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KOMBILÖSUNG AKTUELL In dieser Beilage berichtet die Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) über aktuelle Entwicklungen rund um den Bau der Kombilösung in Karlsruhe. Kombilösung – das ist zum einen der Bau eines U-Bahn-Tunnels unter der Kaiserstraße mit Südabzweig in Richtung Kongresszentrum bis zum Jahr 2016, der die Fußgängerzone schienenfrei machen wird. Zum anderen umfasst die Kombilösung die Verlegung des Autoverkehrs in der Kriegsstraße in einen Tunnel zwischen Mendelssohnplatz und Karlstraße plus Bau von zwei ebenerdigen Gleisen auf der neuen Kriegsstraße bis 2019.

AUSGABE 6 26. NOVEMBER 2010

Alle Geschäfte sind ohne Einschränkungen zugänglich:

Weihnachtlich wie in allen Jahren AN DEN OBERLEITUNGSMASTEN DER INNENSTADT ERSTRAHLEN 30 000 LICHTER Karlsruhe hat sich im Advent wieder in eine Weihnachtsstadt verwandelt. Festlich geschmückte Einkaufsstraßen laden zum Bummeln ein, der Weihnachtsmarkt hat begonnen. Trotz Bauarbeiten für die KombilöIn der Kaiserstraße erstrahlt jetzt die Weihnachtsbeleuchtung. Wie in den Vorjahren ist die Fußgängerzone mit Weihnachtsgirlanden und -sternen sowie Lichterteppichen geschmückt – das schafft eine ganz besondere Atmosphäre für die vielen Besucher, die ihre Weihnachtseinkäufe erledigen. Die Koordination dafür hat federführend das Stadtmarketing Karlsruhe übernommen – gemeinsam mit verschiedenen Ämtern der Stadt Karlsruhe, Partnern aus dem Handel und der Gastronomie. Neuer Partner ist die Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG), die derzeit an drei Baufeldern in der Innenstadt den Bau der unterirdischen Haltestellen vorantreibt. Aufgrund der Baustellen in der Kaiserstraße in Höhe Lammstraße und am Europaplatz wurden wenige Änderungen bei der Weihnachtsbeleuchtung vorgenommen. In diesen Abschnitten wird es an den Oberleitungsmasten eine besondere,

sung präsentiert sich die Stadt in dieser für den Einzelhandel so wichtigen Geschäftsphase im Vergleich zu den letzten Jahren in fast unveränderter Pracht. Alle Geschäfte sind ohne Einschränkungen zugänglich.

weihnachtliche Säulenillumination geben. Insgesamt verbreiten rund 30 000 Leuchtelemente an 15 Oberleitungsmasten auf der Kaiserstraße weihnachtliches Flair. Diese Beleuchtung wird mit energiesparender LED-Lichttechnik realisiert.

AUF WEIHNACHTSMARKT NUR WENIG ÄNDERUNGEN In beiden Bereichen konnte die bisherige Weihnachtsbeleuchtung nicht aufgehängt werden, da sie sonst die Baustellenfahrzeuge behindern würde. Auch die Baufelder selbst müssen aus Sicherheitsgründen ohne weihnachtliche Beleuchtung auskommen, weil die Bauarbeiten unvermindert weiterlaufen werden. „Wir wissen wie wichtig die weihnachtliche Beleuchtung ist, bitten aber um Verständnis, dass die Baustellen davon ausgenommen werden müssen“, so der Ge-

schäftsführer der KASIG, Dr. Walter Casazza. Die Veränderungen seien insgesamt aber sehr gering. Eröffnet ist auch der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz, der dort in unveränderter Form stattfindet. Lediglich geringfügige Veränderungen gibt es für die Stände, die bisher in der Lammstraße platziert waren. Sie wandern nun zum Friedrichsplatz, weil der Bereich in der Lammstraße für die Baustelleneinrichtung benötigt wird. Unter anderem findet sich dort auch die beliebte Glühweinpyramide wieder – direkt neben der Stadtwerke Eiszeit, eine der größten Freiluft-Kunsteisenbahnen Deutschlands. Sie lädt bis Ende Januar Groß und Klein zum Eislaufen und Eisstockschießen unter freiem Himmel ein. Die Cityroute Süd für Radfahrerinnen und Radfahrer wird über den Weg umgeleitet, der direkt am Gebäude der Handwerkskammer Karlsruhe vorbeiführt. Auch der Friedrichsplatz selbst erhält sein bewährtes weihnachtliches Kleid: mit leuchtenden Eiskristallen in den Bäumen und einer großen Lichtpyramide auf dem Brunnen. Von seinem traditionellen Platz lediglich wenige Meter weiter gezogen ist der Weihnachtsmarkt der Post Galerie: Er öffnet nun hinter dem Einkaufszentrum auf dem Stephanplatz – parallel zu dem dort weiter stattfindenden Wochenmarkt am Montag, Mittwoch und Freitag, auf dem es eine vielfältige Auswahl an Obst und Gemüse zu kaufen gibt.

FAHRTEN MIT HISTORISCHEN BAHNEN

TROTZ KOMBILÖSUNGS-BAUSTELLEN: Die Weihnachtsstadt Karlsruhe erstrahlt in fast unveränderter Pracht.

Gönner lobte Karlsruher Weg Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner hat sich Anfang November im Infopavillon K. am Ettlinger Tor über die Umsetzung der Kombilösung und die Informationspolitik zum Projekt der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) informiert. Derzeit sind bekanntlich die Bauarbeiten an drei der sieben künftigen unterirdischen Haltestellen in vollem Gange. Die Ministerin lobte den erfolgreichen Karlsruher Weg. Mit finanzieller Unterstützung des Landes seien, so Gönner, die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen attraktiven und über die Landesgrenzen hinaus als vorbildlich geltenden Nahverkehr geschaffen worden. Ministerin Gönner hatte sich bei ihrem Besuch zunächst im K. einen Überblick über das Projekt verschafft. Nach der gemeinsamen Arbeitssitzung mit Oberbürgermeister Heinz Fenrich und dem Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und der KASIG, Dr. Walter Casazza, ging es per Straßenbahn zur Besichtigung zum neuen Betriebshof.

IMPRESSUM Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft mbH (KASIG) Kriegsstraße 100, 76133 Karlsruhe Geschäftsführer: Dr. Walter Casazza Redaktion: Achim Winkel Marcus Dischinger Fotos: Dischinger (5), Fränkle (4), Ebersbach (1)

An den Adventssonntagen können die Besucherinnen und Besucher der Innenstadt auch an Fahrten auf der historischen Ringlinie in der Innenstadt mit den Straßenbahn-Oldtimern teilnehmen. Die Fahrten mit den historischen Bahnen kosten den üblichen Tarif des Karlsruher Verkehrsverbunds. Kinder können ab Freitagnachmittag, an Samstagen und Sonntagen mit einer originalgetreuen Dampflok über den Platz an der Kirche St. Stephan fahren. Angetrieben mit Kohle und Wasser dreht diese Lok ihre Runden um den Brunnen und sogar durch einen kleinen Tunnel.

Baustelle mal ganz süß SCHOKOLADEN-TRÜFFEL UND WEITERE PFIFFIGE ARTIKEL Eine Baustelle ist schmutzig und staubig – aber nicht immer: Im Kaffeehaus Schmidt in der Kaiserallee schmecken die Baustellen beispielsweise ganz süß. Die beiden Konditoren Thomas BurkhardKeller und Peter Keller haben den Bauschutt als Potenzial entdeckt und ihn in kleine handliche Verpackungen gesteckt. Hinter dem „Bauschutt“, der dort als „süßes Karlsruher Original“ über die Ladentheke geht, verbergen sich allerdings 150 Gramm feinste Trüffelfüllung – umrahmt von Kakaopulver.

lohnt aber vor allem auch wegen der umfassenden Informationen, die es zum Bau der Kombilösung gibt – samt Möglichkeit zum gemütlichen Kaffeeplausch im angeschlossenen Bistro. Geöffnet ist der K. von Montag bis Samstag von 10 bis 24 Uhr (persönliche Beratung und Verkauf zwischen 10 und 18 Uhr) sowie an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 24 Uhr.

AUGENZWINKERN ÜBER „BAUSCHUTT“ „Das war eigentlich eine spontane Idee“, erzählt Thomas Burkhard-Keller, einer der Inhaber des traditionsreichen Kaffeehauses. „Ich bin über das Maskottchentreffen draufgekommen, wollte aber nicht einfach nur den Maulwurf kopieren“. Mit einem Augenzwinkern und feiner Ironie nimmt der „Schutt“ in süßer Form die aktuellen Baustellen in der Fächerstadt aufs Korn. Auch die Kunden nehmen den Einfall mit Humor und lachen über den Bauschutt auf der Theke. Im Infopavillon „K.“ am Ettlinger TorPlatz sind weitere pfiffige Artikel rund um die Kombilösung erhältlich: So sind beispielsweise Taschen aus Lkw-Planen, so genannte Lorrybags, erhältlich. Außerdem gibt es Tassen, einmal für Kaffee, für Latte Macchiato und für Espresso sowie T-Shirts. Allen Produkten gemeinsam ist, dass sie mit dem Slogan der Kombilösung ausgestattet sind. Ein Besuch im „K.“

„BAUSCHUTT“ – jetzt auch in süßer Form.

RENDEZVOUS DER PLÜSCHTIERE: Insgesamt 166 Teilnehmer kamen beim Stadtfest zum Internationalen Maskottchentreffen und knackten den Weltrekord.

Verkauf der Maskottchen startet KOMBI-KARLE IST SCHON JETZT EIN REGELRECHTER SYMPATHIETRÄGER Der Maulwurf „Kombi-Karle“ mischt sich seit neuestem in das Baugeschehen um die Kombilösung ein. Das neue Maskottchen tritt erst seit wenigen Wochen in Erscheinung, hat aber in der Bevölkerung schon Kultstatus erreicht. Die gute Nachricht für alle Fans des Maulwurfs: Ab dem ersten Adventssamstag wird „Kombi-Karle“ nun in Miniaturform im Infopavillon „K.“ sowie im Karlsruher Einzelhandel auch zu kaufen sein. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass es einen großen Ansturm auf das Maskottchen geben wird – angesichts der Tatsache, dass das Weihnachtsfest vor der Tür steht. Der Preis pro Maskottchen wird bei 9,95 Euro liegen. Die zur Verfügung stehende Menge an Maskottchen in der

ersten Auflage ist limitiert. Entwickelt wurde das Maskottchen gemeinsam von den Partnern im Kooperationsmarketing der Kombilösung, also der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft, dem Stadtmarketing Karlsruhe und der City Initiative Karlsruhe auf der einen Seite und der Karlsruher Marketingagentur Hinkel360 auf der anderen Seite. Seinen ersten großen Auftritt hatte Kombi-Karle beim Internationalen Maskottchentreffen auf dem diesjährigen Karlsruher Stadtfest am 10. Oktober. Hier trug der Maulwurf dazu bei, den Weltrekord zu knacken: Noch an keinem Ort zuvor auf dieser Welt hatten sich so viele Maskottchen zu einer gemeinsamen Parade verabredet. Insgesamt waren 166 plüschige Teilnehmer aus Deutschland und dem benachbarten Ausland über den Maskottchen-Laufsteg gewandelt – darunter die baden-württembergischen Wappentiere Hirsch und Greif, berühmte Markenmaskottchen verschiedener Unternehmen oder die Maskottchen von Fußballvereinen wie beispielsweise vom Bundesligisten Borussia Dortmund.

Künftig hat Kombi-Karle eine wichtige Aufgabe: Er wird mit einfachen Worten und Mitteln immer wieder komplizierte Sachverhalte rund um die Baustellen der Kombilösung erklären – egal, ob als Zeichenfigur, als Wiedererkennungsmerkmal, als Online-Animation, als Wegweiser oder als Bauzaun-Dekoration. Und nicht zuletzt natürlich als knuddelige Stofffigur für Kinder. Auch die Eigenschaften des Maulwurfs sind wie gemacht für den Einsatz auf der Baustelle: Das Tier ist witzig, mutig, ist ein wenig neunmalklug und hat darüber hinaus einen guten Riecher. Mit Kombi-Karle ist ein echter Sympathieträger entstanden, der als Maskottchen in Zukunft nicht nur Tunnelund Baustellengeschichten als Experte für die Kombilösung aus dem „Untergrund“ zu erzählen weiß, sondern auch als Baustellen-Insider im Stadtbild der Fächerstadt sichtbar und ein zuverlässiger Partner in Baustellen-Fragen sein wird – mit viel Interesse, jeder Menge Geduld und auch bei Schwierigkeiten nie um Worte verlegen.

Projekt an Schule:

Abitur mit Kombilösung SEMINARARBEIT ZUM THEMA „Wir könnten auch ins Mündliche gehen“, sagt Angelina Scholz. Das will die Gymnasiastin bei ihrer Abiturprüfung im April 2012 aber nicht. Ebenso wenig wie ihre Klassenkameradinnen Laura-Noara Meier und Nicole Ritter. Die drei Schülerinnen des Durmersheimer Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums haben eine Alternative: Sie fertigen eine Seminararbeit an. Die schriftliche Ausarbeitung der Arbeit und ein mündlicher Vortrag ersetzen diesen Teil der Abiturprüfung. Das Thema der drei 16-jährigen Jugendlichen ist die Karlsruher Kombilösung. Das Durmersheimer Gymnasium hatte lediglich vier Themenkomplexe vorgegeben: Wirtschaftsethik, Jüdisches Leben in Baden, Globalisierung und Stadtentwicklung. Letzteres wählten Angelina, LauraNoara und Nicole, die sich dann ein konkretes Stadtentwicklungs-Projekt suchen mussten. „Es sollte auch in der Nähe sein, damit wir selbst hinfahren können“, erläutert Laura-Noara. Die Kombilösung erfüllte alle Vorgaben der Schülerinnen. In diesen Wochen haben sie begonnen, sich über das Verkehrsprojekt in der Innenstadt zu informieren. „Wir sind recht früh dran, andere wissen noch nicht einmal ihr Thema“, verrät Angelina, die mit ihren Mitstreiterinnen begonnen hat, ein Seminartagebuch zu führen. „Das fließt dann am Ende in die Bewertung mit ein“, erzählt Nicole. Auch das Gespräch mit den Verantwortlichen bei der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG)

SEMINARARBEIT: Laura-Noara Meier, Angelina Scholz und Nicole Ritter machten die Kombilösung zum Thema. suchten die Schülerinnen gleich in der Anfangsphase und zwar bei einem Besuch des regelmäßig stattfindenden Infoabends Anfang Oktober im Info-Pavillon K. Die Existenz des Pavillons findet Ange-

„ALLE GESCHÄFTE SIND GUT ERREICHBAR“ lina ganz wichtig. Auch für die Schülergruppe war er nach der Internetseite www.diekombiloesung.de die erste Anlaufstelle, um sich über Bauphasen und Bauweisen zu informieren. Die drei Schülerinnen kommen gerne in die Karlsruher City – vor allen Dingen zum Shoppen und zum Bummeln. Von

den unübersehbaren Baustellen an mehreren Stellen in der Innenstadt ist Angelina zwar nicht begeistert. „Aber man kann alle Geschäfte sehr gut erreichen“, fügt sie hinzu. Alle drei sind überzeugt, dass die Fußgängerzone durch den U-BahnTunnel deutlich an Attraktivität gewinnen wird. „Das ist schon viel angenehmer ohne Bahnen, weil man dann nicht so darauf achten muss“, erklärt Laura-Noara. Auf möglichst viele Sitzgelegenheiten in netten Cafés mitten in der Fußgängerzone hofft Nicole, wenn die Bahnen dort einmal nicht mehr fahren werden. In den nächsten Monaten wollen die drei Schülerinnen die Kombilösung weiter begleiten und sich regelmäßig über den Baufortschritt informieren.


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AUSGABE 6 · 26. NOVEMBER 2010

Die Kombilösung kommt gut voran:

ABENDE DER KLEINKUNST: Auch „Die Kratzbürsten“ (unser Bild) brillierten bei ihren Vorstellungen im Informationspavillon K. In der Reihe AUTORiKA gibt es in den nächsten Wochen „Ein Kessel Buntes“. Darüber hinaus steht Musik mit traditionellen Wurzeln von der Band „Fok O’ Lokos“ auf dem Programm.

„Da geht richtig was“

Entschädigungen:

Sicherheit für Ladenbetreiber

BAUSTELLEN EUROPA- UND KRONENPLATZ WANDERN

ZAHLUNGEN ALS VORSCHUSS

An der Kombilösung wird in der Karlsruher Innenstadt auch in der Vorweihnachtszeit fleißig weitergebaut. Um Weihnachten und den Jahreswechsel herum gibt es lediglich eine kurze Pause. In den kommenden Wochen werden die Haltestellenwände mit einem besonderen Verfahren abgedichtet, so dass kein Grundwasser mehr in das Bauwerk eindringen kann.

Mit der Einrichtung der Baufelder in der Innenstadt für den Bau der unterirdischen Haltestellen der Kombilösung ist auch das Entschädigungsmanagement der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) installiert worden. Es soll Einzelhändler und Unternehmen, die von Baustellen betroffen sind, vor wirtschaftlichen Engpässen während der Bauphase schützen. Nicht allein die KASIG entscheidet allerdings über die Höhe einer möglichen Entschädigung. Dies geschieht durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer aufgrund von Bilanzzahlen und Auswertungen, die vom Antragsteller vorgelegt werden. Seit Beginn der Bauarbeiten wurden bei der KASIG 40 Anträge auf Entschädigung eingereicht. „Über sie ist in den meisten Fällen aber noch nicht abschließend entschieden“, macht Sonja Croissant deutlich, die bei der KASIG das Entschädigungsmanagement betreut. Dies hänge unter anderem mit dem Zeitpunkt der Antragstellung zusammen, fügt sie hinzu. Zum Teil seien die Baustellen ja erst vor zwei bis drei Monaten eingerichtet worden. Zwei Drittel der Anträge beziehen sich auf Antragsteller, die am Europaplatz ansässig sind, die restlichen Anträge sind dem Kronenplatz und dem Baufeld auf Höhe der Lammstraße zuzuordnen.

„Hier geht ja richtig was“, sagt ein etwa 50 Jahre alter Mann und blickt zu seinem Nachbarn. Der nickt nur kurz und wendet den Kopf dann schon wieder in Richtung Baugrube. Die beiden sind nicht alleine: An einem gewöhnlichen Mittwochvormittag stehen sieben Personen an der südöstlichen Ecke des Europapaplatzes und verfolgen das laute Treiben.

EIN DECKEL MIT EINER DICKE VON ZWEI METERN Gleich zwei Bagger waren in den vergangenen Tagen noch damit beschäftigt, die letzten Bohrpfähle im Durchmesser von 1,20 Meter rund 20 Meter tief in den Boden einzubringen. Die Pfähle umranden die spätere unterirdische Haltestelle auf der Südseite des Platzes. Insgesamt sind 139 Pfähle eingebracht worden. Bis Ende Januar stehen jetzt die Düsenstrahlarbeiten an, bei denen eine Dichtsohle in den Boden eingebracht wird. Die spezielle, betonähnliche Flüssigkeit soll verhindern, dass Grundwasser in die spätere Baugrube eindringt. Nach dem Düsenstrahlverfahren wird mit Pumpversuchen überprüft, ob das Bauwerk auch tatsächlich dicht ist. „Wenn wir eine hinreichende Gewissheit haben, dann können wir mit den eigentlichen Deckelarbeiten beginnen“, erläutert Uwe Konrath, Projektleiter für die Kombilösung bei der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) die Vorgehensweise. Dieser Deckel wird zwei Meter dick sein. Voraussichtlich im Mai 2011 wird der Südabzweig am Europaplatz wieder in vollem

Umfang für die Straßenbahnen zur Verfügung stehen. Dann nämlich wird die Baustelle auf die Nordseite des Europaplatzes wandern – für den Bau der unterirdischen Haltestelle auf dieser Seite. Die Gleise in Ost-West-Richtung werden auf die Südseite des Europaplatzes verschwenkt. Derzeit liegen die Baustellen am Europaplatz und am Kronenplatz fast im Zeitplan. „Wir haben Verzögerungen im Bauablauf, die sich aber nicht auf den Inbetriebnahmetermin auswirken“, macht Konrath deutlich. Anders als am Europaplatz werden am Kronenplatz keine Bohrpfähle für die Umrandung eingesetzt, sondern Schlitzwände. Konrath: „Das hat statisch-konstruktive Gründe“. Die Schlitzwände werden Anfang Dezember fertig gestellt.

IM FRÜHJAHR IST SEITENWECHSEL Nach den sich anschließenden Düsenstrahlarbeiten, die zur Abdichtung notwendig sind, soll die Baustelle ebenfalls im Frühjahr die Seite wechseln. „Dazu ist es notwendig, den Südabzweig in Richtung Mendelssohnplatz für den Straßenbahnverkehr zu sperren“, so Konrath. Es werden während der gesamten Bauzeit immer zwei der drei Südabzweige geöffnet bleiben. Neben den eigentlichen Baustellen gibt es noch mehrere, abgesperrte Bereiche, die zur Baustelleneinrichtung notwendig sind: am Mühlburger Tor, in der Douglasstraße und der Lammstraße sowie auf dem Kronenplatz.

Der Informationspavillon K. am Ettlinger Tor informiert nicht nur über den Bau und den Fortgang der Arbeiten der Kombilösung, sondern ist auch Raum für Kulturveranstaltungen. Immer wieder zu Gast im K. ist beispielsweise die AUTORiKA. Bei der Veranstaltung lesen Karlsruher Autorinnen und Autoren aus schon oder noch nicht veröffentlichten Werken. Hinter der AUTORiKA steckt der Kabarettist André Richter, der selbst schon mehrfach im K. aufgetreten ist. Mit „Mein Kessel Buntes“ wird jetzt eine neue Kleinkunstreihe initiiert. Gabrielle Heidelberger, Thomas Bierling und André Richter sind die Macher, die ein abwechslungsreiches, spannendes und unterhaltsames Ange-

Bauzaun zeigt Vielfalt der Kultur

KUNST AM ZAUN: Über 30 Kulturinstitutionen präsentieren sich auf Bauzäunen der U-Bahn-Haltestellen.

Investitionen in Sachen Sicherheit Die Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG) investiert zusätzlich in die Sicherheitsvorkehrungen beim Bau der Kombilösung in der Innenstadt. Noch engmaschiger als vorgesehen werden die Längs- und Querverstrebungen in den Baugruben angebracht, um die Stabilität weiter zu erhöhen. Auch die Abschottung des Grundwassers soll verstärkt werden. Deshalb wird eine zusätzliche Betonschicht in den Boden eingezogen. Der eigentliche Tunnelbau, der ab dem Jahre 2013 per Schildvortrieb beginnt, wird außerdem mit einem verfeinerten Mess-System ausgestattet, um Verschiebungen und Erschütterungen im Umfeld der Baustelle frühzeitig zu bemerken. Mit den Verbesserungen reagiert die KASIG auf die Kölner Ereignisse vom März des Jahres 2009. Damals stürzte bei U-Bahn-Arbeiten das Kölner Stadtarchiv ein. Beim Einsturz kamen zwei Menschen ums Leben. Im Unterschied zur Situation in Köln liegt der Tunnel in Karlsruhe allerdings nicht unter Gebäuden, sondern unter der Fußgängerzone.

Ein Bauzaun bleibt zwar ein Bauzaun – aber er muss nicht so aussehen. Die Umrandungen der Kombilösungsbaustellen in der Karlsruher Innenstadt sind zu Werbeflächen geworden. Nicht etwa für Produkte, sondern für über 30 Kultureinrichtungen der Fächerstadt. Mit ungewöhnlichen und eindrucksvollen Ansichten in schwarz-weiß präsentieren sich Museen und Theater der Fächerstadt sowie die Hochschulen für Kunst und Musik. Erdacht und ausgeführt wurde die Plakatidee von der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG), der City Initiative Karlsruhe (CIK) und dem Stadtmarketing Karlsruhe, die sich gemeinsam um das Kooperationsmarketing für den Einzelhandel während der Baustellenzeit kümmern. Ergänzt werden die großformatigen Aufnahmen durch Namen, Adresse und Stadtplanausschnitt. Damit wird Karlsruhe als Stadt der Kultur mit herausragender Vielfalt positioniert. Die Abbildungen sind noch bis zum Frühjahr auf den Bauzäunen am Europaplatz, auf Höhe der Lammstraße, am Kronenplatz sowie am Mühlburger Tor zu sehen. Gleichzeitig werden die Passanten an den Zäunen auch detailliert über die Bauarbeiten und das Bauverfahren informiert.

Kulturelles im Infopavillon K. bot auf die Beine gestellt haben, das sie am Donnerstag, 9. Dezember, 20 Uhr, im K. präsentieren. Die Protagonisten halten den Gästen einen Spiegel der Gegenwart vor, stellen Besonderes in den Vordergrund, hinterfragen Skurriles und entdecken Abgründiges. So wird der Abend zum bunten Erlebnis, bei dem sich der eine oder das andere vielleicht verfärbt – eben ein Kessel Buntes. Überraschungsgast im Programm ist der Pianist und Kabarettist Konstantin Schmidt. Eintrittskarten für diesen Abend sind für 14 Euro (ermäßigt zwölf Euro) an der Abendkasse

erhältlich. Schon am Freitag, 4. Dezember, 20 Uhr, tritt die Karlsruher Band „Fok O’ Lokos“ im K. auf. Die Gruppe spielt Musik mit traditionellen Wurzeln aus dem alten Europa in deutscher, englischer und spanischer Sprache – teilweise mit eigenen deutschen Nachdichtungen kombiniert. Die Komponisten der Stücke sind oft unbekannt, gesungen werden aber auch Stücke des schottischen Klassikers Robert Burns oder von Bertolt Brecht. An Instrumenten zum Einsatz kommen Quer- und andere Flöten, Saxophon, Akkordeon, Gitarren, Bass, Geige, Klavier, Percussion, Bodhran und Thin Whistle. Der Eintritt zu diesem außergewöhnlichen Musikabend am 4. Dezember ist frei.

Verzögerung durch Mauer FACHLEUTE NEHMEN BAUZEITENPLÄNE UNTER DIE LUPE Es sind die Dinge, die in keinem Plan stehen: Bei den Bauarbeiten zur unterirdischen Haltestelle auf Höhe der Lammstraße direkt vor dem Kaufhaus Karstadt ist eine bislang unbekannte Mauerscheibe entdeckt worden. Sie verursacht nun erhöhten Planungsaufwand. Denn: Die kräftige Mauer entpuppte sich als die alte Außenmauer des angrenzenden Kaufhauses. Da genau dort, wo die Mauer steht, eigentlich die Bohrpfähle in den Boden eingebracht werden sollen, muss sie nun etappenweise umgesetzt werden. Nirgendwo im gesamten Projekt werden die Bohrpfähle so dicht an eine bestehende Bebauung gesetzt wie an dieser Stelle. Daher war eine Anpassung der umfangreichen Bauwerkssicherung an die neuen Verhältnisse unumgänglich. Die Fachleute vor Ort haben sich jetzt daran gemacht, diese Bauwerksicherung des großen Kaufhauses vorzunehmen. Ist das geschehen, kann es mit den eigentlichen Bauarbeiten weitergehen. Die Lösung für das Problem heißt abgekürzt DSV. Das ist das so genannte DüsenstrahlVerfahren, bei dem das Gebäude mit einer speziellen Zementmischung unter-

spritzt wird. Dieses Gemisch sorgt dann dafür, dass das Gebäude stabil bleibt, auch wenn in unmittelbarer Nähe Bautätigkeiten stattfinden. Unterstützt durch Messungen können während der Bauarbeiten Schwankungen des Gebäudes auf wenige Zehntel Millimeter genau festgestellt werden. Diese werden rund um die Uhr vorgenommen und sind für die Mitarbeiter der KASIG jederzeit digital abrufbar. „Diese Umplanungen haben uns natürlich auch im Zeitplan zurückgeworfen“, sagt der Projektleiter für die Kombilösung bei der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (KASIG), Uwe Konrath. Eine kleine Verzögerung hat das Mauerwerk verursacht. „Unsere Baumaßnahme verträgt solche einzelnen Verzögerungen, die wirken sich aber nicht insgesamt aus“, weiß Konrath. Sein Ziel ist deshalb klar: Der Beginn der Tunnelvortriebsarbeiten für den Bau des StadtbahnTunnels im Jahr 2013 soll unbedingt gehalten werden. Die Verantwortlichen arbeiten daran, die Bauzeitenpläne unter die Lupe nehmen. So sollen die Abläufe optimiert werden, um die Verzögerung wieder aufholen zu können.

Handel ist auch in Zeiten der Baustellen attraktiv TOP FACHGESCHÄFTE IN DER INNENSTADT MIT ERFOLGREICHER SONDERAKTION / „KARLSRUHER“ FÜR DIE KUNDEN Der Karlsruher Einzelhandel bleibt auch während der Baustellenphase attraktiv. Das beweist eine Aktion der TOP Fachgeschäfte – so heißt der Zusammenschluss der inhabergeführten, traditionsreichen Unternehmen in der Karlsruher Innenstadt. In Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) und der City Initiative Karlsruhe (CIK) konnten die Kunden der TOP Fachgeschäfte eine Woche lang noch günstiger als ge-

wohnt in die City gelangen. Alle Kunden erhielten ab einem Einkaufswert von 30 Euro zehn „Karlsruher“ obendrauf – Gegenwert: fünf Euro. Die besondere Münze kann gegen Fahrscheine für Bahn und Bus eingetauscht oder in zahlreichen Karlsruher Parkhäusern sowie an bestimmten Tankstellen eingesetzt werden. Die große Anzahl an „Karlsruhern“ bei der Sonderaktion ermöglichte sogar kostenfreie Fahrten mit der Straßenbahn.

Überreicht wurden die Münzen in den TOP-Fachgeschäften nicht einzeln, sondern „kundengerecht“ in einem kleinen Säckchen. Melitta Büchner-Schöpf, Geschäftsführerin vom Modehaus Schöpf, zieht eine positive Bilanz. „Die Aktion war sehr gut und wir haben damit eine sehr große Aufmerksamkeit bei unsere Kunden erreicht“, betont sie. Vor allem die Werbung in den Straßenbahnen habe viele Menschen ange-

sprochen. Der „Karlsruher“ komme vor allem deshalb gut an, „weil die Menschen einen konkreten Nutzen davon haben“, so Melitta Büchner-Schöpf. Neben dem Modehaus Schöpf gehören außerdem Bassmann Optik, Papier Fischer, das Haus des Hörens – Anke Bünting, die Internationale Apotheke am Marktplatz, Musik Schlaile, Storch + Beller, Sport Schütz, Juwelier Jock sowie Spiel + Freizeit Doering zum Verbund.

Etwa sechs bis sieben Wochen dauert eine Prüfung. Derzeit werden Entschädigungen in Form von Vorschüssen gewährt. „Rechtlich gesehen ist die genaue Bezifferung von Zahlungsansprüchen erst nach Abschluss einer Baumaßnahme möglich“, betont Sonja Croissant, „wir wollen aber von Beginn an sicherstellen, dass es zu keinen Existenzgefährdungen kommt“. Während der Bauphase werden die vom Antragsteller vorgelegten Belege in regelmäßigen Abständen geprüft und Vorschusszahlungen entsprechend angepasst. Die abschließende Prüfung nach Beendigung der lokalen Baumaßnahme bringt dann Aufschluss über die genaue Höhe der Entschädigungszahlung.

Grundlage für die Berechnung ist nicht der Umsatzrückgang in einem Laden, sondern die Entwicklung des Rohgewinns im Gesamtunternehmen – das ist der Umsatz abzüglich der Summe, die für den Wareneinsatz notwendig ist. Erstattet werden von der KASIG bei unmittelbarer Betroffenheit 80 Prozent der durch die Baumaßnahme bedingten Rohgewinndifferenz. 20 Prozent dieser Differenz trägt folglich der Einzelhändler – dies entspricht der gängigen Rechtsprechung in Deutschland bei Bauvorhaben solcher Art, die schon im vergangenen Herbst dem Karlsruher Einzelhandel vorgestellt worden war. Ein praktisches Beispiel: Ein betroffener Einzelhändler beklagt in den drei vergangenen Monaten eine durch den unabhängigen Prüfer festgestellte Rohgewinndifferenz von 6 000 Euro. Abzüglich seines Eigenanteils von 1 200 Euro würde die KASIG einen Vorschuss von 4 800 Euro auszahlen.

INTERNETTIPPS Alle Informationen zur Kombilösung: www.diekombiloesung.de

Alle Informationen zum Karlsruher Verkehrsverbund, Fahrplanauskunft oder Fahrplan- und Linienänderungen:

GESTIEGENE BEITRÄGE FÜR VERSICHERUNGEN Damit liegen die Kosten für das Gesamtprojekt bei 637,6 Millionen Euro – das sind 22,6 Millionen Euro mehr als bisher berechnet. Mit eingerechnet sind dabei auch die gestiegenen Beiträge für die Bauleistungs- und Haftpflichtversicherungen. Versicherungen solcher Art waren nach dem Kölner Unglück deutlich teurer geworden. An den Mehrkosten werden sich Bund und Land, die die Kombilösung bezuschussen, beteiligen.

ENTSCHÄDIGUNGEN ALS VORSCHÜSSE

www.kvv.de

Die ausführliche Übersicht über alle Baustellen im Stadtgebiet Karlsruhe, die den motorisierten Individualverkehr betreffen: http://vmz.karlsruhe.de/entry-tba/ ZUFRIEDEN: Melitta Büchner-Schöpf vom Modehaus Schöpf zog eine positive Bilanz der Kundenaktion mit dem „Karlsruher“.

DER KARLSRUHER vergünstigt beispielsweise die Fahrt mit Bus und Bahn.


Die Kombilösung aktuell, Ausgabe 6