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2012

BÖRSE EXPRESS TOP PICKS & STORIES FOR

Die Sondernummer zum Jahresende.

Nr.2427/23 12 11

Diese Sonderausgabe wird Ihnen präsentiert von der

● ● ● ● ● ● ● ● ●

Einschätzungen der Experten EM bleiben Wachstumskaiser

Welche Aktien/Märkte gefallen Anleihen: Sicher ist nur eines Emissionen: Kein Gedränge

Tops und Flops im Rückblick

Rohstoffe: Goldaktien im Ausverkauf Sparen/Vorsorge: Vieles bleibt Zertifikate: Trends im Visier

AND THE STORIES BEHIND 2011 Bloomberg

EDITORIAL

Halten wir die Daumen Was 2011 nicht alles einem Stresstest

an der Börse Wien) und ein Euro-Kri-

Grundsatzeinigung der Euro-Zone be-

unterzogen worden ist: Die Banken

sengipfel, der den nächsten jagt.

züglich Schuldenkorridor, EFSF und

mehrfach, die Versicherungen, Atom-

Ob die Weichen für die funktionieren-

Fiskalunion. Halten wir die Daumen,

kraftwerke, die Nerven der Anleger und

de politische Lösung nun tatsächlich

dass es klappt.

die Lösungskompetenz der europäi-

gestellt sind, bleibt abzuwarten. In

Wir haben in unserer Weihnachts-

schen Politik. Die Ergebnisse dieser

Österreich drehte sich zuletzt alles um

nummer die Erwartungen der Experten

Stresstests sind bekannt: Entlarvte Si-

parteipolitsches Hickhack rund um die

für Sie eingeholt und zusammenge-

cherheitslücken bei AKWs, Kapitalde-

Schuldenbremse. Das soll aber nicht

fasst. Wir wünschen ein schönes und

fizite der Banken, Anlegerfrust und -

vom grösseren Bild ablenken. Zwischen

geruhsames Weihnachtsfest !

streik in etlichen Marktsegmenten (und

März und Mai erwartet man sich eine

Ihre Börse Express-Redaktion


23. Dezember 2011

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BÖRSE EXPRESS Interview Monika Rosen über Anlagetrends im neuen Jahr

2011

„Emerging Markets bleiben an der Spitze der Wachstumsliga“

2012 INTERVIEW

B ö rs e E x p re s s : Mit Blickrichtung auf 2012: Wie schätzen Sie die Anlagechancen allgemein im Vergleich zu 2011 ein. Was werden die Treiber der Märkte sein? M oni k a R os en: Unser Ausblick stützt sich auf drei grundsätzliche Annahmen: Erstens, die Eurozone bricht nicht auseinander. Das Ringen um eine Lösung der Schuldenkrise in Europa wird zwar in den nächsten Monaten weiter im Vordergrund stehen, jedoch sollten die politischen Veränderungen dazu führen, dass Investoren das verlorene Vertrauen wieder zurückgewinnen. Daraus resultierend sollten die Märkte einer breiteren Palette von Anlagefakten wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Zweitens, wir sehen die USWirtschaft kein weiteres Mal Monika Rosen, Head of Research im Private Banking der Uniin eine Rezession schlittern. Credit blickt ins neue Anlagejahr Der Grund ist die Fortführung der expansiven Geld- und Fiskalpolitik. Der Schul- on erwarten wir nicht. Vielmehr dürfte sich die denabbau im öffentlichen und privaten Sektor globale Wirtschaft schrittweise festigen. Das glodämpft aber das US-Wachstum im nächsten Jahr. bale BIP sollte 2012 um 3,75% wachsen. Unsere Erwartung liegt nur mehr bei 1,5 bis 2,2%. Drittens, China vermeidet eine harte Landung in- Spiegelt sich das auch in einer zu empfehlenden dem die Inflation unter Kontrolle gebracht und der strategischen Übergewichtung von Emerging Marüberhitzte Immobiliensektor erfolgreich abgekühlt kets-Assets wider? wird. Die Schwellenländer China bzw. Emerging CHINA (HANG SENG) werden insgesamt darum Markets bleiben, trotz eibemüht sein, die heimische niger Abstufungen, an Nachfrage als Wachstumsder Spitze der Wachstreiber zu nutzen, um so die tumsliga, daher fällt auch Abhängigkeit vom Export unser Anlagevotum mit zu reduzieren, was ange„Übergewichtung“ aus. sichts der weltweiten Turbulenzen nur von Vorteil Gilt das prinzipiell für Aksein kann. tien wie auch Anleihen? Und in der Folge vielleicht auch für RohstofWie sehr fürchten Sie eine globale Rezession? fe? Einen Rückfall der WeltAuch Emerging Marwirtschaft in die Rezessikets-Anleihen sehen wir


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BÖRSE EXPRESS

2012 INTERVIEW

GOLD

ÖL (BRENT)

strukturell positiv und gewichten diese über, wobei wir Investments in Lokalwährung vorziehen. Wir sehen darin die Möglichkeit, euro-basierte Rentenportfolios zu diversifizieren. Die Bilanzen der Unternehmen und der Privathaushalte sind solide. Weiters haben die Notenbanken in den Emerging Markets, vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Weltwirtschaft, begonnen Zinssenkungen durchzuführen, um damit ihren Fokus weg von der Inflation in Richtung Wirtschaftswachstum zu lenken. Diese Massnahme sollte sich positiv sowohl auf die lokalen Anleihen- als auch Aktienmärkte auswirken. Betreffend Rohstoffe sind wir bei Gold übergewichtet, da die Verunsicherung im Zusammenhang mit der europäischen Schuldenkrise die Preise weiter in die Höhe treiben könnte. Auch von einer weiteren Runde des Quantitative Easing-Programmes in den USA könnte das Edelmetall sehr stark profitieren. Weiters stellt Gold unser bevorzugtes Absicherungsinstrument innerhalb des Portfolios dar. Gegenüber Öl sind wir neutral eingestellt. Hier stehen eine solide Nachfrage sowie limitierte Reservekapazitäten einem unsicheren Wachstumsszenario gegenüber, welches das Aufwärtspo-

tenzial limitiert. Industriemetalle sehen wir negativ, da sich das weltweite Konjunkturbild eintrübt.

10JÄHRIGE BUNDS

Gibt es innerhalb der Untergewichtungen Übergewichtungen Wir nehmen gegenüber den Staatsanleihen der Kernländer eine vorsichtige Haltung ein. Grund hierfür ist das bereits sehr tiefe Niveau der Renditen dieser Länder, woraus sich auch nur mehr ein sehr eingeschränktes Potenzial für ein weiteres Absinken der Renditen ergibt. Unternehmensanleihen weisen noch immer günstige Fundamentaldaten auf. Die Unternehmen haben ihren Verschuldungsgrad gesenkt und verfügen zudem über hohe Cashbestände. Dennoch sehen wir das Potenzial begrenzt, womit wir diese Assetklasse neutral gewichten. Wird die 10jährige deutsche Rendite Ende 2012 über oder unter der Inflationsrate liegen? Wir erwarten für Deutschland im Jahr 2012 eine Inflation in Höhe von 1,7%. Nachdem wir nicht an ein Auseinanderbrechen der Eurozone glauben, gehen wir von einer Inflationsrate aus, die unterhalb der Rendite von deutschen Bünden liegt. (gill)

NICKEL


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BÖRSE EXPRESS

Viele junge Unternehmen haben Startprobleme.

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23. Dezember 2011

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BÖRSE EXPRESS Analysten und Fondsmanager mit Kurzeinschätzungen fürs neue Jahr

Blick ins Anlagejahr 2012

2012 2011 ANLAGEAUSBLICK

Die vom BE befragten Experten sind im Grossen und Ganzen vorsichtig optimistisch fürs nächste Jahr. In den ersten Monaten sollte es aber noch ordentlich holpern.

Bloomberg

Im Gegensatz zu 2010 muss sich der ATX mit seiner Performance im zurückliegenden Jahr im internationalen Vergleich verstecken: Ein Minus von um die 35% ist ein herber Ausschlag, der weh tut. Neben dem allgemein widrigen Umfeld und der Verschuldungskrise der Euro-Staaten sorgten in Österreich auch einige hausgemachte Faktoren für die Flucht der Anleger. „Es konnte nicht ohne Folgen bleiben, dass es in Österreich keine politische Partei mehr gibt, die erklärt warum gerade jetzt ein funktionierender Kapitalmarkt wichtig ist“, meint etwa Fondsmanager Alfred Wögerbauer. Wir haben zahlreiche Einschätzungen für Sie eingeholt. G ünt her Artner, Ers te Grou p: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollte man sich unserer Meinung nach auf Unternehmen konzentrieren, die auch in solch einem Umfeld eine hohe Profitabilität erzielen, eine stabile Bilanz aufweisen und – nicht zu vergessen – günstig bewertet sind. Auch eine ansprechende Dividendenrendite sollte bei der Investmententscheidung im Mittelpunkt stehen, die trifft v.a. auch Werte wie Immofinanz, Österreichische Post, OMV und Semperit zu. Global führende Unternehmen wie Kapsch TrafficCom und Lenzing sehen ebenso vielversprechend aus. Bei OMV kam durch die Absicht zur Anteilsaufstockung seitens IPIC zuletzt etwas Übernahmefantasie auf. Auch bei Amag ist nach wie vor ein Finanzinvestor engagiert, der früher oder später seine Anteile veräußern wird wollen. Beide Unternehmen sind auch ohne Übernahmefantasie äusserst günstig bewertet und daher klare Kaufempfehlungen. Erst wenn sich eine wirtschaftliche Erholung abzeichnet, werden zyklischere Unternehmen bzw. Finanzwerte nachhaltig interessant. In diesem Fall würden wir auf Werte wie Polytec, RHI, voestalpine bzw. Raiffeisen Bank International setzen. In Günther Artner Summe sollte 2012 ein

klar besseres Börsejahr als 2011 werden. Aktien sind eine der wenigen Assetklassen, die im historischen Vergleich sehr günstig bewertet sind. Aus Mangel an Alternativen sollten daher Aktien in 2012 langsam wieder salonfähig werden, wenngleich ein dynamischer Rebound wie in 2009 aufgrund der globalen Budgetspargrogramme unrealistisch ist. Alfred Reisenberger, Wiener Privatbank: Eigentlich hat das Jahr 2011 gut begonnen, wenngleich die nur allzu präsenten Sorgen auch Anfang des Jahres bekannt waren. Dann kam der August und die Malaise begann. Der Rest ist Geschichte. Die Staatsschuldenproblematik ist noch lange nicht gelöst, aber ein Anfang wurde gemacht, nämlich das Problem als solches erkannt und auch akzeptiert. Genau das ist der Unterschied zwischen Anfang und Ende 2011. Entgegen vieler Unkenrufe zeigt die A. Reisenberger Eurozone keine Auflösungstendenzen und dass es ein Europa unterschiedlicher Geschwindigkeiten geben wird, liegt wohl auf der Hand.... Fortsetzung auf der Folgeseite


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BÖRSE EXPRESS Fortsetzung

2012 2011 ANLAGEAUSBLICK

Aber es wird ein geeintes Europa bleiben, auch wenn die Trauerparte bereits verschickt wurde. Und es wird eine Lösung geben, da es eine Lösung geben muss. Diese wird wohl eine Mischung aus Austerity, Inflation und QE sein. Und es muss eine politische Lösung sein. Die Anfänge wurden gemacht. Dann werden die Märkte Vertrauen fassen und es wird wieder mehr Rationalität einkehren. Fed-Chairman a.D. Alan Greenspan hat im Dezember 1996, in einer mittlerweile berühmt gewordenen Rede, von Irrational Exuberance gesprochen. Angesichts der aktuellen Situation fühlt man sich an damals erinnert, aber diesmal im umgekehrten Sinne. Ultimativ ist Bewertung der einzige Grund, eine Aktie zu kaufen, und dies ist in vielen Fällen attraktiv. 2012 wird kein einfaches Jahr werden. Es hat aber das Potenzial für positive Überraschung zu sorgen. Ch r is ti n e R e its a m er / G er ha r d S c hw a r z , B a a d er Bank: Wir glauben, dass auch 2012 ein schwieriges Börsenjahr sein wird, wobei wir vor allem für die erste Jahreshälfte vorsichtig sind. Der Haupttreiber für die Börsenentwicklung in Europa wird unserer Meinung nach weiterhin die Politik sein und nicht so sehr die fundamentale Geschäftsentwicklung einzelner Unternehmen. Vieles hängt davon ab, ob es den Politikern gelingt, die Angst vor einer Eskalation der Staatsschuldenkrise einzudämmen. Solange es gegenüber Ländern, die die Stabilitätsregeln nicht einhal- Christine Reitsamer ten, keinen effektiveren Sanktionsmechanismus gibt, wird der Euro an einem Glaubwürdigkeitsproblem leiden. In einem positiven Szenario gelingt es den Politikern, die Rahmenbedingungen zügig zu ändern, was es den Notenbanken bzw. dem IWF erleichtern würde, umfassende flankierende Massnahmen zu ergreifen. In einem negativeren Szenario wird sich die Situation erst noch weiter verschlimmern müssen, bevor die Politik zu wirkungsvolleren Schritten bereit ist. Die Unternehmen werden aus unserer Sicht nächstes Jahr mit einer sich deutlich abkühlenden Weltwirtschaft und einem angespannten Kreditmarkt konfrontiert sein. Im Jahresverlauf – sehr wahrscheinlich schon im ersten Halbjahr – soll-

ten sich jedoch die Hinweise auf eine Stabilisierung in den Frühindikatoren verdichten, wodurch sich auch am österreichischen Aktienmarkt die Chance auf einen neuen Aufwärtstrend klar verbessern würde. Vor dem Hintergrund der grossen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten werden aus unserer Sicht im kommenden Jahr insbesondere Aktien von Unternehmen gefragt sein, die eine sehr gute Marktposition, ein krisenerprobtes Management, eine geringe Verschuldung und ein konjunkturresistentes Geschäftsmodell aufweisen. Im österreichischen Universum gefallen uns daher Werte wie Andritz, Post und Mayr Melnhof. Alois Wögerbauer, 3 Banken-Generali Investment: Vereinfacht dargestellt hat Wien im Jahr 2011 etwa doppelt so viel verloren wie der europäische Schnitt. Wenn ich davon überzeugt bin, dass die heimischen Unternehmen mindestens gleich gut und in Alois Wögerbauer vielen Fällen besser sind als der europäische Mitbewerb und die heimischen Grossbanken zumindest nicht schlechter sind, dann ist die Hälfte des Rückganges wohl hausgemacht. Es konnte nicht ohne Folgen bleiben, dass es in Österreich keine politische Partei mehr gibt, die erklärt warum gerade jetzt ein funktionierender Kapitalmarkt wichtig ist – für Unternehmen und Banken, die eben Kapital brauchen, und für Anleger, die neben der staatlichen Pension ein weitere Säule suchen, was wichtiger denn je ist. Zudem hat sich die Wahrnehmung Österreichs im Ausland deutlich verschlechtert – abzulesen an der Zinsentwicklung der Staatsanleihen. Dennoch weiss der erfahrende Börsianer: Dies ist ein Umfeld, wo man Unternehmen günstig erwerben kann. Amag, Lenzing, Kapsch oder Andritz bieten überzeugende langfristig tragfähige Geschäftsmodelle. Immofinanz und conwert sind mehr Wert als die Börse anzeigt. Verbund und OMV könnten endlich das Potenzial heben, das in den Unternehmen stecken würde. Daher denke ich: Wien wird 2012 outperformen, auch wenn heute noch keiner dran glaubt.

Fortsetzung auf der Folgeseite


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2012 2011 ANLAGEAUSBLICK

Fortsetzung S te f a n M a x i a n, R CB : Die gute Nachricht zuerst: Wir denken, dass 2012 der ATX im europäischen Indexranking besser abschneiden wird als 2011 (Heuer waren „wir“ leider Drittletzter vor Griechenland und Zypern). Dennoch beginnt das Jahr mit einigen HerStefan Maxian ausforderungen: Wir rechnen beginnend mit 4Q 2011 mit drei Rezessionsquartalen in Österreich. Auch in einigen CEE-Ländern erwarten wir aufgrund der engen Exportverflechtungen zur Eurozone ein Abgleiten in die Rezession (Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slovenien, Kroatien). Der fiskalpolitische Spielraum für Konjunkturmassnahmen ist angesichts der Spannungen in der Eurozone begrenzt. Weiters stehen europäische Banken bis Juni vor der Herausforderung, ihre Kernkapitalquote gemäss Berechnung der Europäischen Bankenaufsicht auf 9% anzuheben, mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Kreditmarkt. Die meisten Unternehmen sind jedoch bezüglich Volumen und Fälligkeitsstruktur ihrer Fremdfinanzierungen deutlich besser aufgestellt als in 2008/09. Wir rechnen daher mit einem eher verhaltenen Jahresbeginn, setzen aber für Dezember 2012 ein Indexziel von 2200. Bevorzugte Titel für das erste Halbjahr sind Lenzing, Kapsch und Österreichische Post. Auf Jahressicht sehen wir auch Potenzial in Finanzwerten wie Immofinanz oder Erste Group. Wolfgang Matejka, Matejka & Partner: 2011 ist abgehakt. Eine kurze Analyse des Status Quo öffnet auch die Perspektive für das kommende Jahr. Wenn man die ganzen Argumentationsketten, was warum wie viel und wann gefallen und gestiegen ist, ausser Acht lässt, ergibt sich folgendes Bild: Vier Investorengruppen sind bis Ende 2011 nahezu komplett ausgefallen: Banken-Portfolios, Versicherungen, Pensionskassen und Private. Deren Aktienportfolios wurden zumeist komplett verkauft. Ein Meer an Aktien sucht seitdem neue Herren und übt sich dabei zwangsweise in tieferen und tieferen Kursen. Bewertung Nebensache. 2012 wird daher unter den gleichen Maximen beginnen wie 2011 geendet hat. Die Suche nach neuen Investoren, die den Druck aus dem Markt nehmen, wird vorherrschen. Die schwächer erwarteten Unternehmensdaten und die wachsende

Unsicherheit gegenüber den Emerging Markets sollten diesen Prozess zusätzlich erschweren, aber dies wird nur relativ kurz anhalten. Warum: Die Bewertung eines Investments wird immer wichtig, wenn der Blick nicht von kurzfristigen Gedanken abgelenkt ist. Am Beginn eines Jahres ist das aus Sicht eines bilanzierenden Investors so. Und die Aktienmärkte sind in jeder Hinsicht billig. Die politische Lösung wird auch passieren. Zwischen März und Mai erwartet man sich eine Grundsatzeinigung der Euro-Zone bezüglich Schuldenkorridor, EFSF Finanzierung und Fiskalunion. Das lenkt das Euro Bashing einmal nachhaltig ins Leere. Und vielleicht gelingt auch das Unglaubliche, nämlich Aktien den Nimbus des permanenten Risikos zu nehmen und den Regulatoren ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Die deflatorischen Sparbemühungen werden sukzessive von einer via ESM oder EFSF aktiver agierenden EZB inflatorisch abgelöst. Ein QEEuropa wird passieren. Bis dann sind die Banken soweit unter Kontrolle, dass es Wolfgang Matejka auch nicht mehr zu den Auswüchsen wie in USA kommen dürfte, wo die QE-Gelder wieder ins Zocken und dort zumeist in Commodities abseits der herkömmlichen Investments geflossen sind. In Europa dürfte das Thema „Wachstum“ aus dieser Erfahrung heraus viel direkter finanziert und adressiert werden. Spätestens dann werden die Euro-Short-Wetten wieder rückgeführt und das bereits völlig automatisierte und daher zunehmend kritiklos zur Kenntnis genommene Europa-Verkaufen hört auf und dreht. Natürlich fallen uns die Gewinnraten ein wenig in die Arme, weil ein Nachlassen der Konjunktur zumindest für das erste Quartal sehr wahrscheinlich ist. Aber in Relation zu einer sich versteckt erhobenen Inflation sollten es eher die Anleihen sein, deren Bewertung als zu hoch erkannt werden würde. Vielleicht wird in 2012 sogar das gute alte „Fed-Model“ wieder aus dem Schrank geholt. You know, jenes Modell, das die invertierte Rendite der Bonds als KGV erkennt und dem Aktienmarkt gegenüberstellt.

Fortsetzung auf der Folgeseite


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Fortsetzung Wer erinnert sich denn noch, dass in diesem Modell dell die dieAktien Aktien aufgrund aufgrund ihrerihrer innewohnenden innewohnenden langlangfristigen fristigen Gewinndynamik Gewinndynamik immerimmer höherehöhere KGVs KGVs rechtfertigten rechtfertigten als die Bonds? als die Bonds? Was mir Sorgen bereitet, sind Asien und Südamerika. amerika. Chinas Chinas Politik Politik ist wirklich ist wirklich gut, aber gut, kommt aber kommt mehr und mehr mehr und anmehr ihre Grenzen. an ihre Grenzen. Die EigendynaDie Eigendynamik mik kapitalistischer kapitalistischer GedankenGedanken lässt Risikofaktoren lässt Risikofaktoren entstehen. Brasilien entstehen. hat auch Brasilien langehat von auch ausländilange von schem ausländischem Kapital gezehrt Kapital und viel gezehrt davonund konsumiert. viel davon Mehrwert konsumiert. blieb oft Mehrwert auf der blieb Strecke. oft Den auf der Rückzug Strekvon ke. Den Kapital Rückzug erkenntvon manKapital bereits stark erkennt an den man Wähberungsbewegungen. reits stark an den Währungsbewegungen. Insbesondere Indien lässt Insbedabei sondere aufhorchen. Indien Europas lässt dabei Aktienbörsen aufhorchen. sollten Europas sich Aktienbörsen daher in 2012 sollten jedenfalls sich besser daher entwickeln in 2012 als jedendie meisten falls besser anderen entwickeln Märkte.als die meisten anderen Märkte. Roland Neuwirth, Salus Alpha: Vorsicht R ol ain n dStellung N e u w i rget h, und S a l u s A l p h a : hen im ersten HalbVorjahr, imin Stellung zweiten sicht und kommt im hoffentlich gehen ersten die Zeit der Halbjahr, imErnte. zweiten Momentan sind kommt hoffentlich Argumente der die Zeit der Ernte. Bären eindeutig sind besMomentan ser die der schon die als Argumente der sehr gewordenen Bärenrareindeutig besBullen. Keine Zweiser als die der schon fel, Aussehrviel rar besser! gewordenen serdem muss Zweiman Bullen. Keine auch sagen, dassAusein fel, viel besser! Roland Neuwirth Bärenmarkt serdem musssicher man länger als eindass halbes eigentlichsicher mindestens auch sagen, einJahr, Bärenmarkt länger ein dauernJahr, müsste. Und nach minus 40%ein im als Jahr, ein halbes eigentlich mindestens ATX wir müsste. doch zweifelsohne in einer40% Baisse, Jahr, sind dauern Und nach minus im oder An zweifelsohne dieser Stelle wirft ein mir liebATX etwa sind nicht? wir doch in einer Baisse, gewordener Fondsmanager österreichischen oder etwa nicht? An dieserder Stelle wirft ein mir Szene immer ein,Fondsmanager dass der US-Leitindex lediglich liebgewordener der österreichizwischen 10%immer und 15% entfernt ist schen Szene ein, vom dassHöchst der US-Leitindex und daherzwischen dieser wichtigste sich lediglich 10% undMarkt 15% der vomWelt Höchst streng noch in einem intakten entferntgenommen ist und daher dieser wichtigste MarktAufder wärtstrend befindet. Ist das dasnoch richtige PictuWelt sich streng genommen in ‚Big einem inre’? takten Aufwärtstrend befindet. Ist das das richtidem so ist, könnte die derzeitige Krise regeWenn ‚Big Picture’? lativ glimpflich ausgehen unddie die derzeitige möglicherweise Wenn dem so ist, könnte Krise abgesagte Rezession in den USA die Märkrelativ glimpflich ausgehen und kann die möglicherte aus abgesagte dem Sumpf ziehen. Hier rät es sich, die zuweise Rezession in den USA kann die letzt etwas Konjunktur-Daten Märkte ausbesseren dem Sumpf ziehen. Hier in rätden es USA sich, weiter genau zu verfolgen schon einmal vordie zuletzt etwas besserenund Konjunktur-Daten in sichtig in Stellung gehen. müssen festden USA weiter zu genau zuLeider verfolgen undwir schon halten, sich Europa im negativen Sinne abeinmal dass vorsichtig in Stellung zu gehen. Leider gekoppelt hatfesthalten, und in 2011 europäischen müssen wir dassalle sich Europa im Asnegativen Sinne abgekoppelt hat und in 2011 alle

europäischen Assets aus globalen Portfolios sets aus globalen Portfolios abverkauft wurden.abverkauft Um aufwurden. der vorsichtigen Seite zu bleiben, gehe auf aus, der vorsichtigen Seite zu bleiben, geichUm davon dass wir in Europa schon in einer he ich davon aus, sind dass bzw. wir in Europa schonund in leichten Rezession auch im ersten einer leichten sind bzw. auch imDie erzweiten QuartalRezession 2012 rezessiv sein werden. sten und zweiten Quartal werden 2012 rezessiv sein werschlechten Nachrichten also noch eine den. Die schlechten Nachrichten werdenschon also Weile anhalten. Zum Glück ist das allerdings noch eineGutteil Weile anhalten. Zum drinnen. Glück ist das alzu einem in den Kursen lerdings einem Gutteil ist, in dass den die Kursen Und dieschon noch zu bessere Nachricht Bördrinnen. se das Ende einer Rezession ca. drei bis sechs MoUnd bessere vorwegnimmt. Nachricht ist,Also dassähndie nate mitdie dennoch Tiefstkursen Börse das einerals Rezession bis sechs lich wie inEnde 2008/09, die Weltca. ja drei immerhin für Monate mit den Tiefstkursen Aleinige Monate stillstand, solltenvorwegnimmt. wir im Laufe des so ähnlich wie in als die Welt jabzw. imersten Quartals die2008/09, idealen Kaufzeitpunkte merhin für einige stillstand, sollten wir eine Fortsetzung derMonate derzeitigen Bodenbildung seim Laufe des ersten Quartals idealen Kaufhen. Im zweiten Halbjahr, auchdie wenn derzeit fast zeitpunkte bzw. eine der derzeitigen zu schön um wahr zuFortsetzung sein klingt, könnte es deutBodenbildung sehen. Im zweiten Halbjahr, auch lich höhere Kurse geben. wenn dies derzeit fast zu schön klingt um wahr zu sein, könnte es deutlich höhere Kurse geben.

G ü n t h e r S c h mi t t , Raiffeis en KAG: Der österreichische Aktienmarkt war 2011 einer der schwächsten Europas. Als Gründe dafür werden oft die Finanzlastigkeit des ATX, die Abhängigkeit der österreichischen Unternehmen von Osteuropa und die Rolle als illiquider Randmarkt ange- Günther Schmitt führt. Auch wenn diese Argumente teilweise stimmen, ist eine Underperformance beispielsweise gegenüber dem DAX um fast 20 Prozent nicht gerechtfertigt. Denn fundamental gesehen ist der österreichische Aktienmarkt sehr billig bewertet und die Unternehmen selbst sind gut aufgestellt und haben solide Bilanzen. (Der ATX hat momentan ein KGV für 2012 von knapp über 7 und ein Preis/Buch-Verhältnis von unter 0,9.) Wir glauben deshalb, dass die Anleger im Jahr 2012 im Gegensatz zu heuer wieder verstärkt auf Unternehmensdaten und die Bewertung der Unternehmen schauen werden. Das bedeutet, dass man bei der Aktienauswahl verstärkt auf Titel setzen wird, die unterbewertet sind und ein Aufholpotenzial besitzen. Das wiederum sollte daFortsetzung auf der Folgeseite


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BÖRSE EXPRESS Fortsetzung

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zu führen, dass österreichische Aktien wieder in den Fokus der Anleger kommen sollten. Insgesamt sehen wir für den Fall, dass es zu keiner globalen Rezession kommt, beim ATX ein Potenzial von etwa 20 Prozent im Jahr 2012.

Friedrich Erhart, Pioneer Inves tments Austria: Im abgelaufenen Kalenderjahr hat Wien als Randbörse aufgrund der starken Indexdominanz von Finanztiteln und zyklischen Werten überproportional gelitten. Im aktuellen Marktumfeld haben diese Sektoren naturgemäss besonders schlecht abgeschnitten. AusserFriedrich Erhart dem meiden internationale Investoren in unsicheren Zeiten kleine, weniger liquide Märkte. 2012 schaut auf den ersten Blick auch nicht gerade euphorisch aus. Die Anzeichen dafür, dass die erwartete Konjunkturflaute vor der Türe steht, mehren sich. Sparprogramme und nachlassendes Kreditwachstum verstärken den Bremseffekt und belasten die mittelfristigen Wachstumsaussichten. Im Vorfeld umfangreicher Refinanzierungserfordernisse in Italien und Spanien im ersten Halbjahr 2012 dürfte die Verunsicherung bei den Investoren und somit der Druck auf die Kapitalmärkte zunächst weiter anhalten. Nur ein aggressiveres Vorgehen der EZB - Stichwort "quantitative easing" - könnte vorübergehend für Entspannung sorgen. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen spricht einiges für die Veranlagung in österreichische Aktien. Die Bewertung unserer Dividendentitel ist, sowohl im historischen Vergleich als auch gegenüber einer alternativen Rentenveranlagung, auf Basis aktueller Kennzahlen extrem attraktiv. Auch hat sich die Profitabilität der heimischen Unternehmen sowie deren Kapitalisierung seit der letzten Wirtschaftskrise 2008/2009 stark verbessert. Massive Rationalisierungsmassnahmen haben dazu geführt, dass die Unternehmen heute wesentlich schlanker aufgestellt - und somit für einen neuerlichen Konjunktureinbruch entsprechend gewappnet sind.

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Neben den fundamentalen Bewertungsaspekten sehe ich es positiv, dass derzeit sehr viel Geld auf der hohen Kante liegt und darauf wartet, veranlagt zu werden. Die Risikoaversion bei den Anlegern ist gross, kaum jemand hofft mehr auf den raschen Aufschwung. Bei dieser tiefen Erwartungshaltung kann sich bereits das alleinige Ausbleiben von Negativmeldungen positiv auf die Kursentwicklung von "überverkauften" Aktien auswirken. Die Eurozone wird, wenn auch nur langsam, Fortschritte im Kampf gegen die Schuldenkrise machen. Sobald erste Erfolge sichtbar werden und sich eine Entspannung in der Staatsschuldenthematik abzeichnet, werden auch österreichische Aktien wieder, analog der Erholungsrally 2009/2010, outperformen können.

Franz Gs chiegl, Erste Sparinves t: Das Thema der Verschuldung in ihren verschiedensten Facetten prägte nahezu durchgehend das Geschehen im Kalenderjahr 2011. Mit weltweit massivsten und in ihren Dimensionen Vergleiche suchenden Konjunktur-Stimulierungspaketen in Dollar-Billionenhöhe wurden zwar der Weltwirtschaft und Franz Gschiegl den Finanzmärkten entsprechend starke „Dopingspritzen“ versetzt, aber leider auch 2011 die entsprechenden Rechnungen präsentiert. Die damit einhergehende Verunsicherung war natürlich der ideale Nährboden für hohe Preis-Schwankungen bei Aktien, Anleihen und Rohstoffen, die wir auch jetzt noch sehen. Rendite-Überlegungen spielten bei den Anlegern eine untergeordnete Rolle, Kapitalerhalt stand im Vordergrund. Krisen sind immer auch Chancen. Da bekanntlich Kneippkuren das Immunsystem durch die Wechselbäder stärken, stellt sich nun die Frage, ob nicht auch die mutigen und geduldigeren Investoren für ihre Mühen und Belastungen langfristig belohnt werden? Mit Blick auf die Börsenhistorie kann dies durchaus bejaht werden. Veranlagungen in risikoreichere Vermögenswerte wie Aktien wurden über entsprechende Zeiträu-

Fortsetzung auf der Folgeseite


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BÖRSE EXPRESS

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wird die schlechte Wirtschaftslage die budgetäre Situation wohl noch mehr verschärfen. Aus Bewertungssicht erscheinen Aktien günme (fast) immer mit höheren Erträgen entlohnt, stig. Da jedoch Gewinnprognosen bei da sonst wohl niemand mehr derartige Inmangelnder Visibilität in Krisenvestments tätigen würde. APA zeiten wenig verlässlich sind, Obwohl die europäischen Rewäre es ein Fehler, das schon gierungen nun zu massiven als Kaufsignal zu interpreSparprogrammen aufgerüttieren. Die Unsicherheit telt wurden (Stichwort über die Zukunft der EuSchuldenbremse), wird rozone und die Abhändie Krise kurzfristig gigkeit von Politikern nicht zu lösen sein. Die und ihren Entscheistarken Kursschwandungen werden aus unkungen werden uns serer Sicht den Kursauch 2012 begleiten. verlauf 2012 prägen. Daher ist ein Anlage-Mix Gleich im ersten Quartal mit breiter Streuung über ist ein Antesten der „Lows“ verschiedene Anlageklassen zu erwarten, wenn grosse Sumzu bevorzugen. Zudem ist gemen italienischer Staatsanleihen rade in Zeiten mit stark schwanzur Refinanzierung anstehen. Wir erkenden Kursen das Risiko eines zu frühen oder zu späten Einstiegszeitpunktes hoch. warten zumindest für das erste Halbjahr einen Daher bietet sich ein Einstieg in Teilbeträgen sehr volatilen Markt, der sich erst beruhigen kann, bzw. ein planmässiger Vermögensaufbau zum wenn sich eine Lösung für die Eurozone abzuBeispiel mit monatlichen Einzahlungen in einen zeichnen beginnt. Daraus abgeleitet haben aus unserer Sicht folFondssparplan an. gende Assets 2012 die besten Chancen auf eine gute Performance: Erika Karitn ig , Bawag PSK I nves t: Wir erwarten ● Trading-Strategien: flexibel gesteuerte Assetfür Risikoassets ein Allocation-Produkte, die das Timing (risk-on, turbulentes Jahr risk-off) übernehmen und in der Vergangenheit 2012. Gäbe es nicht ihre Fähigkeiten beweisen konnten die Unsicherheit in ● Veranlagungen mit einem positiven Carry: Bezug auf den Fort- Corporate Bonds guter Bonität (als sicherer Habestand der Euro- fen), breit gestreute High Yield-Portfolios (Risizone, wären die kopuffer für Kursschwankungen aufgrund atAussichten gar nicht traktiver Verzinsung) sowie dividendenstarke Akschlecht: Das globa- tien le Wachstum ist in ● Aktien global tätiger Unternehmen, die eiTakt, insbesondere nerseits vom Wachstum ausserhalb Europas proaus den USA kom- fitieren können und andererseits mittels Invemen starke Vorlauf- stitionen ausserhalb der Eurozone eine Fremdindikatoren. Häu- währungskomponente zur Diversifikation sermarkt und Ar- beinhalten Erika Karitnig Diversifikation wird 2012 mehr denn je ein beitsmarkt haben sich stabilisiert und die Zinskurve ist nach wie Thema sein. Verlauf und Ausgang von Krisen vor steil. Zudem signalisiert die Notenbank noch sind schwer prognostizierbar, weshalb es in jemehr Unterstützung, sollte sie nötig sein. Aus dem Fall ratsam ist, unterschiedliche Strategien den Schwellenländern kommen gemischte Nach- ins Rennen zu schicken! richten. Das Wachstum hat sich abgeschwächt, aber die Notenbanken haben bereits begonnen gegenzusteuern. Die Inflationsgefahr ist vorerst gebannt und im 2. Halbjahr sollte sich das Wachstum wieder beschleunigen. Europa bleibt angesichts der Schuldenkrise das Sorgenkind und wird wohl in eine Rezession schlittern. Ins- Fortsetzung auf der Folgeseite besondere in den sogenannten PIIGS-Staaten Fortsetzung

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BÖRSE EXPRESS

2012 2011 2 0 1 2 ANLAGEAUSBLICK

Fortsetzung Ro l a n d Zaun er , Kepler F onds: 2011 war für den Leitindex der Wiener Börse ATX ein schwieriges Jahr. Im Vergleich zu anderen Indizes hat er deutlich stärker nachgegeben. Ein Grund dafür war die hohe Gewichtung der Finanzwerte, die angesichts der euroRoland Zauner päischen Schuldenkrise überproportional in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein anderer Grund war, dass Engagements in Osteuropa wieder einmal skeptischer betrachtet wurden. Angesichts der relativ geringen Liquidität in Wien fallen die Kurse hier gleich besonders stark, wenn viele Anleger ihr Geld abziehen. Wenn Sie sich jetzt sagen: „Das klingt deprimierend, ich glaube, ich lasse 2012 die Finger von Aktien!“, sollten Sie aber bedenken, dass sich in der Vergangenheit oft gerade jene Phasen, in denen das Interesse an Aktien sehr gering war, als gute Kaufgelegenheiten herausgestellt haben. Antizyklisches Handeln hat sich ausgezahlt. So gesehen könnte jetzt eine gute Zeit für Käufe sein. Warren Buffett, einer der erAPA folgreichsten Investoren der Welt, hat im heurigen Jahr seine Aktienpositionen kräftig aufgestockt. Die Gewinnsituation vieler heimischer Unternehmen ist gut, auch wenn der Markt zurzeit noch mehr auf die Makrosituation schauen mag. Für eine Rallye am Aktienmarkt wäre es wichtig, dass die Marktteilnehmer den Eindruck bekommen, dass die EU-Schuldenkrise endlich im Griff ist. Hier ist die Politik gefordert. Sparmassnahmen, die nicht gleichzeitig das Wirtschaftswachstum abwürgen, würden sicher positiv aufgenommen. Im Falle einer Erholung sollten die zyklischen Werte und Finanzwerte die Nase vorn haben.

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Is abe lla de Krass ny , Semper Cons tanti a: Viele westliche Industriestaaten sind klar überschuldet. Eine Lösung der Staatsschuldenkrise kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: Inflationierung (bei gleichzeitig niedrigen Zinsen); Sozialleistungsabbau; neue, oder hö- Isabella de Krassny here Steuern; teilweise Schuldenstreichung; Währungsreform oder sehr starkes Wirtschaftswachstum (dadurch höhere Steuereinnahmen und niedrigere Ausgaben). Derzeit wird von den meisten Ländern sowohl die Strategie der Steuererhöhung/neueinführung als auch der Ausgabenkürzung betrieben. Eine Rezession in Europa ist dadurch unausweichlich. In einer ersten Phase gilt es 2012 die Finanzmärkte zu stabilisieren und dann Lösungen für die Schuldenreduktion zu suchen. Wie dies erfolgen wird, ist derzeit noch nicht absehbar, sehr wohl aber, dass deshalb in den nächsten Jahren massive Realwertverluste drohen. Im Aktienbereich meiden wir weiterhin Finanzwerte und sehen speziell für internationale Substanzwerte grössere Chancen. Auch bei den Anleihen haben wir eine breite Streuung und stabile, konjunkturresistente Unternehmen im Portefeuille. Als Beimischung gefallen uns Fremdwährungsanleihen von soliden Volkswirtschaften mit gesunden Staatsfinanzen. Vermögen zu stabilisieren und zu sichern wird daher auch 2012 unser Fokus sein. Die alte Regel: „nicht alle Eier in einen Korb legen“ wird ergänzt: „prüfe, ob die Henkel der Körbe stabil sind und diese keine Löcher aufweisen“. Für Investoren, die Bankausfälle fürchten, starten wir etwa den kursgesicherten Aktienfonds „SemperValue Protection“, der bei hoher Liquidität dieses Risiko minimiert.

(bs/gill)


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BÖRSE EXPRESS

Sie gehen Ihren eigenen Weg.

Aber nicht allein. Viele Freiberufler nutzen unser Angebot bereits in der Ausbildung oder schaffen mit unserem Startpaket den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit dem ErfolgsService Freie Berufe unterstützen wir Sie auch weiterhin mit einem speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Leistungspaket. Beruflich und privat. www.bankaustria.at


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BÖRSE EXPRESS Anleihen Kein sicherer Hafen, oder doch? Keine Peripherie, oder doch?

Sicher ist nur eines - die Unsicherheit

2011

APA

2012 ANLEIHEN

Von plus 33 bis minus 67% - Staatsanleihen machten 2011 einen grossen Spagat „Prägend für die Rentenmärkte bleibt aufgrund der europäischen Schuldenkrise weiter die hohe Risikoaversion der Anleger, die das Aufsuchen von sicheren Häfen mit sich bringt und damit die Renditen der Anleihen der Kernländer auf einem tiefen Niveau hält“, blickt die Chefanalystin des UniCredit Private Bankings, Monika Rosen, in die Kristallkugel für 2012. Doch welchen Anlageklassen sollten sich die Investoren bei ihrer Suche nach Ertrag ohne übergrosses Risiko zuwenden? Ein wichtiger Inputfaktor für die Performance von Anleihen ist jedenfalls relativ gut abschätzbar – die Entwicklung der Leitzinsen. Denn angesichts des schwachen Wachstums und der straf-

fen Fiskalpolitik werden in vielen Märkten die Zinsen mittelfristig auf historisch niedrigem Niveau verharren. Die Fed etwa hat bereits eine Zinspause bis 2013 angekündigt; der BloombergKonsensus geht derzeit davon aus, dass wir Ende 2012 von der EZB einen Leitzins von nur noch 0,75 Prozent zu erwarten haben, gegenüber den aktuellen 1,0. Eine grosse Minderheit rechnet gar nur noch mit einem Niveau von 0,5 Prozent zu diesem Zeitpunkt. Klar ist auch, dass das Kreditrisiko 2011 eine steigende Zahl von Staatsanleihemärkten infiziert hat. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen und

Performance Staatsanleihen 2010*

Performance Staatsanleihen 2011*

Top-5 Ukraine (Gesamtmarkt) Argentinien (Gesamtmarkt) Südafrika (Langläufer) Australien (Langläufer) Venezuela (Gesamtmarkt)

Top-5 USA (Langläufer) 31,4%x Schweden (Langläufer) 31,4%x Grossbritannien (Langläufer)27,6%x Neuseeland (Langläufer) 23,4%x Deutschland (Langläufer) 22,9%x

43,5%x 41,9%x 33,3%x 27,7%x 27,2%x

Flop-5 Italien (Langläufer) -1,3%x Portugal (Langläufer) -9,3%x Spanien (Langläufer) -12,0%x Irland (Langläufer) -19,4%x Griechenland (Langläufer) -27,6%x * auf Basis Euro, Quelle: Bloombergx

Fortsetzung auf der Folgeseite

Flop-5 Griechenland (7-10jährige) Griechenland (5-7jährige) Griechenland (Gesamt) Griechenland (1-3jährige) Griechenland (3-5jährige)

-62,2%x -62,7%x -63,1%x -63,8%x -67,3%x


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BÖRSE EXPRESS so die Liste von als risikofrei eingestuften Investments weiter ausdünnen. Auch 2012 werden die Fänge der Ratingagenturen immer wieder zuschlagen. Klar ist noch etwas: In den Kernmärkten sind die Realzinsen negativ.

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UNTER WASSER

2012 ANLEIHEN

Europa geldpolitisch die Büchse der Pandora geöffnet werden. Für 2012 erwarte ich, dass das Inflationsniveau in den USA, Grossbritannien sowie in den europäischen Kernstaaten bis weit ins erste Quartal hinein über den Zielmarken bleiben wird. Dabei sollte die Inflation nicht völlig ausser Kontrolle geraten. Nichtsdestotrotz bleibt Geldentwertung durch die Aussicht auf weitere monetäre Impulse ungeahnten Ausmasses mittel- bis längerfristig eine reale Gefahr für die Weltwirtschaft. Eine Überhitzung der aufstrebenden Volkswirtschaften könnte diese noch erhöhen.“ Weirs Rat somit: „Inflationsindexierte Anleihen bleiben für Anleger unverzichtbar.“

5-7JÄHRIGE EURO-ANLEIHEN

„Für Anleiheninvestoren wird 2012 kein einfaches Jahr. Gerade mit Blick auf Staatsanleihen werden Anleger ihre bisherige Vorstellung von ‘sicheren Häfen’ weiter überdenken. Denn auch im kommenden Jahr wird das Risiko von Zahlungsausfällen bei Staatsanleihen ihre Hauptsorge sein“. Andrew Wells, Global CIO Fixed Income bei Fidelity, gibt also wenig Hoffnung, dass die Sorgen von Anleiheninvestoren kleiner bzw. weniger werden. Dabei war schon 2011 ein Ausnahmejahr, ein derart ereignisreiches, dass einiges davon wohl gar nicht mehr in den Köpfen der Öffentlichkeit präsent ist. Man denke an die Aufstände im Mittleren Osten, das katastrophale Erdbeben und die nukleare Katastrophe in Japan, die Sorgen um das Wachstum in China, um die globale Wirtschaftsentwicklung, die Unruhen in Grossbritannien und die nach wie vor ungelöste europäische Schuldenkrise.

GEFAHR INFLATION Da im Kampf gegen die Krise auch die Ausweitung der Geldmenge ein denkbares Szenario bleibt, sollten Anleger die Möglichkeit eines Inflationsanstiegs nicht aus dem Auge verlieren. „Weltweit richten die Zentralbanken ihr Augenmerk zunehmend auf die Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. Tatsächlich ist in manchen Fällen ein steigendes Inflationsniveau der Preis dafür, eine Volkswirtschaft vor dem Rückfall in die Rezession zu bewahren“, sagt FidelityFondsmanager Andy Weir. Und: „Insbesondere in schuldengeplagten Staaten dürften wir 2012 mehr von dieser Geldpolitik sehen. Ein prima Beispiel ist die Fed, die mit ihren massiven Ankaufprogrammen für US-Staatsanleihen die amerikanische Volkswirtschaft mit Liquidität aufgebläht hat. In Europa scheint angesichts der zu erwartenden Rezession im kommenden Jahr die Sorge vor Inflation aktuell zwar weniger akut.“ Doch wird ein Abgleiten in die Rezession die Zentralbanken zu einer experimentelleren Geldpolitik verleiten? „Damit könnte dann auch in

DIE ÜBERHOLSPUR Nach Überhitzung sieht es in den meisten Emerging Markets derzeit aber nicht aus, eher sorgt der Fortgang der Konjunktur. Die Wachstumsaktivität in den Emerging Markets sollte 2012 etwas geringer als 2011 ausfallen. Man versucht jedoch verstärkt, den Binnenkonsum als Wachstumstreiber zu nutzen, um so die schwächeren Exportaussichten, im Zusammenhang mit den krisengeschüttelten westlichen Industriestaaten, zu kompensieren. „Weiters haben die Notenbanken bereits begonnen, Zinssenkungen durchzuführen. Damit lenken sie ihren Fokus weg von der Inflation in Richtung Wirtschaftswachstum“, sagt Monika Rosen vom Private Banking der UniCredit. Heisst wiederum: „Emerging Markets Anleihen sehe ich strukturell positiv, wobei wir Investments in Lokalwährung vorziehen. „Investoren dürften 2012 Schwellenländeranleihen stärker unter strukturellen, anstatt wie bisher taktischen Erwägungen ins Kalkül ziehen“, sagt Wells. Denn nicht wenige Schwellenländer sind inzwischen in Sachen Schuldenstand und Haushalt vielen Industrieländern weit überlegen. Und da im Zuge der allgemein schlechteren Marktstimmung auch die Renditen von Schwellenländer-Anleihen gestiegen sind, „sollten diese Papiere ertragsorientierten Anlegern attraktive Chancen eröffnen“, meint der Fidelity-Spezialist. Ein robustes Wachstum in den Emerging Markets sollte dabei ein Gegengewicht zur Schwäche der Industrieländer bilden. Fortsetzung auf der Folgeseite


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2012 ANLEIHEN

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nität heute zahlreiche Mit dem Wachstum 10JÄHRIGE ÖSTERREICH Merkmale aufweisen, die haben es die IndustrieAnleger früher Staatsanstaaten nämlich nicht so: leihen zugeschrieben ha„Die Wachstumsausben. Tatsächlich sind die sichten für den EuroBilanzen vieler Unterraum sind düster. Die nehmen inzwischen in Kombination aus Hausbesserer Verfassung als haltskonsolidierung und die Staatshaushalte der restriktiveren KreditbeLänder, in denen sie andingungen dürfte Europa sässig sind“, urteilt Wells wahrscheinlich in eine von Fidelity - wobei das Rezession treiben. Wir wohl zumeist nie anders gehen davon aus, dass war, es wurde nur nicht diese Rezession zu einer Ratingherabstufung Frankreichs führen wird, das darauf geachtet. Ganz abschreiben sollte man die „sicheren Häwir weiterhin für besonders anfällig von den mit AAA gerateten Ländern halten. Aufgrund der gross- fen“ aber auch nicht: „Bei weiterer Verschärfung zügigen Liquiditätsversorgung durch die EZB dürf- der Krise könnten Anleihen sicherer Länder kurzten die systemischen Risiken jedoch unseres Er- fristig interessant werden“, sagt Thomas Steinachtens unter Kontrolle bleiben“, sagt Francis Ya- berger, CIO und Geschäftsführer bei Spängler IQAM Invest, der mittelfristig auch in Euroland red vom Deutsche Bank Research. „Was auch immer in der Eurozone geschehen attraktive Chancen für möglich hält: „Bei stabiwird, die Aussichten für Wachstum in der ent- ler Entwicklung wäre der Zukauf ausgewählter wickelten westlichen Welt sind düster. Die un- Peripherieanleihen, wie z.B. Irland und Italien, sichtbare Hand des Deleveraging schränkt den interessant“, Unternehmensanleihen sind derzeit Handlungsspielraum für viele Jahre ein“, sagt aber seine bevorzugte Assetklasse. auch Burgess. Woraus er in Summe schliesst: CONTRARIAN „Die Aussichten für 2012 bleiben sehr ungewiss. Dies ist kein Umfeld, in dem man als Investor siStefan Kreuzkamp, der das Rentenfondsmagnifikante Risiken eingehen möchte.“ nagement der DWS leitet, spielt auch ein wenig Woraus sich der Drang vieler Anleger in die die Contrarian-Karte: „Die Risikoprämien eurosogenannten „sicheren Häfen“ ergibt. päischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bunds sind auf einem Rekordniveau. Wir werES GAB SCHON BESSERE ZEITEN den eine Neubewertung der AusfallwahrscheinAber: „Staatsanleihen der meisten Industrie- lichkeiten im nächsten Jahr sehen. Dann wird es staaten, mit der bemerkenswerten Ausnahme von Zeit, wieder Geld in Anleihen von Italien, SpaAustralien, erscheinen unattraktiv. Die zeitliche nien und Belgien zu investieren.“ Künftige Chancen in der Peripherie sieht auch Entwicklung bleibt ungewiss, aber strategisch scheint es keine günstige Zeit für langfristige An- Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investleihen zu sein. Und wir sehen bei Engagements ment Managers: „Momentan spricht sicherlich in einer Reihe von schwächeren Staatsanleihen nicht viel für den Kauf von Staatsanleihen aus erhebliche Risiken, wie das Eintreten von Ex- der Euro-Peripherie, das wird sich aber ändern. tremereignissen“, sagt Alan Brown, Group CIO Bis dahin bleiben Staatsanleihen von Kernlänbei Schroders. dern sowie Investment-Grade-UnternehmensBurgess warnt auch: „Wir zweifeln den Siche- anleihen die besten Bond-Käufe im Euroraum“. ren-Hafen-Status von Staatsanleihen bereits seit Hier gibt es nicht nur mit Steinberger, sondern einiger Zeit an. Bei negativen Realzinsen sind die auch Kreuzkamp Übereinstimmung. Denn der Aussichten für gesunde Kursgewinne limitiert DWS-Fondsmanager hält aktuell bei Fremdund die Risiken von Verlusten zwangsläufig si- währungsanleihen von Ländern mit AAA-Ratings gnifikant. Wir sehen mehr Wert in den höher- wie Australien und Neuseeland, Bonds ausgeverzinslichen Sektoren des Anleihemarkts.“ wählter EM-Länder wie Polen und Mexiko und Das sind neben den Emerging Markets-Bonds Corporate Bonds für interessant. Gerade bei Unsolche von Unternehmen, Corporate Bonds. ternehmensanleihen hält Kreuzkamp das Kursrisiko für begrenzt: „Die Risiken sind eingepreist. IBM STATT USA, OMV STATT ... Die Ausfallraten sind auf einem historischen Re„Es wird sich zeigen, dass Unternehmensan- kordniveau, obwohl die fundamentale Situation (gill) leihen (Anm. Corporate Bonds) mit höchster Bo- der Unternehmen sehr solide ist.


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CORPORATE BONDS, IPOS, KAPITALERHÖHUNGEN

Volumen von Emissionen von Aktien und Bonds liegt aber über 2010

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Ein Gedränge sieht anders aus

Amag-Chef Falch zog IPO durch Die gute Nachricht zuerst: Im zurückliegenden Jahr wurde zumindest die bislang längste IPO-Flaute seit Berechnungsstart des Wiener ATX gebrochen. Der Alukonzern Amag zog im April den Börsegang durch, obwohl weniger Altaktien als geplant platziert und der Ausgabepreis am untersten Ende der Preisspanne angesiedelt werden musste. Isovoltaic, mit der die Wiener Börse erstmals Zugang aus der Solarbranche bekommen hätte, kam nicht so weit. Am letzten Tag der Zeichnungsfrist zog das Unternehmen bzw. der Eigentümer die Bremse und cancelte den Börsegang. Die Preisvorstellungen zwischen Käufern und Verkäufern dürften gar weit auseinander gelegen sein. Das war’s dann aber auch schon wieder in Wien. Zwar hätte es einige weitere IPO-Interessenten gegeben, der Spielekonzern Novomatic etwa war ein heisser Kandidat. Der fortschreitende Stimmungsverfall an der Börse, die Unsicherheiten rund um die Entwicklung der Verschuldungskrise der EuroStaaten und die Unlust der Investoren, auf die Preisvorstellungen der Unternehmen einzugehen, standen weiteren Neuzugängen aber im Wege.

Lenzing nahm zwei Mal einen Anlauf für das sogenannte Re-IPO, das neben der Ausgabe junger Aktien auch die Platzierung von Aktien aus dem Besitz der B&C Holding vorsah. Die Titel wurden auch hier schlussendlich am unteren Ende der PreisBandbreite platziert. „Die Investoren haben die Taschen nicht so weit aufgemacht“, sagte CEO Peter Untersperger damals. Unterm Strich wurde im zurückliegenden Jahr via Kapitalerhöhungen und IPOs bzw. SPOs aber mehr Volumen an die Börse gebracht als 2010 mit 1,25 Mrd. Euro. Um einiges höher ist auch das Emissionsvolumen bei den Corporate Bonds: 2011 waren es rund 3,25 Mrd. Euro nach 2,3 Mrd. Euro im Jahr davor.

WAS ERWARTET UNS 2012? Die Wiener Börse geht von vier bis fünf Neuzugängen im kommenden Jahr aus. Jene Unternehmen, die nicht dringenden Kapitalbedarf haben, werden aber wohl noch zuwarten. Die Preisvorstellungen dürften nach dem Kursrutsch im zurückliegenden Jahr nur noch weiter auseinanderklaffen. Raiffeisen und Erste Group gelten als Kapitalerhöhungskandidaten, auch wenn die Institute die Kapitallücken ohne einen solchen Schritt füllen wollen. Spannend bleibt es auch bei der Telekom Austria, die zumindest am Bondmarkt eine Refinanzierung holen könnte. (bs)

CORPORATE BONDS 2011

Amag (IPO, April) Staatsdruckerei (November) Lenzing (SPO, Juni)

411,37 0,13 582,80

WEB Windenergie (5%) voestalpine (4,75%) Egger (5,625) Knapp (4,875%) Immofinanz (Wandler, 4,25%) Intercell (Wandler, 6%) ZBI Immobilien (5%-6,5%) HTI (Hybrid, (4,25%) Frauenthal (4,875%) Aquarius Water (7%) Strabag (4,75%) Bundesimmobilienges. (4,45%) Alpine Holding (5,25%) Wienerberger (5,25%) Ring International Holding (5,5%) OMV (4,25%) UBM (6%) AT&S (5%)

Summe (in Mio. Euro)

994,30

Summe (in Mio. Euro) Daten Wr. Börse

KAPITALERHÖHUNGEN 2011 Sanochemia (April) OMV (Juni) Lenzing (Juni) KTM (Juni) Kapsch TrafficCom (August)

4,48 750,00 75,90 19,06 49,00

Summe (in Mio. Euro)

898,44

IPOS/SPOS 2011

10,20 500,00 200,00 10,00 515,10 33,00 7,70 18,05 100,00 10,00 175,00 21,00 90,00 100,00 41,00 500,00 75,00 100,00 3256


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BÖRSE EXPRESS Meetings in Europa, Asien und in den USA

2012 2011 ROADSHOWS

Weniger Roadshow-Fixpunkte in 2012

Die lokalen Research- und Equity-SalesAbteilungen dezimieren sich. Mit Cheuvreux und Unicredit sind 2011 gleich zwei Player, und damit Roadshow-Veranstalter, dem Wiener Markt entwichen. Als Folge fallen die von den genannten Banken veranstalteten Investoren-Meetings und somit auch die traditionelle UniCredit-Kitzbühel-Konferenz, die stets am hochfrequentierten Hahnenkamm-Rennwochenende stattfand, weg. Daher startet für viele heimische Börsenotierte die Roadshowsaison in 2012 nicht in Kitzbühel, sondern z.B. in Warschau. Dorthin laden nämlich die Wiener Börse und Wood & Co am 12. Jänner. Oder aber auch in Tokio, wo es mit der Wiener Börse und Nomura am 31. Jänner hingeht. Auch wenn die Wiener Börse-Roadshows in 2012 in geringerer Anzahl ausfallen als in den Vorjahren, so werden dennoch die wichtigsten Investoren-Destinationen angepeilt, nämlich London (2. Februar) mit der Erste Group, Ende Mai mit Morgan Stanley und am 25. September mit Wood & Co, Zürich (am 12. Juni mit UBS) und New York (am 26. November mit Erste Group und Auerbach Grayson).

ÖSTERREICH-DESTINATIONEN Als traditionelle Österreich-Destinationen bleiben Zürs und Stegersbach. Die RCB lädt vom 11. bis 14. April in den Zürserhof. Mit der Erste Group

geht es vom 1. bis 4. Oktober nach Stegersbach. In Wien findet am 20. Jänner eine Oil & Gas Conference der Berenberg Bank statt. Die Berenberg Bank hat etliche Wiener Aktien in ihrem ResearchUniversum. Dementsprechend nehmen auch heimische Unternehmen an den zahlreichen Events der Bank teil. So ist Zumtobel beispielweise am 19. Jänner auf einer Berenberg Capital Goods Conference in Amsterdam vertreten. Auch weitere Austro-Firmen haben in ihren Roadshowkalendern Meetings von internationalen Investmenthäusern eingetragen, z. B. die German & Austrian Investor Conference von Cheuvreux am 17. Jänner in Frankfurt oder die Baader Investment Conference in München, die vom 25. bis 27. September stattfindet. Die deutsche Baader Bank hat im Herbst – wie vom Börse Express berichtet - ihre Aktivitäten im institutionellen Kundengeschäft auf den österreichischen Markt ausgeweitet. Dementsprechend ist auch einiges an Research zu erwarten.

FÜR PRIVATE Und auch die Privatanleger-Roadshows von Börse Express und Aktienforum gehen in ein neues Jahr. Der erste Termin ist bereits fixiert, und zwar für den 25. Jänner im Reitersaal der Oesterreichischen Kontrollbank. (cp) ➤ www.boerse-express.com/roadshow


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BÖRSE EXPRESS Gute Renditen, aber Finanzierungs- und Fundraising-Probleme

2012 2011 VENTURE CAPITAL & PRIVATE EQUITY

VC-/PE-Sektor im Bann der Schuldenkrise

Awards 2011: Christoph Merckens (stv. Bundesvorsitzender Junge Industrie) mit dem Hauptpreisträgern Johannes Höfler (Heliovis) und Business Angel Manfred Reichl Die Stimmung am Private Equity-Sektor hat sich laut Studien in den ersten Monaten des abgelaufenen Jahres zwar verbessert, die europäische Schuldenkrise hat dieses Aufflackern allerdings wieder zunichte gemacht. An der Performance der Private Equity-Anlagen kann der Stimmungsumschwung nicht liegen, denn laut Partners Group hat die Assetklasse seit Juni 2000 eine höhere Rendite als der MSCI-Index erzielt. Das Problem allerdings ist, dass Finanzinvestoren die härteren Refinanzierungsbedingungen bei neuen Akquisitionen spüren. Weiterhin schwierig bleibt also die Fremdkapital-Aufnahme, aber auch das Fundraising und Unternehmensverkäufe, sprich Exits. Die Schuldenkrise macht der Branche das Leben schwer. Laut einer Erhebung von Coller Capital will jeder fünfte Investor wegen der Turbulenzen seine Investitionen in Private Equity-Fonds in Europa zurückfahren. Somit stehen bei den PE-Gesellschaften weiterhin die Bemühungen um das existierende Portfolio im Vordergrund. Die eine oder andere Fundraisingbzw. Exit-Meldung gab es im abgelaufenen Jahr dann aber doch. So hat beispielsweise Pontis Capital ein First Closing des PGC II bei 30 Mio. Euro bekannt gegeben und will bis zum finalen Closing Mitte 2012 noch einmal soviel bei Investoren einsammeln. Es gibt auch einen neuen heimischen Start-up-Fonds. Der „InitialFactor SpeedInvest“ bündelt das Kapital von über 30 österreichischen Business Angels und Privatinvestoren. Der zum Start mit sieben Millionen Euro dotierte Fonds wird ausschliesslich in Internet- und Mobile-Unternehmen investieren. Vorwiegend positiver Newsflow kommt vom heimischen Bitoech Affiris. Erst kürzlich beteiligte sich die Santo VC GmbH mit 20 Mio. Euro und sicherte sich eine Option auf weitere Kapitalerhöhungen. Gleichzeitig weiteten die deutschen MIG Fonds mit ihrem aktuellen Fonds MIG 11 das bereits bestehende Investment in der Affiris um 5 Mio. aus. Somit stehen dem Biotech-Unternehmen nun insge-

samt weitere 25 Mio. Eigenkapital zur Verfügung. Reges Investitions-Treiben war 2011 wieder beim aws-mittelstandsfonds aber auch bei Lead Equities spürbar. So hat Lead Equities in Weidinger & Partner, die MCL Computer & Zubehör GmbH sowie in die Wiener DatadotDNA Solutions GmbH investiert. Der aws-mittelstandsfonds hat sich 2011 an vier Unternehmen still beteiligt (Becom, Industriemagazin, Original Levis Store und Immovate). Und noch ein nennenswerter Deal: DZ Equity hat die Wiener Kühlhaus WKF von der B&C Gruppe erworben. Von der Exit-Front gibt es den Verkauf von Austria Email durch den Buy_Out Central Europe Fonds an Treibacher zu nennen, zudem der Verkauf der Glogar Gruppe an Haberkorn Ulmer durch Invest Equity oder der Exit von Adcon (Käufer Ott Hydromet) durch Global Equity Partners. Äusserst erfolgreich für heimische Geldgeber waren die Verkäufe von dynaTrace an Compuware und SensorDynamcs an die kalifornische Maxim. Bei SensorDynamics waren die heimischen Finanzierer quantensprung, i4g, Pontis Capital, StBFG und der Steirische Technologie und Wachstumsfonds beteiligt. Und schliesslich ist auch noch der Börsengang von Amag hervorzuheben, bei dem der Private Equity-Investor One Equity Kasse machte.

DIE PREISTRÄGER 2011 gingen die VC-/PE-Awards in die siebente Runde. Business Angel Manfred Reichl war der grosse Gewinner. Mit der Frühphasenbeteiligung an der Heliovis AG holte der frühere Roland Berger-Miteigentümer Rang 1, mit seiner MARE Privatstiftung gab es auch noch eine Auszeichnung für Rang 4 und ebenfalls ein Frühphasen-Investment: isiQiri. Weiters unter den Siegern: Wikitude mit gcp auf Rang 2 sowie die Exits AmannGirrbach (Alpine Equity, Rang 3) und Adcon (GEP, Rang 5). (cp) ➤ www.boerse-express.com/venture


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BÖRSE EXPRESS

Manche haben geschäftlich und privat zwei Banken.

Andere bekommen alles aus einer Hand. Zu unserem Service für Geschäftskunden gehört es, dass wir uns auch um ihre privaten Finanzen kümmern. Dabei sprechen Sie immer nur mit Ihrer persönlichen Betreuerin oder Ihrem Betreuer. Sie beraten kompetent und können bei Bedarf auf die gesamte Expertise der UniCredit zugreifen. www.bankaustria.at


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BÖRSE EXPRESS Volatilität, Niedrigzinsen und Inflation als Rahmenbedindungen

Das Jahr 2011 hat klare Sieger gesehen Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende zu. Damit ist der Zeitpunkt gekommen zurückzublicken, einen Schlussstrich zu ziehen und zu einem Fazit zu kommen. Der Börse Express hat Vertreter der Zertifikate-Branche gebeten, genau das zu tun. An den Zertifikate-Börsen in Deutschland gibt es mittlerweile knapp eine Million verschiedene Produkte. Das macht die Auswahl für die Anleger zwar nicht immer einfach, man kann aber getrost behaupten, dass für jede Marktlage, das richtige Produkt zur Verfügung steht. Die Rahmenbedingungen im Jahr 2011 waren schwierig: Eine hohe Volatilität an den Märkten gepaart mit Niedrig-Zinsen auf Rekordniveau und einer ansteigenden Inflation.

2012 2011 ZERTIFIKATE (1)

AKTIENANLEIHEN SIND GEWINNER Trotzdem gibt es sie, die Gewinner des schwierigen Jahres 2011. „Aktienanleihen mit attraktiven Kupons und grosszügigen Sicherheitsschwellen sind für mich die Produkte des Jahres“, erklärt Frank Weingarts von UniCredit onemarkets. Ins selbe Horn bläst Thomas Schaufler von der Erste Group und ergänzt „Andererseits waren aber auch Turbo-Zertifikate, mit denen Anleger jeden Trend kurzfristig ausnutzen konnten sehr interessant“. Für Philipp Arnold von der Raiffeisen Centrobank waren Bonus-Zertifkate mit besonders tiefen Barrieren im Jahr 2011 ausserordentlich interessant. Bei Christian-Hendrik-Knappe von Deutsche Bank db-X markets sind es die Discount-Zertifikate, die in Österreich ein eher stiefmütterliches Dasein fristen. Eines zeigt sich aber ganz klar. Produkte, die auf Volatilität gesetzt haben, waren die Sieger.

ROHSTOFFE ALS TOP-BASISWERT Natürlich ist auch die Frage nach dem Basiswert des Jahres 2011 interessant. Für Knappe hat sich

Gold herauskristallisiert, „als vermeintlich sicherer Hafen“, wie er betont. Auf Edelmetalle setzt auch Schaufler: „Gold wird trotz jüngster Korrektur das elfte Jahr in Folge ein Jahresplus erzielen- und Silber ist auch wieder deutlicher in den Investorenfokus getreten.“ Rohstoffe waren im Allgemeinen sehr gefragt, erklärt Philipp Arnold. Wenn man den Fokus aber auf den österreichischen Markt legt, konnte der Euro Stoxx 50 punkten. Für Frank Weingarts gibt es überhaupt einen Heimatschwerpunkt. „Für mich ist OMV in Kombination mit Kapitalschutzprodukten der Basiswert des Jahres“.

HEBELZERTIFIKATE SPANNENDER Anlage- oder Hebelprodukte - was war im abgelaufenen Jahr spannender? Das wollten wir von den Emittenten wissen. „Spannender – im Sinne von nervenaufreibender – waren vermutlich Hebelzertifikate, weil wir grosse Markt-Bewegungen gesehen haben. Das breitere Anlegerpublikum war in der Regel mit Anlagezertifikaten, die attraktive Chancen mit einem Absicherungsmechanismus vereinen können, besser aufgestellt,” stellt Philipp Arnold fest. Für Christian-Hendrik Knappe waren es „dank der schwankungsintensiven Märkte eindeutig HebelProdukte“. Thomas Schaufler sieht das ähnlich und bezeichnet das zweite Halbjahr 2011 als „ideales Umfeld für Hebelprodukte“. Frank Weingarts wiederum fand Anlage-Zertifikate spannender, und geht dabei ins Detail: „Anlage-Zertifikate mit attraktiven Auszahlungsprofilen, beispielsweise in Verbindung mit einem flexiblen Sicherungssystem. Es steuert den Investitionsgrad innerhalb des kapitalgeschützten Produkts anhand der Volatilität des Basiswerts. In Zeiten starker Kursverluste an den Börsen wird der Investitionsgrad gesenkt, weil Kursverluste oftmals mit höherer Volatilität einhergehen. Sinkt die Vola, steigt die Partizipation am Basiswert wieder. Teilweise sind Investitionsquoten von mehr als 100% möglich.“

EINFACH INTELLIGENT Im Anlegerverhalten habe man laut Weingarts einen „starken Trend zu konservativen Produkten und festverzinslichen Strukturen“ gesehen. Knappe erkennt einen Trend hin zu kurzfristigeren Lösungen. Arnold hebt „intelligente aber einfache Lösungen“ hervor. Bloomberg

Fortsetzung auf der Folgeseite


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BÖRSE EXPRESS Sicherheitsbedürfnis der Anleger wird noch weiter steigen

2012 2011 ZERTIFIKATE (2)

Volatilität wird auch 2012 Thema bleiben Das Jahr 2011 hat zwar seine Sieger gesehen, aber auch zahlreiche Verlierer. Die Rahmenbedingungen waren fordernd, die Börsen politisch geprägt. Das ging und geht mit Verunsicherung einher, welche wiederum zu hohen Volatilitäten führt. Ein Effekt, der uns auch 2012 erhalten bleiben wird, wenn es nach den Zertifikate-Experten geht. „Angesichts der aktuellen Marktturbulenzen und noch ungelöster Schwierigkeiten in der Eurozone sehen wir einen Trend bei Kapitalschutz-Produkten mit Renditeoptimierung“, erklärt Frank Weingarts von UniCredit onemarkets. „Ein weiterer Trend könnte weiterhin bei Kapitalschutz auf Vermögensverwaltungen liegen. Weiter spannend bleiben sicher auch Crelino-Anleihen auf renommierte Unternehmen. Die Unsicherheit der Anleger könnte auch Cross-Asset-Strategien unterstützen: der Anleger muss sich nicht auf eine einzelne Anlageklasse fixieren, sondern kann mit einem Produkt auf die Kurssteigerungen von beispielsweise Gold, Aktien oder Anleihen spekulieren. Damit ist auch Diversifikation innerhalb eines Produkts möglich“, erklärt Weingarts das ganze Spektrum an Alternativen für das nächste Jahr.

PROBLEME ÄNDERN SICH NICHT Für Philipp Arnold von der Raiffeisen Centrobank steht fest: „Die grossen Themen wie Staatsschuldenkrise, Konjunktursorgen, niedriges Zinsniveau, nervöse Aktienmärkte etc. werden wohl auch 2012 nicht vom Tisch sein und die meisten Anleger dementsprechend vorsichtig agieren lassen. Das Thema Sicherheit - oder zumindest Teilabsicherung - wird daher auch im Zertifikateangebot der RCB einen wichtigen Stellenwert einnehmen.“ Christian-Hendrik Knappe von der Deutsche Bank

db-X markets hat konkrete Vorstellung vom kommenden Jahr: „Das Jahr 2012 wird wohl mit den hohen Volatilitäten aus 2011 starten und somit wieder Produkte in den Vordergrund stellen, deren Pricing von hohen Schwankungsbreiten der Basiswerte profitiert. Hier sind unter anderem Discount-Zertifikate oder Aktienanleihen zu nennen“. Das sind jene Produkte, die schon 2011 vom schwierigen Umfeld profitieren konnten. Auch Knappe erkennt weiterhin eine stark ausgeprägte Risikoaversion. „Des weiteren werden sich auch in 2012 wieder kapitalgeschützte Produkte einer grösseren Nachfrage erfreuen können, da viele Anleger versuchen, Risiken bei der Veranlagung weitestgehend zu minimieren“. Prognosen seien trotzdem schwierig. „Kurse und Preise lassen sich schwer vorhersagen, die Volatilität wird uns aber wohl erhalten bleiben“.

ANALYSTEN: ‘12 POSITIVER ALS ‘11 Erste Group Research-Spezialist Hans Engel wirft einen Blick auf das nächste Jahr: „2012 sehe ich insgesamt positiver als das Jahr 2011. Im nächsten Jahr sollten deutlich mehr Märkte eine positive Gesamtentwicklung zeigen als 2011. Die meisten Unternehmen sind aktuell in einer weitaus besseren Verfassung als viele Staaten. Aktien werden voraussichtlich verstärkt unter dem Gesichtspunkt der Beteiligungen an Firmen gesehen, die vielfache Vorzüge gegenüber blossen Forderungsrechten an Staaten verkörpern. Zudem sind Aktien derzeit attraktiv bewertet und haben teilweise hohe Dividendenrenditen." Auch RCB-Analyst Bernd Maurer erwartet eine hohe Volatilität, vor allem im ersten Halbjahr. Im Jahresverlauf sollte sich das Bild aber deutlich bessern. „Zum Jahresende 2012 sehen wir im Jahresvergleich höhere Kurse“. Bei Rohstoffen geht er weiterhin von einer stabilen Entwicklung aus.

WÜNSCHE FÜR 2012 Wenn Knappe für 2012 einen Wunsch frei hätte, würde er sich wünschen, dass die „sogenannte EuroKrise ohne grössere negative Auswirkungen auf die Märkte und die weltweiten Volkswirtschaften überstanden wird“. Philipp Arnold hält sich hingegen bedeckt: „Ich kann meinen Wunsch an dieser Stelle nicht äussern, sonst geht er nämlich nicht in Erfüllung“. (mp) Bloomberg


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BÖRSE EXPRESS Rohstoffe im Schatten von Schuldenkrise und China-Konjunktur

Ein spannendes Jahr 2012 bahnt sich an „Der Rohstoffboom setzt sich fort.“ Wenn RohstoffGuru und notorischer Optimist Jim Rogers diesen Ausspruch von sich gibt, verwundert das nicht. Eine etwas differenziertere Betrachtungsweise tut allerdings not. Was treibt die Rohstoffpreise und hat sich dieses Bild gegenüber früher geändert oder nicht?

2011

POLITIK FUNKT DAZWISCHEN

2012 ROHSTOFFE

Als vor zehn Jahren der lange Anstieg der Rohstoffpreise begann, war einer der Hauptgründe dafür die deutlich anziehende Nachfrage nach Rohstoffen in den Schwellenländern. Dazu kam, dass jahrelang zu wenig in neue Produktionskapazitäten investiert worden war. Der Rohstoffhunger der Schwellenländer wird auch weiterhin eine Rolle spielen und sich positiv auf die Preisentwicklung auswirken. Seit Neuestem überlagern kurzfristig politische Entscheidungen dieses positive Szenario und machen es jäh zunichte. Für die Deutsche Bank muss man das auch 2012 ins Kalkül ziehen: „Ob die Rohstoffpreise weiter ansteigen können, wird jedoch zum Jahresbeginn 2012 davon abhängen, ob die europäischen Politiker eine marktfreundliche Lösung für die Staatsschuldenkrise der Region finden, ob die Fed das Wachstum erfolgreich ankurbeln kann und ob China eine weiche Landung gelingt.“ Für den Fall, dass diese schwierigen Unterfangen nicht zu bewerkstelligen sind, könnte das weltweit Spuren bei Wirtschaftswachstum und Nachfrage hinterlassen. Ein selten aufgegriffener, aber dennoch nicht unwichtig erscheinender Aspekt lauert laut Deutsche Bank im durch die Finanzkrise in Europa lastenden Druck auf den Banken: „Selbst wenn die Krise unter Kontrolle gebracht wird, dürfte der Schuldenabbau der Banken den Zugang zu Handelsfinanzierungen dämpfen, die für bis zu 90% des Welthandels benötigt werden.“ Laut Deutsche Bank lässt sich daraus auch ein Dämpfer für die Rohstoffmärkte ableiten. Politik und ihre Folgen für die Wirtschaft dürften aber unterschiedliche Bedeutung haben für Industriemetalle, Agrarrohstoffe, Energie und für Edelmetalle. Das Jahr 2012 könnte performancemässig ähnlich aussehen wie das ablaufende Jahr 2011. Da wiesen nur die Preise für Öl, Gold und Silber ein Plus aus, alle anderen Rohstoffe mussten mehr oder weniger grosse Einbussen hinnehmen.

grossen Volkswirtschaften und damit einhergehend eine verhaltene Industrieproduktion in 2012 wider. Risiken für die zukünftige Preisentwicklung liegen in einer weiteren Abkühlung der Wirtschaftsaktivitäten in den USA und in Europa sowie vor allem in einer deutlichen Wachstumseintrübung des bedeutendsten Nachfragers China. Das Reich der Mitte ist bei vielen Basismetallen für mehr als 40 Prozent der weltweiten Nachfrage verantwortlich. Das Szenario eines drastischen Wachstumseinbruchs in China ist für manchen Analysten wenig wahrscheinlich. Für die VCH Investment Group beispielsweise spricht einiges gegen diese Entwicklung: unter anderem der erstarkte chinesische Inlandskonsum, die hohe Sparquote und die umfangreichen Devisenreserven, die genügend Spielraum für monetäre und fiskalische Massnahmen bieten. Auch könnten sich für 2012 die umfangreichen Konjunktur- und Infrastrukturmassnahmen – wie die Schaffung von preiswertem Wohnraum für einkommensschwache Bevölkerungsschichten – positiv auf die Wirtschaftsaktivitäten auswirken. Die Deutsche Bank schätzt, dass sowohl ein verlangsamter Preisauftrieb bei Lebensmitteln als auch ein wachstumstreibender Policy-Mix in China eine Erholung der Industriemetallpreise fördern könnten. Im November wies Goldman Sachs in ihrer Metalldetektor-Studie darauf hin, dass die damals zwischenzeitlichen Preisanstiege bei Kupfer auf Äusserungen des chinesischen Notenbankchefs zurückzuführen waren. Dabei war es um die gelungene Kontrolle der Inflation gegangen. Die hohen Zinsen hatten zuvor Chinas Gier nach Rohstoffen gebremst. Nun aber könnten mögliche Lockerungsmassnahmen die Kupferpreise wieder beflügeln. Auch die bei den Kupferpreisen noch immer hohen Aufschläge auf die Grenzkosten der Kupferförderung erscheiKUPFER ($ JE PFUND)

INDUSTRIEMETALLE UND CHINA Das Preisniveau vieler Industriemetalle, von Aluminium bis Zink, spiegelt nach Auffassung vieler Analysten bereits ein schwächeres Wachstum der

Fortsetzung auf der Folgeseite


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BÖRSE EXPRESS nen gerechtfertigt. Denn nach der Meinung der Analysten von VCH Investment Group drohen weitere Gefahren von Angebotsausfällen und ein erhöhtes Angebotsdefizit.

BLOOMBERG

2011

UNSICHERE ENERGIESZENE

2012 ROHSTOFFE

Während zu Jahresbeginn 2011 geopolitische Faktoren wie der „Arabische Frühling“ den Ölpreis nach oben bewegten, versetzten später die Konjunktursorgen im Zusammenhang mit der Schuldenkrise wieder einen Dämpfer. Die Opec ergriff die Initiative und nahm zum wiederholten Male ihre Prognose zurück. Erstmals seit zwei Jahren legte sie wieder eine Obergrenze für die Ölförderung fest um damit dem Preisverfall entgegen zu wirken. Die geplanten Sparmassnahmen in der Euro-Zone, die Abschwächung in Schwellenländern – vor allem in China und Indien – und die weiterhin schwache USKonjunktur sind Faktoren, die regelmässig auf Abwärtsrisiken geprüft werden. Die Opec rechnet für 2012 nur noch mit einem Anstieg der täglichen weltweiten Ölnachfrage um 1,1 Millionen Barrel. Im Vormonat hatte sie das Wachstum noch auf rund 1,2 Millionen Barrel geschätzt. Auch die internationale Energieagentur IEA hat ihre Nachfrageprognose wegen der sich weiter eintrübenden Wirtschaftsaussichten gesenkt. Die Agentur kalkuliert nur noch mit einer globalen Nachfrage nach Opec-Öl von 30,2 Millionen Barrel pro Tag, was eine Minderung um 300.000 Barrel am Tag verglichen mit dem vorherigen Bericht bedeutet. Kommt die Rezession oder kommt sie nicht? Das ist die Kernfrage für die Ölpreisaussichten 2012. Allerdings, selbst wenn das Rezessionsszenario eintrifft, dürfte es nach Ansicht von Experten nicht zu einem massiven Überangebot an Öl und Gas kommen. Öl- und Gasproduzenten - allen voran die Opec-Staaten - werden ihre Produktion zurücknehmen, im Fokus bleibt das notwendige Preisniveau um die Budgetanforderungen dort erfüllen zu können. Die verfügbare freie Förderkapazität, die viele Marktteilnehmer als Puffer für eventuell auftretenZUCKER ($ JE PFUND)

de Lieferengpässe betrachten, dürfte wenigstens auf historisch niedrigem Niveau sein. Trotzdem liegen die Experten mit ihren Schätzungen für 2012 weit auseinander: Die Prognosen reichen bei Öl der Sorte Brent von 90 bis 120 USD je Barrel, bei der Marke West Texas Intermediate von 70 bis 105 USD je Barrel.

AGRARGÜTER: TENDENZ STEIGEND Die Preise für Agrargüter, also Getreide und andere Soft Commodities wie Kaffee, Kakao oder Zukker, konnten sich im Jahresverlauf trotz steigender Weltbevölkerung und wachsendem Bedarf nicht vom negativen Marktumfeld abkoppeln. Obwohl die Abhängigkeit vom globalen Wirtschaftswachstum wesentlich geringer ist als bei Metallen oder Energieträgern sanken die Agrarpreise im Durchschnitt aufgrund guter Wetterbedingungen und erfreulicher Ernteerträge. Während langfristig der Trend nach oben zeigt, liegen die kurzfristigen Preisrisiken auf der Angebotsseite - zunehmende extreme Wetterausprägungen und limitierter Zugang zu Wasser, Akkerland und Infrastruktur. Ein deutliches Potenzial für Preisaufschläge sehen die Experten für Mais und Weizen. Bei Zucker werden für 2012 Rekordernten erwartet. Die Rabobank prognostiziert daher einen 12%igen Preisrückgang.

EDELMETALLE IN DER KRISE Dass auch die einzelnen Edelmetalle von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst werden und nicht generell in Krisensituationen nur nach oben tendieren, darüber kann das heurige Jahr Aufschluss geben. Krisenbewährt haben sich Gold und die anderen Edelmetalle dennoch. Zu den Aussichten für 2012 äussert sich Alfred Grusch, Fondsmanager des Pioneer Funds Austria - Gold Stock im Interview (siehe Folgeseiten). (cg)


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BÖRSE EXPRESS

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Interview Alfred Grusch über die guten Aussichten für Gold & Co

„Goldaktien sind derzeit zu Ausverkaufspreisen zu haben“

2012 2011 2 0 1 1 ROHSTOFFE

Börse Express: Welche Faktoren sind für den Goldpreis 2012 von Bedeutung? Alfred Grusch: Im Hinblick auf die Nachfrageseite sind für mich geografisch vor allem China und Indien die wichtigsten Treiber. Makroökonomisch kommt dazu das Thema Realzinsen. Die bereits zu Tode zitierte Schuldenkrise in der Eurozone scheint mir nur noch ein Drüberstreuer zu sein.

Und wofür sprechen diese Faktoren 2012? Für einen höheren durchschnittlichen Goldpreis als 2011. In China und Indien ist die wirtschaftliche Dynamik nach wie vor gegeben und die Nachfrage ungebrochen stark. Das hat natürlich auch mit den steigenden Löhnen und Gehältern in diesen Ländern zu tun. Die indische Nachfrage ist aufgrund der schwachen Rupie unter Druck gekommen. Derzeit dürfte sich aber Volumen aufgestaut haben, davon ausgehend müsste der Bedarf im ersten und zweiten Quartal 2012 eigentlich wieder anziehen. Und wenn die Realzinsen sich weiterhin auf diesem geringem Niveau bewegen, weist das auf ein nach wie vor positives Umfeld für den Goldpreis hin. Wagen Sie eine Goldpreisprognose? Nein, wegen der schwer einzuschätzenden Investmentnachfrage bleibe ich nur bei einem generell positiven Ausblick. Beispielsweise die ETFs: Einerseits kommen aktuell keine besonderen Impulse von dort, weil viele Kassa machen müssen. Andererseits treten die ETFs in den Emerging Markets ihren Siegeszug erst an. Dort werden derzeit vor allem gold accounts genutzt. Apropos Kassa machen, hat das nicht auch etwas mit den Marginerhöhungen der Chicago Mercantile Exchange (CME) zu tun? Ja, denn das zwang die Anleger vielfach zu Liquiditationen von Terminkontrakten auf Gold. Hat sich eigentlich in den letzten Jahren in der regionalen Aufteilung der Angebots/Nachfrage-Bilanz eine Verschiebung ergeben? Ja, die Emerging Markets haben sowohl auf der physischen Nachfrage- als auch Angebotsseite an Bedeutung gewonnen und die traditionellen Märkte in ihrer Führungsrolle verdrängt. Deswegen ist es auch nicht unwichtig, sich beispielsweise die Realverzinsung in diesen Märkten anzusehen. Dort liegen nämlich die Inflationsraten auf wesentlich

Alfred Grusch, Fondsmanager Pioneer Funds Austria - Gold Stock

höheren Niveaus als bei uns in Europa oder in den USA. Ganz anders sieht es in Südamerika aus, dort sind die Realzinsen ziemlich hoch, beginnen sich aber schon abzuschwächen von 7% auf derzeit rund 5%.

Wie steht es um die Goldpolitik der südamerikanischen Notenbanken? Gold wird dort auch zum Thema. In der ersten Jahreshälfte dominierte beispielsweise Mexiko mit Nettokäufen von 98 Tonnen. Insgesamt mehren sich die Anzeichen, dass die Diversifikation der Reserven auch in diesen Ländern Einzug hält. Apropos Aktivitäten der Notenbanken, auch da hat sich etwas verändert, oder? Ja, hier hat sich ein Wandel von Nettoverkäufern Fortsetzung auf nächster Seite


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BÖRSE EXPRESS

2011

Seite 2

ETFs. zu Nettokäufern Alfred vollzogen Grusch und vor allem die EmerInterview über die Zukunftsfaktoren bei Gold & Co ging Markets werden hier weiter auf der Käufer- Für wen sind die höheren Dividenden leistbar? seite stehen. Bei den Staaten mit unterdurch- Die gesteigerten Dividenden werden sich vor alschnittlichem Wirtschaftswachstum könnte es aber lem jene grösseren Produzenten leisten können, zu Goldverkäufen kommen. Nehmen Sie die US- die über 500.000 Unzen pro Jahr fördern. Federal Reserve Bank her. Mit 8133 Tonnen verBörssie e Exunter press:den fügt Notenbanken weltweit gesehen Welche Faktoren sind für den Gold- Lassen Sie uns zu den anderen Edelmetallen zuüber meisten Goldreserven. Mit 76,6% ist dies rückkehren. Wie sieht Ihre Einschätzung bei Silpreis die 2012 von Bedeutung? Alfredder Gruhöchste sch: Im Anteil auch an auf dendie Gesamtreserven Hinblick Nachfragesei- ber aus? unter vom World Goldvor Council te sindden für mich geografisch allem erhobenen China und Die industrielle Nachfrage nach Silber ist für mich Zentralbanken. Weil die Amerikaner aufgrund des eine Funktion der Industrieproduktion und innoIndien die wichtigsten Treiber. Makroökonomisch Dollar als Leitwährungsstatus keine anderen De- vativer Technologien. Die gute Nachricht für die kommt dazu das Thema Realzinsen. Die bereits visenreserven halten müssen, kann zu Tode zitierte Schuldenkrise ineine der veränderte Eurozone Preisbewegung ist, dass Silber ein phantastischer Sichtweise die Zusammensetzung Re- neuer Industrierohstoff in Elektronik, Chemie, Mescheint mir über nur noch ein Drüberstreuer zuder sein. serven nur zu Lasten von dizin und Nanotechnologie Gold wofür gehen. sprechen diese geworden ist. Die schlechte Und Nachricht ist, dass nicht nur Faktoren 2012? die Nachfragedynamik hoch Für einen Was hat sich höheren auf derdurchAngeist, sondern auch das Proschnittlichen botsseite im Bereich Goldpreis der Mials duktionswachstum, weil Silnenproduktion 2011. In China und getan? Indien ist ber auch als Beiprodukt in der die wirtschaftliche Bedingt durch denDynamik aufstreProduktion von Industriemenach wieMarkt vor gegeben die benden Chinaund betrug serven auch in diesen Ländern tallen wie Zink, Blei und KupNachfrage ungebrochen stark. das globale Produktionshält.Nur die wieder erhöhte Investmentfer anfällt. Das hat natürlich auch mit der Einkommensdywachstum in den letzten beiden Jahren 5 bis 7%. Einzug namik in diesen zuwird tun. in Kurz zwar die nachfrage verhindert einen Angebotsüberhang. Dies aufrecht zuLändern erhalten, denistnächsten indische Nachfrage aufgrund schwachen zwei Jahren schwieriger. Dennder das politischeRuRi- Apropos Aktivitäten der Notenbanken, auch da hat pie unter und Druck gekommen. Derzeit für dürfte sich sich sikoprofil damit die Bedingungen die Prooder? Was etwas ist mitverändert, Platin und Palladium? aber Volumen aufgestaut ausgehend duzenten haben sich in haben, vielen davon „neuen“ Förder- Diese Ja, hierbeiden hat sich Edelmetalle ein Wandel sind voneine Nettoverkäufern Funktion auf müsste Bedarf im ersten und zweiten Quartal den ländernder verschlechtert. Für weniger Goldexporte zu Nettokäufern Automobilmarkt vollzogen undund dievor Schmuckindustrie allem die Emer2012 wieder anziehen. Und wenn die mit spricht,eigentlich dass immer mehr der eigenen Goldprogingder Markets Investmentsparte werden hierals weiter grosse aufUnbekannte. der KäuferRealzinsen auf disem Niveau weiter bewegen, Rund duktion im sich Land bleibt. seite stehen. 60 Prozent Beider den Produktion Staaten mit der beiden unterdurchEdelweist das auf ein weiterhin positives Umfeld für schnittlichem metalle werden Wirtschaftswachstum für die Herstellungkönnte von Autokaes aber den Goldpreis hin. die negativen Realzinsen ei- zu talysatoren Goldverkäufen verwendet. kommen. Palladium Nehmen löstSie allerdings die USWelche Rolle spielen Platin inReserve SachenBank Kat-Verwendung her. Sie besitzt immer weltweit stärker abgentlich für das Hedging der Minengesellschaf- Federal ab, weil gesehen es hauptsächlich die meisten Goldreserven, in Benzinernaber Verwenauch ten? sich eigentlich in den letzten Jahren in der re- solut Hat der Goldanteil findet. Füranmich den ist gesamten Palladium Reserven daher ist dassehr ingionalen Aufteilung der Angebots/Nachfrage-BiWas oft in Vergessenheit gerät ist, dass es in ei- dung teressantere Hier kann Edelmetall, eine veränderte noch dazuSichtweise wenn manüber die lanz eine Verschiebung ergeben? für Minenge- hoch. nem Umfeld negativer Realzinsen russischen Zusammensetzung Exporte bedenkt. der Reserven Deren Niveau nur zu Lasten könnsellschaften fast unmöglich ist, adäquate HanJa, die Emerging Markets haben sowohl auf der die te früher Goldsinken, gehen. als die meisten Marktteilnehmer delspartner für den Dealals zuauch finden. Abgesehen daphysischen NachfrageAngebotsseite an von von, dass die Frage ist,und woher das gelieheneMärkGold annehmen. Bedeutung gewonnen die traditionellen kommen te in ihrersoll. Führerrolle verdrängt. Deswegen ist es Was hat sich im Bereich der Minenproduktion geauch nicht unwichtig, sich beispielsweise die Re- tan? Wie kann nun ein Investor von Ihren Edelmetallalverzinsung anzusehen. Dort - sprich, welche Wie schätzen in Siediesen derzeitMärkten die Goldminenaktien ein? Einschätzungen Bedingt durch denprofitieren aufstrebenden Markt ChinaVerbeliegen nämlich Inflationsraten auf wesentlich sollte er nutzen? trägt das Produktionswachstum weltweit 5-6%. Gegenüber demdie derzeitigen Goldpreis sind sie so anlagungsmöglichkeiten höheren bei nicht uns inmehr. EuropaDie oder in den Aber billig wieNiveaus schon als lange massive in denGold nächsten ein bis Jahren den wirdEres Bezüglich empfehle ichzwei einerseits USA. Ganz anderswird siehtaber es inerst Südamerika aus, dort Unterbewertung enden, wenn ge- damit schwieriger und Edelmetalls in Form von werb des physischen sind die Realzinsen ziemlich hoch, werden. beginnen sich Münzen und Barren und andererseits die Anlage nerell Aktien nicht mehr geprügelt aber schon abzuschwächen von 7% auf derzeit Welche in Goldfonds wie den Funds Austriaei-Rolle spielen diePioneer negativen Realzinsen rundsehen 5%. Sie die weitere Entwicklung der Gold- gentlich Gold Stock auf Minengesellschaften? Ansparplanbasis. Um an steigenfür die Wie aktien? dendas Preisen bei Platin, und Silber Ja, ist etwas, was oftPalladium in Vergessenheit gerät.teilIn zuhaben, solltenegativer man in Exchange Umfeld RealzinsenTraded macht Funds es für Wie steht Der Kostendruck es um die beiGoldpolitik den Minen derwar südamerikahoch, ein einem nischen Drittel davon Notenbanken? lag aber am US-Dollar. Die derzei- Minengesellschaften investieren. keinen Sinn ihre Produktion tige Dollarstärke wirkt hierThema. nun positiv fürJahr die gab Mi- abzuhedgen. Abgesehen davon, dass die Frage ist, Gold wird dort auch zum Dieses nen. EinBeispiel Trigger einen ist auch die Erhöhung der Divi- woher das geliehene Gold kommen soll. es zum Anstieg der brasilianischen denden. Wobei das natürlich auch eine Notenbankbestände um 200 Tonnen, dasMarkeist ein tingmassnahme Belebung des Interesses ist - Wagen Sie denn eine Goldpreisprognose? Anzeichen dafür,zur dass die Diversifikation der RreInterview: Christa Grünberg im Hinblick auf die grosse Konkurrenz durch die

„.......“

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„Ein Trigger bei Goldminenaktien ist auch die Erhöhung der Dividenden“


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BÖRSE EXPRESS Staatliche Prämien bleiben auf den geringst möglichen Niveaus

2012 2011 SPAREN & VORSORGE

Sparen: Es kann nur noch besser werden Ins Jahr 2011 ging EUROpa mit einem von der EZB festgelegten Leitzins in Höhe von 1,0 Euro. Zwischendurch schien für Sparer die Sonne etwas mehr, Jean Claude Trichet hievte das Zinsniveau mittels zweier 0,25er-Schritte bis auf 1,5 Prozent in die Höhe - Mario Draghi machte das dann ab November wieder komplett rückgängig. Wir gehen also auch ins Jahr 2012 mit einem Leitzinsniveau von 1,0 Prozent. Somit ist absehbar, dass sich auch die ‘normalen’ Sparangebote für täglich fällig nicht wirklich bewegt haben, ausser die Minizinsen wurden mit Hilfe des Marketing-Budgets aufgebessert. Das Zinstief hat aber auch Auswirkungen an Fronten abseits des reinen Sparens, bis hin in den Vorsorge-Bereich. So wird etwa jedes Jahr von Herrn oder Frau Finanzminister die für das darauffolgende Jahr anwendbare staatliche Prämie für Bausparverträge veröffentlicht. Die Bausparprämie bleibt - der Leitzinsentwicklung folgend auch 2012 konstant bei 3,0 Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch gesenkt wurde. Denn gemäss § 108 EstG orientiert sich diese Prämie seit Jänner 1998 an der Entwicklung der Sekundärmarkt-Rendite aller österreichischer Emittenten (wird von der OeKB veröffentlicht) und beträgt mindestens 3,0 aber maximal 8,0 Prozent der jährlichen Höchsteinzahlung. von 1200 Euro. Basis der Berechnung ist der Durchschnittswert vom 1. Oktober des Vorjahres bis 30. September des laufenden Jahres. Um das so richtig kompliziert zu machen, wird das Ergebnis um 25 Prozent reduziert, danach werden 0,8 Prozentpunkte dazu gegeben, und schlussendlich erfolgt noch die kaufmännische Rundung auf halbe Prozentpunkte.

AM TIEFPUNKT Doch nicht nur die Bausparprämie verharrt damit auf dem tiefstmöglichen aller Niveaus, sondern auch die staatliche Förderung der Zukunftsvorsorge neu von derzeit 8,5 Prozent der

einbezahlten Prämien. Hier liegt die mögliche Spanne zwischen 8,5 und 13,5 Prozent. Diese Prämie setzt sich aus einem fixen Teil von 5,5 Prozent und einem variablen Teil zusammen, der wie die Bausparförderung jährlich neu festgelegt wird und sich am allgemeinen Zinsniveau orientiert - eingeführt wurde die vom Staat unterstützte prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge übrigens 2003. Der maximal geförderte Einzahlungsbetrag beträgt per 1. Jänner des neuen Jahres 2329,88 Euro - bisher waren es 2313,36 Euro (das orientiert sich an der Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung). Damit beträgt die höchste steuerliche Förderung per 1. Jänner 198,04 Euro, bisher waren es 196,64 Euro.

KURZE BINDUNG Einen Trost haben damit kumuliert 7,0 Millionen Österreicher. Denn sowohl beim Bausparen, als auch bei APA der Vorsorge, kann es mit der staatlichen Prämie eigentlich nur noch bergauf gehen - der Talboden ist jedenfalls erreicht. Was nicht unwichtig ist, und womit diese Art des Sparens einen zusätzlichen Attraktivitätspunkt erhält. Denn an eine Anhebung der EZB-Leitzinsen in 2012 glaubt derzeit kein Analyst. Der Konsens rechnet sogar vielmehr mit weiteren Senkungen, 0,75 stehen für Ende 2012 in den Prognosebüchern. Der Rat an Sparer bzw. Kreditnehmer ist daher klar: Auch wenn sie gering erscheinen, aber Sparer sichern sich die jetzt vielleicht noch höheren Zinsen für nicht mehr als 1,5 Jahre. Und Kreditnehmer können noch variabel bleiben. Obwohl viel tiefer sprich günstiger wird es da nicht mehr werden. In Österreich haben mehr als 5,5 Millionen Menschen einen Bausparvertrag im Spar- oder Darlehensstadium. An Zukunftsvorsorge-Verträgen gibt es mehr als 1,5 Millionen. (gill)

➤ www.boerse-express.com/zinsen


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BÖRSE EXPRESS Weltmärkte: Positive Performancedaten waren die Ausnahme

Ein Jahr mit sehr wenig Sonnenschein DOW JONES

NASDAQ

+5,12% TOP FLOP

MC DONALD’ S

BOA

+2,01% TOP FLOP

MOSKAU

PHARMASSET YRC WORLD.

-17,95% TOP FLOP

URALKALI VTB BANK

2012 2011 INTERNATIONALE LEITINDIZES

AMSTERDAM

-13,40% TOP FLOP

LONDON

ROYAL DUTCH

-7,04% TOP FLOP

SHIRE

FRANKFURT

POSTNL

-15,05% TOP FLOP

PARIS

MERCK KGAA

WARSCHAU

COMMERZBANK

-21,45%

ESSAR ENERGY

-18,45% TOP FLOP

TOP FLOP

ZÜRICH

EADS

PBG

-8,71%

VEOLIA ENV.

TOP FLOP

SYNTHES

-34,59% -25,09%

MADRID

-13,42%

WIEN

TRANSOCEAN

MAILAND

TOP FLOP

PGNIG

TOP FLOP

TOP FLOP

STRABAG ERSTE GROUP

LOTTOMATICA FINMECCANICA

GRIFOLS ARCELOR

Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt - 2011 war kein gutes Jahr für Aktionäre. Dabei wurde vielerorts bereits das Jahr 2010 als ‘kein besonderes Aktienjahr’ eingestuft. Doch damals schmückten die Wetterkarte wenigstens noch sechs strahlende Sonnen, sprich Börsenplätze die eine positive Jahresperformance von mehr als 10 Prozent aufweisen konnten. Für 2011 gibt’s keine einzige von Wolken verschont gebliebene Sonne zu sehen. Und auch nur zwei Börsen, die es überhaupt ins Plus schafften.

DIE GEWINNER So ist natürlich auch die Liste der Gewinner rasch abgehandelt - USA. Auch wenn die noch immer grösste Wirtschaftsnation der Erde zumindest genauso grosse Probleme mit der Verschuldung hat wie EUROpa, und sogar von S&P mit dem Verlust des Triple-A bestraft wurde, gilt der Finanzplatz New York trotz allem weiter als sicherster der si-

cheren Häfen. Das, da die US-Notenbank Fed in der Lage ist, frisches Geld zu drucken und notfalls auf den Markt zu werfen. Das ist eine Option, die die einzelnen Euro-Mitgliedsstaaten nicht mehr haben - dafür gibt es die der zur Geldwertstabilität verpflichteten EZB. Dieses ‘Problem’ hat die Fed nicht.

DIE VERLIERER Auf der Verliererseite befinden sich somit die Schuldenländer. Und Staaten wie Österreich, deren Banken in Relation zum BIP einen relativ hohen Anteil haben. Denn Banken- und Staatenkrise gingen heuer Hand in Hand durchs Jahr. Wien traf natürlich zusätzlich die geringe Liquidität des Marktes. In Zeiten von Krise und Sorgen wollen Anleger möglichst jederzeit auf ihre Gelder zugreifen können. In Wien ist das nicht immer derart gegeben, da sind dann eher Märkte wie New York gefragt ... (gill)


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BÖRSE EXPRESS TOPFLOP LISTE

INTERPRETATION: CHRISTIAN DRASTIL

2012 2011 DIE TOPS UND FLOPS 2011

TOP im ATXPrime - Segment 2011 (Jahresbeginn bis 23.12., 10h) Change

Stock

+ 20,09 %

POLYTEC

BE-Kommentar Polytec war 2010 einer von nur fünf Titeln mit mehr als 100 Prozent Performance und im Jahr 2011 einer von nur vier Titeln im Plus. Die Nr. 1 der vergangenen beiden Jahre

+ 11,24 %

STRABAG

Ein sinnvoll gestalteter Aktienrückkauf und solide Unternehmensergebnisse machten die Haselsteiner-Aktie zur ATX-Nr. 1 im Jahr 2011

+ 6,93 %

SBO

Das Unternehmen punktet mit guten Rentabilitätskennzahlen, die Aktie notiert als eine von wenigen nahe ihrer Höchstkurse aus dem Jahr 2007

+ 0,14 %

AGRANA

Die Aktie ist traditionell im Dezember stark, so auch heuer. Das brachte in dieser Bewertung einen Platz im elitären Sieger-Quartett 2011

-

ROSENBAUER über 245,3 Mio. Euro - Rekord in der Unternehmensge-

0,72 %

Rosenbauer erhielt vor kurzem einen Saudiarabien-Auftrag

schichte und erneut eine starke Performance der Aktie

-

4,08 %

WOLFORD

Die Aktie verhielt sich 2011 recht unauffällig und hatte auch deutlich weniger mit den „österreichischen Volatilitätsverhältnissen“ zu kämpfen als andere

-

6,41 %

ANDRITZ

Langfristig die überlegene Nr. 1 am österreichischen Aktienmarkt, längst eine Fixgrösse im ATXFive und auch heuer ein deutlicher Outperformer vs. ATX

FLOP im ATXPrime - Segment 2011 (Jahresbeginn bis 23.12., 10h) Change

Stock

- 50,73 %

RBI

BE-Kommentar Es war definitiv nicht das Jahr der Banken, die Begründungsliste dafür ist sehr lange und hinreichend bekannt. Die neuen Eigenkapitalvorschriften sind herausfordernd

- 51,32 %

AT&S

Einer der Highflyer 2010 mit der Gegenbewegung 2011. In der Summe der vergangenen beiden Jahre immer noch ein starker Outperformer

- 56,55 %

PALFINGER

Wie die meisten Zykliker heuer mit einem schwachen Jahr. Mittlerweile sollten die Abwärtsrisiken aber begrenzt sein. Bilanzielle Hausaufgaben wurden gemacht

- 61,64 %

ERSTE GROUP CDS-Geschichte dazugekommen. Wurde im Q4 von der OMV

Siehe RBI-Begründung. Bei der Erste Group ist noch die

als grösster Indexwert abgelöst

- 72,87 %

WARIMPEX

Die Hotelaktie heuer als Verlierer bei den Immo-Werten, da das Hotelgeschäft kurzfristiger und konjunkturabhängiger ist als das Geschäft mit etwa Büroimmobilien

- 83,35 %

INTERCELL

Jahrelang gab es Neubewertungen „nach oben“; 2011 kam die Entzauberung. Mehrere Hoffnungsträger wurden aus dem Produktportfolio genommen. Nicht mehr im ATX


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BÖRSE EXPRESS AKTIEN-REAL MONEY * Depotinhaber: Styria Börse Express GmbH Marktwert 60.199.53

Cash

843,09

Gesamtwert 61.042,62

* Start Musterdepot: 4. 4. 2002

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3325 - 1

Performance: seit Kontoeröffnung inkl. Spesen

Performance 2011 Performance seit Start -29,28%

Börse Express-Real-Money-Depot

+510,43%

Benchmark* 2011 -33,13%

Benchmark* seit Start +40,13%

* ATXPrime

* Depotausrichtung: Spekulativ. Keinesfalls ein Ersatz für individuelle, anleger- und objektgerechte Beratung.

GESPRÄCHS STUFF DEPOT

VON CHRISTIAN DRASTIL office@boerse-express.com

Liebe BE-Leser! Das Jahr 2011 war ein zweites extremes Jahr, nicht ganz so nervenraubend wie 2008, aber wenn die ATX-Kapitalisierung um rund ein Drittel zurückgeht, dann ist das schon anstrengend. Beunruhigend war auch der deutliche Rückgang bei den Handelsumsätzen, was auch mit den vielen Unwägbarkeiten rund um die WP-KESt zu begründen ist. Beim BE-Depot selbst ist

Nach 2008 das zweite extreme Jahr im 2. Halbjahr nicht mehr viel passiert, was auf die Sondersituation „MSI-BE Dynamic Fund“ zurückzuführen ist. Der Fonds (hat gut performt) ist seit Sommer auf Grund zu geringen Volumens in Liquidation, die KAG (Minerva) hat vor wenigen Tagen Konkurs angemeldet. Die Minerva-Fonds (wie der MSI-BE Dynamic Fund) fallen als Sondervermögen nicht in die Konkursmasse, d.h. Gläubiger der Minerva Investments AG können nicht auf das Vermögen der Fonds

greifen. Das bestätigt auch der Masseverwalter auf der Minerva-Homepage. Die wirtschaftlichen Probleme der KAG sind wohl auch der Grund für das lange Warten auf das Geld. Anfang Dezember hat der Wirtschaftsprüfer jedoch den Final-NAV mit 21,37 Euro bestätigt. Wir hoffen, dass jetzt rasch ausbezahlt wird, damit wir wieder in den Markt gehen können. Denn 2012 wird für den ATX besser. Ich wünsche alles Gute, Gesundheit und viel Anlageerfolg.


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BÖRSE EXPRESS ATX ATX ATX Prime

Update: 15:01

BEX (Forts.) 1899.02 937.46

Titel Kurs [Euro] Andritz 64.59 CA Immo 8.05 conwert 8.51 Erste Group Bank 13.56 EVN 10.58 Immofinanz 2.31 Lenzing 62.98 Mayr-Melnhof 62.65 Post 22.76 OMV 23.82 Raiffeisen Bank Int. 20.97 RHI 15.70 Schoeller-Bleckmann 68.04 Strabag 22.50 Telekom Austria 9.24 Verbund 20.23 Vienna Insurance Group 31.07 voestalpine 21.70 Wienerberger 7.08 Zumtobel 11.90

0.83% 0.78%

Titel

Diff. [%] Volumen [Stk] 0.92 17214 1.01 18329 0.87 13610 2.33 309060 0.85 18964 -1.82 511440 1.71 6579 0.20 1927 0.28 13742 0.23 86922 4.56 87206 2.11 19820 -0.52 5174 -0.70 6150 -0.52 55243 0.87 20039 2.59 48634 0.55 40639 1.41 117418 0.04 13216

Sanochemia Semperit SW Umwelttechnik UNIQA Warimpex Wolford

Diff. [%] Volumen [Stk] 0.00 198666 -0.79 203 -0.57 1000 1.67 1910 0.70 -4.71 450 -4.04 964 0.35 16970 0.00 100 0.00 2175 -0.01 15 3.70 5380 3.13 2150 0.00 1319 -1.60 1820 -1.09 37468 -0.67 1696 1.28 76 0.48 7764 0.00 65 -1.83 40159 -0.73 672 -1.96 111555

Kurse ohne Gewähr

Kurs [Euro] 1.96 30.38 9.63 9.39 0.73 23.86

Diff. [%] Volumen [Stk] 1.55 0.16 0.00 3.25 1.80 0.50

11000 2181 112 2166 187514 60

Ausgewählte Werte Titel Atrium bet-at-home.com betbull Brain Force CAT oil Meinl Airports phion Qino Flagship Teak Holz update

Kurs [Euro] 3.22 22.00 1.60 0.85 4.45 0.22 14.99 0.72 3.50 2.59

Diff. [%] Volumen [Stk] 0.62 109605 -0.32 15 0.00 500 2.29 3027 -1.09 12241 -8.33 1510 49.95 200 0.00 1100 0.00 2200 -1.33 1778

BEX Titel Kurs [Euro] A-Tec Industries 0.84 Agrana 77.58 Amag 15.50 AT+S 8.50 austriamicrosystems 31.33 Bene 1.17 bwin.party 1.49 BWT 12.90 C-Quadrat 17.60 Century Casinos 1.79 DO&CO 26.24 Flughafen 27.69 Frauenthal 9.54 Hirsch Servo 13.00 HTI 0.98 Intercell 1.89 Kapsch TrafficCom 57.60 KTM 38.99 Palfinger 12.46 Pankl 16.75 Polytec 5.49 Rosenbauer 36.95 s Immo 4.48

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