung, die vom 29. März bis zum 1. April in Brixen stattfinden wird.

Doppeltes Erlebnis. Mit dem Na-

men und der Philosophie von Erwin Stricker soll das „Stricker Sprint Plose“-Rennen für Teilnehmer, Zuseher und Organisatoren ein doppeltes Highlight – auf der Plose und auf dem Domplatz werden – ganz im Sinne des Brixner Mottos „Das doppelte Erlebnis“. Linda Stricker verspürte ein Jahr nach Erwins Tod das Bedürfnis, den Tatendrang und die Energien von Erwin aufzufangen. Sie beschloss, das Kinder- und Jugendskirennen in Brixen in seinem Sinne weiterzuführen und neu zu entdecken. „Es war meinem

Mann immer schon wichtig, die Kleinsten mit Spiel und Spaß für den Skisport zu begeistern und dabei auch die Familien miteinzubeziehen“, sagt Linda Stricker, Präsidentin des „Stricker Sprint Plose“. Erwin hatte 1987 die Organisation des damaligen „Fila Sprint“-Rennens vom legendären Sportjournalisten Rolly Marchi übernommen. Die Kombination aus Wettkampf und Spiel- und Familienfest begeisterte Stricker bereits damals und ließ ihn sofort viel Herzblut in das Projekt investieren.

Kleine Athleten ganz groß. Al-

Auch Karen Putzer (Bildmitte) legte beim „Fila-Sprint“ die Weichen für Ihre Karriere 36

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berto Tomba, die Geschwister Kostelic, die Geschwister Mölgg, Bastian Schweinsteiger und Denise Karbon haben seinerzeit bereits an den „Fila Sprint“-Rennen teilgenommen und damit die Weichen für ihre Karrieren gelegt – die nachfolgenden Weltkarrieren dieser Athleten sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Konzept Strickers aufgeht. Der sportliche Wettkampf wird auch beim heurigen „Stricker Sprint“ im Vordergrund stehen und mit einem reichlichen Rahmenprogramm auf dem Domplatz abgerundet. Linda Stricker organisiert nun zusammen mit dem WSV


DIE ERSTE AUSGABE DES „STRICKER SPRINT PLOSE“: Nach dem sportlichen Wettkampf auf der Plose geht es am Domplatz für die Teilnehmer mit viel Spiel und Spaß weiter

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info Remembering Erwin ... Erwin Stricker wurde am 15. August 1950 in Mattighofen in Oberösterreich geboren und kehrte 1955 mit seinen Eltern nach Südtirol zurück; die Strickers ließen sich in Gossensass und in Vahrn nieder. Skifahren lernte Erwin erst mit 14 Jahren, aber mit 17 gewann er bereits sein erstes Stadtlrennen auf der Plose, und mit 19 fuhr er sein erstes Weltcuprennen. Erwin wurde in erster Linie durch seine spekta-

kulären Stürze bekannt und war Teil der legendären „valanga azzurra“. Trotz der Tatsache, dass er in seiner gesamten Weltcup-Karriere kein einziges Rennen gewonnen hat, war Stricker 1973/74 immerhin Sechster im Gesamt-Weltcup, hat im Riesenslalom einmal einen zweiten und einen dritten Platz erreicht. Auch als Erfinder der gebogenen Skistöcke, aerodynamischen Helme und der Geierschnabel-Spitzen ging er in die Geschichte des Skisports ein.

1977 heiratete Erwin die Holländerin Linda Esser und zog nach Meran, wo auch seine beiden Kinder Tim und Nina aufwuchsen. 1979 beendete er seine Skikarriere und wechselte ins Unternehmertum. Viel Engagement steckte er in die Förderung des Skisports in China. Mit Begeisterung widmete er sich auch der Jugend: „Wenn wir es nicht schaffen, unsere Kinder für den Skisport zu begeistern, hat er keine Zukunft“. Erwin Stricker starb am 28. September 2010. 37


Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

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Großes Zeltfest FREITAG 13.04.12: „The Last Aprés-Ski Party 2012“ (Djane Dominique Jardin & Dj Shany) SAMSTAG 14.04.12: Saisonschlussfest mit der Gruppe „Tiroler Alpenklang“. SONNTAG 15.4.12: „Die 3 Verschärften“ und „Südtiroler Gaudimusikanten“. NEBEN DEM FESTZELT: Luftgewehrschießen mit schönen und wertvollen Preisen!

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Linda Stricker organisiert heuer erstmals den „Stricker Sprint Plose“ und tritt somit in die Fußstapfen ihres verstorbenen Mannes

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Brixen, dem Skiclub Fana, dem SC Plose und dem SC Lüsen sowie begeisterten Event-Managern die Familienveranstaltung, führt somit den Traum von Erwin weiter und hält sein enormes Netzwerk aufrecht. Nicht nur rund tausend Kinder und Jugendliche aus mehreren Nationen werden am letzten Wochenende im März erwartet, sondern auch der ein oder andere Ski-Promi lässt sich das sportliche Spektakel nicht entgehen. Kristian Ghedina, Ivica Kostelic, Peter Fill, Felix Neureuther, Federica Brignone, Denise Karbon und viele mehr werden am Samstag Nachmittag über den Red Carpet am Domplatz schreiten und am Sonntag als VIP-Paten für die Kids beim Mannschafts-Parallel-Slalom fungieren.

Eine Veranstaltung für Jedermann. Vor allem das Rennen am

SK 20 IPA SK IP S 0S ASS 7 / S AS 20 IP S 07 SK /1038 S

PA 07 /13 SKI 220 /13 201

Sonntag mit großen Namen des Skisports wird wohl auch viele Zuschauer auf die Plose locken. Überhaupt ist die Einbindung der Brixner Bevölkerung in den „Stricker Sprint“ eines der großen Ziele von Linda Stricker: „Natürlich ist es uns wichtig, dass die Teilnehmer ein tolles Rennen erleben werden“, sagt sie, „aber uns sind vor allem die Brixner wichtig, die wir ganz herzlich zu dieser Veranstaltung und zu den vielen Rahmenveranstaltungen einladen“. Eine atemberaubende Eröffnung findet am Donnerstag,

29. März, ab 19 Uhr am Domplatz statt. Abgerundet wird das Spektakel mit einem Live-Konzert am Samstag, 31. März, ab 20 Uhr, das ebenfalls am Domplatz stattfinden wird. Zu Rock- und Popmusik der 80er Jahre können die Brixner zusammen mit den prominenten Gästen das Tanzbein schwingen.

Programm Stricker Sprint Plose Freitag, 30. März 10 Uhr, Plose: Skitest für Kinder mit Material der nächsten Saison 11 Uhr, Snowpark Plose: Freestyle Show K2 19.30 Uhr, Domplatz: Eröffnungsfeier Samstag, 31. März 9 Uhr, Plose: Riesentorlauf 14 Uhr, Domplatz: RedCarpet-Show 16.30 Uhr, Domplatz: Mannschafts-Seilziehen 20 Uhr, Domplatz: Live-Konzert Sonntag, 1. April 9 Uhr, Plose: MannschaftsParallel-Torlauf „Boom Boom Race“ ab 13 Uhr, Domplatz: „Tenerone“-Party


Ein Mehr für Brixen. Die Veran-

stalter haben Großes vor: Das „Stricker Sprint Plose“ soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden und zum größten Family-Skifestival der Welt werden. Brixen und die Plose können sich darauf nur freuen: Tausende Teilnehmer mitsamt Familien werden ein Wochenende in Brixen verbringen, durch die Stadt flanieren und auf den Pisten der Plose herunterwedeln. „Die Veranstaltung ist ein Mehr für Brixen“, sagte demnach auch Bürgermeister Albert Pürgstaller bei der „Stricker Sprint Plose“-Pressekonferenz. „Wir unterstreichen mit diesem weiteren Highlight im Brixner Veranstaltungskalender auch unsere Marke Berg-Stadt und schaffen es, dass vom Kleinkind bis zum Großvater sich die ganze Familie in Brixen zusammenfindet und Brixen erlebt.“

Rendez-vous der Stars

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Das enorme Netzwerk der Freundschaften von Erwin Stricker macht’s möglich: Brixen wird am Wochenende des „Stricker Sprint Plose“ laut Angaben der Organisatoren eine Reihe von Sportstars begrüßen dürfen. Ihr Kommen angekündigt haben demnach unter anderem Atle Skaardal (1), Bernhard Knauss, Boris

Strel, Claudia Giordani, Daniela Ceccarelli, Christian DeVille, Gustav Thöni (4), David Zwilling, Dominik Paris, Federica Brignone, Lucia Recchia, Maria Rosa Quario (8), Jure Kosir (6), Alex Giorgi, Nicole Gius, Patrick Staudacher (11), Peter Fill (13), Kristian Ghedina (7), Armin Zöggeler, Urs Kälin, Denise Karbon (2), Felix Neureuther (3), Ivica (5) und Janica

Kostelic, Much Mair (9), Riccardo Patrese, Paul Accola (12) und Patrick Ortlieb (10). Diese VIPs werden teilweise auch auf den Skieren zu beobachten sein: Beim Parallel-Torlauf „Boom Boom Race“ am 1. April um 9 Uhr bestehen die Mannschaften aus jeweils einem VIP, drei Kindern und einem Elternteil oder Trainer.

Erwin Stricker würde sich als bekennendes Brixner Kind über die Familien- und Sportveranstaltung in seinem Namen besonders freuen. Seinem Wunsch, schon

die Kleinen für den Skisport zu begeistern, kommt das Organisationskomitee mit Ehrenpräsident Helmut Kerer und Präsidentin Linda Stricker einen großen

Schritt näher. Als „Cavallo pazzo“ hat Erwin in seinen sportlichen Zeiten bestens bewiesen, wie viel Spaß das Skifahren machen kann – ganz in diesem Sinne soll auch das „Stricker Sprint“-Event für Teilnehmer und Einheimische ein Erfolg werden.

„Uns sind vor allem die Brixner wichtig, die wir ganz herzlich zu dieser Veranstaltung und zu den vielen Rahmenveranstaltungen einladen“_ Linda Stricker, Präsidentin des OK

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Trametsch von unten nach oben z Mehr als 120 Teilnehmer waren bei der siebten Ausgabe des Skitouren-Rennens auf der Plose am Start. Die „Plose-Uphill-Night“ ging am 24. Februar über die Bühne und wurde vom Soccorso Alpino Brixen organisiert. Gestartet sind die konditionsstarken HobbyAthleten um 19.30 Uhr an der Talstation der Plose-Seilbahn in St. Andrä; sie zogen fast mühelos über die Trametsch bis zur Plose-

hütte des CAI auf knapp 2.500 Meter. Den Höhenunterschied von fast 1.500 Metern bewältigte Oswald Wiesenhorn vom ASV Martell als Schnellster in beeindruckenden 58 Minuten. Valentina Danese vom Verein „Skialp Gossensass“ schaffte es mit einer Stunde und 15 Minuten als beste von elf Frauen durchs Ziel. Nicht nur intensives Training und viel Ausdauer, sondern auch eine große Portion Motivation

brauchen die Teilnehmer, um die neun Kilometer lange Strecke zurückzulegen. Als Belohnung warteten viele Sachpreise im Ziel auf die „Finisher“, die die Strapazen des Rennens wieder wettmachten. eh

F&S Freizeit & Sport HANDBALL

Foto: Oskar Zingerle

Freizeit & Sport

SKISPORT

Spitzenfunktionäre treffen sich in Brixen z Die Mitglieder der Finanzdelegation der Europäischen Handballföderation (EHF) trafen sich – wie schon 2005, 2007 und 2009 – auch dieses Jahr in Brixen. Prominente Anwesende waren neben dem Gastgeber Ralf Dejaco, Urgestein des Brixner Handballs und Schatzmeister der EHF, der derzeitige Präsident Tor Lian aus Norwegen und der Vizepräsident Jean Brihault aus Frankreich sowie der Generalsekretär Michael Wiederer, der Marketingchef Peter Vargo und die Finanzverantwortliche

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Andrea Moser aus Österreich. „Beim Treffen ging es in erster Linie um die Vorbereitung der Exekutiv-Komitee-Sitzung und der Neuwahlen in Monaco vom 22. bis 24. Juni“, erläutert Ralf Dejaco, „da Tor Lian aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, wird sich das Karussell wohl drehen.“ Auf die Frage, wie er selbst sich seine zukünftige Rolle im EHF vorstelle, entgegnet Dejaco, in den 70er Jahren selbst Handballer, später italienischer Handballpräsident und heute

Die Eiskunstläuferin Lisa Barbieri aus Brixen, die dieses Jahr unter dem Ice Club Meran trainierte, hat beim „Trofeo delle Regioni“ in Feltre, gleichbedeutend mit der Italienmeisterschaft der höchsten Liga, in ihrer Altersgruppe den 1. Platz erreicht und ist somit Italienmeisterin in ihrer Kategorie „Principianti B“.

immer noch Präsident des Amateursportvereins SSV Brixen: „Wenn der Verband mich ins Rennen schickt und ich die Zustimmung finde, führe ich meine Arbeit als Schatzmeister sehr gerne weiter!“

Die EHF, der Dachverband für den Handball in Europa, wurde 1991 in Berlin gegründet und hat seinen Sitz in Wien. Ihm gehören derzeit 50 nationale Handballverbände an. jb

Vom 31. März bis zum 2. April finden im Ex-Nato-Gelände in Natz die 2. Enduro-Südtirol-Rennen statt. Am Freitag findet ein freies Training statt, die Rennen beginnen am Samstag um 11 Uhr. Die Siegerehrung ist für Sonntag gegen 13.30 Uhr im Festzelt angesetzt.

Für die Kletterhalle in Brixen stehen nun die definitiven Kosten fest: Insgesamt kostet die Halle inklusive Einrichtung 3.302.459 Euro – also 177.000 Euro mehr als im Kostenschlag aus dem Jahr 2007 vorgesehen.


NACHGEFRAGT

„Ganz besondere Menschen“ SABRINA DE COL, Trainerin der Brixner Schwimmer Marco Scardoni und Kathrin Oberhauser, zu ihren kürzlichen Erfolgen bei der Italienmeisterschaft für Menschen mit mentaler Beeinträchtigung. Frau De Col, bei den Italienmeisterschaften der Kurzbahn Anfang März in Fabriano haben Ihre Schützlinge hervorragende Leistungen gebracht ... Sechs Medaillen und sechs neue Italienrekorde auf der Kurzbahn – darauf sind wir mehr als stolz. Marco und Kathrin waren zwar sehr aufgeregt, haben sich aber tapfer geschlagen. Das harte Training in den letzten Monaten hat sich gelohnt. Fünf Mal die Woche wird trainiert, zwei Mal pro Woche gibt es ein Krafttraining – das ist anstrengend! Aber den beiden macht das Schwimmen so viel Spaß, dass

sie es kaum erwarten können, nach dem Wochenende wieder ins Becken zu springen. Wie haben sich die beiden zu so tollen Schwimmern entwickelt? In den letzten Jahren haben sie sich charakterlich stark weiterentwickelt, sind offener geworden und haben auch zu mir einen guten Zugang gefunden. Die Erfolge machen sie noch ehrgeiziger; Kathrin weiß beispielsweise immer genau, ob sie gut geschwommen ist. Die Leistungen werden wirklich von Monat zu Monat besser; umso größer ist dann die Freude über Medaillen. Erstaunlich ist einfach der enorme Wille der beiden.

Wie verbunden sind Marco und Kathrin miteinander und was steht für die Beiden denn heuer noch alles auf dem Programm? Die Beiden sind ein tolles Team; schwimmen bereits seit ihrer Kindheit und sind am selben Tag, den 10. Juli 1992, geboren. Jetzt folgen die Weltmeisterschaften und die Italienmeisterschaft auf der 50-Meter-Bahn. Kathrin hätte sogar die Chance, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, wenn sie es schafft, ihre persönliche Bestzeit im 100-Meter-Brust ein wenig zu verbessern. evi.hilpold@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

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Die Initiative wird gefördert vom Amt für Bildungsförderung der Autonomen Provinz Bozen und steht unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Brixen. Mit freundlicher Unterstützung: Südtiroler Volksbank, Meraner Mineralwasser, Bäckerei Alberti, F.lli Slaviero, New Colors, Metzgerei Fink, Faro Shopping, Creative Design, Pezzei GmbH

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Wirtschaft & Umwelt

BAU DER PLOSE-SEILBAHN VOR 50 JAHREN

Die Geschichte eines Skigebiets Vor fünfzig Jahren, am 16. März 1962, wurde die Plose-Seilbahn AG gegründet, im Spätherbst 1962 begann der Bau der ersten Seilbahn auf die Plose. Die Idee, den Brixner Hausberg mit einer Seilbahn zu erschließen, reicht jedoch noch weiter zurück. Ein Überblick über die touristische Entwicklung des Ploseberges von Zeno Giacomuzzi.

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ie Säkularisierung, also die Aufhebung der weltlichen Macht der Brixner Bischöfe im Jahre 1803, war für die Stadt Brixen ein harter Schlag. Es fehlte nun die Grundlage für eine wirtschaftliche Entwicklung, es kam zum wirtschaftlichen Stillstand. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam wieder Bewegung in dem verschlafenen Städtchen auf. Die Brixner Bürgerschaft ergriff erzwungenermaßen mehr Privatinitiative im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Handeln: Es entstanden der Turnverein, die Feuerwehr, der Gesellen- und Kolpingverein, es wurden lokale Banken gegründet, das Städtische Elektrizitätswerk und im Jahr 1898 der Kurverein. Für den Ploseberg besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Gründung der Sektion Brixen des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins am 24. September 1875, die 1886/87 die Plosehütte erbaute und im September 1887 eröffnete.

Ideen einer Plosebahn. Auch

in der Brixner Gemeindepolitik wehte ein neuer Zeitgeist. Außer der katholisch-konservativen Partei waren im Gemeinderat nun auch eine christlich-soziale sowie eine liberale und freie Bürgerpartei vertreten. Zwei Politiker setzten wichtige Zeichen für die Zukunft: Bürgermeister Otto von Guggenberg und Reichtagsabgeordneter Prälat Ämilian Schöpfer. Ihnen ging es vor allem darum, in Brixen Wirtschaft und Wohlstand aufzubauen – ein besonderes Anliegen war ihnen dabei der Fremdenverkehr. Zur Förderung 42

desselben wurden neue, gut befahrbare Verkehrswege in die Täler und Dörfer rund um die Stadt gebaut. Schon bald diskutierte man auch darüber, eine Straße über Afers ins Gadertal zu errichten. In diesem Zusammenhang entstand um das Jahr 1907/08 erstmals die Idee, eine Bahn auf die Plose zu bauen. Trotz positiver Gutachten und Prognosen konnte die breite Bevölkerung jedoch nicht für dieses Projekt gewonnen oder gar begeistert werden. Nur einige wenige Mitglieder des Gemeinderates und eine Handvoll Brixner Geschäftsleute glaubten, dass im Plose-Projekt die Zukunft der Stadt liege. Es gelang nicht, das Projekt durchzusetzen, und allmählich wich es anderen wichtigen Anliegen der Stadt. Im Jahr 1910 veröffentlichte die Guggenberg’sche Wasserheilanstalt auf eigene Initiative und Kosten einen „Prospektus“ zum Bau der Plose-Seilbahn. Dabei dachte Otto von Guggenberg auch an den Wintersport. Da eine Standseilbahn zu teuer gewesen wäre, plante er den Bau einer Schwebebahn auf Stützen nach dem System der Firma Ceretti-Tanfani-Strub. Die jährliche Transportkapazität war auf 50.000 Personen oder mehr berechnet. Von der Talstation in Milland sollte die Bahn über Platzbon und Grantsteig zur Bergstation Plose verlaufen. Mit Beschluss vom 31. August 1910 wollte die Gemeinde Brixen den Bau selbst durchführen und dafür ein Darlehen von 2 Millionen Kronen aufnehmen. Dieses wurde vom Landesauschuss auch

genehmigt, allerdings sollten damit zusätzlich die neue Artilleriekaserne, das Krankenhaus und die neue Volksschule gebaut werden. Dafür wurde aber die Aufnahme eines weiteren Darlehens von 2 Millionen Kronen notwendig – und zum Unmut der Bevölkerung auch beschlossen. Doch die Konzession ließ auf sich warten; zwischenzeitlich verwendete die Gemeinde die finanziellen Mittel aus dem Darlehen zum Bau der Kaserne, des Spitals und anderer Einrichtungen. Im Jahr 1913 verstarb Otto von Guggenberg. Der Baubeginn der Plose-Seilbahn musste auf das Jahr 1914 verschoben werden – dem Jahr, in dem der Erste Weltkrieg ausbrach.

Weiteres Bahnsystem in Planung. Auch der Bau einer Lun-

genheilanstalt in Palmschoß war zwischenzeitlich immer konkreter geworden, und dies beeinflusste natürlich auch das Projekt PloseSeilbahn. Anstatt der Gäste sollten mit der Bahn nunmehr lungenkranke Patienten auf den Ploseberg transportiert werden. Ein ganz anderes, neues Bahnsystem – das System Schiemann – kam zur Diskussion: eine Bahn mit Elektroantrieb, ohne Geleise auf der Straße, ein Motorzugwagen mit bis zu sechs Personenwagen und Anhängewagen für das Gepäck. Der Start dieser Bahn war in Sarns geplant. Doch alle Versuche, bei verschiedenen Banken die Finanzierung für dieses Projekt zu finden, scheiterten. Wie bei den vorhergehenden Bahnprojekten fand auch dieses nicht die Unterstützung der

Brixner Bevölkerung. Schlussendlich bereitete der Erste Weltkrieg diesem Projekt einer Plose-Seilbahn ebenso ein jähes Ende. Nach dem Anschluss Südtirols an Italien bestand auch in der italienischen Heeresleitung ein strategisches Interesse, eine Bahn auf die Plose zu bauen. Während des Krieges hatte man bereits eine provisorische Materialseilbahn für militärische Zwecke gebaut. Doch wiederum fehlte das Geld, und auch dieser Traum von einer Plose-Seilbahn war vorerst ausgeträumt.

Erste Schritte zur skitouristischen Entwicklung. In den

1920ern, vor allem aber in den 1930er Jahren kam bei der Brixner Jugend zunehmendes Interesse für den Wintersport auf. Junge Burschen mieteten Almhütten auf den Gampenwiesen, um von dort aus Skitouren auf den Gabler oder auf die Plose zu unternehmen. Die Alpenvereinshütte auf der Plose war inzwischen enteignet und dem italienischen CAI übergeben worden. 1923 bauten die Brixner Kaufleute Josef Kahl und Franz Strasser die Brixner Skihütte. Als die ersten deutschen Wintertouristen dort Urlaub machten, wurde diese in den Jahren 1925 und 1931 erweitert. Damals wurde auch der


VERBINDUNG STADT-BERG: Die Mittelstation in St. Andrä nach Fertigstellung im Jahr 1964

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erste staatlich geprüfte Skilehrer, der bekannte Wastl Oberhofer, eingestellt – er trug italienweit die Skilehrer-Nummer 6. Mitte der 1930er Jahre veranstaltete man erste Skirennen mit Start am Gabler oder in der Skihütte und Ziel beim Gasthof Fischer in Klerant. Dort gab es Anfang der 1950er Jahre für kurze Zeit sogar einen einfachen Schlepplift. Die Skiinteressierten

Schon bald entstanden am Ploseberg die ersten Beherbergungsbetriebe und Skilifte: Der Brixner Kaufmann Blasius Erler baute beispielsweise das Berghotel Kreuztal sowie 1953 den ersten modernen Skilift in Richtung Schönjöchl, Karl Vallazza das Hotel Vallazza in Palmschoß, und die Familie Kahl ließ bereits 1950 vom Brixner Schmied Konrad Tinkhauser einen ersten,

1960 trassierten einige begeisterte junge Skifahrer unter der Leitung von Peter Unterleitner durch das Fällen weniger Bäume eine schmale Abfahrt von Kreuztal über Freienbichl zu den so genannten Frötscher Rennwiesen und weiter zum Fischer in Klerant. Diese Abfahrt nannte man nach einem Apfelgetränk „Pomosa“, und es war eine erste Möglichkeit, mit Skiern bis ins Tal abzufahren.

„Trotz positiver Gutachten und Prognosen konnte die breite Bevölkerung nicht für das Projekt Plosebahn gewonnen oder gar begeistert werden“_ Zeno Giacomuzzi schlossen sich zusammen; es folgte die Gründung eines italienischen Skiclubs und im Jahr 1947 eines deutschen Skiclubs Brixen mit Peter Unterleitner als ersten Präsidenten. 1959 wurde auf den Missionshauswiesen in Milland das erste Brixner Stadtlrennen veranstaltet. 1962 gründeten die Skilehrer Karl Hornof, Hubert Fink, Franz Perathoner und Peter Sulzenbacher die Skischule Plose; es folgten der Skiclub Fana und in St. Andrä der Skiclub „Plose“.

sehr primitiven Schlepplift von der alten Skihütte bis zur Waldgrenze errichten. Damit war in skitechnischer Hinsicht ein neues Zeitalter am Ploseberg eingeleitet. Josef Ladurner, der ohne Zweifel als Liftpionier auf der Plose bezeichnet werden kann, erbaute 1959 den ersten Sessellift am Ploseberg, der die Wintersportler von der Skihütte zur Pfannspitze brachte, und in der Gipfelregion einen Schlepplift, den so genannten Heini-Lift. Um

Mitte der 1960er Jahre bemühte sich die Kurverwaltung Brixen, die touristische Erschließung des Ploseberges voranzutreiben. Es gelang, von der Region ein Areal zu erwerben und dieses von der Gemeinde Brixen als touristische Zone ausweisen zu lassen. Die Kurverwaltung verkaufte diese Fläche an die Firma Semperbau des Peter Paul Defregger aus München, der sich verpflichtet hatte, ein Hotel und eine Feriensiedlung zu errichten. Letztere wurde

gebaut, das Hotel jedoch nicht, weil Defregger Konkurs anmelden musste. Die ersten Schritte zur touristischen Erschließung und Entwicklung des Ploseberges waren somit getätigt. Doch auch das Militär hatte im Jahr 1956 Interesse, die Plose für ihre Zwecke zu erschließen: Anlässlich des Kalten Krieges wurde längs des „Eisernen Vorhangs“ nämlich ein Radarsystem zur Raketenabwehr angelegt, so auch auf der Plose. Dafür wurde die Fröllspitze beziehungsweise der Telegraf eingeebnet und die technischen Einrichtungen unterirdisch erbaut. Für die Soldaten entstanden in der oberen Palmschoß Kasernen zur Unterbringung von rund hundert Personen sowie eine Verbindungsseilbahn zur Radarstation auf den Telegraf.

Die Plose-Seilbahn AG wird gegründet. Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre kam es in Brixen zu einem ersten Aufschwung des Fremdenverkehrs und somit entstand wiederum die Vision, den Hausberg mit einer Seilbahn zu erschließen. Auf Grund von Fördermöglichkeiten seitens der Autonomen Region Trentino-Südtirol traf die Kurverwaltung erste bürokratische und technische Vorbereitungen. 43


Wirtschaft & Umwelt

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Die Talstation in Milland, 1964 Verschiedene Seilbahnfachleute wie die Seilbahnbauer Hölzl aus Meran und Troyer aus Algund wurden hinzugezogen und erste Planungen und Vorschläge erarbeitet. Wegen des sehr großen Höhenunterschiedes zwischen Brixen

und der Plosehütte beschloss man, von Brixen bis zur Waldgrenze nach Kreuztal eine Pendelseilbahn in zwei Teilstrecken zu bauen: Die erste Teilstrecke reichte von Brixen nach St. Ändra und hatte einen Höhenunterschied von

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500 Höhenmetern zu überwinden, die zweite von St. Andrä nach Kreuztal mit einem Höhenunterschied von 1.100 Höhenmetern. Von Kreuztal sollte dann ein Lift zur Plosehütte gebaut werden. Diese Planungen waren soweit gediehen, dass man den Bau der ersten Plose-Seilbahn angehen konnte. Die Fördermaßnahmen seitens der Region setzten allerdings ein bestimmtes Eigenkapital voraus, das durch die Gründung einer Aktiengesellschaft in erster Linie von der lokalen Wirtschaft erbracht werden musste, da die Kurverwaltung als Bauträger nicht geeignet erschien. Der nächste Schritt war also die Gründung einer eigenen Aktiengesellschaft, was am 16. März 1962 in der Kanzlei des Notars Augusto Doná geschah: Die Plose-Seilbahn AG war aus der Taufe gehoben. Die zehn Gründungsmitglieder waren Wolfgang Heiss, Julius Durst, Luis Plunger sen., Josef Froschmayr, Blasius Erler sen., Karl Vallazza, Josef Ladurner, Peter Unterleitner, Karl Fischnaller und Zeno Giacomuzzi. Die ProkopfAktienquote betrug 100.000 Lire; die Plose-Seilbahn AG verfügte also über ein Gründungskapital von einer Million Lire. Julius Durst wurde zum Präsidenten und Wolfgang Heiss zum Vizepräsidenten gewählt; der Aufsichtsrat setzte sich aus Zeno Giacomuzzi, Paolo Goss und Alfred Gratz (Ersatzmitglieder: Albert Scheidle und Renato Damiani) zusammen. Mit diesem formellen Akt, verbunden mit einer ersten Kapitalerhöhung von 1 Million Lire auf 150 Millionen

Lire – 30 Prozent Inhaberaktien und 70 Prozent Namensaktien, – war die Plose-Seilbahn-AG handlungsfähig. Die weiteren notwendigen Bauvorbereitungen und Entscheidungen hinsichtlich der Beauftragung der Baufirmen wurden in Angriff genommen, ebenso wie die Verhandlungen mit den Grundbesitzern über die notwendigen Gründe für die Seilbahnstationen und die Überfahrtsrechte. Eine notwendige und geeignete Verwaltungsstruktur fehlte allerdings: Nur ein kleiner Raum im letzten Stock der Sparund Vorschusskasse diente als Büro. Ein Mitarbeiter der Bank erledigte nach Dienstschluss die Büroarbeit. Im April 1963 legte Julius Durst aus privaten Gründen die Präsidentschaft der Seilbahn AG nieder. An seine Stelle wurde der Aufsichtsrat Zeno Giacomuzzi, der mittlerweile auch Präsident der Kurverwaltung war, zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrates gewählt und Wolfgang Heiss als Vizepräsident bestätigt. Sie leiteten in der Folge den gesamten Bau der ersten Plose-Seilbahn.

Werben bei den Brixnern. Die

Kapitalbeschaffung mit entsprechender Werbung bei der Bürgerschaft in Brixen verlangte dem Verwaltungsrat alles ab: Auf vielen Versammlungen wurde das Projekt vorgestellt und für Aktienzeichnungen geworben. Der Erfolg der Eigenkapitalbeschaffung war allerdings gering. Wie schon bei der ersten Initiative zum Bau einer Seilbahn auf die Plose im Jahre 1907/08 stand wiederum die Brixner Geschäftswelt sowie die Bürger nicht geschlossen hinter dem Projekt – vor allem, als es um eine finanzielle Beteiligung ging. Dadurch musste ein Darlehen von 180 Millionen Lire bei der Investitionsbank (Mediocredito) aufgenommen werden; dies genügte aber nicht zur Finanzierung des gesamten Seilbahnprojektes. Auf Grund der damals herrschenden Kreditbeschränkungen in Italien suchte man später auf politischer Ebene bei der Nordtiroler Landesregierung um eine finanzielle Hilfe in Höhe von 4 Millionen Schilling an. Dieser Kredit wurde auch gewährt.

Der Bau beginnt. Auch die

Konzessions- und Lizenzverfahren gestalteten sich langwierig. Probleme gab es ebenso beim Grunderwerb für den Bau der Bergstation in Kreuztal, während der Ankauf des Grundes zum Bau


der Talstation samt Parkplatz und für die Mittelstation in St. Andrä reibungslos abliefen. Auch für die Überfahrtservituten konnten nach vielen Verhandlungen entsprechende Übereinkommen getroffen werden. Ein besonderes Problem war zudem die Überquerung der Hochspannungsleitungen der Staatsbahnen in Milland, die durch ein teures Schutzgerüst abgesichert werden mussten. Schlussendlich konnte nach zähen Verhandlungen der Auftrag zum Gesamtbau der Seilbahn einschließlich der drei Stationsbauten und der acht Stützen der Meraner Firma Hölzl Seilbahnbau übergeben werden, die mit 280 Millionen Lire den günstigsten Kostenvoranschlag eingereicht hatte. Dieses Unternehmen übergab dann der Firma Pellegrini aus Brixen den Auftrag zur Durchführung sämtlicher Bauarbeiten. Im Spätherbst 1962 begann der Bau der ersten Plose-Seilbahn. Die feierliche Eröffnung der Seilbahn Brixen-St. Andrä-Kreuztal fand am 4. Februar 1964 statt.

Ein Korblift und die Trametschpiste werden errichtet. Für die

definitive Erschließung des Ploseberges war nun eine dritte Stufe von Kreuztal zur Plosehütte notwendig. Auf Vorschlag der Firma Graffer aus Trient entschied man sich 1963 für einen 2.150 Meter langen, damals modernen Zwei-Personen-Korblift, der mit 450 Personen pro Stunde eine höhere Förderleistung aufwies als etwa der Sessellift zur Pfannspitze (260 Personen pro Stunde). Im Dezember 1964 konnte der Lift in Betrieb genommen werden: Er hatte eine lange Fahrtdauer von 19 Minuten, und dies in einer dem Wind ausgesetzten Fahrtrasse. Durch den neuen Korblift war nun das Plose-Schutzhaus erschlossen und somit auch die Verbindung zur Pfannspitze gegeben. Die Plose-Seilbahn AG ernannte 1965 erstmals einen Direktor, den Brixner Reinhold Knollseisen – einen begeisterten Bergsteiger und Freund des Ploseberges. Bis dahin hatte es außer dem betriebstechnischen Personal lediglich Fritz Mion als Kassier und Franz Bernard als Verwalter gegeben. Trotz dauernder finanzieller Schwierigkeiten schritt die Erschließung des Ploseberges voran. Die Errichtung einer Skiabfahrt von der Bergstation Kreuztal zur Mittelstation der Seilbahn in St. Andrä war eine logische Folge und diente der besseren Auslastung

des oberen Teils der Seilbahn. Um dies zu verwirklichen, mussten vor allem Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Der Großteil des Waldes gehörte damals der italienischen Gesellschaft „Imprese Forestali“ aus der Brianza bei Monza. Deren Eigentümer waren nicht bereit, ein Durchfahrtsrecht zu gewähren, wollten aber die gesamte Gesellschaft, deren einziger Besitz dieser Wald war, verkaufen. Die Plose-Seilbahn AG kaufte daraufhin 1965 die „Imprese Forestali“ und damit den gesamten Wald um 13,7 Millionen Lire. Nach dem Erwerb der verbleibenden Durchfahrtsrechte von den St. Andräer Bauern – manch langer und feuchter Verhandlungsabend war dafür nötig – konnte die Trametsch-Abfahrt und im Jahre 1966 durch die Firma Leitner aus Sterzing auch der TrametschSkilift realisiert werden, der 1999 wiederum aufgelassen wurde. Lange hatten der Präsident Zeno Giacomuzzi und der Skilehrer Ernst Cimadom zudem nach einer geeigneten Trasse für die Trametsch-Abfahrt bis nach St. Andrä gesucht. 1967 wurde die Trametsch-Piste bis nach St. Andrä weitergebaut und durch entsprechende Bodenverbesserungen skitüchtig gemacht.

Personalwechsel und weitere Erschließung. Mit 1. Jänner 1969 trat Zeno Giacomuzzi das Amt des Bürgermeisters der Stadt Brixen an und musste wegen Inkompatibilität sowohl als Präsident der Kurverwaltung als auch als

Die erste Fahrt mit den Ehrengästen, 1964

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Präsident und Verwaltungsrat der Plose-Seilbahn AG zurücktreten, da die Gemeinde Brixen Aktionär dieser Gesellschaft war. Zum neuen Präsidenten wurde Karl Vallazza gewählt, der dieses Amt bis 1972 bekleidete. Nach der Präsidentschaft von Karl Vallazza übernahm Hermann Werth die Führung der Gesellschaft, die er

bis 1981 innehatte. Während seiner Präsidentschaft konnte endlich an der Bergstation der Seilbahn der heute noch bestehende Restaurationsbetrieb gebaut werden. Nun sollten noch die drei Hotelzonen am Ploseberg – Kreuztal, Skihütte und Palmschoß – besser verbunden werden. Palmschoß mit Afers war nämlich nicht in

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Die Bergstation der Seilbahn in Kreuztal; rechts der Zweierlift

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den Liftbetrieb eingebunden. Außerdem war die zu geringe Förderkapazität der Seilbahn Brixen-St. Andrä-Kreuztal (200 Personen pro Stunde) im Winter zu einem Nadelöhr geworden. Daher schien die Verbindung mittels eines Sesselliftes von Palmschoß nach Kreuztal eine wirksame Entlastung der Seilbahn zu sein. Der Lift wurde zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht errichtet; die dafür nötige Unterquerung der Militärseilbahn zum Telegraf verhinderte den Bau. 1972 konnte dann dieses Problem, das auch den Plose-Korblift betraf, mittels öffentlicher Kollaudierung der Militärseilbahn gelöst werden. Unter dieser neuen Voraussetzung beschloss die Generalversammlung der Plose-Seilbahn AG, den Sessellift Palmschoß-Kreuztal und den Schullift (den Schlepplift oberhalb der Kapelle in Kreuztal bis zum „Schuss“) von der Firma Leitner in Sterzing bauen zu lassen. Gleichzeit traf die Generalversammlung auch den Entschluss, das Gesellschaftskapital um 100 Millionen Lire zu erhöhen. Wiederum gestaltete sich die Kapitalbeschaffung als schwierig; es kam nur zu wenigen Aktienzeichnungen: Im Juni 1974 waren 25 Millionen Lire und im Jahr 1976 erst 62 Millionen Lire von den beschlossenen 100 Millionen Lire gezeichnet beziehungsweise eingezahlt. Die Kapitalerhöhung konnte somit erst nach sechs Jahren abgeschlossen werden. Daher verzögerte sich der Baubeginn des Sesselliftes; er wurde erst zu Weihnachten 1974 in Betrieb genommen.

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Die Stilllegung droht. 1981 gab

es wieder einen Wechsel in der Führung der Seilbahngesellschaft: Hansjörg Bergmeister übernahm nun von Hermann Werth die

Präsidentschaft. Die ständigen Bemühungen zur Beschaffung von Eigenkapital für die getätigten und geplanten Investitionen, die sich wie ein roter Faden durch die lange Geschichte der Seilbahngesellschaft zogen, steuerten nun unaufhaltsam einem kritischen Höhepunkt zu: Laut Vorschrift müssen Seilbahnanlagen nach 20 Betriebsjahren einer Revision unterzogen werden – eine sehr kostspielige Angelegenheit. Doch die finanzielle Situation der PloseSeilbahn AG war bereits prekär: Einerseits wurden Investitionen getätigt, die wegen der mangelnden Eigenkapitalbeschaffung nicht gedeckt waren und damit den Schuldenberg immer größer werden ließen. Es gab Fälle, in denen die Verwaltungsräte sogar persönlich Haftungen übernehmen mussten. Andererseits hatte die Gesellschaft im Laufe der letzten Betriebsjahre große Verluste eingefahren und konnte keine entsprechenden Reserven zurücklegen. Die Schere zwischen Betriebseinnahmen und -kosten klaffte wegen der geringen Förderleistung der Seilbahn, bei relativ hohen Personalkosten, immer weiter auseinander – auch wenn der Wintertourismus in Brixen und auf der Plose stetig zunahm. Damit war eine Revision auch nur der zweiten Teilstrecke der Seilbahn mit Kosten von mehr als zwei Milliarden Lire bei gleichbleibender Förderleistung nicht wirtschaftlich. Dasselbe galt für den Korblift zur Plose: Fachleute hatten nämlich berechnet, dass nur eine neue Seilbahn von St. Andrä nach Kreuztal mit mindestens 1.500 Personen Stundenleistung und zwei leistungsstarke Sessellifte zwischen Kreuztal und der Plosehütte als Ersatz für den Korblift die notwendige Rentabilität erbringen würden. Die Kosten


wurden auf 6 Milliarden Lire für die Umlaufbahn und 2 Milliarden Lire für die Sessellifte geschätzt. Für die Revision des ersten Teilstücks der Seilbahn wären bei gleichbleibender Förderleistung nochmals mindestens 700 Millionen Lire dazugekommen. Der Verwaltungsrat der Gesellschaft erstellte einen Finanzierungsplan; es mussten jedoch 4,5 Milliarden Lire an Eigenmitteln aufgebracht werden. Laut einer Fragebogen-Umfrage bei den Aktionären und bei der Brixner Bürgerschaft musste der Verwaltungsrat aber feststellen, dass für das Investitionsprogramm nur mit geringen Aktienzeichnungen zu rechnen war. Mittlerweile hatte sich die finanzielle Lage der Gesellschaft so weit verschlechtert, dass eine Stilllegung der Anlagen bevorstand.

Eine Solidaritätsaktion wird gestartet. Das spontan gebildete

Komitee „Aktion Solidarität für die Plose-Seilbahn“ erließ einen dringenden Aufruf an alle Brixner Wirtschaftstreibenden und Privaten, bis spätestens 20. Mai 1983 einen Mindestbeitrag von 200.000 Lire bis 2 Millionen Lire, je nach Berufskategorie, einzuzahlen, um die Gesellschaft aus der extremen finanziellen Notlage herauszuführen. Andernfalls bliebe dem Verwaltungs- und Aufsichtsrat keine andere Wahl als den Konkurs oder die Liquidierung der Gesellschaft zu beantragen. Sollte der notwendige Betrag von 500 Millionen Lire nicht erreicht werden, hätte die Plose-Seilbahn AG das eingezahlte Geld zurückerstattet. Aber auch diese Aktion fand bei den Brixner Bürgern schwaches Echo: Nur 260 Millionen Lire wurden gezeichnet. Die Gesellschaft war somit zahlungsunfähig, der Gesamtschuldenstand betrug zirka 1,5 Milliarden Lire. Als Folge dieser Sachlage erklärten am 23. April 1983 der Präsident und der Verwaltungsrat ihren Rücktritt – die Plose-Seilbahn AG und mit ihr die Seilbahnanlagen zu retten erschien aussichtslos.

Ein letzter Rettungsversuch startet. Der Aufsichtsrat rief da-

raufhin für den 7. Juni 1983 eine ordentliche und eine außerordentliche Aktionärsversammlung ein, um das Gesellschaftskapital herabzusetzen, aber vor allem, um durch die Neuwahl eines Verwaltungsrates den letzten Versuch zu unternehmen, die Konkursanmeldung beziehungsweise Liquidierung zu verhindern. Nach langen

Diskussionen gelang es spät in der Nacht, einige so genannte „Totengräber“ für die Plose-Seilbahn AG zu finden. Die Gemeindeverwaltung konnte und wollte im allgemeinen Interesse nicht zusehen, wie ein so wichtiger Wirtschaftsfaktor für Brixen und das gesamte mittlere Eisacktal zugrunde ging. Viele Brixner intervenierten diesbezüglich, und so entschloss sich Bürgermeister Zeno Giacomuzzi, im Namen der Gemeindeverwaltung sich gemeinsam mit Burghart Stremitzer, Ralf Dejaco, Roland Cimadom, Peter Aichner, Helmut Kerer, Hansjörg Auer, Josef Jocher, Andreas Jocher, Werner Rienzner, Giovanni Toniutti und Hermann Werth für den neuen Verwaltungsrat zur Verfügung zu stellen. Am 21. Juni 1983 wählte der neue Verwaltungsrat Zeno Giacomuzzi zum Präsidenten und Helmut Kerer zum Vizepräsidenten; Heinrich Psaier, Robert Peintner und Wolfgang Heiss wurden zu Aufsichtsräten ernannt. Der Präsident war aufgrund seiner früheren Erfahrungen in der Gesellschaft überzeugt, dass es einen Unternehmer brauche, der bereit war, einen großen Kapitalbetrag zu investieren und den Betrieb persönlich zu führen. Eine Aktionärsstruktur in der Art einer Genossenschaft oder Interessentschaft von einigen hundert kleinen Aktionären, die wenig Kapital investieren und an der Betriebsführung kein Interesse haben, würde die Gesellschaft nicht aus der Krise führen können. Dieser Unternehmer sollte auch professionelle Erfahrung im Seilbahnbereich mitbringen und war deshalb außerhalb Brixens zu suchen. Voraussetzung war natürlich ein Aufschub der vielen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern. Bei einer weiteren Aktionärsversammlung musste das Gesellschaftskapital auf Null herabgesetzt werden; dadurch verloren die Aktien ihren gesamten Wert. Gleichzeitig wurde eine Kapitalerhöhung von 0 auf 900 Millionen Lire und der Verzicht auf das Optionsrecht beschlossen.

Ein privater Interessent zeigt sich. Anfang Juli 1983 konnte nach

einem zufälligen Gespräch des Direktors Reinhold Knollseisen mit einem Vertreter im Seilbahnwesen ein Interessent für die Neuerschließung der Plose ausfindig gemacht werden. Walter Klaus, Bauunternehmer aus Augsburg, hatte in Vorarlberg das Skigebiet

Seilbahnpräsident Zeno Giacomuzzi und Wolfgang Heiss während der Einweihung der Bahn im Jahr 1964

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Silvretta Nova erschlossen. Nach sofortiger Kontaktaufnahme schickte dieser seine Fachleute zur Besichtigung und Begehung auf die Plose. Daraufhin war Walter Klaus grundsätzlich bereit, in die Neuerschließung einzusteigen und alle Aktiva und Passiva, Rechte und Pflichten der Plose-Seilbahn AG zu übernehmen. Nach detaillierten Studien des gesamten

Plose-Gebietes erstellte er ein Investitionsprogramm. Dieses sah als erste Stufe schon für 1984/85 den Bau der Umlaufbahn Brixen-St. Andrä-Kreuztal und vier Sessellifte vor. In einem Zehnjahres-Programm sollten zudem insgesamt zehn Lifte auf die Plose, auf die Pfannspitze, den Telegraf und in das Lüsner Loch, später auch auf den Gabler, gebaut werden.

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Nähe der Rossalm zur Pfannspitze. Ein weiterer Sessellift von der Rossalm zur Plose sowie zwei Lifte im Schnatzgraben und im Gablerloch zur Gablerscharte und zur Pfannspitze waren ebenfalls geplant. Die Revision der Seilbahn Brixen-St. Andrä war im neuen Konzept hingegen nicht vorgesehen: Als reine Zubringeranlage, so war man überzeugt, wäre diese Investition niemals kostendeckend gewesen. Die untere Seilbahntrasse wurde deshalb bis auf weiteres aufgelassen. Ausgebaut wurde dagegen die Landesstraße Brixen-St. Andrä.

Gianni Marzola steigt ein. InDer legendäre Zwei-Personen-Korblift von Kreuztal zur Plosehütte: 19 Minuten Fahrtzeit …

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Sein Einstieg war aber an die Bedingung gebunden, dass bis spätestens 30. Oktober 1983 die von ihm gestellten Voraussetzungen geschaffen würden: Walter Klaus wollte den Zehnjahresplan von der Landesregierung verbindlich genehmigt wissen. Zudem forderte er große, kostenlose Parkflächen an der Talstation im Bereich des Missionshauses in Milland. Weitere Voraussetzungen waren die kostenlose Zufahrt sowie der Besitz der Überfahrungsrechte für das gesamte Plose-, Telegraf-, Pfannspitze- und Gablergebiet, das Exklusivrecht für alle neuen Restaurationsbetriebe an den Stationen, die Beteiligung bei Verhandlungen mit den Gläubigern sowie mit den Eigentümern für die Überfahrtsrechte. Als Gegenleistung verpflichtete sich Walter Klaus zur Aufrechterhaltung des Seilbahnbetriebes für die Wintersaisonen 1983/84 und

1984/85 und nach der etwaigen Übernahme die rückständigen Löhne an das Seilbahnpersonal zur Gänze auszubezahlen. Es gelang dem Verwaltungsrat der Plose-Seilbahn AG aber nicht, von der Landesregierung eine bindende Zusage für das ZehnjahresProgramm zu bekommen. Die Verwaltungsräte konnten jedoch die politischen Verantwortlichen von der Notwendigkeit überzeugen, die Plose-Seilbahn zu retten und das Seilbahnförderungsgesetz des Landes entsprechend großzügig aufzustocken, um auch die notwendige Modernisierung anderer Seilbahnanlagen im Lande zu unterstützen. In diesem Zusammenhang wurde der Plose-Seilbahn AG ein Beitrag von mindestens 4 Milliarden Lire zugesichert. Für Walter Klaus war diese finanzielle Unterstützung jedoch zweitrangig – die Verhandlungen scheiterten, und später kaufte er die Seilbahnanlagen in Sulden.

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Ein neues Konzept wird erstellt. Der Verwaltungsrat der

Plose-Seilbahn AG rief sofort die ehemaligen Aktionäre und Wirtschaftstreibenden zu einer Versammlung und berichtete vom beträchtlichen Landesbeitrag für das Investitionsprogramm. So gelang es, eine Gruppe von Brixnern zu überzeugen, einen Betrag von insgesamt etwa 200 Millionen Lire als Aktien zur Rettung der bevorstehenden Wintersaison zu zeichnen und einzuzahlen. Zudem musste eine provisorische Revision durchgeführt werden. Die Wintersaison 1983/84 auf der Plose war gerettet. Nun erstellte man ein neues Konzept für die Seilbahn- und Liftanlagen. Als Grundlage diente der Vorschlag, der von den Fachleuten von Walter Klaus ausgearbeitet worden war. Geplant war die Errichtung einer Umlaufbahn von St. Andrä nach Kreuztal auf der alten Trasse. Die Talstation sollte allerdings vom Dorfzentrum in St. Andrä bergwärts in den so genannten „Palmstroh“ verlegt werden, um dem Dorf das Verkehrsaufkommen und einen großen Parkplatz zu ersparen. Im Bauleitplan der Gemeinde Brixen war zudem eine Umfahrungsstraße für St. Andrä vorgesehen. Die Bergstation musste an der Stelle der alten Station bleiben, wie es das Amt für Landschaftsschutz vorgeschrieben hatte. Es war nämlich angedacht gewesen, die Bergstation in eine bergwärts günstigere Lage zu verschieben. Der windausgesetzte Korblift sollte durch neue Sessellifte ersetzt werden, und zwar von Kreuztal bis oberhalb Schönboden sowie von der

zwischen gelang es durch die lange persönliche Bekanntschaft von Zeno Giacomuzzi mit Gianni Marzola, dem Präsidenten von Dolomiti Superski, sowie den Seilbahnunternehmern Sandro Lazzari (Canazei), Erich Kostner (Corvara) und Ugo De Battista (Arabba) bei diesen das Interesse für das neue Konzept zur Erschließung des Skiberges Plose zu wecken. Natürlich war die offizielle Zusage der Landesregierung, einen großen Landesbeitrag zur Rettung des Skigebietes zu gewähren, entscheidend: Die Seilbahnunternehmer beteiligten sich als Aktionäre an der Plose-Seilbahn AG; Gianni Marzola und Sandro Lazzari wurden 1985 in den Verwaltungsrat gewählt. Bei derselben Aktionärsversammlung wurde beschlossen, das Gesellschaftskapital wegen des Bilanzdefizites zuerst von 900 Millionen auf 500 Millionen Lire herabzusetzen und gleichzeitig wieder von 500 Millionen auf 3 Milliarden Lire, bei Verzicht auf das Optionsrecht, zu erhöhen. Die Plose-Seilbahn-Gesellschaft wurde auf den Namen „Neue Ploseseilbahn AG“ umgewandelt. Somit war das Kapitel „Plose-Seilbahn AG“ nun abgeschlossen. Marzolas Mitarbeiter analysierten das neue Programm und die Kosten für die notwendigen Investitionen, die sich auf insgesamt etwa 15 Milliarden Lire beliefen. Zur Finanzierung dieses Gesamtprogrammes waren zum einen wiederum Eigenmittel, also Gesellschaftskapital von 3 Milliarden Lire, nötig – davon waren inzwischen 2,6 Milliarden Lire gezeichnet. Marzola forderte die Brixner auf, als Aktionäre einzusteigen, um nicht den Eindruck zu erwecken, als Auswärtiger alleine die Geschicke der Plose zu bestimmen. Weitere Geldmittel kamen unter anderem vom Land und der Gemeinde Brixen. Als


Betriebseinnahmen wurden für die folgenden Jahre Beträge von 1,5 bis 2,8 Milliarden Lire erwartet, und als Jahresbetriebskosten 1,25 bis 1,65 Milliarden Lire.

Der Ausbau des Skigebietes beginnt. Schon 1985 konnte die

Firma Leitner mit der Lieferung der Sessellifte Kreuztal bis oberhalb Schönboden sowie von der Rossalm zur Pfannspitze beauftragt werden. Im Winter 1985/86 gingen diese auch in Betrieb. Ein dritter Lift war vom Gablerloch zur Gablerscharte vorgesehen und schon konzessioniert. 1986 beschloss der Verwaltungsrat aber, diesen Lift von der Rossalm zum Ploseschutzhaus zu verlegen, um endlich den Korblift abtragen zu können. Mit der Erstellung der Umlaufbahn St. Andrä-Kreuztal wurde die Firma Agamatic beauftragt: Der Bau der Talstation wurde 1985 begonnen, die gesamte Fertigstellung erfolgte im Herbst 1986, also termingerecht für die Wintersaison 1986/87. Auch die Trametsch-Abfahrt wurde den neuen Gegebenheiten entsprechend ausgebaut und wie die Pisten der Sessellifte mit einer

Beschneiungsanlage ausgestattet. Die Rettung des Ploseberges für den Tourismus und als Naherholungsgebiet für Brixen brachte dem Präsidenten und Bürgermeister wegen seiner Doppelfunktion Angriffe von Seiten der Opposition im Gemeinderat und auch mehrere Strafanzeigen ein. Allerdings war Bürgermeister Giacomuzzi wohl Präsident der Seilbahngesellschaft, aber nicht Aktionär – er leistete seine Arbeit als Präsident kostenlos und ohne Entschädigung. Damit war klar, dass er einzig im Interesse der Allgemeinheit handelte, nicht angreifbar war und auch nie verurteilt wurde. Der Auftrag zur Rettung der Seilbahnanlagen am Ploseberg war nun abgeschlossen. Am 14. März 1988 trat Zeno Giacomuzzi als Präsident und Verwaltungsrat der Neuen Plose Seilbahn AG zurück, worauf der Verwaltungsrat Gianni Marzola zum neuen Präsidenten wählte. Die neue Umlaufbahn wurde am 9. April 1988 in St. Andrä feierlich eingeweiht. 1989 kaufte Gianni Marzola von Josef Ladurner auch die alten Liftanlagen an der Pfannspitze.

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Alle Liftanlagen auf der Plose waren somit in einer Hand. Später wurde der alte Einzelsessellift durch zwei neue Lifte auf die Pfannspitze ersetzt. Die Grundfläche an der Talstation in Milland hatte die Seilbahngesellschaft an die Gemeinde Brixen verkauft; diese errichtete dort den heutigen Millander Dorfplatz. Die Grundfläche der alten Mittelstation in St. Andrä wurde hingegen auf die Zusage, dort einen Hotelbetrieb zu errichten, an Private verkauft. Diese Zusage an den Präsidenten Marzola wurde aber vom Käufer nicht eingehalten. Und so war es den Anfang Juni 1983 als „Totengräber“ gewählten Präsidenten und Verwaltungsräten zwar nicht gelungen, die alte Plose-Seilbahn-Gesellschaft zu sanieren, aber mit dem Bau der neuen Seilbahn- und Liftanlagen durch die „Neue Plose Seilbahn AG“ konnte der Ploseberg für Brixen und Umgebung wieder belebt und damit gerettet werden.

Übergabe an Alessandro Marzola. Die Problematik der Plose-

Seilbahn war und ist heute noch die mangelhafte Auslastung der

Anlagen an Wochentagen – unter anderem eine Folge der geringen Anzahl an Hotelbetten in Brixen und vor allem am St. Andräer Berg. Gianni Marzola erwartete sich, wie von verschiedenen Seiten versprochen, dass die Brixner Tourismuswirtschaft nach dem Bau der neuen Bahnen mit der Schaffung zusätzlicher Beherbergungsbetriebe nachziehen würde. Dies ist aber nicht geschehen. 1996 übergab er die Geschäftsführung seinem Sohn Alessandro Marzola, nachdem dieser von seinen Arbeitsverpflichtungen im Ausland nach Südtirol zurückgekehrt war. Im Sommer 2002 verstarb Gianni Marzola unerwartet früh; seine Witwe Karen steht seither der Neuen Plose Seilbahn AG als Präsidentin vor. Der Text ist eine Zusammenfassung einer Chronik über die touristische Entwicklung des Ploseberges und Errichtung der Plose-Seilbahn, verfasst von Zeno Giacomuzzi. Das vollständige Dokument kann im BrixnerPlus unter www.brixner.info heruntergeladen werden.

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„Vergesst’s den Constantini nicht!“ Die traditionsreiche Eisenwarenhandlung A. Constantini, eines der ältesten Geschäfte von Brixen, wird Ende April aufgelassen. Ein Streifzug mit Inhaber Philipp Constantini durch die Geschichte des Ladens.

M

itten unter den Großen Lauben befindet sich das nicht nur wegen seiner einzigartigen Innengestaltung bekannte Geschäft „Constantini“: ein großer Laden mit liebevoll gestalteten Auslagen und einer historischen Eingangstür. Vormals verfügte das Eisenwarengeschäft sogar über zwei Eingänge: einen zum Hauptgeschäft unter den Lauben und einen Lieferanteneingang am Großen Graben, wo im langen Eingangsbereich sperrige Waren auf- und abgeladen wurden, zum Teil mit einem rustikalen Lastenkran.

Eröffnung um 1900 durch August Constantini. Der heutige

Inhaber Philipp Constantini hat mit 28 Jahren das Geschäft von seinem Vater Luis übernommen, nachdem dieser in den späten Siebziger Jahren erkrankt war. Eigentlich hatte Philipp Constantini Architektur studiert und war zunächst wenig begeistert, das Geschäft zu führen. Nur auf Drängen seines Vaters und dem Zureden der langjährigen Kundschaft hin führte er diese Familientradition weiter – wobei sein Vater Luis 50

den Überblick dennoch nie verlor, beobachtete er doch vom Tresen aus mit Argusaugen das Geschäftstreiben. Gegründet hatte das Geschäft um das Jahr 1900 August Constantini, der Großvater des heutigen Inhabers, gemeinsam mit Herrn Pompanin. Der erste Angestellte der Firma trat im Jahr 1908 seinen Dienst an, 1914 stieg Herr Pompanin als Gesellschafter aus. Das alte Kontor des August Constantini, der aus Cortina d’Ampezzo stammte, dient heute noch als Büro. Ausgestopfte Auer- und Spielhühner sowie Urkunden und Fotos zieren den Raum. Beim Betreten der nostalgischen Geschäftsräume schlägt einem heute noch eine ganz besondere Atmosphäre entgegen: der Duft von Bienenwachs, das Geräusch des knarrenden Holzfußbodens, der einmal im Jahr gewachst wird, der Blick auf die alten Schränke und Ablagen, in denen Werkzeuge und verschiedenste Schrauben in kleinen, wohlgeordneten Kästchen verstaut sind. Von Anfang an gab es im Geschäft allen möglichen Kleinkram zu kaufen: Nägel, Schrauben und Muttern

in allen Größen, Werkzeuge aller Art, Gummibänder für Schleudern, Schneeschaufeln, Gießkannen, verzinkter Eisendraht, Eisenstangen, Krauthobeln, Getreidemühlen, Schneidewerkzeuge sowie Buggelkörbe, Sensen, Pickel, die verschiedensten Jagdwaffen und Sprengpulver, das einst in einem speziellen Schuppen in Albeins gelagert worden war. Das Geschäft Constantini umfasst heute noch eine Verkaufsfläche von 220 Quadratmetern, wobei der größere Teil die Abteilung mit den Dekorationsartikeln einnimmt. Hinzu kommen Lagerräume im Ausmaß von zirka 160 bis 180 Quadratmeter.

Blühender Einzelhandel. Frü-

her war „der Constantini“ eines der beliebtesten Geschäfte bei Handwerkern, Bauern und Bauunternehmern. Zahlreiche Handwerksbetriebe waren direkt in der Stadt angesiedelt: Spenglereien und Glasereien, eine Wachszieherei, Schmiedewerkstätten in der Altenmarkt- und Trattengasse, die bekannte „Klammer Mühle“, Rad- und Motorradmechaniker, Tapezierer und Bodenleger,

Tischlereien, Malereibetriebe und Schuhflicker belebten die Gassen des Altstadtkerns. All diese Handwerksbetriebe, besonders aber auch die Bauern und Baufirmen – beispielsweise auch jene Unternehmen, die die Brennerautobahn bauten – trugen entscheidend zum Wachstum der Firma Constantini bei. Mit dem Dreiradler, einem Fahrrad oder zu Fuß holten sich die Handwerker die notwendigen Utensilien beim Constantini. „Viele Kunden hielten mit ihrem Auto vor dem Geschäft an und luden ihre Waren direkt in den Kofferraum“, erzählt Philipp Constantini. „Es kam beispielsweise vor, dass ein Militärwagen in der Laubengasse parkte und zeitgleich ein anderer im Großen Graben, um dort lange Eisenstangen aufzuladen.“ Um sieben Uhr früh standen die Lehrjungen der Handwerker schon vor dem Eisenwarengeschäft an, weil sie dringend Waren brauchten. „Und für meinen Vater war es dabei wichtig, dass seine Angestellten das perfekte Ausfüllen des Lieferscheins beherrschten“, erinnert sich Philipp Constantini. Das Geschäft boomte: Zu den


Sprüche oder Witze in Erinnerung geblieben. Man beratschlagte und feilschte, man scherzte und diskutierte – und so mancher Kunde blieb recht lange beim Constantini drin: „Ein wohlhabender Lüsner Bauer kam mit Ross, zwei Fuhrwagen und fünf Knechten nach Brixen und hielt vor dem Geschäft mit großem Krawall an. Das war jedes Mal ein großer Auflauf, denn der Bauer kam nur einmal im Jahr. Er stieg aus, ging ins Geschäft,

es, der es in den Lagern ausfindig machte und auf den Ladentisch stellte. Toni Brunner füllte stets die fehlenden Waren auf und bestellte bei den Lieferanten nach – auch wenn der Chef es manchmal lieber gehabt hätte, wenn die Lagerbestände abgebaut würden. Weitere langjährige Angestellte waren August Außerlechner aus Neustift und Sergio Negro, auch sie erfahrene und profunde Kenner sämtlicher Artikel des Lagers. Foto: Oskar Zingerle

besten Zeiten beschäftigte „der Constantini“ acht Angestellte, deren Aufgabe es unter anderem war, die Profil-Eisen händisch mit der Eisensäge zu schneiden oder die von den Lastwägen abgeworfenen Eisenrollen schnell im Lager zu verstauen. Ein besonderes Erlebnis für jeden Lehrling war dabei die Fahrt mit dem Leiterwagen zum Bahnhof, um dort die gelieferten Waren abzuholen – eine willkommene Abwechslung zur sonstigen

Lagerarbeit. Doch manchmal musste auch der Chef selbst die Waren in Empfang nehmen: An einem Samstagnachmittag kam beispielsweise ein LKW samt Anhänger, um den bestellten Eisendraht zu liefern. Die Rollen wogen an die 60 Kilo, und Constantini Senior musste die Lieferung alleine abladen und verstauen, ohne dass ein Stapler oder andere technische Hilfen zur Verfügung gestanden wären. „Wir hatten zwar einen wunderschönen alten Lastenaufzug, doch im Zuge der Umbauarbeiten wurde dieser beschädigt“, erinnert sich Philipp Constantini.

Sozialer Treffpunkt. Zum Con-

stantini ging man aber nicht nur zum Einkaufen, sondern auch, um Neuigkeiten auszutauschen. Insbesondere für die Bauern aus der Umgebung war das Geschäft mehr als nur ein Laden: Am Markttag gingen diese zuerst zur „Goldenen Rose“ oder zum Gasthof Fink, um eine Saure Suppe zu essen und ein – oder auch mehrere – Glas Wein zu trinken, und anschließend ging’s dann zum Constantini. So mancher Bauer ist dabei den Inhabern wegen seiner derben

und die Lehrjungen brachten ihm sogleich einen Stuhl, auf den er sich setzte und die Belegschaft hin und her kommandierte“, erinnert sich Philipp Constantini. Dennoch wurde die Ankunft dieses Kunden stets mit Wohlwollen registriert – er ließ schließlich jedes Mal eine stattliche Summe im Geschäft zurück. „Der Einzelhandel wurde damals sehr individuell gehandhabt – der soziale Aspekt spielte sowohl bei den Kaufleuten als auch bei den Kunden eine wichtige Rolle“, erzählt Philipp Constantini. Jeder zollte dem anderen Respekt, und auch das gegenseitige Grüßen auf der Straße war eine Selbstverständlichkeit. Und auch die Mitarbeiter waren dem Geschäft sehr verbunden: Der Mitarbeiter mit den meisten Dienstjahren ist dabei Toni Brunner – 36 Jahre lang war er beim Constantini angestellt. Im Winter kam er jeden Morgen um vier Uhr früh, um den Kohleofen anzuzünden. Noch bevor das Geschäft um sieben Uhr aufsperrte, heizte er nochmal nach und arbeitete dann den ganzen Tag. Der Laden war quasi sein Zuhause, er kannte jede Ecke, und wenn im Geschäft etwas fehlte, war er

Ein neuer Geschäftszweig erweitert das Angebot. Vor etwa 20

Jahren wurden dann das Kontingent und die Verteilung der Waren verändert: Nicht nur Eisen- und Haushaltswaren schmückten fortan die Regale, auch Dekorationsartikel und Haushaltsporzellan wurden in das Sortiment aufgenommen und machten schließlich rund 80 Prozent der angebotenen Ware aus. Margit Constantini, die Ehefrau von Philipp, setzte mit Überzeugung und Tatendrang diese neue Geschäftsidee um, kaufte ein, organisierte und dekorierte mit Liebe die Auslagen. Der Innenraum wurde jedoch belassen, wie er immer schon gewesen war – nichts sollte die urgemütliche Atmosphäre stören, die langjährigen Kunden sollten die Räume an ihren herkömmlichen Möbeln wiedererkennen. „Dies wurde von den Kunden auch sehr geschätzt“, meint Philipp Constantini und erzählt von einem Antiquitätenhändler aus Paris, der seit zehn Jahren Pfannen und Geschirr hier einkaufe, „weil das Geschäft so anziehend und magisch sei“. Die Umstrukturierung des Ladens verzögerte dessen Schließung. „Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte das Geschäft schon viel früher aufgehört zu existieren“, erläutern Philipp und Margit Constantini den Wandel der Zeiten. Ende April jedoch steht das definitive Aus an. Der Grund hierfür ist laut Philipp Constantini in erster Linie familiärer Natur – unter anderem, weil keiner der beiden Söhne den Betrieb übernehmen möchte. Hinzu kommen der steuerliche und bürokratische Aufwand, das aufwändige Einhalten aller Sicherheitsbestimmungen – und auch die Rentabilität des Ladens hat sich gesenkt. Dem Wunsch nach Billigware hat Philipp Constantini seit jeher widerstanden: Werkzeuge aus China kamen ihm nicht in die Regale. Er hat sich vielmehr, der Tradition folgend, stets für Qualitätswerkzeuge aus Deutschland

entschieden. Die Kunden waren mit diesen mehr als zufrieden – allerdings verkaufte sich die Qualitätsware aufgrund des höheren Preises zunehmend auch weniger. Das Abflauen des Geschäftes hat jedoch beim Constantini bereits früher begonnen – zum einen durch die Verkehrsberuhigung in der Innenstadt, zum anderen wohl auch durch das Abwandern der Handwerksbetriebe in die neu erbauten Handwerker- und Industriezonen.

Klausel zum Schutz der Innengestaltung. Eigentlich hätte Phi-

lipp Constantini zunächst eine Vision für das Geschäft gehabt: Es sollte zum einen eine Art Museumsgeschäft werden, mit integriertem Slow Food-Restaurant samt Weinverkostung – etwas, das gut zur „Geschwindigkeit“ im Laden gepasst hätte. Derzeit ist Constantini in Verhandlung mit einem Brixner Unternehmer der Modebranche, aber die letzten Details sind noch nicht geklärt, weshalb die zukünftige Nutzung des Lokals zum heutigen Zeitpunkt auch noch nicht feststeht. Geht damit aber die einzigartige Innenraum-Gestaltung verloren? „Keineswegs“, versichert Philipp Constantini, „bei den Verkaufsverhandlungen hat der mögliche neue Partner von sich aus versichert, dass der alte wunderschöne Holzfußboden und die Wandkästchen im heutigen Zustand belassen werden.“ Der Schritt, das Geschäft zu schließen, fällt Margit und Philipp Constantini nicht leicht, „es wird uns schon sehr fehlen.“ Für sie war es stets eine besondere Befriedigung, unschlüssige Kunden zu beraten oder die gewünschten Waren parat zu haben. Teilweise kannten die langjährigen Kunden den Laden sogar so gut, dass sie wussten, in welcher Schublade sich welche Ware befand. „Noch heute grüßen mich alte Kunden, denen ich auf der Straße oder bei einer Wanderung begegne – ihre Wertschätzung spüre ich selbst nach langer Zeit“, erzählt Philipp Constantini. „Das jahrzehntelange Vertrauen und die Anerkennung, die meiner Frau und mir entgegengebracht wurden, war für uns eine Freude und große Genugtuung – und dafür möchten wir uns auch bedanken.“ Nun aber bleibt nur noch eine Bitte seinerseits an die Brixner: „Vergesst’s den Constantini nicht so schnell!“ willi.aricochi@brixner.info doris.brunner@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info 51


Foto: Oskar Zingerle

Innovativ duschen z Angenommen, Sie würden beim Umbau Ihres Badezimmers die alte Badewanne entfernen und könnten den frei gewordenen Raum als Duschplatz nutzen, der für Senioren oder Menschen mit Handicap geeignet sein soll. Genau mit dieser Problemstellung setzten sich die Schüler der Fachoberschule für Bauwesen „Peter Anich“ im Rahmen eines Projektes in Zusammenarbeit mit der Brixner Firma Duka auseinander. „Kreatives Lernen ist dann möglich, wenn man Theoretisches

mit Praktischem verbindet, wie in diesem Fall“, freuten sich die Fachlehrer Norbert Nössing und Erwin Spiess. Für Duka-Gesellschafter Luis Rabensteiner stand bei dem Projekt nicht die „perfekte Lösung“ im Vordergrund – es ging vielmehr darum, dass Schüler Ideen generieren, diese auf Papier bringen und sie schlussendlich mit Prototypen und Modellen in die Realität umsetzen. Die Schüler präsentierten sowohl detailliert ausgearbeitete und konkrete Produkte als auch Modelle mit eher

visionärem Charakter, die das Thema auf sehr unkonventionelle und innovative Weise sehen – beispielsweise eine Waschstraße für Rollstuhlfahrer oder ein Retro-Telefonkabinenmodell mit Wasserrecycling. oz

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Gefährlicher Kanal z Ein kleiner Unfall einer Urlauberin am Großen Graben in Brixen wird dem dortigen Wasserkanal nun mit einiger Wahrscheinlichkeit zum Verhängnis: Während der Eröffnungsfeier der „Eisacktaler Kost“ übersah die Urlauberin die Vertiefung am Anfang des Grabens, stürzte schwer und zog sich eine Gehirnerschütterung sowie einige Abschürfungen zu. „Dieser Kanal ist zwar schön, aber einfach zu gefährlich“, behaupten seit Jahren die dort ansässigen Kaufleute, „andauernd gibt es kleinere oder auch größere Probleme“. Der Kanal war 1993 von Architekt

kurz

notiert

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Enrico De Dominicis projektiert worden, der eine ähnliche Gestaltung in Freiburg als Vorbild genommen hatte. 1994 entstand der Kanal im Zuge der Neugestaltung des Grabens. Im Laufe der Zeit wurden allerdings immer mehr Teile des Kanals entweder komplett geschlossen oder mit einem Sicherheitsgitter überdeckt – einige Stellen sind aber noch frei zugänglich. „Seit Jahren mache ich im Stadtrat auf die Gefährlichkeit des Kanals aufmerksam“, sagt Stadträtin Paula Bacher, die zufällig zum Zeitpunkt des Unfalls anwesend war. Inzwischen hat der

Auf dem Gebäude der Kläranlage Brixen werden demnächst Photovoltaikanlagen errichtet. Die Ausführungsplanung wurde von der Bezirksgemeinschaft an das Büro Technoplan zu einem Betrag von 11.770 Euro vergeben; die Anlagen werden noch im ersten Halbjahr 2012 gebaut.

Foto: Oskar Zingerle

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Stadtrat den Bauhof beauftragt, sämtliche Gefahrenstellen mit provisorischen Gittern zu entschärfen. Dies stellt allerdings lediglich eine Notlösung dar: Der Graben muss nach dem Neubau der Sitze der Raiffeisenkasse Eisacktal und der Südtiroler Sparkasse in einigen

Teilen neu gepflastert werden, wobei man nun eine Umgestaltung des gesamten Grabens mit Neupflanzung der Bäume andenkt. Wann dies der Fall sein wird, hängt vor allem von der Finanzierung ab: Brixen hat derzeit dafür kein Budget. wv

Die Landesverwaltung hat sich verpflichtet, 36 Millionen Euro für den Staat zu investieren, um dann voraussichtlich 2015 die Militärareale Ruazzi in Elvas, Schenoni in Milland, Reatto gegenüber der Brixner Feuerwehrhalle und Palmschoß zu übernehmen.

Der Bauleitplan der Gemeinde Brixen wird derzeit überarbeitet; der Vorschlag soll im Sommer dem Gemeinderat zur Diskussion vorgelegt werden. Neu berechnet werden dabei auch die Flächen für den zukünftigen Wohnbedarf, wobei man mit 25.000 Einwohnern im Jahr 2040 rechnet.


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Wer liegt im Brixner Soldatenfriedhof begraben?

BRIXEN

Während des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 beherbergte Brixen tausende verwundete Soldaten – und aufgrund der vielen Todesfälle wurde bald der Bau eines Soldatenfriedhofes notwendig. Der Gemeinderat beschloss am 14. Mai 1915, für diesen Zweck ein Grundstück nördlich des heutigen Krankenhauses von der Gemeinde Vahrn anzumieten, das dem Brixner Spitalsfonds gehörte. Die Vorarbeiten zum Bau des Friedhofes gingen langsam voran – und wurden durch die Kriegserklärung Italiens an Österreich auf dramatische Weise beschleunigt. Es erfolgte der Angriff auf Tirol, und der Soldatenfriedhof wurde nun dringend gebraucht. Auf Grund der kriegsbedingten Schwierigkeiten wurde er nun in bescheidenerer Form als ursprünglich gebaut und am 8. August 1915 durch den Fürstbischof Franz Egger eingeweiht. Die von Architekt Ernst Pfretschner geplante Kapelle folgte ein Jahr später. Bis zum Kriegsende wurden hier 1.229 gefallene österreichisch-ungarische Soldaten und 119 Kriegsgefangene bestattet. Im Zweiten Weltkrieg kamen 107 Soldaten der Deutschen Wehrmacht hinzu, und der gesamte Friedhof wurde einheitlich neu gestaltet. Anregungen: redaktion@brixner.info

Pat Cox: BBT„unstoppable“ z Der EU-Koordinator für die TENStrecke, Pat Cox, war kürzlich auf Einladung des EU-Parlamentariers Herbert Dorfmann in Brixen zu Gast – und stellte für den BrennerBasistunnel eine Erhöhung der Co-Finanzierung der EU von derzeit 30 auf bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten in Aussicht: Die EUKommission wird einen entsprechenden Vorschlag im Parlament und im Ministerrat unterbreiten. „Von den 32 Transport-Infrastrukturen ist der Brenner-Basistunnel an der Spitze der Prioritätenliste der EU“, sagte Cox, aber „building the tunnel without the access routes being available at the same time is completely suboptimal, it makes no sense“ – die südliche und nördliche Zulaufstrecke müssen unbedingt gleichzeitig fertig gestellt sein. Der italienische Regierungskommissar für den BBT, Mauro Fabris, erklärte, dass der Basistunnel auch für Italien das

derzeit wichtigste Eisenbahnprojekt sei. Mit der Planung der Zulaufstrecke von Franzensfeste bis Waidbruck sei man auf einem sehr guten Punkt, und er versicherte, dass zumindest diese Teilstrecke gleichzeitig mit dem BBT fertiggestellt werde – „auch deshalb, weil die Inbetriebnahme des BBT auf 2026 verschoben wurde“. Cox wiederholte seine Aussage vom April 2009: Er könne zwar nicht ausschließen, dass das Projekt BBT sich eventuell aufgrund Haushaltssanierungen der beteiligten Länder etwas verzögere, aber grundsätzlich sei es „unstoppable“, der „point of no return“ sei bereits 2009 überschritten worden. Brixens Bürgermeister Albert Pürgstaller forderte Fabris auf, die südliche Zulaufstrecke unabhängig vom BBT so schnell wie möglich zu errichten: „Das Eisacktal braucht dringend eine Entlastung“. wv

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Wirtschaft & Umwelt

LÜSEN

Optimales Einzugsgebiet kommt z Die Kläranlagen des Bezirkes Eisacktal-Wipptal werden im Jahr 2013 im so genannten „Optimalen Einzugsgebiet“ unter der Führung der Bezirksgemeinschaft Eisacktal zusammengeschlossen. Damit ist der letzte Bezirk klärtechnisch vereinheitlicht. Das Ziel dieser Zusammenführung liegt neben einer besseren Wartung und Betreuung der kleineren Anlagen vor allem in wirtschaftlichen Überlegungen. So können die Betriebskosten gesenkt werden, womit die Abwassergebühren mittelfristig durch die Anzahl der Anlagen und die zeitliche Verteilung von außerordentlichen Betriebskosten und Neuinvestitionen stabiler gehalten werden können. Die letzte Kläranlage, die diesem Verbund noch nicht angeschlossen ist, ist jene der Gemeinde Lüsen. Sie steht unter

der Führung der Gemeinde und wird von der Bezirksgemeinschaft bereits technisch betreut. „Die Betriebskosten sind in Relation zur Einwohnerzahl hoch“, erklärt der Lüsner Bürgermeister Josef Fischnaller, „weshalb wir auf die Zusammenführung gemäß des Landesgesetzes aus dem Jahr 2002 gedrängt haben.“ Bevor die Anlage von der Bezirksgemeinschaft übernommen werden kann, sind technische Anpassungen erforderlich. Mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Vorprojektes hat die Bezirksgemeinschaft das Ingenieurbüro Mario Valdemarin beauftragt (Kostenpunkt: 9.500 Euro). Somit ist der erste Schritt für die Angleichung der Abwassergebühren ab dem Jahr 2013 im gesamten Eisack- und Wipptal gesetzt. cp

BRIXEN

„Ärmel aufkrempeln“ ist angesagt z Das Thema Wirtschaftskrise ist mehr denn je in aller Munde. Auch beim „Tag der Meister“ in der Landesberufsschule „Emma Hellenstainer“ setzten sich die Fachexperten aus dem Gastund Nahrungsmittelbereich mit diesem brisanten Thema auseinander. Die Krise hat nicht nur die Wirtschaftsbranche, sondern auch den Tourismus erfasst und zwingt Gastbetriebe zu rasanten Budgetkürzungen – dies ist nur einer der knallharten Fakten, die bei der vierten Ausgabe des „Tages der Meister“ diskutiert wurden. Alljährlich treffen sich Interessierte und Fachkundige aus dem Gastronomiebereich, um sich über aktuelle Themen zu unterhalten. Bei der

diesjährigen Ausgabe waren Referenten wie der Innsbrucker Produktmanager für biologischen Landbau, Björn Rasmus, sowie der Wirtschaftsexperte Alexander Brenner-Knoll zu Gast, der düstere Szenarien für den Tourismus aufzeichnete und nur durch das „Ärmel aufkrempeln“ einen Weg aus der derzeitigen Situation sieht. Einen großen Vorteil habe Südtirol durch regionale, nachhaltige und qualitativ hochwertige Produkte, mit denen das nötige Vertrauen für eine langfristige Kundenbindung geschaffen werden könne. Damit sei Südtirol bereits auf dem richtigen Weg, um sich einen Ausweg aus der derzeitigen Situation zu bahnen. eh


NACHGEFRAGT

„Windpark ist ein massiver Eingriff“ ARMIN HOLZER, Präsident der Bezirksgemeinschaft Wipptal, über die Gründe, warum er sich gegen die Pläne der Jochtal AG und der Gemeinde Mühlbach ausspricht, am Valler Jöchl vier Windräder zu errichten. Herr Holzer, warum sind Sie dagegen, dass in Vals vier Windräder aufgestellt werden? Natürlich befinden wir uns in einer Zeitepoche, in der wir im Grunde verpflichtet sind, nach alternativen Energiequellen zu suchen, weil wir von den konventionellen Energiequellen Erdöl und Erdgas möglichst wegkommen sollten. Es gibt mehrere Möglichkeiten alternativer Energie: Wind, Wasser und Sonne oder natürlich auch regeneratives Material wie zum Beispiel Holz. Aber: Auch die Nutzung alternativer Energiequellen sollte ihre Grenzen haben.

Die wären? Schauen Sie, wenn wir zum Beispiel an die Wasserkraft denken, so müssen wir diese mit Maß und Ziel einsetzen: Die Ökologie der Fließgewässer muss dabei intakt bleiben. Bei der Windenergie hingegen müssen wir darauf achten, dass die damit zusammenhängenden Opfer nicht zu groß sind. Die Berge und die Landschaft sind unser größtes Kapital, und wenn wir massiv in diese Umwelt eingreifen, so ist dies problematisch. Wir sollten also die Berghänge und unsere Landschaft schonend behandeln. Ein Windpark stellt einen massiven Eingriff dar, der zu vermeiden ist. Die Jochtal

AG möchte gemeinsam mit der Gemeinde Mühlbach am Valler Jöchl einen Windpark errichten, der dann vom gesamten Wipptal aus einsehbar ist. Das ist deshalb besonders schade, weil das Valler Jöchl landschaftlich ein kleines Juwel darstellt. Also ist es eine grundsätzliche Ablehnung ... Ja. Ich bin der Meinung, unsere Berghänge sollten von solchen Anlagen verschont bleiben; der ökologische und landschaftliche Gedanke muss hier Vorrang haben. willy.vontavon@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

NEUSTIFT

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reichischen Bundesbahn, die die Teilnehmer mit dem Zug zum Kongressort bringen wird. Zum Kongress anmelden kann man sich auf der Homepage www.thinkmoreabout.com. Im Bild von links Regina Derleth, Bildungshauses Kloster Neustift, Birgit Oberkofler, Generalsekretärin der „Europaregion TirolSüdtirol-Trentino“, Andreas Wild, Leiter im Bildungshaus Kloster Neustift, Marco Kampp, DB Italia GmbH und Evelyn Oberrauch von „terra institute“. eh

Vitt o

Kindernahrung, Claus Hipp – sie alle kommen nach Neustift, um Ansätze für Wirtschaft, Unternehmensführung, Kultur und Bildung zu diskutieren. Am letzten Tag des Kongresses werden zudem noch eintägige Seminare zum Thema „faires Franchising“, „ethisches Verkaufen“ oder „globale Systemverschiebung“ angeboten. Dass die Veranstalter nicht nur über Nachhaltigkeit sprechen, sondern diese auch in die Tat umsetzen, beweist die Kooperation mit der Deutschen Bahn und der Öster-

hrung Westumfa

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z Jeder einzelne kann etwas für eine nachhaltigere Welt tun: Ob im täglichen Konsum, im Kontakt mit der Umwelt oder auch im Umgang mit Kollegen – durch nachhaltiges Handeln schaffen wir eine bessere Welt. Dieser Überzeugung sind die Veranstalter des zweiten Kongresses „think more about – Tage der Nachhaltigkeit“, bei dem rund 30 Experten aus Europa, Amerika und Asien über dieses Thema aufklären und über nachhaltiges Wirtschaften und innovatives Unternehmertum referieren. Vom 10. bis zum 12. Mai werden Vorträge und workshops im Bildungshaus Kloster Neustift angeboten, das den Kongress zusammen mit dem Brixner Unternehmen „terra institute“ organisiert – einem Kompetenzzentrum für Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Nachhaltigkeit spezialisiert hat. Ob der Begründer des Alternativen Nobelpreises, Jakob von Uexküll, das Ex-Model und „Engel von Bangladesh“, Bibi Russell, oder der „Bio-neer“ der

BRIXEN

Vitt. Veneto-Str. 54/B BOZEN x Tel./Fax 0472 801851 Neue Öffnungszeiten:

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Wirtschaft & Umwelt

180 Quadratmeter an Markengeräten Auswahl lichkeitenli der Räum Po Segnung kon Alessandro durch Dia Giovanni Speciale mit den Eltern Francesco und Giovanna Speciale, mit Freundin Sabrina und Schwester Jlenia bei der Banddurchschneidung

EVENT

Viele Speziallösungen im Programm Das neue Elektrofachgeschäft „Elektro Special“ in Brixen bietet nicht nur ein vielseitiges Angebot, sondern auch viele Speziallösungen bis hin zur Elektroinstallation. z Seit 3. März gibt es in Brixen ein neues Elektrofachgeschäft: „Elektro Special“ in der Dantestraße 134, gegenüber dem Krankenhaus. Auf rund 180 Quadratmetern findet man Elektrogeräte, -zubehör und Elektromaterial – von Beleuchtungskörpern und Lampen, Haushalts- und Unterhaltungsgeräten über Telefonie,

Giovanni Speciale mit Freundin Sabrina

Computer, Antennen bis hin zu Sicherheits- und Überwachungslösungen. Firmeninhaber Giovanni Speciale hat sich mit der Firmengründung am 23. Jänner und der Eröffnung des eigenen Geschäftes am 3. März einen Traum verwirklicht. Der erfahrene Elektriker, der das Handwerk bei seinem Vater Francesco in

Francesco Speciale mit Tochter Jlenia

dessen gleichnamigem Elektrofachbetrieb gelernt hat, möchte mit der neuen Geschäftstätigkeit sein Betätigungsfeld erweitern und gleichzeitig den Fachverkauf mit einem umfassenden Installationsservice abrunden: Kunden profitieren nicht nur von einer gut sortierten Produktauswahl aus dem Elektronik- und Elektrobereich, sondern von maßgeschneiderten Lösungen und schlüsselfertigen Installationen. Der umfassende Service, vom Verkauf über Reparatur bis hin zur Installation, wird von einem Team, das bis Ende des Jahres auf zehn Mitarbeiter anwachsen soll, gewährleistet. Darüber hinaus

Von Computern, Haushaltsgeräten bis hin zu Elektromaterial findet man bei Elekto Special alles für den Elektro- und Elektronikbedarf

übernehmen Giovanni Speciale und sein Team die Wartung und Instandhaltung von Elektroanlagen in allen Größenordnungen, so zum Beispiel in den AutogrillRaststationen auf den Autobahnen diverser Provinzen sowie in einigen italienischen Einkaufszentren.

Bequem erreichbar. Mit Parkmöglichkeiten direkt vor dem Geschäft, der Bushaltestelle vor dem Haus und dem nahen Parkplatz am Krankenhaus ist das Elektrofachgeschäft bequem erreichbar. Wer am nur zwei Minuten zu Fuß entfernt gelegenen Krankenhausparkplatz parkt, erhält bei Vorlage des Parkscheins zudem einen Nachlass von 3 Prozent auf den gesamten Einkauf. Wer es hingegen noch bequemer mag, kann von zu Hause aus und rund um die Uhr im Onlineshop www.elektrospecial.it auf Einkaufstour gehen.

Zahlreiche Freunde und Bekannte der Familie Speciale waren zur Einweihung gekommen

Giovanna Speciale mit ihrem Bruder Antonino 56

Die Gäste unterhielten sich hervorragend

Freunde und Bekannte der Familie Speciale überbrachten die besten Glückwünsche

Dantestraße 134, 39042 Brixen Tel. + Fax 0472 920346 Handy 338 6151824 www.elektrospecial.it


FUNDUS PUNKT

So gut wie neu Der neu eröffnete Kleiderfundus „Punkt“ in der Bahnhofstraße 27 in Brixen bietet ein umfangreiches Second-Hand-Angebot – von neuwertiger Bekleidung und Accessoires bis hin zu einem vielfältigen Theaterkostümverleih. Wegwerfen und Neues kaufen – war dies noch vor einiger Zeit für viele Menschen unserer Gesellschaft der normale Zyklus, wenn es um Kleidung und andere Gebrauchsgüter ging, so denken mittlerweile immer mehr Menschen anders. Wiederverwerten und Teilen heißt das neue Motto.

Neuer Second-Hand-Laden in Brixen. Ganz in diesem Sinne hat die Sozialgenossenschaft „Punkt“ vor kurzem einen Kleiderfundus in der Bahnhofstraße 27 in Brixen eröffnet, der gut erhaltene Kleider und Accessoires entgegennimmt und als Second-Hand-Ware günstig weitergibt. „Das Angebot ist so ausgelegt, dass es alle Bürger ansprechen soll und von allen genutzt werden kann“, erklärt

Joachim Kerer, Präsident der Sozialgenossenschaft. „Personen aus allen Bevölkerungsschichten entdecken zunehmend die Vorzüge unseres Second-Hand-Gebrauchtwarenmarktes, um gut erhaltene Kleidungsstücke abzugeben oder ihren Kleiderbestand mit tollen Schnäppchen aufzuwerten.“ Ergänzt wird das Angebot des Kleiderfundus mit einem riesigen Bestand an Theater- und Faschingskostümen jeglicher Art, die zum Verleih stehen – ein Service, der insbesondere von Heimatbühnen gerne in Anspruch genommen wird. Das Engagement der Sozialgenossenschaft bei diesem Projekt reicht aber noch weiter, indem Menschen, die in der „normalen“ Arbeitswelt Schwierigkeiten haben

einen Job zu finden, die Möglichkeit geboten wird, im Kleider-

fundus wertvolle Arbeitserfahrungen zusammeln.

v.l.n.r.: Erich Meraner, Vorstandsmitglied der Sozialgenossenschaft „Punkt“, sowie das Team vom Kleiderfundus: Angelika Obwexer, Ulrich Federer, Gaby Kusstatscher, Margareth Auer, Fundus-Verantwortlicher Manuel Engl und Birgit Latzen

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Vielseitige Glamour-Looks Aufregende Farbspiele, formvollendete Schnitte und vielseitige Stylings: Die Frisurentrends 2012 bestechen durch ausdrucksstarke Looks und stehen ganz im Zeichen selbstbewusster Weiblichkeit. Ob kurz oder lang, glatt oder gewellt: Der Hairstyling-Phantasie sind in dieser Saison keine Grenzen gesetzt. „Für jeden Typ und jeden Geschmack ist etwas dabei“, erklärt Alexander Trenkwalder vom Salon Alexander, „die Schnitte sind betont weiblich, mit sanften Abstufungen und weichen Formen, die Farben nuancenreich kombiniert und harmonisch auf den jeweiligen Frauentyp abgestimmt.“

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Mode & Accessoires

SALON ALEXANDER

Moderne Haarschnitte. Die Trendfrisuren sind ein bunter Mix aus modernen Kurzhaarschnitten, neu interpretierten Langhaar-Looks und unzähligen Haarschnitten irgendwo dazwischen. „Die Basis bildet ein extravaganter, zumeist gestufter Haarschnitt, der sich unkompliziert und vielseitig stylen lässt“, so der Brixner Hairstylist, der regelmäßig auf internationalen Stylingevents und Fashionshows

für die weltweit führende Hairstyling-Marke L’Oréal Professionnel im Einsatz ist und die neuesten Trends oftmals direkt von den internationalen Laufstegen nach Brixen bringt. „Klassische Elemente aus den 50ern und 60ern wie die kunstvoll geschwungene Haartolle, leicht toupierte Haare oder edle Diva-Wellen sorgen für absolute Glamour-Looks.“ Eine nuancenreiche Coloration mit harmonischen Farbverläufen und -effekten bringt den modernen Schnitt zusätzlich zur Geltung und zaubert facettenreiche Farbreflexe ins Haar.

Kurze Haare, ausdrucksstarker Pony. Kurzhaarfrisuren setzen

vermehrt auf Stufenschnitte; daneben sieht man auch asymmetrische Formen und sogenannte

Großzügige Locken und Volumen liegen im Trend 58

Alexander Trenkwalder L’Oréal Professionnel Hairstylist Salon Alexander

„Die diesjährigen Frisurentrends sind anspruchsvolle Kompositionen aus modernen Schnitten und kunstvollen Farbtechniken zur Inszenierung individueller Schönheit.“

Die Haarfarben sind ganz auf den persönlichen Farbtyp abgestimmt


Flechtfrisuren und geflochtene Hochsteckfrisuren sind im Trend „Pilzkopf“-Frisuren. Der Bob ist bei den Trendfrisuren weiterhin stark vertreten, zeigt sich nun abgewandelt und etwas frecher. Vom Wuschellook mit vielen Locken über den Fransenbob bis hin zum grafischen Bob ist der Bob in allen Varianten und von mittleren bis kurzen Haarlängen vertreten. Bei den Kurzhaarfrisuren kommt dem Pony als Stylingelement eine zentrale Rolle zu: Er setzt weiche Akzente und schafft den ultimativen Blickfang. In der sehr kurzen Bob-Variante sieht man häufig einen üppigen, bis zu den Augen reichenden geraden Pony; bei mittleren Längen besticht der diagonale, überlange Pony, der mit variierenden Farbakzenten einen wunderbaren Kontrast bildet.

Die eleganten Glamour-Looks der aktuellen Frisurentrends erinnern an die 50er und 60er einen natürlich anmutenden Look oder mit Seitenscheitel getragen und zumeist ohne Pony präsentieren sich lange Haare als Inbegriff der Weiblichkeit. Ob glatt, Wellen oder Locken – in dieser Saison ist Volumen angesagt. Erreicht wird dies durch raffinierte Schnitte, gezielt gesetzte Strähnchen und Farbakzente sowie professionelle Stylingprodukte, die der Frisur Schwung und Fülle verleihen. Lockiges Haar darf am Oberkopf glatt anliegen und sich erst langsam in dynamische Wellen legen. Verschiedenste Flechtwerke, von einzelnen geflochtenen Strähnchen im Haar bis hin zu kunstvoll geflochtenen Hochsteckfrisuren, sorgen für Hingucker im Haar.

Lange Mähnen, viel Volumen. Natürlich anmutende FarbakBesonders weiblich interpretiert zente. Die Haarfarben in diesem zeigen sich die Langhaarfrisuren der Saison. Mit Mittelscheitel für

Sommer präsentieren sich in natürlicher Eleganz mit dezenten

Rote Haare sind zeitlos schön Farbspielen. Es dominieren Blondund Brauntöne in verschiedenen Nuancen und Wärmestufen, die raffiniert kombiniert die Haare kunstvoll schimmern lassen. Rote Haare sind ebenfalls angesagt und bestechen in dieser Saison vor allem in natürlich wirkenden Rottönen. „Viele feine Strähnchen und raffinierte Farbpartien in trendigen Colorationen wie beispielsweise aus der aktuellen FarbCollection von L’Oréal Professionnel verleihen dem Haar mehr

Lebendigkeit, Fülle und Glanz“, erklärt Alexander Trenkwalder, „echte Hingucker sind insbesondere die kunstvoll erzeugten Farbverläufe und -übergänge, die ineinander zu verschmelzen scheinen und die Haarfarbe raffiniert natürlich wirken lassen.“

Langer Fransenbob

Glamourfrisur mit Haartolle

Dunkle Haare mit faszinierendem Violettschimmer

Salon Alexander Plosestraße 38, Brixen Tel. 0472 830838 Di, Do, Fr, 8-12 und 15-19 Uhr Mi und Sa, 8-16 Uhr 59


Terra Eco Fashion feiert Geburtstag Vor etwas mehr als einem Jahr eröffnete das erste Modegeschäft Südtirols, das ausschließlich nachhaltig, ökologisch und fair produzierte Bekleidung anbietet. Die Inhaber des Terra Eco Fashion Stores – Evelyn Oberleiter, Günther Reifer (Terra Institute) und Heiner Oberrauch (Oberrauch-Zitt) – ziehen nach einem Jahr positive Bilanz, merken aber auch an, dass die Idee und die Botschaften des Geschäfts noch nicht alle erreicht haben: „Viele Konsumenten bekennen sich dazu, ein nachhaltiges Leben zu führen, haben dieses Verhalten aber noch nicht auf die Bekleidung erweitert. Hier ist noch einiges an Aufklärung zu tun, ist doch gerade die Modebranche ein Bereich, wo vieles anders gemacht werden könnte.“ Umso mehr ist es den Initiatoren wichtig, weiterhin

Extra

Mode & Accessoires

TERRA ECO FASHION

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innovative Materialien nach Südtirol zu bringen: Im Terra Eco Fashion Store findet man neben biologischer Baumwolle auch Mode aus Bambus, Eukalyptus, Hanf und recycelten Materialien. Besonders wichtig ist die Herkunft und vollständige Nachverfolgbarkeit in der Produktionskette.

Altkleider in Gutscheine tauschen. Neuerdings bietet Terra Eco

Fashion zudem die Möglichkeit, alte und ausgediente Klamotten hinzubringen und in Gutscheine umzutauschen. Die Altkleider werden in Folge von einem Textilrecycler abgeholt und entsprechend

weiterverarbeitet. So schließt sich auch hier der Kreislauf im Sinne einer nachhaltigen Lebensweise.

Der „Engel von Bangladesh“ am 9. Mai in Brixen. Abgerundet wird

das Angebot mit einer Vielzahl von Initiativen für eine lebenswertere Welt. So lädt Terra Eco Fashion zum Beispiel am 9. Mai um 18 Uhr zu einem Impulsvortrag zum Thema „Produktionsbedingungen in Südostasien“, den der so genannte „Engel von Bangladesh“, Bibi Russell, eine engagierte Sozialunternehmerin und internationales Ex-Model, im Geschäft in der Trattengasse abhalten wird.

Terra Eco Fashion hat sich den Prinzipien der Nachhaltigkeit und unternehmerischen Verantwortung verschrieben


DESIGNER OUTLET BRENNER

Frühjahrsmode zu Outletpreisen Über 40 Shops im Outlet am Brenner bieten 365 Tage im Jahr Topmarken zu echten Outletpreisen. Da findet mit Sicherheit jeder das Richtige – ganz besonders jetzt zu den neu eingetroffenen Frühjahrskollektionen. Raus aus den Winterklamotten und nichts zum Anziehen? Auf der Suche nach Frühjahrsschnäppchen in Markenqualität wird man im Outlet am Brenner fündig. In den zahlreichen Modeshops sind die Frühjahrskollektionen bereits eingetroffen. Eine große Auswahl an trendiger Frühjahrs- und Sommermode internationaler Marken wie Marc O’Polo, Benetton Outlet, Tom Taylor, Sisley, Chiemsee, Boxeur Des Rues, Marvelis, Carlo Colucci, Casa Moda, John Ashfield, Vestebene, Marc Picard, Malloy, Spitfire und Pull Love findet man

in gewohnter Topqualität zu Outletpreisen – oder gar darunter.

Ab 27. April neue Sportmode und Outdoor-Trends. Für Sport-

ler und Outdoor-Freunde wird es ab 27. April im Designer Outlet Brenner spannend: Sport- und Outdoor-Spezialisten wie Nike, Puma, Adidas Temporary Store, Reebok, La Fuma, Millet, Killy, Billabong, Sunglasses und Sport Schölzhorn bringen die aktuelle Frühjahrskollektion in die Regale – natürlich wie gewohnt zu extremen Outletpreisen oder noch tiefer.

Outlet-Erlebnis für die ganze Familie. Das große Mode- und

zur Stärkung bei Loacker, Lindt, Testarossa und Autogrill machen den Ausflug ins Outlet am Brenner für die ganze Familie lohnenswert.

Sportangebot ist aber noch nicht alles, was das Outlet am Brenner zu bieten hat. Wer noch etwas für den Haushalt braucht, kann bei Bialetti sowie bei Home & Cook Wohn- und Einrichtungsideen zu sensationellen Outletpreisen mitnehmen. Ein Das Designer Outlet Brenner bietet Topmarken Boxenstopp zu Outletpreisen – 365 Tage im Jahr

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Impressum Unabhängige Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

Vom Wetter

Redaktion: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 www.brixner.info E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@brixner.info E-Mail für Leserbriefe: echo@brixner.info Online-Ausgabe: www.brixner.info Verlag: Brennerstraße 28, I-39042 Brixen Tel. +39 0472 060200, Fax +39 0472 060201 E-Mail: office@brixmedia.it, www.brixmedia.it Anzeigenleitung: Sonja Messner, Tel. +39 0472 060212 sonja.messner@brixmedia.it Herausgeber, Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Willy Vontavon (wv), Tel. +39 0472 060213 willy.vontavon@brixner.info Assistenz Chefredaktion: Doris Brunner (db), Tel. +39 0472 060211 doris.brunner@brixner.info Bildredaktion: Oskar Zingerle (oz), Tel. +39 0472 060210 oskar.zingerle@brixner.info Mitarbeiter der Redaktion: Marlene Kranebitter Zingerle (mk) Thomas Oberrauch (to) Annamaria Mitterhofer (amm) Willi Aricochi (wa) Anton Rainer (ar) Anina Vontavon (av) Ingo Dejaco (id) Klaus Ramoser (kr) Annina Ramoser (ara) Johanna Bernardi (jb) Evi Hilpold (eh) Elisabeth Stürz (es) Irene Dejaco (ird) Carmen Plaseller (cp) Andrea Bodner (ab) E-Mail: vorname.nachname@brixner.info Grafik: Verena Campestrini, Tel. +39 0472 060209 verena.campestrini@brixmedia.it Druck: Athesia Druck GmbH, Weinbergweg 7, I-39100 Bozen www.athesia.it Der nächste „Brixner erscheint um den 20. April 2012 Nächster Redaktionsschluss: 6. April 2012 Die Zeitschrift „Brixner“ erscheint monatlich und wird im Postabonnement 45 % Art. 2, Abs. 20/b, Ges. 662/96, Bozen zugestellt. Eintragung am Landesgericht Bozen am 29.12.1989, Nr. 29/89 R.St. Auflage: 11.000 Stück Preis Abonnement: 1 Euro Abonnentenservice: abo@brixner.info Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Beiträge und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Ohne Genehmigung des Verlages ist eine Verwertung strafbar. Dies gilt auch für die Veröffentlichung im Internet. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Namentlich gezeichnete Beiträge unserer Mitarbeiter geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen übernimmt der Verlag keine Haftung. Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitschrift veröffentlichten Stellenangebote sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts beziehen. 62

März 2012 Dienstag, 5. März 1912

50. Stiftungsfest des MGV Das 50. Stiftungsfest des Männergesangvereins Brixen findet nach dem Beschlusse der am 22. Februar abgehaltenen Vollversammlung des Vereins am Sonntag, 14. April 1912, statt. Hierbei wird auch der Tiroler Sängerbund teilnehmen. Wir werden nächstens das Tagesprogramm bringen.

Unfall in der Schlachtbank Beim Enthäuten eines Tieres hatte der 67jährige Fleischhauer Alois Mischi am Freitag in der hiesigen Schlachtbank das Unglück, sich ein Messer in den rechten Oberschenkel zu stoßen, wodurch ein bedeutender Blutverlust und Ohnmacht eintrat. Zum Glück war gleich ärztliche Hilfe zur Stelle. Der Verwundete erholte sich während des Verbindens und konnte sich dann, von zwei Männern geführt, selbst in seine Wohnung begeben. Der häuslichen Pflege wird es bald gelingen, die Wunde zur Heilung zu bringen. Donnerstag, 7. März 1912

Die Schnapsflasche als Friedenstöter In der Mahr kam es Sonntag abends zu einem Zusammenstoß zwischen zwei Zivilisten und vier Artilleristen. Erstere, zwei Bauern, nahmen vor dem Gastlokal Abschied voneinander, um sich nach Hause zu begeben. Hierbei wurde aus einer Liqueurflasche, die der eine bei sich trug, noch eine Kostprobe vorgenommen. Dies erregte die Aufmerksamkeit der Militaristen, welche gleichfalls im Begriffe waren, nach Hause zu wandern. Sie wollten mit Gewalt die Flasche an sich reißen. Einer

der Bauern hatte ein Gewehr bei sich. Dieses hatte einer der Artilleristen an sich gerissen. Unter fortwährendem Streit kamen beide Parteien gegen Mitternacht nach Brixen. Dort nahm ein Polizist den Tatbestand auf. Der Bauer kam wieder in den Besitz seines Eigentums, während die Soldaten der Militärbehörde zur Anzeige gebracht wurden.

Trunkenheitsexzess Einen argen Trunkenheitsexzess leistete sich dieser Tage ein zugereister Arbeiter. Dieser wurde von dem Wirte aus dem Lokale, wo er glaubte, durch seine „feinen“ Reden sich bemerkbar machen zu sollen, hinausbefördert. Auf der Straße setzte er den Skandal fort,

Während am gestrigen Sonntag vormittags der Himmel noch fast unbewölkt war und gar manche für den Nachmittag ein herrliches Ausflugwetter erwarteten, begann sich bald nach 2 Uhr die Sonne zurückzuziehen. Ungefähr um 5 Uhr setzte bereits der erste Regen an, der allerdings nicht lange anhielt, aber abends und die ganze Nacht hindurch um so heftiger niederging. In den Höhen schneite es. Der Schnee reicht bis Mellaun herunter.

Betrug beim Einkauf Samstag kam in ein hiesiges Konfektionshaus ein Arbeiter, der eine Hose zu kaufen wünschte. Es wurden ihm drei Stücke zu Auswahl vorgelegt und ihm im anstoßenden Zimmer Gelegenheit zur Anprobe gegeben. Der Arbeiter legte die ihm passende Hose an und bezahlte sie. Nach dem Weggange des Käufers wurde bemerkt, daß der Mann außer der gekauften noch eine zweite Hose mitgenommen hatte. Der betrügerische Kunde konnte bis jetzt nicht ausgeforscht werden.

so daß die Polizei einschritt und ihn auf die Wachstube brachte. Letzteres war jedoch mit Schwierigkeiten verbunden. Schließlich wurde ein Wagen genommen und der Mann aufgeladen. Eine Weile ging’s, dann sprang er wieder ab. Nach Wiederholung ähnlicher Szenen brachte man ihn endlich zur Wachstube. Der Häftling wurde bereits vom Bezirksgericht zu einer mehrtägigen Arreststrafe verurteilt. Dienstag, 12. März

Hoher Besuch In der Kuranstalt von Guggenberg weilt seit 7. März seine Durchlaucht Prinz Chlodwig Hohenlohe zu längerem Aufenthalt.

Die „Brixener Chronik“ wurde 1888 gegründet und erschien bis 1925. Die Idee, die Zeitungsartikel aus der „Brixener Chronik“ auszuwählen und zu veröffentlichen, stammt von Günther Eheim (1944-2010) aus Brixen. Die damalige Rechtschreibung, auch eventuelle Druckfehler und sonstige K ­ uriositäten werden ohne K ­ orrektur beibehalten.


Illegale Müllentsorgung lohnt sich nicht!

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2012

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BEZAHLT WERDEN MUSS IMMER So mancher glaubt, sich durch das Abstellen von Müll am Straßenrand Geld sparen zu können. So kommen jedes Jahr tausende Kilo Abfall zusammen, die die Umwelt gefährden und teuer eingesammelt werden. Diese Kosten werden als Fix-Anteil am Müllentsorgungstarif unter allen Bürgern aufgeteilt. Außerdem wird jedem Haushalt eine Mindestmenge berechnet, die unabhängig ist vom tatsächlich entsorgten Müll. Also den Müll lieber ordentlich entsorgen!

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Brixner 266 - März 2012