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CITYTRAIL FREIBURG / HARIA EXTREME LANZAROTE / SCHMERZMITTEL

TRAIL MAGAZIN

05

LAUFSPORT-MAGAZIN NR. 1 FÜR TRAIL-RUNNER

5 TRAIL RENNEN DIE TOP-EVENTS DES SOMMERS: SKYRACE, ULTRA-TRAIL, ETAPPENRENNEN & BERGLAUF.

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TIPPSR

NIE MEH VERLETZT!

5.2012

SEPTEMBER OKTOBER

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WWW.TRAIL-MAGAZIN.DE

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NEUE SCHUHE IM TEST VON DER MESSE AUF DEN TRAIL

L E S E PRO B E TR AIL 5/2012 24 SEITEN

REVIERGUIDE M

T S U G U A . 0 1 B A AM KIOSK N E T I E S 0 0 1 T E ST IM PRAXT IS G N I N N U R LIGHTWEIGH UND L I A CK JA1 0EN%, T R 1 WETTERSCHUTZCKEN TOP FÜR ALLE AUS DE POTT: TRAIL-RUNNING IN DER EIFEL.

LAUFSO

T! H C A M S S A P S S E S S A D N E LAUF

N A L P E N H O BESSER IL-RUNNER A R T R Ü F G IN IN A R -T N E T DAS BAUKAS


CITYTRAIL / FREIBURG TEXT: Denis Wischniewski Fotos: Stephan repke

14 / 15 TRAIL-MAGAZIN.de


einzigartig, akademisch mit trailaNschluss da mĂźssen sich selbst die alpen warm anziehen, denn was wir in freiburg an trailwahnsinn erlebten, gehĂśrt in die erste liga und das alles direkt von der stadt weg ...


journal52012 RENNEN & EVENTS DIE KOMMEN … MOUNTAINMAN

/ 18.8

80,3 oder 42,195 km über hohe Schweizer Berge. Der Ultra führt von Trübsee bis Pilatus und text schreibt satte 5000 hm. Für UTMB-Starter ist der Marathon ideal zur Vorbereitung. frank klingler www.the mountainman.ch

ALLGÄU PANORAMA TRAIL / 19.8

Ein Marathon oder die wunderschöne 70 km Runde mit Start und Ziel in Sonthofen - beide Formate zeigen alle Qualitäten des Allgäus. Im letzten Jahr hat die Hitze ihr Übriges dazu getan. www.allgaeu-panorama-marathon.de THE NORTH FACE UTMB / 31.8

Die Champions-League der Ultra-Trailer lädt ein internationales Startfeld nach Chamonix ein. Dort starten die Mutigen, um 166 km und fast 10.000 hm rund ums Mont Blanc Massiv zu laufen. 2300 Starter sorgen für eine imposante Kulisse und Gänsehautfeeling. www.ultratrailmb.com Gore-tex TransAlpine-Run / 1.-8.9

320 km in 8 Etappen im Zweierteam. Aus Läufern werden Freunde, aus dem internationalen Teilnehmerfeld eine verschworene Gemeinschaft. Start in Ruhpolding und Ziel in Sexten, Italien. www.transalpine-run.com WÖRTHERSEE TRAIL MANIAC / 22.9

Runde Nummer 4 am schönen Wörthersee. Toll, was dort in wenigen Jahren entstanden ist, denn der Traillauf um den See ist nun eine echte Größe im Kalender der Trailrunner. In diesem Jahr sind die 57 km wieder Teil des Europacups der Ultraläufer und auf dem Pro˜ATACAMA CROSSING˜ gramm stehen zusätzlich attraktive Distanzen über 15 km und 30 km. www.woerthersee-trail.com

DU WEISST, DASS DU EIN TRAILRUNNER BIST, WENN ...

ORTOVOX und Mountain-Running 2.0?

... du über Trailschuhe redest, als wenn es um die Zukunft der Menschheit gehen würde. ... du keine Ahnung hast, was es bedeutet, einen Marathon in unter 3 Stunden zu laufen. ... du die genaue Anzahl deiner Narben an den Beinen kennst. ... du schon lange aufgehört hast, die Narben an deinen Beinen zu zählen. ... du ortsfremden Autofahrern beim Finden von Straßen nicht helfen kannst, weil du nur die Waldwege und Trails kennst (die Namen tragen, die du ihnen gegeben hast)

Lange haben Bergläufer ihren Sport auf dem Gipfel beendet und sind aus gesundheitlichen Gründen den Downhill nicht nach unten gerannt. Sie sind dann ins Tal gewandert oder haben den Dienst der Bergbahn in Anspruch genommen. Alle, die Spaß am Berghochrennen haben und bergab die Knie schonen wollen, sei nun ein Produkt empfohlen, das Berglauf auf eine ganz neue Ebene bringt, denn der SKYVER von ORTOVOX ist ein Mountainbike das „nur“ nach unten möchte. Zusammengeklappt passt es bei einem Gesamtgewicht von 7 kg in den TRAIL RIDER 20 Rucksack, der neben dem Bike auch noch Platz für das übrige, essentielle Equipment hat. Laut Hersteller ist man mit dem SKYVER auch auf kniff­ ligen Trails mit viel Spaß unterwegs und das einzige Limit wären lediglich die Fähigkeiten des Läufers … äh, Piloten! Egal wie, das Ganze sieht nach viel Fun aus! Preis: 999,00 Euro (Mountain Skyver Trail) www.ortovox.de

vertikale sportwelt in den dolomiten Im Zuge der internationalen Rennserie der SKYRUNNER WORLD SERIES fand auch in diesem Jahr das hochkarätig besetzte DOLOMITES SKYRACE statt. Der Auftakt, das Vertical K Rennen, wurde vom Slovenen Nejc Kuhar bei den Herren und Antonella Confortola (Ehefrau von Berglauf-Legende Jono Wyatt) bei den Damen gewonnen. Das Hauptrennen über 22 km, das auf über 3100 Meter führt, sah mit Kilian Jornet in 2 Stunden und 1 Minute einen souveränen Sieger. Bei den Damen jubelte die Rumänin Ionut Zinca in 2 Stunden und 6 Minuten. Auf allen Distanzen wurden die Streckenrekorde deutlich gebrochen. www.skyrunning.com

TELEGRAMM

FÜR FANS: TRAIL BUFF! Für alle, die ihr Herz an der richtigen Stelle haben, die Trails lieben und DAS Magazin verschlingen, gibt es nun ein Original-BUFF mit Trail-Magazin Prints. Das Teil ist multifunktionell und macht sich als Halstuch, Stirnband und Schweißsauger sehr gut. www.trail-magazin.de

22 / 23 TRAIL-MAGAZIN.de

NEPAL WARTET

THE NORTH FACE

TRANSALPINE IST DICHT!

Nepal wartet bis zum 11. November auf die Gruppe TrailRunner die beim zweiten Everest Trailrace die 6 Etappen und 160 Kilometer in der Region Solokhumbu laufen will. Der ganze, offensichtlich quälerische Spaß, kostet inkl. Flug 2975 Euro. Infos und Anmeldung unter www.everesttrailrace.com

Mit dem HYPERTRACK GUIDE will TNF 2013 die Trails erobern. Der Schuh soll dank revolutionärer Anpassungsfähigkeit für alle Terrains geeignet sein und dank neuer EVA-Mittelsohle gut schützen.

Der 8. GORE-TEX® TRANSALPINERUN ist ausgebucht! Nichts geht mehr. Für all diejenigen, die bisher keinen der heiß begehrten Plätze ergattern konnten, wurde eine Warteliste eingerichtet. Über die Online-Registrierung kommen sie automatisch auf diese Liste und bekommen eine Wartelistenbestätigung.


OUTDOOR NEWS

Raus aus den Funktionsklamotten!

WOLLE RULES THE WORLD 2 3

BLACK DIAMOND revolt

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Neue Stirnlampe, die es erstmals versteht, sich mittels USB oder Batterie den Strom zu besorgen.

6

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DYNAFIT feline ghost

Saison Nr. 2 und Dynafit baut mit dem Feline Ghost konsequent den Sommerauftritt aus. Mit 260 Gramm wird er sich in die Eliteklasse laufen.

1. PATAGONIA "live simply"

Mehr als nur Merchandise! www.patagonia.com

4

2. ARC´TERYX

Weicher Stoff, lässiger Schnitt. www.arcteryx.com 3. SAUCONY

Style-Gruss aus den 70´s. www.saucony.eu/de

PEARL IZUMI ultra barrier

Tolle Form, klasse Stoff - die neue Trail-Kollektion von Pearl Izumi hat uns beim ersten Grifftest überzeugt. Im Bild die Jacke „Ultra Barrier WxB Jacket“. Wasserdicht!

4. ASICS

Gelb und Lila: Wunderbar! www.asics.de 5. BUFF "flat is boring"

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8

Das ist ein Statement! www.buffwear.com 6. DYNAFIT

Schwarz und die Schneekatze in Rot! www.dynafit.com 7. SALOMON

Klasse Grün und neue Logotype. www.salomonrunning.com/de 8. ICEBREAKER

Wolle als Update: Merino kann mehr. www.icebreaker.com SALOMON sense ultra

OLYMPIAPARK WIRD TRAILREVIER

DIY-STYLE!

Dass Trail-Running populär ist war klar, aber dass Trail-Running nun olympisch wird, war uns bislang unbekannt. Der erste, kleine Schritt ist jedenfalls getan, wenn am 20.9. der erste SPORT SCHECK CITYTRAIL im Münchner Olympiapark gestartet wird. Im Angebot stehen die Distanzen 3,3 km, 6,6 km und 10 km. www.sportscheck.de

Selber machen ist eh am besten. Das Schuhregal von Joist (stylespion.de) ist so genial, dass man sich den Weg in einen Designmöbel-Shop getrost sparen kann. Einfach Baustoffröhren in gleichlange Stücke sägen, anordnen und mit einem handelsüblichen Spanngurt festzurren. Fertig und aufgeräumt.

Die Sense-Story geht also weiter und im Herbst erscheint neben dem Sense Mantra nun dieses begehrenswerte Produkt. Ausgestattet mit einer aggressiven Contragripsohle ist er für Wettkampfläufer eine konsequente Weiterentwicklung des Ursprungs-Sense.


journal52012 DENIS’

KOLUMNE

Neulich hat es am Flughafen in Madrid geregnet. Ich saß auf der Wartebank in der Abflughalle und langweilte mich zu Tode. Deshalb begann ich, meinen Personalausweis zu lesen, was die Initialzündung für meinen großen Plan war. Der Pass läuft am 23. Januar 2021 ab und dieses Date Of Expiry wird mein Ultimatum. Diesen Termin habe ich mir mit Signalfarbe markiert. Ich werde dann 49 Jahre alt sein, sollte ich nicht tödlich auf einem Trail umknicken. Ich überlegte also, was ich bis dahin alles erreichen möchte. Und ich denke weiter darüber nach. Wenige Tage später wurde mir dann schlagartig klar, dass ich nur eines möchte: laufen! Man hätte mir diesen Wunsch auch auf eine sanftere Art und Weise näher bringen können, aber es geschah Folgendes: Ich war seltsam unschlüssig an diesem Tag und genau so unentschlossen fuhr ich die 60 Kilometer in die Berge, um am Abend einen kurzen, schnellen 2-Stunden-Berglauf zu genießen. Es sollte der letzte Lauf vor meinem Saisonhighlight, dem Irontrail – einem 201 Kilometer schweren Mammut-Trail in den Schweizer Zentralalpen – werden. Ich rannte die 800 Höhenmeter nach oben, aber es lief nicht rund: Die schwülwarmen 34 Grad blockierten mein System, meine Atmung und irgendwie alles. Nach ewiger Zeit und seltsam

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matt kam ich oben am Gipfel an und machte eine Pause. Doch mein Magen spielte mir nun ein Streich und zwang mich in die Büsche. Ich hätte umkehren, direkt wieder runter laufen sollen, die Runde schneiden und den Tag beenden. Doch der späte Tag, das warme Licht und die gigantische Aussicht waren zu verlockend. Ich setzte mir den Laufrucksack auf, zog die Riemen fest, wünschte den Wandersleuten einen schönen Abstieg und galoppierte über einen schmalen Grat hinüber zum nächsten Berg. Ein Traum von einem Trail, der mich zu Highspeed animierte. Ich sprang von Stein zu Stein und merkte, dass ich ungewöhnlich unsicher unterwegs war. Wie in Zeitlupe setze ich zur Landung an und wie in Zeitlupe drehte sich mein linker Fuß von der Sohle nach außen. Ein stechender Schmerz fuhr in meinen Knöchel. Ich blieb stehen und war wie elektrisiert. Irgendwas war falsch! Irgendwas war total anders. Am liebsten wollte ich direkt heulen. Ein Film lief vor meinen Augen ab, in dem ich der Verlierer war. Als ich nach nur wenigen Sekunden ein Tennisball großes Ei an meinem linken Knöchel sah, war mir klar, dass dieser Moment viele Monate Training und alles, wofür ich in den letzten Tagen gelebt hatte, zunichte machte. Ich stützte mich auf meine Teleskopstöcke und humpelte auf einem endlos scheinenden Marsch die 2 Kilometer nach unten zu einer bewirtschafteten Hütte. Es war surreal, denn ich befand mich in einem denkbar ungünstigen seelischen und körperlichen Zustand – in einer denkbar schönen und heilen Umgebung an einem perfekten Bergtag, der lediglich 2-3 Grad zu heiß war. Die Wirtin der Hütte machte auf mich

den Eindruck, als würde sie solche Unfälle regelmäßig mitmachen. „Ja, da rufen wir jetzt die Bergwacht an und die fahren dich dann nach unten zu deinem Auto. Wir können das nicht machen. Das ist eine rechtliche Sache.“ Nach 30 Minuten standen 3 rustikale Einheimische vor mir, legten mir eine Schiene an und fanden die eiförmige Schwellung rund um meinen Knöchel sehr eindrucksvoll. Auf der Fahrt nach unten erzählte ich den Herren alles, was sie nicht wissen wollten, alles, was ich loswerden musste: Dass ich vorhatte, nächsten Freitag beim 201 km langen Irontrail zu starten und nun nicht wisse, wie ich das anstellen soll. Dass ich heute doch nur noch einmal kurz raus wollte und nicht verstehe, wieso ausgerechnet MIR so etwas passieren muss – eine Woche vor meinem Highlight. Als wir dann vom Schotterweg auf die Straße einbogen, wartete dort bereits der Krankenwagen und damit ein weiteres Opfer, das ich mit meiner Jammerei belästigen konnte. Nach 20 Minuten lag ich in der Notaufnahme im Murnauer Krankenhaus. Das Erste, was ich sah, als der Arzt eintrat, war seine Sportuhr von Suunto. „Ein Mann vom Fach“, schoss es mir durch den Kopf und nur Sekunden nach der Begrüßung waren wir in einem intensiven Gespräch über Trail-Running, Ultralauf und meinen – für ihn irrsinnigen – Plan, 201 km laufen zu wollen. Einige Minuten später blickte er auf die Röntgenaufnahme und erklärte mir emotionslos, dass es völlig egal wäre, ob ich einen Bänderriss oder eine Bänderdehnung hätte. Es wäre so oder so gelaufen und ich müsste mir meine Laufpläne für die kommenden Wochen aus dem Kopf schlagen. Ich hievte dann noch zwei-

mal den Oberkörper hoch, hob den Finger und stöhnte leise: „Aber, aber …“ Der Mediziner schüttelte mir jedoch nur die Hand und lies mich in meinem Elend allein. Zum Abschied erhielt ich zwei wunderschöne rote Krücken, die super zum roten Druckverband passten. Da stand ich also rot in rot, abholbereit in der Eingangshalle des Krankenhauses und langsam, aber sicher brach die Welt über mir zusammen. Was für’n Scheiß ist mir da heute passiert? Wieso ist diese – im Verhältnis zu echten Krankheiten und Verletzungen – winzige Sache, so ein Megaproblem für mich? Wieso hängt mein persönliches Glück davon ab, ob ich gesund bin und laufen kann? In den folgenden Tagen hing ich herum, den Kopf gesenkt, die Schultern nach vorn gebeugt. Ich malte mir ständig aus, wie meine Kameraden die Graubündner Bergwelt erobern und im Lichtkegel ihrer Stirnlampen durch die Nacht laufen, um nach vielen, vielen Stunden unter Freudentränen frenetisch bejubelt im Ziel anzukommen. Mir tat meine Frau leid, die nun mit diesem schlechtgelaunten, selbstmitleidigen Kerl ihre Zeit verbringen muss. Es gibt verschiedene Prognosen von Arzt, Internet und meinen Freunden, die stark voneinander abweichen. Sie reichen von „in 3 Wochen wieder rum rennen“ bis zum worst-case-Szenario „in 4 Monaten leicht joggen“. In jedem Genesungswunsch lag für mich zugleich etwas unglaublich Nettes und etwas Bösartiges. Fazit: Trail-Running kann echt mies sein. Und für mich stellt sich die Frage, wie soll ich jemals wieder ohne eine Blockade im Kopf hemmungslos einen Downhill „runterscheppern“? Werde ich bis zum 21. Januar 2021 brauchen, um wieder ganz der alte Denis zu werden?


BY gripmaster

TRAUMTRAILS TRAIL-MAGAZIN-REPORTER STEPHAN „Gripmaster“ REPKE hat es sich zur lebensaufgabe gemacht, die besten trails zu suchen. ZWEI davon hat er für uns gefunden ...

Thumsee / Bad Reichenhall KASTENQUERUNG

Eine abenteuerliche Singletrailrunde die Navigationsgeschick und Geländetauglichkeit erfordert... achja - und Schwindelfreiheit!

Zunächst mal heisst der Berg gar nicht "Kasten" sondern "Kranzelstein". Er ragt eben wie ein großer steinerner Kasten über dem Seerosenparkplatz am Thumsee in die Luft. Von diesem Parkplatz, auf der seefernen Seite der B305 geht es die Treppe hoch, den ehemeligen Soleleitungsweg entlang Richtung BW-Schießstand. Immer geradeaus, endet der Weg dann an einem Parkplatz an der Straßenkreuzung Richtung Inzell / Schneizelreuth. Hier führt nach 100m links ein Trail Richtung "Paul-Gruber-Haus" den Berg hoch. Ein toller Ausblick Richtung Süden und Westen sollte nicht von dem teils ausgesetzten Pfad ablenken! Auf knapp 950m wird der Trail zu einem breiten Weg, der nach einigen Minuten das P.-G.- Haus erreicht. Weniger abenteuerlustige Trailrunner können nun geradeaus die Forststraße bis zum Kugelbachbauern runterlaufen, und dort die Treppe links wieder hinab zum Soleleitungsweg (beschildert Ri. Thumsee). Doch die echte Kastenquerung geht so: ca 100m vor dem P.-G.-Haus links SEHR steil hoch, bis auf den Grat (auf Karten "Gebersberg"). Dort schlängelt sich nun ein sehr wenig begangener Pfad Richtung Nordosten bis zum Gipfelkreuz des Kranzelstein (972m). Sehr diskrete rote Markierungen an den Bäumen helfen bei der Navigation, aber nur rudimentär! Wichtigste Regel: es geht zwar auch bei der Querung mal hoch und runter, aber so richtig steile Wände sind ein Anzeichen, daß man vom rechten Weg abgekommen ist. Vom Kranzelstein sagenhafter Ausblick über Reichenhallnach Salzburg. Dann irre steiler Serpentinendownhill rechts vom Kreuz, unten links halten und man wird geradezu auf dem Startparkplatz wieder ausgespuckt!

Rubihorn / Oberstdorf Sturm auf's Rubihorn

SIE SIND DA.

GET THE

GRIP.

Direkt aus Oberstdorf startet ein starker Trailrun, der besonders in der Abendsonne ein Erlebnis ist.

Start zum Sturm auf's Rubihorn ist am "NTC", dem Trailrunningshop am Fuß der Nebelhornbahn. Von hier sieht man das Rubihorn sich auftürmen, aber keine Angst so unbezwingbar wie es von hier unten aussieht, ist es beileibe nicht. Wer hier startet, während NTC geöffnet hat, kann drin auf die Karte schauen, oder sogar nach Tipps für die Erstürmung fragen.. Alle anderen laufen an der Bahn vorbei und dann links die Straße bis es rechts zu den Skischanzen geht. An diesen vorbei, und dann beginnt auch schon ein steiler Trail am Wasserfall entlang, und Schilder weisen auch den Weg in die richtige Richtung, Nebelhorn, bzw. später auch Rubihorn. Es geht durch tolle Waldtrails, dann an der Mittelstation der Bahn hält man sich auf der Weide links und folgt den Wegweisern, die hier großzügig stehen. Ab hier verläuft der Weg viel in offenem Gelände, und man kann sich umdrehen und sieht die beeindruckende Bergwelt jenseits von Oberstdorf und realisiert, wie hoch man sich schon gearbeitet hat... Ein Blick auf den Höhenmesser offenbart einem aber, daß man erst die Hälfte geschafft hat. Das letzte Drittel geht es in unzähligen Serpentinen bergauf, die es ermöglichen, den sonst sehr steilen Hang gut durch zu laufen. Wer oben am Grat ankommt, von dem aus ein toller Blick auf's Nebelhorn möglich ist (sollte es nicht im Nebel sein!), darf sich nicht vom Schild irritieren lassen, die 45 Minuten gelten nicht für uns Trailrunner! In 10-15 Minuten ist man am Gipfel mit sagenhafter Rundumsicht! Runter geht's auf demselben Weg...oder weiter auf der Rückseite - Trails ohne Ende! inov-8 Deutschland | Österreich Tel +49 7557 9287 047 info@trentventure.de inov-8.com


SZENE / ALLGÄU

PHÄNOMEN ALLGÄU für einen tag sind wir ins schöne allgäu um herauszufinden wieso genau dort trail-running so populär und die athleten schnell und erfolgreich sind. am Abend wussten wir bescheid.

TEXT denis wischniewski FOTOS daniel simon

Es muss die unbändige Lust an der einfachsten Art der Fortbewegung sein, weshalb Läufer aus dem Allgäu auf Trails so unheimlich schnell unterwegs sind. Wir haben uns für einen Tag zwischen Kempten und Oberstdorf herumgetrieben, um dem Phänomen „Allgäu“ auf den Grund zu gehen. Alleine in diesem Jahr sind Athletinnen und Athleten aus dem Allgäu sehr erfolgreich unterwegs: Ein frühes Ausrufezeichen setzte dabei Gitti Schiebel, als sie den 47 Kilometer langen Trail Petit Ballon in den Vogesen gewann und nach weiteren Spitzenplatzierungen die Führung im Europacup übernahm. Regine Schlump siegte dann vor wenigen Wochen bei den Salomon 4-Trails. Genau dort jubelten noch weitere Allgäuer: Christian Stork gewann vor Anton Philipp die Masters Wertung, Seppi Neuhauser aus dem Kleinwalsertal wurde in diesem Ranking Gesamt-Vierter. Und Dr. Thomas Miksch entschied mit einem Riesenvorsprung die Seniormasters-Klasse für sich, was wenig überraschte, denn an unserem Recherchetag fiel dieser Name ziemlich oft. In Kempten wollen wir von Gerald Blumrich wissen, wie er sich das Phänomen „Allgäu“ erklärt, woher es kommt oder ob es so etwas überhaupt gibt? Architekt Blumrich erinnert sich zurück an das Jahr 1999: Das sei ein Jahr voller Highlights für ihn gewesen. In diesem letzten Jahr des alten Jahrtausends wolle er 3 Dinge „erledigen“: einen Marathon finishen, einen hohen Berggipfel in einem fernen Land bezwingen und 30 / 31 TRAIL-MAGAZIN.de

über den Biancograt steigen. Am Ende des Jahres war das Energiebündel auf einem 6800 Meter hohen Gipfel in Peru gestiegen, hatte den Grat dank Seilschaft in der Tasche und der Marathon in Venedig sollte für Gerald der Beginn einer langen Leidenschaft werden. Damals hatte er sich sich einer Laufgruppe in Buchenberg angeschlossen und war mit einer 42-köpfigen Truppe im Reisebus nach Italien gefahren. In diesem Bus saß damals kein geringerer als der blutjunge Helmut Schiessl (späterer Berglauf-Weltmeister) und Gerald spürte eine tolle Atmosphäre, einen guten Geist und eine echte Gemeinschaft. Nach einem 3 Stunden und 43 Minuten andauerndem Lauf wankte Gerald ins Ziel. Die Tage danach bleiben unvergesslich für ihn: „Ich war bewegungsunfähig, aber ich war fortan ein echter Läufer!“ Er trainierte weiter, knüpfte Kontakte und war fasziniert von den großen Erfolgen, die Dr. Thomas Miksch damals schon feierte. „Thomas, war ein Schulkamerad meiner Frau. Dadurch bekam ich schnell Kontakt und freundete mich mit ihm an. Thomas nahm mich oft mit. Er war natürlich viel zu schnell und zu stark für mich, aber so ist Thomas eben: Er kann mit allen laufen, wartet aber auch!“ 2009, die Allgäuer Trailszene hatte sich längst entwickelt, wollte Gerald am Transalpine Run teilnehmen. Nach den vielen Swiss-Apin Starts war diese Alpenüberquerung für ihn ein neues Level und eine neue Herausforderung. Sein damaliger Partner sagte kurz vor Beginn ab, Blumrich war frustriert und musste den vielen Allgäuern zusehen. Nur ein Jahr später sollte die Akte Transalpine jedoch wieder aufgeschlagen werden und er lernte Jörg Schneider kennen. Der frisch im Allgäu immigrierte Schwabe war fortan sein Teampartner. Beide waren ähnlich fit und das Bündnis funktionierte mehr als perfekt. Nach 8 Tagen liefen die beiden in Sexten ins Ziel, rissen die Arme in die Höhe, verdrückten ein paar Tränen und ließen sich als Gesamtsieger der neu eingeführten SeniorMasters-Kategorie feiern. Für Gerald erfüllten sich an diesem Tag viele Träume. Ein weiterer erfolgreicher Allgäuer lebt dort, wo rechts und links „echte“ Berge in die Höhe ragen – in Rettenberg. Christian Stork hat hier seinen Schmiede-Betrieb. Metall trifft auf Metall, die Funken sprühen. Handwerk. Er gehört zu den Allgäuer Läufern, die in den vergangenen Jahren für die Erfolge mit dem meisten Echo gesorgt haben. Viermal in Folge gewann er den größten und wichtigsten Geländelauf Europas, den Rennsteig-Ultramarathon. Nach Thomas Mikschs und Helmut Schiessls Erfolgen in Thüringen war es von 2007 bis 2010 Christian, der für staunende Gesichter im Osten verantwortlich war. Zusammen mit Matthias Dippacher war er beim Transalpine auf internationalem Spitzenniveau unterwegs – in Zukunft wird dies vielleicht kaum mehr ein deutsches Team schaffen. Wir fragen ihn nach seinem Erfolgsrezept. „Ich kom-


Allg채uer Aush채ngeschilder: Dr. Thomas Miksch und Anton Philipp beim Transalpine Run auf wiederholtem Siegkurs.

Hobbysportler mit Profiqualit채ten: Christian Stork mit Teampartner Steffen Walk.


4

RENNEN / SALOMON 4 TRAILS

TAGE TRAILS Es ist die alpenüberquerung im rennformat und für einzelstarter. die strecke, die in garmisch beginnt und in der schweiz, in samnaun, gipfelt, fordert den alpinerunnern auf 4 atemberaubenden etappen alles ab.

Fotos: Klaus fengler, david daub, kelvin trautmann text: thomas bohne

Mit feucht glänzender Haut schniefen die Läufer den ersten langen Anstieg zur Längenfelder Bergstation hinauf. Wenige Stunden später ergießt sich ein warmer Sommerregen über sie und wäscht ihnen den Schweiß von den Körpern. Die Spitze des Feldes bekommt davon jedoch nichts mit – sie ist längst am Zielort des heutigen Tages angekommen. Die Läufer im hinteren Feld kämpfen sich jetzt eine rutschige Skipiste hinauf. Auf einem soeben entsprungenen Rinnsal steigen sie anschließend nach Ehrwald. 350 Teilnehmer treten an, um die Strecke von Garmisch-Partenkirchen bis in die Schweiz 42 / 43 TRAIL-MAGAZIN.de

in nur vier Tagen zu bewältigen. Fast täglich absolvieren sie eine Marathondistanz auf schmalen Bergpfaden. Einige wenige kämpfen um die Spitzenplatzierungen im Feld. Der Großteil aber will einfach nur ankommen. Teilnehmer aus Chemnitz, Frankfurt und London überzeugen nicht unbedingt durch BergErfahrung, stellen sich aber dennoch dieser Herausforderung. Vier Tage lang tauchen sie ein, in die Welt des Trails und in eine faszinierende Landschaft. Früh morgens hängt der Nebel im Tal und die Wiesen schimmern im zarten Licht. Gewinnt die Sonne allmählich an Kraft, lässt sie die


Auf allen Vieren: Diese Passagen bleiben den Teilnehmern ganz besonders in Erinnerung.


TEST / 5 NEUE SCHUHE

Text und Fotos: stephan repke

BACK TO THE FUTURE Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht heutzutage jede Menge Trailschuhmodelle der Superklasse. Noch nie hatte der Trailrunner so viel Auswahl! Und trotzdem... die Daniel Düsentriebs der Trailschuhmarken tüfteln und tüfteln. Ein Blick in die Zukunft... Wie gesagt - eigentlich fehlt es uns ja an nichts, jedenfalls nicht an guten Trailschuhen! Doch als wir auf der OUTDOORMesse in Friedrichshafen die neuen Modelle sahen, mussten wir den Herstellern ein paar dieser „Erlkönige“ abluchsen, um zu sehen, was in den nächsten Monaten auf die Füße der Trailrunner weltweit zukommt. Branchenprimus Salomon hat ein so umfangreiches Sortiment, dass es schwer sein dürfte, noch eine sinnvolle Ergänzung zu präsentieren, würde man denken. Von wegen – mit dem Sense Mantra kommt ein komplett neuer Schuh, der sich von der rot-weißen Extremflunder S-Lab Sense allerhand abschaut, gleichzeitig aber viel mehr Komfort und Schutz bietet. Und dabei immer noch bemerkenswert leicht ist. Ein tolles Beispiel, wie die Erfahrungen aus der Entwicklung von extremen Produkten, die letztendlich nur wenige verwenden, dann in alltagstaugliche Schuhe 56 / 57 TRAIL-MAGAZIN.de

einfließen. Neben dem Mantra stellt Salomon die zweite Generation des Crossmax vor. Dieser hat deutliche Verbesserungen bei Passform und Lauffreudigkeit erfahren und ist mehr als nur ein Facelift. Die Designer bei Pearl Izumi haben sich noch einmal von Grund auf mit dem Thema beschäftigt und legen einen ganz neuen Schuh vor, der definitiv eine Weiterentwicklung der bestehenden Modelle ist. Leichter, bessere Passform, Lauffreude wie ein Straßenschuh – alles richtig gemacht! Alte Hasen im Trailschuhbau sind die Italiener von La Sportiva, und da überrascht es nicht, dass sie wieder einen Knaller präsentieren: der Anakonda holt den Läuferfuß tief auf den Boden des Trail zurück, sorgt so für ein Höchstmaß an Stabilität und Agilität und damit letztendlich für Speed! Daß die Schweizer von Mammut groß in den Trailrunning­ sport einsteigen wollen, ist spätestens seit ihrem Engagement beim Swiss Irontrail klar. Doch häufig waren die ersten Gehversuche renommierter Outdoor-Marken auf dem Trailrunningsektor eher enttäuschend. Zu schwer, zu klobig, zu hässlich … abgespeckte Wanderschuhe eben. Umso neugieriger waren wir auf den Neuling, der sogar nach dem Irontrail benannt wurde! Der T201 von Mammut haut auf den Putz und kann gleich mit Bestnoten zeigen, dass die sprichwörtliche Schweizer Langsamkeit hier nichts zu suchen hat! 5 Paar Schuhe, 5 Treffer – die Zukunft kann kommen!


MAMMUT T201

>>Modellname<< T201 Gewicht 320 Gramm (43) Preis Nicht bekannt. Noch nicht im Handel. Gut für: Schnelle Trails, bergauf, glatter Fels www.mammut.ch

Grip Matsch Grip Fels Grip Geröll Grip Waldweg Dämpfung Protektion Stabilität Schnürung Lauffreude Gewicht

Mit Spannung erwarteten wir den neuen Schuh von Mammut! Das Design begeistert auf Anhieb, das weiße Obermaterial liegt eng am Fuß und atmet gut. Die einzige Schwäche vorab – die Schnürung ist nicht auf der Höhe des phänomenalen Grips und so hat der Fuß vor allem in sehr steilen Downhills und schrägem Gelände nicht immer Halt im Schuh. In allen anderen Lagen überzeugt der Schweizer! Sehr lauffreudig und agil, animiert er zu hohem Tempo. Das quer angelegte Profil begünstigt das sehr gute Abrollverhalten. Und: die Sohle greift - beeindruckend! Fazit: Eine gelungene Premiere der Schweizer. Insbesondere der Grip auf Fels ist überdurchschnittlich. Wer nicht ständig schräg läuft, hat im Mammut viel Komfort und Flexibilität in Verbindung mit extravaganter Optik!

la sportiva anakonda

>>Modellname<< Anakonda Gewicht 290 Gramm (42) Preis Nicht bekannt. Noch nicht im Handel. Gut für:

Technische, schmale Trails, weicher Boden

www.lasportiva.com

Grip Matsch Grip Fels Grip Geröll Grip Waldweg Dämpfung Protektion Stabilität Schnürung Lauffreude Gewicht

Tief auf dem Boden steht der ANAKONDA. Wie eine Schlange eben. Das bewährte Profil der Crosslite-Familie hält und greift, wo auch immer man den Schuh hinstellt, und sei es mit voller Fliehkraft! Die effektive Schnürung hält den Fuß auf der Sohle, der tiefe Stand sorgt für viel Stabilität, sehr viel! Dank der schmalen Ferse findet der Schuh auf Wurzelwegen fast überall Platz. Neben den komfortabler gedämpften Modellen der Marke, stellt La Sportiva mit dem ANAKONDA eine Speedmaschine vor, die geradezu prädestiniert ist für schnelle, technische Austoberei. Fazit: Wie bei Sportwagenmarken, die zu ihren „normalen“ Modellen noch das etwas krassere „RS“-Modell anbieten, hat La Sportiva mit dem ANAKONDA eine veritable Rennsemmel im Programm.


REVIERGUIDE / EIFEL text: denis wischniewski fotos: stephan repke

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metallfund in der eifel

Nach A kommt B und nach dem Harz kommt bei uns die Eifel. Unsere bundesweite Revierguide-Serie 2012 sollte uns eigentlich ein paar tolle Hochsommertage in diesem vulkanischen Mittelgebirge bescheren, aber es kam nat端rlich alles ganz anders. Nur gut, dass wir den leibhaftigen Heavy metal an unserer Seite hatten.


test / 20 JACKEN text: denis wischniewski fotos: daniel simon, arc´teryx

&

PFLICHT GUTER STIL

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20 JACKEN GETESTET


Was ist eigentlich das wichtigskann das Wetter verlässlich diese jacken haben uns ganz te Trail-Running-Produkt übervorhersagen. schön mitgenommen! haupt? Das Hirn, das Herz, die Eine Jacke gehört also zur wir waren mit ihnen in den bergen, Standardausrüstung. Die AnLunge, die Beine oder mehr in im regen, auf dichtbewachsenen Richtung „extern“? Also vielsprüche an solch eine Jacke leicht Schuhe? Was ist mit Jasind groß, denn sie soll mögtrails und in schneidendeM wind, cke? Bei trockenen, windstillichst leicht, klein im Packmaß, unterwegs. am ende stellten wir len 20 Grad eher nicht. Aber schick und mit bestem Klimafest, dass echte schätze mal ehrlich: Wie viel trockene service ausgestattet sein. darunteR sind. und warme Tage haben wir Regenfest, Winddicht, atmungsaktiv, komfortabel und hier bei uns? In Freiburg ein lautlos. Wir haben in unserem paar mehr als im Harz und in Test die Jacken in zwei Kategorien geteilt. 8 Jacken, die alMünchen 4-5 mehr als in Hamburg. Am Ende nützt es alles nichts und wir rennen über das len Widrigkeiten trotzen und regendicht sind. 12 Jacken, die Jahr gesehen sehr oft und sehr lange im Regen, im Sauwetter sehr leicht und klein sind, den Wind abhalten und vor Niederund unter ziemlich unberechenbaren Bedingungen. Kein Wet- schlag abweisen. Unser Fazit ist: Wenig Gewicht steigert den terdienst, nicht mal mehr der Schweizer Ex-Frauenschwarm, Komfort und teuer ist gleich „ein Stück besser“. DIE IDEALE TRAILJACKE

so soll es sein

GEWICHT & VERARBEITUNG Der Reißverschluss muss laufen wie Butter, die Kapuze soll beim Laufen nicht wackeln, die Nähte sollen flach sein. Die besten Jacken im Test erfüllen all die Punkte und glänzen mit minimalem Gewicht.

ter? Wir wollen die Natur hören. PASSFORM Nur eine passgenaue Jacke kann all ihre guten Eigenschaften ausspielen. Sie darf uns in der Bewegung nicht einschränken und sollte sich am besten gar nicht bemerkbar machen.

ATMUNG & SCHUTZ Egal ob bei den Lightweight-Jacken oder den Wetterschutzjacken: Der Körper muss in seiner Atmung wenig eingeschränkt sein und dabei soll die Jacke maximal vor äußeren Widrigkeiten schützen, dicht sein und wärmen.

ARC’TERYX visio FL

GORE X-Running GT AS

CRAFT ventair x-light

HAGLÖFS Endo

Gewicht 208 Gramm Preis 325,00 Euro

Gewicht 207 Gramm Preis 279,95 Euro

Gewicht 250 Gramm Preis 179,00 Euro

Gewicht 320 Gramm Preis 299,95 Euro

LAUTLOS Ist „lautlos“ ein Kriterium für eine gute Trailrun-Jacke? Aber sicher, denn was nervt mehr als ständiges Rascheln und GeknitREGEN/WET TERFEST

Das Nackenlabel „Made in Canada“ fällt uns ins Auge, denn beim restlichen Testfeld fehlt dieser Hinweis gänzlich oder die Herstellung verweist in den fernen Osten. Arc’teryx hält, und das finden wir gut, die Entwicklung und die Herstellung im Mutterland. Das Hauptmerkmal des VISIO Jackets ist in erster Linie die GORETEX ACTIVE SHELL Membran. Durch die hochwertige Fertigung, den anatomischen Schnitt und ein Maximum an Wasserschutz und Atmungsaktivität wird diese Jacke zu einem perfekten Produkt für Trailrunner. Es ist derzeit die Messlatte für „Komfort und Schutz bei geringem Gewicht“. FAZIT: Der hohe Preis mag abschrecken, doch mit der VISIO bekommt man eine Jacke die stabil und zuverlässig ist.

Wieso ist da keiner früher draufgekommen? Eine Jacke mit kurzen Ärmeln und optionalen WindstopperÄrmlingen. In der Praxis ist das vor allem bei wechselnden Temperaturen, im Sommer, in den Bergen, ein klasse Konzept. Hier wurde GORE-TEX ACTIVE SHELL Material in einer sehr kompakten 3-Lagen-Konstruktion eingesetzt. Das Ergebnis ist sehr leicht, wasserdicht und enorm atmungsaktiv. Besonders gut gefällt uns die Anatomie der Kapuze, die egal ob aufgesetzt oder unten, nie stört oder wackelt. FAZIT: Hier wurde speziell auf „Trail-Running-Bedürfnisse“ eingegangen. Die „Kurzarm plus Armling-Kombination“ ist neu und funktioniert! Das Gewicht bei der Leistung ist klasse!

Perfekte Wetterschutzjacke, die absolut wasserdicht ist und eine gute Wärmeleistung mit sich bringt. Das Ventair-Laminat ist dünn und leicht und zaubert die Jacke auf ein geringes Packmaß. Dennoch schwitzt man bei hoher Aktivität recht schnell und der Tragekomfort direkt auf der Haut ist gewöhnungsbedürftig. Die Kapuze kann mit einem Druckknopf fest an den Rücken gebunden werden - ein Feature, das wir bei fast allen anderen Jacken vermissen! FAZIT: 3 Taschen, gute Passform und absoluter Wasserschutz machen aus der HYBRID RUN eine ideale und robuste "Pflichtausrüstung" für Ultra-Trailer. Die Wärmeleistung und das robuste Material haben uns überzeugt. Ein Tipp!

Wer Paclite-Material in der Vergangenheit mochte, findet im ActiveShell-Material dieser Haglöfs-Jacke eine absolute Verbesserung, denn bei gleichbleibend guten Eigenschaften, raschelt Active Shell nur minimal und ist angenehmer zu tragen. Haglöfs baut mit dieser Hightech-Membran, die perfekte Jacke - eine Rüstung, die vor allem im alpinen Running, eine Lebensversicherung sein kann. FAZIT: Fescher Schnitt, fesche Farbe, große zipbare Fronttasche und eine Kapuze, die sich gut anpassen lässt. Kleine Details machen den Unterschied und zeigen Profiniveau. Besser als bei allen anderen Jacken liefen hier die Zipper wie Butter! Der Tragekomfort macht aus der ENDO zudem eine Casualjacke.

www.arcteryx.com

www.gorerunningwear.com

www.craft.se

www.hagloefs.se


report / HARIA EXTREME, LANZAROTE

SCHWARZES GLÜCK

ODER WARUM TRAIL-RUNNING AUF LANZAROTE SO UNGLAUBLICH GEIL IST! Trail-Running in Spanien boomt, aber Trail-Running auf den kanarischen Inseln explodiert! Wer dort einmal am Start eines Trail-Events stand, kommt garantiert wieder. Der Haria Extreme sollte meine zweite Verabredung auf den Kanaren werden. Fotos: Carlos Díaz-Recio García Text: Denis Wischniewski

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tagestrail / WALCHENSEE text & Fotos: denis wischniewski

Es ist eine der schönsten ecken in deutschland und für einen tagestrail lohnt sich auch eine weite anreise.

WIE KANADA: IST ABER BAYERN! Liebes Tagebuch, heute habe ich beschlossen, dass es für mich besser ist, weniger zu arbeiten und öfter in die Berge zu fahre. Es ist eigentlich genau so, wie Wigald Boning schon sagte: „Arbeiten? Dazu habe ich keine Zeit!“ Mittwoch Morgen rief mich der Walchensee und zog mich an wie ein Magnet. Er liegt, 192 Meter tief in den bayerischen Voralpen eingebettet, zwischen München und Garmisch. Es war ein Lockruf — und ich folgte. Was sonst?! Ich packte 3 Gels, 1½ Liter Wasser mit minimalem Fruchtsaftanteil, eine Wetterschutzjacke und einen Fotoapparat in den Rucksack; später deckte ich mich noch beim Bäckermeister ein. Eine Stunde danach schob ich die Schiebetür meines Mobilheims zu und blickte hinauf zu meinem ersten Gipfel. Der Wettermix heute hatte seine 98 / 99 TRAIL-MAGAZIN.de

Reize: Das Wolkenspiel war sagenhaft, die Temperatur perfekt und die Natur war an diesem Tag frisch und kraftvoll. Diese Energie der Natur färbte auf mich ab, gab mir Stärke und Vitalität. Ich rannte bergan von 610 Meter Höhe auf den Rabenkopf mit seinen 1550 Metern. Ich atmete aus und die Bäume atmeten ein. Wir waren ein Team, eine Einheit! Auf den letzten Höhenmetern musste ich klettern. Es war alles perfekt, ein gigantischer Ausblick auf den Kochelsee, ein anspruchsvoller Trail und grandioses Wetter. Für Fotos stoppte ich kurz und redete mit einem älteren Wandersmann über die Schönheit dieser Region. Am Gipfelkreuz zog ich das Gipfelbuch aus dem Edelstahlbehälter — es war neu und ich verewigte den ersten Teil meines unvergess-

lichen Tages. In der Mitte des Buches notierte ich: „Vielen Dank, dass ich hier sein darf! Lieber Gruß von einem Trail-Runner, der jetzt weiter muss!“ Es folgte ein spitzenmäßiger Downhill zur StaffelAlm. Dort blieb ich stehen und überlegte mir, wie damals der Maler Franz Marc wohl hier gesessen haben

mag. Egal, der Trail hinüber zum Fuße des Jochbergs ist ebenfalls künstlerisch wertvoll und ich kam so richtig in einen Flow. Irgendwann erschien dann ganz unvermittelt der Abzweig zum zweiten Aufstieg des Tages, hinauf zum Jochberg. Sanft ging es nach oben, zuerst auf einem Waldtrail, dann über eine Almwiese, vorbei an der JocheralmHütte. Ich grüßte den Wirt; er mag Läufer bestimmt mehr als Biker. Nach einiger Zeit stampften mir 3 französische Touristen entgegen. Sie fanden es toll, wie ich die letzten 200 Höhenmeter zum Gipfel im Stile eines „Skyracers“ vertikal vernichtete und schauten mir bewundernd nach. Oben pumpte mein Brustkorb wie verrückt und als ich wieder alle Sinne beisammen hatte, war ich wie gefesselt. Ich konnte die Augen von diesem traumhaften Zusammenspiel aus Berg, Wasser, Wolken, Wind und Sonne nicht lassen; es ließ mich nicht mehr los. Ich wollte nach unten — konnte aber nicht. Am liebsten hätte ich den ganzen restlichen Tag hier verbracht. Ich zögerte den letzten Down­hill zum Ausgangspunkt weit hinaus und war am Ende ganze 4,5 Stunden unterwegs. „Kurze Trailruns? – Dazu habe ich keine Zeit!“


ICH SETZE AUF MAXIMALEN SCHUTZ DER NEUE GEL-FUJIATTACK G-TX Geschaffen, um jeden Trail schnell und dynamisch zu meistern, gibt dir der neue leichte GEL-FUJIATTACK das Vertrauen und die Gelassenheit, deinen Weg auch offroad zu machen. Seine integrierte Rock-Protection-Plate garantiert dir dabei Sicherheit und die GORE-TEX-XCR-Membran hält deine Füße trocken. Du kannst dich also ganz auf dein Trail-Abenteuer konzentrieren.

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TRAIL-5.2012-Leseprobe