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Foto: Philipp Schalber

im Iran, Irak und in Afghanistan als Minensucher unterwegs. Dort habe ich das größte Elend gesehen, das es überhaupt gibt.

EXTREM WAHNSINNIG: Franz Müllner zieht schon mal einen 30 Tonnen schweren Panzer über den Wiener Heldenplatz, um ins Guiness-Buch der Rekorde zu kommen

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Sind diese Gräuel auch ein Grund, weshalb Sie sich so sehr sozial für Kinder engagieren und zahlreiche Aktionen starten? Ich mag Kinder und arbeite gerne mit ihnen zusammen, denn Kinder sind ehrlich. Nach dem Ende meiner sportlichen Karriere möchte ich mir auf jeden Fall ein zweites Standbein damit aufbauen. Erst vor kurzem habe ich der kleinen Leonie Wünsche erfüllt: Leonie sitzt im Rollstuhl. Ich habe der Kleinen für zwei Tage meine Beine geliehen und sie dorthin getragen, wo sie hinwollte. Sie haben im vergangenen Jahr weniger Projekte als sonst realisiert. Werden Sie etwa altersschwach? Ich werde bald 46 Jahre alt. Lieber mache ich jetzt ein oder zwei Projekte, die Sinn machen, als zehn oder mehr. Das Projekt mit der Turbine kann ich gut vermarkten. Aber mit 45 bin ich nicht mehr so spritzig wie mit 30 Jahren. Solange es mir noch Spaß macht, werde ich meine Projekte aber weiterverfolgen. Haben Sie sich eine Grenze gesetzt? Es wäre gut, wenn ich mit 50 keinen Flieger mehr ziehen müsste. Zwei oder drei Projekte mach ich noch. Ich habe aber auch bereits angefangen, Seminare und Vorträge zu halten. Wie ist das Altern, wenn man von seinem Körper lebt? Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob ich abbaue oder nicht. Trainieren werde ich sowieso immer, weil es mir Spaß macht. Aber die grauen Haare würde ich schon als Altersschwäche bezeichnen. Eitel? Ja, ich bin eigentlich eine richtige Prinzessin. Ich achte sehr auf mein Äußeres, achte darauf, dass die Schuhe zur Jacke passen und so weiter. Ich bin wie eine Tussi.

evi.hilpold@brixner.info veronika.kerschbaumer@brixner.info Leserbrief an: echo@brixner.info

Steckbrief Franz Müllner lebt im Lungau in Salzburg mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Der gelernte Steinmetz und Fliesenleger ist seit 2006 im Guinness-Buch der Rekorde vertreten. Seit 2002 hat er unterschiedliche Projekte realisiert und diverse Rekorde gebrochen: So zog er 50 Kinder in Großarl (Salzburg) eine Skipiste hinauf, rollte 19 Bratpfannen, drehte das Wiener Riesenrad von Hand und zog eine 150 Tonnen schwere Boeing 777. „The Austrian Rock“, wie sich Franz Müllner nennt, engagiert sich ebenfalls für Kinder und gemeinnützige Organisationen. Bei seinem Projekt „Austrian Rock vs. Turbine“, das für 30. Juli 2016 geplant ist, wird Franz Müllner sich einer 15.000 PS starken Jet-Turbine aussetzen. 45

Brixner 313 - Februar 2016  

Monatszeitschrift für Brixen und Umgebung

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