BODYMEDIA Physio-Ausgabe 2-2022

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Das Fachmagazin für Physiotherapie und Gesundheit Ausgabe 2-2022

BEHANDLUNG VON SPORTLERN ab Seite 16

Marktübersicht EMS-Geräte ab Seite 50

Praxisreport DK Sports & Physio ab Seite 10

Profit-Center ab Seite 36

Generationenkonflikt ab Seite 60


Bei chronischen, nicht-spezifischen Rückenschmerzen

Evidenzbasierte Wirksamkeit#,1-6

Medizinische EMS* zur Stärkung der Rückenmuskulatur Von Meinungsbildnern empfohlen##

Einfache Integration in den Praxisalltag

Erfahren Sie hier mehr zu Elektromyostimulation (EMS) unter www.medizinische-ems.de * EMS = Elektromyostimulation . # Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewertet die Studienergebnisse zur WB-EMS als klinisch relevant mit einer potenziellen Manifestation in zukünftigen nationalen Versorgungsleitlinien Kreuzschmerz (08/2020). ## „Medizinische Elektromyostimulation (EMS) ist eine sinnvolle Form der therapeutischen Bewegung für Patienten mit chronisch nicht-spezifischem Rückenschmerz und hat zudem auch einen herausragenden prophylaktischen Stellenwert in dieser Indikation inne,“ so PD Dr. Bernd Wegener, Orthopädische Klinik und Poliklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München. 1 Konrad KL et al. PLoS ONE 15(8):e0236780 2 Weissenfels A et al. Dtsch Z Sportmed. 2017; 68:295-300 3 Weissenfels A et al. BioMed Research international 2019; https://doi.org. /10.1155/5745409 4 Weissenfels A et al. Journal of Pain Research 2018; 11:1949-1957 5 Kemmler W et al. Evid Based Complement Alternat Med. 2017;2017:8480429.doi: 10.1155/2017/8480429 6 Neuwersch-Sommeregger S et al. Schmerz 34, 65–73 (2020). DOI:10.1007/s00482-019-00431-2

IMPULSE für Prävention und Therapie

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INTRO EDITORIAL

EDITORIAL 02 2022

Liebe Leserin, Lieber Leser, Der Profisport ist eines der beliebtesten Beschäftigungsfelder für Physiotherapeuten – und das nicht ohne Grund. Arbeiten im Leistungssport bedeutet Arbeiten auf dem höchsten Niveau, der Kontakt zu spannenden Persönlichkeiten aus dem Sport und, je nach Bekanntheit der Sportart, auch Zugriff auf die modernsten Konzepte und Systeme ermöglicht. Dem gegenüber können ein hoher (Erwartungs-) Druck und ständige Verfügbarkeit stehen. Die Behandlung von Top-Athleten gehört sicherlich zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten innerhalb der Physiotherapie. Um bei den Behandlungsmöglichkeiten up to date bleiben zu können, sind regelmäßige Fortbildungen wichtig, zusätzlich kann der Blick über den Tellerrand etablierter Behandlungsformen durchaus sinnvoll sein. Welche Möglichkeiten und welche spannenden, der Öffentlichkeit bisher noch nicht so bekannten Sportarten es hier gibt, zeigen wir in unserem Themenschwerpunkt zum Thema Behandeln von Leistungssportlern. Physiotherapeuten sind für Patienten mehr als nur Personen, zu denen sie in die Behandlung gehen. Sie sprechen mit ihnen über private Themen, holen sich aber auch Gesundheitstipps und lassen sich gerne beraten. Das zeigt, wie hoch die Meinung und die Fachkenntnis der Therapeuten angesehen werden. Während der reinen Behandlungszeit gibt es für den Inhaber der Praxis kaum Möglichkeiten, diese Bedürfnisse der Patienten zu befriedigen. Dafür kann es sich lohnen, ein sogenanntes Profitcenter aufzubauen, das den Patienten Angebote machen kann, die für sie passen können. Welche Möglichkeiten es hier gibt, schauen wir uns genauer an.

Was wären Leistungssportler ohne ihre Physiotherapeuten? Sicherlich deutlich verletzungsanfälliger. Das zeigen wir durch die Splitter, die sich vom Sportler lösen und ihn so fragil wirken lassen. Titelgestaltung: Katharina Jaschinski

Und nun viel Spaß beim Lesen! Ihr

Jonathan Schneidemesser Chefredakteur Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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SOFTWARE LÖSUNG FÜR MODERNE ANFORDE RUNGEN DAS VIELFÄLTIGE BAUKASTEN SYSTEM PROLEOS

SCAN MICH

Wir zeigen dir, wie das Leitsystem funktioniert, in diesem Video.


Proleos ist das Endprodukt langer Recherchearbeit, eigener Erfahrungen und unzähligen Umfragen und Gesprächen mit Expert:innen, aus verschiedensten Bereichen. Aus den Ergebnissen ging hervor, dass unbedingt Ordnung in das große Software-Chaos gebracht werden musste. Somit haben die Entwickler sämtliche relevante Bausteine, in nur einer einzigen Lösung zusammengefasst. Dazu zählen die Bereiche Physiotherapie, Mitgliederverwaltung, Rehasport, sowie Abrechnung und Factoring. Proleos ist eine cloudbasierte Software, über die die gesamte Patienten- aber auch Mitarbeiter ver waltung läuft. Im Detail werden z.B. alle wichtigen Daten, Anamnesebögen, Trainingserfolge, etc. hinterlegt. Einige der Highlights sind die digitale Anamnese und Befundung, welche direkt in der Patientenakte hinterlegt werden und somit immer schnell griffbereit sind. Außerdem die Einfachheit in der Nutzung, welche dazu führt, dass Mitarbeitende schnell zurecht kommen mit der neuen Lösung und keine langen Lernzeiten generiert werden. Rechtliche

Themen wie etwa die Dokumentationspflicht oder die Pflicht der Zeiterfassung sind integriert und kinderleicht zu erledigen. Durch den Zusammenschluss von mehreren Bausteine wird Mitarbeitenden ein ganz neues Erlebnis gewährt, da alle Klienten-Daten an einer zentralen Stelle liegen und die Therapeut:innen sehen was die Patient:innen auf der Trainingsfläche oder im Rehasport tun und umgekehrt. Somit muss keine Kommunikation zwischen den einzelnen Instanzen stattfinden, welche häufig ein Zeitfresser und Problem ist. Abgerundet wird das Erlebnis durch ein übersichtliches Dashboard, welches alle Kennzahlen der Einrichtung miteinander verbindet. Dies auch über mehrere Einrichtungen hinweg. Hierdurch wird maximale Transparenz geschaffen. Außerdem positioniert sich die kundenfreundliche Software, mit ihrer unschlagbaren Preisstrategie, erfolgreich am Markt. Als zusätzliches Add-On kann die Einrichtung die modernsten Möglichkeiten der Digitalisierung für sich nutzen und durch das digitale Patientenleitsystem Prozesse erleichtern und die Zufriedenheit in der Einrichtung steigern.


INTRO INHALT

INHALT INTRO

MAGAZIN

03

Editorial

50

Marktübersicht EMS

08

News

56

Die Macht der Farben

10

Praxisreport DK Sports & Physio

60

Generationenvielfalt als Chance

66

Bessere Personalentscheidungen treffen

70

Die Mitarbeiterkommunikation verbessern

76

„Im Kern gesund“

78

MEET THE TOP Physio: 2022 wieder auf Mallorca

THEMENSCHWERPUNKT LEISTUNGSSPORTLER 16

Bewegung statt Symptome behandeln

20

Behandlung von Spitzensportlern

24

Rehabilitation mit Atemmuskeltraining

30

„Tänzer springen viel früher von der Liege als andere Sportler“

INDUSTRIE 82

Mehr Komfort, Sicherheit und Effizienz durch Digitalisierung

84

Softwarelösungen einfach & digital

THEMENSCHWERPUNKT PROFIT-CENTER

06

OUTRO

36

Profit-Center richtig strukturieren

40

Ernährungsberatung als Profit-Center

88

Inserenten/Impressum

44

Wellnessbehandlungen als Zusatzangebot

89

Vorschau

90

Zeitstrahl

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INTRO INHALT

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Fotos: © DK Sports & Physio; © Philip Steury - stock.adobe.com; © Andreas Stommel; © Yakobchuk Olena - www.adobe-stock.com; © TeamDaf - stock.adobe.com

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NEWS AUS DER BRANCHE

GKV-SPITZENVERBAND: GÜLTIGKEIT VON VERORDNUNGEN Mit dem 01. April liefen die Corona-Sonderregelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus. Seitdem gelten auch die vertraglich vereinbarten Unterbrechungsfristen für Verordnungen. Zu klären gab es allerdings wie lange Verordnungen, die nach dem 01. April ausgestellt wurden, gültig sind. Diese Frage wurde nun beantwortet. Alle Verordnungen mit sechs verordneten Behandlungen, die ab dem 01. April 2022 ausgestellt wurden, sind 3 Monate gültig, alle mit mehr als sechs Behandlungen sind sechs Monate ab dem ersten Tag der Behandlung gültig. KONTAKT +49 (0) 221 / 9810270 | info@physio-deutschland.de | www.physio-deutschland.de

ERGOFIT FEIERT 75-JÄHRIGES JUBILÄUM

NOVENTI MIT REKORDERGEBNIS IN 2021

2012 wurde dann das Portfolio durch Kraftgeräte erweitert, 2014 folgte der Einstieg in die kardiologische Rehabilitation, 2019 kam mit dem Ivo Trainer ein Produkt für Athletiktraining auf den Markt. Die designstarke VECTOR-Serie, die 2019 erstmals präsentierte wurde, zählt ebenfalls zu den wichtigsten Produkten des Unternehmens. Zudem standen eine Showroom- und Manufakturbesichtigung auf dem Plan. KONTAKT +49 (0) 6331 / 24610 | info@ergo-fit.de | www.ergo-fit.de 08

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Die NOVENTI Group konnte 2021 das Abrechnungsvolumen zum wiederholten Male steigern, nunmehr auf über 30 Milliarden Euro. Auch das EBITDA der NOVENTI Group konnte auf 35 Millionen Euro gesteigert werden. Zusätzlich wurden die Umsatzerlöse um 16,2 % auf 235,5 Millionen Euro erhöht. Der Erfolgskurs von NOVENTI setzt sich auch im aktuellen Jahr fort. So wurden im dritten Monat des Jahres 2022 allein im Apothekenbereich erstmals 18,76 Millionen Rezepte abgerechnet und somit ein monatliches Rezeptabrechnungsvolumen von 2,27 Milliarden Euro erzielt. KONTAKT +49 (0) 89 / 43184500 info@noventi.de www.noventi.de

Foto: © Stockfotos-MG- www.adobe-stock.com

Im Rahmen einer Jubiläumsfeier beging das Unternehmen seinen 75. Geburtstag. Michael Resch, der ERGOFIT bis Anfang des Jahres, in dritter Generation führte, ging in einem Vortrag auf die Historie des Unternehmens ein, das sein Großvater Willi Resch kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs 1947 gründete. Zu Beginn stellte ERGOFIT Maschinen zur Schuhproduktion her, ehe es sich nach und nach als Medical Fitness spezialisierte. Dabei kamen einige Meilensteine der Unternehmensgeschichte zu Wort, wie z. B. das erste Fahrradergometer mit Wirbelstrombremse 1981. Diese Technologie wurde zum Goldstandard, den andere Anbieter übernahmen. 1990 war dann die Geburtsstunde von Medical Fitness. ERGOFIT brachte erste Kardiogeräte mit herzfrequenzgesteuertem Training auf den Markt, ehe fünf Jahre später das erste „Chipkartensystem“ mit digitaler Trainingssteuerung folgte.


NEWS AUS DER BRANCHE

DIE CORONA-SONDERREGELUNG ZUM ENTLASSMANAGEMENT WURDEN VERLÄNGERT Die Corona-Sonderregelungen zum Entlassmanagement wurden bis zum 24. November 2022 verlängert. Die aktuellen Sonderregelungen zum Entlassmanagement gemäß § 2a Abs. 2 der Heilmittelrichtlinie sind an die Gültigkeit der genannten SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung geknüpft. Durch die Verlängerung der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung gelten die Sonderregelungen zum Entlassmanagement bis zum 24. November 2022 weiter. Dabei gilt: Um weitere Arztgänge zu vermeiden, dürfen Krankenhausärztinnen und -ärzte für bis zu 14 Tage (statt bis zu sieben Tagen) Heil- und Hilfsmittel verordnen. KONTAKT +49 (0) 221 / 9810270 info@physio-deutschland.de www.physio-deutschland.de

BIOLITEC PRÄSENTIERT NEUES LASERTHERAPIE-GERÄT Das neue Lasertherapie-Gerät beyondRED PRO findet als zugelassenes Medizinprodukt ein breites Einsatzgebiet und wurde für Physiotherapeuten, Sportler und Ärzte entwickelt. Mit 356 Gramm Gewicht und 26 Zentimeter Länge ist das beyondRED PRO kompakt und mobil. Es kommt ein doppelwelliges Infrarotlicht in fünf Leistungsstufen zum Einsatz, welches bis zu fünf Zentimeter tief wirkt. Dadurch soll das doppelwellige Licht tiefliegende Faszien erreichen und die Abbauprozesse des Stoffwechsels für eine aktivere Regeneration beschleunigen. Mit dem Ergebnis, dass chronische und Temporäre Schmerzen gelindert, Entzündungen beispielsweise an Sehnen oder Muskeln reduziert werden, aber auch bei Wunden, Geschwüren und Verbrennungen helfen soll. KONTAKT +43 (1) 3619 / 90950 | info@biolitec.de | www.biolitec.de

Foto: © Brian Jackson; © lightpoet - www.adobe-stock.com

THÜRINGEN: SCHULGELDFREIHEIT FÜR GESUNDHEITSBERUFE BLEIBT NUN DOCH Bereits Mitte Mai wurde bekannt, dass Thüringen die Schulgeldfreiheit an den freien Schulen für die Gesundheitsfachberufe rückwirkend zum Januar abschaffen wollte. Nun wurde die Entscheidung revidiert und die Schulgeldfreiheit bleibt. Nun wird es spannend sein zu sehen, wie es möglich wird, dass die Ausbildungsstätten einen weiteren Schulgeldzuschuss erhalten, damit den Schülern das Schulgeld tatsächlich erspart wird. Aktuell werden mögliche Maßnahmen im zuständigen Ausschuss beraten. KONTAKT +49 (0) 221 / 9810270 | info@physio-deutschland.de | www.physio-deutschland.de Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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PRAXISREPORT DK SPORTS & PHYSIO

DIE NÄCHSTE GENERATION PHYSIOPRAXIS? Text Jonathan Schneidemesser

Jung und wild: David Kunzmann hat sich in Karlsruhe eine Praxis aufgebaut, mit der er seine Vision modernster Physiotherapie umsetzt. Im Fokus stehen die Trainingstherapie, evidenzbasiertes Arbeiten sowie die öffentlichkeitswirksame Präsentation nach außen. Mehr über seine sehr moderne Philosophie erfuhren wir beim Besuch vor Ort.

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zwei Komponenten aus dem Leben des Inhabers – seine eigene aktive Karriere als Sportler und das Ziel, seinen Patienten das bestmögliche Ergebnis in der Rehabilitation zu ermöglichen. Modernste Praxisräume Dafür hat er in der Karlsruher Oststadt seine Vision einer Praxis, in der genau das möglich ist, verwirklicht. Das vorhandene Equipment findet man vermutlich, wenn überhaupt, nur noch in wenigen anderen Physiopraxen. Links direkt am Eingang wurden drei Racks platziert, dahinter finden sich einige GHD (GluteHamstring-Developer) sowie ein paar Ausdauergeräte, darunter Rudergeräte und Assault Bikes. Als Raumtrenner zum angrenzenden blauen Kunstrasen dient ein Aufsteller mit jeder Menge Gewichte, Kettlebells, Kurzhanteln und

Trainingsbällen. Neben dem Kunstrasen wurde ein größeres Rig an der Wand platziert, an dem dann z. B. mit Ringen trainiert werden kann. Komplett verglaste Außenwände lassen den Trainingsbereich im Tageslicht erstrahlen. Um nah an den Patienten zu sein, wurde der Empfangsbereich kurzerhand in direkter Nähe zum Trainingsbereich platziert. Die Behandlungsräume befinden sich etwas weiter hinten im Gebäude, um den Patienten und Therapeuten die nötige Ruhe für die Untersuchung, Beratung & Manuelle Behandlung zu ermöglichen. In insgesamt 6 stilvoll eingerichteten Zimmern finden die Behandlungen statt – eines wurde sogar mit Bildschirm ausgestattet, um Onlinekurse durchführen zu können. Zwischen den Behandlungsräumen

Fotos: © DK Sports & Physio

Auch wer selten selbst im Wartebereich einer Physiotherapie sitzt, stellt schnell fest, dass in der Praxis DK Sports & Physio von David Kunzmann etwas anders ist. Patienten nehmen hier eher selten oder aber sehr kurz Platz - stattdessen wärmen sich diese im direkt vor ihnen liegenden Trainingsbereich auf. Als Besucher hingegen kann man den Blick aber einfach mal schweifen lassen. Statt auf eine Wand oder ein Infotainment-System blickt man direkt auf das, was die Patienten gleich in der Therapie erwartet. Und das sind Gewichte, Langhanteln, Kettlebells sowie ein schicker blauer Kunstrasen. Schon im Wartebereich wird klar, dass die aktive Trainingstherapie für Inhaber David Kunzmann und sein Team die Methode der Wahl in der Rehabilitation seiner Patienten ist. Das liegt an mindestens


PRAXISREPORT DK SPORTS & PHYSIO

Oben: Komplett verglaste Außenwände lassen den Trainingsbereich in hellem Tageslicht erstrahlen Unten: Sind die Behandlungsziele erreicht, empfiehlt der Therapeut dem Patienten Personal Training, um das Funktionsniveau weiter auszubauen

befindet sich zudem der KGG-Bereich. Ein Großteil des Equipments kommt vom schwedischen Equipment-Hersteller Eleiko. Warum David Kunzmann seine Praxis so eingerichtet hat, zeigt sein Werdegang als Physiotherapeut. Werdegang von David Kunzmann Um einen ersten Eindruck des Berufsfeldes zu bekommen, absolvierte David Kunzmann sein Schulpraktikum in der örtlichen Physiotherapie. Aber die tatsächliche Entscheidung, selbst Physiotherapeut zu werden, fiel erst im Rahmen einer Reha nach einer Fußballverletzung. Von dem Können der Therapeuten im Ambulanten Zentrum für Rehabilitation und Prävention am Entenfang war er so begeistert, dass er seine Physiotherapieausbildung in Karlsruhe begann. Diese schloss er 2015

mit sehr guten Noten ab. Zusätzlich arbeitete er parallel zu der fordernden Ausbildung als Barkeeper im Karlsruher Nachtleben. Trotz der Verinnerlichung der gelehrten Inhalte spiegelt seine Praxis das gelernte Schulwissen kaum wider. Warum das so ist, zeigt sich, wenn man seinen Lebensweg nach der Ausbildung weiterverfolgt. Um seine ersten praktischen Erfahrungen im Physiotherapiealltag zu sammeln, begann er in einer Praxis zu arbeiten. In dieser wurde der Trainingstherapie relativ wenig Raum gegeben, trotzdem blickt David Kunzmann heute positiv auf diese Erfahrung zurück. Für ihn war schnell klar, dass er sich zeitnah selbstständig machen möchte. Um weiter zu lernen, begann er sich in unterschiedliche Themen ein-

zulesen, die ihn interessierten. Er fing an sich, unter anderem, intensiv mit Schmerz zu beschäftigen und kam dann im Rahmen seiner Weiterbildung zu einem Sportphysiotherapeuten mit modernen wissenschaftlichen Ansätzen in Kontakt. Das Gelernte konnte er zwar bei seiner Arbeit in der Praxis anwenden, da allerdings die räumlichen Voraussetzungen dafür nicht optimal waren, wechselte er nach einem Jahr in eine Praxis mit einem stärkeren Fokus auf Trainingstherapie. In dieser Zeit trainierte er viel, probierte Neues aus und verlor sich immer tiefer im Kaninchenbau des evidenzbasierten Arbeitens. Schon bald konnte er sich seinen Traum der Selbstständigkeit erfüllen, indem er in Mühlburg einen Raum anmietete. Parallel dazu arbeitete er als freier MitarWeitere Artikel und News auf bodymedia.de

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PRAXISREPORT DK SPORTS & PHYSIO

Links: Die aktive Trainingstherapie ist für Inhaber David Kunzmann und sein Team die Methode der Wahl in der Rehabilitation seiner Patienten Rechts: Neben dem fachlichen Wissen legen die Therapeuten einen großen Wert auf die Kommunikation mit den Patienten

beiter in einer Praxis in Weingarten. Für die hier behandelten Privatpatienten stellte er ein Trainingsrack mit Langhantel, einen Kunstrasen sowie eine Behandlungsbank zur Verfügung. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda wurde die Nachfrage nach Terminen bei ihm so groß, dass er bereits nach etwa 4 Monaten einen größeren Raum anmieten musste. Nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Team wuchsen in dieser Zeit. Um seinen Patienten die Behandlungsmöglichkeiten geben zu können, die er für wichtig hielt, wurden die Räumlichkeiten schnell wieder zu klein. Daher machte er sich auf die Suche nach einem Objekt, in dem er seinen Therapieansatz nachhaltig umsetzen konnte. Nach einer Suche von etwa einem Jahr bekam er die Möglichkeit, seine Praxis in einem Neubau direkt am Alten Schlachthof in der Karlsruher Oststadt einzurichten. Therapiegrundsätze im DK Sports & Physio Das Ziel der Therapie bei David Kunzmann ist es, gemeinsam mit dem Patienten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Dazu müssen Patient und Therapeut am gleichen Strang ziehen. Dass das nicht immer einfach ist, kennt 12

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jeder Therapeut aus seiner täglichen Arbeit mit Patienten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier in der Kommunikation. Die Therapeuten im DK Sports & Physio nehmen sich ausreichend Zeit für ein Anamnesegespräch, indem auch die Behandlungspräferenzen des Patienten abgeklärt werden. Häufig ist dann die Trainingstherapie das Mittel der Wahl. So waren die Behandlungsräume während unseres Besuchs nicht

rück zu der Aktivität, die für sie wichtig ist.“ Dieser Ansatz stellt den Patienten in die Mitte der Therapie und gibt diesem gleichzeitig ein wichtiges Ziel vor Augen, dass sich die investierte Arbeit am Ende auszahlen wird. Sollten die Ziele aber erreicht worden sein und der Patient kann die für ihn wichtige Aktivität wieder durchführen, ist die Behandlung abgeschlossen.

Das Ziel der Therapie bei David Kunzmann ist es, gemeinsam mit dem Patienten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Dazu müssen Patient und Therapeut am gleichen Strang ziehen besetzt, alle Patienten wurden auf der Trainingsfläche „behandelt“. Am Ende der Behandlungsphase evaluieren Patient und Therapeut gemeinsam die Erfolge der Therapie und prüfen, ob das gewünschte Ergebnis erreicht wurde. Falls nicht, wird dem Patienten die Fortführung der Behandlung auf Rezeptbasis empfohlen. Denn die Maxime des Teams rund um David Kunzmann ist: „Wir bringen unsere Patienten zu-

Dann empfiehlt der Therapeut dem Patienten, das Gelernte in der aktiven Therapie weiterhin umzusetzen und im Optimalfall auszubauen. Dies kann dann im Rahmen des Personal Trainings stattfinden, um das Funktionsniveau weiterhin zu stabilisieren und zu steigern. Und das ist ein wichtiger Unterschied von DK Sports & Physio im Vergleich zu vielen anderen Praxen. David Kunzmann bietet ganz bewusst


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keine freien Mitgliedschaften für ehemalige Patienten an, die bei ihm weiterhin trainieren möchten, sondern ausschließlich Personal Training. So kann individueller auf die Kunden eingegangen werden und die therapeutische Atmosphäre auf der Trainingsfläche bleibt aufgrund der überschaubaren Personenanzahl erhalten. Preislich liegt eine Trainingseinheit für 60 Minuten, je nach gebuchtem Paket, zwischen 107 und 134 €. Kommunikation als Schlüsselkompetenz Neben dem fachlichen Wissen legt David Kunzmann einen großen Wert auf die Kommunikation mit den Patienten. Insbesondere wie man mit Patienten spricht, um ihre Behandlung und Rehabilitation zu unterstützen. Daher wählen die Therapeuten ihre Worte genau. Hierzu ein kurzes Beispiel: Kommt ein Patient mit starken, bereits länger andauernden Schmerzen in eine Praxis, kann es sein, dass er von Therapeuten gesagt bekommt, dass er mit diesen Schmerzen sein Leben lang klarkommen muss und der Therapeut sie selbst nur zeitweise lindern kann. Diese Art der Kommunikation kann zu einer noch stärkeren Chronifizierung der Schmerzen und Demotivation des Patienten führen, da er von einem Fachmann die Einschätzung bekommt, er könne seine Situation selbst nicht verändern. Wichtiger ist es, den Patienten zu bestärken, aktiv zu bleiben, ihm zu erklären, wie Schmerz und Heilung funktionieren und vor allem, ihn zu begleiten und zu verstehen. So wird es im DK Sports & Physio umgesetzt, da man sich zwar der Wirkung von Training und Therapie, aber auch von Worten bewusst ist. Das sieht man sehr schön an dem Blog, den die Therapeuten regelmäßig mit neuen Inhalten füllen und der den Patienten (und allen anderen) wertvolle Inhalte rund um die Therapie gibt. Alleine die Titel der Blogeinträge zeigen bereits, mit welchem Tenor die Artikel geschrieben sind. So finden sich hier Überschriften wie „Keine Angst vor (Knie-)Arthrose“ oder auch „Rückenschmerzen – was du darüber wissen und vergessen solltest“.

und die Außenwirkung der Praxis. Das zeigt sich insbesondere in den sozialen Medien, wo er auf Instagram sehr aktiv ist und seine Follower mit wichtigen Tipps rund um Physio- und Sportthemen versorgt. Dabei gibt er evidenzbasiertes Wissen weiter und räumt auch mal mit dem ein oder anderen Mythos auf. Es hilft ihm aber auch bei der Positionierung zum Rekrutieren neuer Mitarbeiter, da diese einen guten Eindruck vom Arbeiten in der Praxis, dem Team und der Unternehmensphilosophie bekommen. Abgerundet wird das professionelle Auftreten durch die einheitliche Teamkleidung, die ebenfalls gebrandet ist.

Nicht nur der Fokus auf Training und die Art der Kommunikation sind anders als in vielen Physiopraxen, sondern auch das Bewusstsein für Marketing

Den starken Bezug zum Leistungssport hat David Kunzmann, der zudem als Athletiktrainer und Reha-Coach für den Fußballverein SV Spielberg tätig

Oben: Das Equipment im DK Sports & Physio findet man vermutlich nur noch in wenigen anderen Physiopraxen in Deutschland Unten: Den starken Bezug zum Leistungssport hat David Kunzmann durch seine eigene Fußballkarriere gewonnen

ist, durch seine eigene Fußballkarriere gewonnen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Praxis auf die Therapie von Sportverletzungen und vor allem verletzten Kreuzbändern spezialisiert hat. Ausblick Fragt man David Kunzmann, welche Pläne er für die Zukunft hat, lächelt er nur und sagt „viele“. Einen verrät er sogar. Sein Fokus wird auch zukünftig auf der Betreuung von Athleten liegen, wofür er von einem neuen Standort mit noch mal größerer Fläche für das Athletiktraining träumt. David Kunzmann gehört zu einer Generation Physiotherapeuten, die altbekannte Konzepte überdenken, um sich zukunftsfähig aufzustellen – und das könnte ein guter Weg sein, um die Physiotherapie neu zu denken. Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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WERBUNG OPTICA VIVA

„ALLES IN DER HAND“ Was kann eine Praxissoftware leisten? Welche konkreten Vorteile bringt sie? Ein Interview mit Eduard Schlein, IT-Experte und einer der prägenden Köpfe hinter Optica Viva, der neuen Praxissoftware für Heilmittelerbringer:innen.

Eduard Schlein 14

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Welchen Leistungsumfang bietet Optica Viva genau? Optica Viva deckt nicht nur alle Funktionen für die Befundung, eine Dokumentation und einen smarten Terminplan ab, sondern verwaltet auch digitale Patientenakten und sämtliche Rezepte unkompliziert und effizient. Optica Viva unterstützt also in allen Phasen des Umgangs mit den Patient:innen. Auch die Abrechnung wird effizient erledigt: Optica Viva prüft automatisch in einem vierstufigen Verfahren, sodass Sie den Prozess nur noch abschließen müssen. Aber es ist wichtig zu verstehen: Optica Viva ist keine Abrechnungssoftware, sondern eine Praxisverwaltungssoftware. Wie integriere ich Optica Viva am besten in meinen Praxisalltag? Die Software macht es einem leicht, sie nach und nach zu integrieren. Nutzer:innen können flexibel zugeschaltet oder deaktiviert werden, z. B. während einer Elternzeit. Ohnehin ist der erste Monat kostenlos und eine gute Gelegenheit, die Software entspannt kennenzulernen.

Die bevorstehende Anbindung an die TI in der Physiotherapie zeigt die große Relevanz einer Praxissoftware. Optica Viva ist TI-ready und erfüllt alle Voraussetzungen, um mit ihr von der TI zu profitieren. Dazu gehört auch, dass Optica Viva höchste Sicherheitsstandards erfüllt. Weiter ist alles Notwendige in einem Tool vereinbart – ein klarer Vorteil gegenüber Insellösungen, die sonst erst zusammengeführt werden müssten. Optica Viva bietet die wertvolle Chance, sich rechtzeitig und unkompliziert für die Zukunft aufzustellen. Lernen Sie Optica Viva kostenlos kennen: Unter opticaviva.de finden Sie alle Infos und anschauliche Einblicke.

Kontakt PRAXINO GmbH Stolberger Straße 321b 50933 Köln Tel. +49 (0) 221 / 56931780 E-Mail: info@praxino.de Web: www.praxino.de

Hinweis: Optica Viva ist eine Software der PRAXINO GmbH

Herr Schlein, die passende Praxissoftware ist entscheidend dafür, wie sich Praxisinhaber:innen für die Zukunft aufstellen. Was ist das Besondere an Optica Viva? Ein entscheidender Vorteil ist die große Nutzerfreundlichkeit: Sie brauchen keine IT- oder andere Vorkenntnisse, um von der Software zu profitieren, und sind auch nicht auf besondere Hardware angewiesen. Mit Internetverbindung und aktuellem Browser funktioniert Optica Viva betriebssystemunabhängig als moderne Cloudlösung auf allen Endgeräten.


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THEMENSCHWERPUNKT LEISTUNGSSPORTLER

BEWEGUNGEN STATT SYMPTOME BEHANDELN Text Homayun Gharavi

Entzündungen, Kreuzbandrisse, Zerrungen oder auch komplizierte Knochenbrüche sind Verletzungen, die nicht nur im Sport häufig sind. Auch wenn diese Verletzungen bei Nichtsportlern deutlich seltener vorkommen, ist die Vorgehensweise für Anamnese und Behandlung identisch. Die Leistungssportler arbeiten zwar auf einem viel höheren Belastungsniveau, verfügen 16

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dagegen aber über eine deutlich bessere Bewegungskontrolle. Egal aus welcher Leistungsklasse der Patient kommt, Verletzungen entstehen immer im Bereich außerhalb der Bewegungskontrolle. Diese scheinbar banale Erkenntnis stellt einen wichtigen Schalter auf der Suche nach der passenden Behandlungsstrategie dar. Denn wenn Verletzungen stets unkontrolliert statt-

finden, muss die Verbesserung der Bewegungssteuerung unweigerlich zur verletzungsfreien Leistungssteigerung führen. Somit rückt die Fähigkeit, Bewegungen präzise auszuführen, in den Fokus unserer Behandlung. Diese Fähigkeit wird mit den Verletzungen gestört bis vernichtet und liegt überall, nur nicht am Ort der Verletzung.

Foto: © URII MASLAK - stock.adobe.com

Nicht nur für Leistungssportler geht es darum, schnellstmöglich wieder fit zu werden. Um zeitnah zur vollen Leistung zurückzukehren, muss der Therapeut zunächst die Logik der Funktionsstörung verstehen. Nur so kann die Logik der Behandlungsstrategie angepasst werden. Wieso Bewegung dabei eine so große Rolle spielt und warum der Ansatz oft weit entfernt von den Symptomen liegt, lesen Sie in diesem Artikel.


THEMENSCHWERPUNKT LEISTUNGSSPORTLER

Den ganzen Körper sehen Wir stellen keinen losen Behälter dar, in dem nachträglich einige Organe eingelegt wurden. Eine gesunde und erfolgreiche Therapie stützt sich auf die Akzeptanz, dass wir einst aus einem Zellhaufen entstanden sind, der sich im Zuge der Ontogenese unzählige Male gefaltet, gerollt, eingedreht hat, um so Keimblätter zu formen, aus denen wiederum die verschiedenen Organe, Strukturen und Funktionen entstehen zu lassen. So können wir getrost davon

dass vielleicht eine eingeschränkte Beweglichkeit – und somit eingeschränkte Bewegungskontrolle – die Verletzungswahrscheinlichkeit erhöht hatte. Nach vorne blickend, ist eine ganzheitlich ausgerichtete Rehabilitationsstrategie ebenfalls hilfreich, damit die Dysfunktion des verletzten Muskels nicht alle anderen Systeme in Mitleidenschaft zieht. Es wird also deutlich, dass gerade bei Langzeitbeschwerden mit oder ohne erkennbare Ursache, nicht nur die betroffene Stelle zu untersuchen ist.

Was man als Therapeut nicht unterschätzen sollte, ist der mentale Aspekt der Heilung

Foto: © URII MASLAK - stock.adobe.com

ausgehen, dass alle Strukturen miteinander verbunden sind. Daraus kann logischerweise folgender Grundsatz abgeleitet werden: Wenn alle Strukturen unseres Körpers miteinander verbunden sind, wird die Funktion (= Gesundheit) jeder Struktur zur Voraussetzung der Funktion aller anderen Strukturen des Körpers. Im Umkehrschluss wird die Dysfunktion einer Struktur auch zur Fehlfunktion der restlichen Strukturen führen – mal schwächt sie sich entlang der Kette ab, mal potenziert sie sich. Was für den funktionellen Zusammenhang unter den Organsystemen gilt, lässt sich auch auf jedes einzelne Organ übertragen: Ihre Gesundheit definiert sich durch ihre Funktion und beginnt auf kleinster Ebene, der Zellfunktion. Das gilt für unsere Natur genauso wie für Ihren Körper. Störungen der Zellfunktion äußern sich immer als Erkrankung und schränken die Gesamtfunktion des Körpers ein. Verletzungen folgen demselben Prinzip. Schmerzen sind Zeichen, die uns zur Ursache der Problematik leiten. Aber: In den meisten Fällen liegt die Ursache nicht an derselben Stelle der Symptome. Um herauszufinden, wie man den Menschen wieder fit bekommt, sollte man anders vorgehen, als nur den schmerzenden Bereich zu behandeln. Natürlich muss bei einer akut gerissenen Muskelfaser auch akut an dieser Stelle behandelt werden. Dennoch: Gerade bei solchen Traumata sollte immer in Betracht gezogen werden,

Bewegung ist der Schlüssel Sportmedizin und Sportphysiotherapie sind die Kunst, zwischen Sport und Medizin zu vermitteln. Die Schmerzfreiheit muss immer in Bewegung erreicht werden, denn im Stillstand (Sportverbot) ist jeder zunächst schmerzfrei. Wehe aber, wenn die Bewegung wieder als Leistung erbracht werden soll. Hier spielt das ‚WIE‘ der Bewegung eine tragende Rolle. Sie stellt den Schlüsselreiz für eine Anpassung unserer Körperstruk-

turen dar. Ohne sie geht es nicht. Um zu verdeutlichen, warum es so wichtig ist, die Bewegung zu analysieren, ein Beispiel aus der Praxis: Ein Fußballer gibt Knieschmerzen beim Laufen an. Drei Ärzte hatten ihn schon vorher untersucht, konnten aber nichts am Knie feststellen. Was würdet ihr tun? Natürlich muss der ganzheitliche Ansatz verfolgt werden, indem die Statik des gesamten Körpers untersucht wird. Aber endet es damit? Interessant wäre es zu wissen, wie viele Therapeuten folgenden Ansatz gewählt hätten: Wenn das Knie beim Laufen schmerzt, gibt es auch zwei Ansatzpunkte der Untersuchung. Während drei Ärzte sich auf das Knie und der Therapeut sich vielleicht auf Becken, Schulter oder Sprunggelenk gestürzt hätte, wurde hier erst mal der Lauf genauer betrachtet. Der Sportler zeigte in diesem Fall einen breitbasigen Laufstil, der fast wie ein kleiner Schlittschuhschritt aussah. Nach der Umstellung der Lauftechnik verschwanden die Knieschmerzen innerhalb von fünf Tagen. Im Zuge dieser Stilanpassung wurde die Unfähigkeit, in die tiefe Hocke zu gehen, als größtes Defizit identifiziert. Das alles setzt spezifische Trainerqualitäten voraus, die für die Betreuung von Sportlern unabdingbar sind.

Oft liegt die Ursache für Schmerzen nicht an der Schmerzstelle selbst, daher kann es Sinn machen Bewegungen zu behandeln

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THEMENSCHWERPUNKT LEISTUNGSSPORTLER

Man sollte es sich abgewöhnen, direkt die symptomatische Stelle zu behandeln. Das gilt nicht nur für den Bewegungsapparat, sondern genauso auch für jedes andere Organsystem. Von Schilddrüsenfehlfunktion über Allergien, Hauterkrankungen, Rheuma bis zu Blutdruck-, Herz- und Lungenproblemen – sie stellen oft nur eine Reaktion eines völlig gesund funktionierenden Systems dar, das lediglich auf ein tiefgreifenderes Problem im Körper reagiert. Man kann sich das wie folgendes Bild vorstellen: Ein Fluss, der plötzlich übelriechendes, verschmutztes Wasser in ein Dorf spült, sodass die Bewohner das Wasser direkt vor Ort zu klären versuchen, anstelle sich flussaufwärts auf die Suche nach der Ursache zu machen. Unsere Energie beginnt mit der Nahrungsaufnahme durch den Darm, wo 70 % unseres Immunsystems liegen. Klingt es dann nicht lohnenswert, sich um den Zustand der Darmgesundheit zu kümmern, bevor 18

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an Insulinspritzen, Schlafmittel, BetaBlocker, Entsäuerungstabletten, Schilddrüsenhormone und Chemotherapeutika gedacht wird? Man kann jeden nur ermutigen, diesen Schritt in Erwägung zu ziehen. Manchmal ist man dann überrascht, was alles möglich wird und wie schnell Medikamente überflüssig werden. Der mentale Aspekt der Heilung Was man als Therapeut nicht unterschätzen sollte, ist der mentale Aspekt der Heilung. Um schnell möglichst wieder fit zu werden, muss der Patient auch gesund werden wollen. Für Individualsportler steht das häufig außer Frage, insbesondere wenn sie finanziell vom Sport abhängig sind. Andere hingegen haben keine Eile und lassen sich attestieren, dass sie noch nicht wieder bereit sind. Hier kann der Therapeut wichtige motivierende Arbeit leisten, damit beide Parteien an einem Strang ziehen und der Rückkehr zur verbesserten Funktion nichts mehr im Wege steht.

Als Arzt und Sportwissenschaftler blickt Dr. Dr. med. Homayun Gharavi mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf Verletzungen. Er arbeitete bereits mit zahlreichen Nationaltrainern aus unterschiedlichen Sportarten zusammen, u. a. Jürgen Klinsmann. Zur Unterstützung seiner Arbeit entwickelte er ein elastisches Schlingentrainingssystem, den 4D PRO Bungee Trainer, mit dem die Alltagsbewegungen (Hocke, Ausfallschritt etc.) unmittelbar postoperativ/posttraumatisch schon ermöglicht werden. Bereits 2003 gründete er die Deutsche Akademie für angewandte Sportmedizin (DAASM), deren Herbstsymposium auf der MEET THE TOP Physio vom 06.10. bis 09.10. auf Mallorca stattfindet.

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Wer Leistungssportler behandelt, sollte spezifische Trainerqualitäten mitbringen, dass sie für die Betreuung unabdingbar sind


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BEHANDLUNG VON SPITZENSPORTLERN Text Christian Hasler

Prinzipiell sollte eine Rehabilitation bei allen Patienten möglichst hohen Gütekriterien unterliegen. Aber gerade bei Spitzensportlern ist eine systematische, objektive sowie strukturierte Herangehensweise unerlässlich für den Behandlungserfolg.

Qualitative und quantitative Betrachtung Der aktuelle Rehabilitationsstatus wird in der Regel anhand der Funktion, die der Patient wieder schmerzfrei durchführen können sollte, beurteilt. Dabei ist die entsprechende Funktion zuerst qualitativ und später auch quantitativ zu beurteilen. Erst wenn eine Funktion qualitativ wieder korrekt durchgeführt 20

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Während Behandlungserfolge und Meilensteine in der klassischen Kranken gymnastik oder Manuellen Therapie etwas schwieriger zu objektivieren sind, ist dies im Bereich der medizinischen Trainingstherapie / Krankengymnastik am Gerät sehr gut möglich und auch nötig. Auf den folgenden Seiten betrachten wir ausschließlich die medizinische Trainingstherapie der Proliferations- sowie das Athletiktraining in der Remodulierungsphase. Auf die Rolle der manuellen, physikalischen und osteopathischen Therapie, den Ernährungseinfluss und die sportpsychologische Betreuung wird in weiteren Artikeln eingegangen.


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werden kann, darf die Leistung quantitativ gemessen werden. Dabei ist es zu empfehlen auf standardisierte und objektive Messmethoden zurückzugreifen, um sicherzustellen, dass das gesamte Team dieselben Testbatterien mit denselben Messparametern nach den gleichen Beurteilungskriterien nutzt. Unter anderem haben die Verwaltungs-BG, das OS Institut sowie Fachärzte wie Dr. Markus Klingenberg in der Vergangenheit Testbatterien zusammengestellt, die die aktuelle Leistungsfähigkeit und Funktionsfähigkeit beurteilen. Als gemeinsames Merkmal dient der strukturierte Aufbau. Linear, lateral und rotatorisch Auf dem Weg zurück zu voller Leistungsfähigkeit durchläuft der Patient mehrere Stufen. Die Freigabe des Gehens ohne Gewichtsentlastung, die Freigabe des Laufens (Flugphasen), die Freigabe von Sportarten mit seitlichen und rotatorischen Bewegungen ohne Körperkontakt und die Freigabe von Wettkämpfen (Fußball, Handball usw.). Die Testreihen sollten dabei wie ein Levelsystem aufgebaut sein. Erst nach Bestehen eines Levels wird das nächste Level entsperrt, welches progressiv die Belastungsspitzen steigert. Moderne Diagnostik und Trainingssysteme enthalten heutzutage sowohl die Messtechnik, die Systematik und die Software zur Beurteilung der Ergebnisse.

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Die Erfahrung aus Vereinen, Kliniken und Praxen zeigt, dass die Durchführung der Tests und Re-Tests unmittelbar mit der Einfachheit, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit der Tests zusammenhängt. Das betrifft jedoch nicht nur die Durchführung, sondern auch die Datenerfassung, Dokumentation, Auswertung und Bereitstellung der Daten. Moderne Systeme wie z. B. der SKILLCOURT® stellen diese Kriterien sicher und verfügen zudem über Schnittstellen zu weiteren Testsystemen und Datenanalyse-Plattformen, um Controlling und Statistik so effizient wie möglich zu gestalten. Aussagekräftig und holistisch Eine ganzheitliche Betrachtungsweise ist im Rahmen der Rehabilitation unerlässlich, da im Sport eine Vielzahl von Fähigkeiten und Fertigkeiten verlangt wird. Bei der Zusammenstellung einer Testbatterie ist es sehr zu empfehlen,

Bei der Zusammenstellung einer Testbatterie ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise im Rahmen der Rehabilitation unerlässlich, da im Sport eine Vielzahl von Fähigkeiten und Fertigkeiten verlangt wird

folgende VIKOMOTORIK™-Parameter für die Beurteilung des Leistungsstandes eines Patienten mit einzubeziehen. Gerade im Sport sind Multiple-ObjectTracking, Fokussierung von Objekten, schnelles Scharfstellen und Blicksprünge wichtige visuelle Fähigkeiten im Rahmen der Informationsaufnahme sowie Verarbeitung. Defizite in diesen Bereichen erhöhen nicht nur Verletzungsrisiken im Sport, sondern gefährden Menschen in ihrem Alltag (Autofahren, Radfahren …). Das zu späte Erkennen einer Gefahrensituation, die Fehleinschätzung von Ge-

schwindigkeit, Entfernung und Höhe sorgen nicht nur bei Sportlern für eine erhöhte Verletzungsgefahr. Nicht selten ist ein Defizit im visuellen System ein beitragender Faktor für Unfälle, Verletzungen und daraus resultierenden Beeinflussungen der Sport- oder Alltagsfähigkeit. Wenn man als Praxis oder Klinik eine „optimale“ Rehabilitation als Widerherstellung der Funktionen und Vorbereitung auf den Alltag definiert, gehört ein visuelles Training in jeden Therapieplan. Im Spitzensport ist das in den meisten Top-Clubs bereits Standard. Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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Bei allen Tests ist darauf zu achten, zuerst die Bewegung qualitativ korrekt, schmerzfrei und ohne Komplikationen durchzuführen

Motorische Fähigkeiten: Der wohl größte und gängigste Bereich ist die Beurteilung der motorischen Fähigkeiten. Nachdem wieder ein möglichst physiologischer Gelenkausschlag sowohl passiv als auch aktiv gegeben ist, spielen auch immer mehr Kraft- und Funktionstests (Sprungdiagnostik) eine wichtige Rolle. Bei allen Tests ist darauf zu achten, zuerst die Bewegung qualitativ korrekt, schmerzfrei und ohne Komplikationen (Schwellung o. Ä.) durchzuführen. Erst wenn das Kriterium erfüllt ist, folgt eine progressive Belastungssteigerung. Man testet von der Statik bis zur Dynamik, von linearen zu lateralen Bewegungen bis hin zu rotatorischen Bewegungsmustern. Erst ohne Spielgerät, dann mit. Von isolierten über integrierte Übungsformen bis hin zu spielnahen Situationen. Von einfach zu komplex. Ohne Interaktion bis hin zu unerwarteten Störfaktoren. 22

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Die folgenden Parameter sollten bei der Beurteilung von Patienten eine Rolle spielen: • Beweglichkeit im Gelenk und in der funktionellen Kette • Kraft isoliert und in der StreckerBeuger-Schlinge • Kontaktzeit, Geschwindigkeit • Verhalten beim 1. Schritt, Beschleunigung, Abbremsen, Richtungswechsel • Bodenkontaktzeit Folgende Tests sollten dabei unter anderem in Betracht gezogen werden: • Einbeinstand, Kniebeugen: beidbeinig und einbeinig, um die Bewegungsqualität, insb. die Achsstabilität in einem kontrolliertem Setup überprüfen zu können.

Single leg Stability test, um im Seitenvergleich im Rahmen einer komplexen Bewegungsabfolge Beweglichkeit und Kraft zu testen. Dieser Test ist mitunter Voraussetzung für die Freigabe „return to walk“. Sprünge wie z. B. Weitsprünge 1 auf 2 und 1 auf 1, Dropjump, Counter Movement Jump, Squat Jump. Mithilfe von Druckmessplatten in Verbindung mit dem SKILLCOURT® werden bei diesem Test im Seitenvergleich Kraft in der funktionellen Kette, Achsstabilität bei der Landung und Plyometrik überprüft. Diese Tests sind unter anderem Basis für die Frage „return to run“. Side Hops und seitliche Shuttle Runs. Achsstabilität, Plyometrik,

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Kognitive Fähigkeiten Nachdem jede willentliche Bewegung vom Gehirn initiiert wird, darf ein kognitives oder auch neuroathletisches Testing und Training nicht fehlen. Die motorische Endplatte wird im Muskel über Nervenbahnen mit Impulsen aus dem Gehirn innerviert. Daher ist innerhalb einer Rehabilitation zu überprüfen, ob die Funktion der Muskulatur dem Seitenvergleich und dem Normenvergleich standhält. Dies kann über isometrische Muskeltests als auch über neurozentrierte Testungen erfolgen. Zentrale Fragen sind zu klären: • Werden beide Seiten gleich schnell und intensiv angesteuert? • Besteht bei schneller Reaktion noch ein Kompensationsmuster? • Wie funktioniert das System bei Ermüdung?


Kontaktzeit und Geschwindigkeit sind im Seitenvergleich die Basis für die Freigabe von Nicht-Kontakt-Sportarten, wie z. B. Tennis. 90-Grad-Hops, Richtungswechselläufe, Reaktionszeit, Inhibitionstests und Dual Task Tests bilden einen Teil der Testbatterie für die Freigabe „return to competition“.

Diagnostik und Training im Praxisalltag Im Leistungssport wird versucht, in der kürzestmöglichen Zeit ein optimales Therapieergebnis zu erzielen. Dabei entsteht das Risiko, die Freigabe für gewisse Funktionen zu früh zu erteilen oder zu „passiv“ vorzugehen, was den Sportler entweder einem erhöhten Verletzungsrisiko aussetzt oder ihn unnötig lange „aus dem Spiel“ nimmt. Aus diesem Grund wird der gesamte Rehabilitationsprozess in einzelne Phasen/Stufen heruntergebrochen. In das

die Daten automatisiert erfasst, dokumentiert und in einem Dashboard darstellt, umso wichtiger. Je weniger Zeit pro Patient zur Verfügung steht, desto wichtiger werden einheitliche Prozesse und Systeme, die den Therapeuten in der täglichen Arbeit unterstützen, ohne dabei die individuellen Voraussetzungen der Patienten zu vernachlässigen. So werden z. B. die Therapeuten automatisch informiert, sobald ein Patient die durchschnittliche Rehabilitationszeit zwischen 2 Phasen/Stufen um mehr als 20 % übersteigt. Neben der fachlichen Beurteilung der Belastbarkeit von Strukturen und der Überprüfung von Funktionen spielt auch der Umgang mit den Patienten eine nicht zu unterschätzende Rolle. In einer Verletzungsphase, unter der der Patient ohnehin auch emotional leidet, ist es besonders wichtig, ein positives Umfeld zu schaffen. Dabei spielen Themen wie Spaß bei den Übungen, Mo-

Visuelles Training gehört in jeden Therapieplan eines Top-Athleten „nächste Level“ kommt man nur, wenn das vorherige Level erfolgreich bestanden wurde. Das bedeutet, in regelmäßigen und kurzen Abständen die entsprechenden Tests durchzuführen, zu dokumentieren und zu interpretieren. Bei Nichtbestehen wird die Therapie / das Training angepasst. Dieser Prozess ist sogar im Spitzensport eine herausfordernde Aufgabe, obwohl meist nur wenige Sportler gleichzeitig im Rehabilitationsprozess stecken. Deshalb setzen bereits etliche Clubs auf hochmoderne Diagnostik und Trainingssysteme, die das Team unterstützen, indem Prozesse digitalisiert und objektiviert werden. So haben die Spezialisten mehr Zeit und mehr Informationen für die Behandlung und das Training. In Praxen mit Hunderten, zum Teil Tausenden Patienten pro Jahr sind Systeme wie der SKILLCOURT®, der sowohl die Diagnostik als auch das Training in der Praxis digitalisiert, objektiviert,

tivation und Belohnungssysteme ei-ne wichtige Rolle. Im Spitzensport ist die Motivation, schnell „zurückzukommen“, meist sehr hoch. Im Praxisalltag außerhalb des Leistungssports wird es allerdings immer wichtiger, den Mitarbeitern und Patienten Systeme anzubieten, die hocheffektiv sind und im Idealfall auch Spaß machen, um die Motivation auf beiden Seiten hoch zu halten.

Als Geschäftsführer der movement concepts GmbH und Diplom-Sportwissenschaftler in den Bereichen Reha und Prävention ist Christian Hasler Experte für moderne Trainingskonzepte und vertreibt u. a. das Trainingssystem für kognitive Fitness SKILLCOURT®.

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ATEMMUSKELTRAINING IN THERAPIE UND TRAINING BEI SPORTLERN UND PATIENTEN Text Veronika Marreck

Der Einsatz eines Atemmuskeltrainings bei verletzten Leistungssportlern mag für den einen oder anderen etwas unerwartet erscheinen. Anwendungsbeispiele aus der Praxis zeigen allerdings, dass sich das lohnen kann, wie man an den Best-Practices von Athleten sehen kann.

Leistungssteigerung von über 25 % möglich Bereits aus früheren Zeiten kannte die Athletin den Idiag Spiro Tiger. Ihr Physiotherapeut hatte ihr dieses spezielle Trainingsgerät empfohlen, um explizit die Atemmuskulatur für eine höhere Leistungsfähigkeit zu trainieren. Damals unter anderem mit dem Ziel, die Ermüdungswiderstandsfähigkeit der Atemmuskulatur zu verbessern, sodass diese während intensiver Einheiten oder Wettkämpfe weniger schnell ermüdet, weniger Anstrengungsempfinden an das Gehirn sendet, selbst weniger Sauerstoff verbraucht und somit mehr Sauerstoff für die arbeitende Skelett24

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Foto: © Idiag AG

Und plötzlich wurde der Traum ein Albtraum! 2,5 Jahre hatte die 35-jährige Triathletin Laura Philipp aufgrund der Pandemie auf den Start bei einem großen Rennen gewartet und dann erwischte das Coronavirus sie kurz vor der WM in St. George doch noch. Wochen und Monate harten Trainings waren zunichte gemacht, und nicht nur das. Nun galt es erst mal, die Erkrankung auszukurieren und sich richtig zu erholen. „Auch als ich mich im Alltag wieder einigermaßen fit fühlte, merkte ich unter sportlicher Belastung doch noch deutliche Defizite bei der Atmung. Es fiel mir schwer, bei hohen Intensitäten richtig tief durchzuatmen und mein Lungenvolumen zu nutzen. Zudem war ich wesentlich schneller ermüdet nach einer Belastung als noch vor dem Virus“, so Philipp.


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Oftmals wird der Atmung eines Athleten in der wöchentlichen Trainingsplanung zu wenig Bedeutung beigemessen

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muskulatur zur Verfügung steht. Dieses Phänomen nennt man den Metaboreflex. Zudem gelang es ihr damals, durch das Atemmuskeltraining auch bei intensiven Belastungen tiefer zu atmen und so das vorhandene Lungenvolumen besser zu nutzen. Studien konnten sogar zeigen, dass durch regelmäßiges Atemmuskeltraining in Kombination mit herkömmlichem Training eine Leistungssteigerung im Wettkampf von über 25 % erreicht werden kann. Inzwischen hat der Idiag Spiro Tiger einen Nachfolger bekommen – den Idiag P100. Mit diesem führte Laura nach Abklingen der Covid-Akutphase 3–5 x pro Woche ein Intervalltraining durch. Hierdurch wurde die Atemmuskulatur gekräftigt, ermüdete nicht mehr so schnell bei Belastung und die Lungen wurde wieder besser durchlüftet. Der Regenerationsprozess nach der Erkrankung wurde dadurch deutlich verkürzt und sie konnte nach nur wenigen Wochen wieder in alter Form auflaufen.

Atemmuskeltraining in Therapie findet im Spitzensport schon seit längerer Zeit Anwendung, meist jedoch nur mit manueller Atemtechnik. Vergleichstransfer: Muskelaktivität im Alltag vers. gezieltem Muskelreiz mittels apparativer Geräte. Viele Athleten und Trainer sind noch der Meinung, das Atemsystem hätte von Natur aus schon eine riesige Kapazität. Zudem können unsere Lungen nicht wachsen, egal wie gut

eines Athleten in der wöchentlichen Trainingsplanung zu wenig Bedeutung beigemessen. Stetig wachsende Studienlage In den letzten Jahren wurden diverse Studien durchgeführt, die belegen, dass Atemmuskeltraining diverse extrem positive Effekte auf die Leistungsfähigkeit von Athleten hat. Neben der soeben genannten verbesserten Ermü-

Atemmuskeltraining hilft auch bei intensiven Belastungen tiefer zu atmen und so das vorhandene Lungenvolumen besser zu nutzen der Athlet diese trainiert. Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir unser Atemsystem einfach bei der Trainingsplanung vernachlässigen dürfen! Ganz im Gegenteil, oftmals wird der Atmung

dungswiderstandsfähigkeit der Atemmuskulatur konnten folgende Effekte durch Atemmuskeltraining in diversen Studien nachgewiesen werden, wodurch trainierende Athleten eine deutWeitere Artikel und News auf bodymedia.de

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liche Leistungssteigerung im Verhältnis zu früheren Zeiten erfuhren: • •

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Kräftigung der Atemmuskulatur Schnellere Regeneration der Atemmuskulatur nach intensiver Belastung Niedrigere Atem- und Herzfrequenz unter Belastung Erhöhte Sauerstoffzufuhr in die arbeitende Muskulatur Verbesserte Atemkoordination und damit verbundene größere Atemtiefe bei hohen Belastungen Verbesserung des maximalen Einund Ausatemdrucks Bessere Brustkorbbeweglichkeit Sauberere Atemtechnik auch unter Belastung Senkung des Blutlaktats

Auch Duathlet Jens Gossauer, welcher unter allergischem Asthma im Frühjahr leidet, schwört auf Atemmuskeltraining. Nach eigenen Aussagen kommt er nach seiner saisonalen Pause von 3–4 Wochen schneller an seine alte Leistung wieder heran. Bei Berganstiegen ist anders als früher die Atmung nicht mehr der limitierende Faktor und er „pfeift nicht mehr aus dem letzten Loch“, wenn er oben ankommt. Seine Wettkampfzeiten verbessern sich seit Beginn des Atemmuskeltrainings stetig.

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Zurückzuführen sind die zuvor beschriebenen Trainingseffekte auf eine gezielt trainierte Atemmuskulatur. Vor Trainingsbeginn wird für ein individuelles Training von jedem Sportler ein Einstufungstest durchgeführt. Auf Grundlage der Messung werden Schwellenwerte für den Widerstand und die Atemtiefe im Atemmuskeltraining ermittelt. Im Anschluss hat man mit dem Idiag P100 die Möglichkeit, entweder isoliert die Ein- bzw. Ausatemkraft, die Atemausdauer oder ein kombiniertes Training aus beidem durchzuführen – das Intervalltraining. Letzteres ist ein Training mit erhöhter Atemfrequenz und Atemtiefe und zusätzlichem Widerstand. Hierdurch wird zum einen die Atemmuskulatur gekräftigt, der Ein- und Ausatemdruck nachweislich erhöht und zudem der Atemfluss während hoher Atemfrequenzen verbessert.

trainiert wird, welche aus einer Kombination aus Brustkorb- und Bauchatmung besteht. Insbesondere Letztere ist wichtig für eine gute Zwerchfellarbeit. Wie alle Muskeln im Körper kann auch das Zwerchfell ermüden. Die Folge ist ein Abfall der Atemkapazität, die Übungen fühlen sich schwerer an, das vorhandene Lungenvolumen kann nicht mehr komplett genutzt werden und die Leistung leidet.

Die besten Trainingseffekte erhält man, wenn mit einer sauberen Atemtechnik

Dieses Phänomen kennt auch Laura. Bevor Sie Atemmuskeltraining in ihren

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Respiration Tower mit zwei Atemstationen als Lösung für die Praxis

Natürlich werden die Atemmuskeln bei jedem intensiven Training trainiert. Und klar ist, dass jeder (Ausdauer-)Athlet

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Trainingsplan integrierte, fiel es ihr auf der Laufdistanz zunehmend schwerer, in den Bauch zu atmen. Folge war eine flache Atmung hauptsächlich in den oberen Brustkorb, wodurch der Schulter-Nacken-Bereich verspannte, die Brustkorbbeweglichkeit nahm ab. Zudem war da immer das Gefühl, nicht genügend Sauerstoff einatmen zu können.


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In der Idiag Atemlounge können Patienten beim Atemmuskeltraining betreut werden

Im normalen Trainingsalltag haben Athleten aber oftmals die Schwierigkeit, das Atemmuskeltraining zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen. Optimal wäre es, wenn dieses mit einem Abstand von 4–6 Stunden zur letzten Trainingseinheit stattfindet. Ist eine Trennung von normalem und Atemmuskeltraining nicht möglich, sollte Atemmuskeltraining an das Ende gesetzt werden. Andernfalls würde man die Atemmuskulatur schon vorermüden und seine normale Trainingsleistung nicht mehr abrufen können. Denn jeder, der insbesondere schon mal ein Atemmuskelausdauertraining durchgeführt hat, weiß, dass das Training intensiv ist. 28

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Man simuliert mithilfe des Trainingsgerätes quasi die Atembelastung bei hohen Intensitäten. Angestrebt werden Trainingsatemfrequenzen von 30 Atemzügen oder mehr pro Minute bei einer möglichst großen Atemtiefe. Möglich machen dies ein im Trainingsgerät verbauter CO2-Sensor und ein dazugehöriger Atembeutel, welche ein Hyperventilieren vermeiden (normokapnische Hyperpnoe). Vielseitige Einsatzbereiche Einige Profisportler nutzen es bereits im normalen Trainingsalltag oder in Verletzungsphasen, um den Leistungsabfall möglichst gering zu halten. Der Sportler kann z. B. nach einer Knie-OP sein normales Ausdauertraining nicht durchführen. Konsequenz wäre, dass auch die Atemmuskulatur atrophiert und die Leistungskurve sinkt. Letzteres kann durch ein gezieltes Atemmuskeltraining reduziert werden. Zudem hat der Athlet beim intensiven

Atmen das Gefühl, wieder „was zu tun und endlich wieder zu schwitzen“. Fazit Im Endeffekt ist Atemmuskeltraining sowohl präventiv als auch rehabilitativ ein Training, von dem insbesondere Sportler in Sportarten mit einer hohen Ausdauerkomponente profitieren. Hierzu zählen nicht nur Marathonläufer und Triathleten, sondern auch Athleten aus Spielsportarten (wie z. B. Fußball, Handball, Tennis und Eishockey).

Veronika Marreck ist diplomierte Sportwissenschaftlerin und Atemtrainingsexpertin. Sie leitet die Idiag Academy.

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eine besser trainierte Atemmuskulatur hat als ein Couch-Potato. Allerdings ist das Training nicht spezifisch. Möchte man nun sein optimales Leistungspotenzial ausnutzen, sollte man der Atemmuskulatur durch gezielte Trainingsreize ein besonderes Augenmerk schenken.


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„TÄNZER SPRINGEN VIEL FRÜHER VON DER LIEGE ALS ANDERE SPORTLER“ Interview Jonathan Schneidemesser

Profitänzer gehören eher zu einer kleineren Leistungssportgruppe im Bereich der Physiotherapie. Der Frage, worauf es bei Tänzern zu achten gilt und warum sie eine so spannende Patientengruppe sind, gehen wir im Gespräch mit Andreas Stommel nach, der seit einigen Jahre Tänzer unterschiedlicher Disziplinen betreut.

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gen etwas anders als im Ballett oder dem Standardtanz. Unterschiede gibt es aber auch bei den Geschlechtern. Im klassischen Ballett z. B. gibt es bei Männern sehr viele Schulterverletzungen, da diese bei den Hebungen der Tänzerinnen stark beansprucht werden. Für den Zuschauer sieht die Performance auf der Bühne leicht und elegant aus, aber damit die Abläufe so leicht aussehen, müssen sie Hunderte Male repetitiv trainiert werden. Das kann durchaus zu einer Überlastung

führen. Und wenn das über Jahre oder sogar eine ganze Tänzerkarriere hinweg passiert, kann das im Extremfall, ähnlich wie im Fußball, wo es die Fußballinvaliden gibt, zu einer Invalidisierung des Tänzers führen. BODYMEDIA: Sollte man an die Behandlung von Tänzern anders herangehen als an die anderer Leistungssportler? Andreas Stommel: Eigentlich nicht, auch wenn sich viele Tänzer nicht als Leistungssportler verstehen. Fragt man

Foto: © Andreas Stommel

BODYMEDIA: Für viele Physiotherapeuten sind Tänzer eine eher unbekannte Patientengruppe. Was sind typische Verletzungen von Tänzern, die es zu behandeln gilt? Andreas Stommel: Das ist sehr vielfältig, vieles spielt sich im Bereich der unteren Extremitäten ab, vor allem im Bereich des Fußes und des Sprunggelenks, häufig aber auch im Bereich der Lendenwirbelsäule. Das hängt natürlich auch von der Tanzrichtung ab. Beim Breakdance sind die Verletzun-


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einen Tänzer, wie er sich selbst wahrnimmt, kommt in 8 von 10 Fällen die Antwort „Ich bin Künstler“. De facto sind sie aber aus medizinischer Sicht Athleten. Meine Herangehensweise als Physiotherapeut ist also beinahe identisch zu einem Fußballer, Handballer oder Leichtathleten, denn die Verletzungen sind häufig sehr ähnlich, genau wie auch die diagnostischen Verfahren, und das obwohl bei Tanzen keine Kontaktsportart ist. Worin sich der Kontakt aber tatsächlich unterscheidet, ist in der Compliance der Protagonisten. Der Fußballer oder Leichtathlet nimmt das Engagement, das man für ihn aufbringt, dankend an, aber dann ist da oft kaum mehr Verbindlichkeit spürbar. Tänzer hingegen springen häufig viel früher von der Behandlungsbank, als wir Therapeuten es ihm anraten, da sie oft freiberuflich arbeiten und kein Geld verdienen, wenn sie sich krankmelden. Anders als z. B. Profifußballer, die einen Arbeitsvertrag haben und ihr Geld auch dann bekommen, wenn sie nicht spielen. Der freiberufliche Berufstänzer geht, wenn es sein muss, auch mit starken Schmerzen und Blessuren auf die Bühne. Da kann man ihm als Physiotherapeut noch so sehr raten, langsam zu machen – das interessiert ihn nicht. Aber was man für die Tänzer in der Therapie tut, hat eine größere Nachhaltigkeit. Hat man ihm einmal bei einer größeren Verletzung geholfen,

kommt er immer wieder zurück und nimmt dafür auch weite Wege auf sich. Das wird ein ganz enges Verhältnis, das ich so in keiner anderen Sportart erlebt habe. BODYMEDIA: Spürt man dieses besondere Verhältnis auch in der Therapie? Andreas Stommel: Absolut, und darauf kommt es an. Man stellt immer wieder fest, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Künstler und Therapeut nur dann wirklich hergestellt werden kann, wenn der Tänzer spürt, dass der Be-

und welche Moves er ausführt. Beim Ballett z. B. sollte man die fünf Ballettpositionen kennen, wie Spitzentanz funktioniert, was ein Grand Jete oder ein Arabesque ist und welche Konsequenzen der Spitzentanz für ein Kind hat, das noch nicht voll ausgewachsen ist. Diese Dinge muss man aus dem Effeff beherrschen, sonst wird man als Physiotherapeut nicht in der Lage sein, einen Tänzer adäquat zu beraten oder zu therapieren. Auch wenn ich das schon viele Jahre mache, gehe ich heute noch regelmäßig in Ballettsäle

Der freiberufliche Berufstänzer geht, wenn es sein muss, auch mit starken Schmerzen und Blessuren auf die Bühne handler Erfahrung im Tanz und im Umgang mit Tänzern hat. Das erlebe ich auch in meinem Rehazentrum. Kommt ein Tänzer zu einem meiner Therapeuten, der noch keine oder wenig Erfahrung im Umgang mit Tänzern hat, dann ist das Verhältnis zu Beginn erst mal schwierig. Aus Tänzersicht kann ich das auch nachvollziehen, denn die Pathogenese kann man häufig nur dann verstehen, wenn man die Tanzdisziplin kennt, wenn man weiß, wie ein Tänzer trainiert

und schaue mir Unterricht an, lasse mir neue Lehransätze zeigen und diskutiere mit den Ballettpädagogen, um am Puls der Zeit des Tanzes zu bleiben. BODYMEDIA: Der Therapeut sollte es dem Tänzer also ermöglichen, schnell wieder gesund zu werden. Gibt es dafür spezielle physiotherapeutische Verfahren? Andreas Stommel: Grundsätzlich kann man sagen, je professioneller das Tanzen ausgeübt wird, desto spezieller werden die physiotherapeutischen

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Die Herangehensweise an die Behandlung von Tänzern unterscheidet sich kaum zu anderen Sportarten, da die Verletzungen häufig sehr ähnlich sind

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müssen sich auf lange Wartezeiten beim Arzt oder Physiotherapeuten einstellen. Zudem stellt der typische 20-Minuten-Rhythmus eine Unterversorgung für die Komplexität mancher tanzspezifischen Verletzungen dar. BODYMEDIA: Und wie ist die Lage bei den Tanzprofis? Andreas Stommel: Auch hier müssen wir wieder etwas differenzieren. So haben z. B. Profitänzer eines Staatsballetts oft einen eigenen Physiotherapeuten für die Kompanie. Um das einzuordnen, kann ich ein Beispiel des Ballett am Rhein in Düsseldorf, das ich betreue. Hier arbeiten drei Physiotherapeuten auf selbstständiger Basis. Zusammen betreuen wir 30 Tänzer, kommen aber zusammen nicht auf eine Vollzeitstelle. Vergleichbare Situationen finden sich in vielen Staatstheatern sowie auch bei TV-Shows, in denen Tänzer zu sehen sind.

Verfahren, die zur Anwendung kommen. Oft stehen die Tänzer aber vor ganz anderen Schwierigkeiten. Lassen Sie mich noch mal das Beispiel mit dem Fußballer aufgreifen. Diese sind bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft gegen Unfälle versichert. Hat ein Spieler also eine Verletzung, bekommt er weiterhin sein Gehalt. Selbst wenn seine Karriere durch eine Verletzung vorbei sein sollte, ist er bis zu seinem Lebensende abgesichert. Bei einem freiberuflichen Tänzer ist das normalerweise nicht der Fall. Wenn er überhaupt angestellt ist, dann über eine, maximal zwei Saisons – oder aber er ist Freelancer. Beide Settings sorgen dafür, dass er in der Regel kei32

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ne gesetzliche Unfallversicherung hat. Kommt hinzu, dass er Ausländer ist, und in Deutschland sind die ausländischen Tänzer absolut in der Überzahl, hat er manchmal keine Krankenversicherung. Wenn man dann als erstversorgender Physiotherapeut feststellt, dass ein Röntgenbild oder ein MRT nötig ist, fragt der Fußballer nur, wann es gemacht wird, den ausländischen Tänzer bewegt eher die Frage, wie viel das kosten wird. Aber bei deutschen Tänzern ist die Situation meist nicht ganz so gravierend. Diese sind in der Regel gesetzlich versichert – kommt es nun zu einer Überlastungsproblematik oder sogar einer Verletzung, dann reihen sie sich in die Vielzahl aller anderen gesetzlich Versicherten ein. Das bedeutet, sie

BODYMEDIA: Wie erwirbt man sich das Wissen für die Betreuung von Tänzern? Andreas Stommel: Mittlerweile gibt es ein schönes Format, was tanzphysiotherapeutische Fortbildungen angeht, das von einem Verband mit dem Namen ta.med e. V angeboten wird. Das steht für Tanzmedizin (ta.med.eu). Das ist eine multidisziplinäre Organisation, wo Tanzpädagogen, Tänzer, Orthopäden, Physiotherapeuten, Osteopathen und Psychologen ein Fortbildungsformat anbieten, das derzeit in Bonn und Hamburg durchgeführt wird. 2020 gab es ein Pilotprojekt, das von den teilnehmenden Physiotherapeuten sehr gut angenommen wurde, sodass es in diesem Jahr wiederholt wird. Das geht über vier Wochenenden, wovon

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Um die Pathogenese einer Tanzverletzung verstehen zu können, sollte man die jeweilige Tanzdisziplin kennen

Ich durfte die Tänzer beim RTL-Format „Let’s Dance“ betreuen, und als die Paare noch vollzählig waren, also über 20 Personen, war es eine Herausforderung, allen gerecht zu werden. In Richtung Finale mit drei Paaren wird die Situation dann natürlich etwas überschaubarer. Man muss allerdings auch lobend erwähnen, dass bei so einer Fernsehproduktion überhaupt Geld für die Gesunderhaltung der Protagonisten in die Hand genommen wird. Neben mir als Physiotherapeut gab es sogar einen Arzt, der durch die Tänzer konsultiert werden konnte.


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Profitänzer eines Staatsballetts haben oft einen eigenen Physiotherapeuten - für die gesamte Kompanie

Foto: © Andreas Stommel

die ersten drei Einheiten reine Lehrkurse sind, in denen neben der tanzmedizinischen Sprache viele Basics aus dem Bereich des Tanzes vermittelt werden. Die vierte Einheit besteht aus einem Refresher und einer kleinen Prüfung zum Abschluss. Erfolgreiche Teilnehmer erhalten ein tanzphysiotherapeutisches Zertifikat, das ein wunderbares Intro für die Therapeuten ist und z. B. bei Tanzkompanien die Türen öffnet. BODYMEDIA: Was sollte man als Therapeut für die Betreuung von Tänzern mitbringen? Andreas Stommel: Das Verständnis für den Tänzer und den Tanz. Therapeuten, die selbst schon einmal getanzt haben, profitieren sicherlich von einem Vorsprung, aber die Nachfrage aus der Tanzwelt ist enorm groß. Daher werden sich da Türen auftun. Am einfachsten ist es, einfach mal bei einer regionalen Ballettschule vorbeizuschauen und eine Kooperation anzubieten, sei es, dass man für eine gewisse Zeit in die Tanzschule kommt oder eine offene Sprechstunde für Tänzer anbietet, in der man sie beraten kann. BODYMEDIA: Wie kamen Sie selbst zu Ihren Engagements in der Tanzszene?

Andreas Stommel: Vorab muss ich sagen, ich komme selbst nicht aus der Tanzszene und kann auch nicht tanzen. Vor vielen Jahren, als ich meine erste Anfrage aus diesem Bereich erhielt, war ich also erst mal nicht so begeistert. Das war für eine Produktion mit dem Namen „Magic of the dance“, die mich für eine Europatournee anfragte. Ich lehnte erst mal mit dem Argument ab, dass ich selbst ja gar nicht tanzen könne und keinen Bezug zu Bewegung mit Musik hätte. Das Management damals war allerdings sehr hartnäckig, sodass ich dann nachgegeben habe. Zum Glück muss ich sagen, denn ich begleitete das Ensemble mit viel Freude vier Wochen lang. Der Kontakt zu den Tänzern, die Dankbarkeit und Verbindlichkeit waren für mich beinahe berührend, da ich es aus der Arbeit mit Profifuß- und -basketballern so nicht gewohnt war. Auch hier war das Miteinander immer schön und angenehm, bei den Tänzern wurde das aber noch mal auf eine neue Ebene gehoben. Das hat mich dann dazu bewogen, mehr mit Tänzern zu arbeiten. Der nächste Schritt war dann zum Deutschen Fernsehballett nach Berlin, von wo aus ich dann von verschiedenen Produktionsfirmen angefragt wurde. Dann kam ich zum Michael Jackson Musical

BEAT IT!, das ich über 2 Jahre lang begleitete. Und so ging es dann von Produktion zu Produktion. BODYMEDIA: Vielen Dank für das interessante Interview.

Andreas Stommel ist bereits seit 32 Jahren Physiotherapeut und gründete 1995 das Bonner Zentrum für Ambulante Rehabilitation GmbH. Hier vereint er über 70 Mitarbeiter aus 10 unterschiedlichen medizinischen Berufen. Außerdem ist er in Sachen Sport- und Tanzphysiotherapie als Speaker bundesweit unterwegs. 2021 verkaufte er das Unternehmen an die Rehaneo GmbH, eine Kette ambulanter Rehakliniken in Deutschland. Trotzdem gab er seine Arbeit am Patienten bis heute nicht auf. Vor 15 Jahren kam er mit der Tanzphysiotherapie in Kontakt, der er bis heute u. a. als Behandler sowie als Vorstandsmitglied und Referent des ta.med e. V. treu geblieben ist.

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PROFIT-CENTER RICHTIG STRUKTURIEREN Text Jonathan Schneidemesser

Vielen Physiotherapeuten wird die Lust, diesen Artikel zu lesen, bereits beim ersten Wort der Überschrift vergangen sein. Denn Profit zu erzielen ist nicht unbedingt das Steckenpferd vieler Therapeuten. Aber wer keine Möglichkeiten findet, profitabel zu arbeiten, wird auf vielen Geschäftsebenen Schwierigkeiten bekommen. Da viele Praxen stark von den Kassenpatienten abhängig sind, ist der Weg in die wirkliche Profitabilität nicht ganz einfach umzusetzen. Ein möglicher Weg ist die Integration von sogenannten ProfitCentern, die nicht nur zusätzlichen 36

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Umsatz generieren, sondern auch die Therapeuten entlasten. Damit diese sinnvoll integriert werden können, sollte der Praxisbetreiber mit seinem Team genau überlegen, welche Vorteile die Integration eines Profit-Centers bietet und für welche Bereiche es infrage kommt. Win-win-Situation für die Physiopraxis Das Ziel bei der Umsetzung eines Profit-Centers sollte kein Selbstzweck sein. Vielmehr sollte es der Praxis ermöglichen, flexibler zu werden und klei-

ne, profitable Einheiten zu schaffen, die das Gesamtunternehmen nach vorne bringen. Wie der Name es schon sagt, müssen diese Einheiten Profit erwirtschaften, da sie letztlich ihre Daseinsberechtigung rechtfertigen, indem sie Geld verdienen. Gleichzeitig erhält das Gesamtunternehmen wertvolle Unterstützung und kann Patienten sowie externen Kunden zielgerichtete Leistungen anbieten. Denn auf der inhaltlichen Seite steht genau das im Vordergrund. Man identifiziert einen Geschäftsbereich, z. B. Wellnessangebote oder EMS, als besonders wertschaffend.

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Profit-Center sind tolle Ergänzungen für die Physiotherapeuten. Sie machen die Arbeit in der Praxis flexibler, profitabler und unterstützen die Therapeuten in ihrer täglichen Arbeit. Mit diesen Tipps gelingt es, starke Profit-Center zu etablieren.


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MAGAZIN PROFIT-CENTER

Im Rahmen eines Profit-Centers sollten Mitarbeiter bestimmt werden, die den Hauptteil ihrer Arbeitszeit dafür einsetzen

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dass Profit-Center einen Vertriebsfokus haben. Das sollte man bei der Personenauswahl auf jeden Fall beachten. Je nach Fähigkeiten der Therapeuten kann es also Sinn machen, neue Mitarbeiter für diese Aufgabe einzustellen.

Die richtigen Mitarbeiter sind für den Erfolg des Profit-Centers verantwortlich Strukturierung eines Profit-Centers Um die gewünschte Aufgabe der Kundenwunscherfüllung und des Generierens neuer Umsatzpotenziale erfüllen zu können, gilt es, das Profit-Center möglichst effizient zu strukturieren. Alle Prozesse, die nötig sind, um das Profit-Center erfolgreich zu machen, werden in diesem zusammengefasst. Dazu gehören Marketing, Vertrieb, die Betreuung der Kunden im Profit-Center sowie die Beschaffung des nötigen Materials. Um den Fokus auf die Kundenbedürfnisse so spitz wie möglich zu machen, kann es sich

aber auch lohnen, einzelne Themen aus dem Profit-Center zu extrahieren. Abschließend gilt es noch die Frage zu beantworten, welche Bereiche sich für ein Profit-Center eignen. Im Physiobereich gibt es durchaus unerschlossene Potenziale, die im Rahmen eines Profit-Centers geweckt werden können. Einerseits kann hier Wissen zu einem speziellen Produkt oder einer Dienstleistung gesammelt werden. Das heißt, themenspezifisch gut geschulte Mitarbeiter kümmern sich ausschließlich um ein Thema, wie z. B. EMS oder Ernährung. Oder aber das Profit-Center wird um spezielle Zielgruppen herum strukturiert. Mitarbeiter kümmern sich z. B. ausschließlich um Leistungssportler oder Rückenpatienten. Fazit Kundenorientierung und Rentabilität sind die beiden Hauptziele bei der Einrichtung eines Profit-Centers. Und in diesen Rollen ist der Einsatz in der Physiotherapiepraxis durchaus sinnvoll. Bereiche, die bisher als unwirtschaftlich wahrgenommen wurden, können hier mit einem speziellen Fokus gestärkt werden. Voraussetzung sind eine gute Organisationsstruktur sowie gut ausgebildete Mitarbeiter. Dann sind Profit-Center eine gute Ergänzung für das Portfolio einer Physiopraxis.

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Im normalen, durchaus herausfordernden Betriebsalltag einer Physiopraxis kümmert sich jedoch selten jemand um die Profit-Center mit der Fürsorge, die sie bräuchten, um wirklich erfolgreich zu sein. Im Rahmen eines Profit-Centers werden Mitarbeiter bestimmt, die den Hauptteil ihrer Arbeitszeit dafür einsetzen. Schließlich sind sie für den Erfolg des Profit-Centers verantwortlich. Das fördert einerseits die Motivation der Mitarbeiter, da sie mehr Freiheiten in der Gestaltung ihres Bereiches erhalten, gleichzeitig aber auch die Früchte ihrer Arbeit ernten können. Insbesondere Mitarbeiter, deren Hauptmotivation die Zielerreichung der Kunden ist, gehen in dem Konzept des Profit-Centers auf. Es ist also ebenfalls ein Tool, um die Stärken der Mitarbeiter zu fördern bzw. an den richtigen Stellen einzusetzen. Eine der Hauptzielsetzungen von Praxisinhabern ist es, ihre verfügbaren Therapeuten so einzusetzen, dass diese sich komplett auf die Behandlung der Patienten konzentrieren können. Daher kann es einerseits sinnvoll sein, keinen Physiotherapeuten für die Betreuung eines Profit-Centers einzusetzen, andererseits bietet es ihnen ein spannendes Arbeitsfeld, das sie aus dem getakteten Arbeitsalltag befreien und dadurch attraktiv werden kann. Zusätzlich sollte man bedenken,


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THEMENSCHWERPUNKT PROFIT-CENTER

ERNÄHRUNGSBERATUNG ALS PROFIT-CENTER Text Jonathan Schneidemesser

Die richtige Ernährung kann bei der Behandlung von Patienten eine große Rolle in der Heilung spielen. Trotzdem betrachten viele Physiopraxen diese Komponente noch recht wenig, da das nötige Wissen in der Praxis häufig unterrepräsentiert ist. Dabei kann es den Heilungsprozess beschleunigen und im Rahmen eines Profit-Centers eingesetzt sogar die Wirtschaftlichkeit der Praxis steigern.

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Therapeuten zu wenig Fachkenntnisse bei der Ernährungsberatung haben und sich daher mit fundierten Tipps zurückhalten. Einerseits ist das wichtig, damit nicht eigene Vorstellungen von Ernährung auf den Patienten projiziert werden, andererseits ist es eine verpasste Chance, Patienten ganzheitlich zu betreuen und mit dieser Mehrleistung auch Geld zu verdienen. Auf den folgenden Seiten schauen wir uns an, was die Ernährung überhaupt leisten kann, was man für die Umsetzung ei-

ner Ernährungsberatung braucht und letztlich, wie man ein Profit-Center daraus entwickelt. Offensichtliche Ernährungsfehler Viele Probleme, mit denen Patienten in eine Physiopraxis kommen, sind nur Symptome eines mehr oder weniger ungesunden Lebensstils – insbesondere von Inaktivität über einen sehr langen Zeitraum. Aber auch der stetige Anstieg von Übergewicht (2/3 der Männer, 50 % der Frauen) trägt seinen Teil

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Das Thema Ernährung findet in den physiotherapeutischen Behandlungen nach wie vor sehr selten statt – und das obwohl immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hindeuten, dass die Ernährung bei der Heilung eine wichtige Rolle spielt. Sei es nun bei offensichtlich übergewichtigen Patienten, die eine Reduktionsdiät durchführen sollten, oder aber bei chronischen Schmerzpatienten, die ihr Schmerzmanagement hiermit verbessern können. Grund dafür ist sicherlich, dass viele


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dazu bei. Die Lösungen hierfür sind eigentlich offensichtlich: Inaktive müssen deutlich aktiver werden, um Muskulatur und Skelett zu stärken, und Übergewichtige sollten zurück zum Normalgewicht geführt werden. Für den Physiotherapeuten sind die Ursachen und die notwendigen Maßnahmen meistens offensichtlich. Häufig genug kann er sie aber nicht durchführen, da fundiertes Wissen und nötige Ausrüstung fehlen. Viel entscheidender aber ist, dass der Patient nicht zum Therapeuten kommt, um die Ursache beheben zu lassen, sondern die Symptome zu bekämpfen. Selbst wenn der Therapeut das schafft, weiß er, dass man sich spätestens in einem halben Jahr wiedersieht – mit denselben oder ähnlichen Problemen. Häufig genug empfehlen Therapeuten eine Ernährungsumstellung, um die Probleme in den Griff zu bekommen, haben aber wenig langfristige Einwirkungsmöglichkeit auf den Patienten. Das hängt sicherlich auch mit der wahrgenommenen Rolle des Therapeuten als Problemlöser ohne Zutun des Patienten zusammen. Hier müsste

man Therapeuten mehr Handlungsmöglichkeiten geben, um sie zu befähigen, ihre Patienten deutlich umfassender zu behandeln. Wirkung entzündungshemmender Lebensmittel Ein zweiter Punkt zur Förderung der Heilung bei Patienten ist der Einsatz von gewissen Makro- oder Mikronährstoffen

heiten vermeiden – geht dann folgerichtig aber auch nicht zum Arzt oder Therapeuten, um sich Hilfe zu holen. Daher wird man in Physiopraxen vor allem Menschen treffen, die Linderung ihrer Beschwerden suchen. Und hier KANN die Ernährung eingesetzt werden, man sollte zwar keine Wunder von ihr erwarten, aber unterstützende Ernährungstherapien können den Patienten durch-

Mittlerweile haben sich die Online-Ernährungskurse der Krankenkassen fest etabliert zur Begleitung bei gewissen (chronischen) Krankheiten. Eine gute Ernährung sollte aus viel Obst und Gemüse, Ballaststoffen, ausreichend Eiweiß, gesunden Fetten, Nüssen, sowie wenig verarbeiteten Lebensmitteln, Transfettsäuren und raffiniertem Zucker bestehen. Zudem sollte unbedingt auf die Menge der Kalorien geachtet werden. Wer früh anfängt, auf seine Ernährung zu achten, kann viele chronische Krank-

aus helfen. An dieser Stelle kann nicht auf jede Wirkung von Lebensmitteln eingegangen werden, daher werden nur einige Beispiele genannt, die verdeutlichen sollen, welchen Beitrag gewisse Nährstoffe leisten können. Einer der relevantesten Auslöser für Probleme sind Entzündungen im Körper. Diese werden normalerweise mit Medikamenten im Zaum gehalten. Patienten

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in Zeiten von vollen Wartezimmern und -listen scheint das aber wenig sinnvoll zu sein. Daher macht es Sinn, zu schauen, welche Möglichkeiten es noch so gibt.

Wer früh mit einer gesunden Ernährung anfängt, kann manchen chronischen Krankheiten vorbeugen. Aber auch später kann sie noch einen wichtigen Beitrag leisten

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Ernährungskurse oder -beratung für Patienten? Physiotherapeuten, die sich für das Thema Ernährung interessieren, können auf ein wachsendes Angebot von Kursen speziell für ihre Berufsgruppe zurückgreifen, um sich weiterzubilden. Mit dem erworbenen Wissen können sie Patienten unterstützen – die Erfahrung zeigt allerdings, dass das nicht nachhaltig für die Patienten ist. Daher stellt sich die Frage, mit welchen Maßnahmen die Er-

Bei der 1:1-Ernährungsberatung können nachhaltige Erfolge erzielt werden nährungsberatung von Patienten professionalisiert werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass es zwar eine große Zahl an Menschen gibt, die regelmäßige Ernährungsberatung in Anspruch nehmen, und noch mehr, die das auch nötig hätten, allerdings sind Physiotherapeuten nicht unbedingt diejenigen, die diese Personen auch ansprechen und für sich gewinnen. Hinzu kommt, dass die Arbeitszeit der Therapeuten sehr wertvoll ist. Wer es richtig anpackt, kann den Wert durch die Ernährungsberatung zwar steigern –

de sollten zwischen 80 und 120 € veranschlagt werden, je nach Qualifikation und Lage der Praxis. Für den Patienten/ Kunden sind das also nicht unerhebliche Kosten. Außer, es liegt eine medizinische Indikation vor, dann kann die Krankenkasse die Kosten übernehmen, maximal aber bis zu 85 %. Zusammenarbeit mit der Krankenkasse Eine weitere etablierte Möglichkeit ist die Umsetzung eines zertifizierten Kurses

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nehmen damit aber gleichzeitig mehr oder weniger gravierende Nebenwirkungen in Kauf. Sicherlich nicht in gleichem Maße wirksam wie Diclofenac, Ibuprofen und Co., aber natürlichen Ursprungs sind Walnuss- und Leinöl, Zwiebeln, Zitrusfrüchte und Kreuzblütler wie Brokkoli oder Blumenkohl. Deutlich offensichtlicher als Entzündungen sind da Hautverletzungen wie z. B. Verbrennungen, die Therapeuten behandeln. Studien konnten zeigen, dass die Wundheilung bei Patienten, die Glutamin und glutaminreiche Lebensmittel zu sich nahmen, verbessert war, da Glutamin, aber auch Arginin die Kollagenproduktion anregen. An die Wundheilung schließt sich das Thema Narbenbildung ganz organisch an – hier kann Vitamin E bei der besseren Heilung unterstützen. Hierfür sind Zink und auch OPCs (oligomere Proanthocyanidine) gut geeignet. Man könnte diese Liste auch noch weiterführen, aber hier soll nur ein kleiner Einblick in die unterstützenden Möglichkeiten von Nährstoffen gegeben werden. Interessant ist, dass die Versorgung mit diesen Nährstoffen bei einer gesunden Ernährung schon gegeben ist. Trotzdem kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, auf unterstützende Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen.

Bleiben wir beim eben genannten Punkt, der 1:1- oder auch GruppenErnährungsberatung durch einen Praxismitarbeiter. Für die Patienten/Kunden ist das eine sehr sinnhafte Einrichtung, die ihnen durch die intensive Beratung viel Mehrwert bietet. Optimalerweise ist der Berater eine Person, die sich im Bereich Ernährung(sberatung) weitergebildet hat. Diese kann die Dienstleistung direkt an die Patienten/Kunden verkaufen, um so der Praxis einen Mehrwert zu bieten. Es könnte also theoretisch ein Physiotherapeut sein, in Zeiten des Fachkräftemangels macht es aber mehr Sinn, eine externe Person dafür einzustellen. Nun ist es aber anhängig von ihrem Arbeiten, wie erfolgreich alles ist. Für den Inhaber ist diese Lösung also eine niedrige Zugangsschwelle, da er keine studierte Fachkraft für die Umsetzung braucht, gleichzeitig ist es schwer zu planen, wie erfolgreich die Umsetzung wird. Für Praxen mit angeschlossenem Trainingsbereich ist das sicherlich einfacher zu gestalten, da sie meist auf größere und besser geeignete Räumlichkeiten zurückgreifen können. Je nach Bedürfnissen des Patienten/ Kunden sind im Mittel fünf Beratungstermine zu planen, wobei das individuell stark variieren kann. Das Erstgespräch dauert zwischen 60 und 90 Minuten, die Folgetermine sind eher mit 30 Minuten zu veranschlagen. Dementsprechend ergibt sich die Kostenstruktur. Pro Stun-


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Wer einen § 20 SGB V-zertifizierten Kurs anbieten möchte, benötigt einen Kursleiter mit qualifiziertem Abschluss

der Krankenkassen im Rahmen von §  20 SGB V. Für die Durchführung ist, wie bei anderen Präventionskursen auch, nicht die Physiopraxis, sondern ein zertifizierter Kursleiter verantwortlich. Die Qualifikation des Physiotherapeuten reicht zwar für Kurse in den Bereichen Entspannung, Bewegungsgewohnheiten und Rückentraining aus, nicht aber für das Thema Ernährung. Hier müssen Kursleiter einen Abschluss haben als Diätassistent, Oecotrophologe, Ernährungswissenschaftler (entsprechend den DGE-Zulassungskriterien), Diplom-Ingenieure Ernährungs- und Hygienetechnik, Schwerpunkt „Ernährungstechnik“, Diplom-Ingenieure Ernährung und Versorgungsmanagement, Schwerpunkt „Ernährung“, Bachelor- und Masterabsolventen anderer Studiengänge mit Anerkennung des Studiengangs nach den DGE-Zulassungskriterien oder Ärzte mit gültigem Fortbildungsnachweis gemäß Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer (BÄK). Hierfür werden die meisten Physiopraxen eine externe Person mit dieser Qualifikation brauchen. Das Positive an dieser Maßnahme ist, dass die Kosten des Kurses zu einem Teil von den Krankenkassen getragen werden, das entspricht also einem System, das die meisten Patienten schon kennen, und vermittelt dadurch

Vertrauen. Zudem ist keine ärztliche Diagnose für die Inanspruchnahme notwendig. Bei dieser Methode ist die Zugangsschwelle aufgrund des Kursleiters deutlich höher. Für die Patienten hingegen ist der Weg deutlich leichter, da sie das System kennen und nicht die vollen Kosten tragen müssen. Zudem sind hier bereits fertige Kursmaterialien vorhanden, auf die man einfach zurückgreifen kann. Um Ernährungskurse noch mehr Menschen zugänglich machen zu können, gibt es diese auch als Onlinemaßnahme, was durchaus eine spannende Alternative sein kann. Exkurs Nahrungsergänzungsmittel Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel wächst immer stärker und es kann davon ausgegangen werden, dass hier Nachfragen von Patienten kommen können, die sich dafür interessieren. Im Optimalfall empfiehlt der Therapeut erstmal eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein mit Nahrungsergänzungsmitteln zu arbeiten. Hierfür sollten die Therapeuten allerdings ausgebildet sein und optimalerweise liegt ein Befund für den Mangel vor. Spannend für ein Profit-Center wird es dann, wenn man selbst Nahrungsergänzungsmittel ver-

kaufen möchte. Das sollte jeder für sich entscheiden – die Margen bei diesen Produkten sind allerdings durchaus interessant. Aber hier nochmal der Hinweis – eine ausgewogene Ernährung stellt die Basis dar – erst dann sollte man über Ergänzungen nachdenken. Auch hier gibt es Ausnahmen wie z. B. ein akuter Vitamin-D-Mangel. Fazit Für die Etablierung einer Ernährungsberatung gibt es zwar noch weitere Möglichkeiten, diese sind für die Physiotherapie allerdings weniger interessant. Aufgrund der Zusammenarbeit mit den Krankenkassen und der damit verbundenen Kostenerstattung wird dieses System mehr Patienten/Kunden überzeugen, teilzunehmen und nachhaltig etwas an ihrer Ernährung verändern. Gleichzeitig kann es durchaus Sinn machen, den Physiotherapeuten die Grundlagen einer gesunden Ernährung zu vermitteln, damit diese wissen, was die Ernährung leisten kann, und dieses Wissen dann weitergeben. So können die Patienten ganzheitlich beraten werden. Daher ist die Einführung eines Profit-Centers im Bereich Ernährung sicherlich mit Aufwand verbunden, lohnt sich aber sowohl auf der finanziellen als auch der therapeutischen Ebene. Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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WELLNESSBEHANDLUNGEN ALS ZUSATZANGEBOT Text Jonathan Schneidemesser

Immer wieder kommen Patienten in die Physiopraxis, von denen man den Eindruck gewinnt, sie wünschen sich eher eine Wellnessbehandlung als Physiotherapie. Das äußert sich nicht selten im Wunsch nach einer Massage – auf Rezept sozusagen. In manchen Fällen kann das natürlich zielführend sein, in den meisten möchte sich der Patient aber einfach wohlfühlen und spüren, wie ihm etwas Gutes getan wird. Das ist auch nicht verwerflich, sollte dann aber eher nicht im Rahmen eines Rezepts stattfinden, sondern als Einzelleistung gebucht werden. Und genau hier kann mit einem eigenen Profit-Center im 44

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Bereich Wellnessbehandlung angesetzt werden, um Patienten zu unterstützen. Profit-Center sind eigene wirtschaftliche Einheiten in einem Unternehmen, die insbesondere den Kundennutzen in den Mittelpunkt stellen. Manche Physiotherapiepraxen bieten bereits Leistungen an, die man zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammenfassen könnte. Wenn der Anfang bereits gemacht ist, fällt es nicht schwer, weitere Leistungen hinzuzufügen, um das Angebot abzurunden. Schauen wir uns einmal an, welche Leistungen in ein Wellness-Profit-Center passen könnten.

Wellnessbehandlung statt verordneter Massage Aufgrund des regelmäßigen Wunsches von Patienten nach einer Körpermassage liegt es nahe, diese nicht auf Rezept, sondern auf Selbstzahlerbasis anzubieten. Das machen einige Physiopraxen auch schon, teilweise mit einem sehr umfangreichen Portfolio. Laut dem GKV-Spitzenverband gilt für eine klassische Massagetherapie (KMT) ein Preis von 17,57 € für eine Behandlung von 15–20 Minuten. Erfahrungsgemäß werden die 20 Minuten meist ausgeschöpft, was zu einem Stundenpreis von 52,71 € führt. Für eine 60-

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Physiotherapeuten werden nicht selten mit Wellnesstherapeuten verwechselt. Auch wenn sich viele dagegen wehren, bietet sich durchaus eine Chance, das Patientenbedürfnis zu erfüllen. Im Rahmen eines strukturierten Profit-Centers lassen sich damit sogar Zusatzeinnahmen generieren.



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te. Diese Gruppe kann mit Saunen und Kabinen grob umrissen werden. Für Physiopraxen ist es eher ungewöhnlich, eine Sauna anzubieten, es kann für die Gesundheitsförderung der Patienten durchaus spannend sein, einmal darüber nachzudenken. Bevor wir uns das Thema genauer anschauen, soll gesagt sein, dass Saunen und Kabinen eine nicht unerhebliche Investition sind, die zudem platz- und energieintensiv ist. Daher sollte man sich gut überlegen, ob und wie die Sauna ins eigene Konzept passt.

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minütige Massage kann, je nach Aufwand, durchaus ein Preis von 60–70 € verlangt werden. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme, wenn auch nur leicht. Zudem ist der Preiskampf mit anderen Massageanbietern recht hoch. Wer konkurrenzfähig sein will, sollte zudem unterschiedliche Massagearten anbieten, die mit Equipment verbunden sind, wie z. B. wärmespeichernden Steinen oder Kerzenlicht. Zudem sollte man einen eigenen Raum dafür einrichten, damit der Kunde die Massage in einer geeigneten Umgebung erleben kann, und man braucht Therapeuten, die Lust haben zu massieren. Je nachdem, wie stark die Belastung der Therapeutenhände bereits ist, kann das aber kontraproduktiv sein.

nung weiter zu vertiefen, mittlerweile wird sogar mit Duft gearbeitet. Wer ein noch umfassenderes Wellnesserlebnis gestalten möchte, dem werden mittlerweile sogar ganze Raumkonzepte angeboten, wodurch ein noch immersiveres Entspannungserlebnis geschaffen werden kann. Egal ob mit oder ohne Raumkonzept, sollte sich die Liege in einem eigenen Raum befinden, um eine entsprechende Ruhe zu ge-

Überwassermassage Eine weitere Möglichkeit, das ProfitCenter Wellness zu ergänzen, ist die Überwassermassage. In vielen Kliniken und Rehazentren wird diese Möglichkeit der Behandlung bereits eingesetzt und auch immer mehr Praxen erkennen mögliche Vorteile für die eigenen Patienten. Bei der Überwassermassage legt sich der Patient bekleidet auf die Wasserstrahlliege und kann sich durch die gezielte Anwendung von Wasserdruck am ganzen Körper oder teilweise massieren lassen. So können die Therapeuten in der manuellen Therapie unterstützt werden. Um die Entspannung weiter zu fördern, ergänzen viele Hersteller noch entspannende Musik und beruhigendes Licht, um die Entspan-

währleisten. Im Rahmen eines ProfitCenters sollte die Überwassermassage als Selbstzahlerleistung eingesetzt werden. Je nachdem, wie viele Liegen man anbietet und wie stark preissensibel die Klientel ist, kann man für eine 20-minütige Überwassermassage zwischen 8 und 18 € verlangen. Manche Anbieter haben für unterschiedliche Tageszeiten verschiedene Tarife. Das kann den Nutzer verwirren, aber da diese Leistung ohne Personal funktioniert, kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.

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Wassermassageliegen können Therapeutenhände entlasten

Saunen und Kabinen Abschließend können wir uns noch eine weitere Gruppe von Möglichkeiten anschauen, die man im Rahmen eines Profit-Centers Wellness anbieten könn-

Fazit In der Physiotherapie liegt das Thema Wellnessbehandlung für viele Patienten recht nahe, da sie es nicht selten als solche empfinden. Da ist es nur logisch, mit den Möglichkeiten, die sich bieten, ein eigenes Profit-Center Wellness aufzubauen. So können die Bedürfnisse der Patienten gestillt, aber die Therapeutenkapazitäten geschont werden. Auch wenn die Anschaffungskosten für Saunen und Überwassermassage recht hoch zu sein scheinen, amortisiert sich das durch die zu erwartende hohe Nutzung und den verhältnismäßig hohen Einzelpreis einer Anwendung. Wer den Platz in seiner Praxis hat, sollte einmal über die Einführung eines solchen Profit-Centers nachdenken.

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Die Integration einer Infrarotsauna ist kostengünstiger und platzsparender als die anderer bekannter Saunaarten

Auf klassische Saunaarten muss sicherlich nicht explizit eingegangen werden, da diese weithin bekannt sein sollten. Interessanter ist da schon die Frage, wie groß diese sein sollte. Mehr als vier Personen werden diese im Normalfall nicht gleichzeitig nutzen, daher reicht eine eher kleinere. Trotzdem sollte auf eine passende Infrastruktur zum Umziehen und Abkühlen nach dem Saunagang geachtet werden. Für alle, die gerne eine Sauna integrieren möchten, aber die hohen Kosten scheuen und nur wenig Platz haben, ist die Integration einer Infrarotsauna möglicherweise eine bessere Alternative. Die Wärmebehandlung mittels Infrarot ist schonender als in einer klassischen Sauna, benötigt weniger Platz und lässt sich damit einfacher in der Praxis umsetzen. Zudem gibt es mittlerweile Lösungen, die Infrarot mit Soleverneblung kombinieren, um positiv auf die Atemwege zu wirken. Platz für mindestens zwei Personen sollte die Infrarotsauna bieten.


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Privatzahler in der Physiotherapie hinzugewinnen

WIE VERBESSERE ICH MEINE PRIVATZAHLERQUOTE? Liebe Praxisinhaber und Standortpartner, Physiotherapie und Rehasport werden weiterhin von Ärzten verordnet und die Patienten kommen in Ihr Gesundheitszentrum mit dem Ziel, den gesundheitlichen Zustand nachhaltig zu verbessern. Nachhaltigkeit bedeutet für den Patienten, über die Behandlung auf der Liege hinaus zielgruppengerechten Gesundheitssport anzubieten und durchzuführen.Für Sie bedeutet es die Chance, dauerhaft neue Privatzahler zu gewinnen und dadurch zusätzliche Umsätze zu generieren. Die häufigste Frage, die wir von Ihnen erhalten lautet jedoch: „Wie verbessere ich meine Privatzahlerquote?“ Nach langjähriger Erfahrung, können wir Ihnen sagen, dass eine „einfache“ Verkaufsschulung nicht reicht und auch nicht zielführend ist. Es muss ein Umdenken stattfinden und kom48

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plette Konzepte integriert werden. Wir haben vieles entwickelt, erprobt und weiterentwickelt, bis wir mit dem Gesundheitsexperten ein einzigartiges Gesamtkonzept fertiggestellt haben, das nachhaltig funktioniert. Die modular aufgebaute Ausbildung liefert Ihnen Lösungen auf die Fragen: • • •

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Kontakt Niklas Arnold Projektmanager, Schulungs- und Gesundheitskonzepte n.arnold@schranz-control.de



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MARKTÜBERSICHT EMS Ganzkörper-EMS-Training wird in der Physiotherapie immer beliebter und von immer mehr Praxen eingesetzt. In unserer Marktübersicht stellen wir wichtige Anbieter aus dem Bereich des EMS-Trainings vor.

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lungen eingesetzt. Es kann muskuläre Dysbalancen ausgleichen, Schmerzen lindern und Verletzungen wie auch Osteoporose und Inkontinenz vorbeugen. Beim Ganzkörper-EMS begleitet der Therapeut den Patienten beim Training, um ihn anzuleiten und auf die richtige Belastungsintensität zu achten. Medizinische Zertifizierung von EMS-Geräten Seit Mai 2021 müssen die Hersteller von Medizinprodukten diese MDRkonform zertifizieren lassen. Damit löst die Medical-Device-Regulation die MPG-Zertifizierung ab und ist für alle Geräte, die in diagnostischen oder therapeutischen Zwecken eingesetzt

werden, verpflichtend. Um allen Lesern zu verdeutlichen, welche EMS-Geräte zertifiziert sind, weisen wir das bei den jeweiligen Einträgen mit einer Checkbox aus. Aber: Da über die Umsetzung der neuen Zertifizierung noch kein klarer Konsens besteht und Übergangsfristen bestehen, haben wir uns dazu entschieden die bestehenden MPGZertifizierungen anzugeben und bei den Herstellern nicht die MDR-Zertifizierung abzufragen. In der folgenden Übersicht präsentieren wir Ihnen wichtige Anbieter von EMS-Geräten für die Physiotherapie.

Foto: © TeamDaf - stock.adobe.com

Lokales EMS-Training ist für Physiotherapeuten nichts Neues. Schon seit Jahrzehnten werden Stromimpulse an Muskeln angewendet, um diese vor der Atrophie zu schützen. Insbesondere nach einer OP kann das absolut sinnvoll sein, wenn der Patient die betroffene Stelle nicht belasten kann. Zudem werden diese Maßnahmen eher kurzfristig eingesetzt. Seit einigen Jahren etabliert sich das Thema Ganzkörper-EMS-Training auch in der Physiotherapiewelt. Im Unterschied zum klassischen EMS-Training trägt der Patient hier einen Ganzkörperanzug. Neben dem klassischen Einsatz im Training wird es nach wie vor erfolgreich bei prä- und postoperativen Behand-


MAGAZIN MARKTÜBERSICHT

EasyMotionSkin Tec GmbH Zukunftsorientierter Partner für Studiobetreiber Studiobetreiber verschaffen sich mit der Integration von EasyMotionSkin klare Wettbewerbsvorteile, mehr Nutzen durch vereinfachte Kundenbetreuung und -bindung, vorteilhafte Marketingeffekte und natürlich mehr Umsatz.

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MAGAZIN MARKTÜBERSICHT

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Medizinprodukte von miha bodytec – dem zuverlässigen Partner für Medizinische EMS Die miha bodytec GmbH mit Sitz in Gersthofen bei Augsburg steht für innovative, sichere und für den täglichen Praxiseinsatz konzipierte Medizinprodukte – made in Germany. Seit der Firmengründung im Jahr 2007 hat das Unternehmen die bis dahin weit-

gehend unbekannte Medizinische EMS als sichere, hocheffektive und zeitoptimierte Trainingsmethode eingeführt und etabliert. Das als Medizinprodukt zertifizierte EMS-System von miha bodytec erfüllt mehr als die Mindestanforderungen, denn die aufwendige magnetische Drehregler-Technology, der Haltegriff und die konsequente Umsetzung einer Single-User-Bedienung sorgen für maximale Anwendersicherheit. Darüber hinaus vereint es alle Vorgaben der Wissenschaft sowie der DIN Norm 33961-5 für eine sichere EMS-Anwendung.

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Körperzusammensetzung und Bewegungsausführung sowie der Einordnung des subjektiven Empfindens physiologische Leistungsparameter gemessen, analysiert und in einer App ausgewertet. Die Daten bilden die Basis für Trainingsparameter, die dem tagesaktuellen Leistungsniveau und der Leistungsbereitschaft entsprechen. Im zweiten Schritt stimuliert das All-In-One-Wearable über 24 Elektroden alle wichtigen Muskelpartien. Durch die Stimulation wird die Zielrichtung optimiert. Durch die anschließende Dokumentation der Ergebnisse ist eine gezielte Steuerung des Trainings jederzeit möglich.

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MAGAZIN MARKTÜBERSICHT

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Bei XBody PRO nutzt XBody als Hardware-Basis ein Tablet, bei dem die Software aufgespielt wird. XBody setzt auf hohe Qualitätsstandards. Daher liefert XBody eine vollwertige Steuereinheit inkl. Hard- und Software. Die Nutzung eines Tablets bietet Flexibilität und Bewegungsfreiheit. Bei Nutzung des Standfußes kann das Trainingsbild über eine HDMI-Schnittstelle auf einen Fernseher übertragen werden. Somit

sind die Einstellungen des Trainings besser sichtbar. Dieses Feature ermöglicht ein qualitatives Training mit mehreren Personen, was vor allem im Bereich KG-Gerät neue Möglichkeiten bietet. Mit dem neuen tragbaren Stimulationsgerät Actiwear G2MED und der erfolgten Medizingerätezulassung ist nun die Nutzung von kabellosen EMS-Training auch in der Physiotherapie möglich. Hierzu wurde beim Actiwear G2 MED auch die Frequenz (->150 Hz) / Impulsbreite (->500 µs) erweitert. Damit ist auch die Schmerzbehandlung mit der „TENS“ Frequenz möglich.

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Weitere Artikel und News auf bodymedia.de 53 Die Marke für Therapie Prävention Training


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SO FUNKTIONIERT MEDIZINISCHE EMS Das Wirkprinzip der Medizinischen Elektromyostimulation (EMS) basiert auf der natürlichen Muskelkontraktion unseres Körpers. Diese wird über einen elektrischen Impuls aus dem zentralen Nervensystem (ZNS), der als Aktionspotenzial über α-Motoneurone und verschiedene chemische Signale auf die Muskelfasern übertragen wird, ausgelöst, entsprechend der Filament-Gleit-Theorie. Aufbaus sowie der muskuloskelettalen Stabilisation. Entdecken Sie hier weitere Informationen und erfahren Sie mehr über die Einsatzmöglichkeiten Medizinischer EMS für die physiotherapeutische Praxis. Quellen:

Die Medizinische EMS funktioniert genauso, nur mit einem entscheidenden Unterschied: Der elektrische Impuls kommt nicht aus dem ZNS, sondern über externe Elektroden. Diese Elektroden sind in eine Weste eingenäht, die der Patient während der Anwendung über der speziellen Funktionskleidung trägt. Die Elektroden sitzen dabei im Rumpfbereich und an den proximalen Extremitäten. Medizinische EMS dringt bis in tiefe Muskelstrukturen vor Das besondere Besondere an Medizinischer EMS ist, dass sie ein simultanes Aktivieren von Agonisten, Antagonisten und tiefer gelegenen Muskelgruppen ermöglicht, wodurch die Muskulatur intensiver und ausdauernder trainiert werden kann. 54

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Hohe Evidenz für Medizinische EMS Elektromyostimulation wird bereits seit einigen Jahren in der rehabilitativen und physikalischen Therapie lokal angewendet. Hier fehlt allerdings der koordinative Reiz, wodurch die trainierte Kraft im Alltag nur schwer umgesetzt werden kann. Medizinische EMS hingegen wird am ganzen Körper angewendet und kombiniert die extern getriggerte Muskelkontraktion mit willkürlichen Muskelkontraktionen durch zusätzlich ausgeführte Übungen. Mit Medizinischer EMS können somit alle großen Muskelgruppen aktiviert und einseitige Belastungen und muskuläre Dysbalancen verhindert werden. Und dies macht Medizinische EMS zu einer effektiven und dabei zeitsparenden Möglichkeit des muskulären

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MAGAZIN FARBEN

DIE MACHT DER FARBEN Text Jörg Sutara

Farben spielen in unserem Alltag eine sehr wichtige Rolle. Auch wenn sie oft unterbewusst wirken, reagieren wir auf sie. Wer weiß, wie Farben wirken, kann das gezielt nutzen, um seinen Patienten ein angenehmes Ambiente zu schaffen. Welche Wirkungen Farben ausstrahlen und wie man das für sich nutzen kann, lesen Sie in diesem Artikel. Ob sich ein Patient in der Praxis wohlfühlt, hängt nicht nur von den dort arbeitenden Therapeuten und Abläufen ab, sondern kann auch durch die verwendeten Farben in den unterschiedlichen Räumen beeinflusst werden. Denn verschiedene Farben rufen auch ganz unterschiedliche Emotionen hervor und werden an bestimmte Erwartungen geknüpft, die die Therapie erfüllen soll. Diese Erwartungen sind zum großen Teil in unserer biologischen Programmierung verwurzelt. So ist z. B. Rot eine beliebte Farbe für Lebensmittelmarken, da leuchtende Früchte reif und essbar sind, genauso wie frisches Fleisch. Die Natur hat uns gelehrt, was bestimmte Farben bedeuten, und im Design ist es am besten, Farben zu benutzen, die diesen Regeln der Natur entsprechen. Jede Farbe drückt bestimmte Emotionen aus. Doch welche Farbe lässt sich für welche Erwartungen und welches Thema am besten einsetzen? Mit diesem Farben-Guide für Unternehmer können die richtigen Farben für die eigene Praxis ausgewählt werden:

Grün: ist eine sehr harmonisch wirkende Farbe, die glücklich macht und für 56

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Foto: © Philip Steury - stock.adobe.com

Blau: drückt vor allem Ruhe, Gelassenheit und Entspannung aus. Sie steht aber auch für Erfrischung, Stabilität und Verantwortlichkeit. Wenn Sie also Ihr Angebot auf diese Eigenschaften ausrichten, würde sich ein blaues Design gut eignen. Ansonsten passt Blau auch immer als Wandfarbe in jeden Entspannungsbereich. Denn damit wird symbolisiert, dass man sich ausruhen und entspannen kann.

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MAGAZIN FARBEN

Gesundheit und Balance steht. Man kann damit also ausdrücken, dass eine Behandlung oder ein Training genau diese Wirkung bietet. Darüber hinaus ist Grün eine besonders starke Naturfarbe, sie bietet sich daher vor allem zur Gestaltung von Räumen an, in denen mentale Übungen stattfinden. Violett: steht für Luxus und Wohlstand, aber auch für Spiritualität, Mystik und Zauber. Diese besondere Farbe wirkt daher auf viele Menschen geheimnisvoll, sinnlich und sogar etwas mysteriös. Wenn Sie Ihrer Praxis also einen besonderen Ausdruck verleihen, sich gehoben oder extravagant darstellen möchten, wird Ihnen das mit einer violetten Farbgebung gelingen.

Foto: © haitaucher39 - stock.adobe.com

Rot: ist der Inbegriff von Leidenschaft, Power und Energie. Wer auf diese lebhafte Feuerfarbe setzt, dem ist absolute Aufmerksamkeit garantiert. Rot ist auch bekannt dafür, den Stoffwechsel und Blutdruck des Betrachters anzuregen. Die Farbe eignet sich daher hervorragend für alle Praxen, in denen ein energiereiches und anspruchsvolles Training stattfinden soll. Orange: ist eine besonders fröhliche Farbe, die ähnlich wie Rot schnell Aufmerksamkeit erregen kann. Sie steht zudem für Jugend, Vitalität und Erschwinglichkeit. Wer also eher eine breite junge Zielgruppe ansprechen möchte, der kann mit einer Ausrichtung auf Orange nicht viel falsch machen. Anz_BodymediaPhysio_2_22_210x100altern..pdf 1 20.06.2022 17:29:30 Zudem steht sie für Licht und Wärme.

Die Farbe Orange sieht man selten in Physiopraxen, durch ihre vitalisierende Wirkung passt sie aber sehr gut, um farbige Akzente zu setzen

Gelb: ist eine leichte und kräftige Farbe zugleich. Sie steht für Optimismus und Erschwinglichkeit und wirkt immer etwas verspielt und jung. Ähnlich wie Orange spricht man damit vor allem eine jüngere Zielgruppe sehr effektiv an.

Grau: ist eine Farbe, mit der sich Sachlichkeit und Neutralität ausdrücken lassen. Die Farbe wirkt zudem sehr professionell, aber auch recht förmlich. Für eine emotionale Ansprache von Gästen ist sie daher weniger geeignet.

Pink/Rosa: stehen selbsterklärend für Romantik. Assoziationen mit Pink und Rosa sind Spaß, Süße, Zartheit und Optimismus.

Schwarz: steht für Eleganz und Luxus, kann aber auch Assoziationen auslösen, die ein Gefühl von Mystik oder Übersinnlichkeit wecken. Schwarz ist

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MAGAZIN FARBEN

zugleich eine besonders moderne und stilvolle Farbe, die ein edles Ambiente schafft und darüber trotz ihrer Kühle zum Wohlfühlen einlädt. Sie sollte jedoch mit Bedacht eingesetzt werden, da zu viel Schwarz auch erdrückend wirken könnte. Weiß: ist eine besonders reine und friedliche Farbe. Sie steht für Sauberkeit und Einfachheit, aber auch für Kühle und eignet sich daher gut für Bäder und Saunen. Braun: assoziieren viele Menschen mit Verlässlichkeit und Wärme. Diese erdige Farbe wirkt zugleich sehr natürlich und ist ideal, um bei Gästen ein wohliges Gefühl, z. B. im Wellnessbereich, zu vermitteln.

Wirkungsvolle Farben für die Praxis Schaut man sich alleine die Logogestaltung von Physiopraxen an, fällt auf, dass die Farben Grün und Blau dominieren, sich aber auch Violett in einigen Darstellungen findet. Seltener findet man Rot, Orange und Gelb. Sehr selten hingegen sind Schwarz und Braun. Mit dem Wissen um die Wirkung von Farben lässt sich leicht herleiten, warum die erstgenannten Farben dominant eingesetzt werden – Harmonie, Erfrischung und Entspannung sind Ziele, mit denen Patienten in eine Praxis kommen. Je nach Ausrichtung der Praxis können Rot und Orange absolut Sinn machen. Schwarz ist nicht unbedingt intuitiv für eine Praxis, je nach58

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Grau drückt eine gewisse Neutralität aus und wird daher gerne in Physiopraxen eingesetzt

dem, wie exklusiv der Inhaber sie positionieren möchte, kann es allerdings durchaus passen. In den Praxisräumen dominiert häufig die Farbe Grün. Sei es der Empfang, die Liegen, Handtücher, das Equipment, die Wände oder die Kleidung der Mitarbeiter. Blau findet man deutlich seltener als noch in den Logos. Vereinzelt findet man auch Grau und Violett. Orange, Gelb und Rot sind sehr selten und werden eher zum Setzen von Akzenten genutzt. Dafür eignen sie sich auch gut, denn zu viel davon verfehlt das Ziel beim Patienten. Zudem sollte man beachten, dass die Farben gut zusammenpassen und nicht wild durcheinandergeworfen werden, um ihre Wirkung zu entfalten. Hier sollte dann eher mit Akzenten der einzelnen Farben gearbeitet werden. Wer sich also überlegt, welches Farbkonzept er in seiner Praxis umsetzen möchte, macht mit Grün sicherlich nichts falsch. Damit stehen Gesundheit und Balance im Mittelpunkt. Je nachdem, wie extravagant die Praxis nach außen wirken soll, können Violett oder

auch Grau und Schwarz Sinn machen. Rot, Orange und Gelb können sehr gut zum Setzen einzelner Akzente genutzt werden und so das Bild der Praxis abrunden. Letztlich muss die Farbe aber auch immer zum Inhaber passen. Erst dann wird es ein richtig rundes Konzept.

Jörg Sutara, General Manager Deutschland, Österreich und Schweiz bei Vista, ist Experte für Marketing im Mittelstand und Gründerthemen sowie Insider für Digital Business und Plattformökonomie. Er hilft seit vielen Jahren Unternehmen dabei, ihren Markenauftritt richtig in Szene zu setzen und betont dabei auch immer wieder, welche Bedeutung Farben haben, um seine Zielgruppe zu erreichen und Kunden zu binden.

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Je nachdem, welche Patienten (Leistungssportler, Reha-Patienten, neurologische Patienten etc.) eine Praxis ansprechen möchte, eignet sich die eine oder andere Farbe besser und verstärkt bestimmte Botschaften. Darüber hinaus können mit einigen Farben auch besonders gut die Aufmerksamkeit für bestimmte Aktionen oder Angebote geweckt werden. Laut Farbpsychologie und Marktforschung eignen sich Rot, Grün und ein ins Orange gehende Gelbton am besten dafür. Rot, weil es Dringlichkeit auslöst, Grün, weil es beruhigend wirkt, und ein feuriges Gelb-Orange, weil es ein Gefühl von Wärme und Zufriedenheit erzeugt. Diese Aktionsfarben sind daher auch perfekt zur Gestaltung eines Call-to-ActionButtons auf der Website.


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MAGAZIN GENERATIONENKONFLIKT

GENERATIONENVIELFALT ALS CHANCE Text Sarah-Lea Kuner

Der Begriff der „Generation“ wird in der Soziologie als „die Gesamtheit von Menschen ungefähr gleicher Altersstufe mit ähnlicher sozialer Orientierung und einer Lebensauffassung, die ihre Wurzeln in den prägenden Jahren einer Person hat […]“, beschrieben. Oder kurz gesagt: Jede Generation ist das Produkt ihrer Zeit. Jede Generation hat eigene Sichtweisen, Ansprüche und Werte, die u. a. durch politische, 60

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wirtschaftliche, technologische und kulturelle Einflüsse bedingt wurden. Dadurch fehlt unterschiedlichen Generationen häufig das Verständnis und die Toleranz füreinander. So kommt es immer wieder zu Aussagen wie: „Die Jungen sind doch nur auf Sinnsuche und haben keine Ahnung von harter Arbeit“ oder „Die Älteren sind unflexibel und klammern sich an veralteten Strukturen fest“.

In den meisten Unternehmen arbeiten mehrere Generationen zusammen. Da lässt es sich nicht vermeiden, dass die Unterschiede im Arbeits- wie auch Lebensstil aufeinanderprallen und für Konflikte sorgen. Trotzdem kann gerade diese Generationenvielfalt ein enormer Mehrwert sein, wenn man als Führungskraft weiß, wie man damit umgeht. Schauen wir uns einmal an, welche Generationen poten-

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Wie viele Generationen sind in Ihrem Unternehmen vertreten? Und welche davon in der Führungsebene? Heutzutage arbeiten in Unternehmen häufig bis zu 4 Generationen zusammen. Nicht selten kommt es dabei zu Konflikten. Trotzdem handelt es sich hierbei um eine große Chance.


MAGAZIN GENERATIONENKONFLIKT

bezeichnet. Sie umspannt die Geburtsjahre von 1965 bis 1979. Werte, die ihnen besonders wichtig sind, sind Autonomie, Erfolg, Flexibilität, Individualismus, Produktivität, Professionalität, Zielorientierung, Ergebnisorientierung und Eigenständigkeit. Noch immer hat die Arbeit einen hohen Stellenwert und nicht selten stehen die Unternehmensziele über den eigenen.

spielt eine große Rolle: Jede Generation kommuniziert auf eine andere Art und Weise. Früher wurden beispielsweise mehr E-Mails geschrieben oder telefoniert. Heutzutage, vor allem in der Generation Z, sind die Kommunikation und die Kommunikationswege schnelllebiger. Auch die oben angesprochenen verschiedenen Haltungen zum Beruf spalten. Zum Beispiel in den Auswahl-

Junge und Erfahrene sollten gezielt in Teams, Projekten und auch der Führungsebene gemischt werden, um das Teilen von Wissen und Innovation auf allen Ebenen zu fördern In der Generation Y oder auch den „Millennials“ findet man einen Übergang zu sinnstiftender Arbeit mit dem Wunsch, diese mit dem Privatleben zu verknüpfen, oder anders gesagt eine Work-Life-Balance. Für die zwischen 1980 und 1995 Geborenen sind Abwechslung, Beteiligung, Lifestyle, Nachhaltigkeit, Selbstverwirklichung, Sinnstiftung, Spaß, Transparenz, Zugehörigkeit und Zusammenarbeit im Team die wichtigsten Werte. Zudem sind sie sehr onlineaffin.

ziell in Unternehmen vertreten sein können. Vom Babyboomer bis zur Generation Z Zunächst ein kleiner Hinweis: Mit dem Begriff „Generationen“ wird eine große Gruppe von Menschen stark vereinfacht dargestellt. Das spiegelt nicht jedes einzelne Individuum dieser Gruppe dar, sondern einen Durchschnittswert. Nicht jeder wird sich also in der Beschreibung seiner Generation wiederfinden. Betrachten wir einmal die Generationen Babyboomer sowie die Generationen X, Y und Z. Zu den Babyboomern gehören die Menschen, die zwischen 1946 und 1964 geboren sind. Werte, die hier häufig auftauchen, sind u. a. Idealismus, Loyalität, Sorgfalt und Karriereorientierung. Bei ihnen nimmt die Arbeit einen hohen Stellenwert ein. Die darauffolgende Generation wird als Generation X

Die derzeit jüngste Generation im Arbeitsleben wurde zwischen 1996 und 2010 geboren und wird Generation Z genannt. Hier findet erstmals eine stärkere Trennung zwischen Berufs- und Privatleben statt. Das zeigt sich auch in ihren Werten: Integrität, Sicherheit, Sparsamkeit, Stabilität, Unternehmensgeist, Freiheit und Zweckmäßigkeit. Konfliktpotenziale Die Aufschlüsselung der einzelnen Generationen zeigt, dass nicht nur die Wertekulturen sehr unterschiedlich sind, sondern auch die Einstellung zur Berufswelt. Und hier findet sich auch das erste große Konfliktpotenzial: die Erwartungen der unterschiedlichen Generationen aneinander. So ist es für ältere Generationen schwer nachzuvollziehen, warum junge Väter heutzutage bis zu 6 Monate Elternzeit nehmen: „Das schadet doch der Karriere.“ Gleichzeitig wundern sich die jüngeren Generationen, warum die Babyboomer nicht mit dem digitalen Fortschritt mitziehen. Aber auch Kommunikation

kriterien eines Jobs: Vor 40–50 Jahren war der Hauptansporn, etwas Vernünftiges und Sicheres zu machen, um eine erfolgreiche Berufslaufbahn zu gewährleisten. Generationen in der Berufsfindung bzw. Berufseinsteiger setzten ihren Fokus jedoch auf den persönlichen Spaß am Beruf und die Sinnhaftigkeit für sich und die Gesellschaft. Chancen der Unternehmensvielfalt Manchmal scheinen die Generationenunterschiede unüberwindbar, dabei bietet sich genau darin eine große Chance. Wenn diese Hürden überwunden werden, kann die Expertise aller Generationen kombiniert werden, was einen enormen Wettbewerbsvorteil bietet. Denn einerseits bringt es für das Team mehr Motivation und damit Produktivität, wenn jeder mit seiner Expertise wertgeschätzt und einbezogen wird. Und andererseits bringt die heterogene Altersstruktur einen Mix aus Erfahrung und Kompetenz auf mehreren Ebenen mit, die die Unternehmenskultur stärkt und alle Beteiligten voranbringt. Konkret bedeutet das, dass Junge und Erfahrene gezielt in Teams, Projekten und auch der Führungsebene gemischt werden sollten, um das Teilen von Wissen und Innovation auf allen Ebenen zu fördern. Generationenvielfalt in allen Hierarchien eines Unternehmens hat eine starke Außenwirkung. Das kann einerseits zu einer wachsenden Attraktivität der Arbeitgebermarke führen und andererseits dazu, dass man vom drohenden Fachkräftemangel weniger stark getroffen wird. Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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MAGAZIN GENERATIONENKONFLIKT

Die verschiedenen Generationen sollten miteinander arbeiten, nicht gegeneinander

Schritt 1: Zunächst einmal geht es darum, das Problem hinter der Generationenvielfalt überhaupt wahrzunehmen und zu erkennen, dass ein Veränderungsbedarf besteht. 62

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Schritt 2: Als Nächstes muss der Veränderungsprozess gestartet werden. Hierzu gehört es, sich Wissen zum Thema der Generationenvielfalt anzueignen und Chancen und Möglichkeiten zu nutzen, dieses Potenzial zu entfalten. Hierfür können interne und externe Kompetenz und Expertise genutzt werden. Vor allem Führungskräfte müssen das Management der verschiedenen Generationen erlernen und üben, das geht beispielsweise durch Workshops, Vorträge, Seminare oder Coachings. Schritt 3: Um einen Überblick über das Unternehmen zu gewinnen, bietet sich eine Unternehmensanalyse an, mit der evaluiert werden kann, was das Alter der Mitarbeiter, die vorhandene Struktur und der Bedarf sind. Dazu gehört auch eine Reflexion der Strukturen und Prozesse im Unternehmen, hierfür müssen sich Geschäftsführer u. a. folgende Fragen stellen: Was sind unsere Strukturen? Sind unsere Strukturen durch Diversität geprägt? Ist unser Un-

ternehmensaufbau hierarchisch? Wird Alter mit Kompetenz gleichgesetzt? Schritt 4: Wenn das Unternehmen mit einer Ist- und Sollanalyse hinterfragt wurde, können aus den gewonnenen Erkenntnissen Ziele definiert, Maßnahmen geplant und ein Konzept erstellt werden. Hier ist es wichtig, das nicht einfach zu beschließen, sondern Feedback von den Mitarbeitern und der Führungsebene einzuholen. Schließlich stehen sie hier im Fokus. Schritt 5: Als Nächstes steht der Transfer der gewonnenen Ziele und des ausgearbeiteten Maßnahmenkonzeptes in die Unternehmensstrategie an. Hier ist eine nachhaltige Verankerung als fester Bestandteil der Unternehmensstrategie wichtig. Schritt 6: Nun geht es an die konkrete Durchführung: Wichtig ist es, Toleranz für die einzelnen Generationen untereinander zu schaffen. Dafür müssen die Mitarbeiter für gegenseitiges Zuhören

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Generationenvielfalt fördern Jetzt stellt sich die Frage, wie ist das umsetzbar? Im Allgemeinen gilt, sowohl auf junge als auch erfahrene Mitarbeiter zu setzen und das über alle Hierarchieebenen hinweg. Damit wird ein Rahmen geschaffen, um Potenzialnutzung und damit Leistung für verschiedene Charaktere, Vorlieben und Generationen zu ermöglichen. Wichtig ist jedoch, dass Förderung über ein gemeinsames Teammeeting hinausgeht. Denn das ist ein ständiger Prozess, der von der obersten Geschäftsebene als ein Teil der Unternehmensstrategie gelebt und eingefordert werden sollte. Die Führungsebene muss Brücken bauen, um starke Teams und Geschäftsbereiche zu formen. Denn ein bunter Generationencocktail ist ein profitabler Wachstumstreiber.


MAGAZIN GENERATIONENKONFLIKT

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Problemwahrnehmung & Veränderungsbedarf erkennen Bedarf durch moralische, wirtschaftliche 6 gesellschaftspolitische Faktoren & Bewusstsein für Veränderungsbedarf schaffen

Start Veränderungsprozess Wissen aneignen & (vorhandene) Kompetenz & Expertise nutzen

Unternehmensanalyse (Ist- und Sollanalyse) Reflexion der Strukturen und Prozesse & Ist- und Sollanalyse (Alter, Struktur, Bedarf ...)

Konzeptionierung, Zieldefinierung & konkrete Planung Außarbeitung Maßnahmenkonzept & einholen Commitment Mitarbeiter und Führungsebene

Transfer & Implementierung

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Nachhaltige Verankerung in Unternehmensstrategie und -ziel

Durchführung & Strategie Aufklärung und Bewusstsein schaffen füreinander & Laufende Verbesserung und Weiterentwicklung

Evaluation & Controlling Kennzahlen für Messbarkeit der Ziele (SMART) & stetige Weiterentwicklung der Maßnahmen

Prozess zur Erkennung, Integration, Förderung und Evaluation der Generationenvielfalt im Unternehmen

und Verständnis sensibilisiert werden. Das kann beispielsweise durch einen Workshop erreicht werden, in dem es darum geht, einander zu verstehen und einen gemeinsamen Werte- und Verhaltenskodex aufzubauen. An der Stelle darf jedoch nicht vergessen werden, dass jeder Mensch ein eigenes (zusätzliches) Wertesystem besitzt. Diese beiden müssen nicht identisch sein. Außerdem ist es wichtig, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Und zu realisieren, dass auch dann, wenn Unterschiede vorhanden sind, es auch einiges gibt, das einen verbindet, wie zum Beispiel die Branche, in der man arbeitet, die Entscheidung für die Firma, Kompetenzen, Ausbildungsbereiche etc. Das führt dazu, dass sich die Mitarbeiter untereinander wohlwollender betrachten, da sie die Chance hatten zu verstehen, welche Werte von anderen gelebt werden und warum. Der Dialog zwischen Mitarbeitern unterschiedlicher Generationen kann durch Mentoring- und Tandemprogramme gefördert werden. Als Beispiel könnte ein Lunch-Roulette angeboten werden, bei dem je zwei Mitarbeiter unterschiedlicher Alters-

gruppen durch einen Zufallsgenerator einander zugewiesen werden und sich dann fürs Mittagessen verabreden können. Schritt 7: Damit ist jedoch noch nicht alles getan. Diversität ist eine nachhaltige Arbeit an der Haltung jedes Einzelnen und an der Unternehmensstrategie und damit ein nie endender Prozess. Darum braucht es ein Controlling und regelmäßige Evaluationen mit einem Kennzahlensystem für die Messbarkeit der gesetzten Ziele. Intern könnten in zeitlich definierten Abständen Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit und noch offenen Bedürfnissen durchgeführt werden. Aber auch extern sollte durch ein erfolgreiches Generationenmanagement eine messbare Leistungssteigerung stattfinden. Mögliche Kennzahlen hierfür sind Kundenumfragen, Mitgliederzahlen, (neue) Kooperationen, Websiteaufrufe, SM-Analysen u. v. m. Es darf nicht vergessen werden, dass die Maßnahmen, um eine Leistungssteigerung und Mitarbeiterzufriedenheit zu erreichen, immer mit weiterentwickelt werden müssen. Gegebenenfalls bietet es sich

hier je nach Größe des Unternehmens an, einen Generationenbeauftragten einzusetzen. Fazit Generationenvielfalt und Diversität allgemein bieten Unternehmen viele Chancen, u. a. Leistungssteigerungen und damit die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit. Dahin zu kommen, diese Chance ausschöpfen zu können, bedarf Zeit und die Bereitschaft, den Prozess aktiv anzugehen und in die Unternehmensstrategie einzubinden. Insbesondere Führungskräfte müssen dahinterstehen, da sie als Vorbilder die Kultur des Unternehmens tragen. Wer dieses Potenzial nicht ausschöpft, muss damit rechnen, dass immer wieder Konflikte, ausgelöst durch Unverständnis und nicht vorhandene Toleranz unter den Mitarbeitern unterschiedlicher Generationen, entstehen. Wer jedoch einen bunten Generationencocktail auf allen Ebenen des Unternehmens ermöglicht, schafft starke Teams, Raum für den Austausch von Ideen, Innovationen und Wissen und damit eine wachsende Attraktivität der Arbeitgebermarke. Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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MAGAZIN PERSONALAUSWAHL

BESSERE PERSONALENTSCHEIDUNGEN TREFFEN Text Jonathan Schneidemesser

Dem ein oder anderen verzweifelt nach Mitarbeitern suchenden Praxisinhaber wird dieser Artikel wie Blasphemie vorkommen, denn auch für falsche Personalentscheidungen muss man erst mal Mitarbeiter finden, zwischen denen man sich entscheiden kann. Unabhängig davon, wie stark die Mitarbeiternot ist, kann die Einstellung einer Person, die nicht zum Team passt, allerdings schwerwiegende Folgen haben. Man darf nicht unterschätzen, wie sehr Mitarbeiter das Unternehmen in seiner Ausrichtung, aber auch seiner Leistungsfähigkeit beeinflussen. Daher sollte man hier gute Entscheidungen 66

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treffen – tut man es nicht, kann es mitunter sehr teuer werden. Zwischen 5 und 25 % der Personalentscheidungen werden im ersten Jahr „korrigiert“, weil sie sich als nicht geeignete Mitarbeiter herausgestellt haben. Dagegen stehen mittlere fünfstellige Kosten für fehlerhafte Personalentscheidungen. Diese Punkte machen deutlich, dass es auf mehreren Ebenen wichtig ist, die richtigen Leute einzustellen. Aber wie geht das? Und worauf sollte man achten? Nicht auf das Bauchgefühl verlassen Wer darüber entscheidet, ob er eine

Person einstellt, sollte sich nicht alleine auf sein Bauchgefühl verlassen. Etwas objektiver wird das anhand von einigen Punkten, die man im Auswahlprozess beachten sollte und mit denen sich herausfinden lässt, wie gut Bewerber und Unternehmen zusammenpassen. Jeder Mensch verfügt über Stärken, die im Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden können. Die Frage, die man sich bei der Personalauswahl also stellen sollte, lautet nicht: „Ist das ein guter Mitarbeiter?“, sondern vielmehr: „Wofür ist dieser Mitarbeiter gut?“ Also, was sind die Stärken des Mitarbeiters und wie kann er eingesetzt werden, um mit

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Von allen Seiten aus der Physiobranche kommt der Ruf nach Mitarbeitern. Wer jemanden findet, hat trotzdem wenig Einfluss darauf, ob die Personalentscheidung eine wirkliche Entscheidung für eine Person ist oder vielmehr eine Notbesetzung. Wer Letzteres vermeiden will, sollte diesen Artikel lesen.


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MAGAZIN PERSONALAUSWAHL

Passen Mitarbeiter und Aufgabe zusammen? Im nächsten Schritt gilt es dann abzugleichen, ob die Stärken einer Person mit der zukünftigen Aufgabe zusammenpassen. Nichts ist für einen Mitarbeiter frustrierender, als das Gefühl, sein Potenzial nicht ausschöpfen zu können. Bleiben wir beim Thema Motivation aus Schritt 1 – solche Mitarbeiter sollten mit ihren Patienten aktiv arbeiten dürfen und nicht nur passiv behandeln. Eigentlich können wir hier schon aufhören, denn das ist das große Geheimnis von guten Personalentscheidungen. Die Stärken einer Person müssen zur Tätigkeit passen. Trotzdem gibt es noch das ein oder andere, was zusätzlich zu beachten ist. Es heißt nicht umsonst Personalentscheidung. Im Physiobereich kann es durchaus passieren, dass man nur eine Person bestätigt, nicht aber wählen kann. Sollte es irgendwie möglich sein, ist eine Wahl zwischen mehreren Personen immer besser. Dass falsche Personalentscheidungen teuer werden können, zeigen mittlerweile viele Studien. Sie kosten allerdings noch etwas anderes: Nerven. Wer zu schnell einem Bewerber, der sich als unpassend herausstellt, zusagt, nur um ihn dann wieder zu entlassen, halst sich jede Menge zusätzliche Arbeit auf. Man darf sich also bei der Personalentscheidung etwas Zeit lassen. Das heißt nicht, dass man diese zwei Wochen lang liegen lassen soll. Vielmehr geht es darum, qualitative Zeit mit dieser Entscheidung zu verbringen, sie sorgfältig abzuwägen und zu entscheiden, an welchen Stellen der zukünftige Mitarbeiter optimalerweise eingesetzt werden könnte. 68

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Optimalerweise holt man sich zum Gespräch einen Mitarbeiter, der sich im zukünftigen Bereich des neuen Kollegen gut auskennt dazu, da er häufig besser einschätzen kann, wo dieser eingesetzt werden kann

Sei schlau, umgib dich mit Schlaueren Eine wichtige Tugend, die viele Unternehmer aus vielerlei Gründen nicht beherzigen können oder wollen, ist, sich mit Menschen zu umgeben, die schlauer und besser sind als man selbst – auch wenn es vielleicht nur in einem Teilbereich ist. Man sollte sich also Mitarbeiter ins Haus holen, die wirkliche Experten sind und auf deren Rat man vertrauen kann. Warum das so wichtig ist, zeigen vor allem Krisensituationen, bei denen die Kompetenz des Inhabers alleine nicht mehr ausreicht. Dann kann er eine Art „Expertenstab“ aus seinen kompetentesten Leuten bilden, die ganz offen ihre Meinung und Ideen vortragen können. Liegt die Problemlösung alleine beim Inhaber, kann es zu einer schlechten Entscheidung aufgrund einer defizitären Informationslage kommen. Was man dann allerdings aushalten können muss, ist, dass die eigene Meinung sich aufgrund der hohen Kompetenz im Raum nicht durchsetzen wird und es ganz schön kontrovers zugehen kann. Aber nur so findet man letztlich die bestmögliche Lösung. Denn wer recht hat, ist in diesem Fall nicht wichtig. Es geht darum, was gut für das Unternehmen ist. Kontroversen mit Mitarbeitern aushalten Zu kontroversen Diskussionen wird es allerdings nicht nur in Krisensituationen kommen. Wer Kompetenz im Haus hat, wird auf viel Widerstand bei Entscheidungen stoßen und muss das aushal-

ten. Letztlich ist das positiv, denn es fördert das Unternehmen und zeigt ein wertschätzendes Verhalten gegenüber den Mitarbeitern, die sich damit aktiv einbringen können. Diese Punkte sind wichtig, wenn es um die Personalauswahl geht – wer die richtigen Mitarbeiter gefunden hat, sollte darüber hinaus zwei wichtige Grundvoraussetzungen schaffen, damit sich diese gut entfalten können. Die erste sind Freiräume. Kompetente Mitarbeiter brauchen Freiräume, damit sie sich und ihr Potenzial entfalten können. Das heißt nicht, dass sie alles tun und lassen können, was sie wollen – ihre Handlungen sollten die Unternehmensziele unterstützen und fördern. Die zweite Voraussetzung ist Vertrauen. Zwar ist es kein alleiniger Garant für gute Leistungen, fehlt es jedoch, kann das Verhältnis zum Mitarbeiter schnell bröckeln, und insbesondere junge, motivierte Kräfte halten diesen Zustand nicht lange aus. Fazit Auch wenn es für den ein oder anderen kritisch klingen mag, so kann es doch besser sein, lieber niemanden einzustellen als den oder die Falsche. Mit der richtigen Herangehensweise im Auswahlprozess kann man aber recht schnell herausfinden, wo ein neuer Mitarbeiter gut passen könnte. Man sollte allerdings bereit sein, sich selbst als Inhaber hinterfragen zu lassen, damit gute Mitarbeiter wirklich ihr volles Potenzial entfalten können.

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diesen im Unternehmen aufzugehen? Nehmen wir an, ein neuer Mitarbeiter hat das rare Talent, Menschen dazu motivieren zu können, sich selbst aktiv um ihre Gesundheit zu kümmern. Dann sollte er eine Möglichkeit bekommen, das zu tun. Dinge, die ihn davon abhalten, sollten im Optimalfall keine oder nur sehr wenige Berührungspunkte in seinem täglichen Arbeiten haben. Dazu gilt es erst einmal herauszufinden, welche Stärken eine Person überhaupt hat – das hingegen ist nicht ganz so einfach. Hierfür gilt es im Auswahlprozess diese Stärken ganz gezielt aufzufinden.


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MAGAZIN MITARBEITERKOMMUNIKATION

DIE MITARBEITERKOMMUNIKATION VERBESSERN Text Sarah-Lea Kuner

Der Erfolg eines Fitnessstudios ist maßgeblich abhängig von seinen Mitarbeitern. Denn zufriedene und motivierte Mitarbeiter sind leistungsbereiter, dem Betreiber gegenüber loyal, identifizieren sich mit dem Fitnessstudio und tragen das auch nach außen. Aber wie erreicht man diese Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation und bindet somit die Mitarbeiter an sich? Das Zauberwort ist eine reibungslose, respektvolle und wertschätzende Kommunikation. Gerade in Krisensituationen oder Konfliktgesprächen ist eine respektvolle, wertschätzende und sachliche Kommunikation sehr wichtig, aber auch schwierig umzusetzen. Wenn eine Beschwerde von einem Mitglied über einen Mitarbeiter reinkommt, ist es verständlich und nur menschlich, wenn man sich als Chef erst mal darüber ärgert. Immerhin kann ein Mitarbeiter durch seine Aktionen dem Fitnessstudio – wenn auch ungewollt – schaden. Dann ist es wichtig, mit dem Mitarbeiter das Gespräch zu suchen, damit solche Fehler in Zukunft nicht wieder vorkommen. Damit das gelingt, muss ein solches Gespräch gut vorbereitet werden. Kommunikation nicht erst in Krisensituationen Mitarbeiterkommunikation ist aber nicht nur wichtig, wenn das Problem 70

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schon da ist, sondern auch im ganz normalen Studioalltag. Damit die Mitarbeiter den Mitgliedern richtige Auskunft über Angebote oder sonstige Angelegenheiten geben können, müssen sie auch richtig informiert sein. Ein häufiges Problem, das auch in Kritikgesprächen endet, ist eine fehlende oder lückenhafte Kommunikation zwischen der Führungsebene und den Angestellten. Wenn die Mitarbeiter beispielsweise erst durch die örtliche Presse oder Bekannte erfahren, dass das Fitnessstudio eine neue Produktreihe ausprobiert oder ein neuer Standort eröffnet wird, entstehen Gerüchte, schwindet das Vertrauen und es kommt Missmut auf. Wenn Informationen vorenthalten werden, kommt das immer wie ein Bumerang auf die Führungsebene zurück, denn es wird früher oder später ans Licht kommen. Ebenso wenig zielführend ist eine einFoto: © fizkes - stock.adobe.com


MAGAZIN MITARBEITERKOMMUNIKATION

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MAGAZIN MITARBEITERKOMMUNIKATION

Es ist wichtig, bei der kritisierten Situation zu bleiben, den Mitarbeiter nicht persönlich anzugreifen, oder bloß zu stellen und vor allen Dingen nicht die Chef-Karte auszuspielen

Grundsätze eines Konfliktgespräches Zuallererst ist es wichtig, sich nicht von den eigenen Emotionen – Wut, Enttäuschung, Schock – leiten zu lassen. Am besten nimmt man sich einen Moment, um wieder ruhig zu werden und sich nicht von den eigenen Emotionen leiten zu lassen, bevor das Gespräch geführt wird. Und man sollte sich auch gut darauf vorbereiten. Dabei können folgende Fragen hilfreich sein, um für sich zu klären, was mit dem Gespräch erreicht werden soll: • • 72

Was weiß ich über die kritische Situation? Sind die Informationen meine

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• • •

eigene Beobachtung oder „nur“ vom Hörensagen? Wie sollte in einer solchen Situation künftig gehandelt werden? Was ist mein Ziel des Kritikgesprächs? Wie erreiche ich dieses Ziel?

das Fitnessstudio zurück, was keinesfalls zielführend ist. Auch Sätze wie „Sie sind absolut unfähig“, „Immer das Gleiche mit Ihnen“, „Das ist ja mal wieder typisch“ oder „Das habe ich schon tausendmal gesagt“ haben nichts in einem Kritikgespräch zu suchen.

Gerade in Führungspositionen darf man keine Angst haben Kritik zu üben und muss gleichzeitig lernen sie so zu formulieren, dass sie den Mitarbeiter erreicht Um in einem Gespräch ehrlich und offen, bestenfalls auf Augenhöhe, zu sprechen, ist es wichtig, das Gespräch unter vier Augen zu führen. Wird beispielsweise die Kritik aus dem Affekt direkt vor einem Mitglied oder einem oder mehreren weiteren Mitarbeiter(n) geäußert, erscheint das zunächst befreiend. Doch das Ergebnis ist, dass der Mitarbeiter sein Gesicht vor dem Mitglied oder den Mitarbeitern verliert und ihn die Kritik auch nicht erreicht, da er eine abwehrende Haltung einnimmt. Im schlimmsten Fall fällt das negativ auf

Den Menschen sehen und respektieren Sätze mit „immer“ oder „nie“ verallgemeinern das Problem und stempeln den Menschen dahinter bzw. seinen Charakter ab, genauso wie Sätze mit „Sie sind …“ oder „Das ist ja mal wieder typisch“. Hier ist es wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass der entsprechende Mitarbeiter zwar einen (möglicherweise gravierenden) Fehler gemacht hat, das heißt aber wiederum nicht, dass er total unfähig ist. Sonst wäre er (hoffentlich) nicht eingestellt

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seitige Kommunikation von oben herab. Eine gewinnbringende Kommunikation hingegen ist immer ein Dialog, für den der Raum geschaffen werden muss, zum Beispiel in Form eines regelmäßigen Teammeetings oder von Mitarbeitergesprächen. Häufig wird aber vergessen, auch Lob, Dank oder Erfolge zu kommunizieren. Dabei ist das essenziell, schafft ein wertschätzendes Verhältnis und trägt gleichzeitig zur Mitarbeitermotivation bei.


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MAGAZIN MITARBEITERKOMMUNIKATION

Damit der Mitarbeiter etwas an seinem Verhalten ändert, muss die Kritik auch bei ihm ankommen

jeder Mitarbeiter ist ein Individuum, mit guten und schlechten Tagen, viel Schlaf oder wenig Schlaf, Gesundheit oder Krankheiten, Beziehungsproblemen oder anderen zwischenmenschlichen Problemen. Der Ton macht die Musik Das bedeutet nicht, dass dem Mitarbeiter nicht klar gesagt werden kann, dass das so nicht geht und ein solches Verhalten in der Zukunft nicht geduldet wird bzw. zu Konsequenzen führt. Aber es gilt: Der Ton macht die Musik, genauso wie die Art der Kommunikation. Damit der Mitarbeiter etwas an seinem

Mitarbeiterkommunikation zeichnet sich durch einen wertschätzenden Umgang und konstruktive Kritik auf Augenhöhe aus fertigen bzw. erklären wollen. Darum ist es ausschlaggebend, sich den Raum zu nehmen, um die Kritik zu äußern, aber genauso wichtig ist es auch, dem Mitarbeiter Raum zu bieten, um die Situation aus der eigenen Perspektive zu schildern oder sich zu erklären. Vielleicht war ihm die Anweisung nicht klar, ihm haben die entscheidenden Informationen gefehlt, um richtig Auskunft geben zu können, oder vielleicht hat er auch einfach private Probleme. Denn 74

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Verhalten ändern kann, muss die Kritik auch bei ihm ankommen. Damit die Kritik den Mitarbeiter erreicht, darf er sich durch sie nicht angegriffen oder gedemütigt fühlen, denn dann schaltet er auf Durchzug und das Einzige, das erreicht wird, sind Widerspruch und Vertrauensverlust. Ebenso nicht zielführend ist destruktive Kritik. Sie führt höchstens dazu, dass der Mitarbeiter so sehr verunsichert ist, dass er beim nächsten Mal erst recht versagt.

Welche Richtung das Gespräch nimmt, beeinflussen der Ton und die Körperhaltung, auf die der Mitarbeiter trifft. Das Ziel ist, dass der Mitarbeiter nicht in das Gespräch reingeht und direkt eine abwehrende Haltung einnimmt, weil er sich als Person nicht respektiert fühlt oder das Gefühl hat, sowieso schon als schuldig abgestempelt worden zu sein. Um das zu erreichen, kann es hilfreich sein, in „Ich“-Botschaften gekoppelt mit Lösungsvorschlägen zu kommunizieren. Ein Beispiel: Sagen Sie anstatt „Sie sind wohl überfordert“ etwas wie: „Ich habe den Eindruck, dass Sie Hilfe brauchen, um das alles gleichzeitig zu managen. Was kann ich machen, um Ihnen zu helfen?“ Fazit Eine gewinnbringende Kommunikation definiert sich durch einen wertschätzenden, respektvollen und nicht verallgemeinernden Umgang, in dem Raum für konstruktive Kritik auf Augenhöhe ist. Denn Fehler definieren weder den Charakter noch das Können eines Mitarbeiters. Nichtdestotrotz ist es wichtig, dass Fehler angesprochen werden, denn sonst werden sie sich in der Zukunft wiederholen. Gerade in Führungspositionen darf man keine Angst haben, auch mal Kritik zu üben, und muss gleichzeitig lernen, diese so zu formulieren, dass sie den Mitarbeiter erreicht.

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worden. Außerdem ist es wichtig, bei der Wahrheit zu bleiben. Das bedeutet, keine Hyperbeln zu verwenden und auch sonst nichts zu verallgemeinern. Bleiben Sie bei der Situation, wegen der die Kritik auch kam, greifen Sie den Mitarbeiter nicht persönlich an, stellen Sie ihn nicht bloß und vor allem spielen Sie nicht die Chef-Karte aus. Das ist mit Abstand das Schlimmste, was in einem Gespräch fallen kann: „Sie halten jetzt den Mund und hören zu.“ oder „Wagen Sie es nicht zu widersprechen.“. Damit wird das Vertrauensverhältnis dauerhaft zerstört. Es ist normal, dass Menschen, die kritisiert werden, sich recht-


MAGAZIN MITARBEITERKOMMUNIKATION

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EVENTS & MESSEN MILON PHYSIO-TOUR

„IM KERN GESUND“ Text Constantin Wilser

Im Mai veranstaltete die milongroup ihre bundesweite Physio-Tour, die unter dem Motto „Im Kern gesund“ stand. Ziel der Physio-Tour war es, Physiotherapeuten wichtige Impulse für das eigene Unternehmen zu geben und den Austausch innerhalb der Physio-Community regional zu aktivieren. Beim „Heimspiel“ in Hüfingen war BODYMEDIA ebenfalls mit von der Partie. Insgesamt sechs Termine umfasste die milon Physio-Tour, die vom 10. bis 19. Mai an sechs Standorten stattfand. Neben Stemmen, Düsseldorf und Göttingen waren Leipzig und Regensburg weitere Stationen, ehe das Abschlussevent im milon & five FORUM in Hüfingen stattfand. Ziel der Veranstaltungsreihe war es, den Physiotherapeuten aufzuzeigen, wie sie mehr Patienten 76

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bzw. Mitglieder gewinnen und halten können und gleichzeitig lukrativer arbeiten können. Lösungen für eine immer krankere Gesellschaft Nachdem Wolf Harwath, Geschäftsführer der milongroup, die rund 50 Gäste begrüßt hatte, zeigte er angesichts des immer schlechter werdenden gesund-

heitlichen und körperlichen Zustands der Bevölkerung in Deutschland auf, was auf Therapieeinrichtungen heute und in Zukunft zukommt. Beim Blick auf die wichtigsten, nicht übertragbaren Zivilisationskrankheiten beispielsweise ist im Zeitraum von 2030 bis 2050 mit einem enormen Anstieg an Schlaganfällen und Herzinfarkten zu rechnen. Die Zahl der Demenzpatienten wird sich mehr als


EVENTS & MESSEN MILON PHYSIO-TOUR

Auf der Physio-Tour der milongroup erhielten die Physiotherapeuten im Rahmen verschiedener Vorträge wichtige Impulse für das eigene Unternehmen

verdoppeln und auch die Zahl der Diabeteserkrankten wird weiter zunehmen. Zudem verwies er darauf, dass Kinder und Jugendliche zukünftig eine riesige große Zielgruppe sein werden. Unter anderem die Digitalisierung und das viele Sitzen, so Wolf Harwath, würden dazu beitragen, dass mittlerweile schon Kinder mit Bandscheibenvorfällen Therapieeinrichtungen aufsuchen müssten. Die milongroup hat Lösungen entwickelt, mit deren Hilfe Physiotherapeuten ihre Patienten gesünder machen können. „Das moderne Training berücksichtigt Auge, Gehirn, Herz, Muskel und Faszien. Vikomotorik wird das Training der Zukunft sein, da es den Alltag perfekt widerspiegelt“, erklärte Wolf Harwath. Anschließend zeigte er den anwesenden Therapeuten, wie ein möglichst effektives Training an den

milon- und five-Geräten in der Praxis aussehen könnte. Christian Hasler gab in seinem Vortrag spannende Einblicke, wie sein Mitarbeiterteam im next level Therapie- und Trainingszentrum arbeitet. Zudem veranschaulichte der Geschäftsführer der movements concepts GmbH, wie man mit dem skillcourt das Thema Vikomotorik bestmöglich in die Praxis integrieren kann, und unterstrich, warum das Thema zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen wird. Wieso der 1. Gesundheitsmarkt für Physiotherapeuten interessant ist, damit befasste sich Sven Kirchner. Anhand von RV Fit, einem Programm der Deutschen Rentenversicherung, zeigte er, wie Physiotherapien mit Trainingsgruppen von bis zu 15 Teilnehmern lukrative Zusatzeinnahmen generieren können. Abschließend referierte Alexander Strahl zum Thema Verkaufspsychologie.

Die Physio-Tour, die vom 10. bis 19. Mai stattfand, umfasste insgesamt sechs Termine

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MESSEN & EVENTS MEET THE TOP PHYSIO

MEET THE TOP PHYSIO: 2022 WIEDER AUF MALLORCA Text Jonathan Schneidemesser

Fragt man MEET THE TOP-Teilnehmer aus den letzten Jahren, hört man immer wieder folgende Kommentare: eines der wichtigsten Events in der Branche, zielführender Austausch mit gut selektierten Gesprächspartnern, ein abwechslungsreiches Programm, herausragende Locations und Organisation auf höchstem Niveau. Wer auf der Suche nach neuen Kontakten ist oder bestehende Geschäftsbeziehungen vertiefen möchte, trifft beim Event MEET THE TOP auf die wichtigsten 78

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Entscheider der deutschsprachigen Physio- und Gesundheitsbranche. Die Inhaberseite wird im Vorfeld der Veranstaltung sorgfältig selektiert und setzt sich aus Physiopraxen, Rehazentren und -kliniken sowie Gesundheitsstudios zusammen. Das Eventkonzept Hauptbestandteil des Events sind die effizienten und intensiven 1:1-SpeedDating-Termine am Freitag und Samstag. Hier treffen die Industrie und die

Inhaber in vorausgewählten Terminen zum Kennenlernen und Austausch aufeinander. Die Zusammensetzung der effizienten Meetings wird bereits im Vorfeld der Veranstaltung via Onlinewahl bestimmt. Für den Rahmen der MEET THE TOP Physio sorgt die exklusive Location. Als Veranstaltungsort wurde das Melia Palma Marina gewählt. Dieses befindet sich direkt an der Hafenpromenade, einer der exklusivsten und schönsten

Foto: © Meliá Hotels International, S.A.

Wie kaum ein anderes Event in der Physiotherapiebranche steht MEET THE TOP Physio für produktiven Austausch, effektives Netzwerken, hochkarätige Teilnehmer und luxuriöses Ambiente. Nachdem das Event im letzten Jahr coronabedingt in Deutschland stattfand, geht es dieses Jahr wieder auf die Baleareninsel Mallorca ins wunderschöne Melia Palma Marina, direkt an der Hafenpromenade Palmas.


MESSEN & EVENTS MEET THE TOP PHYSIO

Oben links: Im Mittelpunkt des Events stehen die effizienten 1:1-Meetings zwischen Betreibern und der Industrie Unten links: Das Hotel Melia Palma Marina liegt direkt an der Hafenpromenade von Palma de Mallorca Oben rechts: Für die Fachvorträge in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für angewandte Sportmedizin werden Fortbildungspunkte vergeben

Bereiche Palmas. Das Hotel zeichnet sich durch schöne, helle und elegant gestaltete Zimmer aus, die keinen Komfort vermissen lassen. Die mediterrane Küche des Melia Palma Marina bietet einige Highlights, sodass auch gesundheitsbewusste Esser nicht zu kurz kommen. Insbesondere das Ambiente auf den Außenterrassen des Hotels, mit dem malerischen Ausblick auf den Hafen Palmas, eignet sich bestens dazu, sich nicht nur im Rahmen

MEET-THE-TOP-Teilnahme – die Vorteile für Praxisinhaber: • Innovationen & Trends entdecken • Business meets Freizeit auf Mallorca • Mehr als 60 Hersteller vor Ort • Hochkarätige Speed-Dating-Meetings • 3 Übernachtungen inkl. Vollpension • Fachvorträge & wertvolles Netzwerken

der Meetings am Vormittag, sondern auch während des Freizeit- und Abendprogramms persönlich kennenzulernen und in entspannter Atmosphäre zu netzwerken. Ein wichtiger Teil des Freizeitprogramms sind die Vorträge am Nachmittag in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für angewandte Sportmedizin (DAASM). Physiotherapeuten können dadurch Fortbildungspunkte erhalten. Der Leiter der DAASM, Dr. Dr. Homayun Gahravi, eröffnet das Symposium mit seinem Impulsvortrag über die Rolle des Darms im Gefüge der systemischen Gesundheit. Damit bereitet er den Weg für den Hauptredner Dr. Johannes Weingart, der dieses Thema aufgreift und vertieft. Dabei stellt er insbesondere die Rolle des Dünndarms beim Energiemanagement für Patienten heraus. Im Rahmen seines Workshops lernen die Teilnehmer sogar, wie sie den Zustand des Darms eines Patienten erkennen und behandeln können. Abgerundet wird das Programm des Symposiums durch Thomas Kämmerling, der aus

seinen eigenen Erfahrungen heraus zeigt, wie man eine Physiopraxis für die Herausforderungen der modernen Zeit vorbereitet. Zusätzlich bietet das Event in diesem Jahr wieder Vorträge in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin für die Physiotherapiebranche BODYMEDIA. Was bietet das Event für Praxisinhaber? Kaum eine andere Veranstaltung bietet die Möglichkeit, mehr Produkte und Dienstleistungen in dieser Ausführlichkeit kennenzulernen. Zudem bietet MEET THE TOP Physio seinen Teilnehmern die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, das eigene Firmennetzwerk zu erweitern und sich mit Branchenkollegen auszutauschen. Als Inhaber:in, Geschäftsführer:in oder Führungskraft einer Physio-, Therapiepraxis, Rehazentrum, Klinik, Gesundheitseinrichtung oder Fitnessstudio mit angeschlossener Physiotherapie können Sie sich für eine kostenfreie Teilnahme inkl. 3 Übernachtungen und Vollpension (exkl. Anreise) unter www.meet-the-top.physio anmelden. Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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MESSEN & EVENTS MEET THE TOP PHYSIO

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MESSEN & EVENTS MEET THE TOP PHYSIO

DER RICHARD PFLAUM VERLAG PRÄSENTIERT

DER KONGRESS FÜR PHYSIO-UNTERNEHMER MIT BIZZ!

28.11.2022 Foto: SARYMSAKOV ANDREY / shutterstock.com

MESSE MÜNCHEN

Veranstalter

Mehr Informationen auf: physiobizz.de

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MAGAZIN DIGITALISIERUNG

MEHR KOMFORT, SICHERHEIT UND EFFIZIENZ DURCH DIGITALISIERUNG Text Dirk Thomas

Mit elektronischen Systemlösungen das Personal entlasten, Abläufe automatisieren und die Sicherheit der Patienten erhöhen.

Digitalisierung als Erfolgsfaktor Digitalisierung hat das Ziel, Abläufe, Prozesse und Aufgaben zu automatisieren und zu optimieren. Überall dort, wo bisher Personaleinsatz notwendig war, um herkömmliche Abläufe zu organisieren, übernehmen innovative und sichere Lösungen diese Aufgaben, beispielsweise bei den Spinden oder der Zutrittskontrolle. Vom kontrollierten Check-in, dem bequemen Zutritt an Drehsperren, der Nutzung von Spinden bis hin zum bargeldlosen Bezahlen an Automaten oder Snackbars – innovative Systemlösungen sorgen dafür, dass Patienten dies alles bequem mit einem einzigen Datenträger (z. B. einer Karte, einem Armband oder dem persönlichen Smartphone) regeln können. Die Lösungen von GANTNER, die ursprünglich für die Fitness- und Wellnessindustrie entwickelt wurden, wo GANTNER Marktführer ist, lösen auch in Physiotherapiepraxen die komplexen Anforderungen. Der Vorteil von GANTNER-Digitalisierungslösungen ist vor allem, dass sich das Personal nicht mehr um die Abwicklung von alltäglichen Abläufen kümmern muss, 82

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Foto: © GANTNER

Physiotherapiepraxen stehen vor der großen Herausforderung, ihr Personal effizient für die Behandlungen einzusetzen, den Patienten gleichzeitig aber auch Komfort und die mühelose Nutzung von Angeboten zu bieten – wer hier die Nase vorne hat, wird langfristig erfolgreich sein. Jedoch nur dann, wenn trotz dieses Zusatznutzens die Personalkosten sowie der eigene Aufwand des Inhabers nicht in die Höhe schießen. Digitalisierung heißt hier die Lösung. Sie hilft dabei, Abläufe zu optimieren und zu automatisieren. Das erspart Kosten, entlastet das Personal und sorgt gleichzeitig für ein Plus an Sicherheit. Aber was bedeutet Digitalisierung von Physiopraxen konkret?


MAGAZIN DIGITALISIERUNG

Wer einen separaten Trainingsbereich angeschlossen hat, kann diesen mithilfe kontaktloser, digitaler Systeme zugänglich machen

Mithilfe neuester digitaler Lösungen können Räume nur zugangsberechtigten zugänglich gemacht werden

sondern die Patienten diese selbstständig, bequem und sicher bewerkstelligen. Das Personal wird dort eingesetzt, wo es am meisten gebraucht wird – in der Behandlung der Patienten.

te, modular erweiterbare Gerätefamilie bietet und zudem zertifizierter Errichter von Sperranlagen wie z. B. Drehkreuzen ist. Sind die Geräte vollständig in die Clubsoftware integrierbar und bekommen Sie das gesamte Lösungspaket aus einer Hand? Wird ein gut funktionierender Support mit erfahrenen Vorortteams in ganz Deutschland geboten? Hat der Anbieter jahrelange Erfahrung in der Physiobranche und wird heimische Topqualität geliefert? Nur wenn all diese Fragen mit „ja“ beantwortet werden, hat man einen kompetenten Partner gefunden“, weiß Dirk Thomas, Geschäftsführer von GANTNER Deutschland, dem RFIDSpezialisten mit weltweiten Installationen in vielen Praxen sowie Fitness- und Gesundheitseinrichtungen.

Foto: © GANTNER

Sicherer Check-in und Zutrittskontrolle Innovative Terminals an Drehsperren oder Schleusen, wie beispielsweise die neue Terminalgeneration GT7 von GANTNER, sorgen automatisiert dafür, dass nur berechtigte Personen mittels Datenträger den Club betreten können – berührungslos. Auch das Smartphone oder ein QR-Code können für den berechtigten Zutritt genutzt werden. Das ist nicht nur bequem für die Mitglieder, sondern auch effizient für den Betreiber. Schließlich erfolgen der Check-in sowie die Zutrittskontrolle ohne Personalaufwand oder Wartezeiten. Darüber hinaus weiß der Inhaber jederzeit, wie viele Personen und welche Patienten sich wann in der Praxis aufgehalten haben. Dies war nicht nur in der Blütezeit der Coronapandemie ein entscheidender Vorteil (um zum Beispiel in einem Erkrankungsfall eine Komplettschließung zu verhindern), sondern liefert auch wertvolle statistische Informationen, um beispielsweise gezielte Marketingaktivitäten zu setzen. Kosten-Hotspot Garderobenbereich Gerade der Garderobenbereich bietet sehr viel Potenzial für Einsparungen und

Optimierung. Damit Spinde nicht länger einen enormen Verwaltungsaufwand bedeuten sowie ein Hotspot für versteckte, laufende Kosten sind und die Nutzung für Patienten endlich komfortabel und sicher wird, sind elektronische Schrankschließsysteme die optimale Lösung. Cloudfähig, mit dem Smartphone nutzbar und vollständig in das Managementsystem des Clubs integriert, bieten sie zahlreiche Möglichkeiten, um zusätzlichen Umsatz zu generieren und gleichzeitig den Aufwand zu minimieren. Egal welche Anforderung die Clubbetreiber haben, ob eine neue Anlage errichtet oder bestehende Schränke nachgerüstet werden sollen, mit einem elektronischen Schrankschließsystem spart man Ressourcen, steigert die Sicherheit und sorgt dafür, dass die Patienten immer einen freien Schrank (ohne Schlüsselorganisation) zur Verfügung haben. Das umfangreichste Gesamtangebot in diesem Bereich bietet der Technologieführer GANTNER, dessen zentral- und batterieversorgte Schrankschließlösungen weltweit millionenfach im Einsatz und erprobt sind.

Expertentipp: Worauf Sie als Betreiber achten sollten „Wer seine Praxis wettbewerbsfähig machen möchte, sollte mit einem Anbieter zusammenarbeiten, der nicht nur einzelne Produkte wie etwa Schrankschlösser bietet, sondern eine gesam-

Dirk Thomas ist Geschäftsführer von GANTNER Deutschland. Sie haben Fragen zu diesem Thema? Nähere Informationen finden Sie auf der Website von GANTNER unter www.gantner.com oder kontaktieren Sie GANTNER telefonisch unter: Tel +49 (0) 234588961027

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INDUSTRIE HEAL11

SOFTWARELÖSUNGEN EINFACH & DIGITAL Text Kira Kamrad

Die Heal11 GmbH widmet sich intensiv der Digitalisierung, insbesondere im Bereich Physiotherapie, Fitness und Gesundheit. „Wie schafft man es die Physiotherapie für Inhaber, Therapeuten, Mitarbeiter und Kunden attraktiver zu gestalten?“ Das war die Frage, die sich die Gründer von Heal11 stellten. 84

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Daraus ergaben sich mehrere Bausteine, welche die letzten zwei Jahre entwickelt und getestet wurden. Der erste Bereich ist eine Software, welche die gesamte Einrichtung abbildet. Man benötigt also lediglich eine einzige Software und kann damit die Bereiche Therapie, Selbstzahlerbereich

sowie Reha-Sport abdecken. Sogar Abrechnung und Factoring sind in die entwickelte Software integriert. Ein weiteres Highlight dabei: ein Dashboard, das eine Übersicht zu sämtlichen Ereignissen und Auswertungen der Einrichtung strukturiert aufbereitet liefert.

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Wie sieht die Gesundheitseinrichtung der Zukunft aus? Heal11 gibt mit der Software Proleos und ihrem interaktiven Patientenleitsystem Antworten auf diese Fragen und erklärt, wie sich Gesundheitseinrichtungen jetzt schon zukunftsträchtig aufstellen können.


INDUSTRIE HEAL11

Die Nutzer von Proleos haben die Möglichkeit den Alltag in einer Physiopraxis im Handumdrehen zu managen und ihren Mitgliedern von der Trainingsempfehlung, Trainingsplanung bis zum Workout-Generator alles an die Hand zu geben

Der zweite Baustein besteht aus der automatisierten Überleitung zwischen Selbstzahler- und Therapie-Bereich sowie der Prozesserleichterung innerhalb der Einrichtung.

und zahlreichen Einzelgesprächen mit Physiotherapie-Inhabern, Therapeuten, Trainern und Mitarbeitern. In nahezu allen Fällen wurde der Einsatz von multiplen Software-Lösungen und damit

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Mit Proleos werden Gesundheitseinrichtung, Physiotherapie, Mitgliederverwaltung, Abrechnung und Factoring von GKV- und Privatleistungen sowie Zeiterfassung und betriebswirtschaftliche Auswertungen in einer Software vereint Der dritte und letzte Baustein fokussiert alternative Anwendungen, welche nicht nur umsatz- und imagefördernd wirken, sondern auch positiven Einfluss auf die Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung nehmen. Die All-in-One-Software In der Proleos-Software stecken Erkenntnisse aus mehreren Monaten intensiver Recherchearbeit, Umfragen

einhergehend die Unübersichtlichkeit als größten Stresspunkt genannt. Teilweise benötigen Einrichtungen bis zu sieben verschiedene Software-Lösungen, um ihr Tagesgeschäft führen zu können. Genau an diesem Problem setzt Heal11 mit Proleos an und verbindet die oben genannten Bausteine in nur einer einzigen Software. Zudem hat Heal11 zusammen mit Experten an einer nutzerfreundlichen Oberfläche

gearbeitet, um Kunden ein optisch ansprechendes Design und eine intuitive Handhabung zu ermöglichen. Das digitale Leitsystem Um einen kontinuierlichen und erfolgreichen Arbeitsfluss in der Einrichtung zu generieren, hat Heal11 das interaktive „digitale Patienten-Leitsystem“ entwickelt. Die Idee ist nicht nur, stetiges Umsatzwachstum zu erzeugen, sondern die Mitglieder und Patienten langfristig an die Einrichtung zu binden, indem sie alle Leistungen der Einrichtung kennenlernen. Das Leitsystem besteht aus vier Teilen: beginnend mit einem Check-In-Terminal, welches dem Patienten ermöglicht, sich über ein RFID-geschütztes Zutrittssystem, eine Mobile-App oder Karte in der Gesundheitseinrichtung anzumelden. An diesem Terminal können ebenfalls weitere Leistungen gebucht werden. Darauf baut ein Patienten-Desk mit integriertem Touchscreen auf, um Weitere Artikel und News auf bodymedia.de

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INDUSTRIE HEAL11

v.l.n.r.: Heiko Kandler (Geschäftsführer), Tobias Hofstetter (Vertriebsleiter) und Dominik Fogt (Geschäftsführer) wollten eine Software auf den Markt bringen, die Physiotherapie zukunftsorientiert in die Physiotherapiepraxen und Fitnessclubs implementiert

Terminvereinbarungen, Frage- und Anamnesebögen und weitere Prozessthemen digital bearbeiten zu können. Dank der Einfachheit der Systeme sind Patienten und Fitnessclubmitglieder in der Lage diese Punkte selbst auszufüllen. Es gibt somit keinen Stau an der Theke, da Patienten diese Punkte selbst ausfüllen können.

ren, gute Mitarbeiter langfristig zu binden und Bestandskunden aktiv zu halten, betrachtet Heal11 die Struktur der Einrichtung und schöpft daraus das Potenzial für alternative Anwendungsmethoden. Dabei liegt der Hauptfokus auf dem Thema der Ganzkörperkältetherapie. Diese sind sowohl bei Lifestyle-Kunden als auch bei Gesund-

Der dritte Teil des digitalen Leitsystems betrifft den offenen Bereich bzw. Wartebereich. Hierbei wird eine 2 Meter hohe Stehle positioniert, die einerseits als Marketing- und Verkaufstool genutzt werden kann und zudem den Kunden mit Informationen und Insights versorgt.

Das Ziel von Heal11 ist es, individuelle moderne Lösungen zu etablieren, welche nachhaltigen Erfolg für die Physiotherapieinhaber bringen

Zuletzt besteht die Möglichkeit die Patientensteuerung innerhalb der Einrichtung über Room-Terminals auf das nächste Level zu heben. Außerdem arbeitet Heal11 über eine GEMA-freie Audio- und TV-Lösung, welche sich nahtlos in den gesamten Arbeitsprozess integrieren lässt. Alternative Anwendungsmethoden Um nachhaltig Neukunden zu akquirie86

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heits-Kunden beliebt und eröffnen den Betreibern der Einrichtung somit ganz neue Kundensegmente. Fazit Das Ziel von Heal11 ist es, individuelle moderne Lösungen zu etablieren, welche nachhaltig den maximalen Erfolg ihrer Kunden bringen. Das Augenmerk liegt dabei immer auf den aktuellsten Möglichkeiten, um direkt am

Puls der Zeit zu sein. Proleos bietet für die Bereiche Studio, Reha-Sport und Physiotherapie eine einheitliche Komplett-Lösung. Das gibt Clubbetreibern den Vorteil nur eine Software zu benötigen, um die gesamte Einrichtung und sogar mehrere Standorte von einem Ort aus zu managen. Das Dashboard zeigt strukturiert alles,

was im Fitnessclub passiert. Ein weiterer Punkt, der den Kunden entgegenkommt, ist der transparente und übersichtliche Preis der Softwarelösung, der pro Einrichtung berechnet wird. Wer ein neues Feature nutzen möchte, einen neuen Mitarbeiter einstellt oder einen weiteren Therapieraum aufbaut, muss sich somit nur um die Umsetzung und nicht um aufkommende Aufpreise kümmern.


INDUSTRIE HEAL11

Praxismanagement aktiv gestalten – Jetzt dual Studierende ausbilden!

B. A. Gesundheitsmanagement ●

Fernstudium mit kompakten Lehrveranstaltungen – vor Ort und/oder digital – plus betriebliche Tätigkeit

Übernahme von Aufgaben während des Studiums, z. B. Patienten- und Terminmanagement, Abrechnung von Heilmittelverordnungen sowie Ernährungsberatung

+ im Selbstzahlerbereich: Durchführung von Personal Trainings, Kursen u. v. m.

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Bachelor-Studiengänge, u. a. Fitnessökonomie

Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

dhfpg.de/physiotherapie

University of Applied Sciences Weitere Artikel und News auf bodymedia.de 000


OUTRO INSERENTEN & IMPRESSUM

INSERENTENVERZEICHNIS

IMPRESSUM

Cool Tec Sales GmbH & Co. KG; www.life-cube.de; Banderole CyberConcept GmbH; www.cyberfitness.de; Seite 29 Deutsche Berufsakademie Sport und Gesundheit der HVU Bildungsakademie gGmbH; www.dba-baunatal.de; Seite 73 DSSV e.V. Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen; www.dssv.de; Seite 87 ERGO-FIT GmbH & Co. KG; www.ergo-fit.de; Seite 27 excio GmbH; www.excio.de; Seite 57 FAMOSO GmbH & Co. KG; www.famoso-group.de; Seite 23 GANTNER Electronic GmbH Deutschland; www.gantner.com/de; Seite 19 Heal 11; www.heal11.de; Seiten 4, 5 InBody Europe B.V.; www.inbody.de; Seite 67 IST-Studieninstitut GmbH; www.ist.de; Beilage MEET THE TOP GmbH & Co. KG; www.meet-the-top.physio; Umschlagseite 3; Versanddeckblatt; Beilage miha bodytec GmbH; www.miha-bodytec.com; Umschlagseite 2; Seite 54 milon industries GmbH; www.milon.com; Seiten 34, 37 movement concepts GmbH; www.die-laufschule.com; Seite 45 MSH Medical Service Höber; www.msh-gmbh.info; Seite 47 NOVENTI Health SE; www.noventi.de, Seite 39 Novotec Medical GmbH; www.xelerate-you.com; Seite 55 Optica Abrechnungszentrum; www.optica.de; Seiten 14, 69 OPTIMUM11 GmbH; www.optimum11.de; Seiten 64, 65 Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG; www.pflaum.de; Seite 81 POWER PLATE GMBH; www.powerplate.de; Seite 53 RehaVitalisPlus e.V.; www.rehavitalisplus.de; Beilage; Seite 48 Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG; www.pflaum.de; Seite 79 SCANECA GmbH; www.scaneca.de; Seite 15 seca gmbh & co. kg.; www.seca.com; Seite 59 Sicada GmbH; www.dynostics.com; Seite 75 SOVDWAER Gesellschaft für EDV-Lösungen mbH; www.sovdwaer.de; Seite 41 Tanita Europe BV; www.tantita.de; Seite 35 Technogym Germany GmbH; www.technogym.com; Umschlagseite 3 XBody Training Germany GmbH; de.xbodyworld.com; Seite 49

Verlag BODYMEDIA GmbH & Co. KG Ewald-Renz-Str. 1 76669 Bad Schönborn Tel. +49 (0) 7253 / 9875-700 Fax: +49 (0) 7253 / 9875-799 E-Mail: redaktion@bodymedia.de Web: www.bodymedia.de Geschäftsführer Nicolas Hessel Herausgeber Hubert Horn Redaktion Jonathan Schneidemesser (Ch.-Red.) (v.i.S.d.P) Constantin Wilser (stellv. Ch.-Red.) Kira Kamrad Anne Papenfuß Sarah-Lea Kuner Autoren Homayun Gharavi Christian Hasler Veronika Marreck Jörg Sutara Dirk Thomas Lektorat Paula Matos Design & Layout Jessica Urich Katharina Jaschinski Druck C. Maurer GmbH & Co. KG Schubartstr. 21 73312 Geislingen/Steige Kundenberatung Isabell Winkhardt Tel. +49 (0) 7253 / 9875-707 Bezugspreise Jahresabonnement 30,- Euro zzgl. 7% MwSt., incl. Lieferung frei Haus. BODYMEDIA erscheint 3 x jährlich. Das Abonnement verlängert sich jeweils um 1 Jahr, wenn es nicht einen Monat vor Ablauf schriftlich gekündigt wird. Gerichtsstand ist Mannheim. Alle in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte liegen bei BODYMEDIA. Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr. Eine Haftung wird nicht übernommen.

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OUTRO VORSCHAU

AUSBLICK

Die Ausgabe

BODYMEDIA Physio 3-2022 erscheint am 15.11.2022*

DIGITALE TRENDS IN DER PHYSIOTHERAPIE

Die Physiotherapie wird immer digitaler und das auf allen Ebenen. Insbesondere die jüngere Generation von Physiotherapeuten erkennt die Chancen der Digitalisierung für das tägliche Arbeiten. Wir schauen uns die derzeitigen erkennbaren Trends an.

PATIENTENZENTRIERTE THERAPIE

Fotos: © WavebreakmediaMicro © yavdat - stock.adobe.com

Durch die immer stärker werdenden Einflüsse wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Physiotherapie verändern sich nicht nur die Behandlungsmethoden, sondern auch der generelle Umgang mit den Patienten. Was eine moderne patientenzentrierte Therapie ausmacht, zeigen wir in Ausgabe 3-2022.

MARKTÜBERSICHT THERAPIEBEDARF

Sowohl in der passiven als auch der aktiven Behandlung geht in der Physiotherapie nichts ohne den entsprechenden Therapiebedarf. In der kommenden Ausgabe stellen wir die wichtigsten Anbieter von Therapiebedarf vor.

*Alle Angaben ohne Gewähr

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OUTRO ZEITSTRAHL

MESSEN & EVENTS 2022 September

THERAPIE DÜSSELDORF

16.09. - 17.09. – Düsseldorf www.therapiemesse-duesseldorf.de

NEURO INNOVATION DAY 18.09. – Frankfurt www.artzt.eu

POSITION PHYSIO/ SCHUPP EVENT 22.09. - 24.09. – Heidelberg www.position-physio.de

Oktober

AUFSTIEGSKONGRESS

06.10. - 08.10. – Mannheim www.aufstiegskongress.de

MEET THE TOP PHYSIO

06.10. - 09.10. – Mallorca www.meet-the-top.physio

November

THERAPIE MÜNCHEN Hinweis

Aufgrund von Corona können die Event-Termine abweichen

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24.11. - 26.11. – München www.therapiemesse-muenchen.de


Innovationen & neue Trends entdecken Business meets Freizeit auf Mallorca Mehr als 60 Hersteller vor Ort Hochkarätige Speed-Dating-Meetings 3 Übernachtungen inkl. Vollpension Fachvorträge & wertvolles Netzwerken

Anmeldung für Inhaber & Geschäftsführer von Physio-, Reha- und Gesundheitseinrichtungen: www.meet-the-top.de 000


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