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2/4 August 2012 I ao没t 2012 I agosto 2012

Was macht der Schweizer Zoll?

Que fait la douane suisse? Cosa fa la dogana svizzera?


[ Editorial I editorial I editoriale ]

[ Vorwort ]

Avant-propos I prefazione

Verehrte Leserinnen und Leser „Blaulicht“ – eine Fachzeitschrift ist aufgebrochen, sich einen festen Platz in der Schweizer Blaulicht-Szene zu erobern. Dazu gehört einiges. Zunächst einmal gilt es, den richtigen Themen-Mix zu finden: Die erste Ausgabe widmete sich der Polizei-Informatik, diese nun dem Zoll. Schwerpunkte rund um Schutz & Rettung respektive Feuerwehr stehen bevor… aber dann stehen auch schon wieder polizeiliche Themen an. Unser Themenfeld ist weit, und daraus entsteht die zweite Herausforderung: Bei aller Breite die notwenige Tiefe nicht zu verlieren, die eine Fachzeitschrift braucht. Dass die Geschichten gleichzeitig spannend sein müssen, versteht sich von selbst. So werden wir in Zukunft vermehrt auf die Zusammenarbeit mit versierten Journalisten setzen. Wir wollen nicht nur weitererzählen, sondern auch hinterfragen. Das Ziel ist ehrgeizig, aber klar: Blaulicht soll eine Zeitschrift werden, auf die Sie sich freuen, weil sie Ihnen etwas bringt.

Chers lectrices et lecteurs « Blaulicht », une revue spécialisée, fait son apparition et est en voie de conquérir une place fixe sur la scène suisse Blaulicht. Cela inclut un certain nombre de choses. Dans un premier temps, il s‘agit de trouver le bon mélange de thèmes phares: La première édition était consacrée à au système informatique de la police et celle-ci aux services douaniers. Les thèmes concernant la protection et le sauvetage, les pompiers dans le cas présent, s‘annoncent... mais les thèmes de la police suivront de nouveau. La liste des thèmes est longue et cela représente un second défi: il s‘agit de ne pas perdre la profondeur requise que nécessite une revue spécialisée pour chaque thème. Il est clair que les histoires doivent à la fois être captivantes. C‘est pourquoi nous allons, à l‘avenir miser beaucoup plus sur la collaboration avec des journalistes chevronnés. Nous ne voulons pas uniquement relater les faits mais également les remettre en question. L‘objectif est ambitieux mais clair: Blaulicht est une revue qui doit pouvoir vous enthousiasmer pour ce qu‘elle vous apporte.

Mark Saxer

Gentili lettrici, egregi lettori „Blaulicht“ è una rivista specializzata che inizia ad affermarsi nell‘ambito degli organismi svizzeri a luce blu. Ciò implica alcuni aspetti. Innanzi tutto è necessario trovare il giusto mix di temi chiave da affrontare: la prima edizione è stata dedicata all‘informatica della polizia, mentre quella attuale è incentrata sulla dogana. I prossimi argomenti riguarderanno la protezione e il salvataggio, ovvero i vigili del fuoco, ma poi torneranno in primo piano i temi riguardanti la polizia. Le tematiche affrontate sono molteplici e questo ci pone di fronte a una seconda sfida: nonostante la varietà dei contenuti, bisogna garantire i necessari approfondimenti di cui ha bisogno una rivista specializzata. È ovvio che nel contempo le storie debbano essere entusiasmanti. Per questo motivo, in futuro punteremo maggiormente sulla collaborazione con giornalisti competenti. Non vogliamo solo raccontare, ma analizzare. L‘obiettivo è ambizioso, ma chiaro: Blaulicht deve diventare una rivista che apprezzate perché vi dà qualcosa.

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[ Impressum / Inhalt ]

[ Inhalt ]

contenu I contenuto

Mark Saxer blaulicht

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[ Editorial ]

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Was macht der Schweizer Zoll [ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

„Arabischer Frühling“ in der Schweiz

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[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

Eidg. Zollverwaltung EZV

Ein Jahr FrontexBilanz und Ausschau

[ Impressum ]

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[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

Mentions légales I impronta Herausgeber | Editeur | Editore:

„Bushmeat“ nichts für schwache Nerven

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[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

Eidg. Zollverwaltung EZV Informationsverlag Schweiz GmbH CH-6331 Hünenberg, Bösch 108 Tel. 041 798 20 60, Fax 041 798 20 61 E-Mail: office@blaulicht-iv.ch www.blaulicht-iv.ch

K.O.-Tropfen ein besorgniserregender Trend 14 - 15 [ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

Geschäftsführung | gestion | gestione: Mario Schulz

Chefredakteur | Rédacteur en chef Editor in Chief: Mark Saxer

[ Administration fédérale des douanes AFD ]

Eidg. Zollverwaltung EZV

[ Administration fédérale des douanes AFD ]

Titelbild | Photo de couverture | Foto di copertina: Oberzolldirektion

Bilan et tour d´horizon après une année de collaboration avec Frontex

Grafik | graphisme | Grafica: Anita Fliesser

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Eidg. Zollverwaltung EZV

La viande de brousse, un problème qui requiert des nerfs solides

Gesamtauflage | Tirage global | Tiratura: 16.000 Ex.

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[ Administration fédérale des douanes AFD ]

Erscheinung | parution | pubblicazioni: 4 Mal im Jahr | 4 fois par an | 4 volte all’anno

Gouttes KO une évolution inquiétante

Für den Inhalt der diversen Fremdredaktionen übernimmt der Herausgeber keine Haftung.

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[ Administration fédérale des douanes AFD ]

Druck | Pression | pressione: Druckhaus Thalerhof

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Les effets du Printemps arabe en Suisse

Anzeigenabteilung | Service publicité | Pubblicità Dipartimento: Andrea Burri

Index | Indice | Indice: 6002 • August 2012

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Que fait la douane suisse?

Verlagsleitung | Directeur de publication | Direttore della pubblicazione: François Güntensperger

[ Administration fédérale des douanes AFD ]

Eidg. Zollverwaltung EZV

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[ Vorschau ]

Cosa fa la dogana svizzera?

26-29

[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

[ 10 Jahre ] Brünig Indoor

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Primavera araba in Svizzera [ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

Un anno di Frontex: bilancio e prospettive Eidg. Zollverwaltung EZV

31-32

[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

„Bushmeat“: solo per doganieri dai nervi saldi

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[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

Gocce k.o., una tendenza preoccupante Eidg. Zollverwaltung EZV

34-35

[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

Elektronische Kooperation zwischen Firmen und Verwaltung eGovernment ist Realität 36-37 [ Atos ]

[ Vorschau ] avant-première I anteprima

Stowa

Wir beleuchten Ihren Arbeitsplatz

40-41

der nächsten Ausgaben:

les prochains numéros I i prossimi numeri

[ Stowa ]

Dipl. Rechtsassistent/in HF

[ Oktober ]

42-43

octobre I ottobre

[ Zentrum für berufliche Weiterbildung ]

Licht für Spezialisten L‘éclairage des spécialistes

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[ Lumatec ]

Brünig Indoor

Die Anlage ist unverzichtbar Trainieren für die Sicherheit Warum nicht in den Berg Vollen Einsatz zeigen Klar, einfach und von hoher Qualität

Brünig Indoor

AMOK / Gebäudeabsicherung

[ Dezember ]

décembre I dicembre:

46-55

[ Brünig Indoor ]

Der Diensthund, ein Partner ohne Kompromisse

Kreditkarten

Sicherheit rund ums Fussballstadion

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[ Schlegel Training ] -----------------------------------------------------------------

Vorsorgen statt Nachsorgen

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[ Schweizer FinanzBerater ]

Erschwingliche Wärmebildgeräte für Sicherheit, Rettung und Jagd

Schutz & Rettung

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Feuerwehr

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[ OptiLink ]

Schlegel Training

Sicher von Kopf bis Fuss [ swissloxx ]

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[ deutsch ]

Was macht der Schweizer Zoll? Alle singen das Hohelied auf die grenzenlose Freiheit – Menschen wollen Grenzen überschreiten, ohne kontrolliert zu werden. Waren sollen ohne Zeitverlust über die Grenzen zirkulieren. Doch kaum läuten irgendwo auf der Welt die Alarmglocken, wollen alle wissen: Was macht der Schweizer Zoll, um die Schweiz und ihre Bürgerinnen und Bürger zu schützen?

Grenzwächter und Zöllnerin.

Das Dilemma des Zolls ist über die Jahre dasselbe geblieben: Einerseits soll der Grenzübertritt möglichst ungehindert erfolgen. Andererseits hat der Zoll rund 150 Rechtserlasse zu vollziehen. Das geht nun mal nicht ohne Kontrollen. Schliesslich tolerieren wir keine Produkte aus Kinderarbeit. Vom Aussterben bedrohte Tierarten wollen wir schützen. Illegale Waffen? Sicher nicht in der Schweiz! Kriminelle? Verhaften! Gefälschte Medikamente? Ungesund! Und wenn dann noch – wie im letzten Jahr in Japan passiert – ein Atomreaktor explodiert und verseuchte Lebensmittel in Umlauf geraten könnten, dann wollen alle wissen: Was macht der Zoll? In diesem „Blaulicht-Special“ über den Zoll erfahren Sie es.

Wie alles begann Die Geschichte des Schweizer Zolls ist eng mit der Geschichte des modernen Schweizer Bundesstaates verknüpft. Nach einem kurzen Bürgerkrieg stimmte das Schweizer Volk 1848

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der neu geschaffenen, liberalsten Verfassung seiner Zeit zu. Damit wurden auch die vielen verkehrs- und handelshemmenden Binnenzölle abgeschafft, und die Zollhoheit ging von den Kantonen an den Bund über. Der Bund übernahm dabei grösstenteils die kantonalen Zöllner. Zolltafel 1849.


[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

Organigramm der EZV.

Der junge Bundesstaat deckte in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens seine Ausgaben in erster Linie aus den Zolleinnahmen und war darauf bedacht, dem Zollgesetz „mittels polizeilicher Unterstützung der Zollbeamten“ die nötige Nachachtung zu verschaffen. Zu Beginn verzichtete der Bundesrat darauf, für den Schutz der Zollbeamten eidgenössische Beamte einzusetzen. Der Bund schloss mit den einzelnen Kantonen „Grenzschutzverträge“ ab, und die Sicherungsaufgaben wurden von kantonalen Landjägern übernommen. Weil es dabei jedoch Probleme mit den Kantonen Genf und Tessin gab, schuf der Bund das Eidgenössische Grenzwachtkorps. So standen dem Bund mit Inkrafttreten des Zollgesetzes am 1. Februar 1850 rund 270 kantonale Landjäger und 80 eidgenössische Grenzwächter zur Verfügung. Diese föderalistische Lösung stiess jedoch bald an seine Grenzen. Immer wieder wurden die kantonalen Landjäger für polizeiliche Aufgaben herangezogen und so dem Zolldienst entzogen. Dies führte zu Konflikten zwischen den Grenzkantonen und dem Bund. Schliesslich verzichtete man darauf, die verschiedenen Grenzschutzverträge zu erneuern. Am 1. Januar 1894 wurde stattdessen zur „besseren Sicherung der gehörigen Zollentrichtungen sowie zur polizeilichen Unterstützung des

Zolldienstes“ das Eidgenössische Grenzwachtkorps (GWK) offiziell geschaffen, als uniformierter und bewaffneter Verband der Eidg. Zollverwaltung EZV. Seither werden die zollpolizeilichen Aufgaben zentral, nach einheitlicher Doktrin, erfüllt. Dadurch hat das Korps den Vorteil, innert kurzer Zeit nach Bedarf regional Kontrollschwerpunkte zu setzen. Der Schweizer Zoll hat in seiner über 150-jährigen Geschichte immer wieder Veränderungen erfahren und hat sich zu einem bürgernahen Dienstleistungsunternehmen gewandelt. Standen zu Beginn die fiskalischen Aufgaben im Vordergrund, kamen während des Zweiten Weltkrieges auch militärische Aufgaben hinzu, die in dieser Zeit einen hohen Blutzoll vom GWK forderte. In der Nachkriegszeit gewannen sicherheitspolizeiliche und Migrationsaufgaben an Bedeutung. In dieser Zeit nahm der grenzüberschreitende Verkehr stark zu. Eine weitere Veränderung hat der Schweizer Zoll mit dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens am 12. Dezember 2008 erfahren, als die systematischen Personenkontrollen an der Grenze abgeschafft wurden. Seit diesem Zeitpunkt ist das GWK zusätzlich an den Schengener Ersatzmassnahmen und seit Februar 2011 auch an Einsätzen an den EU-Aussengrenzen (Frontex) beteiligt.

Wie ist der Schweizer Zoll organisiert?

Eidgenössische Grenzwächter 1898.

Der Schweizer Zoll, oder genauer gesagt, die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV), gehört zum Eidgenössischen Finanzdepartementes (EFD). Der oder die oberste/r Zöllner/in ist demnach der/die Departementsvorsteher/in des EFD. Die Oberzolldirektion (OZD) ist, wie der Name schon sagt, die Direktion und wird vom Oberzolldirektor geführt. Die OZD ist für die strategische Ausrichtung der EZV verantwortlich. Die operative Ebene bilden die vier Zollkreise des zivilen Zolls bzw. die sieben Grenzwachtregionen des GWK. Die taktische Ebene beteht aus den Zollstellen und Grenzwachtposten. | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro blu |

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[ deutsch ]

Ziviler Zöllner bei der Nahrungsmittelkontrolle.

Was sind die Aufgaben des Schweizer Zolls? Das Zollgesetz (ZG) vom 18. März 2005 umschreibt die Aufgaben in groben Zügen wie folgt: • Überwachung und Kontrolle des Personen- und Warenverkehrs über die Zollgrenze • Erhebung der Zollabgaben • Erhebung der Abgaben nach nichtzollrechtlichen Bundesgesetzen, soweit sie der Eidgenössischen Zollverwaltung obliegen • Vollzug nichtzollrechtlicher Erlasse des Bundes und die Erfüllung von Aufgaben, soweit sie der Zollverwaltung obliegen Die Mitarbeitenden des zivilen Zolls, die für den Handelswarenverkehr zuständig sind, erheben Abgaben wie Zölle, Mehrwertsteuer usw. Sie überprüfen aber auch Waren und kontrollieren, ob zum Beispiel Vorschriften zum Arten- und Kulturgüterschutz, aus dem Heilmittel-, Waffen-, Strassenverkehrs-, Markenschutz, Umweltschutzgesetz u.a. eingehalten werden. Die uniformierten und bewaffneten Grenzwächterinnen und Grenzwächter erfüllen grundsätzlich die gleichen Zollaufgaben wie ihre zivilen Kollegen, jedoch primär im Reiseverkehr. Daneben erfüllen sie an der Grenze, im Grenzraum und im grenzüberschreitenden Bahnverkehr auch sicherheitspolizeiliche und Migrationsaufgaben. Sie leisten zum Beispiel auch Sicherungseinsätze als Airmarshals (Tiger) im Luftverkehr und beteiligen sich an Einsätzen der Europäischen Grenzschutzagentur (FRONTEX). An der 1899 Kilomenter langen Schweizer Grenze ist etwas los. Täglich reisen

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schätzungsweise rund 700.000 Personen in, aus oder durch die Schweiz. Dies mit rund 350.000 Personenwagen und 20.000 LKWs. So wurden 2011 pro Tag Waren für 475 Mio Franken importiert und für 541 Mio Franken exportiert. Mit rund 4.300 Mitarbeitenden (Stand: Ende 2011) sorgt der Zoll dafür, dass Waren und Personen die Grenze möglichst reibungslos passieren können. Rund 1.900 Mitarbeitende gehören dem GWK an, 1.400 dem zivilen Zoll. 900 Mitarbeitende zählen zum übrigen Zivilpersonal und etwas über 50 zur Edelmetallkontrolle. Die effiziente Bewirtschaftung der Grenze ist für die Standortattraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft entscheidend. Umso mehr, als die Schweizer Zollgrenze fast die letzte in Mittel- und Westeuropa ist. Mit modernen Zollverfahren, risiko­ orientierten Kontrollen, internationaler Zusammenarbeit und dem Einsatz von modernen Informatikmitteln will der Zoll den grenzüberschreitenden Warenverkehr beschleunigen.

Ziviler Zoll und Grenzwache wirken Dem Zoll geht es nicht darum, möglichst viele Kontrollen zu machen, sondern die richtigen. Das heisst, er interveniert möglichst nur dort, wo er gestützt auf Risikoanalysen zum Schluss kommt, es könnte etwas nicht stimmen. Die Kontrollen zeigen Wirkung. So hat der Zoll 2011: • Dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic 1.298 illegale Importe von Heilmitteln gemeldet, die der Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten schaden könnten.

Grenzwächter im Bahndienst.

• Rund 60.000 gefälschte Produkte sichergestellt, hinter denen oft kriminelle Organisationen stehen, die sich weder an Umwelt- noch an soziale Standards halten. • 9.600 Sendungen mit Uhren und Schmuck kontrolliert und 4.400 Uhren- und 7.200 Schmuckfälschungen eingezogen. • 208 Liter K.O.-Tropfen, die immer wieder bei Raub- und Sexualdelikten angewendet werden, aus dem Verkehr gezogen. • 1.308 verbotene Waffen und 1.477 gefälschte Dokumente sichergestellt. • 2.960 Personen der Polizei übergeben. • Knapp 8.000 Verstösse gegen das Ausländer- und Asylgesetz und 114 Fälle von Schleppertätigkeit aufgedeckt. Schliesslich hat der Zoll im letzten Jahr über 23 Milliarden Franken für die Bundeskasse eingenommen. Dies entspricht mehr als einem Drittel der Gesamteinnahmen des Bundes. Geld, das der Staat dringend braucht, um den Verpflichtungen gegenüber seinen Bürgerinnen und Bürgern nachzukommen. Sei dies im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitswesen oder bei den Infrastrukturen. Der zivile Zoll und das Grenzwachtkorps sind aber auch der erste Sicherheitsfilter der Schweiz. Die vielfältigen Aufgaben in diesem Bereich erfüllt die EZV in enger Kooperation mit in- und ausländischen Partnerbehörden. So können zum Beispiel die Grenzkantone mit der EZV Grenzräume definieren und polizeiliche Aufgaben delegieren. So werden wertvolle Synergien im Interesse der Sicherheit unseres Landes genutzt, ohne die Polizeihoheit der Kantone zu beeinträchtigen. Bei ihrer Arbeit machen Zöllner und Grenzwächter nämlich laufend polizeilich relevante Feststellungen. Von dieser pragmatischen und wirkungsvollen Zusammenarbeit profitiert schliesslich vor allem die Bevölkerung.


[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

Sichergestellte Ecstasytabletten.

Festnahme durch das Grenzwachtkorps.

Mehr Kontrollen? Wie viele Kontrollen braucht das Land? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Politik, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger. Die Frage nach der richtigen Kontrolldichte lässt sich aber nicht wissenschaftlich-analytisch beantworten, sondern ist letztlich immer eine Ermessensfrage. Die EZV führt auch keine Statistik darüber, wie viele und welche Art von Kon­ trollen durchgeführt werden. Tatsache ist, dass der Verkehr ständig zunimmt und so die Kontrolldichte natürlich sinkt. Trotzdem haben sich die Zahlen bei den Aufgriffen und Beanstandungen in vielen Bereichen vermehrt. Möglich machen dies Risikoanalysen, moderne Kontroll- und Informatikmittel sowie ein flexiblerer Personaleinsatz. Die Akzente haben sich im Laufe der Zeit von „verdachtsunabhängigen Stichproben-Kontrollen“ hin zu gezielten Kon­ trollen verlagert, unterstützt durch ein wirksameres Informationsmanagement und technische Hilfsmittel. Massgebend ist also nicht die Kontrolldichte, sondern die erzielte Wirkung. Lagegerecht und risikoorientiert kontrollieren, lautet die Devise. Allerdings geht es auch beim Zoll nicht nur um Kontrollen: Genau so wichtig ist der Service Public zu Gunsten von Wirtschaft und Bevölkerung. Für den Zoll geht es seit jeher darum, die Balance zwischen den Handelserleichterungen und Sicherheit zu finden. Die Kontrollen bei den Zollstellen, mobile Kontrollen im Grenzraum und im Inland schaffen genügend Sicherheit, ohne Wirtschaft und Reiseverkehr spürbar zu behindern.

Ausweiskontrolle durch Grenzwache.

Sicherheitskontrollen im Schwervekehr.

Mobiler LKW Scanner. | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro blu |

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[ deutsch ]

[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

„Arabischer Frühling“ in der Schweiz Die Migrationslage in der Schweiz war im letzten Jahr von den Volksaufständen im nord­ afrikanischen Raum geprägt. Wie in den vergangen Jahren konzentrierte sich der Migrationsstrom hauptsächlich auf die Südgrenze im Tessin. Die übrigen Regionen waren nur marginal betroffen. Die Zahl der Personen, die ein Asylgesuch gestellt haben, ist im Jahr 2011 massiv gestiegen.

Mobile Kontrolle im Grenzraum.

Die ersten Auswirkungen des arabischen Frühlings waren im Februar 2011 spürbar, als vermehrt Migranten aus Tunesien in die Schweiz einreisten. Dabei handelte es sich vor allem um Personen, die sich schon seit mehreren Jahren in Italien aufgehalten haben und die Gunst der Stunde nutzen wollten. Erst Anfang März wurden die ersten tunesischen Staatsangehörigen festgestellt, die kurz vorher in Lampedusa angekommen waren. Im April war ein massiver Anstieg von eritreischen Migranten zu verzeichnen. Die meisten Einreisen erfolgten im Bahnverkehr über den Bahnhof in Chiasso. Es wurden jedoch auch Personen im Zwischengelände angehalten. Im Strassenverkehr stellte die Grenzwache vereinzelt Schlepper fest, die versuchten, Migranten in die Schweiz einzuschleusen. 3.000 Personen haben im Verlaufe einer Kontrolle durch das GWK Asyl beantragt. Die meisten dieser Migranten wurden den Empfangs- und Verfahrenzentren des Bundesamtes für Migration übergeben (2010: 1300). Dabei handelte es sich vorwiegend um Staatsangehörige aus Tunesien, Nigeria und Algerien. Obwohl die Zunahme des Migrationsstroms relativ hoch war, kam es nicht zu einem vergleichbaren Anstieg wie während der Balkankrise in den 90er Jahren.

Rechtswidrige Aufenthalte Im vergangenen Jahr stellte das GWK 5.600 Personen fest (2010: 4300), die sich rechtswidrig in der Schweiz aufhielten. Dabei handelte es sich um Personen, welche die Einreisevoraussetzungen für den Schengenraum nicht erfüllten oder sich zu lange in diesem aufhielten (kein Visum, kein Aufenthaltstitel oder Aufenthalte über 90 Tage ohne Bewilligung). Bei 2.300 Reisenden kam es zu einer Einreiseverweigerung oder Wegweisung, was teils zu einer Rückübergabe an die ausländischen – meistens italienischen – Behörden führte.

GWK – ein nationales Korps Als nationale Organisation hat das Grenzwachtkorps den Vorteil, bei Lageveränderungen innert kürzester Zeit zu reagieren und regionale Kontrollschwerpunkte bilden zu können. So wurde die Region IV (Tessin) innert weniger Tage durch Kräfte aus anderen Regionen verstärkt, als der Migrationsdruck an der Südgrenze zunahm. Dies jedoch nicht nur wegen der Migration, sondern auch, weil sich die sicherheitspolizeiliche Lage in der Grenzregion durch diverse Überfälle verschärft hat. Mit der Personalverstärkung entsprach das GWK ausserdem einem Wunsch der Tessiner Regierung. | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro blu |

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[ deutsch ]

Ein Jahr Frontex – Bilanz und Ausschau Der Schutz der Schweizer Grenze beginnt nicht erst an den Landesgrenzen, sondern bereits im Ausland. Seit gut einem Jahr sind Grenzwächter an der Schengen Aussengrenze im Einsatz. Was hat Frontex gebracht und wie sieht die Zwischenbilanz aus?

Mit dem Beitritt der Schweiz zum Schengen-Abkommen am 12. Dezember 2008 ist für das GWK zwar vieles gleich geblieben – es sind aber auch Aufgaben dazugekommen. So etwa die operative Unterstützung anderer Schengen-Mitgliedstaaten. Seit Januar 2011 ist das „Framework Partnership Agreement FPA“ zwischen Frontex und dem GWK in Kraft. Damit ist es der Schweiz möglich, an Frontex-Operationen teilzunehmen und die entstehenden Einsatzkosten von Frontex rückvergüten zu lassen. Die Schweiz hat sich seit Februar 2011 aktiv an Frontex-Operationen beteiligt. So etwa mit der Entsendung von Spezialisten für Einsätze an der Schengen-Aussengrenze, aber auch mit so genannten Hostings von ausländischen Grenzbeamten in der Schweiz. Das GWK fungiert als nationaler Kontaktpunkt (National Frontex Point of Contact NFPOC) für alle Frontex-Angelegenheiten mit Bezug zur Schweiz. Die Bilanz nach einem Jahr Frontex fällt

positiv aus. Die Schweizer Grenzwächter konnten mit ihrem Know-how einen Beitrag zum Schutz der Aussengrenzen leisten. Besonders wertvoll für das GWK sind auch die Erfahrungen der entsandten Spezialisten.

803 Tage im Einsatz Insgesamt entsandte das GWK im vergangenen Jahr während 803 Tagen 24 Grenzwächter. Neun von ihnen standen während insgesamt 354 Tagen auf den grossen westeuropäischen Flughäfen wie Frankfurt, Paris-Roissy, Madrid-Barajas, Amsterdam-Schiphol u.a. im Einsatz. 223 Einsatztage wurden an den Landgrenzen in Griechenland, Bulgarien und Slowenien geleistet. Als Reaktion auf die Migration aus dem Maghreb beteiligte sich die Schweiz mit sieben Grenzwächtern während rund 226 Einsatztagen zudem an Seeoperationen in Italien und Spanien. Aus Kompetenzgründen wurden die Angehörigen des GWK bei diesen Operationen jedoch auf dem Festland eingesetzt.

Der operative Mehrwert Die quantitativen Leistungen der im Ausland eingesetzten Grenzwächter werden durch Frontex nicht gesondert erfasst, da die Einsätze in Teams stattfinden. Diese setzen sich aus Angehörigen verschiedener Staaten zusammen. Die Mehrrollenfähigkeit, die Sprachkompetenz und der hohe Ausbildungsstand der Angehörigen des GWK werden aber auf allen Stufen gelobt. Nebst der Verhinderung der rechtswidrigen Einreise und dem Aufdecken von Ausweisfälschungen und Visamissbräuchen durch Dokumentenspezialisten leisteten auch Hundeführer sowie die Spezialisten für die Fahrzeugfahndung wertvolle Beiträge zur Stärkung der Schengen Aussengrenze. Viele Feststellungen, vor allem in den Bereichen Menschen-, Betäubungsmittel- und Zigarettenschmuggel, hatten einen Bezug zur Schweiz, wodurch die Zusammenarbeit der kantonalen und nationalen Sicherheits- und Migrationsbehörden gefördert wurde. Die Schweiz kann so direkt vom Beitrag der im Ausland eingesetzten Grenzwächter profitieren.

Hostings in der Schweiz Im Sinne des Know-how-Austauschs (best practice) empfing die Schweiz im Jahr 2011 fünf ausländische Gastbeamte. Je ein Grenzbeamter aus Deutschland, Ungarn und der Slowakei wurde auf dem Flughafen Zürich eingesetzt, betreut durch die Kantonspolizei Zürich. Zwei weibliche Grenzbeamte aus Polen bzw. Lettland unterstützten ihre Kollegen auf dem Flughafen Genf. Die ausländischen Grenzschutzbeamten leisteten insgesamt 98 Einsatztage. Auch diese Form der Zusammenarbeit hat sich bewährt und wurde von allen involvierten Parteien geschätzt. Die internationale Kooperation und Vernetzung wurde so gestärkt. Diensthundeführer des GWK im FRONTEX-Einsatz.

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[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

Wie weiter? Per 1. Januar 2012 wurde der Frontex-Pool der Schweiz von 30 auf 40 Grenzwächter aufgestockt. Zusätzlich wird sich die Kantonspolizei Zürich 2012 mit drei Mitarbeitern an Frontex-Luft-Operationen beteiligen. Die Federführung für alle Hostings und die Einsatzführung bei allen Entsendungen von Schweizer Grenzschutzbeamten liegt beim GWK. 2012 haben sich die Spezialisten des GWK insbesondere an Luft- und Landeinsätzen in Zusammenhang mit der Fussball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine engagiert. Ein weiterer Fokus wird weiterhin auf den Landgrenzen in Südosteuropa liegen. Die bewährte Zusammenarbeit mit den internationalen Flughäfen Zürich und Genf wird durch Hostings weitergeführt. Weitergeführt und intensiviert wird auch die Ausbildungskooperation zwischen der Schweiz und Frontex. Verantwortlich dafür ist der National Frontex Training Coordinator NFTC. Diese Funktion wird vom Chef des Lehrverbandes GWK wahrgenommen.

Ausländischer Polizist während Hosting.

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[ deutsch ]

[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

„Bushmeat“ – nichts für schwache Nerven Manchmal brauchen Zoll-Mitarbeitende starke Nerven: Dann nämlich, wenn sie bei einer Kontrolle auf so genanntes Bushmeat stossen, also auf Wildfleisch von Tieren, die im Urwald oder in den Savannen gejagt werden. Dies, obwohl viele davon geschützt sind. In gewissen Kreisen gilt dieses Fleisch offenbar als Delikatesse. Der Zoll stellt in den Flughäfen Genf und Zürich immer wieder Sendungen mit „Bushmeat“ sicher. Eine Tierschutzorganisation will nun herausfinden, um welche Mengen es sich handelt. Peter Kaufmann (60) ist schon lange beim Zoll und hat viel erlebt. So schnell bringt den Leiter Reiseverkehr beim Flughafenzoll Zürich nichts aus der Ruhe. Aber nur schon beim Gedanken an „Bushmeat“ verschlägt es ihm den Atem. „Diesen Gestank werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Mir ist es ein Rätsel, wie man so etwas essen kann. Dazu kommt die Gefahr, dass auf diese Weise Krankheitserreger von Tieren auf den Menschen übertragen werden können. Die Leute scheinen sich nicht bewusst zu sein, welches Gesundheitsrisiko sie eingehen und welche Gefahr für die Bevölkerung besteht“, sagt der Zollexperte. Auch sein Kollege vom Genfer Flughafenzoll, Arno Rüdisühli (45), hat seine Erfahrungen mit „Bushmeat“. Immer wieder kommt es vor, dass er und seine Mitarbeitenden bei Kontrollen auf die Überreste von getöteten Affen (z.B. Schimpansen), Elefanten, Krokodilen, Antilopen, Gürteltieren und anderen Tieren stossen, sei es nun im Gepäck von Reisenden oder im Frachtverkehr. „Viele dieser Tiere unterstehen dem Washingtoner Artenschutzabkommen, sind also anerkanntermassen vom Aussterben bedroht. Der Anblick dieser geschundenen Kreaturen ist schrecklich.“ Führt jemand „Bushmeat“ in die Schweiz ein, verstösst die Person deshalb nicht nur gegen seuchenpolizeiliche Vorschriften, sondern auch gegen Artenschutzbestimmungen. Wer in den Zollkontrollen hängen bleibt, wird durch das Bundesamt für Veterinärwesen gebüsst, denn der Zoll zieht in solchen Fällen immer die Grenztierärzte bei. Das Fleisch muss umgehend vernichtet werden.

werden. Es komme auch vor, dass dubiose Zoos Schimpansenbabys bei skrupellosen Tierhändlern kaufen würden. Für „Tengwood“ gilt dieser Handel mittlerweile als eine der grössten Bedrohungen für das Überleben dieser Spezies.

Gezielte Kontrollen Bei den Zollstellen im Flughafen Genf und Zürich ist man seit längerem für die „Bushmeat“-Problematik sensibilisiert. Entsprechend finden gezielte Kontrollen statt, um den Import von solchem Fleisch zu verhindern. Die Nerven von Peter Kaufmann, Arno Rüdisühli und deren Mitarbeitenden dürften deshalb auch künftig noch oft auf eine harte Probe gestellt werden – leider.

Schimpansenbabys an Tierhändler In einer Studie versucht „Tengwood“, eine Organisation zum Schutz von Schimpansen und anderen Affen in Kamerun und Nigeria, derzeit herauszufinden, wie viel „Bushmeat“ in den Flughäfen Zürich und Genf in den letzten Jahren vom Zoll beschlagnahmt worden ist. Nicht immer lässt sich nämlich auf Anhieb feststellen, ob es sich effektiv um „Bushmeat“ handelt. Häufige Herkunftsländer sind Kamerun, Ghana, Nigeria, die Elfenbeinküste und Südafrika. Laut „Tengwood“ existiert ein florierender Handel. Dabei würden beispielsweise Schimpansen-Mütter getötet und zu „Bushmeat“ verarbeitet. Um es haltbar zu machen, werde es häufig geräuchert. Die Schimpansen-Babys hingegen würden an Tierhändler verkauft, welche diese auf dem Markt für bis zu 50.000 US-Dollar anböten. Die meisten landen nach Angaben von „Tengwood“ in Ferienorten Ägyptens, Tunesiens, der Türkei und anderer Länder, wo sie als Touristenattraktion missbraucht

Sichergestelltes Bushmeat. | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro blu |

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[ deutsch ]

K.O.-Tropfen – ein besorgniserregender Trend „Nehmen Sie keine offenen Drinks von Unbekannten an“, warnt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Der Grund dafür ist, dass die Delikte mit so genannten „K.O.-Tropfen“ zugenommen haben. Das Betäubungsmittel, auch liquid Ecstasy genannt, kann in erhöhter Dosis zu Benommenheit oder Bewusstlosigkeit führen – die Opfer werden willenlos und erinnern sich schon Stunden nach der Einnahme an nichts mehr. Bedenklich ist auch, dass die Substanz in der Partyszene wegen der berauschender Wirkung sogar freiwillig eingenommen wird. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sucht der Zoll bei seinen Kontrollen gezielt nach den gefährlichen Drogen. Seit ein paar Jahren Jahren häufen sich Meldungen über „Verabreichungsdelikte“, bei denen Frauen und Männer mit „K.O.-Tropfen“ betäubt und dann sexuell missbraucht oder ausgeraubt werden. Das Phänomen ist nicht neu, aber es gibt praktisch keine verlässlichen Daten, weil die chemischen Stoffe GHB, GBL und BD (> weitere Informationen im Kasten) nur kurze Zeit im Körper nachweisbar sind. Zudem führen „K.O.-Tropfen“ in hoher Dosierung zu Gedächtnisverlust – häufig können sich die Opfer am Tag nach dem Verbrechen nicht mehr an die letzten Stunden erinnern. Der Nachweis, dass jemand Opfer eines solchen Deliktes geworden ist, gestaltet sich deshalb sehr schwierig.

GBL wird in der Industrie in grossen Mengen umgesetzt und wird für die Herstellung von Farbstoffen oder Reinigungsmitteln verwendet. Zu indus­ triellen Zwecken kann die Substanz mit Bewilligung also ganz legal eingeführt werden. Daraus ergibt sich eine besondere Herausforderung für die Behörden: • Einerseits müssen sie gegen den Missbrauch von GBL vorgehen, • andererseits aber auch dafür sorgen, dass der legale, industrielle und gewerbliche Handel nicht beeinträchtigt wird. Das BAG hat eine Arbeitsgruppe gegründet und diese beauftragt, unter Einbezug des Schweizer Zolls, des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) und des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic nach Lösungen zu suchen.

Kontrollen zeigen Wirkung Der Zoll hat seine Kontrollen auf den Schmuggel von „K.O.-Tropfen“ abgestimmt – dies zeigt bereits Wirkung: Im vergangenen Jahr hat die EZV 208 Liter der gefährlichen Substanz beschlagnahmt. Die sichergestellte Menge entspricht über 100.000 Konsumeinheiten. „Dieser Trend ist besorgniserregend“, erklärt der Chef des Grenzwachtkorps (GWK) Jürg Noth. Das Betäubungsmittel hat einerseits eine berauschende Wirkung und wird in der Partyszene manchmal auch freiwillig konsumiert. Andererseits öffnet es aufgrund seiner Beschaffenheit Tür und Tor für die heimtückische Anwendung: In flüssiger Form oder auch als farbloses Pulver ist die Substanz mit Wasser mischbar und beinahe geruchlos. Die Tropfen können also unbemerkt in einen Drink gemischt werden. „Schon zwei bis fünf Milliliter der Flüssigkeit reichen aus, um eine Person zu betäuben und manipulierbar zu machen“, so Noth. Mit ihren Kontrollen fangen die Grenzwache und der zivile Zoll die Drogen schon an der Grenze ab. Dazu Jürg Noth weiter: „Die EZV stellt K.O.-Tropfen auf allen Verkehrswegen fest.“ Erfolgsrezept für die vielen Aufgriffe des Zolls sind risikobasierte Kontrollen. So geht es dem Zoll nicht darum, möglichst viel zu kontrollieren, sondern die richtigen Kontrollen zu machen. Dies gestützt auf Lageanalysen: Dank Hinweisen und Risikoprofilen können die Mitarbeitenden Sendungen gezielt kontrollieren und diese allenfalls zurückhalten.

Zollkontrollen im Postverkehr.

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[ Eidg. Zollverwaltung EZV ]

GBL und BD werden von der chemischen Industrie in riesigen Mengen produziert und für die Herstellung von zahlreichen Produkten wie z.B. Bauchemi­ka­lien oder Farben verwendet. Die Stoffe sind als gesundheitsschädlich eingestuft und gekennzeichnet. GHB und seine Ester (z.B. GBL) sind seit 2002 dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Nicht industrieller Handel und Konsum sind daher verboten. Von der chemischen Struktur her sind sich die drei Stoffe sehr ähnlich. GBL und BD werden im Körper zu GHB umgewandelt und wirken gleich wie GHB. Weil sie leichter erhältlich sind, werden sie immer häufiger als GHB-Ersatz verwendet. GHB wird als Salz (in Pulverform) oder als farblose Flüssigkeit gehandelt. Gelegentlich ist die Lösung zur Steigerung der Attraktivität eingefärbt. Es hat einen salzigen und leicht seifigen Geschmack und ist praktisch geruchlos.

Zum Schluss Der organisierte, bandenmässige Schmug­gel und die grenzüberschreitende Kriminalität sind eine Herausforderung für Staat und Gesellschaft. Kriminelle Gruppierungen und Organisationen sind weltweit vernetzt und agieren immer professioneller. Sie schaden nicht nur dem Wirtschaftsstandort Schweiz, sondern auch der Sicherheit und Gesundheit der Schweizer Bevölkerung. Der Schweizer Zoll leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung dieser Phänomene. Heute und auch in Zukunft. Alle Fotos: EZV

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[ français ]

Que fait la douane suisse? Garde-frontière et spécialiste de douane.

La liberté sans frontières fait l‘objet de louanges presque unanimes: nos contemporains veulent franchir les frontières sans être contrôlés; quant aux marchandises, elles doivent circuler d‘un pays à l‘autre sans perte de temps. Cependant, dès qu‘un signal d‘alarme retentit quelque part dans le monde, chacun veut savoir ce que la douane fait pour protéger la Suisse et ses citoyens. Au cours des années, la douane a toujours dû faire face au même dilemme: elle doit d‘une part garantir un passage de la frontière aussi fluide que possible et d‘autre part appliquer près de 150 actes législatifs. Or, les contrôles sont indispensables. Il est en effet hors de question que nous tolérions des produits fabriqués par des enfants. Nous voulons protéger les espèces animales menacées d‘extinction. Des armes illégales? Sûrement pas en Suisse! Les criminels? Qu‘on les jette en prison! Les contrefaçons de médicaments? Elles sont une menace pour notre santé. Et lorsqu‘un réacteur nucléaire explose, comme cela est arrivé l‘année dernière au Japon, et que des denrées alimentaires contaminées pourraient être mises sur le marché, nous voulons tous savoir ce que fait la douane. Vous l‘apprendrez dans cette édition spéciale de Feu bleu consacrée à la douane.

C‘est ainsi que tout commença L‘histoire de la douane suisse est étroitement liée à l‘histoire de l‘Etat fédéral suisse moderne. Après une brève guerre civile, le peuple suisse a approuvé en 1848 une nouvelle constitution, la plus libérale de son époque. C‘est ainsi qu‘ont été abolies les nombreuses frontières intérieures qui étaient autant d‘obstacles à la circulation des marchandises et au commerce; la souveraineté douanière est alors passée des cantons à la Confédération. Celleci a engagé la majeure partie des gardes-frontière cantonaux.

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Panneau douanier de 1849.

Au cours des premières décennies de son existence, le jeune Etat fédéral a couvert l‘essentiel de ses dépenses par les recettes douanières et a veillé à ce que la loi sur les douanes soit observée en fournissant un soutien policier aux fonctionnaires de douane. Au début, le Conseil fédéral a renoncé à engager des fonctionnaires fédéraux pour protéger les agents des douanes. La Condéfération a conclu avec les différents cantons concernés


[ Administration fédérale des douanes AFD ]

des conventions pour la surveillance de la frontière, et les tâches de sécurité ont été prises en charge par des gendarmes cantonaux. Cependant, des problèmes étant apparus avec les cantons de Genève et du Tessin, la Confédération a créé le Corps fédéral des gardes-frontière. Ainsi, la Confédération disposait de quelque 270 gendarmes cantonaux et 80 gardesfrontière fédéraux lors de l‘entrée en vigueur de la loi sur les douanes le 1er février 1850. Cette solution fédéraliste montra cependant bientôt ses limites. Les gendarmes cantonaux étaient régulièrement requis pour des tâches de police, et ainsi retirés du service douanier. Cela engendra des conflits entre les cantons frontaliers et la Confédération. Finalement, on renonça à renouveler les différentes conventions pour la surveillance de la frontière. En lieu et place, afin de garantir la perception régulière des droits et de donner au service des douanes l‘assistance policière nécessaire, on créa officiellement le 1er janvier 1.894 le Corps fédéral des gardes-frontière (Cgfr), subdivision de l‘Administration fédérale des douanes (AFD) dont les membres portent l‘arme et l‘uniforme.

Depuis lors, les tâches de police douanière sont accomplies de façon centralisée, selon une doctrine uniforme. De ce fait, le Corps a l‘avantage de pouvoir fixer des priorités de contrôle régionales selon les besoins en peu de temps. Au cours de ses plus de 150 ans d‘existence, la douane suisse a subi bon nombre de changements et s‘est transformée en une entrerpise de services proche des citoyens. Au début, les tâches fiscales occupèrent le devant la scène; au cours de la Seconde Guerre mondiale, des tâches militaires s‘y ajoutèrent, qui firent de nombreuses victimes dans les rangs du Cgfr. Au cours de l‘après-guerre, les tâches de police de sécurité et les tâches relevant du domaine des migrations gagnèrent en importance. Durant cette période, le trafic transfrontalier augmenta fortement. L‘entrée en vigueur de l‘accord de Schengen, le 12 décembre 2008, avec l‘abolition des contrôles systèmatiques des personnes à la frontière, a constitué une profonde mutation pour la douane suisse. Depuis cette date, le Cgfr participe aux mesures de remplacement mises en œuvre en raison de Schengen et, depuis février 2001, à des missions aux frontières extérieures de l‘UE (FRONTEX).

Comment est organisée la douane suisse? La douane suisse, ou plus exactement l‘Administration fédérale des douanes (AFD), est rattachée au Département fédéral des finances (DFF). Le chef ou la cheffe suprême des douaniers est donc le chef ou la cheffe du Département fédéral des finances. Comme son nom l‘indique, la Direction générale des douanes (DGD) chapeaute l‘ensemble de l‘AFD; à sa tête se trouve le directeur général des douanes. La DGD est responsable de l‘orientation stratégique de l‘AFD. Les quatres arrondissements douaniers de la douane civile et les sept régions gardes-frontière constituent l‘échelon opérationnel. L‘échelon tactique englobe les bureaux de douane et les postes de gardes-frontière. Garde-frontière fédéral de 1898.

Organigramme de l‘AFD.

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[ français ]

Quelles sont les tâches de la douane suisse? Dans les grandes lignes, la loi du 18 mars 2005 sur les douanes (LD) décrit les tâches comme suit: • surveillance et contrôle de la circulation des personnes et des marchandise traversant la frontière douanière; • perception des droits de douane; • perception des redevances dues en vertu de lois fédérales autres que douanières, dans la mesure où l‘exécution de ces dernières incombe à l‘Administration fédérale des douanes; • exécution d‘actes législatifs de la Confédération autres que douaniers et accomplissement de tâches, dans la mesure où ils incombent à l‘administration des douanes. Les collaborateurs de la douane civile, qui sont compétents pour le trafic des marchandises de commerce, perçoivent des redevances telles que les droits de douane, la taxe sur la valeur ajoutée, etc. Ils vérifient également des marchandises et contrôlent le respect des prescriptions touchant par exemple la conservation des espèces et la protection des biens culturels ainsi que les lois sur les produits thérapeutiques, les armes, la circulation routière, la protection des marques, l‘environnement, etc.

Gardes-frontière en service dans le trafic ferroviaire.

et aux marchandises. Le Cgfr compte environ 1.900 collaborateurs, la douane civile 1.400 personnes. 900 collaborateurs font partie de la catégorie «autre personnel douanier civil»; quant au contrôle des métaux précieux, il emploie 50 collaborateurs. L‘attrait de la place économique suisse et la compétitivité de l‘économie locale dépendent d‘une gestion efficace de la frontière. D‘autant plus que la Suisse est quasiment le seul pays d‘Europe centrale et occidentale à avoir une frontière douanière. La douane souhaite accélérer le trafic transfrontalier des marchandises au moyen de procédures douanières modernes, de contrôles ajustés aux risques et par la coopération internationale et l‘utilisation de moyens informatiques modernes.

Efficacité de la douane civile et du Corps des gardes-frontière

Spécialiste de douane lors d‘un contrôle de denrées alimentaires.

Les gardes-frontière, qui portent l‘arme et l‘uniforme, accomplissent en principe les mêmes tâches douanières que leurs collègues civils, cependant avant tout dans le trafic touristique. Parallèlement, ils exécutent également à la frontière, dans l‘espace frontalier et dans le trafic ferroviaire international des tâches de police de sécurité et des tâches relevant du domaine des migrations. Ils exécutent aussi des missions de sécurité en tant qu‘air marshals (Tiger) et participent à des engagements de l‘Agence européenne de gestion des frontières (Frontex). Le long des 1.899 kilomètres de la frontière suisse, il se passe toujours quelque chose. On estime que quotidiennement environ 700.000 personnes entrent en Suisse ou en sortent, ou traversent notre pays; cela au moyen de quelque 350.000 voitures de tourisme et 20.000 camions. Ainsi, en 2011, on a quotidennement importé pour 475 millions de francs de marchandises et on en a exporté pour 541 millions de francs. Avec ses quelque 4.300 collaborateurs (état à fin 2011), la douane veille à faciliter dans toute la mesure du possible le franchissement de la frontière aux personnes

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Comprimés d‘ecstasy mis en sûreté.

Pour la douane, il ne s‘agit pas de multiplier les contrôles mais plutôt d‘effectuer des contrôles aussi judicieux que possible. Cela signifie qu‘elle n‘intervient que là où l‘analyse des risques révèle que quelque chose pourrait clocher. Les contrôles sont efficaces. Ainsi, en 2011, la douane a • signalé à Swissmedic, Institut suisse des produits thérapeutiques, 1.298 importations illégales de médicaments susceptibles de nuire à la santé des consommateurs; • mis en sûreté quelque 60.000 contrefaçons émanant souvent d‘organisations criminelles qui ne respectent ni les normes environnementales ni les normes sociales; • contrôlé 9.600 envois de montres et de bijoux et confisqué 4.400 contrefaçons de montres et 7.200 contrefaçons de bijoux;


[ Administration fédérale des douanes AFD ]

• retiré de la circulation 208 litres de gouttes KO fréquemment utilisées pour des enlèvements ou des délits sexuels; • mis en sûreté 1.308 armes interdites et 1.477 documents falsifiés; • remis 2.960 personnes à la police; • découvert près de 8000 infractions à la loi sur les étrangers et à la loi sur l‘asile ainsi que 114 cas d‘activité de passeur. • Enfin, la douane a encaissé l‘an dernier plus de 23 milliards de francs, ce qui correspond à plus d‘un tiers de l‘ensemble des recettes de la Confédération. De l‘argent dont l‘Etat a un urgent besoin afin de pouvoir accomplir ses devoirs envers ses citoyens, que ce soit pour la formation, les affaires sociales et la santé ou pour les infrastructures.

Contrôles de sécurité dans le trafic lourd.

Le Corps des gardes-frontière appréhende une personne.

La douane civile et le Corps des gardes-frontière constituent également le premier filtre de sécurité à la frontière. L‘AFD accomplit les tâches variées dans ce domaine en étroite collaboration avec des autorités partenaires suisses et étrangères. Les cantons frontières peuvent par exemple définir des secteurs frontaliers avec l‘AFD et déléguer des tâches de police. On exploite ainsi de précieuses synergies dans l‘intérêt de la sécurité de notre pays sans altérer la souveraineté des cantons en matière de police. Dans leur travail, le personnel de la douane civile et les gardes-frontière font continuellement des constatations pertinentes en matière de police. Au bout du compte, c‘est avant tout la population qui profite de cette collaboration pragmatique et efficace.

Plus de contrôles? Quels sont les contrôles dont le pays a besoin? Cette question ne taraude pas seulement le monde politique, mais aussi les citoyens.

Pour déterminer la densité de contrôle la plus appropriée, on ne peut pas se fonder sur une analyse scientifique; en fin de compte, il s‘agit toujours d‘une question d‘appréciation. L‘AFD ne tient en outre aucune statistique sur le genre et le nombre des contrôles exécutés. Le fait est que le trafic augmente de façon constante, et que par conséquent la densité de contrôle baisse. Malgré cela, les chiffres des découvertes et des contestations ont augmenté dans de nombreux domaines. Cela est dû probablement aux analyses de risques, aux moyens de contrôle et ressources informatiques modernes ainsi qu‘à un engagement plus souple du personnel. On est passé de l‘ère des contrôles par sondages fondés sur des soupçons à celle des contrôles ciblés à l‘aide d‘une gestion plus efficace de l‘information et de moyens techniques. Ce qui est déterminant, ce n‘est pas la densité de contrôle, mais l‘efficacité obtenue. Contrôler en fonction de la situation et de façon ajustée aux risques, telle est la devise. Par ailleurs, la douane ne se soucie pas seulement des contrôles. Fournir un service public en faveur de l‘économie et de la population est tout aussi important. La douane a toujours voulu trouver l‘équilibre entre facilitations des échanges commerciaux et sécurité. Les contrôles dans les bureaux de douane ainsi que les contrôles mobiles dans l‘espace frontalier et à l‘intérieur du pays créent une sécurité suffisante sans entraver sensiblement l‘économie et le trafic touristique.

Scanner mobile pour camions.

Contrôle des documents d‘identité par le Corps des gardes-frontière. | blaulicht | gyrophare

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[ français ]

Les effets du Printemps arabe en Suisse L‘année dernière, la situation migratoire de notre pays a été influencée par les soulèvements populaires qui se sont produits en Afrique du Nord. Comme pendant les années précédentes, l‘essentiel du flux migratoire s‘est concentré sur la frontière sud du Tessin, alors que les autres régions n‘ont été touchées que de façon marginale. Le nombre de demandes d‘asile a fortement augmenté en 2011. Les premiers effets du Printemps arabe se sont fait sentir en février 2011, lorsque de plus en plus de migrants originaires de Tunisie sont arrivés en Suisse. La majorité de ces personnes avait d‘abord séjourné pendant plusieurs années en Italie, puis a voulu profiter des circonstances pour se rendre en Suisse. Ce n‘est qu‘au début du mois de mars que sont entrés en Suisse les premiers ressortissants tunisiens qui étaient arrivés à Lampedusa peu auparavant. En avril, on a enregistré une forte hausse de migrants originaires d‘Erythrée. La plupart des entrées en Suisse ont eu lieu par le trafic ferroviaire, via la gare de Chiasso.

Séjours illégaux

Cependant, certaines personnes ont été interpellées dans le terrain. Dans le trafic routier, le Corps des gardes-frontière (Cgfr) a découvert des passeurs isolés qui tentaient d‘introduire des migrants clandestinement en Suisse. 3000 personnes ont demandé l‘asile au cours de contrôles effectués par le Cgfr. La majorité d‘entre elles ont été remises aux centres d‘enregistrement et de procédure de l‘Office fédéral des migrations (2010: 1300). La plupart de ces migrants sont Tunisiens, Nigérians ou Algériens. Bien que le flux migratoire ait considérablement augmenté, il n‘a pas a atteint une hausse comparable à celle de la crise des Balkans pendant les années 90.

Le Cgfr en tant que corps national

Contrôles mobiles du Cgfr dans l‘espace frontalier.

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Au cours de l‘année dernière, le Cgfr a découvert 5.600 personnes qui séjournaient illégalement en Suisse (2010: 4300). Il s‘agissait de personnes ne remplissant pas les conditions d‘entrée dans l‘espace Schengen ou y ayant séjourné trop longtemps (pas de visa, pas de titre de séjour, séjours de plus de 90 jours sans autorisation). 2.300 personnes se sont vu refuser l‘entrée ou ont été renvoyées, ce qui a conduit dans certains cas à une remise aux autorités étrangères (italiennes dans la majorité des cas).

En sa qualité de corps national, le Cgfr peut faire face à des changements de situation en un temps record, en concentrant par exemple les contrôles sur certaines régions. Ainsi, lorsque la pression migratoire s‘est accentuée à la frontière sud, des gardes-frontière provenant d‘autres régions ont été transférés dans un délai de quelques jours dans la région IV (le Tessin) pour renforcer l‘effectif local. Ce renforcement dans la région frontalière a été nécessaire non seulement en raison de la situation migratoire, mais aussi en raison de la dégradation de la situation en matière de sécurité, du fait de l‘augmentation des attaques à main armée. En outre, en renforçant le personnel au Tessin, le Cgfr a répondu à une attente du gouvernement tessinois.


[ Administration fédérale des douanes AFD ]

Bilan et tour d‘horizon après une année de collaboration avec Frontex La protection de la frontière suisse ne commence pas aux frontières nationales mais à l‘étranger déjà. Depuis un an, des gardes-frontière sont engagés aux frontières extérieures de Schengen. Qu‘a apporté Frontex, et quel en est le bilan intermédiaire? Si l‘adhésion de la Suisse à l‘accord de Schengen le 12 décembre 2008 n‘a pas constitué un changement fondamental pour le Cgfr, elle lui a fourni du travail supplémentaire, notamment au niveau de l‘assistance opérationnelle des autres Etats membres de Schengen. Entré en vigueur en janvier 2011, l‘accord-cadre de partenariat (ACP) entre Frontex et le Cgfr permet à la Suisse de participer aux opérations Frontex et de se faire rembourser les coûts entraînés par ces engagements. Depuis février 2011, la Suisse participe activement aux opérations Frontex, non seulement en dépêchant des spécialistes pour des engagements aux frontières extérieures de Schengen,

mais aussi en accueillant en Suisse des fonctionnaires de douane étrangers. Le Cgfr a également apporté son aide lors de vols de rapatriement. Le Cgfr assume le rôle d‘interlocuteur national (point de contact national Frontex) pour toutes les questions relatives à Frontex et en lien avec la Suisse. Après une année de collaboration, le bilan est positif. Grâce à leur savoirfaire, les gardes-frontière suisses ont pu contribuer à la protection des frontières extérieures. De plus, les expériences recueillies par les spécialistes lors de leurs opérations sont particulièrement précieuses pour le Cgfr.

803 jours d‘opérations L‘année dernière, le Cgfr a dépêché 24 gardes-frontière pendant 803 jours. Au total, neuf d‘entre eux ont opéré pendant 354 jours dans les grands aéroports d‘Europe occidentale comme Francfort, Paris-Roissy, Madrid-Barajas ou Amsterdam-Schiphol. Les gardes-frontière ont également été affectés pendant 223 jours aux frontières de la Grèce, de la Bulgarie et de la Slovénie. En raison de la forte immigration en provenance du Maghreb, la Suisse a participé aux opérations maritimes italiennes et espagnoles en détachant sept gardes-frontière pendant près de 226 jours. Cependant,

Conducteur de chien du Cgfr en mission Frontex. | blaulicht | gyrophare

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[ français ]

Policier étranger (Hosting).

pour des raisons de compétence, les membres du Cgfr ont opéré sur la terre ferme lors de ces missions.

Une plus-value opérationnelle Les prestations quantitatives des gardesfrontière suisses engagés à l‘étranger ne sont pas recensées séparément par Frontex, car les opérations se déroulent en équipes composées de représentants de différents Etats. La polyvalence, le niveau élevé de formation et les compétences linguistiques des membres du Cgfr sont appréciés à tous les échelons. Outre les spécialistes en documents qui empêchent l‘entrée illégale des migrants et dépistent les falsifications de passeports et les abus en matière de visa, les conducteurs de chiens et les spécialistes de la recherche de véhicules apportent leur précieux concours au renforcement des frontières extérieures de l‘espace Schengen. De nombreuses saisies effectuées à ces frontières (liées principalement à la traite d‘êtres humains ainsi qu‘à la contrebande de stupéfiants et de cigarettes) concernaient la Suisse,

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ce qui a encouragé la collaboration des autorités cantonales et fédérales en matière de sécurité et de migration. Ainsi, la Suisse profite directement de la contribution des gardes-frontière engagés à l‘étranger.

Accueil de fonctionnaires étrangers en Suisse En 2011, la Suisse a accueilli cinq fonctionnaires étrangers dans le cadre de l‘échange de connaissances (meilleures pratiques). Trois gardes-frontière venant respectivement d‘Allemagne, de Hongrie et de Slovaquie ont été dépêchés à l‘aéroport de Zurich et pris en charge par la police cantonale. Deux gardes-frontière originaires de Pologne et de Lettonie ont secondé leurs collègues de l‘aéroport de Genève. Les fonctionnaires étrangers ont fourni un total de 98 jours d‘engagement. Cette forme de collaboration a fait ses preuves et a été appréciée par tous les partenaires concernés. Elle permet de renforcer la coopération et les relations internationales.

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Et maintenant? Le 1er janvier 2012, le pool Frontex suisse est passé de 30 à 40 gardes-frontière. De plus, trois collaborateurs de la police cantonale de Zurich participent cette année aux opérations Frontex terrestres et aériennes. Le Cgfr se charge entièrement de l‘accueil des fonctionnaires ainsi que de la conduite de l‘engagement des gardes-frontière suisses opérant à l‘étranger. En 2012, les spécialistes du Cgfr mèneront essentiellement des opérations aériennes et terrestres liées au championnat d‘Europe de football en Pologne et en Ukraine. Ils se concentreront également sur les frontières de l‘Europe du Sud-Est. La collaboration tant appréciée avec les gardes-frontière étrangers continuera aux aéroports internationaux de Genève et de Zurich. La Suisse et Frontex poursuivront et intensifieront leur coopération au niveau de la formation. Le coordinateur de formation Frontex national (National Frontex Training Coordinator NFTC) sera chargé de mener à bien cet objectif. Cette fonction est occupée par le chef de la section Formation d‘application Cgfr.


[ français ]

[ Administration fédérale des douanes AFD ]

La viande de brousse, un problème qui requiert des nerfs solides Les nerfs des collaborateurs de la douane sont parfois mis à rude épreuve, notamment quand ces derniers sont confrontés, lors d‘un contrôle, à de la viande dite de brousse. Ce type de viande provient d‘animaux sauvages chassés dans la forêt vierge ou dans la savane bien que nombre d‘entre eux appartiennent à des espèces protégées. Dans certains milieux, cette viande est considérée comme un mets de choix. Aux aéroports de Genève et de Zurich, la douane saisit régulièrement des envois de viande de brousse. Une organisation de protection des animaux souhaite déterminer l‘ampleur de ce phénomène. Peter Kaufmann (60) travaille à la douane depuis longtemps déjà et y a vécu beaucoup de choses. Le responsable du trafic touristique de l‘aéroport de Zurich ne perd pas facilement son calme, mais il lui suffit de penser à de la viande de brousse pour en avoir le souffle coupé: «Je n‘oublierai jamais cette puanteur. Je ne comprends pas que l‘on puisse manger ce genre de choses. Sans compter le risque de transmission d‘agents pathogènes. Les gens ne semblent pas conscients des risques auxquels ils exposent leur santé et du danger que cela représente pour la population», déclare l‘expert de douane. Son collègue de la douane de l‘aéroport de Genève Arno Rüdisühli (45) a lui aussi été confronté à de la viande de brousse. Lors de contrôles, il arrive régulièrement que ses collaborateurs et luimême trouvent, dans les bagages des voyageurs ou dans le trafic des marchandises de commerce, les restes de singes, de chimpanzés, d‘éléphants, de crocodiles, d‘antilopes, de tatous et d‘autres animaux. «Nombre de ces animaux sont soumis à la convention de Washington sur la conservation des espèces et sont menacés d‘extinction. La vue de ces créatures maltraitées est insoutenable». Quiconque introduit de la viande de brousse en Suisse viole non seulement la législation de la police des épizooties mais aussi les dispositions relatives à la conservation des espèces. Toute personne prise dans un contrôle de douane est sanctionnée par une amende de l‘Office vétérinaire fédéral, car la douane fait dans de tels cas toujours appel aux vétérinaires de frontière. La viande est ensuite immédiatement détruite.

des marchands d‘animaux qui les mettent ensuite sur le marché pour des sommes pouvant atteindre les 50.000 dollars. Selon les indications de Tengwood, la plupart de ces bébés chimpanzés finissent dans des lieux de vacances en Egypte, en Tunisie, en Turquie ou dans d‘autres pays, où ils sont maltraités et utilisés comme des attractions pour les touristes. Parfois, ce sont des zoos douteux qui achètent ces bébés chimpanzés aux marchands sans scrupules. Tengwood considère ce commerce comme l‘une des principales menaces pour la survie de cette espèce.

Contrôles ciblés Les collaborateurs des bureaux de douane des aéroports de Genève et de Zurich sont sensibilisés depuis quelque temps déjà au problème de la viande de brousse. C‘est pourquoi des contrôles ciblés sont menés afin de décourager l‘importation de ce type de viande. Malheureusement, les nerfs de Peter Kaufmann, d‘Arno Rüdisühli et de leurs collaborateurs seront à l‘avenir encore mis à rude épreuve.

Bébés chimpanzés vendus à des marchands d‘animaux Dans une étude, «Tengwood», une organisation de protection des chimpanzés et d‘autres singes provenant du Cameroun et du Nigéria, essaie de déterminer la quantité de viande de brousse qu‘a saisie la douane aux aéroports de Zurich et de Genève ces dernières années. Il n‘est pas toujours possible de déterminer d‘emblée s‘il s‘agit effectivement de viande de brousse. Ce type de viande provient souvent du Cameroun, du Ghana, du Nigéria, de Côte d‘Ivoire et d‘Afrique du Sud. Selon Tengwood, il s‘agit d‘un commerce florissant. Par exemple, des mères chimpanzés sont tuées afin d‘en faire de la viande de brousse. Pour qu‘elle se conserve, la viande est souvent fumée. Les bébés chimpanzés sont quant à eux vendus à

Viande de brousse mise en sûreté. | blaulicht | gyrophare

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[ français ]

Gouttes KO – une évolution inquiétante «N‘acceptez pas de boissons de la part d‘inconnus»: voilà l‘un des conseils donnés par l‘Office fédéral de la santé publique (OFSP). Cette recommandation intervient alors que le nombre de délits commis avec des gouttes KO a augmenté. Absorbé à haute dose, ce stupéfiant, également appelé ecstasy liquide, peut entraîner l‘étourdissement ou l‘évanouissement de la victime. Celle-ci est incapable de réagir et ne se souvient de rien, déjà quelques heures après avoir avalé la substance. Afin de lutter contre cette évolution, la douane axe ses contrôles sur la recherche de ces drogues dangereuses. Depuis quelques années, on note un accroissement des délits consistant en l‘administration de gouttes KO à des femmes ou des hommes qui sont ensuite abusés sexuellement ou dévalisés. Bien que ce phénomène ne soit pas nouveau, on ne dispose d‘aucune donnée fiable à ce sujet, car les substances chimiques GHB, GBL et BD (voir l‘encadré) sont très brièvement perceptibles dans l‘organisme. Administrées à haute dose, les gouttes KO provoquent en outre une perte de mémoire. Le jour suivant le délit, les victimes sont souvent incapables de se souvenir des dernières heures. Il est donc très difficile de prouver qu‘une personne a subi ce genre de forfait.

Utilisé en grande quantité dans l‘industrie, le GBL sert à fabriquer des colorants ou des produits de nettoyage. Quand elle est destinée à cet usage spécifique, cette substance peut être importée en toute légalité, à condition d‘être accompagnée de l‘autorisation correspondante. Les autorités sont ainsi confrontées à un défi particulier: elles doivent d‘une part empêcher l‘utilisation abusive de GBL et d‘autre part veiller à ce que le commerce licite de cette substance à des fins industrielles ne soit pas pénalisé. L‘OFSP a institué un groupe de travail qui a pour mission de trouver des solutions à ce problème en collaboration avec l‘Administration fédérale des douanes (AFD), l‘Office fédéral de

la police (fedpol) et l‘Institut suisse des produits thérapeutiques (Swissmedic).

Des contrôles efficaces Ayant axé ses contrôles sur la contrebande de gouttes KO, l‘AFD en perçoit déjà les effets: l‘année dernière, elle a saisi 208 litres de ce produit dangereux, ce qui équivaut à plus de 100.000 doses. Jürg Noth, chef du Corps des gardesfrontière (Cgfr), juge cette évolution inquiétante. Ce stupéfiant est parfois consommé volontairement dans les fêtes en raison de son effet grisant. Mais ses caractéristiques permettent toutes les utilisations, même les plus sournoises: existant sous forme de liquide ou de poudre incolore, la substance est miscible à l‘eau et presque inodore. Elle peut ainsi être ajoutée à une boisson en toute discrétion. Jürg Noth relève que «deux à cinq millilitres de ce liquide suffisent à étourdir une personne et à la rendre vulnérable». Les contrôles effectués permettent au Cgfr et à la douane civile d‘intercepter les drogues directement à la frontière. Jürg Noth ajoute que «l‘AFD découvre des gouttes KO dans tous les genres de trafic». Le secret de ces nombreuses prises réside dans le fait que les contrôles sont basés sur les risques. Ainsi, l‘objectif de la douane n‘est pas d‘effectuer un maximum de contrôles, mais de procéder aux bons contrôles en se fondant sur une analyse de la situation. Grâce à des indices et des profils de risques, les collaborateurs peuvent contrôler les envois de manière ciblée et les retenir si nécessaire.

Contrôles douaniers dans le trafic postal.

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[ Administration fédérale des douanes AFD ]

Produits en très grande quantité par l‘industrie chimique, le GBL et le BD entrent dans la fabrication de nombreux articles tels que les couleurs ou les produits chimiques utilisés dans la construction. Classées dans la catégorie des matières dangereuses pour la santé, ces substances portent une mention correspondante. Le GHB et ses dérivés (par ex. GBL) sont soumis à la loi sur les stupéfiants depuis 2002. S‘ils ne sont pas pratiqués à des fins industrielles, le commerce et la consommation de ces produits sont interdits. La composition chimique de ces trois substances se ressemble fortement. Une fois dans l‘organisme, le GBL et le BD se transforment en GHB et ont le même effet que ce dernier. Etant donné qu‘ils peuvent être acquis plus facilement que le GHB, le GBL et le BD tendent à le remplacer. Le GHB existe sous forme de sel (poudre) ou de liquide incolore. Parfois, il est teint afin que son attrait augmente. Ayant un goût salé et légèrement savonneux, il est presque inodore.

Conclusion La contrebande organisée ou en bande et la criminalité transfrontalière sont des défis pour l‘Etat et la société. Les bandes et organisations criminelles travaillent en réseau dans le monde entier et améliorent leur professionnalisme. Elles ne nuisent pas seulement à la place économique suisse mais également à la sécurité et à la santé de la populaiton suisse. La douane suisse apporte une importante contribution à la lutte contre ces phénomènes, aujurd‘hui et également à l‘avenir. Toutes les photos: AFD

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[ italiano ]

Cosa fa la dogana svizzera? Tutti sono favorevoli alla libertà senza confini. La gente vuole attraversare i confini senza subire controlli e le merci devono essere trasportate da un Paese all’altro senza perdite di tempo. Ma non appena da qualche parte suona il campanello d’allarme, tutti vogliono sapere: cosa fa la dogana svizzera per proteggere il Paese e i suoi cittadini?

Una guardia di confine e un’impiegata del servizio civile.

Il dilemma della dogana non è cambiato nel corso degli anni: da un canto il passaggio del confine deve avvenire possibilmente senza ostacoli; dall’altro vi sono circa 150 disposti legislativi da applicare, che rendono quindi indispensabili i controlli. La dogana non tollera affatto i prodotti del lavoro minorile. Inoltre, occorre anche proteggere le specie animali minacciate di estinzione. Armi illegali? Non in Svizzera! Criminali? Vanno arrestati! Medicamenti contraffatti? Possono nuocere gravemente alla salute! Se poi, come è successo l’anno scorso in Giappone, esplode un reattore atomico e potrebbero circolare alimenti contaminati, tutti vogliono sapere: cosa fa la dogana? Lo scoprirete leggendo questa edizione speciale della rivista.

Gli albori La storia della dogana svizzera è legata a doppio filo con quella del moderno Stato federale svizzero. Dopo una guerra civile di breve durata, nel 1848 il popolo svizzero approva la nuova Costituzione, la più liberale dell’epoca. Ciò decreta

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anche la soppressione di numerosi dazi interni, che frenavano il traffico e i commerci. La sovranità doganale passa allora dai Cantoni alla Confederazione, che riprende la maggior parte dei doganieri cantonali. Segnaletica doganale (1849).


[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

Nei primi decenni successivi alla fondazione, lo Stato federale compensa le sue uscite principalmente mediante le entrate doganali e si premura di tutelare la legge sulle dogane grazie all’appoggio dei funzionari doganali in materia di polizia. In un primo momento il Consiglio federale rinuncia a impiegare funzionari federali per la sicurezza dei doganieri, che non sono armati. La Confederazione conclude accordi di protezione dei confini con i singoli Cantoni e affida i compiti di sicurezza ai Landjäger cantonali (cioè gendarmi, precursori degli odierni poliziotti). Ma poiché tale decisione pone qualche problema ai Cantoni di Ginevra e Ticino, la Confederazione decide di fondare il Corpo delle guardie di confine svizzero (Cgcf). In tal modo, all’entrata in vigore della legge sulle dogane il 1° febbraio 1850, la Confederazione dispone di circa 270 gendarmi confluiti dai Cantoni e di 80 guardie di confine federali. Tuttavia, questa soluzione di stampo federalista mostra presto i suoi limiti. Per l’esecuzione di compiti di polizia si ricorre regolarmente ai gendarmi, che vengono così sottratti al servizio doganale. Ciò è all’origine delle tensioni fra i Cantoni di confine e la Confederazione. Alla fine gli accordi di protezione dei confini non sono più rinnovati e, al loro posto, per meglio garantire le entrate doganali e sostenere il servizio doganale a livello di polizia, il 1° gennaio 1894 viene ufficialmente costituito il Cgcf quale parte armata e in uniforme dell’Amministrazione federale delle dogane (AFD). Da allora i compiti di polizia doganale sono eseguiti centralmente secondo una dottrina unitaria. Grazie a questo modo di lavorare, il Cgcf ha il vantaggio di poter reagire in modo tempestivo in caso di necessità e concentrare i controlli a livello regionale. Nel corso della sua storia ultracentenaria, la dogana svizzera ha conosciuto numerosi cambiamenti ed è diventata un’impresa di servizi vicina al cittadino. All’inizio della sua attività essa si occupava perlopiù di compiti fiscali. Durante la seconda guerra mondiale si sono aggiunte anche mansioni militari, che le guardie di confine hanno pagato con un importante tributo

di sangue. Dal dopoguerra in poi, i compiti in materia di polizia di sicurezza e di migrazione hanno assunto sempre maggiore importanza. In quel periodo il traffico transfrontaliero è aumentato in modo esponenziale. L’entrata in vigore dell’accordo di Schengen, il 12 dicembre 2008, ha comportato Guardie di confine svizzere (1898). un ulteriore cambiamento per l’AFD, poiché sono stati soppressi i controlli sistematici delle persone al confine. Da allora, il Cgcf partecipa alle misure sostitutive nazionali di Schengen e, dal febbraio 2011, alle missioni presso le frontiere esterne dell’UE (Frontex).

Com’è organizzata la dogana svizzera? La dogana svizzera, per essere più precisi l’AFD, fa parte del Dipartimento federale delle finanze (DFF) ed è in ultima analisi subordinata al capo del dipartimento. La Direzione generale delle dogane (DGD), guidata dal rispettivo Direttore, funge da organo direttivo ed è responsabile dell’orientamento strategico dell’AFD. Il livello operativo è formato principalmente dai quattro circondari del servizio civile e dalle sette regioni guardie di confine, costituiti dal punto di vista geotattico da uffici doganali e posti guardie di confine. Organigramma dell’AFD.

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[ italiano ]

Quali sono i compiti della dogana svizzera? Secondo la legge del 18 marzo 2005 sulle dogane (RS 631.0), i compiti della dogana svizzera sono i seguenti: • sorveglianza e controllo del traffico delle persone e delle merci attraverso il confine doganale; • riscossione dei tributi doganali; • riscossione dei tributi esigibili in virtù di leggi federali di natura non doganale, sempre che ciò competa all’AFD; • esecuzione di disposti federali di natura non doganale e adempimento di altri compiti pertinenti all’AFD. I collaboratori del servizio civile, responsabili del traffico delle merci commerciabili, riscuotono tributi (dazi, IVA, imposta sugli oli minerali ecc.). Inoltre essi controllano le merci e verificano, ad esempio, che le prescrizioni in materia di conservazione delle specie e di protezione dei beni culturali disciplinate nelle leggi sugli agenti terapeutici, sulle armi, sulla circolazione stradale, sulla protezione dei marchi e sulla protezione dell’ambiente siano rispettate.

Al confine svizzero, che si estende per 1899 chilometri, c’è sempre movimento: ogni giorno 700.000 persone attraversano il confine, in entrata o in uscita, alla guida di circa 350.000 autoveicoli e di 20.000 autocarri. Nel 2011 sono state importate quotidianamente merci per 475 milioni di franchi e ne sono state esportate per 541 milioni di franchi. Con i suoi 4300 collaboratori (stato: fine 2011), la dogana garantisce che merci e persone attraversino il confine possibilmente senza difficoltà. Nell’effettivo si contano 1900 guardie di confine e 1.400 collaboratori del servizio civile. 900 collaboratori appartengono al rimanente personale civile e poco più di 50 lavorano nel settore del controllo dei metalli preziosi. La gestione efficiente dei confini è decisiva ai fini dell’attrattiva e della competitività dell’economia locale, tanto più se si considera che il confine doganale svizzero è pressoché l’ultimo esistente nell’Europa centrale e occidentale. Grazie a moderne procedure doganali, ai controlli orientati ai rischi, alla collaborazione internazionale e all’utilizzo di strumenti informatici all’avanguardia, la dogana intende accelerare il flusso delle merci transfrontaliero.

L’operato del servizio civile e delle guardie di confine

Collaboratore del servizio civile durante un controllo di derrate alimentari.

In linea di massima, le guardie di confine armate e in uniforme eseguono i medesimi compiti doganali dei colleghi del servizio civile, ma principalmente nel traffico turistico. Inoltre eseguono compiti di polizia di sicurezza e di migrazione ai confini, nell’area di confine e nel traffico ferroviario transfrontaliero. Vengono arruolate ad esempio per impieghi di sicurezza come marescialli dell’aria (Tiger) e partecipano a missioni dell’Agenzia europea per le frontiere esterne (Frontex).

Guardie di confine in servizio nel traffico ferroviario.

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Pasticche di ecstasy sequestrate.

Per la dogana non si tratta di controllare il maggior numero possibile di merci, bensì di effettuare accertamenti su quelle giuste. Ciò significa che essa interviene solo se dall’analisi dei rischi emerge che qualcosa non quadra. L’efficacia dei controlli è fuori discussione. Basti pensare che, nel 2011, la dogana svizzera ha: • segnalato all’Istituto svizzero per gli agenti terapeutici Swissmedic 1.298 casi di importazioni illegali di agenti terapeutici potenzialmente nocivi alla salute dei consumatori; • sequestrato circa 60.000 prodotti contraffatti, dietro ai quali si celano spesso organizzazioni criminali che non rispettano né gli standard sociali né quelli relativi alla protezione dell’ambiente; • controllato 9.600 invii contenenti orologi e gioielli nonché confiscato 4.400 orologi e 7.200 gioielli contraffatti; • ritirato dal mercato 208 litri di gocce k.o., utilizzate spesso in rapine e reati sessuali; • sequestrato 1.308 armi vietate e 1.477 documenti contraffatti; • consegnato alla polizia 2.960 persone; • scoperto quasi 8.000 infrazioni alla legge sugli stranieri e alla legge sull’asilo nonché 114 casi legati ad attività di passatori.


[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

L’anno scorso l’AFD ha fatto confluire nelle casse della Confederazione oltre 23 miliardi di franchi, il che equivale a più di un terzo delle entrate statali. Questo denaro serve subito alla Confederazione per far fronte agli obblighi verso la popolazione nell’ambito dell’istruzione, delle opere sociali, della salute o delle infrastrutture.

Determinare la corretta frequenza dei controlli non è solo una questione di metodi analiticoscientifici. In fin dei conti è sempre una questione di apprezzamento. L’AFD non tiene alcuna statistica sulla quantità e sulla tipologia dei controlli eseguiti. La realtà è che, con l’aumento del traffico, la frequenza dei controlli non può che diminuire. Ciononostante, in molti ambiti è cresciuto il numero dei sequestri e delle contestazioni, realizzati grazie all’analisi dei rischi, ai moderni mezzi informatici e di controllo e all’impiego flessibile del personale.

Fermo effettuato dalle guardie di confine.

Il servizio civile e il Cgcf agiscono altresì da filtro preventivo nella sicurezza in Svizzera. In questo contesto, l’AFD svolge i molteplici compiti collaborando strettamente con autorità partner svizzere ed estere. Ad esempio i Cantoni di confine possono definire con l’AFD le aree di confine e delegare i compiti di polizia. In tal modo si sfruttano preziose sinergie per garantire la sicurezza nel nostro Paese, senza però compromettere la sovranità dei Cantoni in materia di polizia. Nel loro lavoro, i doganieri e le guardie di confine fanno di continuo constatazioni rilevanti in questo senso. Di questa proficua collaborazione beneficia in primo luogo la popolazione.

Più controlli? Quanti controlli servono in Svizzera? La questione interessa tanto i politici quanto i cittadini. Controlli di sicurezza nel traffico pesante.

Scanner mobile per autocarri.

La priorità si è spostata man mano dai controlli a campione, eseguiti indipendentemente dalla presenza di sospetti, ai controlli mirati la cui esecuzione è supportata da mezzi tecnici ausiliari e da una gestione delle informazioni più efficiente. Ciò che conta dunque sono i risultati, non la frequenza dei controlli. La regola è: fare controlli orientati ai rischi e adeguati alla situazione, senza però dimenticare che, anche in dogana, i controlli non sono tutto. È infatti altrettanto importante mantenere il servizio pubblico a favore dell’economia e della collettività. Da sempre, per la dogana si tratta di trovare il giusto equilibrio tra facilitazioni commerciali e sicurezza. I controlli presso gli uffici doganali nonché i controlli mobili sul territorio e nelle aree di confine offrono un livello di sicurezza sufficiente senza intralciare in modo tangibile il traffico turistico e l’economia.

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[ italiano ]

Primavera araba in Svizzera L’anno scorso la situazione migratoria in Svizzera è stata caratterizzata dalle rivolte popolari nel Nord Africa. Come già negli anni precedenti, il flusso migratorio si è concentrato principalmente presso il confine meridionale in Ticino, mentre gli altri Cantoni ne erano toccati solo in modo marginale. Nel 2011 il numero di richiedenti l’asilo è sensibilmente aumentato.

In Svizzera, il primo impatto della primavera araba si è avvertito a febbraio con un aumento del flusso migratorio tunisino. Queste persone soggiornavano già da alcuni anni in Italia e volevano cogliere l’occasione per entrare nel nostro Paese. Solo a inizio marzo sono arrivati i primi cittadini tunisini sbarcati poco prima sull’isola di Lampedusa. Per contro, nel mese di aprile si è constatato un forte aumento di migranti eritrei. La maggior parte delle entrate migratorie è avvenuta nel traffico ferroviario, attraverso Chiasso. Tuttavia sono state registrate intercettazioni anche nel terreno interstiziale. Nel traffico stradale, le guardie di confine hanno identificato alcuni passatori che tentavano di portare migranti in Svizzera. Nell’ambito di un controllo del Cgcf, 3000 persone (2010: 1300) hanno presentato una domanda d’asilo. Molti di questi, soprattutto cittadini tunisini, nigeriani e algerini, sono stati consegnati ai centri di registrazione e di procedura dell’Ufficio federale della migrazione. Anche se il flusso migratorio è stato relativamente elevato, non è tuttavia paragonabile a quello registrato negli anni Novanta durante la guerra dei Balcani.

Soggiorni illegali Nel 2011, il Cgcf ha individuato 5.600 persone (2010: 4300) che soggiornavano illegalmente nel nostro Paese. Si trattava di cittadini che non soddisfacevano le condizioni d’ingresso nello spazio Schengen o che vi soggiornavano da troppo tempo (senza visto, senza permesso di soggiorno oppure soggiorni oltre 90 giorni senza permesso). A 2.300 migranti è stata rifiutata l’entrata o sono stati allontanati. Essi sono quindi stati riconsegnati alle autorità estere, soprattutto a quelle italiane.

Il Cgcf agisce a livello nazionale Essendo un organo operativo a livello nazionale, il Cgcf ha il vantaggio di poter reagire in modo tempestivo a cambiamenti di situazioni e formare operazioni regionali concentrate. Ad esempio, la regione IV (Ticino) è stata potenziata in pochi giorni con personale di rinforzo proveniente da altre regioni a seguito della pressione migratoria al confine meridionale e della situazione relativa alla polizia di sicurezza inasprita da numerose aggressioni. Il rinforzo è tra l’altro stato richiesto anche dal governo ticinese.

Controllai mobili nell’area di confine.

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[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

Un anno di Frontex: bilancio e prospettive La protezione dei confini svizzeri inizia non ai confini nazionali, bensì già all’estero. Da più di un anno, alcune guardie di confine prestano servizio alle frontiere esterne dello spazio Schengen. Ma cos’ha portato Frontex? Qui di seguito un primo bilancio.

Il 12 dicembre 2008 è entrato in vigore in Svizzera l’accordo di Schengen. Benché ciò non abbia portato cambiamenti sostanziali per il Cgcf, si sono però aggiunti altri compiti, ad esempio il sostegno operativo ad altri Stati membri. Nel gennaio 2011 è entrato in vigore il contratto quadro di partenariato tra Frontex e Cgcf. Questo consente alla Svizzera di partecipare alle operazioni Frontex e di farsi rimborsare le spese derivanti. Dal febbraio 2011, il nostro Paese ha dunque iniziato a collaborare in questo ambito con l’invio di specialisti per impieghi alle frontiere esterne dello spazio Schengen nonché con l’impiego in Svizzera di colleghi esteri (il cosiddetto «hosting»). Il Cgcf ha inoltre partecipato a voli di rimpatrio. Il Cgcf funge da punto di contatto nazionale (National Frontex Point of

Contact, NFPOC) per tutte le questioni Frontex correlate alla Svizzera. Dopo il primo anno di attività il bilancio è positivo. Le guardie di confine svizzere hanno saputo contribuire alla protezione delle frontiere esterne grazie al loro know-how e, nel contempo, le esperienze degli specialisti inviati sul campo si sono rivelate estremamente utili per il Cgcf.

24 guardie per 803 giorni L’anno scorso, il Corpo ha inviato 24 guardie di confine, che hanno prestato servizio per 803 giorni. Nove di esse erano dislocate in grandi aeroporti dell’Europa occidentale come Francoforte, Parigi-Roissy, Madrid-Barajas e

Amsterdam-Schiphol e sono rimaste 354 giorni in tutto. Altri 223 giorni d’impiego sono stati prestati ai confini nazionali di Grecia, Bulgaria e Slovenia. La Svizzera ha risposto alla situazione d’emergenza dovuta alla migrazione dalla regione magrebina inviando sette guardie di confine in operazioni navali in Italia e Spagna, per una durata complessiva di 226 giorni. Per via delle competenze si è trattato di un impiego terrestre.

Una garanzia di qualità Frontex non rileva le prestazioni svolte dalle guardie di confine svizzere dal punto di vista quantitativo, poiché gli interventi avvengono in gruppi formati da membri di diversi Stati. Tuttavia, i membri del Cgcf sono stati elogiati a tutti i livelli per aver saputo assumere simultaneamente più ruoli, per le competenze linguistiche e l’elevato livello formativo. Oltre ai consulenti in materia di documenti, attivi nella prevenzione delle entrate illegali, nella scoperta di documenti contraffatti e irregolarità nei visti, anche i conducenti di cani e gli esperti nella ricerca di veicoli hanno contribuito in modo decisivo alla protezione delle frontiere esterne di Schengen. Molte constatazioni, soprattutto nell’ambito del traffico di migranti, di stupefacenti e di sigarette, avevano riferimenti in Svizzera. Ciò ha rafforzato la collaborazione con le auto-rità di sicurezza e di migrazione cantonali e nazionali. In tal modo, il nostro Paese può trarre benefici diretti dall’impiego delle guardie di confine all’estero.

Hosting in Svizzera

Conducente di cani del Cgcf impegnato in una missione Frontex.

Per garantire uno scambio regolare delle conoscenze (best practice), nel 2011 la Svizzera ha accolto cinque guardie di frontiera estere. Tre di esse, provenienti da Germania, Ungheria e Slovacchia, | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro

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[ italiano ]

hanno prestato servizio all’aeroporto di Zurigo assistite dalla polizia cantonale zurighese, mentre altre due, provenienti da Polonia e Lettonia, hanno supportato i membri del Cgcf all’aeroporto di Ginevra. Il loro impiego nel nostro Paese è durato complessivamente 98 giorni. Anche questa forma di collaborazione si è rivelata proficua ed è stata molto apprezzata da tutte le parti coinvolte. Questo ha potenziato le sinergie e la cooperazione internazionale.

Prospettive Dal 1° gennaio 2012 il numero di guardie di confine facenti parte del pool Frontex è stato portato da 30 a 40, cui si aggiungono tre agenti della polizia cantonale di Zurigo, che nel corso del 2012 intervengono in queste operazioni, eventualmente anche aeree. La responsabilità per gli hosting e la conduzione delle missioni delle guardie di confine svizzere all’estero incombe al Cgcf. Nel 2012, gli specialisti del Cgcf saranno impegnati prevalentemente negli impieghi aerei e terrestri pianificati per i Campionati europei di calcio in Polonia e Ucraina. Le missioni ai confini terrestri nell’Europa meridionale rimarranno comunque importanti. La buona collaborazione con gli aeroporti internazionali di Zurigo e Ginevra proseguirà

Poliziotto estero durante l’hosting.

mediante altre iniziative di hosting. Infine, continuerà e verrà ulteriormente consolidata la cooperazione tra la Svizzera e Frontex in ambito formativo. La responsabilità in questo caso compete al coordinatore della formazione a livello nazionale. Tale funzione è assunta dal capo della Formazione d’applicazione del Cgcf.

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[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

«Bushmeat»: solo per doganieri dai nervi saldi In certe occasioni i collaboratori della dogana devono veramente avere i nervi saldi, soprattutto se, all’atto di un controllo, scoprono «bushmeat» (carne selvatica) di animali cacciati in foreste vergini o savane. Molte di tali specie sono protette, ma per alcuni questa carne è una vera e propria prelibatezza. Presso gli uffici aeroportuali di Ginevra e Zurigo i sequestri di «bushmeat» sono ricorrenti. Un’organizzazione per la protezione degli animali intende scoprire l’entità di tale traffico. Peter Kaufmann (60 anni), responsabile del traffico turistico presso l’ufficio aeroportuale di Zurigo, lavora per la dogana da diversi anni. Di situazioni particolari ne ha vissute parecchie, e ormai riesce quasi sempre a mantenere la calma. Ma al solo pensiero della carne selvatica gli si mozza il respiro. «Quell’odore non lo dimenticherò per il resto della mia vita. Per me è inconcepibile che si possa mangiare qualcosa del genere. Senza contare il rischio di trasmissione all’uomo di malattie animali. La gente sembra non rendersi conto del rischio per la salute al quale va incontro e del pericolo per la popolazione», afferma il perito doganale. Anche il suo collega della dogana aeroportuale di Ginevra, Arno Rüdisühli (45 anni), ha dovuto confrontarsi con la problematica della «bushmeat». Accade spesso che lui o un suo collaboratore scopra, nei bagagli dei viaggiatori o nel traffico delle merci, resti di animali quali scimmie, scimpanzé, elefanti, coccodrilli, antilopi e armadilli. «Molti di questi animali sottostanno alla convenzione di Washington sulla protezione delle specie e rischiano l’estinzione. La sola vista di questi animali scoiati è orripilante». Chi importa carne selvatica in Svizzera non viola solo le prescrizioni di polizia epizootica, ma anche quelle in materia di conservazione delle specie. Coloro che non sfuggono alle maglie del controllo vengono multati dall’Ufficio federale di veterinaria. Infatti in tali casi la dogana coinvolge sempre i veterinari di confine, e la carne viene immediatamente distrutta.

Cuccioli di scimpanzé venduti a commercianti di animali Con uno studio, l’organizzazione Tengwood per la protezione di scimpanzé e altre scimmie in Camerun e Nigeria sta cercando di scoprire quanta carne selvatica è stata sequestrata dalla dogana negli ultimi anni presso gli aeroporti di Zurigo e Ginevra. Infatti, a prima vista non è sempre facile riconoscere se si tratti effettivamente di «bushmeat». I Paesi di provenienza sono soprattutto Camerun, Ghana, Nigeria, Costa d’Avorio e Sudafrica, e secondo Tengwood vi è un commercio fiorente. Le mamme scimpanzé, ad esempio, vengono uccise e la loro carne trattata e affumicata per permetterne la conservazione. I cuccioli di scimpanzé sono invece venduti a commercianti di animali e offerti sul mercato a un prezzo che può raggiungere i 50.000 dollari. In base ai dati dell’organizzazione, la maggior parte della carne selvatica arriva nei luoghi di villeggiatura di Egitto, Tunisia, Turchia e altri Paesi, dove viene spacciata come attrazione turistica. Può inoltre succedere che zoo di dubbia reputazione comprino cuccioli di scimpanzé da commercianti di animali senza scrupoli. Secondo Tengwood questo commercio rappresenta una delle principali minacce per la sopravvivenza delle specie.

Controlli mirati Già da tempo i collaboratori degli uffici doganali aeroportuali di Ginevra e Zurigo sono a conoscenza di tale problematica ed effettuano controlli mirati al fine di evitare l’importazione di questo tipo di carne. Purtroppo anche in futuro Peter Kaufmann, Arno Rüdisühli e i loro collaboratori dovranno quindi mantenere i nervi saldi.

Carne selvatica sequestrata. | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro

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[ italiano ]

Gocce k.o., una tendenza preoccupante «Non accettare bevande aperte da sconosciuti», raccomanda l´Ufficio federale della sanità pubblica (UFSP). Sono infatti in aumento i delitti commessi con le cosiddette «gocce k.o.». Se preso in dosi elevate, questo stupefacente, detto anche «ecstasy liquida», può causare stordimento o svenimento. Le vittime diventano incapaci di reagire, e anche diverse ore dopo l’assunzione non si ricordano più di nulla. Per contrastare tale tendenza, la dogana effettua controlli mirati volti a individuare questa pericolosa droga. Da qualche anno sono aumentati i reati commessi con la somministrazione di gocce k.o.. Le vittime, sia uomini che donne, vengono così stordite, violentate o derubate. Il fenomeno non è nuovo, ma vi sono pochi dati attendibili, poiché le sostanze chimiche GHB, GBL e BD (vedi riquadro) sono rintracciabili nell’organismo solo per breve tempo. Inoltre, se assunta in dosi elevate, questa droga fa perdere la memoria. Capita dunque spesso che il giorno dopo il fatto le vittime non ricordino più nulla. Diventa così difficile capire cosa sia realmente successo. In ambito industriale, il GBL viene commercializzato su larga scala nella produzione di coloranti o detergenti. Se destinata a tal fine, la sostanza può essere importata in modo del tutto legale mediante un’autorizzazione. Ciò comporta una vera e propria sfida per le autorità: da un lato, devono contrastare l’uso illecito di GBL, dall’altro garantirne il commercio legale. L’UFSP ha istituito un gruppo di lavoro incaricato di trovare soluzioni a questo problema, insieme alla dogana

svizzera, all’Ufficio federale di polizia (fedpol) e all’Istituto svizzero per gli agenti terapeutici (Swissmedic).

I controlli servono Per combattere il contrabbando delle gocce k.o., la dogana ha adeguato i suoi controlli. E gli effetti sono tangibili: nell’ultimo anno l’AFD ha sequestrato 208 litri della pericolosa sostanza. Questa quantità corrisponde a oltre 100.000 unità di consumo. Secondo il capo del Cgcf, Jürg Noth, la tendenza è preoccupante. La droga ha un effetto inebriante e talvolta viene consumata volontariamente nei party. Inoltre, per le sue caratteristiche, la droga favorisce gli abusi: sotto forma di liquido o di polvere incolore la sostanza inodore può essere infatti diluita in acqua. Un malintenzionato può quindi aggiungere le gocce nella bevanda di una persona senza che questa se ne accorga. «Duecinque millilitri sono sufficienti per stordire e manipolare una persona», osserva il signor Noth.

Controlli doganali nel traffico postale.

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[ Amministrazione federale delle dogane AFD ]

Le guardie di confine e il servizio civile effettuano i controlli già al confine. Come testimonia il capo del Cgcf, l’AFD scopre gocce k.o. in tutti i generi di traffico. Il segreto per mettere a segno molti sequestri è svolgere controlli orientati ai rischi. L’obiettivo della dogana non è quindi eseguire il maggior numero di controlli possibile, bensì quelli giusti, basati sull’analisi della situazione. Grazie alle indicazioni e ai profili rischio, i collaboratori possono controllare gli invii in modo mirato e, se del caso, trattenerli. Il GBL e il BD vengono prodotti in grandi quantità dall’industria chimica e impiegati per la fabbricazione di diversi prodotti, come coloranti e sostanze usate nell’edilizia. Entrambi sono classificati e designati come nocivi per la salute. Dal 2002 il GHB e i suoi esteri (p. es. GBL) soggiacciono alla legge sugli stupefacenti. Pertanto, se non hanno scopi industriali, il loro commercio e consumo sono vietati. Dal punto di vista della composizione chimica, le tre sostanze sono molto simili. Nell’organismo, il GBL e il BD vengono metabolizzati in GHB, sviluppando così gli stessi effetti. Siccome sono più facili da ottenere rispetto al GHB, il GBL e il BD vengono viepiù impiegati come suoi sostituti. Il GHB è commercializzato in forma liquida o cristallina (polvere), e talvolta viene colorato per accrescerne l’attrattiva. Praticamente inodore, ha un sapore salato e saponoso.

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Conclusione Il contrabbando organizzato in bande e la criminalità transfrontaliera rappresentano una sfida non indifferente per lo Stato e la collettività. I gruppi e le organizzazioni criminali sono interconnessi a livello mondiale e agiscono in modo sempre più professionale. Essi danneggiano la piazza economica svizzera e, non da ultimo, mettono in pericolo la sicurezza e la salute della popolazione che vive nel nostro Paese. La dogana svizzera offre un importante un contributo nella lotta a questi fenomeni e si adopererà in tal senso anche in futuro.

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[ deutsch ]

Elektronische Kooperation zwischen Firmen und Verwaltung – eGovernment ist Realität Atos: Kompetenz und Innovation für mehr Effizienz Um die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Verwaltungen und Firmen oder der Bevölkerung effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten, werden in der Schweiz vermehrt eGovernment Lösungen eingesetzt. Dieser Trend wird durch die Atos AG kompetent und innovativ unterstützt. Mit der zunehmenden Komplexität des Regulierungsumfelds in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und der Gesellschaft wächst der Anspruch an Firmen, Bevölkerung und öffentliche Verwaltungen, eine Vielfalt von Informationen zu liefern respektive zu bearbeiten. Dadurch wird der Bedarf nach effizienten und wirtschaftlichen Lösungen immer deutlicher. Der Bund engagiert sich stark dafür, eGovernment Lösungen anzuwenden, um die Verwaltungstätigkeit mit Hilfe des optimalen Einsatzes von Informations- und von

Kommunikationstechniken so bürgernah, effizient und wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Solche Lösungen sind dann am effizientesten, wenn eine effektive Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Partnern stattfindet. Gerade im Bereich eGovernment unterstützt die Atos AG die Zusammenarbeit zwischen Firmen und öffentlichen Verwaltungen, indem sie Projekte von der Identifikation der Bedürfnisse bis zur kompletten Durchführung mit Kompetenz und mit Innovation integral betreut.

Vergleich digitale und konventionelle Systeme.

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[ Atos Publireportage ]

In dem Zusammenhang sind Einsatzleitsysteme und der biometrische Pass sowie auch ein Projekt mit der Eidgenössischen Zollverwaltung für den Ersatz des bisherigen Erfassungsgerätes zur Abgabenerhebung im Schwerverkehr (LSVA) zu nennen. So arbeitet Atos im Rahmen der LSVA mit der EZV und Partnern zusammen, um die zur Abgabenerhebung erforderlichen Daten in digitaler Form zu erfassen. Solche volldigitalen Lösungen legen den Fokus klar auf maximale Sicherheit für alle Beteiligten (Behörden und Privatsektor) bei gleichzeitiger Eliminierung papiergestützter Prozesse. Die von Atos angewandten digitalen Systeme und Verfahren ermöglichen zudem signifikante Effizienzsteigerungen im Bereich der Kontrolle, der Datenverarbeitung und -darstellung.

Schnelle und sichere Integration Atos legt bei der Entwicklung und Einführung entsprechender Systeme grössten Wert auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Behörden und Industriesektoren. Gerade im Bereich der Verbrauchssteuer oder staatlich regulierter Produkte setzt Atos weltweit auf zukunftsorientierte digitale Systeme und Verfahren, die staatliche Kontrollfunktionen deutlich erleichtern und gleichzeitig Produktionsprozesse vereinfachen. Parallel zur Informationsbereitstellung in Echtzeit für die Produktions- und Warenlagerüberwachung durch Regierungsstellen werden hocheffektive und erprobte Serialisierungstechnologien als Massnahme gegen illegalen Handel und Produktfälschungen angewendet. Solche Technologien werden von Atos zum Beispiel beim Tracking und Tracing insbesondere im Pharmasektor, aber auch in anderen Branchen wie dem Alkohol- und Tabakbereich erfolgreich eingesetzt: Diese Verfahren übertreffen in puncto Sicherheit deutlich die konventionellen, meist papierbasierten Sicherheitstechnologien, wie Hologramme oder Sicherheitsfarben auf Banderolen (s. Abb.). Sie lassen sich zudem schnell und sicher in bestehende Systeme auf Verwaltungswie Industrieseite einbinden. Atos AG

Walter Kägi, CEO der Atos AG begrüsst die Entscheidung von Behörden und Ämtern, die elektronische Verwaltung weiter auszubauen: «In der Schweiz wurde das Potenzial der elektronischen Verwaltung von den zuständigen Stellen schon sehr früh erkannt. Parallel dazu hat Atos ihre entsprechenden Konzepte und Kompetenzen kontinuierlich ausgebaut, die entsprechenden Entwicklungen an vorderster Front mitgeprägt und sich als starker Partner der öffentlichen Hand etabliert. Zusammen mit unseren verschiedenen Ansprechgruppen werden wir die Zukunft in diesem Bereich weiter prägen und so wesentlich zu einem effizienten und effektiven eGovernment im Sinne von Verwaltung und Firmen beitragen.»

Atos – Sicherheit ohne Kompromisse Mit weltweit rund 75.000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von 8,6 Milliarden Euro zählt Atos zu den führenden europäischen Anbietern von IT-Services. In der Schweiz bietet die Atos AG nach der Übernahme von Siemens IT Solutions and Services im Sommer 2011 innovative Lösungen aus einer Hand: 500 Atos Spezialisten unterstützen öffentliche und private Organisationen mit professionellen ITLösungen und Services. Neben dem Betrieb von grossen Managed Services-Plattformen unterstützt Atos die Kunden mit technologisch führenden und integrierten Softwarelösungen. Im Bereich System Integration bedient Atos den privaten wie auch den öffent­ lichen Sektor mit Projekten wie zum Beispiel dem Projekt neues LSVA-Erfassungsgerät (Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe), Track und Trace Lösungen und ISRM (Identity, Security und Risk Management). Auf Basis der über 20-jährigen engen Zusammenarbeit mit SAP unterstützt Atos bei der SAP-Integration und trägt zum Erfolg von SAP-Anwendern aus den unterschiedlichsten Branchen bei. Fragen zu Identity, Security und Risk Management (ISRM) nehmen eine immer wichtigere Stellung ein. Mit einem End-to-EndAnsatz begegnet Atos den Bedrohungen bezüglich Identität, Sicherheit und Risiko vollumfänglich, was auch gerade im stark wachsenden eGovernment Bereich («digitale» Projekte im öffentlichen Sektor) von höchster Bedeutung ist.

Freilagerstrasse 28, 8047 Zürich

Tel.: +41 58 702 1111 • E-Mail: info.ch@atos.net

Olympische Höchstleistungen für maximale Sicherheit Die Olympischen Spiele in London bringen für 2 Wochen 15.000 Athleten, 27.000 Medienschaffende, 70.000 freiwillige Helfer und 10 Millionen Besucherinnen und Besucher zusammen. Als globaler IT-Partner garantiert Atos die Verteilung von Resultaten und Daten rund um die Welt. Zugleich sorgen ihre Business Technologists mit ihren Lösungen für die Sicherheit von Menschen und Systemen. Seit Barcelona 1992 erbringen die Spezialisten von Atos an allen Olympischen Spielen persönliche Bestleistungen. Denn die Anforderungen in den technischen sowie den organisatorischen Belangen wachsen mit jeder Austragung – so werden in London alleine 30 Prozent mehr Daten verarbeitet als an den vorherigen Olympiaden. Dies hängt neben der wachsenden Zahl an Athleten und Offiziellen, an Medienschaffenden und Zuschauern auch mit steigenden Sicherheitsauflagen zusammen. Atos sammelt und verarbeitet beispielsweise die persönlichen Daten sämtlicher Sportler und hilft bei der Rekrutierung der Helfer. Im Rahmen des Identity and Access Management (IAM) verantworten die Business Technologists die ganze Akkreditierung von der Identifikation über die Registration bis zu den Zugangsinformationen und Leistungszuteilungen. Zur Gewährleistung einer maximalen Systemsicherheit wurde die gesamte IT-Infrastruktur in 200.000 Stunden akribisch getestet. Von diesen olympischen Erfahrungen und dem Know-how rund um die Planung, die Integration und die Sicherheit hoch stehender IT-Lösungen profitieren die Kunden von Atos auf allen Erdteilen. | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro blu |

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Wir beleuchten Ihren Arbeitsplatz Die Firma Walter Stocker AG (Stowa) die 1928 in Rothrist gegründet wurde, ist im Bereich Feuerwehr-, Rettungs- und Sicherheitstechnik tätig. Das Sortiment umfasst alles von Brandschutzkleidern bis Funktionswesten, von Tiefenrettungsgeräten bis zu Hydraulischen Werkzeugen und von Taschenlampen bis zu Beleuchtungsballonen.

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Jahrzehntelange Praxis und Knowhow galten seit jeher der konsequenten Produktweiterentwicklung der Walter Stocker AG, was Innovationsfähigkeit, Wachstum und Präsenz des Unternehmens nachhaltig beeinflusst hat. Höchste Qualitätsstandarts sind damit auch für die Zukunft täglicher Ansporn und wegweisende Herausforderung des Gesamtteams der Walter Stocker AG, Qualität und Zuverlässigkeit modernster Technolgien auf höchster Ebene zu fördern. Im Bereich Beleuchtung gab es in den letzten Jahren einen grossen Entwicklungsschritt: Der Wechsel von Halogen zu LED die weniger Strom brauchen… Im Text stellen wir Euch einige Produkte vor. RALS Flutlichtsystem ab 1000 Lumen, resistent und einfach zum Transportieren. Die RALS Flutlichtsysteme sind die perfekte Ausrüstung für abgelegene Gebiete. RALS 9430 (1) mit nur 10.27 kg lässt sich das Stystem 9430 B leicht Treppen oder Leitern hinauf tragen. Die kompakte Grösse und der vollständig ausfahrbare Mast mit um 360 Grad drehbarem Lampenkopf macht selbst enge Räume einfach zugänglich. Widerstandsfähige und isolierte Schalter widerstehen tagein, tagaus den rauen Einsatzbedingungen der Industrie.

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[ deutsch ]

Juristisches Fachwissen für die Berufspraxis

Dipl. Rechtsassistent/in HF Das Berufsbild Rechtsassistenten bzw. Rechtsassistentinnen sind Berufsfachleute mit einem fundierten, generalistischen und juristischen Hintergrund- und Orientierungswissen. Als Mitarbeitende in einem Unternehmen, in der öffentlichen Verwaltung oder als Treuhänder/innen bearbeiten sie Aufgaben mit rechtlichem Bezug und einfachere Rechtsfälle auf der Grundlage eines fundierten theoretischen und in der Praxis abgestützten rechtlichen Basis- und Methodenwissens. Praxisorientiertes Verständnis im Zivilrecht, Strafrecht, Handels- und Wirtschaftsrecht, im Staats- und Verwaltungsrecht sowie im Prozessrecht ermöglicht ihnen eine ganzheitliche Betrachtungsweise von rechtlichen Aufgaben und Problemstellungen.

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Rechtsassistenten beraten interne und externe Kunden in juristischen Fragen, erstellen und prüfen Verträge, bearbeiten Betreibungen, Strafrechtsfälle sowie Aufgaben in der öffentlichen Verwaltung und erarbeiten die Grundlagen für öffentliche Beurkundungen. Bei komplexeren oder anspruchsvolleren Rechtsfällen bearbeiten die Rechtsassistenten einen Teil des Auftrags und bilden die Schnittstelle zu Juristen BA, MA und Anwälten. Da Rechtsassistenten nicht aktiv vor Gericht auftreten können, kommt ihnen vielfach die Rolle eines internen Beraters respektive eines qualifizierten Sachbearbeiters zu.


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Voraussetzungen

Über das ZbW

Zum Bildungsgang dipl. Rechtsassistent/in HF wird zugelassen, wer zusätzlich zu einem Abschluss auf Sekundarstufe II über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügt.

Das Zentrum für berufliche Weiterbildung (ZbW) in St. Gallen ist eine Höhere Fachschule (HF), privatwirtschaftlich organisiert und seit 1946 in der Ostschweiz verankert. Sie bietet eine breite Palette von Lehrgängen an, die auf eidgenössische Berufsprüfungen mit Fachausweis, eidg. höhere Fachprüfungen mit Diplom und den eidg. anerkannten Titel „Dipl. Techniker/in HF“ vorbereiten.

• Kaufmann/frau Profil B oder E, altrechtliche eidgenössische Fähigkeitszeugnisse (EFZ) im kaufmännischen Bereich oder Abschluss einer kantonal anerkannten Handelsmittelschule • Anderes EFZ und Berufsprüfung Polizist/in mit eidg. Fachausweis (EFA) • Anderes EFZ und kaufmännische/betriebswirtschaftliche Zusatzausbildung auf Tertiärstufe mit formalem Abschluss (techn. Kaufmann/Kauffrau, eidg. dipl. Betriebswirtschafter/in des Gewerbes, Nachdiplomlehrgang in Betriebswirtschaft (z.B. NDS HF) etc.) Von den Kursteilnehmenden der berufsbegleitenden Bildungsgänge wird verlangt, dass sie während der ganzen Ausbildung eine mindestens 50prozentige Berufstätigkeit nachweisen können, worin Rechtsfragen behandelt werden. Folgende Tätigkeitsfelder werden anerkannt (in Einzelfällen kann „sur dossier“ entschieden werden): Klein- und Mittelbetriebe KMU, Polizei, Untersuchungsrichteramt, Staatsanwaltschaft, Bank- und Versicherungswesen, Treuhandwesen, Anwaltskanzlei, Gemeindeverwaltung, kantonale Verwaltung. Der Anbieter hat die Ausübung der Berufstätigkeit während der Ausbildung zu überprüfen.

Rund 350 qualifizierte Lehrbeauftragte, die selbst in der Berufspraxis stehen, engagieren sich für das ZbW und vermitteln ihr Wissen zum Nutzen der jährlich über 6.000 Kursteilnehmenden. Das ZbW gilt unter Berufsleuten als Leistungsschule – wer die intensiven Lehrgänge erfolgreich absolviert hat, erhält entsprechende Anerkennung und verfügt über ein solides Rüstzeug für die Karriere. Auf 7000 m2 steht eine moderne und grosszügige Bildungsinfrastruktur zur Verfügung, die sowohl per Stadtbus als auch vom Autobahnanschluss St. Gallen-Winkeln aus sehr gut erreichbar ist (eigene Parkplätze).

Die Abschlussprüfung / Das Diplom Die Prüfungen zum Diplom finden am ZbW statt. Das Prüfungsreglement kann im Schulsekretariat eingesehen werden. Die Diplomprüfung besteht aus Fallstudien (schriftliche Prüfung, mindestens 25 Stunden) und einer Diplomarbeit mit Präsentation und Fachgespräch. Kursort: ZbW St. Gallen, Gaiserwaldstrasse 6 (VBSG-Bus Nr. 7 „Abtwil“ bis Haltestelle „Cinédome“) Kursdauer: 6 Semester, berufsbegleitend Unterrichtszeiten: Donnerstag 13.30 bis 20.45 Uhr (8 Lektionen) und Samstag, 08.00 bis 12.15 Uhr (5 Lektionen) Beginn: Jeweils im Oktober Kosten: Ab Fr. 3.280.- pro Semester (abhängig vom stipendienrechtlichen Wohnsitz) Prüfungsgebühr: Ca. Fr. 3.000.Ansprechpartner: Thomas Stark: tstark@zbw.ch; Carmen Schulze@zbw.ch Weitere Informationen: Telefon 071 313 40 40 www.zbw.ch

Anfahrtsplan: ZbW, St. Gallen, Gaiserwaldstrasse 6 (VBSG-Bus Nr. 7 „Abtwil“ bis Haltestelle „Cinédome“

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[ deutsch / français ]

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Licht für Spezialisten

L‘éclairage des spécialistes

Lichttechnische Untersuchungen sind Standardprozeduren der Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik geworden, d.h. durch Anwendung optischer Techniken mit UV-A oder sichtbaren Lichtfarben werden Objekte, Hautschuppen, Körpersekrete und Fingerspuren überhaupt erst gefunden bzw. schneller und detaillierter identifizierbar und dokumentierbar. Intensives Licht am Tatort und im Labor zu erzeugen, um z.B. auch bei ungünstigen Tageslichtverhältnissen noch Spuren zu finden, damit wurde die Lumatec GmbH aus Bayern bekannt. Die erste Spezialausrüstung der Marke Lumatec war die Lichtquelle Superlite S400, die Lichtspektren und Zubehör für die wichtigsten kriminaltechnischen Arbeiten in einer einfach bedienbaren, leistungsstarken Aufmachung bietet und dabei noch mit Akku unabhängig vom Netz verwendet werden kann. Diese technisch und handwerklich aufwändige Lichttechnik bietet einen weltweit anerkannten Nutzen als spezielles Einsatzmittel für Erkennungsdienste, Tatortgruppen und die Gerichtsmedizin. Für eine noch breitere Anwendung der Lichtinspektion stellt Lumatec auf der GPEC 2012 (Stand E 68) ein leistungsmäßig ebenso professionelles Handlampen-System vor, d.h. das in der Lichtleistung mit klassischen Lichtquellen vergleichbar aber noch einfacher bedient und handlicher transportiert werden kann.

Les analyses effectuées avec les techniques à base de lumière sont devenues partie intégrante des procédures standard de la médecine légale et de la police scientifique. En effet, l‘utilisation de techniques optiques utilisant des rayons UV-A ou un éclairage coloré visible permet de détecter les objets, les résidus de peau, les sécrétions corporelles et les empreintes de doigts ou bien de les identifier et de les consigner de manière plus rapide et plus détaillée. La société bavaroise Lumatec GmbH s‘est fait connaître en élaborant un système d‘éclairage intensif nécessaire sur les lieux de crime et dans les laboratoires afin de, par exemple, trouver des empreintes lorsque les conditions d‘éclairage naturel sont défavorables. Le premier équipement spécial de la marque Lumatec fut la source de lumière Superlite S400 qui offre des spectres d‘éclairage et des accessoires pour les procédures criminalistiques en étant doté d‘une présentation avec un maniement simple et performant, accompagné d‘une batterie pouvant fonctionner indépendamment du réseau. Cette technique d‘éclairage spéciale, exigeante du point du vu technique et artisanal, offre des avantages mondialement reconnus en tant que ressources spéciales pour les services d‘anthropométrie judiciaire, les équipes sur les lieux de crime et la médecine légale. Pour une utilisation encore plus étendue de l‘inspection à la lumière, Lumatec présente au cours du salon GPEC 2012 (Stand E 68) un système de lampe portative professionnel extrêmement performant qui offre la puissance lumineuse des sources lumineuses classiques disponibles mais qui, en comparaison, est plus facilement maniable et transportable.

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Spitzenschütze Marcel Bürge zu Brünig Indoor.

«Die Anlage ist unverzichtbar» Er gab auf der 300-Meter-Anlage im Brünig Indoor den ersten Schuss ab. Seither nutzt der Spitzenschütze die Anlage in Lungern regelmässig zu Trainingszwecken. Marcel Bürge ist davon überzeugt, dass der Schweizer Schiesssport ohne Brünig Indoor heute nicht mehr denkbar wäre. Möglichkeit, insbesondere im Winter. Dann bin ich sehr oft hier. Ich bereite mich jeweils in der Halle auf die kommende Saison vor, die dann wieder draussen stattfindet.

Die Schweiz hat immer wieder gute Schützen hervorgebracht. Wie wichtig ist die Anlage für den Schiesssport insgesamt? Die Anlage ist extrem wichtig. Manchmal muss ich lächeln, wenn ich der jüngeren Generation von Spitzenschützen zuhöre. Für sie ist das alles selbstverständlich geworden. Noch vor 15 Jahren musste ich beispielsweise im Winter nach Tschechien reisen, um meine Trainings Absolvieren zu können, weil es in der Schweiz keine Entsprechenden Möglichkeiten gab. Wenn man heute an der Weltspitze mitmischen will, dann ist eine solche Anlage unverzichtbar.

Gute Resultate sind nur dank und mit dieser Anlage zu erreichen?

2002 gab der Toggenburger Marcel Bürge den ersten Schuss in der neuen Lungerer Anlage ab – eine grosse Ehre für ihn.

Wie war es vor zehn Jahren, als Erster einen Schuss in der neuen Anlage Brünig Indoor abzugeben? Für mich war es sehr, sehr eindrücklich, als ich die Anlage zum ersten Mal sah. Ich hatte zuvor bereits in IndoorAnlagen geschossen, allerdings nur mit Kleinkaliber auf 50 Meter. Nun in einer 300-Meter-Anlage im Berg zu schiessen, war für mich ein gewaltiges Erlebnis. Beim ersten Schuss erwartete ich,

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dass der Knall im Felsgewölbe lauter ist als bei anderen Anlagen. Ich war positiv überrascht, dass dem nicht so war. Es war sehr angenehm.

Waren Sie seither zu Trainingszwecken oft in der Anlage oder bleiben Sie für ihr Training in der Ostschweiz? Nein, in den letzten zehn Jahren habe ich regelmässig im Brünig Indoor trainiert. Für mich bietet es eine sehr gute

Das kann man so direkt formulieren. Im Winter muss ich meine Grundtechnik aufbauen. Dazu muss ich viel schiessen. In einer Indoor-Anlage kann ich dies ohne äussere Einflüsse tun. Licht, Wind, Thermik, alle diese Komponenten fallen weg. Quasi unter Laborbedingungen kann ich sehr gut an meiner Technik feilen. Die Resultate zeigen mir ausschliesslich das, was ich abliefere. Perfekte Voraussetzungen für ein Aufbautraining …

Wie viele Schüsse geben Sie während einer solchen Aufbauphase ab? Im Laufe einer ganzen Saison verschiesse ich zirka 5.000 Schuss Luftgewehrmunition, 25.000 Schuss Kleinkaliber und rund 5.000 bis 10.000 Schuss in der 300-Meter-Anlage. Das kann natürlich von Saison zu Saison etwas variieren. Dieses Jahr bereite ich mich


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produzieren Sportgewehre, dieselben, die ich und 90 Prozent aller Schweizer Spitzenschützen einsetzen. Wir exportieren diese Sportgeräte weltweit. An den Olympischen Spielen werden zwischen 20 und 30 Athleten mit unseren Produkten an den Start gehen, was ein enorm hoher Anteil ist. Wenn ich beispielsweise in einem Trainingslager bin und jemand ein Problem mit einem solchen Gewehr hat, dann helfe ich natürlich. Daher geht Beruf und Sport fliessend ineinander über.

Zurück zu Brünig Indoor. Werden Sie an einem der Jubiläumsanlässe zu sehen sein, oder bleibt dafür keine Zeit? Marcel Bürge ist in der Schiessszene nach wie vor ein gefragter Mann.

auf die Olympischen Spiele vor. Daher schiesse ich weniger auf 300 Meter und dafür mehr Kleinkaliber.

Bei Ihrer momentanen Form ist aber davon auszugehen, dass Sie auch für Olympia nach London reisen?

Wie ist Ihr Training für die Olympiasaison verlaufen?

Im Moment läuft es optimal. Ich bin zu 100 Prozent auf Kurs. Für mich ist jetzt wichtig, dass ich eine saubere Qualifikationsphase absolvieren kann. Ich habe aber meinen Fokus schon jetzt auf die Olympischen Spiele festgelegt. Ich gehe heute davon aus, dass ich in London am Start sein werde. Wenn dem nicht so wäre, wäre ich im Spitzensport am falschen Ort.

Sehr gut. Bei einem ersten Wettkampf konnte ich absolute Spitzenresultate abliefern. Im Liegendmatch habe ich mit 600 Punkten das Maximum erzielt. Im Dreistellungsmatch schoss ich 1.184 Punkte, was lediglich zwei Punkte unter dem Weltrekord liegt.

Sie sind offensichtlich für die Olympischen Spiele bereit? Am 21. April, fliege ich zum ersten Weltcupwettkampf der Saison nach London. Danach folgen Wettkämpfe in Pilsen, Mailand und München. Dort geht es für mich darum, die von Swiss Olympic geforderten Selektionsresultate zu erzielen. In sechs Wochen wird man ziemlich genau sagen können, wer dem OlympiaTeam angehört.

Kann man als Spitzenschütze vom Sport leben oder wie viel müssen Sie neben dem Training arbeiten? Das ist eine interessante Frage. Vor Kurzem wurde ich in der Kategorie Profisportler zum St. Galler Sportler des Jahres gewählt. Das zeigt schon, dass ich neben dem Training nicht mehr viel arbeiten kann. Oder anders gesagt: Meine ganze Arbeit hat mit Schiessen zu tun. Ich arbeite bei Bleiker Sportwaffen. Wir

Diese Saison bin ich enorm ausgelastet mit der gesamten Olympia-Vorbereitung. Ich stehe aber in regem Kontakt mit der Geschäftsleitung von Brünig Indoor und werde sicher an einem der Events anwesend sein. Die Mischung von verschiedenen Interessengruppen, die im Brünig Indoor Platz finden, ist sehr interessant. Bis Mitte August muss ich meine Prioritäten aber ganz klar anders setzen.

Sind zehn Jahre Brünig Indoor also Grund zum Feiern? Die Eröffnung war für mich als Spitzensportler eine grosse Freude. Meine grösste Sorge war damals, dass diese Firma sich nicht finanzieren und nicht überleben könnte. Ich hatte Angst, dass das Projekt zu gross ist. Im Nachhinein darf ich nun feststellen, dass dies sehr gut gemacht war und dass Brünig Indoor immer noch sehr gut arbeitet. Heute ist Brünig Indoor aus der Schiessszene nicht mehr wegzudenken. Die Anlage ist die Top-Adresse in der Schweiz.

Zur Person Marcel Bürge ist 40 Jahre alt, verheiratet und stammt aus Lütsiburg im Kanton St. Gallen. Er ist nicht nur als Sportler für das Schiessen unterwegs. Er arbeitet im Verkauf und Marketing der Firma Bleiker Sportwaffen. Bürge ist amtierender ISSF-Weltmeister in der 300-Meter-Distanz. Er ist zudem mehrfacher Schweizermeister auf 300 Meter und im Kleinkaliber. Bürge nahm bereits an den Olympischen Spielen in Peking teil und erreichte dort beim Kleinkaliber-Dreistellungsmatch den 32. Rang. [Beat Kohler]

Marcel Bürge schiesst den 1. Schuss auf die neue 300m Anlage. | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro blu |

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[ deutsch ]

Ideale Bedingungen für Sportler und Sicherheitsfachleute.

Trainieren für die Sicherheit Das Schiesssportzentrum Brünig Indoor in Lungern hat sich in den vergangenen zehn Jahren als unverzichtbarer Teil der Schiessszene etabliert. Verwaltungsratspräsident Franz Stämpfli aus Innertkirchen erklärt, wie diese Position gehalten und in Zukunft noch gefestigt werden soll.

Franz Stämpfli, Verwaltungsratspräsident der Brünig Indoor AG, ist selber passionierter Jäger und Schütze.

«Das Segment Sicherheit wird für uns immer wichtiger», erklärt Franz Stämpfli, Verwaltungsratspräsident Brünig Indoor AG. Insgesamt stellt das Unternehmen auf vier Kundensegmente ab: In erster Linie natürlich auf die Sportschützen, die in der Anlage ideale Trainingsmöglichkeiten finden; ein weiteres wichtiges Standbein sind die Jäger. Immer wichtiger wird das Thema Sicherheit und einen kleineren Teil machen Firmenanlässe und Events aus. Brünig Indoor will sich nur bedingt als Wochenendausflugsziel für Familien etablieren.

er nicht nur an Verwaltungsratssitzungen im Schiesssportzentrum anzutreffen, sondern trainiert oft auch in den Anlagen. Die Anliegen der Jäger sind ihm bekannt: Diese müssen in verschiedenen Kantonen bereits den Nachweis erbringen, dass sie Trainingsschiessen absolviert haben, wenn sie ein Patent lösen. Hier will Brünig Indoor gute Möglichkeiten anbieten. Im Brünig Indoor können die Jäger sowohl mit Kugeln wie auch mit Schrot auf bewegliche Ziele schiessen üben.

werden alle 30.000 patentierten Jäger in der Schweiz jeweils im Herbst einen solchen Nachweis erbringen müssen. Ein Bereich des jagdlichen Schiessens ist im Brünig Indoor noch ausgeschlossen: Das Schiessen auf fliegende Tontauben. Dazu wäre eine Hallengrösse notwendig, die im Fels kaum realisierbar ist; da fliegende Tontauben jedoch insbesondere beim sportlichen Jagdschiessen wichtig sind, steht dies für die Ausrichtung von Brünig Indoor nicht im Zentrum.

Herausforderung und Chance

Trainingsbedingungen

«Die Anforderungen an die Jäger werden immer grösser», stellt Stämpfli fest. Mittelfristig wird der Schiessnachweis flächendeckend gefordert werden. Das geschieht zwar nicht in jedem Kanton auf dieselbe Weise, im Brünig Indoor sollen aber Jäger aus allen Kantonen diesen Nachweis erbringen können. Für die Betreiber ist das eine Herausforderung, da die Lösungen je nach Kanton unterschiedlich aussehen. Es ist aber auch eine Chance, denn irgendwann

Nachweis für Jäger Seit 2008 steht der Innertkirchner Fürsprecher und Notar dem Brünig Indoor als VR-Präsident vor. Stämpfli ist selber passionierter Jäger und Schütze. «Ich nehme auch an jagdlichen Wettschiessen teil», erzählt er. Deshalb ist

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Polyhalle.

Ganz anders bei den Olympischen Schiessdisziplinen. Für die Sportschützen bietet Brünig Indoor eine ideale Trainingsanlage. Sie gilt als nationales Leistungszentrum für den Schiesssport und will dies auch bleiben. «Die Anlage ist technisch auf dem neuesten Stand», erklärt Stämpfli, der als Exekutivrat von Swiss Olympic die Anforderungen der Sportschützen von Verbandsseite her genau kennt. In der Schweiz gibt es 70.000 lizenzierte Sportschützen – ein wichtiges Zielpublikum für


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Behörden am Schiesstraining.

Brünig Indoor. Die Spitzenathleten helfen mit, die Auslastung der Anlage zu verbessern. Sie trainieren dann, wenn die Anlage noch nicht so stark beansprucht ist – unter der Woche und am Tag. Im Moment ist der Trainingsbedarf besonders hoch, hat doch die Schweiz für die Olympischen Spiele in London im Starterfeld der Schützen sieben Quotenplätze zur Verfügung. Die Athleten sollen in Lungern ideale Bedingungen vorfinden. «Wir gehen auf ihre Wünsche ein», so Stämpfli. Wenn für ein Training eine Temperatur von 30 statt 18 Grad Celsius gefordert ist, dann lässt sich das einrichten. Verbesserungspotenzial sieht Stämpfli bei der Beherbergung – wenn die Athleten nach Lungern in ein Trainingslager kommen, müssen sie entsprechend untergebracht werden.

Sicherheit wird wichtiger Das grösste Wachstumspotenzial sieht Franz Stämpfli im Bereich Sicherheit; Polizisten und Armeeangehörige können ebenfalls vom vielfältigen Angebot im Brünig Indoor profitieren. Sie können auf bewegliche Ziele schiessen und so spezielle Situationen trainieren. Dies wird immer wichtiger und entsprechende Möglichkeiten sind in der Schweiz nicht breit gestreut. Die Nachfrage nimmt laufend zu und Brünig Indoor konnte sich in diesen Kreisen bereits einen guten Namen machen. Wie VR-Präsident Stämpfli erläutert, besteht im gesamten Sicherheitsbereich eine Herausforderung darin, dass die Anlagen auf die sogenannte Kurzdistanz ausgerichtet werden müssen.

Dieser Herausforderung will man sich in Lungern stellen. «Trainings von Personen, die im Sicherheitsbereich arbeiten, passen bestens in unser Konzept», ist Stämpfli überzeugt. Dank dieser Kundschaft kann die Auslastung der Anlage noch einmal deutlich verbessert werden. Momentan zählt die Schiesssportanlage jährlich rund 30.000 Eintritte. Diese Zahl soll nicht nur gehalten, sondern noch gesteigert werden. Dabei hat Brünig Indoor die Trümpfe in der Hand: Hier kann rund um die Uhr trainiert werden, ohne dass irgendwelche Emissionen nach draussen dringen. Dieser Umstand wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen. [Beat Kohler]

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Thomas Gasser, Initiant von Brünig Indoor, blickt zurück

«Warum nicht in den Berg» Seit zehn Jahren wird im Schiesssportzentrum Brünig Indoor unter Tage geschossen. Es war ein langer Weg von der ersten Idee für eine solche Anlage bis zu dem florierenden Unternehmen, das Brünig Indoor heute ist. Initiant Thomas Gasser schaut zurück auf die Anfänge der ersten und bisher einzigen Anlage in der Schweiz, die für den Schiesssport in den Fels gehauen wurde.

Viel Erfahrung

Lärm, Pulverdampf in der Luft, Blei im Boden. All diese Probleme hat eine unterirdische Schiessanlage nicht. So war es für Thomas Gasser, CEO der Gasser Felstechnik AG in Lungern, ein naheliegender Gedanke, eine solche Anlage zu bauen. Insbesondere, nachdem in den 1990er-Jahren der Vorstoss für eine regionale Schiessanlage in Alpnach vom Stimmvolk verworfen worden war. «Warum nicht in den Berg», dachte sich der Bauunternehmer in dieser Situation. Seine Idee stiess auf offene Ohren – 1997 nahm ein Planungsteam unter Beteiligung des kantonalen Amtes für Umweltschutz die ersten Planungsarbeiten in Angriff.

Die Schützen überzeugt «Zu Beginn kam der Widerstand gegen die Anlage aus den Schützenkreisen selber», erinnert sich Gasser. Dies aus einem einfachen Grund: Gewisse Schützen fürchteten, dass mit der Anlage eine Präjudiz geschaffen und der Schiesssport künftig ganz unter die Erde verbannt würde. Schliesslich liessen sich aber alle beteiligten Kreise von den Vorteilen einer solchen 300-Meter-Schiessanlage überzeugen. Viel zum Gelingen beigetragen hat Peter Graf, damaliger Chef Nachwuchs beim leistungssportlichen Schiessen. Er überzeugte nicht nur die Schützen, er erweiterte auch das Konzept der Anlage: Aus einer reinen 300-Meter-Schiessanlage sollte nun ein Trainingscenter für Sportschützen und Jäger werden. Ende 1999 präsentiert Graf die Ergebnisse seiner Abklärungen mit einem überzeugenden Resultat. Graf wird 2001 der erste Verwaltungsratspräsident der neu gegründeten «Unterirdische Schiessanlage Walchi AG». Im Juni 2001 beginnen die Bauarbeiten an der neuen Anlage.

Seine Idee einer unterirdischen Schiessanlage zu bauen hat sich als nachhaltig erfolgreich erwiesen: Initiant Thomas Gasser.

300m Kanal mit Jagdscheiben.

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«Wir hatten 1990 bereits eine Lagerhalle unter Tage gebaut», erinnert sich Gasser. Diese Bauweise hat für ein Unternehmen, das sich im Kerngeschäft mit Sprengungen und Baumeisterarbeiten befasst, verschiedene Vorteile. Bei guter Felsqualität sind die Baukosten mit anderen Lösungen vergleichbar. Zudem wird kein Land verbaut. Im Fels herrscht konstant dieselbe Temperatur, hier in Lungern sind es 13 Grad Celsius. Das hilft, die Betriebskosten zu senken. Hinzu kommen für dieses spezielle Projekt die schiesstechnischen Vorteile. In der Kaverne ist es Windstill. Zudem dringen keine Emissionen nach aussen. «Das Konzept ist in sich stimmig», ist Gasser, der im Verwaltungsrat von Brünig Indoor sitzt, nach wie vor überzeugt. Brünig Indoor steht für Training und Sicherheit und für hohe Qualität.


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Empfang Brünig Indoor.

Der Aufwand für den Bau der Anlage war gross. Alleine für den 300-MeterSchiesskanal mussten rund 30.000 Kubikmeter Fels gesprengt werden. Insgesamt holten die Mineure für Brünig Indoor rund 55.000 Kubikmeter Fels aus dem Berg.

Synergien nutzen Der Standort in Lungern bietet verschiedene Vorteile. Die Infrastruktur wie Parkplätze und Restaurant werden

von verschiedenen Anstössern genutzt. Das hilft, die Betriebskosten insgesamt zu senken. Die Trainingsmöglichkeiten für Sicherheitsfachleute von Militär und Polizei sind im Allgemeinen eingeschränkt, sie nutzen die Anlage deshalb immer stärker. Bei den Sportschützen und den Jägern ist Brünig Indoor längst etabliert. Insgesamt nutzen rund 30.000 Besucher­innen und Besucher jährlich die Anlagen in Lungern. Die Synergieeffekte, die sich an diesem Standort ergeben, sind für Thomas Gasser ein wesentliches Element.

Denn an den Betriebskosten sind andere Projekte in der Schweiz gescheitert. «Wir konnten schon verschiedentlich für unterirdische Schiessanlagen offerieren. Wegen der hohen Betriebskosten ist bisher keine zweite solche Anlage in der Schweiz zustande gekommen», stellt Gasser fest. Brünig Indoor ist einzigartig und kann seit zehn Jahren von diesem Bonus profitieren.

Zeittafel • 1997 bringt Thomas Gasser die Idee einer unterirdischen Schiessanlage ein. • 1999 präsentiert Peter Graf das Grobkonzept für eine solche Anlage in Lungern. • Im März 2001 wird die «Unterirdische Schiessanlage Walchi AG» gegründet. • Im Mai 2001 heissen die Gemeinden Giswil und Lungern die Pläne für die Schiessanlage gut. • Im Juni 2001 beginnen die Ausbrucharbeiten. • Am 29. November 2002 wird die Anlage offiziell eröffnet. • Im November 2004 wird zusätzlich zu den 300-Meter-, 150-Meterund 100-Meter-Schiessanlagen eine Olympia-Halle für die olympischen Gewehr- und Pistolendisziplinen eröffnet. • Im Sommer 2009 findet das Kantonale Schützenfest Obwalden im Brünig Indoor statt.

Das Schiesskino ist bei bei Jung und älter beliebt.

[Beat Kohler]

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[ deutsch ]

Benjamin Weger startet am unterirdischen Biathlon

«Vollen Einsatz zeigen» Langlauf im Sommer. Das gab es am 16. Juni zum 10-Jahr-Jubiläum im Brünig Indoor. Biathleten haben sich an diesem speziellen Wettkampf gemessen – mit dabei war auch der beste Biathlet der Schweiz, Benjamin Weger. Im Interview erklärt er, wie wichtig das Schiessen in seinem Sport ist, wie er sich vorbereitet und was er vom Anlass in Lungern erwartet. Beat Kohler: Eine Frage die Ihnen wohl häufiger gestellt wird: Wie kommt man als Schweizer zum Biathlon? Benjamin Weger: Das stimmt, diese Frage taucht immer wieder auf. Ich bin zuerst zum Langlauf gekommen. Kollegen haben mich mit zu den Trainings des Skiclubs Obergoms mitgenommen, als ich elf Jahre alt war. Schon beim ersten Training, das ich an einem Mittwochnachmittag besucht habe, fand ich Gefallen am Langlauf. Nach gut einem Jahr bin ich vom Club zu einem Biathlonwettkampf animiert worden. Ich fand die Kombination mit dem Schiessen von Beginn weg sehr interessant und absolvierte mehrere kleine Wettkämpfe.

Offenbar hatten Sie Talent? Diese Wettkämpfe sind mir ziemlich gut gelungen und ich habe mich weiterentwickelt. So wurde Swiss-Ski auf mich aufmerksam und hat mich in die Kandidatengruppe Biathlon aufgenommen.

Sie haben mit Langlauf begonnen. Wie wichtig ist die Faszination für das Schiessen, um im Biathlon erfolgreich zu sein? Man muss sowohl für den Langlauf wie auch für das Schiessen 100 Prozent begeisterungsfähig sein. Man muss bereit sein, alles zu tun, um sich in beiden Disziplinen verbessern zu können. Ich versuche mich in den Trainings voll auf die jeweilige Disziplin zu konzentrieren und alles zu geben, um besser zu werden. Schlussendlich ist es dann natürlich die Kombination der Disziplinen, die entscheidet – man muss einen guten Mittelweg finden.

Man muss für den Langlauf und für das Schiessen 100 Prozent begeistert sein. Liegt darin der Grund, weshalb die Schweiz bisher keine Biathlon-Nation ist? Weil wir zwar das Schiessen

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Biathleten im Element.

schätzen, der Langlauf bisher aber nicht im Zentrum des Interesses stand? Nein, das hat ganz andere Gründe. Bis vor zirka acht Jahren war der Biathlon in einem eigenständigen Verband organisiert. Dieser hatte nicht die notwendigen Mittel für die Nachwuchsförderung und konnte auch die Eliteathleten nicht mit genügend Geld unterstützen. Nachdem Biathlon zu Swiss-Ski gekommen ist, begann die ordentliche Nachwuchsförderung. Auch für den Elitebereich stand von diesem Zeitpunkt an etwas mehr Geld zur Verfügung. Ich gehöre jetzt zum ersten Jahrgang, der in diesem Nachwuchsprogramm Aufnahme gefunden hat und ich bin nun auch der erste, der auf internationalem Parkett Erfolg haben durfte. Solche Erfolge stellen sich nicht von heute auf morgen ein. Sie sind aber die Voraussetzung, dass der Sport populär werden kann.

Haben Ihre Resultate bereits Wirkung gezeigt? Das konnte man im vergangenen Winter beobachten. Durch meine Resultate hat die Bekanntheit von Biathlon in der Schweiz einen grossen Sprung gemacht. Der Sport hat bei uns ein grosses

Potenzial. Wenn man mit Deutschland, Norwegen oder Russland vergleicht, dann säumen dort jeweils tausende Zuschauer die Pistenränder. Wenn wir in der Schweiz mehr Top-Athleten an die Spitze bringen können, die regelmässig gute Resultate einlaufen, sehe ich eine gute Chance, dass wir auch in der Schweiz stärker wahrgenommen werden.

Wie wichtig für die Popularität sind solche Show-Wettkämpfe, wie sie diesen Sommer im Brünig Indoor stattfinden? Leisten Sie mit Ihrer Teilnahme gerne solche Öffentlichkeitsarbeit? Es ist für jeden Biathleten das Ziel, dass seine Leistungen auch öffentlich anerkannt werden. Man verzichtet auf vieles und leistet grossen Aufwand. Deshalb ist es für jeden von uns schön zu sehen, dass der Sport auf Interesse in den Medien und in der Öffentlichkeit stösst. Darum sind neben guten Resultaten auch solche Anlässe eine willkommene Möglichkeit, um die Bekanntheit des Biathlons zu steigern. Wenn ein solcher Anlass mitten in der Schweiz stattfindet, werden sich Zuschauer einfinden, die hoffentlich danach Biathlon auch weiterverfolgen, weil sie sehen, wie spannend diese Sportart ist.


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Ihre Motivation, im Brünig Indoor an den Start zu gehen, ist also gross? Ja, ein Anlass im Sommer auf Schnee in einem Tunnel, das ist eine gute Abwechslung. Im Moment weiss ich noch nicht, wie der Wettkampf im Detail ablaufen wird. Ich werde mich überraschen lassen, sicher aber vollen Einsatz zeigen.

Kennen Sie die Anlage in Lungern von Ihren Trainings her? Anfangs letzten Sommer haben wir hier eine Woche lang präzises Schiessen trainiert. Für uns ist dies eine sehr gute Möglichkeit, uns auf das Schiessen zu konzentrieren. Äussere Einflüsse wie Wind und ändernde Lichtverhältnisse fallen weg. Davon können wir stark profitieren.

Wie trainieren Sie Schiessen und wie trainieren Sie den Wechsel von starker körperlicher Anstrengung zum ruhigem Zielen und Treffen? Das Training ist in einem Verlauf über das ganze Jahr aufgebaut. Im Mai nehmen wir das Training auf und üben beim Schiessen zuerst ausschliesslich die Präzision ohne Belastung durch das Laufen. Im Juni beginnt das lockere Komplextraining, die Kombination von Laufen und Schiessen. Im Verlauf des Sommers nimmt die Belastung beim Laufen stetig zu. Im Herbst absolvieren wir Intervall-Trainings und schiessen dazu, um uns an die hohe Belastung zu gewöhnen, wie sie dann bei den Rennen auftritt. Wir erarbeiten dies über das ganze Jahr Stufe um Stufe.

Wie schiesst man präzise unter Vollbelastung? Hält man den Atem an oder was ist der Trick? Bei mir schlägt das Herz in einem Pulsbereich von zirka 160 bis 170 Schlägen pro Minute weniger stark als bei einem langsameren Puls. Deshalb versuche ich, in diesen Bereich zu kommen, um möglichst ruhig schiessen zu können. Die Technik dabei ist recht schwer zu erklären. Es geht darum, Atmung, Zielerfassung und Schussabgabe aufeinander abzustimmen. Die Atmung gibt den Rhythmus vor. Die Atmung anhalten kann man nicht, deshalb muss sie auf die gesamten Abläufe abgestimmt werden.

Wie wichtig ist das präzise Treffen? Hat man mit einem Fehlschuss überhaupt eine Chance?

Biathleten beim Schiesstraining im Sommer bei Brünig Indoor.

Wenn man nicht von sich sagen kann, dass man besser läuft als alle anderen, dann ist fehlerfreies Schiessen eine absolute Voraussetzung, um an der Weltspitze mitzulaufen. Es gibt nur ganz wenige Athleten im Weltcup, die mit einem Fehlschuss noch auf das Podest laufen können. Das ist eigentlich die Ausnahme.

Sie haben eben erst Ihre Saison mit einem Sieg an der Schweizermeisterschaft abgeschlossen. Wann nehmen Sie das Training wieder auf? Im April habe ich eine Pause, in der es darum geht, den Kopf frei zu bekommen und dem Körper die Gelegenheit zu geben sich zu erholen, um sich danach in neuer Frische auf die neue Saison vorzubereiten.

Was sind Ihre Ziele für den Wettkampf im Brünig Indoor, der ja lange vor der eigentlichen Saison stattfindet? Der Ablauf wird vielleicht nicht ganz so ernst sein wie bei einem Weltcupanlass im Winter. Aber auch hier hat jeder Teilnehmer seinen Ehrgeiz und versucht schlussendlich der Beste zu sein – auch wenn es sich um einen ShowWettkampf handelt. Die Teilnehmer werden sich gut auf den Anlass vorbereiten und das Bestmögliche zeigen. Das werde ich auch tun. Wenn es aufgeht und ich einen Platz auf dem Podest erobern kann, ist das umso schöner. Wenn nicht, dann bleibt zumindest noch genügend Zeit, um sich bis zum Winter noch zu verbessern. Niemand aus dem Teilnehmerfeld wird diesen Anlass ganz auf die leichte Schulter nehmen. Schliesslich wollen wir alle unsere Sportart im besten Licht präsentieren.

Spektakel ist für die Zuschauer also garantiert? Auf jeden Fall, davon gehe ich aus. Das wird sicher eine interessante Angelegenheit sein, sowohl für mich als Läufer als auch für die Zuschauer.

Zur Person Der 22 Jahre alte Benjamin Weger stammt aus Geschinen im Obergoms. Der 181 Zentimeter grosse und 72 Kilogramm schwere Athlet setzt voll auf die Karte Biathlon. Der Erfolg gibt im recht: Sein bisher bestes Reslutat war ein 2. Rang im Weltcup-Einzel in Pokljuka, Slowenien, in der Saison 2010/11. In der Saison 2011/12 erreichte er drei Mal einen 3. Rang bei Weltcuprennen in Österreich und in Finnland. Allerdings hatte er in der vergangenen Saison Verletzungspech. Nachdem der Start zum Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft in Ruhpolding, nicht wunschgemäss verlaufen war, stürzte Weger beim Massenstart zum Abschlussrennen. So fiel er für die restliche Weltcupsaison aus. Immerhin konnte Benjamin Weger Ende März auf die Loipe zurückkehren und bei der Schweizermeisterschaft sein Können unter Beweis stellen. Im Sprint erreichte Weger mit einem Schiessfehler den 3. Platz, beim Massenstart siegte er mit null Fehlern und einem Vorsprung von 1:25 Minuten auf den zweitplatzierten Ivan Joller. Nach dem Saisonende kann sich Weger nun mit seinen Hobbys befassen: Er bewegt sich gerne in der Natur, geht Klettern oder Fischen. Im Mai nimmt er sein Training wieder auf. [Beat Kohler]

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[ deutsch ]

Klar, einfach und von hoher Qualität Im Brünig Indoor lässt sich nicht nur gut schiessen, sondern dank der Cantina Caverna auch sehr gut essen und trinken. Hier ist jedes Menu ein Treffer und jedes Angebot ein Genuss – nicht nur für Schützen, aber für diese natürlich auch. Viel trainieren macht Appetit. Das geht auch den Schützen so. Zum Glück finden sie direkt neben der Trainingsanlage im Brünig Indoor ein ideales gas­ tronomisches Angebot, um den Hunger zu stillen und bei einem guten Glas Wein Fachsimpeleien auszutauschen. In der Cantina Caverna sind aber nicht nur die Schützen und Jäger zu Hause – an der Bar begegnen sich Freunde und Kollegen beim Feierabendbier zu einem gemütlichen Schwatz. Bei Diskussionen über Gott und die Welt finden sich Jung und Alt, Frauen und Männer aus verschiedensten Bevölkerungsschichten; die bunte Mischung machts aus. Ob Bauarbeiter und Monteur im Übergwand oder Bänker und Politiker mit Seidenkrawatte – hier sind alle willkommen, hier fühlen sich alle wohl. Das Restaurant im Berg ist in Kombination mit Brünig Indoor ein idealer Veranstaltungsort für Anlässe und bietet individuellen Gästen tolle À-la-Carte-Menüs und eine erlesene Auswahl an Weinen. «Wir haben für Gruppen von einer bis 450 Personen das richtige Angebot», ist Betriebsleiterin Bärbi Zumbrunn überzeugt.

Philosophie Klar, einfach, von hoher Qualität: In der Cantina Caverna stimmt das Konzept der Räume mit dem der Küche und des Service perfekt überein. In den angenehm ausgeleuchteten Gewölben lenkt nichts die Aufmerksamkeit von den Kreationen von Chefkoch Roland Vogler ab. «Bei der Auswahl der Menüs richten wir uns ganz klar nach dem saisonalen und regionalen Angebot», erklärt Vogler die Philosophie seiner Küche. Er ist mit seinem fünfköpfigen Küchenteam, zu dem auch zwei Auszubildende gehören, für seine Gäste da. Die Karte kommt ohne Schnickschnack aus. Hier kitzeln Lungerer Forellen und nicht Hummer aus der Nordsee den Gaumen. Dafür

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Die Cantina Caverna ergänzt Brünig Indoor ideal.

kommen die Forellen in handwerklicher Vollendung als Tartar auf grünem Spargel auf den Teller. Das Kernstück der Cantina-Karte ist ein Fünf-GangMenü, das von Gourmets als Ganzes genossen werden kann, dessen Gänge aber auch als einzelne Gerichte bestellt werden können. Denn jeder Gang ist für sich ein kulinarisches Vergnügen. Alle sechs bis acht Wochen stellt Vogler das Menü neu zusammen und sorgt damit für Abwechslung. Die À-la-Carte-Gäste finden auf der klar und übersichtlich gestalteten Karte noch weitere raffinierte Gerichte, die jedem Feinschmecker schmeicheln. Vor allem bei den Arbeitern aus der Umgebung sehr beliebt ist das Mittagsmenü. Es wird auf Platten zum selber Schöpfen serviert. Die köstliche Hausmannskost wird ebenfalls aus frischen, saisonalen Produkten aus der Region zubereitet.

Spezielle Atmosphäre beim Apero in der Felsenbar.


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Feines Essen in gediegener Ambiance: die Cantina Caverna hat ihren Gästen viel zu bieten.

An der Rennstrecke Die Freude der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Service und Küche, Gäste zu bewirten und zu verwöhnen, lässt sich jeden Tag neu beobachten. Diese Atmosphäre ist Betriebsphilosophie und das Markenzeichen der Cantina Caverna. «Wir sind ein junges und motiviertes Team», erklärt Bärbi Zumbrunn. Das kommt auch bei grossen Events zum Tragen, die zum Kerngeschäft des Teams gehören. Beispielsweise, wenn die besten Biathleten der Schweiz im Brünig Indoor auf einer vorübergehend angelegten, unterirdischen Loipe an den Start gehen. Die Cantina Caverna wird hier in einer Festwirtschaft am Streckenrand dafür sorgen, dass die

Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur etwas zu sehen, sondern auch etwas zu essen und zu trinken haben. «Wir betreiben in der alten Lagerkaverne der Gasser Felstechnik – natürlich auch unterirdisch – eine Festwirtschaft», erklärt Bärbi Zumbrunn. Von hier aus können die Zuschauer die Direktübertragung der Rennen live in gemütlicher Runde erleben. Ein wenig Glamour muss auch im rauen Berg Platz haben. Deshalb richtete das Team der Cantina Caverna zusätzlich zur Festwirtschaft eine «White Secco»-Bar ein. Auch für diesen Grossanlass wird alles in der Küche der Cantina Caverna vorbereitet und hergerichtet. Passend zum sportlichen Anlass gibt es viele Kohlehydrate. So stehen natürlich Pasta mit verschiedenen Saucen auf der Menükarte!

Offene Küche. Den Kochprofis über die Schultern schauen, auch dies ist in der Cantina Caverna möglich.

Carnotzet ein Saal mit Charm.

Entstehungsgeschichte Entstanden ist die Cantina Caverna im 2001 als Betriebskantine der Firma Gasser Felstechnik AG. Mit diesem Vorhaben wurde der Grundstein für die Gastronomie der Cantina Caverna gelegt. Mit dem Bau der weltweit grössten unterirdischen Schiessanlage Brünig Indoor wurde das Angebot der Cantina Caverna erweitert und den Bedürfnissen der Schützen angepasst. Seit dieser Zeit ist die Nachfrage von Gruppen und Individualgästen stetig gestiegen. Aus diesem Grund wurde 2005 das Säli «Carnotzet» gebaut. Es bietet zirka 20 Personen Platz und strahlt mit seinem grossen Cheminée eine äusserst gemütliche und heimelige Atmosphäre aus. Im Sommer 2006 hat das Architekturbüro Beda Dillier, Sarnen, im Auftrag der Gasser Felstechnik AG das Erscheinungsbild der Cantina Caverna durch einen grossen Um- und Erweiterungsbau massiv geprägt. Es entstand eine neue Küche, der Saal «La Cava» sowie ein komplett neuer Eingangsbereich. Beleuchtung und Beschriftung wurden angepasst und verleihen den Räumlichkeiten eine entsprechend charakteristische Eleganz. [Beat Kohler]

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[ deutsch ]

International Police K-9 Academy

Der Diensthund, ein Partner ohne Kompromisse „Die Erfindung lag damals irgendwie in der Luft“, sagt Laufers Enkel Bernhard, der über die Geschichte seines Grossvaters ein Buch geschrieben hat. Bei seinen Recherchen fand er heraus, dass sich Ende des 19. Jahrhunderts der Polizeidirektor Otto Gerland in Hildesheim ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt und Hunde als Polizeibegleiter im Nachtdienst eingesetzt hat. Zudem soll der Grazer Kriminologe Hans Gross im Gendarmerie-Jahrbuch 1897 für den Einsatz von Polizeihunden plädiert haben. Davon wusste Laufer, seit 1892 Kommissar in Schwelm am Rande des Ruhrgebietes, nichts. Er notierte später: „Schon Mitte der 90erJahre kam mir der Gedanke, Hunde als Hilfskräfte im Polizeidienst einzusetzen“. Also beschaffte sich Laufer einen Schäferhund. Der schlug sich kaum besser als die Doggen: „Ach, wie wurde ich enttäuscht“, schrieb Laufer weiter. „Einmal erschien der Hund jetzt neben dem martialischen Beamten auffallend klein, sodann schlich er nicht nur ganz trübselig einher, nein, er blieb sogar alle 15 bis 20 Schritte stehen, um zu husten.“ Also wieder eine Dogge. Diese sah zwar imponierend aus, konnte aber kaum laufen, sondern „wandelte“ eher wie ein Bär. Der Stadtverwaltung entzog Laufer ihre Unterstützung, die Presse machte sich über ihn lustig, die Ganoven triumphierten. Dann kam „Cäsar“. Seinen ersten Einsatz hatte er am 1. Oktober 1901. Das Rathaus brannte, und die Schaulustigen behinderten Polizei und Feuerwehr. Zunächst wurde die Dogge von der Menge grölend und feixend begrüsst, aber bellend und zähnefletschend verschaffte er sich rasch Respekt. Drei Jahre später waren „Cäsar“ und sein Kollege „Harras“ sogar massgeblich an der Aufklärung eines Sexualmordes beteiligt: Sie nahmen an der Kleidung des elfjährigen Opfers Witterung auf und führten die Polizei zum Täter – der Polizeihund war geboren.

Was ist „K-9“ und was bedeutet die Bezeichnung Das deutsche „K“, das englisch „CA“ ausgesprochen wird, ergibt zusammen mit der im Englischen „nine“ geschriebenen Zahl 9 das Wort „CANINE“, das ins Deutsche übersetzt „(den) Hund (betreffend)“ heisst. Die Ziffer 9 wird in der Verbrechensbekämpfung zweimal verwendet: Die deutsche Terroreinheit bezeichnet sich als „GSG-9“, die amerikanische Terroreinheit nennt sich DELTA-9. Hinter dem Begriff

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„K-9“ verbirgt sich also im Ergebnis nichts anderes als „Hunde als Partner gegen das Verbrechen“. Hans Schlegel hat bereits in den Jahren 1984 bis 1986 ein einheitliches Ausbildungskonzept im Auftrag des amerikanischen Sicherheitsrates erstellt und zehn Jahre lang weltweit Polizeihundestaffeln entsprechend instruiert. Heute erarbeitet Hans Schlegel Neukonzepte für Polizei- und Militärhundestaffeln der ganzen Welt, die für Blitzeinsätze aus dem Hubschrauber direkt eingesetzt werden können. Die Bezeichnung „K-9“ wird mittlerweile von vielen Institutionen verwendet, ohne Inhalt und Zweck zu kennen. Ein mit dem Logo von Hans Schlegel versehener „K-9“ ist ein top ausgebildeter Einsatzhund, der absolut wesensfest und umweltsicher ist. Er ist als Familienhund genauso zuverlässig wie als Diensthund. Er ist perfekt führ- und lenkbar


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Ein ausgebildeter „K­9”­Hund klettert Leitern und hat keinerlei Mühe, sich auf schmalen Pfaden zu bewegen.

und bestens mit allen Aussenreizen vertraut. Ein „K-9“ mit roter Schabracke ist nicht einfach nur ein Polizeihund, sondern er gehört zu den besten der Welt! Um dieses Niveau zu erreichen, gehen die Welpen sehr früh in die Schule. Ab der fünften Lebenswoche werden sie intensiv auf Menschen geprägt und sozialisiert. Diese frühe Prägung auf den Menschen macht sie besonders beziehungsfähig. Parallel wird mit dem Welpen regelmässig bis zu drei Mal täglich auf dem Tisch gearbeitet. Dabei lernt er bereits die Kommandos „Sitz, Platz und Steh“, das ruhige Sitzen und die Freiablage auf einem Tuch, das den Geruch seiner Bezugsperson trägt. In der achten Woche beginnt die Bodenarbeit. Die Tischarbeit fördert die Beziehung zum Menschen – ohne jegliche Leckerlis oder andere Hilfsmittel. Der Mensch setzt sich bei der Tischarbeit intensiv mit dem Welpen auseinander. Kooperiert der Welpe, folgen lange Streicheleinheiten, die die Beziehung stärken. Die Bodenarbeit gehört bereits zur Konditionierung der auf dem Tisch erlernten Grundschritte Sitz, Platz und Steh, Freiablage und Rückruf mit Hinlegen.

Blitzeinsätze aus dem Hubschrauber sind ein Konzept von Hans Schlegel.

Konditionierungsprogramme werden stets mit Hilfsmitteln ausgebildet. Am besten eignen sich hier weiches Futtermittel und ein Ball, den der Welpe gut tragen kann. Wichtig ist, dass immer die gleiche Futtersorte und stets derselbe Spielgegenstand in der Konditionierung verwendet werden, weil der Welpe nacheinander mit beiden Hilfsmitteln innerhalb von Sekunden ausnahmslos positiv angesprochen werden kann. Wenn die Beziehung gefestigt und verankert ist, werden die materiellen Bestätigungsformen sofort abgebaut, das herzliche Loben nimmt wieder seinen Platz ein, weil der Hund bereits Impulsion hat. Impulsion ist ein Begriff für die Triebbalance. Ein Hund, der Impulsion hat, braucht fürs Losrennen ebenso viel Energie wie fürs Zurückkommen. Für unsere Hunde in der heutigen Zeit eine sehr grosse Hilfe, denn die meisten sind überimpulsiv, sobald sie eine Katze sehen. Weitere Informationen: Internet: www.schlegeltraining.ch Mail: hschlegel@schlegeltraining.ch

Klein Malik war immer präsent, wenn draussen der Ruf „Hey you“ zu hören war. | blaulicht | gyrophare bleu | girofaro blu |

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Vorsorgen

statt Nachsorgen

Mit der Pensionierung oder durch eine Erwerbsunfähigkeit ändert sich Ihre Finanzlage grundlegend. Dabei sind besonders sinnvolle Anlageentscheide und eine frühzeitige Planung gefragt. Die Pensionszeit soll geldtechnisch keine Mangelware sein. Um die notwendigen Schritte einleiten zu können, ist es nie zu früh, aber oft zu spät, um die finanziellen Aussichten für den Lebensabend sorgfältig zu klären. Heute findet idealerweise eine erste Standortbestimmung mit etwa 50 statt. Danach sollte die Planung alle drei bis fünf Jahre kontinuierlich überprüft werden. Anhand von verschiedenen Kriterien, können sie sich zu Beginn einmal selbst den Überblick über Ihre persönliche Finanzlage gewähren. Auf Konten, in Depots und Pensionskassen liegen nach einem Arbeitsleben oft mehrere hunderttausend Franken. Auch eine bestehende 3. Säule sollte mit in die Berechnungen einbezogen werden. Für die Rentenberechnung müssen folglich 3 Faktoren berücksichtigt werden: Die 1. Säule zahlt Ihnen je nach Höhe Ihres individuellen Kontos eine AHVRente aus. Eine Rentenvorberechnung können sie bei der kantonalen Ausgleichskasse beantragen. Die 2. Säule soll in Ergänzung zur 1. Säule den gewohnten Lebensstandard sichern. Das Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) regelt den „obligatorischen“ Bereich. Viele Leistungen kommen aber aus dem „überobligatorischen“ Bereich. Sie sind in den jeweiligen PK-Reglementen festgelegt. Im Vorsorgeausweis der Pensionskasse können Sie zusätzlich die Höhe Ihres Kapitalkontos, die prognostizierte Altersrente und weitere Risikoleistungen entnehmen. Die 3. Säule soll den bis zu Pension erreichten Lebensstandard sichern und ausbauen. Besonders attraktiv ist die gebundene Vorsorge 3a, die Sie bei Versicherern und Banken eröffnen können. Die Sparbeträge pro Jahr sind aber limitiert. So können zur Zeit 6.682 Franken

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für Angestellte mit einer Pensionskasse und 33.408 Franken für Selbständige ohne Pensionskasse einbezahlt werden. Die Beträge Ihrer Einlage dürfen Sie vom Einkommen in der Steuererklärung abziehen. Guthaben und Erträge der Säule 3a sind bis zur Auszahlung steuerfrei. Frühestens 5 Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter können Sie die Ersparnisse der 3. Säule ins Vermögen transferieren. Falls Sie über das ordentliche Pensionsalter hinaus arbeiten, ist es sinnvoll den Bezug der 3a-Guthaben bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit oder maximal fünf Jahre aufschieben. In dieser Zeit können weitere Beiträge in die steuerbegünstigte Säule 3a einbezahlt werden. Falls Sie oder Ihr Finanzberater eine Lücke in der Einkommenssicherung oder Pensionsplanung findet besteht Handlungsbedarf. Dabei sollten folgende Punkte in die Überlegung miteinbezogen werden: Wollen und können Sie sich in die Pensionskasse weiter einkaufen und damit die spätere Rente erhöhen? Nützen Sie alle Möglichkeiten, Ersparnisse in der steuerprivilegierten Säule 3a anzulegen?

bis 80 Prozent des bisherigen Einkommens benötigt werden um den Lebensstandard zu halten. Je höher Ihr Einkommen, desto eher müssen Sie damit rechnen, dass die erste und die Zweite Säule diesen Betrag nicht abdecken können.

Überprüfen Sie Ihre Berechnungen und Pläne gemeinsam mit einer unabhängigen Fachperson.

Meist noch gravierend schlechter äussern sich diese Zahlen bei einer Erwerbsunfähigkeit und Invalidität. Hier ist eine frühe Kontrolle des eigenen Finanzhaushaltes mit Einbezug der persönlichen Dokumente aus der ersten, zweiten und allfällig dritten Säule vorzunehmen. Die Statistik beweist: Fast jeder zehnte Schweizer bezieht in einer Form eine Leistung der Invalidenversicherung. Dieses Risiko ist also nicht zu unterschätzen.

Im Normalfall deckt die 1. und 2. Säule ca. 60 Prozent ihres Bruttoverdienstes ab. Erfahrungswerte zeigen, dass man nach der Pensionierung mindestens 70

Wenn alle diese Faktoren in einer umfassenden, professionellen Planung berücksichtigt werden, steht der sorgenlosen Pension nichts mehr im Wege.

Können und wollen Sie die Erwerbstätigkeit im Rentenalter weiterführen? Wo befindet sich in Ihrem Budget Sparpotential?


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Erschwingliche Wärmebildgeräte für Sicherheit, Rettung und Jagd Der Fortschritt in der Entwicklung von Wärmedetektoren (Mikrobolometer) und deren Herstellung in immer grösseren Volumen führt zum Erscheinen von neuen Geräten auf diesem Sektor. Sowohl der Marktführer FLIR Sytems als auch neue Anbieter wie Pulsar ergänzen Ihr Sortiment mit Geräten, welche auch für moderate Beschaffungsbudgets erschwinglich sind. Eine Wärmebildkamera generiert ein künstliches Bild durch Vielfachmessung von Temperaturunterschieden in der Wärmeabstrahlung der beobachteten Objekte. Das Auflösevermögen und die Entdeckungsdistanz wird durch die Anzahl Pixel des Sensors und die optischen Eigenschaften des Germanium-Objektivs bestimmt. Die Bilddarstellung erfolgt in graustufen Bildern, wobei warme Gegenstände entweder in weiss oder schwarz hervorgehoben werden. FLIR Wärmebildgeräte erlauben zudem eine Hervorhebung der heissesten Stellen in roter Farbe (InstAlert™), was die Entdeckung von Menschen, Tieren oder Objekten stark erleichtert. Die Beobachtung von bewegten Objekten erfordert zudem eine möglichst hohe Bildfolgefrequenz, in Hertz (Hz) ausgedrückt. Weitere Merkmale sind ein elektronisches Zoom, Videoschnittstelle oder eingebaute Bild / Videoaufnahmemöglichkeit

sowie ein kompaktes, robustes Gehäuse. Die Bedienung eines modernen Wärmebildgerätes ist wesentlich einfacher als die einer handelsüblichen Videokamera. Personen, Tiere und Objekte werden mit einer Wärmebildkamera bei Tag und Nacht und unter erschwerten Sichtbedingungen wie Nebel oder Rauch entdeckt. Selbst ein Verstecken in leichtem Gebüsch oder mit Tarnkleidung wird erschwert. Zudem erlaubt ein Wärmebildgerät den Blick in die „aktuelle Vergangenheit“, da z.b. heisse Motoren oder selbst Gegenstände wie benutzte Stühle einen Wärmeabdruck verraten. Das Wärmebildgeräte Pulsar Quantum 38 wird für Fr. 4.900.ab Herbst 2012 auf dem Markt erscheinen, die Geräte der FLIR Scout PS-Serie sind erhältlich bereits ab Fr. 2.200.-. OptiLink AG, Poststrasse 10, 2504 Biel Fon: 032 323 56 66 / Fax: 032 323 56 64 info@optilink.ch www.optilink.ch

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Sicher von Kopf bis Fuss swissloxx vertreibt qualitativ hoch stehende Sicherheitsprodukte weltweit an Behörden, Firmen und Privatpersonen. Das Schweizer Unternehmen verfügt über eine eigene Entwicklungsabteilung und bietet fundierte Ausbildungen im Sicherheitsbereich an. Swissloxx ist das führende Unternehmen für vollumfängliche Lösungen im Bereich Sicherheit. Bei swissloxx steht der wirksame Schutz von Mensch und Gut im Mittelpunkt. Die swissloxx Produkte werden in der Schweiz und zusammen mit erfahrenen Partnern an andern Standorten hergestellt und dienen der Sicherheit, Selbstverteidigung und Rettung. Die Palette reicht vom schnittfesten Unterzieh-Shirt, kugelsicheren Westen, Gürtel, Gewehrtaschen, Rucksäcke, Hand- und Spezialschuhe bis zu nicht tödlichen, hochwirksamen Abwehrgeräten und biometrischen Waffenschränken. Yvonne Allemann, General Manager von swissloxx, erklärt die Firmenphilosophie in einem Satz: «Wir wollen das Sicherheitsgefühl der Menschen in der Gesellschaft von heute steigern». Denn: Die Gefahren lauern überall. Weil die Integrität, im Ex­ tremfall gar das Leben der Kundinnen und Kunden davon abhängen kann, müssen die swissloxx Produkte höchste qualitative Anforderungen erfüllen. «Im Notfall ist es wichtig, dass die Leute das richtige Gerät bei sich haben und sofort einsetzen können», erklärt Yvonne Allemann. Die Produkte und Geräte von swissloxx sind deshalb durchwegs leicht, einfach in der Handhabung und bei richtigem Gebrauch jederzeit einsatzbereit.

Swisstactical Academy und -Gear Das Unternehmen mit Sitz in Rümlang setzt seinen Wachstumskurs fort und hat das Angebot um zwei neue Divisionen erweitert. Die Swisstactical Academy vermittelt individuelle, fundierte und durch ausgewiesene Spezialisten geführte Ausbildungslehrgänge. Das Angebot richtet sich an Personen und Behörden, die sich im Sicherheits- und Rettungsbereich engagieren, speziell Polizei, Militär, private Sicherheitsunternehmen und Organisationen der internationalen Hilfe und Zusammenarbeit. Mit der eigenen neuen Entwicklungsabteilung reagiert swissloxx auf die Nachfrage nach spezifischer, individueller Ausrüstung. In enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Produzenten entwickelt Swisstactical Gear innovatives Zubehör aus neuen Materialen und in neuem Design vom Pistolenholster bis zu schnitt-, stossund reissfester Kleidung. Sämtliche Produkte sind dabei individuell und weitgehend nach Kundenwunsch gestaltbar. swissloxx Produkte schützen präventiv. Sorgen auch Sie für mehr Sicherheit. Wir helfen Ihnen dabei.

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Blaulicht 2/4 2012  

Ausgabe August 2012

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