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Kundenmagazin

Herbst 2012

Streifzug Steff la Cheffe «Eigentlich bin ich eine Ja-Sagerin.» ab Seite 6

Wanderung über den Röstigraben ab Seite 10

BLS-Cargo: das Erfolgsgeheimnis der Alpinisten ab Seite 16


Funktionieren Windturbinen auch bei Rückenwind? Bei uns sind Ihre Fragen willkommen. Kommen Sie in unsere Besucherzentren. Wir zeigen Ihnen spannende Antworten auf Fragen zu Energie, Strom, Versorgung und Sicherheit. Weitere Informationen: 0844 121 123 oder www.bkw-fmb.ch/Besucher BKW – Strom für 1 Million Menschen


INHALTSVERZEICHNIS

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser Die Schweiz ist ein Land von Tunnels und Brücken. Alleine auf dem 436 Kilometer langen Streckennetz der BLS zählen wir 71 kurze oder lange Durchstiche durch Hügel oder Berge. Zudem überspannen 402 Brücken kleine und grosse Gräben. Ist die Aussicht im Tunnel naturgemäss eingeschränkt, bieten Viadukte und Brücken einen Blick quasi aus der Vogelperspektive. Nicht nur entlang der bald 100-jährigen Lötschberg-Bergstrecke, wo mit dem Kanderviadukt bei Frutigen oder dem Luogelkin-Viadukt an der Südrampe zwei sehr imposante Bauwerke stehen. Nein, auch auf dem S-Bahn-Netz Bern. Zum Beispiel auf der Schwarzwasserbrücke an der Strecke Bern–Schwarzenburg.

Steff la Cheffe «Eigentlich bin ich eine Ja-Sagerin.» ab Seite 6

3 Editorial / Inhaltsverzeichnis 4 News 6 Interview: Steff la Cheffe, Rapperin 10 Reportage: Wandern im Freiburgerland 16 Thema: BLS Cargo, die Alpinisten verbinden Europa 23 Fahrgastporträt: Roland Zoss 24 Blickpunkt: Das BLS-Reisezentrum Langnau 27 Poster zum Herausnehmen 28 BLS-Streckennetz

Wenn Sie unserem Wandertipp auf Seite 38 folgen, können Sie für einmal die Perspektive wechseln. Von der S-Bahn-Haltestelle Schwarzwasserbrücke geht es fast 70 Meter in die Tiefe, an den Zusammenfluss von Schwarzwasser und Sense. Von unten wirkt die Spannbetonbrücke noch mächtiger, als sie mit ihren 180 Metern Länge und 65 Metern Höhe sowieso schon ist. Einen Perspektivenwechsel anderer Art können wir unseren Fahrgästen schon bald bieten. Mit den ersten fahrplanmässigen Einsätzen der neuen BLS-Doppelstockzüge lässt sich das Berner S-Bahn-Netz aus dem zweiten Stock erleben. Ab Seite 46 zeigen wir Ihnen, was unser Test-Team leistet, bevor der Dosto anrollt. Die BLS wünscht Ihnen spannende Aus- und Einblicke.

31 Gastrotipp: Auberge aux 4 Vents, Freiburg 34 Unterhaltung / Leserbriefe 37 Wettbewerb: Wo ist das BLS-Logo versteckt? 38 Wandertipp: «Zämefluss» Sense–Schwarzwasser 41 Familientipp: Magdalena-Einsiedelei in Räsch 43 Ausflugstipp: Rundreise auf der Sprachgrenze 44 Freizeit 46 Mitarbeiterporträt: Die Dosto-Testleiter 49 BLS-Shop 50 Event- und Kulturagenda 52 Inside BLS: Halt auf Verlangen 54 Broschürenbestellung / Impressum 55 Endstation: Bänz Friedli

Herzliche Grüsse Wandern im Freiburgerland ab Seite 10

Wie der Dosto getestet wird ab Seite 46

Daniel Wyder Leiter Infrastruktur und Mitglied der Geschäftsleitung der BLS AG

Die Geschichte von BLS Cargo ab Seite 16

Rapperin Steff la Cheffe in der Genfergasse in Bern, fotografiert von Rob Lewis.

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(1BLS-Doppelstöcker auf Herz und Nieren geprüft.

4 der 28 bestellten BLS-Doppelstock-Triebzüge haben die Werkhallen bereits verlassen. Während das Fahrzeug 001 weiter getestet wird und Prüffahrten in der Ostschweiz absolviert, sind bereits drei Doppelstöcker von Erlen TG nach Bern überführt worden. Zwischen Bern und Thun sowie auf allen anderen Strecken (im Bild zwischen Bern und Schwarzenburg), auf denen der Dosto eingesetzt werden soll, werden sie derzeit fleissig geprüft. So etwa in den Bereichen Software, Türsteuerung und Fahrgastinformation. Diese Fahrten finden noch ohne Fahrgäste statt. Seit Juli laufen auch die Tests für den Einsatz in Doppeltraktion (zwei zusammengekoppelte Fahrzeuge). Ein weiterer Meilenstein erfolgte Anfang September mit dem Roll-in, der offiziellen Übergabe des ersten Zuges von Stadler Rail an die BLS. Danach starteten die ersten Testfahrten mit Fahrgästen auf der S31 und S3. Im November wird der Dosto an ausgewählten Bahnhöfen im Rahmen der Railshows zu sehen sein – und so ein Zug zum Anfassen (siehe auch Seite 46). www.bls.ch/dosto

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Erlenbach im Simmental: Halteorte angepasst

Bahnhof Belp: längeres Perron

Auf der einspurigen Strecke Spiez–Zweisimmen kreuzen die Regio Lötschberger-Züge an den Bahnhöfen. Dabei sind die Perrons in Erlenbach im Simmental sehr schmal. Aus Sicherheitsgründen wurden deshalb die Halteorte der Züge geändert: Regios in Richtung Spiez halten am Perronende Richtung Spiez. Jene Richtung Zweisimmen halten am Perronende Richtung Zweisimmen. www.bls.ch/verbesserungen

Ab 2014 fahren die neuen BLS-Doppelstöcker teilweise auch in Doppeltraktion auf der S3 und S31. Deshalb müssen beim Bahnhof Belp das Gleis 1 um 13 Meter und der Perron um 79 Meter Richtung Süden verlängert werden. Weiter modernisiert die BLS den Lift beim Bahnhof und erstellt bei der bestehenden Unterführung einen neuen Zugang (mit Lift) auf Seite Eichenweg. Insgesamt investiert die BLS für die Arbeiten 2,41 Millionen Franken. Der Baubeginn ist für April 2013 geplant. www.bls.ch/verbesserungen


Berner Bevölkerung: zufrieden mit dem öV

Die Bevölkerung des Kantons Bern ist mit dem öffentlichen Verkehr ausserordentlich zufrieden: 93,3 % der befragten Personen sind sehr oder eher zufrieden mit den öV-Dienstleistungen. Kritisch beurteilt werden vor allem das Sitzplatzangebot in den Hauptverkehrszeiten und die Preisentwicklung. Dies ist das Resultat einer repräsentativen Umfrage vom März 2012. Durchgeführt hat die Umfrage das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr. www.bve.be.ch/öv

Doppelspurausbau: Schulwege gesichert

«Nur Flug»: neuer Service in den Reisezentren

Rechtzeitig zum Schulbeginn sind im Bereich der Zufahrten zur Baustelle des Doppelspurausbaus Rosshäusern–Mauss die Schulwege gesichert worden. Umgesetzt wurden sowohl bauliche wie auch organisatorische Massnahmen. www.bls.ch/rosshaeusern

Ab sofort können in den BLS-Reisezentren die Flüge von SkyWork auch ohne begleitendes Arrangement gebucht werden. www.bls.ch/reisezentren

Werben mit der BLS

Schüpfen: mehr Züge, mehr Sitzplätze

Neu halten in Schüpfen am Morgen in Richtung Bern–Belp zwei zusätzliche Züge der S31 (6.58 Uhr und 7.28 Uhr Schüpfen ab). So haben Fahrgäste während den Hauptverkehrszeiten mehr Platz. Dieses Angebot gilt bis Sommer 2013. Danach wird auf einer S3-Verbindung der neue BLS-Doppelstöcker unterwegs sein, der mehr Sitzplätze bietet. www.bls.ch/bahn

Billettautomaten neu mit Libero-Abos

Durchschnittlich drei Millionen Menschen nutzen an einem Arbeitstag in der Schweiz den öffentlichen Verkehr. Davon reisen 180 000 Pendlerinnen und Pendler mit den Zügen der BLS und das während durchschnittlich 15 Minuten. Deshalb sind die BLS-Züge geeignete Plattformen, um den Fahrgästen während ihren Fahrten eine Werbebotschaft mitzugeben. Aber auch Broschüren und der Autoverlad Lötschberg sind interessante Kommunikationsträger. www.bls.ch/werben

Trubschachen: bequemer ein- und aussteigen Monats- und Wochenabos des Libero-Tarifverbunds sind neu rund um die Uhr an den BLSTouchscreen-Automaten erhältlich. Wer ein neues Abo kauft, muss die öV-Grundkarten-Nummer eingeben, bei einer Abo-Verlängerung hingegen nicht. Inserate, Plakate, Flyer und Automatenkleber vermitteln weitere Informationen dazu. www.bls.ch/ticketautomat

Seit Anfang Juni steht in Trubschachen der auf 240 Meter verlängerte Perron den Reisenden zur Verfügung. Während der neue Perronteil bereits erhöht gebaut worden ist, wurden auf dem ursprünglichen Abschnitt Hilfstritte gebaut. Damit können die Reisenden bequemer ein- und aussteigen. www.bls.ch/verbesserungen 5


INTERVIEW

«Bern ist gemütlich, überschaubar und damit ideal zum Wohnen.» Steff la Cheffe

Interview

Steff la Cheffe Rapperin und Beatboxerin

Text: Thorsten Kaletsch Fotos: Rob Lewis

«Ich sehe mich nicht als Missionarin.» Stefanie Peter alias Steff la Cheffe ist als Musikerin sehr gefragt und geniesst den «Flow», den ihr das Leben derzeit bietet. Im Interview spricht die 25-jährige Bernerin über Ängste, Erlebnisse beim Bahnfahren, Gefahren ihres Jobs und den Sinn des Lebens.

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«Streifzug»: Wann haben Sie letztmals Nein gesagt? Steff la Cheffe: Ich habe im Herbst 2010 gelernt, Nein zu sagen, als ich nahe an einem Zusammenbruch war. Ich hatte einfach keine Energie mehr, war ausgebrannt. Es lief damals so viel, und es brach wie eine Lawine über mich herein. Ich konnte die ganzen Ereignisse gar nicht mehr verdauen und fand kaum noch Schlaf. Dadurch lernte ich etwas zu selektionieren – aber ich bin immer noch in der Lernphase. Denn eigentlich bin ich eher eine Ja-Sagerin, und es fällt mir schwer, spannende Angebote abzulehnen. Aber manchmal geht es nicht um das Wollen, sondern um das Können.

Ein Angebot, das Sie angenommen haben, war die Gestaltung des Künstlerbogens in der BLS-Gazette in diesem Frühjahr. Ja, das war ein cooler Auftrag. Ich konnte mich mit dem Thema Bahnfahren beschäft igen und das Ganze in Textform umsetzen. Dabei hatte ich sehr viel Freiraum. Ich mag solche Herausforderungen, denn ich entwickle mich beim Schreiben gerne weiter und verfeinere das Spiel mit der Sprache. Das gilt auch für meine Kolumne bei der Zeitung «Der Bund».


Die Bahnfahrer seien der «Querschnitt der Nation», schreiben Sie im BLS-Rap. Das kann man in der Schweiz schon so sagen, finde ich. Ich selber habe ein GA und keinen Führerschein, fahre meist 2. Klasse. Selten gönne ich mir für 15 Franken ein Upgrade in die 1. Klasse, wenn ich zum Beispiel morgens in der Rush-Hour verschlafen nach Zürich fahre.

Von da an konnte ich meine Gefühle und Gedanken im Rap festhalten. Die Texte von damals sind wie ein Tagebuch – sie geben einen Eindruck von dieser Zeit. Im Rap konnte ich auch ein Selbstbewusstsein entwickeln, ich spürte, dass ich etwas bewirken kann. Ich brauchte aber schon eine Zeit, bis ich mich – zuerst mit dem Beatboxen und erst danach mit dem Rappen – vor Publikum wagte.

Erinnern Sie sich an spezielle Erlebnisse beim Zugfahren? Es sind vor allem Begegnungen mit Menschen. Kürzlich habe ich einen Syrer kennengelernt, der aus Homs stammt und im aktuellen Konflikt Kollegen verloren hat. Es ist beeindruckend, wie tiefe Einblicke in das Leben man innerhalb von einer Stunde erhalten kann.

War die Musik so etwas wie eine Therapie für Sie? Teilweise ja, früher war ich mit vielen Dingen in unserer Gesellschaft nicht einverstanden, war dünnhäutig, auch zornig oder todtraurig. Musik war in dieser Phase eine Flucht und ein Ausgleich für mich. Ich konnte am Abend die ganzen Probleme und den Weltschmerz hinter mir lassen, ein Textblatt zur Hand nehmen und mich in eine Welt begeben, die mir guttat. Wenn ich etwas aufgeschrieben hatte, hatte ich es verarbeitet – denn das Aufschreiben setzt Denkarbeit voraus. Ich konnte Dinge loslassen, die mich belasteten. Heute bin ich gelassener. Ich habe gemerkt, dass es nicht gut ist, wenn ich mich von allem Negativen in der Welt zu sehr beeinflussen lasse. Erst wenn es mir gut geht, kann ich unterstützen und meine Stimme einsetzen.

Ist Ihnen Mobilität wichtig? Ja, ich bin gerne unterwegs und mag es, zu reisen. Ich musste aber feststellen, dass das rastlose Unterwegssein auch anstrengend sein kann. Ich kehre deshalb sehr gerne heim nach Bern und übernachte am liebsten zu Hause. Ich brauche einen Ruhepol, wo ich auftanken kann, ein «Nest» sozusagen. Könnten Sie sich vorstellen, ein Leben lang in Bern wohnhaft zu bleiben? Ja! Es bräuchte schon einen sehr triftigen Grund, um mich hier wegzulotsen – etwa einen musikalischer oder amouröser Natur. Ich bin momentan oft in Zürich im Studio, einer Stadt, die gut zum Arbeiten ist. Bern ist nicht so gross, nicht so hektisch. Gemütlich und überschaubar  – und deshalb ideal zum Wohnen. Aber wer weiss – sag niemals nie! Vielleicht mache ich es wie meine Tante, die mit 50 in die Karibik ausgewandert ist und ein neues Leben angefangen hat. Ich habe sie nach der Matur besucht und spürte nach fünf Monaten, dass ich zu jung und zu aktiv bin, um mich so abzusetzen. Mein Tatendrang ist noch zu gross. Dieser Aufenthalt in der Karibik war offenbar ein ziemlich wichtiger Moment für Sie. Ja, sehr. Ich realisierte in dieser Phase, dass ich keine Angst vor dem Versagen zu haben brauche, dass ich in der Schweiz gut eingebettet bin und über ein gutes soziales Netz verfüge. Dass ich mit der Matur die Basis für eine gute berufliche Entwicklung gelegt habe. Heute ist diese existenzielle Angst nicht mehr so präsent. Angst ist ein Relikt aus der Steinzeit und bringt einen selten weiter. Die meisten angsteinflössenden Probleme von heute sind eigentlich gar keine echten Gefahren – man muss sich nur überwinden und sie anpacken. Ein weiteres Schlüsselerlebnis war das Geschenk der beiden CDs «Things Fall Apart» von den Roots und «Make The Music» von Rahzel, das Ihnen Ihr älterer Bruder machte. Sie sagten einmal, von diesem Moment an hätten Sie gewusst, dass Rappen und Beatboxen «ihr Ding» sei. Absolut. Die beiden CDs erhielt ich mit 13  – genau in einem Moment, in dem man sich als Mensch neu findet.

Das tun Sie sehr gezielt – man nimmt Sie nicht als Lautsprecherin wahr. Ich sehe mich nicht als Missionarin. Wenn ich das Bedürfnis habe, etwas zu sagen, dann mache ich das oder setze mich in meinen Texten damit auseinander. Zu sehr moralisieren nervt aber. Ich halte mich eher an Gandhi, der sagte, man sollte den Wechsel in der Welt, den man sich wünscht, selber verkörpern. Zum Beispiel bin ich seit längerer Zeit aus Überzeugung Vegetarierin, was ich nie gross herausposaunt habe. In meinem Umfeld haben es aber als Folge einige Kolleginnen auch mit dieser Ernährungsumstellung probiert. Heute gibt es einerseits die starke, aktive und extrovertierte Steff la Cheffe und andererseits die ruhigere, feinere und sensiblere Stefanie Peter. Genau. Wenn ich Konzerte gebe, bin ich aktiv, spüre das Adrenalin und fühle mich gepusht. Das ist anders, als

Steff la Cheffes Ausflugstipp «Die Sense finde ich extrem schön», sagt Steff la Cheffe. «Da muss ich dieses Jahr unbedingt noch einmal hin.» Damit verknüpft die Rapperin viele Kindheitserinnerungen. «Wir sind jeweils mit der Familie an die Sense und ans Schwarzwasser gefahren und haben auch Schulausflüge in diese Region gemacht.» Die 25-jährige Stadtbernerin empfiehlt als Ausgangsort die Station «Schwarzwasserbrücke» der S6. Hin- und Rückreise Siehe Wandertipp Seite 38 7


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INTERVIEW

wenn ich frei habe, ausschlafe, frühstücke, dann vielleicht meine Mails checke und abends eine Kollegin einlade. Das hat auch mit dem Kontext zu tun. Wo stehen Sie in zehn Jahren? Momentan weiss ich ziemlich genau, wie die nächsten zwei oder drei Jahre aussehen. Das neue Album kommt im Frühjahr 2013 auf den Markt, und anschliessend gehen wir auf Tour. Was danach kommt, ist aber unklar. Pläne sind Pläne und nicht mehr. Ich habe ein Studium für Soziokulturelle Animation begonnen und dieses nach einem Jahr unterbrochen, weil ich Gelegenheit erhielt, mit Andreas Vollenweider auf Welttournee zu gehen. Aus einem Jahr Unterbruch wurden zwei und jetzt drei. Mein Leben ist derzeit ein Flow – alles, was ich brauche, fliegt mir zu. Vielleicht werde ich mich in diesen Bereichen rund um Kultur, Schreiben und Kommunikation weiterentwickeln. Vielleicht mache ich aber auch eine Pause mit der Musik und beginne wieder zu studieren. Ich kann mir gut vorstellen, von der Front ins zweite Glied zu wechseln und Junge zu unterstützen, pädagogisch zu arbeiten. Auch die Familienfrage stellt sich in dieser Zeit sicher mal. Im Moment ist es sehr offen, ob ich einmal Kinder haben werde oder nicht. Die Familie ist aber für Sie ein wichtiger Hort? Die Familie, in der ich aufgewachsen bin, ist sehr klein: Meine Mutter, meine zwei Brüder und früher auch noch das Grosi. Meine Mutter besuche ich immer noch regelmässig, erzähle von mir und schreibe auf ihrem grünen Balkon auch mal Songs. Mit meinem älteren Bruder bin ich zusammengezogen, und auch mit meinem jüngeren Bruder, der Autist ist, unternehme ich ab und zu Ausflüge.

Das neue Album Mit ihrem ersten Album «Bittersüessi Pille» wurde die 25-jährige Bernerin Steff la Cheffe, Stefanie Peter, auf einen Schlag einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Derzeit arbeitet die Rapperin und Beatboxerin an ihrem zweiten Album, das im Frühjahr 2013 erscheinen soll. Produzent ist wieder Reggae-Musiker Dodo. Neu in den Produktionsprozess einbezogen wurde Marco Jäger von Bonaparte, ein in Berlin wohnhafter Kirchberger. Steff la Cheffe stellt mehr elektronische Einflüsse in Aussicht, programmierte Beats und auch mal einen Synthesizer. Sie spiele auch mit afrikanischen Einflüssen, sagt die Musikerin. «Denn ich bin es müde, mich rein nur von der amerikanischen Hip-Hop-Szene inspirieren zu lassen.»

» www.stefflacheffe.ch

«Shoppen finde ich anstrengend.» Rapperin Steff la Cheffe.

Ich liebe meine Familie über alles, verbringe aber auch nicht jede freie Minute mit ihr. Die Zeit, als ihre alleinerziehende Mutter arbeitslos war, war sicher prägend. Hat sich Ihre Einstellung zum Geld verändert, seit Sie als Musikerin erfolgreich sind? Nein. Geld ist ein Mittel und weder schlecht noch gut. Es zeigt, wie wir miteinander und mit dem Leben umgehen. Ich habe aber gelernt, dass man nie über seine Verhältnisse oder auf Pump leben sollte. Ich gebe gerne Geld für gutes Essen, Kultur und Ausgang aus, dafür eher weniger für Kleider. Shoppen finde ich anstrengend, und mir fehlt auch die Zeit dafür. Wo liegt für Sie der Sinn des Lebens? Ich weiss nicht, ob es einen fixen Sinn gibt oder ob man sich diesen Sinn innerhalb seiner Möglichkeiten selber kreiert. Ich denke, dass es Dinge gibt, die sinnstiftender sind und einem glücklicher machen als andere. Der Sinn liegt im Innern und hat nichts mit Äusserlichkeiten wie dem Streben nach Schönheit, Sicherheit oder Reichtum zu tun. Es geht vielmehr darum, sich selber kennenzulernen, in sich einzukehren, herausfinden, wer man ist, was einem guttut und wo man hin will. Wenn man das herausgefunden hat, kann man sich auch um andere Menschen kümmern, ihnen etwas mitgeben und sie unterstützen.

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REPORTAGE

Reportage

Wandern im Freiburgerland

Text: Mia Hofmann Fotos: Rob Lewis, zvg

Brückenschlag über den Röstigraben. Wer von Düdingen nach Freiburg wandert, überquert die Grenze zwischen der deutschund der französischsprachigen Schweiz an einer besonders attraktiven Stelle: über das Grandfey-Viadukt.

Plötzlich beginnt der Boden leicht zu zittern, ein Rauschen nähert sich, tadamm, tadamm, tadamm, ein Zug über unseren Köpfen. Wir stehen auf dem Grandfey-Viadukt, unter uns die Saane, die sich zum Schiffenensee verdickt. Die über 300 Meter lange Fussgängerpassage stellt eindeutig den Höhepunkt der Wanderung von Düdingen nach Freiburg dar.

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Start der Tour ist der Bahnhof Düdingen. Die Gemeinde im Sensebezirk hat rund 7500 Einwohner und besitzt mit 2000 Hektaren die grösste landwirtschaftliche Nutzfläche des Kantons. Grosse Getreidesilos prägen denn auch das

Erscheinungsbild Düdingens, als wir langsam das Dorf verlassen und Richtung «Moos» loswandern. Nachdem wir die letzten Mehrfamilienhäuser hinter uns gelassen haben, kommen wir in ein kleines Naturschutzgebiet und kreuzen den Botanischen Pfad. Dieser ist 1,5 Kilometer lang und stellt 60 Pflanzenarten vor. Wer Lust hat, kann sich im «Düdinger Moos» und dem daran anschliessenden «Chiemi Wald» also gut die Zeit vertreiben. Balliswil mit Schloss und Allee In Garmiswil überqueren wir die Bahngleise. Wer gerne eine Kaffee- oder Mittagspause einlegen möchte, kann


dies im Landgasthof Garmiswil mit Wonne tun. Im Folgenden steigt der Weg etwas an, was nach dem Waldstück in Richtung Balliswil eine gute Aussicht ermöglicht. In Balliswil stossen wir auf eines der vielen Landschlösser, die es hier in der Region zu bestaunen gibt. Das Schloss Balliswil dient auch als kleines Hotel, so können zwei Zimmer – la chambre verte und la chambre bleue – gemietet werden, und auch der hellblau leuchtende Pool im Garten steht den Hotelgästen zur Verfügung. Obwohl bis Freiburg nur noch vier Kilometer fehlen, herrscht hier absolute Ruhe. Als wir daraufhin die zum Grandfey-Viadukt führende Allee durchschreiten, fühlen wir uns schon nach Frankreich versetzt, obwohl wir uns noch auf der Deutschschweizer Seite der Saane befinden. Bei der Fussgängerpassage des Viadukts haben Wanderer zwei Möglichkeiten: direkt traversieren und den Weg nach Freiburg fortsetzen oder aber ans Ufer der Saane herabsteigen und einen Abstecher zur Einsiedelei Magdalena anhängen (siehe auch Familientipp Seite 41). Wer sich wie wir für Ersteres entscheidet, erlebt schon bald selbst,

wie es sich anfühlt, wenn ein tonnenschwerer Zug drei Meter über dem Kopf vorbeirauscht. Wer den zweiten Weg wählt, wird mit einem schönen Seitenblick auf das Grandfey-Viadukt belohnt (siehe Bild oben). Viadukt mit Geschichte Das Grandfey-Viadukt wurde von 1858 bis 1862 erbaut. Die Brücke wurde aus Stahl konstruiert und stand auf sechs mit mächtigen Steinfundamenten unterlegten Gitterpfeilern 82 Meter über dem Wasser. Schon damals gab es eine Passage für Fussgänger und kleine Karren, welche die Verkehrswege in der unwegsamen Saaneschlucht entscheidend verkürzte. Der Bau wurde in der ganzen Schweiz mit grossem Interesse verfolgt, und besonders die Tragfähigkeit der Brücke sorgte für Anerkennung: «Mit der Einweihung nahm man die Brückenprobe vor, die wagemutigen Geist und Freude am Anschaulichen zeigt: 12 Geschütze mit 50 Pferden bespannt kamen auf die Brücke, etwa 300 Menschen passierten zu gleicher Zeit», beschreibt Josef Brunner die Einweihung in seiner Promotionsarbeit 1924.

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Fondueschiff Brienzersee.

Freitag, 28. September sowie 5., 12. und 19. Oktober 2012. Die herbstliche Abendstimmung lädt zu einer gemütlichen Fonduefahrt mit volkstümlicher Unterhaltung auf den Brienzersee ein. - Interlaken Ost ab 19.45 Uhr, Interlaken Ost an 21.30 Uhr, Schiff offen bis 22.00 Uhr - Fahrpreis: Erwachsene CHF 35.–, GA/Halbtax CHF 28.–, Kinder 6–16 Jahre CHF 17.50 - Preis Fondue à discrétion: CHF 28.– - Tischreservation: Gastro Lac AG, Telefon +41 (0)79 422 90 79 - Weitere Infos unter Telefon +41 (0)58 327 48 11 oder www.bls.ch/schiff


REPORTAGE

Attraktive Fussgängerpasserelle mit Blick auf den Schiffenensee: Auf der anderen Seite des Grandfey-Viadukts wird Französisch gesprochen.

Mit der Elektrifizierung der Eisenbahn musste die Brücke verstärkt werden, um die schwereren und schnelleren Zugkompositionen tragen zu können. Deshalb bekam das Grandfey-Viadukt zwischen 1925 und 1927 ein neues Betonkleid: Die vorhandenen Metallpfeiler wurden hintergossen und der Fahrbahnunterbau mit sieben Betonbogen ergänzt. Erst damit bekam der Bau, der zu den schönsten Eisenbahnviadukten der Schweiz zählt, seinen heutigen Charakter. Im Kern steht noch immer die Brücke von 1862 und trägt täglich zuverlässig über 130 Personen- und zahlreiche Güterzüge über den Schiffenensee. «Das versunkene Saanetal» Unter dem Viadukt, wo früher gemächlich die Saane dahinfloss, beginnt heute der Schiffenensee. Entstanden ist er 1964, als die Staumauer Schiffenen fertiggestellt wurde. «Die Öffentlichkeit war fasziniert vom Spektakel des ansteigenden Wassers, das eine ganze Landschaft verschlang», schreibt Alt Bundesrat Joseph Deiss im Vorwort zum Buch «Schiffenensee – Das versunkene Saanetal». Und weiter: «Zu den Auswirkungen auf Natur und Landschaft kam das persönliche Schicksal der Bewohner, die zwangsumgesiedelt wurden und ihre Bauernhöfe verlassen mussten.» Geflutet wurde beispielsweise der Kurort Bad Bonn. Die Schwefelquelle, die schon im Mittelalter bekannt war, liegt heute unter Wasser. 1960 war im Kurhaus Bad Bonn noch der sehr erfolgreiche Schweizer Film «Anne-Bäbi Jowäger» gedreht worden. Vor der Flutung 1964 wurden die alten Gebäude dann gesprengt. Heute mahnt noch der Name eines bis über die Landesgrenzen hinweg bekannten Ausgangslokals an den ehemaligen Kurort: das Café Bad Bonn. Das Stausee-Projekt verän-

derte einen ganzen Landstrich. Dadurch können aber heute 5 Prozent des Stromverbrauchs des Kantons Freiburg abgedeckt werden.

Französisches Ambiente: die Allee vor dem Viadukt.

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www.aletscharena.ch

HIT

sch Herbstsonne Alet r 2012 17. September –21. Oktobe

Tagespass: sch Arena, inkl. - Ticket fĂźr alle Bahnen in der Alet -Fiesch ation Talst n MGB-Strecke MĂśrel-Bette der Riederalp, auf l Wah r Ihre nt aura Rest - Tagesteller im Bettmeralp oder Fiescheralp te - Diverse Sport- und Kulturangebo

Erwachsene CHF 40.– Kinder CHF 32.–* GA SBB CHF 28.–

55 geschäfte | 11 kinos | 10 restaurants | 1 erlebnisbad & spa | 1 hotel

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REPORTAGE

www.fribourgregion.ch

Attraktives Landschloss in Balliswil (links) und ein atemberaubender Blick auf Freiburg, in dessen Oberstadt man auch mit dem Funiculaire (rechts) gelangen kann.

Neues Brückenprojekt und Universitätsstadt Auf der anderen Seite des Grandfey-Viadukts wird Französisch gesprochen. Das bemerken Wanderer bereits im Restaurant Grandfey, wo bei gutem Wetter im grossen Garten Grillspezialitäten genossen werden können. Unweit von hier liegt in malerischer Umgebung die «Auberge aux 4 Vents» (siehe auch Gastrotipp Seite 31). Wir aber machen uns auf Richtung Stadt und stellen fest, wie die Besiedelung immer dichter wird. Schon bald begegnen wir auf der Poya-Baustelle einem nächsten Brückenprojekt. Bis 2014 soll hier mit 196 Metern die längste Schrägseilbrücke der Schweiz entstehen. Die in zeitgenössischer Architektur gehaltene Poyabrücke soll damit an die lange Hängebrücken-Tradition der Stadt Freiburg anschliessen. Wir steigen noch einmal hinab zum Ufer der Saane und tauchen dann langsam ein in die gemütliche Betriebsamkeit Freiburgs. Die Zähringerstadt wurde 1157 erbaut und diente zur Sicherung des Aare-Saane-Gebietes. Heute ist Freiburg vor allem auch als Bildungsstadt bekannt, behei-

matet sie doch die schweiz- und europaweit einzige Universität, an der alle Abschlüsse wahlweise in Deutsch oder Französisch gemacht werden können. Aktuell sind 43 Prozent der Studierenden deutschsprachig und 34 Prozent französischsprachig. In der Wohnbevölkerung hingegen dominiert die französische Sprache: 63,6 Prozent sprechen Französisch, 21,2 Prozent Deutsch. Wir schnappen denn auch vorwiegend französische Wortfetzen auf, als wir durch die Altstadt hoch schlendern, vorbei an der berühmten Kathedrale St. Niklaus, langsam hinauf Richtung Bahnhof. Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem «Funiculaire», der alten Standseilbahn aus dem Jahr 1899, von der Unter- in die Oberstadt hochzufahren. Die Funiculaire von Freiburg ist einmalig in ganz Europa, da sie mit dem Abwasser der Stadt betrieben wird, das sie als Antriebsballast nutzt. Mit etwas surrenden Beinen und einem Lächeln im Gesicht erreichen wir schliesslich den Bahnhof Fribourg. Auf der Heimreise überqueren wir das Grandfey-Viadukt (und damit den Röstigraben) ein zweites Mal – diesmal aber fahrend.

Gut zu wissen Hinreise: Mit der Bahn nach Düdingen. Rückreise: Ab Fribourg mit der Bahn. Wanderung: Von Düdingen über das Düdinger Moos nach Garmiswil (35 Min.), über Balliswil zum Grandfey-Viadukt (40 Min.), nach Freiburg (50 Min.). Tipp: Besuch der Magdalena-Einsiedelei bei Räsch (siehe Familientipp S. 41). Standseilbahn: Werktags 7 bis 8.15 Uhr und 9.30 bis 19 Uhr, Sonn- und Feiertage 9.30 bis 19 Uhr, Einzelfahrt: CHF 2.30. Übernachten/Einkehr: Landgasthof Garmiswil Tel. +41 (0)26 492 01 30, www.jungos.ch, Schloss Balliswil, Tel. +41 (0)26 481 14 28, www.balliswil.ch, Restaurant Grandfey, Tel. +41 (0)26 322 37 02,

Auberge aux 4 Vents, Tel. +41 (0)26 347 36 00, www.aux4vents.ch, (siehe auch Gastrotipp S. 31). Bücher/Quellen: «Schiffenensee – Das versunkene Saanetal», Verein O.S.K.A.R. (Hrsg.), 2011. Josef Brunner: Beitrag zur geschichtlichen Entwicklung des Brückenbaus in der Schweiz. Promotionsarbeit, Bern 1924. Mehr Infos: Düdingen Tourismus, Tel. +41 (0)26 492 74 74, www.duedingen-tourismus.ch, Fribourg Tourisme, Tel. +41 (0)26 350 11 11, www.fribourgtourisme.ch Wanderkarte und Höhenprofil unter

» www.bls.ch/streifzug 15


THEMA

Thema

BLS Cargo: Die Alpinisten verbinden Europa

Text: Stefanie Burri und Peter Bader Fotos: BLS

Zum Beispiel Galbani-Mozzarella. BLS Cargo hat sich zur führenden Bahn im Gütertransit durch die Schweiz gemausert. Was ist das Erfolgsgeheimnis des Privatunternehmens? Und was hat luxemburgische Milch mit italienischem Mozzarella zu tun? Eine kleine Reise durch die Welt des Güterverkehrs.

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Für einen kurzen Moment wähnt man sich auf einer Schweizer Alpenwiese. Kühe tummeln sich auf dem saftigen Grün, zupfen Gras, käuen scheinbar gelangweilt, ab und zu reiben zwei die Köpfe aneinander. Allein, es fehlen die für Schweizer Alpenwiesen typischen Kuhglocken. Und plötzlich ertönt lauter Motorenlärm, was einem definitiv in die Realität zurückholt. Es ist später Nachmittag, auf dem Rangierbahnhof der luxemburgischen Kleinstadt Bettembourg hinter der Weide beginnt geschäftiges Trei-

ben. Container werden von Lastwagen per Kran auf Züge umgeladen, Güterwagen rangiert und entladen, wieder beladen und zu einer neuen Zugkomposition zusammengestellt. Aussen staubig, innen keimfrei Dann fährt ein Lastwagen auf den Terminal. Beladen ist er mit weissen Containern, die aussen staubig und innen absolut keimfrei sind. Das müssen sie auch sein, denn in den


Geschäft ist hart, der Markt umkämpft. 2009, mitten in der grossen Wirtschaftskrise, wies das Unternehmen erstmals einen geringen Verlust aus. Der schwache Euro trifft auch BLS Cargo hart, weil die Leistungen zumeist in Schweizerfranken erbracht, aber in Euro bezahlt werden. Zuletzt machte dem Tochterunternehmen der BLS AG auch der zwischenzeitliche Streckenausfall am Gotthard zu schaffen. Aber BLS Cargo trotzt den Widrigkeiten: 2011 stieg das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um satte 75 Prozent auf 4,2 Millionen Franken. Trotz eines geringen finanziellen Verlusts 2011 beansprucht das Unternehmen im Transitbereich inzwischen 43 Prozent des Marktes für sich und erreicht damit etwa den gleichen Anteil wie SBB Cargo und SBB Cargo international zusammen. «Leistungen aus einer Hand» Konkret: Jährlich queren 23 000 BLS-Cargo-Züge die Alpen, an manchen Tagen bis zu 100 pro Tag. 32 Prozent davon nehmen die Gotthard-Route, der Rest passiert den Lötschberg. Seit ihrer Gründung konzentriert sich BLS Cargo auf sogenannte Ganzzüge, das heisst auf ganze Zugkompositionen, die ein einziges Unternehmen für sich bucht. «Wir sind ein flexibles Privatunternehmen, können schnell auf Kundenwünsche reagieren», sagt CEO Dirk Stahl. «Das ist eine unserer grossen Stärken.» Das Unternehmen wickelt Güterverkehr über die Schweizer Grenzen hinaus ab, trägt je nach Vertragsverhältnis mit dem Kunden auf allen europäischen Strecken (z. B. Neuss–Gallarate) die alleinige Verantwortung für den gesamten Transport und ist einziger Ansprechpartner für den Kunden. Man liefere damit Leistungen aus einer Hand, bemerkt Dirk Stahl, und stelle so zum Beispiel sicher, dass der Kunde jederzeit über die Verkehrslage der Waren informiert sei und damit seine logistischen Planungen anpassen könne. Wo BLS Cargo nicht selber fährt, übernehmen Partnerbahnen den Transport. Dazu gehören unter anderem die DB Schenker Rail (eine Tochter der Deutschen Bahn) oder Trenitalia Cargo.

weissen Behältern wird Milch nach Italien transportiert. Zweimal pro Woche fährt ein Güterzug von Bettembourg Richtung Süden, mit rund einer Million Liter hauptsächlich französischer, aber auch belgischer und luxemburgischer Milch an Bord. Abfahrt in Bettembourg: 2.30 Uhr. Zehn Stunden später rollt der Zug mit einer Lokomotive von BLS Cargo über die Gotthardachse. In einer Fabrik in Lodi südlich von Mailand wird die Milch schliesslich zu Galbani-Mozzarella verarbeitet und nach ganz Europa verkauft. Alltag im europäischen Güterverkehr. «Wir sind die Alpinisten», sagt der 45-jährige Dirk Stahl, Chef von BLS Cargo seit der Gründung 2001. «Der Gütertransport auf der Schiene durch die Schweiz und die Alpen ist unser Kerngeschäft» (im Bild oben ein BLS-CargoZug oberhalb des Thunersees). Und darin sind der Chef und seine rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter richtig gut. Was keine Selbstverständlichkeit ist, denn das

Das Schweizer Unternehmen steigert gleichzeitig laufend sein Produktivität und Effizienz. Seit Fahrplanwechsel 2011 fahren etwa auf der Gotthardachse erstmals BLSLokführer und BLS Cargo-Lokomotiven durchgängig von Bellinzona bis nach Gallarate, was einen Bruch im Produktionssystem vermeidet, die Laufleistung der Lokomotiven erhöht oder effizientere Arbeitsschichten für die Lokomotivführer ermöglicht. «Umweltfreundlicher, sichererer, effizienter» Ein wichtiges Standbein von BLS Cargo ist zudem die «rollende Landstrasse» zwischen dem deutschen Freiburg und Novara im Norden von Italien. Auf der Rola werden sowohl die Lkws als auch deren Chauffeure transportiert. Durch die Aufstockung auf 11 tägliche Zugspaare konnte die Verkehrsleistung 2011 um rund 7 Prozent gesteigert werden. Darüber hinaus unterzeichneten die Verantwortlichen von BLS Cargo mit RAlpin, der Betreiberin der rollenden Landstrasse, die Verträge bis 2018 und sicherten

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THEMA

Auf dem Rangierbahnhof im Luxemburgischen Bettembourg werden Container umgeladen.

damit ein wichtiges Geschäftsfeld für die Zukunft. «Wir leisten einen bedeutenden, inzwischen unverzichtbaren Beitrag zur Schweizer Verlagerungspolitik», ist Dirk Stahl überzeugt. «Der Gütertransport auf der Schiene ist umweltfreundlicher, sicherer, effizienter.» Trotzdem warten grosse Herausforderungen auf die Branche. Neben den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen BLS Cargo vor allem zwei Problemfelder Sorgen. Als Folge des anhaltenden Wachstums des kombinierten Verkehrs auf der Schiene überstieg 2011 die Nachfrage nach Trassen für den «hochprofiligen kombinierten Verkehr» (4-m-Profil) das Angebot. BLS Cargo musste deshalb erstmals in der Geschichte der Schweizer Eisenbahn in einem Bietverfahren um Nutzungsrechte für Trassen auf der Lötschberg-Simplonachse kämpfen. Da diese Achse als einzige Transitstrecke durch die Schweiz für hochprofiligen Güterverkehr ausgerüstet ist, bestehen bei Streckenengpässen in der Schweiz keine Ausweichmöglichkeiten. «Für uns ist – neben entsprechenden Ausbauten auf der Lötschbergachse – auch ein Ausbau der Gotthardachse auf einen 4-m-Korridor wünschenswert», sagt Dirk Stahl. Der «BLS-Mozzarella» auf dem Teller Daneben leidet die Schieneninfrastruktur unter dem zunehmenden Verkehrsaufkommen. Insbesondere auf der Simplonsüdseite führte dies in der Vergangenheit neben Streckeneinschränkungen aufgrund von notwendigen Bauarbeiten zu vielen unvorhergesehenen Streckenunterbrüchen.

Trotzdem bleibt Dirk Stahl optimistisch und sagt: «Wir sind für die Zukunft gut gerüstet.» Und wer künftig ein Stück Mozzarella verspeist, sollte daran denken, dass es vielleicht auch dank BLS Cargo auf seinem Teller liegt.

Der «Milchzug» bei Wassen.

Kühe weiden in Bettembourg.

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THEMA

«Unsere Vorschläge werden ernst genommen.» Jürgen Maier, Leiter internationale Beziehungen der BLS AG, vertritt die Interessen von BLS Cargo im Ausland. Er stelle dabei weniger Forderungen, sondern mache eher konstruktive und pragmatische Vorschläge. Und: «Der Ruf des Schweizer Güterverkehrs im Ausland ist hervorragend.» Herr Maier, warum braucht die BLS Lobbyisten? Jürgen Maier: Wir sind zu zweit, verfügen also über beschränkte Möglichkeiten. Mein Kollege kümmert sich darum, dass die Anliegen der BLS in politischen Gremien und Verbänden in der Schweiz gehört werden. Ich mache das vorab im Ausland, insbesondere bei Institutionen in Brüssel. Aber es ist nicht so, dass wir fordernd auftreten. Wir wollen vor allem neue Ideen in die Diskussion bringen, pragmatische Vorschläge machen.

grösseren Wirbel ausgelöst. Denn das würde kurzfristig grosse Investitionen für alle Wagenhalter bedeuten. Und es ist nicht klar, ob der Vorschlag überhaupt mit der EU-Gesetzgebung kompatibel ist. Nun habe ich zwischen dem BAV und der Europäischen Vereinigung für Eisenbahnund Infrastrukturbetriebe (CER) vermittelt. Die Bahnen haben einen Alternativvorschlag ausgearbeitet und werden diesen mit dem BAV besprechen. Somit konnte vorerst eine Eskalation verhindert werden.

Oder? Ich versuche mit guten Argumenten und bei den richtigen Leuten für die Idee einer Alpentransitbörse im mittel- bis langfristigen Zeithorizont zu werben. Wir haben auch konkrete Vorschläge dazu gemacht, wie der Güterverkehrskorridor zwischen Rotterdam und Genua möglichst einheitlich gestaltet werden kann, also mit möglichst wenigen administrativen und technischen Hindernissen zwischen den Ländern.

Hat es ein Schweizer Unternehmen in Brüssel bei der EU besonders schwer? Ich kann nur für ein Eisenbahnunternehmen sprechen, und da lautet die Antwort: Nein. Der Schweizer Güter- und Personentransport auf der Schiene hat einen ausgezeichneten Ruf, die Schweiz dient diesbezüglich vielerorts als Musterbeispiel. Wir werden ernst genommen.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten?

Es ist immer schwierig zu sagen, welcher Faktor ausschlaggebend für den Erfolg war. Wir sind ein kleines, hoffentlich nicht unwichtiges Rädchen in einem ganzen Prozess, tragen also unseren Teil dazu bei.

Das Networking, der Austausch mit Mitarbeitern aus anderen Bahnunternehmen. Dabei lerne ich auch die öV-Verhältnisse in anderen Ländern kennen, die teilweise weit von unserem Angebot entfernt sind und mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben. So ergeben sich Ideen, welche für die Schweizer Bahnlandschaft interessant sein könnten. Das öffnet auch den persönlichen Horizont.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Und was ärgert Sie am meisten?

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat unlängst die Forderung aufgestellt, dass ab 2020 nur noch «lärmarme» Wagen in der Schweiz beziehungsweise durch die Schweiz fahren dürfen. In der EU und bei den europäischen Bahnen hat dies einen

Gerade bei der EU mit ihren 27 Ländern sind die Prozesse sehr langsam und schwerfällig. Hier Kompromisse zu finden und Entscheide zu fällen, ist kein leichtes Unterfangen. Das braucht schon viel Geduld und auch Optimismus!

Mit Erfolg?

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17. September 2012

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FAHRGASTPORTRÄT

Fahrgastporträt

Roland Zoss

Aufgezeichnet von: Regula Tanner Foto: Manu Friederich

«Ich möchte ein Hüter der Kindheit sein.» «Ich sehe die Bahn als soziale Ader der Schweiz. Das Land ist der Körper, die Schienen sind die Blutbahnen, und das Ganze pulsiert. Ein ständiges Kommen und Gehen. Ein miteinander Verbundensein. Ich bin in einer Eisenbahnerfamilie aufgewachsen und seit jeher mit dem Zug unterwegs. Meine Bahnlust drückt sich auch in meinen Liedern aus: ‹Bine Krokiloki, ohni Strom da bocki, bi über hundert Tonne schwär, chume im Schuss derhär …› Ich bin Autor und Kinderliedermacher. Manche Leute fragen: ‹Warum machst du nur Musik für Kinder?› Was heisst da nur? Erstens sprechen meine Musik und Texte auch Erwachsene an. Und zweitens ist die Kindheit ein Zustand, den es nicht zu überwinden, sondern zu bewahren gilt. Schade, dass sie heute viel zu früh verloren geht. Ich möchte ein Hüter der Kindheit sein. Spiele mit Worten und Tönen. Ich bin ein Poet. Kinder sind offen für Poesie, viel mehr als Erwachsene.

Zugfahren ist etwas bereicherndes. Entspannend und horizonterweiternd. Am häufigsten pendle ich zwischen meinem Wohnort Mittelhäusern und Bern oder – noch lieber – den Liparischen Inseln. Das dauert gut zwanzig Stunden. Als Student kaufte ich mir dort eine heruntergekommene Ruine. Ich baute sie aus, und heute ist sie mein kreativer Rückzugsort. Drei Monate des Jahres verbringe ich dort. In den restlichen spiele ich mit professionellen Musikern CDs ein und reise mit dem Zug von Schullesungen zu Konzerten; seit Anfang September auf Tournee mit der neuen CD. Letzthin, am Bahnhof Bern, drehte sich eine Mutter mit einem Kind an der Hand um und rief: ‹Danke, dass es Sie gibt!› Das sind meine schönsten Momente.»

Der Fahrgast Meine berühmteste Figur ist Jimmy Flitz, die Hörspielmaus vom Berner Münster, die auf Reisen geht. Ich trage die Plüschmaus mit dem rot-weiss gestreiften Pullover ständig bei mir. Wenn ich im Zug sitze, und die Kinder sie in meiner Tasche entdecken, sagen sie zu ihrer Mutter: ‹Er ist es!› So entstehen viele spontane Gespräche. Das finde ich schön. Nach den Konzerten brauche ich aber meine Ruhe. Dann setze ich eine Brille auf und schaue in ein Buch. So erkennt mich niemand.

Name: Roland Zoss Alter: 61 Beruf: Autor und Kinderliedermacher Strecke: Mittelhäusern–Bern, öfters auch mal weiter, über die Lötschbergstrecke

bis zu den Liparischen Inseln Abonnement: GA Vorlieben: Fenster, mit Blick in die Zukunft. Noch lieber im Führerstand. 23


BLICKPUNKT

Blickpunkt

Das BLSReisezentrum Langnau

Text: Mike Sommer Fotos: Manu Friederich, Bendicht Stucki

Modernes Ambiente für ein junges Team: (von rechts, vorne): Tanja Siegenthaler, Claudia Bigler, Chantal Wittwer; (hinten): Martin Moser, Christian Schmutz, ArtemVrjesniovski

Neues Design im Dienst der Kunden. Das BLS-Reisezentrum Langnau ist nach dem Umbau nicht mehr wiederzuerkennen. Die Kunden finden nun ideale Bedingungen, um sich vom jungen Team beraten zu lassen.

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Lärm, Staub, Hektik – die ersten sechs Monate dieses Jahres waren für die Mitarbeitenden des BLS-Reisezentrums Langnau eine happige Zeit. Der Grund: Die Liegenschaftsbesitzerin SBB unterzog das fast 90-jährige Bahnhofgebäude einer umfassenden Renovation. Die zieht sich bis in den Herbst hinein, aber das BLS-Team konnte schon Ende Juni aufatmen, als es die neuen Räumlichkeiten des Reisezentrums bezog. Ein echter Quantensprung. Vorbei die Zeiten, als Glasscheiben zwischen Kunde und Reiseberater die Kommunikation am Schalter zu einer eher hölzernen Angelegenheit machten. Claudia Bigler, die Leiterin des BLS-Reisezentrums Langnau, freut sich: «Jetzt stehen oder sitzen wir mit den Kunden an der langen Theke und haben einen viel direkteren Kontakt. Wie in einem richtigen Reisebüro halt, und nicht mehr wie am Bahnhofschalter.» Kein Wunder, wirkt das ganze Team um Claudia Bigler motiviert und aufgestellt: «Wir sind zuversichtlich, dass die Bevölkerung der Region häufiger als früher zu uns kommen wird, um eine Ferienreise zu planen.» Zum Beispiel Veloferien in Norddeutschland oder an der Do-

nau, die bei den Langnauerinnen und Langnauern besonders beliebt seien, wie Claudia Bigler aus Erfahrung weiss.

Das BLS-Reisezentrum Langnau in Kürze Leiterin seit März 2008: Claudia Bigler Team: Claudia Bigler, Doris Reist, Tanja Siegenthaler, Martin Moser, 6 Lernende Kontakt: BLS AG, Reisezentrum Langnau, Bahnhofstrasse 4, CH-3550 Langnau i.E. Tel. +41 (0)58 327 60 80, langnau@bls.ch Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 6.40 bis 19 Uhr, Samstag 7.40 bis 16.40 Uhr, Sonntag 7.40 bis 12 und 13 bis 16.40 Uhr

» www.bls.ch/reisezentren


Ein junges Team am Steuer Die gelernte Betriebsdisponentin kam im März 2008 ins Emmental, als die Leiterstelle im BLS-Reisezentrum Langnau ausgeschrieben war. Sie hatte sich einen überaus spannenden Arbeitsort ausgesucht, und dies aus mehreren Gründen. Einerseits ist Langnau als Zentrum einer touristisch attraktiven Region die Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs zwischen Bern und Luzern. Dazu kommt, dass das BLS-Reisezentrum im August 2009 die Funktion einer «Junior Station» übernommen hat. Das bedeutet, dass hier ständig sechs junge Frauen und Männer im Rahmen ihrer dreijährigen Lehre einen sechs- oder zwölfmonatigen Einsatz absolvieren und dabei viel Verantwortung übernehmen. Für die Festangestellten ist das Coachen der Lernenden eine Herausforderung, die viel Abwechslung in den Berufsalltag bringt.

Die Ferien- und Reiseberatung gehört zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten, die der Nachwuchs in der BLS «Junior Station» Langnau erlernt. Die Arbeit umfasst aber auch alle anderen Dienstleistungen eines BLS-Reisezentrums wie den Verkauf von Billetten und Abonnementen, Geldwechsel oder den Ticketverkauf. Ob Rockkonzert im Hallenstadion, YB-Match im Stade de Suisse oder Eishockeyspiel der heimischen SCL Tigers in der umgebauten Ilfishalle: Bei Claudia Bigler und ihrem Team im topmodernen BLS-Reisezentrum Langnau sind sport- und kulturinteressierte Langnauerinnen und Langnauer an der richtigen Adresse.

Ausflugstipp von Claudia Bigler

Das Emmental aus der Vogelperspektive Steil bergauf oder bergab – das Hügelland Emmental verlangt dem Wanderer bisweilen einiges ab. Der Ausflugstipp von Claudia Bigler gehört aber sicher in die Kategorie «für die ganze Familie geeignet». Die einfachste Variante der Wanderung beginnt mit einer Bahnfahrt nach Langnau oder Signau und einer anschliessenden Busfahrt zum Restaurant Chuderhüsi in der Gemeinde Röthenbach. Dann folgt gleich der erste Höhepunkt: Nach einem kurzen Spaziergang durch den Goucherenwald erreicht man den 42 Meter hohen Holzturm, von dem aus sich das Emmental und im Hintergrund die Berner Alpen und der Jura wie auf dem Serviertablett präsentieren. Ganz beeindruckend sei die Szenerie übrigens in klaren Vollmondnächten, meint Claudia Bigler. Ein Geheimtipp für Romantiker sozusagen. Vom «Chuderhüsi» aus bieten sich zwei Wandervarianten von jeweils etwa drei Stunden Dauer an. Entweder man wählt die Höhenwanderung über den Churzenberg nach Oberdiessbach, die immer wieder grandiose Ausblicke bietet. Die andere Route führt via Röthenbach nach Eggiwil. Als besondere Sehenswürdigkeit auf dieser Strecke durch eine Bilderbuchlandschaft gilt das über 500 Jahre alte Kirchlein Würzbrunnen, in dem Ueli der Knecht im gleichnamigen Film von Franz Schnyder sein Vreneli geheiratet hat. Mehr Emmental geht fast nicht.

Gut zu wissen Hinreise: Mit der Bahn nach Langnau oder Signau. Weiter mit dem Bus bis «Röthenbach i.E., Chuderhüsi». Achtung: Die Haltestelle Chuderhüsi wird nur an Sonntagen von Mai bis Ende Oktober bedient (Abfahrten in Langnau: 9.37 und 13.37 Uhr). Das Dorf Röthenbach hingegen ist das ganze Jahr durch täglich mit dem BLSBus erreichbar. Rückreise: Ab Oberdiessbach mit der Bahn. Ab «Eggiwil, Dorf» oder bereits ab «Röthenbach i.E., Dorf» mit dem Bus. Der Flyer «Wandertipps Emmental 2012» kann unter www.bls.ch/broschueren bestellt oder heruntergeladen werden.

Wanderkarte und Höhenprofil unter

» www.bls.ch/streifzug 25


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Höchster Punkt: 1239,5 m ü.M. (im Lötschberg-Scheiteltunnel) Tiefster Punkt: 431,7 m ü.M. (Bahnhof Solothurn) Höchster Haltepunkt: Goppenstein (1216,3 m ü.M., höchster Bahnhof einer Adhäsions-Normalspurbahn der Schweiz) Tiefster Haltepunkt: Solothurn (431,7 m ü.M.) Nördlichster Haltepunkt: Langenthal Südlichster Haltepunkt: Lalden Östlichster Haltepunkt: Luzern Westlichster Haltepunkt: Payerne Längster durchfahrener Tunnel: Lötschberg-Scheiteltunnel (14,61 km) Längste überquerte Brücke: Lorraine (1080 m, zwischen Bern und Bern Wankdorf) Höchste überquerte Brücke: Bietschtal (78 m, zwischen Hohtenn und Ausserberg) Maximale Neigung: 37‰ (auf der Linie Bern–Schwarzenburg)

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DATEN UND FAKTEN

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Thunersee Fläche: 47,8 km2 Seespiegel: 558 m ü.M. Tiefster Punkt: 344 m ü.M. Länge fahrplanmässige Fahrt Thun – Interlaken West: 29,48 km Anzahl Schiffe: 8 (davon 1 Dampfschiff «Blümlisalp»)

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Brienzersee Fläche: 29,8 km2 Seespiegel: 564 m ü.M. Tiefster Punkt: 304 m ü.M. Länge fahrplanmässige Fahrt Interlaken Ost – Brienz: 18,65 km Anzahl Schiffe: 5 (davon 1 Dampfschiff «Lötschberg»)

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Distanz Kandersteg–Goppenstein: 16,875 km Distanz Kandersteg–Iselle (I): 64,188 km Fahrzeit Kandersteg–Goppenstein: 15 Min. Fahrzeit Kandersteg–Iselle (I): 60 Min.

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Reliefkarte: © 2011 swisstopo

Die Netzpläne finden Sie auch unter www.bls.ch/netzplan


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GASTROTIPP

Gastrotipp

Auberge aux 4 Vents Freiburg

Text: Thorsten Kaletsch Fotos: Mia Hofmann

Sommerresidenz für einen Abend. Zwischen dem Gewerbegebiet von Granges-Paccot, dem Eishockeystadion St-Léonard von Fribourg-Gottéron und dem Grandfey-Viadukt befindet sich ein Anwesen, auf dem die Zeit stehen geblieben ist. Mittendrin: die «Auberge aux 4 Vents», die Ruhesuchende und Gourmets gleichermassen begeistert. Von der Bahnlinie Bern–Fribourg erhascht man unmittelbar nach dem Grandfey-Viadukt einen Blick auf einen wunderbaren Park mit majestätischen Bäumen: Darin steht ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das einst als Sommerresidenz und Jagdhaus diente. Heute ist es ein fantasievoller Gastronomie- und Hotelleriebetrieb, der eine grosse Ruhe ausstrahlt und viele Gäste glücklich macht: die Auberge aux 4 Vents in Granges-Paccot vor den Toren Freiburgs. Das Grandfey-Viadukt hat seinen Namen von diesem Landgut. So benannt wurde es wegen der zwei riesigen Blutbuchen (Grande Fagus), die im Garten der Auberge noch heute Schatten spenden. Dass Gäste den Park mit seinen von Buchsbäumen gesäumten, verwinkelten Wegen geniessen können, ist der Initiative des Nidauer Filmregisseurs Res Balzli zu verdanken. Zusammen mit Catherine Portmann kaufte er das Anwesen 1997 und machte daraus einen innovativen Gastronomiebetrieb mit acht aussergewöhnlichen Zimmern. «Viele Freiburger fragten sich immer, was wohl hinter den hohen Hecken zu sehen sei», erinnert sich Balzli. «Wir machten

deshalb zu Beginn ein grosses Fest, an dem alle mit Stühlen und Leitern darüber schauen konnten.» Das zweimonatige Provisorium mit einem Zelt im Garten kurbelte das Interesse der Öffentlichkeit zusätzlich an. So erstaunt es nicht, dass der Betrieb gleich von der Eröffnung im Jahr 1999 an sehr gut lief. Res Balzli hat das Lokal inzwischen in die «Stiftung Wunderland» überführt, die kulturelle, soziale oder karitative Projekte unterstützt, indem sie Gebäude unter günstigen Bedingungen zur Verfügung stellt. Die operative Leitung der «Auberge aux 4 Vents» hat er 2006 einer Gruppe von fünf ehemaligen Angestellten abgegeben. «Wenn etwas etabliert ist, muss ich weiterziehen», sagt der Filmregisseur. «Ich brauche immer wieder neue Herausforderungen.» Die Übergabe an Sandra Gessler, Küchenchef Emmanuel Gremaud (vorher in der «Pinte des Mossettes» in Cerniat), Arnaud Nicod, François Baumann und JeanChristophe Piguet bezeichnet er als absoluten Glücksfall. «Sie führen den Betrieb in unserem Sinn weiter und haben nur wenig geändert.» 31


GASTROTIPP

Grosser Garten zum Verweilen und Entspannen: In der Auberge aux 4 Vents in Freiburg kann man auch nur ein Getränk konsumieren.

Wir lassen uns bei unserem Besuch einen Apéro im lauschigen Garten nicht entgehen. Bei einem Freiburger Barberousse-Bier betrachten wir die Kunstobjekte aus Stein, Metall und Glas von Sonja Bischofberger, Res Freiburghaus, Jürg Hofmann und Luciano Andreani und in der Ferne die entstehende Poya-Brücke. Das runde Restaurant mit Glaskuppel ist gut gefüllt. Es gibt drinnen nur 30 bis 40 und auf der Terrasse 25 Plätze – eine Reservation ist also dringend nötig, wenn man nicht nur im Garten ein Getränk konsumieren möchte. Der Blick auf die kleine, feine Menü- und Weinkarte enthüllt dann neben der Kreativität der Köche vor allem eines: Das Preisniveau ist erstaunlich moderat. Das Menü an diesem Abend – Erbsenmousse mit Riesencrevetten nach orientalischer Art, Schweinsfilet im Heubett mit Püree aus süssen Zwiebeln, Gemüse und jungem Knoblauch und anschliessend eine Käseauswahl oder eine Bretzelroulade mit Erdbeermousse und Rhabarbersorbet – kostet lediglich 64 Franken. Für einen Gourmetgenuss dieser Qualität erstaunlich wenig. Auch die Weine in der «Auberge aux 4 Vents» sind fair kalkuliert. Die Karte umfasst 18 Gewächse, von denen 15 im Offenausschank erhältlich sind, sowie drei Schaumweine. Alle zwischen 40 und 80 Franken.

Krönung des Abends: die exzellenten Desserts.

Neben dem Menü testen wir an diesem Abend einen Salat, der hier «Salatbusch» heisst, und einen Klassiker des Hauses, den grillierten «Lachmuskel des Rindes» in Burgunderbutter. Dass die korrekte deutsche Bezeichnung für dieses Stück wohl eher Kronfleisch oder Zwerchfell wäre, spielt keine Rolle: Es schmeckt hervorragend, genau wie die anderen Gänge. Die absolute Krönung an diesem Abend sind jedoch die Sorbets: Rhabarber (im Menü), Zitrone, Orange und vor allem Himbeer (als Dessert «3 Sorbets» für 12 Franken). Gerne würde man den Aufenthalt auf Grandfey in einem der acht originellen Hotelzimmer verlängern. Leider sind diese sehr gut ausgebucht – das «Chambre Bleue» mit der Badewanne auf Schienen, die sich auf den Balkon schieben lässt, sogar auf ein Jahr hinaus.

Gut zu wissen Lokal: Auberge aux 4 Vents, Grandfey 124, 1700 Freiburg. Hin- und Rückreise: Mit der Bahn nach Fribourg, weiter mit dem Bus 1 bis «Fribourg cimetière» und in einem 15-minütigen Fussmarsch die Route de Grandfey hoch (Richtung Viadukt) zum Lokal. Wirteteam: Sandra Gessler, Emmanuel Gremaud, Arnaud Nicod, François Baumann und JeanChristophe Piguet. Öffnungszeiten: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 14 bis 23.30 Uhr; samstags und sonntags von 10 bis 24 Uhr. Reservationen: Tel. +41 (0)26 347 36 00, www.aux4vents.ch Streifzug-Angebot: Bei Abgabe dieses Bons gibt es nach einer Hauptmahlzeit einen Gratis-Kaffee, -Espresso oder -Tee. 33


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/" .#** Eine Reise zu den Seen im Kanton Bern Ob als Wasservorrat, als Wohlfßhloase oder als Geschichtenund Sagenlieferant – von Seen geht oft eine grosse Faszination aus. In diesem Buch werden ßber 80 bernische Seen in Text und Bild porträtiert und regionale Eigenheiten beschrieben. Seen- und Seelenlandschaften, Fritz von Gunten, CHF 43.–, 320 Seiten, gebunden, erhältlich bei Druckerei Schßrch AG, 4950 Huttwil, www.schuerch-druck.ch.

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Grßezi – Bonjour Diese beiden WÜrter sind ständige Begleiter auf den 22 Etappen entlang der Sprachgrenze. Dabei bringt der reich bebilderte Fßhrer nicht nur die Wanderung selbst dank genauen Routenbeschreibungen (leider ohne Detailkarten)

auf den Punkt, sondern ebenso die Kulturvielfalt zwischen den sanften Hßgeln des Juras und den schroffen Felsen des Matterhorns. Die RÜstigrabenRoute, Philipp Bachmann, CHF 39.–, 280 Seiten, viele Farbfotos, Broschur, Rotpunktverlag, erhältlich im Buchhandel. Geht dem Wind die Luft nie aus? Unzählige Fragen zum Wetter werden in diesem Buch beantwortet, das Fachwissen dank Geschichte und Geschichten fassbar macht. Aus 1100 RadioWettersendungen haben die Autoren eine Sammlung zusammengestellt, die fasziniert – genauso, wie das Wetter selbst immer wieder fasziniert. Geht dem Wind die Luft nie aus?, Mario Slongo/Roland Jeanneret, 2011, CHF 29.80, 176 Seiten, gebunden, Lokwort Verlag, erhältlich im Buchhandel.

 


RÄTSEL

AUFLÖSUNGEN AUF SEITE 49

LESERBRIEFE Kindheitserinnerungen Für meinen Vater gab es nur ein Urlaubsland – die Schweiz mit ihren Bergen. So kam ich als 8-jähriger Junge zum ersten Mal ins Kandertal. Vom «Hobbel» in Reudlen hatte ich optimale Sichtverhältnisse auf die BLS-Bahnlinie zwischen Reichenbach und Wengi sowie auf den dortigen Flugplatz. Häufig nahm sich der Vater Zeit, und wir sassen stundenlang auf dem Bahnhof in Frutigen und beobachteten Züge. 11 Jahre am Stück hiess der Urlaubsort Frutigen und Umgebung. Ich erinnere mich gut an die erste Fahrt durch den Tunnel in Kandersteg (mittlererweile ist er meinen Kindern auch sehr vertraut), an die erste Fahrt Frutigen–Kandersteg–Domodossola mit Isola Bella. Eine neue Welt tat sich auf. Aus diesem Grund ist der «Streifzug» für mich immer wieder

Schreiben Sie uns! Ihre Meinung zum Streifzug, seinen Beiträgen und seiner Aufmachung interessiert uns immer. Wir sind gespannt auf Ihre Reaktionen.

eine schöne Erinnerung an eine heitere und unbeschwerte Kindheit. Ich möchte Ihnen für diese Zeitschrift danken – insbesondere dafür, dass sie kostenlos (für mich als Schwabe wichtig) auch ins Ausland verschickt wird. Sollte das einmal nicht mehr der Fall sein, so bitte ich um die Möglichkeit, den «Streifzug» als pdf lesen zu können. Bernd Schneider, D-Nürtingen Bis anhin ist nicht geplant, den Versand des «Streifzug» kostenpflichtig zu machen – er kann jedoch jetzt schon online unter www.bls.ch/streifzug als pdf heruntergeladen werden. Auch ältere Ausgaben können so jederzeit nachgelesen werden. Die Redaktion

Kontaktadresse: BLS AG, Streifzug, Genfergasse 11, CH-3001 Bern streifzug@bls.ch

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PUBLIREPORTAGE

In den BLS-Reisezentren.

Glacier-Express

Bernina-Express

GoldenPassLine

7½ Stunden Bahnfahrt über 291 Brücken, durch 91 Tunnels, über den 2033 Meter hohen Oberalppass. Von St. Moritz nach Zermatt.

Eindrückliche Fahrt über die höchste Bahntransversale der Alpen. Sie durchfahren die Region des Unesco Welterbes «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina».

Abwechslungsreiche Fahrt von den Westschweizer Weinbergen durch das Berner Oberland nach Luzern.

2 Nächte inkl. Glacier Express in 1. Klasse ab CHF 420.–

2 Nächte ab CHF 270.–

1 Nacht ab CHF 262.–

1. Tag: Bahnfahrt nach St. Moritz in 2. Klasse. (Basis ½ Abo). Übernachtung inkl. Frühstück.

1. Tag: Bahnfahrt nach Chur in 2. Klasse (Basis ½ Abo). Übernachtung inkl. Frühstück.

2. Tag: Fahrt mit dem Glacier Express von St. Moritz nach Zermatt in 1. Klasse. Übernachtung inkl. Frühstück. 3. Tag: Heimreise in 2. Klasse. Reise auch in umgekehrter Richtung möglich.

2. Tag: Fahrt in 2. Klasse mit dem Bernina-Express-Panoramawagen via Filisur, über die Albulalinie, die Bernina und die offene Kehrschlaufe bei Brusio bis Tirano (Italien). Übernachtung inkl. Frühstück.

1. Tag: Bahnfahrt in 2. Klasse (Basis ½ Abo) mit beliebigem Zug nach Luzern. Eindrucksvolle Fahrt über die Königsroute der Schweiz von Luzern durch das Berner Oberland zum Genfersee. Übernachtung mit Frühstück.

Bei diesem Angebot ist die Fahrt im Glacier-Express in 1. Klasse geschenkt.

3. Tag: Heimreise in 2. Klasse mit beliebigen Zügen über die Berninastrecke und Chur.

2. Tag: Heimreise in 2. Klasse. Auch in umgekehrter Richtung möglich.

Zuschläge/Ermässigung Bahn pro Person

Zuschläge/Ermässigung Bahn pro Person

Zuschläge/Ermässigung Bahn pro Person

ohne ½ Abo in 2. Klasse

CHF 194.–

ohne ½ Abo in 2. Klasse

CHF 104.–

ohne ½ Abo in 2. Klasse

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Mit GA 2. Klasse

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Angebot gültig vom 1.10. – 12.10.2012, weitere Daten auf Anfrage möglich.

Weitere Zuschläge/Ermässigungen auf Anfrage möglich. Angebot gültig bis 21.10.2012, weitere Daten auf Anfrage möglich.

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Bei allen drei Angeboten: Übernachtung in ***Hotels. Railtour verfügt über ein ausführliches Hotelangebot sowie unterschiedliche Kombinationen von Alpenzüge-Angebote, welche wir Ihnen ebenfalls gerne anbieten. Preise auf Anfrage. Verlangen Sie bei uns den Katalog Alpenzüge von railtour suisse. Obligatorische Annullationskostenversicherung CHF 29.– pro Person. Auftragspauschale CHF 50.–/Buchung. Es gelten die allgemeinen Reise- und Vertragsbedingungen von railtour suisse SA. Preisänderungen bleiben vorbehalten. Information und Buchung: In Ihrem nächsten BLS-Reisezentrum: www.bls.ch/reisezentren Ausführliche Informationen zu den Angeboten unter www.bls.ch/alpenzuege


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Wettbewerb: Wo ist das BLS-Logo versteckt? Das Thema von Illustratorin Bea Artico ist diesmal der Schiffenensee. Das BLS-Logo ist wie immer irgendwo im Bild versteckt. Schicken Sie ein SMS mit dem Keyword BLS und dem Lösungsquadrat (z. B. BLS D1) an die Nummer 9889 (70 Rp./SMS). Oder eine Postkarte mit Absender und Lösungsquadrat an: BLS AG, Streifzug, Postfach, CH-3001 Bern. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2012.

Zu gewinnen sind 10 attraktive Preise:

1 BLS-Feldstecher MINOX 8 × 25 im Wert von CHF 162.–

3 × 1 BLS-Tageskarte 1. Klasse für das BLS-Streckennetz (Bahn, Bus und Schiff) im Wert von je CHF 100.–

3 × 1 Bach-Multifunktionstasche (kann mit einem einfachen Gurtsystem vor der Brust montiert werden) im Wert von CHF 49.– von Transa.

3 × 1 Mammut-KidsRucksack mit Reissverschlussöffnung und Mesh-Seitentaschen (für 4- bis 6-Jährige) im Wert von CHF 39.90 von Transa.

Teilnahmeberechtigt sind Leserinnen und Leser des «Streifzug». Mitarbeitende der BLS, der Agenturen oder deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Es wird keine Korrespondenz geführt. Keine Barauszahlung der Preise. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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Der «Zämefluss» zieht alle an. Der Zusammenfluss von Sense und Schwarzwasser ist äusserst spektakulär: Er ist tief in eine Molasseschlucht gebettet. Die Wanderung von der Schwarzwasserbrücke nach Thörishaus zeigt den Sensegraben von seiner schönsten Seite. «Wo wollt ihr heute hinfahren?», fragte Grossvater uns jeweils. «Zum Zämefluss!», riefen wir begeistert. Die Stelle, an der die beiden Flüsse Schwarzwasser und Sense zusammenfliessen, zieht alle an. Kinder können ihren Lieblingsfels erküren, für Kletterer gibt es fixe Haken im Fels und die Feuerstellen laden zum Brätle. Im Sensegraben gibt es aber unzählige Plätzchen, um einen gemütlichen Nachmittag am Wasser zu verbringen. Am besten findet man sie, wenn man die Schlucht von der Schwarzwasserbrücke bis nach Thörishaus wandernd durchschreitet.

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«Na, schlendern wir!» Die S6 ist gut gefüllt mit Ausflüglern in farbigen Regenjacken und mit Wanderstöcken, als wir in 25 Minuten ab Bahnhof Bern Richtung Schwarzenburg fahren. Auf dem Tischchen in unserem Abteil verabschiedet sich die BLS in 23 Sprachen von uns. Am besten gefällt meinem Begleiter das Tschechische: «‹Na shledanon›, das klingt ja wie ‹Na, schlendern wir!›». Wir wollen heute einen gemütlichen Wandertag an

der Sense verbringen und sind bestens gelaunt, als wir an der Haltestelle «Schwarzwasserbrücke» aussteigen. Gleich bei der Station befindet sich das gleichnamige Restaurant, bei Ausflüglern bekannt für seine Coupes (Desserts) und die währschafte Küche. Auf der anderen Seite der Bahngleise sieht man eine Ausseneisbahn, auf der im Winter Eishockeyspiele ausgetragen werden. Wir aber wollen uns zuerst einen Überblick verschaffen und gehen kurz ein Stück zurück auf die Brücke, von der wir aus dem Zug nur einen hasti-


gen Blick in die Schlucht erhascht haben. Auf 65 Metern Höhe überspannt die Bogenbrücke mit Baujahr 1882 das Schwarzwasser. Direkt hinter dem Restaurant steigen wir hinab und folgen dem Wegweiser Richtung «Senseschlucht–Thörishaus». Im Graben angekommen, überqueren wir das Schwarzwasser. Ganz in der Nähe befindet sich die Grasburg, eine Ruine im Wald – für alle Entdeckungslustigen ein lohnender Abstecher. Wer auf dem linken Ufer bleibt, hat die Möglichkeit, die Sense über eine kleine Hängebrücke zu überschreiten und die gesamte Wanderung auf der gegenüberliegenden Seite zu machen. Direkt in die Sandsteinwand gehauen, führt uns der schmale Wanderweg zum Zusammenfluss. Die Sense führt tendenziell etwas mehr Wasser als das Schwarzwasser, beide Flüsse lassen sich bei tiefem Wasserstand knapp durchwaten – doch Achtung, die Strömung ist nicht zu unterschätzen. Wir hören Stimmen über uns: Kletterer hängen in der Sandsteinwand und helfen sich gegenseitig, die beste Route zu finden. Jugendliche sind dabei, eine Hängematte zwischen zwei Bäumen zu befestigen. Weiter hinten bauen zwei Wanderer Steinmännchen. Wir wollen unsere Pause aber erst später machen und verlassen die Szenerie. Hochwasser am «Heiti Büffel» Wir durchqueren ein abwechslungsreiches Feuchtgebiet, kleine Teiche liegen direkt am Wegrand. Immer wieder zweigen Trampelpfade Richtung Flussufer ab und führen zu gemütlichen Felsen und kleinen Steinstränden (siehe Bild). Von der moosigen Sandstein-Fluh zur Rechten tropft gemächlich Wasser – im Winter bilden sich hier fantastische Eisgebilde. Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir den «Heiti Büffel». Die Plakette verrät uns zwar seinen Namen, liefert aber keine Erklärung dazu. «Da wachsen bestimmt enorm viele Heidelbeeren auf diesem überdimensionalen Büffelkopf, aber keiner kann hochklettern, weil es so unförmig ist», meint mein Begleiter im Scherz. Wir fragen andere Passanten, doch es scheint ein Geheimnis zu sein, woher der Fels seinen Namen hat. Vier weitere Plaketten sind in den Sandstein geschraubt – sie zeigen, wie hoch das Wasser bei den Hochwassern von 1990, 2005, 2007 und 2012 jeweils stand. Die höchste Plakette befindet sich bestimmt 1,2 Meter über Boden – ein riesiges Volumen an Wasser muss damals durch die Schlucht gedonnert sein! Ein Stück weiter unten machen wir es uns dann mit unserem Picknick am Ufer bequem. Beim Essen kommen wir in einen besonderen Genuss: Direkt in unserer Nähe tauchen

Wasseramseln in die Sense. Die dunkelgrauen, kugelförmigen Vögel mit weissem Fleck auf der Brust sind die einzigen Singvögel, die tauchend ihre Nahrung suchen. Gebannt schauen wir zu, wie sie nach dem Eintauchen ein paar Meter weiter auch wieder auftauchen und nur wenige Zentimeter über dem Wasser davonfliegen. Wochenendhäuschen im Gäu Die Landschaft wird flacher, eine Wiese mit Kühen breitet sich aus, wir kommen ins Gäu. Eine «Gau» (aus dem Althochdeutschen gouwe, gouwi = Landstrich) bezeichnete bei den Germanen ein von natürlichen Grenzen bestimmtes Siedlungsgebiet und ist auch heute noch in vielen geografischen Namen zu finden. Langsam kommen wir in besiedeltes Gebiet: Neben wenigen Wohnhäusern gibts hier Ferienhäuschen und Wohnwagen, und bis nach Thörishaus passieren wir drei Uferbeizchen, die zu einer Erfrischung einladen. Gleich hinter der Zugbrücke über die Sense zweigt der Wanderweg nach rechts Richtung Bahnhof «Thörishaus Dorf» ab. Wer die Wanderung gerne noch fortsetzt, kann der Sense noch bis Flamatt, Neuenegg oder Laupen folgen. Wir schliessen unsere Wanderung jedoch hier ab, und ich freue mich, meinem Grossvater mit leuchtenden Augen zu erzählen, dass ich mal wieder am «Zämefluss» vorbei gekommen bin. Text und Foto: Mia Hofmann

Gut zu wissen Hinreise: Mit der Bahn nach Schwarzwasserbrücke Rückreise: Ab Thörishaus Dorf mit der Bahn. Wanderzeit: Ca. 1 Std. 10 Min. Tipp: Weiterwandern entlang der Sense nach Flamatt (45 Min.), Neuenegg (50 Min.) oder Laupen (2 Std.) Einkehr/Übernachtung: Restaurant Schwarzwasserbrücke, Tel. +41 (0)31 731 02 02, Montag und Dienstag geschlossen, www.schwarzwasserbruecke.ch, Gasthof Sternen Thörishaus, Tel. +41 (0)31 889 01 17, www.sternen-thoerishaus.ch

Wanderkarte und Höhenprofil unter

» www.bls.ch/streifzug 39


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In unmittelbarer Nähe des weltbekannten Ferienortes Interlaken, erstrecken sich die St. Beatus-Höhlen ins innere des gewaltigen Niederhorn-Massivs. Die St. Beatus-Höhlen zählen zu den beliebtesten Ausflugzielen am Thunersee. Ein schöner Spaziergang führt vom Parkplatz durch den Wald hinauf zum Höhleneingang. Er überquert mit mehreren Brücken den aus der Höhle stürzenden Wasserfall. Vom weitverzweigten Höhlensystem sind bis heute zirka 14 Kilometer erforscht. Davon ist 1 Kilometer dank elektrischer Beleuchtung und gesicherten Pfaden bequem begehbar. Was in Millionen von Jahren erschaffen wurde, erleben Sie an einem Tag. Ein imposantes Naturschauspiel erwartet grosse und kleine Gäste! Der Rundgang durch die Grotten führt Sie durch gewaltige Tropfsteinformationen, weite Hallen und Schluchten. Lassen Sie sich bezaubern von den einzigartigen Formen und Farben. Ein absoluter Höhepunkt diese Saison, ist unser neuer Partner. Berns Hausberg «Gurten – Park im Grünen» ist zu Gast bei den St. BeatusHöhlen! An den Kinder- und Familientagen wird jeweils auch der Gurten, nebst unseren Höhlenforschern mit diversen Aktivitäten und Gewinnspielen präsent sein. «Crazy David», der Kinderanimator vom Gurten darf natürlich nicht fehlen. Der Kindertag findet am 21. Oktober 2012 statt, das Familienwochenende am 08. + 09. Oktober 2012. Erleben Sie die Höhlen und lassen sich vor oder nach der Besichtigung kulinarisch in unserem Restaurant verwöhnen. Geniessen Sie den tiefblauen Thunersee und dessen einzigartige Umgebung! Beste Aussichten für Ihr Business,… kreatives Arbeiten verlangt nach Wohlfühlatmosphäre! Da sind Sie bei uns genau richtig! Nutzen Sie

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unsere Räumlichkeiten für Tagungen oder Seminare, gerne offerieren wir Ihnen ein auf Sie abgestimmtes Rahmenprogramm. Die St. Beatus-Höhlen bei Vollmond? Oder eine Besichtigung mit der Höhlenforscher-Ausrüstung wie vor 60 Jahren? Kein Problem… verlangen Sie nach unseren Spezial-Extraführungen. Details finden Sie auf unserer Homepage. Sie erreichen uns als Einzelreisender oder als Gruppe/Schule bequem via Zug und Schiff mit dem RailAway/BLS Kombi-Ticket. Erkunden Sie sich an Ihrem Abfahrts Bahnhof. Ab Thun Bahnhof ist ein KombiTicket der STI Verkehrsbetriebe erhältlich. Kombinieren Sie Ihren Besuch zu den St. Beatus-Höhlen mit einem Besuch in den JungfrauPark. Profitieren Sie von einem günstigen Kombi-Ticket für Einzelreisende, sowie einem sehr attraktiven Angebot für Schulklassen. Nutzen Sie unsere neuen Angebote. Die Sagenwanderung, eine Tour durch die St. Beatus-Höhlen ohne Licht! Oder die Drachen-Tour für Geniesser! Details finden Sie auf unserer Homepage. Zudem profitieren Sie von einem 30% Rabatt auf einen Eintritt in die St. Beatus-Höhlen, wenn Sie an der Kasse den 30% Satz «Sankt Beatushöhline – Ds Natur – u Familieerlebnis» sagen (Aktion gültig vom 15. September bis 14. Oktober 2012). Wir würden uns freuen, Sie bald bei uns begrüssen zu dürfen! Beatushöhlen-Genossenschaft Staatsstrasse 3800 Sundlauenen bei Interlaken Tel. +41 (0)33 841 16 43 Fax +41 (0)33 841 10 64 info@beatushoehlen.ch www.beatushoehlen.ch Öffnungszeiten: 24. März 2012 bis 28. Oktober 2012 Täglich von 09:30 – 17:00 Uhr Start letzte Führung um 17:00 Uhr

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20 Millionen Jahre alter Sandstein. In der Magdalena-Einsiedelei in Räsch bei Düdingen bleibt die Zeit stehen: für die Erwachsenen beim besinnlichen Innehalten in den jahrhundertealten Räumen und für die Kinder beim lustvollen Erforschen der geheimnisvollen Grotten. Der Sandstein ist über 20 Millionen Jahre alt.

Vielen bekannt ist die Magdalena-Autobahnbrücke kurz vor Freiburg. Doch was oft im Verborgenen bleibt: Benannt ist die Brücke nach der Magdalena-Einsiedelei, die gleich daneben am Ufer zum Schiffenensee in den Sandstein gehauen ist. Eine Besichtigung der Einsiedelei eignet sich ideal als Ausflug für die ganze Familie. Am besten ist die Magdalena-Einsiedelei vom Bahnhof Düdingen aus erreichbar. Von dort aus folgt man den gelben Wanderwegweisern Richtung «Magdalena-Einsiedelei». Nach etwas mehr als einer Stunde (siehe auch Reportage ab Seite 10) erreicht man das elegante eiserne Eingangstor zur Sehenswürdigkeit. Der ganze Ort strahlt eine besondere, beruhigende Stimmung aus, und seine Lage ist äusserst spektakulär: Hinter einem kleinen Rasenstück mit einer Bank und ein paar Büschen geht es senkrecht über eine Sandsteinfluh hinunter in den Schiffenensee. Es ist jedoch alles mit sicheren Zäunen umgeben, und es besteht keine Absturzgefahr. Der eher kleine Aussenbereich täuscht: 120 Meter lang sind die Sandsteingrotten insgesamt, gut versteckt in der Felswand. Wenn man sich vorstellt, dass alles Material von Hand aus den Sandsteinwänden geschlagen werden musste, bleibt nur noch Staunen. Auf einer Informationsbroschüre, die beim Eingang aufliegt, ist verzeichnet, welcher Raum zu welcher Tätigkeit diente; zum Beispiel als Sakristei, Werkstatt oder Wohnstube. So füllen sich die leeren, tunnelartigen Räume in der Vorstellung mit Leben. Erst in jüngerer Zeit wurde von Geologen festgestellt, dass der wellenartige Sandsteinboden in der Einsiedelei aus fossilen Sanddünen besteht, die in einem tertiären Meer (Miozän) entstanden sind. In anderen Worten gehen die Besucher über einen Boden, der vor über 20 Millionen Jahren noch am Meeresgrund lag. Erstmals erwähnt wurde die Einsiedelei 1448, am meisten zum heutigen Bau beigetragen haben aber der Einsiedler Johann Dupré und sein Gehilfe Jo-

hann Liecht zwischen 1680 und 1708. 2006 hat die Pfarrei Düdingen nun umfangreiche Sanierungen durchgeführt, um den Erhalt der Sehenswürdigkeit längerfristig zu sichern. Die Magdalena-Einsiedelei kann man auch auf einem ungewöhnlichen Weg erreichen: per Kanu. Noch bis zum 30. September lässt sich der Schiffenensee mit seinen verträumten Schlössern und einsamen Picknickbuchten auch paddelnd erkunden. Text: Mia Hofmann, Fotos: Rob Lewis

Gut zu wissen Hinreise: Mit der Bahn nach Düdingen. Rückreise: Ab Fribourg oder Düdingen mit der Bahn. Varianten: Per Kanu. Infos zum RailAway-Kombi mit Ermässigung unter www.bls.ch/schiffenensee Wanderzeit: Ab Düdingen zu Fuss (ca. 1 Std. 20 Min.), Rückweg wahlweise zurück nach Düdingen oder weiter nach Freiburg (ca. 1 Std.). Öffnungszeiten: Mai bis September: 9 bis 20 Uhr, April und Oktober: 9 bis 18 Uhr Preise: Eintritt frei Gruppen: Führungen auf Anfrage beim Pfarramt Düdingen, Tel. +41 (0)26 492 96 20 Mehr Infos: www.duedingen-tourismus.ch > Sehenswertes Wanderkarte und Höhenprofil unter

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Entdecken Sie Ursprung und Vielfalt der Regionalprodukte Genuss’12 – 17. August bis 9. September 2012

Während Genuss’12 stehen an ßber 100 Genuss-Anlässen in den Gebieten Aargau, Bern, Solothurn, der Zentralschweiz und dem Zßrcher Oberland Regionalprodukte im Zentrum, und jedes Regionalprodukt erzählt dabei seine Geschichte – ursprßnglich, echt, charaktervoll und wunderschÜn. Details zu den Anlässen finden Sie unter www.regionalprodukte.ch oder via 034 409 37 11. Grosser Facebook-Wettbewerb: Schreib uns dein genussvollstes Erlebnis in Sachen Essen auf www.facebook.com/regionalprodukte.ch Zu gewinnen gibt es 5 Gutscheine im Wert von je CHF 100.–, einzulÜsen bei einem der Genuss’12-Veranstalter deiner Wahl.

Regionalprodukte – der Beginn einer grossen Liebe‌


Rundreise à la carte. Bern–Bulle–Jaunpass–Bern: Auf dieser Rundreise mit Bahn und Bus gibt es einiges zu sehen. Die Höhepunkte kann man sich je nach Lust und Laune selber zusammenstellen.

Natürlich können die Rundreisenden ab Bern schon in Freiburg Station machen. Aber die Saanestadt ist eine eigene Reise Wert. So benutzen wir nur ihren Bahnhof als Umsteigestation und fahren gleich weiter mit dem direkten Zug ins alte Marktstädtchen Bulle. Schon sind wird im Greyerzerland. Wir lassen einen Bus aus, besuchen die Altstadt mit der grosszügigen Rue du Marché, die Schlossanlage und vielleicht sogar das Musée Gruérien. Dann geht es ab in die Berge. Der Bus mit den roten Tupfen fährt im Stundentakt nach Jaun. Auf Französisch heisst der Ort Bellegarde. Eine schöne Aussicht hat man hier wirklich. Auf die Gastlosen (siehe Bild) und den kleinen Wasserfall unten im Dorf. Oben steht die neue Kirche. Bekannt ist vor allem ihr Friedhof. Die Gräber sind einheitlich mit überdachten Holzkreuzen versehen, denen eine Holztafel hinterlegt ist. Handgeschnitzte Reliefs bilden darauf Situationen ab, die für die Verstorbenen charakteristisch waren: aus Beruf und Freizeit. Der Holzschnitzer Walter Cottier habe mit seinen 150 Holzkreuzen«ein gültiges Sinnbild der Menschheit als Gemeinschaft der Lebenden und der Toten geschaffen», steht in der Laudatio des Deutschfreiburgischen Kulturpreises, der ihm 1988 verliehen wurde. Er starb 1995. Einige Nachfolger führen seither sein Werk weiter. Stolz sind die Jauner auch auf ihre neue Sesselbahn. Der Gastlosen-Express ermöglicht die Fahrt an den Fuss dieser «Schweizer Dolomiten» jetzt auch im Sommer. Die Bahn sei der Start in eine neue Ära, schrieb zur Eröffnung das Echo vom Jauntal, das sich keck «Die kleinste Zeitung der Schweiz» nennt: eine gute Möglichkeit, die Rundreise um einen Tag zu verlängern, die Gastlosen zu Fuss zu umrunden (herrlich!) und zum Beispiel im Chalet du Soldat zu übernachten.

Wer gleich weiterfährt, macht auf der Passhöhe, wieder im Kanton Bern, Station. Nebst Restaurants steht hier eine Schaukäserei. Sie stellt zweimal am Tag AOC-Käse her. Die erste Schicht beginnt am Morgen um 2 Uhr 15, die zweite um 9 Uhr. Die ist für Schaulustige besser geeignet. Der Käse (Greyerzer, Berner Alpkäse) mundet vorzüglich. Gelagert wird er zum Teil in einem alten Armeebunker. Wer jetzt einen Verdauungsspaziergang benötigt, steigt zu Fuss auf dem Bergweg hinunter nach Weissenbach (Bahnhof), die anderen nehmen den nächsten Bus nach Boltigen. Text: Peter Krebs, Foto: Marcel Zaugg

Gut zu wissen Reiseroute: Bern–Fribourg–Bulle mit der Bahn. Bulle–Jaun–Boltigen mit dem Bus. Boltigen–Bern mit der Bahn. Gastlosen-Express: Aus-/Einsteigen bei der BusHaltestelle «Jaun, Kappelboden». Betriebszeiten der Sesselbahn unter Tel. +41 (0)26 929 81 32 oder www.jaunbergbahnen.ch Unterkunft: Soldatenhaus (Gastlosen): Tel. +41 (0)79 214 00 85, www.chaletdusoldat.ch Alpkäserei Jaunpass: Tel. +41 (0)33 773 73 30 (Anmeldung für Gruppen empfohlen, lang läuten lassen).

Karte mit der Reiseroute unter

» www.bls.ch/streifzug 43


,#4#. Das Lötschental neu entdecken.

Im Lötschental gibt es drei neue Angebote, die einen Aufenthalt noch attraktiver und lustvoller machen. Eine interaktive Tourenkarte ist für Wanderer, Biker und alpine Tourengänger gleichermassen geeignet und liefert detaillierte Beschreibungen zu Streckenverläufen, Einkehrtipps und Höhenprofilen. Weiter gibt es viele Bilder sowie 3D-Flüge – und auch ein GPS-Download ist möglich. Mit der neuen Lötschental App hat man derweil das ganze Tal quasi im Sack und damit Infos sowie Tipps immer mit dabei. Freizeit- und Tourenvorschläge sind nach verschiedensten Kriterien sortiert und garantieren Genuss und Erlebnis im magischen Tal. Die App ist für iPhone und Android im App- wie auch im Google Play-Store erhältlich oder auf der Lötschental-Webseite. Zudem können der Sagenweg und der Lehrpfad zu Klima- und Gletscherlandschaft, die beiden beliebten Lötschentaler Themenwege, neu auch mit dem Smartphone entdeckt werden. Möglich machen dies die sogenannten QR-Codes. Sie liefern alle Informationen, beim Sagenweg auch in Englisch und Französisch. www.loetschental.ch

Baden wie die Römer

Genuss im Emmental und Entlebuch Fünf Genusstouren bieten den Besuchern Brauchtum, Tradition und wohlverdiente Stärkungen mit Produkten direkt vom Hof. Die Ausgangspunkte: Sumiswald, Langnau, Trub, Trubschachen und Marbach. www.bls.ch/ausflug

Nah am Block auf der Engstligenalp

Weil 2012 das Jahr des Wassers ist, bietet die BadeHochburg Leukerbad viele Events zum Thema: Champagner-Frühstück im Thermalwasser, Aqua Mystica, Mondscheinbaden und die Römisch-Irische Nacht. www.leukerbad.ch

Mit dem Tageshit an die Herbstsonne

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Mit der Ausflugs-Tagespauschale kann man vom 17. September bis 21. Oktober einen Tag in der Aletsch Arena geniessen, wo Rieder- und Bettmeralp und Fiesch–Eggishorn locken. Mit der Seilbahn geht es bequem auf 2000 Meter über Meer. Dort warten 100 Kilometer Wanderwege, Kultur, Gastronomieund Fitnessangebote. www.aletscharena.ch

Ohne Seil und Haken in Absprunghöhe an Felsblöcken herumklettern: Das ist Bouldern. Wer dies mag, ist auf der Engstligenalp bei Adelboden gut bedient. Acht verschiedene «Boulder Parcours» mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad locken. Von «familentauglich» bis «Knacknuss» ist alles dabei. Material kann man im Berghotel Engstligenalp mieten. www.engstligenalp.ch


Cartoons am Fluss

Schatzsuche mit Rentieren Nebst dem Hochplateau bietet die Engstligenalp neu eine weitere Attraktion: Begleitet von zahmen Rentieren geht es über Bach und Stein auf Schatzsuche. Eineinhalb bis zwei Stunden dauert die Suche, die etwas Kondition erfordert. Den Schatz dürfen die Kinder am Schluss mit nach Hause nehmen. Das Angebot gibt es jeden Mittwoch bis zum 17. Oktober, eine Anmeldung ist erforderlich. www.adelboden.ch

Heilende Pflanzen aus dem Tal In Langnau gibt es neu einen Cartoon-Weg. Auf dem rund einstündigen Spaziergang entlang der Ilfis sind wechselweise Werke von renommierten Cartoonisten ausgestellt. Der Weg ist rollstuhlgängig und mit dem öV vom Dorfzentrum und Bahnhof problemlos erreichbar. www.langnau-tourismus.ch

In Adlemsried bei Boltigen blühen über 70 einheimische und «zugewanderte» Heilpflanzenarten. Dies auch deshalb, weil der Weiler auf der Sonnseite des Simmentals liegt. Der Garten ist noch bis Mitte Oktober jeweils am Mittwoch geöffnet. www.alpkultur.ch

Mord und Spuk auf Abruf Viel zum Klima auf zwei Rädern 20 Mord- und Spukgeschichten an 20 Stellen: Das bietet der Weg von Escholzmatt bis Burgdorf und von Eggiwil bis Wasen entlang der Emme und Ilfis. Auf den Ruhebänken sind Schilder mit einer Telefonnummer angebracht. Wer diese anruft, kriegt die Geschichten zum Lokaltarif, aber auch im Internet kann man sie herunterladen. Starten kann man die Mords-Tour von verschiedenen Ortschaften aus. www.emmental.ch/mord

Drei Tage «zwei für eins» Schöner Weg, aktuelles Thema: Den Klimahörpfad von Oberwald nach Mörel oder Fiesch kann man per Velo oder E-Bike abfahren. 33 Hörstationen säumen die Strecke und vermitteln Wissenswertes zum Gommer Klima und zum Thema Energie. Unter www.klimahoerpfad.ch gibt es Gratis-Audiodateien für Smartphones. www.obergoms.ch

Eine Aktion «zwei für eins» bietet im September und Oktober der Regional-Pass Berner Oberland. 186 Franken (mit Halbtaxabo) kosten zwei Regionalpässe, die je drei Tage freie Fahrt auf den Bahnen, Bussen und Schiffen des Berner Oberlands ermöglichen. www.regiopass-berneroberland.ch

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Musical-Geschichte im Schnelldurchlauf «Mama Mia», «Hair», «Grease», «Cabaret» und vieles mehr: Die Gruppe «musiCalls» singt und tanzt sich an Bord des Musicalschiffs durch die Höhepunkte der Musical-Geschichte. Geniessen kann man das Repertoire bei einem exquisiten 3-Gang-Menu. Zu sehen ist die Performance an folgenden Samstagen: 17. November sowie 1. und 15. Dezember. Das Schiff legt jeweils um 19 Uhr in Thun ab.

Krimi beim Dinner Zwielichtige Personen, die ihr Unwesen treiben, und plötzlich Mord und Totschlag: Das ist der DinnerKrimi, ein unvergessliches Theater- und Gastroerlebnis auf dem Schiff. Wer mitfährt, ist mitten drin statt nur dabei. Vom 14. September bis am 12. Oktober sticht das Schiff jeden Freitag um 19 Uhr in Thun in den See.

Weitere Infos: Tel. +41 (0)58 327 48 11; www.bls.ch/schiff

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MITARBEITERPORTRÄT

Mitarbeiterporträt

Die DostoTestleiter 46

Text: Peter Bader Foto: Anita Vozza


MITARBEITERPORTRÄT

«Wir bringen den Dosto nach Bern.» Seit Anfang September verkehrt der Dosto erstmals mit Fahrgästen auf dem Berner S-BahnNetz. Zuvor wurde er auf Herz und Nieren getestet. Vier Mitglieder des Testteams erklären, warum es dazu Sandsäcke brauchte und wie es sich anfühlt, im neuen Führerstand zu sitzen.

Peter Eichenberger: Am 17. April um 12.54 Uhr war es

soweit: Der erste Dosto der BLS verliess das Inbetriebsetzungszentrum der Stadler Rail in Erlen im Kanton Thurgau. Und ich durfte als Lokomotivführer die erste Testfahrt durchführen. Ein wahnsinniges Gefühl. Ich war sehr stolz, aber natürlich auch sehr angespannt. Alles verlief ohne Probleme. Matthias von Siebenthal: Peter Eichenberger und ich wurden 2009 Mitglied im Projektteam, das für den Kauf der 28 neuen BLS-Doppelstock-Triebzüge gebildet wurde. Wir durften für die Ausschreibung die Anforderungen an den Führerstand aus Sicht der Lokomotivführer definieren. Und jetzt, da wir vier als Testleiter mit dem Dosto unterwegs sind, können wir sagen: Der Führerstand wurde so realisiert, wie wir uns das vorgestellt haben. Adrian Streit: Ja, ich bin wirklich sehr zufrieden. Allein schon die Ergonomie des Sitzplatzes ist perfekt, die Platzverhältnisse sind sehr grosszügig. Und die Anordnung der Instrumente ist übersichtlich und praktisch. Franz Müller: Mit dem Touchscreen sind Bedienung und Eingabe sehr viel einfacher geworden. Muss man unterwegs Änderungen vornehmen, geht auch das sehr viel schneller und einfacher. Und man kann sich bei der Fahrt auf das Wesentliche konzentrieren. Der Dosto führt die BLS in ein neues Zeitalter, in eine neue Ära. Er wird so etwas wie das neue Rückgrat der BLS und auf den Linien mit den höchsten Frequenzen eingesetzt. Diesem Anspruch wird er meines Erachtens gerecht. Eichenberger: Zudem ist er sehr dynamisch, das Zusammenspiel der beiden Triebwagen innerhalb der Komposition funktioniert reibungslos. Und auch wenn der Zug gross und schwer ist, reagiert er doch sehr schnell und fein auf die Vorgaben des Lokomotivführers. Streit: Darum ist auch das Interesse der Kolleginnen und Kollegen enorm gross. Sie wollen sehr viel wissen über den neuen Zug, wie es sich anfühlt mit ihm zu fahren. Und ich kann ihnen versichern: Es fühlt sich gut an. Wir vier und unsere sieben Teamkollegen sind so etwas wie die Botschafter des neuen Zugs. Wir bringen ihn nach Bern. von Siebenthal: Bei den ersten vier Zügen mussten wir die Typen-Tests fahrdienstlich leiten und koordinieren. Das heisst: Techniker überprüfen, ob die Züge sämtlichen Normen und Vorschriften entsprechen. Erst dann bekommen wir eine Zulassung für das Schweizer Schienennetz. Das Bremssystem wird dabei etwa getestet, die Software oder die Fahrgastinformation. Eichenberger: Dazu waren wir mit den Zügen auf den Strecken Sulgen–Romanshorn, Sargans–Landquart, auf

dem S-Bahn-Netz Bern und im Wallis unterwegs. Wir mussten dafür sorgen, dass die Test-Züge zur rechten Zeit fahrbereit waren und mussten sie dann bisweilen auch fahren. Ebenso verantwortlich waren wir für die Sicherheit der Züge und das zum Teil internationale Testteam. Müller: (schmunzelt) Wenn wir auf offener Strecke zu Testzwecken anhielten, mussten wir auch dafür sorgen, dass alle zur Weiterfahrt wieder einstiegen. Auch «Fahrgäste» hatten wir bei den Tests schon im Zug: Das Gewicht der Passagiere wurde mit 2000 Sandsäcken à 25 kg auf den Sitzen simuliert. Eichenberger: Es hat in jedem Fall alles reibungslos geklappt. Zu unseren Aufgaben gehörten auch die Überführungen der Züge auf die genannten Teststrecken sowie das «nach Hause bringen» des Dostos von der Ostschweiz in die neue Heimat nach Bern. Streit: Nun folgen noch die Inbetriebssetzungsfahrten der restlichen 24 Dostos bis Ende 2014. Das heisst: Sie werden nicht mehr einzeln bis ins letzte Detail getestet. Sie sind ja vom gleichen Typ, und für den haben wir die Zulassung vom Bundesamt für Verkehr. Es geht also darum, die Fahrtauglichkeit jedes einzelnen zu prüfen. Das gibt immer noch genug zu tun. von Siebenthal: Zum Testteam gehören weitere sieben Lokomotivführer. Wir vier Testleiter sind während den Testfahrten meistens mit der Testleitung beschäftigt. Die Züge werden dann durch die speziell ausgebildeten Lokomotivführer gefahren. Müller: Es ist für jeden von uns eine grosse Ehre, in diesem Team dabei zu sein. Und auch keine Selbstverständlichkeit, denn viele haben sich dafür beworben. Mir gefällt vor allem der gute Austausch untereinander: Wenn Probleme auftauchen, kann man sich jederzeit bei den anderen Hilfe holen.

Die Dosto-Testleiter Matthias von Siebenthal (1. v. l.), 49, Prüfungsexperte Lokomotivführer, arbeitet seit 1988 für die BLS. Franz Müller (2. v. l.), 48, Lokomotivführer, seit 1990. Peter Eichenberger (3. v. l., mit Brille), 36, Lokomotivführer, seit 2001. Adrian Streit (4. v. l.), 30, Lokomotivführer, seit 2005.

» www.bls.ch/dosto 47


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Herbst

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Mit dem Eisstrom der Herbstsonne entgegen! Im Herbst kehrt der Sommer in der Aletsch Arena zurück. In der goldenen Jahreszeit, die in den Bergen an Schönheit kaum zu überbieten ist, können die Gäste die einzigartige Naturkulisse am Grossen Aletschgletscher erleben. Vom 17. September bis zum 21. Oktober 2012 bieten die Riederalp, Bettmeralp und Fiesch-Eggishorn – als Region am UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau Aletsch gelegen – gemeinsam eine exklusive Tagespauschale «Herbstsonne Aletsch» für 40 Franken. Fahrten mit den Bergbahnen, der Matterhorn Gotthard Bahn, ein Mittagessen und diverse Eintritte, etwa für Minigolf, ins Pro Natura Zentrum auf der Riederfurka und andere Vergnügen sind in der Pauschale inbegriffen. Einmalige Pauschale Auch das ist Aletsch im Herbst: Atemberaubend und greifbar nahe reihen sich das Matterhorn, das Weisshorn die Mischabelgruppe (Dom, Täschhorn, Südlenz und Alphubel) oder etwa das unvergängliche Trio Jungfrau, Mönch und Eiger den Aletsch Arena-Gästen im Rundblick auf. Sie alle sticht jedoch einer aus: Der Aletschgletscher, Herzstück des UNESCO Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau Aletsch, der sich formvollendet an die Gebirgsflanken schmiegt. Jeden Herbst wandelt sich die Aletsch Arena zu einer goldenen Naturbühne, die

man in diesem Jahr und einmalig preiswert für 40 Franken erkunden darf. In der Tagespauschale «Herbstsonne Aletsch» inbegriffen sind Fahrten mit den Riederalp- und Bettmeralp Bahnen und den Luftseilbahnen Fiesch-Eggishorn; der Transfer mit der Matterhorn Gotthard Bahn zwischen Fiesch und Mörel, ein Tagesteller in einem Restaurant nach Wahl und diverse Eintritte, etwa ins Pro Natura Zentrum Aletsch, das aktuell das Verhalten des Rothirsches in einer Sonderausstellung thematisiert. Apropos Ausstellung: Aha’s und Oh’s entlockt die EISWELT BETTMERHORN bei der Bergstation Bettmerhorn. Die multimediale Inszenierung bringt den Gletscher in all seinen Facetten näher. Die Tagespauschalen sind bei den Bergbahnen der Riederalp, Bettmeralp und Luftseilbahn Fiesch-Eggishorn erhältlich. Ideal mit dem öffentlichen Verkehr Die Aletsch Arena liegt ideal erreichbar mit dem öffentlichen Verkehr. Im Stundentakt bedienen Züge der Matterhorn Gotthard Bahn von Visp und Brig die Talstationen Mörel, Betten Talstation und Fiesch. Von dort aus verkehren die Seilbahnen im Halbstundentakt.

Information «Herbstsonne Aletsch»: www.aletscharena.ch


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7. slowUp Emmental-Oberaargau 9. September Auch dieses Jahr erwartet die Besucher des slowUp Emmental-Oberaargau 38 Kilometer motorfreies Radfahren, Wandern, Skaten und ein vielseitiges Rahmenprogramm entlang der Strecke. Aufgrund der unverwechselbaren Landschaft, den sanft geschwungenen Hügeln, den romantischen Tälern und den charakteristischen Bauernhäusern wird dieser Ausflug zu einem unvergesslichen Fest für Jung und Alt. Der slowUp lädt ein zu einem bewegenden Spass für Familien und Singles, Bewegungs- und Genussmenschen, welche gemeinsam die fröhliche, autofreie Stimmung geniessen wollen. www.slowup.ch

SC Bern – HC Fribourg-Gottéron 15. September Es war der 17. April, die PostFinance-Arena war zum sechsten Mal hintereinander ausverkauft, der SC Bern stand in der Finalissima um den Gewinn der Schweizer Eishockeymeisterschaft gegen die ZSC Lions. 2,5 Sekunden vor Schluss raubten die Zürcher mit dem Tor zum 2:1-Sieg den Bernern die Hoffnung auf ihren 13. Titelgewinn. Nun geht es bald wieder los: Der SCB nimmt am 15. September mit dem ersten Heimspiel gegen den HC Fribourg-Gottéron den nächsten Anlauf. Zum SCB gehört neuerdings auch die BLS, seit Mai dieses Jahres Goldsponsor des grössten Schweizer Eishockeyclubs. www.scb.ch

Event- und Kulturagenda 12. August –

Murten

Murten Classics, La Danse

www.murtenclassics.ch

Diverse Regionen

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Thun

OHA Oberländische Herbstausstellung

www.oha.ch

1. September

Bern

European Trophy, SCB – HC Fribourg-Gottéron

www.scb.ch

2. September

Solothurn–Biel/

Dampfzug-Aareschiff

www.dbb.ch

Diverse Regionen

Cheese-Festival

www.cheese-festival.ch

Interlaken

20. Jungfrau-Marathon

www.jungfrau-marathon.ch

8./9. September

Burgdorf

Eidg. Kadettentage

www.kadetten-burgdorf.ch

9. September

Huttwil / Sumiswald

slowUp Emmental-Oberaargau

www.slowup.ch

14. September –

Bern

Saisonstart 2012/13 für den SCB; Startspiel in

www.scb.ch

2. September 17. August – 9. September 31. August – 9. September

Bienne 6. September – 30. November 7.–9. September

26. Februar 2013

Bern 15.9. mit SCB – Fribourg-Gottéron

15. September

Burgdorf

Burgdorfer Stadtlauf

www.burgdorfer-stadtlauf.ch

21.–30. September

Solothurn

HESO Herbstmesse Solothurn

www.heso-solothurn.ch

Eine Auswahl ab Ende August 2012. Mehr Infos unter www.bls.ch/events. Änderungen vorbehalten.

50

Tickets für Musicals, Theater, Konzerte oder Sportveranstaltungen gibt’s in Ihrem BLS-Reisezentrum. Standorte und Öffnungszeiten unter www.bls.ch/reisezentren


«Dällebach Kari – das Musical» 26. September bis Ende Dezember Im Sommer 2010 begeisterte «Dällebach Kari – das Musical» über 100 000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Seebühne in Thun und in Zürich. Nun gastiert das Berner Stadtoriginal im Herbst 2012 im «Ewigi Liebi»-Theater Bern. So wird das Musical endlich in jener Stadt aufgeführt, die mit Kari so eng und unzertrennlich verbunden ist. Die Rolle des Dällebach Kari spielt wiederum Hanspeter MüllerDrossaart, jene der Annemarie Carin Lavey, die beide schon in Thun das Publikum und die Medien zu überzeugen vermochten. www.dällebachkari.ch

Käsefeste in Thun, Luzern und Bern 6. September bis 30. November Alpabfahrten, Käsemärkte, Vollmondfondue und zahlreiche weitere Anlässe laden herzlich zum Genuss eines Stücks Schweizer Tradition ein. Die Käsefeste in Thun (29.9.), Luzern (13.10.) und Bern (20.10.) sind ein Muss für alle Käseliebhaber und Geniesser. An rund 20 Marktständen werden zwischen 100 und 200 «gluschtige» Käsespezialitäten aus den jeweiligen Regionen angeboten. Der Genuss eines feinen regionalen Käsegerichts, begleitet von Musik und Folklore, sind für die ganze Familie ebenso erlebenswert wie der Blick in eine Schaukäserei. www.cheese-festival.ch

22. September

Schüpfheim

Alpabfahrt Schüpfheim

www.schuepfheim.ch

26. September

Zäziwil

Brächete

www.zaeziwil.ch

26. September –

Bern

Dällebach Kari

www.dällebachkari.ch

Neuchâtel

Fête des Vendanges

www.fete-des-vendanges.ch

3.–7. Oktober

Bern

Suisse Toy

www.suissetoy.ch

7. Oktober

Murten

Murtenlauf (Murten–Freiburg)

www.murtenlauf.ch

11. Oktober –

Bern

Bernisches Historisches Museum

www.bhm.ch

Ende Dezember 28.–30. September

13. Januar 2013

«Mani Matter 1936–1972»

12. Oktober

Bern

Fussball Länderspiel Schweiz – Norwegen

www.stadedesuisse.ch

14. Oktober

Trubschachen

Napf-Marathon

www.napf-marathon.ch

25.–29. Oktober

Bern

Suisse Caravan Salon

www.suissecaravansalon.ch

26.–28. Oktober

Madiswil

Rüebechilbi Madiswil

www.madiswil.ch

4. November

Wabern / Bern

Gurtenclassic

www.gurtenclassic.ch

8.–11. November

Bern

Schweizer Bau- und Energie-Messe

www.hausbaumesse.ch

13. November

Bern

European Trophy, SCB - Bili Tygri Liberec

www.scb.ch

26. November

Bern

Zibelemärit

www.berninfo.com

51


INSIDE BLS

INSIDE BLS

Halt auf Verlangen

Text: Mike Sommer Fotos: Manu Friederich

Warum hält der Zug nur «auf Verlangen»? Nicht jeder Zug legt bei jeder Haltestelle zwingend einen Halt ein. Wer beispielsweise in Zihlbrücke, Wolhusen Weid oder Hohtenn ein- oder aussteigen will, muss dies dem Lokführer mitteilen. Ein Knopfdruck genügt.

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Es gehört zu den unerfreulicheren Situationen beim Bahnreisen, wenn der Zug, den man besteigen wollte, ungebremst an der Haltestelle vorbeibraust. Oder wenn man als Fahrgast plötzlich aus seinen Tagträumereien aufschreckt, weil der Zug soeben an der Haltestelle vorbeigefahren ist, die man zum Ausgangspunkt der Wanderung bestimmt hatte. Passieren kann dies theoretisch an 25 Haltestellen, die von BLS-Zügen (Regio, RegioExpress und S-Bahn) bedient werden und die im Kursbuch mit dem Vermerk «Halt auf Verlangen» gekennzeichnet sind. In der Praxis kommt es aber überaus selten vor. Wenn ein Zug nicht wie geplant anhält, liegt entweder ein Missverständnis oder ein Versäumnis vor. Genauer gesagt: Der Fahrgast wusste nicht, dass er dem Lokführer seine Absicht – ein- oder auszusteigen – hätte mitteilen sollen. Oder er wusste es zwar, war aber im entscheidenden Moment mit seinen Gedanken ganz woanders. Dabei ist es ganz einfach: Per Knopfdruck an der entsprechenden Vorrichtung an der Tür beziehungsweise auf dem Perron signalisiert man dem

Lokführer seine Absicht. Wer das versäumt, hat das Nachsehen, denn Lokführer sind keine Hellseher. Warum aber gibt es überhaupt fakultative Haltestellen? Dienstleistung für Randregionen «Halt auf Verlangen war früher auf Nebenlinien stärker verbreitet», erklärt Hans-Bernhard Fiechter. Der stellvertretende Leiter Angebotsplanung der BLS kennt die Gründe, die noch heute für fakultative Haltestellen sprechen: «Damit kann man Orte bedienen, die wegen geringem Fahrgastaufkommen als reguläre Haltestellen wenig Sinn machen.» Naturgemäss befinden sich solche Orte hauptsächlich in dünn besiedelten Gegenden wie dem Emmental, dem Berner Oberland oder an der Südrampe der Lötschberg-Bergstrecke (siehe Liste). Wie geht die BLS aber bei der Gestaltung des Fahrplans mit Haltestellen um, an denen der Zug manchmal anhält und manchmal durchfährt? Grundsätzlich kenne man das Einsteigerpotenzial der Haltestellen und könne daraus entspre-


ses, also der finanziellen Abgabe der Eisenbahn-Verkehrsunternehmen an die Netzbetreiber, die für das Befahren jeder Strecke zu entrichten ist. Ein geringerer Energieverbrauch führt somit zu tieferen Kosten für die Bahnen.» Haltestellen mit fakultativem Halt machen also durchaus Sinn – vor allem weil sie den Bewohnern von Randgebieten einen Bahnanschluss verschaffen. Einheimische kennen das Halt-auf-Verlangen-System denn auch bestens. Und Auswärtige werden mit schriftlichen Hinweisen an den Haltestellen, mit optischen und akustischen Durchsagen in den Zügen sowie im Online-Fahrplan, auf den Liniennetzplänen und in den gedruckten Fahrplänen so gut wie möglich informiert. Strecke Bern– Neuchâtel Kerzers– Payerne Bern– Burgdorf– Solothurn Burgdorf– Langnau i. E. Spiez– Zweisimmen

chende Annahmen ableiten, sagt Hans-Bernhard Fiechter: «Man geht davon aus, dass der Zug nicht bei jeder dieser Haltestellen hält und gewinnt so ein wenig Fahrzeit.» Und wenn der Regio Lötschberger ausnahmsweise trotzdem an allen sieben fakultativen Haltestellen zwischen Spiez und Zweisimmen Fahrgäste ein- oder aussteigen lassen muss? Fiechter: «Es liegt in der Verantwortung des Lokführers, den Fahrplan so gut wie möglich einzuhalten. Im schlimmsten Fall hat der Zug dann halt eine kleine Verspätung. Aber das kann aus verschiedenen Gründen auf jeder Linie mal vorkommen.» Selbstverständlich passt die BLS ihr Haltestellenkonzept an, wenn sich die Bedürfnisse wandeln. So wird etwa die fakultative Haltestelle «Lädeli» nördlich von Thun auf der Strecke Thun–Konolfingen–Burgdorf im kommenden Dezember in eine reguläre Haltestelle umgewandelt. Dies drängt sich auf, weil die Wohnbevölkerung in der Umgebung zugenommen hat. Zur Kompensation erfolgt die Zurückstufung des viel weniger nachfragestarken Brenzikofen zur Haltestelle mit Halt auf Verlangen. Strom und Kosten sparen Hans-Bernhard Fiechter nennt einen weiteren Vorteil fakultativer Haltestellen: «Muss der Zug halten und wieder anfahren, braucht das mehr Strom, als wenn er durchfährt – vor allem wenn der Halt in einer Steigung liegt.» Da die Züge heutzutage eher Leichtgewichte seien, lasse sich zwar keine bedeutende Strommenge sparen, aber immerhin: «Der Energieverbrauch ist auch ein Faktor des Trassenprei-

Kursbuchfeld 305

305 304.1

Haltepunkt FerenbalmGurbrü, Zihlbrücke MuntelierLöwenberg Burgdorf Buchmatt

Infrastrukturbetreiber BLS

SBB BLS

304.2

Neumühle

BLS

320

Lattigen bei Spiez, Eifeld, Burgholz, Ringoldingen, Weissenburg, Enge im Simmental, Grubenwald Mülenen, Hohtenn, Eggerberg, Lalden Schwäbis, Lädeli (bis Dezember 2012), Stalden i. E., Bigenthal, Schafhausen i. E., Brenzikofen (neu ab Dezember 2012) Gutenburg, Lindenholz, Hüswil, Wolhusen Weid

BLS

Spiez– Kandersteg– Brig

330

Thun– Konolfingen– Burgdorf

340

Langenthal– Wolhusen

440

BLS

BLS

BLS

Haben Sie Fragen zur BLS? Ist Ihnen etwas aufgefallen, das Sie nicht verstehen? Über das Sie gerne mehr wissen möchten? In jedem «Streifzug» beantworten wir die jeweils spannendste Frage. Richten Sie Ihre Frage an: BLS AG, Streifzug, Genfergasse 11, CH-3001 Bern

» streifzug@bls.ch 53


Nächster Halt: Ihr Briefkasten. Kundenmagazin

Herbst 2012

Streifzug

Mit erb n tbew Wet ktive attra und cheinen Guts

Mit grossemrb. Wettbewe

Steff la Cheffe «Eigentlich bin ich eine Ja-Sagerin.» ab Seite 6

Besser unterwegs.

Spannende Ausflüge mit Bahn, Bus und Schiff.

Ausflüge Winter 2011/12 Excursions hiver 2011/12 Excursions winter 2011/12

Frühling/Sommer/Herbst 2012

Wanderung über den Röstigraben ab Seite 10

BLS-Cargo: das Erfolgsgeheimnis der Alpinisten ab Seite 40

www.bls.ch/ausflug

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Lötschberger Travel Guide und Panoramakarten

Fahrplan 2012 Thuner- und Brienzersee

Aktivitäten 2012 Thuner- und Brienzersee

Horaire lacs de Thoune et de Brienz Timetable Lake Thun and Brienz

Activities 2012 Lake Thun and Lake Brienz

Besser unterwegs.

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Lötschberger Wandertipps

Lötschberger Malbogen

Ausflugstipps Sommer und Winter

Bus Wandertipps Emmental

Charterzüge

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Extrafahrten 2012 Preisliste und Packages

Autoverlad Lötschberg 2012

Thuner- und Brienzersee Transport des automobiles au Lötschberg 2012 Lötschberg car transportation 2012 11.12.2011– 8.12.2012 Kandersteg–Goppenstein Kandersteg–Iselle (Italien)

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Ablegen. Aufleben.

Autoverlad Schifffahrt Berner Oberland Lötschberg Fahrplan, Aktivitäten und Extrafahrten Infos und Tipps

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KUNDENDIENST Besser unterwegs – Wie haben Sie die BLS erlebt? Ob Lob oder Tadel, wir sind für Sie da. Sagen Sie uns Ihre Meinung. Wir freuen uns über Ihr Feedback und antworten Ihnen gerne. BLS AG, Kundendienst, Genfergasse 11, CH–3001 Bern, Tel. +41 (0)58 327 31 32, Fax +41 (0)58 327 23 10 (Montag bis Freitag von 8 bis 17.30 Uhr) Kontaktformular unter www.bls.ch/kundendienst IMPRESSUM BLS AG, Personenverkehr Marketing, Damian Pfister, Christian Schneider, Markus Hügli, Genfergasse 11, CH–3001 Bern, www.bls.ch/streifzug, streifzug@bls.ch Redaktion: textatelier.ch, Biel: Thorsten Kaletsch, Peter Bader, Erich Goetschi, Maria Hofmann, Mike Sommer. Mitarbeiter/-innen dieser Ausgabe: Bea Artico, Stefanie Burri, Manu Friederich, Bänz Friedli, Rob Lewis, Regula Tanner, Anita Vozza. Grafik/Layout: Republica AG, 360° Kommunikation, Gabriela Schnell, CH–3000 Bern 13. Koordination, Anzeigenakquisition und Druck: AST & FISCHER AG, CH–3084 Wabern, Daniel Linder, Alfred Zitzenbacher (Anzeigen), Lea Hari (Typo). Printed in Switzerland, 35 000 Ex. Der «Streifzug» erscheint jeweils Ende der Monate März, Juni, August und November und ist kostenlos.


gelöst hat, sowieso. Aber: Zunehmend kommt es vor, dass sich die Passagiere buchstäblich vergessen. Zuhause darf man das. Daheim, klar, da darf ich meine Brandi Carlile so laut laufen lassen und aus voller Kehle so falsch mitsingen, wie ich will. (Jedenfalls, solange meine Frau nicht zuhause ist; sie erträgt Countrymusik gar nicht.) Daheim darf ich sabbern, schnalzen und stampfen, wie es mir gefällt. Vergisst man sich aber im öffentlichen Verkehr, vergisst man damit eben auch alle um einen herum. Und schon ist, was zuhause völlig okay wäre, unflätig. Deshalb ist der Slogan «Unterwegs zuhause» Unfug. Denn er unterschlägt das Wichtigste, wenn Fremde gemeinsam unterwegs sind: die Rücksichtnahme.

«Nu gschnäll …» Leserin, geschätzte, die Sie sich soeben diesen «Streifzug» vom Haken geholt haben! Leser, der Sie die Zeitschrift auf Ihrem Nebensitz gefunden haben – fühlen Sie sich wie zuhause! Hören Sie, so laut Sie wollen, Ihre Lieblingsmusik, schmatzen Sie beim Verzehr ihrer Pouletschenkeli ungehemmt, klemmen Sie sich dabei ruhig das Handy zwischen Schulter und Ohr, palavern Sie ungehindert drauflos; aber laut, die Person am anderen Ende versteht Sie sonst nicht (denn wer weiss, die steht vielleicht gerade im vollen Feierabendtram). Und stützen Sie Ihre Schuhe doch auf dem gegenüberliegenden Sessel ab. Ist bequemer so. Lautet die neue Losung einer grossen Schweizer Bahngesellschaft nicht «Unterwegs zuhause»? Und lacht selbiger Slogan uns nicht pausenlos von Plakatwänden und Bildschirmen an, als kategorischer Imperativ gleichsam? Tun Sie sich also keinen Zwang an. «Unterwegs zuhause.» Da wird im Zug gegessen, geturtelt, getanzt. Fröhliche Seniorinnen halten Kafikränzli ab samt Lismete; ganze Guggenmusiken lärmen; Familien picknicken. Um eine zweifellos schön gemachte Kampagne handelt es sich hier, aber um einen Irrtum. Nicht um irgendeinen, sondern den Grundirrtum im öffentlichen Verkehr: dass die Leute sich wie zuhause aufführen. Natürlich ist die Eisenbahn vielen ein zweites Zuhause; einem wie mir, der soeben sein 26. Generalabonnement

Tram, Bus und Zug sind nämlich auf perfide Weise Orte des Übergangs zwischen Privatleben und öffentlichem Raum. Manch ein Pendler stolpert morgens noch bettwarm in seine S-Bahn. Zu verschlafen, um bereits anderen begegnen zu wollen, verschanzt er sich hinter einer Zeitung, frühstückt dazu indes vor aller Augen. Abends das Umgekehrte, dennoch dasselbe: Die Pendlerin schleift, gefühlt, das halbe Büro mit in den öV, zückt noch hurtig ihr Handy und beginnt ein geschäftliches Gespräch mit «Nu gschnäll, Fra’ Hueber …». Und wenn eine «Nu gschnäll» sagt, kann man sich sicher sein, dass es länger dauert. Dazu entledigt sie sich seelenruhig, sich bereits zuhause wähnend, schon mal ihrer Strumpfhosen. Himmel! Dem muss man nicht noch Vorschub leisten wie in Basel, wo neuerdings jedes «Drämmli» mit W-Lan ausgerüstet ist und man immer mehr Leute beobachtet, die noch rasch ihren Laptop aufstarten, um dieses oder jenes Mail loszuschicken. Nein, man soll sich im öV nicht aufführen wie daheim. Nur frage ich mich dann manchmal: Würden die sich zuhause wirklich so aufführen? Das Mädel, das gestern pausenlos dieses öde «Ma Chérie» aus seinem Handy plärren liess? Der mit dem Gel im Haar, der in Businessenglisch mit Zofinger Akzent schwadronierte? Die täten dies daheim niemals so laut, die wollten doch gehört werden. Insofern müssten wir die Losung wohl anpassen: «Unterwegs zuhause. Aber bitte wirklich so gesittet wie zuhause.»

Bänz Friedli Der Berner Bänz Friedli (47) ist Hausmann und freier Autor in Zürich. Im Herbst 2012 kommt er mit seinem kabarettistischen Programm «Wenn die mich nicht hätten» weiter im Land herum. www.baenzfriedli.ch 55


«Damit Ihr Hunger auf der Strecke bleibt!» Shopping im Bahnhof. 366 Tage geöffnet, von früh bis spät.

Streifzug, das Kundenmagazin der BLS AG; Ausgabe Herbst 2012  

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