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das trail running magazin nummer 1

04

/2011

august.sepT.

interviews

mireia miro jasmin nunige

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URBAN TRAIL

PFADSUCHE in halle/Saale

leichte trailschuhe

gripwunder und mehr feeling auf dem trail.

report:

ultra die 101 km-premiere um die zugspitze 4trails 4 tage mit dippacher im wohnmobil gobi march wüstenmarsch & kulturflash

härter, höher, weiter

so waren die ersten trailrennen 2011

renn-fieber!


SALOMONRUNNING.COM

“LIGHT, FLEXIBLE, AND HIGHLY ENERGETIC, THIS IS THE MOST RUNNABLE TRAIL SHOE EVER.” – JONATHAN WYATT TWO-TIME OLYMPIC COMPETITOR AND 6-TIME WORLD MOUNTAIN RUNNING CHAMPION

INTRODUCING THE NEW

XR CROSSMAX

COPYRIGHT© SALOMON SAS. ALL RIGHTS RESERVED. PRODUCT PHOTOGRAPHY : SEMAPHORE


VORWORT auf dem TRAIL: niemals das gesicht verlieren!

Wenn man so will, ist diese Ausgabe des TRAIL eine ganz besondere, denn nach ihr beginnt für uns ein neues Zeitalter. Eigentlich laufen wir zurück in die Vergangenheit und doch ist es ein Schritt nach vorne. Wir haben gelernt, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Am 28. September erscheint das TRAIL Magazin gedruckt am Kiosk. Ihr wolltet das so und wir wollten es dann auch und dann kam eins zum anderen... auf die Onlineausgaben müsst ihr aber erstmal nicht verzichten. Die Printausgabe ist eine Extranummer, ein sogenanntes Sonderheft, und wie es dann 2012 weitergeht wird sich herausstellen. Eines ist jedoch sicher - es geht weiter. Zum Weitermachen gab es am 25. Juni nämlich 750 gute Gründe und die standen versammelt an der Startlinie des ersten Salomon Zugspitz Ultratrail in Grainau bei Garmisch. Vor 2 oder 3 Jahren wäre so ein Teilnehmerfeld, bei einem über 100 Kilometer langen Berglauf, in Deutschland unvorstellbar gewesen. Klar, in Frankreich und in der Schweiz sind solche Veranstaltungen längst als echte Sportart akzeptiert, aber hier bei uns? Es tut sich also was und wir sind als Magazin dabei, halten euch die Hände, füttern euch mit Infos, motivieren euch für neue Abenteuer. Die Printausgabe des TRAIL soll ein Anfang sein. Im kommenden Jahr sehen wir uns regelmäßig gedruckt und über das ganze Land verteilt. Wir halten euch in dieser Angelegenheit auf dem Laufenden. Bis es soweit ist, entzücken wir euch nochmals mit einer E-Ausgabe, die proppevoll ist mit Reportagen, News, schönen Fotos und Rennberichten. Wir gingen zum Beispiel in das endgültige Finale der 3-teiligen “Urban-Trail-Running” Serie und waren abschließend im Osten der Republik, in Halle an der Saale. Es waren frohe Tage zwischen in sich zerfallende Plattenbauten, EU-unterstütztem Aufbruch und grüner Wildnis im Vorstadtgebiet. Kurz zuvor durften wir dort laufen, wo man als Trail-Runner sein Herz und den Verstand verliert - in den Alpen! Vier Tage, vier Etappen und auf epischen Bergpfaden von Garmisch bis nach Samnaun. Das heißt: Wir rannten einfach mal so von Deutschland in die Schweiz. Unser Bericht von den ersten Salomon 4 Trails ist eine Story über Kampfgeist, Schweinehund, neue Freundschaften und Alltagsflucht. Unser rasender Reporter Stephan “Gripmaster” Repke ist seit Jahren auf erfolgreicher Alltagsflucht. Diesmal brachte ihn diese Intention nach Griechenland und im Anschluss in die Pyrenäen. Sein Auftrag: Immer schön an Kilian Jornet dranbleiben. Stephan erzählt uns davon, wie es denn so ist, mit dem Wunderkind des Trail-Runnings unterwegs zu sein. Und dann haben wir im Dunstkreis des TRAIL Magazins noch so einen Kandidaten der nie still halten kann. Thomas Bohne wäre, würde er nicht Streckenchef sein wollen, vermutlich ein Favorit auf den Sieg beim Gobi March in China. So rennt er Streckenabschnitte, markiert, kontrolliert und kümmert sich um die Etappenläufer mit viel Fürsorge. Seine Sichtweise auf eine Region die bettelarm und voller Kultur ist, lest ihr ab Seite 102. Und sonst? Trail-Running eben. News, Typen, Produkte, Abenteuer. Die neue Art zu laufen hat immer wieder neue Ideen... Achso: am 28.9.2011 würden wir euch gerne am Kiosk begrüßen. Wir sind da! Besser als je zuvor, denn wir wollen auf dem Trail niemals das Gesicht verlieren.

TRAIL Herausgeber

Denis Wischniewski

BESUCHT UNS. TRAIL ist auf facebook!


8/9.2011 INHALT SALOMON ZUGSPITZ ULTRATRAIL

elba ...diese Insel hat uns - jedes Jahr einmal

Unsere FACEBOOK Seite ist online! Schaut mal vorbei und lasst uns wissen, ob wir euch gefallen! MEIN LAUF DES LEBENS

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NEWS 4/2011 Typen, Rennen, neue Produkte, Irontrail, Lakeland 100

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Z u g s p i t z u lt r a - t r a i l Deutschland hat seinen Ultratrail. Bericht von der Premiere

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4-trails Anders als gedacht: die 4-Trails sind kein Transalpine-Light

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P r a x i st e st 4 Tage in den Berge laufen bedeutet auch zu testen

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u r b a n t r a i l r u nn i n g i n h a l l e Der dritte Teil unserer skurrilen Städteserie

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Tage mit Kilian Wie es ist mit dem besten Trailrunner unterwegs zu sein

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gobi march 2011 Autor Thomas Bohne war als Streckenmarkierer dabei

102

mein lauf des lebens Dominic gewann ein Preisausschreiben und musste leiden

108

lightweight-trailschuhe 10 leichte Trailschuhe die SpaĂ&#x; machen im Test

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O u t r o - f o t o d e r a u s ga b e Mireia Miro - das neue Gesicht des Trails

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SALOMON 4-TRAILS

TAGE MIT KILIAN


Foto: Stephan Repke, www.gripmastertrails.com

AB JETZT IMMER DABEI:

TRAIL

ZUM MITNEHMEN! DAS TRAIL RUNNING MAGAZIN NR.1 JETZT ENDLICH als PRINT an deinem KIOSK, oder bei www.delius-klasing.de/zeitschriften AB 28.9.2011, 128 SEITEN TRAIL RUNNING PUR!


FOTOS:stephan repke, www.gripmastertrails.com, text: denis wischniewski, stephan repke

TRAILS auf elba

text und fotos: denis wischniewski, sylvia sadler

ewig ruft (se) die

insel


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Ëœgobi march

Das ist ein sentiero! ausgewaschen, abgerockt, unbarmherzig und am ende voller seele...


44 ist heute eine Glückszahl, denn das hatte ich nicht erwartet. Ein Trail vom feinsten. Ausgewaschen, schmal, verblockt und ein Mix aus Sand, Granitfels und sattbrauner Erde. Der Sentiero Nummer 44 ist ein Fernwanderweg, der mir in meiner Funktion als TrailRunner, ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert. Vier Tage Strand liegen hinter mir, eine Grillparty, drei mal Kinderdisco und zweimal Mobiltoilette entleeren, mehrfache böswillige Nötigung zum Chinaplastikspielzeug-Kauf. Camper-Reality und Tage in denen Eis am Stil an der ersten Stelle der Prioritätenliste steht. Eigentlich recht und gut. Dass irgendwann dieser Moment kommen musste war klar. Mein geistiger und körperlicher Unruhezustand kann nur

dadurch beruhigt werden in dem ich Elba der Länge nach zerlege. Laut Karte gibt es genug Wanderwege, Sentieros um vom einen zum anderen Ende zu gelangen. Zwei ausgewachsene Gipfel sind auch dabei. Der Monte Capanne und der Monte Calanche schießen von Meereshöhe auf gut 1000 Meter. Es ist also so, dass der Papa meiner Kinder unbedingt im Urlaub einen halben Tag lang rumrennen muss um nach 11 Tagen, zu Hause, sagen zu können „es war rundum gelungen.“ Der Vorabend Zwei Dosen Ravioli werden zum

Carboloading missbraucht und in dieser Funktion taugt das Dosenfutter eh mehr als für Feinschmeckerei. Mein Schlaf ist mittelmäßig, denn Pfingsten beschert der kleinen Insel hohe Temperaturen. Viel zu heiß um rumzurennen, zu heiß um Nachts Schlaf zu finden, aber morgen soll es Wolken geben und Wolken bedeutet Schatten und Schatten ist für Läufer gut.

zeit in Süddeutschland und nur sieben Stunden Autofahrt machen aus Elba ein ideales und schnell erreichbares Pfingstferienziel. Da wo ich heute rumrasen werde wird vom Pfingsttourismus nur wenig zu spüren sein. Könnte ein leicht erhebendes Gefühl werden etwas anderes zu tun als der Rest der Urlauber. Kleine Revolution eines Angepassten.

Ich bin wach, Elba pennt noch. Ganz ruhig. Am Tag sind die Strände gefüllt, nicht proppevoll - eher gut frequentiert. Bayern und Schwaben haben das Eiland fest im Griff. Ferien-

Vom Campingplatz weg biege ich querfeldein ins Fernwanderwegenetz ein. Das sind keine breiten Schotterstraßen hier, sondern Trampelpfade die 9 sich ausgestattet mit meist


viel Meerblick zu sexy Panoramatrails aufstrapsen. Die Hitze kann sich jedoch auch heute nicht lange in Zaum halten. Nach nur wenigen Kilometern stehe ich im eigenen Saft, nuckel an der Flasche und werde mir schnell unsicher, ob mein 1 Liter Wasservorrat für meine Transelba-Schlacht ausreicht. Beim studieren der Karte fällt mir auf, dass bei meiner Kreuzung über den Kamm der rund 50 Kilometer langen, zu Italien zählenden Insel vermutlich keine Möglichkeiten kommen die Verpflegung garantieren. Schlecht. Der Scirocco treibt mächtig Hitze und drückende Luft über Elba - damit komm ich klar, ich habe Golf Erfahrung (wobei mich ein grüner Scirocco 1 schon immer reizte und als Führerscheinneuling damals seine Kanten sehr anmachten). Bei meinem letzten Elbaauftritt war mir vergönnt mit dem einheimischen Trailguru Massimo Russo

zu laufen, aber Massimo tun in diesem Jahr die Knie weh, er radelt lieber oder ich war ihm im letzten Jahr bei unseren gemeinsamen Trailruns doch zu langsam. Am Ende des Urlaubs bleibt mir ein Abendessen mit ihm und faszinierende Diskussionen rund um unser beider Lieblingsthema Trail Running...es fallen die Worte Romantik, Etappenläufe und Herzblut. Massimo berichtet mir auch stolz, daß innerhalb von nur einem Jahr die Zahl der aktiven einheimischen Trail Runner auf Elba von drei auf 30 stieg. Darunter eine hübsche, schnelle und junge Dame. Bei meinem Lauf heute werde ich zumindest 4 davon unverhofft treffen. Auf dem Sentiero 18 laufe ich mit permanentem Mittelmeerblick mit der Leichtigkeit eines von Wellen umspültes Stück Seetang auf von Felsen verblockten, armbreiten Trails. Die Wasserflaschen leeren sich, mein Nuckeln

Der Scirocco treibt mächtig Hitze und drückende Luft über Elba - damit komm ich klar, ich habe Golf Erfahrung

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wird rationeller. Laut Karte sollte ich demnächst in ein Naturschutzgebiet einlaufen und dort würde ich der Wasserqualität vertrauen und direkt aus dem Fels trinken. Voraussetzung: der Fels sprudelt. Drei Stunden sind rum. Ich habe viel zu wenig getrunken. Ich rechne, ich kalkuliere. Entweder weiter in Richtung Ziel (das

Ziel ist durch eine Ortschaft am westlichen Ende der Insel definiert, die eine Eisdiele besitzt, die Eis aus Elbakuhmilch herstellt) oder links den Hang runter und im ca. 10 Kilometer entfernten Küstendorf in einer Kneipe Wasser kaufen. Ich bleib oben und errechne mir die Wunschvorstellung, dass ich viel schneller (auch

ohne Wasser) am Ziel bin als Himmel überdeckt, ich atme mit Umwegen und mit Wasser. Salzluft, klettere über weiche Felsblöcke auf 1000 Meter Eine bescheuerte Idee war das. Höhe und bin für einen Moment Eine gute Stunde später hänge Kaiser dieser Insel - eine Kaiich inmitten des Monte Capan- ser dem dürstet! ne und mein Mund ist trocken. Oben am Gipfel sonnen sich Mein unendlicher Durst zer- Gondeltouristen und die erstört die sonst ideale Situation schrecken nicht schlecht, als in der ich stecke. Der Capanne ich von der steilen Seite aus wird von einem stahlblauen wie ein Fallschirmspringer


˜last desert˜

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plötzlich vor Ihnen stehe. „Guten Tag, sehr schön hier, nicht wahr? Hätten Sie mir einen Schluck von Ihrem Wasser?“. Nur wenige Höhenmeter unter dem Gipfel ist zum ersten mal die Eisdielen -Ortschaft angeschrieben. 12 Kilometer nach unten. Ich rufe meine Frau an und melde mich überoptimis-

tisch in den kommenden 60 Minuten an. Der Gedanke an ein eiskaltes Cola macht mich wahnsinnig. Ich marschiere mit einem Weichzeichner vor der Netzhaut ins Tal. Die erste Quelle finde ich dann 2 Kilometer vor dem Bioeis-Laden. Ich stecke den Kopf ins Nass, es zischt.

Die Inselkreuzung endet mit Grande Aqua mit Gas, Bananensplit und drei mal Coke. Als meine Frau, die Kids und die Schwiegereltern 20 Minuten später auftauchen, bestelle ich nochmals nach. Eiskaffee rundet den Geschmack des TrailRunners ab.

INFO ELBA & TR AILRUNNING HINKOMMEN Wer von München aus in Richtung ELBA aufbricht ist bei moderater Fahrweise in ca. 9 Stunden am Fährhafen in Piombino. Von dort aus verbringt man eine gute Stunde mit der Überfahrt (z.B MOBY LINES Euro). Flüge ab April gibt es ab Friedrichshafen mit Intersky für 99 Euro. SCHLAFEN Nette Campingplätze direkt am Wasser: www.elbacampingeuropa.it www.campinglaconapineta.com/de www.campinglafoce.com www.campingscaglieri.it


Festzelt, Sportplatz, Stadion. egal. bei uns muss es eben genau so aussehen...


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2012 - spiel doch m it!

WWW.PLANB-EVENT.COM


NEWS8/9.11

1985

TEAM SCOTT

Mit dem mehrfachen Berglauf Marco de Gasperi und Pascal Giguet als Aushängeschilder wird SCOTT in diesem Jahr bei schweren Bergläufen ganz vorne mitmischen. Der deutsche Thomas Bohne vertritt die Schweizer Firma auf langen Ultratrails und will beim UTMB vorne mitmischen. www.scott-sports.com

WÜRGEGRIFF DER HITZE ODER SANDPARTY?

Etappenläufe durch Wüsten stehen hoch im Kurs bei Trailläufern. Alle grösseren Wüsten der Erde laden zum Extremabenteuer ein. Wir stellen drei davon vor.

MARATHON DES SABLES

Der älteste aller Wüstenmarathons wurde bereits im Jahr 1986 erstmals in der marrokanischen Sahara veranstaltet und zog damals wie heute abenteuerlustige Extremsportler an. Die Idee in Eigenversorgung eine ganze Woche lang durch eine Trockenwüste zu rennen und dabei täglich die Marathondistanz zurückzulegen fand mehr und mehr Nachmacher. Wer das Original erleben möchte begiebt sich in die Hände eines professionellen Veranstalters. www.darbaroud.com

ATACAMA CROSSING

Die trockenste und extremste aller Wüsten liegt in Chile und der Veranstalter Racing The Planet lädt im Zuge seiner weltweiten 4Desert-Serie in die Atacama Wüste ein. Nachts bis weit unter den Gefrierpunkt, am Tag drückende Hitze und mit etwas Pech ins Schneegestöber im Gebirge. Der 250 km Etappenlauf ist ein Adventurerace in familiärem Umfeld. Sieben Tage Wildnis und sechs Etappen die einen an die Grenzen bringen. www.4deserts.com/atacamacrossing

DESERT OMAN RAID

Der französische Veranstalter Raidsahara um Gründer Cyril Fondevil veranstaltet jedes Jahr im November ein 195 km langes Etappenrennen durch die Dünen der Wahiba Wüste im Osten des Königreichs Oman. Die Schwierigkeit dabei sind vor allem die relativ vielen Höhenmeter. Anders als beim MDS gibt es hier keine Überdistanzetappe, aber dafür wird schneller gelaufen! Ein Traum: Start und Ziel ist am weißen Strand des arabischen Meers. www.raidsahara.com


MIREIA MIRO gehört die Zukunft! Die spanische Skyracerin ist eigentlich schon mittendrin. In diesem Sommer siegt sie egal wo sie startet.... Gratulation. Du hast den Giir Di Mont gewonnen und das Dolomiti Skyrace. Das ist wohl ein sehr erfolgreicher Sommer? Ich kann es noch nicht glauben. Nach dem Giir Di Mont war ich so sehr müde und habe fünf Tage nichts gemacht außer rumgelegen. Bis jetzt war das ein spannender Sommer für mich. Ich habe viel Freude am Laufen, bin glücklich mit meinem Sponsor, den Resultaten und ich habe meine Winterform einfach mit in die Sommersaison genommen. Was soll ich noch sagen? Die meisten Leute kennen dich ja tatsächlich als SkitourenRennläuferin. Jetzt bist du zu einer Ganzjahresathletin geworden. Was ist denn deine Zukunft? Skiberglauf, Skyrun oder vielleicht sogar Ultra-Traillauf? Ich liebe das Skiberglaufen! Viel mehr! Es ist meine Priorität, wenngleich es zu Fuß sehr gut für mich läuft. Ich lebe im Moment eine neue Etappe meines Lebens. Ich war noch nie auf einem solch hohen Level und konnte soviel Wettkämpfe wegstecken. Ich entdecke und erforsche meine Limits und mich interessiert wie mein Körper und meine Psyche darauf reagieren. So lange die Motivation da ist, wird es mir leicht fallen zu trainieren und an Rennen teilzunehmen. Im Moment habe ich keine Gedanken in Richtung Ultra-Trail. Irgendwann sicherlich - schon alleine um zu wissen es ist. In wenigen Tagen startest du zusammen mit Stephanie Jiminez beim Gore-Tex Transalpine Run als Team. Das ist neues Land für euch, oder? Ja absolut, das ist eine neue Erfahrung für mich. Die Tatsache, dass man dort im Zweierteam läuft macht es sehr attraktiv. Ich freue mich unheimlich darauf zusammen mit Stephi auf diesen wunderschönen Trails zu laufen. Der Rest ergibt sich ja dann eh. -das komplette Interview in TRAIL „PRINT“ ab 28.9 am Kiosk-

Innovative Sportausrüstung Wir sind DIE Experten in Deutschland für Trail Running, Ultra- und Abenteuerläufe. Als unabhängiger Shop führen wir jede Menge Produkte, die besonders innovativ, sehr funktionell und oft noch extrem leicht sind. Dazu gehören

Salomon, inov-8, Montane, RaidLight, GoLite, X-BIONIC, Skins, OMM, Nathan, Aarn, SealSkinz, etc. Schaut Euch auf www.racelite.de einfach einmal um. Gerne beraten wir auch telefonisch +49 (0)8821-9436061. Oder kommt in unseren Laden am Rathausplatz 14, Garmisch-Partenkirchen. Wir freuen uns auf Euren Besuch.


NEWS8/9.11 COCA-COLA? Ja oder Nein?

Wir wollten wissen: braucht ihr Cola-Cola an den Verpflegungsstationen bei Ultra-Trail Wettkämpfen? Unbedingt! Noch wichtiger ist allerdings Bouillon! Beides bitte! Nein! Cola ist super. Cola nicht unbedingt, aber Koffein nach ein paar Stunden. Ab einer Streckenlänge von über 70 km ist es wichtig. Cola ist super, aber keine Tomatensuppe.

IRONTRAIL? wir wissen noch mehr... Es kam an! Zumindest dürften mittlerweile alle die verrückt genug sind um länger als ein Tag und eine Nacht am Stück zu rennen davon gehört haben: IRONTRAIL - 200 Kilometer - 11000 Höhenmeter. Die Veranstaltung ist mit einer FACEBOOK Seite ausgestattet und dort wird schon heftig diskutiert. Da bereiten sich welche jetzt schon mental auf den Mammutberglauf vor, andere sind am überlegen und planen. Vor der ersten offiziellen Pressekonferenz die am 23.8. stattfinden wird, haben wir beim Veranstalter nochmals vorgefühlt. Die Königsdistanz ist genau 204 Kilometer lang und wird in 4 Teilstücke zerlegt. Das könnte vor allem der Psyche gut tun. Teil 1 Pontresina - Pontresina, durch wunderschöne Gebirgswelten des Oberengadin auf durchschnittlich 2200 Meter Höhe. Der zweite Abschnitt führt nach Savognin über den Piz Nair (3300 Meter), danach führt die Strecke nach Lenzerheide und auf Naturwegen ist in diesem dritten Teil etwas Erholung angesagt. Das finale Stück verläuft über das Rothorn auf 2865 Meter. Doch dort wo der Graubünden Marathon endet ist beim IRONTRAIL noch nicht Schluss. Weiter nach Arosa ist das endgültige Ziel in Chur nicht mehr weit. In der ältesten Stadt der Schweiz laufen die Ultratrail-Helden dann ins Ziel ein. Das hört sich alles ziemlich eindrucksvoll an. In der nächsten Ausgabe berichten wir euch dann mit ALLEN wichtigen Details. www.irontrail.ch


Leadville100 Mitfavorit RYAN SANDES: diese Ausrüstung wird er am 20.8. nicht benötigen.

leadville macht legenden!

Die 100 Meilen von LEADVILLE sind spätestens seit dem Buch BORN TO RUN ein magischer Begriff für jeden Ultrarenner. Ein Südafrikaner will dort zur Legende werden.

Als der US-Superstar-Läufer Matt Carpenterim Jahr 2005 nach 15 Stunden und 42 Minuten, nach 100 Meilen in der Harrison Avenue einlief, sollte diese Zeit für die Ewigkeit sein. In den Jahren danach lief ein junger Mann mit wildem Haarwuchs nochmal ausserirdisch schnell, aber an Carpenters Zeit kam er nicht heran. 2011 bekommt der Leadville 100 Besuch aus Südafrika. Ryan Sandes ist gut für Rekorde, denn Sandes kann mit extremen Situationen bestens umgehen. Er siegte bei diversen Wüstenläufen und einem Etappenlauf in der Antarktis. Man darf gespannt sein, wie nahe er an Carpenters Zeit heran kommen mag. Am 21. August, nach 4750 Höhenmeter und 100 Meilen, wissen wir mehr. www.leadvilletrail100.com

Wie? Warum? Ohhhh!

Wir wollten ihn in den Schuhtest ab Seite 120 stecken, aber sahen ihn außer Konkurrenz. Der ASICS GEL TARTHER war für uns eine Überraschung. Der ursprünglich nur in Japan erhältliche Schuh entzückt bei uns bisher Triathleten , aber seine Traileigenschaften waren erstaunlich gut. Wir hatten zumindest in leichtem Gelände (Waldboden, Schotterweg) enorm viel Spaß mit den 210 Gramm Tretern! www.asics.de


NEWS8/9.11 DES TRAILS

ZAHLEN 11000

mal in Folge gewinnt der Schwede Jonas Buud den 78 Kilometer langen Swiss Alpine Marathon in Davos.

Höhenmeter soll der neue Ultratrail-Hammer IRONTRAIL im kommenden Jahr aufweisen. Neben den Mammutveranstaltungen Tor des Geant und UTMB ein weiteres Highlight für LangdistanzGeländesportler.

33´16

Minuten und 16 Sekunden hat Urban Zemmer im Jahr 2010 für den “vertikalen Kilometer” gebraucht. Er stellte damit beim Dolomites Skyrace einen Weltrekord auf.

40000

19

5

TRAIL Magazine wird es ab dem 28.9.2011 am KIOSK geben. Mindestens eins davon sollte jede/r davon abbekommen.

180

Jahre jung ist der Sieger des Salomon Supertrails 2011. Philipp Reiter heißt er und er hat die Zukunft vor sich...

Gramm schwer MUSS die Notfalljacke sein, die in der Pflichtausrüstung des Ultra Trail du Mont Blanc vorgeschrieben ist.

10 50

Minuten braucht man um einen 1100 Kalorien Burger zu essen. Minuten Traillauf muss man treiben um 1100 Kalorien zu verbrennen.


AUF DER MESSE ENTDECKT!

XA MISSION

„Junge, spiel nicht mit dem Messer rum“ hat mein Papa immer gesagt und, wenn dann immer mit der Klinge nach unten damit man im Falle des Sturzes nicht mit dem Bauch in die Spitze fällt...jetzt bin ich gross und darf das neue STL2.5 von GERBER immer mit im Rucksack tragen. Der XA SKIN PRO 10 von SALOMON wird 2012 viele Rücken entzücken, der XR MISSION soll DER Trailschuh für Einsteiger werden und der SYNAPSE ein Schuh der die Brücke zwischen Trailrunner und Hiker schlagen soll. Beide Schuhe wird es in sehr schönen Farbwelten geben! STL2.5

XA SKIN PRO 10

SYNAPSE

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NEWS8/9.11

„Es war ein großer Schock!“ Die mehrfache Swiss Alpine Siegerin JASMIN NUNIGE stellt sich dem härtesten Rennen ihrer Karriere. Mit der Diagnose MS ändert sich ihr Leben, aber Jasmin will die Krankheit annehmen und kämpfen.


Jasmin, erstmal Glückwunsch. Du bist beim Zermatt Marathon auf Rang 2 gelaufen. Vielen Dank für deine Glückwünsche.

Du hast uns erst kürzlich mit einer Nachricht sprachlos werden lassen. Kannst du uns bitte erzählen wie die letzten Wochen deines Lebens für dich ganz persönlich verliefen?

Im Monat März 2011 bekam ich plötzlich Beschwerden in meinen Beinen. Dies waren Sensibilitätsstörungen beider Beine, was sehr unangenehm war und nach medizinischer Abklärungen wurde die Diagnose eines CIS-Syndrom gestellt. (CIS-Syndrom-Patienten nennt man Patienten mit einem 1. Schub einer MS). Dies war natürlich ein großer Schock und ich und meine Familie waren gezwungen jegliche Pläne neu zu überdenken. Die Teilnahme am geplanten Zürich Marathon mussten wir streichen und Sport wurde zur Bewegungstherapie.

Wie waren die Reaktionen in deinem Umfeld und was sagst du den Leuten, wenn du merkst, dass sie „komisch“ oder vielleicht „unbeholfen“ damit umgehen?

Die Reaktionen in meinem Umfeld waren ganz unterschiedlich. Einige reagierten mit Angst oder mit Mitleid. Ich fühlte mich aber immer stark genug und konnte den Leuten auch zeigen, dass es mir trotzdem gut geht und ich versuche so normal wie möglich zu leben.

Macht sich die Krankheit

aktuell bemerkbar? Magst du überhaupt, dass man von einer „Krankheit“ spricht?

Im Moment spüre ich im Alltag eigentlich nichts mehr. Ein leichtes kribbeln in den Füßen ist geblieben, dies kann ich aber gut in den Hintergrund stellen. Beim Joggen spüre ich zum Teil mehr. Dies sind ganz spezielle Empfindungen die in den Beinen sind. Es ist schwierig zu beschreiben. Es gibt Momente da kribbelt es in den Beinen oder man hat das Gefühl, dass Teile der Muskulatur ganz kalt sind oder das die Beine ganz übersäuert sind. Aber ich habe gelernt damit umzugehen, und diese Missempfindungen halten mich am schnellen Laufen nicht ab, und du hast recht, für mich ist es nicht wirklich eine Krankheit im Moment sondern eine neue Herausforderung. Ich weiß nicht wie die Krankheit sich entwickeln wird, aber ich hoffe, dass ich immer genug Kraft habe damit gut umzugehen. Man muss lernen mit dieser Krankheit zu leben, sie anzunehmen und nicht dagegen anzukämpfen.

Wie verändert die Diagnose MS zukünftig deine sportliche Karriere? Für meine sportliche Kariere bedeutet das, dass ich nur bedingt planen kann. Sei esim Training oder auch für Wettkämpfe. Da es nicht immer gleich gut geht, muss ich zum Teil Anpassungen im Training machen. Auch die Wettkämpfe werden nur bestritten, wenn ich mich fit genug dafür fühle. Ich bin froh, dass ich überhaupt wieder am Start eines Wettkampfes stehen durfte und war natürlich über meine guten Leistungen überglücklich.

Du hast dich, wie wir einem Tageszeitungsartikel entnah-

men, gegen die Einnahme von Medikamenten entschieden? Was sind die Gründe? Ja genau. Ich habe mich gegen eine Einnahme von Medikamenten entschieden und bin sehr froh darüber. Die Medikamente haben auch große Nebenwirkungen. Zudem hätte ich dann wirklich das Gefühl krank zu sein und meinen Körper nicht mehr zu spüren. Ich versuche mit anderen Therapien meinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen (Ernährung, Energetische Massagen, usw.) Aber dies möchte ich nicht verallgemeinern und man muss immer die einzelne Person sehen und in welcher Situation sie sich befindet. Vielleicht kommt bei mir auch mal eine Situation, wo man das ganze neu analysieren und überdenken muss.

Du sagst du lernst mit der Diagnose und der Krankheit umzugehen? Wie muss man sich das vorstellen? Ist es eine Kopfsache?

Es ist sicher, dass man mit einer starken Psyche und entsprechendem Umfeld besser mit so einer Diagnose umgehen kann. Für mich war aber auch wichtig eine gute med. Abklärung und Gespräche mit dem Arzt. Zuerst ist man sehr unsicher, was kann ich machen und was nicht. Ich hatte das Glück mit Professor Dr. Kesselring (Präsident MS-Verbandes CH) ein Gespräch zu haben, wobei er mich in meinem Denken und Handeln unterstützte und somit mir Mut gemacht hat diesen Weg zu gehen.

Du bist eine prominente Sportlerin in der Schweiz und eine Person der Öffentlichkeit mit Vorbildfunktion - ist das

Die schwedische Schuhmarke Icebug wurde 2001 gegründet. Seitdem hat sich das Unternehmen als Marktführer in der Entwicklung rutschsicherer Sportschuhe erfolgreich etabliert. Weltweit wird Icebug in über 15 Ländern vertrieben.

www.icebug.se

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NEWS8/9.11 ein Grund dafür, dass du offensiv mit dem Thema nach außen gehst?

Für mich ist das ein Teil der Verarbeitung. Zu Beginn konnte ich noch nicht gut über meine Krankheit sprechen. Ich spürte sofort einen Kloß im Hals und es war sehr emotional. Im Moment kann ich sehr gut darüber sprechen und das Ganze etwas objektiver betrachten. Das zeigt mir, dass ich psychisch einen großen Schritt zur Verarbeitung des Geschehe-

nen gemacht habe. Zudem denke ich, kann ich auch anderen Betroffenen Mut machen.

Hast du dich gefragt, wieso ich?

Nein. Diese Frage habe ich mir nie gestellt. Wir haben schon die Situation analysiert und uns gefragt wie kam es soweit, aber ich habe mich nie als Opfer betrachtet.

Danke, Jasmin für das Interview. Alles Gute.

Chorier siegt beim hardrock 100, MIRO dominiert die dolomiten, in verbier jubelt ludovic und chaigneau wird erster beim lavaredo ultratrail. :::::::::::::::::::: RACE NEWS ::::: RACE NEWS ::::::::::::::::::::

Es war der ADAMELLO SUPERTRAIL 2010 der Geschichte schrieb, weil es nur einen einzigen Finisher bei der Premiere gab. In diesem Jahr liefs besser: der junge Italiener Nicola Bassi siegte in 32 Stunden 50 Minuten und hinter ihm kamen 18 andere ins Ziel. Beim CHIEMGAUER 100 siegte der für die Uni Graz startende Thomas Wagner auf der 100 Meilen Distanz. Die besser besetzte 100 Kilometer Strecke wurde von Rudi Döhnert in 11 Stunden 35 dominiert. Hinter ihm reihten sich auf Rang 2 und 3 ehemalige Chiemgau Sieger ein. Armin Hohenadler und Petru Muntenasu liefen gemeinsam im Sadion in Ruhpolding ein. Einen denkbar knappen Sieg gab es bei den Damen. Bis auf eine Minute pirschte sich die Schweizerin Anna Hughes an Gine Enenkel heran. Diese gewann in 14 Stunden und 7 Minuten überglücklich ihren ersten Ultra auf deutschem Boden. Der ANDORRA ULTRA TRAIL ist ein 170 km langes und bergiges Monster. Genau das richtige Terrain für Miguel Heras. Der Sieger des Transvulcania und Zugspitz Ultras hat 2011 eine Überform. Er siegte mit fast 2 Stunden Vorsprung auf Oscar Perez in 30 Stunden und 4 Minuten. Beim AL ANDALUS ULTRA TRAIL treffen sich gerne Leute die den Marathon des Sables bereits mehrfach in der Tasche haben. Der 220 km lange, in 5 Tagesetappen geteilte, Lauf im Süden Spaniens sah mit Riel Carol einen britischen Sieger. Beste Frau war Helen Taranowski, ebenfalls von der Insel, auf einem starken dritten Gesamtrang. Der ehemalige Gobi und Atacama Sieger Mark Tamminga belegte Rang 4. Der französische Ultratrail-Star Julien Chorier machte es seinem Teamkollegen Kilian Jornet nach und überquerte den Atlantik um nach neuen Herausforderung zu suchen. Die fand er beim vielleicht härtesten 100 Meilen Lauf der Staaten, dem HARDROCK 100. Chorier siegte vor Dakota Jones in 25 Stunden und 17 Minuten. Diana Finkel dominierte die Frauenkonkurrenz in unter 30 Stunden vor Darcy Africa die ebenfalls unter der 30 Stunden Marke blieb. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist der SWISS ALPINE MARATHON Treffpunkt für Spitzensport auf unbefestigten Wegen und für viele Straßenläufer der erste Berührungspunkt - wettkampftechnisch- mit dem Trailsport. Ultralauf-Champ und vielfacher SWISS ALPINE Sieger Jonas Buud aus Schweden setzte sich zum fünftenmal in Folge die Krone auf. Auf Rang 2 der Brite Huw Loob und dahinter ein alter Bekannter: der Japaner


Im Zweifel eben zuverlässig!

Starke Performance von OSPREY. Mit dem Raptor 6 ist dem Spezialist für Outdoor-Gepäckstücke, ein richtig guter, stabiler und intelligenter TrailrunRucksack gelungen. Die Passform, eine elegant integrierte 2-Liter Trinkblase und viele Fächer und Taschen gefallen uns sehr gut! www.ospreypacks.com

Tsuyoshi Kaburaki ist in seinem Land ein Volksheld und beim UTMB ein Mann für Spitzenplatzierungen. Matthias Dippacher aus Kempten eroberte einen starken fünften Rang. Auf Rang 13 im Gesamtklassement und auf Position 1 der Damen, wen wundert es, die Britin Lizzy Hawker. Die Trailweltmeisterschaften des Verbandes IAU finden alle 2 Jahren statt. Nach Frankreich im Jahr 2009, war nun Irland Gastgeber. Erik Clavery aus Frankreich trat die Nachfolge seines Landsmanns Lorblanchet an und wurde Weltmeister. Kraftmaschine Jason Loutitt zeigte seine Klasse und wurde Vize. Ganz stark: der Italiener Silvano Fedel, bekannt als alter Transalpine Run Veteran, belegte bei diesem gut besetzten Rennen Rang 5. Ein Trailpromi landete auf Rang 12 - Dawa Sherpa. In 7 Stunden und 20 Minuten lief der erste Deutsche in Ziel. Marcus Biehl machte seine Sache ausgezeichnet! Der italienische LAVAREDO ULTRA TRAIL reiht sich langsam aber sicher in die Riege der großen Läufe ein. 420 Finisher, ein potenter Titelsponsor und Eliteläufer, machen aus dem 90 Kilometer Trail ein Großevent. Mit dem Sieger 2011 kann man sich ebenfalls schmücken. Sebastian Chaigneau jubelte nach 9 Stunden und 29 Minuten als Erster. Er gehört zu den berühmtesten Trail-Runnern überhaupt. Ultralegende Csaba Nemeth landete auf Rang 4 und Triathlon-Langdistanz-Mann Adrian Brennwald auf einem guten sechsten Platz. Wie stark Ludovic Pommeret ist, durfte der athletische Franzose vom Team Quechua bei der nunmehr dritten großen Runde des TRAIL VERBIER zeigen. Für die 110 schweren Kilometer benötigte er nur 14 Stunden und 8 Minuten. Eine ganze Stunde schneller als der Vorjahressieger und satte 59 Minuten schneller als der auf Rang 2 platzierte Ryan Baumann, ein Mann der beim UTMB unter die Top 20 läuft! Beste Dame nach 17 Stunden und 16 Minuten war Denise Zimmermann. Wie im Jahr 2010 gewann auch 2011 der Brite Richard Cunningham das WEST HIGHLAND WAY RACE. Kate Jenkins lief auf Rang 1 bei den Damen.

ja, da kannste mal gucken...

Filmchen gucken ist immer gut. Diesmal: Julien Chorier im Interview mit irunfar-Chef Bryon Powell, Kilian Jornets USA Trip mit Western States Sieg und Sebstian Chaigneau´s Tipps zum UTMB 2011.

KLICKT DIE SCREENS!


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...ES WAR UNSERE PFLICHT!

Vier Jacken, die unbedingt mit in den Rucksack, Hüftgurtel oder wie bei den Skyrunnern, um die Taile rum müssen...wenn der Berg seine gute Laune wechselt sind Schutzjacken unsere Lebensversicherung.

RAIDLIGHT ULTRA LIGHT JACKET 100 Gramm, das ist nicht viel. Wurstaufschnitt, drei Schnäpse... diese Jacke mit Kapuze und winddichtem Nylon Ripstop wird auf ein Minipackmaß von 5 cm x 10 cm zusammengeknüllt. www.raidlight.de

NORRONA BITIHORN dri1 Viel Wetterschutz bietet diese Jacke von Norrona. Sie ist komplett wasserdicht, wiegt um die 300 Gramm und bekommt die volle Punktzahl, wenn es um widrige Bedingungen geht. Die Atmungsaktivität wird durch diverse Zipper gewährleistet. www.norrona.com

PUMA RUNNING JACKET Sehr winddichte, moderne Laufjacke mit hohem Tragekomfort und guten Features: MP3- und Schlüsseltasche mit Druckknopf, schöner Bundabschluss. Gewicht: 105 Gramm www.puma.de

SALOMON FAST III JACKET 250 Gramm investiert SALOMON in diese winddichte und wärmende Laufjacke, die 250 Gramm leicht ist und spätestens ab September in unseren Breitengraden zum echten Thema wird. www.salomonrunning.com/de


grundlagenarbeit? 3 frühstücke für trailrunner... Was soll der Trail Runner unmittelbar vor dem Lauf schon großartig essen? Wir gehen mal davon aus, dass die Pasta Party am Abend sehr feudal war. Da sollten diese einfachen Frühstückchen ausreichen um die letzte Ecke des Leberspeichers zu füllen:

»käffchen mit obst

Kaffe zum auswachen, die Obsttorte flutscht super runter und die gefüllten Kekse haben Energie.

»Melone auf tee Die Tasse tut dem nervösen Rennmagen gut, die Melone gibt Flüssigkeit, das süße Stück Energie.

»Kiwi mit Carbodrink der Carbodrink von VITARGO lädt die letzten Speicher, die Kiwi für das gute Gewissen und das belegte Weissbrot oder Croissant für die Energie.


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TRAIL GOES PRINT! Wir nehmen gerne den anderen weg

Titelfrau Claudia: Das Sportmodel gab wirklich alles. Sie schmückt den ersten TRAIL-Titel am Kiosk!

Erstens: Man muss nicht immer das gleiche machen. Zweitens: Man kann auch mal Dinge von der anderen Seiten aus angehen. Eigentlich wollten wir nie an den Kiosk gehen, denn wir haben mit dem WWW, für das TRAIL, wie wir dachten, die beste Plattform überhaupt gefunden. Irgendwann reizt dann doch das Papier und die spitzenmäßigen Fotos unserer noch spitzenmäßigeren Fotografen schreien nach dem Druckzylinder und der ultimativen Verewigung. Gleiches gilt natürlich für die hochintelektuellen Texte. Im Zuge des mittelfristigen Planes, das TRAIL über alle verfügbaren Plattformen und Kanäle dem Leser zur Verfügung zu stellen, haben wir uns zusammen mit dem Verlagshaus DELIUS KLASING dazu entschieden, mit einer Startauflage von 40.000 Heften an den Kiosk zu gehen. Das TRAIL profitiert dabei von 100 Jahren Erfahrung im Publizieren von Magazinen und Büchern und freut sich nun neben großen Brüdern wie TOUR, BIKE und SURF sein Papier-Glück versuchen zu dürfen. Für 4,50 Euro wird die 132 Seiten starke Erstausgabe über den Ladentisch wandern, wird durch tolle Reportagen, aussagekräftige Tests und viel Rennzirkus bestechen. Wer sich den Weg zum Kiosk sparen möchte, kann das TRAIL als Einzelheft bestellen: www.delius-klasing.de/zeitschriften

Grenzunterschreitung!

Unter der magischen 1000 Gramm Grenze bewegt sich das leichteste doppelwandige Einmannzelt , das CARBON REFLEX von MSR. 0,97 kg, Stangen aus Kohlefaser und ein nahtversiegeltes Überzelt für Minimalismusfreunde cwww.ascadedesigns.com/msr


IM VERGLEICH

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GESPOTTET! diesmal:

FEUERWANZE

Die 10 - 12 mm große Feuerwanze lebt gesellig in Parkanlagen, Gärten, Alleen, Friedhöfen und manchmal auch auf Trails. Weltweit sind über 100 Arten bekannt. Sie schlüpfen im Frühjahr aus ihren Winterquartieren und beginnen mit der Balz, Paarung und Eiablage. Im August gibt es dann die ersten vollentwickelten Feuerwanzen dieser Generation MEHR INFOS HIER!‹‹

BITTE! DANKE! 5 mal JULBO verschenkt.

Eine Flut an E-Mails kam in unser Postfach und der Betreff war immer gleich „JULBO ULTRA will haben!“ Die Sieger heißen: Michael Hempel, Simon Schwarzer, Peter Sammer, Vera Neff und Timo Knoefler. Wir gratulieren!

Was bist du denn? Ich bin das allerwichtigste überhaupt. Wo gehts hin? Den Trail entlang. ScheißFrage, wirklich. Hast du Erfolge? Nee, nicht wirklich. Manchmal hauen die mich gnadenlos über Trails. Wie sind deine Eckdaten? Bis zu 48 Stollen, diverse Gummimischungen.

Was bist du denn? Ich bin ein Fladenbrot und belegt mit Rohschinken und Steinpilzen Wo gehts hin? Den Magen runter. Hast du Erfolge? Ja, manchmal hauen die ein Spiegelei auf mich drauf Wie sind deine Eckdaten? 32 cm Durchmesser und 8,50 Euro, diverse Beläge und Mischungen.

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matthias dippacher Beim Montane® Lakelande 50 & 100 ging’s heiSS her – in jeder Hinsicht. Bei jeder Sportveranstaltung gibt es ein bedeutsames Jahr; das Jahr, in dem das Event seinen Kinderschuhen entwachsen ist und plötzlich alles rund läuft. Ein Jahr, in dem die Logistik, das Wetter, der Teamgeist und die Teilnehmer zu-

sammenwirken und das Event legendär machen. Ein solches Jahr erlebte das Montane® Lakeland 100 & 50 am vergangenen Wochenende. Die vierte Ausgabe des Montane® Lakeland 50 & 100 fand am Wochenende 29.-31. Juli statt – mit einer Rekordzahl an Teilnehmern. Beim 100 Meilen-Lauf starteten 224; 116


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matthias dippacher erreichten das Ziel. Im 50 Meilen-Lauf gingen 469 Teilnehmer an den Start, von denen 404 die Ziellinie in Coniston erreichten. Das Event ist somit in den letzten Jahren erstaunlich gewachsen: im Eröffnungsjahr 2008 waren es nur 10 Zieleinläufer im 100 Meilen- und 30 im 50 Meilen-Lauf. Die Wettervorhersage für das Wettkampfwochenende

war zum ersten Mal in der Geschichte des Laufes gut. Die 100 Meilen-Läufer versammelten sich an der John Ruskin School in Coniston und zogen ihre Show ab, sie stretchten und dehnten sich und waren ganz auf die riesige Distanz, die vor ihnen lag, konzentriert. Mit dem Startschuss heizten sie los und verfolgten ein-


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matthias dippacher ander durch die dunkle, mondlose Nacht. Als am Sonntag morgen die Sonne aufging, war es Terry Conway, der von Anfang an ein rasantes, in mancher Augen selbstmörderisches, Tempo vorgegeben hatte, der als erster durchs Ziel lief. Dabei war er der erste Läufer, der die 22 Stunden geknackt hatte: mit 21 Stunden und 58 Minuten setzte er einen neuen Streckenrekord. Während das Publikum noch seine großartige Leistung diskutierte, machte die Nachricht, dass auch eine Frau einem neuen Rekord (unter 30 Stunden) hinterherjagte, die Runde. Und tatsächlich: nach exakt 28 Stunden und 24 Minuten lief Gaynor Prior als erste Frau und 15. Läufer insgesamt durchs Ziel. Der 50 Meilen-Lauf startete um 12.30 Uhr bei brütender Hitze. Hochmotiviert schob sich die Menge durch den Dalemain Estate. Doch die hohen Temperaturen sorgten bald für den einen oder anderen Ausfall. Das Personal der Checkpoints gab sich große Mühe, um alle Teilnehmer mit reichlich Wasser, Nahrung und Motivation zu versorgen. Der Kentmere Checkpoint von Montane® gab 600 Schüsseln Pasta, Reispudding und kanisterweise Fruit Smoothies aus.

Trotz des warmen Wetters präsentierten sich einige Läufer in Topform: Craig Stewart war der Sieger des 50 MeilenLaufes in einer Zeit von 8 Stunden und 18 Minuten. Der Sieg bei den Frauen ging an Poppy Lenton (11 Stunden und 4 Minuten). Der Veranstalter Marc Laithwaite kommentierte die Veranstaltung wie folgt: “Es war ein emotionales Wochende und das Veranstaltungsteam hat wenig geschlafen. Das Feedback und die Danksagungen von unseren Teilnehmern waren überwältigend und die Unterstützung des Checkpoint Personals und der Marshals war einfach großartig. Das Zusammenspiel von unseren Teilnehmern und Helfern macht die Stimmung so einzigartig – wir sind wie eine große Familie!“ Der Marketing Manager von Montane®, Paul Cosgrove, fügte hinzu: “Wir von Montane® sind bereits seit 2008 dabei und es ist einfach toll, zu sehen, wie das Event gewachsen ist. Lakeland ist definitiv unser Jahres-Highlight und wir sind so stolz darauf, ein Teil dieses wohl größten Rennens in Großbritannien zu sein. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr!“ www.lakeland100.com


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Raidlight lädt euch zum weltweiten Höhepunkt der Trail-Saison ein: triff uns bei den Spezialisten Snell, Otavalo und Ravanel oder direkt auf der Expo bei EspaceOutdoor.com

Teste die innovativsten und leichtesten Trail-Produkte während der gesamten Events.

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Auf 170 schweren Kilometern lassen drei spanische Vollprofis nichts anbrennen. Wie schon beim Transvulcania und der Zugspitze siegt Salomon-Mann Heras! 1 2 3

30:04:28 h 31:46:23 h 33:36:03 h

Heras Hernandez, Miguel Angel Perez Lopez, Oscar Garcia Galvan, David

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VERBIER 2011


NEWS8/9.11 Die nächsten Trail-Rennen AUGUST & SEPTEMBER 21. August 2011 » ALLGÄU PANORAMA TRAIL / MARATHON Ultra Tail, 69km - 3000hm (2011 Deutsche Meisterschaft DUV)Marathon, 42km - 1550hm,Halbmarathon, 21km - 150hm www.zugspitz-ultratrail.com 26. August 2011

» THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC Ein Ultramarathon, der auf Trails von Chamonix aus entgegen dem Uhrzeigersinn rund um die Mont-Blanc-Gruppe führt. 166 km lang und fast 10.000 hm. www.ultratrailmb.com 03. September - 10. September 2011

» GORE-TEX® TRANSALPINE-RUN

Die Alpenüberquerung mit Kultcharakter für Zweier-Teams führt in diesem Jahr über die Westroute von Oberstdorf nach Latsch. Circa 260 Kilometer und rund 15500 Höhenmeter müssen die 250 Zweier-Teams bezwingen, um am Ende im Ziel das heiß begehrte Finisher-Shirt überziehen zu können. www.transalpine-run.com Weitere TERMINE findet ihr in unserer DATENBANK unter: http://www.trail-magazin.de/kalender/kalender.php

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VERBIER FINISHER PHILIPP MES war 28 Stunden für einen guten Zweck auf den Trails unterwegs...

110 km, das muss doch wohl zu schaffen sein!

Von Philip Mes Im vergangenen Jahr unternahmich meinen ersten Versuch den Trail Verbier zu bewältigen. Nach 70 Kilometern zog ein so starkes Gewitter mit Hagel und Temperatursturz von 30 Grad auf, dass Wiesen und Wege überschwemmt wurden und ich abbrechen musste. 2011 wollte ich daher umso mehr die 110km bezwingen. Um 5:00 früh stehe ich mit 300 Läufern am Start und habe Gänsehaut vor Vorfreude auf die anspruchsvolle und abwechslungsreiche Strecke, die vor mir liegt: 110km mit 7.000 positiven und 7.000 negativen Höhenmetern, bei einem Zeitlimit von 32 Stunden. Kaum haben wir Verbier hinter uns gelassen, empfangen uns steilste Anstiege und ewige Bergab Passagen mit einer atemberaubenden Alpenkulisse bei Sonnenaufgang. Die Temperaturen klettern bei Tagesanbruch endlich über den Gefrierpunkt und schnell wird klar, dass der Lauf nicht nur eine intensive Vorbereitung, sondern auch mentale Stärke abverlangt. Dies bekomme ich besonders bei Kilometer 22 zu spüren, als ich eine Zwangspause wegen riesiger Blasen an meinen Zehen einlegen muss. Aber was soll´s, es liegen ja nur noch knapp 90km vor mir! Beim Anstieg zum großen St. Bernard, erst über satte, grüne Wiesen dann über schroffe Serpentinen, brennt die Sonne. Nach ca. 12 Std. erreiche ich das höchste Schneefeld mit majestätischen Gletschern und einer unendlichen Gipfelwelt im Hintergrund. Temperaturen um die 30 Grad lassen den Schnee unter meinen Füßen wie Sand einer Düne erscheinen und ich merke wie sehr mir meine Erfahrung als ehemaliger Gebirgsjäger zu Gute kommt. Bei Einbruch der Dunkelheit tue ich mich mit zwei Schweizern zusammen; 3 Stirnlampen sehen mehr als eine. Gemeinsam erklimmen wir bei stockfinsterer Nacht die hochalpinen Trails bis mein Getränkeschlauch bei Temperaturen um die 0 Grad einfriert. Erneute kurze Zwangspause um Knochen und Magen am Herd der Hüttenwirtin am Cole de Milet aufzuwärmen. 15 Kilometer vor dem Ziel erwartet uns in der Morgendämmerung des nächsten Tages ein 1.300m hoher Anstieg für den wir gute 2 Stunden brauchen. Von hieraus geht es nur noch bergab und beflügelt von den jubelnden Menschen am Wegesrand laufen wir überglücklich nach 28:43 Std. ins Ziel. Geschafft, ich bin stolz und erleichtert, dass ich einer von 150 Finishern bin und hiermit etwas Gutes für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft getan habe! Weitere Informationen über den Spendenlauf und das Personal Training Programm von Philip Mes unter www.philipmes.de


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VON GERHARD ZIRKER Das verlängerte Wochenende war so unglaublich, dass es sich kaum in Worte fassen lässt. Selbst die Fotos bringen nur teilweise rüber, wie sensationell es war. Zu verdanken habe ich es auch der Jogmap-Community, denn viele von Euch sind meiner Bitte gefolgt und haben in Facebook für mich gestimmt. Tausend Dank, dass Ihr mir dieses Erlebnis beim Gore-Tex European Trailrun Camp ermöglicht habt.

Bei der Anfahrt nach St. Kassian/San Cassiano im südtirolerischen Alta Badia am Donnerstag habe ich im Schwabenland Frank, einen weiteren Teilnehmer, aufgegabelt. Das machte die restlichen 400 Kilometer sehr kurzweilig. An der Gondelbahn auf den Piz Sorega waren wir die Ersten. Nach einem Rundgang durchs Dorf war auch Martin, ein Österreicher eingetroffen und bald kam Patric vom Gore-Team dazu. Er teilte uns mit, dass einer der Flüge nach München (dort war Sam-


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einmal wie lizzy und kilian fühlen! melpunkt für die eingeflogenen Teilnehmer) Verspätung hatte und die Shuttlebusse nun im Stau stehen würde. Wir sollten schon mal zur Las Vegas Lodge, unserem Basecamp hochfahren. Mit an Bord in der Gondel war Lino von Runners World Italy, später stieß auch Christian Ermert von „Aktiv Laufen“ zur Media Crew. Als wir aus der Gondel ausstiegen, waren schon Film- und Fotoobjektive auf uns gerichtet. Ein Filmteam war ständig dabei, um eine Dokumentation zu drehen. Der der weltklasse Sportfotograf Kelvin Trautman aus Südafrika schoss unzählige Bilder. Die anderen Teilnehmer aus sechs europäischen Ländern und auch das Team waren interessante Persönlichkeiten, es machte Spaß sie kennen zu lernen. Beeindruckend, was manche der anderen Gewinner alles machen. Die Konversation lief meist in englisch ab, so ließen sich die alten Sprachkenntnisse wieder etwas aufpolieren. Nicht dass der Aufenthalt mit diesen Leuten in dieser großartigen Landschaft und dem tollen Programm schon Geschenk genug gewesen wäre, hatte das Gore-Team nach dessen Vorstellung noch eine Überraschung parat. Jeder Teilnehmer bekam eine Tasche, gefüllt mit einer Active Shell Jacke, einem kurzärmligen Shirt, einer Laufhose, Socken, Basecap, Windstopper-Mütze. Das war wie Weihnachten, Ostern, Geburtstag und Urlaub auf ein Mal. An diesem Tag führten sie zu einer weiteren Überraschung. Jeder Teilnehmer bekam nach dem üppigen Frühstück ein paar Trailschuhe mit Gore-Tex-Funktion. Nicht nur zum Test im Camp, sondern wie bei der Bekleidung zum Behalten. Für mich war ein Paar LaSportiva RB Crossover GTX vorgesehen. In den Schuh eingestiegen, passt, fühlte sich gut an. Super. Nun war es an der Zeit die Gruppe aufzusplitten. Meine Gruppe begann mit dem Techniktraining mit dem schweizerischen Trainer und mehrmaligen UTMB Top20-Finisher Beni Hug. Zunächst Stabi-Übungen. Eine Lektion, die ich zumeist sträflich vernachlässige. Die Gelegenheit, sich mal wieder gute Vorsätze vorzunehmen. Danach sind wir losgelaufen und haben zunächst Downhilltraining gemacht. Zuerst auf einem Fahrweg, dann suchte Beni einen passenden Hang für das Offroad-Downhill. Bis dahin hätte ich einen solchen Hang als nicht laufbar, allenfalls begehbar eingestuft. Einige liefen den Hang in einem Affenzahn runter. Ganz so gnadenlos war ich nicht unter-

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wegs. Derweil lag Kelvin Trautman im Hang, um uns in rechte Licht zu rücken. Beim Uphill-Training gab Beni Tipps, damit der Berglauf eher für den starken A***h ;-) ist, als für die auf Dauer nicht so belastbaren Waden. Zum Abschluss machte Beni mit uns ein effektives Strechtingprogramm. Auf den beiden Läufen waren wir etwa 20 Kilometer mit rund 830 Höhenmetern unterwegs. Auf der Dachterrasse standen Getränke, herzhafte und süße Stärkungen bereit. Anschließend war der Gesundheitscheck und die Leistungsdiagnostik angesagt. Dazu war ein Arzt der „Klinik am Homberg“ mit seinem Team vor Ort. Ruhe-EKG, Körperfettmessung (zu meiner Überraschung unterdurchschnittlich), Lungenfunktion usw. Dann wurde es interessant. Die Leistungsdiagnostik auf dem Ergometer stand an. Ich war der erste der Nachmittagsgruppe, die bei der Messung beide Läufe in den Beinen hatte. Begonnen wurde mit einer Wattzahl entsprechend des Körpergewichts und nach jeweils zwei Minuten wurde die Wattzahl um den gleichen Wert erhöht zugleich sollten bei jeder Stufe zehn Umdrehungen mehr gemacht werden.. Zu Beginn war das recht problemlos. Bei 320 Watt begannen die Oberschenkel an zu brennen. Ich ging davon aus, die zwei Minuten müssten gleich um sein, dann kam die Ansage: „Noch eine Minute“. Uffff, das darf nicht wahr sein. Es wurde schwer, die Drehzahl ging zurück. Ich wollte nicht mehr. Die Kameraden auf der Dachterrasse feuerten an, was mich kämpfen ließ, damit ich die zwei Minuten dieser Stufe noch vollenden konnte. Danke Leute, das hat geholfen. Hier waren die Gesichtszüge schon wieder entspannt. Nach dem Duschen wurde mir noch eine wohltuende Shiatsu-Massage zuteil. Herrlich. Nach einiger Zeit zum Relaxen, genießen der Sonnenstrahlen auf der Dachterrasse war das Küchenteam wieder an der Reihe, uns mit einem erstklassigen Mehrgängemenü zu verwöhnen.


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Am Abend erzählte Jürgen vom Gore-Team mit beeindruckenden Bildern über das Engagement seiner Firma beim Transalpine Run als Hauptsponsor und Namensgeber. Den kurzen Videoclip von der letztjährigen Ausgabe des TAR habe ich zwar schon oft angesehen, hat bei der Projektion auf die Leinwand einmal mehr für Gänsehaut gesorgt. Überhaupt hatte ich an diesem Wochenende öfters Gänsehaut, weniger wegen den moderaten Temperaturen, sondern weil ausgerechnet mir, der sich allenfalls als Breitensportler betrachtet, eine solche Veranstaltung wie das Trailrun Camp zuteil wurde und sich –abgesehen vom Lauftempo- ein bisschen wie der Ausnahmeläufer Kilian Jornet fühlen darf. Zum Tagesabschluss hielt Lizzy Hawker einen interessanten bebilderten Vortag über ihre beeindruckende Karriere, zu der sie durch Zufall geraten ist, wie sie selbst behauptet. Sie ist Gewinnerin der Damenwertung des UTMB und war 2006 Weltmeisterin im 100-km-Lauf.

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Der Rest des Wochenendes wird in diesem Blog erzählt.

Überhaupt hatte ich an diesem Wochenende öfters Gänsehaut,... UNI TRIER will 15 minuten von euch! Im Rahmen eines Seminars am Lehrstuhl für Organisation und strategisches Management der Universität Trier sollen für Urlaubsdestinationen Handlungsempfehlungen hergleitet werden, die es den Anbietern von Reisen und den Destinationen ermöglichen, ihre Angebote besser an die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen anzupassen. Bisher gibt es insbesondere zur Motivation im Bereich Trailrunning keine nennenswerten Studien. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie werden im Anschluss veröffentlicht und könnten euch interessante Erkenntnisse liefern. Die Umfrage ist natürlich anonym und die Daten werden nur zu Auswertungszwecken verwendet. www.unipark.de/uc/trailrunning/

Wenn der Schnee schmilzt...

...muss man die Skier abschnallen. Das mag schwer fallen, aber die Situation sorgt für neue Ideen. Die Skibergsteiger von DYNAFIT stellen sich für die Sommersaison 2012 neu auf und präsentieren eine feine Palette an „ALPINE-RUNNING“ -Produkten. Demnächst unter: www.dynafit.de


matthias dippacher

OUTDOOR AUF NATÜRLICHE ART UND WEISE Ein ultraleichter Schuh, der dank seinem dünnen Sohlenprofil direkten Bodenkontakt ermöglicht und für ein komplett neues Gefühl sorgt - fast wie Barfußlaufen. Die Bein- und Fußmuskulatur wird STIMULIERT, der gesamte Körper GESTÄRKT und die KÖRPERHALTUNG dadurch verbessert. Die Balance wird geschult und Merrell Barefoot sorgt für mehr Spritzigkeit in allen Bereichen. Egal ob Running, Hiking, Canyoning oder einfach nur Spazierengehen und die Natur genießen – Lass Dich von Deinen Füßen leiten.

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NEWS8/9.11 WAS TUN BEI übertraining? So kann es ausgehen! Wer nicht auf seinen Körper hören mag, muss mit einer fragwürdigen Erscheinungsweise bezahlen.

Zu oft, zu lang, zu hart.

Die Beine fühlen sich schwer an und irgendwie ist die Luft raus. Alles was selbstverständlich war - die Lust Laufen zu gehen - wird auf einmal in Frage gestellt. Ihr seid irgendwie in den Zustand des Übertrainings geraten. Das gemeine am Übertraining ist, dass es sich schleichend nähert. Manche Läufer wechseln verzweifelt Trainingspläne, Schuhe und Energieriegel, oder versuchen noch eine Trainingseinheit oben drauf zu packen. Es könnte ja sein, man hat nicht genug trainiert. Dann habt Ihr den gleichen Fehler gemacht, wie der 17-Jährige im Fitnesspalast, der jeden Tag den Bizeps quält und sich wundert, dass dieser nicht dicker wird. Ihr habt zu oft, zu lang oder zu hart trainiert. Vielleicht spielen auch berufliche und familiäre Verpflichtungen eine Rolle. Stress im Beruf, Stress im familiären Bereich und dann noch ein stressiges Training, weil man sich anspruchsvolle Ziele gesetzt hat, geben die richtige Mischung für ein Übertraining.


matthias dippacher UMFRAGE-Auflösung

Weite oder enge Laufklamotten?

Wir wollten wissen, ob ihr lieber in tights, in Kompression oder eher lässig und traditionell in weiten shorts und shirt auf die trails geht....

55,6% Ich trage lieber weit cooler, lässiger, fühle mich wohler.

45,4% Ich trage lieber eng. Fühlt sich schneller an und sieht besser aus.

Wie erkennt man Übertraining: Wenn es einmal nicht rund läuft, ist das noch kein Übertraining. Ein Anzeichen ist aber, wenn die Leistung über einen längeren Zeitraum sinkt. Ruhepuls und auch Belastungspuls sind erhöht. Der Nachtschlaf ist gestört. Die Infektionsanfälligkeit ist erhöht. Die Lust zu trainieren und Wettkämpfe zu laufen, ist deutlich reduziert, Die Emotionen fahren Karussell, manche Sportler zeigen Anzeichen einer depressiven Episode. Bei Frauen kann die Monatsregel ausbleiben. Achtung: Ausdauersportler trifft auch die besonders schwer zu erkennende Form des parasympathischen, addisonoiden Übertrainings: Das Körpergewicht bleibt stabil, der Appetit ist normal und der Schlaf ist nicht gestört. Der Ruhepuls am Morgen sinkt sogar leicht ab. Ähnlich sind aber die Symptome der Lustlosigkeit und das verringerte physische Leistungsvermögen.

Was kann man tun: Hechelt nicht irgendwelchen Trainingsplänen hinterher. Eine rheinische Karnevalsregel lautet “Jeder Jeck is anners“. Was für den einen passen mag, ist für den anderen zu wenig, beim dritten verursacht der Plan ein Übertraining. Überprüft eure Ziele. Waren diese für eure jetzige Situation vielleicht doch etwas zu hoch gesetzt? Seid ihr euch klar, dass die gewaltigen Fortschritte der ersten Jahre auf einem hohen Trainingsniveau nicht mehr zu erreichen sind? Hauptursache in den Zustand eines Übertrainings zu geraten ist, zu oft zu trainieren. Zwei Regenerationstage in der Woche sind Pflicht. Einer davon sollte ganz frei von Training sein. Am anderen darf leicht gelaufen werden. Am Besten ersetzt ihr außerdem eine Einheit Laufen durch Radfahren, Schwimmen, Inline-Skaten, … Prüft eure Trainingsgewohnheiten. Wie in vielen anderen Lebensbereichen ist Qualität besser als Quantität. Verletzungsanfälligkeit und die Wahrscheinlichkeit in ein Übertraining zu geraten, steigen eher mit der Kilometeranzahl und nicht mit der Anzahl schnellerer Kilometer.


SCHNELLER HĂ&#x2013;HER WEITER 1. SALOMON ZUGSPITZ ULTRATRAIL 2011

So, jetzt haben wir ihn also, unseren grossen ultratrail in deutschland. hart und lang sollte er werden, die zugspitz-region der ort des leidens und der freude. 25 stunden nach dem start war letztlich allen klar: es war einfach nur atemberaubend!


Fotos: Stephan Repke, www.gripmastertrails.com, Lars schneider, claus Fengler, kelvin trautmann , TEXT: Denis Wischniewski


˜ATACAMA CROSSING˜


˜ATACAMA CROSSING˜


Von irgendwoher kannte ich diese Beklemmung, keine echte Angst diesmal, aber ein ungutes Gefühl eben. Mein Kopf sagt mir, dass es nicht nett ist bei Dunkelheit diese letzten 10 Kilometer von der Albspitz ins Ziel nach Grainau hinunter zu rennen. Beim Yukon Arctic Ultra erging es mir vor wenigen Monaten ähnlich: ich wollte verhindern in die zweite Nacht zu laufen, wollte vorher im Ziel ankommen, aber die Sekunden und Minuten spielten gegen mich und so sehr ich mich auch nach vorne trieb, ich konnte es nicht verhindern. 25. Juni 2011 und diesmal also das selbe Schlamassel und ich habe es mir selbst zuzuschreiben, denn wer sich bei einer Laufveranstaltung wie dieser einschreibt, muss nicht nur ganz genau wissen was er da tut, sondern auch ordentlich trainiert haben. Ich habe das nicht getan und so wird der erste Salomon Zugspitz Ultratrail zu einer Mixtour aus vielen schönen Trails, tollem Panorama, einzigartiger Bergwelt der Alpen, netten Menschen und Begegnungen, aber auch Leiden, Schmerzen und dem Zustand oft die Sache beenden zu wollen. bei Kilometer 25 ruf ich mir die nackten Zahlen nochmals in mein Gehirn. 101 Kilometer und 5600 Höhenmeter bei einem Zeitlimit von 25 Stunden. Wanderer lassen sich für diese Umrundung 4-5 Tage Zeit. Dieses erste Viertel der mächtigen Runde hat es in sich und sorgt dafür, dass sich meine gute Stimmung, was den Rest der Strecke angeht, kleinlaut ins Schneckenhaus verzieht. Kein Rhythmus, keine guten Muskeln, ich verliere viel Flüssigkeit - der Flow fehlt. Ein statischer Denis. Die bösen Gedanken sollen verschwinden. Wie kann ich denn nur ans Aufgeben denken? Ein Jahr lang habe ich diesem Event entgegengefiebert, bin im letzten Jahr sogar Teile der Strecke abgelaufen, durfte dem Veranstalter mein Feedback geben. Seit dem hat sich viel getan, denn die Tatsache, dass 750 Teilnehmer heute hier am Start sind spricht für das Konzept, die Region und attestiert dem Sport Ultra-Trail-Running in Deutschland eine Position als echte Disziplin. Keine Spinnerei, kein Exotending. Scheiß Schild: 75 km to go! Verdammt. Ich bin weiß Gott kein großer Freund von breiten Schotterwegen, aber irgendwann müssen die Pistenabschnitte her, denn sonst gehen die Kilometer nicht weg. Ich muss jetzt mal Strecke machen. Immer wieder wird darüber diskutiert, ob es wirklich nötig ist 100 Kilometer durch die Berge zu rennen und wer das überhaupt kann und ob das alles noch gesund ist. Das sind ja nicht zu beantwortende Fragen. Vielleicht braucht es keine lange Erklärungen, vielleicht reicht es mit dem Finger nach Frankreich, in die Schweiz oder nach den USA zu zeigen. Dort sind Ultradistanzen im Gelände längst bei


den normalen Leuten angekommen. Bei uns wird sich das entwickeln und der erste Salomon Zugspitz Ultratrail wird dann ein großes Puzzleteil sein. Eine sehr naive Grundeinstellung die Pflichtausrüstung des Veranstalters in Frage zu stellen. Der Begriff “Sommer in den Bergen” kann sehr, sehr schwammig sein. Wir sind von Niederschlag zwar verschont, aber als ich oben am Feldernjöchl ankomme, dem höchsten Punkt des Trails, pfeift es mir eine eiskalte Brise um den bereits in Mitleidenschaft gezogenen Körper. Die Regenjacke schützt mich, saukalt ist es trotzdem. Mit jedem Meter bergab wird es dann zwar schnell wieder wärmer, aber ich bin für die kommenden Gipfel gewarnt. Scharnitzjoch und Albspitz werden bestimmt nicht zimperlicher mit mir umgehen. Die Trails rund um das höchste Bergmassiv der Republik sind schwer. Das sind keine weichen Waldboden-Pfade, sondern je höher man kommt, steinige und felsige Wegchen die sich unbeirrt durch die gewaltige Alpenkulisse fressen. Es ist schlicht gigantisch. Immer wieder gigantisch. Meine von mir selbst vermutlich viel zu hoch eingeschätzten Downhill-Qualitäten verlassen mich sauber von der Rotmoosalm nach unten ins Tal. Ich finde keinen Tritt, wackel mich selbst nach unten, rutsche, habe verdammtes Glück und fange mich mehrmals bereits im freien Fall wieder auf. Nichts klappt heute - eine Schande in dieser tollen Umgebung. Wann kommt dieses Gefühl frei zu sein, diese Leichtigkeit und der Punkt an dem alles von alleine voran geht? Ich warte mal ab. Wäre schön, wenn sich an der aktuellen Situation mal was ändert. Dieser 101 Kilometer lange Trail hat seine Qualitäten. Er ist ein Angeber, keine Frage. Mit 5600 Höhenmeter kritzelt er so eigenwillig sein Höhenprofil, dass man das Gefühl hat ein Kleinkind hätte eine Herzfrequenzkurve nachgezeichnet. Es geht nach oben und nach unten und dazwischen ein paar mal flach… und weil man das ständige hoch und runter irgendwann mal in Kopf und Muskeln so gut verinnerlicht hat, mag man die flachen Streckenabschnitte nicht mehr leiden. Man ist flaches laufen einfach nicht mehr gewohnt. Am frühen Morgen stehen neben erfahrenen Ultraläufern und Ersttätern auch waschechte Profis am Start. Ryan Sandes kommt aus Südafrika nach Grainau und will nach glorreichen Siegen in der Wüste nun auch im Gebirge sein Glück versuchen. Miguel Heras aus Spanien gilt als haushoher Favorit und sein Landsmann und Teamgefährte Ike Karrera ist nicht weniger ambitioniert. Aus deutscher Sicht tut sich Matthias Dippacher hervor. Nach Rang 4 beim Ultratrail auf La Palma, wo er rund 40 Minuten auf Heras einbüßte und lange überlegte, wie es zu solch einem Rückstand kommen konnte, will der Draufgänger aus dem Allgäu diesmal mit Heimvorteil besser aussehen. Dippi will um den Sieg laufen! Bei den Damen baut sich der Druck auf Julia Böttger langsam aber sicher auf. Ihr Umfeld ist nett, alle meinen es gut, aber wieso reden die alle von IHREM Lauf hier? Die Salomon Läuferin will ihre Substanz einsetzen um hier ganz vorne zu landen. Keine andere Dame im Startblock dürfte Julias Erfahrung haben, wenn es um lange Distanzen in alpinem Umfeld geht. Eine jedoch könnte auch ihre Routine zum Einsatz bringen: Andrea Calmbach aus Donzdorf, die Frau des einstigen UTMB Vierten Uli Calmbach, hat Kilometer in den Beinen. Die beiden letzten Jahre ließ die Lehrerin ihrem Mann den Vortritt, war mit Beruf und Kinder beschäftigt, aber 2011 will die Siegerin des Allgäu-Ultras von 2009 wieder mitmischen. Gerald kommt! Der alte Fuchs und seine clevere Renneinteilung. Gerald Blumrich hat nicht umsonst die Senior-Masters-Wertung des letzten Transalpine-Runs gewonnen. Er läuft sicher und mit der Ruhe eines bergerfahrenen Trailrunners, hat wertvolle Höhenmeter vom höchsten Berg Afrikas und Kanadas in sich. Jedenfalls bin ich froh, dass er nun bei mir ist. Erstmal bekommt er meine Geschichte reingedrückt, mein ganzes Leid, wie mir das Knie schmerzt und dass ich heute so schwitze und denke ich habe einen Infekt in mir drin und dass es bei mir ja überhaupt nicht läuft und ich am kommenden Checkpoint rausgehen werde, weil das ja schließlich alles keinen Sinn hier macht. Gerald antwortet nicht. Das mit dem Knie wäre natürlich auch ein Problem analysiert er. Wir rennen gemeinsam und plötzlich ändert sich was. Zusammen vergeht die Zeit schneller. Wir machen endlich Kilometer, überholen andere und reden über Gott und die Welt und die Schönheit dieser Bergwelt, erinnern uns an vergangene Rennen. Gut. Wir erreichen Station Kilometer 55. Hier ist der Scheitelpunkt meiner Psyche. Wir haben mehr als die Hälfte hinter uns und ich rede mir ein, dass wir im Grunde das richtig Schlimme im ersten Drittel abgearbeitet haben. Das was jetzt kommt, glaube ich, muss einfacher sein. Nun ja, am Ende eben diese letzten 20 Kilometer. Darüber will ich erst bei Kilometer 80 nachdenken. Ein Fotograf berichtet mir von vorderster Front. Julia Böttger würde ein einsames Rennen an der Spitze laufen, Andrea Calmbach würde ihr mit stoischer Gelassenheit folgen. Die Spanier würden nichts anbrennen lassen, aber der Dippacher hätte heute Biss und würde sich an die brüderlich laufenden Balearen heranmachen. Und Ryan Sandes wäre schließlich die heimliche Überraschung, denn wer hätte gedacht, dass sich der Wüstenlauf-König so ausgezeichnet im alpinen Gelände schlägt. Ich selbst fühle mich bei diesen Schilderungen wie in einem anderen Rennen. Das hat seine Vorteile: ich kann mir Zeit lassen, denn meine Platzierung ist auf gutdeutsch wurstegal. Es hat aber auch erhebliche Nachteile: Ich muss viel länger laufen und werde den letzten, gut zehn Kilometer langen Abstieg von der Alpspitze bis ins Ziel in Grainau bei finsterer Nacht in Angriff nehmen müssen. Ich erreiche zusammen mir Gerald das Scharnitzjoch auf 2048 Meter. Es pfeift. Wir lehnen uns nach vorne wie die Zeitfahrer der Tour de France und stürzen uns in den Abstieg in Richtung Geisterklamm. Immer wieder gehen unsere Blicke nach hinten, das Bergmassiv ist gigantisch schön. Gerald spurt. Jeder Tritt passt. Ich kenne kaum einen besserer Vordermann für rasante Läufe bergab. Kilometer 55. Große Verpflegung ist angesagt. Bevor es Fresschen gibt, müssen wir aber durch ein Zelt laufen und da steht ein Herr Doktor der uns ziemlich genau in die Augen guckt. Wer auffällig wird, wankt, wackelt oder dummes Zeugs labert, muss sich hier einer etwas gründlicheren Untersuchung unterziehen. Wir dürfen weiter. Gel, Suppe, Käse und Orangenschnitze. Dass mein Tank nun wieder voll ist bleibt leider


ein nur kurzer Eindruck. Die flachen Schotterkilometer der zweifelsohne schönen Geisterklamm sind gut um schneller dem Ziel näher zu kommen, aber für meinen Kopf sind sie pures Gift. Ich lasse Gerald ziehen, er dreht sich um, zuckt mit den Schultern, ich winke ab. Von tkegel meiner Stirnlampe entdecke ich ausgezehnun an wird es eine einsame Sache. rte Gesichter, Augen die müde sind und Trailläufer die endlich nach Hause wollen. Ein Ultratrail in den Bergen ist ein Glücksfall. Man Die freundlichen Männer der Bergwacht sind in kann so eine Veranstaltung zwar planen und mit dieser Nacht an jeder Stelle der Strecke die auch einem Höchstmaß an Akribie organisieren, aber nur annähernd gefährlich sein könnte und auch an die volle Kontrolle hat man nie. Bei dieser er- der Bergstation finden sie motivierende Worte um sten Austragung sind die Bedingungen ideal. Das mich in Richtung Grainau zu verabschieden. Unwochenlange Tief ist pünktlich zum Start weg. Es ter mir leuchtet Garmisch. Wie immer täuschend ist trocken und 14 Grad darf man als perfekte Aus- gefährlich, denn für die letzten, steil nach unten dauersporttemperatur verstehen. Woher kommen fallenden Kilometer bis ins Ziel brauche ich am diese 750 Individualisten, die an diesem Samstag Ende weit über eine Stunde. Nach 16 Stunden und um 7 Uhr früh bestens gelaunt am Start stehen 54 Minuten laufe ich ins Ziel. Die Topläufer liegen und zu AC/DC´s Highway to Hell wippen? längst in Betten die in Hotels stehen die zum Es könnten Triathleten mit viel Horizont sein, Beispiel “Bergland” oder “Quellenhof” heißen. Ich Marathonläufer mit neuen Zielen, Ultraläufer die gönne mir eine Dusche, fühle mich heldenhaft und den Asphalt satt haben oder Bergläufer die sich versuche meine Gedanken zu sortieren. Die liegen endlich runter trauen… kreuz und quer verstreut - ein wunderbarer Tag in den Bergen ist schuld daran. Das vorübergehende Hoch ist mal wieder rum. Ich habe mich leider, leider von diesem guten bis hervorragenden Zustand wieder etwas entfernt. “Schon echt lang so 100 Kilometer” denke ich mir. Keine Ahnung wie ich vor wenigen Monaten 160 am Stück gelaufen bin und das sind auch Fragen, die man sich während des Rennens auch nie fragen sollte. Verdammt. Bei Kilometer 80 kommt die Gewissheit zurück, dass es in den allerletzten Anstieg geht. Ich lebe nun von besseren Gedanken “10 Kilometer hoch und dann nur noch 10 Kilometer runter!”. Mitten im Aufstieg zur Bergstation der Alpspitzbahn geht der Tag und die Nacht kommt. Die letzte Verpflegungsstation ist die emotionalste. Im Lich-

DAS RENNEN AN DER SPITZE

Der Supertrail, 68,8 km, 3120 hm Dass der jüngste Teilnehmer des gesamten Startfeldes gewinnen würde war gar nicht mal zu unwahrscheinlich. Der 19 Jahre junge Philipp Reiter ist ein bärenstarker Skitourenrennläufer und entwickelt sich zum deutschen Nachwuchs-Trailstar. In 7 Stunden 4 Minuten gewann er souverän vor Routinier Anton Philipp. Bei den Damen siegte die in Bayreuth studierende Polin Kasia Zajac in 9 Stunden 5 Minuten ebenso sicher. Mit rund 17 Minuten Rückstand feierte Philipps Ehefrau Simone einen riesigen Erfolg und verwies die Berglauf-Legende Ellen Clemens auf den Bronzeplatz. Der Ultratrail, 101 km, 5500 hm Julia Böttger war dem Erfolgsdruck gewachsen. Sie lieferte eine saustarke Vorstellung ab und lief nach nur 14 Stunden 15 Minuten in Grainau ein. Die Ungarin Ildiko Wermerscher hatte als Zweite mehr als 45 Minuten Rückstand. Andrea Calmbach als dritte Dame gar 1 Stunde und 50 Minuten. Bei den Herren gestaltete sich der Griff nach der Krone zu einem spannenden Schlagabtausch. Die Spanier Heras und Karrera rannten vorne weg, aber Matthias Dippacher zeigte seine internationale Klasse und blieb dran. Der Südafrikaner Ryan Sandes startete verhalten und kämpfte sich an Dippacher heran. Im Finale setze sich Heras von seinem Teamkamerad Karrera ab und siegte in 10 Stunden 55 Minuten. Karrera folgte mit 14 Minuten Rückstand, Dippacher lief auf Rang 3 in 11 Stunden 14 Minuten ein. Sandes landete letztlich auf Rang 4 vor dem starken Ungarn Nemeth Csaba und Dr. Thomas Miksch.


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salomon 4trails 2011


kampfsport

&

seelenfrieden in 4 tagen von garmisch in die schweiz laufen, gipfel 체berqueren, mehr nach oben rennen als der everest hoch ist und dann auch noch mit dem krassesten traill채ufer deutschlands im wohnmobil hausen. in was hab ich mich da reingest체rzt?


Es ist eine Schande. Ich komme regelmäßig in Erklärungsnot, wenn Leute mich fragen, ob ich denn schon mal den Transalpine Run gelaufen bin. Bin ich nicht. Meine Standardantwort: “Ich habe nie einen Partner gefunden, ich bekomme im September keinen Urlaub oder zu dem Zeitpunkt bin ich immer in meiner Regenerationsphase.” Tatsächlich wollte ich immer schon bei dieser fabelhaften Alpenüberquerung für Trailrunner teilnehmen, irgendwie hat es eben nie hingehauen. Aber in diesem Jahr sollte

dippi ärgert sich. die ersten kilometer tun immer so sehr weh... sich für mich eine tolle Chance auftun, um in den selben Genuss zu kommen, in den die Transalpine Teilnehmer über 7 Tage hinweg kommen. Es würde kürzer, knackiger, egoistischer und etwas familiärer. Die Salomon 4Trails - nicht im Zweier-Team sondern ganz alleine.

schluss entgegen hielt. Das Team “Trailmagazinmobilteam” hatte in diesem Moment seine Geburtsstunde und steht nun 7 Wochen später am Start der ersten von vier Etappen in Garmisch. Es geht in vier Tagen bis in die Schweiz. 10 000 Höhenmeter, 170 Kilometer und hochalpine Trails, Naturpfade, Aufstiege und abenteuerliche Downhills.

Ich bin mir sicher, dass Matthias Dippacher von seinem Sponsor in gehobenen Mittelklasse Hotels untergebracht worden wäre. Dippi wäre am jeweiligen Etappenziel von der Sektdusche direkt ins Federbett und danach in den Wellnessbereich aus Naturstein gestoplert. Ich weiß dann nicht mehr was genau ihn geritten hat, als er meinen Vorschlag zusammen mit mir die vier Tage im Wohnmobil zu verbringen, als tolle Idee kommentierte und die Hand zum Vertragsab-

Als Duo haben wir zunächst die selben Probleme wie die Teams des Transalpine Run unser wunderschönes Wohnmobil ist eben nicht mal die Hälfte wert, wenn es keinen Fahrer hat. Wenn der Kopf nur beim Laufen ist, vergisst man eben ganz gern die Organisation drumherum. Bevor der Bürgermeister des ersten Startortes den Schuss abgibt, haben wir einen Fahrer gefunden, der allen Grund hat möglichst schnell in den jeweilige Zielort zu kommen. Unser Fahrer für die


jeden tag das gleiche: dippi war bei der massage und wischniewski steckt noch schmerzverzerrt im letzten viertel


kommenden 4 Tage ist der Moderator und Sprecher Sven Simon. Es ist ein heißer Tag Anfang Juli und Garmisch zeigt sich von der besten aller Seiten. Für die Olympiastadt ist dieser Tag ganz besonders spannend: sie ist Gastgeber eines international besetzten Trailwettbewerbs und am Abend Gastgeber der olympischen Winterspiele 2018 - oder eben nicht. Am Ende der Etappe wird es dann heißen “Die Salomon 4Trails gewonnen und Olympia verloren!” Vermutlich sind mehr Leute froh um die Absage als um einen Zuschlag. In einem wahnwitzig hohen Tempo katapultieren sich die 160 Teilnehmer aus Garmisch in Richtung Ehrwald. Noch bevor die Muskeln wissen was sie tun sollen hängen wir in einem langen Anstieg, die Sonne knallt auf den Schotter, Stöcke werden wie Pistolen gezückt und in hohem Marschtempo wuchten wir uns mitten rein ins von tiefblauem Himmel verzierten Wettersteingebirge… und die Hitze rüttelt bei allen am Zustand. Ich verliere Flüssigkeit in Mengen die ich unmöglich trinken kann und dehydriert läuft es sich einfach nicht so gut. Harter Auftakt! Nach mehr als 5 Stunden, 40 Kilometern und 2200 Höhenmetern weiß ich im Ziel im österreichischen Ehrwald ganz genau was ich heute gemacht habe und noch mehr, was da noch kommen mag. Mein WohmobilKamerad Dippacher ist schon wieder frisch, erklärt mir seinen Fight an der Spitze des Rennens und weshalb er mit Rang 4 enorm zufrieden ist. Glauben tu ich es ihm nicht. So eine Rennsemmel will doch ganz vorne sein, doch die erste aller Positionen scheint bereits nach der ersten Etappe in Alpenfels

gemeißelt. Tom Owens aus Schottland, frisch geschmückt mit dem Vize-Weltmeister-Titel der Langdistanz Bergläufer, scheint unschlagbar. Die 3 Minuten Vorsprung auf den jungen Deutschen Philipp Reiter erscheinen zwar gering, aber wer weiß wie kalkuliert diese sind. Langsam lerne ich den besten deutschen Trailläufer der letzten 3-4 Jahre besser kennen. Matthias Dippacher, das stellt sich sehr schnell heraus, ist ein angenehmer Zeitgenosse. Keine Allüren, keine Egotrips. Ein guter Trailrunner muss eben immer auf dem Boden bleiben und kontaktfreudig sein. Dippi ist der ewige Teenager, kein Rocker, kein Angeber oder Halbstarker. Es gibt keine Kategorie für ihn. Ein Hippie! Am ehesten. Nach der Pastaparty mit Film des Tages und den besten Fotos von den besten Spots der Strecke, wandern wir ins Wohnmobil, warten auf Dunkelheit, trinken Karamalz, philosophieren über Frauen und den Sinn des Lebens. Alles sehr spannend. Dann pennen wir ein - der Hippie im Erdgeschoss und ich oben. Tag eins ist vorbei, die 4 Trails haben begonnen! Als wir die Augen wieder öffnen bleibt keine Zeit für viel Camperromantik. Waschen fällt aus und unser beider Frühstück weist gravierende Unterschiede auf. WischniewskiRennfrühstück besteht aus einer Semmel, einer Schale Müsli und einem Ovomaltine Riegel. Nachspülen mit Carboloader und

fertig. Dippacher-Frühstück: ein Powerbar Riegel, zwei Schluck Wasser. Rennfertig. Minuten später stehe ich am Start. Der Weg dieses zweiten Tagesabschnitts führt von Ehrwald nach Imst. Der Veranstalter hat nach der Hitzeschlacht von gestern heute noch eine dezente Steigerung eingebaut, denn 43 Kilometer und 2800 Höhenmeter, eine Klettertour über die 2272 Meter hohe Grünsteinscharte und am Ende ein 1400 Höhenmeter Downhill, sollen uns Teilnehmern so richtig hart anpacken, uns die persönlichen Grenzen aufzeigen. Dafür haben irgendwie alle das Startgeld bezahlt. Per Fuß ein Limit erreichen, möglichst lange dort bleiben und möglichst lange danach davon zehren. Ein sehr simples Konzept das funktioniert! Die Elite sprintet vom Start weg, nach bewährtem Plan, in Richtung Berg. Die erweiterte Spitze versucht dran zu bleiben und der Rest ist ausschließlich bei sich selbst - ich auch. Mein Motto am zweiten Tag lautet “Kraft sparen, Umgebung genießen, die Macht der Hitze einkalkulieren”. Es wird trotzdem ein langer Tag. Weit über 7 Stunden werde ich bis nach Imst brauchen, werde auf allen Vieren über das Geröllfeld hinauf zur Grünsteinscharte kriechen und auf der anderen Seite wagemutig, zusammen mit


dem halben Hang nach unten surfen. Das Rennen der Frauen hat Charakter. Gaby Steigmeier zeigt den jungen wilden die Zähne. Sie gewinnt die ersten beiden Tagesabschnitte und hinterlässt erstmal ein dickes Ausrufezeichen. Es ist nicht so, dass hinter ihr nichts herlaufen würde. Zugspitzsiegerin Julia Böttger und die aus Neuseeland stammende Elite-Skyrunnerin Anna Frost reihen sich hinter der 45 Jahre alten Schweizerin ein. Dippi läuft auf Rang 3 ein, behält seine gute Laune und analysiert am Abend, dass die Dominanz des Tom Owens und die enorme Energie seines Mannschaftskollegen Philipp Reiter im Prinzip unantastbar ist. Zu später Stunde, lange nach der Pastaparty, sündigen wir in Imst-Downtown bei McDonalds mit einer Reihe an Burgern und süßen Softdrinks. Wir reden uns das gegenseitig schön und verlassen das Schnellrestaurant mit bestem Gewissen. Kurz vor dem Einnicken - Dippi also wieder im UG und ich über ihm - beschwere ich mich dann noch beim Bronzemedaillen-Gewinner der Trail-WM 2009. “Weisst Dippi, es ist ungerecht, denn ihr schnellen Läufer seid kürzer unterwegs, müsst euch weniger verausgaben und habt im Ziel mehr Zeit zum Regenerieren!” Dippi gibt mir recht, aber es scheint nicht sein Thema zu sein. Als wir die Augen wieder öffnen bleibt keine Zeit für Beschwerden. Ich könnte meckern, denn Dippi fehlt eindeutig die Ordnungsliebe, die man als Caravanist haben muss. Im UG sieht es aus wie im Kinderzimmer meines Sohnes. Wir trennen die Bereiche von nun an. Die Küchenzeile ist die Grenze. Die Grenze zwischen “Ordnung und Unordnung” oder auch die Grenze zwischen “Spitzenläufer” und “laufendem Magazinmacher”. Der Hippie mit Haarband und “Hello Kitty”-Haarspange setzt auch am dritten Tag auf das PowerbarFrühstück. Irgendwie verunsichert mich das schon. Woher kommt die Energie bei diesem Kerl? Daß die Salomon 4Trails mehr sind als ein Transalpine der verkürzt wurde und für Einzelstarter angeboten wird, ist nach zwei harten Etappen eine echte Tatsache. Die Trails sind technisch, die Höhenmeter nie unter 2000 und die Distanz orientiert sich täglich an der eines Marathons. Die Strecke von Imst nach Landeck könnte heute so manchen angeschlagenen Läufer wieder zurück auf die Spur bringen. “Nur” 30 Kilometer, “nur” ein Anstieg scheint im


direkten Vergleich mit den anderen Abschnitten ein Kinderspiel. Wie alles wird es eine Kopfsache, denn für den einen sind es 10 Kilometer weniger als sonst, für die an- vorhergesagten schweren Gewittern, nicht deren ganz einfach 30 schwere Kilometer in laufen dürfen. Wir kommen gut voran, wechseln uns in der Führung ab. Jeder Tritt sitzt, wildem Gelände. wir fliegen über Wurzeln und Felsbrocken Dippi flucht, läuft wie eine Raubkatze im Zoo hinweg, weichen tiefen Regenpfützen aus hin und her. Die Bahnschranke ist zu und 5-6 und balancieren routiniert durch den alMann sind gerade noch unten durch gekom- pinen Augenschmaus. Einer meiner Tritte men. Dippi war der erste der es nicht mehr ist falsch. Ich bleibe zwischen zwei Felsen geschafft hat. Der Renndirektor steht nun hängen, verliere den Halt, kippe vorne über vor dem wartenden Feld, dass sich langsam und bleibe mit dem Knie am Stein hängen. in einer Traube vor den Schienen ansam- Aufstehen, weiter. Es zieht, dann blutet es. melt, erklärt die Situation, beruhigt den Es sieht schlimmer aus als es ist. Es pulsiaufgebrachten Dippacher und verspricht ert, also ist es noch dran. eine Vergütung der Wartezeit. Regen setzt ein. Zum ersten mal in diesen Tagen. Es tut gut. Die Hitze ist weg und ich habe endlich das Gefühl, dass meine Muskeln wieder Sauerstoff bekommen. Eine gute Etappe. Je höher wir kommen, desto besser wird das Wetter. Die Sonne kämpft sich durch den Regennebel. Auf dem höchsten Punkt laufe ich zusammen mit Julia Böttger auf einem wunderschönen, armbreiten Trail unterhalb des Grats, den wir wegen

Der lange Abstieg nach Landeck hämmert auf unsere Oberschenkelmuskulatur. Julia und ich werden gemeinschaftlich von den steilabfallenden Waldtrails in den Ortsanfang von Landeck gespuckt. 2000 Meter später laufen wir zusammen im Ziel ein. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und Julia festigt ihren zweiten Rang hinter der füh-

trailmobil-team meldet: dippi und wischniewski sind voll gut drauf und haben ne menge spass mit laufen, essen und blödsinn reden... renden Dame Anna Frost. Gaby Steigmeier hat nach zwei perfekten Tagen heute einen ihrer schlechtesten und beendet das Rennen enttäuscht. Dippi, ich hatte es nicht erwartet, kommt mir bestens gelaunt entgegen. “Rang 3 hinter Philipp und Tom!” Die Wartezeit an der Schranke wurde ihm, wie versprochen, von seiner Zielzeit abgezogen. In Landeck lassen wir es uns gut gehen. Die relativ kurze Etappe verlängert die Freizeit am Mittag. Wir posen im Freibad, essen Döner Kebab, trinken Fruchtbuttermilch


von glücklichen Kühen und ruhen uns aus. Morgen wird kein Spaß. Alle haben höchsten Respekt vor der Abschlussetappe. Die Beine sind jetzt schwer. Hier und da wird gehumpelt, meine rechte Ferse ist offen bis runter auf den Knochen - ein Souvenir des Gerölls der zweiten Etappe. Die Grünsteinscharte werde ich dadurch die nächsten 3 Wochen nicht vergessen. Die letzte Nacht als TRAILMOBIL-TEAM! Dippi wird sentimental. Ich noch mehr. Wir planen sogar schon weitere gemeinsame Trips im rollenden Wohnzimmer. “Gute Nacht Dippi!”, “Gute Nacht Denis!” Morgen geht es in die Schweiz. Finaletappe nach Samnaun. Richtig hoch geht es da. Wir kämpfen uns bis auf über 2700 Meter hoch. Da wachsen keine Bäume mehr, da liegen Schneefelder umgeben von kleinen türkisblauen Seen. Das wird optisch und läuferisch das Highlight der 4Trails.

Als wir mit einem lauten Knall aus Landeck verabschiedet werden, machen wir uns auf die letzten 45 Kilometer. 3000 Höhenmeter. Vom Start weg wuchten wir uns 1400 Höhenmeter hoch zum Fieser Joch, stürzen uns runter zur Kölner Hütte und nehmen dann den langen Weg bis zur Ochsenscharte in Angriff. Ich weiß nicht woher diese Kräfte herkommen. Das kann eigentlich nicht sein. Ich sollte leer sein, meine Muskeln müssten verhärtet sein und jede Bewegung verweigern. Es ist aber super. Ich komme besser voran als an all den Tagen zuvor. Es ist wahrscheinlich die Perfektion des Moments. Ich genieße das Panorama und wo ich viel zu oft den Blick nur auf den Trail gerichtet hatte, kann ich heute fast alles in mich aufsaugen was um mich herum passiert. Rund 10 Kilometer vor Samnaun überquere ich die Österreichisch-Schweizerische

Grenze und realisiere, dass ich vor 3 Tagen in Garmisch losgelaufen bin. Das ist dann auch das was in Zukunft die Salomon 4Trails ausmachen wird, was die Leute anzieht und fasziniert - in 4 Tagen mal eben von Deutschland in die Schweiz laufen und dabei die schönsten Gegenden der Alpen mitnehmen. Kollege Dippacher landet am Ende auf Rang 3 hinter der neuen deutschen Trailhoffnung Philipp Reiter und Tom Owens. Er scheint zufrieden damit. Wir hatten eine gute Zeit mit vielen anderen netten Menschen in wunderschönen Bergen. Mein Fazit nach 4 Tagen: Die Salomon 4Trails sind viel mehr als ein verkürzter Transalpine und Matthias Dippacher ist ne coole Socke! www.4-trails.com


Top Gesamtwertung nach Kategorien

GENERAL RANKING MEN 1. Owens Tom, 1981, GB-Glasgow 16:43.54,3 2. Reiter Philipp, 1991, Bad Reichenhall 17:26.13,8 3. Dippacher Matthias, 1977, Oy-Mittelberg 17:50.33,1 GENERAL RANKING MASTER MEN 1. Miksch Thomas, 1962, Kempten 17:54.59,6 2. Philipp Anton, 1969, Weitnau 18:28.31,8 3. Zäh Stefan, 1970, Weißenburg 19:29.14,6 GENERAL RANKING SENIOR MASTER MEN 1. Huber Winfried, 1960, Greiling 21:13.45,7 2. Sigron Stefan, 1961, CH-Domat/Ems 23:09.20,4 3. Rossi Robert, 1958, A-Mieming 24:25.34,9 GENERAL RANKING WOMEN 1. Frost Anna, 1981, NZL-Dunedin 22:08.35,6 2. Böttger Julia, 1976, Rott am Inn 22:34.12,5 3. Felgenhauer Stefanie, 1986, Amberg 24:26.54,4 GENERAL RANKING MASTER WOMEN 1. Rossi Katharina, 1961, A-Mieming 24:39.24,5 2. Eisele Gabi, 1966, Tutzing 26:15.16,2 3. Riedel Anna, 1956, CH-Burgdorf 26:31.42,7


PRAXIS

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text: Denis wischniewski fotos: sportograf, repke


im einsatz: 31 Kilometer / 3,6 Stunden

montane sonic shorts / Sonic t-shirt Mit Montane als Hersteller für innovative und zuverlässige Sportbekleidung hatte ich seinerzeit im eiskalten Yukon beste Erfahrungen gemacht. Die Engländer wissen wie man warme und bewegungsfreudige Oberteile und Hosen macht. Wie sieht es mit Sommer-Laufbekleidung aus? Der erste Griff an die kurze Laufhose signalisiert meinen Fingerkuppen, dass die SONIC SHORTS mehr ist als ein Höschen für Stadtpark-Runden. Das feste Material bringt zwar etwas mehr Gewicht mit sich, aber blockt Regen und Wind ab. In Kombination mit dem orangefarbigen Oberteil macht sich die Shorts richtig gut - ohne das passende Short Sleeve wird es aber zur Herausforderung “stimmig” aussehen. Montane zwingt seine Fans also zum Kauf beider Produkte - das ist ein Zwang den man gerne über sich ergehen lässt. Die 120 Gramm schwere kurze Hose besteht aus Tactel Außenmaterial und Dryactive Mesh als Innenhose. Montane geht einen konsequenten Weg hin zu Laufsportbekleidung die für Trail Runner wie gemacht ist. Robust, optisch eigenständig und niemals peinlich. Reflektierende Details und eine Seitentasche mit Reißverschluss runden die Hose ab, das 150 Gramm Oberteil SONIC SHIRT ist antimikrobiell behandelt und lässt sich dadurch mit dem Stinken etwas länger Zeit. Flache Nähte und atmungsaktive Einsätze ergänzen die gute Hose. Besonders erfreulich war, dass das Obermaterial nach zwei Tagen Rucksacklauf keinerlei Verschleißerscheinungen zeigte. Das Oberteil kostet 35,00 Euro, die Shorts ebenfalls. Der Preis/Leistungstipps ist hier sehr angebracht! Herstellerangaben Sonic Shorts: 120 Gramm Sonic T-Shirts: 150 Gramm www.montane.co.uk


im einsatz: 40,2 Kilometer / 4,5 Stunden

raidlight

Trailer-Short / Performer-Shirt / Olmo-Laufrucksack

Als Trail-Runner ein Fan von Raidlight zu sein fällt nun wahrlich nicht schwer. Der französische Hersteller ist fest mit dem Sport verwachsen und tat sein Übriges um in Frankreich aus Trail-Running und Ultra-Trail einen Volkssport zu machen (oder zumindest ein gesellschaftlich voll anerkanntes Hobby). Die deutsche Niederlassung drückte mir für die erste Etappe des Etappenlaufs eine feine Kombination in die Hand. Als ich in den noch nie zuvor getragenen Sachen an der Startlinie des 40 km langen Berglaufs stehe, fühle ich mich wohl. Die Klamotten passen, zwicken nicht und machen sich im ersten Eindruck herrlich unbemerkt. Die Trailer-Shorts sind nur 105 Gramm schwer, sind sehr beweglich und haben zwei großzügige Meshtaschen an der Seite. Für Gelstauraum ist also gesorgt. Das Hybrid Material aus Ultra-Stretch und recyceltem Polyester lag mir jedenfalls an diesem heißen Tag angenehm auf der Haut. Das passende Oberteil mit Zipper nennt sich Performer-Shirt und ist ökologisch wertvoll. Bambusfaser sorgt für stinkfreie Renn- und Trainingstage, ist antibakteriell und fühlt sich schlicht gut auf der Haut an. Auch hier nutze ich die angesetzten Meshtaschen. Der Tageshöhepunkt war diesmal nicht der Gipfel, sondern der Raidlight 5-Liter Laufrucksack OLMO. Von Trail-Legende Marco Olmo mitentwickelt, ist der kleine schwarze Beutel, sehr durchdacht. Dadurch, dass der Rucksack selbst keine Trinkblase trägt, bietet er viel Raum für Jacke, Notfall-Kit und Essen. Flüssigkeit wird hier in Flaschen transportiert und die werden direkt an der Brust getragen. Durch ein Verlängerungsstück kann man, ohne die Flaschen aus der Halterung zu nehmen, trinken. Ein Klickverschluss fixiert die beiden Flaschen und somit wackelt nichts. Diverse, angesetzte Meshtaschen (in der richtigen Größe!) sorgen für ausreichend Platz für Riegel, iPod und Gels. Herstellerangaben

Trailer-Short: 105 Gramm Performer Shirt: 120 Gramm Olmo Ultra Light 5 Rucksack: 290 Gramm

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im einsatz: 39 Kilometer / 5,5 Stunden

3 salomon

Exo Slab SS Zip Tech Tee / Exo Wings Short / Exo 4 Calfs

Die Optik dieser Rennbekleidungsserie von Salomon trifft eine glasklare Aussage: Schnell sein, dynamisch sein, ein Athlet sein. Wer sich also im legendären “Exo-Muster” auf den Trail begibt hat meist viel vor. Die leichte Kompression mag ich bei langen Bergläufen ganz gerne. Es gibt mir das Gefühl, dass meine Muskeln, gut verpackt, weniger schnell müde werden… wieviel Wahrheit und wieviel Einbildung da mitspielt ist mir letztlich völlig egal. Ich muss mich wohl fühlen. Die Shorts, eine Kombination aus weiter und enger Hose, passt perfekt, verhindert das Aufscheuern im Innenschenkelbereich und lässt viel Luft an die Haut. Das Oberteil hat sich im Laufe dieser Saison zu meinem Lieblingstop entwickelt. Bei großer Hitze sorgen “luftige” Einsätze an den Achseln, am Rücken und an der Brust für schnelles Abtrocknen der Haut und für ein Oberteil das zwar leicht feucht bleibt, aber nie nass wird. Das SS Zip Tech Tee ist eine perfekte Klimamaschine! Über die Calfs, die Wadenstuplen mit Kompression, kann man streiten, diskutieren und sich viele Gedanken machen. Am Ende ist es eine Geschmacksache und Glaubensfrage. Ich mag die Dinger schon immer. Weniger als “damit-binich-schneller-Werkzeug”, sondern viel mehr als Schienbeinschutz, wenn der Trail ein wildes, verwachsenes Monster wird. Im übrigen finde ich, sehen die Calfs, saustark aus… Herstellerangaben

Exo Slab SS Zip Tech Tee: 140 Gramm Exo Wings Short: 150 Gramm Exo 4 Calf: 60 Gramm

www.salomonrunning.com/de


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T E C H N O L O G I E

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100

Dauer- und Blinklicht

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Leuchten mit Infrarot Bewegungssensor können wahlweise per Druckschalter oder per Handbewegung aktiviert werden.

71

liberty 121

sensor

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Dauer- und Blinklicht

liberty 113

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MOBI LES LI CHT


im einsatz: 45 Kilometer / 6,8 Stunden

SALOMON Tech Tee / Trail 3 Short /XT Advanced Skin 5 Slab Set Am letzten Tag der 4-Trails schlüpfte ich in ein “weites” Salomon-Outfit. Das grün-weisse XA Tech Tee ist in diesem Jahr das offizielle Trikot der deutschen Salomon Equipe. Trail-Elite-Läufer wie Uli Calmbach, Matthias Dippacher oder Christian Stork rennen 2011 damit über die Berge. Geklebte Nähte und superleichtes Polyester machen aus dem Top ein “Nichts” auf dem Körper. Es ist ähnlich wie das Raidlight Oberteil kaum spürbar. Der sehr dehnbare Stoff macht die unglaublichsten Verrenkungen mit - so muss ein Trailrun-Oberteil heute sein. Ähnlich meistert die Trail 3 Short das Teilstück von Imst nach Samnaun. Die Hose trocknet schnell ab und hat irgendwie die richtige Länge. Das mit der Länge ist tatsächlich ein Problem, denn viele Shorts sind mir zu kurz und sind optisch zu nah am Straßenlaufsport - andere wiederum zu lang (bin kein Basketballspieler). Weit mehr gibt es über den Salomon XT Advanced Skin 5 Slab Set zu sagen. Mit viel Feedback von Salomons Teamläufern entstand dieser körpernahe Rucksack, der elegant am Rücken anliegt und Platz für eine Minimalausrüstung bietet. Ich entschied mich die Trinkblase auszubauen (geht sehr schnell) und mit Trinkflaschen zu laufen. Die Flaschen musste ich gut fixieren, denn sonst verliert man die im Downhill durch ihre Schrägstellung. Der Rucksack selbst fasst 5 Liter und der Zugriff ins Hauptfach ist sehr gut, denn die Öffnung ist groß und schließt sich alleine durch das enge Anliegen an den Körper. Einzig die zipbaren Hüfttaschen sind ein bisschen zu weit hinten angebracht - um während des Laufs diese zu öffnen muss man sich ganz schön die Arme verrenken.

Herstellerangaben

Tech Tee: 120 Gramm Trail 3 Short: 120 Gramm XT Advanced Skin 5 Slab Set: 640 Gramm

www.salomonrunning.com/de


im einsatz: 28,6 Kilometer / 4,5 Stunden

tecnica inferno max Bei mir gibt es nicht nur Schwarz oder Weiß. Besonders schön finde ich Grautöne. Was ich sagen will: ich habe DEN Trailschuh für mich noch nicht gefunden und so soll es auch bitte bleiben. Ich laufe abwechselnd Schuhe mit Dämpfung, ohne Dämpfung, Schuhe mit Membran und welche mit grobem Mesh, welche die stabil sind und andere die völlig ohne Stütze und Führung auskommen. Der TECNICA INFERNO MAX gehört zu den Schuhen die für sich gesehen einen Weg gehen der so garnicht im allgemeinen Trend liegt: er ist massiv gedämpft. Er ist ein echtes Dämpfungsmonster. Um das zu wissen hat mir der Griff in die Schachtel gereicht. Auf den Test in der Praxis war ich enorm gespannt. Zwei ausgiebige Testläufe zeigten mir, dass der TECNICA Stärken hat, aber leider auch Schwächen. Ich führte den schwarzen Trailschuh über breite Schotterwege und war von seinen Laufeigenschaften sehr begeistert. Er will laufen - klasse! Er rollt wunderbar ab. So sehr ein ungedämpfter Schuh zum Vorfußlaufen animiert, so sehr zwingt der Tecnica über die Ferse. Die Dämpfung ist enorm, ich komme mir rasend schnell vor, bin leicht unterwegs. Der Schuh selbst ist urgemütlich, das Obermaterial lässt Raum für die Zehen. Für meinen 15 Kilometer Trainingslauf auf flachem Terrain scheint mir dieser Schuh ideal. Er steckt offensichtlich lange Distanzen in leichtem Gelände sehr gut weg. Am zweiten Tag stehe ich im selben Schuh am Rande eines Berges der Alpen. 1200 Höhenmeter geht es hoch und dieselbe Zahl später wieder runter. Am Ende wird sich herausstellen - meine Schuhwahl war falsch! Auf nassem Fels und schmierigen, feuchten Waldtrails die steil nach oben gehen, packt die Sohle wenig zu. Zu zaghaft ist das Außenprofil. Gut meistert er Felsen die trocken sind und grobe Steinfelder. Die große Auflagefläche zahlt sich hier aus. Bergab muss der TECNICA bezahlen. Er ist kein Schuh für technisches Gelände und schwierige Trails - die Ferse hat keinerlei Halt, wenn es “tricky” wird. Der Schuh macht hier keinen Spaß. Eigentlich schade, denn durch eine bessere, effektivere Schnürung und mehr Führung für die Ferse, wäre der Inferno Max sicherlich auch bergfester. Somit bleibt er ein sehr guter Langdistanz Trailschuh für einfaches, hartes Terrain. Herstellerangaben Gewicht: 345 Gramm, Größen UK 6-13 www.tecnica.it


JETTEZLLENT !

BES

WEG VON DER STRASSE – LAUFEN PUR!

Denis Wischiewski, Herausgeber des TRAIL Magazins und Stephan „Gripmaster“ Repke, Salomon Team Trailrunner und Profifotograf haben sich zusammengetan und inspirierende Geschichten und faszinierende Fotos aus Trails der ganzen Welt zusammengetragen und auf Papier gebracht. Erhäl t l ich ab 15.04.2011 im Buch- und Fachhandel oder unter delius-klasing.de Stephan Repke / Denis Wischniewski Trail Running • Die neue Art zu laufen 160 Seiten, 170 Farbfotos, Format 23 x 26,5 cm, Klappenbroschur 24,90 [D] • ISBN 978-3-7688-3266-3


im einsatz: 18 Kilometer / 3,5 Stunden

SALOMON S-lab fELLCROSS 1 Der Typ heisst Ricky Lightfoot. Mit so einem Namen war es wohl vorbestimmt, daß aus ihm mal ein schneller Läufer werden sollte. So kam es auch, der Engländer ist einer der Top-Fellrunner auf der britischen Insel. “Fellrunning”, das ist das Laufen quer über grüne Grashügel, von einem Punkt zu einem anderen, mit freier Wahl der Strecke, in weglosem Gelände. Ein rauher Sport, und schon jahrhunderte alt. Ricky und seine Teamkollegen vom englischen Salomonteam wünschten sich einen speziell auf diese Disziplin zugeschnittenen Schuh für ihre Disziplin - und wurden glatt beim Wort genommen! Zusammen mit Teamkollegen und Transalpinesieger Andy Symonds verbrachte Ricky zahllose Stunden in der Entwicklungsabteilung im französischen Annecy. Auf der Basis ihres damaligen Schuhs, des Speedcross 2, wurden unzählige Protoypen gebaut. Nur ein Jahr später ist es soweit: Ein komplett neuer Schuh steht da, der Fellcross 1. Nun qualifizieren ihn seine Eigenschaften zuallererst tatsächlich für die typisch englische Disziplin “Fellrunning”. Wenn man ihn in das Gelände mitnimmt, für das er gemacht wurde, ist der neue Schuh aber auch bei uns ein Garant für Spaß und schnelle Läufe. Grobe, weit auseinander platzierte Profilstollen beissen sich überall fest, insbesondere in Matsch, nassem Gras, steilen Hängen,.... Obendrein hat die Sohle gute Selbstreinigungseigenschaften. Das Obermaterial ist hydrophob, das heisst, es nimmt kein Wasser auf. Das ist wichtig, wenn man wie die Engländer meist in nassem Gras läuft. Denn der Schuh wird so nur nass, aber nicht schwerer. Sehr wichtiges Merkmal ist die niedrige Sprengung, der Fuß ist dem Boden sehr nah, was für größtmögliche Stabilität sorgt und Umknicken verhindert. Auf weichem Boden in unübersichtlichem hohem Gras ist das eine Lebensversicherung. Und bei Salomon ist dies derzeit der niedrigste Schuh. Schwächen zeigt der Fellcross natürlich auf Asphalt, da spürt man die Stollen durch die Sohle, aber hier gehört er wirklich nicht hin. Auch auf grossen Steinplatten, besonders wenn sie nass sind, ist der Schuh wegen der geringen Auflagefläche nicht in seinem Element. Aber Querfeldein im Gras, Matsch, auf Waldboden, auch Sand, Schnee und Kies... überall wo ein sicherer Stand und megabissiges Profil von Vorteil oder gar nötig sind - da macht der Fellcross richtig Spaß und verleitet zum Vollgas geben! So leichtfüßig fühlt man sich in dem rotschwarzen Teil, man könnte glatt “Lightfoot” heissen.... Herstellerangaben Gewicht: 280g (UK 8,5 / 43) www.salomonrunning.com/de


im einsatz: 270 Kilometer / 41 Stunden

julbo

ultra

Ich hatte mal eine Julbo Brille… muss so zwei Jahre her sein. Sie war schick, hatte tolle Gläser, aber wie bei manchen Menschen auch, war die Passform und das Handling eher schwer. Vor wenigen Wochen freute ich mich über Paketpost aus Frankreich. Neue JULBO Brille, neuer Name, mal sehen. Die ULTRA ist groß. Große Gläser, aber das ist genau das was ich mag. Mein erster Eindruck: meine Augen sind geschützt, kein Glasrand der meine Optik stört. Die Testbedingungen an diesem Tag des 4Trail Runs könnten für eine Sportbrille kaum schwerer sein, denn beim Start regnet es, dann laufe ich durch eine Nebelwand von 800 Meter Höhe auf 2400 mitten in die helle Mittagssonne. Die Gläser beschlagen nicht und Schmutz und Schweiß lässt sich mit etwas Wasser aus der Trinkflasche leicht beseitigen. Das schnelle reinigen der Brillen während des Einsatzes fällt ganz besonders auf. Im Gegensatz zur JULBO Trail-Runner lässt sich die ULTRA mit nur einer Hand auf und absetzen. Die Trail-Runner hatte da leider Probleme mit der nicht vorhandenen Steifigkeit. Die ULTRA kann das aufgrund der Größe viel besser. ZEBRA Light Gläser die schönes Licht machen und enorm robust sind, ein cooles und wertiges Design. Die JULBO ULTRA geht in meine persönliche Laufhistorie ein, denn es wird wohl die erste Sportbrille sein, die ich tatsächlich trage und die nicht neben der Bugatti-Pilotenbrille im Schrank liegt. Herstellerangaben

Zebra Light Gläser Glasgröße: 45 mm x 75 mm Gewicht: 33 Gramm

www.julbo-eyewear.com


im einsatz: 670 Kilometer / 73 Stunden

AM SPORT energy bar kohlenhydrat riegel Lange Zeit habe ich auf Riegel bei Wettkämpfen verzichtet - es hat einfach nicht funktioniert. Ich habe mich dann mit Gels versucht über Wasser zu halten. Das ging zwar meist gut, aber nach 3 bis 4 dieser Tüten war Schicht im Schacht. Mit richtigem Essen hat das eben wenig zu tun. Ein Riegel kommt der Sache bedeutend näher. Das Problem: oft staubtrocken und ein bisschen langsam in der Energiebereitstellung. AM SPORT haben ihren Kohlenhydratriegel ganz gut hinbekommen. Der Bäcker hat einen außerordentlich perfekten Job getan, denn der Riegel, in den wahlweise Geschmacksrichtungen Banana oder Cranberry, ist saftig, fruchtig und er schmeckt. Während des Laufens drückte ich mir den 60 Gramm Block runter, spülte dreimal nach und kam schnell wieder in die Gänge. Die 60 Gramm Mischung aus Haferflocken, Reis Crispies, Zucker, Glukosesirup, Palmfett und Soja Lecithin misst 42,2 Gramm Kohlenhydrate wovon 23,3 Gramm dem Zucker entstammen. Im Fazit ein leckerer Riegel für vor, während und nach dem Sport. Herstellerangaben

60 Gramm 240 kcal pro Riegel 42,2 Gramm Kohlenhydrate pro Riegel

www.amsport.de


VON LEEREM RAUM UND alten klischees im dritten Teil unserer URBAN TRAILRUN Serie sind wir im Osten Deutschlands gelandet und waren überrascht von den Möglichkeiten und erstaunt über die Langsamkeit von zwei Jahrzehnten. text: Denis wischniewski, fotos: stephan repke


„Halle an der Saale ist garnicht so unsexy wie ihr euch das vorstellt. Die Altstadt zum Beispiel soll ja wunderschön sein.“ Wir waren auf der Suche nach Städten die für Trailrunner vermeintlich total ungüsnstig sind, weil es dort schlicht keine Möglichkeiten gibt um unseren Sport zu betreiben. Also haben wir am Anfang des Jahres für eine 3-teilige Reportage, 3 Städte gesucht: Ludwigshafen, Hannover und eben Halle/Saale. Die Erfahrungen in Ludwigshafen und Hannover waren dieselben, denn um dort als Trailrunner zu existieren mussten wir alle Register unserer Kreativität ziehen, suchen, probieren, experimentieren. Was würde uns nun im Osten erwarten? „Halle an der Saale ist garnicht so unsexy wie ihr euch das vorstellt. Die Altstadt ist wunderschön. Da kann man auch drum herum gute Trails finden!“ Kollege Gripy ist schonmal vorgefahren und ruft mich aus dem 3-Sterne Bunker in der Nähe des Hauptbahnhofs an. Ich bin 150 Kilometer vor Halle, drücke aufs Gas - die Hotelbar könnte ja schliessen. „Denis, stell dir vor die Mädels an der Rezeption heissen Doreen und Jaquelin. Es ist ganz eindeutig. Wir sind im Osten!“ Mein letzter Besuch im Osten Deutschlands ist lange her. Keine Ahnung warum. Es hätte Anslässe gegeben, aber am Ende des Tages war mir die Autofahrt über den Brenner immer etwas lieber. Glaube es war 1996 als ich „drüben“ war. Mit dem Wochenendticket der Bundesbahn nach Dessau auf ein Straight-Edge-Punk-Festival. Das ist im weiteren Sinn damals auch Laufsport gewesen als ich mit Riesenschritten und gefesselt von der Angst meines Lebens mit grüngefärbten Haaren den 4 Neonazis entfliehen konnte. Irgendwie hat sich dieses unschöne Ereigniss dann in mein Gehirn gebrannt und lange Zeit war der Osten für mich ein eigenes fremdes Land in dem es entweder radikale Rechte oder extreme Linke gab. Eine Verzerrung der Realität. 15 Jahre später wollen wir nun wissen, ob man in Halle an der Saale, ein Katzensprung von Leipzig entfernt, Trails findet oder ob man als Gelände-Laufsportler zu seinem Recht kommt. Meine grünen Haare sind ab und ich bin hier ganz ohne politische Absichten. Es geht um Sport und Natur - wieviel lässt diese Stadt zu? Wieviel Osten ist da überhaupt noch und ist da überhaupt was los? Die Arbeitslosenquote bewegt sich da zwischen 15 und 20 Prozent. Da hat sich schon so mancher aus dem Staub gemacht. Mein Navigationssytem meldet „Sie haben ihr Ziel erreicht“ und ich bin irritiert. Ein Bordell ist im weiteren Sinne ja auch ein Hotel, aber Gripy wird doch hier nicht gebucht haben. Die Adresse stimmt. Gibts doch nicht. Die Auflösung: doch das Gebäude gegenüber. Besser so. Als wir am Morgen den maritim-anmutenden Speisesaal zum Frühstück betreten, ist Holland geschlossen am Buffet. der Wurstaufschnitt wird fotografiert, das Personal (das Doreen

„Denis, stell dir vor die Mädels an der Rezeption heissen Doreen und Jaquelin. Es ist ganz eindeutig. Wir sind im Osten!“


heisst) wird wegen der lauwarmen, gekochten Eier schickaniert. 50 Mann und 50 Frau um die 60 Jahre alten Holländerinnen und Holländer liefern sich verbitterte Kämpfe um Brot und Filterkaffee. Die beiden Trailrunner beobachten aus nächster Nähe. Hollands Damen, allesamt in pflegeleichten Kurzhaarfrisuren und gestreifter Oberbekleidung, plündern die Erdbeer-Marmeladenschalen und haben den Tisch mit dem frisch gepressten Orangensaft fest umzingelt. Was machen die in Halle? Mit ausreichend Energie starten wir den ersten Tag des dritten Teils unseres UrbanTrailrunning Experiments. Halle wir sind da! Wo bist du? Wieder mal hilft das iPad und die Google Karte. Gripy wischt den Kartenausschnitt von links nach rechts, von oben nach unten und zoomt auf einen blauen Flecken. „Hufsteinsee! Ha! Das ist es!“ Gripy jubelt. Ich nicke gönnerhaft und wir rennen los. Nach rund 20 Minuten - wir haben diverse Gebrauchtwagenhändler und von der EU finanzierte Baustellen hinter uns - erreichen wir eine Oase der Ruhe und des Glücks nur unweit der Innenstadt. Dieses Gewässer darf sich Naherholungsgebiet nennen und ein Trail, nicht breiter als der Umfang meines Oberschenkels, schlängelt sich nicht unattraktiv am Ufer entlang. Wir sind entzückt und forcieren das Tempo. Die Nähe zur Stadt kann der Hufeisensee jedoch nicht verbergen. Details verraten ihn - ohne die könnte er eine unzivilisierte Naturschönheit sein. Baumstämme voller Graffiti, Einkaufswägen versperren den Trail und zwielichtige, ungleiche Paare fühlen sich von uns seltsam ertappt. Wir umrunden das Wasser und vergeben


50 Mann und 50 Frau um die 60 Jahre alten Holl채nderinnen und Holl채nder liefern sich verbitterte K채mpfe um Brot und Filterkaffee.


Der Mix zwischen Fortschritt, Aufbruch und völligem Stillstand ist das was uns seltsam erscheint.

die Note 2. Weite gehts. Halle ist übersichtlich, eine schöne Grösse in der wir alles zu Fuss erreichen können was wir uns vornehmen. Es zieht uns zurück ins Zentrum und dort erleben wir eine Stadt, die nach über 20 Jahren Wiedervereinigung, gewollt oder ungewollt, den Charme ihrer sozialistischen Vergangenheit noch immer nicht abgelegt hat. Zwischen renovierten Altbauten, ragen leerstehende, in sich zusammenfallende Plattenbauten. Der Mix zwischen Fortschritt, Aufbruch und völligem Stillstand ist das was uns seltsam erscheint. Irgend etwas ist in der Zusammenführung des getrennten Landes schiefgelaufen. Halle könnte das Rennen machen. Die Konkurrenz in unserem 3-Teiler sind Ludwigshafen und Hannover. Halle liegt vorne - eindeutig. Kein Betongrusel wie in der BASF Stadt und kein vergangener Weltausstellungs-Protz wie in Niedersachsen. In Halle liegt unsere be-


scheidene Vorstellung wie es dort sein könnte von den Tatsachen am weitesten auseinander. Manchmal erinnert Halle im kleinen an Berlin, dann an eine normale,schmucke Kreisstadt. Händel und Genscher sind Söhne der Stadt an der Saale und zwei Bekloppte aus Oberbayern versuchen sich auf Grünstreifen und auf gottverlassenen (85% der Haller sind konfessionslos) Industriekomplexen als progressive Trailrunner. Unser erster Tag neigt sich dem Ende. Wir machen uns in Bordellnähe frisch, wechseln von Laufklamotte in Casualwear und essen die beste Pizza nördlich von Rom. Kino fällt aus - in Halle gibts keine Spätvorstellung. Neuer Tag - neue Holländer. Altes Konzept, denn die Grauen Panther trinken heute zum


Frühstück soviel Kaffee, dass Gripy in weisem Vorausblick schon früh auf kalte Milch setzt und ich die Doreen um ein Tässchen Mokka anbetteln muss. Am Ende des Frühstücks löst sich jedoch alles in Wohlgefallen auf und wir stehen bestens gestärkt zum Start bereit. Diesmal völlig planlos. Entgegen dem gestrigen Tag wollen wir heute auserwählte Spots direkt anfahren, austesten und nach Faktor Spass bewerten. Eine gute Stunde später landen wir nach diversen Irrfahrten an einer ehemaligen Kaserne ausserhalb der Stadt. Gebäude die verwildern, Bäume, Büsche und Gräser erobern das Gelände auf dem vor vielen Jahren russische Panzer und gehorsame Soldaten nach Regeln ihren Dienst taten. Dass nur wenige Jahrzehnte später zwei Typen in bunten Joggingschuhen, mit Namen wie XT Wings oder Speedcross, den heiligen Boden für eine unsinnige Laufsportberichterstattung missbrauchen, hätten die sich nicht träumen lassen. Wir auch nicht. Unser Projekt geht zu Ende. Wir schliessen am zweiten Tag in Halle den Versuch in unattraktiv urbanem Ballungsraum Trailrunning zu betreiben. Wir waren an insgesamt drei Orten in Deutschland und das Resumee lautet dreimal „ich will da jetzt nicht leben müssen, aber krass rumrennen kann man schon.“ Man muss schlus-

Gebäude die verwildern, Bäume, Büsche und Gräser erobern das Gelände auf dem vor vielen Jahren russische Panzer und gehorsame Soldaten nach Regeln ihren Dienst taten.


sendlich auch ehrlich zu sich sein, denn wie kann man eine Stadt innerhalbvon zwei Tagen schon kennenlernen? Wieso waren wir in Ludwigshafen, Hannover und Halle? Wir dachten es wäre unmöglich dort auch nur einen grünen Flecken zu finden, glaubten keinen einzigen Trail zu finden und nun wissen wir, dass es immer soviele Möglichkeiten für uns Trailrunner gibt wie man es selbst wirklich möchte. Jede dieser Städte hat nette, kleine Seen, Wäldchen und Parks. Man darf sich nicht auf die Streckentipps von Stadtmagazinen verlassen oder stur den Trimm-Dich-Schildern des Kulturausschusses folgen… Unser Rezept war: Karte raus, überlegen, querfeldein und probieren. Der Urban-Trail-trip geht auch 2012 weiter. Wir suchen nun das Trailglück in den Metropolen. Berlin, Paris, London, Hamburg…Wir kommen. Her mit eurer wilden Seite!

Man darf sich nicht auf die Streckentipps von Stadtmagazinen verlassen oder stur den Trimm-Dich-Schildern des Kulturausschusses folgen…


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Wenn man Kilian bei seinen persönlichen Projekten, seinem „Quest“ begleitet, muß man früh aufstehen, und ab dann ist man pausenlos in Bewegung. Meist zu Fuß. Zur Belohnung kommt man an faszinierende Orte und wird Zeuge der körperlichen und mentalen Höchstleistungen des jungen Spaniers. Nicht selten kommt man auch an die eigenen Grenzen... TEXT u n d f o t o s S t e p h a n r e p k e ,

www.gripmastertrails.com


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Viel ist schon über Kilian Jornet geschrieben worden.... Daß er ein aussergewöhnlich talentierter Sportler ist. Einer der besten Skibergsteiger der Welt im Winter, und wenn kein Schnee mehr liegt, wird er zum Trailrunner der Superlative. Er sammelt Erfolge bei Skyraces, vertikalen Kilometer Rennen und geht dann hin und gewinnt den UTMB mit einem neuen Streckenrekord. „Wird der denn nie müde?“ fragen sich Beobachter, aber wie zur Antwort rennt der junge Katalane dann an enfernten Orten des Planeten auf hohe Berge, umrundet Seen oder überquert Inseln im Rekordtempo und über aberwitzige Distanzen.... Es ist eine Serie von persönlichen Projekten, die er mit Hilfe seines Sponsors Salomon jedes Jahr auf die Beine stellt. Er bekommt logistische Unterstützung, ein Kamerateam produziert jedesmal einen faszinierenden Kurzfilm, ein Fotograf ist dabei für eine Liveberichterstattung über Satellit... Und das bin ich. Tage-, manchmal wochenlang begleiten wir das katalanische Ausnahmetalent auf seinen Quest-Abenteuern. Zunächst besichtigen wir die gesamte Strecke mit dem ganzen Team, denn als Kilian zum Beispiel über den Kilimanjaro lief, war er ja vorher noch nie dort gewesen. Außerdem musste er sich genau wie wir alle

ja an die Höhe anpassen. Nur daß wir auf knapp 6000 Metern nicht mehr liefen, sondern gingen! Dort gab ihm dann auch Simon Mtuy, der Rekordhalter zu diesem Zeitpunkt, wichtige Hinweise zur Routenwahl und erklärte ihm obendrein Geländeformen und Pflanzen... Denn das gehört für Kilian mit dazu. Er ist nicht eine reine Rekordmaschine, eigentlich ist er nur ein junger Kerl, der am allerliebsten in den Bergen und in der Natur sich aufhält und dort läuft. Zufällig tut er dies eben ganz besonders schnell und extrem ausdauernd. Und weil er diese Erlebnisse gerne teilen möchte, nimmt er die ganze Kameracrew und den Rest auch noch auf sich... Die spektakulären Filme sind in der Tat harte Arbeit, jeder weiss, daß das Fernsehen selten bei der ersten Aufnahme alles im Kasten hat. In Kilian’s Fall bedeuten mehrere Versuche aber auch, vielleicht 5 oder 6 mal auf auf 5000 Meter eine Böschung hochzulaufen, über einen Fels zu springen oder durch eine Kurve zu schreddern. Was ist das also für ein Typ, der acht Tage lang jeden Tag 100 Kilometer läuft, und so die Pyrenäen der Länge nach überquert. Und der dabei immer noch so schnell läuft, daß


er seine zeitweiligen Begleitläufer mitunter unbeabsichtigt abhängt wie Kanonenfutter. Der den Kilimanjaro derart schnell hoch hochrennt, und wieder runter, daß ihn auch hier keiner von uns auf der Strecke länger als ein paar Minuten begleiten kann... Ruhig ist er, und immer gut gelaunt. Tatsächlich habe ich Kilian fast nie unfreundlich erlebt. Wo normale Menschen dazu tendieren, schweigsam und und grummelig zu werden, nach 50, 60 Kilometern auf den Beinen, ist er die Ausgeglichenheit in Person. In den Pyrenäen war er täglich 10 bis 12 Stunden ohne nennenswerte Pausen unterwegs. Wenn ich ihn dann nach 80 Kilometern irgendwo auf der Strecke erwartete und ihn fragte, wie es ihm geht, dann kam immer die Antwort „Gut! Und wie geht es dir?“ Wenn man ihm bei seinem Sprint auf den Mount Olympus in Griechenland unterwegs eine Wasserflasche reichte, dann hatte er immer noch Zeit, sich bei vollem Tempo zu bedanken und ein paar Witze zu reissen. An diese Gelegenhei-

Sich verlaufen heisst bei Kilian: „More kilometers, more fun!“ ten muss ich oft denken, wenn ich bei irgendwelchen Rennen als Kameramann an einer Verpflegung stehe und Läufer im hinteren Mittelfeld rüpelhaft miteinander und dem Personal dort umgehen... Kilian hat auch bei einem Rekordlauf immer Zeit für ein paar Worte zu seinem Begleitteam, oder zu wartenden Fans, die ein paar Kilometer mitlaufen wollen. Die nimmt er dann auch gerne mit, und unterhält sich mit ihnen. Nur eines tut er nicht: auf sie warten. Wer das von ihm angeschlagene Tempo

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nicht mithalten kann, der wird abgehängt. Aber sonst könnte er die geplanten Strecken ja auch nicht schaffen... Er muss schon einen eisernen Willen haben, keine Frage. Und er bereitet sich auch akribisch auf die Projekte vor, studiert Karten, rechnet Zeiten aus. Weil er aber 800 Kilometer nicht auswendig lernen kann, verliess er sich bei der Pyrenäenüberquerung teilweise auf lokale Läufer, die sich als Führer angeboten hatten. Vor lauter Aufregung verliefen sich ausgerechnet die Einheimischen schon am ersten Tag mit ihm, und machten einen 20 Kilometer Umweg! Kilian ließ ab dann einfach die Verpflegungen aus, und lief noch schneller, um die Zeit wieder aufzuholen... Schon hier prägte er er einen Satz, den er nach seinem Rekordlauf auf den Olymp verdutzen griechischen Jornalisten in die Mikrofone sprach: Hier hatte er sich verlaufen, und einen (extrem schwierigen) Gipfel zusätzlich erklommen. Der Olymp hat nämlich drei. Als er in’s Ziel kam, nach einer Strecke, die so


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Ich weiß nicht, wo er im Moment umherrennt, aber ich bin sicher, in seinem schwarzen Van liegen weiterhin dutzende von Trailschuhen, ein halbleerer Pizzakarton und die obligatorische Haribokiste. In wenigen Wochen sehen wir uns wieder am Fuße des Mont Blanc, den er mit ein paar tausend anderen zu umrunden antreten wird. Und auch wenn er wahrscheinlich wieder einfach vorneweg und allen davon laufen wird, irgendwie ist er doch nur eines: ein junger Typ, der gerne durch die Natur und die Berge rennt. Nur eben ein bisschen schneller als die meisten. wahrscheinlich nie wieder jemand laufen wird, beantwortete er die Frage, ob er nicht enttäuscht sei, eine längere Route genommen zu haben, mit „more kilometers, more fun!“ Nach diesem Motto scheint sich sein Leben abzuspielen, und so reist der junge Spanier, Verzeihung Katalane, darauf legt er Wert, von Rennen zu Rennen, und läuft zwischendrin mit Trailschuhen mehrmals im Jahr auf dem Mont Blanc. In Font Romeu, in den französischen Pyrenäen, wo Kilian jahrelang im Höhentrainingszentrum studiert hat, und was nur unweit von seinem katalanischen Heimatort liegt, haben sie dieses Jahr im zu Ehren ein Rennen nach ihm benannt. Und damit „Kilian’s Classic“ wirklich Kilians Rennen ist, haben sie zu den 45 Kilometern am Sonntag noch etwas besonders ergänzt: am Samstag morgen sprinten wir 5km quer durchs Gelände bergauf. Und am Nachmittag wieder bergab! Ein Bergabsprint durch unwegsames Gelände, das sieht ihm ähnlich, ist er doch einer der besten Downhill-Läufer der Welt. Mittags läuft er dann zusammen mit dem gesamten internationalen Salomonteam aber auch noch bei den Kinderrennen mit und nimmt die kleinsten an die Hand. Irgendwie gehört jeder in Kilians Universum, der im Gelände läuft. Am Tag zuvor haben wir dort oben die Marathonweltrekordlerin Paula Radcliffe getroffen. Auch sie trainiert lieber auf Trails. Und so werden wir Zeuge eines besonderen Gipfeltreffens, als Paula und Kilian wie Nachbarn auf dem Trimmpfad ein paar Kilometer zusammen laufen und sich unterhalten.

Wenn Kilian eine Rennstrecke entwirft, dann geht es zwangsläufig fast senkrecht hoch. Und runter.


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Fotos: racing the planet & thomas bohne, text: thomas bohne

thomas bohne war streckenmarkierer beim Gobi march

innen ansichten


Juli 2011 Die Amerikanerin Mary Gadams nahm selbst an zahllosen Ultramarathonläufen, Wüstenrennen und Abenteuerrennen teil, bevor sie 1996 RacingThePlanet gründete. Ihr Ziel war es, Menschen in die verbliebenen abgeschiedenen Regionen unserer Erde zu führen. Sie ist allerdings nicht die Geschäftsführerin eines Reiseunternehmens, sondern schickt Extremsportler auf 250 km lange Läufe. RacingThePlanet veranstaltet seitdem mit der 4-Deserts Serie vier Etappenläufe, die Athleten durch die vier größten Wüsten unserer Erde führen: das Dünenmeer der Sahara in Ägypten, die heißen Ebenen der Gobi in China, die vertrockneten Salzseen der Atacama in Chile und nicht zuletzt durch die klirrend kalten und schier unerreichbaren Eisfelder der Antarktis. Während der Rennen tragen die Läufer ihre komplette Ausrüstung am Körper, lediglich Zelte und Wasser werden von der Organisation bereitgestellt. Ich steige am 20. Juni um 23:00 Uhr auf dem Flughafen Urumqi aus dem Flugzeug und ein warmer Wind weht über meine Haut. Augenblicklich steigt der Geruch der Wüste in meine Nase und weckt Erinnerungen an vergangene Rennen in dieser Region. Wenige Minuten später treffe ich weitere Mitarbeiter von RacingThePlanet aus Hongkong, Großbritannien und den Vereinigten Staaten in einem Hotel in der Stadt. Chuck empfängt mich bereits in der Lobby, denn er kann es kaum erwarten aufzubrechen. Wir beide arbeiten in den folgenden zwei Wochen für RacingThePlanet. Unsere Hauptaufgabe ist die Bereitstellung einer markierten, sicheren 250 km langen Strecke für 152 Athleten und die

Positionierung der einzelnen Teams der Organisation während des Rennens. In einer Gegend mit geringer Infrastruktur, extremen Naturgewalten, einem internationalen Team und nicht zuletzt eigensinnigen Fahrern stellt dies eine gewaltige Herausforderung für zwei Personen dar. Chuck Walker hat bereits alle großen Wüsten durchquert und scheint nicht so schnell aus der Ruhe zu kommen. Während ich die wenigen Stunden im fünf Sterne Hotel im King-Size Bett versinke, beobachte ich, wie sich Chuck neben meinem Bett in seinen Schlafsack rollt. Am nächsten Morgen verlassen wir die Millionen-Metropole und fahren in Richtung Wüste. Die Temperaturen steigen stetig, bei knapp 46 Grad Celsius Innentemperatur sitzen wir reglos im Auto, Klimaanlage: Fehlanzeige. Nach ca. 6 Stunden erreichen wir eine Stelle in der Wüste, die später als Camp dienen soll und entdecken erstes Leben. Völlig unerwartet vollführt Fahrer Hassan plötzlich hektische Bewegungen und zeigt vor sich auf den Boden. Zwei lange Arme bedrohlich in die Höhe gestreckt, rast eine handtellergroße Kreatur auf acht Füßen zwischen unseren Beinen hindurch. Ein Einheimischer bestätigt uns, dass diese Spinnen nicht giftig sind, jedoch Skorpione fressen. Ich stelle mir die Begegnung mit den freiwilligen Helfern vor und grinse leicht zu Chuck, der trocken meint: „Then I guess they live where the food lives.Wir sind uns einig, die Nacht lieber weit entfernt in den Sanddünen zu verbringen. In den nächsten Tagen markieren wir Abschnitte im Turpan Becken - sprichwörtlich ein Freiluftgrill. Ich greife in der Mittagshitze nach meiner Wasserflasche; sie ist heiß. Gerade platziere ich eine Flagge auf einem Erdwall, da erblicke ich ein tiefes Loch vor mir. Offenbar haben Einheimische an dieser Stelle nach Grundwasser


Er watet behutsam durch das mit Kameldung gefüllte Wasserloch und beginnt sich zu erfrischen, da taucht neben ihm ein riesiger Schatten auf.

gegraben. So weit das Auge reicht, formen hunderte Hügel eine bizarre Kraterlandschaft. Sorgsam entwerfe ich einen Parcours um die Hindernisse herum, um plötzliches Abtauchen von Athleten zu vermeiden. Chuck verliert indes im vertrockneten Aydingkol-Salzsee 154 m unter dem Meeresspiegel seine Schuhsohlen. Der Kleber zwischen Schuh und Sohle hat sich durch die Hitze gelöst. Als er seinen Wasservorrat an einer Oase auffüllen möchte, schnaubt ihn eine Herde Kamele an und versperrt ihm den Weg zur Quelle. Er watet behutsam durch das mit Kameldung gefüllte Wasserloch und beginnt sich zu erfrischen, da taucht neben ihm ein riesiger Schatten auf. Er fühlt den feuchten Atem eines Kamels direkt an seinem Körper. Im nächsten Augenblick schleckt eine glitschige, raue Zunge quer über seinen Rücken. Nach

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den Erlebnissen im Turpan Becken blicken wir erwartungsvoll auf die Bergetappen und fahren in ein Dorf auf 2000 m Höhe. Um 02:00 Uhr nachts öffnet uns kein Tor, so werfen wir unsere Schlafsäcke auf einen leeren Anhänger am Straßenrand und schlafen unter leuchtenden Sternen ein. Ein kleiner Strom bringt etwas Wasser ins Dorf, so dass die Bauern Weintrauben und Pfirsiche anbauen können, was dem Dorf den Namen Peach Village gibt. Dennoch lassen der Zustand der Häuser und die Kleidung der Menschen auf ein Leben in Armut und Dürre schließen. Hier im Tian Shan Gebirge geben plötzlich weggespülte Straßen und Temperaturstürze von 20°C innerhalb von 15 Minuten einen kleinen Eindruck von den Naturgewalten, die diese Landschaft prägen. Am 26. Juli startet das Rennen und damit ändert sich auch unser Tagesablauf. Als die Athleten die Startlinie überschreiten, sind wir bereits seit zwei Stunden auf der Strecke und überprüfen alle Wegmarkierungen. Oft fegen nächtliche Stürme die kleinen pinkfarbenen Fähnchen in weite Ferne oder Ziegen führen an ihnen Geschmackstests durch, ganz zu schweigen von der Anziehungskraft, die diese leuchtenden Farben auf Nomaden ausüben. Kurz nach Sonnenaufgang stoße ich auf eine Herde Kühe in den Bergen, die erschrocken auf und davon stürmt. Etwas besorgt verfolge ich die munteren Galoppsätze der Kühe in einen steilen Abhang hinein und frage mich, wie viele lebend unten ankommen. Einige Kehren später treffe ich die Herde erneut und mein Blick fällt spontan auf das Tier mit Hörnern und ohne Euter, das mich mit erhobenem Haupt mustert. Die Athleten wundern sich später sicherlich, dass der Kurs an dieser Stelle von der Ideallinie abweicht. Als ich am zweiten Tag des Rennens das Zelt verlasse, umhüllt mich ein milchiger Schleier aus Dunst. Läufer Gian Mins sagt dazu später: „Ich dachte ich bin im Himmel.” Über Nacht ist dichter Nebel aufgezogen und die Sichtweite beträgt nur noch wenige Meter. Das Course Team sitzt auf das Fahrzeug auf; wir verschwinden in der grauen Masse und entfernen zwei Bergabschnitte von der heutigen Etappe. Der am Vortag Erstplatzierte Australier David Goerke nutzt die Gelegenheit und erreicht das Ziel heute bereits nach 1,5 Stunden, andere Läufer schonen sich auf der kurzen Etappe, denn sie ahnen was ihnen noch bevorsteht. Die Nacht verbringen wir erneut in Peach Village, werden jedoch diesmal fürstlich von Einheimischen bewirtet. Am folgenden Tag bereiten die lediglich zwölf Familien des Dorfes für 200 Personen ein außergewöhnliches Nachtlager. Wenn Chuck von „rechtmäßigen Dünen” spricht, kann das nur bedeuten, dass die bis dahin härteste Etappe des Rennens ansteht.

Die atemberaubende Schönheit der endlos erscheinenden Sanddünen gerät so schnell in den Hintergrund. Bereits beim Markieren der Etappe versinke ich tief im glühend heißen Sand und verbrenne mir meine Zehen. An besonders steilen Anstiegen zieht mich ein unsichtbares Band beständig bergab. Einige Athleten stoßen hier an ihre Grenzen, werden jedoch vom wüstentauglichen Besenwagen - dem Kamel - eingesammelt und zum nächsten Checkpoint geschaukelt. Wenige Kilometer weiter hat ein Sturm die Markierungen weggetragen, jedoch befolgen alle Athleten unsere Anweisungen vom Morgen und folgen einem frei stehenden Zaun bis zum Camp bis auf die Koreaner. Wir schütteln ungläubig unsere Köpfe als wir erfahren, dass die Koreaner den dichten Stacheldrahtzaun überklettert haben und nun neue Wege beschreiten. Jedoch gelangen auch an diesem Abend alle Athleten sicher ins Camp und tauschen dort ihre Tageserlebnisse am Lagerfeuer oder im Ärztezelt aus. Unwesentlich überrascht aber durchaus erheitert vernahm ich die Nachricht, dass im Tagesverlauf eine der handtellergroßen Spinnen im Ärztezelt an der Decke haftete und für Aufregung sorgte. Die familiäre Atmosphäre bei RacingThePlanet wird einem bereits beim Betreten des Camps deutlich. 39 verschiedene Nationalitäten sind bei diesem Gobi March vertreten und 19 freiwillige Helfer opfern ihren Urlaub für eine Woche harte Arbeit. Wer einmal bei einem dieser Läufe war, nimmt neben den Eindrücken und neuen Bekanntschaften auch ein unbeschreibliches Gefühl mit nach Hause. „Der lange Marsch” bezeichnet mit 80 km die längste Etappe des Laufes. Zunächst führt eine unwirkliche, graue Mondlandschaft die Läufer zu einem riesigen, vertrockneten Salzsee. Vorbei an den Kameloasen, die Chuck in bester Erinnerung behält, verläuft die Strecke auf direktem Weg nach Gaochang. Die Palastruinen der 2000 Jahre alten Oasenstadt Gaochang an der Seidenstraße zählen heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Am Horizont hinter Gaochang leuchten bereits die Flammenden Berge, eine rote Sandsteinformation am Rande der Taklamakan. Das Ziel dieser Etappe und damit letzte Camp des Laufes befindet sich inmitten der Flammenden Berge. Wir verteilen bis spät in die Nacht Leuchtsticks auf der Strecke, die den Läufern auch bei Nacht den Weg weisen. Am nächsten Morgen markiere ich mit Chuck gemeinsam die letzten 10 km bis zum Ziel, bevor ich vor Ende des Laufes die Heimreise antrete. Zurück in Urumqi erfahre ich, dass in der Nacht ein Sandsturm mehrere Zelte im Lager einfach weggerissen hat - die Wüste ist einfach unberechenbar.


Etwas besorgt verfolge ich die munteren Galopps채tze der K체he in einen steilen Abhang hinein und frage mich, wie viele lebend unten ankommen.


und dann dachte ich: „ES ist SUPER GEIL!“ Fotos: stephan repke text: denis wischniewski


Dominic schuller rannte einfach mal los: rucksack auf und im kopf eine wage route 체ber legend채re alpen-trails. dann kam alles ganz anders....


Als ich meine Idee vom Lauf des Lebens einreichte, wusste ich noch nicht, was mich erwartet. Meine bisher längste Distanz waren 52km und diesmal sollte ich diese Länge fünf Tage hintereinander bewältigen. Das war allerdings bei weitem nicht das größte Problem. Ich musste mir überlegen, wie ich mich am Besten verpflegte und auch wo und wie ich schlafen sollte. Glücklicherweise war die Kleiderfrage aufgrund der Aushilfe von Asics schnell geklärt. Als Schlafplatz verwendete ich einen Biwaksack mit einem Seidenschlafsack als Inlet. Die Nahrungsproblematik konnte ich nicht wirklich klären, zur Sicherheit nahm ich allerdings 500g Braunhirse mit, um mich über Wasser zu halten. Meine kleine Reise startete in der malerisch urigen Grünau im Süden Oberösterreichs und führte mich über das Tote Gebirge (jetzt weiß ich, woher der Name kommt – man sieht eigentlich nichts außer Bäume), das Höllengebirge und das Seengebiet im Salzkammergut nach Salzburg und später weiter in den Chiemgau. Wie bist du ausgerechnet auf diese Route gekommen? Die Gegend liegt eigentlich vor meiner Haustür und ich gehe sehr gerne dort wandern und ab und an auch laufen, außerdem faszinieren mich die wunderbaren Seen und die direkt angrenzenden Berge sehr. Jetzt wollte ich einfach mal schauen, wie es denn so ausschaut, wenn man die Route um den Wanderweg 04 noch weiter ausdehnt. Tag 1: Grünau im Almtal – Ebensee: Es war ein sehr angenehmer, allerdings auch langweiliger Nachmittag im Toten Gebirge, der Trail verlief bis auf wenige Ausnahmen auf Forststraßen, glücklicherweise hatte ich den ipod dabei um mich etwas zu unterhalten. Was ist denn so gelaufen? Wie sah die Playlist aus? Vor allem Indie Rock wie Block Party, Kings of Leon, Blood Red Shoes, Arctic Monkeys, The Kills, Interpol. Bei Downhills höre ich auch recht gerne Metal von Saliva, In Flames oder Static-X. Am Offensee genehmigte ich mir ein kleines Bad und in Ebensee sank ich gemütlich in meinen Schlafsack Tag 2: Das Ende? Ebensee – Weißenbach am Attersee Bergauf zum Feuerkogel war die Welt noch in Ordnung. Es war relativ sonnig, doch im Wald war nichts von der Hitze zu spüren. Am Alberfeldkogel auf 1785m verpflegte ich mich mal richtig, da ich noch genügend Wasser hatte, wartete ich bis zur Rieder Hütte mit dem Nachfüllen. Die 5km zur Rieder Hütte im Edttal war es noch relativ kühl. Als ich bei der Hütte ankam, genoss ich erst einmal die schöne Aussicht und das tolle Wetter, bevor ich mich nach

von Dominic Schuller


Meine bisher längste Distanz waren 52km und diesmal sollte ich diese Länge fünf Tage hintereinander bewältigen.


etwas Wasser erkundigte. Blöderweise war aufgrund einer defekten Pumpe kein Tropfen Wasser vorhanden (laut dem Hüttenwirt) und auch mit anderen Getränken sah es eher mau aus. Doch der Hüttenwirt versicherte mir, dass in etwa 1,5 Stunden eine Quelle sei, also entschloss ich mich, weiter zu laufen. Anfangs ging es noch relativ gut, ich sah ein paar Gämsen und genoss die felsigen Trails, doch relativ bald ging mir das Wasser aus und ich sah mich überall nach der Quelle um. Die Sonne brannte erbarmungslos herunter und ich versuchte mich bei jeder Gelegenheit zu kühlen, sei es durch Schnee oder Schatten. Als ich endlich bei der Quelle ankam, war diese leider total vertrocknet und ich machte mir erstmals richtige sorgen um mich und meine Gesundheit. Die nächsten zwei Stunden war aus Laufen/Gehen eher ein Gehen/Kriechen /Rasten geworden. Dabei konnte ich zum ersten mal eine Art Fata Morgana erleben, war eine wirklich interessante Erfahrung, möchte ich allerdings eher nicht mehr erleben. Als ich das Hochleckenhaus gesehen habe, kam ich wieder zu Kräften und konnte sogar wieder zu laufen beginnen. Beim Hochleckenhaus trank ich erstmal einen halben Liter Apfelsaft am Stück und füllte meine Trinkblase wieder auf. Beim Abstieg zur Brennerin gings mir dann wieder relativ gut und ich konnte den Trail richtig genießen. Richtung Weißenbach ging es dann wieder total flowig auf Wurzeltrails entlang, wobei ich mich aller-

Dabei konnte ich zum ersten mal eine Art Fata Morgana erleben, war eine wirklich interessante Erfahrung


dings den übrig gebliebenen Dingen im Magen mehrmals entledigen musste. Meine Freundin peppelte mich an diesem Tag wieder auf und ich war recht schnell wieder auf den Beinen. Tag 3: Weißenbach – Salzburg Um Kräfte zu sparen umlief ich den langen steilen Aufstieg zum Schafberg und stattete dem Mondsee einen Besuch ab um anschließend beim Fuschlsee wieder die geplante Route zu erreichen. Den Gaisberg nahm ich wieder in Angriff, der einen echt tollen Blick auf Salzburg freigab. An diesem Tag drehte das Wetter, was eigentlich recht angenehm war, am Abend jedoch kalt und unbequem. Hast du dann in Salzburg geschlafen und hoffentlich was von der Stadt gesehen? Ja habe in Salzburg genächtigt, von der Stadt habe ich leider nicht so viel gesehen, da die Route eher durch die Randgebiete geht, die Innenstadt wird dabei nicht passiert. Tag 4: Salzburg – Zwieselalm Vorerst ging es nicht allzu aufregend von Salzburg weg in Richtung Berchtesgaden, das ich immer schon besuchen wollte – nun weiß ich, warum der Ort und das Gebiet derart beliebt sind. Von dort ging es noch auf die Zwieselalm, auf der ich dann auch übernachtete. Die Trails waren an dem Tag recht rutschig, die Gegend allerdings trotz des bescheidenen Wetters atemberaubend! Tag 5: Zwieselalm – Hochfelln Mittlerweile hatte ich die Nase voll vom Laufen, alles war nass und die Beine schwer wie Blei. Eine deutliche Wetterverbesserung eigentlich auch nicht in Sicht. Ich wollte einfach nur noch weiterkommen und ging bereits den Großteil der Strecke. Auch entschloss ich mich, am nächsten Tag noch alles rauszuholen und das Ding fertig zu machen. Wie hast du dich dann motiviert? Ich wollte einfach mal mein Durchhaltevermögen auf die Probe stellen. Als Trail-Runner braucht man denke ich eine gewisse Selbstdisziplin, um auch mal schwere Stunden zu überstehen. Tag 6: Hochfelln – Schliersee Wie geplant holte ich noch alles raus, quälte mich nochmal und konnte gegen 15 Uhr den Schliersee erreichen, das erhoffte Bad habe ich nicht genommen, da ich eigentlich nur noch


nach Hause wollte und direkt zum Bahnhof gelaufen bin. Dabei dachte ich mir, dass ich sowas nie wieder machen möchte. Mittlerweile hat sich diese Meinung bereits geändert und ich bin schon wieder am nächsten Projekt dran ;) . Na komm schon, ein bisschen was musst du uns verraten... Ich habe vor kurzem über den Dachstein Rundweg erfahren, den würde ich gerne mal in einem durchlaufen. Weiters würde mich auch noch eine Alpenüberquerung reizen.. Glücklicherweise habe ich noch viele viele Jahre auf den Trails vor mir. Keep on Running!

Dabei dachte ich mir, dass ich sowas nie wieder machen möchte

Dominics „lauf des lebens“ -ausrüstung 1

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1. GEL FUJI ES Neu freshe Farben für den Trail! 2. M‘S TRAIL 2 IN 1 SHORT die innenliegende Sprinter als auch die Short kann separat getragen werden. Mit RV-Taschen, Lüftungsschlitzen und Reflektoren. 3. P M‘S TRAIL KNEETIGHT mit MESH-Einsätzen im Kniekehlenbereich, seitlicher RV-Tasche, bequemem Bund mit Kordelzug, RV am Beinende und Reflektoren. 4. M‘S TRAIL 1/2 ZIP TOP Ein Runningtop aus MESH, MP3 Tasche, Reflektoren, Silikonprint an den Schultern. 5. M‘S TRAIL JACKET Winddicht, mit Netzfutter, Lüftungs-RV an den Unterarmen, Silikondruck im Schulterbereich, der Verrutschen eines Laufrucksacks verhindert und Daumenschlaufen


die neue „will-haben-kategorie“

krass, wie leicht! Fotos. daniel simon text. denis wischniewski

weg mit den schweren klumpen! immer mehr trailläufer wollen wie auf federn über den trail schweben - auf dämpfung und stabilität verzichten wollen sie aber nicht...schwierig? nicht unbedingt! 10 lightweight-trailschuhe im praxistest.


Der Markt um das Wunder TRAILRUNNINGSCHUH wächst beständig. Alte Firmen kommen mit neuen Modellen, erweitern eingestaubtes Portfolio, oder verfolgen mit viel Durchsetzungsvermögen Visionen, die nun endlich ihre Abnehmer finden. Egal wie, die Auswahl ist so üppig wie noch nie. Gut für uns! Es tut sich viel.

sive Gummimischungen und intelligente Bauweisen.

Ein Thema neben der boomenden Entwicklung um „Natural Running-Schuhe“ sind „leichte Trailschuhe“. Der Versuch einen Schuh herzustellen, der möglichst nichts wiegen soll und dabei auch noch dämpft, stabil ist und den Fuß schützen soll. Das ist ein Tanz auf Messers Schneide, ein Kalkulieren um leichte Materialien, progres-

10 Schuhschachteln brachte uns der Postmann. Bei jedem Öffnen, kribbelten die Finger, dann die Füsse. Innerhalb von gut zwei Wochen sind wir rund 280 Kilometer mit den Leichtgewichten gelaufen und haben in jedem Schuh ganz spezielle Qualitäten gefunden. Eines hatten sie alle gemeinsam: Sie wollen rasen, denn ohne

Nach wie vor sind Trailschuhe noch Meilen von den Fliegengewichten der Bahn- und Strassenwettkampfschuhe entfernt. Am Ende des Tages wiegt grobes Profil dann ja doch ein bisschen was.

echten Widerstand am Fuss, macht die Laufbewegung doppelt Spaß. Zwei Überraschungen kamen dann tatsächlich aus der Strassenlauf-Ecke: der ASICS Tarther (NEWS) und der BROOKS Racer ST 5 haben erstaunliche Qualitäten auf einfachen Trails! SALOMONS neuer SPEEDCROSS 3 hat sich vom Bergläufer zum Allrounder entwickelt und der ROGUE RACER von MONTRAIL ist erstaunlich viel gedämpft bei geringem Gesamtgewicht. Unser Fazit: Nehmt den Schuhen das Gewicht, denn ein Trailschuh ist ein „Laufschuh“ und ein Laufschuh will gelaufen werden. Das macht mit 450 Gramm am Fuss aber leider keinen Spass!

FAZIT: Die dritte Version ist komfortabler und tiefer geworden. WILL: Krasses Gelände und Bergtrails.

salomon SPEEDCROSS 3 GEWICHT PREIS

320 Gramm 119,95 Euro

Ein Klassiker mit neuen Qualitäten! Der Speedcross 3 kommt mit derselben extrem griffigen Profilsohle daher, wie sein Vorgänger. Da enden jedoch die Gemeinsamkeiten, und ab jetzt wird alles besser! Tiefer gebaut und mit breiterer Ferse, ist dies ein sehr stabiler, umknicksicherer Schuh. Der Vorfuß ist breiter und komfortabler geschnitten, die Dämpfung ausgewogen von vorn bis hinten und recht großzügig. Ein Schuh der schon nach wenigen Wochen auf dem Markt viele Fans hat, und der dank weiterhin fetzigem Design auch wieder für viel Farbe auf den Trails sorgen wird. Das wasserabweisende Obermaterial ist ganzjahrestauglich, wem das nicht reicht, der hat mit der Climashield-Version trockene und warme Füße. www.salomonrunning.com/de


ICEBUG ANIMA

GEWICHT PREIS

280 Gramm 75,00 Euro

Der Anima ist für ICEBUG zu einem echten Core-Produkt geworden. Die skandinavischen Spezialisten für „Laufen im wildesten Gelände“ haben mit diesem Schuh erstmals ein Produkt das seine Fans in der Breite finden wird. Die Optik ist ansprechend, der ANIMA sehr gemütlich, flexibel und moderat, ausgewogen gedämpft. Er geht sicherlich stark in Richtung „Natural Running“, erlaubt dabei aber über harte Untergründe zu laufen und ein Maximum an Halt auf matschigem Boden zu geben. Schöner Exot mit Kultpotential. www.icebug.se FAZIT: Speedrakete für bergläufer und technische Trails mit Hausschuhfeeling. WILL: Wildes Gelände und echte Trails.

inov-8 X-TALON 190

GEWICHT PREIS

192 Gramm 130,00 Euro

Mit der vielleicht griffigsten Sohle überhaupt ausgestattet geht der X-TALON 190 in eine weitere Saison voller Matsch, Geröll und schmaler Trails. Ist der Untergrund unsicher, ist der XTALON um so sicherer. Bergläufer lieben ihn, weil er wie ein Nichts am Fuss klebt - eine Sohle mit etwas Obermaterial und ein wenig Zehenschutz. INOV-8 haben sich in Deutschland eine mittlerweile beachtliche Fangemeinde erschlossen und der X-TALON wird auch in Zukunft ein grosser Grund dafür sein, dass der Freundeskreis weiter wächst. In diesem INOV-8 fühlt man sich rasend schnell, wendig und wird zum Gas geben angetrieben. www.inov-8.com FAZIT: Ein BerglaufSchuh der kein Widerstand aufkommen lässt WILL:Der X-TALON will dass man schnell mit ihm läuft. Matsch, Felder, Wiesen - wo seid ihr?


BROOKS RACER ST 5

GEWICHT PREIS

243 Gramm 99,95 Euro

Wenn Spiderman Schuhe trüge, sollte er sich diese hier mal näher ansehen... Gut, Farbe und Design machen noch keinen schnellen Schuh, aber der Racer ST5 sieht sogar schon in der Schachtel schnell aus! Er ist federleicht, angenehm am Fuß, und so luftig, daß schon beim Gehen der Wind durch das Mesh weht. Die Sohle ist natürlich nichts für matschige Wurzeltrails oder Geröllfelder! Aber trockenen Waldboden, Tannennadelteppiche und überhaupt so manchen Weg im Park oder Stadtwald kann auch dieser eigentlich für die Straße gebaute Superheld gut meistern. Dann ist man mit ihm schnell und gut gedämpft unterwegs. Wenn Brooks dieser Speedrakete mal nur spasseshalber einige echte Profilstollen verpassen würde... das wäre echt interessant! www.brooksrunning.de FAZIT: Kein erklärter Trailschuh, aber auf leichten Trails eine Spassgarantie. WILL: Auf Waldwegen rasen.

asics GEL FUJI ES GEWICHT PREIS

310 Gramm 99,95 Euro

Wir haben es gesehen - den FUJI gibt es jetzt in tollen Farbkombinationen. Ich freue mich darüber, dem ein oder anderen ist es vielleicht zu bunt. Hinter dem FUJI steckt ein kostengünstiger Einsteiger-Trailschuh der sich blendend im Gelände schlägt. Vor allem für Leute die um das ein oder andere Asphaltstück nicht drumrum kommen kann der ASICS eine echte Alternative sein. Die bequeme Passform und eine sehr homogene Dämpfung lässt schnelle Freundschaft mit ihm schliessen. www.asics.de FAZIT: Ein Allroundschuh, der Einsteiger nirgendswo im Stich lässt. WILL: ein möglichst breites Spielfeld von Trail bis Schotter und Asphalt.


pearl izumi PEAK 2

GEWICHT PREIS

294 Gramm 119,95 Euro

Sie gehen den richtigen Weg. Mit dem Input Ihrer Athleten ist die die zweite Version des PEAK bedeutend tiefer in seiner Bauweise geworden. „Den Trail spüren“ war demnach das oberste Gebot. Die Sohle packt gut zu, meistert Schlamm zufriedenstellend, Waldtrails und Fels sehr gut. Der erste Pearl Izumi den ich wirklich gerne laufen würde - harte Worte, aber wahr! Dieser Schuh will laufen, lässt sich auf schwierige Trails und technische Passagen ein und gibt den Füßen ein Hausschuhfeeling. Die Schnürung und die Zunge bekommen Pluspunkte, denn sie leisten genau das was sie auch sollen. www.pearlizumi.com FAZIT: Eine Speedrakete für mittlere Distanzen. WILL: Technische Trails und Waldtrails die zum rasen auffordern.

salomon SLAB 4 GEWICHT PREIS

330 Gramm 135,95 Euro

Dieser Moment ist jedesmal auf eine Neues spannend: das Update des SALOMON XT S-Lab! Der Vorzeigeschuh der Franzosen, das feine Produkt welches den Teamathleten an die heiligen Füsse kommt. Der Schritt diesmal war nicht allzu groß. Neues Design, schnellere Optik, mehr Fersenhalt und mehr Dämpfung der Ferse. Dank seiner guten Stabilität, relativ grosszügigen Dämpfung (gemessen am Gesamtgewicht des Schuhs) und dem hohen Komfort ist der Slab 4 im Jahr 2011 endgültig im Hauptfeld der Trailrunner angekommen. Einst ein Schuh für Spezialisten und heissblütige Rennläufer, kann ich ihn heute allen empfehlen die einen leichten Trailschuh suchen und dabei auf Sicherheit nicht verzichten wollen. www.salomonrunning.com/de FAZIT: Er packt den Fuss sicher und fest, nimmt uns auf alle Arten von Trails mit. WILL: Alpine Marathons und Bergläufe.


montrail ROGUE RACER GEWICHT PREIS

250 Gramm 110 Euro

Wir hatten den ROGUE RACER von MONTRAIL ja bereits im Jahrestest mit dabei, aber nun konnten wir ihn nochmals genauer unter die Füße nehmen. Das war ein Dürfen und kein Müssen! Der Schuh schafft es beim ersten Anziehen Gemütlichkeit zu vermitteln. Auf dem Trail ist er agil und trotz seines Minimalismus und dem tiefen Stand dämpft er meine 79 Kilogramm ausgewogen und wirkt immer souverän und dynamisch. Einer der wenigen Schuhe dieser Gewichtsklasse die sich für schwere Läufer und lange Distanzen empfehlen. Ebenfalls gut: Schöner Fersenhalt und trotz engem Schnitt, viel Zehenfreiheit durch weiches Obermaterial. Sohle? Die hat Grip auf allen Untergründen! www.montrail.com FAZIT: Weiches Komfortwunder mit Dämpfung trotz des guten Bodenkontakts. WILL: Leichte Trails, aber die gerne auch länger.

TECNICA INFERNO SPRINT

GEWICHT PREIS

295 Gramm 145 Euro

Nach meinen zwiespältigen Erfahrungen mit dem TECNICA INFERNO MAX im Praxis-Einzeltest, war ich auf den kleinen , leichten Bruder hier besonders gespannt. Der INFERNO SPRINT ist anders! Komplett anderes Verhalten. Durch die geringere Dämpfung und die tiefere Bausweise ist der SPRINT stabiler und sicherer. Umknicken im Fersenbereich passiert hier nicht. Der Schuh ist im Gegensatz zum MAX ein reinrassiger Trail-Running-Schuh, der dem Fuß viel Raum lässt. Etwas enttäuscht war ich von der uneffektiven Schnürung und der Außensohle, die zwar Fels und Geröll meistert, aber im Schlamm Probleme hat. www.tecnica.it FAZIT: Berge, Felsen und Geröll sind in seinem Sinne. WILL: Mittlere Distanzen, aber trocken soll es bleiben. Alpenmarathons.


THE NORTH FACE SINGLE TRACK GEWICHT PREIS

320 Gramm 119,90 Euro

Spitzenathleten laufen in diesem TNF Modell von Sieg zu Sieg. 2012 wird es vom SINGLE TRACK eine Lightversion geben, aber hier geht es noch um das Original: ein Trail-Running-Schuh der fast alles kann! Er packt den Mittelfuß selbstbewusst an, führt sicher und lässt den Zehen auf langen Strecken immer den Raum den sie brauchen. Die Ferse könnte einen Ticken höher sein. Die relativ weiche Gummimischung der Außensohle macht aus dem Single Track ein e Lebensversicherung auf alpinem Fels und schnellen Schotterdownhills. Problem das nach einer Lösung ruft ist die Schnürung die gerne einen Stauraum hätte. www.thenorthface.com FAZIT: Unglaublich vielseitig mit viel Stärken und praktische keinen Schwächen. Guter Ultratrailer! WILL: Lange Tage in den Bergen, felsen, Schotter.

AUCH interessant, aber nicht im test... LA SPORTIVA vertikal k Der nur 200 Gramm schwere Schuh löst Begehrlichkeiten aus. Die Italiener wissen nur zu gut, wie man das macht. Ein Schuh der nur nach oben will und sich am Untergrund festsaugt!

LA SPORTIVA crosslite 2.0 Kategorie „Leicht und Alleskönner“. Die neue Version des legendären Crosslite ist ausgewogener gedämpft, hat noch mehr Grip und funktioniert neben karssem Gelände sogar als Hausschuh!

NEW BALANCE minimus trail Neu auf dem deutschen Markt und von vielen lange erwartet. Minimus mit Vibram Grip.


MOUNTAIN RUNNING REVOLUTION

ELECTRON GTX

QUANTUM

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LA SPORTIVA ® is a trademark of the shoe manufacturing company “La Sportiva S.p.A” located in Italy (TN)

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www.marsagentur.com | Foto: Astrid Sophia Liebhart

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9. september 57 km | 30 km | 15 km TRAILRUNNING 25 km SPEED HIKING | TRAIL for KIDS

www.woerthersee-trail.com

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)'((


VORSCHAU trail Nummer 5.2011 AB 15 oktober 2011 Report: der allgäu panorama trail wächst zur trailinstanz heran TRAINING: wie man immer den spass am laufen erhält... TRIP: länger sommer - herbsttag auf südtiroler trails test: trailschuhe die den winter auslachen tools & ausrüstung: 33 dinge die man als trail-runner nicht unbedingt braucht, aber gerne hätte

TRAIL Magazin www.trail-magazin.de Schwaige 17 D-82319 Starnberg mobile 0171.5229248 NEUE NUMMER! telefon +49 (0)8151. 5 56 72 09 mail redaktion@trail-magazin.de Herausgeber & Art Direction / Layout Denis Wischniewski Redaktion/Anzeigen Sylvia Sadler Stephan Repke, www.gripmastertrails.com Julia Böttger, www.trailschnittchen.de Mitarbeiter dieser Ausgabe Frank Klingler Flo Neuschwander Susanne Alexi Thomas Bohne Gerhard Zirker Philip Mes Fotos Daniel Simon, www.daniel-simon.de Stephan Repke, www.gripmastertrails.com Salomon Racing The Planet Denis Wischniewski Plan B Thomas Bohne Lars Schneider Claus Fengler Kelvin Trautmann

Coverfoto: New Balance, Läufer: Tony Krupicka Fordern Sie unsere aktuellen Mediadaten und eine Anzeigenpreisliste an. redaktion@trail-magazin.de


Foto: salomon

OUTRO foto der ausgabe

mireia miro valera Sie ist neben Kilian Jornet das Gesicht des Skyruns. Die 23 Jahre junge spanische Athletin gewinnt derzeit die schwersten Bergl채ufe die es zu gewinnen gibt. Kraft und Lungenvolumen holt sich die h체bsche Spanierin beim Skibergsteigen. Ob sich Mireia zuk체nftig, wie Kollege Jornet, an Langdistanzen wagt, werden die kommenden Jahre zeigen. Ein erster Versuch in diese Richtung wird jedenfalls ihr Ausflug zum Gore-Tex Transalpine Run.

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SKYRUN


GORE�TEX® LAUFSCHUHE � IMMER EINEN SCHRITT VORAUS Basis für den Erfolg

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Die GORE-TEX® Membrane verfügt über kleinste Poren, die 20.000 Mal kleiner sind als ein Wassertropfen, aber 700 Mal größer als ein Wasserdampf-Molekül. Deshalb sind sämtliche GORE-TEX® Produkte dauerhaft wasserdicht und gleichzeitig hoch atmungsaktiv.

Ob in der Stadt, auf festen Forstwegen oder kleinen Wurzel-Trails, bei Nieselregen oder schönstem Sonnenschein: GORE-TEX ® Laufschuhe sind universell einsetzbar. Sie sind nicht nur absolut wasserdicht, sondern leiten auch überschüssige Wärme und Feuchtigkeit rasch aus dem Schuh hinaus.

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Laufschuhe mit GORE-TEX Futter finden sich in den Kollektionen nahezu aller namhafter LaufschuhHersteller, darunter Adidas, Asics, Brooks, Nike, New Balance, Inov-8, Puma, Ecco oder Salomon.

Das Highlight für Berg- und Trailläufer startet am 3.9.2011: Beim GORE-TEX® Transalpine-Run werden sich 500 Läufer aus über 25 Nationen der Herausforderung Alpenüberquerung stellen, um die ca. 260 km und rund 15.000 Hm in 8 Tagen zu bewältigen.

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© 2011 W. L. Gore & Associates GmbH. GORE-TEX, GUARANTEED TO KEEP YOU DRY, GORE und Bildzeichen sind Marken von W. L. Gore & Associates

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TRAIL Magazin 4/2011  

TRAIL August/September 2011, 128 Seiten kostenlos. Das Trail-Running Magazin mit Salomon 4-Trails, Zugspitzultratrail, Gobi March, Light Tra...

TRAIL Magazin 4/2011  

TRAIL August/September 2011, 128 Seiten kostenlos. Das Trail-Running Magazin mit Salomon 4-Trails, Zugspitzultratrail, Gobi March, Light Tra...

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